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Im Sommer freut man sich über den Schatten der dichten Wälder, hier bei Leinfelden-Echterdingen (Tour 7).

Dieter Buck, Melanie Buck

Waldpfade
STUTTGART

Auf 31 Wanderungen den »Dschungel

vor der Haustüre« mit allen Sinnen erleben

Exklusiv für Sie als Leser:

MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD

unter: gps.bruckmann.de


Inhalt

Vorwort

Waldgenuss – unterwegs auf stillen Pfaden

Gesundheit und Entspannung im Wald

DIE TOUREN

Stuttgart und Umgebung

1Durch den Rotwildpark3:30 Std.

Schlösser, Seen, Sehenswürdigkeiten

2Stuttgarter Seenplatte2:15 Std.

Rotwildpark, Bärenschlössle und verträumte Seen

3Zu den Heslacher Wasserfällen1:30 Std.

Vom Schattengrund zum Stuttgarter Naturkleinod

4Durch den Bietigheimer Forst2 Std.

Historisch interessante Waldwanderung

5Hinab ins Mahdental2 Std.

Im Naturschutzgebiet Waldwiese

6Von der Mäulesmühle zum Hohenwart2:40 Std.

Baumriesenglück und Seerosenpracht

7Über die Weidacher Höhe ins Siebenmühlental3 Std.

Wilde Natur bei der Gräbleswiesenbrücke

Waldbaden: Alle unsere Sinne

Naturpark Schönbuch

8Vom Eisenbachhain zum Waldsee2:30 Std.

Lindenblüten und Eichenriesen

9Über den Bromberg3:40 Std.

Gabeleiche und Birkensee

10Aussicht satt im Schönbuch2:45 Std.

Jahnhütte und Kalter Brunnen

11Hoch über Herrenberg2:30 Std.

Vom Schönbuchturm zu Hirschstein und Fresseiche

12Premiumwanderweg Herzog-Jäger-Pfad4:30 Std.

Durch das bezaubernde Schaichtal

13Ins Goldersbachtal3 Std.

Vorbei an Brühl- und Froschweiher

14Zur Königlichen Jagdhütte4 Std.

Durch Goldersbach- und Arenbachtal zum Saurucken

15Zum Olgahain2:30 Std.

Schönbuch-Tour mit Abenteuerstrecke

Waldbaden: Kreativ im Wald

Nordschwarzwald

16Genießerpfad Calw – Bad Teinach-Zavelstein4 Std.

Am Premiumwanderweg durchs Schwarzwaldtal

17Premiumwanderweg »Der Teinacher«4 Std.

Krokus-Rausch, wilde Bäche und eine Ruine

18Durchs Monbachtal3 Std.

Fichtenforste, Auwald, Hutewald und Moorwald

19Von Hirsau zur Bruderhöhle3 Std.

Wo der Einsiedler wohnte

20Wilder Wald im Schweinbachtal2:30 Std.

Von Hirsau durch ein idyllisches Tal

Waldbaden: Achtsamkeit/Atemübung

Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald

21Über die Kesselgrotte ins Edenbachtal2:10 Std.

Tief durchatmen im kleinen Amazonasgebiet

22Gallenklinge und Ebnisee3:10 Std.

Beliebtes Ausflugsziel und stille Wanderregion

23Forellensprung und Glasklinge2 Std.

Naturperlen im Welzheimer Wald

24Schillergrotte und Hohler Stein2:30 Std.

Schluchtenwunder auf dem Weg nach Alfdorf

Schurwald

25Zum Teufelsbrünnele2:40 Std.

Von Oberberken durch den Schurwald

26Zum Schlösslesplatz2 Std.

Durchs Lützelbachtal und durch einen urwüchsigen Wald

Waldbaden: Einfache Yoga-Übungen im Wald

Schwäbische Alb

27Kleine und Große Schrecke1:30 Std.

Steiles Felsental und ausgesetzte Wege

28Premiumspazierwanderweg »hochgehwachsen«1:30 Std.

Teufelsklinge und Breitenbachsee

29Blumenpracht im Autal2 Std.

Zur Märzenbecherblüte nach Bad Überkingen

30Premiumwanderweg Wasserfallsteig3:30 Std.

Zum Uracher und zu den Gütersteiner Wasserfällen

31Premiumwanderweg Hohenwittlingensteig2:30 Std.

Schillerhöhle und Wolfschlucht

Bruckmanns Tourenfinder

PS:

Register

Impressum


Am beliebten Ebnisee startet die Wanderung zur Gallenklinge (TOUR 22).


Der Waldgeist auf dem Geschichtlichen Lehrpfad Leinfelden-Echterdingen erfreut Kinder (TOUR 7).


Zwischen den Wäldern führen die Wanderungen auch durch Wiesen und Felder (TOUR 12).


Familienwandern auf dem Wasserfallsteig, hier beim Camererstein oberhalb des Uracher Wasserfalls (TOUR 30)


Beim Herrenberger Waldfriedhof findet man ein idyllisches Biotop (TOUR 11).


Flechten an den Bäumen sind ein Zeichen für saubere Luft.


Immer wieder führen die Wanderungen auch zu Wildgehegen. Wenn man Glück hat, sieht man die Tiere von Nahem (TOUR 10).


Im Rotwildpark mit seinem uralten Baumbestand finden sich viele schöne Rastplätze (TOUR 2).


Das aus einem Baum geschnitzte Kunstwerk findet man im Stuttgarter Rotwildpark beim Bärenschlössle (TOUR 1).


Sumpfschwertlilien beleben viele naturnahe Weiher in den Wäldern.

PIKTOGRAMME ERLEICHTERN DEN ÜBERBLICK


leicht
mittel
schwer
Gehzeit
Höhenunterschied
Weglänge
mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar

ZEICHENERKLÜRUNG ZU DEN TOURENKARTEN


Wandertour mit Lawfrichtung
Tourenvariante
Ausgangs-/ Endpunkt der Tour
Wegpunkt
Bahnlinie mit Bahnhof
S-Bahn
Tunnel
Seilbahn, Gondelbahn
Bushaltestelle
Parkmöglichkeit
Hafen
Autofähre
Personenfähre
Flugplatz
Kirche
Kloster
Burg/Schloss
Ruine
Wegkreuz
Denkmal
Turm
Leuchtturm
Windpark
Windmühle
Mühle
Hotel, Gasthof, Restaurant
Jausenstation
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter)
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer)
Unterstand
Grillplatz
Jugendherberge
Campingplatz
Information
Museum
Bademöglichkeit
Bootsverleih
Sehenswürdigkeit
Ausgrabung
Kinderspielplatz
schöne Aussicht
Aussichtsturm
Wasserfall
Randhinweispfeil
Maßstabsleiste

Die Touren im Überblick


Leicht
2 Stuttgarter Seenplatte
3 Zu den Heslacher Wasserfällen
4 Durch den Bietigheimer Forst
6 Von der Mäuslesmühle zum Hohenwart
8 Vom Eisenbachhain zum Waldsee
11 Hoch über Herrenberg
15 Zum Olgahain
25 Zum Teufelsbrünnele
28 Premiumspazierwanderweg »hochgehwachsen«
29 Blumenpracht im Autal
Mittel
1 Durch den Rotwildpark
5 Hinab ins Mahdental
7 Über die Weidacher Höhe ins Siebenmühlental
9 Über den Bromberg
10 Aussicht satt im Schönbuch
13 Ins Goldersbachtal
14 Zur Königlichen Jagdhütte
16 Genießerpfad Calw – Bad Teinach-Zavelstein
18 Durchs Monbachtal
19 Von Hirsau zur Bruderhöhle
20 Wilder Wald im Schweinbachtal
22 Gallenklinge und Ebnisee
23 Forellensprung und Glasklinge
24 Schillergrotte und Hohler Stein
26 Zum Schlösslesplatz
Schwer
12 Premiumwanderweg Herzog-Jäger-Pfad
17 Premiumwanderweg »Der Teinacher«
21 Über die Kesselgrotte ins Edenbachtal
27 Kleine und Große Schrecke
30 Premiumwanderweg Wasserfallsteig
31 Premiumwanderweg Hohenwittlingensteig


Idyllische Szenerien sind es immer, wenn Sonnenstrahlen sich ihren Weg durch die Bäume suchen (Tour 18).

Vorwort

Wald gehört sicherlich zu den beliebtesten Ausflugs- und Wanderzielen der Deutschen. Und zwar bei Jung und Alt. Kinder erfreuen sich an den vielen Spielmöglichkeiten, die er bietet, an den interessanten Szenen, bei denen es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt, und an der reichhaltigen Tierwelt. Erwachsene wissen den Schatten zu schätzen, den er in der Sommerhitze bietet, haben Freude an der oft vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt und an der gereinigten Luft. Ganz zu schweigen vom modernen Waldbaden, bei dem der Wald gar zu einer Art Wellnessoase und Gesundheitszentrum wird. »Der Deutsche und sein Wald« ist ja zum geflügelten Wort geworden – »The German Wald« gibt es zwar unseres Wissens nach nicht, es würde aber durchaus passen.


Besonders schön ist es, wenn im Wald kleine Wasserfälle plätschern. Diesen hier findet man an den Heslacher Wasserfällen in Stuttgart (Tour 3).

Dieses Buch führt Sie durch die Waldgebiete rund um Stuttgart. Schon die Stadt selbst hat in ihrem eigenen Gebiet viel zu bieten: Um die Parkseen herum findet man, allen Spazierwegen zum Trotz, eine Waldidylle mit uralten Bäumen, die ihresgleichen sucht. Auch die benachbarten Städte und Gemeinden weisen prächtige Waldgebiete auf – die Naturparks Schönbuch und Schwäbisch-Fränkischer Wald in Nähe der Landeshauptstadt tragen das Wort Wald ja schon im Namen, ebenso der Schwarzwald, in dessen Randgebieten einige der Touren stattfinden. Auch auf die Schwäbische Alb führen einige der hier beschriebenen Wanderungen.

Was dieses Buch von anderen Wanderführern unterscheidet, sind die Anregungen für ein ganz individuelles »Waldbad«. Waldbaden erfreut sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit und lässt uns den Wald auf eine ganz neue Art kennenlernen und genießen. Wir laden alle Leser ein, es einmal selbst auszuprobieren und sich von unseren Übungen anleiten und inspirieren zu lassen.

So wünschen wir Ihnen viel Freude und Erholung, allzeit gutes Wetter und viele angenehme Begegnungen bei Ihren Waldwanderungen!


Dieter und Melanie Buck

Waldgenuss – unterwegs auf stillen Pfaden


Der Entringer Stein im Schönbuch ist ein gutes Beispiel dafür, wie Wegweiser früher gestaltet waren (Tour 9).

Wer den Wald mit allen seinen Sinneseindrücken so richtig genießen will, sucht sicher einsame Wege und keine breiten Waldautobahnen. Dies ist in einem so dicht besiedelten Gebiet wie rund um Stuttgart, in dem die Wanderungen dieses Buchs stattfinden, eher schwierig. Vor allem: Wo es schön ist, sind auch die anderen Wanderer. Trotzdem wurde darauf geachtet, immer wieder von den belebten Hauptschlagadern des Wander- und Spazierverkehrs wegzukommen. Möglich war dies allerdings nicht immer.

Jeder kennt es, dass man bei einer Wanderung schon nach relativ kurzer Zeit in eine Art meditative Stimmung gerät. Besonders intensiv empfindet man das bei einer Waldwanderung, vor allem allein oder in einer kleinen Gruppe, wenn die Gespräche verstummt sind. Was man deshalb vielleicht auch mit dem Begriff Waldpfade verbindet, sind stille Wanderungen. Trubel, gar laute und quirlige Events, sind dem Wald und dem Waldgenuss sicher nicht angemessen. Ganz abgesehen von dem Leid und Stress, den die Tierwelt damit hat. Stille Wege, Vogelgezwitscher, die eigenen Schritte, womöglich den eigenen Herzschlag hören oder spüren, das ist Waldgenuss. Zum Genuss gehören aber auch kürzere Touren, die keine sportlichen Höchstleistungen verlangen, nach denen man ausgepowert am Ziel ankommt. Im Vordergrund der Touren in diesem Buch stehen deshalb eher stiller Waldgenuss, Besinnung, Kontemplation.

Dazu passt es, dass Waldwanderungen auch im Regen gut möglich sind. Vor allem im Sommer schützt das dichte Blätterdach vor starkem Niederschlag – allerdings mit dem Nachteil, dass es auch nach dem Regen noch eine Weile nachtropft. Aber halt nicht stark. Wer bei solchem Wetter unterwegs ist, sollte sich eher befestigte Wege aussuchen – auf Naturpfaden kann eine Regenwanderung leicht zur Rutschpartie werden.

Zum Waldgenuss gehören auch die Früchte des Waldes: Brombeeren und Himbeeren, Bucheckern, Pilze und Bärlauch. Wobei man bei Bucheckern nicht zu viel essen sollte und bei Pilzen nur diejenigen, die man hundertprozentig kennt – jedes Jahr sind Todesfälle zu verzeichnen, weil jemand giftige Pilze verzehrt hat. Ebenso sterben jedes Frühjahr Menschen, weil sie Bärlauch mit Maiglöckchen verwechseln.

In den Wäldern findet man seltener die großen landschaftlichen Sensationen und Landschaftseindrücke, dafür aber viele kleine versteckte Kostbarkeiten und Kleinode, seien es nun Orchideen oder markante Bäume, die teilweise als Naturdenkmale ausgewiesen sind, kulturhistorisch bedeutsame Markungssteine oder Wegweiser, Gedenksteine und vieles mehr.

Ausrüstung

Was braucht man zum Wandern im Wald? Eigentlich nichts Besonderes. Man zieht sich eine wandergeeignete Kleidung an: gut waschbar, bequem und je nach Wetter auch wind- und regendicht (oder zumindest -abweisend), aber auch atmungsaktiv. Das gilt ebenso für einen Anorak. Jeans als Hosen sind, wenn es nicht absolut regensicher ist, weniger geeignet: Einmal nass geworden, dauert es lange, bis sie wieder trocken sind. Da man auf Waldpfaden auch manchmal auf engen Wegen unterwegs ist, in die vielleicht dornige und stachelige Zweige ragen, sollte der Stoff fest sein und nicht gleich kaputt gehen, wenn man mal von einer Brombeere »angegriffen« wird. Der Fachhandel hat ein großes Angebot an wandergeeigneter Kleidung auf Lager, sogar nach Geschlechtern getrennt.

Wichtig sind aber vor allem die Schuhe, hier sollte man nicht sparen. Gute wasserdichte Wanderschuhe, knöchelhoch und mit einer Sohle, mit der man problemlos über Wurzeln und Steine steigen kann, sind sehr zu empfehlen.

Ganz brauchbar sind immer wieder ein Taschenmesser, eine Schnur und eine Tüte (für den Abfall, aber auch zum Sammeln von Fundstücken, vor allem wenn Kinder dabei sind). Nicht gern daran denken möchte, sollte man aber: Verletzungen sind immer möglich, gerade auf Pfaden hat man sich schnell mal den Fuß übertreten. Eine elastische Binde kann hierbei Wunder wirken und zumindest den Weg zurück zum Ausgangspunkt ermöglichen. Einen Schnitt, einen Riss, eine aufgeschürfte Stelle hat man sich ebenfalls schnell zugezogen – hier sind Pflaster oder Verband und ein Desinfektionsmittel im Rucksack hilfreich. Gegen Insektenstiche gibt es Geräte, mit denen man einen Stachel oder das Gift in der Stichstelle entfernen kann, oder Geräte und Salben, um den Juckreiz zu mildern (in der Apotheke erhältlich).


Die kleine Rindenhütte beim Eisenbachhain im Schönbuch bietet sich für eine Rast an (Tour 8).


In ein paar Wochen wird man hier am Weiher bei der Teufelsbrücke im Schönbuch lautes Froschgequake hören (Tour 13).

Typischer Fels aus Massenkalk auf der Schwäbischen Alb (Tour 31)

Gefahren im Wald

Löwen, Tiger und giftige Spinnen treffen wir in unseren Wäldern zwar nicht an, aber es gibt ein paar Dinge, die in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen haben und über die man sich Gedanken machen sollte. Wälder sind immer auch Zeckengebiete. Für dieses Buch gilt dies insbesondere bei Wanderungen im Schönbuch und im Schwarzwald. Ein Zeckenbiss kann schwere Komplikationen verursachen, über Hirnhautentzündung bis hin zur Borreliose. Es empfiehlt sich dringend, geschlossene Kleidung zu tragen und die Hosenbeine in die Schuhe zu stopfen, um den Beißern die Angriffsflächen nicht gerade auf dem Silbertablett anzubieten. Nach der Tour sollte man sich absuchen, am besten sogar duschen und bei Zeckenbissen in den nächsten Tagen auf Rötungen um die Bissstelle achten (dann ist ein Arztbesuch angesagt!). Gegen Hirnhautentzündung kann man sich impfen lassen – lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten.

Insbesondere auf der Schwäbischen Alb besteht Gefahr durch den Fuchsbandwurm, einen Parasiten, der auch den Menschen befallen kann. Geschädigt werden vor allem die Leber, manchmal auch Lunge und Gehirn. Dass man befallen ist, wird oft so spät bemerkt, dass keine Hilfe mehr möglich ist. Vorsorgen kann man, indem man keine Beeren o. Ä. im Wald isst, zumindest keine in Bodennähe, und sein Vesperbrot nicht ins Gras o. Ä. legt. Händewaschen, wenn möglich unterwegs, aber auf jeden Fall daheim, ist hier angesagt!

Ursache für eine Erkrankung durch das Hantavirus sind oft Rötelmäuse bzw. deren Ausscheidungen. Sie werden beim Wandern z. B. im trockenen Laub aufgewirbelt, und der Erreger wird eingeatmet. Besonders hoch ist die Infektionsgefahr von April bis September.

Anforderungen

Vom einfachen Spaziergang bis zur fordernden Halbtagestour ist in diesem Wanderführer für jeden Geschmack etwas geboten. Alle Touren schaffen Wanderer mit einer durchschnittlichen Kondition problemlos. Die angegebenen Gehzeiten gelten für mittleres Tempo mit kurzen Pausen. So bleibt ausreichend Zeit zum Schauen, Fotografieren und Genießen der Natur.

Die Schwierigkeitsgrade hängen auch vom Zustand der Wege und Pfade sowie von der Beschaffenheit des Geländes ab.


Leicht: Spaziergänge auf guten, meist ebenen Wegen mit geringen Steigungen und mit einer Dauer von bis zu drei Stunden

Mittel: Wanderungen bzw. Spaziergänge mit geringen Steigungen und mit teils schwierigen Wegbedingungen, wie z. B. hervorstehende Baumwurzeln oder umgestürzte Bäume

Schwer: Längere Wanderungen mit z. T. mehr Höhenmetern, die auch Trittsicherheit und teilweise Schwindelfreiheit voraussetzen

Tetanus (Wundstarrkrampf) kann man sich durch eine Verletzung (Stich, Biss, Schnittwunde) und Verunreinigung der Wunde holen. Die meisten Menschen sind wahrscheinlich dagegen geimpft. Eine weitere Gefahr ist eine Blutvergiftung (Sepsis), die man sich durch eine Verletzung (Stich, Biss, Schnittwunde) zuziehen und die unbehandelt zum Tode führen kann. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.


Zu den ersten Blühern nach dem Winter gehört u. a. der Seidelbast.

Mit Kindern im Wald

Kinder sind normalerweise begeisterte Waldwanderer, gibt es hier doch immer viel zu sehen, zu beobachten und zu spielen. Geht man mit Kindern auf eine Waldwanderung, ist es immer sinnvoll, etwas zum Transport von Fundstücken (Tannenzapfen, Samen, Versteinerungen etc.) dabeizuhaben. Schnur, Taschenmesser, Malsachen oder bei kleineren Kindern auch Spielfiguren machen eine Waldwanderung für den Nachwuchs interessant, sodass man zu einer Wanderwiederholung vermutlich keine großen Überredungskünste braucht.

Orientierung im Wald und Bestimmen von Bäumen, Blumen und Tieren

Die im Buch abgebildeten Karten sind schon allein sehr hilfreich. Welches Kartenmaterial man sich dazu besorgen sollte, ist bei den jeweiligen Wanderungen aufgeführt. Sehr nützlich sind auch Apps für Smart- oder iPhone. Hier sollte man aber darauf achten, dass man sich aus den jeweiligen Stores solche herunterlädt, die kein Internet benötigen – das ist im Wald, insbesondere weit weg von Siedlungen oder in Schluchten, sehr oft nicht vorhanden. Gut geeignet sind die kostenlosen Apps MAPS.ME und PhoneMaps, die einem recht zuverlässig anzeigen, wo man sich gerade befindet, wenn man mal die Orientierung verloren hat. Auch mit Komoot wurden gute Erfahrungen gemacht. Wer sich die angebotenen Tracks zu den Wanderungen herunterlädt, hat keine Probleme mit der Orientierung.


Nach der Wanderung tut eine Bootsfahrt auf dem Ebnisee im Schwäbischen Wald gut (Tour 22).

Nach dem Motto »Man sieht nur, was man weiß« ist es ganz nützlich, wenn man das, was man um sich herum sieht, auch erkennen kann: Bäume, Blumen, Tiere. Neben vielen Büchern gibt es auch hierzu zahlreiche Apps. Zur Bestimmung von Vögeln werden zudem Bücher angeboten, bei denen man mittels einer App oder einer Art »Stift« Vogelstimmen hören kann.

Unsere Waldlandschaften

Die Wälder, die auf den Touren dieses Buchs besucht werden, sind die Naturparke Schönbuch und Schwäbisch-Fränkischer Wald sowie der Schurwald – sie tragen das Thema ja bereits im Namen. Dazu finden Sie hier Wanderungen im Bereich der Stadt Stuttgart selbst – früher nannte sie sich ja auch »Großstadt zwischen Wald und Reben –, im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und anderen Bereichen um die Landeshauptstadt.

Besonderheiten in den Wäldern

Die ganz großen Sensationen der Natur findet man in den Wäldern eher selten, dafür aber kleine Kostbarkeiten. Hier eine junge Pflanze oder ein zarter Baumtrieb, der aus einem alten, dem Totholz, wächst, dazwischen die eine oder andere Orchidee. Auch lustig vor sich hinplätschernde und strudelnde Bäche erfreuen den Wanderer, ebenso Wasserfälle, Felsmassive oder wilde Schluchten.

Totholz ist wichtiger Bestandteil eines naturnahen Walds. Wo Wälder natürlich altern dürfen und man nicht jedes Stückchen Holz weg-, sprich: aufräumt, da entsteht neuer Lebensraum. Käfer, Asseln, Würmer und Pilze fühlen sich hier wohl. Sie zersetzen das Holz des abgestorbenen Baums, das somit wieder mit dem Waldboden eins wird. Das Holz bleibt auch als Lebensraum für Moose – von denen es bald überwuchert wird – und Farne liegen, und man lässt langsam vermodern. So bietet es u. a. einer Vielzahl von Insekten Nahrung und Wohnung. 13 000 Käferarten, vor allem Hirsch- und Bockkäfer, leben im und vom Totholz. Für Schwarzspecht und Hohltaube, aber auch für Eulen- und Kauzarten sind abgestorbene Laubbäume Brutplätze. Und fast alle Fledermausarten sind auf Höhlen im Totholz angewiesen. Zudem dient Totholz an nassen und kalten Standorten mit hoher Krautflora als »Brutbett« für die nächste Waldgeneration. Etwas Besonderes sind die Larven des äußerst seltenen Alpenbockkäfers. Sie ernähren sich ausschließlich von zerfallendem Holz. Sonst, wie der Name schon sagt, in den Alpen beheimatet, findet man sie auch hier auf der Schwäbischen Alb. Grundsätzlich sind über 240 verschiedene Käferarten auf das Holz der Buche angewiesen, 650 Arten gar auf das Holz der Eiche. Im Bannwald soll sich ein »Urwald von morgen« entwickeln, außerdem dient das Gebiet als wissenschaftliche Beobachtungsfläche für die Urwaldforschung. Hier findet man nicht nur einen Wald, der wächst, wie er will, sondern auch eine große Zahl von abgestorbenen Bäumen. Bei ihrer Zersetzung spielen Pilze eine wichtige Rolle, denn nur sie und Bakterien können Holz zersetzen. So wachsen von den rund 4000 Großpilzen in Deutschland etwa 1500 Arten auf Totholz, einem wichtigen Lebensraum für bestimmte Insekten, Spinnen und Asseln – und diese wiederum sind Lebensgrundlage für Vögel wie Gartenrotschwänze, Haubenmeisen, Schwarzspechte und Waldbaumläufer. Auch Dreizehenspechte, die vor 1988 im Schwarzwald fast verschwunden waren, fühlen sich hier wohl. Der Vogel schlägt sich im Lauf seines Lebens zahlreiche Schlaf- und Bruthöhlen, in denen später auch Sperlingsund Raufußkäuze leben bzw. im Winter tote Mäuse als Nahrungsvorrat verstecken. Die Höhlen werden zudem von Fledermäusen und Gartenschläfern genutzt. Darüber hinaus dient das Totholz auch als Lebensraum für Flechten und Moose.


Wilde Landschaftsszenerien prägen die Wanderung durchs Felsental der Kleinen Schrecke (Tour 27).

Baumruine beim Herrenberger Waldfriedhof; Lehrpfadschilder vermitteln Wissenswertes (Tour 10).

Bus & Bahn

Bei den meisten Touren lohnt sich die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Für Fahrpläne und sonstige Auskünfte informiert man sich dazu vor der Tour am besten unter www.vvs.de oder www.efa-bw.de.

WALDLBADEN
Gesundheit und Entspannung im Wald

Wer gern wandert, weiß es schon lange: Natur tut gut. Was uns allen, die wir gern draußen sind, schon immer intuitiv klar war, wurde jetzt wissenschaftlich bestätigt: Internationale Studien belegen, dass Waldluft das menschliche Immunsystem positiv beeinflusst. Aber auch Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Burn-out können durch einen längeren Aufenthalt im Wald gemildert werden.

Die Waldluft spielt hierbei eine besondere Rolle. Genauer gesagt, bestimmte Moleküle, von denen die Luft im Wald erfüllt ist. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das menschliche Immunsystem auf diese pflanzlichen Botenstoffe, Terpene genannt, reagiert. Terpene können insbesondere die Produktion und Aktivität unserer »natürlichen Killerzellen« steigern und somit den Teil unseres Abwehrsystems stärken, der virusinfizierte Zellen im Körper bekämpft.


Egal ob Atemübung, Sinneswahrnehmung oder Yoga-Einheit: Eine Wanderung lässt sich ganz einfach mit einem Waldbad verbinden.

Ja, jetzt lassen wir ihn auch hier in diesem Buch fallen, den Trendbegriff schlechthin, wenn es um Gesundheit und Wald geht: »Waldbaden«. Das Wort leitet sich vom japanischen »Shinrin Yoku« ab, das übersetzt so viel bedeutet wie »in der Waldluft baden«. Daraus entstand das deutsche »Waldbaden«.

In diesem Buch stellen wir Waldwanderungen vor. Allein dadurch, dass Sie die eine oder andere Wanderung unternehmen, tun Sie sich schon viel Gutes. Ergänzend zu diesen Wanderungen finden Sie nun auch verschiedene Anregungen für ein individuelles »Waldbad«. Diese Übungen helfen Ihnen dabei, bestimmte Bereiche aktiv anzugehen: Aktivieren Sie Ihre Sinne (ab S. 52), werden Sie kreativ (ab S. 88), nehmen Sie den Moment achtsam wahr (ab S. 108) und lernen Sie einfache Yoga-Übungen (ab S. 130) kennen.

Lassen Sie sich von diesen Anregungen inspirieren, probieren Sie das aus, was sich für Sie gut anfühlt, und genießen Sie die Zeit im Wald in vollen (Luft-) Zügen.

Wenn Sie mehr über Waldbaden erfahren möchten, besuchen Sie gern unsere Website urbantreehugger.de.

In diesem Sinne: Ab in den Wald!

Waldpfade Stuttgart


Pfad im Bietigheimer Forst.


Man sollte im Wald immer ein Auge auf die kleinen Kostbarkeiten am Wegrand haben wie hier die Baumpilze auf einem toten Baumstamm.


Herbst im Stuttgarter Rotwildpark.


Morgentau am kleinen Seerosenteich bei Leinfelden-Echterdingen.

1 Durch den Rotwildpark
Schlösser, Seen, Sehenswürdigkeiten

Die Natur bietet hier markante Baumgestalten, und der Mensch hat für kulturelle Sehenswürdigkeiten wie Schloss Solitude und das Bärenschlössle gesorgt. Auch die Seen sind nicht natürlichen Ursprungs, sondern wurden vor langer Zeit angestaut, was man ihnen aber nicht mehr ansieht – von den Staudämmen einmal abgesehen. Die Natur selbst zeigt sich hier von ihrer wilden Seite mit unzähligen riesigen, uralten Bäumen, die stehen bleiben durften, weil der Wald einst als königliches Jagdgebiet nicht forstlich genutzt wurde.


Tourencharakter

Rundwanderung durch eines der schönsten Waldgebiete um Stuttgart. Sie führt auf festen Wegen und ohne große Steigungen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit.

Ausgangs-/Endpunkt

Solitude, Parkplatz Biegel (487 m)

Anfahrt

Auto: L 1180, zwischen Stuttgart und Leonberg abzweigen in Richtung Solitude; noch vor dem Solitude-Parkplatz liegt der Parkplatz Biegel. GPS: 48.781380, 9.090331

Bus & Bahn: Bus bis Solitude, dann die Tour dort beginnen

Einkehr

Schloss Solitude, Bärenschlössle

Karten

Wanderkarte des Schwäbischen Albvereins/Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) 1:25000, W228 Stuttgart; NaturNavi Wanderkarte mit Radwegen 1:25000, Blatt 50-539 Stuttgart Südwest

Information

www.schloesser-und-gaerten.de

Hinweis

Empfehlenswert ist eine Besichtigung von Schloss Solitude. Dann sollte man sich aber vorher nach den Zeiten erkundigen und sich überlegen, ob man für die Führung Zeit genug hat bzw. die Wanderzeit danach einrichten.

Vorbei am See zu Schloss Solitude Am Parkplatz Biegel nehmen wir den mit dem blauen Punkt markierten Gerlinger Weg, der uns gleich in den Wald führt. Kurz darauf können wir auf einem Pfad einen kurzen Abstecher nach rechts machen: Nach dem Wald liegt hier in den Wiesen ein idyllischer Weiher. Danach folgen wir dem Weg weiter, biegen aber am nächsten Weg rechts ab. Nach dem Wald wandern wir über die Wiesen zu den Kavaliershäusern, die Schloss Solitude umgeben; hier stoßen wir auch auf das als Museum genutzte Wohn- und Atelierhaus des Bildhauers Fritz von Graefenitz. Wir halten uns links und wandern in die Anlage von Schloss Solitude hinein.

In der Mitte des Schlosses gibt es links einen Durchlass zwischen den Häusern. Hier können wir Ausschau nach einem Kunstobjekt halten: An der Hausecke ist ein Schild angebracht, das auf die Installation »Neumond« vom Micha Ullmann verweist. Man findet die kleinen Ausfräsungen in den Pflastersteinen, wenn man von der Hausecke aus auf das Schloss zugeht. Danach laufen wir zwischen den Häusern, vorbei an den WC-Anlagen, hindurch.


Wenn man Glück hat, kann man einen der Hirsche im Gehege aus der Nähe bewundern.

Durch den Wald zum Bärensee Wir spazieren zwischen den Wiesen – die einst ein prächtiger Park waren – auf den Wald zu und geradeaus in ihn hinein. Bald überqueren wir die L 1180 und kommen zum Kleinen Stern. Hier geht es auf dem unmarkierten Weg weiter, der rechts vom geradeaus weiterführenden Weg abzweigt. Nach einem querenden Asphaltweg wandern wir mit dem Wanderzeichen roter Punkt in der Küchenallee ebenfalls asphaltiert geradeaus weiter in Richtung Gerlinger Kopf. Wo der Asphaltweg nach rechts abzweigt, folgen wir dem Schotterweg geradeaus weiter. Vor der Holzskulptur einer Eule weisen die Radwegschilder nach rechts – wir folgen aber dem Weg noch kurz geradeaus. Gleich darauf beschreibt er eine Linkskurve und steigt nun vorübergehend an.

Oben angekommen, treffen wir auf den mit dem roten Hufeisen markierten Weg. Ihm folgen wir nach rechts und bis zu einer Wegspinne, wo rechts die Bärenseeallee einmündet. Hier biegen wir links ab und wandern an der nächsten Kreuzung an einer Schutzhütte (Planhaus) mit Rastplatz vorbei. Nun ändert auch der Wald sein Aussehen: Sind wir am Anfang durch einen vor allem von mächtigen Eichen und Buchen geprägten Forst gewandert, sehen wir jetzt einen Mischwald, der auch Fichten, Birken, Kiefern und andere Baumarten enthält. Immer geradeaus gehend queren wir das Kaufhausträßchen und erreichen das Schild, das auf das »Naturschutzgebiet Rot- und Schwarzwildpark mit Pfaffenwald« hinweist. Nun wandern wir im Krucksweg weiter und erreichen bald die kleine Krucksbiegelhütte. Um sie herum stehen einige markante Baumriesen. Wir queren hier die Bruderhausallee und gehen jetzt etwas abwärts. Bald queren wir das Bernhardsbachsträßchen, wo es nach rechts zum Bärensee ginge. Ihn sehen wir aber später noch von oben.


Herbstliche Wanderfreuden im Rotwildpark

Zum Bärenschlössle Wir gehen nun auf dem Damm zwischen den beiden Weihern in der Sibyllengraballee weiter. Nach den Weihern steigt der Weg an, und wir zweigen rechts in den Wapitiweg ab. Nach etwas bergauf wandern wir links an einer Lichtung vorbei; auch hier finden wir mächtige Bäume, und am Ende der Lichtung steht linker Hand ein Denkmal. Hinter der querenden Bärenstraße kommen wir zu einer Grillhütte und sehen rechts auf der Lichtung einen kleinen Spielplatz und eine Grillstelle. Hier biegen wir rechts ab und gehen auf das Bärenschlössle zu. Wo der Wald aufhört, können wir uns eine Besonderheit ansehen: Wir gehen am Waldrand kurz nach links, dann führt eine Treppe hinab in den Wald, wo wir auf ein Steinhaus treffen, das wie ein italienisches Trulli (Rundhaus) wirkt – für Kinder eine willkommene Spielgelegenheit.

Zum Glemsbrunnen Nach einer Rast gehen wir hinter dem Bärenschlössle geradeaus hinab zum Damm zwischen Bärensee (rechts) und Neuem See (links). Nach ihm folgen wir dem Bärensträßle nach links bis zum Damm und gehen dort geradeaus auf dem Diebsteigweg weiter. Bald sehen wir rechts einen Kanal, der zu den Anlagen der künstlich angelegten Stauseen gehört. Am Ende des Neuen Sees biegen wir links ab auf den Damm und folgen auf der anderen Seite bei der Verzweigung links dem Calwer Sträßchen. An der nächsten Kreuzung gehen wir geradeaus weiter und kommen, vorbei an einer Lichtung, zum Römischen Haus. Wir gehen links an der Ruine vorbei und gelangen zum Glemsweiherweg, hinter dem wir den kleinen Glemsweiher sehen. Hier halten wir uns rechts und erreichen bald das Glemssträßchen, das uns nach links zu einer Lichtung bringt, der Glemswiese. Hier sehen wir links die Glemsquelle, rechts einen historischen Futterpavillon und das Hirschgehege.


Vor Schloss Solitude stehen riesige Baum-Methusalems.


Die Parkseen sind von mächtigen Bäumen umstanden.

Rückweg entlang des Hirschgeheges Wir wandern mit dem Zeichen rotes Kreuz links am Futterpavillon vorbei und folgen dem Zaun des Hirschgeheges. An der querenden Pappelallee biegen wir links ab und gehen bis vor eine Lichtung. Hier halten wir uns mit dem roten Kreuz rechts, überqueren bald die Straße und folgen danach kurz der Tannengärtlesallee. Gleich danach biegen wir links ab in den Weg Am Rötelberg. Er zieht bald darauf nach rechts und mündet in den Jägerweg, der uns in wenigen Minuten zurück zum Parkplatz Biegel bringt.

Einsame Schönheit

Schloss Solitude wurde 1763–1767 als »Maison de Plaisance« von Herzog Carl Eugen im Rokokostil erbaut. Ihn beeindruckte wohl die markante Lage mit der weiten Sicht über das Unterland. Da es hier damals weit und breit keine andere menschliche Siedlung gab, war seine Einsamkeit garantiert und so auch der Name Solitude bald festgelegt. Das Schloss besteht aus einem wuchtigen Sockelgeschoss mit flachbogigen Arkaden und einem verzierten Oberbau. An den beiden Längsseiten führen breite Treppen hinauf. In der Mitte befindet sich eine kuppelförmig gedeckte Rotunde. Das Innere des Schlosses kann mit einer Führung besichtigt werden. Auf der Südseite ist es von einem im flachen Bogen geführten Gebäudezug flankiert, und seitlich stehen die Kavaliershäuschen, in denen die Lehrer der späteren Militärakademie wohnten.

2 Stuttgarter Seenplatte
Rotwildpark, Bärenschlössle und verträumte Seen

Auch diese Wanderung verläuft im naturnahen Rotwildpark, mit seinem uralten Baumbestand eines der schönsten Waldgebiete um Stuttgart. Zudem ist es mit den Hinterlassenschaften der württembergischen Herrscher auch eine geschichtsträchtige Gegend – im Bärenschlössle kann man sogar einkehren. Abschließend geht es gemütlich entlang der Parkseen, einer richtigen Seenplatte.


Tourencharakter

Rundwanderung durch den Rotwildpark und entlang der Parkseen auf festen Wegen, die immer gut markiert sind. Die Tour weist kaum Höhenunterschiede auf.

Ausgangs-/Endpunkt

Stuttgart, Parkplatz Schattenring an der L1187/Magstadter Straße (427m)

GPS: 48.756885, 9.114020

Anfahrt

Auto: Von Stuttgart auf der B14, von Süden auf der A831 zum Schattenring, dort auf der L1187/Magstadter Straße zum ersten Parkplatz nach dem Schattenring.

Bus & Bahn: Bus bis Haltestelle Stuttgart/Forsthaus 1 oder Schattengrund

Einkehr

Bärenschlössle

Karten

Wanderkarte des Schwäbischen Albvereins/LGL 1:25000, W228 Stuttgart; NaturNavi Wanderkarte mit Radwegen 1:25000, Blatt 50-539 Stuttgart Südwest

Information

www.stuttgart-tourist.de

Vom See zum Forsthaus Wo gleich nach dem Schattenring links und rechts der Magstadter Straße Parkflächen liegen, führt ein breiter Weg in den Wald. Vorbei an einem kleinen Weiher bringt er uns in wenigen Minuten zum östlichen Ende des Pfaffensees. Dort biegen wir rechts ab, halten uns aber kurz danach links in den Stuttgarter-Tor-Weg. Durch einen schönen Mischwaldbestand wandern wir nun geradeaus bis zum Forsthaus. Hier halten wir uns links in das Glemssträßchen. Bald führt nach rechts eine Straße zum Wanderweg, hier liegt die Bushaltestelle Forsthaus. Danach zweigen wir rechts ab in den Forstmeister-Feucht-Weg, dem wir nun eine Weile folgen. Es quert ein mit blauem Kreuz markierter Wanderweg. Nun geht es in der Pappelallee weiter. Nach dem querenden Glemsquellenweg liegt links ein Hirschgehege. An seinem Ende mündet von links der mit dem roten Kreuz markierte Hirschgehege-Rundweg ein. Auch hier wandern wir, nun dem roten Kreuz folgend, geradeaus weiter und erreichen bald eine große Wiese. An ihrem Ende quert das Bärensträßle.


Ruheplatz auf der Halbinsel am Pfaffensee

Holzkunst und ein kleiner Bach Wir behalten unsere Richtung bei, jetzt aber mit dem Wanderzeichen rotes Hufeisen. Bald erreichen wir das bereits sichtbare Schießhaus. Nach ihm könnte man dem Wanderzeichen nach links bergab folgen; nach einer großen Wiese mit markanten Baumstämmen, einer davon zum Kunstwerk umgestaltet, erreicht man dann den Bernhardsbach. Wer aber nicht unbedingt abkürzen möchte, wandert rechts vom Schießhaus auf dem breiten Wanderweg weiter und in einem großen Linksbogen ebenfalls hinab ins Bernhardsbachtal, dem wir weiter folgen. Etwas später mündet von links der mit dem roten Hufeisen markierte Abkürzungsweg ein. Hier sollte man kurz nach links hinauf zu der Wiese mit den alten Bäumen und dem Baum-Kunstwerk gehen.


Auch bei regnerischem Wetter macht ein Waldspaziergang Freude. Dann lohnt sich der Blick auf Details.

Vom Bach zu den Parkseen Ansonsten folgen wir immer dem Bernhardsbach. Nach einem kleinen, ersten Weiher queren der Krucksweg (rechts) und die Sibyllengrabenallee (links). Wir wandern aber geradeaus weiter. Kurz danach liegt links der Bärensee, etwas später haben wir auch einen schönen Blick zum links auf einem Hügel liegenden Bärenschlössle. Am Ende des Bärensees gehen wir nach links über den Damm und biegen an seinem Ende rechts ab. Wer Hunger hat, kann hinauf zum Bärenschlössle gehen und einkehren. Hierzu bietet sich die geradeaus führende kurze, aber steile Treppe an, oder man folgt dem nach rechts hinaufziehenden Sträßchen.

Nach dem Besuch des Bärenschlössles wandert man wieder hinab und orientiert sich links. Es geht entlang des Neuen Sees. Er ist an seinem Ende durch einen Damm vom Pfaffensee abgetrennt. Auch hier geht es geradeaus weiter. Etwa auf der Hälfte des Pfaffensees empfiehlt es sich, an der kleinen Halbinsel rechts auf einem Pfad am Ufer entlangzuspazieren. Hier findet man einige idyllische Stellen. Danach wandern wir auf dem breiten Weg weiter. Es geht am Metzgerhaustollen von 1930 und einem Häuschen von 1826 vorbei. Am Ende des Pfaffensees gehen wir auf bekanntem Weg zurück zum Ausgangspunkt.

Die Parkseen

Der Pfaffensee wurde 1566 unter Herzog Christoph angelegt, um den Mühlen im Nesenbachtal eine verlässliche Wasserversorgung zu sichern. Hierzu diente der nach dem Herzog benannte unterirdische Stollen, der das Wasser des Pfaffensees zur Heidenklinge und dann ins Nesenbachtal leitete. 1618 befahl Herzog Friedrich Wilhelm, den Bernhardsbach einzudämmen; so entstand der Bärensee, der auch den Pfaffensee speiste. 1826 wurde der Neue See angelegt. Insgesamt ist diese Parkseen genannte Stauseekette rund 3 km lang. Später dienten die Seen der Trinkwasserversorgung bzw. als Wasserreservoir der Stadt Stuttgart. Heute bieten sie einer reichen Fauna und Flora Lebensraum – so findet man rund 60 Wasser-, Sumpf- und Uferpflanzen und Orchideenarten sowie mehr als 26 Vogelarten.


Der sonst so idyllische Pfaffensee hat auch seine wilden Seiten.


Die Parkseen wie hier der Pfaffensee zählen zu den beliebtesten Ausflugszielen in Stuttgart.

3 Zu den Heslacher Wasserfällen
Vom Schattengrund zum Stuttgarter Naturkleinod

Das Waldgebiet um die Stuttgarter Parkseen gehört zu den schönsten Naherholungsgebieten der Stadt mit gemütlichen Spazierwegen und natürlich den Seen, wie z. B. Neuem und Pfaffensee. Die Heslacher Wasserfälle sind eines der Stuttgarter Naturkleinode, die trotz ihrer wilden Schönheit aber nur eingefleischten Naturliebhabern und Wanderern bekannt sind. Ein schmaler Pfad führt an ihnen entlang bergab ins Tal. Zum Abschluss wandern wir wieder auf einem breiten Forstweg bis zur Stadtbahnhaltestelle.


Tourencharakter

Streckenwanderung unter Einbeziehung von Bus und Stadtbahn. Sie führt erst eben dahin, dann bergab; um die Heslacher Wasserfälle und hinab zur Heidenklinge geht’s auf schmalen Pfaden, die auch rutschig sein können.

Ausgangspunkt

Stuttgart-Büsnau, Bushaltestelle Schattengrund (419 m)

GPS 48.756049, 9.091773

Endpunkt

Stuttgart-Heslach, Stadtbahnhaltestelle Vogelrain (310 m)

Anfahrt

Auto: Anfahrt mit Pkw nicht empfehlenswert

Bus & Bahn: Hinfahrt: Bus bis Haltestelle Schattengrund; Rückfahrt: Stadtbahn ab Haltestelle Vogelrain

Beste Jahreszeit

Frühling und Herbst

Einkehr

Keine Einkehrmöglichkeit

Karten

Wanderkarte des Schwäbischen Albvereins (LGL) 1:25 000, W228 Stuttgart; NaturNavi Wanderkarte 1:25 000, Blatt 50-539 Stuttgart Südwest

Information

www.stuttgart-tourist.de



Die Heslacher Wasserfälle zählen sicher nicht zu den höchsten Wasserfällen im Land, bieten aber viele idyllische Szenen.

Entlang der Seen Wir gehen von der Haltestelle Schattengrund westlich des Kreisverkehrs zu diesem und dann über den Parkplatz. Dahinter steigt der Weg etwas an, bis er auf den Diebsteigweg trifft. Hier biegen wir mit dem Wanderzeichen blaues Hufeisen rechts ab und wandern über den Damm. Erst geht es am Neuen See und danach am Pfaffensee entlang. Hier sollten wir uns in Ruhe umsehen, denn wir durchqueren prächtige Waldstücke und erhalten Einblicke in eine urige Natur mit mächtigen, knorrigen Bäumen, viel Totholz und Stämmen, die der Sturm umgeworfen, teilweise auch ins Wasser geworfen hat, wo sie liegen geblieben sind.

Heslacher Wasserfälle

1560 ließ Herzog Christoph das Wasser des Pfaffensees durch den über 800 m langen Christophstollen und die Heidenklinge zum Nesenbach leiten. Auch der Bau des Neuen Sees 1833 vermehrte die Wassermenge, und alsbald pilgerten die Stuttgarter in Scharen zu den bemoosten Felsbrocken in der steilen Klinge. Die Gefällstrecke beträgt über 100 m, wobei das Wasser teils über große Felsblöcke hinabstürzt – insbesondere nach Regenfällen und während der Schneeschmelze reichlich.

Zu den Heslacher Wasserfällen Am Ende des Pfaffensees zieht der Weg nach links. Wo er dann noch einmal einen Linksknick macht, um am Nordufer entlangzuführen, halten wir uns rechts. Kurz darauf biegen wir links in den Stuttgarter Torweg ein und folgen an der nächsten Kreuzung der Schlösslesallee nach rechts. Sie bringt uns zum Schattenring mit den großen Verkehrsbauwerken. Hier zieht der Weg erst etwas nach links, dann unterqueren wir die Straßen nach rechts und folgen nun der Schlösslesallee, bis eine Brücke über die Straße führt. Wir halten uns rechts, gehen auf der anderen Seite bald über einen Bach und folgen der Straße in der lang gezogenen Linkskurve bis zum querenden Stierlingweg. Nach links weist schon ein Schild zu den Heslacher Wasserfällen, zu denen es kurz darauf nach rechts hinabgeht.


Der Weg führt am Ufer des Neuen und des Pfaffensees entlang.


Brücke bei den Heslacher Wasserfällen

Nun wandern wir an den Wasserfällen und Kaskaden vorbei und steigen danach wieder hinauf zur Leonberger Straße.

Durch die Heidenklinge Nun folgen wir der Leonberger Straße unter der Eisenbahnbrücke hindurch. Am Parkplatz zweigen wir rechts ab und nehmen den Pfad, der gleich danach, anfangs parallel zur Straße, im Wald abwärts führt. Er bringt uns über Serpentinen hinab in die Heidenklinge. Unten kann man nach rechts einen kurzen Abstecher zum Heidenbrünnele machen – an der Bank beim Brunnen lässt es sich gut rasten und das Geplätscher des Wassers genießen.

Ansonsten bzw. anschließend folgen wir dem Weg durch die Heidenklinge, bis wir auf einen querenden Weg stoßen, der hier eine ausgeprägte Kurve beschreibt. Wir folgen dem rechten Weg, rechts des Bachlaufs. Nach links können wir immer wieder in die wilde Heidenklinge und zum Bach hinabschauen. Bald kommen wir an Kleingärten vorbei und treffen schließlich auf einen breiten Weg, dem wir nach links weiter abwärts folgen, nun auf das Hochhaus zu. Nach einer Lichtung halten wir uns an einer Schranke links, gehen am Hochhaus vorbei und halten uns an der querenden Heidenklingenstraße rechts. Sie bringt uns hinab zur Böblinger Straße, wo wir links die Stadtbahnhaltestelle Vogelrain finden.


Gemütliche Spazierwege führen durch das Waldgebiet um die Stuttgarter Parkseen.

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1 350,56 ₽
Возрастное ограничение:
0+
Дата выхода на Литрес:
09 ноября 2024
Объем:
353 стр. 340 иллюстраций
ISBN:
9783734322358
Издатель:
Правообладатель:
Bookwire
Формат скачивания:

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