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Idyllischer Aufstieg zur Oberauer Brunstalm, TOUR 7

Michael Kleemann

Entdeckertouren

BAYERISCHE HAUSBERGE

40 außergewöhnliche Wanderungen abseits des Trubels

Exklusiv für Sie als Leser:

MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD

unter: gps.bruckmann.de


Inhalt

Vorwort

Die Idee der Entdeckerpfade

DIE TOUREN

Chiemgau und Berchtesgadener Land

1 Auf den Untersberg 9 Std.

Fadererschneid, Hirschangerkopf, Zehnkaser

2 Auf die Hochplatte 2:45 Std.

Liebenswerte Aussicht im Lattengebirge

3 Teufelshöhle und Thumsee 3:45 Std.

Entdeckertour hoch über Bad Reichenhall

4 In die Aschauer Klamm 3 Std.

Unter den Wänden der Reiteralpe

5 Rund um den Falkenstein 3 Std.

Mystische Waldwege über dem Krottensee

6 Auf das Windeck 1 Std.

Kaffee, Kuchen, Chiemseeblick

7 Oberauer Brunstalm 2:30 Std.

Wanderrunde durch das stille Ramsental

8 Auf den Friedenrath 6 Std.

Chiemseeblick vom Allerfeinsten

9 Auf die Sonnwendwand 9 Std.

Atemberaubender Tiefblick ins Chiemgau

10 Auf den Schachenberg 2:30 Std.

Inntalblick vom Pendling zum Brünnstein

11 Die Schindeltalrunde 7:30 Std.

Anderswelten Mühlhörndl und Geigelstein

12 Die Sattelbergrunde 2:15 Std.

Bauernhofidylle gegenüber dem Heuberg

Mangfallgebirge und Wilder Kaiser

13 Wilder-Kaiser-Steig 5 Std.

Hoch über dem Hintersteiner See

14 In die Tischofer Höhle 4:30 Std.

Entdeckertour hoch über Kufstein

15 Dreimal Entdeckerpfade 4:30 Std.

Felixköpfl, Wildbarren, Grafenloch

16 Two in one 4:15 Std.

Traumpfade – Rampoldplatte, Mitterberg

17 Mitterberg, Farrenpoint 3:30 Std.

Enge Nachbarn über dem Jenbachtal

18 Auf den Rehleitenkopf 5:30 Std.

Liebenswerte Felsnadel mit Brünnsteinblick

19 Der Sulzberg im Inntal 4:45 Std.

»Buongiorno, Monte Sulze!«

20 Auf das Schönfeldjoch 7:15 Std.

Tauernblick vom Glockner bis zum Venediger

21 Hoch über Bayrischzell 2:15 Std.

Wo bitte geht´s nach Nogg?

22 Unter dem Breitenstein 5:30 Std.

Magic 3: Birkenstein, Feuerhörndl, Fensterl

23 Auf den Schwarzenberg 3:45 Std.

Weiter Blick ins Alpenvorland

Schlierseer und Tegernseer Berge

24 Rotwand – Magic Three 7:30 Std.

Auerspitz, Maroldschneid, Wackbachschlucht

25 Auf den Miesing 7:15 Std.

Liebenswertes Mauerblümchen

26 Spitzingsee mal anders 4:45 Std.

Entdeckerpfad und Josefsthaler Wasserfälle

27 Auf die Brecherspitz 7:15 Std.

Drei-Seen-Blick vom Gipfelkreuz

28 Auf das Auracher Köpfl 3:45 Std.

Verwunschene Steige über dem Leitzachtal

29 Auf den Hirschgeröhrkopf 5:15 Std.

Schlierseeblick von weglosem Berg

30 Buchberg und Gassler Berg 4 Std.

Stiller Berg, Tegernseeblick und wilde Wege

31 Zur Baumgartenschneid 7:15 Std.

Stille Gipfelwege und Trubel am Tegernsee

Isartal und Loisachtal

32 Grasleitenkopf und Schönberg 7:30 Std.

Zwei Gipfel hoch über dem Isartal

33 Stallauer Eck und Zwiesel 4:30 Std.

Aufgereihte Wiesenberge und tiefe Wälder

34 Rabenkopf mal anders 7:15 Std.

Entdeckerpfade über dem Kochelsee

35 Auf den Stutzenstein 2:30 Std.

Felsenburg über dem Kochelsee

36 Auf dem Sonnenspitz 3:15 Std.

Sundowner über dem Kochelsee

37 Auf den Jochberg 5:15 Std.

Vom Kochel- zum Walchensee

38 Auf den Großen Illing 3:30 Std.

Felsenburg über dem Staffelsee

39 Ungleiches, schönes Paar 2 Std.

Heldenkreuz und Asamklamm

40 Durch die Archtalschlucht 4:30 Std.

Unter den Felswänden der Hohen Kiste

Bruckmanns Tourenfinder

PS:

Playlist

Register

Impressum


Die Frau des Autors auf der Hochfläche des Untersbergs, TOUR 1


Engelsgabe zwischen der Kreissenhöhle und der Amalienhöhle, TOUR 3


Mystische Stimmung am Krottensee unter steilen Felswänden, TOUR 5


Gipfelglück auf dem Geigelstein, TOUR 11

Festlicher Almabtrieb in den Gassen von Kufstein, TOUR 14


Einen Abstecher wert: der Ausblick von der Burg Falkenstein in das Bayerische Inntal, TOUR 18


Auf der Kesselalm schmeckt’s besonders gut. TOUR 22


Beschaulicher Ausblick über den Spitzingsee zur Brecherspitz, TOUR 26


Einsam und allein: am Hirschgeröhrkopf, TOUR 29


Am Kalvarienberg bei Lenggries, TOUR 32

Touren-Überblick


Leicht
6 Auf das Windeck
12 Die Sattelbergrunde
Mittel
2 Auf die Hochplatte
3 Teufelshöhle und Thumsee
4 In die Aschauer Klamm
5 Rund um den Falkenstein
6 Oberauer Brunstalm
10 Auf den Schachenberg
13 Wilder-Kaiser-Steig
14 In die Tieschofer Höhle
15 Dreimal Entdeckerpfade
16 Two in one
17 Mitterberg, Farrenpoint
18 Auf den Rehleitenkopf
19 Der Sulzberg im Inntal
20 Auf das Schönfeldjoch
21 Hoch über Bayrischzell
23 Auf den Schwarzenberg
24 Rotwand – Magic Three
25 Auf den Miesing
26 Spitzingsee mal anders
30 Buchberg und Gassler Berg
31 Zur Baumgartenschneid
32 Grasleitenkopf und Schönberg
33 Stallauer Eck und Zwiesel
34 Rabenkopf mal anders
35 Auf den Stutzenstein
37 Auf den Jochberg
38 Auf den Großen Illing
39 Ungleiches, schönes Paar
Mittel bis schwer
8 Auf den Friedenrath
36 Auf dem Sonnenspitz
Schwer
1 Auf den Untersberg
9 Auf die Sonnwendwand
11 Die Schindeltalrunde
22 Unter dem Breitenstein
27 Auf die Brecherspitz
28 Auf das Auracher Köpfl
29 Auf den Hirschgeröhrkopf
40 Durch die Archtalschlucht

PIKTOGRAMME ERLEICHTERN DEN ÜBERBLICK


leicht
mittel
schwer
Gehzeit
Höhenunterschied
Weglänge

ZEICHENERKLÄRUNG ZU DEN TOURENKARTEN


Wandertour mit Lawfrichtung
Tourenvariante
Ausgangs-/ Endpunkt der Tour
Wegpunkt
Bahnlinie mit Bahnhof
S-Bahn
Tunnel
Seilbahn, Gondelbahn
Bushaltestelle
Parkmöglichkeit
Hafen
Autofähre
Personenfähre
Flugplatz
Kirche
Kloster
Burg/Schloss
Ruine
Wegkreuz
Denkmal
Turm
Leuchtturm
Windpark
Windmühle
Mühle
Hotel, Gasthof, Restaurant
Jausenstation
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter)
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer)
Unterstand
Grillplatz
Jugendherberge
Campingplatz
Information
Museum
Bademöglichkeit
Bootsverleih
Sehenswürdigkeit
Ausgrabung
Kinderspielplatz
schöne Aussicht
Aussichtsturm
Wasserfall
Randhinweispfeil
Maßstabsleiste


Wild, zerklüftet, entlegen: die Ostflanke der Gedererwand, TOUR 9

Vorwort

Dieses Buch zu schreiben, das hieß für mich wieder ein Stück Abenteuer. Jetzt sind die Wege als Entdeckerpfade bezeichnet, um so die Folgeversion der Vergessenen Pfade aus dieser Region zu beschreiben. Man könnte auch sagen »Vergessene Pfade 2«. Vordergründig sind es die Natureindrücke der Entdeckerpfade, damit verbunden die Ruhe der Natur. Ja, dieses herrliche Nichts hat mich so fasziniert. Das Zwitschern der Vögel, das Rauschen der Blätter im Wind, tief unten in der Schlucht das Glucksen der Gumpen und Bäche. Wohltuende Anderswelten als Kontrast zu den so hektisch gewordenen Zeiten. Bei solchen Touren stellt sich mir immer wieder die Frage: Was ist eigentlich wichtig im Leben? Manch einer stellt hier materielle Werte in den Vordergrund, mir würde nach solchen Touren ein kleines Zimmer oder ein Kutschenwagen mit Pferd im Tal genügen, um gleich zur nächsten Tour aufzubrechen. Ich finde, man sieht es den Gleichgesinnten an, die man da und dort trifft. Sie tragen ihre ganz eigene Bergkleidung, bunt, bisweilen schrill, ein origineller Wanderrucksack, nur die Bergschuhe entsprechen zumeist dem Standard. Trittsicherheit hat ihren Preis. Kein Wortwitz, sondern Realität.

So gesehen beschreiben die Entdeckerpfade auch eine ganz eigene Welt, in der die Musik für mich einen wichtigen Platz hat. Auf jeder Tour hatte ich meinen ganz eigenen Ohrwurm, der am Ende des Buches in einer Playlist zu finden ist. Ich möchte mich bei meiner Bekannten Monika Schäfer ganz herzlich bedanken, die mich hin und wieder begleitet und ihre persönlichen Ohrwürmer beigesteuert hat, neben schönen Bildmotiven und einem perfekten Spürsinn für die Entdeckerpfade. Ebenso bei ihrem Vater Michael Schäfer, der diesen Spürsinn an seine Tochter weitergegeben hat. Oftmals haben wir drei an einer Weggabelung diskutiert, wie es weitergeht. Jeder hatte mal Recht, gegangen sind wir jedes Mal den richtigen Weg.

Mit ganz herzlichen Grüßen

Michael Kleemann


Gemütliche Rast von Margit und Michael Kleemann nahe der Oberauer Brunstalm, TOUR 7

Die Idee der Entdeckerpfade
Warum sind Entdeckerpfade manchmal nicht mehr zu finden?

Früher war es in den Bergen wichtig, gut zu Fuß voranzukommen. Ein ganzes Wegenetz an Pfaden und Steigen zog sich durch die Bergregionen, um Jagdhütten aber auch die Diensthütten der Forstämter miteinander zu verbinden. So konnte man auf diesen Pfaden auch größere Wegstrecken zurücklegen. Heute werden solche Wege nicht mehr oder nur noch vereinzelt benötigt. Forststraßen durchschneiden ganze Bergflanken und machen quasi jede Alm und Diensthütte mit dem Jeep erreichbar. Das bedeutet auch, dass diese Forststraßen die Pfade regelrecht zerschneiden. Gelangt man von einem Pfad auf eine querende Forststraße, ist es oft schwer, den Fortlauf des Weges auf der anderen Seite der Forststraße zu erkennen. Geht es mehreren Wanderern so, dann verwächst der Weg zusehends und es dauert nicht lange, bis schon nach zwei bis drei Jahren nicht mehr zu finden ist.


Wegweiser zum Lainbachfall, TOUR 35

Haben die »Entdeckerpfade« noch eine Zukunft?

Neben den erwähnten Verbindungssteigen zu Forst- und Jagdhütten erschlossen diese Wege auch Almen. Um mit dem Vieh und den Tragetieren hier heraufzukommen, führten die Wege in angenehmer, gleichmäßiger Steigung und in vielen Kehren bergauf. Sie waren zudem als Reitwege bekannt. Auch die königliche Gesellschaft wollte sich hier heraufbringen lassen. Vereinzelt wurden sogar Wege, zum Beispiel für König Ludwig II., angelegt, so um die Soiernkessel-Umrundung. Nur noch bruchstückhaft sind manche dieser alten Steige zu erkennen. Daneben gibt es Wartungswege, wenn beispielsweise Wasser aus einer Quelle mittels Rohrleitungen in das Tal geleitet wird. Diese Wege sind bis heute gut erhalten. Auch gibt es ehemals markierte Wanderwege, die aus verschiedenen Gründen aufgelassen wurden. Dann erinnern nur noch verblichene Markierungen an lebhaftere Zeiten.

Neben den erwähnten Forststraßen machen Stürme den Pfaden zu schaffen. Cyrill fegte aus Südwesten heran und traf Waldgebiete, die bislang als relativ windgeschützt für solche Wetterlagen galten. Ganze Waldflächen wurden hier vernichtet. Beispiel dafür ist die Region um Schwarzbachwacht in den Berchtesgadener Alpen. Auch einzelne Waldstücke in den Chiemgauer Alpen, die nach Südwesten ausgerichtet sind, waren betroffen, etwa am Gurnwandkopf und am Hochscharten. Dort, wo es die Hangneigung zuließ, wurden neue Forstwege gebaut, um Holz abzutransportieren. Sie zerschnitten abermals das Wegenetz dieser Pfade. An steilen Bergflanken, wo oft keine neuen Forstwege gebaut wurden, türmen sich zum Teil bis heute noch umgeknickte Bäume. Ein Durchkommen war an solchen Stellen nicht mehr möglich. Und dennoch, da und dort schlängeln sich neue Pfade hinauf – dort, wo der Wald noch intakt ist. Manche Einheimische markieren die Pfade, doch die gesprühten Punkte an den Bäumen halten Wind und Wetter vielleicht gerade einmal zwei Jahre stand, dann sind sie verblichen. Da hilft es, Steinmännchen zu bauen, die an einigen Pfaden zahlreich den Wegesrand säumen.


Ein Herz und eine Seele: Begleiterin Monika Schäfer mit Autorenhund Akira, TOUR 24


Buchautor Michael Kleemann an den Josefsthaler Wasserfällen, TOUR 26

Auch wenn wir am Berg schöne Aussichten genießen können, heißt meine Devise: Der Weg ist das Ziel. Deshalb sollten wir bedenken, dass das Wissen um diese Wegkultur weitergegeben werden sollte. Nur dadurch können wir auch ihren Erhalt sichern.

Erschließen wir die letzten ruhigen Ecken der Berge?

Durchaus skeptisch werden vor allem manche Einheimische dieser Art von Bergbuchliteratur gegenüberstehen. Doch ich bin sicher, dass dieses Werk nicht die Massen anlocken wird. Es bleibt eher den Individualisten vorbehalten. So gesehen hat es auch sein Gutes, denn der Erhalt der Entdeckerpfade bleibt nur dann gesichert, wenn sie regelmäßig begangen werden. Sonst würden sie zuwachsen. Viele Wanderer werden diese Wege ohnehin nicht begehen, denn die meisten möchten neben einem Panoramablick auch das kulinarische Erleben am Berg nicht missen. Auf den beschriebenen Wegen in diesem Buch gibt es jedoch selten Hütten oder Berggasthöfe, die am Rand liegen.

Sind die »Entdeckerpfade« in der Karte zu finden?

Diese Frage ist nicht immer eindeutig zu beantworten. Um tatsächlich die schwarz gestrichelten Linien der topografischen oder Alpenvereinskarten zu finden, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder der Weg entspringt aus einer Abzweigung anderer Wege heraus oder man sucht den Weg direkt im offenen Gelände. Steil bergauf werden wir ihn aber kaum finden. Zum einen sind diese Pfade beim Aufstieg durch die Bergflanken nicht zu erkennen, zum anderen sind wir dann schon etwas außer Puste und haben den Blick nicht dafür. Besser ist es, bergab in der Falllinie zum Tal in Serpentinen abzusteigen. Von oben herab können wir einen Steig oder Pfad aufspüren, da er viel besser zu sehen ist.

Auf die topografischen Karten sollten wir uns nicht unbedingt verlassen. Nur auf ganz alten Kartenversionen sind die Steige noch eingezeichnet. Zudem gibt es keine Kartengeher vor Ort, die die Wege noch inspizieren, um die Karten zu aktualisieren. Heutzutage werden Luftbildaufnahmen von einer speziellen Software ausgewertet und so zu Kartendaten verarbeitet; alte Pfade und Steige haben hier keinen Platz mehr. Oftmals werden dabei die schwarz gestrichelten Linien aus der Karte entfernt. Nur wenige der Wege in diesem Buch entsprechen daher den Angaben in der Karte. Oft sind Pfade eingetragen, die nicht mehr aufzufinden sind, meist völlig verwachsen. Wiederum gibt es Wege, die in der Karte überhaupt nicht eingetragen sind, obwohl sie schon seit Jahrzehnten den gleichen Verlauf haben. Eines kann man dennoch sagen: Je steiler der Hang, desto größer ist die Chance, das so ein Entdeckerpfad noch existiert. Denn in steilen Bergflanken können sich nur schwer junge Bäume und Sträucher ansiedeln, auch Aufforstungen werden wir hier kaum vorfinden.


Archaische Anderswelten: Aufstieg zum Geigelstein auf Entdeckerpfaden, nahe der Rossalm, TOUR 11

Tourensprengel

Der eine oder andere fragt sich vielleicht, weshalb nur wenige Touren im Bereich der Berchtesgadener Alpen beschrieben wurden. Der Grund ist einerseits, dass Herr Joachim Burghardt explizit über diese Region ein Buch verfasst hat, zum anderen da hier Entdeckerpfade im Bereich des Nationalparks nicht begangen werden dürfen. Für das Kaisergebirge sind nur zwei Touren quasi als Zugabe verfasst worden, da im Zuge der Corona-Pandemie auch in Zukunft nicht ganz klar sein wird, ob Österreich immer problemlos anzufahren ist.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Die Anfahrt mit dem Nahverkehr ist detailliert in den Infokästen am Beginn der Tour beschrieben. Informieren Sie sich im Rahmen Ihrer Tourplanung über die Abfahrtszeiten. Meine ganz persönliche Bitte an Sie ist, den ÖPNV zu nutzen, wo es geht. Auf den meisten Touren ist das möglich. Die Bewohner der Alpenregionen kommen an die Grenzen der Belastbarkeit, was den Autoverkehr angeht.


Auf dem Weg zur Neureuth, TOUR 30

Anforderungen

Gehzeit und Höhenmeter einer Tour werden auf den Entdeckerpfaden oft anders wahrgenommen. Mal ist man vielleicht völlig beeindruckt von der landschaftlichen Schönheit der Tour und nimmt die Anstrengungen kaum wahr, manchmal nimmt man Schwierigkeitsfaktoren wie kurze Strecken in weglosem Gelände oder besonders steile Wege in den Gebirgsflanken als erschwerend wahr. Eine sachliche Hilfe bietet Ihnen die im Anschluss aufgeführte Schwierigkeitsbewertung. Die Touren sind so gewählt, dass sie das gesamte Spektrum abdecken.

Mögliche Gefahren und Widrigkeiten

Um die gesamte Charakteristik der Entdeckerpfade zu erfassen, ist es unerlässlich, auch auf die damit verbundenen alpinen Gefahren und Widrigkeiten hinzuweisen, da sich diese Wege zumeist abseits vom offiziellen, alpinen Wegenetz befinden. So kann ich über folgende Punkte aus meinen Touren berichten:

• Fehlende Schilder oder Markierungen: In diesem Fall ist der Wegverlauf so gut wie möglich anhand natürlicher Orientierungspunkte wie Bachläufen, Talverläufen, Himmelsrichtungen beschrieben.

• Fehlende Sicherungen oder marode Holzstufen

• Pflanzenverwuchs durch Jungwald, der sich in den Jahren nach Erscheinen dieses Buches weiter verstärken kann

• Starker Grasbewuchs: Derartige Wegpassagen sollten nur bei Trockenheit der Tage davor begangen werden. In schattenseitigen Lagen, besonders im Spätherbst, sollten diese Wegpassagen komplett gemieden werden.

• Abzweigende Pfade, die vom beschriebenen Weg wegführen

• Wegverläufe, die mit den Angaben in der Karte nicht übereinstimmen

• Pfadspuren durch Waldarbeiter, Wildwechsel, Erosion, auch Schuttreisen, die von menschlichen Pfaden nur schwer zu unterscheiden sind

• Schwierigkeiten in der Orientierung, die ein Umkehren erzwingen

• Änderungen im Wegverlauf durch Erosion, Hangrutsch und Windbruch, die ebenso eine Umkehr erfordern können

• Keine Möglichkeit, Auskünfte einzuholen

• Begegnungen mit Einheimischen, Jägern und Förstern, die ihr Missfallen äußern über das Wandern abseits markierter Wege, obwohl das im jeweils angegebenen Gebiet erlaubt ist

• Absperrungen oder Warnschilder, die zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches noch nicht bestanden, jetzt aber eine Begehbarkeit des Weges in Frage stellen. Gleiches gilt für Wegsperrungen wegen Holzfällarbeiten oder Windbruch. Das kann auch offizielle, markierte Wanderwege betreffen.

Schwierigkeitsbewertung

Piktogramme am Anfang jeder Wanderung erleichtern den Überblick:

Leicht: Technisch einfache Wanderungen auf Pfaden und Wegen, die teilweise auch unmarkiert sind. Ausgesetzte oder schwierige Stellen sind hier nicht vorzufinden.

Mittel: Mittelschwierige Bergwanderungen mit alpinem Charakter, die absolute Trittsicherheit auf Pfaden und Wegen erfordern, die auch sehr steile Hänge durchqueren können. Diese Wege sind teilweise unmarkiert. An manchen Passagen sind Drahtseilsicherungen vorzufinden oder die Zuhilfenahme der Hände ist erforderlich. Schwindelfreiheit wird nur auf einzelnen Touren vorausgesetzt.

Schwierig: Anspruchsvolle Bergtouren auf Wegen und Pfaden mit alpinem Charakter, auch mit weglosen Passagen, die absolute Bergerfahrung und Trittsicherheit erfordern. An manchen Passagen sind Drahtseilsicherungen vorzufinden oder die Zuhilfenahme der Hände ist erforderlich. Schwindelfreiheit wird nur auf einzelnen Touren vorausgesetzt, bei denen auch Steilhänge durchquert werden können.

Die schwierigste Passage ist maßgebend für die Einstufung der jeweiligen Tour, auch wenn nur einzelne Komponenten aus den Angaben der Einstufungen zutreffen. Deshalb gibt es auch nur in Ausnahmefällen zwei Farben in der Bewertung einer Tour.

Ausrüstung, Proviant und persönliche Voraussetzungen

Für alle Touren sollten Sie gut ausgerüstet sein. Hierzu gehören Wanderschuhe mit Profilgummisohle, regenfeste Wanderkleidung, gegebenenfalls auch höhenverstellbare Teleskopstöcke zur Entlastung der Kniegelenke beim Abstieg, besonders in steilen Bergflanken. Sie sollten zudem über Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügen und dies auf Wanderungen erprobt haben. Sonnenschutz wie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenkappe und Sonnenbrille ist ebenso wichtig wie eine Box für Ihre Brotzeit und eine Trinkflasche (mindestens 1,5 Liter pro Person, an warmen Tagen entsprechend mehr). Traubenzucker und ein Stück Schokolade sollten bei Ihrer Verpflegung ebenfalls nicht fehlen. Bitte bedenken Sie, dass auf den meisten Touren keine Hütte wartet oder sich einen Gasthof erst wieder im Talort befindet. Ebenso sollten Sie Wechselwäsche, ein Mobiltelefon sowie ein Stirnlampe, falls Sie in Dunkelheit geraten, dabeihaben.

Was es sonst noch zu sagen gibt

Bitte stören Sie nicht unnötig Tiere wie Gemsen und Rehe und nähern Sie sich ihnen nur sehr langsam. Zudem dürfen unter Naturschutz stehende Pflanzen nicht gepflückt werden. Auch dürfen einige in den neuen Alpenvereinskarten ausgewiesene Gebiete in der Wintersaison nicht betreten werden. Angaben zur besten Jahreszeit können auch von den in den Tourenkapiteln gemachten Angaben abweichen. Die Klimaerwärmung verändert gerade in den Alpen gewohnte Wetterverhältnisse. So verschieben sich Wärme- und Kälteperioden oder sie finden in kürzeren Zeiträumen statt. Nicht selten gibt es in den Wintermonaten Dezember und Januar komplett schneefreie Bergregionen, die dann auch in dieser Zeit einige Touren möglich machen. Deshalb ist es wichtig, sich über die jeweiligen Verhältnisse vor Ort in der Touristinfo zu informieren. In diesem Zusammenhang sind vorab detaillierte Wettervorhersagen aus der jeweiligen Region einzuholen, besonders bei Gewitterneigung auch in Verbindung mit Kaltlufteinbrüchen. Auf vielen Touren gehen Sie länger in tiefen Bergwäldern und engen Seitentälern und können so eine sich abzeichnende Wetterveränderung nicht immer erkennen.


Almidylle an der Rampoldplatte, TOUR 16


Schöner Kontrast: erst Entdeckerpfade, dann Stadtbummel in Kufstein, TOUR 13

Chiemgau und Berchtesgadener Land


Romantischer Aufstieg aus dem Schindeltal mit Blick auf den Spitzstein


Idylle im Chiemgau: die Oberauer Brunstalm.


auf der Bürgermeisterhöhe mit Blick über den Thumsee


Weitblick vom Schachenberg nach Süden in das Priental

1 Auf den Untersberg
Fadererschneid, Hirschangerkopf, Zehnkaser

Von Weitem sichtbar thront der Untersberg als eindrucksvolle Hochfläche zwischen Salzburg und Berchtesgaden. Steile Felsabbrüche umrahmen die imposante, karstige Hochfläche, die einer majestätischen Anderswelt gleicht und die die Wissenschaftler seit jeher beschäftigt.


Tourencharakter

Bis Vierkaser schmale, steile Steige, bis Hirschangerkopf Wanderpfad, davor leichte Kletterei, bis Zehnkaser auf Weißwandweg schroffe Latschengassen, bis Zehnkaser auf Jägersteig mit Felsschrofenpassagen; über Almsteig auch exponiert und seilversichert, über Reisenkaser gute Steige; Schlussabstieg nach Hallthurm Forstweg

Ausgangs-/Endpunkt

Pkw: Parkplatz Hallthurm 670 m

ÖPNV: Bushalt Hallthurm 670 m

Gipfel

Hirschangerkopf 1768 m

Anfahrt

Pkw: A8 bis Ausfahrt Bad Reichenhall, Richtung Berchtesgaden über Bad Reichenhall, in Hallthurm vor dem Bahnübergang linker Hand zum Parkplatz

ÖPNV: mit der Bahn bis Bad Reichenhall-Hbf, mit dem Bus 841 Richtung Königssee nach Hallthurm, Umstieg auch über Bhf. Bayerisch Gmain zur Haltestelle Alpgarten möglich

Gehzeiten

Hallthurm – Holzhütte Fadererschneid 2 Std. – Vierkaser 1 Std. – Hirschangerkopf ¾ Std. – Zehnkaser 2¼ Std. über Weißwandweg oder – Zehnkaser 1½ Std. über Jägersteig – Hallthurm über Reisenkaser 3 Std. oder – Hallthurm über Almsteig 2¼ Std.

Beste Jahreszeit

Mitte Juni–Ende Okt. bei Schneefreiheit

Karte

AV-Karte BY22 Untersberg

Playlist

Hubert von Goisern, »Heast as net«


Monika Schäfer, unterwegs in den archaischen Bergwelten des Untersbergs

Der Untersberg Steile unwirtliche Bergflanken mit schmalen Pfaden empfangen mich auf der Tour. Die Sonne knallt herunter, in den Latschengassen entstehen regelrechte Geruchsschneisen, die einen betören und die Bergwelt rundherum in rosa Tönen erscheinen lassen. Wer hat nur diese archaischen Anderswelten hier oben erschaffen? Unwirklich erstreckt sich die Hochfläche zwischen dem Berchtesgadener und dem Salzburger Hochthron sowie dem Hirschangerkopf – mit aufgewölbten Karstflächen, wilden Dolinen, die alles zu verschlingen scheinen. Fantastische Weitblicke in die umliegende Bergwelt der Berchtesgadener Alpen, vor uns immer wieder erhaben der Watzmann mit seiner gesamten Familie. Dazwischen ruhen idyllische Almen wie der Zehnkaser, umrahmt vom Klangteppich der Kühe, bevor es dann im letzten Abendlicht über orangefarben glühende Felswände auf einem perfekt angelegten Steig wieder hinunter geht nach Hallthurm. Vom Berg wird berichtet, die Menschen würden auf den Hochflächen und in den Höhlen Zeitverluste erleben. Das geht so weit, dass sich ein Forscherteam mit diesem Thema vor Ort beschäftigt hat. Erhaben stehen die Perchtenpfähle auf einem Thingplatz am Weißbachboden. Man spürt hier die Kraft des Berges regelrecht. Müde, glücklich, von Mücken zerstochen und von unzähligen Ameisen gepiesackt, kehren wir nach einer langen Tour wieder zurück. Ob uns der Berg seine Energie spüren lässt, denke ich mir noch, bevor ich nach der Tour müde ins Bett falle. Ein wirklich aufregender Tag mit einer ungewöhnlichen Tour geht zu Ende.

Immer eine andere Aussicht Sind es beim Anstieg zum Hirschangerkopf die Aussichten nach Salzburg mit der Festung, die faszinieren, so findet man am Thingplatz einen verträumten Blick hinüber nach Westen in das Lattengebirge. Am Zehnkaser dominiert die Aussicht auf den Watzmann mit seiner gesamten Familie. Links davon stehen der Hohe Göll und der Schneibstein sowie das Wimbrachgries, rechts der Große Hundstod und der Hochkalter. Schöne Tiefblicke nach Bischofswiesen und Berchtesgaden ergeben sich im weiteren Abstieg zum Nierntalsattel.

Über die Fadererschneid auf den Hirschangerkopf Von der A1 Bushaltestelle Hallthurm an der Hauptstraße geht es zur Bahnschranke und wir überqueren diese. Vorsicht ist hier geboten! Dann gehen wir rechter Hand die Zufahrtsstraße zum A2 Wanderparkplatz Hallthurm hinauf. Von dort folgt man an der Dreiteilung der Wege auf dem linken unbeschilderten Forstweg und gleich wieder links dem Karrenweg mit Wiesenstreifen bis zu seinem Ende. Hier zweigen rechts zwei Steige ab. Wir nehmen den rechten, mit einigen Steinmännchen gekennzeichneten Pfad. Steil bergan führt der gut erkennbare Steig in vielen Kehren durch den Bergwald, bis eine Weggabelung erreicht wird, mit einem grün markierten T an einem Felsen, für die Gabelung. Hier den linken Steig nehmen weiter bergan. An weiteren Gabelungen immer den besser ausgetretenen Steig nehmen. Auf den letzten Metern vor der Holzhütte Fadererschneid unbedingt den rechten Steig nehmen, der in einer großen Kehre dorthin führt. Ab der 1 Holzhütte Fadererschneid auf dem etwas verwachsenen Steig rechts hoch, immer in Nähe oder sogar direkt an dem Bergkamm bergan. Vorsicht ist angesagt, denn kurz führt der Steig direkt an den senkrechten Felsabbrüchen vorbei. Der Steig nimmt an Steilheit zu, nun führen uns verblasste rote Markierungen weiter bergan durch Hänge mit Latschen- und Lerchenbewuchs. Ein gutes Gespür für den richtigen Wegverlauf ist hier unerlässlich. Dann nimmt der Hang an Steigung ab. An einer roten Eckenmarkierung auf einem Felsen geht es linker Hand hinüber zum 2 Vierkaser, weitgehend eben und sogar ein Stück bergab. Von dort nun auf dem Hauptwanderweg hinauf mit dem Wegweiser »Hirschangerkopf«. An der einzigen Quelle der Tour ignoriert man sämtliche Wegweiser und folgt dem markierten Steig direkt bergan bis auf den Sattel unter dem Hirschangerkopf. Hier geht es rechts in unschwieriger Kletterei die letzten Meter hinauf zum Gipfel des 3 Hirschangerkopfes.

Hinweis

Suchen Sie sich für diese Wanderung unbedingt trockene Wetterperioden, an denen es schon mindestens einen Tag zuvor nicht mehr geregnet hat. Denn trockene Wege sind Voraussetzung für diese Tour. Außerdem sollten Sie früh aufbrechen, um sicher bei Tageslicht noch ins Tal zu kommen. Die einzige Quelle für Trinkwasser liegt zwischen dem Vierkaser und dem Hirschangerkopf.


Monika Schäfer und Ihr Vater Michael betreten den Thingplatz am Weißbachboden.

Über den Zehnkaser nach Hallthurm Vom Hirschangerkopf geht es wieder über die Felsen zum vorgelagerten Sattel. Hier dann rechts auf einen markierten Pfad ohne Beschilderung in südwestlicher Richtung. Zunächst über eine Bergwiese (fast eben), dann in Serpentinen bergab in ein Seitental. An einer Weggabelung kann man entweder geradeaus dem markierten Jagersteig folgen oder links dem unmarkierten Weißwandweg. Zuvor lohnt an diesem Wegweiser ein kurzer Abstecher in westlicher Richtung über einen Wiesenpfad zum 4 Thingplatz Weißbachboden. Zurück wandert man wieder zur besagten Abzweigung.

Der Jagersteig zum Zehnkaser Dieser führt gut markiert immer in der Nähe oder direkt an den Abbrüchen zum Zehnkaser. Dabei sind zu Beginn auch mit Eisenstiften gesicherte Schrofenstellen zu überwinden. Im Grunde kein Problem, Vorsicht ist hier dennoch geboten, da Absturzgefahr besteht. Deshalb ist dieser Steig nur bei trockenem Wetter auf dem Weg zum 5 Zehnkaser zu gehen.

Weißwandweg zum Zehnkaser Dieser Weg führt etwas umständlich, aber immer gehbar von der Abzweigung in einem Bogen um den Berg. Zunächst in östlicher Richtung, dann nach Süden drehend. Dabei sind zwei Aufschwünge durch die steinigen Latschengassen zu passieren, bis es dann hinunter zu den Almen am 5 Zehnkaser geht, hier zuletzt in südwestlicher Richtung über die Bergwiesen bergab. Der Weg ist nur mit blassen Markierungen versehen, weshalb zusätzlich kleine Steinmännchen aufgestellt sind; gute Orientierung ist für das Gelände Voraussetzung!

Vom Zehnkaser auf den Almsteig Zunächst in westlicher Richtung über die Almwiesen, dann geht es sehr steil über die schroffen Westabstürze des Untersbergs hinunter. An einer Schlüsselstelle, die seilversichert ist, sind absolute Trittsicherheit, zudem Schwindelfreiheit erforderlich. Auf dem Forstweg geht es dann rechts hinaus in nördlicher Richtung nach Hallthurm zum E1 Wanderparkplatz Hallthurm und weiter zur E2 Bushaltestelle Hallthurm.

Vom Zehnkaser über den Reisenkaser nach Hallthurm Vom Zehnkaser geht es geradeaus in südlicher Richtung bis zum 6 Reisenkaser. Wer den Weg hier nicht findet, sollte alternativ über den ostwärts gut erkennbaren Pfad in Richtung Bärenloch bergan nehmen. Dann zieht links der Weg vom Stöhrhaus herab, dem man rechts weiter zum Reisenkaser folgt. Für beide Varianten gilt ab hier, dem Wegweiser nach Hallthurm zu folgen, weshalb dieser in der Folge nicht mehr erwähnt wird. So geht es auf einem gut angelegten Steig über viele Stufen und Kehren durch die Westabbrüche des Untersbergs bergab. Der Abzweig nach Winkl linker Hand wird ignoriert. Man geht geradeaus, nun auf einem Forstweg, hinunter in nördlicher Richtung nach Hallthurm zum E1 Wanderparkplatz Hallthurm und weiter zur E2 Bushaltestelle Hallthurm.


Die Frau des Autors, Margit Kleemann, auf dem Scheibelkopf mit Blick zum Watzmann

2 Auf die Hochplatte
Liebenswerte Aussicht im Lattengebirge

Die Hochplatte ist ein interessanter Aussichtspunkt im Lattengebirge. Zwischen den Schluchten des Wappbaches und des Weißbaches gelegen, bietet sie schöne Ausblicke über das Salzburger Becken. An klaren Tagen kann man die Festung Hohensalzburg erkennen.


Tourencharakter

Wanderung mit steigähnlichen Pfaden, die absolute Trittsicherheit verlangen

Ausgangs-/Endpunkt

Pkw: Wanderzentrum Bayerisch Gmain 560 m

ÖPNV: Bahnhof Bayerisch Gmain 540 m

Gipfel

Hochplatte 911 mm

Anfahrt

Pkw: A8 bis Ausfahrt Bad Reichenhall; Richtung Berchtesgaden über Bad Reichenhall nach Bayrisch Gmain, in Bayrisch Gmain rechter Hand in die Lattenbergstraße; an einer Straßengabelung rechter Hand in die Alpentalstraße bis zum Wanderzentrum;

ÖPNV: Bahn München–Bayerisch Gmain

Gehzeiten

Bahnhof Bayrisch Gmain – Wanderzentrum ¼ Std. (nur ÖPNV) – Hochplatte 1½ Std. – Wanderzentrum 1¼ Std. – Bahnhof Bayrisch Gmain ¼ Std. (nur ÖPNV)

Beste Jahreszeit

Anf. April–Ende Okt. bei Schneefreiheit

Einkehr

keine

Karte

AV-Karte BY20 Lattengebirge

Playlist

Supertramp, »Even in the quietest moment«


Im Alpingarten Lattengebirge Man könnte sich auch im Garten Eden wähnen. Denn hier ist noch alles so, wie Gott die Berge erschaffen hat. Alpingarten heißt diese Berglandschaft deshalb, da hier eine große Vielfalt an Pflanzen und Bäumen zu finden ist, die mit den kargen Verhältnissen an den Steilhängen zurechtkommen. So können wir hier den Schwalbenwurzenzian bewundern, daneben wachsen viele Alpenveilchen. Fast jede Baumart können wir hier finden. Kiefern wachsen häufig an den Südwesthängen, während sich Buchen und Tannen eher an die Nordflanken der Berghänge gesellen. Auch Bergahorn und Birke sind hier zu finden. Weiter beim Aufstieg zum Dreisesselberg, als Variante, gesellen sich noch Latschenkiefern in das Landschaftsbild.

Wappbach

Erfrischend ist ein kurzes Bad im klaren Wasser des Wappbaches. Hierzu folgen wir dem breiten Schotterweg ab dem Wanderparkplatz bergauf. Dann nehmen wir an einer Gabelung den rechten Weg und gelangen so zum Wappbach. Nach dem Stauwehr gibt es viele schöne Badestellen.


Beschauliche Rast auf der Hochplatte

Bayerisch Gmain Eingebettet ist der Ort ins Massiv des Untersberges im Osten und das Lattengebirge im Süden. Er schließt sich unmittelbar an Bad Reichenhall an. Nur der Weißbach trennt die Gemeinde vom österreichischen Großgmain. Bayerisch Gmain führt einen wohltuenden Dornröschenschlaf, der seinen Übernachtungsgästen Ruhe und Erholung bietet.

Chiemgauer Hochplatte Die Hochplatte ist ein unbeachteter Aussichtspunkt, der im Schatten von Dreisesselberg und Predigtstuhl steht. Letzterer ist bequem mit der Seilbahn zu erreichen und deshalb für die vielen Sommertouristen attraktiver. Somit dürften Sie in der Regel kaum einen Wanderer auf dieser Tour antreffen. Von der Hochplatte öffnet sich der Blick von einer idyllisch gelegenen Bank hinüber nach Salzburg. Beim Abstieg geht es über die Aussichtskanzel mit schönen Tiefblicken nach Bayerisch Gmain und Bad Reichenhall. Dann führt der Weg in die nördlichen Bergflanken zur Anstiegsroute.


Jeder Baum ein Kunstwerk: im Alpingarten Lattengebirge

Auf die Hochplatte Bahnfahrer folgen vom A1 Bahnhof Bayerisch Gmain der Oberen Bahnhofstraße bergauf. An deren Ende folgen wir der Lattenbergstraße ein kurzes Stück rechter Hand. Dann gehen wir linker Hand in die Alpentalstraße und folgen ihr in einer Linkskurve vorbei am Feuerwehrhaus bis zum A2 Parkplatz Wanderzentrum Bayerisch Gmain. Vom Wanderparkplatz folgen ab hier auch Autofahrer der Forststraße nur wenige Meter in südlicher Richtung. Dann zweigt linker Hand ein Wanderpfad mit dem Wegweiser »Hochplatte« ab, dem wir bergauf folgen. An einer kaum wahrnehmbaren Weggabelung folgen wir rechter Hand dem Wegweiser »Rundweg Hochplatte«. Wir nehmen den Wanderweg Nummer 6. An der nächsten Weggabelung folgen wir dem gleichen Wanderwegweiser weiter bergauf durch den Kiefernwald. An der nächsten Weggabelung geht es dann mit den Wegweisern »Rundweg Hochplatte Weg 3« linker Hand weiter, bevor erneut linker Hand ein Pfad mit dem Wegweiser »Oberer Rundweg Aussichtskanzel« durch die Wiesen zum Aussichtspunkt 1 Hochplatte mit zwei Bänken abzweigt.

Abstieg über die Aussichtskanzel Wir gehen nun ohne Beschilderung – die Wegweiser sind hier verblichen – in westlicher Richtung durch den Kiefernwald bergab. An einer Weggabelung gehen wir zunächst geradeaus bergab zur 2 Aussichtskanzel. Nachdem wir den Ausblick genossen haben, geht es wieder ein kurzes Stück zur Weggabelung zurück bergauf. Dort geht es dann mit dem Wegweiser »Rundweg Hochplatte Weg 3« linker Hand in vielen Kehren bergab. An einer Weggabelung folgen wir dem Wegweiser »Rundweg Hochplatte 3« rechter Hand. Zur Orientierung, hier steht in der Gegenrichtung der Wegweiser »Oberer Rundweg Aussichtskanzel«. Ab der nächsten Weggabelung folgen wir dem Aufstiegsweg, zurück zu den bekannten Ausgangspunkten E2 Parkplatz Wanderzentrum Bayerisch Gmain und E1 Bahnhof Bayerisch Gmain.


Ein Lächeln im Gesicht: beim Abstieg von der Hochplatte


Buchautor Michael Kleemann nimmt ein erfrischendes Bad im Wappbach.

Liebenswerte Anderswelten: Blick aus der Wappbachschlucht zum Dreisesselberg

Die Variante über den Dreisesselberg Ausdauernde Wanderer können diese Tour über den Dreisesselberg noch deutlich erweitern. Von der Hochplatte bis nach Hallthurm sind es dann noch etwa 6 Stunden. Hierzu geht es von dort auf dem nach Süden ziehenden Kammweg auf einem interessanten Steig, für den allerdings absolute Trittsicherheit erforderlich ist, hinauf zum 3 Dreisesselberg. Oben erwartet uns ein fantastischer Ausblick nach Süden bis hinüber zum Hohen Göll und zum Watzmann. Dann begegnen uns beim Abstieg gleich zwei Damen auf dem Weg hinunter nach Hallthurm. Zunächst geht es bergab und an der nächsten Weggabelung linker Hand Richtung Hallthurm über die Steinerne Agnes – der Sage nach eine versteinerte Frau – hinüber zum Rotofensattel. Dort gehen wir der schlafenden Hexe quasi über den Hals, die wir im Norden von Bayerisch Gmain, genauso wie im Süden von Bischofswiesen aus, gut erkennen können. Dann geht es in Kehren bergab nach Hallthurm zum Bahnhof. Vom E3 Bushalt Hallthurm geht es mit dem Bus 841 zurück nach Bayerisch Gmain für Autofahrer, die dann vom Bahnhof auf dem für Bahnfahrer beschriebenen Weg zurück zum E2 Parkplatz Wanderzentrum gehen. Bahnfahrer können mit dem Bus noch weiter bis Bad Reichenhall fahren, um von dort mit dem Zug die Heimreise anzutreten.

3 Teufelshöhle und Thumsee
Entdeckertour hoch über Bad Reichenhall

Zwei Höhlenportale, die der Teufelshöhle und der Kreissenhöhle, ein Aussichtspunkt auf der Bürgermeisterhöhe, der Thumseeuferweg und zuletzt die Burgruine Karlstein sowie St. Pankraz hoch über Bad Reichenhall verbinden diese spannende Entdeckertour.


Tourencharakter

Wanderpfade und -wege bis Thumsee, nach St. Pankraz Spazierwege, zur Burg Karlstein Stufenanlage, in Bad Reichenhall Nebenstraßen

Ausgangs-/Endpunkt

Pkw: Bad Reichenhall, Kiblinger Straße nahe Predigtstuhlbahn 480 Hm

ÖPNV: Bahnhof Bad Reichenhall-Kirchberg 480 Hm

Gipfel

Bürgermeisterhöhe 760 m, Burg Karlstein 615 m, St. Pankraz 600 m

Anfahrt

Pkw: Über die A8 bis zur Ausfahrt Bad Reichenhall, dann Richtung Bad Reichenhall und Predigtstuhlbahn, in der Kiblinger Straße parken

ÖPNV: Mit der Bahn von München bis Bad Reichenhall-Kirchberg

Gehzeiten

Bahnhof Bad Reichenhall-Kirchberg

– Predigtstuhlbahn ¼ Std. (nur ÖPNV) – Bürgermeisterhöhe ¾ Std.

– Kreissenhöhle ½ Std. – Thumsee ¾ Std. – St. Pankraz 1 Std. – Bad Reichenhall Predigtstuhlbahn ¾ Std. – Bahnhof Bad Reichenhall-Kirchberg ¼ Std. (nur ÖPNV)

Beste Jahreszeit

Mitte April–Anf. Nov. bei absoluter Schneefreiheit

Einkehr

Seewirt Thumsee 530 m, Kugelbachbauer 640 m (Abstecher)

Karte

BY 20, Lattengebirge-Reiteralm

Playlist

Hubert von Goisern, »Fahrt nach Feldberg«


Entdeckertour über Bad Reichenhall Magische Felsen und Höhlen liegen unter der Bürgermeisterhöhe. Dabei haben wir immer wieder schöne Ausblicke über den Saalachstausee hinüber zur Reiteralpe. Mystisch wirken die Felsabbrüche der Teufelshöhle, einer Kluft mit alten Buchen, die sich an die Felsen klammern. Oben an der Bürgermeisterhöhe angelangt, fasziniert der Ausblick hinüber zur Burgruine Karlstein, der daneben stehenden Kirche St. Pankraz und dem türkisfarben schimmernden Thumsee. Dies sind die späteren Punkte unserer Wanderung. Dann geht es an den Felskluften der Kreissenhöhle über einige Stufen hinauf. Ein schöner Höhenwanderweg und der ehemalige Salinenweg schließen sich auf dem Weg zum Thumsee an. Der beliebte Badesee besticht durch seinen beschaulichen Uferweg. Ebenso sind die Ausblicke auf den Untersberg und das Ristfeuchthorn beeindruckend. Der Weg führt auf dem schönen Westuferweg hinüber nach Seemösl. Highlight und spannendes Finale dieser Wanderung sind die beiden Aussichtspunkte Burgruine Karlstein und St. Pankraz. Reste der alten Burgmauern machen den Rastplatz an der Burgruine Karlstein zu einem mystischen Ort, verbunden mit schönen Tiefblicken auf den Thumsee. Dann geht es zum nächsten Aussichtspunkt der Kirche St. Pankraz. Bad Reichenhall liegt hier zu Füßen und dahinter erhebt sich mächtig der Felsstock des Untersbergs.


Entdeckerpfade auf dem Weg zur Kreissenhöhle


Blick auf das Portal der Amalienhöhle


Mystische Baumriesen an der Bürgermeisterhöhe

Bad Reichenhall

Machen Sie nach der Tour einen Zwischenstopp in Bad Reichenhall. Wandeln Sie durch den Kurpark und weiter durch die Fußgängerzone der Altstadt zur Alten Saline, die zur Besichtigung einlädt. Danach kann man dem Sebastiani-Viertel noch einen Besuch abstatten, hier finden Sie die ältesten Häuser der Salinenstadt. Für ÖPNV-Anreisende ist Bad Reichenhall genauso gut zur erreichen wie für Autofahrer.

Zur Bürgermeisterhöhe über die Teufelshöhle Von der A1 Bahnstation Bad Reichenhall-Kirchberg gehen wir durch die Unterführung und weiter über die Saalachbrücke. Danach folgen wir ein Stück linker Hand dem Uferweg der Saalach und den Wegweisern »Predigtstuhlbahn«. An der Talstation ist auch der Ausgangspunkt für Autofahrer A2 Bad Reichenhall Kiblinger Straße. Hier folgen nun alle der geteerten Fahrstraße bergauf in den Wald. Dann zweigt scharf rechts eine Straße ab, mit dem Wegweiser »Gasthaus Schroffen«, der wir folgen. Alternativ können wir auch nach der Predigtstuhlbahn, auf der anderen Straßenseite, durch den alten Bogen des ehemaligen 1 Gasthauses Schroffen über einen schmalen Weg zum Gasthaus hinauf gehen. Von dort folgen wir am Wegabzweig dem Schild »Teufelshöhle, Bürgermeisterhöhe« in Kehren bergauf durch den Wald. Dabei gehen wir durch die Abbrüche der Teufelshöhle. Oben am Bergkamm angelangt, gehen wir an einer Weggabelung noch 50 Meter rechter Hand mit dem Wegweiser 2 Bürgermeisterhöhe bis zu unserem Aussichtspunkt. Von dort geht es dann wieder auf dem Hinweg bergab bis zur Weggabelung vor dem ehemaligen 1 Gasthaus Schroffen. Hier wandert man nun links weiter mit dem Schild »Kreissenhöhle, Thumsee«. An der nächsten Weggabelung gehen wir erneut dem Schild »Kreissenhöhle, Thumsee« linker Hand nach. Wir passieren bergauf die Treppen an der 3 Kreissenhöhle und folgen dem Weg weiter am Berg entlang, zunächst weitgehend eben, dann bergab. In der Folge geleiten die Wegweiser »Thumsee« uns bis zum 4 Parkplatz Seemösl. Von dort aus begibt man sich über die Bachbrücke auf den Thumseerundwanderweg.


Michael Kleemann auf spannender Entdeckertour zur Teufelshöhle

Vom Thumsee nach Bad Reichenhall Der Seerundweg führt nun mit schönen Ausblicken auf das Ristfeuchthorn am nördlichen Ufer entlang und vorbei am Alpengasthaus Madlbauer. Dann wird das Gelände des Freibads Thumsee passiert, bis man wenig später, nachdem man weiter auf dem Uferweg gegangen ist, den 5 Seewirt erreicht. Nach einer Einkehr wird der See weiter umrundet. An seinem Südende passieren wir einen Parkplatz. So erreichen wir den Uferweg auf der Gegenseite, den wir zurückgehen zu den Ausgangspunkten am 4 Parkplatz Seemösl und der gleichnamigen Bushaltestelle. Hier wandert man noch ein Stück an der Straße in Richtung Bad Reichenhall mit dem Wegweiser »St. Pankrazkirche, Ruine Karlstein«. Mit diesem Schild wendet man sich nun von der Straße ab. Es geht auf einem schmalen Weg leicht bergan. An einer Wegeinmündung geht es weiter geradeaus, dabei werden mehrere schmucke Anwesen passiert. Auf einer Nebenstraße wandern wir neuerlich geradeaus. An der folgenden Weggabelung wenden wir uns nach rechts (»Nonn, Karlstein, Bad Reichenhall«). Kurz darauf geht man neuerlich rechts und nimmt den linksseitigen Anstieg zur 6 Pankrazkirche. Dann geht es auf diesem Weg wieder hinunter zum Fuß des Berges. Jetzt folgt man, paradoxerweise zum Zeitpunkt der Begehung ohne Beschilderung, dem rechtzeitigen Aufstiegsweg zur 7 Burgruine Karlstein. Auf den letzten Metern geht es über eine Treppenanlage hinauf. Hier oben gibt es, neben weiteren schönen Aussichten, auch einen Rastplatz. Zu beachten ist, dass es keine direkte Verbindung zwischen der Pankrazkirche und der Burgruine Karlstein gibt. Eine Felswand trennt die beiden Aussichtspunkte. Nun geht es also wieder bergab auf dem Anstiegsweg, bis zum Fuß des Berges. Hier wandert man rechter Hand auf einer geteerten Nebenstraße bergab, das ist in der Folge die Schmalschläger Straße nach Bad Reichenhall. An deren Ende unterqueren wir die St2101 mittels einer Unterführung. Weiter geht es auf der Thumseestraße zurück zu den bekannten Ausgangspunkten an der E2 Kiblinger Straße in Bad Reichenhall sowie zur E1 Bahnstation Bad Reichenhall-Kirchberg.


»Den Teufel an die Wand gemalt«: am Eingang der Teufelshöhle

4 In die Aschauer Klamm
Unter den Wänden der Reiteralpe

Die eher unbekannte Aschauer Klamm ist ein Naturjuwel. Von Oberjettenberg geht es auf einer Rundtour tief in die Schlucht. Viele schöne Gumpen und kleine Wasserfälle locken im Sommer zum Badeaufenthalt, bevor es in den Haiderhof zur zünftigen Brotzeit geht.


Tourencharakter

In der Klamm zum Teil steigähnliche Wege, die absolute Trittsicherheit verlangen. Im Auf- und Abstieg typische Wanderwege

Ausgangs-/Endpunkt

Wendeplatz vor Oberjettenberg 630 m

Anfahrt

Nur Pkw: Auf der A8 bis Ausfahrt Inzell, Richtung Zell am See, Saalfelden über Inzell, nach Schneizlreuth, dort linker Hand nach Berchtesgaden vorbei am Abzweig nach Bad Reichenhall. Im ersten Anstieg in einer Linkskurve dem Abzweig Oberjettenberg rechter Hand folgen, den Abzweig Dolomitwerke linker Hand ignorieren und weiter geradeaus, vorbei am Truppenübungsplatz bis zur Wendeschleife, hier parken

Gehzeiten

Wendeplatz vor Oberjettenberg – Klammende 1¼ Std. – Haiderhof 1¼ Std. – Wendeplatz vor Oberjettenberg ½ Std.

Beste Jahreszeit

Anf. Mai–Ende Okt. bei absoluter Schneefreiheit

Einkehr

Haiderhof 530 m

Karte

AV-Karte BY20 Lattengebirge

Playlist

Hans Zimmer, »Mountains« (Interstellar Soundtrack)


Die Aschauer Klamm Die Entstehung der Klamm geht bis in die Würmeiszeit vor über 12.000 Jahren zurück. Sie hat eine Länge von rund 2,5 Kilometern, die Höhendifferenz beträgt ca. 150 Meter bei einer Höhenlage von durchschnittlich etwa 650 Metern. Die Klamm wird vom Aschauer Bach durchflossen und liegt im Naturschutzgebiet Aschau. Aufgrund unterschiedlicher Klimabedingungen auf engem Raum findet sich in der Klamm eine vielfältige Flora. Beispielsweise gedeihen hier zahlreiche Baumarten wie Zirben, Lärchen, Buchen, Tannen und Fichten.

Hinunter in die Aschauer Klamm Vom A Wendeplatz vor Oberjettenberg folgen wir auf dieser Tour dem Wegweiser »Aschauer Klamm« auf einer geteerten Straße, den wir in der Folge nicht mehr erwähnen. An der nächsten Gabelung geht es dann linker Hand auf einem breiten Schotterweg in den Wald. Wir durchqueren einen Holzlagerplatz geradeaus, anschließend geht es in Serpentinen bergab in die Aschauer Klamm. Am 1 Abzweig Aschauer Klamm in deren Grund angelangt, gehen wir linker Hand durch die Schlucht. Zunächst geht es durch den Schluchtwald entlang des Baches, dann verengt sich die Klamm und führt steigähnlich bergauf, an einigen Stellen auch seilversichert. An der letzten Brücke über den Aschauer Bach führt der Weg nun rechter Hand bergauf in den Wald. Hier endet der Hinweg am 2 Klammende der Aschauer Klamm.


Momente des Glücks: Am Aschauer Bach spiegelt sich die Sonne im Wasser.

Über den Haiderhof nach Oberjettenberg Zunächst geht es auf dem bekannten Hinweg zurück in die Aschauer Klamm. Am Abzweig nach Oberjettenberg ändert sich aber die Wegführung. Ab hier folgen wir dem Wegweiser »Haiderhof« durch die Aschauer Klamm bis zum 3 Haiderhof. Nach einer möglichen Einkehr führt hier der Weg kurz vor der Gaststätte bergauf mit dem Wegweiser »Oberjettenberg«. An der nächsten Weggabelung im Wald gehen wir ohne Beschilderung rechter Hand weiter. Erneut kommen wir an eine weitere Weggabelung und nehmen hier in Höhe einer Holzhütte den linken Weg, ebenfalls ohne Beschilderung. Wir gelangen nun auf eine geteerte Fahrstraße und folgen dem Wegweiser »Jettenberg« rechter Hand. Jetzt sind wir auf dem gewohnten Hinweg angelangt, zurück zu dem bekannten Ausgangspunkt am E Wendeplatz vor Oberjettenberg.

Haiderhof

Der Haiderhof ist ein idyllisches, kulinarisches Kleinod am Beginn der Aschauer Klamm. Im Brotzeitgarten gibt es Getränke, fair gehandelten Kaffee, feine Bio-Tees, regionale Brotzeiten und hausgemachte Kuchen nach Großmutters Art. Ebenso gibt es dort Bio-Eier von glücklichen Hühnern zu kaufen. Informationen unter www.haiderhof.de


Blick nach oben: Über der Aschauer Klamm thronen die steilen Wände der Reiteralpe.

5 Rund um den Falkenstein
Mystische Waldwege über dem Krottensee

Auf dem Weg nach Inzell bauen sich die Berge im Süden wie eine Burg auf. Ostwärts sind es die Felsmassive der Staufengruppe, weiter westlich der Rauschberg. Dazwischen steht ein mystischer Fels, der Falkenstein. Seine schattseitigen Felshänge wirken unnahbar.


Tourencharakter

Wanderung zunächst auf breiten Schotterwegen, dann auf steigähnlichen Wanderwegen, die absolute Trittsicherheit verlangen

Ausgangs-/Endpunkt

Pkw: Parkplatz vor ehemaligem Café Zwing 700 m

ÖPNV: Haltestelle vor ehemaligem Café Zwing 700 m

Anfahrt

Pkw: A8 bis Ausfahrt Ruhpolding, Inzell, am Kreisverkehr nach Inzell, Bad Reichenhall; hinter Inzell nach dem Eisstadion, am Café Zwing, steht rechter Hand ein Parkplatz zur Verfügung

ÖPNV: Mit dem Zug von München Richtung Salzburg bis Traunstein, Bus 9526 nach Bad Reichenhall bis Café Zwing, vereinzelt Umstieg in Inzell

Gehzeiten

Zwing – Krottensee 1 Std. – Zwing 2 Std.

Beste Jahreszeit

Ende April–Anf. Nov. bei Schneefreiheit

Karte

AV-Karte BY19 Chiemgauer Alpen Ost

Playlist

Pink Floyd, »Is there anybody out there?« (Instrumental)


Ein mystischer Felsenzwerg Als ich die Wege um den Falkenstein erkundete, kam ich am Krottensee vorbei und setzte mich am Ufer des romantischen Sees auf eine Bank. Eine Frau mit ihrem Hund kam des Weges und meinte, als ich den Falkenstein anblickte: »Kommen Sie ihm nicht zu nahe, das ist ein dunkler, mystischer Berg, der Respekt verlangt.« Tatsächlich erfordern die Wege auf den Nord- und den Südgipfel absolute Trittsicherheit. Zudem sind diese steilen Wege kaum eine Hand breit, auch ein gutes Gespür ist erforderlich, was die Wegführung angeht. Am schattigen Nordgipfel sind diese Wege zudem oft rutschig. Hier gibt es keine markierten Wege, dafür ein ganzes Labyrinth an Pfaden, die sich über und um diesen Berg ziehen. So habe ich mich diesem Berg respektvoll genähert und mich letztendlich für eine romantische Waldwanderung, etwa auf halber Höhe, am Fuße des Berges, entschieden.


Zwei türkisfarbene Augen im mystischen Grün des Waldes: der Falkensee

Krottensee und Falkensee Diese beiden Seen begleiten uns auf unserer Tour. Der Krottensee liegt idyllisch zwischen dem Gruberhörndl und dem Falkenstein. Genießen Sie den Ausblick von einer Bank am Nordufer des Sees. Besonders schön ist es, wenn der See im Herbst morgens »atmet«. Dann steigen letzte Nebelschleier vom See auf, die der Sonne Platz machen. Von unserem Pfad unter dem Falkenstein haben wir schöne Tiefblicke auf den Falkensee. Wie zwei türkisfarbene Augen in einem bärtigen Gesicht, dem Wald, blickt uns dieser See von unten aus an. Er entstand nach dem Abschmelzen der Gletscher und wird aus unterirdischem Quellwasser gespeist. Deshalb ist seine Wassertemperatur über das Jahr recht konstant, zudem ist der See im Winter lange eisfrei. Deshalb bietet er gute Überwinterungsmöglichkeiten für zahlreiche Vögel.

Als wandelte man unter den Säulen einer gotischen Kirche: der Buchenwald am Falkenstein

Gletschergarten und Weißbachfälle

Wer die Tour verlängern möchte, kann auf dem Rückweg an der letzten Weggabelung dem Wegweiser »Gletschergarten, Weißbachschlucht« nach links folgen. Der Weg führt zunächst zum Gletschergarten. Hier können wir einen vom Gletscher geschliffenen Felsen bewundern. Nach Überquerung der Hauptstraße kann man dort, über die Stufen bergab, die schönen Weißbachfälle erkunden.

Der Gipfel des Falkensteins verbreitet eine schaurige Atmosphäre.

Entdeckerpfad unter den Wänden des Falkensteins Ein schmaler, unscheinbarer Waldpfad schlängelt sich vom Krottensee an der Ostseite des Berges hinauf. Auch im Spätherbst scheint hier noch bis in den Nachmittag hinein die Sonne. Dabei geben die orangefarbenen Blätter in der Sonne ein wunderbares Licht, das den gesamten Buchenwald einhüllt. Ich habe die Tour so gelegt, dass wir der Sonne auf diesem Weg entgegengehen können. In diesem verwunschenen Wald hat man das Gefühl, man ginge dem Paradies entgegen.


Zauberwaldatmosphäre


Mystische Stimmung am Krottensee unter steilen Felswänden


Am Falkenseebach

Von Zwing zum Krottensee Bahn- und Busfahrer folgen je nach Anfahrt von der jeweiligen Seite des A Parkplatzes und der Haltestelle Café Zwing die gesamte Wanderung dem Wegweiser »Falkensteinrunde«. Autofahrer gehen vom Parkplatz durch die Unterführung. Alle Wanderer gehen an der nächsten Weggabelung nach rechts. An der darauffolgenden Weggabelung gehen wir links und gelangen zum 1 Falkensee. Hier können wir dem Bohlenweg zum Seeufer folgen. Dann folgen wir rechter Hand dem breiten Schotterweg. An einer Weggabelung an einem Holzablageplatz gehen wir nun linker Hand. Zur Orientierung: Hier steht ein Verbotsschild für Reiter. Gleich darauf zweigt rechter Hand ein Weg ab, dem wir durch den Wald folgen. Wir gelangen so an den 2 Krottensee und an einen schönen Rastplatz mit Bänken.

Unter den Felswänden des Falkensteins Danach gehen wir linker Hand und folgen einem kleinen Pfad rund um den See, etwas Gespür für den Weg ist hier notwendig. Am Ende des Sees angelangt, zweigt rechter Hand ein breiter Schotterweg ab, dem wir folgen. Kurz darauf gabelt sich dieser Weg erneut. Wir folgen nun linker Hand einem schmalen Pfad bergauf durch den Wald. An der nächsten Weggabelung nehmen wir den Pfad scharf links durch den Wald, der nun weitgehend eben ist. An der darauffolgenden Weggabelung zweigt rechter Hand ein Pfad bergauf ab. Dieser Weg führt zum Nordgipfel. Wir folgen jedoch dem linken Weg. Auch dieser gewinnt nun an Höhe und führt weiter in südlicher Richtung an der Ostflanke des Berges entlang. Dann gelangen wir erneut an eine Weggabelung. Der rechte Weg führt hier nun noch schmäler, kaum eine Hand breit, auf den Südgipfel des Falkensteins. Wir folgen an dieser Weggabelung dem Pfad in vielen Kehren bergab durch den Wald, der Weg verbreitert sich dann am Fuße des Berges. An einem breiten Schotterweg angelangt, folgen wir diesem rechter Hand zurück nach Zwing. Die restliche Wegstrecke entspricht der des Hinwegs, zurück zu E Parkplatz und Haltestelle Café Zwing.

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Возрастное ограничение:
0+
Дата выхода на Литрес:
09 ноября 2024
Объем:
369 стр. 333 иллюстрации
ISBN:
9783734322006
Издатель:
Правообладатель:
Bookwire
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