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Jenny Menzel

NEUSEELAND

ABSEITS DER AUSGETRETENEN PFADE

50 einzigartige Highlights auf der Südinsel


IMPRESSUM

Neuseeland abseits der ausgetretenen Pfade

50 einzigartige Highlights auf der Südinsel

Jenny Menzel

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar

© 2017 360° medien gbr mettmann | Nachtigallenweg 1 | 40822 Mettmann

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Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Redaktion und Lektorat: Andreas Walter

Satz und Layout: Serpil Sevim-Haase

E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2017

ISBN: 978-3-944921-82-2

Hergestellt in Deutschland

www.360grad-medien.de

Vorwort


Neuseeland ist schon lange kein Geheimtipp mehr – eher im Gegenteil. Ob aus dem relativ nahen Asien oder aus dem fernen Europa, immer mehr Touristen zieht es an dieses abgeschiedene Ende der Welt.

Sie kommen, um die beeindruckenden Naturwunder, die atemberaubenden Panoramen und die ungewöhnliche Tierund Pflanzenwelt mit eigenen Augen zu sehen, die ihnen in den Medien überall zu begegnen scheinen – „Mittelerde“ lässt grüßen.

Die unvermeidliche Folge: Viele der beeindruckenden Attraktionen auf Neuseelands Südinsel muss man sich inzwischen mit Busladungen von Besuchern teilen. Mancherorts drängelt man sich, um den Pflicht-Schnappschuss des berühmten Postkartenmotivs mit nach Hause zu bringen, den alle anderen auch machen.

Ein Grund, Neuseeland in Zukunft enttäuscht zu meiden? Mitnichten. Das kleine, aber dünn besiedelte Land bietet immer noch genug Platz, unberührte Natur und ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten.

Wer Neuseelands Südinsel abseits der ausgetretenen Pfade entdecken will, den (ohnehin etwas dünneren) Hauptstrom der Touristen verlässt und den Reiseführer aus der Hand legt, der findet es noch – das „echte“ Neuseeland. Die Voraussetzung: Man muss sich Zeit nehmen, für Abstecher auf holprigen „gravel roads“, für das Bewandern einsamer Wanderwege oder für das Abfließen der Flut von rauen Stränden.

In diesem handlichen Reiseführer für die Westentasche stelle ich Ihnen 50 Orte, Routen und Regionen auf Neuseelands Südinsel vor, die von den meisten klassischen Reiseführern übersehen werden. Einige bieten aufregende Action, an anderen finden Sie märchenhafte Stille. Manche sind einfach zu finden, andere wiederum müssen Sie suchen (keine Sorge, ich habe GPS-Daten eingefügt).

Nicht jede einzelne der 50 Attraktionen in diesem Buch ist so spektakulär wie die „Must Sees“ der Südinsel. Aber jede einzelne ist mindestens einen Abstecher wert. Neuseeland abseits der ausgetretenen Pfade – auf Englisch „off the beaten track“ – entdecken, das ist bei Ihrem ersten Besuch im Land eine genauso gute Idee wie beim zehnten.

Großformatige Fotos und lebendige Beschreibungen sollen Ihnen Lust zum Entdecken machen. Ihren Weg finden Sie mit den präzisen Wegbeschreibungen, und die vielen praktischen Informationen zu jedem Kapitel helfen Ihnen bei der Reise-Organisation.

Und wer sagt denn, dass Sie bei der 50. Attraktion aufhören sollen? Ich möchte Ihnen Lust machen, ganz von selbst nach den ungewöhnlichen, versteckten oder weniger spektakulären Schätzen auf Neuseelands Südinsel zu suchen. Fahren Sie einfach mal drauflos, halten Sie neugierig an, fragen Sie Einheimische nach ihren Geheimtipps. Und machen Sie Ihre ganz persönlichen Erfahrungen in Neuseeland.

Ich wünsche Ihnen viele spannende Entdeckungen beim Verlassen der ausgetretenen Pfade!

Jenny Menzel

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titel

Impressum

Vorwort

Marlborough und Tasman

1. Wairau Bar: Schiffswracks und Maori-Geschichte

2. Linkwater: Nachtwanderung mit Überraschung

3. Elaine Bay: Marlborough Sounds, wie sie sein sollten

4. Cleopatra's Pool: Abstecher vom Abel Tasman Coast Track

5. Separation Point: die übersehene Nordseite des Abel Tasman National Park

6. The Grove bei Takaka: Dschungel-Höhlen-Abenteuer

7. Wharariki Beach: die Essenz der Südinsel

8. Pillar Point Lighthouse Track: einmal herum um die Spitze

9. Whanganui Bay Road: am Ende aller Straßen

10. Kahurangi National Park: Tagestrip zum Mount Arthur

Westcoast

11. Oparara Basin: Neuseelands bestgehütetes Geheimnis

12. Charming Creek Walkway: auf den Spuren des schwarzen Goldes

13. Denniston Coalmine: Geschichtsstunde unter Tage

14. Nile River Cave System: Mutprobe und Abenteuer

15. Pororari River Track: Naturerlebnis abseits der Reisebusse

16. Motukiekie Beach: der schönste Strand der Südinsel?!

17. Brunner Industrial Site: Lost Place bei Greymouth

18. Hokitika Gorge: Schnappschussgelegenheit für jedermann

19. Cesspool Gorge im Arahura River: Maori-Mythen und Badespaß

20. Amethyst Hot Springs: heißes Wasser am Wegrand

21. Robert’s Point Track: einzigartige Aussicht auf den Franz Josef Glacier

Eastcoast und Canterbury

22. Backroad-Abenteuer: Molesworth Station

23. Lake Tennyson: die sprichwörtliche Idylle

24. Maori-Felsenzeichnungen: Neuseelands Frühgeschichte

25. Cave Stream: Höhlenabenteuer mit nassen Füßen

26. Devil’s Punchbowl Falls: Highlight am Arthur’s Pass

27. Rund um Christchurch: von Taylor‘s Mistake zum Godley Head/Awaroa

28. Quail Island: Naherholung für Stadt-Insulaner

29. Christchurch: Tor zur Antarktis

Bonus: Kaikoura nach dem Erdbeben

Otago

30. Lake Tekapo: Überraschung am Peninsula Walkway

31. Omarama Clay Cliffs: Abenteuerspielplatz mit Gruseleffekt

32. Vanished World Trail: Neuseelands Urgeschichte

33. Oamaru: Zeitreise vorwärts und rückwärts

34. Katiki Point: Pinguine hautnah

35. Naseby: Extremsport Curling

36. St Bathans: Was die Goldgräber übrig ließen

37. Cromwell: Geisterstädte und Goldminen

38. Isthmus Peak Track: schwer verdienter Traumblick über Lake Wanaka

39. Siberia Valley Track: das Beste vom Besten

40. Remarkables Road: die Mutter aller Straßen

41. Moke Lake bei Queenstown: Enjoy the silence

42. Routeburn Track: in der Kürze liegt die Würze

Southland

43. Lost Gypsy Gallery: verrückte Catlins

44. Jack’s Blowhole: viel Lärm um nichts?

45. Curio Bay: 1 Paradies, 2 Seiten

46. Demolition World: Invercargills ungewöhnlichster Ort

47. Te Hikoi Southern Journey: die lange Geschichte von Riverton/Aparima

48. Clifden Limestone Caves: nichts für Weicheier!

49. Milford Road: Homer Tunnel Nature Walk statt Pinkelpause

50. Stewart Island: Kiwi, Matsch und Südpolarlicht

Bildnachweis

Marlborough und Tasman


Ganz untypisch: die Küstenregion des Abel Tasman wirkt wie ein Tropenparadies

1. Wairau Bar: Schiffswracks und Maori-Geschichte

2. Linkwater: Nachtwanderung mit Überraschung

3. Elaine Bay: Marlborough Sounds, wie sie sein sollten

4. Cleopatra's Pool: Abstecher vom Abel Tasman Coast Track

5. Separation Point: die übersehene Nordseite des Abel Tasman National Park

6. The Grove bei Takaka: Dschungel-Höhlen-Abenteuer

7. Wharariki Beach: die Essenz der Südinsel

8. Pillar Point Lighthouse Track: einmal herum um die Spitze

9. Whanganui Bay Road: am Ende aller Straßen

10. Kahurangi National Park: Tagestrip zum Mount Arthur


1. Wairau Bar: Schiffswracks und Maori-Geschichte

Lange Zeit waren das Meer und die wenigen schiffbaren Flüsse die wichtigsten Versorgungswege für Holzfäller, Goldsucher, Minenarbeiter und Siedler. Wo tückische Strömungen für unsichtbare, ständig wechselnde Sandbänke und Untiefen sorgen, findet man noch heute die Überreste stolzer Schoner und Fregatten. Eines der am einfachsten zugänglichen und noch gut erhaltenen Wracks liegt am Strand kurz vor Blenheim; in direkter Nachbarschaft zu einer der wichtigsten Ausgrabungsstätten Neuseelands.

Die SS Waverley war einst ein stolzes Dampfschiff im Dienst der Patea Steam Shipping Company, gebaut 1883 in Auckland und seitdem unermüdlich im Einsatz auf Frachtfahrten zwischen Wellington, Nelson und der Westcoast. Legendär war der Schiffskoch Charlie Hart, der fast 30 Jahre lang an Bord kochte und als dünnster Angestellter aller Zeiten galt.

Bis 1916 diente die SS Waverley als Versorgungsschiff für die Minenarbeiter an der abgeschiedenen Westküste der Südinsel und transportierte von dort Kohle nach Wellington. Dann ging sie in den Besitz einer Bauernkooperative über und transportierte von nun an tiefgefrorenes Fleisch von Patea in Süd-Taranaki nach Wellington.


Das Wrack der SS Waverley lädt zum Beklettern ein

Nachdem sie mindestens fünfmal im flachen Wasser vor der Mündung des Patea River gestrandet war, hatte 1928 ihre letzte Stunde geschlagen: Die SS Waverley wurde abgetakelt, in die Mündung des Wairau River geschleppt und versenkt. An der Wairau Bar, einer acht Kilometer breiten Kies-Sandbank, die den Flusslauf von der Cloudy Bay trennt, sollte ihr Wrack als Wellenbrecher dienen. Die Strömung erwies sich aber als zu stark und zog das Schiff in die Lagune hinein, wo es nun seit 80 Jahren nahezu auf dem Trockenen liegt.

Besser gelang das Unternehmen mit den Überresten der SS Kennedy: Dieses Wrack blieb pflichtschuldig an der Sandbank in Wairau liegen und liegt dort noch heute gut sichtbar.

Die neuseeländische Armee nutzte das Wrack der SS Waverley hin und wieder für Schießübungen, inzwischen dient es nur noch als ungewöhnliche Touristenattraktion.

In direkter Nachbarschaft, an der Nordseite der Lagune, fanden Archäologen übrigens noch wesentlich ältere Hinterlassenschaften: Moa-Eier und -Knochen, tausende Artefakte und mehr als 60 Skelette von Maori, die dem Iwi Rangitane zugeordnet werden, deuten darauf hin, dass Te Pokohiwi o Kupe (die Schulter von Kupe, einem sagenhaften Maori-Entdecker) der älteste besiedelte Ort Neuseelands sein könnte.


Der Weg durch die Salzmarschen der Wairau Bar

Der Weg zum Wrack der SS Waverley ist komplett eben. Auf etwa sieben Kilometern führt er vom Ende der Hardings Road durch die Salzmarschen der Lagune, bis man die rostbraunen Überreste des Dampfschiffes vor dem blauen Himmel und den Wither Hills aufragen sieht. Für den Rundweg braucht man nicht länger als 1,5 Stunden, obwohl der DOC eine Gehzeit von insgesamt drei Stunden angibt.

Info

Lage: Die Wairau Lagoon liegt 7,5 Kilometer südostlich von Blenheim. GPS des Wracks: -41.532068, 174.040022

Anfahrt: Etwa 5 Kilometer südlich von Blenheim vom SH 7 abbiegen auf Hardings Road, die Wairau Lagoon ist von hier ausgeschildert. Nach 3 Kilometern endet die Straße an einem Besucherparkplatz. Der Rundweg durch die Lagune ist komplett eben und verläuft zum Teil auf erhöhten Holzplanken.

Öffnungszeiten: immer, am besten bei Ebbe

Eintritt: nichts

Das Wrack sitzt bei Ebbe fast auf dem Trockenen, lädt also zum Beklettern ein. Das geschieht natürlich auf eigene Gefahr und sollte Kindern nicht erlaubt werden!

Die archäologische Ausgrabungsstätte, an der die jahrtausendealten Maori-Skelette inzwischen wieder begraben wurden, ist offiziell tapu, abgezäunt und nicht öffentlich zugänglich.

Aktivitäten: Das Wrack und die Lagune können auch per Kajak entdeckt werden; Kontakt über Driftwood Eco Tours, den einzigen Anbieter mit Zugangsgenehmigung für das Naturschutzgebiet. Kontakt: Tel.: +64 - 3 577 7651, E-Mail: info@driftwoodecotours.co.nz

Ein weiteres gut erhaltenes Schiffswrack findet man an der Nordseite des Kenepuru Sound; das riesige Wrack der Amokura liegt am St. Omer Beach, wo man auf der Höhe der geschlossenen, aber ausgeschilderten St. Omer Lodge bei Ebbe zur St. Omer Cove hinüberwaten kann.

2. Linkwater: Nachtwanderung mit Überraschung

Irgendwo mitten im Nirgendwo liegt die Smiths Family Farm, ein sehr netter Campingplatz inmitten von grünen Weiden und sanften Hügeln. Nicht direkt am Meer, ohne spektakulären Ausblick, heiße Quelle oder hohen Gipfel – wie also schafft es dieser familienfreundliche Campingplatz in die Liste der 50 sehenswertesten Orte auf Neuseelands Südinsel?

Wer nicht fragt, der erfährt es womöglich gar nicht. Von selbst erzählen es die freundlichen Wirte, Chris und Barbara Faulls, nur Familien mit Kindern, die bei ihnen einchecken. Nach den obligatorischen Begrüßungs-Muffins (selbstgebacken natürlich) wird mit geheimnisvoller Miene eine Schatzkarte überreicht, auf der die Kleinen (und Großen) einen mit Kreuzen markierten Pfad verfolgen können. Der führt über Weideland und durch dichten Wald zu einem … Geheimnis.


Über die Schatzkarte freuen sich nicht nur Kinder


Direkt hinter der Farm, die zum Campingplatz gehört, beginnt der Weg

Sobald die Abenddämmerung hereinbricht, heißt es losmarschieren – am besten ausgerüstet mit festem Schuhwerk und Taschenlampen. Stirnlampen sind die beste Wahl, denn man braucht seine Hände auf dem letzten Stück des Weges zum Schatz.

Quer über drei Schafweiden und die dazugehörigen Zäune geht es, immer leicht bergauf, bis man (nun schon im Dämmerlicht) den Waldrand erreicht. Über eine kleine Brücke betritt man das Dickicht, in dem es nun wirklich schon recht finster ist – gruselig!

Mit eingeschalteten Lampen tapst man immer weiter bergauf, einem kleinen Pfad folgend. Der wird steiler und steiler, rechts vom Weg hört man es plätschern und glucksen – und die Erwachsenen ahnen nun schon, wo der Weg hinführt. Der verdient bald schon nicht mehr die Bezeichnung, es geht querfeldein über große runde Steine, immer weiter hinauf, bis er erreicht ist: der Wasserfall.

Nett sieht das sicher aus – bei Tageslicht. Denkt man, und ist irritiert. Dafür sollte man nun im Dunklen durch den bush kraxeln? Aber dann tut sich der echte Schatz vor den mutigen Entdeckern auf. Erst, wenn die Stirnlampen abgeschaltet sind und alle mal ganz still lauschen, entfaltet sich ein wahres Wunder: Leise, leise leuchten ringsumher milchweiß und hellblau glimmende Sterne auf. Links und rechts, oben und unten – ein Sternenhimmel mitten im Wald.


An den Hängen des Mount Oliver liegt das Geheimnis


Neuseeländische glow-worms sind bekanntlich keine Glühwürmchen

Die Eltern können nun referieren über die nur in Neuseeland lebenden glow-worms (Arachnocampa luminosa), die gar keine Würmer sind, sondern Trauermücken, die den größten Teil ihres Lebens im Larvenstadium verbringen und klebrige Fangfäden aus Seide spinnen, um Beute zu machen, die vom magischen Leuchten ihres Abdomens angelockt wird; sie können erzählen, wie die Urbarmachung der Natur den Lebensraum der glow-worms immer weiter zerstört und dass die Tierchen heute fast nur noch in Höhlen zu finden sind.

Sie können aber auch gar nichts sagen und einfach gemeinsam mit ihren Kindern staunen über die Schönheit und Vielfalt der neuseeländischen Natur. Und wenn sie zurückkommen von ihrer Nachtwanderung und anderen Familien vom Schatz im Wald hinter Linkwater erzählen, dann sollen sie ihnen nicht die Überraschung verderben – wie ich es gerade getan habe.

Info

Lage: Smiths Family Farm liegt am Ortsrand von Linkwater, etwa 30 Minuten von Picton oder 50 Minuten von Blenheim, auf halber Strecke zwischen dem Queen Charlotte Sound und dem Mahakipawa-Arm des Pelorus Sound, am Fuß des 900 Meter hohen Mount Oliver.

Anfahrt: Von Picton etwa 19 Kilometer auf dem Queen Charlotte Drive, bis Havelock (wo die Straße auf den SH 6 trifft) sind es weitere 14 Kilometer.

Aktivitäten: Neben der Nachtwanderung und dem Reinschnuppern in den Betrieb auf der zugehörigen Farm kann man den Campingplatz als Basis für viele weitere Aktivitäten nutzen, von Kajak-Touren (der Startpunkt in Anakiwa ist nur 500 Meter entfernt) über Mountainbiking, Reiten und Wandern bis zu Bootstouren ab Havelock oder Picton.

Kosten: 12 powered sites à 36 NZD/​2 Erwachsene, 5 NZD/​Kinder von 4 bis 15 Jahren, 4 Bungalows (60 NZD/​Erwachsener) und ein Motelzimmer (130 NZD/​Erwachsener), Preisnachlässe bei mehrtägigen Aufenthalten in der Nebensaison

Kontakt: Tel.: +64 - 3 5742 - 806, E-Mail: cbfaulls@xtra.co.nz, Website: www.smithsfarm.co.nz

3. Elaine Bay: Marlborough Sounds, wie sie sein sollten

Wo die meisten Neuseeland-Besucher nur durchfahren und an den entsprechenden Ausgucken des Queen Charlotte Drive pflichtschuldig „Ooh!“ und „Aaah!“ rufen, kann man mit ein wenig mehr Zeit gleich viel mehr an awesomeness finden. Die Marlborough Sounds an sich stehen – bis eben auf die Strecke von Picton nach Nelson – auf kaum einer Touristen-Agenda und bieten viele Gelegenheiten, abseits der ausgetretenen Pfade zu wandeln.

Den Queen Charlotte Drive, die ersten 100 Kilometer auf der Route von Picton nach Westen, muss man natürlich trotzdem nicht weglassen, er bietet durchaus schöne Ausblicke. Aber danach geht es erst richtig los mit den Sounds!

Die Ronga Road, ein unscheinbarer Abzweig vom SH 6 etwa neun Kilometer nach Überquerung der Pelorus Bridge, führt zuerst nach Norden nach Okiwi Bay, bevor sie zur Elaine Bay abzweigt. Auf diesen 17 Kilometern eröffnen sich nicht nur hin und wieder spektakuläre Blicke über die vielen kleinen Inselchen und Buchten des Pelorus Sound, sondern buchstäblich auf jedem Meter der Strecke.


Blick auf die bildhübsche Elaine Bay

Dank des komplett gerodeten Pinienwaldes (Achtung, Holztransporter kommen oft ungebremst um die engen Kurven gebrettert!) verstellt nichts den Blick über den etwa 400 Meter hohen Bergrücken … bis hinüber zum Abel Tasman National Park!

Unten in der Elaine Bay wartet ein bildhübscher DOC-Campingplatz direkt am Wasser, mit einem idyllischen Blick auf das Tennyson Inlet. Vom Campingplatz aus bietet sich eine Reihe von sehr empfehlenswerten Wanderungen an, die weitere atemberaubende Blicke auf die Sounds eröffnen.

Zum Beispiel kann man auf dem sehr gut ausgebauten Archer Track von der Anlegestelle in der Bucht fast um die gesamte Elaine Bay herumlaufen, bis hinab zum Tennyson Inlet, und dabei erneut die gesamte Zeit tolle Ausblicke bewundern – was besonders schön ist, wenn man diese zuvor am Steuer des Campervans nicht so recht genießen konnte. Nach etwa fünf Kilometern erreicht der Archer Track Deep Cove, wo man einen Badestopp einlegen und entweder umkehren oder weitere 4,5 Kilometer bis zur Penzance Bay laufen kann.

In die andere Richtung führt der Piwakawaka Track, der direkt an der Zufahrt zur Bucht startet und nach etwa 45 Minuten zu einer kleinen, geschützten Badebucht führt. Die winzigen Fantails, die man hier im Wald hin- und herflattern sieht, gaben dem Track seinen Namen.

Aber das ist noch nicht alles! Nach einer Pause vom anstrengenden Kurvenfahren sollte man auf jeden Fall erneut in den Campervan steigen und weiterfahren – es warten 24 Kilometer geschotterte, kurvige Straße nach French Pass. Nach den ersten zehn Kilometern wird auch der zögerlichste Fahrer den Abstecher nicht mehr bereuen: Die Aussichten von hoch oben nach Westen auf die weite Tasman Bay und nach Osten auf die gesamten nördlichen Marlborough Sounds und auf Maud Island sind ein Traum.

Bonus: Im Gegensatz zu den bildhübschen Buchten, die vom Queen Charlotte Drive aus zu sehen sind oder die man mit der Mailboat Tour von Picton aus besucht, stehen an den Buchten des Tennyson Inlet keine schnieken Lodges und Eigenheime an den Ufern. Nur unberührte, einsame, ursprüngliche Natur.

Info

Lage: Elaine Bay liegt im Pelorus Sound, der zum westlichen Teil der Marlborough Sounds gehört. Entfernung von Picton ca. 100 Kilometer, von Nelson ca. 85 Kilometer. Nach French Pass sind es weitere 24 Kilometer nach Nordosten auf geschotterter Straße.

Anfahrt: In Rai Valley vom SH 6 nach Norden abbiegen auf Ronga Road in Richtung French Pass/​Tennyson Inlet, etwa 20 Kilometer auf Ronga Road, dann scharf rechts weiter auf Hope Drive durch Okiwi Bay, weitere 16 Kilometer auf Croisilles – French Pass Road bis nach Elaine Bay. Die Strecke ist extrem kurvig und schmal, viel Zeit einplanen!

Öffnungszeiten: immer; bei Ebbe zieht sich das Wasser ziemlich weit von den flachen Ufern der Buchten zurück, was dann nicht überall schön aussieht. Wenn möglich, sollte man die Fahrt durch die Sounds und die Wanderung um die Elaine Bay während der einsetzenden Flut starten.

Eintritt: nichts

Achtung: In Elaine Bay gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten, nächster Shop ist in French Pass (35 Minuten von Elaine Bay) und im Okiwi Bay Holiday Park.

Aktivitäten: Der Archers Track, ein breiter Forstweg, führt über 9 Kilometer von Elaine Bay nach Penzance. Von hier fährt ein Wassertaxi nach Havelock, die Tennyson Inlet Road führt von Rai Valley über den Opouri Saddle nach Penzance. Die Strände in den Sounds sind leider fast immer kiesig und eher grau, aber baden kann man natürlich in den geschützten Gewässern sehr gut!

In Elaine Bay und Penzance können auch Kajaks gemietet werden. Von Elaine Bay aus ist dann zum Beispiel ein Kajak-Trip über den geschützten Teil des Tennyson Inlet zur Tawa Bay Campsite möglich, die nur vom Wasser aus erreichbar ist.

Über Neil McLennan (Explore Pelorus) sind geführte Bootstouren und Tauchausflüge möglich; Kontakt: Tel.: +64 - 3 5765251, E-Mail: explorepelorus@xtra.co.nz

Unterkünfte:

 Elaine Bay DOC Campsite: Standard-Kategorie direkt am Wasser, 20 Stellplätze ohne Strom, 8 NZD/​Erwachsene, 4 NZD/​Kinder von 5 bis 17 Jahren

 Elaine Bay Beachfront Holiday Cottage für 4 Personen, voll ausgestattet und winterfest, 75 bis 95 NZD/​2 Personen, Kontakt über www.seakayakingmarlborough.co.nz

 Tawa Bay Campsite: Backcountry-Kategorie, direkt am Wasser, nur per Boot erreichbar, mit Wasseranschluss, 4 Stellplätze ohne Strom, 6 NZD/​Erwachsene, 3 NZD/​Kinder von 5 bis 17 Jahren

 Okiwi Bay Holiday Park an der westlichen Seite der Marlborough Sounds mit Blick auf die Tasman Bay, geschützte Lage direkt am Meer, 12 powered sites, On-Site-Wohnwagen, Bungalow und Lodge, sehr beliebt bei Kiwis während der Ferien!, 40 NZD/​2 Erwachsene, 12,50 NZD/​Kinder von 3 bis 12 Jahren, Renata Road 15, Okiwi Bay, Tel.: +64 - 3 576 5006, E-Mail: info@okiwi.co.nz, Website: www.okiwi.co.nz

4. Cleopatra’s Pool: Abstecher vom Abel Tasman Coast Track

Der Abel Tasman Coast Track durch den kleinsten Nationalpark Neuseelands ist einer der beliebtesten Great Walks: nicht allzu anspruchsvoll, mit Zwischenstopps an goldgelben Traumstränden und auf Wunsch einer spektakulären An- und Abfahrt im Aquataxi. An einer Attraktion laufen die meisten Wanderer ahnungslos vorbei: Mitten im dichten Regenwald bietet Cleopatra’s Pool eine willkommene Abkühlung.

Auf dem 60 Kilometer langen Abel Tasman Coast Track gelangt man in drei bis fünf Tagesetappen von Marahau nach Totaranui und zur Wainui Bay. Der Weg führt ohne nennenswerte Steigungen fast durchgängig an der Küste entlang, immer nach Nordwesten – oder andersherum, nach Südosten.

Da der Track oft direkt am Strand entlangführt und der Tidenhub nicht unerheblich ist, kann man die zu bewältigende Wegstrecke auf einigen Abschnitten erheblich abkürzen: Zwischen Torrent Bay und Anchorage zum Beispiel ist mit cleverem Timing eine „Ersparnis“ von etwa einer Stunde bzw. drei Kilometern möglich, wenn man bei Ebbe direkt über den Sand der dann trocken liegenden Bucht läuft.

Wenn das Timing gerade nicht passt, muss man aber nicht traurig sein: Der „Umweg“ um die Torrent Bay herum führt nämlich zu einem geheimnisvollen kleinen Abstecher. Etwa auf halber Strecke, wo der Weg eine Steigung mit wunderschöner Aussicht über die Bucht nach Süden erklimmt, führt ein schmaler, sehr steiler und unwegsamer Pfad zu Cleopatra’s Pool, mitten in den Wald hinein.

Der Weg ist kurz, aber wirklich anstrengend. Etwa zwanzig Minuten kraxelt man über Stock und Stein, durch Matsch und über Baumstämme, dann tritt man keuchend aus dem Wald heraus und erblickt den über riesige Felsen rauschenden Torrent River, der sich hier über mehrere Stufen hinab zum Meer ergießt.

Das auch im Sommer eiskalte Flusswasser sammelt sich dabei in mehreren natürlichen Felsenpools verschiedener Größe und Tiefe, die zum Baden und Hineinspringen einladen. Das Highlight von Cleopatra’s Pool ist zweifellos die natürliche Felsenrutsche, die quer zum Flusslauf etwa zehn Meter lang durch eine Felsenrinne in ein tiefes Wasserloch führt.


Torrent Bay: Start der zweiten Etappe des Abel Tasman Coast Track

In der Hauptsaison sammeln sich an den Pools zahlreiche neugierige Wanderer, die das kühle Nass genießen und ihren Mut austesten: Wer traut sich auf die Felsenrutsche? Platz zum Baden ist trotzdem genug, wenn man ein paar Stufen nach oben klettert.

Und nach der eiskalten Erfrischung hat man wieder neue Kraft gesammelt für die restlichen Kilometer hinunter zur Anchorage Bay, wo das Aquataxi wartet.


Cleopatras verwunschener Felsenpool

Info

Lage: Cleopatra’s Pool liegt auf der Etappe zwischen Bark Bay und Anchorage, wenige Kilometer südlich von Torrent Bay. Der Abzweig ist nur vom high tide track aus zu erreichen. GPS: -40.9562582, 173.0349187

Anfahrt: Laufzeit von Torrent Bay oder Anchorage: etwa eine Stunde. Wer nicht den gesamten Track laufen mag, kann das Wegstück zwischen Torrent Bay und Anchorage auch einzeln zurücklegen. Aquataxis fahren sowohl nach Anchorage als auch nach Bark Bay und auf Wunsch direkt nach Torrent Bay.

Fahrten werden das ganze Jahr über mehrmals täglich angeboten, es gibt zahlreiche Unternehmen in Marahau und Kaiteriteri, die sich in Preis und Fahrplan kaum unterscheiden.

Start ist in Kaiteriteri und/​oder Marahau, zwischen Oktober und April viermal täglich ab 9 Uhr, ansonsten dreimal täglich. Das letzte Aquataxi kehrt 16 : 30 Uhr zurück.

Nach Anchorage sind es etwa 45 Minuten, nach Torrent Bay und Bark Bay etwa eine Stunde. Achtung: In Torrent Bay setzen die Aquataxis nur ab bis 12 Uhr, es gibt keine Abholungen!

Öffnungszeiten: immer; die beste Besuchszeit für die Pools ist natürlich der Sommer, wenn man hier baden kann.

Eintritt: nichts; wer mit dem Aquataxi den Weg von Marahau abkürzt, zahlt 35 NZD (Kinder von 5 bis 14 Jahren zahlen die Hälfte).

Achtung: Cleopatra’s Pool ist weder mit dem Buggy erreichbar, noch sollte der Felsenpool mit Kleinkindern angesteuert werden. Die glitschigen Felsen und die tiefen Wasserlöcher bergen hohe Unfallrisiken.

Unterkünfte:

Entlang des Abel Tasman Coast Track gibt es 19 Campingplätze und vier vom DOC verwaltete Hütten. Alle müssen reserviert werden. Kinder bis 17 Jahre zahlen nichts, müssen aber trotzdem einen Platz reservieren.

In Torrent Bay:

 Torrent Bay Village Campsite, nur zu Fuß erreichbar, mit Wasseranschluss; 10 Stellplätze für Zelte, Kosten: 14 NZD/​Erwachsene

In Anchorage:

 Anchorage Hut, modern renoviert mit 34 Schlafplätzen (mit Matratzen), einem Ofen, aber ohne Kochgelegenheit oder Elektrizität. Kosten: 32 NZD/​Erwachsene

 Anchorage Campsite an der Aquataxi-Haltestelle, nur zu Fuß erreichbar, mit WCs, Waschbecken, Feuerstelle und Koch-Unterstand; 50 Stellplätze für Zelte, im Sommer recht voll, Kosten: 14 NZD/​Erwachsene

5. Separation Point: die übersehene Nordseite des Abel Tasman National Park

Der Abel Tasman Coast Track zählt zu den meistbesuchten Wanderwegen in ganz Neuseeland, jedes Jahr laufen Hunderttausende die Strecke zwischen Marahau und Totaranui. Nur die wenigsten absolvieren dabei jedoch die komplette Distanz. Wer den Besuchermassen im Sommer entgehen will, der genießt auf der Nordseite des Nationalparks noch himmlische Ruhe.

Auf den drei Tagesetappen, die von Marahau nach Awaroa führen, waren in den letzten Jahren im Sommer so viele Touristen unterwegs, dass man an engen Wegstücken teilweise Schlange stehen musste – und diese Entwicklung wird sich aller Voraussicht nach fortsetzen.

Zum Glück beenden die meisten Besucher ihre Wanderung auf dem Abel Tasman Coast Track spätestens in Totaranui Bay. Geht man von hier aus weiter in Richtung Norden, begegnet man nur noch wenigen Menschen; die meisten sind Tagesausflügler, die von der riesigen und bei Kiwis sehr beliebten Totaranui Bay Campsite gestartet sind.


Die Bucht von Totaranui sieht kaum Wanderer


Anapai Bay liegt versteckt unter Kanuka-Bäumen


Der Weg zum Separation Point führt direkt an den Klippen entlang

Sie wissen mehr als die meisten Besucher des Nationalparks: Auf nur drei Kilometern bekommt man hier im Norden des Parks mehr Eindrücke geboten als auf der gesamten Tagesetappe von Marahau nach Anchorage.

Der relativ kurze Weg führt erst durch dichten Regenwald, überquert dann einen recht steilen Bergrücken mit wunderschönen Panoramablicken über die Küste, um schließlich mehrere goldgelbe bis orange leuchtende Sandstrände zu erreichen.

Die erste dieser kleinen, fast menschenleeren Buchten ist Anapai Bay, in deren Mitte sich ein kleiner DOC-Campingplatz unter den niedrigen Kanuka-Bäumen verbirgt. Als nächstes passiert man eine namenlose Bucht, um dann nach Mutton Cove zu gelangen: eine sanft geschwungene Bucht, die von einem kleinen, lustig geformten Felsen in der Mitte (manche bezeichnen ihn wegen seiner Form als „Felsengott“ oder „Wächter“, der aufs Meer hinausschaut) zweigeteilt wird.

Nach einer weiteren halben Stunde gelangt man auf einem Abstecher vom Abel Tasman Coast Track zum felsigen Separation Point – dem nördlichsten Punkt des Nationalparks. Am Fuß des kleinen Leuchtturms aalen sich häufig Seelöwen und genießen den Traumblick auf die sich nördlich erstreckende Golden Bay bis zum fernen Farewell Spit – was auch sehr nachahmenswert ist.

Hin und zurück braucht man für diesen Weg nur wenige Stunden, aber wer hier schnurstracks durchläuft und keine Pausen zum Baden und Genießen einlegt, ist selbst schuld.

Info

Lage: Die nördlichsten Etappen des Abel Tasman Coast Track führen von Awaroa Bay über Totaranui Bay zur Whariwharangi Bay und weiter zur Wainui Bay. Anapai Bay und Mutton Cove liegen etwa zwei bis drei Stunden nördlich von Totaranui, der Abstecher zum Separation Point ist ein Abzweig vom Coastal Track.

Anfahrt: Der Abel Tasman Coast Track nördlich von Totaranui Bay wird nicht mehr von Aquataxis angefahren. Der Weg zum Separation Point und weiter zur Whariwharangi Bay muss zu Fuß bewältigt werden. Der Endpunkt des Tracks an der Wainui Bay sowie die Totaranui Bay Campsite sind über gravel roads erreichbar. Totaranui Bay wird auch von Bussen angefahren.

Öffnungszeiten: immer

Eintritt: nichts

Aktivitäten: Wer nicht nur wandern will, kann baden und (mit eigenem) Kajak fahren. Miet-Kajaks sind nördlich von Totaranui Bay nicht erhältlich. Mit Campingausrüstung verwandelt man den Kurztrip in eine der schönsten Übernachtungen, die man in Neuseeland erleben wird.

Achtung: Der Weg hinab zum Leuchtturm über die Felsen ist sehr steil. Wer mit Kindern kommt, sollte lieber nur von oben schauen!

Unterkünfte: Alle Unterkünfte im Abel Tasman National Park müssen vorgebucht werden. Die Totaranui Bay DOC Campsite wird separat verwaltet, trotzdem wird im Sommer um Reservierung gebeten.

 Anapai Bay Campsite: direkt am Strand, im Schatten von Kanuka-Bäumen, nur zu Fuß und per Boot erreichbar, mit WC, Waschbecken und 6 Stellplätzen für Zelte, Kosten: 14 NZD/​Erwachsene ab 18 Jahre

 Totaranui Bay Campsite: sehr großer und bei Kiwis beliebter Campingplatz der Scenic-Kategorie mit WC und (kalten) Duschen, Feuerstelle, Kartentelefon und Wifi, kleinem Shop, Müll und dump station, nachts abgeschlossen. 300 Stellplätze für Zelte und Campervans, alle ohne Stromanschluss! Reservierung: Tel. +64 - 3 528 8083 oder online über DOC, Mindestaufenthalt 3 Nächte über den Jahreswechsel, Kosten: 15 NZD/​Erwachsene, 7,50 NZD/​Kinder von 5 bis 17 Jahren (Mai bis September 13 NZD/​6,50 NZD). Die Campsite kann auch mit dem Great Walk Pass von Wanderern auf dem Abel Tasman Coast Track benutzt werden, für diese gibt es einen eigenen Bereich direkt am Strand.

6. The Grove bei Takaka: Dschungel-Höhlen-Abenteuer

Einer der einfachsten, kürzesten und dabei schönsten Rundwege der ganzen Südinsel wartet nur wenige Kilometer von Takaka. Auf dem schmalen Pfad, der durch Höhlen und Felsspalten, über Hängewurzeln und riesige Felsblöcke führt, fühlt man sich ganz plötzlich nicht mehr in Neuseeland – sondern wie Lara Croft im Dschungel von Kambodscha.

Wer in Neuseeland mit wenig Zeit, wenig Kondition oder kleinen Kindern unterwegs ist, der muss oft verzichten. Die schönsten, spektakulärsten und abgeschiedensten Szenerien liegen nun mal leider oft an wenig zugänglichen Orten, die nur durch anstrengende oder mehrtägige Wanderungen zu erreichen sind.


Dschungel-Feeling!

Zum Glück gilt das nicht für alle Attraktionen. Auch die wilde, in großen Teilen unberührte Natur der Südinsel bietet kleine Genussstücke direkt am Wegrand – und das ohne Touristenmassen, die auf ihrer Rundreise mal eben schnell ein Fünf-Minuten-Beweisfoto schießen wollen.

Nach Takaka kommen ohnehin keine Reisebusse. Das von Künstlern und Hippies bevölkerte Örtchen etwa 100 Kilometer nordwestlich von Nelson liegt in sonnenbeschienener Idylle versteckt hinter dem Publikumsmagneten des Abel Tasman National Park, zu dem die Besucher in Scharen strömen. Nur wenige Kilometer nordwestlich, zwischen sanften grünen Weiden und Hügeln, scheint die Zeit stillzustehen, an einem Punkt, an dem es noch keine Pauschaltouristen oder gar Menschen gab.

Es braucht nur etwa eine halbe Stunde von Takaka, um einen Sprung um die halbe Welt zu machen: in den Dschungel Südostasiens. Wenn im Sommer sogar die Temperatur stimmt, kann man Kindern hier ein herrliches Abenteuer auf kleinem Raum bieten – perfekt für einen Zwischenstopp oder einen gemütlichen Halbtagesausflug.

Der angelegte Rundweg über eine Aussichtsplattform mit einigen Treppenstufen ist kaum einen Kilometer lang, bietet aber immer wieder Gelegenheit zum Ausschwärmen und Erkunden von Felsspalten und dichtem Farngestrüpp, zum Bestaunen und Erklimmen von seltsam geformten Felsen und wildem Schwingen an den Luftwurzeln der endemischen Rata-Bäume (na gut, das überlassen wir vielleicht doch lieber Tarzan).

Statt kreischender Papageien zwitschern im Wald winzige Fantails und gurren dicke Kereru-Tauben, vom Ausguck blickt man auf grüne Hügel und die weit geschwungene Golden Bay, und die wie roter Schaum blühenden Rata-Bäume passen auch nicht so recht ins Asien-Ambiente. Aber das wird weder kleine noch große Entdecker stören.

Info

Lage: The Grove Scenic Reserve liegt 20 Minuten nordöstlich von Takaka bei Clifton.

Anfahrt: Von Takaka auf dem Abel Tasman Drive in Richtung Pohara Beach fahren, in Clifton rechts abbiegen und der Beschilderung nach The Grove folgen, etwa 1 Kilometer bis zum Parkplatz mit Picknickwiese.

Tipp: Von einigen Einheimischen wird der Weg auch als Canyon Walk bezeichnet; es handelt sich um denselben Track.

Öffnungszeiten: immer

Eintritt: nichts

Achtung: Obwohl der Weg extrem kinder- und familienfreundlich ist, ist er dennoch nicht Buggy-tauglich. Über so eine kurze Strecke kann aber auch das schwerste Baby getragen werden.

Unterkünfte: Golden Bay Kiwi Holiday Park, direkt am Strand auf baumbestandener Wiese, mit kleinem Shop und Spielplatz, 75 powered sites (ab 40 NZD/​2 Erwachsene) und einfache Bungalows für 2 bis 6 Personen (ab 70 NZD/​2 Erwachsene), Tukurua Beach, Takaka, Tel.: +64 - 3 525 - 9742, E-Mail: goldenbay.holiday@xtra.co.nz, Website: www.goldenbayholidaypark.co.nz

7. Wharariki Beach: die Essenz der Südinsel

Wer die Südinsel Neuseelands bereist und Wharariki nicht gesehen hat, der hat die Essenz der Südinsel nicht gesehen. Sagt jeder, der den abgelegenen, sturmumtosten, gigantischen Strand im äußersten Nordwesten besucht hat. Dann muss es wohl stimmen.

Vom äußersten Nordwestzipfel der Südinsel erstreckt sich eine schmale Landzunge wie ein 26 Kilometer langer Kiwi-Schnabel in den Pazifik – Farewell Spit, wo außer Sand, ein paar Seelöwen und Basstölpeln nichts mehr ist. Touristen dürfen die Spitze der Nehrung, die durch die Strömungen der Cook Strait jedes Jahr länger wird, nur in geländegängigen Fahrzeugen betreten.

Nicht weit vom Anfang dieser Landzunge liegt Wharariki Beach. Es ist nur ein Strand, und nicht einmal ein besonders einladender: Starke Winde, tosende Brandung und heftige Strömungen laden hier nicht gerade zum Schwimmen oder Sonnenbaden ein. Stattdessen wartet hier, sobald man den anstrengenden Marsch durch die sich endlos rollenden, mit windschiefen Manuka-Bäumen und Strandgras bewachsenen Dünen bewältigt hat, absolute Einsamkeit.

Natur, die so aussieht, als wäre hier seit Jahrtausenden nichts passiert, als wären weder die Maori in ihren Kanus noch die europäischen Walfänger und Goldgräber auf ihren Segelschiffen je angekommen in Neuseeland.


Einsam wie seit Jahrhunderten: Wharariki Beach


Windschiefe Manuka-Bäume auf dem Weg zum Strand

Hier gibt es nur den Wind, den Himmel, das Meer – und den kilometerlangen Strand, dessen Sandkörner in ewiger Bewegung sind, sich zu riesigen Dünen und stetig wechselnden Formationen auftürmen, die trotzig aufragenden Felsenklippen an beiden Seiten geduldig zu immer neuen Formen raspeln, Tunnel und Höhlen hineinfräsen. Vier besonders eindrucksvolle Felsen, die bis zu 66 Meter hohen Archway Islands, sind pittoresk ins Meer hineingestreut, der strandnächste kann bei Ebbe trockenen Fußes erreicht werden. Die Inseln schmücken so ziemlich jeden Neuseeland-Kalender und dürften Nutzern von Windows 10 bekannt vorkommen. Star-Regisseur Sir Peter Jackson wählte den magischen Ort als Location für seinen berührenden Film „In meinem Himmel“ (ganz ohne Elben und Orks!).

Außer einigen Seelöwen, die in den Gezeitenpools spielen, winzigen Seeschwalben und rotbeinigen Austernfischern, die in der Brandungszone herumstochern, trifft man hier normalerweise niemanden an. Was verwunderlich ist, da Wharariki Beach so etwas wie ein Markenzeichen Neuseelands geworden ist.

Nach wie vor gibt es hier weder baches noch exklusive Lodges, keine wild campenden Backpacker oder gar asiatische Touristengruppen. Dass man auf dem Parkplatz am Beginn des Strandzugangs heute aber eine Toilette und ein kleines Café findet, weist in eine bedenkliche Richtung. Ob ich Wharariki Beach überhaupt in diesem Reiseführer empfehlen sollte, darüber habe ich sehr lange nachgedacht …


Zwei der Archway Islands am Wharariki Beach

Info

Lage: Wharariki Beach liegt im äußersten Nordwesten der Südinsel, westlich von Farewell Spit. Die nächste Ortschaft ist Puponga, etwa 4 Kilometer entfernt.

Anfahrt: Der Strand ist nur zu Fuß zu erreichen; vom Parkplatz am Ende der Wharariki Road sind es etwa 20 Minuten. Der Weg ist nicht Buggy-, aber kindertauglich, da es keine großen Steigungen gibt.

Öffnungszeiten: immer

Die beste Besuchszeit ist der frühe Vormittag, wenn die starken Westcoast-Winde noch nicht eingesetzt haben. Wenn die Manuka-Büsche hinter dem Strand bereits ächzen und knirschen, weht am Strand ein extremer Wind, der vor allem wegen des aufgewirbelten feinen Sandes unerträglich wird.

Eintritt: nichts

Aktivitäten: Da es an der Westcoast sehr starke Strömungen und Unterströmungen gibt, sollte man jeden Gedanken an Baden, Paddeln oder Angeln fallenlassen. Es gibt keine Rettungsschwimmer und der nächste Ort ist weit entfernt. Besucher beschränken sich am besten aufs Strandwandern, Staunen und Träumen.

Am Wharariki Beach Carpark verkauft das Archway Café von Ende Oktober bis Ende April Kaffee, Eis und Snacks.

Von der Wharariki Road aus kann man noch einen weiteren kurzen Abstecher zu einem Ausguck über die schroffe Klippe des Cape Farewell machen, der nicht länger als 200 Meter ist. Achtung, diese Klippe ist sehr steil und tief, bei starken Windböen sollten Kinder gut festgehalten werden!

Unterkünfte: Wharariki Beach Holiday Park: der strandnächste Campingplatz liegt an der Wharariki Road auf Weideland, etwa 1 Kilometer vom Strand, ohne dump station und Müll, 4 rustikale Bungalows (sind im Bau) und 38 Stellplätze für Zelte und Campervans, powered site 41 NZD/​2 Personen, Wharariki Road 560, Wharariki Beach, Tel.: +64 - 3 524 8507, E-Mail: stay@wharariki.co.nz

8. Pillar Point Lighthouse Track: einmal herum um die Spitze

Wild tosendes Meer, dramatische Felsenklippen, unberührte Strände – der nur knapp fünf Kilometer lange Track zum Leuchtturm am Pillar Point bietet atemberaubende Blicke über die wilde Westcoast, die sanfte Golden Bay und auf den „Schnabel des Kiwi“, die 26 Kilometer lange Nehrung an der nördlichsten Spitze der Südinsel.


Der Weg zum Pillar Point Lighthouse ist kaum markiert

An der abgelegenen Nordwestecke der Südinsel warten noch mehr Attraktionen als der inzwischen schon viel zu bekannte Wharariki Beach. Ein gar nicht so langer und kaum anspruchsvoller Wanderweg führt vom Parkplatz am Ende der Wharariki Road immer am Rand der Steilküste entlang und bietet dabei ohne Unterbrechung spektakuläre Blicke.

Die steil aufragenden Felsen des Cape Farewell, die von mächtigen Brechern attackiert werden, geheimnisvolle Höhlen und Spalten in den Klippen, die schäumende See tief unten, in der man bei genauem Hinschauen immer wieder winzige schwarzbraune Seelöwen erkennt, das alles ist schon enorm lohnenswert. Den besten Blick hat man dabei von der Aussichtsplattform am Cape Farewell (wohin die weniger Wanderfreudigen auch direkt mit dem Auto fahren können, was den Track ordentlich abkürzt).

Wendet sich dann der Weg nach Südosten, wechseln die Eindrücke komplett: Von der sturmzerzausten, rauen Westcoast wandert das Panorama hinüber zur sonnigen Golden Bay, deren riesiges Halbrund mild und ruhig daliegt.

Am Ziel des Tracks wartet der Höhepunkt, der zunächst recht unscheinbar aussieht: Vom Leuchtturm am Pillar Point bietet sich ein traumhafter Blick auf Farewell Spit, und scheinbar direkt dahinter auf die Küstenlinie der Nordinsel. Der Vulkankegel des Mount Taranaki ist nur etwa 160 Kilometer Luftlinie entfernt! Hier kommt man mit den Himmelsrichtungen gründlich durcheinander. Wo Norden ist, zeigt das Solarpanel am Fuß des Leuchtturms, das die automatische Leuchtanlage mit Energie versorgt. Wer aufmerksam schaut, findet in der Nähe die Überreste einer Radarstation, die im Zweiten Weltkrieg im Einsatz war.

Unerfahrene Wanderer könnten auf diesem Track Schwierigkeiten bekommen: Er ist nicht als Weg ausgebaut, wie man es als verwöhnter Neuseeland-Besucher gewohnt ist, sondern nur mit kleinen farbigen Dreiecken markiert. Am einfachsten ist es, sich immer am Rand der Steilküste zu halten – aber bitte nicht zu nah herangehen, vor allem nicht bei starkem Wind!

Info

Lage: Der Track beginnt am Wharariki Beach Carpark, welcher am Ende der Wharariki Road etwa 4 Kilometer außerhalb des Örtchens Puponga liegt. Ein alternativer Zugang ist vom Parkplatz am Cape Farewell aus möglich, der ebenfalls an der Wharariki Road liegt und den Weg zum Leuchtturm auf etwa 2,5 Kilometer verkürzt.

Vom Pillar Point Lighthouse führt ein etwa 1,2 Kilometer langer Weg nach Süden, der auf die Wharariki Road trifft, etwa 2,5 Kilometer vor dem Wharariki Beach Carpark.

Anfahrt: Von Takaka etwa 60 Kilometer auf dem SH 60 fahren, nach dem Örtchen Puponga links abbiegen auf Wharariki Road. Die geschotterte Straße ist etwa 5 Kilometer lang, am Ende wartet ein Parkplatz mit Toilette und dem kleinen Archway Café.

Öffnungszeiten: immer

Eintritt: nichts

Unterkünfte:

 Farewell Gardens Holiday Park in Puponga liegt an der geschützten inneren Seite des Farewell Spit, direkt am Meer, Bungalows und On-Site-Wohnwagen, powered site 36 NZD/​2 Personen (40 NZD Hauptsaison), Kinder von 2 bis 12 Jahren 12 NZD (16 NZD Hauptsaison), Seddon Street 37, Port Puponga, Tel.: +64 - 3 524 8445, E-Mail: farewellgardens@paradise.net.nz

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Дата выхода на Литрес:
23 декабря 2023
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240 стр. 134 иллюстрации
ISBN:
9783944921822
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