Цитаты из книги «Шум времени», страница 13
In einer idealen Welt sollte ein junger Mann nicht ironisch sein. In dem Alter hemmt Ironie das Wachstum, lässt die Fantasie verkümmern. Am besten tritt man mit fröhlichem und offenem Sinn ins Leben, glaubt an andere, ist optimistisch, ist allen gegenüber in allen Dingen aufrichtig. Und dann, wenn man die Dinge und die Menschen allmählich besser versteht, kann man Ironie entwickeln. Der natürliche Lauf der menschlichen Lebens geht von Optimismus zu Pessimismus; und Ironie hilft, den Pessimismus zu zügeln, hilft, Gleichgewicht und Harmonie hervorzubringen.
Als es unmöglich wurde, die Wahrheit auszusprechen - weil es den umgehenden Tod zur Folge hatte -, musste sie verschleiert werden. In der jüdischen Volksmusik verkleidet sich die Verzweiflung als Tanz. Also war Ironie die Verkleidung der Wahrheit. Weil das Tyrannenohr selten darauf eingestellt ist, sie zu hören.
Galja und Maxim wurden selten bestraft. [..] Außerdem war das ganze Land eine einzige Strafanstalt: Warum sollte man ein Kind so früh mit etwas bekannt machen, wovon es im Laufe des Lebens noch genug sehen würde?
Russisch zu sein hieß, pessimistisch zu sein; sowjetisch zu sein hieß, optimistisch zu sein. Darum war das Wort Sowjetrussland ein Widerspruch in sich. Das hatte die Macht nie begriffen. Sie dachte, wenn man genug von der Bevölkerung umbringt und den Rest mit Propaganda und Terror füttert, dann kommt Optimismus dabei heraus.
Normalerweise treibt die Angst auch andere Gefühle aus, die Scham jedoch nicht.
Eine Angst treibt die andere aus, wie ein Nagel den anderen austreibt.
Kunst gehört allen und niemandem. Kunst gehört jeder Zeit und keiner Zeit. Kunst gehört denen, die sie erschaffen, und denen, die sie genießen. Kunst gehört ebenso wenig dem Volk und der Partei, wie sie einst dem Adel und den Mäzenen gehört hatte. Kunst ist das Flüstern der Geschichte, das durch den Lärm der Zeit zu hören ist. Kunst existiert nicht um der Kunst willen: Sie existiert um den Menschen willen.
Vielleicht war es mit dem Mut wie mit der Schönheit. Eine schöne Frau wird alt: sie sieht nur, was nicht mehr ist, andere sehen nur, was geblieben ist.
Was konnte man dem Lärm der Zeit entgegensetzen? Nur die Musik, die wir in uns tragen - die Musik unseres Seins -, die von einigen in wirkliche Musik verwandelt wird. Und die sich, wenn sie stark und wahr und rein genug ist, um den Lärm der Zeit zu übertönen, im Laufe der Jahrzehnte in das Flüstern der Geschichte verwandelt.
Wie leicht es war, Kommunist zu sein, wenn man nicht im Kommunismus lebte!
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