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Robert Baumgartner

Seelenfunken

„Sag allen, dass ich lebe!“

Smaragd Verlag

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© Smaragd Verlag, 56269 Dierdorf

Erste Auflage E-Book: Juni 2021

Erste Auflage Print: September 2021

© Cover: Geni55 - Adobe Stock

Umschlaggestaltung: preData

Satz: Gaby Heuchemer

ISBN (epub) 978-3-754137-18-5

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Widmung

Dieses Buch widme ich meinem Bruder Patrick

„Wenn du dieses Buch schreibst, dann achte auf seine Präsenz. Er ist bei dir und liebt es, mit dir zu sprechen und dir seine Gedanken zu schenken, mit denen du dann arbeiten kannst. In anderen Worten: Du wirst wunderbare Momente erleben, wenn er sich zeigt und er sich von dir spüren lässt.“

Das waren die Worte meines verstorbenen Bruders Patrick, die er mir durch ein bekanntes spirituelles Medium bei einem medialen Vortrag in Frankfurt am 15.12.2017 übermittelte.

Patrick wurde 39 Jahre alt und ist am 10.01.2009 nach langer Krankheit in die Geistige Welt hinübergegangen.


Patrick

Vorwort von Bettina Suvi Rode

Ich habe mich sehr darüber gefreut, als ich von Robert gebeten wurde, ein Vorwort zu seinem neuen Buch zu schreiben.

Das neue Buch von Robert Baumgartner ist ein Manifest der Liebe zweier Seelen. Robert und sein Bruder Patrick sind bereits auf der Erde sehr miteinander verbunden gewesen und waren es auch schon in den Leben vor diesem Leben. Der Tod trennt sie nicht, sondern hebt ihre Beziehung auf eine neue energetische und ganz besondere Ebene.

Beim Lesen ist man von den Erzählungen des Bruders sehr berührt. Er erklärt uns auf eine sanfte, liebevolle Weise seinen Weg in die Unendlichkeit und wie es dort ist, wo er ist. Ist es nicht eine der größten Ängste der Menschheit, dass nach dem Tod das große Nichts ist? Wie schön, wenn eine Seele von der anderen Seite der Existenz uns Kunde gibt, was sie erlebt hat.

Aber es ist auch Roberts neuer Weg, der auf seiner spirituellen Reise mutig neue Glaubenssätze erforscht und beleuchtet. Es sind die Verbindungen zur Seelenheimat. Karma, Tod und Wiedergeburt vermitteln dem Leser neue Einsichten auf Lebenspläne und warum wir eigentlich hier auf der Erde sind. Es ist eine Erklärung für den Sinn des Lebens und wie wir Schicksalsschläge anders betrachten dürfen.

Das Buch ist sehr lebendig geschrieben. Man kann die vielen Seelenakteure förmlich visuell auftauchen sehen.

Ich freue mich, dass auch Inhalte meiner medialen Ausbildung mit einfließen durften und kann dieses Buch nur jedem nach Wahrheit Suchenden empfehlen.

Bettina Suvi Rode – Januar 2021

Seelenbrüder

Mich lässt der Gedanke an den Tod in völliger Ruhe.

Ist es doch so wie mit der Sonne,

wir sehen sie am Horizont untergehen,

aber wir wissen, dass sie „drüben“ weiterscheint.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Liebe Leserin, lieber Leser,

Seelenfunken – „Sag allen, dass ich lebe!“ – so lautet der Titel dieses Buches, das du gerade in Händen hältst. Vielleicht sitzt du nun da mit einem großen Fragezeichen im Gesicht und denkst dir: „Antworten aus dem Himmel, das wär`s ja! Die möchte ich auch mal bekommen, aber es ist ja wohl noch keiner zurückgekommen von dort und hat einen Reiseführer darüber geschrieben. Und bisher hat mir auch niemand von dort drüben auf meine drängenden Fragen geantwortet, egal, wie sehr ich darum gebeten habe.“

Genauso ging es mir auch. Die Frage, wie es danach wohl weitergeht, ob es überhaupt ein „Danach“ gibt und, falls ja, wie man sich das vorstellen kann, hat mich, seit ich denken kann, mehr als alles andere beschäftigt.

In meinem ersten Buch „Blick hinter die Himmelstür“ war es mein Ziel, mich dieser Frage mit Fakten, Berichten, Forschungsergebnissen und Erfahrungen zu nähern. Doch noch während des Schreibens ereignete sich Folgendes:

Ein weltweit bekanntes spirituelles Medium sollte einen medialen Abend in Frankfurt abhalten, und meine Frau Tina hatte es sich aus irgendeinem Grund in den Kopf gesetzt, dass wir daran teilnehmen sollten. So nahmen wir die 2 1/2 stündige Fahrt dorthin auf uns, auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, warum ihr das so wichtig war. Schließlich sind bei diesen Vortragsabenden meist mehrere hundert Menschen im Saal, und die Chance, dass ausgerechnet wir etwas erfahren sollten, was uns persönlich betrifft, war äußerst gering. Interessant fand ich es allemal, da ich diesen beeindruckenden Mann schon immer einmal hatte kennenlernen wollen.

Doch es kam ganz anders! Das Medium begann, für einzelne Teilnehmer Botschaften zu übermitteln, und mir blieb fast das Herz stehen, als es gleich als Zweites direkt vor mir stehenblieb, mir in die Augen schaute und mir mitteilte, mein Bruder Patrick sei hier und wolle mir dringend etwas mitteilen.

Patrick, mein geliebter kleiner Bruder, war im Alter von 39 Jahren nach langer, leidvoller Krankheit verstorben. Er hatte einen Gehirntumor gehabt, der seit seinem 12. Lebensjahr allen Therapieversuchen getrotzt hatte. Trotzdem hatte Patrick, der ein Einserschüler war, es mit unendlichem Wissensdurst und Begeisterung geschafft, zu studieren, seinen Magister abzulegen und wollte sogar noch promovieren, bevor die Krankheit ihn daran hinderte, sein Zustand sich verschlechterte und er im Januar 2009 schließlich verstarb.

Als das Medium also an diesem Abend auf mich zukam und mich auf Englisch ansprach, fiel ich vor Schreck zunächst einmal beinahe von meinem Stuhl.

„I got your brother here, his name is Patrick!“

Ganz exakt erzählte er uns von Patrick, seinem Leben, seinen Eigenschaften, Freuden, Hobbys, davon, dass er nun in der Geistigen Welt weiterlernen und seinen Doktor machen wolle, und schließlich auch von den Einzelheiten seines Todes. Es versteht sich von selbst, dass niemandem außer der engsten Familie diese Informationen bekannt gewesen waren.

Das Medium schloss mit den Worten:

„You`re a writer! You are supposed to write a book! Your brother is here to help you to write this book and you will have wonderful moments together, when you can sense his presence and when you are writing this book together.“

Nun begriff ich, warum die Geistige Welt und mein „Spirit Team“ alles, inklusive meiner Frau, in Bewegung gesetzt hatten, damit ich an diesem Abend anwesend war. Ich begriff, dass dieses Buch geschrieben werden wollte und sollte, und da es mir die allergrößte Freude bereitet, die Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tod weiterzugeben, machte ich mich ans Schreiben. Tatsächlich konnte ich meinen Bruder im Laufe der Zeit mehr und mehr spüren und immer besser lernen, seine Inspiration wahrzunehmen.

So ist dieses Buch entstanden, das du, liebe Leserin, lieber Leser nun in den Händen hältst.

Ob das alles wahr ist? Sind das tatsächlich Antworten aus dem Himmel?

Die Wahrheit hat unendlich viele Facetten, wie ein riesiger Blumenstrauß, den man von allen Seiten aus betrachtet und der von jedem Blickwinkel aus anders aussieht. Kein Blickwinkel allein ist die ausschließliche Wahrheit, alle Facetten und Aspekte gemeinsam und alles darüber hinaus, was für uns mit unseren derzeitigen Sinnen und Fähigkeiten nicht wahrnehmbar ist – all das ist die Wahrheit!

Es ist meine Wahrheit, und wenn ich für Patrick sprechen darf, unsere gemeinsame Wahrheit, unser Himmel.

Ob es auch deine Wahrheit ist, liebe Leserin, lieber Leser, das kannst du nur ganz alleine beurteilen.

Ich möchte dich auf unsere spirituelle Reise einladen und dich mitnehmen in „unseren Himmel“, in unsere Vorstellung davon, sodass du vielleicht dein eigenes Empfinden und deine eigene Wahrnehmung dessen finden kannst, wie es für dich weitergeht nach diesem Leben, was dich erwarten könnte. Dadurch, dass du dich mit dem Thema beschäftigst, nachfühlst, dich hineinspürst und hineindenkst, kannst du deine eigene Wahrheit entdecken. Gerade auch bei den Punkten, bei denen du nicht mit mir konform gehst.

„In meines Vaters Hause gibt es viele Wohnungen“

(Johannes 14, 2)

„Euch geschehe nach eurem Glauben“

(Matthäus 9, 29)

Einleitung

Warum ist das Leben nach dem Tod für kein anderes Lebewesen auf der Erde ein Thema? Ist es so, weil unser Ego es hasst, sich das Leben als vergänglich vorzustellen, oder ist der Gedanke an ein Leben nach dem Tod eventuell nur reines Wunschdenken, wie manche Menschen behaupten?

Viele fürchten sich vor dem Tod. Wir fürchten jedoch nur das, was wir nicht verstehen. Und der Mensch hat nur dann Furcht, wenn er unwissend ist. Die Geburt ist ein schmerzhafter Vorgang und oft traumatischer als der Tod. Beim Übergang schaut man auf seinen leblosen Körper und wundert sich meist eher darüber, wie schnell und friedlich alles vonstattenging.

Der Körper ist nur ein physischer Aufenthaltsort für die Seele, die ihn benutzt, um sich in dieser, ihr zugemessenen Lebensspanne als eine ganz bestimmte Energie auszudrücken. Der Tod betrifft also nur den irdischen Körper. Die Essenz, die Seele, lebt weiter. Sterben bedeutet, unseren Körper abzulegen, wie einen alten abgetragenen Mantel.

Der französische Dichter Victor Hugo schrieb:

„Ich bin eine Seele. Ich weiß wohl, dass es nicht mein Selbst ist, das ich dem Grabe überantworte. Mein Selbst wird anderswohin gehen.“

Und in Johannes 16, 22 tröstet Jesus seine Jünger:

„Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“

Ich glaube, dass wir eine ewige Identität haben, die aus einem Schöpfer, einer Urquelle, geboren wurde.

Wir leben zum einen in einer unvollkommenen Welt, in der wir motiviert sind, unseren Lebensplan und unsere Lebensaufgaben zu bewältigen, und zum anderen leben wir in einer ewigen Geistigen Welt. Zwischen diesen beiden Welten reisen wir hin und her, während wir in unseren Körpern hier auf Erden unsere Essenz in allen möglichen Facetten kennen und auszudrücken lernen. Unser Selbst geht dabei nie verloren.

Der Sinn des Lebens ist es, einfach lebendig zu sein. Wir leben in völliger Amnesie und glauben, sterblich zu sein – haben vergessen, dass wir eigentlich ein ewiges Leben haben, ja, ewiges Leben sind.

Du bist nicht dein Körper, sondern das, was du bist, ist das Wesen in dir, das diesen Körper bewegen kann und das Gehirn zum Denken bringt.

Deshalb sprechen die Naturvölker von sich oft in der dritten Person. In den Karl May Filmen heißt es daher oft: „Winnetou hat gesagt.“ Vielleicht kennst du auch den berühmten Detektiv Hercule Poirot aus Agatha Christies Romanen. Er sprach von sich selbst auch immer nur in der dritten Person.

Menschen hadern oft mit ihrem Schicksal und beklagen sich: „Warum trifft das Leben mich so hart? Ich habe doch keinem etwas getan!“ Vielleicht trifft einen das Schicksal aber nicht deshalb so hart, weil man nie jemanden etwas Schlechtes getan hat, sondern ganz einfach, weil man nichts getan hat?

Es gibt eine Studie mit sterbenden Menschen, die zeigen sollte, was diese rückblickend am meisten bereuten. Über 90% bereuten nicht, was sie einmal falsch gemacht haben, sondern was sie nicht getan haben, aber wovon sie gewusst haben, dass sie es hätten tun sollen. Schon in der Bibel spricht man von sogenannten Unterlassungssünden.

Im Jetzt ist der Moment, in dem du deine Reise planen darfst, damit es in der Richtung weitergeht, in die du gerne weitergehen möchtest.

Für alle Selbstzweifler kann ich nur den wunderbaren Trost von Kurt Tepperwein weitergeben:

„Mache dir bewusst, dass du von Natur aus ein Gewinner bist. Bei deiner Zeugung gingen 300 Millionen trainierte Athleten an den Start, um ein einziges Ei zu befruchten. Du hast gewonnen, sonst wärst du nicht hier. Du bist ein Gewinner! Das ganze Leben ist ein Spiel, aber nur, wenn du die Spielregeln kennst, bist du ein Gewinner. Spiel dieses Spiel also als ein Gewinner.“

Jede Reise beginnt mit … dem ersten Schritt!

Bist du bereit, dich zusammen mit mir auf diese Reise zu begeben und neue Welten zu entdecken?

Dann lass uns den ersten Schritt tun…

***

Patricks Übergang

…allein das Weizenkorn, bevor es fruchtbar

sprosst zum Licht empor, muss sterben in

der Erde Schoß zuvor vom eignen Wesen los.

(Samuel Preiswerk)

Plötzlich waren die Schmerzen weg. Patrick spürte ein leichtes Vibrieren seines Körpers, der sich allmählich entspannte. Gleichzeitig spürte er einen heftigen Druck am Hinterkopf. Mit Leichtigkeit schraubte er sich seitlich aus seinem Körper heraus und erhob sich. Er fühlte sich leicht wie nie zuvor und schwebte wie eine Feder schwerelos in die Höhe über seinen Körper. Am Fußende des Bettes saß seine verzweifelte Mutter und versuchte, seine kalten Füße zu wärmen. Er selbst spürte aber weder Kälte noch Wärme. Zu seiner Rechten saß sein Bruder und hielt seine Hand. Patrick versuchte, ihnen zuzurufen, dass sie ihn gehen lassen sollten. Er war nun bereit loszulassen, aber sie konnten ihn nicht hören. Plötzlich spürte er einen leichten Ruck in Höhe seines Solarplexus und sah, wie sich von dort etwas löste, das aussah wie eine silbern schimmernde Lichtschnur. Es fühlte sich so an, als ob nun die Verbindung zwischen seinem irdischen Körper und seiner Seele endgültig durchtrennt sei.

Überschäumender Jubel, das Gefühl von unbändiger, grenzenloser Freiheit erfüllte ihn.

Endlich war er aus seinem irdischen Gefängnis befreit. Dieser Körper hatte ihn jahrelang gehindert, das zu tun, was für andere selbstverständlich war. Bedingt durch den Gehirntumor war seine Motorik geschädigt, seine körperliche Beweglichkeit eingeschränkt und seine Sprachgeschwindigkeit verlangsamt.

Er hatte überhaupt nicht den Wunsch, in seinen Körper zurückzukehren und schwebte wie von selbst immer höher.

Weit unter sich sah er die Erde in ein herrlich blaues Licht getaucht. Er spürte, dass die Erde atmete und pulsierte wie ein menschlicher Körper. Es war etwas ausgesprochen Lebendiges. Und gleichzeitig schien es ihm, als ob die Erde verzweifelt nach Luft schnappen würde, so sehr setzten ihr die Umweltverschmutzung und das Verhalten der Menschheit zu.

Staunend betrachtete er von oben das Meer, die Wüsten und die Kontinente und schwebte im All. In diesem Moment fühlte er sich mit allen Menschen auf diesem Planeten verbunden und eins. Er war sich der Menschen bewusst, die in den verschiedensten Ländern ihren Tätigkeiten nachgingen. Jeder von ihnen war er, bloß in einem anderen Körper. Er war der Planet, der Raum, die Energie, das Leben, die Menschen, die Tiere, alles war eins.

Er war der Wassertropfen, er war die Welle, er war der Ozean, die Stille in der Bewegung, die Bewegung und gleichzeitig die ewig währende Ruhe.

Allein. Alles eins.

Instinktiv war ihm klar, dass alles, was er je wissen musste, schon in ihm war.

So also fühlt sich das Sterben an.

Mit dem Thema Tod und Sterben hatte er sich bis jetzt noch kaum auseinandergesetzt. Er steckte mitten in seinem Studium und wollte noch seinen Doktor in Wirtschaftswissenschaft machen. Sein Gehirn funktionierte zum Glück noch ausgezeichnet.

Im Alter von zwölf Jahren war bei Patrick ein gutartiger Gehirntumor festgestellt worden, der ab diesem Zeitpunkt sein Leben komplett veränderte. Mit Hilfe aggressiver Therapien wurde der Tumor zwar zurückgedrängt, begann jedoch im Laufe der Jahre allmählich wieder zu wachsen und machte ihm einen Strich durch die Rechnung seines Lebens.

Jetzt schwebte er immer weiter nach oben, keine Grenzen, keine Schwerkraft, schwerelos.

Plötzlich spürte er ein sanftes Ziehen in einen Tunnel hinein. Wie von einem unsichtbaren Magnet angezogen, zog es ihn förmlich durch diesen Tunnel hindurch, hin zu einem unfassbar hellen, angenehm weißen Licht.

Das war nicht nur einfach ein Licht, es war viel mehr, es war einfach alles. Wie endlich nach Hause zu kommen fühlte es sich an, alles in ihm strebte nur danach, einzugehen in die Unendlichkeit, in die Seligkeit, in die Liebe.

Immer näher kam dieses Leuchten – oder kam in Wahrheit er selbst dem Licht immer näher? So genau konnte Patrick das nicht sagen.

Worte waren nicht mehr nötig, es gab keine Worte, keine Beschreibung für das, was er nun erlebte. Ja, er lebte, er hatte seinen „Tod“ überlebt, und nie zuvor hatte er sich so lebendig gefühlt, so willkommen, so unendlich geliebt und angenommen, angekommen.

Er ging ein ins Licht, in die allumfassende, bedingungslose, tiefste Liebe, er selbst wurde zur Liebe, wurde wieder zu Licht, war das Licht.

Eins mit Gott.

Er erinnert sich, irgendwann einmal etwas von dem Nahtodforscher Raymond Moody gelesen zu haben, der dieses Phänomen so ähnlich bereits in den 1970er Jahren beschrieb.

Obwohl dieses Licht überirdisch hell war, war er nicht geblendet und fühlte sich wie neugeboren. Sein Bewusstsein dehnte sich aus und erfüllte den ganzen Raum. Er wurde von euphorischen Gefühlen durchflutet, wie er sie noch nie erlebt hatte.

Von weitem nahm er eine Gestalt wahr, die sich ihm langsam näherte. Je näher sie kam, desto heller wurde ihre Erscheinung. Ihre Umrisse wurden immer klarer und schließlich erkannte er sie – es war seine Oma. Sie wirkte jedoch wesentlich jünger, als er sie in Erinnerung hatte, und strahlte eine Liebe und Wärme aus, wie er sie noch nie erfahren hatte. Plötzlich vernahm er ihre Stimme in seinem Geist: „Ich habe schon auf dich gewartet. Endlich bist du wieder daheim.“

Es war eine telepathische Kommunikation, denn sie bewegte dabei nicht ihre Lippen.

Beide umarmten sich innig und voller Liebe, und er fühlte sich geborgen, willkommen und endlich daheim angekommen.

Patrick konnte nicht sagen, wie lange diese Begegnung dauerte, denn er hatte kein Zeitgefühl. Nach dieser herzlichen Begrüßung sagte sie: „Patrick, ich muss jetzt wieder zurück zu meiner Seelenfamilie, und ich freue mich, dich bald dort wiederzusehen. Ich habe dir viel zu erzählen.“

Mit diesen Worten entfernte sie sich langsam. Was meinte sie denn mit ihrer Seelenfamilie? Patrick war enttäuscht, denn er hatte viele Fragen auf dem Herzen. Aber sie hatte ja versprochen, dass er sie bald wiedersehen würde.

„Alle deine Fragen werden beantwortet werden, keine Sorge. Deine Erinnerung wird zudem auch allmählich wieder einsetzen, und bald wirst du wieder alles wissen.“

Ganz klar vernahm er diese Worte in seinem Kopf. Jemand hatte doch zu ihm gesprochen, oder hatte er sich das nur eingebildet?

Er schaute sich um und erkannte schemenhaft eine groß gewachsene, weiß gekleidete Gestalt. Im ersten Moment flößte ihm diese Erscheinung Ehrfurcht ein, aber als sie näherkam, spürte er, wie ihm ganz viel Mitgefühl, Verständnis und Liebe entgegenflossen.

Das Wesen lächelte ihn wohlwollend und liebevoll an und sagte: „Ich heiße Immanuel und bin dein Geistführer. Du hast diesen Erdenzyklus geschafft, lieber Patrick, und bist wieder daheim angekommen. Komm, ich bringe dich an einen Ort, wo du dich erst einmal erholen und alle deine Fragen stellen kannst. Du wirst dich dort auch wieder an vieles erinnern.“

„Wie konnte ich nur je diesen wunderschönen Ort vergessen, der ja eigentlich meine Heimat ist?“, schoss es Patrick durch den Kopf. „Warum vergaß ich meine wahre Heimat, als ich in die Erdenebene eintrat? Sieben Milliarden Menschen verharren in diesem Zustand der Amnesie und haben vergessen, warum sie da sind, woher sie kommen und wohin sie gehen. Auf dem Sterbebett haben viele immer noch keine Ahnung von ihrer wahren Natur und der Seelenheimat.“

„Sobald du einen neuen Erdenzyklus beginnst, entscheidest du dich sinnvollerweise für diese selbstauferlegte Amnesie. Wenn du nämlich alles über deine vergangenen Leben und über die Heimat deiner Seele wissen würdest, dann würdest du viel zu viel Aufmerksamkeit darauf verschwenden, statt dich um die Aufgaben in diesem Leben zu kümmern“, erklärte ihm Immanuel.

„Das verstehe ich. Ich würde mich dann sicherlich auch für erlittenes Unrecht und Ungerechtigkeiten rächen wollen.“

„Genauso ist es. Es gibt aber noch einen Grund, warum du deine wahre Identität als unsterbliche Seele vergessen hast. In der Geistigen Welt gibt es keine Gegensätze, keine Polarität. Hier ist alles paradiesisch. Ohne diesen Kontrast kannst du aber dein wahres Wesen nicht richtig kennenlernen. Wenn du nie die Dunkelheit erlebt hast, wie kannst du dann begreifen, was Licht ist, und diesen Zustand zu schätzen wissen? Gerade der Unterschied zwischen Hell und Dunkel führt dich zu einer tieferen Einsicht und schließlich dazu, dass du dich an deinen wahren Ursprung erinnerst. Du kannst also die meisten Lektionen nicht hier lernen, da es hier keine Gegensätze gibt. Auch sogenannte „negative“ Emotionen wie auf der Erde gibt es in der Geistigen Welt nicht.“

„Wo befinde ich mich denn jetzt? Bin ich im Himmel?“, fragte Patrick erstaunt.

„Dies ist der Ort, oder, besser gesagt, die Bewusstseinsebene oder Sphäre, in die alle Seelen zuerst kommen, nachdem sie ihren irdischen Körper abgelegt haben. Man nennt diesen Ort die Ankunftsebene oder auch die Astralebene. Sie umgibt und durchdringt die physische Welt, ist aber wegen ihrer höher schwingenden Frequenz für die meisten Menschen auf der Erde nicht wahrnehmbar. Die astrale Welt ähnelt der physischen Welt. Es gibt hier Berge, Flüsse, Täler und Länder, die von einer Vielzahl von Seelen unterschiedlicher Glaubenssysteme bewohnt werden. Diese gestalten ihre Umgebung nach ihren Wünschen und Vorstellungen. Sie bauen in Gedanken Dörfer, Städte, Schlösser, Kirchen, paradiesische Landschaften und alles, was ihnen auf Erden lieb und wertvoll war. Dies ist aber nicht der „ultimative Himmel“ oder das Paradies, wie es die Kirchen nennen. Hier verarbeitest du alles, was du auf Erden erlebt hast, und machst dir bewusst, welche deiner Gefühle und Erlebnisse noch nicht geklärt oder angenommen worden sind, was noch nicht in der Balance ist und was sich daraus als Konsequenz ergibt. Dieser Bereich wird von den kollektiven Gedanken und Empfindungen der Seelen erschaffen und aufrechterhalten. Manche irren anfangs in dieser Sphäre ratlos und hilfesuchend herum, weil sie sich noch nicht bewusst sind, dass sie nicht mehr unter den Lebenden weilen. Es handelt sich meist um solche, die nicht mit einem Weiterleben nach ihrem Tod gerechnet haben und nun anfangs völlig überrascht sind, dass sie sich getäuscht haben. Jeder erhält jedoch sofort die liebevollste Unterstützung von seinem Spirit Team, den Engeln und vielen Lichtwesen, die dabei helfen, dass die Umstellungsphase gut bewältigt wird.

Die Astralebene bietet den Verstorbenen außerdem auch die Gelegenheit, sich von irdischen Abhängigkeiten zu lösen und von niederen Bedürfnissen zu befreien.

Nach dieser sogenannten Eingewöhnungsphase kommst du in den dir entsprechenden Bereich, in dem du dann mit deiner Seelenentwicklung fortschreiten kannst.

Es gibt viele Dimensionen und verschiedene Bewusstseinsebenen. Du gelangst zu der Ebene, die deinem Bewusstseinsgrad, deiner geistigen Reife und Gesinnung entspricht. Dort bist du von anderen Seelen umgeben, die auf einem ähnlichen Niveau schwingen wie du. Es gilt das geistige Gesetz: „Gleiches zieht Gleiches an.“ Dein Bewusstsein gibt die Richtung an für deine Weiterreise.“

„Warum kann ich denn nicht gleich in diese höhere Dimension aufsteigen?“, wollte Patrick wissen.

„Um in diese höheren Lichtwelten aufsteigen zu können, ist es zuerst nötig, dass du dich von einigen irdischen Bindungen löst, in die du noch verstrickt bist. Du bist auch noch wie die meisten anderen von menschlichen Bedürfnissen und Wünschen abhängig, von denen du frei werden darfst. Je heller und klarer es in dir wird, desto mehr erweitert sich dein Bewusstseinshorizont.“

„Ich weiß, ich wollte noch unbedingt meinen Doktor machen, promovieren. Das war mein sehnlichster Wunsch. Sonst hat mich nichts mehr auf dieser Erde gehalten, außer der Liebe zu meiner Mutter. Zum Glück gab es eigentlich nichts, von dem ich körperlich oder seelisch abhängig gewesen wäre, von dem ich jetzt Mühe hätte, es loszulassen.“

„Da kannst du dich wirklich glücklich schätzen. Auf diese Seelen kommt nämlich eine besondere Anstrengung zu, die ähnlich wie bei einer Entziehungskur zu Entzugserscheinungen führen kann, zwar auf rein geistiger Ebene, aber darum nicht weniger schmerzhaft. Deshalb werden diese Seelen ganz bestimmten heilenden Maßnahmen zugeführt. Oft sind hier jedoch noch einige „Extrarunden“ in Form von Inkarnationen nötig, in denen die Seele immer wieder überprüfen kann, inwieweit sie das Gelernte schon praktisch umsetzen konnte. Menschen sollten sich also zu Lebzeiten gut überlegen, ob sie jedem spontanen Wunsch oder jeder momentanen Lust unkontrolliert nachgeben. Es ist mühsam, diese nach dem Tod wieder abarbeiten zu müssen, denn der Mensch ist nach seinem Übergang eben nicht automatisch erleuchtet, wie du selbst erfahren hast. Er ist immer noch der Gleiche wie zuvor, der Stamm liegt sozusagen genauso, wie er gefallen ist, und seine Gesinnung bleibt nach wie vor dieselbe. Seine bisherige Innenwelt wird nun zu seiner Außenwelt, nach dem geistigen Gesetz: „Wie innen, so außen.“ Er trifft hier nichts anderes an, als was er vor seinem irdischen Tod in Gedanken, Worten, Werken, Gefühlen, Ansichten und Meinungen in sich trug. Es begegnen ihm sozusagen Projektionen seiner Taten. Der Tod ist bloß ein Wechsel von einem Raum in einen anderen.“

„Was gibt es denn noch für Bereiche in den höheren Welten, und wie kann ich mir diese vorstellen?“, wollte Patrick wissen.

„In der diesseitigen und jenseitigen Welt ist alles in ständiger Bewegung und Schwingung. Vom einfachsten Atom bis zu den entferntesten Sternensystemen ist alles in ständiger Bewegung und Schwingung. Diese Schwingungssphären bestehen nebeneinander oder, besser gesagt, ineinander und beeinträchtigen sich nicht gegenseitig. Sie unterscheiden sich lediglich durch die Höhe und Tiefe ihrer Frequenz und somit durch die Anzahl und den Abstand ihrer eigenen Schwingungswellen. Je bewusster jemand ist, desto höher ist seine Eigenschwingung. Es ist also deine Eigenschwingung, die dafür verantwortlich ist, in welcher Dimension du dich aufhältst. Jeder geistige Fortschritt führt zu einer Schwingungserhöhung und ermöglicht dadurch den Aufstieg in eine höhere Dimension.

Diesseits und Jenseits unterscheiden sich also nur durch ihre Schwingung oder Frequenz. Eine niedere Frequenz kann in der Regel eine höhere Schwingung nicht durchdringen. Es ist aber möglich, dass ein höherer Wellenbereich einen niederen überwindet. Seelen, die also eine höhere Eigenschwingung aufweisen, können daher ungehindert in tiefere Sphären hinuntersteigen, während dieses umgekehrt nicht möglich ist. Das ist mit der Einschränkung gemeint, die sich auf den geistigen Entwicklungsstand oder den Schwingungsbereich der Seele bezieht.

Noch nicht so weit entwickelte Seelen bzw. Seelenanteile „bevölkern“ die unteren astralen Ebenen zwischen der irdischen Welt und den höheren Dimensionen. Die Energie in diesen niedrigen Ebenen ist dichter und ähnelt in ihrer Schwingung sehr der irdischen Welt. Die Seelen stecken dort oft noch in Urteilen, Vorurteilen und spiritueller Unwissenheit fest. Sie wollen oder können nicht in eine höhere erweiterte Welt des Lichts aufsteigen, da sie sich noch stark zu der irdischen Energie der materiellen Erde hingezogen fühlen.

Gleichzeitig sind sie jedoch auf einer anderen Ebene ihres Seins bereits „erleuchtet“, wie du es nennen magst, und im höchsten Licht.

Da es in der Seelenheimat, wie du weißt, keine Zeit gibt, ist alles bereits vorhanden, alle möglichen Ergebnisse, alle Varianten deines Selbst sind bereits existent.

Es gibt unendlich viele Bereiche oder Ebenen, die sich nur durch ihre Frequenz oder Schwingung und durch die Intensität des Lichtes unterscheiden. Alle Bereiche existieren nicht wirklich getrennt voneinander, sondern befinden sich quasi im selben Raum und überlagern sich. Aus Sicht der Seelen haben sie Grenzen, die sich in etwa so darstellen, dass sich bei Annäherung höhere und niedere Bereiche ein- oder ausblenden. Die erste Sphäre ist die Astralsphäre, in der du dich jetzt befindest.

Alles, was in der physischen Welt geschaffen wurde, auch alle Ideen und Inspirationen, alle großen Werke der Literatur, der Poesie, der Musik oder auch wissenschaftliche Erfindungen und Fortschritte in jeglichem Bereich werden in den höheren Regionen der Geistigen Welt erschaffen und nehmen ihren Weg über die niederen Ebenen bis in die irdische Welt. Alle Ideen stellen also eine Verbindung von den höheren zu den niedrigeren, zu den dichteren Sphären, dar. Nichts wurde jemals in der physischen Welt geschaffen, das nicht zuvor seinen Anfang in der Geistigen Welt genommen hat.

„Im Anfang war das Wort“, heißt es in der Bibel der Menschen, was eine sehr passende Umschreibung hierfür ist. Zuerst das geistige Konstrukt, der Plan, die Inspiration, dann die praktische Umsetzung und Manifestation in der physischen Welt.

Die höchste Sphäre ist die Lichtsphäre, auch Christus-Sphäre genannt. Seelen in dieser Dimension leben in vollkommener Freude und Harmonie und befinden sich auf der Ebene spiritueller Weisheit und vollkommener Bewusstheit. Jede Seele empfindet sich eins mit der einen Quelle, und es herrscht nur noch reinste Liebe. Die Seelen besitzen dort einen Geistkörper, der äußerst leicht und strahlend hell ist. Sie strahlen von innen heraus im hellen Eigenlicht, was für einen vollkommen geläuterten Seelenzustand spricht. Wer diese Entwicklungsstufe erreicht hat, hat das Rad der Wiedergeburt verlassen.

Jetzt aber bringe ich dich an den Ort der Erholung, der Regeneration und des Erinnerns. Deine lange und schwere Erkrankung hat in deinem Energiesystem Spuren hinterlassen. All das Schwere, was dich so belastet hat, all die körperlichen und seelischen Schmerzen, die da waren, darfst du nun wieder loslassen. Dort kannst du dich erholen und von irdischen Bindungen langsam lösen. Du erfährst dort eine Stärkung durch feinstoffliche Energiezufuhr.“

***

Ort der Erholung

Patrick befand sich in einem großen Gebäude mit unzähligen Betten, das ihn an ein Krankenhaus erinnerte. In den Betten lagen Menschen umringt von Lichtwesen, die ihnen gezielt Lichtenergie in Form von allen vorstellbaren und unvorstellbaren Farbstrahlen, Licht, Klang und Energiestrahlen zufließen ließen.

Patrick lag in einem bequemen Bett und blickte nach oben. Über ihm erstreckte sich eine große, runde Kuppel, und farbiges Licht strahlte aus etwas heraus, das aussah wie unzählige kleine Fenster, die sich oben an der Decke befanden, hinein in die Halle. Dieses allfarbige Licht verursachte in ihm wunderbare Lichtströme der Erneuerung. Wellen von Farben und Energie durchströmten und umgaben ihn.

Immanuel leitete einen Prozess der Energieerneuerung ein. Patricks Energiehaushalt war durch die lange Krankheit stark geschwächt. Diese machtvolle Energiezufuhr fühlte sich an wie eine herrliche Reinigungsdusche nach einem harten Arbeitstag, nur noch wesentlich intensiver. Jede Zelle seines feinstofflichen Körpers wurde mit dieser Energie aufgeladen, und seine Erinnerung kam immer mehr zurück.

Eine Vielzahl spiritueller Helfer und Heiler widmete sich nun seiner Heilung und Energiesanierung. Die Energien von Licht, Farbe und Klang halfen bei der Heilung seines Energiekörpers.

Patrick betrachtete staunend seinen jetzigen feinstofflichen Körper. Von den Spuren all der schweren Operationen, der langen Erkrankung war nichts mehr zu sehen, das war ihm bis dahin noch gar nicht aufgefallen. Alle Schmerzen und Beschwerden waren wie weggeblasen, er fühlte sich frisch, jung und energiegeladen.

„Kommen eigentlich alle Menschen hierher, also auch jene, die böse Taten begangen haben? Für die christlichen Kirchen wäre der Gedanke schlichtweg unerträglich, dass diesen einfach alles vergeben wird und sie auch Heilung bekommen. Die Kirche vertritt doch die Auffassung, dass eine Seele, die im Zustand der Unbußfertigkeit ist, direkt in die Hölle kommt, um im „ewigen Höllenfeuer“ oder zumindest im Fegefeuer zu schmoren.“

„Jeder, der Heilung und Energieerneuerung benötigt, kommt an diesen Ort. Es gibt keine Hölle für die Seele, abgesehen vielleicht vom Leben auf der Erde“, lachte Immanuel. „Jeder schafft sich seinen eigenen Himmel oder seine eigene Hölle. Die Seele kann sich aber entscheiden, diesen Ort für sich selbst zu erschaffen. Die Hölle wird dann zu einem Ort der Bestrafung. Wenn eine Seele nach ihrem Tod an negativen Gedanken oder Schuldgefühlen festhält, dann erschafft sie damit ihre eigene Hölle. Sie ist sozusagen ihr eigener Richter und Kerkermeister. Die Hölle ist eigentlich kein Ort, sondern ein Bewusstseinszustand. Himmel und Hölle sind innerseelische Zustände und nicht äußere Orte. Keine äußere Kraft hat diese Situation erzeugt. Die Seele verliert ihre Leuchtkraft, und ihr Bewusstsein trübt sich ein. Sie kann sich aber jederzeit dafür entscheiden, dem Licht der Liebe zu folgen. Sobald sie sich selbst vergeben und ihren selbstverursachten Zustand als erdrückend und trostlos erfahren hat, kann sie in eine höhere Sphäre aufsteigen. Sie wird von sich aus nach dem Licht höherer Erkenntnis streben und empfänglich und belehrbar sein für die Annäherung und Unterstützung von Lichtwesen aus höheren Sphären. Die Lichtwesen werden niemanden unaufgefordert beeinflussen. Sie wollen jedem einfach die Möglichkeit bieten, wieder den Weg des Lichts zu wählen. Das Licht ist immer vorhanden, auch wenn sich ein begrenzter Bereich ausgrenzt und dadurch Dunkelheit erzeugt. Sobald sich auch nur die kleinste Ritze öffnet, ist das Licht da und strahlt in die Dunkelheit.

Aus der Sicht der Seelenheimat sind kein Ereignis und keine Handlung per se „gut“ oder „schlecht“. Es sind einfach nur Erfahrungen, welche die Seele macht. Jede Erfahrung gibt ihr die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.“

**

Durch die Behandlung fühlte sich Patrick immer lebendiger und klarer. Sein Energieniveau und sein Erinnern nahmen immer mehr zu. Er war nicht nur von Wissen erfüllt, sondern auch mit aller nur vorstellbaren Liebe.

Er war jetzt bereit, diesen Ort zu verlassen. Erstaunt stellte er fest, dass er seine Umgebung durch seine Willenshaltung, durch seine Gedankenausrichtung und durch seine Vorstellungen ständig ändern konnte. Es gab nicht nur eine Welt, es gab Milliarden verschiedene Welten, die er sich immer neu erschaffen konnte. Womit er sich beschäftigte, woran er gerade dachte und worauf er seinen Fokus legte, wurde zur Realität. In Bruchteilen eines Gedankens konnte er an jedem Ort sein, den er sich wünschte. Seine Einschränkung richtete sich lediglich nach seinem zurzeit erreichten geistigen Entwicklungsstand. Die Fortbewegung erforderte kein Nachdenken und war ganz leicht. Er reiste in „Gedanken“ bzw. durch Gedankenkraft und bewegte sich mit unfassbarer Geschwindigkeit von einem Ort zum anderen. Jeder Gedanke zeigte sofort ein unmittelbares Ergebnis. Wenn er ans Fliegen dachte, dann flog er, und wenn er daran dachte, durch eine Wand zu gehen, tat er es.

Patrick konzentrierte sich, und augenblicklich stand er am Nordrand des Grand Canyons. Er betrachtete das atemberaubende Panorama. Die untergehende Sonne erzeugte ein beeindruckendes Farbenspiel aus orange- und kupferfarbenem Licht, das die Wände des Canyons beleuchtete. Es war ein unglaublicher Anblick.

Dann richtete er seine Aufmerksamkeit auf den Mond und fand sich augenblicklich in der kahlen Landschaft des Mondes wieder und blickte auf etwas, das wie eine große blaue Kugel aussah.

Er konnte sich jede Realität schaffen, in der er seinen Lieblingsbeschäftigungen, seiner Passion nachgehen wollte. Er konnte sich auch eine exakte Kopie der Umgebung erschaffen, die ihm von früher vertraut war. Dazu brauchte er nur diese Orte in seine Erinnerung zu rufen und gerichtete Energiestrahlen seiner Gedanken und Gefühle einzusetzen, damit die entsprechenden Bilder entstehen konnten.

Wenn er auf andere Seelen traf und sich fragte, woher er sie wohl kenne, dann projizierten sie so etwas wie einen kleinen Film in seinen Kopf. Oder sie forderten ihn auf, in seinem Kopf nach der Erinnerung zu suchen, und er sah die Bilder der gemeinsamen Erlebnisse so, als würde er einen Film ansehen, gleichsam in diesen Film eintauchen mit allen Eindrücken, die dazugehörten.

Er begegnete zum Beispiel einer bestimmten Seele, und plötzlich tauchte eine Erinnerung auf, wie er selbst als 10-jähriger Junge mit diesem Freund im Garten spielte. Sein Freund beugte sich über eine Wassertonne und fiel kopfüber in die mit Wasser gefüllte Tonne. Er steckte fest und konnte sich nicht selbst befreien. Geistesgegenwärtig zog ihn Patrick an den Beinen heraus und rettete ihm so das Leben. Patrick und sein Freund teilten diese gemeinsame Erinnerung nun noch einmal und betrachteten sie zusammen, erlebten sie wieder mit allen Sinneseindrücken und Gefühlen, die damals dazugehörten. „Mein Leben lang bin ich dir nicht mehr begegnet, lieber Patrick, und ich wollte dir all die Zeit dafür danken, dass du mir das Leben gerettet hast und ich so die Chance hatte, so vieles noch erleben zu dürfen.“ Patrick freute sich über die Worte des Freundes sehr und beide lagen sich überglücklich in den Armen.

„Achte stets auf deine Gedanken, denn alle Formen werden durch fokussierte Gedanken geschaffen, und sie sind sehr real. Das gilt für jede Dimension des Universums“, ermahnte ihn Immanuel. „Du bist immer verantwortlich für deine Gedanken, egal, in welcher Dimension du dich befindest. Du hast erlebt, dass alle Gedanken sofort zu einer Umstrukturierung deiner nicht-physischen Umwelt geführt haben. Deine Gedanken üben also einen mächtigen Einfluss auf deine unmittelbare Umgebung aus.“

***

Gibt es im Himmel Religionen?

Da sich Patrick sein Leben lang sehr stark in einer christlichen Gemeinde engagiert hatte, fragte er sich, warum er bisher eigentlich noch niemanden aus seiner Kirchengemeinde oder Glaubensrichtung getroffen hatte. Bevor er starb, hatte er fest daran geglaubt, dass er nach dem Tod in Gemeinschaft mit jenen sei, die seinen Glauben teilen. Das wurde jeden Sonntag gepredigt.

Es wurde doch gelehrt, dass Jesus kommen wird, um die Seinen zu sich zu holen. Just in dem Augenblick, als er diesen Gedanken hatte, befand er sich vor einer Kirche, die genauso aussah wie jene, die er jahrelang auf Erden besucht hatte. Ein Mann mit feierlichem schwarzem Anzug kam ihm freudestrahlend entgegen und begrüßte ihn herzlich.

„Wir haben schon auf dich gewartet, Patrick. Endlich bist du da. Komm schnell mit, der Gottesdienst geht gleich los. Dort vorne in der ersten Reihe ist dein Platz.“

Patrick wunderte sich, dass es hier einen Gottesdienst gab. Er war doch jetzt hier in seiner Heimat bei Jesus. Wozu brauchte es denn einen Gottesdienst? Wahrscheinlich erscheint Jesus ja bei dem Gottesdienst?, fragte er sich.

Kaum hatte sich Patrick hingesetzt, ertönte wunderschöne Orgelmusik, und mehrere Amtsträger schritten andächtig nach vorne zum Altar. Einige kannte er von früher. Sie begrüßten ihn freundlich mit einem Lächeln und Kopfnicken und nahmen dann neben dem Altar Platz.

Patrick sah sich um. Auch von innen glich das Gebäude aufs Haar genau der Kirche, die er von früher kannte. Einer der Priester trat an den Altar, und nach einem kurzen Eingangsgebet fing er mit seiner Predigt an. Alle Anwesenden hingen an seinen Lippen. Der Kern seiner Predigt war wie immer das Warten auf und das Kommen des Herrn Jesus.

Patrick erinnerte sich an seinen Bruder Robert. Er war der Erste in seiner Familie gewesen, der dieser Kirche vor vielen Jahren beigetreten war. Mit Feuereifer und großer Begeisterung war er dabei gewesen und versuchte infolgedessen, alle von seinem Glauben zu überzeugen. Damals war Robert verlobt gewesen, und als seine Verlobte nicht bereit war, mit ihm diesen Weg zu gehen, löste er die Verlobung und trennte sich von ihr. Fast jeden Tag ging er in diese Kirche, engagierte sich im Chor und im sozialen Bereich. Natürlich hatte er seine Mutter, seine Oma und Patrick selbst auch von seinem Glauben und dieser wunderbaren Gemeinschaft überzeugt. Später übersiedelte Robert aus beruflichen Gründen nach Deutschland und löste sich nach langen Jahren schließlich von seinem Glauben und dieser Kirche. Er ging nun seinen eigenen spirituellen Weg, hatte aber den Kontakt zu seiner Heimatgemeinde nie ganz abgebrochen. Stets besuchte er mit seiner Mutter den Gottesdienst, wenn er sie gemeinsam mit seiner Frau an ihrem Wohnort besuchte.

„Na, wie hat es dir gefallen?“, Patrick erschrak. Er war so sehr in seine Gedanken vertieft gewesen, dass er gar nicht gemerkt hatte, dass der Gottesdienst schon zu Ende war. Die Frau, die neben ihm saß, sah ihn erwartungsvoll an.

„Sehr schön. Der Gottesdienst ist ja hier genauso, wie ich ihn von früher kenne“, antwortete Patrick.

„Na klar doch. Es hat sich ja auch nichts geändert, außer dass wir keinen irdischen Körper mehr haben“, versicherte ihm die Frau.

„Ich hatte jedoch gehofft, Jesus zu sehen. Ich dachte, wir sind jetzt bei ihm“, wunderte sich Patrick.

„Nicht doch, wir warten immer noch auf sein Kommen.“

Patrick war enttäuscht und dachte an seinen Bruder. Er hatte nie verstehen können, warum Robert, der früher so missionarisch unterwegs gewesen war, plötzlich einen anderen Weg eingeschlagen hatte. Das wollte er unbedingt noch wissen, aber wie sollte er ihn denn fragen? Robert weilt doch noch auf der Erde?

„Vielleicht kann ich dir helfen.“

Patrick sah sich um – Immanuel war da.

„Das wäre schön. Diese Frage beschäftigt mich schon sehr lange.“

„Robert merkte mit der Zeit, dass es in seiner Gemeinde verschiedene Strömungen und Ansichten gab. Es herrschte die Meinung, dass man Amt und Person trennen müsse. Dies war jedoch nicht seine Überzeugung. Robert fühlte, dass jemand, der anderen in religiöser Hinsicht ein Vorbild war, dies im Privatleben ebenso umsetzen sollte. Vielen anderen ging es auch wie ihm, und so kam es zur Spaltung innerhalb dieser Gemeinde. Robert zog sich dann aber immer mehr zurück. Schließlich traf er die Entscheidung, aus der Kirche auszutreten.“

„Du meinst also, es wurde Wasser gepredigt und Wein getrunken?“

„So kann man es auch ausdrücken. Robert sagte, dass es seinem Empfinden nach in der Kirche, nicht nur in dieser, sondern generell in allen Kirchen, die er kennengelernt hatte, zu sehr „menscheln“ würde. Er wandte sich mehr dem Spirituellen im Inneren ohne Bindung an bestimmte Konfessionen zu, übte sich in Meditation, Innenschau und Yoga und beschäftigte sich weiter intensiv mit den großen Sinnfragen des Lebens: Wer oder was bin ich, woher kommen wir, und warum bin ich hier? Er hat auch gelernt, seine feinstofflichen Sinne zu schärfen und seine medialen Fähigkeiten zu erweitern. Sein Ziel war und ist es, seinen eigenen Draht zu Gott, zu höheren Energien und zu höherem Wissen zu finden.

Das Dogmatische und Missionarische hat er weitgehend abgelegt und versucht mehr und mehr, die Wahrheiten der anderen als gleichwertig zu akzeptieren. Dies ist eine seiner Lebensaufgaben. Um das lernen zu können, hat er zunächst das andere Extrem gebraucht und sich in die Energie von Missionieren und Recht-Haben begeben. Nur so konnte er schließlich begreifen, dass jeder, bedingt durch sein Wissen, sein Wesen, seine Erfahrungen und seinen Lernplan, seine eigene Wahrheit hat und alle diese Wahrheiten gleichwertig nebeneinander bestehen können. Die eine Wahrheit sticht die andere nicht aus, um es mit menschlichen Begriffen auszudrücken.

Er hat erkannt, dass es keine absolute Wahrheit gibt, weil jeder von uns nur individuell wahrnimmt. Jeder darf seine eigene Wahrheit finden.“

„Sagtest du, dass Robert gelernt hat, seine medialen Fähigkeiten zu schärfen? Dann könnte ich doch mit ihm in Kontakt treten?“

„Ja, natürlich kannst du mit ihm Kontakt aufnehmen. Bald wird es in Frankfurt einen Vortrag von einem bekannten spirituellen Medium geben. Dort hast du die Möglichkeit, über dieses Medium mit Robert direkt in Kontakt zu treten. Robert trägt sich mit dem Gedanken, mehrere Bücher über das sogenannte Leben „nach dem Tod“, über Bewusstsein und den Sinn des Lebens zu schreiben, und dabei darfst du ihm helfen und ihn inspirieren. Diese Bücher werden für bestimmte Menschen sehr wichtige Wegweiser sein, sie werden ihnen ihre Angst nehmen und ihr Bewusstsein in neue Bahnen lenken, und somit können viele Situationen auf lichtvolle Weise beeinflusst werden. Daher ist es wichtig, diese Bücher nun tatsächlich so schnell wie möglich in die Welt zu bringen.

Du kennst deinen Bruder und weißt, dass er diesen Schubs von oben braucht, um den Mut zu finden, mit seinen Gedanken, Erfahrungen und Erkenntnissen an die Öffentlichkeit zu treten. Gemeinsam könnt ihr vielen Menschen helfen, einen direkten Zugang zur Spiritualität zu finden und ihnen Hoffnung, ja, sogar die Gewissheit schenken, dass es nach dem Tod weitergeht.“

Patrick war ganz aufgeregt und konnte es gar nicht mehr erwarten, mit Robert in Kontakt zu treten und ihn bei seinen Bücherprojekten zu unterstützen.

**

Da Patrick jahrelang in einem schlecht funktionierenden Körper festgesessen hatte, wollte er sich nun endlich seinen sehnlichsten Wunsch erfüllen.

„Ich möchte erst einmal meine neu gewonnene Freiheit genießen und im Meer surfen“, dachte Patrick, und im gleichen Augenblick befand er sich an einem wunderschönen weißen Sandstrand. Er nahm sein Surfbrett, das neben ihm stand, und stürzte sich genussvoll in die Fluten und genoss Wind, Salzwasser und Wellen und schwebte förmlich über dem Wasser. Wie lange er diese Freuden auskostete, konnte er nicht genau sagen, aber da es ja bekanntermaßen keine Zeit gibt, konnte er auch keine verschwenden und gab sich aus vollem Herzen seinen Gefühlen und dem Genuss hin.

Endlich konnte er auch wieder Skifahren, Fußballspielen und all die Tätigkeiten ausüben, die er früher so geliebt hatte, die ihm aber zeitlebens wegen seiner Behinderung verwehrt geblieben waren.

Im Gegensatz zur Erde schien hier alles möglich zu sein, und es gab keine Schranken für Hobbys oder vergnügliche Beschäftigungen. Jeder konnte entsprechend seiner inneren Ausrichtung und seinem Glauben seine Realität beeinflussen und mitgestalten gemäß seiner mitgebrachten Vorstellungen und Konzepte. Er beobachtete Seelen und Energiewesen, die jedes bekannte und unbekannte Instrument aus dem Nichts hervorholten und darauf spielten. Die Töne, die hier erschaffen wurden, umfassten eine wesentlich größere Skala als jene auf der Erde. Es gab Chöre, Musikgruppen, Sänger, Bands jedweder Couleur, jeder Stilrichtung. Die unfassbar schöne, vielfarbige Musik, die sie zu ihrer Freude und zur energetischen Belebung anderer hervorbrachten, hatte nichts mehr mit irdischen Maßstäben gemein und übertraf alles, was Patrick sich je hatte vorstellen können. Die Töne waren nicht nur akustisch hörbar, sondern auch spürbar, sichtbar, mit allen Sinnen genießbar.

Andere wiederum erschufen wahre Kunstwerke, Maler, Bildhauer, Künstler jeder Art konnte er staunend beobachten, jedes Material stand ihnen in unbegrenzter Menge und Variation zur Verfügung und der Kreativität waren keinerlei Grenzen gesetzt.

Die Essenz aller Kunst ist die Liebe, das wurde Patrick klar.

Sein Geistführer schaute ihm wohlwollend lächelnd zu. Er kannte dieses Gefühl der wiedergewonnenen Freiheit, denn auch er hatte schon unzählige Male auf dieser Erde inkarniert, bevor er Patricks Geistführer wurde.

***

Gut angekommen – Nachricht von drüben

Plötzlich spürte Patrick das Gefühl einer tiefen Traurigkeit, das ihn wie eine dichte, dunkle Welle erreichte. Als er genauer hinfühlte, merkte er, das waren der tiefe Schmerz und die Trauer seiner Mutter um seinen Verlust. Die beiden waren tief verbunden gewesen in diesem Leben, und ihre irdische Verbindung reichte über etliche miteinander verbrachte Leben zurück.

Er beschloss, ihr ein Zeichen zu schicken, um ihr mitzuteilen, dass es ihm gut ginge. Da er sich nicht verbal mitteilen konnte, musste er eine andere Form der Kontaktaufnahme finden. Es gab vielerlei Möglichkeiten, diese Verbindung aufzunehmen, und er überlegte, ob er vielleicht ein aufgestelltes Foto umfallen lassen oder sie den Duft seines Lieblingsrasierwassers wahrnehmen lassen sollte? Oder vielleicht sollte er lieber versuchen, mit ihr im Traum Kontakt aufzunehmen, da im Schlaf ihr Bewusstsein weitgehend „heruntergefahren“ sein würde und somit eine Kontaktaufnahme leichter wäre?

Schließlich entschied er sich für die Kontaktaufnahme über die Elektrizität, denn Elektrizität ist ein gutes Leitmedium für die Geistige Welt. Elektrischer Strom ist eine Kraft, die von der Vorrichtung abhängt, mit der sie verbunden ist. Also versuchte Patrick, diverse elektrische Geräte im Haushalt seiner Mutter, wie Radio, TV, Waschmaschine oder Licht, ein- oder auszuschalten oder das Licht zumindest zum Flackern zu bringen. Seine Versuche blieben jedoch erfolglos. Auch im Traum drang er nicht zu ihr durch.

Patrick war frustriert.

„Wieso schaffe ich es nicht, einen Kontakt herzustellen?“

„Das liegt nicht an dir, Patrick. Deine Mutter ist immer noch sehr in Schock und Trauer und daher momentan nicht empfänglich für deine Impulse. Tiefe Trauer und starke Emotionen erschweren manchmal einen Kontakt. Versuch es doch mal bei deinem Bruder Robert“, schlug Immanuel vor. „Ich glaube, da wirst du erfolgreicher sein.“

„Ja natürlich, Robert ist doch medial unterwegs!“

Tatsächlich, gleich der erste Versuch war von Erfolg gekrönt. Patrick schaffte es, sehr zum Leidwesen seines Bruders, die Elektronik seines Autos lahmzulegen. Das Fahrzeug ließ sich per Fernbedienung nicht mehr auf- und zuschließen. Das passierte Robert dreimal, und zwar ausgerechnet jedes Mal dann, wenn er seine Mutter, die fünf Autostunden entfernt wohnte, besuchte. Auch Roberts Heizung zu Hause samt Warmwasserversorgung konnte er mühelos lahmlegen, innerhalb weniger Stunden schaltete sich die Elektronik jedoch wie „von selbst“ wieder ein. Danach war der „Spuk“ zu Ende. Robert verstand die Botschaft, die Patrick damit senden hatte wollen, und freute sich von Herzen darüber und gab sie seiner Mutter weiter. Diese war natürlich zunächst sehr enttäuscht, dass Patrick sich nicht bei ihr, sondern bei seinem Bruder gemeldet hatte, doch konnte sie Patricks Lebenszeichen annehmen und fand etwas Erleichterung in ihrer Trauer um ihren geliebten Sohn.

„Roberts Schwiegermutter war nach ihrem Übergang noch erfolgreicher als du. Sie hat Tinas teure Kaffeemaschine durch plötzliche Überspannung kaputt gemacht, einen nagelneuen Fön zum Kurzschluss gebracht und die gesamte EDV im Büro ihres Sohnes lahmgelegt.“

„Da bin ich aber froh, dass ich nicht mehr Schaden angerichtet habe. Wenn ich an die stümperhaften Versuche der Kontaktaufnahme mit der Elektronik des Autos denke, dann hätte ich meinen Bruder wahrscheinlich damit zu Tode erschreckt“, entgegnete Patrick erleichtert.

***

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9783754137185
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