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Michael Haitel & Jörg Weigand (Hrsg.)

Visionen & Wirklichkeit

Rainer Eisfeld zum 80. Geburtstag

AndroSF 139

Michael Haitel & Jörg Weigand (Hrsg.)

VISIONEN & WIRKLICHKEIT

Rainer Eisfeld zum 80. Geburtstag

AndroSF 139

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© dieser Ausgabe: 04. April 2021

p.machinery Michael Haitel

Titelfoto: Heinz J. Galle

Fotografien: Robert Christ, Gustav R. Gaisbauer, Beistellungen von Gustav R. Gaisbauer, Dieter von Reeken

Layout & Umschlaggestaltung: global:epropaganda

Lektorat & Korrektorat: Michael Haitel

Herstellung: global:epropaganda

Verlag: p.machinery Michael Haitel

Norderweg 31, 25887 Winnert

www.pmachinery.de

für den Science Fiction Club Deutschland e. V., www.sfcd.eu

ISBN der Printausgabe: 978 3 95765 232 4

ISBN dieses E-Books: 978 3 95765 863 0

Jörg Weigand: Zielstrebig und mutig

Rainer Eisfeld – Science-Fiction-Fan und engagierter Politikwissenschaftler

Meine Frau Karla und ich hatten in der zweiten Hälfte des Jahres 2002 die Freude, eine Woche mit Walter Ernsting in Salzburg verbringen zu können. Thema war das Gästebuch, das die Familie Ernsting seit 1956 ihren Gästen für einen Eintrag präsentiert hatte. Dankenswerterweise hat der Erste Deutsche Fantasy Club das einzigartige, z. T. schwer entzifferbare Dokument über die Fan-Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland ein Jahr später in Faksimile und kommentiert herausgebracht.

Wer darin blättert, findet die Unterschrift des gerade einmal fünfzehnjährigen Rainer Eisfeld direkt unter der Signatur von Wolfgang Jeschke. Anlass war der sogenannte Zwischencon des SFCD vom 1. bis 3. April 1956 in der Nähe von Bayrischzell, nach dem ersten Haupttreffen der Fans in Wetzlar. Ein anderer, damals prominenter Gast war Ernst H. Richter, der unter eigenem Namen wie auch unter den beiden Pseudonymen »William Brown« und »Ernest Terridge« bereits etliche Science-Fiction-Romane im Leihbuchformat veröffentlicht hatte.

Einschub: Ich gestehe, dass ich sehr neidisch wurde, als ich diesen Eintrag zum ersten Mal las. Welche Entschlusskraft bei einem so jungen Mann, von Bonn aus (wo Eisfeld damals zu Hause war) bis nach Oberbayern zu fahren, um sich mit (bislang unbekannten) Gleichgesinnten zu treffen. Und (Überraschung!) – diese Eltern. Bei meiner Familie wäre das nicht möglich gewesen. Wie viel Vertrauen müssen Eisfelds Eltern in ihren Sohn gehabt haben!

Umgeblättert, findet sich noch einmal Eisfelds Name. Der Eintrag lautet:

»Als mein hungriger Magen durch ein Mittagessen bei W. E. besänftigt war, stieg im Geiste eine Zukunftsvision vor mir auf:

We fly to the neverending space,

We fly to eternity,

But happy are our faces,

For we’ll conquer infinity!«

Worauf sich der Nachsatz: »Na, Mr. Parr, was sagen Sie nun?« bezieht, kann ich nicht deuten. Der Engländer Julian Parr war 1955 Mitbegründer des Science Fiction Clubs Deutschland. Rainer Eisfeld selbst notiert bei diesem Eintrag seine Mitgliedsnummer beim SFCD mit Nr. 106.

Die Faszination, der »sense of wonder«, wie er in den Anfangsjahren, quasi während der Aufbruchszeit der Science-Fiction in der Bundesrepublik Deutschland, die Fans auszeichnete, spricht eindrucksvoll aus dem Gedicht des jungen Eisfeld. Kein Wunder also, dass er sich selbst auch als Autor von Science-Fiction versuchte, nachzulesen in der 1957 von »Henry Bings« alias Heinz Bingenheimer zusammengestellten und herausgegebenen utopischen Anthologie »Lockende Zukunft«. Der Band erschien in dem auf Titel für gewerbliche Leihbüchereien spezialisierten Bewin-Verlag, angesiedelt im sauerländischen Menden. Während diese billig ausgestatteten und produzierten Romane gemeinhin einen Kunststoffeinband erhielten, Supronyl genannt, wurde die Bingenheimer-Anthologie für Sammler nicht nur mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen versehen, sondern erhielt auch einen Leineneinband. Unter den Autoren finden sich zu späterer Zeit so bekannte Namen wie Clark Darlton alias Walter Ernsting, Jay Grams alias Jürgen Grasmück, Wolfgang Jeschke, Ernst H. Richter, Karl Herbert Scheer, Willi Voltz und eben auch Rainer Eisfeld.

Seine kurze Erzählung »Die Hölle auf Erden«, illustriert von Jan Groenmeyer, greift ein nach den Schrecken von Hiroshima und Nagasaki in der SF der Fünfzigerjahre gängiges Schreckensmotiv vom Untergang der Menschheit nach einem weltumspannenden Atomkrieg auf. Und ist – gemessen an so manchem anderen Beitrag in dieser Anthologie – für einen Fünfzehn-, Sechzehnjährigen überraschend gut, ja geradezu professionell geschrieben. Man kann sagen, der junge Mann traute sich etwas zu.

Das Selbstvertrauen des jungen Rainer Eisfeld war sehr ausgeprägt: Auf seine Nachfrage mit dem Hinweis, dass er inzwischen Science-Fiction in der Originalsprache lese, hatte ihm Walter Ernsting bereits ein Jahr zuvor eine Probeübersetzung für das von ihm herausgegebene »Utopia-Magazin« anvertraut. Es handelte sich um die im November 1950 in »Galaxy Science Fiction« veröffentlichte Erzählung »Misbegotten Missionary« von Isaac Asimov; die Übersetzung erschien in der fünften Ausgabe des »Utopia-Magazins«. Offensichtlich war Ernsting von Eisfelds Übersetzungsfähigkeiten so beeindruckt, dass in der nächsten Ausgabe bereits die zweite Eisfeld-Übersetzung erschien: eine Erzählung von Murray Leinster (diesmal freilich, zum Leidwesen des jungen SF-Schaffenden, ohne Angabe des Übersetzers).

Im gleichen Jahr wie Bingenheimers Anthologie »Lockende Zukunft« erschien auch Eisfelds erste Romanübersetzung als »Utopia Kriminal« Band 25: »Ingenieure des Kosmos« von Clifford D. Simak (Originaltitel »Cosmic Engineers«). In den nächsten Jahren folgten weitere Romane im Romanheft wie im Leihbuch, unter anderen solche von Isaac Asimov, Jon J. Deegan, Raymond F. Jones, A. E. van Vogt und Jack Williamson, zum Teil unter dem von Ernsting verwendeten Pseudonym »Armin von Eichenberg«.

Einschub: Die Arbeit als Übersetzer hat dem jungen Rainer offenbar nicht nur willkommenes Honorar eingebracht, sondern auch Spaß gemacht. Bis Mitte der Sechzigerjahre war Eisfeld auf diesem Arbeitsfeld aktiv und übersetzte neben nicht wenigen Science-Fiction-Titeln auch Western (etwa von Louis L’Amour »The Tall Stranger«, veröffentlicht im Jahre 1963 unter dem Titel »Der fremde Reiter« im Leihbuchverlag Balowa), aber auch Kriminalromane. Für den Ullstein-Verlag übertrug er 1965/66 mehrere Titel des Autors W. T. »Todhunter« Ballard ins Deutsche, etwa »Feuerwasser«, »Mörderische Stadt«, »Fahrt in den Tod« oder »Gefährliche Erbschaft«. Auch ein Erle-Stanley-Garner-Titel kommt dazu (möglicherweise gibt es mehrere, die ich nicht identifiziert habe): »The Case of Lazy Lover«, erschienen als »Perry Mason und der lustlose Liebhaber«.

Zurück zu den ersten Jahren des R. E.:

Auch sonst war der Fan Rainer Eisfeld sehr aktiv. Er hatte in Bonn die Ortsgruppe des SFCD gegründet und wurde anlässlich des Neubaus seines Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums initiativ. Walter Ernsting hat Eisfelds Bericht an ihn über das Ereignis in einem Beitrag über »SFCD und die Öffentlichkeit« im Utopia-Magazin Nr. 5, wo auch auf eine Veranstaltung in Recklinghausen hingewiesen wurde, auf Seite 123, zitiert:

»Mir bot sich eine gute Gelegenheit, als am 1. Oktober 1956 das neue Schulgebäude eingeweiht werden sollte, und einige Ausstellungen unter dem Motto: ›Freizeitbeschäftigungen der Schüler‹ gestartet wurden. Ich schnappte mir kurzentschlossen meinen SFCD-Freund Volkhard Peters und erklärte ihm: ›Wir machen eine Ausstellung über Science-Fiction!‹

In fünf Nachmittagen war das nötige Material ausgesucht und aufgebaut. Bei der Aufteilung wurde nach mehreren Hauptgesichtspunkten verfahren. Raumfahrt zeigte, wie weit der Mensch heute ist und bald sein wird. Astronomie hatte hauptsächlich die Verhältnisse auf den Planeten des Sonnensystems zum Gegenstand. Außerirdisches Leben wurde kurz gestreift und das viel umstrittene Thema der fliegenden Untertassen behandelt. Dem SF-Film waren einige Plakate und Bilder gewidmet, und mehrere Tische zeigten SF als Literatur. Neben amerikanischen Pocketbooks und Magazinen sah man Bücher aus England, Frankreich und Deutschland. Den Abschluss bildete ein Blick auf den SFCD.«

Walter Ernsting konnte mit seinem jungen Fan wahrlich zufrieden sein. Er zog das Fazit:

»Diese beiden Ausstellungen zeigen, dass SF eine Literatur ist, die es verdient, beachtet zu werden. Sie beweisen, dass man auch den SFCD bereits beachtet. Wir werden in fünfzig Jahren wissen, wie weit die technische Weiterentwicklung unsere kühnsten Träume überflügelt hat. Vielleicht werden wir dann feststellen, dass wir noch viel zu pessimistisch waren.«

Eisfelds Initiative, die einem Hauptanliegen Walter Ernstings entgegenkam, der Science-Fiction in der Bundesrepublik Deutschland möglichst viel Aufmerksamkeit und damit Leser und gleichzeitig die Fans in einer großen Organisation (SFCD) zu sammeln, beeindruckte den Utopia-Redakteur derart, dass er dem Gymnasiasten die Betreuung der Wissenschaftsrubrik im Vereinsorgan »Andromeda« anbot.

Wie zielstrebig und selbstbewusst sich der junge Rainer Eisfeld in die Fanorganisation SFCD einbrachte, ist auch an der Tatsache erkennbar, dass er die deutschen Fans im Auftrag des SFCD 1957 auf dem Worldcon zu London vertrat. Zum allerersten Mal wurde dieses Großtreffen der SF-Begeisterten außerhalb der Vereinigten Staaten abgehalten; für die deutschen »Provinzler« die Gelegenheit, sich zu präsentieren. Galionsfigur für Deutschland war Rainer Eisfeld und er schlug sich offenbar gut.

Ernsting hatte dem Botschafter der deutschen SF eine Aufgabe mitgegeben, die dieser brav erfüllte: internationale Unterstützung einzufordern. Zusammen mit dem amerikanischen Literaturagenten, Herausgeber und Großsammler Forrest J. Ackerman, der sich während des gesamten Aufenthalts des jungen Fans vom europäischen Festland angenommen hatte, verfasste er ein »Manifest«, das unter anderen von so großen Autorennamen wie Brian W. Aldiss, H. Kenneth Bulmer, H. J. Campbell, Eric Frank Russell, Robert Silverberg und John Wyndham unterzeichnet war. Zurück in Deutschland, konnte Eisfeld seinem Auftraggeber Vollzug vermelden und den Aufruf auf dem ersten großen Con des SFCD in Bad Homburg (sogenannter »Biggercon« vom 14. bis 16. September 1957) präsentieren.

Darin heißt es:

»Die Unterzeichneten kennen die Probleme der SF in Deutschland und können Walter Ernsting in seinen Methoden und Zielen nur unterstützen. Soweit wir informiert sind, strebt Walter Ernsting die weitmöglichste Verbreitung des SF-Gedankens mithilfe des Erich-Pabel-Verlages an, dem ersten deutschen Verleger utopischer Heftromane. Wir sind davon überzeugt, dass dies der einzige und beste Weg ist, Science-Fiction populär zu machen.«

Dass so viele in der angloamerikanischen SF-Szene bekannte und berühmte Autoren unterschrieben, war leicht erklärlich: Es winkte ein großer Absatzmarkt im deutschsprachigen Raum und ein derart Aktiver wie Walter Ernsting musste unbedingt unterstützt werden: Es lockten Abdrucke in den »Utopia«-Reihen, vorzugsweise im »Utopia Großband«, aber auch im Leihbuch. Da scherte es niemanden, dass der Pabel-Verlag auch die gerade in der Anfangsphase besonders radikal-militaristische Reihe der »Landser«-Romane herausbrachte.

Der Gymnasiast Rainer Eisfeld blieb offenbar während seiner gesamten Schulzeit »am Ball« der Science-Fiction, wenngleich sein Hang zum Fandom mit den Jahren schwächer wurde. Nicht wenig Schuld daran trug Walter Ernsting, der sich zunehmend als meinungsdiktatorisch entpuppte.

Im letzten Schuljahr zeigte Eisfeld, dass ihm bereits in jungen Jahren auch an der sekundären Aufarbeitung »seiner« Science-Fiction gelegen war, erstaunliche Einsicht für den Abiturienten. Es gelang ihm, das Label »Science Fiction Times« (SFT), in den USA erfolgreich auf dem Markt, für Deutschland zu erwerben und sich Nachdruckrechte zu sichern. Die deutsche SFT sollte in den folgenden Jahrzehnten eine Entwicklung nehmen, die durchaus nicht immer im Sinne des als akademischer Lehrer tätigen Eisfeld war; ihr Einfluss auf Leser und – vor allem – auf gewisse Lektoren und Macher in den Verlagen war eine Zeitlang unübersehbar.

Eisfeld legte 1959 das Abitur ab. Nach erfolgreichem Abschluss der Schulzeit arbeitete er zunächst für den Augsburger Science-Fiction- und Kriminalromanautor Wolf Detlef Rohr, der parallel zu seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch noch eine literarische Agentur betrieb. Dies währte freilich nicht lange. Eisfeld hat selbst darüber berichtet:

»Nach einem Jahr allerdings wurde mir klar, dass ich beruflich etwas anderes anstrebte. Nicht nur aus Rohrs Agentur schied ich aus – auch dem Fandom kehrte ich den Rücken.«

Ehe wir uns später noch einmal mit dem Thema »Rainer Eisfeld und die Unterhaltungsliteratur, speziell die Science-Fiction«, beschäftigen, sei hier zunächst auf seinen beruflichen Werdegang Bezug genommen. Auch hier galt und gilt für seine Person: Zielstrebig und mutig war sein Motto.

Für Eisfeld folgte nun ein Studium der Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft, das er 1971 mit der Promotion abschloss. Thema der Dissertation war »Pluralismus zwischen Liberalismus und Sozialismus«: Für diese Doktorarbeit erhielt Eisfeld den Promotionspreis der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät seiner Universität Frankfurt am Main, eine Auszeichnung, die auf die Begabung des jungen Wissenschaftlers hinwies. Die Science-Fiction und die damit zusammenhängenden Randgebiete (z. B. Fandom) blieben für die Folgejahre zunächst unwesentlich. Und die Konzentration auf seine weitere Ausbildung zeitigte schnelle Erfolge. Bereits 1974, mit dreiunddreißig Jahren, wurde Rainer Eisfeld ordentlicher Professor für Politologie an der gerade gegründeten Universität Osnabrück – ein ziemlich beispielloser Karriereschub, wie er an deutschen Universitäten nicht gerade häufig zu bemerken ist.

Ohne die frühzeitige Lektüre der Science-Fiction und seine Aktivitäten innerhalb des deutschen Fandoms wäre Eisfeld wahrscheinlich nie auf ein in seinem Fach Politologie geradezu brisantes Thema aufmerksam geworden: Wernher von Braun und seine Tätigkeit während des Naziregimes.

Dazu der Autor:

»Hätte ich mich als Sozialwissenschaftler einem – auf den ersten Blick jedenfalls – so stark technikgeschichtlichen Thema zugewendet? Eher unwahrscheinlich. Hätte ich mich mit Raketentechnik, mit Peenemünde, mit Wernher von Braun befasst, ohne dass Walter Ernsting meinen ersten Enthusiasmus bestärkt, mir in Andromeda die ›Wissenschaftliche Redaktion‹ übertragen hätte? Stark zu bezweifeln.«

In den Achtzigerjahren hatte sich Eisfeld auf das Themengebiet »Wissenschaftliche Verantwortung unter dem Nazi-Regime« konzentriert und dazu auch die Erinnerungsbücher der zur damaligen Zeit verantwortlichen und einflussreichen Persönlichkeiten gelesen. Bei zwei dieser Autoren fand er erhebliche Widersprüche in der Beschreibung der Herstellung der sogenannten Vergeltungswaffen, der Raketen »Aggregat 2« alias »V 1« sowie »Aggregat 4« alias »V 2« in Peenemünde. Diese Autoren waren zum einen Generalmajor Walter Dornberger (1895–1980), zuständig im Heereswaffenamt für das Raketenwaffen-Programm, und sein 1952 erschienenes Buch »V 2 – Der Schuss ins Weltall« sowie Albert Speer (1905–1981), Architekt und ab 1942 Reichsminister für Bewaffnung und Munition und seine 1969 erschienenen »Erinnerungen«.

Während Speer offen über die unmenschlichen Bedingungen im unterirdischen Mittelwerk bei Nordhausen sprach, über das Elend der KZ-Häftlinge, die als Zwangsarbeiter die V-Waffen fertigen mussten, erwähnte dies Dornberger mit keinem Wort. In deutschen und amerikanischen Archiven fand Eisfeld genügend Material, um Wernher von Braun, dem von Walter Ernsting so verehrten Raketenpionier, und einige seiner Mitarbeiter als aktive Mittäter des braunen Terrors markieren zu können. Erste Publikationen führten dazu, dass Eisfeld nach der Wiedervereinigung in das »Kuratorium KZ-Gedenkstätte Mittel-Dora« berufen wurde.

Und es entstand eine Monografie: »Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei« erschien 1996 und erregte internationales Aufsehen. Das Buch zerstörte so manche Schwärmerei von den idealistischen Zielen und dem Wirken der deutschen Raketenpioniere. Die Monografie wurde 1997 von der Jury der Zeitschrift »Bild der Wissenschaft« unter die Wissenschaftsbücher des Jahres gewählt.

In der deutschen Presse erlebte das Buch breitgestreute Beachtung – von der »Frankfurter Allgemeinen« bis zur »taz«. Die Reaktion im deutschen SF-Fandom ist zunächst eher ungläubig, ehe die Fakten vorhandene Zweifel ausräumen: Die Archivfunde eines Rainer Eisfeld belegen alles genauestens. Und sie zeugen von der Akribie des Autors dieses Enthüllungsbuches. Alles nach der Devise: als Wissenschaftler (und zeitgeschichtlicher Forscher) stets der Wahrheit verpflichtet!

Dies zeigt sich auch anhand anderer Veröffentlichungen Eisfelds, in denen er auf die Verantwortung der Wissenschaft, insbesondere in seinem Fach der Politikwissenschaft, gegenüber der Gesellschaft (und damit auch im Sinne der Wahrheit) hinweist und gnadenlos mit manchen Kollegen abrechnet.

Bereits im Jahre 1991 hatte Eisfeld die Rolle der deutschen Politologen während des Dritten Reichs hinterfragt und sich nicht gescheut, in »Ausgebürgert und doch angebräunt« auf Sympathisanten und Unterstützer der Nationalsozialisten hinzuweisen. Dass ihm das von gewissen Seiten keinen Beifall eintrug – verständlich. Insbesondere da er in einer Aufsatzsammlung 2006 die Aufgabenstellung seines Faches verdeutlichte: »Streitbare Politikwissenschaft. Studien zu Demokratisierung, politischer Kultur und wissenschaftlicher Verantwortung«. Das war deutlich und zeugte davon, dass Eisfeld keineswegs geneigt war, Diskussionen oder gar Kontroversen zum Thema aus dem Weg zu gehen.

Den bisherigen Höhepunkt bei Eisfelds Beschäftigung mit dem brisanten Thema »Deutsche Politologie und Nationalsozialismus« bildeten seine Recherchen zu Theodor Eschenburgs Vergangenheit. Zahlreiche deutsche Politikwissenschaftler waren und sind Schüler dieses akademischen Lehrers (bzw. der von ihm ausgebildeten Professores), dessen Verhalten während der braunen Zeit bislang als untadelig galt. Bis Eisfeld in den »Vierteljahresheften für Zeitgeschichte« (2014) unter dem Titel »Theodor Eschenburg und der Raub jüdischer Vermögen 1938/39« offenbarte, dass dem nicht so war. Ein ausgesprochen brisantes Thema also, was sich anhand durchaus kontroverser Diskussionsbeiträge dazu leicht belegen lässt.

Die »Neue Osnabrücker Zeitung« würdigte diese Rechercheleistung des Politologen der einheimischen Universität nicht ohne Stolz auf die wissenschaftliche Bedeutung mit der Artikelüberschrift »Osnabrücker entlarvt Politikwissenschafts-Pionier als Nazi« und brachte es damit auf den Punkt. In einem Sammelband »Mitgemacht. Theodor Eschenburgs Beteiligung an ›Arisierungen‹ im Nationalsozialismus« (2016) stellte Eisfeld als Herausgeber den gesamten Themenkomplex in geballter Form der breiteren Öffentlichkeit vor.

Indes beschränkte sich Eisfeld Arbeit während der ganzen Jahre durchaus nicht auf politisch-soziologische Untersuchungen. Sein Verbundensein mit der Science-Fiction wie auch sein Interesse für abenteuerliche Unterhaltungsliteratur im Allgemeinen führte zu etwas lockerer gestalteten, sprich: flotter geschriebenen Monografien, die man einem deutschen Ordinarius nicht so unbedingt zugetraut hätte. Umso mehr sind sie hier ausdrücklich zu loben.

Kommen wir zunächst – unter Auslassung der Science-Fiction, zu einem Themengebiet, das in Zusammenhang mit Rainer Eisfelds Namen so manchen SF-Fan überraschen mag: der Western. Zunächst erschien 1994 »Wild Bill Hickok. Westernmythos und Wirklichkeit«. Die historische Gestalt des Revolverhelden und zeitweisen Gesetzeshüters James »Wild Bill Hickok« Butler (1837–1876) hat viele Autoren inspiriert; die Mythen rund um seine Person und seine Zeit sind Legion. In gewohnt sorgsamer, ja akribischer Weise hat Eisfeld das Thema abgeklopft und manche Fantasieblase der Westernschreiber zum Platzen gebracht.

Fast genau fünfundzwanzig Jahre später hat sich Eisfeld noch einmal des Themas angenommen, diesmal allerdings als Gesamtschau der schwerpunktmäßig von deutschen Autoren als angeblich »authentische Western« vorgelegten Romane und Romanzyklen. In »Hundert Jahre deutsche Westernmythen« (2019) sind von Armand über Karl May bis zu G. F. Unger so gut wie alle wesentlichen Namen des Genres im deutschsprachigen Raum vertreten. Eine überraschende Schau auf ein unerwartetes Interessengebiet des Professors Eisfeld.

Fünf Jahre nach seinem »Wild Bill Hickok« näherte sich der Autor der ihn seit frühester Jugend faszinierenden Science-Fiction auch publizistisch wieder näher an, wenn man will, auf Umwegen. Denn zunächst erschien ein Band, in dem Eisfeld seine Erinnerungen an die eigene Teenagerzeit mit dem ganzen Drumherum zu Papier brachte: »Als Teenager träumten. Die magischen 50er Jahre« (1999), durchaus eine Art zeitgeschichtlicher Memoiren und für heutige Zeitgenossen desselben Jahrgangs ein enormes Stück Nostalgie.

Eisfelds Leseerfahrung in der Science-Fiction und deren Vorläufer sowie seine Kenntnis der Entwicklung der Raumfahrttechnik, so gar nicht selbstverständlich für einen Geisteswissenschaftler, schon gar nicht für einen deutschen, erlaubten eine Zusammenarbeit mit Wolfgang Jeschke, dem verantwortlichen Herausgeber der SF-Programme im Münchener Wilhelm Heyne Verlag. Es entstand ein vorzügliches Gemeinschaftswerk: »Marsfieber. Aufbruch zum roten Planeten. Phantasie und Wirklichkeit« (2003). Gerade die Gegenüberstellung von Träumereien und Spekulationen zum Roten Planeten unseres Sonnensystems mit den inzwischen doch erstaunlichen Erkenntnissen über die Wirklichkeit auf diesem Himmelskörper, das Ganze mündend in eine zeitnah mögliche reale Erforschung des Mars geben diesem Buch eine Intensität, die zum wiederholten Lesen verführt. Und das ist, wenigstens was mich betrifft, nur äußerst selten der Fall. Ein rundum gelungenes Werk.

Spielte beim »Marsfieber« die Science-Fiction bereits eine wichtige Rolle, so ist sie das hauptsächliche Thema bei den in Folge erscheinenden Titeln des Autors. Gleich bei »Die Zukunft in der Tasche. Science-Fiction und SF-Fandom in der Bundesrepublik. Die Pionierjahre 1955–1960« (2007; durchgesehene Neuausgabe 2012) kann Eisfeld tief in die Kiste seiner eigenen Erinnerungen greifen. Da werden Sehnsüchte und Hoffnungen offenbart, Illusionen beschrieben und die Enttäuschung über Fehlschläge und Fehlverhalten vorgeführt. Das klingt nicht nur authentisch, es ist authentisch. Ein ehrliches Buch und eine teilweise sehr subjektive Darstellung, dem gewiss mancher widersprochen hätte, der in dieser Monografie genannt wird. Doch viele der Gründerväter der deutschen Science-Fiction nach 1945 wie auch so manche ihrer Anhänger und Schüler gibt es nicht mehr. Das ist schade, denn – egal, wie man zu manchen Anmerkungen steht – lesenswert, ja sogar wichtig ist das Buch in jedem Fall.

In den beiden Folgebänden »Abschied von Weltraumopern. Science Fiction als Zeitbild und Zeitkritik. Kommentare aus 25 Jahren« (2011) und »Zwischen Barsoom und Peenemünde. Von den eingebildeten ›Landschaften‹ des Mars bis zu den zerbröckelnden Mythen der V-2-Konstrukteure« (2014) bietet Eisfeld das breite Spektrum seiner Veröffentlichungen und enthebt den Interessenten der Aufgabe, in Magazinen, Zeitschriften und Sammelbänden sich die verschiedenen kürzeren Einzelarbeiten zusammensuchen zu müssen. Beide Bände haben die gewohnte Eisfeld-Qualität und dokumentieren ein für Science-Fiction wie Weltraumfahrt wichtiges Zeitfenster.

Eine Anmerkung sei dem Chronisten noch gestattet, ist es doch eine Ehre und Freude, einem so sauber und genau arbeitenden Menschen gelegentlich helfen zu können.

Die erste Erwähnung der unmenschlichen Zustände und die gnadenlose Ausbeutung der KZ-Häftlinge fand – zur Überraschung Eisfelds, der damit gewiss nicht gerechnet hatte – ausgerechnet in der bereits bei Erscheinen geächteten Kriegsserie »Der Landser« statt, verlegt von Erich Pabel in Rastatt. Im »Der Landser Großband« erschien als Nummer 2 im Jahre 1958 der Titel »Raketen über Peenemünde«; als Verfasser war ein Karl Hansen genannt. Unter diesem Autorennamen war auch ein »Utopia-Kleinband« erschienen, nämlich Band 142 »Das eisige Grauen« (1958). Einer Unachtsamkeit des Lektorats verdanken wir auch den Hinweis, dass sogar ein »Jim Parker«-Band, erschienen unter dem Verlagspseudonym »Alf Tjörnsen« vom gleichen Autor stammt.

Bei einem Treffen in der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar sprach mich Rainer Eisfeld auf das Thema an, hatte ich doch ein Pseudonym-Lexikon herausgebracht. Glücklicherweise konnte ich ihm helfen.

Einige Jahre zuvor hatte ich die Möglichkeit bekommen, im Archiv des Rastatter Erich Pabel Verlages zu recherchieren, und war dabei auch auf einen Pack Verträge gestoßen (der eigentlich da oben unterm Dach nichts zu suchen hatte). Darunter befand sich auch der Vertrag zu »Raketen über Peenemünde«. Hinter dem Pseudonym »Karl Hansen« verbarg sich der frühere Raketeningenieur Hans K. Kaiser (1911–1985), der nach 1945 nicht nur Sachbücher zur Raumfahrt veröffentlicht hatte, sondern auch SF-Jugendbücher (als »Thomas Hellberg«) und Heftromane, z. B. als »R. J. Richard(s)«. Kaiser hatte den »Landser«-Roman mit Fakten des eigenen Erlebens angereichert. Rätsel gelöst.

Wer nun freilich der Meinung ist, das hier Dargelegte sei eigentlich als Lebensleistung für einen einzelnen Menschen fast unglaubwürdig viel, der sei darauf hingewiesen, dass der rastlose Eisfeld sozusagen zwischendurch auch am »Heyne Science Fiction Magazin« sowie an den von Wolfgang Jeschke herausgegebenen Jahrbüchern mitgearbeitet hat: Nachrufe auf Chad Oliver, Wolf Detlef Rohr oder Carl Sagan, Beiträge wie »30 Jahre bemannter Raumflug« usw.

Und nicht zuletzt sei ausdrücklich hingewiesen auf die in der internationalen Sekundärarbeit über Science-Fiction geradezu einmalige Arbeit Eisfelds zu A. E. van Vogt. Als Student hatte er Leihbuchausgaben van Vogts übersetzt, nun wandte der Politikprofessor noch einmal dem Œuvre dieses international berühmten, wenn auch umstrittenen amerikanischen Autors zu. Als die Nummern 58, 73 und 83 edierte er innerhalb der »Bibliothek der Science Fiction-Literatur«, die zwischen 1981 und 1993 im Wilhelm Heyne Verlag herauskam, van Vogts »Null A«- und »Isher«-Zyklen sowie den Episodenroman »Die Expedition der Space Beagle«. Alle drei Bände mit erklärendem Vorwort und kommentierendem Nachwort versehen. So mancher SF-Roman eines anderen Autors hätte das wohl auch verdient, aber dazu müssten sich erst kompetente Herausgeber finden.

Fazit: Rainer Eisfeld ist das Paradebeispiel dafür, dass Hobby und Beruf – seien sie noch so unterschiedlich – durchaus unter einen Hut zu bringen sind. Zielstrebig und mutig war sein Vorgehen, der Erfolg lässt sich sehen.

Gratulation!


Rainer Eisfeld auf dem Oldiecon 2007 in Unterwössen.

Foto: Gustav R. Gaisbauer

Rainer Eisfeld – Wichtige Buchveröffentlichungen

 PLURALISMUS ZWISCHEN LIBERALISMUS UND SOZIALISMUS. Stuttgart: Kohlhammer, 1972.

 SOZIALISTISCHER PLURALISMUS IN EUROPA. Ansätze und Scheitern am Beispiel Portugals. Köln: Wissenschaft und Politik, 1984.

 Als Herausgeber (mit Ingo Müller): GEGEN BARBAREI. Essays Robert M. W. Kempner zu Ehren. Frankfurt/Main: Athenäum, 1989.

 AUSGEBÜRGERT UND DOCH ANGEBRÄUNT. Deutsche Politikwissenschaft 1920–1945. Mit einer Würdigung des Autors Hubertus Buchstein. Baden-Baden: Nomos, 1991; 2., überarbeitete Auflage; Baden-Baden: Nomos, 2013.

 DIE UNMENSCHLICHE FABRIK. V2-Produktion und KZ Mittelbau-Dora. Herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung, Erfurt: Fehldruck, 1993

 WILD BILL HICKOK. Westernmythos und Wirklichkeit. Reinbek: Rowohlt, 1994 (= rororo-Sachbuch 9575)

 POLITICAL SCIENCE AND REGIME CHANGE IN 20TH CENTURY GERMANY (mit Michael Th. Greven und Hans Karl Rupp). New York: Nova Science, 1996.

 MONDSÜCHTIG. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei. Reinbek: Rowohlt, 1996. Neuausgabe mit neuem Vor- und Nachwort: Springe, zu Klampen, 2012.

 ALS TEENAGER TRÄUMTEN. Die magischen 50er Jahre. Baden-Baden: Nomos, 1999.

 MARSFIEBER. Aufbruch zum roten Planeten. Phantasie und Wirklichkeit (mit Wolfgang Jeschke). München: Droemer Knaus, 2003

 STREITBARE POLITIKWISSENSCHAFT. Studien zu Demokratisierung, politischer Kultur und wissenschaftlicher Verantwortung. Mit einer Einführung von Michael Th. Greven. Baden-Baden: Nomos, 2006

 Als Herausgeber: PLURALISM. Developments in the Theory and Practice of Democracy. Leverkusen-Opladen: Budrich, 2006 (= The World of Political Science. The Development of the Discipline Book Series, Band 4)

 DIE ZUKUNFT IN DER TASCHE. Science Fiction und SF-Fandom in der Bundesrepublik. Die Pionierjahre 1955–1960. Lüneburg: Dieter von Reeken, 2007. Durchgesehene Neuauflage 2012

 Als Herausgeber (mit Leslie A. Pal): POLITICAL SCIENCE IN CENTRAL-EAST EUROPE. Diversity and Convergence. Leverkusen-Opladen: Budrich, 2010.

 ABSCHIED VON WELTRAUMOPERN. Science Fiction als Zeitbild und Zeitkritik. Kommentare aus 25 Jahren. Mit einer Vorbemerkung von Wolfgang Jeschke und einem Beitrag von Jörg Weigand. Lüneburg: Dieter von Reeken, 2011.

 RADICAL APPROACHES TO POLITICAL SCIENCE. Roads Less Traveled. With an Introduction by Klaus von Beyme. Leverkusen-Opladen: Budrich, 2012.

 ZWISCHEN BARSOOM UND PEENEMÜNDE. Von den eingebildeten »Landschaften« des Mars bis zu den zerbröckelnden Mythen der V-2-Konstrukteure. Lüneburg: Dieter von Reeken, 2014.

 Als Herausgeber: MITGEMACHT: Theodor Eschenburgs Beteiligung an »Arisierungen« im Nationalsozialismus. Wiesbaden: Springer VS, 2016.

 POLITICAL SCIENCE: Reflecting on Concepts, Demystifying Legends. With an Introduction by John Trent. Leverkusen-Opladen: Budrich, 2016

 HUNDERT JAHRE DEUTSCHE WESTERNMYTHEN. Von Armand bis Astor: »Alles authentisch«. Lüneburg: Dieter von Reeken, 2019

 EMPOWERING CITIZENS. Engaging the Public: Political Science for the 21sth Century. London: Palgrave Macmillan, 2019.

Bernd Schuh: Die Würde des Menschen

Die gezähmten Wölfe schlugen an. Das Geräusch erzeugte verhaltene Unruhe am Kabinettstisch.

»Das muss nichts bedeuten.« Chief Leader Lindehard murmelte mehr als er sprach. »Das machen die manchmal auch einfach so.«

»Beim letzten Mal hat uns ein Haufen Demokraten Handgranaten aufs Gelände geschmissen.« Der Energieminister, einziges Regierungsmitglied ohne Parteiausweis. Vielleicht traute er sich deshalb manchmal was. Aber auch er grummelte nur kaum verständlich.

CL Lindehard straffte sich. »Lassen Sie uns weiter machen mit der Kabinettsvorlage des Wirtschaftsministers! Wenn ich das richtig verstehe, wollen Sie den Sondersoli für die Unterstützung der Usa drastisch erhöhen, Kollege Soldi.«

Man sprach vom transatlantischen Partner immer als Usa, nicht mehr wie früher üblich als USA. Eine bewusste Kleinschreibung, die der gegenwärtigen Bedeutung der einstigen Weltmacht besser gerecht wurde.

»Sie wissen, welche Zustände seit den Wellen dort herrschen. Und darunter leiden auch unsere eigenen Leute! Es gibt so viele Vernünftige in diesem Land!« Wirtschaftsminister Soldi redete sich in Rage. »So viele Menschen, die bedingungslos hinter CL Trompöl stehen. Aber ohne die entsprechenden Mittel werden sie die geheimen Machtzentren in Langley und …«

Wieder hörte man die gezähmten Wölfe heulen. Darunter mischten sich einzelne Schüsse.

Justizminister Kenmich sprang auf. Wut und Entschlossenheit im Gesicht, einen smaragdgrünen Heilstein in der Hand. »Da haben wir’s! Wenn das wieder diese scheißliberalen Sciencefreaks sind, werde ich sofort ein neues Gesetz vorlegen. Es reicht nicht, diesen Diskursaffen ihre Medien und Gesprächszirkel zu nehmen. Die gehören alle hinter Gitter! In Beugehaft!«

»In Rechtsbeugehaft«, murmelte der Energieminister. Diesmal hatten es alle gehört und schauten ihn empört an.

Die W20 war tolerant. Seit sich die Partei während der Wellen gebildet hatte, war sie ein Sammelbecken für Theoretiker und Ideologen geworden, die ihre eigene Überzeugung für den jeweils besten Beweis hielten. Aber auch Toleranz hatte Grenzen.

»Recht ist, was im Gesetz steht«, erinnerte ihn der CL.

»Und das Gesetz sind wir«, assistierte Kenmich.

Draußen war es kurz still.

»Also lassen Sie uns weiter machen! Seit dem letzten Mal haben wir den Sicherheitsdienst verdreifacht. Der hat jetzt alles im Griff.« Der CL, wegen der sommerlichen Temperaturen leger gekleidet, ließ dabei seinen tätowierten Bizeps unter dem kurzärmeligen Poloshirt spielen.

»Sollten wir nicht langsam die Armee einschalten?« Der Finanzminister war für seine Zaghaftigkeit bekannt. Er war auch mit Abstand der älteste in der Runde. Vielleicht deswegen.

»Ach was!«, ging der Wirtschaftsminister dazwischen. »Das sind doch alles nur Sektierer. Das Volk steht hinter uns …«

»Das ist ja das Schlimme«, murmelte der Energieminister, »da kann man es nicht sehen.«

Soldi tat, als hätte er nichts gehört. »… und die W20 hat einen überwältigenden Wahlsieg errungen. Unsere Wähler würde der Einsatz der Truppe nur irritieren.«

»Außerdem ist zu bedenken«, ließ sich der CL nun doch auf das Thema ein, »dass unser Durchgriff auf die Strukturen des Militärs noch nicht ganz befriedigend ist.«

»Erstaunlicherweise!«, fügte Verteidigungsministerin Minender zustimmend hinzu und schüttete sich ein paar Globuli in die linke Hand.

»Vielleicht sind wir denen zu chaotisch.« Der Energieminister konnte es nicht lassen. Diesmal fing er sich derart strenge Blicke ein, dass er beschämt den Kopf senkte und auf die Koransynopse starrte, die er auf seinem Klapphandy geöffnet hatte.

Der CL schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. Das harte Klacken seines Daumenrings schreckte alle auf. »Also zurück zur Vorlage des Wirtschaftsministers!«

»Ja. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, wenn wir eine Weltmacht wie die CIA stürzen wollen, müssen wir richtig viel Geld in die Hand nehmen. Und wie es in den Kassen unseres Freunds Trompöl aussieht, wissen wir ja …«

»Woher soll das Geld denn kommen?« Die W20-Vorsitzende Weyerberg schaltete sich ein. Als Familienministerin sorgte sie sich um die staatliche Unterstützung für berufstätige Männer, deren Frauen arbeiten gingen und die Familie vernachlässigten.

»Kollege Soldi hat es doch schon gesagt! Eine Erhöhung des Sondersoli Usa!« Der Justizminister war leicht erregbar. Und nicht nur heute.

»Das werden die Leute nicht schlucken, fürchte ich.« Nun meinte auch die Sektenbeauftragte Kentner, etwas sagen zu müssen. »Es gibt schon so viele Solis: Soli Ost, Soli Süd, Kirchensoli, Verteidigungsoli, Seuchensoli, Sektensoli, Antiimpfsoli, Soli Staatsfeindunterbringung, Soli …«

»Bitte! Bitte! Das wissen wir doch alle«, mischte sich Chief Leader Lindehard wieder ein. »Ich bitte um konstruktive Vorschläge. Wo bleibt das Positive, Frau Kentner?« Gelegentlich spielte der CL nicht nur mit seinen Muskeln, sondern auch mit seiner Bildung.

»Wir könnten das Personal in den staatlichen Pflegeeinrichtungen weiter ausdünnen …«

»Und die Gehälter noch ein bisschen senken«, assistierte ihre Kollegin aus dem Verteidigungsressort. Frauensolidarität am Kabinettstisch. »Ganz im Sinne der Doktrin Palmer. Deren konsequente Umsetzung wir den Wählern ja auch versprochen haben.«

Die Unruhe draußen war keineswegs abgeebbt. Sie schien sich im Gegenteil dem Regierungspalais zu nähern. Stimmen, Schüsse, das Jaulen der Wölfe und nun auch das Geräusch sich nähernder Turbodrohnen. Zwei oder drei Kabinettsmitglieder waren schon ans Fenster getreten.

Der CL wollte sie gerade zur Ordnung rufen, als die Tür aufgerissen wurde. Einer der Bodyguards stürmte in den Raum: »Roter Alarm! Wir müssen evakuieren. Keine Zeit für Erklärungen. Alles raus hier, schnell!«

Alle stürzten zu den beiden Türen des Saals. Eine war verschlossen. Kein Ausgang. Diese Tür nur Zutritt verkündete ein Hinweisschild. Offenbar stammte es noch aus der grauen Vorzeit der Wellen. An der Ausgangstür gab es ein Gerangel. Der Energieminister wollte der Sektenbeauftragten den Vortritt lassen, da drängte sich der CL dazwischen. »Arschloch!«, entfuhr es dem Energieminister, und diesmal nicht in gedämpfter Lautstärke. Der CL boxte ihn dafür im Rauseilen in den Magen. Der Bodyguard zog ihn weg. Soldi quetschte sich an Minender vorbei und Kenmich schimpfte die ganz Zeit lauthals: »Diese Scheißliberalen, diese Scheißkanaken, diese Scheißvirologen, diese Scheißfridays, lasst mich vorbei, ihr Scheißignoranten …«

Als der Finanzminister als Letzter durch die Tür ging, explodierte die erste Bombe. Sie fetzte das Dachgeschoss weg. Die zweite Selbstmörderdrohne zündete im Zentrum des Gebäudes und brachte das Palais vollends zum Einsturz. Niemand entkam den Flammen, die kurz danach aufloderten.

Der Anschlag war der Auftakt zu einem Putsch, der innerhalb weniger Tage zu einem radikalen Politikwechsel führte. Das Volk war daran ja schon gewöhnt. Beziehungsweise unterstützte ihn in gewohnter Launenhaftigkeit. Der neue Innenminister der Notstandsregierung ließ es sich nicht nehmen, die Aufräumarbeiten am Anschlagsort als Kulisse für eine Rede an die Nation zu nehmen. In kräftigen, wütenden Stößen bugsierte er seinen Rollstuhl durch die kalte Asche ins Zentrum der Verwüstung. Als die Kameras rot blinkten, begann er seine kurze Ansprache: »Die wehrhafte Demokratie hat letztlich gesiegt. Und der Vernunft zur Wiederkehr verholfen. Schon jetzt zeichnet sich in den Meinungsumfragen eine radikale und längst überfällige Abkehr von den Populisten der W20 ab. Wir werden diese Entwicklung weiter fördern und beizeiten Neuwahlen ausschreiben. Und zu der Kritik an unserem entschiedenen Vorgehen nur so viel: Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig.«


Rainer Eisfeld (links), Heinz Zwack und Jörg Weigand auf dem OldieCon 2013. Foto: Robert Christ

Hans-Dieter Furrer: COEURL und die Folgen

Im Jahre 1957, ich war fünfzehn und im letzten Schuljahr, fuhr ich oft mit meinem Fahrrad auf der Seestrasse von Feldbach nach Rapperswil. Mein Ziel war ein kleines Geschäft für Zigarren und Zeitschriften in der Kluggasse. Ich parkierte meinen Stahlesel wie immer an der Hauswand. Es war das alte Rad meines Vaters, mit einer Dreigangschaltung von »Sturmey-Archer« und nicht sehr wirksamen Trommelbremsen. Ich kann mich noch erinnern, dass ich auf dem Lenker einen Tacho montiert hatte, der die Geschwindigkeit anhand des Fahrtwindes maß, was vermutlich nicht sehr präzise war.

Ich betrat den kleinen Laden, in dem es immer nach Pfeifentabak und Zigarren roch. Links vom Eingang waren stets die neuesten Romanhefte aufgelegt. Damals las ich am liebsten die »Fliegergeschichten« aus dem Moewig-Verlag. Eben wollte ich zum neusten Band greifen, der zwei Stukas Junkers Ju 87 im Sturzflug zeigte, als mein Blick auf den UTOPIA-Grossband Nr. 50 aus dem Erich Pabel Verlag fiel: »Unternehmen Milchstraße« von A. E. van Vogt. Unter einem gelbrot schimmernden Sternennebel hing ein Raumfahrer kopfunter im Weltall, nur an einer dünnen Leine mit seinem pfeilförmigen Raumschiff verbunden.

Auf der zweiten Umschlagseite war ein Schwarz-Weiß-Foto mit drei Männern und folgendem Text: »Zur Verwirklichung der Raumfahrtpläne tragen diese drei Männer bei, deren Namen eines Tages das Symbol einer raumfahrenden Rasse sein werden. Im Studio von Walt Disney unterhalten sich Dr. Heinz Haber, der bekannte Raummediziner, Wernher von Braun und Willy Ley. Ihre Aufgabe ist es, die fantastischen Ideen der utopischen Literatur durch harte Arbeit und geniales Können zu verwirklichen.«

Zu meiner Lieblingslektüre gehörte in den Fünfzigerjahren auch »hobby – das Magazin der Technik« mit seinen technischen Zukunftsvisionen. Und so faszinierte mich auch dieses Schwarz-Weiß-Foto.

Fast vierzig Jahre später, im Jahre 1996, würde ein Buch von Rainer Eisfeld erscheinen, das die Schatten dunkler Vergangenheit durchleuchten und mir den Konstrukteur der Saturn-Rakete in einem ganz anderen Licht zeigen würde: »MONDSÜCHTIG – Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei«.

Doch damals im Jahre 1957 war ich völlig fasziniert von UTOPIA-Großband Nr. 50.

»Der vorliegende Roman wurde vom Science Fiction Club Deutschland mit dem Clubsiegel ausgezeichnet und somit als echter Science-Fiction-Roman empfohlen.« Nur schon der Begriff Science-Fiction klang irgendwie geheimnisvoll. Und es existierte sogar ein Science-Fiction-Club!

Ich begann zu lesen: »Weiter und immer weiter wanderte Coeurl. Die schwarze, mondlose, beinahe sternenlose Nacht wich widerwillig vor einer unfreundlichen rötlichen Dämmerung zurück, die zu seiner Linken heraufgekrochen kam. Es war ein vages Licht, welches nicht die geringste Vorahnung kommender Wärme enthielt. Zögernd enthüllte es eine Alptraum-Landschaft.« (Übersetzung: Jesco von Puttkamer)

Was für ein Einstieg! Wer war dieser Coeurl? Wo befand ich mich? Rückblickend muss ich gestehen, dass mich die erste Lektüre von »Unternehmen Milchstraße« damals etwas überforderte. Alles war so fremdartig, so neu für mich. Doch die Faszination hielt an und führte nach weiteren UTOPIA-Großbänden dazu, dass ich 1958 dem SFCD, Landesgruppe Schweiz, beitrat und im August 1959 meinen ersten Con besuchte, den 1. Europakonvent (Eurocon) des Science Fiction Club Europa (vormals SFCD) im Hotel »Weisser Wind« in Zürich. Damals könnten Rainer Eisfeld und ich uns zum ersten Mal begegnet sein. Sein Name tauchte ja im Programm auf:

»14 h 40: Willkommen der Auslandsdelegationen und Verlesung von Grussbotschaften durch Rainer Eisfeld«.

Doch ich saß wohl bei meinem ersten Con-Besuch als stiller Beobachter irgendwo im Hintergrund. Damals wusste ich nicht, dass Rainer genauso fasziniert von Van Vogt war. Er las die Meisterwerke der Vierziger- und Fünfzigerjahre natürlich im Original. Und er übersetzte in jener Zeit bereits »Welt der Null-A« und »Kosmischer Schachzug«, die als Leihbücher im Balowa-Verlag erschienen. Aus dem Amerikanischen übersetzt von einem gewissen Armin von Eichenberg. Ich hatte keine Ahnung, dass sich hinter diesem Pseudonym Rainer Eisfeld verbarg.

Autogramme von W. D. Rohr und K. H. Scheer waren die einzigen Trophäen, die ich nach Hause trug. Immerhin knüpfte ich auf dem Europakonvent in Zürich auch einen ersten »internationalen« Fankontakt mit Manfred Knorr aus Nürnberg, dem heutigen Chefredaktor und Herausgeber der Zeitschrift MOVIESTAR. 1972 erschien die erste Nummer von VAMPIR mit einem Bericht vom Filmfestival Triest, das in jenem Jahr zeitgleich mit dem ersten echten Eurocon stattfand. Ein Jahrzehnt lang besuchte ich in der Folge Jahr für Jahr die einschlägigen Festivals des Phantastischen Films in Triest, Paris und München. Bereits 1966 hatte ich sieben Monate in Paris verbracht und neben Sprachschule und Beruf die auf SF- und Horrorfilme spezialisierten Kinos der Großstadt besucht.

Und dann kam der 20. Juli 1969. Die ersten Menschen landeten auf dem Mond. Und ich saß bis zum Morgengrauen vor einem Schwarz-Weiß-Fernseher und verfolgte gebannt die unscharfen Bilder und die knackenden Funkverbindungen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass auch Rainer Eisfeld in dieser Nacht vor einem Fernsehgerät saß. Und natürlich tauchte in den folgenden Tagen in Zeitungsberichten auch der Name Wernher von Braun wieder auf.

1996 entdeckte ich das Buch MONDSÜCHTIG und las zum ersten Mal die wahre Geschichte der V2-Konstrukteure von Peenemünde. Rainer Eisfeld sei Dank für diesen eindrücklichen Geschichtsunterricht. In der Schule sind wir in Geschichte nie bis zum Zweiten Weltkrieg gekommen. Wir liebten unseren Lehrer für seinen bildhaften und spannenden Unterricht, aber er hielt sich viel zu lange bei den Pfahlbauern auf, und später bei Wilhelm Tell, bei den alten Eidgenossen und der Schlacht bei Morgarten. Für die Schrecken des Zweiten Weltkriegs blieb dann keine Zeit mehr. Rainers Buch hatte zur Folge, dass ich auch die heldenhaften »Fliegergeschichten« kritischer sah, die mich in den Fünfzigerjahren so begeistert hatten.

Rainer Eisfeld ist es zu verdanken, dass die großen »Klassiker« von A. E. van Vogt in ungekürzten Neuübersetzungen in der »Bibliothek der Science-Fiction-Literatur« im Heyne-Verlag erschienen sind, jeweils ergänzt durch kenntnisreiche Vor- und Nachworte. 1986 erschien NULL-A, 1989 ISHER und 1992 mit Band 83 auch DIE EXPEDITION DER SPACE BEAGLE. Und ich erfuhr, dass Van Vogts Roman aus vier früheren Erzählungen ergänzt und zusammengefügt worden war. Die Geschichte mit Coeurl, die den Anfang macht, erschien bereits 1939 und hieß »Black Destroyer« (Schwarzer Verheerer). Und wieder begann ich fasziniert, zu lesen:

»Weiter und immer weiter streifte Coeurl. Die schwarze, mondlose, fast sternenlose Nacht wich zögernd einer unheilverkündenden rötlichen Dämmerung, die zu seiner Linken heraufkroch. Ein trübes, unbestimmtes Licht, das kein Vorgefühl nahender Wärme vermittelte, kein Behagen, nichts als matte, kalte Helligkeit, die langsam eine Alptraumlandschaft enthüllte.« (Übersetzung: Rainer Eisfeld)

Natürlich fiel mir sofort auf, dass sich der erste Satz geändert hatte. Coeurl wanderte nicht mehr weiter und weiter. Bei Rainer Eisfeld streifte er durch die Albtraumlandschaft, was genauer dem Originaltext entspricht:

»On and on Coeurl prowled. The black, moonless, almost starless night yielded reluctantly before a grim reddish dawn that crept up from his left. It was a vague light that gave no sense of approaching warmth. It slowly revealed a nightmare landscape.«

Dass der Alptraum noch immer mit P geschrieben wurde, störte wohl nur uns Schweizer Leser, denn eine Alp ist hierzulande das, was man in Deutschland als Alm bezeichnet, und Alpträume somit die Träume von Sennen und Sennerinnen. In der überarbeiteten Neuausgabe von 2018 ist übrigens aus der Alptraumlandschaft eine Albtraumlandschaft geworden.

Durch Science-Fiction habe ich im Laufe der Zeit viele interessante und liebenswerte Menschen kennengelernt. Begegnungen mit Autoren, Filmregisseuren und Kunstschaffenden bleiben in guter Erinnerung. Und eigentlich habe ich das alles Coeurl zu verdanken, der in »Unternehmen Milchstraße« von A. E. van Vogt auftauchte. Ohne ihn hätte ich 1965 nicht den Weltcon in London besucht, oder 1970 den Weltcon in Heidelberg und 1990 jenen in Den Haag. Und heute, wo wir alle ein bisschen älter geworden sind, treffe ich Rainer Eisfeld, den »Coeurl-Kenner«, auf Oldie-Cons in Unterwössen und Wetzlar wieder. Science-Fiction ist die einzige Literaturgattung, die ein so weltumspannendes Fandom mit Fanzines und Conventions geschaffen hat, um Gleichgesinnte zusammenzubringen.


Im Vordergrund v. l. n. r.: Waldemar Kumming (sitzend), Dieter Braeg, Franz Rottensteiner, Rainer Eisfeld; aufgenommen auf dem OldieCon 2007 in Unterwössen. Foto. Gustav R. Gaisbauer.

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