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Nora Voigt
Praxishandbuch SAP® S/4HANA Controlling

Nora Voigt
Praxishandbuch SAP® S/4HANA Controlling
ISBN:978-3-96012-255-5 (E-Book)
Lektorat:Anja Achilles
Korrektorat:Die Korrekturstube
Coverdesign:Philip Esch
Coverfoto:© EcoPic | Nr. 509860491 – istockphoto.com
Satz & Layout:Johann-Christian Hanke
1. Auflage 2020
© Espresso Tutorials GmbH, Gleichen 2020
URL: www.espresso-tutorials.de
Das vorliegende Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte sind vorbehalten, insbesondere das Recht der Übersetzung, des Vortrags, der Reproduktion und der Vervielfältigung. Espresso Tutorials GmbH, Bahnhofstr. 2, 37130 Gleichen, Deutschland.
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Inhaltsverzeichnis
Cover
Titelseite
Copyright / Impressum
Vorwort
1 Eine neue SAP User Experience – SAP Fiori
1.1 Was ist SAP Fiori?
1.2 Was bedeutet Fiori für den SAP-Anwender?
1.3 Was versteht man unter HANA und S/4HANA?
1.4 Fiori und S/4HANA
1.5 Wie kann ich eine Fiori-Oberfläche einrichten?
2 SAP S/4HANA und wichtige Innovationen für das Controlling
2.1 Vereinfachte Datenstrukturen
2.2 Weitere Neuerungen für das Controlling
2.3 Ideen für die Zukunft
3 Ein starkes Fundament – Stammdaten in SAP S/4HANA
3.1 Kostenarten
3.2 Kostenstellenrechnung
3.3 Innenaufträge
3.4 Profitcenter
3.5 Weitere Stammdaten
4 Einführung in das Produktkosten-Controlling
4.1 Einführung in das Beispiel
4.2 Strukturen und Stammdaten
4.3 Relevante Plandaten für das Controlling
4.4 Tarifermittlung
4.5 Produktkostenplanung
4.6 Kostenträgerrechnung
5 Integration von Prozessen mit dem Controllingmodul
5.1 Geschäftspartner
5.2 Bestell- und Einkaufsprozess
5.3 FI-Buchungen
5.4 Integration von Controlling und Vertrieb
6 Verrechnungen und Istbuchungen im Controlling
6.1 Statistische Kennzahlen erfassen
6.2 Umlagen
6.3 Verteilungen
6.4 Manuelle Kostenverrechnungen
6.5 Apps zur Umbuchung von Kosten und Erlösen
6.6 Verrechnung von Leistungen
6.7 Die »universelle Verrechnung«
7 Weitere S/4HANA-relevante Themen im Controlling
7.1 Transferpreise und parallele Bewertung
7.2 Auswirkungen von S/4HANA auf das Controlling
8 Ergebnisrechnung in SAP S/4HANA
8.1 Die kalkulatorische und buchhalterische Ergebnisrechnung
8.2 Aktuelle Situation
8.3 Integration mit dem Universal Journal
8.4 Predictive Accounting: Aufragseingang
8.5 Übernahme statistischer Konditionen
8.6 Attributierte Kontierung
8.7 Merkmalsableitung und Zuordnungslauf
8.8 Fiori-Apps für die Ergebnisrechnung
8.9 Ausblick Ergebnisrechnung und Margin Analysis
9 Planungsmöglichkeiten in SAP S/4HANA
9.1 Die Tabelle ACDOCP
9.2 SAP BPC und S/4HANA
9.3 Weitere Informationen zur Planung in SAP S/4HANA
9.4 Apps für Finanzplandaten
9.5 Ausblick SAC
10 Reporting und Auswertungen in S/4HANA
10.1 Funktionen von Embedded Analytics
10.2 Fiori-Reporting-Apps für das Controlling
11 Fazit
A Die Autorin
B Disclaimer
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Robin Schneider: Investitionsmanagement mit SAP® inkl. Neuerungen in SAP S/4HANA – 2., erweiterte Auflage
Reynaldo Konrad, Christian Sass, Sebastian Zick: Schnelleinstieg in SAP® BPC optimized for SAP S/4HANA
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Christoph Theis, Stefan Eifler: Werteflüsse in die SAP®-Ergebnisrechnung (CO-PA) unter S/4HANA
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Robin Schneider:Praxishandbuch SAP®-Geschäftspartner (Business Partner) – 2., erweiterte Auflage

Vorwort
Dieses Buch hat das Ziel, Ihnen einen guten Einstieg in die Funktionen des SAP-Controllingmoduls mit SAP S/4HANA zu verschaffen.
Die Publikation ist parallel zu meiner täglichen Arbeit als SAP-Beraterin entstanden. Ich habe versucht, den fachlichen Hintergrund zu erläutern und die neuesten Erkenntnisse in Bezug auf S/4HANA einfließen zu lassen.
Anhand von Beispielen werde ich die wichtigsten Fiori-Apps des CO-Moduls und die zugrunde liegenden Prozesse mit S/4HANA vorstellen. Begleiten wird uns hierbei an vielen Stellen – insbesondere im Produktkosten-Controlling – die fiktive SPEED GmbH. Es handelt sich um einen innovativen Automobilzulieferer, der vor kurzer Zeit ein S/4HANA-System implementiert hat.
Das erste Kapitel wird die Oberfläche Fiori vorstellen, im nächsten gehe ich auf die wichtigsten Innovationen von SAP S/4HANA für das Controlling ein. Das dritte Kapitel wird sich mit den SAP-Stammdaten im Controlling beschäftigen, gefolgt vom vierten Kapitel zum Produktkosten-Controlling. Im Weiteren befasst sich das Buch mit der Integration von Prozessen, Verrechnungen im SAP Controlling und aktuellen Entwicklungen der Ergebnisrechnung. Die letzten beiden Kapitel gehen auf die Möglichkeiten der Planung sowie auf das Reporting mit SAP S/4HANA ein.
Das Besondere an diesem Buch ist neben der prozessualen Sicht auf die Abläufe innerhalb des Unternehmens die praxisnahe Betrachtung der Fiori-Apps im Controlling. Für die Beispiele wurde ein aktuelles SAP S/4HANA System genutzt.
Ich hoffe dieses Werk erreicht viele SAP-Anwender und Key-User, die an der künftigen Entwicklung der SAP-Software interessiert sind und bereits einige SAP-Vorkenntnisse besitzen. Ich wünsche Ihnen interessante Erkenntnisse und auch ein wenig Freude an diesem Buch. Wenn Sie über eine schnelle Internetverbindung verfügen, dann kann das Arbeiten mit Fiori über den Browser eine wahre Freude sein – es hat mich sogar Transaktionscodes vergessen lassen. Natürlich ist es eine Umstellung, aber wagen Sie ruhig den Sprung in das neue (kalte) Gewässer: Es lohnt sich!
Danksagung
Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die mich beim Schreiben dieses Buches unterstützt haben, insbesondere:
Gott für meine Talente
Meiner Familie und meinem Ehemann, die mich immer unterstützen
SAP für die Entwicklung der SAP-Software
Martin Munzel und dem Verlag Espresso Tutorials für die Möglichkeit, dieses Buch zu schreiben
Anja Achilles und Johann-Christian Hanke von Espresso Tutorials für die Unterstützung
Den folgenden Kollegen für den fachlichen Austausch zu SAP S/4HANA und zu den Inhalten des Buches:Elena BanachDr. Gabriel Dohmen von der trainers4training GmbHCarola und Christoph KringsHenrike ScharnhorstDetlef Schreiner und Denis Titho von der Stellwerk Consulting AG
Allen Kunden, für die ich Ideen umsetzen darf und die ich bei ihrer täglichen Arbeit weiterbringen kann
Allen Personen, die ich an dieser Stelle vergessen habe und die mich in meiner Tätigkeit als SAP-Beraterin bereits unterstützt haben
Ihre Nora Voigt
Im Text verwenden wir Kästen, um wichtige Informationen besonders hervorzuheben. Jeder Kasten ist zusätzlich mit einem Piktogramm versehen, das diesen genauer klassifiziert:
Hinweis
Hinweise bieten praktische Tipps zum Umgang mit dem jeweiligen Thema.
Beispiel
Beispiele dienen dazu, ein Thema besser zu illustrieren.
Achtung
Warnungen weisen auf mögliche Fehlerquellen oder Stolpersteine im Zusammenhang mit einem Thema hin.
Video
Schauen Sie sich ein Video zum jeweiligen Thema an.
Die Form der Anrede
Um den Lesefluss nicht zu beeinträchtigen, verwenden wir im vorliegenden Buch bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen zwar nur die gewohnte männliche Sprachform, meinen aber gleichermaßen die weibliche.
Hinweis zum Urheberrecht
Zum Abschluss des Vorwortes noch ein Hinweis zum Urheberrecht: Sämtliche in diesem Buch abgedruckten Screenshots unterliegen dem Copyright der SAP SE. Alle Rechte an den Screenshots hält die SAP SE. Der Einfachheit halber haben wir im Rest des Buches darauf verzichtet, dies unter jedem Screenshot gesondert auszuweisen.
1 Eine neue SAP User Experience – SAP Fiori
Haben Sie bereits in der Vergangenheit mit SAP gearbeitet? Wenn ja, so wird Ihnen Ihr bisheriges Wissen beim Umgang mit Fiori sehr hilfreich sein. Wenn nein, so ist dies kein Nachteil, denn das neue Designkonzept ermöglicht einen unkomplizierten Einstieg in das Arbeiten mit SAP und berücksichtigt aktuelle Trends sowie Innovationen für den Endanwender.
1.1 Was ist SAP Fiori?
Unter Fiori versteht man ein modernes Design und Konzept in Kombination mit der Technologie einer neuen Benutzeroberfläche für SAP, die eine einfache Handhabbarkeit des Systems in den Vordergrund stellt. Wenn Sie sich mit dem Thema beschäftigen, kommen Sie immer wieder mit der Abkürzung »UI« in Kontakt. Diese steht für den Begriff User Interface – zu Deutsch »Benutzerschnittstelle«. Gemeint ist hierbei die Benutzeroberfläche der Anwendung, die im Vergleich zur bisherigen SAP GUI eine verbesserte Interaktion des Anwenders mit dem SAP-System ermöglichen soll.
Fiori funktioniert quasi in jedem Browser, der HTML5-kompatibel ist, wie beispielsweise Google Chrome, Firefox usw. Zudem ist Fiori plattformunabhängig, d.h., es ist auf diversen Endgeräten einsetzbar, die in der heutigen Zeit genutzt werden: auf mobilen Endgeräten ebenso wie auf einem Desktop PC. Fiori wird lediglich im Browser gestartet. Die Nutzung von Fiori ist kostenlos (Stand Oktober 2020!).
Für das SAP-Fiori-Designkonzept hat die SAP 2015 sogar den Red Dot Design Award erhalten. Für die Verleihung ausschlaggebend waren die Möglichkeiten der Datenauswertung und die Benutzerfreundlichkeit der Funktionalitäten.
1.2 Was bedeutet Fiori für den SAP-Anwender?
Fiori bedeutet konkret, dass Anwender mit dieser Benutzeroberfläche vermehrt Personalisierungsmöglichkeiten haben und dass die Anwendungen selbst vereinfacht wurden. Einige zentrale Aspekte möchte ich nachfolgend aufgreifen.
Der Benutzer kann aus einem App-Katalog seine persönliche Startseite, genannt Fiori Launchpad, individuell zusammenstellen. Haben Sie beispielsweise in der Vergangenheit diverse Vorgänge aus einer Transaktion heraus gestartet, so ist dies nun über verschiedene Apps möglich, die sich in einem persönlichen Menü organisieren lassen.
Die SAP-Oberflächen sind mit den Apps intuitiver geworden (dies ist aber wie alle »Vereinfachungen« Geschmackssache) und bieten eine erweiterte Suchfunktion. Anstelle des langen Menübaums, über den die GUI-Oberfläche nach Funktionen durchsucht wird, erlaubt das Arbeiten mit Fiori den direkten Zugriff auf die individuell zusammengestellten App-Kataloge.
Zu beachten ist allerdings, dass eine App nicht direkt mit einer Transaktion verglichen werden kann. Eine App ist für bestimmte Nutzerszenarien oder für eine spezielle Rolle mit konkreten Aufgaben konzipiert. Sie kann eine Kombination aus Funktionen diverser Transaktionen beinhalten oder aber ganz gezielt für spezifische Abläufe konzipiert sein.
Apps sind mit einem oder mehreren OData-Services verknüpft. Open Data Protocol (OData) ist eine Schnittstellentechnologie. Das Webprotokoll ermöglicht den Zugriff auf Informationen diverser Anwendungen und Services. Die OData-Services sind von der Systemadministration oder im Frontend-System über die Transaktion /n/iwfnd/maint_service zu installieren.
Man unterscheidet bestimmte Fiori-App-Typen:
Transaktionale Apps: Die Funktionen dieser Anwendungssoftware ähneln denen von Transaktionen, wie beispielsweise anlegen, ändern, anzeigen
Fact Sheet Apps: Berichte
Analytische Apps: Spezielle Analysefunktionen mit weiteren Funktionalitäten
Es gibt zudem neue App-Konzepte. So existieren etwa für die Darstellung von Leistungskennzahlen (Key Performance Indicator, kurz KPI) sogenannte Smart Business Apps oder Cockpits. SAP Smart Business ist ein offenes Format, das es Ihnen ermöglicht, eigene KPIs zu definieren und mit weiteren analytischen Applikationen oder anderen Lösungen (z.B. Lumira) zu integrieren.
Insgesamt verändert sich mit der Fiori-Oberfläche die Navigationslogik innerhalb von SAP. Eine Menüsteuerung im klassischen Sinne existiert nicht mehr. Sie suchen die Funktionen mithilfe von Begriffen und Schlagwörtern und können die Ergebnisse direkt im Launchpad speichern, markieren oder als Favoriten kennzeichnen bzw. »taggen«.
Durch das Reduzieren auf notwendige Funktionen ist die Navigation intuitiver und das Launchpad spielerischer geworden. Wagen wir aber trotzdem einen visuellen Vergleich. Hierzu habe ich zwei Beispiele ausgewählt:
Abbildung 1.1 zeigt das klassische SAP-Menü mit einem Controllinguntermenü, aufgerufen über SAP GUI.

Abbildung 1.1: Klassisches SAP-Menü – Controlling
Abbildung 1.2 zeigt im Vergleich dazu eine Fiori-Oberfläche, geöffnet mit dem Internetbrowser Chrome. Sie sehen hier die Gruppe Periodische Aktivitäten mit den üblichen Apps für einen Controllinganwender.

Abbildung 1.2: Fiori-Oberfläche mit einer Controlling-App-Gruppe
1.3 Was versteht man unter HANA und S/4HANA?
Mit dem Begriff HANA ist die innovative Datenbanktechnologie der SAP gemeint; HANA ist die Abkürzung für High Performance Analytic Appliance. Diese Technologie basiert auf einer relationalen In-Memory-Datenbank und ermöglicht schnelle Datenanalysen sowie eine beschleunigte Verarbeitung von Transaktionsdaten.
S/4HANA ist das aktuelle Produkt (Plattform und Strategie) der SAP und nutzt die neue Datenbanktechnologie HANA: Das »S« steht hierbei für »Simple« (im Sinne eines vereinfachten Datenmodells) und die »4« für die vierte Produktgeneration.
Der Funktionsumfang von SAP ist mit S/4HANA zwar weitestgehend gleich geblieben, die Oberflächen mit SAP Fiori sind jedoch auf die jeweiligen Rollen eines Anwenders zugeschnitten und im Sinne neuartiger Apps übersichtlicher und zeitgemäßer gestaltet.
Für das Controlling wurden die Datenlogiken vereinfacht und die Funktionalitäten optimiert. Der Fokus liegt vermehrt auf Echtzeitprozessen und -analysen, innovativen Simulations- und Planungslösungen sowie auf integrierten Lösungen, wie beispielsweise dem »Embedded Business Warehouse«.
Weiterführende Informationen zu den Neuerungen in Bezug auf die Module »Finance« und »Controlling« finden Sie in Kapitel 2.
1.4 Fiori und S/4HANA
Die Entwicklung von S/4HANA wurde speziell auf die Benutzeroberfläche SAP Fiori abgestimmt. Es bietet optimale Voraussetzungen für die Nutzung von Fiori-Apps.
Doch was ist, wenn ich noch keinen Zugriff auf S/4HANA habe? Zur Nutzung der Oberfläche Fiori benötigen Sie einen sogenannten Frontend-Server – dies kann beispielsweise ein SAP-NetWeaver-Gateway-System sein – für den verschiedene Installationsszenarien bestehen. Sie müssen also nicht unbedingt ein HANA- oder S/4HANA-System haben.
Alternativ können Sie ältere Systeme als Backend-Systeme integrieren, diese sind weiterhin über die SAP GUI aufrufbar. Auch für S/4HANA existiert nach wie vor ein Backend-System zur Pflege und Einstellung von Prozessen und Funktionen.
Viele, aber durchaus nicht alle Apps benötigen zwingend eine HANA-Datenbank oder ein S/4HANA-System. Es ist wichtig, dass Sie sich informieren, welches Ihre individuellen Anforderungen sind.
1.5 Wie kann ich eine Fiori-Oberfläche einrichten?
Der Anwender hat die Möglichkeit, seine Oberfläche, das sogenannte Fiori Launchpad, zu personalisieren. Dies ist der erste und wichtigste Schritt beim Arbeiten mit Fiori.
Das ist einfach und funktioniert wie folgt:
1. Rufen Sie den Link zum SAP-Frontend über einen Internetlink oder eine App auf, die Ihnen Ihre IT zur Verfügung gestellt hat. Die Anmeldeoberfläche im Browser Chrome sieht z.B. wie in Abbildung 1.3 aus.

Abbildung 1.3: Anmeldelink für das SAP Fiori Launchpad
2. Nach Eingabe der Anmeldedaten öffnet sich die Fiori-Startseite (siehe Abbildung 1.4): Sie sehen verschiedene App-Gruppen, z.B. Meine Startseite oder Periodische Aktivitäten.

Abbildung 1.4: Startseite Fiori Launchpad
3. Klicken Sie oben links auf das Icon
zur Personalisierung der Einstellungen. Hier bieten sich Ihnen drei Optionen, die Personalisierung vorzunehmen (siehe auch Abbildung 1.5).
App Finder
Einstellungen
Startseite bearbeiten

Abbildung 1.5: Personalisierung der Fiori-Einstellungen
App Finder
Der App Finder ermöglicht über den Reiter Katalog das Aufrufen der Fiori-Apps in einer Listenansicht nach verfügbaren Katalogen (siehe Abbildung 1.6). Die Kataloge sind je nach User-Rollen mit verschiedenen Inhalten ausgestattet.

Abbildung 1.6: Zuordnung von Apps aus Katalogen zu Gruppen
Unter dem Reiter Benutzermenü können Sie ein »unternehmensinternes« oder »benutzerspezifisches« Menü aufrufen, das die verfügbaren Apps gegliedert aufführt. Der Reiter SAP-Menü strukturiert, wenn gewünscht, die Darstellung der Apps gemäß dem klassischen SAP-Menü.
Sie können nun im nächsten Schritt bestimmten Gruppen (die auf dem Launchpad verfügbar sind – z.B. Periodische Aktivitäten) einzelne Apps zuordnen. SAP stellt einerseits Standardgruppen zur Verfügung, die sich anpassen lassen, andererseits können Sie selbst Gruppen anlegen. Wählen Sie aus den verfügbaren Kataloggruppen Ihre gewünschte Thematik, wie beispielsweise einen Gemeinkostenkatalog (Allgemeine Buchungsaktivitäten). Daraufhin öffnet sich rechts neben der Katalogliste eine entsprechende Auswahl an Fiori-Apps. Ein Beispiel sehen Sie in Abbildung 1.6: Einzelne Apps des Katalogs Gemeinkostenrechnung – Allgemeine Buchungsaktivitäten sind der Gruppe Periodische Aktivitäten zugeordnet. Klicken Sie für die Zuordnung auf den Button
in einer Kachel; es öffnet sich nun ein Submenü mit auswählbaren Gruppen. Ein blauer Button bedeutet, dass die App mit einer oder mehreren Gruppen verknüpft ist, ein weißer Button deutet darauf hin, dass die App noch ohne Verknüpfung zu einer Gruppe ist. In Abbildung 1.6 sehen Sie beispielhaft die Zuordnung der App Verrechnung von Leistungen erfassen zur Gruppe Periodische Aktivitäten.
Einstellungen
Mit der Wahl der Funktion Einstellungen (siehe Abbildung 1.5) können Sie persönliche Parameter hinterlegen, wie beispielsweise das Erscheinungsbild einstellen, eine Sprache & Region zuordnen sowie zahlreiche Standardwerte, die auch das Controlling betreffen, in den Benutzerparametern bestimmen (siehe Abbildung 1.7).

Abbildung 1.7: Personalisierte Einstellungen – Standardwerte Controlling
Gruppen zusammengefasst auf der Startseite anzeigen
In den Einstellungen zur Startseite (siehe Abbildung 1.8) können Sie mit Klick auf den Radiobutton Sämtlichen Inhalt anzeigen festlegen, dass Sie Kacheln und Links nur in Gruppen zusammengefasst angezeigt bekommen.

Abbildung 1.8: Einstellungen zur Startseite
Startseite bearbeiten
Über die Selektion der Funktion Startseite bearbeiten wechseln Sie in den Bearbeitungsmodus der Startseite (siehe Abbildung 1.9). Sie haben nun die Möglichkeit, die Oberfläche zu individualisieren. Mit dem Button
ergänzen Sie selbst definierte Gruppen, mit
lassen sich Apps aus den bereits erläuterten Fiori-Katalogen direkt zuordnen.

Abbildung 1.9: Bearbeitungsmodus der Fiori-Startseite
Selbst definierte Gruppen können über den Button
wieder entfernt werden (siehe oben rechts in Abbildung 1.10), es sei denn, sie sind vom Administrator vordefiniert worden.

Abbildung 1.10: Bearbeitungsmodus Startseite – Gruppen löschen
Sie haben jedoch die Möglichkeit, die vordefinierten Gruppen umzubenennen und ihnen Apps zuzuordnen bzw. diese aus einer Auswahl zu entfernen, wie in Abbildung 1.11 gezeigt. Mit einem Doppelklick auf eine Gruppenbezeichnung wechseln Sie in den Bearbeitungsmodus.

Abbildung 1.11: Bearbeitungsmodus Startseite – Umbenennen von Gruppen
Mit dem Button
können Sie Ihre Änderungen wieder rückgängig machen.
Im Bearbeitungsmodus können Sie Ihre Apps außerdem per Drag-and-drop verschieben und damit Anwendungen, die Sie häufig benötigen, mehr in das Zentrum des Bildschirms rücken.
Mit dem »x« an der oberen rechten Ecke jeder Kachel lassen sich Apps gezielt aus der Selektion entfernen. Durch Klick auf den Button Schließen speichern Sie Ihre Anpassungen, der Bearbeitungsmodus ist beendet.
Weitere Funktionen der Startseite
Auf der Startseite (siehe Abbildung 1.4) finden Sie oben rechts noch zwei weitere Icons:
. Mit der Lupe greifen Sie auf die allgemeine Suchfunktion zu. Das Icon daneben steht für die Benachrichtigungsfunktion.
Über die allgemeine Suchfunktion können Sie mithilfe von Schlagwörtern gezielt nach Apps suchen (siehe Abbildung 1.12).

Abbildung 1.12: Allgemeine Suchfunktion
Beim Aufruf von Nachrichten über das Benachrichtigungsicon können Sie sich diese nach Datum, Typ oder Priorität sortiert anzeigen lassen (siehe Abbildung 1.13). Welche Arten von Benachrichtigungen bei Anwendern eingehen, wird im Customizing definiert. Die Funktion kann beispielsweise für die Freigabe von Bestellungen genutzt werden: Die zuständigen Personen erhalten in diesem Fall eine Nachricht, sobald eine Bestellung freizugeben ist. Zusätzlich zum Customizing sind die Benachrichtigungen in den Einstellungen des Benutzers zu aktivieren.

Abbildung 1.13: Benachrichtigungen im Launchpad
Die Startseite bietet außerdem eine vereinfachte Möglichkeit, Kataloge und Apps aufzurufen. Hierzu klicken Sie auf den Button
, der sich auf dem Launchpad oben in der Mitte befindet (siehe Abbildung 1.11). Selektieren Sie dann die Option Meine Startseite wie in Abbildung 1.14.

Abbildung 1.14: Fiori-Startseite – Kataloge und Apps
Daraufhin öffnen sich die Kataloge mit den entsprechenden Apps. Abbildung 1.15 zeigt beispielhaft den Stammdatenkatalog mit den Apps zur Bearbeitung von Finance- und Controllingstammdaten.

Abbildung 1.15: Fiori-Startseite – Katalog »Stammdaten« und Apps
Das OK-Code-Feld in Fiori
Beim Arbeiten mit Fiori besteht die Möglichkeit, das bekannte OK-Code-Feld einzublenden, um mit Transaktionscodes zu navigieren. Hierzu öffnen Sie eine beliebige App, die einen Aufruf des Menüpunkts Mehr erlaubt, z.B. »Kostenarten verwalten« (siehe Abbildung 1.16). Über GUI-Aktionen und -Einstellungen • Einstellungen öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem Sie über den Reiter Interaktionsdesign die Anzeige des OK-Code-Feldes aktivieren (siehe Abbildung 1.17).

Abbildung 1.16: Aufruf der GUI-Einstellungen

Abbildung 1.17: Einblenden des OK-Code-Feldes in Fiori
Abbildung 1.18 zeigt das Ergebnis der Aktion.

Abbildung 1.18: Eingeblendetes OK-Code-Feld in Fiori
Das Einblenden ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn Sie Funktionen nutzen wollen, die noch nicht über SAP Fiori, sondern ausschließlich über SAP GUI aufrufbar sind (z.B. für Key-User).
Detailliertere Informationen zum SAP Fiori Launchpad finden Sie im SAP Help Portal, beispielsweise unter folgendem Link:
https://help.sap.com/viewer/a7b390faab1140c087b8926571e942b7/7.4.21/en-US/f951b50a07ce41deb08ced62711fe8b5.html
SAP NetWeaver Business Client (NWBC)
Der Business Client ist eine Integrationsplattform von SAP, die über den Desktop aufgerufen wird. Sie erlaubt Endanwendern ein paralleles Arbeiten mit SAP-GUI-basierten Transaktionen, Portalanwendungen und neuen Applikationen wie beispielsweise Fiori. Es ist zudem möglich, bereits existierende browserbasierte Applikationen von SAP zu integrieren.
2 SAP S/4HANA und wichtige Innovationen für das Controlling
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den neuen Datenstrukturen von S/4HANA im Finanzwesen und Controlling. Die Basis bildet das Universal Journal. Darüber hinaus werden wichtige Neuerungen in S/4HANA thematisiert, so beispielsweise die Möglichkeit, Währungen fortzuschreiben, Ledger und das Material-Ledger zu nutzen sowie Buchungsperioden zu verwalten. Am Ende des Kapitels gehe ich auf zukünftige Trends ein.
2.1 Vereinfachte Datenstrukturen
In der Vergangenheit waren in »klassischen« SAP-Systemen, die nicht über S/4HANA-Funktionalitäten verfügen, und sind auch heute noch viele verschiedene Datenbanktabellen im Einsatz, die diverse Informationen aus der Finanzbuchhaltung und dem Controlling sowie aus weiteren eingesetzten Modulen speichern. Im Rahmen von Monats- und Jahresabschlussaktivitäten geht es regelmäßig darum, diese in Tabellen erfassten Informationen zu vergleichen und abzustimmen. Ziel ist es, möglichst redundanzfreie Auswertungen erstellen und analysieren zu können, die aussagekräftig für das Management und wichtige Entscheidungsträger im Unternehmen sind. Sehr oft kommen für Auswertungszwecke Data Warehouses (z.B. BW/BI-Systeme) oder andere externe Reportingtools zum Einsatz.
Abbildung 2.1 verdeutlicht die Zusammenhänge zwischen den Abstimmaktivitäten der diversen Controlling- und Finanzbuchhaltungsmodule, die in einem »klassischen« SAP-System erforderlich sind.

Abbildung 2.1: Abstimmaktivitäten in der Fibu und im Controlling ohne S/4HANA
S/4HANA weist den Weg zur Vereinfachung der soeben erläuterten Datenstrukturen und der zugrunde liegenden Prozesse.
2.1.1 Die ACDOCA-Tabelle
Mit der Entwicklung der In-Memory-Technologie konnte die SAP die Idee des Universal Journals umsetzen. Die In-Memory-Technologie von HANA-Datenbanken erlaubt schnelle Datenanalysen und die Aggregation großer Datenmengen in kurzer Zeit. Es ist nicht erforderlich, Daten zu replizieren. Daten können mit einem einfachen Extraktor ins Business Warehouse (BW) übertragen werden, sofern dieses bereits vorhanden ist.
Das Universal Journal bildet hierzu die Basis. Es handelt sich dabei um eine Tabelle mit dem Namen »ACDOCA«, die bei Istbuchungen sämtliche Informationen aus der Finanzbuchhaltung und dem Controlling speichert. Sie beinhaltet außerdem Feldinformationen aus der Anlagenbuchhaltung und dem Material-Ledger. Das Universal Journal ist seit der Version S/4HANA Finance 1503 verfügbar.
Informationen, die bisher in verschiedenen Tabellen und Belegen abgelegt waren, werden nun zentral in dieser einen Tabelle gesammelt. Dies bedeutet konkret, dass fast alle Daten einer Buchung in nur einer Zeile des Universal Journals fortgeschrieben werden (siehe Abbildung 2.2).

Abbildung 2.2: Prinzip des Universal Journals – Tabelle ACDOCA
Es bedarf keiner gesonderten Abstimmaktivität mehr. Die Daten werden lediglich an einer zentralen Stelle vorgehalten und können von dort aus ausgewertet werden.
Für Anforderungen aus der (kalkulatorischen) Ergebnisrechnung können spezifische Felder für die Merkmale im Universal Journal selbst definiert und angelegt werden. Es ist weiterhin möglich, die kalkulatorische und buchhalterische Ergebnis- und Marktsegmentrechnung (kurz CO-PA – Controlling Profitability Analysis) parallel einzusetzen. Der strategische Fokus der SAP lag in der letzten Zeit jedoch klar auf der Entwicklung der buchhalterischen Ergebnisrechnung. Teilweise wurden Funktionalitäten aus der kalkulatorischen Ergebnisrechnung in diese Komponente übernommen. SAP nennt das entwickelte Ergebnis nun nicht mehr CO-PA oder Ergebnisrechnung, sondern Margin Analysis (CO-MA).
Individualisierung der ACDOCA
Die ACDOCA kann um kundenspezifische Felder erweitert werden, z.B. um solche mit Bezug zur Ergebnisrechnung, Anlagenbuchhaltung, zum Hauptbuch oder zum Material-Ledger.
Mit der Einführung von S/4HANA wird außerdem auf Summensatztabellen verzichtet: Die schnelle Datenbanktechnologie von S/4HANA macht diese Tabellen obsolet.
Die Belegkopfinformationen werden Sie parallel zur ACDOCA auch weiterhin in den bekannten Tabellen wie in dem Belegkopf für Buchhaltung (BKPF) oder im CO-Objekt Belegkopf (COBK) finden.
COBK oder BKPF?
Die aktuelle Zielsetzung der SAP ist es, COBK durch BKPF zu ersetzen. Dies entspricht im Prinzip der generellen Harmonisierung der FI- und CO-Tabellen innerhalb von SAP.
Allerdings kann es in der ACDOCA auch Einträge ohne Bezug zu einem Belegkopf geben. Dies ist der Fall, wenn es sich nicht um Standard-Prozessbuchungen handelt (z.B. Migrationsbuchungen).
Die ACDOCA bildet zudem die Basis für alle CO-relevanten Kostenarteninformationen. Damit sind sowohl Primär- als auch Sekundärkosteninformationen gemeint; beide Kostenarten sind in S/4HANA über Konten im System abgebildet.
2.1.2 Verzicht auf FI- und CO-Tabellen
Abbildung 2.3 zeigt alle Summensatztabellen, die mit der Einführung des Universal Journals entfallen. Sie können diese Tabellen zwar weiterhin aufrufen, allerdings nur über sogenannte Compatibility Views (Kompatibilitätssichten), die die Daten in gewohnter Form darstellen. Nachfolgend erläutere ich Ihnen kurz den Hintergrund.

Abbildung 2.3: Mit S/4HANA entfallende Summensatztabellen
Eine weitere Innovation in S/4HANA ist die Änderung der Datenselektionslogik von Zeilen hin zu Spalten. Wurden für Datenselektionen bisher die einzelnen Buchungszeilen »durchlaufen«, so wird in S/4HANA auf Spaltenebene selektiert. Dadurch wird eine sehr viel höhere Geschwindigkeit für den Aufruf von Berichten erzielt und das Datenmodell kann auf einige Tabellen verzichten. Nichtsdestotrotz möchten Sie im Controlling vermutlich weiterhin Ihre »gewohnten« Datenbanktabellen abfragen. Zudem sind zahlreiche Report-Painter- und Report-Writer-Berichte so programmiert, dass sie auf die bestehenden Tabellen zugreifen. Aus diesem Grund stehen die bekannten Tabellen für die abgeschafften Summensätze weiterhin als Kompatibilitätssichten zur Verfügung, und die Daten können darin wie bisher angesehen sowie analysiert werden. Die View V_COEP entspricht beispielsweise der COEP-Tabelle für CO-Einzelposten.
Die Transaktion SE16H
Für spontane Datenbankaufrufe, die beispielsweise bisher mit der Transaktion SE16N erfolgten, steht nun auch die Transaktion SE16H zur Verfügung. Fragen Sie mit ihr die COEP-Tabelle ab, so werden die Daten physisch aus der ACDOCA gelesen.
SAP hat mit den Compatibility Views die Schnittstellen des Rechnungswesens an die neuen Datenstrukturen von S/4HANA angepasst. Programmierungen, die bereits bestehen, können nach wie vor genutzt werden und Standardprogramme funktionieren weiterhin.
Diese Lösung wird aber nur noch für einen gewissen Zeitraum zur Verfügung stehen. Die SAP arbeitet bereits daran, dass die Datenabfragen direkt auf die ACDOCA zugreifen können.
Fortschreiben der FI- und CO-Einzelposten in S/4HANA
Bitte beachten Sie, dass die Datenerfassung zukünftig nicht mehr in den spezifischen FI- und CO-Tabellen erfolgt. Stattdessen werden die Einzelposten für die entsprechenden Buchungen in der ACDOCA gespeichert.
Auch die im Finance-Umfeld bisher üblichen Indextabellen werden mit S/4HANA abgeschafft. Wiederum helfen Compatibility Views, um die Daten zu lesen. Abbildung 2.4 zeigt die Indextabellen im Detail.

Abbildung 2.4: Übersicht der mit S/4HANA entfallenden Indextabellen
Weitere Tabellen, die langfristig abgelöst werden, sind:
FAGLFLEXA: Neues Hauptbuch – Einzelposten
COEP: CO-Einzelposten – Einige Werttypen können noch nicht in die ACDOCA fortgeschrieben werden, deswegen ist die COEP mit Release 1809 weiterhin im Einsatz (ebenso COSP_BAK und COSS_BAK); die Werttypen 4 und 11 können bereits in die ACDOCA fortgeschrieben werden
ANEA, ANLC, ANLP: Dies sind weitere Tabellen der Anlagenbuchhaltung
2.1.3 Fazit zum Universal Journal
Die ACDOCA legt die Grundlagen für eine einfache Datenauswertung und schnelle Abfragemöglichkeiten.
Sie beinhaltet sämtliche Daten für ein internes und externes Reporting. Mit S/4HANA Finance gibt es keine Unterscheidung mehr zwischen FI-Konten und den wohlbekannten Kostenarten aus dem SAP Controlling. SAP wurde so programmiert, dass die Informationen der Kostenarten ab sofort in der FI-Maske integriert sind. Mit dieser Entscheidung hat die SAP die Abstimmaktivitäten zwischen FI und CO quasi hinfällig gemacht und ein Einkreissystem als echte Datengrundlage entwickelt. In Abschnitt 3.1 werde ich im Detail auf die Veränderungen bei den Kostenarten eingehen.
Folgende Tabellen können auch in SAP S/4HANA genutzt werden:
Die Tabelle BSEG für Verdichtungen (Offene Posten etc.).
Die klassische Profitcenter Rechnung (EC-PCA) wurde nicht verändert und kann wie gewohnt verwendet werden.
Die FI-SL-Tabellen, z.B. im Bereich Public oder Joint Venture Accounting, sind unverändert und funktionieren wie bisher. Mit Release 1909 steht jedoch die Business Function JVA on ACDOCA zur Verfügung.
Die kalkulatorische CO-PA und die entsprechenden Tabellen sind weiterhin nutzbar.
2.2 Weitere Neuerungen für das Controlling
2.2.1 Ledgerlösung
Wenn Sie das neue Hauptbuch (New GL) im Einsatz haben, so können Sie weiterhin mit einer Kontenlösung arbeiten oder aber die Ledgerlösung für die Abbildung der parallelen Rechnungslegung nutzen. Die Funktionalitäten von S/4HANA entsprechen den Features des neuen Hauptbuchs. Für die Implementierung einer S/4HANA-Lösung ist im Vorfeld die Einführung des neuen Hauptbuchs zu empfehlen, jedoch ist dies nicht zwingend erforderlich.
Bei der Kontenlösung gibt es ein festes Ledger (i.d.R. 0L); bei der Ledgerlösung gäbe es weitere Ledger, die zum Teil eigenen Standards unterliegen.
Neben diesen Standardledgern können Sie in S/4HANA zusätzlich sogenannte Erweiterungsledger aktivieren.
Ein Erweiterungsledger wird im Customizing stets mit einem Standardledger (z.B. 0L) verknüpft. Buchungen werden »physisch« nur im Erweiterungsledger durchgeführt, im Sinne eines Deltaprinzips. Das Erweiterungsledger kann beispielsweise für Buchungen im Rahmen von Monats- oder Jahresabschlüssen genutzt werden, um verschiedene Rechnungslegungsvorschriften abzubilden. Es kann auch für Simulationsbuchungen oder Anpassungsbuchungen im Controlling (z.B. für Korrekturbuchungen) dienen. Diese Art von Buchungen ist durch die Logik des Erweiterungsledgers klar von den Buchungen der Finanzbuchhaltung getrennt.
Beim Reporting des Erweiterungsledgers werden die Daten des zugrunde liegenden Ledgers ebenfalls mit aufgerufen. Erweiterungsledger sind bisher in S/4HANA für manuelle Buchungen vorgesehen, die Daten werden in der ACDOCA erfasst.
Für die Übernahme der Daten aus einem Erweiterungsledger in weitere CO-Module (FI-SL, EC-CS oder PCA) steht ein BAdI zur Verfügung: BAdI_FINS_APPL_RELEVANCE. Bei der Nutzung des BAdI ist es empfehlenswert, eine klare Trennung der Daten des Erweiterungsledgers von den anderen Daten zu implementieren.
Empfehlung für den Einsatz der Ledgerlösung
Wenn Sie verschiedene Ledger nutzen, können Sie diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Rahmen des Monatsabschlusses schließen. Die Ledgerlösung ermöglicht eine vereinfachte Datenspeicherung: Deltabuchungen vermeiden redundante Daten.
2.2.2 Abbildung verschiedener Währungen
Die ACDOCA unterstützt seit einiger Zeit die Abbildung verschiedener Währungen im SAP-System: Es ist möglich, pro Buchungskreis und Ledger zwei Währungen festzulegen. Zudem können Sie bis zu acht weitere Währungen frei definieren. Für die Fortschreibung der Währungen existiert eine Echtzeitabstimmung.
Die zusätzlichen Währungen sind bereits in einige Standardprozesse integriert, so z.B. in das Handling von offenen Posten, Verrechnungen im CO und im Hauptbuch. In manchen Fällen führen sie zu ergänzenden Abstimmprozessen, etwa bei der Abschreibung, bei CO-Abrechnungen oder -Umbuchungen.
Für Währungseinstellungen gehen Sie über den Customizingpfad Finanzwesen • Grundeinstellungen Finanzwesen • Bücher • Ledger • Einstellungen für Ledger und Währungstypen definieren.
Unter Einstellungen für Ledger und Währungstypen definieren werden die diversen Währungstypen, das Ledger mit Stammdaten und die Währungsumrechnung bestimmt. Hier erfolgt auch die Zuordnung der Ledger zu den Buchungskreisen und die Verknüpfung der Währungstypen mit den Ledgern und Buchungskreisen.
Bitte beachten Sie, dass der Währungstyp des Kostenrechnungskreises der übergreifende Währungstyp für die verknüpften Buchungskreise und Ledger ist. Die SAP empfiehlt hierbei den Währungstyp 30 – Konzernwährung zu nutzen.
Die folgenden Abbildungen zeigen beispielhaft einige Einstellungen für die SPEED GmbH. Die Währung Z1 wurde als frei definierbare Währung dem Buchungskreis S010 zugeordnet (siehe Abbildung 2.5); der übergreifende Währungstyp 30 ist zu sehen.

Abbildung 2.5: Customizing, Währungstypen und Ledger – Beispiel für Buchungskreiseinstellungen
Mit Klick auf Details sehen Sie weitere Einstellungen zum Buchungskreis, zur Währung und zum Ledger 0L (siehe Abbildung 2.6).

Abbildung 2.6: Customizing, Währungstypen und Buchungskreiseinstellungen für das Ledger
Insgesamt ist es wichtig, bei der Konzeptionierung von Währungen, Ledgern und Buchungskreisen zu beachten, welche Währung für die Integration ins FI-AA, Controlling und Material-Ledger verwendet wird und in welcher Konstellation die Einstellungen vorgenommen werden.
2.2.3 CO-spezifische Buchungen im Ledger
In S/4HANA Finance ist es möglich, mit CO-Prozessen direkt in eine Ledgergruppe zu buchen. Bei dieser Art von Buchung kann eine spezifische Belegart ausgewählt werden. Sie führen die Buchung mit den Apps zur manuellen Kostenverrechnung durch (weitere Informationen erhalten Sie in Abschnitt 6.4).
Die Maske zur Eingabe der manuellen Kostenverrechnung ermöglicht sowohl den Eintrag der Belegart als auch der Ledgergruppe (Ledger-Gr., siehe Abbildung 2.7).

Abbildung 2.7: Beispiel für manuelle Kostenverrechnung – Eingabe Belegart und Ledgergruppe
Sie können Buchungen mit Belegart und Ledgergruppe auch mit den »altbekannten« Transaktionen KB11N, KB41N und KB15N durchführen. Im FI-Modul stehen Ihnen beispielsweise die Transaktionen FB01L oder FB50L zur Verfügung. Weitere Prozesse lassen sich im Customizing freischalten. In der Regel werden CO-Buchungen im führenden Ledger 0L vorgenommen.
Belegarten zuordnen
Im Customizing ist es möglich, die Integration von Controlling und Finanzwesen zu steuern. Sie können Geschäftsvorfälle aus dem Controlling einzelnen Belegarten zuordnen (Mappingvarianten). In der Standardvariante sind der Belegart der FI-CO-Echtzeitintegration alle CO-Geschäftsvorfälle zugeordnet.
2.2.4 Material-Ledger
Das Material-Ledger unterstützt mit seinem Datenmodell zahlreiche Anforderungen an das Reporting, die Unternehmen für ihr Management benötigen. Es erfasst Bewertungs- und Steuerungsdaten zu Materialien, wie beispielsweise Informationen zu
flexiblen internationalen Bewertungsmethoden (parallele Währungen, parallele Rechnungslegung auf Ebene der Produkte) sowie
transparenten Verrechnungen von Kosten und Transferpreisermittlungen.
Man kann das Material-Ledger als eine Art mehrwährungsfähiges Materialnebenbuch verstehen. Mit der Einführung von S/4HANA wurden einige Tabellen des Material-Ledgers in die ACDOCA (MLIT, MLPP, MLPPF, MLCR, MLCRF, MLCD, CKMI1, BSIM) und die Tabelle MLHD in die BKPF-Tabelle übernommen. Mithilfe der bereits angesprochenen Compatibility Views werden die Daten in »alten Formaten« bereitgestellt. Die Logik hierbei ist: V_<Tabellenname> oder V_<Tabellenname>_ORI, z.B. V_MLIT oder V_MLIT_ORI. Mit der Einführung von S/4HANA ist die Nutzung des Material-Ledgers für Unternehmen maßgeblich, wenn Sie Bestände führen und Materialbewertungen vornehmen. Es werden folgende Funktionalitäten des Material-Ledgers standardmäßig in das Finanzwesen integriert:
Bestandsführung und Bewertung sind in Parallelwährungen verfügbar.
Bis zu drei Währungen können fortgeschrieben werden.
Istkostenkalkulation, eine entsprechende Umbewertung der Bestände sowie die Kostenschichtung sind möglich.
Simulationen und eine transparente Darstellung von Transferpreisen sind realisierbar.
Die Datenstruktur für die Istkostenermittlung auf der Ebene des Werks wurde überarbeitet: Diese Daten werden nun in den Tabellen ACDOCA, MLDOC und MLDOCCCS gespeichert.
Insgesamt wurde mit der Integration des Material-Ledgers in die Finanzbuchhaltung und das Controlling die Datenstruktur stark vereinfacht und die redundante Datenhaltung reduziert. Die Ebene der Bewertung ist veränderbar, indem Sie in S/4HANA flexibel zwischen Buchungskreis, Werk oder Artikelnummer wählen. Im Reporting ist zudem ein einfacher Wechsel zwischen Perioden, Währungen und Bewertungssichten möglich.
2.2.5 Verbesserung der Periodensteuerung
In SAP S/4HANA wird es weiterhin FI- und CO-Buchungsperioden geben, die sich mit den bekannten Transaktionen bearbeiten lassen (FI: OB52 bzw. S_ALR_87003642 – CO: OKP1). Das integrierte Datenmodell mit ACDOCA setzt jedoch ein korrektes Einstellen der OB52 für die Sekundärkostenarten/-konten voraus, damit die Integration mit dem CO funktionieren kann. Denken Sie daran, für Ihre Sachkonten nach Bedarf Kontenintervalle einzurichten (Button Aufteilung in der Fiori-App »Buchungsperiodenvarianten verwalten«).
Im CO kann auf Transaktionsebene ausgesteuert werden, welche Art von Buchung zu welchem Zeitpunkt noch erlaubt ist.
Beim Öffnen und Schließen von Buchungsperioden haben Sie die Möglichkeit, mit sogenannten Buchungsperiodenvarianten zu arbeiten. Diese gelten buchungskreisübergreifend, Sie ordnen Ihren Buchungskreisen die Buchungsperiodenvarianten zu. Zum Öffnen und Schließen arbeiten Sie operativ nur mit der Buchungsperiodenvariante.
In der Transaktion OB52 stehen drei Intervalle für die Periodensteuerung zur Verfügung:
Intervall 1 und 2 dienen den Normal- und Korrekturperioden.
Das Intervall 3 steht für CO-bezogene Perioden und die entsprechenden Buchungen zur Verfügung, die zeitlich versetzt zum FI-Abschluss stattfinden können.
Wenn Sie keine Einträge in Intervall 3 vornehmen, erfolgt systemseitig eine Prüfung gegenüber den Einträgen in den Intervallen 1 und 2. Existieren Einträge für Intervall 3, so werden die CO-Buchungen systemseitig nur gemäß diesen Inhalten verprobt.
Sie können im Intervall 1 Benutzergruppen hinterlegen. Dadurch ist es möglich, für bestimmte Anwendergruppen Perioden zu öffnen bzw. zu schließen, beispielsweise im Rahmen von Jahres- und Monatsabschlussprozessen.
Folgende Fiori-Apps dienen der Verwaltung der Periodensteuerung anstelle der genannten Transaktionen:
Buchungsperioden verwalten
Buchungsperiodenvarianten verwalten
Die Fiori-Apps arbeiten mit den erläuterten Buchungsperiodenvarianten.
Mithilfe der App »Buchungsperioden verwalten« können Sie Ihre Einstellungen für das FI und CO entweder mit der Sicht Buchungskreis oder mit der Sicht Buchungsperiodenvariante aufrufen (siehe Abbildung 2.8).

Abbildung 2.8: Fiori-App »Buchungsperioden verwalten« – Buchungsperiodenvariante
Mit Klick auf den Button CO-Periodenstatus springen Sie in die Einstellungen zum Kostenrechnungskreis ab. Diese sind in Abbildung 2.9 dargestellt.

Abbildung 2.9: Fiori-App »Buchungsperioden verwalten« – CO-Periodenstatus
Mit den beiden genannten Fiori-Apps stehen Ihnen die Funktionen zum Einstellen der Periodensteuerung im Bearbeitungs- bzw. Verwaltungsmodus zur Verfügung. Nutzen Sie zum Bearbeiten der Intervalle der Buchungsperiodenvariante den Button
.
In S/4HANA ist es möglich, eine ledgerspezifische Periodensteuerung vorzunehmen. Die Einstellungen sind entsprechend auf Buchungskreisebene zu aktivieren und mithilfe von Buchungsperiodenvarianten umzusetzen.
Für die Logistik wird zudem die App »Perioden schließen« für die Periodenverschiebung angeboten. Beim Aufrufen der App gelangen Sie in das Menü, das der Transaktion MMPV entspricht.
2.3 Ideen für die Zukunft
Neben der Bereitstellung des Universal Journals hat sich die SAP bei der Entwicklung von S/4HANA darauf fokussiert, die Finanz- und Controllingprozesse in Unternehmen zu transformieren. An dieser Stelle seien die wichtigsten Schlagwörter der SAP genannt, die aktuelle Trends und Ideen für die Zukunft des Controllings repräsentieren:
Big Data: Datenauswertungen in Echtzeit mithilfe der HANA-Datenbanktechnologie
User Experience: Mit der Oberfläche Fiori hat die SAP eine browserbasierte Lösung für die Arbeit mit einem ERP-System entwickelt
Robotics und Machine Learning: Gesteigerte Effizienz durch Datenauswertungen und künstliche Intelligenz
Predictive Analytics: Simulation von (Markt-)Entwicklungen und Ergebnissen
Blockchain: Zukünftige Geschäftsprozesse und Datenaustausch unter Beachtung von Sicherheitsaspekten und Authentifizierung
Business Network: Eine neue Form der Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern
Cloud: Schnelle Verfügbarkeit und Nutzung von Innovationen, die aktuell und überall einsetzbar sind
3 Ein starkes Fundament – Stammdaten in SAP S/4HANA
In diesem Kapitel erläutere ich Ihnen die wichtigsten Änderungen der Stammdaten im SAP Controlling mit S/4HANA auf möglichst einfache und anschauliche Weise. Ich gehe dabei einerseits auf technische Veränderungen (Einfluss des Universal Journals), andererseits auf Neuerungen für die Anwenderseite und in den Applikationen selbst ein.
3.1 Kostenarten
Mit der Einführung des Universal Journals wird in SAP nicht mehr wie bisher zwischen Sachkonten und Kostenarten unterschieden. Es gibt nur noch Sachkonten im Sinne eines Einkreissystems. Diese Sachkonten erhalten für das Controlling zusätzlich Eigenschaften einer Kostenart.
Ab sofort existieren also sogenannte Master-Stammdaten für Konten und Kostenarten. Es gibt zudem ein neues Feld zur Differenzierung der verschiedenen Kontoarten (GLACCOUNT_TYPE). Inhaltliche Unterscheidungen in den Einstellungen der verschiedenen Sachkontenstammdaten im Sinne der bereits bekannten Kostenarten sind nach wie vor möglich.
Die Stammdaten der Konten werden mit der App »Sachkontenstammdaten verwalten« angelegt:
Abbildung 3.1 zeigt einen Ausschnitt des Einstiegsbildschirms der App mit der Menüsteuerung. Sie können innerhalb der App sowohl Stammdatenlisten aufrufen als auch Sachkontenstammdaten anlegen und bearbeiten. Sie selektieren die Werte anhand von Eingaben in den Selektionsfeldern und anschließendem Klick auf den Button
.

Abbildung 3.1: Sachkontenstammdaten verwalten – Menü und Funktionen
Wählen Sie zur Datenselektion beispielsweise Ihren Kontenplan aus. Unter Anzeigen haben Sie die Wahl zwischen drei Ansichten: die hier gezeigte Kontenplansicht, Buchungskreissicht und Kostenrechnungskreissicht.
3.1.1 Die Kontenplansicht
Die Kontenplansicht zeigt die generellen Einstellungen zur Sachkontoart in Listform (siehe Abbildung 3.2).

Abbildung 3.2: Sachkontenstammdaten verwalten – Kontenplansicht
Als Sachkontoart stehen in S/4HANA folgende Kontoarten zur Auswahl:
Bestandskonto
Nicht betriebliche Aufwendungen und Erträge
Primärkosten oder Erlöse
Sekundärkosten
Die Funktionalitäten des Zweikreissystems wurden in S/4HANA in die Sachkontenstammdatenpflege übernommen, indem die ehemaligen Kostenarten weiterhin als Primärkosten/Erlöse bzw. Sekundärkosten im System geführt werden. Mit Zweikreissystem meine ich die klare Trennung der Module FI und CO mit eigenen Stammdatentabellen und Pflegetransaktionen.
3.1.2 Die Buchungskreissicht
Wenn Sie zusätzlich zu den Kontenplandaten den Buchungskreis selektieren, können Sie mit der App sämtliche Konten eines Buchungskreises in Listform aufrufen (siehe Abbildung 3.3).

Abbildung 3.3: Sachkontenstammdaten verwalten – Buchungskreissicht
Über das Icon
können Sie weitere Felder für die Liste als Spalten auswählen. Die Buchungskreissicht beinhaltet Informationen zur Verwaltung offener Posten (OP-Verwaltung) und zur Buchungssperre.
Mit Klick auf den Button
(siehe
in Abbildung 3.3) öffnet sich ein Fenster, in dem Sie über die Option Weitere Filter Ihre Selektionsfelder anpassen können.

Abbildung 3.4: Sachkontenstammdaten verwalten – Filter auswählen
Wählen Sie die gewünschten Felder durch Anklicken des jeweiligen Kästchens aus und bestätigen Sie mit OK (siehe auch Abbildung 3.4). In unserem Beispiel habe ich Angelegt von, Angelegt am und Kontengruppe selektiert. Dann speichern Sie Ihre Einstellungen mit dem Button
. Im Anschluss müssen Sie die Auswahl noch einmal mit dem Button
bestätigen. Nun werden in der Filteransicht die zusätzlich selektierten Felder angezeigt (siehe Abbildung 3.5). Das Ergebnis wurde als Ansicht bzw. Variante NV (siehe oben links) gespeichert.

Abbildung 3.5: Angepasste Ansicht – Filterselektion
Mit dem Button
können Sie die Filter in der App unsichtbar machen (siehe Abbildung 3.5).
Anlegen von Varianten
Über den Button
haben Sie die Möglichkeit, Ihre eigenen Ansichten als Varianten zu konfigurieren und zu verwalten. Abbildung 3.6 und Abbildung 3.7 zeigen, wie Sie die Einstellungen vornehmen. Die Funktion der Variantenkonfiguration steht Ihnen in vielen Fiori-Apps zur Verfügung.

Abbildung 3.6: Button »Standard« – Meine Ansichten
Bei Selektion des Buttons Verwalten öffnet sich ein Untermenü zum Organisieren der Ansichten (siehe Abbildung 3.7).

Abbildung 3.7: Button »Standard« – Ansichten verwalten
3.1.3 Kostenrechnungskreissicht
Für diese Sicht ist in der Selektionsmaske der Kostenrechnungskreis auszuwählen. Die Daten werden dann wie in Abbildung 3.8 dargestellt.

Abbildung 3.8: Sachkontenstammdaten verwalten – Kostenrechnungskreissicht
Die Tabelle listet die Sachkonten auf. Das Feld Kostenartentyp gibt Ihnen in S/4HANA die Möglichkeit einer weiteren Untergliederung der Sachkonten.
Die Kostenartentypen selbst haben sich im Vergleich zu früher nicht weiter verändert. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl der häufigsten Typen:
01 – Primärkosten/kostenmindernde Erlöse
11 – Erlöse
12 – Erlösschmälerungen
21 – Abrechnung intern
22 – Abrechnung extern
31 – Auftrags-/Projektabgrenzung
41 – Gemeinkostenzuschläge
42 – Umlage
43 – Verrechnung Leistungen/Prozesse
Sekundärkostenartentypen (bzw. die entsprechenden Konten) werden (zumindest vorerst) weiterhin für interne CO-Verrechnungen genutzt.
Kostenartentyp 90
Seit einiger Zeit gibt es Kostenarten des Typs 90. Diese ermöglichen eine Integration des Controllings mit dem Anlagevermögen und die Kontrolle eines Auftrags- oder Projektbudgets (statistische Kontierung).
3.1.4 Beispiel für die Stammdatenpflege
Kostenarten und Konten werden mit Fiori zentral über die App »Sachkontenstammdaten verwalten« gepflegt. Zum Anlegen eines neuen Kontos oder einer Kostenart selektieren Sie den Button
, den Sie in Abbildung 3.8 rechts von der
sehen. Im Beispiel legen wir nun gemeinsam eine Sekundärkostenart für die Umlage von Kantinenkosten an.
Wie in Abbildung 3.9 dargestellt, befüllen Sie im ersten Schritt die allgemeinen Daten. Um zum nächsten Schritt zu gelangen, haben Sie nun zwei Möglichkeiten: Sie können entweder in Ihrem Browserfenster nach unten scrollen oder aber Sie selektieren die gewohnten Reiter zur Stammdatenpflege, die sich direkt neben den Kopfdaten befinden. Dadurch springen Sie automatisch zur gewünschten Stelle im Fenster.

Abbildung 3.9: Sachkontenstammdaten verwalten – Anlegen einer sekundären Kostenart
Zur Pflege der Buchungskreisdaten wählen Sie den Button
und ergänzen anschließend die erforderlichen Daten (siehe Abbildung 3.10).

Abbildung 3.10: Sachkontenstammdaten verwalten – Buchungskreiszuordnung
Als letzter Schritt ist nun noch die jeweilige Einstellung im Kostenrechnungskreis vorzunehmen (siehe Abbildung 3.11). Wir wählen im Beispiel den Kostenartentyp 42 für die Umlage aus. Am Ende werden die Eingaben mit dem Button
gespeichert.

Abbildung 3.11: Sachkontenstammdaten verwalten – Einstellungen im Kostenrechnungskreis
Neue Organisation der Buttons in S/4HANA
Sie finden den Button zum Speichern der Daten neuerdings oft unten rechts im Browserfenster. Dies ist auf den ersten Blick nicht gleich ersichtlich; jedoch gewöhnt man sich mit etwas Übung schnell daran.
Kopierfunktion für Kostenarten
Sie können ein Konto bzw. eine Kostenart mit den jeweiligen Detaildaten aufrufen. Über den Button
können die bestehenden Daten komplett kopiert, überarbeitet und anschließend als neues Konto gespeichert werden. Diese Funktion ist unabhängig von der jeweiligen Sicht verfügbar.
Berechtigungen für die Stammdatenpflege
Die Zusammenlegung von Sachkontenstammdaten und Kostenarten in S/4HANA macht es erforderlich, die Berechtigungen für die Stammdatenpflege anzupassen. Berechtigungen benötigen Sie für die Pflege von
Primärkostenarten/Erlösen beim Anlegen dieser Stammdaten (neben den Berechtigungen für Sachkontenstammdaten),
Sachkontenstammdaten beim Anlegen von Sekundärkostenarten.
Kostenartengruppen
Kostenarten können im SAP Controlling zu Gruppen zusammengefasst werden, um diese im Reporting und Informationssystem zu nutzen. Sie können auf diese Weise Zeilenstrukturen von Berichten definieren, etwa um einen Betriebsabrechnungsbogen (BAB) und die entsprechenden gewünschten Zeilen in SAP abzubilden. Eine Gliederung erfolgt hier typischerweise in die folgenden Hauptgruppen: Personalkosten, Hilfs- und Betriebsstoffe, Instandhaltungskosten, Sonstige Gemeinkosten.
Des Weiteren können Sie die Gruppen auch im Rahmen von Verrechnungen (z.B. Umlagen) einsetzen, für das Reporting und die Planung von Kosten, für die Abrechnung von Aufträgen oder für Zuordnungen im Customizing, beispielsweise im Abrechnungsschema.
Die folgenden Apps stehen für die Bearbeitung von Kostenartengruppen in Fiori zur Verfügung. Sie entsprechen den klassischen SAP-Transaktionen KAH1, KAH2 und KAH3:
Kostenartengruppen anlegen
Kostenartengruppen anzeigen
Kostenartengruppen bearbeiten
Wenn Sie die App zum Anlegen der Kostenartengruppen öffnen, so ist von Ihnen direkt ein Name für die Gruppe zu vergeben. Idealerweise legen Sie für Ihr Berichtswesen eine Hauptgruppe an, die sämtliche Kostenarten enthält, die Sie in Ihrem Reporting nutzen wollen. In Abbildung 3.12 habe ich für unser Beispiel die Kostenartengruppe BAB (Betriebsabrechnungsbogen) genannt.

Abbildung 3.12: App »Kostenartengruppen anlegen« – Namen vergeben
Nach Bestätigung Ihrer Eingabe können Sie im nächsten Schritt die verschiedenen Ebenen Ihrer Gruppe bearbeiten. Das Menü der App entspricht in seiner Struktur der bisherigen Bearbeitung von Kostenartengruppen in SAP. Für die Zuordnung der Konten können Sie beispielsweise auch Intervalle hinterlegen. Einen Eindruck von der Bearbeitung der Strukturen erhalten Sie in Abbildung 3.13.

Abbildung 3.13: App »Kostenartengruppen anlegen« – Struktur anlegen
Wenn Sie Ebenen einer Kostenartengruppe löschen möchten, müssen Sie darauf achten, dass Sie im ersten Schritt die betreffenden Ebenen zunächst durch Markieren selektieren, bevor diese im zweiten Schritt entfernt werden können. Die Abbildung 3.14 zeigt ein markiertes Intervall, das in der Zuordnung entfernt werden soll.

Abbildung 3.14: App »Kostenartengruppen anlegen« – Inhalte löschen
Eine spannende Thematik ist die zukünftige Bedeutung der Kostenarten. Werden Sie bisher im Controlling für zahlreiche Transaktionen und Customizingeinstellungen benötigt, so könnten Sie schon bald teilweise durch Kontengruppen abgelöst werden. Die Bearbeitung verschiedener Gewinn-und-Verlustrechnung(GuV)-Strukturen könnte beispielsweise ein sinnvoller Ersatz für eine BAB-Struktur sein, die bisher mithilfe einer Kostenartengruppe abgebildet wurde. Bitte beachten Sie hierzu auch in Abschnitt 3.5.5 die Bearbeitung von flexiblen Hierarchien und das Semantic Tagging in Abschnitt 8.4.
Nutzung der OKB9 für Default-Kontierungen
Die bisherige Möglichkeit von Default-Kontierungen in den Kostenartenstammdaten entfällt mit SAP S/4HANA. Sie können alternativ mit der Transaktion OKB9 die Verknüpfung von Konten und Kontierungsobjekten auf Buchungskreisebene in Ihrem SAP-System festlegen. Es stehen folgende Objekte zur Auswahl: Geschäftsbereich, Kostenstelle, Auftrag, Ergebnisobjekt, Profitcenter. Möchten Sie mit Substitutionen arbeiten, so steht die Transaktion OCK9 zur Verfügung.
3.2 Kostenstellenrechnung
Die Kostenstellenrechnung ist ein Teil des Gemeinkosten-Controllings in SAP, das auch unter dem englischen Begriff »Overhead Management« mit der entsprechenden Abkürzung CO-OM bekannt ist.
Abbildung 3.15 verdeutlicht die Zusammenhänge zwischen Controllingmodul und den übrigen SAP-Prozessen.

Abbildung 3.15: Das Haus des Controllings – Übersicht
Getragen von der integrativen Sicht der verschiedenen Module (Sales & Distribution (SD), Materials Management (MM), Human Capital Management/Resources (HR/HCM), Finance (FI) und Controlling (CO)) baut das Rentabilitätsmanagement eines Unternehmens seine Analysen und Strukturen auf drei wichtigen Säulen auf. Im übertragenen Sinn kann man auch vom »Haus des Controllings« sprechen:
Die linke Säule zeigt die Kosten- und Erlösarten.
Die mittlere Säule betrachtet die Gemeinkosten (CO-OM), insbesondere die Kostenstellenrechnung.
Die rechte Säule bildet das Produktkosten-Controlling bzw. die Kostenträgerrechnung mit ihren entsprechenden Einstellungen und Datenstrukturen ab.
Das Dach wird von den drei Säulen getragen und symbolisiert ein effizientes Reporting sowohl für die interne Sicht (Ebenen: Profitcenter, Segment) als auch für die externe Marktsicht (CO-PA).
Heutzutage sind Unternehmen, die SAP einsetzen, in der Regel nach Kostenstellen strukturiert. Kostenstellen ermöglichen die Darstellung der Verantwortlichkeiten innerhalb eines Unternehmens und stellen sicher, dass die einzelnen Kostenblöcke transparent beschrieben werden können. Letztere unterscheiden sich je nach Branche. So wird ein Energieunternehmen seine Up- und Downstreamprozesse ins System bringen, während ein Automobilzulieferer seine Produktionsstätten und Maschinen sowie die interne Administration mithilfe von Kostenstellen abbilden wird.
Die generelle Verwaltung ist in vielen Fällen durch Shared-Service-Strukturen aufgebaut. Diese administrativen Strukturen sind in der Regel branchenunabhängig und unterscheiden die innerbetrieblichen Funktionen wie Personalabteilung, Finanzen, Marketing, Service und IT. Für die Erfassung der Personalkosten sind die Kostenstellen von SAP Finance zumeist mit einem separaten HCM- oder Drittsystem für die Personalverwaltung verknüpft. Löhne und Gehälter werden mindestens einmal pro Monat anonymisiert ins (Finance-)System übergeleitet und können gesammelt auf Kostenstellen verbucht werden.
Empfehlung für die Struktur von Kostenstellen
Es empfiehlt sich, die Struktur der Kostenstellen so zu gestalten, dass mindestens drei bis vier Mitarbeiter mit ihren Löhnen und Gehältern gebündelt erfasst werden. Je mehr Personen Sie zusammenfassen können, desto intransparenter werden vertrauliche Daten der Gehaltsabrechnung.
Sie können auch Verrechnungen von Kosten zwischen Kostenstellen durchführen. Darauf gehe ich an späterer Stelle im Buch noch einmal im Detail ein (siehe Kapitel 6).
Kostenstellen können in S/4HANA inklusive Fiori-Frontend mithilfe der App »Kostenstellen verwalten« (bis Release 1809) oder deren Weiterentwicklung »Kostenstellen verwalten (neu)« (ab Release 1809) bearbeitet werden. Die neue App ermöglicht eine übersichtlichere Datenselektion sowie eine kombinierte Durchführung von Funktionalitäten, die vorher nur mit verschiedenen Transaktionen (z.B. mit den Transaktionen KS01, KS02, KS03) bzw. in Teilen mit Stammdatenreports aus dem Infosystem möglich waren. In neueren SAP-Releases heißt die App wieder »Kostenstellen verwalten«.
Die folgende Beschreibung anhand von Printscreens wurde mit der App »Kostenstellen verwalten (neu)« angefertigt.
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