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Inhaltsverzeichnis

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Das Schicksal der Paladine Band 1:

Leseprobe aus : Das Schicksal der Paladine - Verschollen

Die Bedrohung

Die Vorgeschichte der Trilogie
»Das Schicksal der Paladine«

Überarbeitete Neuausgabe

Copright © der deutschsprachigen Ausgabe 2020 Jörg Benne

Titelbild: Melanie Philippi

Umschlaggestaltung: Bettina Jung

Machandel Verlag

Charlotte Erpenbeck

49740 Haselünne

März 2020

ISBN 978-3-95959-193-5

Dieses Ebook unterligt dem Urheberrecht der beteiligten Autoren, Illustratoren und des Verlages. Sie dürfen es für private Zwecke gerne kopieren und weitergeben, aber weder frei noch gebührenpflichtig als Download anbieten, außer Sie erhalten von dem Autor oder vom Machandel Verlag die ausdrückliche Genehmigung dafür.

1

»Was genau hast du gesehen?«, fragte Oberst Bilgar eindringlich.

Ihm gegenüber saß ein junger Bursche, keine zwanzig Jahre alt, mit zerzausten Haaren, zerschlissenen Kleidern, Dreck im Gesicht und Furcht in den Augen. »Sie kamen nachts, Herr«, begann er stockend. »Oger, Wolfsmenschen und …« Zögernd sah er zu den anderen Offizieren im Raum. Aller Augen waren auf ihn gerichtet und er rutschte nervös auf seinem Stuhl hin und her.

»Und was?«, hakte der Oberst nach.

Der Bursche schluckte nervös. »Und der leibhaftige Tod, Herr«, flüsterte er.

»Ha!«, rief Leutnant Sigrun aus. »Du redest wirres Zeug, Junge. Oger und Wolfsmenschen, die gemeinsam Feuer legen, das ist schon unwahrscheinlich genug. Aber der leibhaftige Tod? Das ist doch …«

Der Oberst warf seiner Offizierin einen scharfen Blick zu und sie schwieg. Er beugte sich vor, stützte sich auf der Tischplatte vor dem Burschen ab und sah ihm in die Augen.

Was auch immer der Junge gesehen hatte, es hatte ihm eine Heidenangst eingejagt und sein Dorf war nur noch eine Ansammlung verkohlter Ruinen. Was, wenn er die Wahrheit sprach? Wenn wirklich Oger und Wolfsmenschen für die Brandschatzungen verantwortlich waren, die seit einigen Wochen den sonst so friedlichen Westen der Insel Nasgareth in Atem hielten?

Der Junge wandte den Blick ab und starrte auf seine Hände. Er machte einen völlig verschüchterten Eindruck.

Bilgar drehte sich zu seinen Offizieren um. »Raus mit euch, ich rede allein mit dem Jungen«, kommandierte er und wedelte mit der Hand in Richtung Tür. »Hört euch um, ob noch ein Überlebender gefunden wurde.«

Als sie allein waren, zog Oberst Bilgar sich einen zweiten Stuhl heran und setzte sich dem Burschen gegenüber. Diesmal würde er es langsamer angehen. »Wie heißt du, Junge?«

Der Bursche sah auf. »Gilai, Herr.«

»Du weißt, dass euer Dorf nicht das erste war, das in der Gegend gebrandschatzt wurde. Der Fürst hat mich und meine Männer ausgesandt, um der Sache auf den Grund zu gehen und dafür zu sorgen, dass das ein Ende hat. Deshalb muss ich alles wissen. Am besten fängst du nochmal ganz von vorn an. Wo warst du an dem Abend?«

Gilai schluckte, sein Gesicht umwölkte sich, als er daran zurückdachte. »In der Schenke, Herr«, begann er. »Mein Meister hatte mir für den Abend freigegeben, weil er mit meiner Arbeit zufrieden war, und mir ein paar Heller zugesteckt.«

»Bei wem hast du gearbeitet?«, fragte Bilgar.

»Bei Meister Vik, dem Böttcher.«

»Verstehe. Du warst also in der Schenke. Was geschah dann?«

Gilai holte Luft und begann zu erzählen: »Ich trank mit Freunden ein paar Krüge Würzbier, wir sangen und lachten, was man eben so macht in der Schenke. Irgendwann hörten wir dann von draußen Schreie und rannten auf die Straße.« Seine Stimme begann zu zittern. »Sie waren überall. Knurrend und fauchend fielen die Wolfsmenschen über die Bewohner her, es war furchtbar.«

»Was war mit der Miliz?«

Gilai zuckte die Achseln. »Ich weiß nicht, Herr. Vermutlich alle schon tot.«

Gut möglich. Sie hatten drei gerüstete Männer am Dorfeingang gefunden, übel zugerichtet. »Was habt ihr dann gemacht?«

Der Junge biss sich auf die bebenden Lippen und er brauchte eine Weile, bis er sich wieder gefangen hatte. »Panik brach aus, jeder nahm die Beine in die Hand und rannte. Die einen zu ihren Häusern, die anderen zurück in die Schenke, wieder andere raus aus dem Dorf.«

»Wohin bist du gerannt?«

Gilai senkte den Kopf. »Ich wollte zu Meister Vik zurück, aber … die Tür war geborsten, drinnen schrie jemand. Da bin ich weitergerannt zum Osttor hinaus. Wir waren zu viert und die Wolfsmenschen waren hinter uns her. Die anderen … haben sie erwischt.«

»Die Götter waren mit dir, Gilai. Was hast du dann gemacht? Bist du zu dem Hügel gelaufen, wo wir dich gefunden haben?«

Der Bursche nickte. »Ja, Herr. Ich … ich wusste nicht, wohin.«

»Von dort hast du dann beobachtet, was im Dorf geschah, richtig?«

»Ja, Herr, es war eine Lichtnacht, keine Wolke am Himmel. Ich konnte ziemlich gut sehen.«

»Verstehe. Aber die Wolfsmenschen haben doch sicher nicht das Feuer gelegt, oder?«

»Nein, natürlich nicht. Sie haben Angst vor Feuer, das weiß doch jeder. Vom Hügel aus sah ich, dass auch Oger im Dorf waren. Sie trugen Fackeln, und als die Wolfsmenschen das Dorf verließen, gingen sie von Haus zu Haus und steckten es an.«

Der Oberst rieb sich den ergrauten Bart. »Ich glaube dir, aber du weißt schon, dass Oger und Wolfsmenschen normalerweise Todfeinde sind. Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass sie so zusammengearbeitet haben.«

»Ich weiß, Herr. Aber da war ja noch …« Er senkte die Stimme zu einem Flüstern. »… der Tod. Er gab die Kommandos.«

»Wen meinst du damit? Den Totengott?«

Gilai schüttelte den Kopf. »Nein, Herr. Es war ein Gerippe ohne Fleisch und Haut. Es lief im Dorf auf und ab und rief Befehle. Die Oger und die Wolfsmenschen gehorchten.«

Oberst Bilgar unterdrückte ein Seufzen. Für ihn klang das nach Fantastereien eines verängstigten Jungen, aber außer diesem Bericht hatten sie nichts, nur verbrannte Dörfer, deren Einwohner entweder tot oder verschwunden waren. Er erhob sich. »Danke. Du kannst jetzt gehen.«

Der Bursche sah zu ihm auf, Tränen glitzerten in seinen Augen. »Wohin, Herr?«

Bilgar zuckte die Schultern. »Ich weiß es nicht. Geh in eine der Städte, sicher wird dort jemand Arbeit für einen tüchtigen Böttcherlehrling haben.«

Der hoffnungslose Blick des Jungen erweichte Bilgars Herz und er langte in seinen Geldbeutel. »Hier, Gilai. Es ist nicht viel, aber damit wirst du ein paar Tage über die Runden kommen.«

Gilais Gesicht hellte sich ein wenig auf, er bedankte sich und verließ gemeinsam mit Bilgar die Hütte.

Draußen fiel Bilgars Blick auf die in der Mittagssonne schwelenden Ruinen der anderen Gebäude. Die Hütte, in der das Verhör stattgefunden hatte, war die einzige, die nicht vollkommen zerstört war. Sonst waren von dem Dorf und seinen Bewohnern nur verkohltes Mauerwerk und Leichen geblieben. Bilgars Einheit hatte die Toten auf dem Dorfplatz aufgestapelt und bereitete nun alles für eine Verbrennung vor. »Verfluchte Sauerei!«, murmelte er.

Leutnant Sigrun kam auf ihn zu und nahm Haltung an. »Wir haben alles durchsucht, keine Überlebenden, Oberst.«

»Tote Wolfsmenschen oder Oger?«

»Nein, Oberst. Aber einige der toten Dorfbewohner sind von Wolfsmenschen zerfleischt worden, das steht außer Frage.«

Bilgar schüttelte ungläubig den Kopf. »Das ergibt keinen Sinn, Wolfsmenschen brandschatzen nicht.«

»Ein verdammtes Rätsel, Oberst«, stimmte die Offizierin ihm zu.

* * *

»Alarm!«, gellte es durch die Nacht.

Bilgar fuhr von seinem Lager hoch, langte nach seinem Schwertgurt und eilte aus dem Zelt. Sie hatten auf einem Hügel ihr Lager aufgeschlagen, der ungefähr in der Mitte von drei Dörfern lag, die noch nicht angegriffen worden waren. Sie waren zu wenige, um sich auf alle drei zu verteilen, aber zu jedem hatte der Oberst zwei seiner Soldaten als Kundschafter entsandt.

Auch aus den anderen Zelten kamen Soldaten. »Was ist los?«, wandte Bilgar sich an den erstbesten Wachhabenden.

»Einer der Kundschafter, Oberst. Aus Schmaltal, dem westlich gelegenen Dorf. Es wird angegriffen.«

Bilgar sah zum Himmel, es war noch finstere Nacht. Damit waren die Nobos, die Echsen, die sie als Reittiere benutzen, unbrauchbar. Als Kaltblüter brauchten sie Sonnenlicht. Also erwartete sie ein Gewaltmarsch. Der Oberst stöhnte.

»Ihr wisst Bescheid, Oberst?«, fragte Leutnant Sigrun, die herbeigeeilt kam.

Bilgar nickte. »Packt die Harnische und die Schilde auf die Ochsenkarren, wir marschieren mit leichtem Gepäck. Die Karren sollen uns folgen«, befahl er. »Wo ist der Kundschafter?«

Sigrun deutete zu einem anderen Zelt. Drei Offiziere waren dabei, den Kundschafter auszufragen, als Bilgar die Plane beiseiteschlug und eintrat. »Und?«, fragte er.

»Tatsächlich Oger und Wolfsmenschen, Oberst«, informierte ihn einer der Offiziere knapp.

»Nicht zu glauben«, knurrte Bilgar, aber er kannte die Kundschafterin. Eine zuverlässige Soldatin, die schon lange unter ihm diente. »Wie viele?«

»Schwer zu sagen, Oberst. Eine Handvoll Oger und zwei bis drei Dutzend Wolfsmenschen. Die Miliz war wachsam, aber gegen diese Übermacht wird sie nicht standhalten können.«

»Wie weit ist es bis zu dem Dorf?«

»Zwei Stundengläser, wenn wir eilen, Oberst.«

»Dann haben wir keine Zeit zu verlieren. Sorgt dafür, dass alle in ein paar Minuten abmarschbereit sind. Nur ein halbes Dutzend bleibt als Nachhut zurück und baut die Zelte ab.«

* * *

Schon von Weitem sahen sie den Feuerschein, der die Nacht erhellte. Die Späher hatten aber gemeldet, dass immer noch Oger und Wolfsmenschen im Ort Schmaltal ihr Unwesen trieben.

Bilgar ließ die Truppe sich rüsten. Mit grimmiger Miene sah er zu dem brennenden Dorf, während ihm ein Knappe in seinen Harnisch half. Es war eine kleine Ortschaft, eine Ansammlung von vielleicht drei Dutzend Gebäuden, umgeben von einer niedrigen Palisade mit zwei Durchlässen. Zwar brannten erst ein oder zwei Häuser, dennoch kam für die Bewohner wohl jede Hilfe zu spät. Aber bei Lako-Ma, diesem Treiben würden sie heute Nacht ein für alle Mal ein Ende bereiten.

Als die Soldaten bereit waren, befahl Oberst Bilgar, Aufstellung zu nehmen. »Wir bilden drei Gruppen«, kommandierte er. »Sigrun, sammle die Schützen um dich. Ihr bleibt außerhalb des Dorfes und schießt jeden Oger oder Wolfsmenschen nieder, der zu entkommen versucht. Luhak, du umrundest mit zwanzig Soldaten das Dorf und dringst von der Rückseite vor. Der Rest zu mir.«

Die eingespielte Truppe teilte sich in Windeseile in die vorgesehene Ordnung auf. Bilgar riss sein Schwert aus der Scheide und hielt es in die Höhe. »Für den Fürsten!«, rief er und lief los.

In leichtem Trab hielten sie auf das Dorf zu. Luhaks Trupp lief schneller und schlug einen Bogen, um – wie befohlen – auf die andere Seite zu gelangen. Im Näherkommen hörte Bilgar Schreie und wildes Brüllen. Offensichtlich wurde doch noch gekämpft. Er beschleunigte seinen Schritt.

Den ersten Wolfsmenschen sichteten sie, als sie bis auf wenige Meter an das Dorf herangekommen waren. Ein Pfeil von einem der Schützen fällte die Kreatur, ehe Bilgars Schar ihn erreichte. Der Oberst wusste, dass einige noch nie einen Wolfsmenschen gesehen hatten. Die aufrecht gehenden, bepelzten Wesen mit den beängstigend langen Fangzähnen mochten dem einen oder anderen Furcht einflößen. »Zum Angriff!«, schrie er deshalb, damit gar nicht erst jemand zu zögern begann.

Unter lautem Gebrüll lief seine Truppe in das Dorf.

Eine breite Straße führte quer durch die Ortschaft zum gegenüberliegenden zweiten Durchlass in der Palisade. In der Mitte lag der Dorfplatz und hier sah Bilgar einige Oger und Wolfsmenschen versammelt. »Auf sie!«

Mit ihrem Gebrüll lenkten sie die Aufmerksamkeit der Kreaturen auf sich, ganz wie Bilgar es erhofft hatte. Luhak und seine Einheit sollten dem Gegner überraschend in den Rücken fallen können.

Aus einer schmalen Gasse an der Seite stürzten sich drei Wolfsmenschen auf Bilgars Trupp, ihr Vormarsch kam ins Stocken. Der Oberst hob die Faust und seine Soldaten formierten sich, schlugen den ersten Angriff gemeinsam zurück. Doch schon kamen drei Oger und mehrere Wolfsmenschen vom Platz auf sie zu. Der Boden erzitterte unter den Schritten der halb nackten, mehr als drei Meter großen Oger, die Keulen vom Umfang eines Baumstammes schwangen, als seien es dürre Äste. »Standhalten!«, rief der Oberst und bereitete sich auf den Zusammenprall mit den Gegnern vor.

Zwei Mann traten neben ihn und deckten ihren Befehlshaber mit ihren Schilden, dennoch war der Aufprall heftig. Bilgar wankte zurück und duckte sich, als einer der Oger seine Keule schwang. Der Mann rechts von ihm wurde von dem Hieb voll getroffen, Bilgar glaubte, das Knirschen seiner zermalmten Knochen zu hören. Wie eine leblose Puppe wurde der Soldat zur Seite gefegt.

Bilgar sprang vor und trieb dem Oger seine Klinge in den Oberschenkel. Der Halbriese heulte auf und ließ die Keule fallen, schlug stattdessen mit der flachen Hand nach Bilgar, doch der sah sie kommen und wich aus. Dazu musste er aber sein Schwert loslassen, das noch immer im Schenkel des Ogers feststeckte.

Ein Wolfsmensch sprang ihn an, verbiss sich in Bilgars linkem Arm, die langen Fangzähne schabten über das Metall seiner Armschienen. Bilgar drosch mit der rechten Faust auf den Kopf des Wolfsmannes ein und der ließ winselnd von ihm ab.

Aus dem Augenwinkel sah Bilgar wieder die Hand des Ogers auf sich zukommen, versuchte noch auszuweichen, diesmal war er jedoch zu langsam. Die Finger des Halbriesen streiften ihn am Kopf. Bilgar torkelte benommen zur Seite, sein Helm verrutschte und er konnte kaum noch etwas sehen. Er prallte hart gegen eine Hauswand.

»Der Oberst ist verletzt!«, hörte er jemanden rufen.

Er vernahm Schritte, die Einheit beeilte sich, einen Schutzwall um ihren Befehlshaber zu errichten. Bilgar griff nach seinem Helm, schob ihn zurecht und richtete sich wieder auf. »Ich bin in Ordnung. Gebt mir ein Schwert«, rief er.

Eine junge Soldatin reichte ihm ohne Zögern ihr Langschwert, obwohl ihr damit nur noch ein Dolch blieb. Er nahm es mit einem Nicken entgegen und warf sich wieder nach vorn.

Den ersten Ansturm der Kreaturen hatte die Einheit gut überstanden, die Formation gehalten. Die Wolfsmenschen zogen sich bereits zurück, einer der Oger war gefallen, die beiden anderen teilten jedoch trotz zahlreicher Wunden immer noch aus. Bilgar war siegessicher. Wenn es ihnen gelang, die Kreaturen weiter zu beschäftigen, würde Luhak ihnen in den Rücken fallen und den Rest geben.

Bilgar erwischte einen der Oger mit der Klinge an der Kniekehle, dem Halbriesen knickte das Bein weg und er fiel schwer zu Boden. Augenblicklich stürmten Soldaten auf ihn ein, machten ihm ein Ende. Der letzte Oger brüllte laut und wandte sich zur Flucht.

»Stellung halten!«, befahl Bilgar außer Atem. »Neu formieren, kümmert euch um die Verletzten!«

Er blickte dem Oger nach, der den Platz überquerte und auf das gegenüberliegende Tor zuhielt. Dort brannten die Häuser und der Halbriese blieb stehen, riss ein schwelendes Strohbündel aus dem Dach eines in Flammen stehenden Hauses und zündete damit weitere an.

Wo bei allen Göttern steckte Luhak mit seinem Trupp? Waren sie beim Umrunden des Dorfes auf Widerstand gestoßen, brauchten sie vielleicht selbst Hilfe?

Es blieb keine Zeit für weitere Gedanken. Die Flammen loderten von Hausdach zu Hausdach, die Wolfsmenschen, die sich auf den Platz zurückgezogen hatten, heulten auf und rannten auf Bilgar und seine Soldaten zu.

»Sie greifen an!«, rief der Oberst und rasch nahmen wieder einige Krieger neben ihm Aufstellung und reckten den Kreaturen ihre Schilde entgegen.

Die Wolfsmenschen wollten allerdings nicht kämpfen, sondern nur den Flammen entkommen. In Panik rannten sie gegen den Schildwall an, schlugen wild um sich. Andere sprangen über den Schildwall hinweg mitten zwischen die Soldaten. Schnell verlor die Truppe ihre Ordnung, es wurde geschrien und ziellos um sich geschlagen, nicht selten trafen die Krieger ihre eigenen Mitstreiter.

»Formation halten, verdammt!«, brüllte Bilgar, musste aber selbst in alle Richtungen austeilen und parieren. Die Wolfsmenschen achteten nicht länger auf ihre Deckung, wollten nur irgendwie an Bilgars Einheit vorbei und aus dem Dorf, fort von den Flammen.

Schließlich lagen die meisten der Kreaturen tot oder verletzt am Boden, lediglich einigen wenigen gelang die Flucht, doch sie kamen nicht weit. Sigruns Schützen machten ihnen kurz hinter der Palisade ein Ende.

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61 стр. 2 иллюстрации
ISBN:
9783959591935
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Bookwire
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