Читать книгу: «Jung Sterben»

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HENOK WORKU

SCM R.Brockhaus ist ein Imprint der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.

2. Auflage 2021

ISBN 978-3-417-22986-8 (E-Book)

ISBN 978-3-417-26946-8 (lieferbare Buchausgabe)

Datenkonvertierung E-Book: CPI books GmbH, Leck

© 2021 SCM Verlagsgruppe GmbH · Max-Eyth-Str. 41 · 71088 Holzgerlingen

Internet: www.scm-brockhaus.de · E-Mail: info@scm-brockhaus.de

Dir gehört mein Lob, Originaltitel: Blessed Be Your Name

Text & Melodie: Matt & Beth Redman, dt. Text: Andreas Waldmann & Kai Peters

© 2002 Thankyou Music, Für D, A, CH: SCM Hänssler, Holzgerlingen

Die Bibelverse sind folgender Ausgabe entnommen:

Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 und 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH Witten/Holzgerlingen.

Lektorat: Christiane Kathmann, www.lektorat-kathmann.de

Umschlaggestaltung: Grafikbüro Sonnhüter, www.grafikbuero-sonnhueter.de

Titelbild: Bild Profil Henok Worku: © Marvin Palacios; Bild Bühne und Publikum: © Vladislav Levitskyi

Satz: typoscript GmbH, Walddorfhäslach

Niemals wäre dieses Buch zustande gekommen

ohne die Inspiration des Heiligen Geistes – soli deo gloria

(Gott allein gebührt die Ehre)!

Die größte Freude im Prozess dieses Buch war,

dass ich meine wunderschöne Frau Betelihem Worku kennenlernen

und heiraten durfte.

Von Herzen möchte ich meiner Mama Yemserach Girma

und meinem Papa Worku Melkessa danken,

die mich seit Tag eins unterstützen und mich im Gebet tragen.

Meinen älteren Bruder, Thomas Worku,

will ich natürlich nicht vergessen. Er ist mein großes Vorbild,

denn ohne ihn wäre ich nicht die Person, die ich heute bin.

Außerdem war mir Meraf Testay durch seine poetische

und schreibgewandte Art eine große Unterstützung

beim Schreiben dieses Buches.

Zu guter Letzt widme ich dieses Buch sowohl der jetzigen jungen

Generation, als auch der darauffolgenden Generation

und meinen zukünftigen Kindern.

Inhalt

Über den Autor

Vorwort: Markus Wenz

Einleitung

Kapitel 1 | Hingeben = Aufgeben

Kapitel 2 | Die Lüge »Ich bin doch noch zu jung«

Kapitel 3 | Jung abgelehnt – Sieht Gott mich?

Kapitel 4 | Zerbrochen, doch nicht am Ende

Kapitel 5 | Die Mauern müssen fallen

Kapitel 6 | Bist du nicht abhängig?

Kapitel 7 | Träume, die sterben

Schluss

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Anmerkungen

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Über den Autor


HENOK WORKU ist in Deutschland geboren und hat äthiopische Wurzeln. Nach seinem Abitur war er bei der Organisation »Metro World Child« in New York aktiv, die wöchentlich 200 000 Kinder und Jugendliche erreicht. In dieser Zeit gründete er »Metro World Child Ethiopia«. Heute ist er Teil des pastoralen Teams im Gospel Forum Stuttgart und der »Holy Spirit Night«-Bewegung in Europa.

www.henokworku.de

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Vorwort: Markus Wenz

Als Henok dachte, er wäre zu spät, kam Jesus genau im richtigen Moment. Jesus kann alles und jeden verändern. Das Buch »Jung Sterben« ist ein faszinierender Bericht. Es zeigt, was es bedeutet, das alte »Ich« hinter sich zu lassen, um das göttliche Leben zu ergreifen, was von Gott für jeden vorbereitet ist. Viele Menschen leben nicht in ihrer Bestimmung, weil sie es verpasst haben »zu sterben«, um letztendlich wirklich zu leben. Jeder persönliche Aufbruch beginnt im Herzen einer Person, die verstanden hat, dass es wahres Leben nur in einer Beziehung zu seinem Schöpfer gibt. Deswegen ist es so wichtig, Gott ganz persönlich zu erleben, um das zu ergreifen, was er vorbereitet hat.

Vielleicht hältst du dieses Buch in der Hand, weil du Sehnsucht nach einem neuen Leben hast. Dann ist es wichtig, dass du diesem Wunsch Raum gibst. Es muss nicht alles so weitergehen, wie es immer war. Man darf, ja muss auch immer wieder Traditionen abschütteln, um sich von Gott auf ganz neue, ungewohnte Weisen gebrauchen zu lassen – wobei das alles eigentlich nicht neu ist, sondern schon 2000 Jahre alt.

Möchtest du das? Das Leben, das Gott für dich hat, ist gar nicht so weit weg. Er will das Leben für dich mehr, als du es selbst wollen kannst. Das Einzige, was es dich kostet, ist, dein altes Leben aufzugeben. Aber das, was du bekommst, ist so … – Am besten, du probierst es aus!

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Einleitung
November 2011


Ich konnte nicht mehr, die Schmerzen waren nicht auszuhalten. Brennen in meiner Speiseröhre, Pochen im Kopf, Druck in den Atemwegen.

Ich verstand die Welt nicht mehr. Wie lange musste ich noch leiden?

Ich wollte einfach nur noch fliehen, in eine andere Welt.

»Tod, bist du mein Ausweg«, dachte ich, »mein Fluchttor, mein Freund, der mich aus diesem Zustand befreit? Tod, wo bist du? Ich wünschte, ich könnte schreien. Hörst du mich? Wieso antwortest du mir nicht?«

Tränen strömten mir übers Gesicht, ich hatte keine Kontrolle mehr über mich. Verzweiflung in der Luft, Angst in meinen Gedanken, Ohnmacht in meinem Herzen. Ich fühlte Panik in mir aufsteigen, das Atmen fiel mir immer schwerer. »Wann hört das alles endlich auf?«, fragte ich mich. »Ich will nur sterben, einfach verschwinden und nicht mehr da sein.«

»Aber was ist mit meiner Familie?«, schoss es mir durch den Kopf. »Mama, ich will dich noch einmal sehen und mich für alles entschuldigen, doch leider muss ich gehen. Papa, ich will mich noch bedanken für deine Fürsorge und dein Vaterherz, aber ich bin am Ende meiner Kräfte. Mein Bruder, dich will ich stolz machen, du hast mich nie aufgegeben, aber es ist zu spät.«

Es wurde kalt in meinem Zimmer.

»Tod, bist du das? Bist du nun endlich hier, um mich zu holen?«

Die Kälte umarmte mich. Der Tod erschien mir wie eine unsichtbare Person.

Plötzlich erfasste mich eine andere Art von Angst. Tausend Gedanken schwebten in der Atmosphäre, aber eine große Frage übertraf sie alle:

Was passiert nach dem Tod?

»Gott, bist du real? Mein Leben ist leer, ich hatte so viele Ausreden, um dir nicht zu folgen, ich bin vor dir weggerannt.«

Ist das jetzt wirklich alles? Ich bin doch noch zu jung, um zu sterben!

Plötzlich fing ich an, bitterlich zu weinen, nicht aufgrund der Schmerzen und der Verzweiflung, sondern wegen der Erkenntnis, dass ich meine Jahre verschleudert hatte.

Ich hatte gedacht, ich würde Gott kennen. Ich ging sonntags in die Kirche, las ab und zu in der Bibel, doch ich realisierte in diesem Moment, dass mein Leben leer war. Ich hatte keine echte Beziehung mit Gott. Diese Erkenntnis erschütterte mich.

»Ich will nicht jung sterben, ich will leben!«, rief ich. »Bevor ich sterbe, will ich wirklich leben und etwas tun, das Wert hat. Ich möchte diese Erde nicht einfach verlassen, sondern etwas zurücklassen, das Sinn hat. Gott, wenn du tatsächlich real bist, dann gib mir eine Antwort! Wenn du wirklich da bist, dann heile mich und tue ein Wunder.«

In meiner Verzweiflung sprach ich ein Gebet, das mein Leben für immer verändern sollte: »Es tut mir leid, dass ich dich all die Jahre ignoriert habe. Bitte gib mir eine zweite Chance und ich werde etwas aus meinem Leben machen. Ich werde mein Leben dir geben.«

In diesem Moment veränderte sich die Atmosphäre in meinem Zimmer. Frieden kam herein, gefolgt von Hoffnung und Liebe. Glauben erwachte in meinem Herzen. Was für ein unglaublicher Moment! Die Angst vor dem Tod wurde ersetzt durch die Liebe des Vaters. Die Schmerzen und das Brennen in meiner Speiseröhre waren noch da, aber mein Herz war erfüllt mit Liebe und Frieden.

Während ich zu Hause auf dem Bett lag, hörte ich ganz deutlich eine Stimme in meinem Herzen: »Ich will dich, ich habe einen großen Plan für dein Leben. Eine große Zukunft liegt vor dir. Deine Geschichte endet nicht hier, denn der Tag wird kommen, an dem du von deinen Erlebnissen erzählen wirst. Ich bin noch nicht fertig mit dir, ich werde dich gebrauchen. Ich werde dich zu meiner Stimme machen für deine Generation. Ich habe auf den Tag gewartet, an dem du zur Erkenntnis kommst. Ich sehe deine Situation und deinen Zustand. Keine Träne ist mir entgangen, ich will für dich da sein und mit dir durchs Leben gehen. Ich verstehe dich und fühle mit dir. Der Tod ist kein Ausweg, denn ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Es ist Zeit, zu leben.«

Das Wunder

Meine Eltern hatten keine Ahnung, was ich in der Nacht durchgemacht hatte. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, ging ich in die Küche. Erst dort realisierte ich, dass ich keine Schmerzen mehr hatte. Tränen der Freude überkamen mich. Sofort fiel ich auf die Knie und sagte: »Gott, dieses Leben gehört dir. Wie versprochen werde ich dir mein ganzes Leben geben.«

Ich konnte kaum fassen, was passiert war. Ich hatte eine Speiseröhren-Entzündung gehabt und von einem Tag auf den anderen eine übernatürliche Heilung erlebt.

Ich bin Gott nicht in einer Kirche begegnet, nicht an einem besonderen Ort oder durch eine Predigt, sondern habe ihn ganz persönlich erlebt, in meinem Zimmer. Die dunkelste Stunde meines Lebens wurde zur erleuchtetsten Stunde. Plötzlich war Gott so real und nah, fast tatsächlich greifbar. Ich wollte dieses Gefühl mit der ganzen Welt teilen, das Wissen: Es gibt einen Gott, der heilt, einen Gott, der liebt, einen Gott, der verzeiht, einen Gott der Gnade und der zweiten Chance.

Mit 16 Jahren habe ich diesen Gott kennengelernt. In diesem Alter hat man keine hohen Erwartungen an sich selbst. Trotzdem brachte die Angst vor dem Tod eine Erkenntnis in mir hervor, die dazu führte, dass ich ein radikales und entschiedenes Leben führen wollte. Mir war plötzlich klar, dass alles ganz schnell vorbei sein kann. Seit diesem Tag lebe ich das Versprechen, das ich Gott gegeben habe: »Wenn du mir eine zweite Chance gibst, werde ich dir mein Leben geben.«

Ich hatte eine Begegnung mit Gott und diese Tatsache ließ mich nicht mehr los. Ich weiß nicht, ob ich tatsächlich im Sterben lag, doch es fühlte sich so an, und das führte mich zu dieser radikalen Entscheidung.

Ich möchte mein Leben nicht verschwenden, sondern ein Leben der Fülle leben. Und wenn ich irgendwann sterben sollte, dann mit einem Lächeln. Ich habe in jener Nacht das Verlangen verloren, ein normales Leben zu führen. Ich sehne mich danach, so zu leben, wie es meiner Bestimmung und meiner Berufung entspricht.

Gott hat uns aus einem bestimmten Grund geschaffen, das ist unsere Bestimmung. Und er beruft uns und gibt uns Gaben, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen, das ist unsere Berufung.

Dem Tod so nahe zu sein, hat mir eine Perspektive für mein Leben gegeben. Jahre später habe ich verstanden, dass der 17. November 2011 der Tag war, an dem ich »jung gestorben« bin, weil Gott mein Leben gerettet hat.

Ich bin nicht körperlich in jungen Jahren gestorben, aber innerlich für meine eigenen Wünsche. Ich habe die bewusste Entscheidung getroffen, das Leben zu führen, das Gott für mich bestimmt hat. Ein Leben, in dem Gott nicht nur in irgendeiner Weise vorkommt, sondern das ihm gehört und von ihm geleitet wird.

Wenn wir für diese Welt sterben, leben wir nicht mehr für uns selbst, sondern für etwas Größeres. Wir sterben, um zu leben.

Wenn wir ein Leben voller Bestimmung und Berufung leben wollen, müssen wir an den Punkt kommen, wo wir bereit sind, uns selbst sterben zu lassen, das heißt: weniger von mir und mehr von Gott und dem Leben, das er für mich hat:

Ich aber bin mit Christus gekreuzigt, sodass ich jetzt nicht mehr unter dem Gesetz stehe, sondern für Gott lebe. Ich lebe, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Ich lebe also mein Leben in diesem irdischen Körper im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich geopfert hat.

Galater 2,19-20

Mein altes Leben ist mit Christus am Kreuz gestorben. Das heißt für mich Folgendes: Das alte Leben ist mein Leben, wie es war, bevor ich die Entscheidung getroffen habe, das Leben zu leben, das Gott für mich bestimmt hat. Mein altes Leben war ein Leben ohne Perspektive auf Bestimmung und Berufung. Dieses Leben musste am Kreuz sterben, damit ich anfangen konnte, wirklich zu leben. Für den einen beginnt dieses neue Leben, wenn er Jesus erlaubt, in sein Leben zu kommen. Für den anderen beginnt es, wenn er entdeckt, wofür er eigentlich auf diese Welt gekommen ist.

Nach meiner Entscheidung gab es jedoch verschiedene Sachen, die mich davon abhielten, dieses neue Leben zu führen, zum Beispiel Pornografie. Ich sah Pornografiekonsum als etwas Normales an und setzte mich nicht weiter mit den Folgen auseinander (mehr dazu in Kapitel 6). Außerdem war ich sehr selbstsüchtig, alles sollte sich nur um mich und meine Bedürfnisse drehen.

Vor meiner Entscheidung für ein Leben mit Gott habe ich vieles gemacht, um mich den anderen anzupassen und dazuzugehören. Vielleicht hast du selbst auch schon den sogenannten Gruppenzwang erlebt, der dich erdrückt und dazu bringt, Dinge zu tun, nur weil alle anderen sie tun.

Ich habe früher ein Leben geführt, das sich gegen Gott gerichtet hat. Ich habe ihn bewusst ignoriert und getan, was ihm nicht gefällt. Ich habe versucht, vor ihm wegzurennen. Dieses alte Leben musste ich ablegen und innerlich zu Christus ans Kreuz bringen.

Vielleicht rennst du ebenfalls vor Gott weg, weil du Angst hast, dein altes Leben zu verlieren. Glaub mir: Was du von Gott bekommst, ist so viel besser als alles, was dir die Welt bieten kann!

Wenn man sein altes Leben aufgibt, heißt das nicht, dass man nie wieder etwas sagen, tun oder denken wird, das Gott nicht gefällt. Niemand ist perfekt! Ich kämpfe noch heute mit dem »alten Menschen« in mir, doch ich habe mich entschieden, in meiner Bestimmung zu leben, trotz meiner Fehler und Sünden.

Es ist die Gnade Gottes, die mir hilft, jeden Tag den alten Menschen zu »kreuzigen«, nicht mehr mein altes Leben zu führen, sondern das neue, das Gott mir schenken möchte. Es bleibt ein Kampf, aber Jesus kämpft an meiner Seite, weil ich mich bewusst entschieden habe, das alte Leben aufzugeben.

»Ich lebe, aber nicht mehr ich selbst«, weil ich mich dem Willen Gottes untergeordnet habe, »sondern Christus lebt in mir.« Ich bin für das gestorben, was unsere Umwelt oder mein Gehirn mir als begehrenswert vorgaukeln, um für den Willen Gottes zu leben. Wenn wir das eine erhalten wollen, müssen wir das andere aufgeben. So werden wir zu neuen Menschen: »Wer mit Christus lebt, wird ein neuer Mensch. Er ist nicht mehr derselbe, denn sein altes Leben ist vorbei. Ein neues Leben hat begonnen!« (2. Korinther 5,17).

Wie ein neuer Mensch – so habe ich mich gefühlt, nachdem ich eine Entscheidung für Jesus getroffen hatte. Mein Denken und Handeln haben sich komplett verändert. Ich bin seitdem voller Hoffnung und Liebe, weil ich erkannt habe, warum ich lebe. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl.

»Jung sterben« ist eine Metapher, die junge Menschen ermutigen soll, ihr altes Leben aufzugeben, um das neue Leben anzunehmen, um Sinn zu finden und ihre Berufung im Leben zu entdecken. Wenn wir beginnen, für unsere Wünsche zu sterben, haben wir die Chance, ein neuer Mensch zu werden. Was vorher war, ist vorbei.

Gott hat uns einen freien Willen gegeben, aber wenn du mit Gott leben willst, dann geht es nicht mehr um das, was du willst, sondern um seinen Willen. Du unterstellst deinen freien Willen freiwillig seinem Willen, weil du weißt, dass er den Überblick hat und nur das Beste für dich will.

Das neue Leben ist ein Leben voller Berufung und Bestimmung. Ein Leben, in dem du wirklich beginnst, zu leben – für einen bestimmten Zweck. Ein Leben, das auf Gott ausgerichtet und voller Abenteuer ist.

Ich weiß nicht, wie dieses Leben für dich aussehen wird, doch für mich war das neue Leben ein Leben mit Gott und ein Leben, das auf andere Menschen ausgerichtet war. Gott wurde zu meiner ersten Priorität und ich habe ihn vor alles andere gestellt. Außerdem habe ich mit 17 Jahren einen Verein gegründet, der 25 Kinder in Äthiopien unterstützt. Dies hat sehr viel Freude in mein Leben und das vieler anderer gebracht. Mein Leben bekam plötzlich Bedeutung.

Wenn auch du dieses neue Leben möchtest, darfst du gespannt sein, wie es für dich aussehen wird. In jedem Fall wirst du eine große Freude erleben, wenn du jeden Morgen mit dem Wissen aufstehst: »Ich bin genau dafür geboren!«

Warum »jung sterben«?

Ich sehe eine junge Generation, die einfach nur vor sich hin lebt, zur Schule, an den Ausbildungsplatz oder zur Uni geht, Filme schaut und Sport treibt, vielleicht auch die Kirche besucht. Eine Generation, die arbeitet und viel Geld verdienen will. Das ist an sich nicht falsch. Doch wie wäre es, wenn unsere Generation in ihren jungen Jahren ihre Bestimmung entdeckt und in den Schulen, Universitäten und Gemeinden, in den Städten und Dörfern einen Unterschied macht? Wenn wir alle »jung sterben« würden, um ein Leben in Fülle zu leben und unsere Gesellschaft zu verändern?

Wir sind so beschäftigt mit unseren eigenen Problemen, Süchten, Beziehungen und Liebesdramen, dass wir nie an den Punkt kommen, an dem der alte Mensch stirbt. Es wird Zeit, »jung zu sterben«, damit wir schon in jungen Jahren eine sterbende Generation erreichen. Nur weil du jeden Sonntag in die Kirche gehst, heißt das nicht, dass du deine Bestimmung lebst. Ein Leben der Mittelmäßigkeit wirkt vielleicht sicher, aber es macht nicht froh. Viele Menschen sind unglücklich, weil sie ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen.

Vielleicht hast du schon einmal gedacht: »Ich werde einen Unterschied machen oder aktiv in der Kirche mitarbeiten, wenn ich 65 bin. Bis dahin lass mich einfach das Leben genießen.« Wenn dies dein Lebensinhalt ist, wirst du eines Tages vielleicht merken, dass du nie gelebt hast.

Oft bereuen alte Menschen auf dem Sterbebett, dass sie kein risikoreicheres Leben geführt haben. Sie bereuen, dass sie nicht mutig genug waren, Entscheidungen zu treffen und das zu leben, wofür sie bestimmt waren. Nie bereuen sie, dass sie nicht mehr Wissen erlangt, mehr Geld verdient oder in größerer Sicherheit gelebt haben.

Wir machen uns oft keine Gedanken darüber, dass unsere Entscheidungen von heute unser Morgen bestimmen werden. Aber du kannst schon heute einen Unterschied machen und groß träumen. Es gibt nichts Schöneres als ein Leben voller Bestimmung und Bedeutung. Es gibt so viel mehr zu entdecken und zu erleben als das, was direkt vor deinen Augen ist. Ich möchte dich ermutigen, ein Leben zu führen, das voller Risiko und Abenteuer ist. Sterbe, um zu leben!

Ich nehme dich in diesem Buch mit auf die Reise, wie ich Gott als Jugendlicher und junger Erwachsener erlebt habe. Ich möchte dich damit inspirieren, ein Leben voller Hingabe und Bestimmung zu leben. Ich glaube, dass dieses Buch viele junge Menschen motivieren wird, jung zu sterben, um neu zu leben.

Ich berichte jedoch nicht nur von mir, sondern auch von (jungen) Leuten aus der Bibel, die einen Unterschied gemacht haben. Außerdem stellt sich in jedem Kapitel eine junge und dynamische Persönlichkeit vor, die einen außergewöhnlichen Einfluss auf dieser Welt hat. Du wirst beeindruckt sein von einer Generation, die schon in jungen Jahren die Welt bewegt.

Es ist Zeit für deine Geschichte. Du bist nie zu jung, um zu leben!

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Kapitel 1
HINGEBEN = AUFGEBEN

Manchmal kann ich die Welt nicht verstehen. Wenn ich mich umsehe, die Zeitung aufschlage oder den Fernseher anschalte, halte ich das Leben einfach nur für ungerecht. Gerade als Christ frage ich mich, wie ein guter Gott, der nur Gutes für seine Kinder will, so etwas zulassen kann. Habe ich mich etwa in ihm getäuscht?

Ich will mich dir kurz vorstellen: Mein Name ist Henok. Meine Eltern kommen ursprünglich aus Äthiopien. Als ich siebzehn Jahre alt war, habe ich dort den Verein »Projekt Liebe« gegründet, der sich für Kinder in Not einsetzt. Mithilfe der Unterstützung von Firmen und privaten Spendern konnten wir auf das Leben vieler Kinder positiven Einfluss nehmen.

Warum ich den Verein gegründet habe? »Projekt Liebe« war meine Reaktion auf ein Versprechen, das ich in meiner Kindheit einem Jungen in Äthiopien gegeben hatte. Als ich in meiner Kindheit mit meinen Eltern deren alte Heimat Äthiopien besuchte, habe ich zum ersten Mal wirkliche Armut gesehen und erlebt. Die Armut in Afrika ist nicht mit der Armut in Europa vergleichbar. Menschen leben auf der Straße und haben nicht genug zu essen. Völlig abgemagerte Kinder betteln auf Knien um Geld.

Ich war überwältigt und überfordert angesichts der kranken Menschen auf der Straße. Als ich die Slums sah, war ich darüber schockiert, dass Menschen in Hütten wohnen und keine festen Häuser haben. Mir wurde bewusst, wie gut wir es in Europa eigentlich haben. Dies meine ich nicht abwertend gegenüber den Menschen in diesem afrikanischen Land, aber es war eine Realität, die mich zutiefst getroffen hat.

Das alles zu beobachten, war unangenehm und irgendwie rief es auch Schuldgefühle in mir hervor, obwohl ich nichts dafür konnte. Ich wusste, dass ich reagieren musste, und so fasste ich damals einen Entschluss: Irgendwann will ich die Menschen in Äthiopien unterstützen. Ich will in dem Leben der Kinder, die in Armut leben, einen Unterschied machen.

Die Begegnung

Als Jugendlicher hatte ich dann jedoch viele andere Sachen im Kopf, wie zum Beispiel Fußball, Schule, Familie, und fühlte mich nicht mehr verantwortlich dafür, einen Unterschied in dieser Welt zu machen. Ich war mit mir selbst beschäftigt. Ein angenehmes Leben zu leben und die Schule zu meistern, um irgendwann einen guten Job zu bekommen, war mein Ziel. Ich sah weder die Not in der Welt noch das Potenzial in mir, einen Unterschied zu machen. Doch dies änderte sich abrupt, als mir Gott begegnete.

Mit 17 Jahren berichtete ich in den sozialen Medien über die Ereignisse in Äthiopien. Dadurch bildete sich eine Community, die mir half, einen Verein zu gründen. Im Team waren sieben andere, die mir zur Seite standen. Die sozialen Medien ermöglichten es uns auch, Kontakt zu Firmen und Geschäftsleuten aufzunehmen.

Mein Herzenswunsch, einen Unterschied im Leben von Kindern zu machen, führte mich schließlich nach New York City zu »Metro World Child«, wo ich ein Praktikum absolvierte. »Metro World Child« ist eine humanitäre Hilfsorganisation, die sich um Kinder auf der ganzen Welt kümmert. Ich lernte die Organisation kennen, als ihr Gründer, Pastor Bill Wilson, bei einer Jugendveranstaltung in Deutschland predigte. Sein Leben und seine Geschichte inspirierten mich so sehr, dass ich einfach wusste: Ich muss nach New York.

Pastor Bill Wilson war als Kind auf der Straße ausgesetzt und nach drei Tagen von einem gläubigen Christen gefunden worden. Dieser brachte ihn in ein Camp, wo er versorgt wurde. Heute ist Wilson der Leiter der größten Sonntagsschule der Welt, die mehr als 150 000 Kinder wöchentlich erreicht. Sein Ziel ist es, Kindern auf der ganzen Welt zu helfen und für sie da zu sein. Weil jemand sich um ihn gekümmert und dadurch sein Leben positiv beeinflusst hat, möchte Bill Wilson das Gleiche tun: Er will Kinder von der Straße in die Sonntagsschule bringen, damit sie zu Weltveränderern werden.

Von diesem Mann wollte ich lernen! Und ich lernte sehr viel.

Wenn ich heute auf die letzten Jahre zurückschaue, kann ich nur staunen: Als Sprecher durfte ich die ganze Welt bereisen, um von den Kindern zu erzählen, die wir unterstützen. Und als Mitarbeiter in New York war ich zuständig für die internationale Öffentlichkeitsarbeit.

Zum Beispiel reiste ich zusammen mit Pastor Bill Wilson nach Äthiopien, um weitere Pläne auszuarbeiten, wie wir den Kindern dort helfen können. Bei einem Besuch in einem örtlichen Krankenhaus lernten wir die kleine Rahel kennen. Ihre Familie hatte sie verstoßen. Das Mädchen konnte weder laufen noch sprechen und kämpfte gegen eine HIV-Erkrankung. Nun sah Rahel mich mit ihren großen, tränennassen Augen an. Ihr Blick war ein einziger Hilferuf. Was für eine Tragödie, wenn Menschen so jung sterben müssen!

Natürlich ist es nie schön, wenn jemand stirbt, doch wenn eine Zwölfjährige aufgrund von Vernachlässigung sterben muss, ist das einfach tragisch. Da stirbt nicht nur ein Mensch, sondern auch sein Potenzial und all seine Wünsche und Träume.

Dieses Erlebnis hat auf den Kopf gestellt, wie ich mein Leben sehe. In diesem Moment wurde ich mit einer brennenden Leidenschaft erfüllt, die mich dazu trieb, mein Leben komplett hinzugeben, um Menschen wie Rahel zu helfen – Menschen, die jung sterben müssen. Das Erlebnis entfachte meine Vision noch mehr und wirkte wie ein Brandbeschleuniger für das Feuer, das in mir brannte.

Erschlagen von dieser Tragödie und den vielen Geschichten all der Kinder, die ich traf, dachte ich zurück an eine andere Begebenheit, an ein Mädchen hier in Deutschland. Eine Jugendliche, die nicht mehr leben wollte. Ich traf sie in einer Gemeinde, wo für Menschen mit Suizidgedanken gebetet wurde.

Ich konnte damals nicht fassen, wie viele junge Menschen mit Problemen, Selbstmordgedanken, aber auch mit Hoffnung sich dort eingefunden hatten. Dann sah ich ein mir bekanntes Gesicht, und mir drehte sich der Magen um. Wie konnte ein Mensch, der doch immer so fröhlich durch das Leben ging, mit Depressionen beladen sein? Warum hatte ich das bisher nicht gemerkt?

Als ich mich an diesem Abend mit dieser Jugendlichen unterhielt, erzählte sie mir, dass sie sich nicht geliebt fühle, in der Schule ausgegrenzt und gemobbt werde und dadurch angefangen habe, ihr Leben zu hassen. Niemand wusste etwas davon, weder ihre besten Freunde noch ihre Familie. Sie sagte, keiner würde sie verstehen und sie habe schon öfter mit dem Gedanken gespielt, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Der ständige Druck der Schule, der Freunde und allgemein der Welt hatte sie auf die Knie gezwungen.

Damals wurde mir klar, dass wirklich jeder von Lebensmüdigkeit betroffen sein kann, auch meine Freunde oder andere Menschen in meinem Umfeld. Ich hatte die Not in dieser Welt, ja nicht einmal in meinem Umfeld, nicht wirklich gesehen. Und ich hatte auch nicht das Potenzial in mir gesehen, in jungen Jahren einen Unterschied zu machen. Doch an dem Tag, an dem ich in Äthiopien die kleine Rahel traf, wurden mir die Augen geöffnet. Ich hatte so ein starkes Mitgefühl mit Rahel, dass ich um sie weinte.

Die Erinnerungen an das Mädchen mit Depressionen in Deutschland fluteten meinen Geist und verstärkten mein Verlangen, etwas zu verändern, zusätzlich. Auf einmal traf mich das Schicksal dieser jungen Menschen.

Die Entscheidung

Noch am selben Abend sagte ich Gott, dass ich es leid bin, mit anzusehen, wie junge Menschen überall auf der Welt so leiden müssen. Ich war voller Wut, Zorn und Frustration und wusste nicht, wohin mit all den Emotionen. Wie kann nur so viel Schreckliches geschehen? Das muss sich ändern! Irgendetwas muss passieren!

Allein in Deutschland nehmen sich laut Statistischem Bundesamt jedes Jahr etwa 10 000 Menschen das Leben. Das sind fast dreimal mehr, als durch Verkehrsunfälle sterben.

Dass so viele Menschen den Tod als einzigen Ausweg sehen, ist grauenhaft. Die Gründe dafür sind verschieden. Viele hatten traumatische Erlebnisse: Mobbing, Missbrauch, Vergewaltigung, körperliche Gewalt, Liebeskummer, Identitätsverlust, Abhängigkeit oder Einsamkeit.

Etwa dreihundert der Suizidopfer sind unter 26. Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl vermutet, dass in Deutschland jedes Jahr etwa 150 Kinder und Jugendliche sterben, weil sie gemobbt werden.1

Ich weiß nicht, was diese Geschichten oder die Statistik mit dir machen oder in dir auslösen. Als ich mich erstmals intensiver mit diesem Thema beschäftigte, wurde ich erschlagen von den Fakten. Doch ich ließ mich dadurch nicht von meiner Entscheidung abbringen.

Ich wollte mich ab sofort für todkranke und lebensmüde Kinder und Jugendliche einsetzen. Ich wollte mein Leben aufgeben, damit andere ihr Leben leben können. Meine Frustration und mein gebrochenes Herz führten letztlich dazu, dass ich meine Berufung erkannte und seitdem danach lebe. Ich möchte jung sterben für eine sterbende Generation.

Hingabe bewirkt Großes

Ich erkannte meine Berufung, als ich anfing, mein eigenes Leben ans Kreuz zu nageln: meine Sehnsucht nach Geld, Ruhm, Karriere, gesellschaftlicher Anerkennung. Heute darf ich erleben, wie Menschen ihr Leben Jesus geben. Es wurde zu meiner Berufung, mein Leben, so wie ich es kannte, hinzugeben, damit andere Menschen ihr Leben Jesus geben. Meine Berufung hab ich entdeckt, als mein Fokus nicht mehr auf mich selbst gerichtet war, sondern stattdessen darauf, wie ich mein Leben gebrauchen kann, um einen Unterschied in dieser Welt zu bewirken.

Wenn Menschen beginnen, wahre Hingabe zu leben und ihr Leben für andere einzusetzen, entdecken sie, wofür sie geboren wurden. Wahre Hingabe bedeutet, dass wir nicht mehr für uns selbst leben, sondern für etwas Größeres, das Gott schon für uns vorbereitet hat. Dieses Größere, deine Berufung, übersteigt, wer du bist und was du aus dir selbst heraus tun kannst.

Jesus sagte zu seinen Nachfolgern: »Wer versucht, sein Leben zu behalten, wird es verlieren. Doch wer sein Leben für mich aufgibt, wird das wahre Leben finden« (Matthäus 16,25). Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich möchte dieses wahre Leben finden. Ein Leben, das voller Abenteuer ist!

Ich will dir Mut machen, dieses wahre Leben zu suchen und zu finden, indem du dein Leben hingibst. Das ist die Bedingung, die wir erfüllen müssen, um dieses wahre Leben zu erhalten.

Gott selbst hat seinen einzigen Sohn aufgegeben und uns dadurch seine Hingabe gezeigt. Jesus kam auf die Erde und er starb für die Sünden der Welt, aber er blieb nicht im Grab, sondern stand am dritten Tag vom Tod auf.

Die Hingabe von Jesus hat ermöglicht, dass alle Menschen gerettet werden können. Was wird deine Hingabe bewirken?

Hingabe bedeutet Übergabe

Wenn du einen Unterschied in dieser Welt machen, deine Umgebung positiv beeinflussen und diese Welt zu einer besseren machen willst, dann muss eine absolute Hingabe in deinem Leben vorhanden sein. Das griechische Wort für Hingabe ist »epididomi«, was so viel bedeutet wie »übergeben«. In anderen Worten: Wenn wir uns hingeben, übergeben wir unser Leben Gott – und ich kenne keinen Ort, an dem unser Leben besser aufgehoben wäre als bei ihm!

Wenn du dein Leben mit einem Auto vergleichst, ist Hingabe so, als würde Gott das Lenkrad dieses Autos übernehmen. Wo sitzt Gott in deinem Auto? Ist er nur Beifahrer oder ist er es, der das Auto lenkt?

Oft wollen wir selbst fahren, doch es gibt keine bessere Entscheidung, als Gott zu erlauben, unser Leben zu lenken. Wenn wir die Führung haben, fühlen wir uns manchmal sicherer, weil wir Angst haben, jemand anderem zu vertrauen. Ich persönlich möchte mein Leben oft selbst lenken, damit ich entscheiden kann, wohin es geht. Aber nur wenn Gott die Führung übernimmt, wird das Leben in die richtige Bahn gelenkt.

Hingabe bedeutet, dass du das Lenkrad und jegliche Art von Kontrolle in deinem Leben aufgibst. Das klingt nicht einfach, und es ist tatsächlich jeden Tag eine Herausforderung – aber Gott will dir dabei helfen.

Gott unser Leben ganz anzuvertrauen, bedeutet nicht, dass wir keine Verantwortung mehr für unser Leben übernehmen, sondern vielmehr, dass wir Gott mit allem, was wir haben, vertrauen – auch in den kleinen Dingen. Dann wird Gott unser Leben in die Richtung unserer Berufung und Bestimmung lenken.

Die meisten Menschen leben nicht das Leben, das Gott für sie bestimmt hat, weil sie selbst das Auto lenken wollen. Es wird Zeit, auf den Beifahrersitz zu wechseln und darauf zu vertrauen, dass Gott uns führen wird. Diese Art der Hingabe zeigt deine Liebe zum Schöpfer. Damit sagst du ihm: »Du bist nicht nur mein Retter, sondern auch der Herr in meinem Leben und der, der mich leitet.«

Jesus sagt über Nachfolge:

Wenn jemand mir nachfolgen will, … muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Denn wer versucht, sein Leben zu bewahren, wird es verlieren. Wer aber sein Leben um meinetwillen und um der guten Botschaft willen verliert, wird es retten. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber seine Seele verliert?

Markus 8,34-36

Das ist Hingabe: mein eigenes Leben verlieren und in Gottes Hände legen. In dem Moment, wo wir uns Gott hingeben und ein Leben der Hingabe leben, erleben wir das, was Jesus hier sagt. Wir retten unser Leben, anstatt unsere Seele zu verlieren.

Gott erwartet Hingabe von uns. Das sehen wir deutlich, als Jesus seine Jünger auffordert, ihm nachzufolgen. Menschen, die sich ihm hingeben, sind Menschen, die ihm folgen.

Ich will Jesus nachfolgen und mein Leben hingeben und aufgeben für etwas, das größer ist, als ich es mir jemals vorstellen könnte.

Vielleicht fragst du dich: Warum sollte ich mich denn hingeben?

Ich habe diese Frage für mich folgendermaßen beantwortet: Ich trete damit in die Fußstapfen von Jesus. Er hat sich hingegeben, als er am Kreuz für uns gestorben ist. Und weil Jesus für mich gestorben ist, möchte ich für ihn leben.

Hingabe bedeutet aufgeben

Die Bibel berichtet von einem reichen jungen Mann, der sehr angesehen war und die Gesetze Gottes erfüllte:

Als er weiterziehen wollte, lief ein Mann auf Jesus zu, kniete vor ihm nieder und fragte: »Guter Lehrer, was soll ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?«

»Warum nennst du mich gut?«, fragte Jesus. »Nur Gott allein ist gut. Aber du kennst doch die Gebote. ›Du sollst nicht töten. Du sollst nicht die Ehe brechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst keine Falschaussage machen. Du sollst nicht betrügen. Ehre deinen Vater und deine Mutter.«

»Lehrer«, erwiderte der Mann, »alle diese Gebote habe ich seit meiner Kindheit gehalten.« Da sah Jesus den Mann voller Liebe an. »Eins fehlt dir noch«, sagte er zu ihm. »Geh und verkaufe alles, was du hast, und gib das Geld den Armen, dann wirst du einen Schatz im Himmel haben. Danach komm und folge mir nach.« Als er das hörte, verdüsterte sich das Gesicht des Mannes, und er ging traurig fort, denn er war sehr reich.

Markus 10,17-22

Der junge Mann hatte von seiner Jugend an ein gutes Leben gelebt, aber er merkte, dass ihm noch etwas fehlte. Jesus forderte ihn auf, sein ganzes Hab und Gut an die Armen zu geben und ihm nachzufolgen. Das war ein Schock für den jungen Mann, denn er war sehr reich. Er war nicht bereit dazu und folgte Jesus nicht nach.

Zwei Wünsche kollidierten miteinander und der junge Mann musste eine Entscheidung treffen. Ihm wurde bewusst, dass er nicht beides haben konnte. Er entschied sich gegen Jesus und ging traurig fort.

Was können wir aus dieser Begebenheit lernen? Ist Reichtum falsch? Sollen wir alle Bettler werden?

Nein, in dieser Geschichte geht es um etwas anderes. Jesus war nicht am Geld des jungen Mannes interessiert, sondern an seinem Herzen, das leider an seinem Reichtum hing. Das Materielle war diesem jungen Mann wichtiger als die Nachfolge.

Vielen von uns geht es genauso. Wir müssen nicht reich sein, um unser Herz an etwas zu hängen, das uns davon abhält, uns Gott hinzugeben. Jeder kennt Dinge, die ihm besonders wichtig sind. Das ist nicht weiter schlimm, doch wenn wir unser Herz daran hängen, verpassen wir etwas, das noch viel wichtiger ist als diese Dinge.

Der Jüngling entschied sich gegen die Hingabe und damit entging ihm das Leben, das Gott für ihn geplant hatte. Er verpasste das Leben nach der Hingabe, nach dem Ablegen seiner Last, nach dem »Sterben«. Auch wir verpassen ein Leben in Fülle, das voller Bedeutung ist, wenn wir uns nicht hingeben wollen.

Ich selbst rannte wie der junge Mann viele Jahre vor einer wahren Hingabe weg. Als Jugendlicher ging ich zwar jede Woche in die Kirche und war wie der reiche Jüngling mit dem Gesetz vertraut, aber es geht nicht darum, einfach Gesetze zu erfüllen, sondern darum, demjenigen zu folgen, der über dem Gesetz steht.

Wenn uns andere Sachen wichtiger sind als Gott, sind diese für uns wie fremde Götter, die wir über Gott stellen. Das ist eine moderne Form von Götzendienst. Auch mir waren meine Götzen wichtiger als Gott und ich wollte sie nicht aufgeben. Ich wollte Gott mein Leben nicht ganz übergeben.

Götzendienst führt dazu, dass wir unser von Gott gegebenes Potenzial nicht erreichen. Für mich war zum Beispiel früher Fußball viel wichtiger als Gott. Heute spiele ich immer noch Fußball, doch ich habe meine Prioritäten anders gesetzt. Ich glaube, dass man Fußball-Profi werden und jeden Tag Fußball spielen kann, ohne daraus einen Götzen zu machen, wenn trotzdem Gott den ersten Platz im Leben hat. Aber bei mir war das nicht so.

Manchmal sind uns auch andere Menschen wichtiger als Gott. Bei mir waren dies meine Freunde. So wertvoll Freunde sind, sie sollten nie an erster Stelle stehen. Wir können unser von Gott gegebenes Potenzial nur dann voll leben, wenn wir bereit sind, ihm den ersten Platz einzuräumen.

Das Traurige an der Begebenheit mit dem reichen Jüngling ist, dass wir nie wieder etwas von ihm lesen. Vermutlich hat er seine Prioritäten nie richtig gesetzt und ist auch später nicht zu Gott umgekehrt.

Die Bibel erzählt von vielen anderen Menschen, die weit weniger »perfekt« waren als dieser junge Mann. Doch sie haben eins richtig gemacht: Sie sind Jesus nachgefolgt. Die Bibel ist voll von unvollkommenen Menschen, die sich Gott hingeben. Einer von ihnen ist Petrus. Als er sah, dass der reiche Jüngling einfach fortging, wollte er wissen, was passiert, wenn man Jesus nachfolgt, und sagte: »Wir haben alles aufgegeben, um dir nachzufolgen.«

Jesus erwiderte: »Ich versichere euch: Jeder, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Besitz um meinetwillen und um der guten Botschaft willen aufgegeben hat, wird jetzt, in dieser Zeit, alles hundertfach zurückerhalten: Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Besitz – wenn auch mitten unter Verfolgungen. Und in der künftigen Welt wird er das ewige Leben haben.«

Markus 10,28-30

Das ist das Größere, von dem ich geschrieben habe: Wir werden hundertfach zurückerhalten, was wir einsetzen, wenn wir Jesus nachfolgen.

Ich frage mich, was geschehen wäre, wenn der reiche junge Mann Jesus von ganzem Herzen nachgefolgt wäre, und was alles durch ihn in der Welt hätte verändert werden können. Gäbe es Briefe von ihm wie von Petrus und anderen Aposteln?

Hingabe bedeutet wahre Liebe

Etwa 2000 Jahre vor dem reichen Jüngling wurde ein anderer reicher Mann von Gott dazu aufgefordert, das Liebste zu geben, das er hatte:

Einige Zeit später stellte Gott Abraham auf die Probe. »Abraham!«, rief Gott.

»Hier bin ich«, antwortete Abraham.

»Nimm deinen einzigen Sohn Isaak, den du so lieb hast, und geh mit ihm ins Land Morija. Dort werde ich dir einen Berg zeigen, auf dem du Isaak als Brandopfer für mich opfern sollst.«

Am nächsten Morgen stand Abraham früh auf. Er sattelte seinen Esel und nahm seinen Sohn Isaak sowie zwei seiner Diener mit. Dann spaltete er Holz für das Brandopfer und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den Gott ihm genannt hatte.

1. Mose 22,1-3

Gott forderte Abraham auf, seinen Sohn Isaak zu opfern – und das klingt für unsere Ohren völlig undenkbar. Was für eine grausame Tat!

Gott wollte sehen, ob Abraham bereit wäre, seinen Sohn, den er doch so sehr liebte, aufzugeben. Das ist schwer nachzuvollziehen!

Zudem war Isaak nicht nur irgendein Sohn, sondern er war Abraham von Gott versprochen worden und Abraham hatte lange auf ihn gewartet. Mit ihm würde nicht nur ein geliebtes Kind sterben, sondern auch die Hoffnung, Stammvater eines großen Volkes zu werden.

Abraham sollte opfern, was er so sehr liebte: seinen Sohn und die Zukunft seiner Familie.

Bevor es dazu kam, griff Gott ein und hielt Abraham davon ab, seinen Sohn zu töten. Trotzdem schockiert es mich, dass Abraham bereit war, seinen Sohn aufzugeben. Gleichzeitig sehe ich eine Hingabe, die wirklich beeindruckend ist. Diese Geschichte macht außerdem deutlich, dass wahre Hingabe nicht nur eine Übergabe oder das Aufgeben von etwas ist, sondern dass sie die wahre Liebe widerspiegelt.

Was macht die Geschichte mit dir, wenn du liest, dass ein Vater bereit war, seinen Sohn zu opfern, um Gott seine Liebe zu zeigen? Und zwar nicht, weil er psychisch krank war oder kein Herz hatte, sondern weil Gott für ihn an erster Stelle stand.

Abraham war eine außergewöhnliche Person und der einzige Mensch, den Gott auf diese Weise geprüft hat. Niemals wieder hat Gott jemanden aufgefordert, seinen Sohn zu opfern. Heute fordert er uns auf, Dinge aufzugeben oder Menschen zu verlassen, die uns wichtig sind, aber niemals dazu, jemanden zu töten. Auch Abraham wurde von Gott letztlich daran gehindert, seinen Sohn zu töten. Aber er war bereit dazu.

Um diese tiefe Hingabe zu verstehen, habe ich versucht, mich in die Rolle von Abraham hineinzuversetzen: Da ist ein Mann, der Jahrzehnte auf diesen Sohn und Erben gewartet hat, und dann aufgefordert wird, diesen zu opfern.

Was würde ich tun, wenn ich in der gleichen Sache geprüft würde? Wenn Gott mich auffordern würde, das aufzugeben, was mir am meisten bedeutet? Was wäre ich bereit, aufzugeben, um Gott meine Liebe und Hingabe zu zeigen?

Diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten, weil wir uns an unser Leben klammern und Angst haben, Dinge aufzugeben oder uns von geliebten Menschen zu trennen. Doch wie sonst können wir Gott unsere Liebe zeigen?

Was genau »das Wichtigste« ist, ist bei jedem Menschen unterschiedlich, und deshalb kannst nur du persönlich diese Frage beantworten. Ich möchte dich ermutigen, darüber nachzudenken und wie Abraham diesen Schritt zu gehen. Wahre Liebe passiert dann, wenn wir bereit sind, das aufzugeben, was uns am wichtigsten erscheint.

Die Geschichte von Abraham und Isaak ist außerdem ein Bild für etwas, das 2000 Jahre später geschehen ist: Gott der Vater hat uns seine Liebe offenbart, als er seinen einzigen Sohn geopfert hat, damit wir leben können. Er hat uns zuerst geliebt – und das, als wir noch seine Feinde waren (Römer 5,10). Er erwartet nichts von uns, was er nicht selbst in viel größerem Umfang getan hätte.

Das Geliebte aufgeben

Wer oder was ist dein »Isaak«? Gibt es Dinge in deinem Leben, die dir wichtiger sind als Gott? Was hält dich auf, dich komplett hinzugeben und Gott zu lieben?

Vielleicht sind es alte Gewohnheiten oder sogar Süchte, die dir nicht erlauben, ein hingegebenes Leben zu führen. Früher haben mich einige Beziehungen davon abgehalten, mein Leben ganz hinzugeben. Freundschaften, die keinen positiven Einfluss auf mich hatten. Menschen, die mich nur noch weiter von Gott weggezogen haben. Es war nicht einfach für mich, diese Beziehungen hinter mir zu lassen, denn ich hatte Spaß an meinem Leben. Aber nachdem ich mich dem Tod so nahe gefühlt hatte, war mir Gott wichtiger geworden. Ich habe gelernt, dass man Einfluss nimmt oder von anderen beeinflusst wird – und ich wollte positiven Einfluss nehmen.

Bei Süchten oder Beziehungen zu Menschen, die einen schlechten Einfluss auf dich haben, ist es leicht, zu erkennen, dass diese Dinge dich von Gott wegziehen. Sie aufzugeben kann trotzdem schwer sein. Aber es gibt anderes, was nicht an sich schlecht ist, und was dich trotzdem davon abhält, dich Gott ganz hinzugeben. Es geht hier nicht um eine Wertung, sondern darum, zu prüfen, was dich daran hindert, ein Leben der Hingabe zu führen. Gott sehnt sich nach einer Generation, die bereit ist, ihr Leben hinzugeben und ihn wahrhaftig zu lieben. Das ist das Wichtigste im Leben! Jesus sagt:

Das wichtigste Gebot ist dies: »Höre, o Israel! Der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft lieben.«

Markus 12,29-30

Gott will nicht nur ein paar Teile deines Lebens haben, sondern er möchte dein ganzes Leben. Aber er nimmt es sich nicht einfach, sondern wartet darauf, dass du es ihm schenkst.

Ich hoffe, du bist bereit für diese Art der Hingabe, um dann das Leben zu leben, das Gott für dich bestimmt hat. Wenn wir anfangen, in Hingabe zu leben, können wir sehen, wie sich unsere Umgebung und unsere Stadt zum Positiven verändern. Du wirst ein Segen für deine Gemeinde, deine Mitmenschen und deine Umgebung sein.

Auf der anderen Seite der Hingabe

Du bist Gott so wichtig, weil du so besonders bist. Er will zu dir sprechen und eine Beziehung mit dir führen. Er sieht ein Potenzial in dir, auch wenn andere das nicht sehen.

Auf der anderen Seite der Hingabe wartet ein Leben voller Abenteuer auf dich, ein Leben in deiner Berufung und Bestimmung.

Auf der anderen Seite der Hingabe wartet Gott selbst auf dich. Er will dich an die Hand nehmen und mit dir gehen, doch er wartet, bis du bereit für die Reise mit ihm bist.

Wenn du dich darauf einlässt, wartet etwas Großartiges auf dich. Gott wird Freude in deinen Alltag bringen, auch wenn ein Leben der Hingabe nicht immer leicht ist. Gott hat einen großen und guten Plan für dein Leben und er will mit dir Geschichte schreiben:

»Denn ich weiß genau, welche Pläne ich für euch gefasst habe«, spricht der Herr. »Mein Plan ist, euch Heil zu geben und kein Leid. Ich gebe euch Zukunft und Hoffnung …«

Jeremia 29,11

Bist du bereit, den guten Plan zu leben, den Gott für dich hat? Bist du bereit, Jesus ernsthaft nachzufolgen? Bereit, dein Leben zu verlieren? Du brauchst keine Angst davor zu haben, denn die Bibel sagt, dass jeder, der sein Leben verliert, es retten und gewinnen wird.

Hingabe ist eine andere Form des Sterbens und gewiss nicht immer einfach. Ich bin diesen Prozess dennoch gegangen und kann sagen: Es hat sich gelohnt.

Auch du kannst das mit Gottes Hilfe schaffen! Ich glaube an dich und bin gespannt, von dir zu hören, was Gott durch deine Hingabe bewirkt – schreib mir doch einfach eine Nachricht per E-Mail oder Instagram.2

PORTRÄT: WONGEL ABEBE ABATE
Eine junge Autorin mit einer eigenen Marketing-Firma, die sehr großen Einfluss in Afrika hat und weltweit in politischen Themen aktiv ist


Der Tod ist keine Wahl, sondern ein unvermeidbarer Teil unseres Lebens. Obwohl wir nicht wissen können, wann es uns treffen wird, ist uns allen bewusst, dass wir dem Tod nicht entfliehen können.

Doch hier spreche ich von einem anderen Sterben. In diesem Fall ist der Tod eine Wahl, eine Entscheidung, die man trifft. In den folgenden Zeilen möchte ich dich auf meine persönliche Reise hin zum »jung Sterben« mitnehmen.

Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen. Meine Eltern waren Missionare, die ihr Leben hingaben, um Gott zu dienen. Obwohl mein Vater starb, als ich erst zwei Jahre alt war, hat meine Mutter ihren Dienst als Missionarin nicht aufgegeben und gleichzeitig meine drei Brüder und mich allein aufgezogen.

Meine Mutter hat mich zu Jesus geführt, als ich sechs Jahre alt war, und auch meine Brüder haben ihn sehr früh angenommen. Sie hat uns viel beigebracht, wie zum Beispiel unser Leben auf das Wort Gottes aufzubauen, und wir haben als Familie gemeinsam Gott gedient.

Obwohl ich in jungen Jahren mein Leben Gott übergeben hatte, würde ich nicht behaupten, dass ich damals bereits mein Leben ganz hingegeben habe. Mein »junges Sterben« begann sechs Jahre später, als meine Mutter starb.

Für uns Geschwister veränderte sich in diesem Moment alles. Zu diesem Zeitpunkt war mein ältester Bruder fünfzehn und mein jüngster Bruder zehn Jahre alt. Wir hatten mit sehr vielen Fragen zu kämpfen, die in diesem jungen Alter sehr schwer zu beantworten waren. Es war eine harte Zeit, in der wir lernen mussten, auf der Wahrheit zu stehen, die uns unsere Mutter vermittelt hatte.

Wir waren Zeugen davon, dass Gott ein treuer Gott ist, und erlebten in dieser tragischen Zeit sein übernatürliches Eingreifen. Gott hat immer für uns gesorgt und er hat uns nie allein gelassen. Trotzdem waren meine Gedanken voll mit Fragen. Ganz besonders die Frage »Warum?« beschäftigte mich.

»WARUM?«

Nicht einmal für einen Moment konnte ich mich von dieser Frage lösen.

Ich habe Gott immer wieder gefragt: »Warum ist das passiert? Warum ausgerechnet uns als Familie? Warum meine Mutter? Und warum jetzt?«

Doch ich bekam keine Antwort. Es schien, als ob alle Fragen beantwortet werden konnten, nur nicht meine.

Stille ist auch eine Antwort. Das habe ich mit der Zeit gelernt. Ich habe realisiert, dass Gott nicht immer unser Warum beantwortet. Er ist souverän. Er muss sich mir nicht erklären. Gott ist ein guter Vater, deshalb handelt er nicht nach unseren Vorstellungen oder nach dem, was wir wollen, sondern nach dem, was wir brauchen. Er hat immer das Beste für uns im Sinn.

Obwohl ich mit der Frage nach dem Warum gerungen habe, hätte es mir nicht geholfen, eine Antwort zu bekommen. Obwohl mein Kopf nach Antworten suchte, brauchte mein Herz nur Trost.

Wenn eine Tragödie passiert und wir Anfechtungen erleben, wollen wir immer eine Erklärung, doch ist es das, was wir wirklich brauchen? Wir würden uns vermutlich nicht besser fühlen, wenn wir eine Antwort hätten, und es würde die Situation auch nicht weniger tragisch machen. In solchen Momenten der Unruhe und der Trauer brauchen wir Liebe, eine Umarmung und die Bestätigung von unserem allmächtigen Vater, dass alles gut wird.

Nach einigen Wochen mit unbeantworteten Fragen zum Thema »Warum« gaben meine Gedanken auf und mein Herz übernahm die Führung. Ich fing an, loszulassen und Gott zu vertrauen. Es war mir möglich, ihn als meinen liebenden Vater zu akzeptieren. Trotz all der düsteren Umstände nahm ich wahr, dass er wirklich ein guter Vater ist. Ich durfte seine Liebe erleben. Seine Gegenwart belebte meinen Geist wieder und die Hoffnung wurde wiederhergestellt.

An diesem Tag habe ich einen Bund mit Gott geschlossen: Er ist zu einhundert Prozent verantwortlich für mein Leben und ich bin seine Tochter. Ich hatte niemanden, auf den ich mich stützen konnte, aber ich hatte ihn. Ich sagte zu ihm: »Wenn ich ein Niemand werde, ist das dein Verlust. Wenn du mich gebrauchen kannst und ich jemand werde, geschieht das alles zu deinem Ruhm.«

Mit diesem Bund habe ich angefangen, zu verstehen, was es heißt, ein Kind Gottes zu sein. Meine Reise der Hingabe begann. Später traf ich die Entscheidung, für Christus zu sterben. Das bedeutete für mich, meinen Willen aufzugeben und für seinen Willen zu leben. Ich verlasse mich mit allem, was ich bin, nur auf ihn. Mein Leben liegt ganz allein in Gottes Hand.

Zu sterben bedeutet, loszulassen. Es heißt volle Kapitulation. Jesus sagt: »Wer an seinem Leben hängt, wird es verlieren; aber wer es für mich aufgibt, wird es finden« (Matthäus 10,39).

Um das Leben zu führen, für das Gott uns erschaffen hat, müssen wir erst sterben. Aber wir treffen so eine Entscheidung normalerweise nicht, wenn all unsere Fragen beantwortet werden und alles gut läuft. Im Gegenteil, inmitten von Sorgen, Depressionen und Trauer geben wir uns komplett hin. Mir war es möglich, am Tiefpunkt meines Lebens zu sterben, um Gott näherzukommen.

Heute bin ich glücklich, nicht nur, weil ich mich dafür entschieden habe, jung zu sterben, sondern weil ich wahrhaftig jung gestorben bin. Und deswegen habe ich Bestimmung und Bedeutung in meinen jungen Jahren erlebt. Ich darf in meiner Jugend Gott dienen.

CHALLENGE 1

In diesem Buch möchte ich dich dazu herausfordern, mit kleinen Schritten Hingabe zu üben. In der ersten Herausforderung geht es darum, etwas aufzugeben.

Gibt es etwas, das dir wichtiger ist als Gott?

Gibt es etwas, das dir momentan sehr viel Zeit und Energie raubt?

Bist du bereit, das aufzugeben, um Gott näherzukommen?

Vielleicht sind dir beim Lesen schon einige Sachen in den Sinn gekommen, was du aufgeben musst oder kannst.

Bitte Gott, dir zu zeigen, was dran ist, und bitte ihn um seine Hilfe. Wenn du Rückschritte machst, gib nicht auf. Es geht hier nicht um einen Wettbewerb, sondern darum, etwas in deinem Leben zu verändern.

Manchmal kann es hilfreich sein, dies mit einer Person zu besprechen, der du vertraust, zum Beispiel deinen Eltern, einer guten Freundin oder einem guten Freund, einer Jugendpastorin oder einem Hauskreisleiter.

Die Dauer dieser Herausforderung beträgt zwei Wochen – schaffst du es, zwei Wochen auf diese eine Sache zu verzichten?

Überlege anschließend, wie es dir dabei ergangen ist. War es schwer? Meinst du, dass es dir guttun würde, wenn du weiterhin darauf verzichtest oder die Zeit begrenzt, die du dafür verwendest?

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]


Kapitel 2
DIE LÜGE »ICH BIN DOCH NOCH ZU JUNG«

Ich war so aufgeregt! Meine erste Predigt auf dem Kontinent Afrika, in Äthiopien. Ich konnte es kaum erwarten, mein Herz mit den Menschen dort zu teilen.

Ein einflussreicher Leiter hatte mich eingeladen. Er hatte ein Potenzial in mir gesehen, das ich selbst noch nicht erkannt hatte. Dabei hatte er mich noch nie predigen gehört. Ich hatte ihn an einem Montag in einem Gottesdienst in Deutschland kennengelernt, wo er gepredigt hatte. Nach der Predigt war er auf mich zugekommen und hatte gesagt: »Gott will dich in Äthiopien gebrauchen.«

Und ich hatte zugestimmt, ohne weiter darüber nachzudenken: »Ich bin bereit.«

Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nicht wissen, dass ich überhaupt nicht bereit war. Ich schaute mir stundenlang Videos von Reinhard Bonnkes Predigten in Afrika an. Ich war motiviert und überlegte, wie cool es wäre, eines Tages vor Tausenden Menschen zu predigen.

Schließlich kam der Tag meines Fluges. Mein Bruder Thomas begleitete mich nach Äthiopien, wo ich voller Freude und Euphorie das Evangelium predigen wollte. Wir waren jedoch gerade erst gelandet, als ich plötzlich einen Asthmaanfall bekam. Dies machte mir Sorgen, denn die medizinische Versorgung in Äthiopien ist keinesfalls mit der in Deutschland zu vergleichen.

Von der Hauptstadt Addis Abeba fuhren wir in den Süden Äthiopiens zu der Konferenz, wo ich predigen sollte. Während der Fahrt war ich nervös, denn ich wusste nicht so genau, was mich erwarten würde. In Südäthiopien angekommen hatte ich erneut mit einem Asthmaanfall zu kämpfen und fragte mich, wie ich es schaffen sollte, am Abend meine erste Predigt zu halten.

Die Pastoren hießen uns in ihrer Gemeinde willkommen und sagten mir, wie sehr sie sich freuten, mich als Hauptredner auf ihrer Konferenz zu haben. Ich betrachtete das riesige Gebäude von außen und dachte: »Ich bin wohl im falschen Film gelandet!«

Der Hauptpastor fragte mich, ob ich bereit sei, an den nächsten Tagen zu Tausenden Menschen zu sprechen. Ich lächelte und antwortete mit Ja, obwohl ich am liebsten von hier verschwunden wäre. Das konnte doch nicht wahr sein!

Ich lehnte mich zu dem Pastor rüber, der mich eingeladen hatte, und fragte ihn, was das alles sollte. Er meinte, dies sei von Gott organisiert worden. In diesem Moment hätte ich am liebsten losgeheult. Tausend Gedanken schwirrten mir durch den Kopf, Angst überfiel mich und ich hatte wieder ein Problem mit der Atmung. Ich griff zu meinem Asthma-Spray und versuchte, ganz ruhig zu atmen.

In diesem Moment begann der Lobpreis. Der Pastor erklärte, an diesem Tag seien nur einige Hundert Menschen da, die nächsten Tage würden mehr erwartet. Dies machte mich nur noch nervöser und ich dachte: »Ich bin doch noch zu jung, um vor Hunderten oder gar Tausenden Menschen zu sprechen!«

Als ich mit meinem Bruder in einem Nebenraum war, um mich auf die Predigt vorzubereiten, wünschte ich mir nur noch, aus diesem Albtraum aufzuwachen. Ich wollte meine Augen aufschlagen und mich wieder in meinem Zimmer in Deutschland befinden. Aber dies war kein Traum, sondern Realität. In wenigen Minuten würde ich vor mehreren Hundert Menschen das Evangelium predigen, zum ersten Mal in meinem Leben vor so vielen Menschen und zum ersten Mal in Afrika.

Mein Bruder Thomas versuchte, mich zu ermutigen, aber ich antwortete ihm, was mir die ganze Zeit durch den Kopf ging: »Ich bin doch noch zu jung! Ich bin nicht in der Lage, das Evangelium vor so vielen Menschen zu predigen.« Irgendwie überraschte mich meine Reaktion selbst, weil ich sie nicht erwartet hatte.

An diesem Wochenende habe ich realisiert, dass viele junge Menschen mit ähnlichen Sätzen kämpfen, die ihnen sagen, dass sie nicht fähig sind, ihre Berufung oder Bestimmung zu leben.

Der Kampf gegen die Lüge

Wenn wir uns für Gott einsetzen, versucht der Satan, uns durch solche Lügen mutlos zu machen. Eine ganze Generation kämpft mit Gedanken wie:

• Ich bin doch noch zu jung, um Einfluss zu nehmen.

• Ich bin nicht gut genug, um diese Welt zu verändern.

• Ich bin nicht ausreichend intelligent oder begabt.

• Ich bin nicht ausreichend finanziell abgesichert.

• Ich bin dieser Verantwortung nicht gewachsen.

• Ich bin nicht imstande, irgendetwas auf die Reihe zu bekommen.

Diese Gedanken sind nicht nur Lügen oder Ausreden, sondern ein Fluch, der unserer Generation schadet und sie davon abhält, sich ganz für das einzusetzen, was Gott für sie geplant hat. Sie halten junge Menschen fest, die so viel Potenzial in sich tragen!

Ich selbst habe früher gedacht, dass Gott nur besondere Menschen gebrauchen kann. Doch das stimmt nicht! Gott gebraucht gewöhnliche Menschen, um Außergewöhnliches zu erreichen.

Dein Alter wird und kann Gott nicht davon abhalten, dich zu gebrauchen. Du bist nicht dein Alter, sondern du bist das, was Gott über dich sagt. Es geht auch nicht darum, wie du dich siehst oder welche Fähigkeiten du hast, sondern vielmehr darum, wer er ist und was er tun kann.

Du wirst mit Gottes Hilfe genau da, wo du bist, einen Unterschied machen und nichts kann dich aufhalten. Du musst nicht fähig sein, sondern nur bereit, dich für Gott einzusetzen. Dann wirst du sehen, was Gott durch dich tun will.

Der folgende Bibelvers schenkt mir Kraft, wenn ich mich unfähig fühle. Ich hoffe, dass er auch dich ermutigt:

Gott hat das auserwählt, was in den Augen der Welt gering ist, um so diejenigen zu beschämen, die sich selbst für weise halten. Er hat das Schwache erwählt, um das Starke zu erniedrigen. Er hat das erwählt, was von der Welt verachtet und gering geschätzt wird, und es eingesetzt, um das zunichtezumachen, was in der Welt wichtig ist, damit kein Mensch sich je vor Gott rühmen kann.

1. Korinther 1,27-29

Gott hat das Schwache erwählt, um das Starke zu erniedrigen. Er gebraucht die Schwachen, die Jungen, die Verachteten, die Geringgeschätzten, damit sich niemand seiner Erfolge rühmen kann, sondern der Fokus allein auf Gott gesetzt wird.

In dem Moment, in dem wir sagen, wir seien noch zu jung oder aus einem anderen Grund nicht in der Lage, uns für Gott einzusetzen, stellen wir uns selbst in den Mittelpunkt, weil wir glauben, dass wir performen und die Veränderung bewirken müssen. Wenn wir dagegen auf Gott schauen statt auf unsere Schwächen, erkennen wir, dass alles möglich ist.

Der Kampf gegen die Angst

An dem Tag, an dem mich der Gedanke »Ich bin doch noch zu jung« quälte, stand ich also in Südäthiopien vor einer großen Menschenmenge, gefüllt mit Angst und Panik. Ich versuchte, mich zusammenzureißen, aber das gelang mir nicht. Als ich vorgestellt wurde, fingen die Menschen an, zu jubeln. Mir wurde das Mikrofon überreicht und ich sagte mit zitternder Stimme: »Jesus ist der Herr.«

Was dann passierte, ist schwer in Worte zu fassen. Plötzlich veränderte sich die Atmosphäre und Gottes Gegenwart war ganz stark spürbar. Menschen begannen zu weinen und die ganze Halle war wie elektrisiert. Von einem Moment zum anderen war meine Angst verschwunden und ich war erfüllt mit dem Heiligen Geist.

Ich predigte an diesem Wochenende, als ob ich nie etwas anderes gemacht hätte. Gott gebrauchte mich als sein Sprachrohr. Mehrere hundert Menschen gaben Jesus ihr Leben. Wir waren Zeugen von übernatürlichen Heilungen. Mehrere Jugendliche und Kinder hatten eine Begegnung mit Gott. Pastoren und Evangelisten besuchten während der nächsten Tage die Veranstaltungen und es sprach sich in der Umgebung herum, dass der Herr diese Stadt besuchte. Predigten wurden unterbrochen, weil die Herrlichkeit Gottes so stark spürbar war und Menschen Heilung empfingen. Die Leute wurden so sehr mit einer inneren Freude erfüllt, dass sie anfingen, zu jubeln. Menschen strömten an den Altar, um Gebet zu empfangen, und manchmal war der Ansturm so heftig, dass mich die Veranstalter raustragen mussten, damit ich nicht von der Menschenmenge erdrückt wurde.

Gott gebrauchte mich, einen gewöhnlichen, jungen, unerfahrenen, unbekannten Mann, um seinen Namen groß zu machen und Tausende Menschen zu berühren. Allein, was an diesem Wochenende passierte, wäre Stoff genug, um ein Buch darüber zu schreiben.

Doch was passierte mit dem Jungen, der so viel Angst und Panik hatte? Dieses Erlebnis hat mich stark geprägt und viele Wahrheiten gelehrt. Zum einen lernte ich praktisch, was der oben zitierte Bibelvers sagt: In unserer Schwachheit kommt Gottes Kraft zum Vorschein. Wäre ich von mir selbst überzeugt gewesen, dann hätte ich mich vielleicht gerühmt, aber gerade wegen meiner Schwachheit weiß ich: Gott allein gebührt die Ehre.

Der Apostel Paulus erlebte dies ebenfalls. Gott sagte zu ihm: »Meine Gnade ist alles, was du brauchst. Meine Kraft zeigt sich in deiner Schwäche« (2. Korinther 12,9). Der Apostel reagierte darauf, indem er sagte:

Und nun bin ich zufrieden mit meiner Schwäche, damit die Kraft von Christus durch mich wirken kann. Da ich weiß, dass es für Christus geschieht, bin ich mit meinen Schwächen, Entbehrungen, Schwierigkeiten, Verfolgungen und Beschimpfungen versöhnt. Denn wenn ich schwach bin, bin ich stark.

2. Korinther 12,9-10

Zum anderen lernte ich, dass durch Gottes Geist alles möglich ist. Wenn wir mit Lügen kämpfen, die uns einreden wollen, dass wir zu jung oder nicht gut genug sind, dann können wir damit zu Gott kommen, denn sein Heiliger Geist wirkt durch uns, auf ihn können wir uns verlassen. Gott sagt: »Nicht durch Gewalt und Kraft wird es geschehen, sondern durch meinen Geist« (Sacharja 4,6).

Gott bewirkt aber nicht nur Schwieriges und scheinbar Unmögliches durch seinen Geist, sondern er gibt uns auch Weisheit und Verständnis. Das Buch Hiob berichtet davon, wie der junge Elihu zornig wurde, weil die drei älteren Freunde von Hiob ihm nichts antworten konnten und ihn trotzdem schuldig sprachen. Er sagte:

Ich bin jung und ihr seid alt, deshalb hielt ich mich zurück und traute mich nicht, euch mein Wissen mitzuteilen. Ich dachte: »Die Älteren sollen sprechen, denn das Alter bringt Weisheit.« Es ist jedoch der Geist im Menschen, der Atem des Allmächtigen, der ihn verständig macht.

Hiob 32,6-8

Ich bin überzeugt, dass wir eine junge Generation brauchen, die den Atem Gottes in sich trägt. Selbst wenn wir jung und unerfahren sind, können wir durch seinen Geist Grenzen überschreiten, die weit über das hinausgehen, was wir aus eigener Kraft und aus unserem eigenen Können und Wissen bewirken könnten.

Das gilt auch für dich! Lass dich durch seinen Geist gebrauchen! Und wenn Zweifel und Ängste kommen, erinnere dich daran, wie oft Gott gewöhnliche, unerfahrene, unbekannte jungen Menschen gebraucht hat, um seinen Namen groß zu machen – unter anderem auch mich. Deine »unqualification« wird zu deiner Qualifikation.

Wenn du deine Ängste überwindest und über deinen Schatten springst, wartet auf dich ein Abenteuer. Dein junges Alter kann dich nicht aufhalten, wenn du die Entscheidung triffst, dich hinzugeben und deine Ängste aufzugeben, damit Gott durch dich wirkt.

In dem Moment, wo wir unseren eigenen Willen sterben lassen, ebnen wir den Weg dafür, dass Gott die Kontrolle übernimmt.

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Дата выхода на Литрес:
03 апреля 2025
Объем:
168 стр. 15 иллюстраций
ISBN:
9783417229868
Издатель:
R.Brockhaus
Правообладатель:
Bookwire
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