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Zac Poonen

Gottes Wege erkennen

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Einleitung

1. Gottes Wege erkennen

2. Einige wichtige Wahrheiten, die ich gelernt habe

3. Prinzipien, Gott zu dienen

4. Wie eine geistliche Bewegung abnimmt

5. Drei Kennzeichen eines geistlichen Menschen

6. Fünf Sünden, die Jesus am meisten hasste

7. Jede Gemeinde muss einen Türhüter haben

8. Eine Axt an die Wurzel legen - Die wahre Bedeutung von Buße

9. Neutestamentliche Diener und neutestamentliche Gemeinden

10. Lektionen von Kain und Abel

11. Sei niemandem etwas schuldig

12. Bist du ein Ankläger oder ein Fürbitter?

13. Ein verzehrendes Feuer inmitten der Gemeinde

14. Die Gemeinde wertschätzen

15. Die Herrlichkeit Christi sehen und an ihr teilhaben

16. Ein reines Herz und ein reines Leben

17. Die sieben Säulen der Weisheit

18. Die wahre Gnade Gottes

19. Die Wahrheit über die Zungenrede

20. Schibbolets unter Gläubigen

21. Die Wahrheit genau verstehen

ANHANG

Impressum neobooks

Einleitung

Es ist ein großer Unterschied, ob man Gottes Taten (sogar seine Wunder) betrachtet oder seine Wege versteht.

Die meisten Christen betrachten nur Gottes äußerliche Taten. Sie sind von physischen Wundern beeindruckt. Sie trachten eifrig nach Heilung und nach materiellen Segnungen. Auch der Großteil ihrer Gebete bezieht sich auf solche irdischen Angelegenheiten, in denen sie sehen möchten, dass Gott für sie eintritt und sie im physischen Bereich segnet. Der Grund dafür ist, dass sie noch geistliche Babys sind.

Wenn uns diese Dinge immer noch begeistern, dann haben wir die Herrlichkeit des neuen Bundes nicht gesehen.

Ein Kennzeichen eines reifen Menschen ist, dass er nicht so sehr in Gottes äußerlichen Taten aufgeht, sondern vielmehr Gott selbst erkennt und seine Wege versteht.

Wenn du mehr über Gott und seine Wege wissen möchtest, dann lies dieses Buch...

1. Gottes Wege erkennen

„Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun“ (Psalm 103,7).

„Das ist das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen“ (Johannes 17,3).

Es besteht ein großer Unterschied darin, Gottes Taten zu betrachten (sogar seine Wunder) und darin, seine Wege zu verstehen.

Die meisten Christen betrachten nur Gottes Taten. Sie sind von äußerlichen Wundern beeindruckt. Sie trachten eifrig nach Heilung und nach materiellen Segnungen. Die meisten ihrer Gebete beziehen sich auf solche irdischen Angelegenheiten, in denen sie möchten, dass Gott zu ihren Gunsten eingreift und sie im physischen Bereich segnet. Der Grund dafür ist, dass sie sich im Stadium eines geistlichen Säuglings befinden.

Die Bibel sagt, dass ewiges Leben „Gott und Jesus Christus zu erkennen“ bedeutet (Johannes 17,3).

Ewiges Leben bezieht sich nicht auf ewige Existenz. Ewiges Leben ist nur ein anderer Ausdruck für Gottes Leben und Natur.

Alle Menschen werden eine ewige Existenz erfahren – sogar die, die in die Hölle kommen. Aber sehr wenige erfreuen sich des ewigen Lebens. Je mehr wir Gott und den Herrn Jesus erkennen, desto mehr werden wir am ewigen Leben teilhaben.

Zu Moses Zeit konnte nur Mose die Wege Gottes verstehen. Heute, unter dem neuen Bund, wird uns allen dieses Privileg angeboten.

Doch sehr, sehr wenige kennen Gott und seine Wege, weil die meisten Gläubigen nur mit Gottes äußerlichen Taten beschäftigt sind. Und wenn sie ein äußerliches Wunder erfahren, z. B. dass sie eine Arbeit finden oder mehr Geld verdienen oder ein neues Haus bekommen oder eine Frau oder einen Mann finden oder eine Heilung erfahren, dann sind sie begeistert und schnell dabei, von diesen Dingen Zeugnis abzulegen, weil dies für sie in ihrem Leben die größten Dinge sind.

Wenn das die Dinge sind, die uns immer noch begeistern, dann haben wir die Herrlichkeit des neuen Bundes noch nicht gesehen.

Ein Kennzeichen derer, die reif sind, besteht darin, dass sie NICHT so sehr in Gottes äußerlichen Taten aufgehen, sondern vielmehr damit, Gott zu erkennen und seine Wege zu verstehen.

Nur wenn wir Gott und seine Wege verstehen, werden wir z. B. in der Lage sein, zu verstehen, was „Weltlichkeit“ wirklich bedeutet.

Viele Gläubige verstehen unter Weltlichkeit etwas Äußerliches, wie z. B. Lippenstift, Schmuck und ausgefallene Kleider zu tragen oder teure elektronische Geräte im Haus zu haben usw.

Aber Römer 12,2 macht deutlich, dass man die Gleichförmigkeit mit der Welt in der Gesinnung einer Person findet. Ein Mensch muss in seiner Gesinnung der Gleichförmigkeit mit der Welt widerstehen und erneuert werden, damit er den vollkommenen Willen Gottes verstehen kann.

Eine Person mag alle äußerlichen Merkmale von Weltlichkeit ablegen und vor Menschen ein gutes Zeugnis haben und kann in ihrem Denken dennoch ganz und gar weltlich sein.

Die Definition von „Weltlichkeit“ der meisten Gläubigen hängt von ihrem eigenen Lebensstandard ab! Sie glauben, dass, was auch immer sie selbst von den Gütern dieser Welt besitzen, sie nicht weltlich macht. Aber wenn jemand mehr als sie besitzt, dann IST eine solche Person weltlich! Und wenn ihr eigener Lebensstandard steigt, wird ihr Maßstab dessen, was weltlich ist, entsprechend nach oben korrigiert!

Aber kein Christ ist der perfekte Maßstab. Jesus allein ist unser Maßstab. Um Weltlichkeit zu erkennen, müssen wir Jesus Christus kennen. Nur im Lichte seines Lebens können wir sehen, was weltlich ist und was nicht.

Die Pharisäer wurden in ihrem Streben nach Gerechtigkeit selbstgerecht, weil sie Gott nicht kannten. Sie verfolgten ihre eigene Gerechtigkeit, ohne nach Gott selbst zu hungern und zu dürsten.

Wir können uns vom Pharisäertum nicht befreien, indem wir nur die Taten der Pharisäer meiden. Wir können z. B. von einigen der Kennzeichen von Pharisäern hören und diese Kennzeichen vielleicht aus unserem Leben ausmerzen. Aber das würde bedeuten, bloß die Frucht von einem faulen Baum abzuschneiden. Die schlechte Frucht wird wieder auf einem anderen Zweig zum Vorschein kommen.

Ein Christ kann sein ganzes Leben damit verbringen, verschiedene Früchte des Pharisäertums aus seinem Leben zu entfernen und schließlich als ein größerer Pharisäer enden, als er zu Beginn seines christlichen Lebens war!

Wenn wir jedoch Gott kennen, werden wir erkennen, dass der einzige Weg, um von Selbstgerechtigkeit errettet werden, darin besteht, den Baum an der Wurzel zu fällen.

Betrachte die Sache der „Heilungskreuzzüge“, die heute überall abgehalten werden. Millionen von Rupien werden von leichtgläubigen Christen für solche Kreuzzüge gesammelt. Man findet selten einen Gläubigen, der erkennen kann, dass in einem solchen kommerzialisierten „Christentum“ nichts vom Geist Christi vorhanden ist. Wenn du jedoch Jesus Christus kennst, dann wirst du jeden, der behauptet, ein Diener Gottes zu sein, mit Jesus selbst vergleichen.

Im Licht von Christi Leben wird es offenbar werden, dass es überhaupt keine Ähnlichkeit zwischen dem Herrn Jesus und sogenannten „Heilern“ gibt. Aber wenn du Jesus Christus nicht kennst, können viele Dinge, die bei solchen Kreuzzügen gemacht werden, sehr beeindruckend für dich sein und du kannst verführt werden.

Der Heilige Geist hat mit Nachdruck festgestellt, dass es in den letzten Tagen eine Flut von betrügerischen Geistern geben wird, die in die Welt eindringen und viele in die Irre führen werden (1. Timotheus 4,1). Jesus warnte seine Jünger oft, auf der Hut zu sein, um nicht verführt zu werden. Er erwähnte Verführung als erstes Zeichen des Endes dieses Zeitalters (Matthäus 24,3-4). Der einzige Weg, einer solchen Verführung zu entkommen besteht darin, den Herrn zu kennen. Dann werden wir in der Lage sein, zwischen dem, was Gott verherrlicht und was ihn nicht verherrlicht, zu unterscheiden.

Christliche Eltern sind in der heutigen Zeit oft verwirrt darüber, was sie ihren Kindern zu tun erlauben sollen und was nicht, welche Schulprogramme für ihre Kinder richtig sind oder nicht, welche Art von Kleidung sie ihre Töchter tragen lassen sollen usw.

Sollten wir bloß die Maßstäbe nachahmen, die von anderen gottesfürchtigen Brüdern angenommen wurden? Die Bibel scheint anzudeuten, dass das Nachahmen der Handlungen anderer dazu führen kann, dass wir ertrinken (Hebräer 11,29). Wir sollen den Glauben anderer, nicht ihre Handlungen, nachahmen (Hebräer 13,7). Wir sollen die Prinzipien verstehen, durch die ein Bruder zu einer Entscheidung gelangte und nicht bloß seine Taten nachahmen.

Ich möchte das mit einem Beispiel veranschaulichen. Mir wurde von einem Bruder erzählt, der – im Wissen, dass Sparsamkeit ein wesentlicher Teil von Frömmigkeit war – nur auf die Hälfte der Zahnbürste Zahnpasta auftrug, damit seine Zahnpasta zweimal so lange reichen würde. Aber du kannst diese Praxis jeden Tag nachahmen und wirst dennoch nicht fromm werden! Wir können das Prinzip der Sparsamkeit, nach dem dieser Bruder lebte, nachahmen und nicht die Menge der Zahnpasta, die er für seine Zahnbürste verwendete! Wenn du schlechte Zähne hast, magst du eine volle Länge von Zahnpasta auf deiner Zahnbürste benötigen, sogar wenn du ein frommer Mensch bist!

Unsere Leidenschaft sollte es sein, Gott immer besser kennenzulernen, denn das ist ewiges Leben. Wir werden die ganze Ewigkeit damit verbringen, Gott immer besser kennenzulernen. Das ist der Grund, warum die Ewigkeit für niemand langweilig sein wird, dessen Leidenschaft es ist, Gott zu kennen. Auch unser irdisches Leben wird dann nicht mehr langweilig sein.

Wir wollen von 1. Mose 2 durch die Art und Weise, wie er mit Adam umging, etwas von Gottes Leben und seinen Wegen lernen. Dort sehen wir, dass es Gott war, der Adams Bedürfnis nach einer Frau sah und der dieses Bedürfnis befriedigte und eine Frau für ihn erschuf. Dort sehen wir, wie Gottes Natur ist. Gott ist sich der Bedürfnisse der Menschen stets bewusst und tut alles, was er kann, um diese Bedürfnisse zu stillen.

Wenn wir an dieser göttlichen Natur teilhaben, werden wir auch so werden – wir werden für die Bedürfnisse und Probleme der Menschen um uns herum wach sein und werden alles tun, um diese Bedürfnisse zu befriedigen!

Dies wird von unserer Seite oft große Opfer mit sich bringen. Wir müssen uns daher fragen, ob wir bereit sind, den Preis zu bezahlen, den die Teilhabe an der göttlichen Natur mit sich bringt.

Unsere adamitische Natur ist das genaue Gegenteil von dieser göttlichen Natur. Das Leben Adams ist durch und durch selbstsüchtig und macht uns nur auf die eigenen Bedürfnisse und die unserer eigenen Familienmitglieder aufmerksam. In der Tat, sie ist so voller Selbstsucht und Eifersucht, dass sie nicht möchte, dass die Bedürfnisse anderer sogar von jemand anderem gestillt werden. Im Gegenteil, sie freut sich, wenn Menschen leiden.

Als der Mensch sündigte, stellte Gott Cherubim mit einem Schwert, das in alle Richtungen zeigte, vor den Baum des Lebens, um den Weg zu diesem Baum zu bewachen. Dieser Baum symbolisiert ewiges Leben – Gott zu erkennen.

Durch dieses Schwert, das vor den Baum des Lebens gestellt wurde, zeigte Gott auf symbolische Weise, dass jemand, der jetzt vom Baum des Lebens nehmen wollte, zuerst erfahren musste, dass das Schwert auf sein eigenes selbstsüchtiges Leben fiel.

Sobald Adam und Eva sündigten, so lesen wir in 1. Mose 3,21, tötete Gott in Eden ein Tier und bekleidete sie mit Röcken von Fellen dieses Tieres. Auch hier brachte Gott ihnen dieselbe Lektion bei – dass der einzige Weg, gekleidet zu werden, für sie nun durch den Weg von Opfer und Tod bestand. Adam und Eva hatten zuerst versucht, sich ohne irgendeinen „Tod“ zu kleiden – bloß mit Feigenblättern. Aber Gott warf diese Feigenblätter weg und zeigte ihnen den richtigen Weg bekleidet zu werden.

So sehen wir gleich von Beginn an, dass Gott Opfer als den Weg zur Gemeinschaft mit ihm und um mit seiner Natur bekleidet zu werden, betonte.

Gott sagte zu Kain, dass sein grundlegendes Problem darin bestand, dass er gegenüber seinem Bruder Abel „keine guten Absichten“ hegte (1. Mose 4,7; frei übersetzt).

Judas spricht von denen, die auf dem „Weg Kains“ gehen (Judas 11). Wer sind sie? Es sind diejenigen, die gegenüber ihren Brüdern keine guten Absichten hegen.

Es ist für uns alle gut, in dieser Angelegenheit eine geistliche Untersuchung vorzunehmen.

Kannst du ehrlich sagen, dass du für all deine Brüder und Schwestern in deiner örtlichen Gemeinde und für ihre Familien das Beste wünschst? Kannst du auch sagen, dass du für andere Gläubige, die du in anderen Glaubensgemeinschaften kennst, das Beste wünschst? Erweitere dann den Kreis noch weiter und frage dich selbst, ob du das Beste für alle Menschen, die du kennst, einschließlich deiner Verwandten, deiner Feinde und derer, die dir auf irgendeine Weise Schaden zugefügt haben, wünschst.

Wenn du in deinem Herzen eine Unruhe (statt Frohlocken) feststellst, wenn einer anderen Person oder ihren Kindern etwas Gutes zustößt oder wenn du in deinem Herzen eine Freude spürst (statt Trauer), wenn ihm oder seiner Familie etwas Böses zustößt, worauf deuten solche Einstellungen hin? Einfach darauf, dass das Leben Adams in dir lebendig und aktiv ist.

Wenn du mit dir ehrlich bist, wirst du bald herausfinden, ob du auf dem Weg Kains gehst oder nicht. Wenn du dieses böse Leben Adams in dir siehst, musst du es schnell in den Tod geben, wenn du möchtest, dass das Feuer und die Salbung Gottes dauerhaft auf dir ruhen sollen.

Nur wenn das Weizenkorn in die Erde fällt und VÖLLIG stirbt, wird es viel Frucht bringen. Jemand, der sein Ich völlig in den Tod gibt, wird niemals beleidigt werden, egal was andere tun oder nicht tun. Er wird gegenüber anderen immer gute Absichten hegen. Er wird in keiner Angelegenheit, die ihn betrifft, zornig werden und wird mit niemandem streiten. Er wird nie aus Selbstmitleid eine Träne über sich selbst vergießen – denn gewiss weinen tote Menschen in ihren Gräbern nicht!

Kains Gesicht war verbissen und finster, als er gegenüber seinem Bruder keine guten Absichten hegte (1. Mose 4,6). Wir mögen es nicht erkennen, aber die Einstellung, die wir in unseren Herzen haben, spiegelt sich oft in unseren Gesichtern wider. Wenn du gegenüber allen Menschen gute Absichten hast, wird dein Gesicht immer durch die Freude des Herrn strahlen.

Viele Christen gehen auf dem Weg Kains. Hinter ihrem matten Lächeln und den „Preist den Herrn“-Rufen, die über ihre Lippen kommen, finden sich falsche Einstellungen gegenüber ihren Glaubensgeschwistern.

Wenn Menschen sich gegen dich wenden und dir Böses antun, dann benutzt Gott sie, um dir ein Ultraschallbild deines wirklichen Herzenszustandes zu geben. Wenn du sie nicht lieben kannst, wird dir das Ultraschallbild deines Herzens zeigen, dass du die Natur Gottes NICHT hast, denn Gottes Natur ist eine, die sogar seine Feinde liebt. Jesus hatte sogar gegenüber Judas gute Absichten.

Gott wünscht für alle Menschen das Beste. Die Botschaft des Evangeliums ist, dass auch wir an dieser Natur teilhaben können. Wer das Evangelium nicht auf diese Weise verstanden hat, der hat es überhaupt nicht verstanden.

Als Adam und Eva sündigten, hat Gott sie nicht verflucht. Er verfluchte die Schlange. Aber er gab Adam und Eva diese wunderbare Verheißung des Kommens Christi als „Same der Frau“ (1. Mose 3,15), um den Kopf der Schlange zu zertreten. Dabei würde Christi Ferse selber durchbohrt werden. Das würde der Preis sein, den er bezahlte, um Adams Nachkommen von ihren Sünden zu retten.

Das ist göttliche Liebe – eine Liebe, die bereit ist, ihr Leben hinzugeben, um den zu retten, den sie liebt.

Wenn wir die Tiefe der Liebe Gottes sehen, sehen wir, wie sehr wir hinter dieser Liebe zurückbleiben. Wir können dieses Leben Gottes niemals selbst hervorbringen, sogar wenn wir Millionen von Jahren danach streben. Es muss uns von Gott gegeben werden. Der Heilige Geist ist gekommen, um unser Herz mit dieser Liebe zu überfluten (Römer 5,5).

Nur jemand, der bereit ist, nach diesem Prinzip der aufopfernden Liebe zu leben, kann von Gott benutzt werden, um seine Gemeinde auf Erden zu bauen.

In 2. Chronik 3,1 lesen wir, dass „Salomo anfing, das Haus des Herrn auf dem Berge Morija“ zu bauen. Der Berg Morija war der Ort, wo Abraham seinen Sohn Isaak Gott als Opfer dargebracht hatte (1. Mose 22). Dort auf diesem Berg verstand Abraham Gottes Weg als Weg des Opfers und unterwarf sich ihm. Gott heiligte diesen Ort und bestimmte, dass sein Haus 1000 Jahre später genau an dieser Stelle gebaut werden sollte. Das ist der Ort, wo Gott sein Haus (die Gemeinde) auch heute baut – wo immer er Menschen findet, die den Geist und den Glauben Abrahams haben.

Auf dem Berg Morija sagte Abraham symbolisch genau das Gegenteil dessen, was Adam und Eva im Garten Eden zu Gott gesagt hatten.

Im Garten Eden sagten Adam und Eva durch ihre Handlung, von der verbotenen Frucht zu essen, Gott sozusagen, dass geschaffene Dinge, die ihnen Vergnügen bereiteten, für sie wertvoller waren als der Schöpfer selbst. Und das ist genau das, was Milliarden von Menschen auch heute noch zu Gott sagen. „Sie verehren und dienen dem Geschöpf, statt dem Schöpfer“ (Römer 1,25).

Aber auf dem Berge Morija sagte Abraham das Gegenteil – dass sein Gott und sein Schöpfer für ihn wertvoller waren als sein teuerster Besitz auf Erden (Isaak). Und dass er bereit war, Isaak zu opfern, um das zu beweisen. Gott wird alle ehren, die nach diesem Prinzip des Opfers leben. Durch solche Menschen, die von diesem Weg ergriffen worden sind, wird das wahre Haus Gottes auch heute noch gebaut werden.

Auf dem Hügel von Golgatha starb Jesus nicht bloß für die Sünden der Welt. Dort demonstrierte Jesus das Prinzip des Opfers, durch das Gott sein ganzes Werk tut. Niemand kann dem Herrn auf irgendeine andere Weise dienen.

Menschen, die nach einem bequemen Leben in dieser Welt trachten und gleichzeitig die Gemeinde bauen möchten, täuschen sich bloß selbst. Diejenigen, die das Beste von beiden Welten haben möchten, sind von Satan vollständig verführt worden. Viele haben versucht, Gott ohne Opfer zu dienen. Ihre Mühen wurden jedoch mit Versagen über Versagen gekrönt!

„Christus hat die Gemeinde geliebt und SICH SELBST für sie dahingegeben“ (Epheser 5,25).

Um die Gemeinde zu bauen, müssen wir die Gemeinde auf dieselbe Weise lieben. Es ist nicht genug, bloß unser Geld und unsere Zeit zu geben. Wir müssen UNS SELBST geben – unser selbstzentriertes Leben.

Als Gott seine Liebe zum Menschen beschreiben wollte, konnte er seine Liebe nur mit einem irdischen Beispiel vergleichen – der Liebe einer Mutter für ihr neugeborenes Kind (Jesaja 49,15).

Wenn du eine Mutter beobachtest, wirst du sehen, dass ihre Liebe zu ihrem Baby voll vom Geist der Aufopferung ist. Von frühmorgens bis spätabends und die ganze Nacht hindurch opfert und opfert und opfert sich eine Mutter für ihr Baby auf. Und sie bekommt dafür keine Gegenleistung. Jahrein, jahraus erduldet sie für ihr Kind freudig Schmerzen und Unannehmlichkeiten, ohne etwas dafür zurückzuerwarten. Das ist die Art und Weise, wie Gott auch uns liebt. Und das ist die Natur, die Gott auch uns verleihen möchte.

Aber es ist unmöglich, irgendwo auf der Welt eine Gemeinde zu finden, von der man ehrlich sagen kann, dass die Mitglieder einander so lieben.

Die meisten Gläubigen wissen nur, wie man jene liebt, die mit ihnen übereinstimmen und die sich ihrer Gruppe anschließen. Ihre Liebe ist menschlich und von der Mutterliebe weit entfernt!

Doch die göttliche Liebe ist das Ziel, nach dem wir streben sollten. Jedes Mal wenn wir obige Bibelverse besingen, sollten wir nicht nur ehrlich zugeben, dass unsere Liebe noch nicht so ist, sondern auch unsere Hoffnung und unsere Sehnsucht bekennen, dass unsere Liebe eines Tages so wie diese sein wird.

Eine Mutter kümmert sich nicht darum, ob andere um sie herum irgendein Opfer für ihre Kinder bringen oder nicht. Sie opfert selbst freudig alles auf. Ebenso wird es jemandem, der die Gemeinde als sein eigenes Baby angesehen hat, nichts ausmachen, ob andere um ihn herum irgendetwas für die Gemeinde opfern oder nicht. Er wird selber freudig Opfer bringen und wird gegen NIEMANDEN eine Klage oder eine Forderung haben.

Menschen, die klagen, dass andere für die Gemeinde keine Opfer bringen sind keine Mütter, sondern angestellte Kindermädchen. Solche Kindermädchen haben festgelegte Arbeitsstunden und werden sich beschweren, wenn das Kindermädchen zur nächsten 8-Stundenschicht nicht pünktlich erscheint.

Aber eine Mutter arbeitet keine 8-Stundenschicht pro Tag. Sie absolviert täglich eine 24-Stundenschicht – Jahr für Jahr – und sie wird dafür nicht einmal bezahlt. Sogar wenn ihr Kind 20 Jahre alt ist, ist die Arbeit der Mutter nicht vorbei!

Nur Mütter können für ihre Babys täglich Milch haben. Kindermädchen können für die Babys, die sie betreuen, keine Milch geben. Ebenso werden Geschwister, die in der Gemeinde wie Mütter sind, für ihre Kinder stets ein geistliches Wort haben – in jeder Versammlung. Viele Älteste haben kein Wort für die Gemeinde, weil sie Kindermädchen und keine Mütter sind.

Eine Mutter erwartet von ihren Kindern keine Bezahlung. Kein Kind bezahlt jemals seine Mutter für ihren Dienst. In der Tat, wenn du den Lohn, der einer Mutter bezahlt werden sollte, mit einem Stundensatz von 20 Rupien (wie er für Kindermädchen üblich ist) berechnest, wirst du feststellen, dass jedes Kind zu der Zeit, wenn es 20 Jahre alt ist, seiner Mutter mehr als 3 Millionen Rupien schuldet! Welches Kind könnte seiner Mutter jemals einen solchen Betrag zurückzahlen?

Die Frage, die sich nun für uns stellt, lautet: Wer ist bereit, auf diese Weise für den Herrn und für seine Gemeinde zu arbeiten – ohne irgendeine Bezahlung zu erhalten, sondern der sich Tag für Tag, Jahr für Jahr selbst hingibt bis Jesus Christus zurückkehrt?

Wenn Gott irgendwo nur eine Person mit dieser Gesinnung finden kann, wird er sie benutzen, um die Gemeinde zu bauen, viel mehr als er 10.000 halbherzige Christen benutzen kann, die ihm ohne den Geist der Aufopferung zu dienen versuchen.

Wenn Jesus auf diese Erde zurückkehrt und du vor ihm stehst, wirst du dann Bedauern über die Art und Weise, wie du gelebt hast, haben oder wirst du auf ein Leben zurückblicken, das nutzbringend für das Reich Gottes eingesetzt wurde?

Viele treiben einfach dahin und vergeuden ihr Leben auf Erden.

Wach auf, bevor es zu spät ist und bitte Gott, dir zu zeigen, dass sein Weg der Weg der Aufopferung ist.

Wer Ohren hat zu hören, der höre.

2. Einige wichtige Wahrheiten, die ich gelernt habe

Während der 40 Jahre, seitdem ich ein wiedergeborener Christ bin, habe ich einige wichtige Wahrheiten gelernt, die mich ermutigt und mir Orientierung und Sinn im Leben gegeben haben. Ich teile diese mit dir in der Hoffnung, dass sie auch für dich eine Ermutigung sein werden.

1. Gott liebt uns so wie er Jesus liebte

„… dass du [Vater] sie [die Jünger] liebst, wie du mich [Jesus] liebst“ (Johannes 17,23).

Dies ist die größte Wahrheit, die ich in der Bibel entdeckt habe. Sie hat mich von einem unsicheren, deprimierten Christen in einen solchen verwandelt, der völlig sicher in Gott ruht und voller Freude am Herrn ist – immer.

Es gibt viele Verse in der Bibel, die uns sagen, dass Gott uns liebt, aber nur dieser eine Vers zeigt uns das Ausmaß seiner Liebe – GOTT LIEBT UNS SO SEHR WIE ER JESUS LIEBTE.

Da es bei unserem himmlischen Vater in Bezug auf die Art und Weise, wie er irgendeinen seiner Söhne liebt, keine Parteilichkeit gibt, ist er sicherlich gewillt, all das für seine Söhne [und Töchter] zu tun, was er für seinen erstgeborenen Sohn Jesus tat. Er wird uns helfen, so wie er Jesus geholfen hat. Er wird sich um uns genauso kümmern, so wie er sich um Jesus gekümmert hat. Er wird genauso daran interessiert sein, die Details unseres täglichen Lebens zu planen, wie er das im Leben Jesu tat. Nichts kann uns jemals zustoßen, was Gott überraschen könnte. Er hat schon jetzt für jede Eventualität vorgesorgt. Daher brauchen wir nie mehr verunsichert zu sein. Wir wurden zu einem bestimmten Zweck auf diese Erde gesandt, genauso wie es bei Jesus der Fall war.

All das ist auch für dich wahr – aber nur, wenn du daran glaubst.

Nichts wirkt sich positiv für den aus, der nicht an das Wort Gottes glaubt.

2. Gott hat Freude an ehrlichen Menschen

„Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander …“ (1. Johannes 1,7).

Im Licht zu wandeln bedeutet zuerst, dass wir nichts vor Gott verbergen. Wir sagen ihm alles genauso wie es ist. Ich bin überzeugt, dass der erste Schritt hin zu Gott Ehrlichkeit ist. Gott verabscheut Menschen, die unehrlich sind. Jesus wandte sich öfter gegen Heuchler als gegen sonst jemanden.

Als Erstes verlangt Gott nicht von uns, dass wir heilig oder perfekt, sondern ehrlich sein sollen. Das ist der Ausgangspunkt für echte Heiligkeit. Daraus entspringt alles andere. Und wenn es etwas gibt, was für jeden von uns einfach ist, so ist das ehrlich zu sein.

Bekenne also Gott sofort deine Sünden. Gib sündigen Gedanken keinen „dezenten“ Namen. Sage nicht: „Ich habe lediglich die Schönheit von Gottes Schöpfung bewundert“, wenn du in Wirklichkeit mit deinen Augen nach Ehebruch gelüstet hast. Bezeichne „Zorn“ nicht als „gerechte Entrüstung“. Du wirst den Sieg über die Sünde niemals erlangen, wenn du unehrlich bist.

Und nenne „Sünde“ niemals einen „Fehler“, weil Jesu Blut dich von all deinen Sünden, aber nicht von deinen Fehlern reinigen kann! Er reinigt unehrliche Leute nicht.

Es gibt nur für ehrliche Leute Hoffnung. „Wer seine Sünde leugnet, dem wird es nicht gelingen“ (Sprüche 28,13).

Warum sagte Jesus, dass es für Huren und Diebe mehr Hoffnung gab, in das Reich Gottes einzugehen als für religiöse Führer (Matthäus 21,31)? Weil Huren und Diebe nicht vorgeben, heilig zu sein.

Viele junge Menschen wenden sich von Gemeinden ab, weil ihnen Gemeindemitglieder den Eindruck vermitteln, dass sie selbst keine Kämpfe haben. Daher denken diese Jugendlichen: „Dieser heilige Haufen von Menschen wird unsere Probleme niemals verstehen!“ Wenn das auf uns zutrifft, dann sind wir nicht wie Christus, der Sünder zu sich zog.

3. Gott freut sich über einen fröhlichen Geber

„… denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“ (2. Korinther 9,7).

Das ist der Grund, warum Gott dem Menschen völlige Freiheit gibt – sowohl vor als auch nach der Bekehrung und nachdem er mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde.

Wenn wir wie Gott sind, werden wir auch nicht versuchen, andere zu kontrollieren oder sie unter Druck zu setzen. Wir werden ihnen die Freiheit geben, anders als wir zu sein, andere Ansichten zu haben und ihnen erlauben, dass sie in ihrem eigenen Tempo geistlich wachsen.

Jeder Zwang, von welcher Art auch immer, stammt vom Teufel.

Der Heilige Geist erfüllt Menschen, wohingegen Dämonen Menschen besitzen. Der Unterschied ist folgender: Wenn der Heilige Geist jemanden erfüllt, gibt er dieser Person weiter die Freiheit, das zu tun, was sie will. Aber wenn Dämonen Menschen besitzen, rauben sie ihnen die Freiheit und kontrollieren sie. Die Frucht davon, vom Heiligen Geist erfüllt zu werden, ist Selbstbeherrschung (Galater 5,22-23). Dämonische Besessenheit hat jedoch den Verlust der Selbstbeherrschung zur Folge.

Wir müssen uns erinnern, dass jedes Werk, das wir für Gott tun, wenn es NICHT freudig, freigiebig und freiwillig getan wird, ein totes Werk ist. Jedes Werk, das für Gott gegen eine Belohnung oder für ein Gehalt getan wird, ist ein totes Werk. Alles Geld, das Gott unter dem Druck anderer Menschen gegeben wird, hat überhaupt keinen Wert, soweit es Gott betrifft!

Gott schätzt das Wenige, was wir für ihn freudig tun mehr als eine große Menge, die unter Zwang oder nur zur Beschwichtigung des Gewissens getan wird.

4. Heiligkeit kommt daher, dass wir zu Jesus aufschauen

„… und lasst uns mit Geduld laufen in dem Kampf … und aufsehen zu Jesus“ (Hebräer 12,1-2).

Das Geheimnis des Glaubens finden wir in der Person Christi, der in unser Fleisch kam (wie 1. Timotheus 3,16 sehr deutlich macht) – und nicht in der Doktrin, dass Christus in unser Fleisch kam. Wir werden durch seine Person und nicht durch eine doktrinäre Analyse seines Fleisches heilig.

Keine Anzahl an Eigenbemühungen kann unser sündiges Herz jemals heilig machen. Gott muss ein Werk in uns tun, damit dies geschehen kann.

Heiligkeit (ewiges Leben) ist Gottes Gabe – und kann niemals durch Werke erlangt werden (Römer 6,23). Die Bibel sagt, dass Gott allein uns völlig heiligen (uns heilig machen) kann (1. Thessalonicher 5,23 sagt es so deutlich, dass es niemand missverstehen kann). Doch viele Christen mühen sich unter Entbehrungen ab, um heilig zu werden. Sie werden stattdessen Pharisäer.

„Die Heiligkeit, die keine Illusion ist“ (Epheser 4,24; Philips) wird durch den Glauben an Christus erlangt – oder anders ausgedrückt, „indem wir zu Jesus aufsehen“.

Wenn wir nur auf eine Doktrin schauen, werden wir Pharisäer werden. Je reiner unsere Doktrin ist, desto größere Pharisäer werden wir werden.

Die größten Pharisäer, die ich auf Erden getroffen habe, befanden sich unter denen, die den höchsten Standard von Heiligkeit durch eigene Anstrengungen gepredigt haben! Wir müssen aufpassen, dass wir nicht auch als Pharisäer enden.

Hebräer 12,2 zeigt uns deutlich, was es bedeutet, zu Jesus aufzuschauen. Erstens sollen wir zu ihm aufschauen als Einen, der auf Erden lebte und „das Kreuz täglich erduldete“ – „der in allem versucht worden ist, jedoch ohne Sünde“ (Hebräer 4,15). Er ist unser Vorläufer (Hebräer 6,20), in dessen Fußstapfen wir treten sollten. Zweitens sollen wir ihn als den sehen, der jetzt „zur Rechten des Vaters“ sitzt, um für uns einzutreten und der bereit ist, uns in jeder Prüfung und in jeder Versuchung zu helfen.

5. Wir müssen kontinuierlich mit dem Heiligen Geist erfüllt werden

„Lasst euch vom Geist erfüllen“ [seid ständig vom Geist erfüllt] (Epheser 5,18).

Es ist unmöglich, das christliche Leben, so wie Gott es möchte, zu führen, ohne ständig mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden. Es ist unmöglich, Gott zu dienen, wie wir das sollten, ohne mit dem Heiligen Geist gesalbt zu sein und ohne seine übernatürlichen Gaben zu empfangen. Jesus selbst musste mit dem Heiligen Geist gesalbt werden.

Der Heilige Geist ist gekommen, um uns in unserem persönlichen Leben sowie in unserem Dienst wie Jesus zu machen (2. Korinther 3,18). Gott erfüllt uns mit dem Geist, um uns in unserem Charakter in das Ebenbild Christi zu verwandeln und um uns auszurüsten, so zu dienen wie Christus diente. Wir haben nicht denselben Dienst, den Jesus hatte und werden daher nicht in der Lage sein, das zu tun, was Jesus in seinem Dienst tat. Aber wir können genauso voll ausgerüstet werden wie es Jesus selbst war – um UNSEREN EIGENEN Dienst zu tun.

Alles, was dazu erforderlich ist, ist ein ausreichender Durst und Glaube unsererseits, damit Ströme lebendigen Wasser aus uns herausfließen (Johannes 7,37-39).

Wir müssen ernsthaft nach den Gaben des Geistes streben, um sie zu empfangen (1. Korinther 14,1). Sonst werden wir sie nie haben.

Eine Gemeinde ohne die Gaben des Heiligen Geistes gleicht einem Menschen, der am Leben sein mag, der aber taub, blind, stumm und lahm und daher nutzlos ist.

6. Der Weg des Kreuzes ist der Weg des Lebens

„Sterben wir mit ihm, so werden wir mit ihm leben“ (2. Timotheus 2,11).

Es gibt keine Möglichkeit, dass sich das Leben Jesu in unserem Leib offenbart, außer indem wir den Tod unseres selbstzentrierten Lebens in allen Situationen, die Gott plant und für uns arrangiert, annehmen (2. Korinther 4,10-11).

Wir müssen in allen Situationen „dafürhalten, dass wir der Sünde gestorben sind“ (Römer 6,11), wenn wir Sünde überwinden wollen. Wir müssen „durch den Geist die Taten des Fleisches töten“, wenn wir leben wollen (Römer 8,13). Der Heilige Geist wird uns in unserem täglichen Leben stets zum Kreuz führen.

Wir werden von Gott in Situationen gestellt, wo wir „den ganzen Tag getötet“ (Römer 8,36) und „um Jesu willen immerdar in den Tod gegeben werden“ (2. Korinther 4,11). In solchen Situationen müssen wir „das Sterben Jesu“ (2. Korinther 4,10) annehmen, damit das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werden kann.

7. Die Meinungen der Menschen taugen bloß für den Mülleimer

„So lasst nun ab von dem Menschen, der nur ein Hauch ist: denn für was ist der zu achten?“ (Jesaja 2,22).

Wenn der Atem des Menschen seine Nasenlöcher verlässt, ist er nicht besser als der Staub, auf den wir treten. Warum sollten wir dann die Meinungen der Menschen achten?

Wenn wir nicht in der Tatsache verwurzelt und gegründet sind, dass die Meinungen ALLER Menschen zusammengefasst nur für den Mülleiner taugen, werden wir niemals in der Lage sein, Gott effektiv zu dienen. Wenn wir sogar nur einem Menschen gefallen wollen, können wir kein Knecht Christi sein (Galater 1,10).

Im Vergleich zu Gottes Meinung ist die Meinung eines jeden Menschen wertlos. Jemand, der davon überzeugt ist, wird danach nur Gottes Anerkennung für sein Leben und für seinen Dienst suchen. Er wird niemals danach trachten, Menschen zu beeindrucken oder sich vor ihnen zu rechtfertigen.

8. Gott verabscheut alles, was diese Welt als hoch erachtet

„… denn was hoch ist bei den Menschen, das ist ein Gräuel bei Gott“ (Lukas 16,15).

Die Dinge, die in dieser Welt als groß gelten, haben für ihn nicht nur keinen Wert, sondern sie sind ihm ein Gräuel. Da sämtliche Ehre der Welt für Gott ein Gräuel ist, muss sie auch für uns ein Gräuel sein.

Geld ist etwas, was jedermann auf Erden als wertvoll erachtet. Aber Gott sagt, dass diejenigen, die Geld und Reichtum lieben, früher oder später unter den folgenden acht Konsequenzen leiden werden (1. Timotheus 6,9-10):

1 sie fallen in Versuchung;

2 sie fallen in Verstrickung;

3 sie fallen in törichte Begierden;

4 sie fallen in schädliche Begierden;

5 sie versinken in Verderben;

6 sie versinken in Verdammnis;

7 sie werden vom Glauben abirren;

8 sie machen sich selbst viele Schmerzen.

Ich habe dies bei Gläubigen in aller Welt immer wieder erlebt.

Einer der Hauptgründe, warum man heute kaum noch ein prophetisches Wort in unserem Lande hört, liegt darin, dass die meisten Prediger Geld lieben. Jesus sagte, dass Gott die wahren Reichtümer (das prophetische Wort ist einer davon) nicht denen gibt, die mit Geld untreu sind (Lukas 16,11). Das ist der Grund, warum wir so viele langweilige Predigten und so viele langweilige Zeugnisse in Gemeindeversammlungen und Konferenzen hören.

9. Niemand kann uns schaden, außer wir selber

„Und wer ist’s, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert?“ (1. Petrus 3,13).

Gott ist so mächtig, dass er bewirken kann, dass ALLE DINGE denen zum Besten dienen, die ihn lieben und die nach seinem Ratschluss berufen sind – d. h. für die Menschen, die in ihrem irdischen Leben nichts begehren, was außerhalb seines Willens liegt (Römer 8,28). Jemand, der selbstsüchtige Begierden hat, kann diese Verheißung nicht für sich in Anspruch nehmen. Aber wenn wir Gottes Willen vollständig annehmen, können wir diese Verheißung jede Minute unseres Lebens auf Erden beanspruchen. Nichts kann uns schaden.

Alles, was andere Menschen uns antun – Gutes oder Böses, ob es zufällig oder absichtlich passiert – wird durch den Filter von Römer 8,28 gehen und wird sich zu unserem Besten auswirken, indem wir jedes Mal ein wenig mehr in das Ebenbild Christi verwandelt werden (Römer 8,29) – was das Beste ist, das Gott für uns geplant hat. Dieser Filter wirkt jedes Mal perfekt für jene Menschen, die die Bedingungen dieses Verses erfüllen.

Ferner sagt uns 1. Petrus 3,13, dass niemand uns Schaden zufügen kann, wenn wir „eifrig dem Guten nacheifern“. Leider ist dieser Vers nicht so gut bekannt wie der Vers in Römer 8,28. Doch wir müssen diesen Punkt jetzt bekanntmachen. Aber auch diese Verheißung ist nur für die anwendbar, die eifrig bestrebt sind, ihr Herz gegenüber allen Menschen rein zu halten. Es wird dann für einen Dämon oder einen Menschen unmöglich sein, uns zu schaden.

Wann immer irgendein Christ klagt, dass andere ihm Schaden zugefügt haben, gibt er indirekt zu, dass er Gott nicht liebt, dass er nicht nach Gottes Ratschluss berufen ist und nicht eifrig dem Guten nachgeeifert hat. Sonst hätte sich alles, was diese Leute ihm angetan haben, nur zum Besten ausgewirkt und dann hätte er überhaupt keine Klagen.

In Wirklichkeit bist du der Einzige, der dir schaden kann – durch deine Untreue und durch deine falschen Einstellungen gegenüber anderen.

Ich bin jetzt 60 Jahre alt [d. h. zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Buches] und kann ehrlich behaupten, dass es niemanden gelungen ist, mir in meinem ganzen Leben zu schaden. Viele haben dies versucht, aber ALLES, was sie taten, wirkte sich nur zu meinem Besten für mein Leben und meinen Dienst aus. Daher kann ich Gott auch für diese Menschen preisen. Die Menschen, die sich gegen mich stellten, waren meistens so genannte „Christen“, die Gottes Wege nicht verstanden haben. Ich gebe dir mein Zeugnis, nur um dich zu ermutigen, damit du glaubst, dass dies auch dein Zeugnis sein kann – immer.

10. Gott hat für jeden von uns einen perfekten Plan

„Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir sie tun“ (Epheser 2,10).

Vor langer Zeit, als Gott uns in Christus auserwählte, plante er auch, was wir mit unserem irdischen Leben tun sollten. Unsere Pflicht ist es nun, diesen Plan – Tag für Tag – herauszufinden und ihm zu folgen. Wir können niemals einen besseren Plan als Gottes Plan haben.

Wir dürfen nicht nachahmen, was andere tun, denn Gottes Plan ist für jedes seiner Kinder anders. Gottes Plan für Josef war es beispielsweise, im Palast in Ägypten zu bleiben und die letzten 80 Jahre seines Lebens in großem Komfort zu leben. Hingegen war es Gottes Plan für Mose, den Palast in Ägypten zu verlassen und in den verbleibenden 80 Jahren seines Lebens mit großen Unannehmlichkeiten – in der Wüste – zu leben. Wäre Mose Josefs Beispiel, geprägt von der Liebe zum Komfort und zur Leichtigkeit, gefolgt, hätte er Gottes Willen für sein eigenes Leben verpasst.

In genau derselben Weise mag es Gottes Wille sein, dass ein Bruder sein ganzes Leben im Komfort in den U.S.A. lebt, und ein anderer Bruder sich sein ganzes Leben in der Hitze und im Staub Nordindiens abmüht. Jeder muss von Gottes Plan für sein eigenes Leben überzeugt sein, statt sein Los mit dem eines anderen Bruders zu vergleichen oder auf ihn eifersüchtig zu sein oder ihn zu kritisieren.

Ich weiß, dass Gott mich berufen hat, um ihm in Indien zu dienen. Aber ich habe nie verlangt, dass jemand anders meine Berufung haben sollte.

Wir werden jedoch nie in der Lage sein, Gottes Willen herauszufinden, wenn wir unsere eigene Ehre suchen oder wenn wir Geld oder Bequemlichkeit oder die Anerkennung von Menschen lieben.

11. Gott auf innige Weise zu kennen ist das Geheimnis von Stärke

„Aber die vom Volk, die ihren Gott kennen, werden sich ermannen und danach handeln“ (Daniel 11,32).

Gott möchte heute nicht, dass wir ihn nur aus zweiter Hand, durch andere Menschen, kennen. Er lädt sogar den kleinsten Christen ein, ihn persönlich zu kennen (Hebräer 8,11). Jesus definierte das ewige Leben damit, Gott und Jesus Christus persönlich zu kennen (Johannes 17,3). Das war die größte Leidenschaft im Leben des Paulus und es muss auch unsere größte Leidenschaft sein (Philipper 3,10).

Jemand, der das Verlangen hat, Gott auf innige Weise zu kennen, wird immer auf ihn hören müssen. Jesus sagte, dass der einzige Weg, geistlich lebendig zu sein, darin besteht, auf JEDES Wort zu hören, das aus dem Mund des Herrn geht (Matthäus 4,4). Er sagte auch, dass zu seinen Füßen zu sitzen und ihm zuzuhören das Wichtigste im christlichen Leben ist (Lukas 10,42).

Wir müssen die Gewohnheit, die Jesus hatte, entwickeln, schon frühmorgens und den ganzen Tag hindurch vom Vater zu hören (Jesaja 50,4), und auch in den Nachtstunden, wenn wir am Schlafen sind, eine Einstellung des Zuhörens zu haben – damit, wenn wir nachts aus dem Schlaf aufwachen, sagen können: „Rede Herr, denn dein Knecht hört“ (1. Samuel 3,10).

Gott zu kennen wird uns in allen Situationen zu Überwindern machen – weil Gott für jedes Problem, dem wir begegnen, eine Lösung hat – und wenn wir auf ihn hören, wird er uns sagen, was die Lösung ist.

12. Der neue Bund ist dem alten Bund weit überlegen

„Jesus ist der Mittler eines besseren Bundes …“ (Hebräer 8,6).

Viele Christen wissen nicht, dass es einen grundlegenden Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bund gibt (Hebräer 8,8-12). Der neue Bund ist dem alten so überlegen, wie Jesus Mose überlegen ist (2. Korinther 3; Hebräer 3).

Während der alte Bund durch die Angst vor dem Gericht und der Verheißung von Belohnungen nur das äußerliche Leben einer Person reinigen konnte, ändert uns der neue Bund von innen heraus, nicht durch Drohungen und Verheißungen, sondern durch den Heiligen Geist, der uns die Natur Christi gibt – eine Natur, die völlig rein und liebevoll ist.

Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen einem Schwein, das sauber gehalten wird, indem man es mit Ketten bändigt (Furcht vor Bestrafung unter dem Gesetz), und einer Katze, die sich selbst sauber hält, weil es ihre innere Natur ist. Dieses Beispiel illustriert den Unterschied zwischen den beiden Bünden.

13. Wir sind berufen, um von Menschen abgelehnt und verfolgt zu werden

„Und alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung erleiden“ (2. Timotheus 3,12).

Jesus sagte seinen Jüngern, dass sie in dieser Welt Trübsal haben würden (Johannes 16,33). Er betete zum Vater, seine Jünger nicht aus der Welt zu nehmen (Johannes 17,15). Die Apostel lehrten die Gläubigen, dass sie nur durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen könnten (Apostelgeschichte 14,23).

Jesus sagte, dass, wenn die Leute ihn, den Hausherrn, Beelzebul, genannt hatten, so würden sie seinen Hausgenossen noch schlimmere Namen geben (Matthäus 10,25). Dadurch wissen wir, dass wir treue Mitglieder seines Haushalts sind. Einige der Namen, die mir andere „Gläubige“ gegeben haben, waren: „Teufel“, „Sohn des Teufels“, „böser Geist“, „Antichrist“, „Verführer“, „Terrorist“, „Mörder“ und „Diotrephes“. Es war eine große Ehre, dadurch als Teil von Jesu Hausgenossen identifiziert zu werden. Alle, die dem Herrn treu dienen, werden diese Erfahrung machen.

Jesus sagte auch, dass ein wahrer Prophet von „seinen eigenen Verwandten“ nicht anerkannt würde (Markus 6,4). Jesus selbst wurde von seinen eigenen Familienmitgliedern nicht akzeptiert. Jeder wahre Prophet Gottes wird auch heute abgelehnt und von seinen eigenen Verwandten entehrt werden. In derselben Weise wird ein wahrer Apostel „verlästert und als Abschaum der Menschheit und jedermanns Kehricht behandelt werden“ (1. Korinther 4,13). Leiden und Ablehnung waren stets das Los, das Gottes größten Dienern bestimmt war.

Die Lehre, dass die Gemeinde vor der „großen Trübsal“ entrückt wird, ist bei den meisten Gläubigen populär, weil es ihrem Fleisch Trost gibt, sie zu hören. Aber Jesus machte in Matthäus 24,29-31 sehr klar, dass er erst NACH der großen Trübsal zurückkommen wird, um seine Heiligen zu sich zu holen.

ES GIBT KEINEN EINZIGEN VERS IM GESAMTEN NEUEN TESTAMENT, DER LEHRT, DASS DIE KIRCHE DER GROSSEN TRÜBSAL ENTRINNEN WIRD, INDEM SIE AUS IHR ENTRÜCKT WIRD. Diese Lehre wurde von einem Mann in England in der Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden.

Wir müssen jetzt die Kirche in unserem Land auf Verfolgung vorbereiten.

14. Wir müssen alle annehmen, die Gott angenommen hat

„Nun aber hat Gott die Glieder eingesetzt, ein jedes von ihnen im Leib, so wie er gewollt hat … damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen“ (1. Korinther 12,18.25).

Gott hat Menschen zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Ländern erweckt, um ein reines Zeugnis für ihn wiederherzustellen. Aber nachdem diese Menschen starben, haben ihre Nachfolger ihre Gruppen exklusiv und sektiererisch gemacht.

Aber der Leib Christi ist größer als irgendeine Gruppe. Wir dürfen das niemals vergessen. Die Braut Christi findet man heute in vielen, vielen Gruppen.

Daher müssen wir nach Gemeinschaft mit allen, die der Herr angenommen hat, streben, auch wenn wir nicht in der Lage sein mögen, mit vielen von ihnen wegen der Unterschiede in der Auslegung von Gottes Wort zusammenzuarbeiten.

15. Wir müssen jeden Menschen mit Würde behandeln

„Mit unserer Zunge loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind … Das soll nicht so sein, liebe Brüder“ (Jakobus 3,9-10).

Jedes Wort oder jede Tat, die einen Menschen herabsetzt, ist niemals von Gott. Das kommt immer von Satan, der für immer bestrebt ist, Menschen zu erniedrigen und zu degradieren.

Uns ist befohlen, mit allen Menschen in „Sanftmut und Gottesfurcht“ (1. Petrus 3,15) zu sprechen – seien es nun unsere Ehefrauen, unsere Kinder, Jugendliche, Bettler oder Feinde. Alle Menschen müssen mit Würde behandelt werden. Wenn wir z. B. einem ärmeren Bruder ein Geschenk geben, müssen wir das auf eine Weise tun, die ihn nicht der Würde eines Menschen beraubt. Wir müssen sein Bruder und nicht sein Wohltäter sein.

16. Wir dürfen unsere finanziellen Bedürfnisse nur Gott offenbaren

„Mein Gott aber wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus“ (Philipper 4,19).

Christliche Arbeiter im vollzeitlichen Dienst müssen in Bezug auf ihre finanziellen Bedürfnisse Gott vertrauen und dürfen diese Bedürfnisse nur ihm gegenüber offenbaren. Gott wird dann seine Kinder veranlassen, für ihre Bedürfnisse zu sorgen. Sie dürfen nicht „im Glauben an Gott und Fingerzeigen an andere Gläubige“ leben, wie es viele heute tun.

„So hat auch der Herr befohlen, dass die, die das Evangelium verkündigen, sich vom Evangelium nähren sollen“ (1. Korinther 9,14). Daher haben diejenigen, die dem Herrn vollzeitlich dienen, die Erlaubnis, Gaben von anderen Gläubigen zu empfangen. Aber sie dürfen niemals ein Gehalt empfangen. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Gaben und einem Gehalt. Gaben können nicht gefordert werden, während ein Gehalt gefordert werden kann. Hier liegt die Ursache für den abgefallenen Zustand der meisten heutigen christlichen Kirchen und Institutionen.

Wir dürfen jedoch niemals irgendwelche Gaben zu unserer persönlichen und familiären Verwendung von Menschen entgegennehmen, die ärmer sind als wir. Wenn solche Menschen uns Geld geben, müssen wir das Geld entweder jemandem geben, der ärmer ist oder wir legen das Geld in die Spenden-Box für das Werk des Herrn.

Hier sind „Zehn Gebote“ (Prinzipien) in Bezug auf Geld – alle christlichen Arbeiter im Vollzeitdienst täten gut daran, sie zu beherzigen:

1 Mache deine finanziellen Bedürfnisse niemals gegenüber irgendjemandem außer Gott bekannt (Philipper 4,19).

2 Nimm niemals Geld von Ungläubigen an (3. Johannes 7).

3 Erwarte niemals Gaben von irgendjemandem.

4 Erlaube niemandem, dich zu kontrollieren oder deinen Dienst zu beeinflussen, indem er dir Geld gibt.

5 Nimm niemals Geld von jenen Menschen an, die deinen Dienst nicht annehmen.

6 Nimm niemals Geld von jemandem an, der ärmer ist als du.

7 Sei bezüglich deiner finanziellen Bedürfnisse niemals von einem Menschen abhängig.

8 Geh mit Gottes Geld niemals auf eine Weise um, die andere auf missbräuchliche Verwendung schließen lässt (2. Korinther 8,20-21).

9 Sei niemals begeistert, wenn du Geld bekommst.

10 Sei niemals deprimiert, wenn du Geld verlierst.

Schlussfolgerung

Ich hoffe, dass dich diese Wahrheiten nicht nur ermutigen, sondern auch befreien. Wenn du es in Bezug auf deinen Wandel mit dem Herrn und deinem Dienst ernst meinst, solltest du all diese Wahrheiten in deinem täglichen Leben ernst nehmen.

3. Prinzipien, Gott zu dienen

(Eine Botschaft, die am 17. Dezember 1997 bei der „All-India-Conference“ vor evangelikalen christlichen Leitern über die Mission der Kirche und die Ausbildung von Leitern gegeben wurde).

Ich möchte mich dem Wort Gottes im Buch der Offenbarung, Kapitel 4, zuwenden. Nachdem der Herr dem Apostel Johannes in Kapitel 1 eine Offenbarung von sich selbst gegeben hatte, gab er Johannes – in den Kapiteln 2 und 3 – einen Einblick in den tatsächlichen Zustand vieler Gemeinden in diesem Teil der Welt. Wie ihr wisst, waren viele dieser Gemeinden in einem sehr rückfälligen Zustand. Dann sagte der Herr zu Johannes in Kapitel 4,1: „Komm hier herauf“! Was für ein liebevolles Wort ist das!

Wenn wir den Zustand der Dinge um uns herum sehen und Problemen begegnen, für die wir keine Lösung haben, dann ist es gut, die Worte des Herrn an uns zu hören: „Komm hier herauf! Komm und betrachte die Dinge von meinem Standpunkt aus – und nicht von der niedrigen irdischen Ebene, von der aus du diese Dinge betrachtest hast.“ Ich glaube, das ist ein Wort, das wir ständig hören müssen – „STEIG HÖHER HERAUF“!

Paulus sagte: „Eines aber tue ich – ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus“ (Philipper 3,14). Er hatte den Ruf gehört, höher hinaufzusteigen und er war nie zufrieden, egal welche Höhe er erreicht hatte.

Die Gefahr in der christlichen Führerschaft liegt darin, dass wir so oft vor den Leuten stehen. Wir erhalten Beifall. Wir haben jetzt sogar Berichterstattung in den Medien. Wir haben Titel vor und akademische Grade nach unseren Namen! Was brauchen wir mehr! Ich sage euch, was wir brauchen: WIR MÜSSEN DEM HERZEN GOTTES NÄHERKOMMEN! WIR MÜSSEN HÖHER HINAUFSTEIGEN!

Gott erschuf Adam nicht, weil er einen Diener brauchte. Er hatte Adam nicht erschaffen, weil er einen Gelehrten brauchte. Er erschuf dich und mich nicht, weil er Diener oder Gelehrte braucht. Er hat mit den Millionen von Engeln bereits genug Diener. Er erschuf Adam zu allererst, auf dass er mit ihm Gemeinschaft haben möge. Das ist der Grund, warum das Gesetz für Adam NICHT lautete: „Sechs Tage sollst du arbeiten und am siebenten Tage sollst du ruhen.“ Nein. Das kam später durch das Mosaische Gesetz.

Adam wurde am sechsten Tag erschaffen. Daher war sein ERSTER Tag – der siebente Tag für Gott, aber der erste Tag für Adam – ein Tag der Ruhe und der Gemeinschaft mit seinem Schöpfer. Von diesem Tag der Gemeinschaft mit Gott sollte Adam in den Garten hinausgehen und Gott in den nächsten sechs Tagen dienen.

Wenn wir diese Reihenfolge vergessen – wenn wir vergessen, dass Gemeinschaft mit Gott immer Vorrang haben muss, bevor wir hinaus in seinen Weinberg gehen, um ihm zu dienen –, dann haben wir den wichtigsten Zweck unserer Erschaffung und unserer Erlösung verfehlt.

Wir können mit der Not um uns herum so beschäftigt sein – und besonders in einem Land wie Indien –, dass wir keine Zeit für die Gemeinschaft mit Gott haben. Wir können glauben, dass das eine Zeitverschwendung ist, wenn es um uns herum so viel Not gibt. Aber was ist das Ergebnis einer Arbeit, die auf Nöten basiert? Vielleicht eine Menge Arbeit – aber die Qualität wird dürftig sein. Statistiken sind trügerisch. Du hast vielleicht die Aussage gehört, dass es drei Arten von Lügen gibt – schwarze Lügen, weiße Lügen und Statistiken! Statistiken sind trügerisch. Die Zeugen Jehovas haben Statistiken, die Mormonen haben Statistiken – und diese gehören heute zu den am schnellsten wachsenden Gruppen. Auch islamische Fundamentalisten haben ihre Statistiken. Heutzutage hat jeder Statistiken. Aber Jesus kümmerte sich nie um Statistiken.

Es gab in meinem Leben Zeiten, wo ich durch gewisse Krisen ging. Eine war sehr früh in meinem Leben, als ich dem Herrn zu dienen versuchte, aber feststellte, dass es mir an Kraft mangelte, obwohl ich das Wort Gottes kannte! Ich suchte Gott, um die Taufe im Heiligen Geist zu empfangen – um mit Kraft von oben ausgerüstet zu werden. Nun, ich weiß, dass es darüber verschiedene Ansichten gibt – und ich versuche nicht, jemanden zu bekehren. Ich sage nur, dass ich wiedergeboren und in Wasser getauft wurde, aber aus meinem Leben flossen keine „Ströme lebendigen Wassers“. Doch ich wusste, dass Jesus verheißen hat, dass aus jedem, der an ihn glaubt, Ströme lebendigen Wassers fließen würden – sie würden niemals trocken sein. Aber ich fühlte mich vielmals ausgetrocknet, obwohl ich das Wort Gottes kannte und obwohl ich Predigten gab, war ich ausgetrocknet. Sehr oft war mein Dienst für den Herrn wie das Bedienen einer Handpumpe. Ihr wisst, was das heißt – du pumpst und pumpst und dann kommen ein paar Wassertropfen heraus. Es ist sicherlich nicht wie ein Strom. Doch ich sah das Wort Jesu deutlich: „Wer an mich glaubt, von dessen Innersten werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Johannes 7,38).

Alles, was ich sagen kann ist, dass ich Gott suchte und er begegnete mir. Und das veränderte die Richtung meines Lebens. Ich habe mich nicht der Pfingstgemeinde angeschlossen. Ich betrachte mich nicht als Pfingstler oder Charismatiker. Aber Gott begegnete mir und erfüllte mich mit seinem Heiligen Geist.

Jahre später kam ich in eine weitere Krise in meinem Leben. Das war eine Krise, die sich mit der Frage der Realität befasste – ob das, was ich predigte, tatsächlich auch in meinem inneren Leben wahr war, und ob die Bürde, die ich dem Anschein nach hatte, wenn ich zu Menschen sprach, etwas war, was ich auch wirklich in meinem Herzen trug.

Es ist fast 28 Jahre her, dass wir den ersten „All-India-Congress für Evangelisation“ in Deolali abhielten. Ich habe dort ein Papier vorgestellt. Ich war damals jung – erst 30 Jahre alt. Und ihr wisst, wie es ist, wenn man jung ist. Ich wollte alle beeindrucken. Und mein Papier war beeindruckend, weil ich hart daran gearbeitet hatte. Mein Dienst setzte sich mit Reisen zu den Konferenzen zum Thema „Tieferes Leben“ in Australien, Singapur usw. fort. Und überall war es mein Ziel, Menschen zu beeindrucken.

Dann sprach der Herr zu mir und stellte mir die Frage: „Möchtest du Menschen beeindrucken oder möchtest du ihnen helfen?“ Ich sagte: „Herr, ich möchte ihnen helfen.“ Dann sagte der Herr: „Dann höre auf, sie beeindrucken zu wollen.“ Ich kam in meinem Leben an einen Punkt, wo ich sagen musste: „Herr, mein inneres Leben stimmt nicht mit dem, was ich predige, überein.“ Äußerlich hatte ich ein gutes Zeugnis. Aber mein Gedankenleben und meine Einstellung – meine Einstellung zum Geld – waren nicht christusähnlich. Ich verkündete Christus mit meinem Mund, aber der Geist Christi regierte nicht in meinen Gedanken. Ich war in diesem Punkt Gott gegenüber ehrlich.

Ich glaube, dass der erste Schritt zu Gott hin darin liegt, ehrlich zu sein.

Zum damaligen Zeitpunkt war ich schon ziemlich bekannt. Ich schrieb Bücher, die eine große Auflage hatten. Ich hatte ein wöchentliches Radioprogramm. Ich wurde da und dort eingeladen. Eines Tages sprach der Herr zu meinem Herzen und sagte: „Bist du bereit, vor dieser Gemeinde, die dich respektiert, aufzustehen und ihnen zu sagen, dass du nicht echt bist, dass du nicht wirklich bist“? Ich sagte: „Ja, Herr! Es ist mir egal, was Menschen über mich denken. Ich möchte, dass du etwas für mich tust. Ich bitte dich nur um Eines: Dass mein inneres Leben mit dem, was ich predige, übereinstimmen möge.“

Das ist es, worum ich den Herrn vor 23 Jahren bat. Gott begegnete mir erneut. Er belohnt die, die ihn ernsthaft suchen. Und der Herr sagte zu mir: „Komm, steige höher herauf.“

Gemeinschaft mit Gott ist für mich jetzt – während der vergangenen 22 Jahre – das Allerwertvollste geworden. Sie hat mein Leben verändert und Entmutigung und Depression vollkommen aus meinem Leben verschwinden lassen.

Ich habe das Geheimnis, mit Gott zu wandeln, gefunden. Und das hat meinen Dienst voller Freude gemacht! Er ist nicht mehr länger trocken!

Dein ganzer Dienst hängt von deinem persönlichen Wandel mit Gott ab. Du erinnerst dich, als Jesus im Haus der Maria und Marta war. Er sagte zu Marta: „Du hast viel Sorge und Mühe über so viele Dinge.“ Worüber war Marta besorgt? Es gab dort ein Bedürfnis. Sie diente dem Herrn selbstlos und aufopfernd und malochte in der Küche – sie kochte nicht für sich selbst, sondern für den Herrn und für seine Jünger. Welchen größeren Dienst als diesen könnte sie tun? Sie war völlig selbstlos! Und sie tat es nicht für Geld oder für ein Gehalt, so wie viele christliche Arbeiter heute dienen. Nein. Es war völlig selbstlos! Und doch sagte der Herr zu ihr: „Du bist um viele Dinge besorgt.“ Sie hatte gedacht, dass Maria selbstsüchtig wäre, weil sie dort zu Füßen des Herrn saß und keinerlei Arbeit verrichtete, außer einfach zuzuhören. Und Jesus sagte: „Das ist das Wichtige. Das ist das EINE, was nottut.“

Es gibt in der Living Bible (TLB) eine schöne freie Übersetzung von 1. Korinther 4,2, die sich wie folgt anhört: „Das Wichtigste für einen Diener Christi ist einfach das zu tun, was der Meister ihm aufträgt.“ Das hat meinem Herzen so viel Ruhe gebracht. Was soll ich tun, wenn ich eine bedürftige Welt sehe? Soll ich mich wegen dieser Not aus der Ruhe bringen lassen? Es gibt im Christentum eine Menge Manipulierer, die bereit sind, mich aus der Ruhe zu bringen. Aber ich sage zum Herrn: „Ich möchte von dir hören.“ Es gibt eine Menge Martas, die mich mit den Worten kritisieren werden: „Sag ihm, seine Zeit nicht mit Zuhören zu vergeuden, wenn es da draußen eine Welt voller Not gibt, die in Sünde umkommt.“

Wir müssen sicherlich die Not der Welt im Auge behalten. Jesus sagte: „Erhebt eure Augen und seht auf die Ernte“ (Johannes 4,35). Wir müssen die Not sehen und wir müssen auch andere Menschen auf die Not hinweisen. Ja. Aber der Ruf muss von Gott kommen – nicht von Menschen. Ich habe das herausgefunden.

Jesus saß 4000 Jahre lang im Himmel, während die Welt im Sterben lag und dringend einen Erlöser brauchte. Niemand konnte ihn unter Druck setzen, um den Himmel vor der Zeit, die der Vater festgelegt hatte, zu verlassen. Aber er kam „in der Fülle der Zeit“. Und als er auf die Erde kam, setzte er sich an die Werkbank, um 30 Jahre lang Stühle und Bänke zu machen – während die Welt im Sterben lag! Er wurde nicht allein von der Not getrieben. Aber als die rechte Zeit kam, sagte der Vater „Geh“. Und er ging. Und er tat in 3 ½ Jahren mehr als andere in 3000 Jahren tun könnten. Das Wichtigste bei einem Diener ist NICHT herumzurennen, um dies und jenes oder etwas anderes für Gott zu tun, sondern auf ihn zu hören. Zuhören ist schwierig.

Als ich noch jünger war, war ich in einer Versammlung, wo wir die Heilige Schrift studiert, gefastet und regelmäßig gebetet haben. Wir wurden gelehrt, jeden Morgen eine „stille Zeit“ zu haben – eine gute Gewohnheit, die ich jedem empfehlen würde. Aber trotz all der Stunden, die wir anscheinend in der Gegenwart Gottes verbracht hatten, waren die Leute nach wie vor sauer, bitter, schwierig im Umgang miteinander, voller Richtgeist, kritisch und argwöhnisch – irgendetwas lief irgendwo schief. Ich habe Zeiten erlebt, wo ich nur 10 oder 15 Minuten mit einem gottesfürchtigen Mann verbrachte und dadurch herausgefordert und inspiriert wurde. Kannst du dir vorstellen, was eine 10 oder 15-minütige Begegnung mit Gott ausmachen kann? Wie kommt es dann, dass wir nicht alle verändert werden? Der Herr zeigte mir, dass ich in meiner stillen Zeit keine Zeit mit IHM verbrachte. Ich verbrachte Zeit mit mir selbst. Ich studierte bloß ein Buch – ob das Buch vor meinen Augen die Bibel oder ein Chemiebuch war, spielte keine Rolle. Ich verbrachte keine Zeit mit Gott – indem ich ihm zuhörte. Ich studierte bloß ein Buch!

Jesus sagte in Bezug auf Maria: „Eines aber tut Not – zuzuhören.“ Daraus fließt alles andere. Und das ist ein sehr wirksamer Weg, Gott zu dienen, weil er dir sagen kann, was du tun sollst!

Der Vater sagte Jesus, was er tun sollte. Einmal wurde Jesus vom Geist aufgefordert, ca. 90 Kilometer von Galiläa nach Syrophönizien, außerhalb der Grenzen Israels, zu gehen. Ich weiß nicht, wie viele Stunden er brauchte, um dorthin zu gelangen – vielleicht einen ganzen Tag lang. Dort traf er eine heidnische Frau, deren Tochter von einem Dämon besessen war. Er trieb diesen Dämon aus und wies die Jünger auf den großen Glauben dieser Frau hin, als sie um die Brosamen bat, die vom Tisch der Kinder fielen. Dann ging er zurück nach Galiläa (Matthäus 15,21-28). Das war die Art und Weise, wie Jesus lebte. Er legte den ganzen Weg bloß für EINE Seele zurück. Das war statistisch nicht beeindruckend! Aber es entsprach dem Willen Gottes.

Jesus diente auf diese Weise 3 ½ Jahre. Und am Ende dieser Zeit sagte er: „Vater, ich habe das Werk vollendet, dass du mir zu tun aufgetragen hast“ (Johannes 17,4). Hatte er all die Not, die es in der Welt gab – in Indien, in Afrika – beseitigt? Nein. Aber er hatte das Werk vollendet, das der Vater ihm aufgetragen hatte. Und er hatte kein Verlangen, einen einzigen Tag länger auf Erden zu leben. Auch der Apostel Paulus konnte am Ende seines Lebens sagen: „Ich habe meinen Lauf vollendet“ (2. Timotheus 4,7).

Du hast eine andere Berufung und ich habe eine andere Berufung im Leib Christi. Aber wir müssen alle verstehen, was wir nach Gottes Willen tun sollten. Einer der Hauptgründe, warum wir für die Stimme Gottes taub werden ist die UNWIRKLICHKEIT, die es in unserem Leben gibt – die Unehrlichkeit und die Vortäuschung.

Die Pharisäer konnten nicht hören, was Jesus sagte, weil sie ein Leben der Vortäuschung führten. Sie vermittelten anderen den Eindruck, dass sie fromm waren. Sie traten vor dem Volk als Führer und Gelehrte ihrer Zeit auf. Wärest du Petrus und Johannes vier oder fünf Jahre bevor sie Jesus getroffen hatten begegnet und hättest sie gefragt, „Petrus, Johannes, könntet ihr mir den Namen einer frommen Person nennen, die ihr kennt?“, dann hätten sie den Namen eines Pharisäers genannt, der ein Ältester in der örtlichen Synagoge war. Weil das ihr Verständnis war – dass Menschen, die die Heilige Schrift studierten, fasteten, beteten, kleine Schachteln mit Bibelversen auf ihrer Stirn trugen und so heilig und fromm aussahen, wirklich fromme Menschen waren. Du kannst dir dann den Schock vorstellen, den sie erlitten, als sie hörten, wie Jesus diese Ältesten in der Synagoge als einen Haufen von Heuchlern, die Kandidaten für die Hölle waren, scharf kritisierte.

Als Jesus seine Jünger auswählte, hat er keinen einzigen von irgendeiner Bibelschule ausgewählt. Es gab zu jener Zeit eine Bibelschule in Jerusalem, die von Gamaliel geleitet wurde. Aber Jesus ging nicht dorthin, um seine Jünger auszuwählen. Er sammelte sie am Seeufer in Galiläa auf – ungebildete Männer – und machte sie zu seinen Aposteln. Sie schrieben Briefe, die Bibelseminare heute den Studenten für den Erwerb eines Doktortitels in Theologie zum Studieren geben! Ist das nicht erstaunlich? Ich denke, dass Petrus nicht in der Lage gewesen wäre, einen akademischen Grad von irgendeiner unserer Bibelschulen zu erlangen. Vielleicht wäre nur einer von den Jüngern in der Lage gewesen, einen solchen akademischen Grad zu erwerben – Judas, der Klügste und Gewiefteste der Gruppe.

Warum hat Jesus solche Leute ausgesucht? Sie hatten ein gutes Herz und waren bereit, auf ihn zu hören. Welches Aufsehen gab es, als diese einfachen Männer in eine Synagoge gingen und predigten. Sie predigten nicht die Routinebotschaften, welche die Menschen immer gehört hatten. Sie waren Propheten. Die Menschen haben Propheten nie gemocht. In den 1500 Jahren von Israels Geschichte, hieß es, wie Stephanus sagte: „Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt?“ (Apostelgeschichte 7,52).

Diese Apostel waren keine diplomatischen Redner. Sie waren Propheten. Und ich glaube, dass unser Land zu dieser Zeit ein paar Propheten gebrauchen könnte, damit wir hören können, was Gott sagt. Gott kümmert es nicht, was in den Augen der Menschen groß und hoch angesehen ist.

Ich bin nicht gegen solche Konferenzen wie diese. Aber ich habe vor mehr als 20 Jahren aufgehört, zu solchen Konferenzen zu gehen. Ich lehne solche Einladungen jetzt ab. Ich weiß, dass solche Konferenzen dich berühmt machen können. Man bekommt viel Berichterstattung in den Medien. Als ich in den Dörfern unseres Landes – wo jetzt der Hauptteil meines Dienstes ist – unterwegs war, habe ich festgestellt, dass die Leute, die die wirkliche Arbeit tun, nicht bei einer Konferenz wie dieser sind. Sie sind unbekannt und draußen in diesen Dörfern. Sie können nicht Englisch sprechen und sie wissen gewiss nicht, wie man ein Papier präsentiert. Aber sie sind mit dem Heiligen Geist erfüllt, sie lieben den Herrn und sie gehen hinaus und bringen verlorene Seelen zum Herrn. Wir preisen den Herrn für solche Menschen. Andere organisieren ihre Missionseinsätze, werden als Missionsleiter bekannt und empfangen die Ehre. Aber viele, welche jetzt die Ersten sind, werden die Letzten sein, wenn Jesus zurückkehrt. So ist es für uns gut, demütig zu sein. Es ist gut für uns, gering von uns selbst zu denken. Vielleicht sind wir wegen unserer akademischen Grade und Titel in Gottes Augen nicht so groß, wie andere Christen meinen. Diese mögen Menschen beeindrucken, aber nicht Gott. In der Tat, sie beeindrucken auch den Teufel nicht. Der Teufel fürchtet einen heiligen Menschen, einen Menschen, der rein ist, einen Menschen dessen inneres und äußeres Leben übereinstimmen, und einen Menschen, der niemals predigt, was er nicht selber praktiziert.

Leute fragen mich: „Bruder Zac, warum drängst du Leute nicht, nach Nordindien zu gehen?“ Ich antworte: „Jesus lehrte nur das, was er zuerst tat“ (Apostelgeschichte 1,1). Ich habe nicht in Nordindien gelebt. Daher kann ich nicht zu anderen sagen, dass sie es tun sollten. Ich sage nicht, dass man es nicht tun sollte. Ich sage bloß, dass ich nicht predigen kann, was ich nicht selber getan habe.

Aber schließlich bin ich nicht der ganze Leib Christi. Ich bin nur ein Teil davon. Ich bin ein unausgewogenes Glied des Leibes Christi. Ich werde immer unausgewogen sein. Der einzige ausgewogene Mensch, der jemals auf Erden lebte, war Jesus Christus. Du bist unausgewogen und ich bin unausgewogen. Niemand von uns möge denken, dass er mehr als bloß ein Teil ist. Jeder Teil ist notwendig – der Evangelist, der Lehrer, der Hirte, der Prophet und der Apostel –, damit Menschen zu Gliedern des Leibes Christi gemacht werden und damit der Leib Christi gebaut wird.

Was ist unsere Berufung? Sie besteht darin, jemanden, der noch kein Glied des Leibes Christi ist, zu einem Glied dieses Leibes zu machen. Ist das nicht im Wesentlichen unsere Berufung? Ich meine, wir stimmen alle darin überein.

Da der Heilige Geist das Wort „Leib“ benutzt, möchte ich ein Bild vom menschlichen Leib gebrauchen. Sagen wir dort ist ein Teller mit einer Kartoffel (die einen Ungläubigen darstellt), die zu einem Glied meines Leibes werden muss. Wie geschieht das? Es geschieht zuallererst durch Evangelisation – indem die Hand sich ausstreckt und diese Kartoffel nimmt.

Evangelisation ist stets der erste Dienst bei dieser Aufgabe. Das ist der Grund, warum ich Evangelisation niemals abwerte. Ich schätze diesen Dienst sehr hoch ein – und besonders jene, die mit diesem Dienst in der Hitze und im Staub Nordindiens beschäftigt sind. Ich interessiere mich dafür, ihre Magazine zu lesen – ich erhalte eine Reihe davon nach Hause zugesandt –, um über den Dienst dieser meiner lieben Brüder, die dort arbeiten, zu erfahren. Ich war auch hin und wieder in Nordindien, um einige von ihnen zu treffen.

Hier ist also meine Hand, die die Kartoffel vom Teller nimmt. Die Kartoffel wird niemals zu einem Teil meines Leibes werden, wenn der „Evangelist“ (meine Hand) nicht hinausgeht und „evangelisiert“ (die Kartoffel in meinen Mund steckt).

Aber ist das alles? Wenn ich bloß die Kartoffel in meinem Mund behalte, wird sie dann ein Teil meines Leibes werden? Nein. Nach einer Weile wird sie in meinem Mund verfaulen und ich werde sie ausspeien. Das ist die Art und Weise, wie einige Neubekehrte in einigen unserer Gemeinden verderben! Sie werden aufgenommen, werden dann aber im Mund behalten!

Aber mit dieser Kartoffel muss noch mehr passieren. Sie muss gekaut und von meinen Zähnen zermalmt werden. Die Kartoffel kann sich dann einbilden, dass alles vorbei ist – nein! Die Kartoffel geht hinunter in meinen Magen und trifft dort auf Magensäuren, die unbarmherzig auf sie ausgeschüttet werden. Das ist ein Bild für den prophetischen Dienst in der Gemeinde. Du weißt, dass es nicht angenehm ist, wenn Säure auf uns ausgegossen wird. Der sanfte Dienst, vom Teller aufgehoben zu werden, war so nett. Aber wenn Säure auf uns ausgegossen wird, ist das weit weniger angenehm. Die Kartoffel ist jetzt völlig zerbrochen und sieht nicht mehr wie eine Kartoffel aus. Aber siehe da, nach ein paar Wochen ist sie zu Blut, Fleisch und Knochen geworden – zu einem Teil meines Leibes!

Welche Arbeit ist bei dieser Aufgabe nun die wichtigste? Welchen Dienst hat irgendeiner von uns, den wir nicht empfangen haben? Wenn wir demütig sind, werden wir bekennen, dass wir unausgewogen sind. Die Hand ist nicht wichtiger als der Magen. Sie ergänzen einander. Leider gibt es im Christentum diesen ständigen Konkurrenzkampf zwischen den Gliedern – die Hand baut ihr eigenes Reich, der Magen baut sein eigenes Reich und der Mund baut sein eigenes Reich! Was haben wir dann? Keinen Leib, sondern ein „anatomisches Labor“, mit einem Mund hier, einem Magen dort, einer Hand hier, einem Bein dort. Das ist kein Leib!

Was benötigen wir am meisten? Ja, es ist wahr, wir brauchen Unterweisung. Aber mehr als alles andere brauchen wir Demut. Wir müssen anerkennen, dass wir alle gleich wichtig sind – jedes Glied im Leib Christi. Der große Missionsleiter ist in diesem Dienst nicht wertvoller als der arme Bruder, der kein richtiges Englisch sprechen kann, der aber hinausgeht und Seelen zu Christus bringt. Sie sind alle ein Teil desselben Leibes.

„Komm höher herauf“, sagt der Herr, „und betrachte die Dinge aus meinem Blickwinkel.“ Die Dinge sehen anders aus, wenn man sie aus Gottes Blickwinkel statt aus einem irdischen Blickwinkel betrachtet.

Wie kommt es, dass so viele christliche Arbeiter eine solch hohe Meinung von sich selbst haben? Sei ehrlich. Was sind die Gedanken, die du über dich selbst denkst, wenn du allein bist? Sind es Gedanken von Demut, indem du erkennst, dass du selbst nichts bist?

Es gibt Zeiten, wenn ich draußen sitze und die Sterne betrachte. Ich weiß, dass es Millionen von Sternen gibt, und dass die ganze Erde nur ein winziger Punkt in diesem Universum ist. Ich rufe aus: „O Gott, wie groß bist du! Wie groß ist dieses Universum! Ich bin ein solch kleines Staubkörnchen auf diesem Fleck, den wir Erde nennen. Und hier behaupte ich, dass ich dich repräsentiere und solch große Dinge predige. Bitte hilf mir, eine nüchterne Einschätzung über mich selbst zu haben.“ Ich würde empfehlen, dass ihr das alle zu Gott sagt.

Gott gibt den Demütigen Gnade. Jeder kann Erkenntnis haben. Aber nur die Demütigen können Gnade empfangen. Wir brauchen Gnade viel notwendiger als Erkenntnis.

Ich habe an junge Menschen gedacht, die zum Herrn kommen und die von ihren Familien wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Wenn eine solche Person in eine unserer Gemeinden kommt, was sieht sie? Sieht sie dort den Geist Jesu Christi? Menschen um uns herum haben einen solch falschen Eindruck vom Christentum.

Ich habe schon lange geglaubt, dass man das erste Prinzip von jedem effektiven Dienst – ob es Evangelisation oder sonst etwas ist – in Hebräer 2,17 findet, wo es heißt, dass Jesus „in allem seinen Brüdern gleich wurde“. Ich möchte darüber nachdenken – er wurde IN ALLEM seinen Brüdern gleich.

Wie kann ich anderen dienen? Ich muss ihnen in allem gleich werden. Ich muss mich auf ihre Ebene herablassen.

Wie kommt es, dass ich mit einer winzigen Ameise, die am Boden kriecht, nicht kommunizieren kann? Weil ich zu groß bin. Wenn ich in menschlicher Gestalt zu dieser Ameise gehe, wird sie große Angst haben. Der einzige Weg, wie ich mit einer Ameise kommunizieren kann, besteht darin, zuallererst wie sie zu werden. Der einzige Weg, wie Gott mit uns kommunizieren konnte, war, wie wir zu werden. Wir können das alle verstehen. Aber erinnern wir uns daran, dass auch in unserem Dienst für andere – ob in einer örtlichen Gemeinde oder in einer unerreichten Gegend – das erste Prinzip darin besteht, mit ihnen in allen Dingen gleich zu sein, „dort zu sitzen, wo sie sitzen“, wie Hesekiel sagte (Hesekiel 3,15).

Das bedeutet z. B. dass wir uns in keiner Weise über andere erhöhen wollen. Das ist der Grund, warum Jesus seinen Jüngern sagte, dass sie nie die Titel „Rabbi“, „Vater“ oder irgendeinen anderen Titel tragen sollten. Weil dich ein Titel über die Menschen, denen du dienst, erhöhen wird. Du wirst sie mit deiner Größe einschüchtern, statt Einer wie sie zu sein.

Trotz einer solchen Warnung haben wir im heutigen Christentum eine Menge von Menschen mit Titeln.

Wir glauben, wir können Gott besser dienen, wenn wir die Methoden dieser Welt übernehmen. Aber das ist einfach nicht wahr.

Im Alten Testament lesen wir, dass die Philister einmal die Bundeslade eroberten. Aber sie hatten damit ein Problem, daher sandten sie sie auf einem Ochsenwagen zurück. Jahre später, als David die Lade Gottes transportieren wollte, dachte er: „He, das ist eine gute Idee. Die Methode, die das Gesetz die Leviten lehrte, die Lade auf ihren Schultern zu tragen, ist für kurze Entfernungen in Ordnung. Aber für längere Entfernungen ist die Methode der Philister sicherlich besser.“ Und so stellte auch er die Lade Gottes auf einen Ochsenwagen. Und ihr wisst, was passiert ist. Die Ochsen glitten aus und Usa streckte seine Hand aus, um die Lade Gottes festzuhalten. Gott war zornig und schlug Usa auf der Stelle tot, weil er kein Levit war. Gott würde seine Methoden nicht ändern. Dann war David tief beunruhigt. Aber wo hatte das alles begonnen? Es begann mit David, der die Philister nachahmte. Und der Tod war die Folge.

Der Tod tritt auch immer ein, wenn wir die Wege dieser Welt nachahmen, wenn christliche Kirchen nach Art eines Geschäfts geführt werden und wenn Geld zum Hauptfaktor im christlichen Werk wird.

Eine gute Frage, die wir uns selber stellen könnten ist, ob die Gemeinde oder Organisation, die wir führen, überleben wird, wenn das ganze Geld plötzlich nicht mehr hereinkommt. Oder wird das Ganze dann zusammenbrechen? Ein wahres Werk Gottes kann Geld benutzen, aber es wird niemals von Geld abhängig sein. Es wird nur vom Heiligen Geist abhängig sein.

Die Bibel sagt, dass der Geist eifersüchtig ist (Jakobus 4,5) – eifersüchtig, wenn jemand anders seinen rechtmäßigen Platz in der Gemeinde einnimmt. Es könnte Musik sein. Ich bin nicht gegen Musik. Ich glaube, wir sollten die bestmögliche Musik in unseren Gemeinden haben, ohne die Welt nachzuahmen. Aber wir dürfen nicht von Musik abhängen.

Wenn wir beispielsweise denken, dass wir am Ende einer Versammlung, wenn wir die Orgel leise spielen lassen, mehr Menschen zu einer Entscheidung bewegen können, was ist das? Es ist psychologische Manipulation, nicht die Kraft des Heiligen Geistes.

Wenn das Wort Gottes in der Kraft des Heiligen Geistes gepredigt wird, so wie Jesus und Petrus es predigten, wirst du am Ende der Versammlung keine Orgel sanft spielen lassen müssen. Du kannst das tun, wenn du möchtest, aber es wird nicht helfen. Aber wenn du nicht die Kraft des Heiligen Geistes erhalten hast, dann wirst du Menschen psychologisch manipulieren müssen, um sie zu einer Entscheidung zu bewegen. Aber du wirst auf lange Sicht feststellen, dass solche Entscheidungen bloß emotional und oberflächlich sind.

Der Heilige Geist ist eifersüchtig darauf, seinen rechtmäßigen Platz in der Gemeinde einzunehmen. Du kannst ihn nicht mit Musik ersetzen. Du kannst ihn nicht mit Geld ersetzen. Danke Gott für all diese Dinge. Benutze sie alle. Wie können wir daher dagegen sein? Es steht geschrieben, dass Jesus ein Loblied sang. In Hebräer 2,12 lesen wir, dass Jesus selber derjenige ist, der die Gemeinde im Lobpreis des Vaters leitet. Wenn wir Gott preisen, folgen wir bloß unserem Leiter. Wie können wir daher gegen Musik sein? Wir sind gegen keines dieser Dinge. Aber es ist eine Frage, worauf wir uns verlassen.

Verlassen wir uns auf große Persönlichkeiten und große Prediger? Nein. Der Heilige Geist ist eifersüchtig.

Jesus wurde ein Knecht [Diener]. Jeder christliche Leiter spricht über einen dienenden Lebensstil und dass er ein Diener ist, und auch viele Bücher werden darüber geschrieben. Aber was bedeutet das praktisch? Ich möchte euch fragen: Wie behandelst du deine Mitarbeiter? Wie behandelst du deinen jüngsten Mitarbeiter, der sich erst gestern deiner Gruppe angeschlossen hat? Ist er wirklich dein Bruder oder lebt er in Ehrfurcht vor dir? Wenn das der Fall ist, dann würde ich sagen, dass du es nicht verstanden hast, auch wenn du bis zum Jüngsten Tag über dienende Leitung sprichst. Dann hast du Jesus nicht gesehen.

Jesus war so einfach. Er flößte Menschen niemals Ehrfurcht ein. Er sagte: „Ich bin ein Menschensohn“ – und das bedeutet, „ein gewöhnlicher Mensch“. Er war der reine und heilige Sohn Gottes, der von aller Ewigkeit an mit dem Vater gelebt hatte. Aber er kam und lebte wie ein gewöhnlicher Mensch auf Erden. Er wurde seinen Brüdern in allen Dingen gleich.

Damit wir unseren Brüdern in allem gleich werden, muss etwas in uns sterben. Von Jesus heißt es: „Er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode“ (Philipper 2,8). Wenn wir unserem Ich sterben, bezeugen wir unsere Demut.

Dem Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, wird viel Frucht garantiert. Das war eines der Dinge, die ich entdeckte, als ich vor 22 Jahren diese Realitätskrise mit dem Herrn hatte. Ich verstand, dass das größte Werk, das ich für den Herrn in Indien tun konnte, darin bestand, in die Erde zu fallen und zu sterben – meinem Willen zu sterben, was Leute über mich dachten zu sterben, meinen Ambitionen, meinen Zielen, meiner Liebe zum Geld, allem zu sterben – und besonders meinem eigenen Ich – damit ich jeden Tag zu ihm aufschauen und (wie der Psalmist) ehrlich sagen könnte: „Wen habe ich im Himmel außer dir? Und neben dir begehre ich nichts und niemanden auf Erden“ (Psalm 73,25).

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9783847693338
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