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Das Buch

Eine schwere Geburt war das: Um ihren Traummann endlich zu finden, brauchte Wendy Newman exakt 121 Dates! Im Klartext: Auf ihrer Online-Suche machte Wendy Newman fast jeden Fehler, den frau sich denken kann – und das können Sie sich sparen! Lachen Sie über Wendys Newmans Fehlgriffe oder weinen Sie darüber, vor allem aber: ziehen Sie Ihre Lehren!

121 DATES informiert spaßig, spannend und ganz praktisch, welche Fallen man beim Online-Dating besser umgeht. Genießen Sie diesen erfolgreichen Dating-Führer, der in den USA und in Kanada schon Tausenden von Frauen bei ihrer Suche nach dem Traumprinzen geholfen hat!

Die Autorin

Wendy Newman, geb. 1967, ist in den USA ein äußerst gefragter Coach. Sie berät Paare und Einzelpersonen und hat in Hunderten von Workshops in den USA und Kanada ihre Erfahrungen schon an Abertausende von Menschen weitergegeben. Ihren Partner hat Wendy Newman tatsächlich bei ihrem 121. Internet-Date kennengelernt. Sie lebt mit ihm in San Francisco.

Wendy Newman

121 DATES

ONLINE DATING

DIE ERFOLGS-STRATEGIEN VON US TOP COACH WENDY NEWMAN

Übersetzt von Johanna Ellsworth


Inhaltsverzeichnis

Umschlag

Das Buch / Die Autorin

Titel

Inhaltsverzeichnis

Einführung: Ein Tag im Leben einer Singlefrau

Teil I: Wie man sich auf das Dating vorbereitet 1 Was Sie vom Dating erwarten (und nicht erwarten) können

Date #44: Bisons und eine Massage – Was kann daran verkehrt sein?

2 Wie Sie sich auf Ihr Dating-Abenteuer vorbereiten können

Date #83: Gegen die Wand gerannt

Date #109: Im Vorbeifahren

3 Was Sie vor dem ersten Date tun und was Sie lassen sollten

Date #98: Warnung

4 Anfängerfehler

Date #26: Viel Gelaber

5 Setzen Sie Ihre Dating-Kappe auf

Date #5: Grundkurs zum erfolgreichen Groupie

6 Die Kunst des Flirtens

7 Wo sind all die Singlemänner?

Date #21: Geliebtes Chicago

8 Singlebörsen: Wo Ihre Dating-Partner nach Ihnen suchen

9 Meine Geheimtipps für Online Fotos

Date #9: Die Größe zählt doch

Date #10: Mein Held

10 Wie man ein überzeugendes Online-Profil erstellt

Date #45

11 Wie Sie online Ihren Partner finden

12 Die besten Methoden beim Online-Dating

Date #51: Der Punk-Rock-Dad

Teil II: Das erste Date

13 Vom Internet in die reale Welt

14 Was Sie beim ersten Date tun und was Sie lassen sollten

Date #66: Der Straftäter

15 Beim ersten Date

Date #101: Selbst Tabuthemen und Regelverletzungen können zu mehr führen

16 Sie müssen Verbundenheit aufbauen, er muss liefern

Date #31: Zu Hause bleiben

17 Wie Sie Ihren Partner aus der Auswahl herausfiltern

Date #52: Gegensätze ziehen sich nicht immer an

18 Der geschiedene Mann (Das bestgehütete Geheimnis – oder der absolute Albtraum?)

Date #60: Ich war die Leiter

19 Wie Sie sein Selbstvertrauen herauskitzeln

20 Achten Sie auf diesen bestimmten Blick

Date #113: Aus dem Gleichgewicht

21 Er hat Ihnen nie einen Rosengarten versprochen

Date #73: Meine Koffer sind gepackt, also nimm mich mit

22 Wer zahlt die Rechnung?

23 Bettgeflüster beim ersten Treffen

Date #3: Mister Tanga (alias das Päckchen)

Date #54: Mit Johannes mithalten

Teil III Nach dem ersten Date 24 Nicht an einem zweiten Treffen interessiert?

Date #2: Tom Waits muss warten

Date #12: Zu gut, um wahr zu sein? (Ja.)

25 Ihren neuen Dating-Partner zu stalken ist keine gute Idee

26 Wie Sie „Du verdienst jemanden, der dich glücklich machen kann“ entschlüsseln können

27 Hey, kluge und erfolgreiche Frau: Sie machen ihm keine Angst

28 Zeit für eine Pause

29 Warum ruft er nicht an?

30 Zehn Dinge, die Sie zur Seelenheilung tun können

31 Ihre innere Kritikerin ist nicht Ihre Freundin

32 Das richtige Tempo

Date #74: Der Superkluge

33 Wann Sie ihn abhaken sollten, wenn er „zu viel Stress“ hat

34 Wann sollte ich das erste Mal mit ihm schlafen?

Date #1: Mein Erster

35 Lassen Sie uns über Sex reden

36 Freunde mit Nebenleistungen und unkonventionelle Arrangements

Date #4: Der Mann in Schwarz

Date #39: Die reine Willensstärke

Schlussbemerkung: Für immer glücklich (Echt!)

Date #121: Date #1 trifft auf Date #121: – der Deus ex Machina

Danksagungen

Quellenverzeichnis

Impressum

Für meine Mutter Susan Bailess

Danke, dass du mir beigebracht hast,

keine Angst zu haben.


Ein Fachmann ist jemand, der sämtliche Fehler gemacht hat, die man auf einem sehr eng begrenzten Fachgebiet machen kann.

Niels Bohr Physiker und Nobelpreisträger


Einführung
Ein Tag im Leben einer Singlefrau

17:52 Uhr: Es ist Zeit, meine Klamotten auszusuchen. Zum Glück brauche ich nur sechs Versuche, bevor ich die passende Kombination gefunden habe. Ich betrachte mich prüfend im Spiegel und achte auf jedes Detail. Schon fast perfekt ... schau noch mal nach was anderem, kritisiere mich so, als würde ich mit meiner kleinen Schwester reden. Ich hasse diese Schuhe; sie haben nur einen Fünf-Zentimeter-Absatz. Shawn hat gesagt, er sei eins achtzig groß. Das ist der männliche Code für eins fünfundsiebzig. Das habe ich auf schmerzhafte Weise herausgefunden.

Ich ziehe mir schwarze Stretch-Leggings an. Meine Beine sind das Beste an mir: Wenn auch blass, so sind sie doch lang und gut geformt. Die Leggings erfüllen zweierlei Zweck: Sie machen meinen Körper schlank und schützen vor dem eisigen Nebel, für den San Francisco berühmt ist. Ich trage keine Ringe an den Fingern, sondern nur einen großen silbernen Herzanhänger als subtile Andeutung, dass ich noch zu haben bin. Und das Wichtigste von allem: mein perfektes schwarzes Kleid. Nicht so ein „kleines Schwarzes“ für Cocktailpartys, das immer in Zeitschriften zu sehen ist. Modezeitschriften werden nicht für Frauen wie mich gemacht. Und auch Modegeschäfte sind nicht für Frauen mit meiner Figur ausgestattet.

Was Kleidung angeht, so lebe ich in einer Gegend, die man als »Niemandsland« bezeichnen kann. Ein XL ist mir meistens zu eng, doch Übergrößen sind mir zu groß. Ich falle genau in diese Lücke. Die bevorzugte kurvige Figur entspricht der Form eines Stundenglases. Nun, das bin ich auch nicht. Ich bin eher apfelförmig – und habe noch nicht mal das Glück üppiger Formen. Nicht, dass ich mich beschwere. Ich will Ihnen nur ein Bild meiner selbst vermitteln, damit Sie wissen, dass ich weder jung noch schlank bin. Und obwohl ich angeblich keine dieser gesellschaftlichen „Bedingungen“ erfülle, funktioniert das Dating auch für mich. Wie das kommt? Nun, ich weiß, was ich will, und ich zeige, was ich habe – das heißt, ich betone das, was funktioniert. Denn ich lebe nun mal in diesem Körper.

Die Vorbereitungen für heute Abend begannen schon vor Stunden in einem eleganten Schönheitssalon: eine Maniküre, eine Pediküre (nicht, dass Shawn die zu sehen kriegt), das Wachsen meiner Oberlippe und des Kinns sowie das Zupfen meiner Augenbrauen. (Die Kosmetikerin, die mir die Augenbrauen zupft, muss ihr Handwerk wirklich verstehen. Da ich schon Mitte vierzig bin, muss sie in der Lage sein, alle weißen Härchen auszuzupfen, ohne kahle Stellen zu hinterlassen. Keine einfache Sache.)

Als Nächstes gehe ich zum Friseur, wo mein langes rotbraunes Haar für zweiundzwanzig Dollar fachmännisch gewaschen, getrocknet und frisiert wird. Der Besuch der beiden Salons kostet mich hundertdreißig Dollar, nur damit ich »salonfähig« aussehe und so tun kann, als würde ich immer so perfekt gestylt herumlaufen.

Ich habe Shawn auf einer Online-Singlebörse kennengelernt. Wir schrieben uns zweieinhalb Wochen lang fast täglich. Zuerst hat er mich nicht sonderlich interessiert. Ich hatte eines dieser Stimmungstiefs. Das kennen Sie sicher: Es nervte mich, ein Single zu sein. Ich hatte Online-Dating zwar satt, doch irgendwann gab ich dem Druck meiner Freunde nach, die mir ständig sagten, dass ich mich wieder auf die Suche machen sollte. Die Webseite rechnete aus, dass Shawn und ich zu 94 Prozent übereinstimmen. Vierundneunzig Prozent! Warum nicht? Ich schrieb ihn zuerst an und fühlte mich sofort unsicher. Ich fragte mich, ob er mich wirklich attraktiv fand oder mir nur deshalb antwortete, weil er gerade nichts Besseres in Aussicht hatte. War ich für ihn nur ein reifer Apfel in Reichweite?

Anfangs waren unsere E-Mails kurz und unbedeutend. Nach ungefähr zehn Tagen fing Shawn an, mich persönlichere Dinge zu fragen, um herauszufinden, ob wir zusammenpassen könnten. An diesem Punkt wurde ich offener für ihn, und die Sache fing an, spannend zu werden. Als unsere E-Mails länger und tiefgründiger wurden, erwachte in mir ein Gefühl, das ich schon länger nicht mehr gespürt hatte: Hoffnung.

Eines späten Abends hing ich im Bett herum und trank Eistee, während wir miteinander chatteten. Plötzlich schrieb er: „Kann ich dich stattdessen einfach anrufen?“ Endlich. Darauf folgte eine Woche, in der wir – meist vor dem Schlafengehen – telefonierten. Wir redeten über alles, von Alltäglichem über unsere Vorlieben, Abneigungen, Hobbys und Fitnessübungen bis hin zur Familiendynamik, bevor er mich fragte: „Können wir uns treffen?“ Puh!

Während ich jetzt, zwei Tage später, vor dem langen Spiegel stehe, stelle ich fest, dass ich meine Strategie perfekt durchgezogen habe. Und dass ich nicht allein bin. Meine alten Freunde, die Schmetterlinge (die Flugübungen in meinem Bauch machen), sind auch wieder da. Ich kann mein Lächeln nicht verbergen. Vielleicht ist er ja der Richtige. Vielleicht ...

Ich bin zwar pünktlich, doch Shawn ist mir zuvorgekommen und hat zwei Plätze am Ende des langen, schmalen Raums reserviert, der im Stil vergangener Zeiten eingerichtet ist. Es ist zwar dunkel in der Kneipe, aber er ist leicht zu erkennen – der Einzige, der allein an einem Tisch für zwölf Personen sitzt. Er sieht genauso aus wie auf den Fotos. Süß. Leicht graumeliertes dunkelbraunes Haar, ein schwarzes eckiges Brillengestell, das zu seiner Aussage »Ich arbeite in der Technikindustrie« passt, und ein strahlendes Lächeln. Er umarmt mich kurz und strahlt noch mehr, und ich atme still auf. Er mag mich und wirkt erfreut. Ich kann mich etwas entspannen (und versuchen, ich selber zu sein).

Nach einiger Zeit kann ich erkennen, dass er offensichtlich genau so ist, wie er sich beschrieben hat, ohne ein einziges „Aber“ in Sicht. Den tollen Typen hängt meistens ein „Aber“ an. Sie wissen schon, er ist umwerfend, aber ...

Er ist noch nicht über seine Ex hinweg.

Er hat vor, nach China auszuwandern.

Er hat seinen Job an den Nagel gehängt, um sich neu zu erfinden, und weiß noch nicht so genau, wer er ist, wohin er will und was er aus seinem Leben machen möchte.

Meine Aufgabe ist jetzt, herauszufinden, wie ich diese anfängliche Anziehung in eine positive Bahn lenke. Ich weiß, dass ich sehr unterhaltsam bin. Ich erzähle ihm eine Geschichte nach der anderen und bin äußerst amüsant – stundenlang. Er mag mich wirklich. Er sagt: „Tolles Ambiente und köstliche Drinks in erstklassiger Gesellschaft.“ Er fordert mich mit Fragen wie dieser heraus: „Kennst du einen guten Innenarchitekten? Ich könnte echt deine Hilfe bei meinem Haus brauchen, weil ich es gerade renoviere.“ Und: „Könntest du dir vorstellen, in zwei Städten zu leben? Dann könnten wir den Sommer in Kalifornien verbringen und in Mexiko überwintern. Wie wär das?“ Außerdem sagt er: „Ich finde deine Arbeit toll“ und: „Du würdest meiner Mutter gefallen“.

Shawn hat keine Ahnung, welche Wirkung solche Bemerkungen auf mich haben. Ich weiß nämlich (noch) nicht, dass Männer das tun, um Ideen auszuprobieren und zu sehen, wie sie sich anfühlen. Diese scheinbar unschuldigen Pläne, Versprechen und Bekundungen der Akzeptanz und Kompatibilität bringen mich dazu, immer selbstsicherer zu werden und ihn mit jedem Wort ein bisschen mehr zu mögen.

Während wir nebeneinander sitzen, spüre ich in den fünf Stunden, die wir miteinander verbringen, dass wir mehr als nur eine mögliche Verbindung sind. Das hier könnte tatsächlich funktionieren. Shawn wirkt auf unwiderstehliche Weise klug, freundlich und interessant, was selten ist. Es gefällt mir, wie offen und spielerisch er sich mir gegenüber gibt. Es fühlt sich bodenständig und einfühlsam, witzig und sexy an. Ein Stadtmensch, der im lebendigsten Teil der Großstadt wohnt, der ein eigenes Leben und einen guten Job hat und den Menschen, die ihm wichtig sind, viel zu bieten hat. Es ist, als hätte das Universum alles gehört, worum ich es jemals gebeten habe, und all diese positiven Eigenschaften in dem Mann vereint, den es mir gerade präsentiert.

„Lieber Gott, ich weiß ja, dass ich dauernd um irgendwas bitte, aber könntest du bitte, bitte – nur dieses eine Mal – machen, dass das der Anfang von etwas ganz Tollem ist?“, bete ich während dieser ersten Verabredung stumm in der Kabine des Damenklos. Das ist doch nicht irgendwie komisch, oder?

Schließlich geht es darum, einen Partner zu finden. Ich sehne mich nach Intimität, wachsender Vertrautheit und Verbundenheit zu jemand anderem als meinem Hund. Und gut, ich gebe es ja zu: Ich will ganz normale Sachen unternehmen, die Pärchen machen. Ich will zu viert ausgehen, dienstags Taco-Abende für die Clique schmeißen, vor einem Lagerfeuer auf seinem Schoß sitzen, während jemand Gitarre spielt und alle unmusikalisch singen, und auf romantische Wochenendtrips gehen. Wie die meisten Frauen sehne ich mich danach, umsorgt zu werden. Er soll mir über die Wange streichen oder mein Haar zurück streichen, wenn es mir in die Augen fällt, und mir ins Ohr flüstern: „Ich bin der Mann, der dich liebt.“

Ich erwarte nicht, dass sich sofort eine Beziehung zwischen Shawn und mir entwickelt, aber ich habe das Gefühl – die Hoffnung –, dass wir vor dem klassischen Anfang stehen. Ich weiß, dass andere ihn erleben. Ich bin ihnen begegnet.

Gegen Mitternacht fragt Shawn, ob er mich zu meinem Auto begleiten darf. Wie süß! Unser Gutenachtkuss dauert ein bisschen länger als erwartet, und mir gefällt, was ich in diesem ersten Kuss über ihn erfahre.

„Schick mir eine SMS, wenn du angekommen bist, damit ich weiß, dass du gut nach Hause gekommen bist“, sagt er, und jetzt hat es mich erwischt. Nachdem ich ihm die SMS mit dem Text „Ich bin gut nach Hause gekommen, danke für den schönen Abend und gute Nacht“ geschickt habe, ist mein Teil erledigt.

Jetzt beginnt das Warten.

Ich warte.

Und warte.

Mit jeder Stunde, die ohne eine nächste Verabredung vergeht, wird meine kritische innere Stimme lauter. Schließlich läuft ein vollständiger Rückblick des Abends in meinem Kopf ab und ich fange an, alles zu hinterfragen: Warum musste ich ihm diese durchgeknallte Geschichte über meine Familie erzählen? Hat es ihn etwa eingeschüchtert, als ich über meine Arbeit redete? Habe ich zu deutlich mit ihm geflirtet? Glaubt er jetzt, ich wäre nicht mütterlich genug für seine Tochter? War es ein Fehler, mich neben ihn zu setzen? Vielleicht hat er meinen fetten Bauch gesehen?

Mit jeder Minute, die ohne eine SMS, eine E-Mail oder einen Anruf vergeht, bröckeln kleine Stückchen von dem Hoffnungsbrocken, der mein Herz ausgefüllt hat, ab. Sie fallen mir vor die Füße und werden zermalmt, während ich mich durch einen weiteren Tag schleppe.

Shawn ist sich der Grausamkeit seiner simplen Abschiedsphrasen „Ich ruf dich an“ und „Wir sollten das bald wieder machen“ gar nicht bewusst.

Ich bin gezwungen, mich den Tatsachen zu stellen: Er erlebte das Date nicht so schön wie ich. Für ihn war einfach nicht genug Verbundenheit da, um sich noch mal mit mir zu treffen. Ein Gefühl überwältigender Trauer, Verzweiflung und Einsamkeit breitet sich in der hoffnungsvollen Nische meines Herzens aus. Ich sende ein SOS an Freunde aus, und sie sagen mir:

„Ach, das war doch bloß ein Date.“

„Es gibt genug Männer da draußen für dich!“

„Lass dich davon nicht runter ziehen. Hake ihn ab und konzentriere dich auf den nächsten. Andere Frauen haben auch hübsche Söhne.“

„Wenn du gleich damit anfängst, dich mit anderen zu verabreden, vergisst du ihn ganz schnell.“

„Eigentlich hat er dir einen Gefallen getan, indem er nicht mehr angerufen hat. Das ist seine Art, sich höflich zurückzuziehen.“

„Er war einfach nicht der Richtige.“

Das weiß ich alles; das habe ich alles schon mal gehört. Und was noch schlimmer ist: Dieselben gut gemeinten Tipps habe ich unzählige Male meinen Freundinnen und Klientinnen gegeben. Ich hasse meine eigenen Ratschläge. Ich sage mir, was ich von meinen doofen Tipps halte: „Ihr könnt mich alle mal“, grummle ich.

Als Nächstes habe ich die Wahl. Ich kann mich entweder zu Hause verkriechen – für mehrere Tage, Wochen, Monate oder wie einige meiner Freunde sogar Jahre –, oder ich kann es so gut wie möglich verarbeiten und wieder aus dem Haus gehen und alles noch einmal machen: neue Klamotten, neue Schuhe, eine neue Mani- und Pediküre und ein neuer Mann.


Es war einfach ein weiterer Versuch, der nicht funktioniert hat und der zum Single-Dasein dazugehört. Klingt das irgendwie vertraut?

Meine Freundin Leslie drückt es am besten aus. „Es ist, als würde man schon sehr, sehr, sehr lange auf einem Platz stehen und dann einen bequemen Sessel entdecken, der wunderschön aussieht. Also lässt man sich hineinfallen, wenn auch nur für einen Moment, und es fühlt sich herrlich an. So warm und weich. Der Sessel hat genau die richtige ergonomische Form und bringt wohlige Erleichterung. Man entspannt sich. Man spürt, dass die Beine wieder leicht werden. Man atmet auf. Und bevor man es sich versieht, wird man aufgefordert, wieder aufzustehen – und sich wieder hinzustellen.“

Manche von uns reagieren auf Verletzung mit Aufgeben. Für immer. Für andere ist die Vorstellung, sich mit Fremden zu verabreden, so unangenehm (oder beängstigend), dass sie noch nicht einmal damit anfangen.

Das ist jetzt vorbei.

Dieses Buch soll Ihnen helfen, aufrecht stehen zu bleiben, wenn Sie nichts lieber tun würden, als sich hinzusetzen – auch ohne den bequemen Sessel. Sie können aus meinen (unseligen) Abenteuern bei 121 Dates lernen. Ohne es zu wollen, hatte ich nach 121 Verabredungen genügend Erfahrungen gesammelt, um mich eine „Dating-Expertin“ nennen zu können, was ich übrigens nie vorhatte. Ich glaube, das hat niemand vor. Wir wollen nur ins kalte Wasser springen, unseren Partner finden und uns so schnell wie möglich wieder aus der Dating-Szene verabschieden.

Am Ende des Dating-Tunnels schimmerte ein Licht, denn ich begegnete dem Richtigen. Doch um dahin zu kommen, musste ich 121 Dates hinter mich bringen. Wenn auch Sie dazu bereit sind, werden Sie schließlich finden, was Sie suchen. Ich verspreche, ich werde Ihnen realistische Hoffnung machen, ehrliche Ratschläge erteilen und praktisches Wissen zusammen mit meinen wahren Erlebnissen, die manchmal schockierend und oft witzig sind, an Sie weitergeben. Meine Dating-Geschichten sind ein ehrlicher Crash-Kurs darin, wie Dating im wahren Leben – mit all seinen Hochs und Tiefs – sein kann: weder vollkommen noch glamourös und auch nicht immer romantisch. Bei manchen Geschichten sträuben sich Ihnen womöglich die Haare, über manche werden Sie lachen und eine oder zwei bestätigen vielleicht Ihre eigenen Erfahrungen. Einige dieser Dates waren lustig, bereichernd und überraschend, und alle führten mich letztendlich zu meinem Partner, indem sie mir halfen zu verstehen, wonach ich wirklich suchte.

Ich möchte Ihnen helfen, Verabredungen mit der Leichtigkeit und Anmut anzugehen, die ich nicht immer hatte. Sie werden sie haben und noch einen Bonus dazu: meinen beruflichen Hintergrund.

Im Jahr 2002 nahm ich an einem Workshop teil, der von den PAX-Programmen (die von der Beziehungsexpertin Alison Armstrong entwickelt wurden) angeboten wurde. Meine zehnjährige Ehe war am Ende und mir brannten viele Fragen auf der Seele. Ich hatte vor, Männer besser verstehen zu lernen und dieselben Fehler nicht noch einmal zu machen. Also saß ich zwei Tage lang mit meiner besten Freundin Leslie und dreißig anderen Frauen im Konferenzsaal eines Hotels und lernte die Grundsätze, die ich über Männer wissen musste – von einer Frau. Die PAX-Programme sammeln Informationen, die Männer ihnen über Männer geben. Es bedurfte einer fremden Frau, um mir die Welt eines Mannes zu verdeutlichen.

Das änderte für immer mein Leben. Ich fing sofort an, für das Unternehmen zu arbeiten. Erst plante und später leitete ich Wochenend-Workshops. Meine neue Tätigkeit steigerte meine unbegrenzte Faszination für Männer und ihre Ansichtsweisen noch mehr. Ich wollte unbedingt wissen, warum sie die Dinge tun, die sie tun, und ich wollte herausfinden, inwiefern unser Leben viel besser werden kann, wenn wir verstehen, was Männer zu Männern und Frauen zu Frauen macht.

Nach diesem Workshop wurden meine Beziehungen zu Männern liebevoller und enger. Ich entwickelte Freundschaften zu Männern, die früher unmöglich gewesen wären, und meine Gefühle wurden nun seltener verletzt. Es war der Beginn einer ganz neuen Welt und der Anfang meiner Recherchen. Ich fing damit an, indem ich vielen Männern in den Workshops zuhörte, in denen ich arbeitete. Später dehnte ich meine Recherchen auf unabhängige Untersuchungen aus, die wahrscheinlich nie enden werden.

Seit 2002 führe ich gesellschaftliche Recherchen durch. Ich habe schon Tausende von Jungen und Männern im Alter von acht bis fünfundachtzig Jahren interviewt. Ich mache Umfragen und lasse die Männer Fragebögen im Internet ausfüllen. Ich stelle meinem großen Bekanntenkreis Fragen und bitte meine Freunde häufig, auch noch ihre Freunde und Bekannten zu fragen. Ich poste in Gruppendiskussionsforen Fragen und bitte um öffentliches und privates Feedback. Meine Gespräche mit Männern unter vier Augen über alle möglichen Themen sind faszinierend. Meine Arbeit ist nie fertig.

Nachdem ich Hunderte von Workshops mit Tausenden von Teilnehmerinnen über das Thema, wie man Männer verstehen kann, sowie über Dating, Sex und Beziehungen geleitet habe, habe ich von Männern und Frauen die verschiedenen Dinge gelernt, die wir brauchen, um aus unseren Beziehungen echte Partnerschaften zu machen. Ich biete Ihnen die bestmögliche Kombination an: meine persönlichen Erfahrungen und mein professionelles Wissen. So können Sie sicher sein, dass ich meine Dating-Ratschläge selbst umgesetzt habe. Es ist buchstäblich mein Lebenswerk, und ich möchte das, was ich gelernt habe, mit Ihnen teilen.


Doch jetzt zurück zu Ihnen. Was sollten Sie tun, wenn Sie eine Erfahrung wie meine mit Shawn gemacht haben oder wenn etwas nicht so läuft, wie Sie es sich wünschen? Die Antwort ist nie einfach, und meistens unterscheidet sie sich je nach Situation. Vielleicht erholen Sie sich schnell und treffen gleich wieder neue Verabredungen. Möglicherweise machen Sie auch eine kleine Pause, um sich wieder zu fangen. Und ehrlich gesagt: im Vergleich zu anderen Blind-Date-Albträumen war die Erfahrung mit Shawn doch gar nicht so schlimm, oder? Manche von uns sind durch viele solche Erlebnisse schon so gebrannte Kinder, dass sie verkohlten Toastscheiben ähneln. Das passiert, wenn man die negativen Erfahrungen nicht verarbeitet, bevor man ausgeht und jemand anderen kennenlernt.

Das letzte Mal, als ich mich wieder einmal in einem »Shawn«-Szenario wiederfand, musste ich eine Pause einlegen. Ich musste einen Gang zurückschalten, mich um mich selbst kümmern und mich von meinen Freunden trösten lassen im Wissen, dass ich mich in hoffentlich relativ kurzer Zeit von dem Schlag erholen würde. Es gab auch Zeiten, in denen ich mich zwar auf der Kampfebene eines Ninja befand, in der die überwältigende Enttäuschung eines Dates mich schwer traf, ich jedoch mit voller Kraft weitermachte. Dann heilte ich meinen Schmerz, so gut ich konnte, und blieb allein durch meine Willenskraft aktiv.

Sollen Sie sich also weiter mit Männern treffen oder eine Pause einlegen? Weder das eine noch das andere ist falsch. Weder das eine noch das andere ist die bessere Lösung, und es ist gut möglich, dass Sie zwischen beiden Möglichkeiten hin- und herpendeln. Der Schlüssel hierbei ist, sich um sich selbst zu kümmern, so dass Sie sich gut fühlen. Heilen Sie sich (und vergeben Sie sich, falls nötig) und finden Sie heraus, was sich in diesem Moment für Sie richtig anfühlt. Sie können Ihren Instinkten trauen. Nutzen Sie sie. Dieses Buch soll Ihnen genau dabei helfen.

Es gibt auf unserem Planeten unzählige Menschen, die frei und ungebunden sind, und es gibt Tausende von verschiedenen Möglichkeiten, sie kennenzulernen. Daher werden Sie zweifellos Verabredungen bekommen. Der schwierige Teil daran ist, psychisch und emotional fit zu bleiben, keine früheren Erfahrungen als Lasten mit sich herumzuschleppen und lange genug dranzubleiben, um den Menschen zu finden, der zu Ihnen passt. Für das Shawn-Szenario (und möglicherweise viele solche Erfahrungen) bereit zu sein, es unbeschadet wieder abzuschütteln und sich offen dem nächsten Kandidaten zuzuwenden, gehört zum Dating einfach dazu.

Sie sind genau am richtigen Punkt, wo immer Sie auch gerade stehen. Vielleicht sind Sie erst am Anfang und experimentieren mit Online-Dating oder Sie haben schon einige Dates hinter sich, fanden sie schrecklich, gaben auf und sind jetzt bereit für einen neuen Versuch. Möglicherweise haben Sie regelmäßig Dates und suchen nach Bestätigung, Tipps und Ermutigung, um weiterzumachen. Wo immer Sie sich auf Ihrem Weg auch befinden – am Anfang oder irgendwo in der Mitte –, dieses Buch wird Ihr persönlicher Ratgeber, der Ihnen dabei hilft, ans Ziel zu kommen. Als Ihr Wegführer verspreche ich Ihnen, Sie vor herunterhängenden Ästen zu bewahren und Ihnen zu helfen, den steilen, mühsamen Pfad zu umgehen. Ich werde Sie unterwegs sogar zum Lachen bringen (oder es zumindest versuchen), weil ich mich für witzig halte und weil Lachen den Würgegriff der Angst und Resignation, die einsetzen könnten, lockert.

Mein Ziel ist es, Ihnen das Dating durch meine Erfahrungen leichter zu machen. Meine Strategie ist die Beharrlichkeit. Ich werde Ihnen Methoden aufzeigen, wie Sie die potenziellen Partner rascher sortieren können und wie Sie noch lange, nachdem Sie aufgeben wollen, stehen bleiben. Ich habe beim Dating viele interessante Männer kennengelernt, und ich habe meine eigenen Ratschläge getestet, um herauszufinden, was wirklich funktioniert. Es zahlte sich aus. Ich habe meinen Partner gefunden. Ich halte mich nicht unbedingt für ein Glückskind, sondern bin vielmehr mit offenen Augen in die Sache hineingegangen, habe aus meinen Fehlern und den Fehlern anderer gelernt. Und ich habe nie aufgegeben.

Bitte suchen Sie sich das heraus, was für Sie passt, und lassen Sie links liegen, was für Sie nicht stimmig klingt. Meine Methode ist möglicherweise nicht der einzig wahre Weg, wenn es ihn überhaupt gibt. Wenn Ihnen der Schuh nicht passt, dann ist es eben nicht Ihr Schuh. Zwängen Sie sich nicht hinein, denn es könnte eine lange Wanderung werden. Ach ja, wenn wir schon vom »passenden Schuh« sprechen: Vielleicht treffen Sie sich nicht gerne ausschließlich (oder überhaupt) mit Männern. Vielleicht gehen Sie lieber mit Frauen aus oder sind in Ihren sexuellen Vorlieben etwas freier und flexibler, als ich es bin. Meine Erfahrungen beschränken sich auf 121 Dates mit Männern, doch es gibt für Sie genügend Gutes in diesem Buch zu finden, selbst wenn Männer nicht Ihr Ding sind. Mein Vorschlag ist, neutral zu berichten, wann immer das möglich ist, ohne meine Erfahrungen und das Thema dieses Buches zu verzerren, und Sie können Pronomen überspringen oder austauschen, um das Buch Ihrem eigenen Leben anzupassen. In Ordnung?

Ich kann Ihnen zwar nicht versprechen, dass niemand auf unserer Wanderung verletzt wird, doch ich werde versuchen, die Gefahr, sich Kratzer und blaue Flecke zuzuziehen, möglichst zu verringern. Ich werde Sie unterhalten und gleichzeitig vor Dingen warnen, auf die Sie achten sollten. Doch es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, und keine Methode funktioniert immer für jeden Einzelnen. Übernehmen Sie also das, was für Sie passt, und verwenden Sie dieses Buch als Ratgeber und nicht als Lösung für alle Probleme.

Vielleicht werden Sie sich mit 121 Männern treffen müssen, um wie ich Ihren Partner zu finden. Womöglich ziehen Sie auch schon beim fünften Date das große Los. Oder beim zwanzigsten. Wesentlich ist nicht die Zahl, sondern der Wille, sich der Welt da draußen zu stellen. Trotz der Widrigkeiten. Trotz der Höhen und Tiefen. Trotz der vielen guten ausgeleierten Ratschläge von Freunden und Verwandten. Trotz der wirklich miesen Erfahrungen mit Dates, die man machen kann.

Holen Sie also tief Luft, machen Sie sich startbereit und vergessen Sie nicht, sich selbst gut zu behandeln. Keine Angst: Ich werde Sie auf jedem Schritt begleiten.

Teil I:
Wie man sich auf das Dating vorbereitet


Als ich noch zur Schule ging, sagte meine Handarbeitslehrerin immer: „Zweimal ausmessen, einmal zuschneiden.“ Damals nahm ich mir ihren Rat nicht zu Herzen (wie man an den viel zu kurzen Shorts und den total schiefen Schlafanzughosen, die ich fabrizierte, nur allzu deutlich erkennen konnte). Doch mit den Jahren schätze ich ihren Rat immer mehr.

Wenn wir beschließen, kopfüber ins kalte Wasser des Dating-Beckens zu springen, nehmen sich viele von uns nicht die Zeit für eine gründliche Vorbereitung. Wir sind entweder aufgeregt, ängstlich oder besorgt – oder alles gleichzeitig (heben Sie die Hand, wenn Ihnen dieses Gefühl vertraut ist), und vergessen dadurch einen grundsätzlichen Schlüssel zum Erfolg, der für jeden Lebensbereich gilt: die Vorbereitung.

In dieser Hinsicht ist es beim Dating wie mit allem anderen. Je mehr Sie darüber wissen, bevor Sie loslegen, umso leichter wird es. In diesem Abschnitt möchte ich Ihnen dabei helfen, sich gut vorzubereiten. Auf die Höhen und die Tiefen, den Spaß und den großen Frust. Ich gebe Ihnen Worte der Weisheit und hilfreiche Tricks mit auf den Weg. Ich zeige Ihnen auf, was Sie tun sollen und was Sie lieber lassen sollten, Kenntnisse, die mir und vielen anderen Frauen geholfen haben, sich in der Welt des (Online- und Offline-)Datings zurechtzufinden. Außerdem gebe ich Ihnen noch ein paar Geschichten, die Hoffnung machen, und Erfahrungen, die Sie warnen sollen, mit auf den Weg.

Wenn ich aus meinen 121 Dates etwas gelernt habe, dann, dass die körperliche und seelische Vorbereitung dazu beisteuert, den Dating-Prozess effizient, machbar und letztendlich auch erfolgreich zu machen. Natürlich kann man nicht alles vorhersehen, vor allem, wenn es um Intimität und Beziehungen geht, doch was man tun kann, ist, zu sich selbst zu stehen. Und was bedeutet das? Es bedeutet, dass Sie mit ein wenig Vorbereitung und Weitblick für Ihr eigenes Wohl sorgen, Ihre beste Freundin sind und dem Schicksal einen Schritt voraus sein können, bevor Sie zum Café unten an der Ecke, in den Park oder in das neue In-Lokal in der Stadt gehen, um Ihren potenziellen neuen Partner zu treffen.

Sind Sie bereit? Dann nehmen Sie jetzt die Schere zur Hand, aber schnippeln Sie noch nicht los!


1
Was Sie vom Dating erwarten (und nicht erwarten) können

Tatsache ist: Sie begegnen ihm, wenn Sie ihm begegnen. Punkt. Das ist kein linearer Prozess. Sie könnten ihm beim ersten Date begegnen. So ging es meinem Partner Dave. Ich war sein erstes Date in vierundzwanzig Jahren. Sie können ihm aber auch erst beim 121. Date begegnen (so ging es mir). Niemand – und ich meine wirklich niemand – kann vorhersagen, wie es in Ihrem Fall laufen wird. Glauben Sie mir, ich würde andere dafür bezahlen, wenn sie das voraussagen könnten.

Ich kenne Männer und Frauen, die sich in einer Singlebörse angemeldet haben, beim ersten Date ihren Partner oder ihre Partnerin kennengelernt haben und noch heute mit ihm oder ihr zusammen sind. Auch wenn ich ihnen ihr Glück gönne, passiert so was nur selten. Davon auszugehen, wäre so, als würde eine Schauspielerin erwarten, am Tag nach ihrem Umzug nach Hollywood beim ersten Vorsprechtermin gleich die Hauptrolle zu landen.

Was immer Sie auch sind – kurvig oder dünn, groß oder klein, schwarz oder weiß oder irgendein Farbton dazwischen, schüchtern oder frech, jung oder alt –, Ihr Glück-bis-an-Ihr-Lebensende ist da draußen und wartet nur darauf, gefunden zu werden. Der Mensch, der für Sie der Richtige ist, der Sie so lieben wird, wie Sie sind, läuft irgendwo da draußen herum. Sie müssen nur weiter stehen bleiben und immer wieder einen Schritt vor den anderen setzen, bis Sie sich beide gegenüberstehen.

Kurz und gut: Wenn Sie wissen, wie man mit einem gewissen Maß an Anmut mit anderen umgeht, und wenn Sie sich ziemlich sicher sind, eine Stunde mit einem wildfremden Menschen durchzustehen, dann sind Sie für Verabredungen bereit.

Das Erste, was Sie über das Dating wissen sollten, ist, dass jeder – Freunde, Verwandte, Kollegen, Bekannte aus dem Fitnesscenter, die Kellnerin in Ihrem Lieblingscafé und alle anderen wohlmeinenden Idioten – eine eigene Meinung über Ihr Liebesleben hat (auch wenn es noch nicht einmal angefangen hat). Ja, sie alle wissen genau, wie Sie Misserfolge vermeiden und endlich den Richtigen finden können.

Sobald sie herausgefunden haben, dass Sie (wieder) auf der Suche sind, wird das zum heißen Thema. Sie alle haben Sichtweisen und Strategien und ausgefeilte Pläne, die sie unbedingt mit Ihnen teilen müssen. Vermutlich wird Sie das furchtbar nerven. Und das ist der Grund: Meistens verklickern sie Ihnen ihre fast immer ungebetenen Strategien, nachdem Sie ein frustrierendes Erlebnis hatten. Das ist der Zeitpunkt, an dem sie aktiv werden (wie ein Superheld, der es zwar gut meint, ohne jedoch kompetent zu sein). Sie geben Ihnen Tipps, wie man es „richtig macht“, weil Sie ja offensichtlich alles falsch machen. Es ist egal, dass sie nicht dabei waren und nicht die ganze Geschichte kennen – wer braucht schließlich Fakten? Machen Sie sich nichts vor: Sie sind ganz nahe dran, eine tragische Außenseiterin zu werden, und das wollen Ihre Bekannten verhindern. Sie wollen Sie retten. Sie werden daher alle möglichen „hilfreichen“ Bemerkungen machen, wie beispielsweise: „Der Richtige kommt, wenn man es am wenigsten erwartet.“

Ach, wirklich? Ich habe zehn Jahre lang ohne Partner gelebt, und glauben Sie mir: Es gab genügend Monate, in denen ich „es am wenigsten erwartete“. Ich kenne Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte von Singlefrauen, die es nie erwarten. Dreimal dürfen Sie raten: Bei ihnen ist der Richtige auch (noch) nicht aufgetaucht.

„Du musst die Sache wie einen Vollzeitjob angehen. Du musst daran arbeiten.“

Tatsächlich? Dates zahlen aber nicht die Miete, meine Lieben!

„Du musst es locker sehen.“

Wieso, ich dachte, ich sollte daran arbeiten?

„Du hast zu hohe Ansprüche.“

Im Ernst? Eine anständige und zivilisierte Unterhaltung bei einem Glas Wein sind zu hohe Ansprüche?

Wie Sie später erfahren werden, bin ich kein Freund von Dating-Strategien. Wenn Sie eine Strategie verfolgen und sie funktioniert, dann sage ich: „Schön, dass sie funktioniert hat“ (und meine es auch). Leider erlebe ich es oft, dass Frauen irgendeine strategische Dating-Methode anwenden, dass sie sich viel Mühe geben, einen Fitnessplan und einen Dating-Plan einhalten und alles daransetzen, sich den richtigen Partner zu angeln. Es ist zwar gut, wenn man für das, was man will, hart arbeitet, doch wenn er nach all den Bemühungen immer noch nicht auftaucht, neigen solche Frauen dazu, sich und nicht ihrer Strategie die Schuld am Misserfolg zu geben.

Ob mit oder ohne Strategie – wie Sie in die Dating-Szene hineinspringen (oder wieder eintauchen) hat viel damit zu tun, was Sie sich vom gesamten Vorgang erwarten.

Was erwarten Sie also von Ihrer ersten Verabredung?

Haben Sie die Latte zu hoch gehängt?

Werden Sie schon fünf Minuten, nachdem Sie ihn kennengelernt haben, am liebsten Ihr Online-Profil wieder löschen?

Hoffen Sie inbrünstig, dass er sich auch sechs Kinder wünscht?

Egal, ob es sich um ein Blind Date handelt oder um eine erste Verabredung mit jemandem, den Sie in einer Bar kennengelernt haben – eines sollten Sie beim ersten Date erwarten: Dass Sie es beide locker, höflich und freundlich zueinander meistern. Sie können nicht erwarten herauszufinden, ob Ihr Gesprächspartner Sie auch so toll findet wie Sie ihn. Häufig sagen sie es zwar netterweise, doch das ist nicht immer der Fall.

Sie können nicht davon ausgehen, dass Sie seine wahren Absichten erfahren werden. Damit will ich nicht sagen, dass er ein Lügner wäre – das meine ich nicht. Doch oft entscheiden Männer und Frauen sehr rasch, ob sie die Person wiedersehen wollen oder nicht. Sie rücken damit jedoch nicht heraus, weil sie das unfreundlich finden. Sie halten sich für nett oder höflich. Was für ein Irrtum! Wer hat nicht schon einmal bei einem Treffen den Mund gehalten, um die Gefühle des anderen nicht zu verletzen – und hat seine wahren Gefühle stattdessen per E-Mail oder SMS losgelassen? Das mag sich zwar einfacher anfühlen, doch es ist nur selten der bessere Weg.

Während Sie Ihrem Gegenüber beim ersten Date nichts schulden, ist es tatsächlich netter und höflicher, es ihm persönlich zu sagen. Wenn er fragt: „Kann ich dich morgen anrufen?“, und Sie nicht von ihm angerufen werden wollen, dann sagen Sie bitte nicht ja. Das machen Frauen ständig. Es ist die häufigste Klage, die ich von Männern höre. Für jemanden, der die andere Person wirklich wiedersehen will, ist eine unehrliche positive Antwort verletzend.

Seien Sie stattdessen ehrlich. Sie können zum Beispiel sagen: „Vielen Dank, dass du mich anrufen möchtest, aber ich glaube nicht, dass wir zusammenpassen. Ich wünsch dir alles Gute.“

Kennen Sie das Gefühl, wie enttäuschend es ist, wenn man einen tollen Abend mit jemandem verbracht hat und auf seinen Anruf wartet, bis man nach einer Woche feststellen muss, dass das Warten umsonst war? Machen Sie es ihm nicht nach.

Was können Sie also noch vom Dating erwarten?

Gehen Sie davon aus, dass Sie neue Leute kennenlernen werden.

Gehen Sie davon aus, dass Sie Fragen stellen und beantworten werden, die aufheitern, witzig sind oder Ihre und seine einzigartigen Seiten zutage bringen.

Rechnen Sie damit, dass möglicherweise die Chemie fehlt – auf Ihrer Seite, auf seiner Seite, auf beiden Seiten. Es passiert oft, dass die Chemie fehlt.

Versuchen Sie, das Beste aus ihm herauszuholen, indem Sie ihn dazu bringen, über Dinge zu reden, die ihm am Herzen liegen.

Versuchen Sie, etwas Neues über diesen Menschen herauszufinden.

Versuchen Sie, in Dingen, die Ihnen wichtig sind, gehört und verstanden zu werden.

Versuchen Sie, die Begegnung freundlich zu gestalten, sich mit ihm verbunden zu fühlen und Spaß zu haben, was zu noch mehr Verbundenheit und Spaß führen kann.

Versuchen Sie, ehrlich zu sein, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, an dem Sie einander sagen, wo Sie stehen. Möchten Sie abspringen? Oder möchten Sie weitermachen? Das könnte auch einen Ortswechsel am selben Abend bedeuten. Sagen wir mal, Sie haben das Abendessen mit ihm genossen und er schlägt einen Spaziergang vor, ein anderes Lokal für den Nachtisch oder ein beliebtes Weinlokal. Wenn Sie Spaß mit ihm haben, dann sagen Sie ja. Wenn Sie von dem Date genug haben, dann ziehen Sie es nicht aus reiner Höflichkeit in die Länge. Beenden Sie es einfach.

Es kann Verabredungen geben, bei denen Sie wissen, dass Sie sich nie wiedersehen werden, aber trotzdem Spaß haben. In diesem Fall können Sie das Date fortsetzen, solange Sie darauf achten, ihm keine falschen Hoffnungen zu machen.

Date #44: Bisons und eine Massage – Was kann daran verkehrt sein?

Ich stand in der Warteschlange des Cafés, eines coolen Altbaus mitten im Zentrum von Mill Valley in Kalifornien. Früher war es ein Bahnhof für die Mühlenarbeiter; heute ist es ein beliebter Treffpunkt bei Espresso und Croissants für Singles wie mich. Während ich darauf wartete, bis ich meinen Eistee bestellen konnte, sah ich mich um – und entdeckte mein Date hinter mir in der Schlange.

Auch wenn wir uns noch nicht begrüßt hatten, war mir auf Anhieb klar, dass er nicht mein Typ war. Ich glaube, er merkte es auch, denn er versuchte von Anfang an, sich so gut wie möglich zu verkaufen: Er lenkte das Thema auf seine gemeinnützigen Bemühungen, Menschen, die Umwelt und Tiere zu retten.

„Tiere?“

„Ja, ich rette alle möglichen großen Tiere und helfe dabei, sie in Schutzgehegen und privaten Unterkünften entlang der Küste unterzubringen“, sagte er. „Zum Beispiel Bisons.“

„Bisons? Das muss ich sehen!“, stieß ich begeistert aus.

„Echt?“, fragte er hoffnungsvoll.

„Ja klar!“

Wir warteten, bis wir an der Reihe waren, nahmen unsere Getränke und setzten uns an ein rundes Granittischchen, das so klein war, dass es eigentlich nur einer Person Platz bot.

„Wenn du wirklich die Bison sehen willst, musst du mir sagen, was du heute noch vorhast“, sagte er.

„Mein Plan war, mit dir Kaffee zu trinken und anschließend zur Massage zu gehen. Ich habe in knapp zwei Stunden einen Termin. Also haben wir ein bisschen Zeit“, sagte ich.

„Glaubst du, du kannst mir auch einen Massagetermin organisieren?“

„Klar“, sagte ich, während ich die Kurzwahl für den Massagesalon eintippte.

Nicht lange danach saß ich mit diesem Mann (an dem ich kein bisschen interessiert war) in meinem BMW Cabrio mit geöffnetem Verdeck und fuhr an einem warmen Sommertag nach Nicasio, um auf einem riesigen Gelände die Bisons zu besuchen. Als wir am Tor ankamen, brauchte er mehrere Anläufe, bis er die richtige Zahlenkombination eingegeben hatte. Das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun – was wir wahrscheinlich taten –, war aufregend prickelnd. Schließlich schwang das Tor auf und die Bisons begrüßten uns am Hügel. Wie süß sie waren – so wollig weich und riesig, viel größer, als ich gedacht hatte.

Während wir Eindringlinge die Bisons kein bisschen zu interessieren schienen, war ich begeistert. Ich begrüßte jeden einzelnen Mammutbüffel ausgiebig. Es gab braune, dunkelbraune und hellbraune Tiere, Dutzende von Bisons mit extrem langen Hörnern, die es mir unbegreiflich machten, dass ihr Gewicht und ihre Länge keine Last für die Tiere darstellten. Ich unterhielt mich ausführlich unter vier Augen mit jedem Bison. Ich sagte ihnen, wie süß sie waren. Ich fragte sie, ob die Hörner es ihnen erschwerten, ihr Gleichgewicht zu halten, und was sie am liebsten fraßen. Ich bekam zwar keine umfassenden Antworten von ihnen, aber das war mir egal. Die ganze Zeit über überlegte mein Date-Partner, wie er mich vom Zaun loseisen könnte, damit wir es rechtzeitig zum Massagetermin schaffen würden.

Irgendwann schaffte er es. Ich gab nach und verabschiedete mich mit traurigem Herzen viel zu früh von meinen neuen Bisonfreunden. Auf dem Rückweg fuhr ich so rasant, dass wir gerade noch rechtzeitig kamen. Das Massagepersonal wartete schon darauf, uns unsere neunzigminütige Massage zu geben – natürlich in getrennten Kabinen. Hinterher trafen wir uns himmlisch entspannt im Empfangsraum, zahlten und verabschiedeten uns voneinander.

Was ich meiner Meinung nach bei dem Büffel-Date richtig gemacht habe: Ich verbrachte einen tollen und unvergesslichen Tag mit einem Wildfremden und ließ ihn gleichzeitig wissen, dass wir nur als „Freunde“ zusammen waren und kein Paar werden würden. Klar gab es Momente, bei denen ich mich ein wenig unbehaglich fühlte. Zum Beispiel, als er mich zwischendurch fragte, wann er mich wiedersehen könnte. Ich antwortete ihm so freundlich und aufrichtig wie möglich: „Ich habe total Spaß mit dir. Die Bisons waren der Hammer und die Wellness-Massage wird auch toll. Aber ich glaube nicht, dass das mit uns was wird. Das ist unser einziges Treffen, aber ich hoffe, dass wir es uns schön machen konnten.“

Er wirkte weder enttäuscht noch erstaunt. Ich wollte ihm nicht das antun, was andere immer wieder mit mir gemacht haben. Es ist gemein, den anderen bis zum Schluss in dem Glauben zu lassen, man würde mehr für ihn empfinden.

Ich kann es nicht ausstehen, wenn einem dann der Teppich unter den Füßen weggerissen wird.

Ich habe es richtig gemacht (dieses Mal).


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Wie Sie sich auf Ihr Dating-Abenteuer vorbereiten können

Dafür zu sorgen, dass es Ihnen gut geht, ist absolut notwendig, um einen geeigneten Partner anzuziehen und nicht durchzudrehen. Verzweiflung wirkt weder charmant noch anziehend. Sie steht niemandem, und Sie sollten sich nicht in einen so ungesunden Zustand hineinsteigern, der dazu führt, dass Sie sich an den ersten warmen Körper anschmiegen, nur weil er in Reichweite ist.

Sie können sich in Topform bringen, wenn Sie zwei Dinge herausfinden: Was Sie brauchen und was Sie glücklich macht. Also fangen wir gleich damit an!

Machen Sie zuerst zwei Listen. Schreiben Sie auf das erste Blatt als Überschrift „WAS ICH BRAUCHE“ und auf das zweite Blatt „WAS MICH GLÜCKLICH MACHT“.

WAS ICH BRAUCHE

Die meisten Leute glauben, drei Wörter auf der Liste ihrer Bedürfnisse würden ausreichen: Nahrung, Wasser und ein Dach über dem Kopf. Doch um in Topform für das Dating zu sein, muss man darüber hinaus schauen. Natürlich können Sie jetzt sagen, Sie bräuchten nicht viel – im Grunde gar nichts. So wie ein Auto ja auch kein Benzin oder Motoröl braucht. Eigentlich braucht es noch nicht einmal Räder ... wenn es in einem Hinterhof vor sich herrostet. Um gut zu funktionieren und sich von der Stelle bewegen zu können, brauchen Sie jedoch ein bisschen liebevolle Fürsorge.

Die Dinge, die Sie brauchen, sind im Allgemeinen Dinge, ohne die Sie sich schlecht, unausgeglichen oder unwohl fühlen. Sie zeigen sich dann nicht von Ihrer besten Seite. Es geht Ihnen nicht gut. Andere Emotionen, die auftreten könnten, wenn Sie nicht das haben, was Sie brauchen, sind Gereiztheit oder Frustration. Beispielsweise brauche ich regelmäßig meine acht Stunden Schlaf. Wenn ich mehrere Nächte hintereinander nur fünf oder sechs Stunden schlafe, bin ich schlecht drauf und gerate aus dem Gleichgewicht. Mindestens einmal in der Woche brauche ich einen Spaziergang in der Natur. Ohne diese Spaziergänge bin ich angespannt und nervös. Ich brauche jeden Morgen meine elf Minuten Meditation. Ohne sie fühle ich mich unausgeglichen, ziellos und bin oft nicht sonderlich produktiv. Und ich brauche täglich Zeit, um meine Hündin zu bemuttern. Wenn ich nicht mit ihr schmusen und mich liebevoll um sie kümmern kann, fühle ich mich einsam und ein wenig abwesend, und dann dauert es länger, bis ich mich an irgendwas erfreuen kann. Anders ausgedrückt: Mein Hund macht mich zu einem besseren Menschen, daher brauche nicht nur ich dieses Gefühl der Verbundenheit, sondern auch alle anderen um mich herum.

WAS MICH GLÜCKLICH MACHT

Sobald Sie haben, was Sie brauchen, und sich wohlfühlen, sollten Sie sich damit befassen, was Ihr Leben noch schöner machen würde. Was macht Sie glücklich? Ausschlafen zu können macht mich glücklich. Ein umwerfend guter Kinofilm macht mich glücklich. In Schokolade gehüllte Aprikosen machen mich glücklich. Ich brauche nichts von den Dingen, die ich aufgelistet habe (weil es mir auch ohne sie gut geht), doch sie sind herrlich – es sind die Zugaben des Lebens.

Und was sollen Sie mit diesen Listen machen? Sie werden anfangen, Dinge hinzufügen, und sie an den Kühlschrank kleben. Tragen Sie sie mit sich herum, bis Sie sie so in- und auswendig kennen, dass Sie sie nicht mehr auf Papier festhalten müssen. Seien Sie spezifisch, vor allem bei den Dingen, die Sie brauchen. Wenn Sie „Zeit mit meinen Freundinnen“ notiert haben – wie viel Zeit ist das? Zeit für sich, Zeit für Sport – wie viel Zeit reicht Ihnen (mindestens am Tag, in der Woche oder im Monat), um sich wohlzufühlen? Ich möchte Sie in Bestform bringen.

Aber warum ist es wichtig, sich wohlzufühlen?

Wenn Sie sich wohlfühlen, haben Sie alles, was Sie brauchen. Dann sind Sie weder gereizt noch aus dem Gleichgewicht und müssen nicht versuchen, toll zu sein, obwohl Sie sich schlecht fühlen. Wir neigen dazu, zu viel Zeit darauf zu verschwenden, toll sein zu wollen, wenn wir noch nicht einmal okay sind. Wir versuchen, glücklich zu sein, wenn noch nicht einmal unsere Grundbedürfnisse befriedigt werden, und diese Erfahrung ist ähnlich wie Eiscreme auf leeren Magen: es wird einem dabei schlecht. Wenn wir uns die meiste Zeit darauf konzentrieren würden, was wir tun können, um uns wohlzufühlen, wäre die Welt ein ganz anderer (und viel schönerer) Ort.

Einerseits sagt unsere Gesellschaft uns, dass wir Frauen alles verdient haben und alles haben sollten. Andererseits deutet sie auch gerne an, dass eine gute Frau völlig selbstlos und bescheiden ist. Das ist frustrierend und verwirrend. Viele von uns glauben, Bescheidenheit sei eine Tugend, die Männer an Frauen schätzen, richtig? Falsch. Damit will ich nicht sagen, dass Sie sich zu einer Diva entwickeln sollten. Wie bei den meisten Dingen im Leben ist der Trick Ausgewogenheit. Um in Höchstform zu bleiben, müssen Sie wissen, was Sie brauchen und was Sie glücklich macht, und sich dementsprechend verhalten. Bringen Sie sich bei, das auch anderen gegenüber auszudrücken. (Tipp: Seien Sie direkt und verwenden Sie die Wörter „ich brauche“ und „glücklich“.) Die anderen erwarten und brauchen diese Information von Ihnen.

Ich kann es nicht genug betonen: Wenn Sie wie ein Ferrari flitzen wollen, werden Sie das mit Normalbenzin nicht schaffen. Sie brauchen ein paar Dinge. Wenn Sie viel leisten, dürfen Sie auch anspruchsvoll sein, und Sie können Ihre Bedürfnisse aussprechen, ohne fordernd oder erwartungsvoll zu wirken.

Als Singlefrau dachte ich mir Dinge aus, die ich für mich tun könnte und die nicht nur meine Bedürfnisse erfüllen, sondern mich auch glücklich machen würden. Ich bin für mein Wohlbefinden selber verantwortlich. Solche Dinge helfen Ihnen, geistig, psychisch und körperlich in Topform zu bleiben und zu vermeiden, dass Sie sich allzu hungrig, leer oder einsam fühlen, wenn der Dating-Frust einsetzt (und das tut er trotz aller Bemühungen von Zeit zu Zeit).

Als Hilfe für Ihre eigene Fürsorgeliste finden Sie im Folgenden ein paar Dinge, die ich mir gegönnt habe.

GÖNNEN SIE SICH EINE MASSAGE

Gönnen Sie sich einmal in der Woche, im Monat oder Vierteljahr – je nachdem, was Sie sich leisten können – eine Massage, wenn Ihnen das guttut.

Als die Wirtschaft boomte, leistete ich mir jeden Freitag eine Massagestunde. In der Wirtschaftskrise leistete ich mir hin und wieder zwanzig Minuten Fußmassage.

Ob jeden Freitag oder hin und wieder – ich bat jedes Mal um einen männlichen Masseur. Für mich war es wesentlich, von einem Mann massiert zu werden. Suchen Sie sich aus, ob Sie eine Masseuse oder einen Masseur bevorzugen. Massagen sind therapeutisch, wirken erfrischend und vermitteln das Gefühl, wieder lebendig zu sein. Wenn sich eine ausgebildete Fachkraft um Ihren Körper kümmert, umsorgt und nährt Sie das auf eine Weise, die Ihnen fehlt, wenn Sie ohne körperliche Intimität leben.

KAUFEN SIE SICH BLUMEN

Träumen Sie davon, dass Ihr Partner Ihnen Ihre Lieblingsblumen schenkt? Sind es rote Rosen? Sie können jeden Tag in der Woche ein Dutzend rote Rosen an der Tanke kaufen. Ich holte mir freitagmorgens immer zwei Dutzend rote Rosen, damit sie zu Beginn des Wochenendes noch frisch waren. Wenn es um Selbstliebe geht, ist es wichtig, darauf zu achten, wie viel Sie womöglich brauchen, auch wenn Ihre innere Stimme flüstert, es sei zu üppig. Unterschätzen Sie nicht die Kraft und Wirkung von zwei Dutzend roter Rosen auf Ihren Gemütszustand!

Diesen Tipp teile ich immer mit den Teilnehmern meines achtwöchigen Seminars über die Kunst des Datings. Einmal meldete sich eine Frau in einer späteren Sitzung und berichtete: „Ich hab’s getan! Ich habe mir Blumen gekauft, genauso wie Wendy es geraten hat. Es war, nachdem ich erfahren hatte, dass der Mann, mit dem ich ausging, mich nicht am Wochenende sehen wollte, auch wenn ich mir heimlich die Zeit für ihn freigenommen hatte. Ich habe die Blumen in eine Vase gestellt und immer, wenn ich sie mir angesehen habe, fühlte ich mich glücklich.“

Wenn ein potenzieller Partner, der Sie beeindrucken möchte, in Ihre Wohnung kommt und zwei Dutzend Rosen auf dem Tisch sieht, wird er genau wissen, was Sie glücklich macht und was er Ihnen beim nächsten Besuch mitbringen kann. Und was sollen Sie sagen, wenn Sie auf die Rosen angesprochen werden? Sagen Sie die Wahrheit. „Ich liebe rote Rosen. Ich kaufe sie mir immer, weil sie mich glücklich machen.“

Anmerkung: Das ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Sie jemandem mitteilen können, was Sie glücklich macht.

ESSEN SIE, WAS IHNEN SCHMECKT

Selbst wenn Sie sich nur eine Mahlzeit aus Ihrem Lieblingsrestaurant zum Mitnehmen holen – verwöhnen Sie sich. Wenn Sie Essen, das Ihnen besonders schmeckt, nur für besondere Gelegenheiten wie zum Beispiel für ein Date aufheben, vermittelt Ihnen das das Gefühl, etwas zu entbehren und Hunger auf mehr als nur Essen zu haben.

Darauf zu warten, bis jemand mit Ihnen in Ihr Lieblingslokal geht, ist keine gute Idee. Ziehen Sie sich peppig an und führen Sie sich selbst aus. Setzen Sie sich an die Bar, nippen Sie an einem köstlichen Drink und genießen Sie jeden Bissen Ihres Mahls. Gönnen Sie sich ein bisschen Dekadenz. Außerdem könnten Sie, während Sie Essen und Ambiente genießen, auch gleich den netten Gast, der neben Ihnen sitzt, anlächeln und ansprechen.

HABEN SIE SEX

Sie haben nicht falsch gelesen. Haben Sie Sex! Sie können sich einen Liebhaber oder einen Freund für gewisse Stunden zulegen oder durch Selbstbefriedigung Sex mit sich selbst haben. Über beide Themen habe ich noch viel mehr zu sagen, aber ich glaube, Sie brauchen noch ein bisschen Vorspiel von mir, bevor wir uns damit näher beschäftigen. Also lesen Sie weiter.

Sex könnte auf Ihrer Bedürfnisliste stehen (sowie auf meiner). Wenn Sie den Sex haben, den Sie brauchen, werden Sie bei Ihren Verabredungen mit Männern nicht so ausgehungert sein – so ausgehungert, dass Sie nicht auf den richtigen Zeitpunkt fürs erste Mal warten können.

PFLEGEN SIE IHRE SINNLICHKEIT

Tanzen Sie. Erwecken Sie Ihre weiblichen Körperbewegungen. Tanzen macht Spaß. Tanzen Sie in Ihrer Wohnung zu Ihrem Lieblingspopsänger. Nehmen Sie Ballett-, Tango-, Salsa-, Hip-Hop- oder Stangentanz-Stunden. Suchen Sie sich nicht eine Tanzart aus, nur weil sie nach einer echten Herausforderung klingt. Sie haben im Alltag schon genügend schwierige Aufgaben zu meistern. Wählen Sie die Tanzart, die am meisten nach Spaß klingt.

Früher konnte ich Tanzen nicht ausstehen. Ich kam mir immer vor wie ein unkoordinierter Trampel. Dann entdeckte ich den Stangentanz und verliebte mich darin. Ich sage nicht, Sie sollten das auch tun oder mögen. Stangentanz ist nicht für jede Frau das Richtige. Was für jede Frau richtig ist, ist auf eine Art und Weise zu tanzen, die sie ihr weibliches Selbst spüren lässt. Ich erreiche das nur durch Stangentanz. Ich befürworte das, was Sheila Kelley, die Gründerin der S-Factor-Stangentanzstudios, das Entdecken und Herausholen des „erotischen Wesens“1 nennt. Sie können Ihre Weiblichkeit (das ursprüngliche feminine Selbst, das tief in Ihnen schlummert) durch langsames Tanzen nähren und hervorlocken. Machen Sie in Ihrem Schlafzimmer das Licht aus, zünden Sie Kerzen an, lehnen Sie sich mit dem Rücken an eine Wand und bewegen Sie die Hüften zu einem langsamen Song, bei dem Sie sich sexy fühlen. Drehen Sie die Musik auf und lassen Sie sich treiben. Lassen Sie Ihre innere erotische Kreatur sich im Takt der Musik bewegen. Lassen Sie sie sagen, was sie will. Wenn Sie es zulassen, wird sie hervorkommen.

Möglicherweise haben Sie eine sexuelle, sinnliche Seite, die ganz anders ist als Ihr Alltags-Ich. Vielleicht sind Sie dieser Kreatur noch nie begegnet. Sie könnte dunkel sein. Oder spielerisch. Vielleicht gefallen ihr Dinge, die Sie nicht mögen. Sie hat ein eigenes Wesen.

Merkwürdigerweise ist meine erotische Kreatur schüchtern. Wie Sie sich sicher vorstellen können, bin ich nicht schüchtern. Sie mag Schals, Boas und Schlipse, während ich es im täglichen Leben nicht mag, irgendwas um den Hals zu schlingen. Damit will ich sagen: Locken Sie sie hervor und lassen Sie sie tanzen, auch wenn sie widersprüchlich oder ein bisschen seltsam wirkt. Lassen Sie zu, dass sie Ihnen die sinnliche Kraft zeigt, die in Ihnen steckt.

Also tanzen und bewegen Sie sich zu Ihrem langsamen Lieblingslied. Tanzen Sie so langsam wie nur möglich. Wenn Sie das tun und das Gefühl haben, möglicherweise auf etwas Interessantes gestoßen zu sein (wie beispielsweise der heilige Gral Ihrer Sinnlichkeit und Weiblichkeit), dann graben Sie noch ein bisschen tiefer, indem Sie sich das zwanzigminütige Video „Let’s Get Naked: Sheila Kelley at TEDxAmericanRiviera“2 bei YouTube ansehen, was sich jede Frau ansehen sollte.

Es gibt noch einen Grund, Ihre Sinnlichkeit zu fördern, und das sind Ihre Dates. Es kann schnell passieren, dass man aus dem Arbeitsmodus – in dem man 105 Prozent dabei ist, Multitasking macht, organisiert, Listen abarbeitet und super Ergebnisse erzielt – in den Dating-Modus umschaltet, ohne die berufstätige Frau im Büro zu lassen. Wenn das geschieht, verhalten Sie sich beim Essen oder einem Drink so, als wären Sie mit einem Kunden statt einem potenziellen Partner zusammen. Glauben Sie mir, das ist nicht sexy. Zum Vorteil aller Beteiligten ist es notwendig, dass Sie sich einen Augenblick Zeit zum Umschalten nehmen, und das geht am schnellsten, wenn Sie Zugang zu Ihrer weicheren, sinnlicheren Seite bekommen, indem Sie tanzen, sich bewegen, singen und herunterschalten.

NÄHREN SIE IHRE INNERE RUHE

Kommen Sie im Wald oder an einem einsamen Strand zur Ruhe. Wandern Sie durch Ihr Lieblingstal oder das Waldstück, das Sie schon immer aufsuchen wollten. Selbst Stadtmenschen haben Zugang zu einem großen Park irgendwo in der Nähe. Nehmen Sie sich die Zeit – und wenn es nur eine halbe Stunde ist –, frische Luft zu schnappen und in der Natur Ihr inneres Gleichgewicht wiederzuerlangen. Das gibt Ihnen eine weitere Perspektive und Antworten auf Fragen, die Sie schon die ganze Woche beschäftigen.

Nehmen Sie ein langes Schaumbad oder ein Luxusbad mit Badesalz oder Duftöl. Hören Sie dabei Musik, zünden Sie Kerzen an und machen Sie dies zu einem Ritual.

Lesen Sie – und damit meine ich keine Berichte oder Fachzeitschriften. Ob eine Liebesgeschichte oder ein Abenteuerroman – lassen Sie sich von einer anderen Welt außerhalb Ihrer eigenen fesseln.

Meditieren Sie an einem stillen Ort. Beginnen Sie, indem Sie Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.

BRINGEN SIE MÄNNER IN IHR LEBEN

Lassen Sie zu, dass Männer Ihnen Gutes tun, die Tür für Sie aufhalten, mit Ihnen flirten, Sie zum Mittagessen einladen, wenn Sie schlecht drauf sind. Sie wissen, welche Männer ich meine. Die Männer, die Sie mögen, so wie Sie sind.

Lassen Sie ihn all die tollen Dinge über Sie sagen, wenn Sie sie am dringendsten brauchen. Lassen Sie diese Worte in Ihre Ohren dringen und über Ihr Herz spülen.

Kultivieren Sie Männerfreundschaften. Eindeutige, bewusste, asexuelle, echte Freundschaften. Solche Freundschaften sind unbezahlbar. Sie können Ihren Kumpel anrufen, wenn Sie in irgendeiner Sache die männliche Sichtweise brauchen, wenn Sie eine Schulter zum Anlehnen brauchen oder wenn Sie von einem Mann hören müssen, wie klug, schön und wichtig Sie sind.

Manchmal hat Ihr bester Freund keine Zeit; also suchen Sie sich mehr als einen. Nehmen Sie neue Männer in Ihren Freundeskreis auf. Wenn Sie ein Single sind, brauchen Sie eine ganze Dorfgemeinschaft, um in Höchstform zu bleiben, und diese Gemeinschaft sollte auch Männer mit einschließen.

NÄHREN SIE DIE LIEBE IN IHREM LEBEN

Verbringen Sie bewusste „Liebes-“Zeit mit Ihrem Hund, Ihrer Katze, Ihrem Hausschwein, einer guten Freundin oder einem Familienmitglied. Lassen Sie die anderen ihre Liebe zu Ihnen zeigen. Wenn Sie kein Haustier, keine guten Freunde oder Verwandte in der Nähe haben, sollten Sie sich ehrenamtlich für ein Tierheim oder eine Tierschutzorganisation engagieren, wo das Geschenk Ihrer Liebe etwas bewirken kann.

HOLEN SIE SICH LIEBE VON FREMDEN

Wie? Von Fremden? Ja, empfangen Sie Liebe von einem Fremden! Vor allem, wenn Sie zu Hause arbeiten oder viel Zeit alleine verbringen. Gehen Sie in die Welt hinaus und suchen Sie die Verbindung zu den Leuten, denen Sie auf der Straße begegnen. Lächeln Sie oder schicken Sie ihnen Ihre Liebe und empfangen Sie Liebe von ihnen.

Meine beste Freundin Leslie war lange ein Single. Als ich mir Sorgen um ihr seelisches Wohlbefinden machte, sagte sie: „Mir geht’s gut. Ich brauche im Moment keinen Freund. Ich habe Hunderte von Freunden direkt vor der Haustür.“ Und sie hatte Recht. Sie bekam Komplimente, Lächeln und Hilfsangebote von fast allen Männern, denen sie täglich begegnete. Egal ob das ihr Nachbar war, der ihr anbot, ihren Eingang vom Schnee freizuschaufeln, oder der Verkäufer im Supermarkt, der mit ihr herumalberte und sie auf Sonderangebote aufmerksam machte – sie genoss die Freundlichkeit und Aufmerksamkeit der Männer. Dadurch fühlte sie sich von allen möglichen Männern geliebt und geschätzt.

Männer warten nur darauf, Ihnen Hallo sagen zu können. Sie wollen, dass Sie lächeln. Die meisten Männer wollen von Ihnen nicht mehr, als dass Sie merken, dass sie Ihre Schönheit wahrnehmen. Das bedeutet nicht, dass Sie mit jedem Fremden auf der Straße ein Gespräch anfangen sollten. Es geht mehr um die gegenseitige, wenn auch flüchtige, wohlwollende Anerkennung der beiden Geschlechter, die jeden Tag stattfinden kann, wenn Sie dafür offen sind. Wenn Sie also in der richtigen Stimmung sind, dann schenken Sie einem Mann das, was er möchte – Ihre authentische weibliche Ausstrahlung. Das kann seinen Tag verschönern und könnte sogar Ihr Leben verändern.

UNTERSTÜTZEN SIE SICH GEGENSEITIG

Vereinbaren Sie mit ein oder zwei Freundinnen (oder Freunden), Sie in dieser Lebensphase zu unterstützen. Es ist besser, wenn sie oder er im selben Boot sitzt wie Sie, damit Sie sich gegenseitig unterstützen können und Sie beide verstehen, was die andere gerade durchmacht. (Eine Anmerkung über verheiratete Freunde: Verheiratete können sich häufig nicht in Ihre Lage hineinversetzen. Entweder haben sie diese Phase nie durchgemacht, weil sie sehr früh geheiratet haben, oder sie haben – wie nach einer Geburt – vergessen, wie schmerzhaft diese Zeit sein konnte. Wie rasch doch diese Erfahrungen verblassen, sobald man seinen Partner gefunden hat und in eine glückliche Alltagsroutine als Paar geschlüpft ist!)

Sehen Sie diese ungebundenen Freundinnen als Ihre Verbündeten beim Dating an. Dating-Verbündete haben ein offenes Ohr. Sie wissen, wie wertvoll eine geduldige Freundin sein kann. Sie erträgt es, sich zwanzig Minuten voll labern zu lassen, ohne ein einziges Wort zu äußern (nicht dass sie die Gelegenheit dazu hätte). Bringen Sie Ihre Verbündeten dazu, sich alle Einzelheiten anzuhören – die guten und die schlechten –, damit Sie sich davon befreien können.

Wie ich festgestellt habe, fühle ich mich viel besser, sobald ich jemandem mein Erlebnis erzählt habe. Dann lebt der Schmerz oder die Verletzung nicht mehr in meinem Körper, sondern ist weg. Suchen Sie sich so viele Verbündete, wie Sie brauchen – entweder nur Ihre engsten Vertrauten oder eine Gruppe von Freunden –, und sorgen Sie für genügend Unterstützung, so dass Sie die Details ausplaudern können, ohne dass alle schreiend davonlaufen. Die Kunst ist es, das Gleichgewicht zu halten.

Erteilen Sie Ihren Freunden die Erlaubnis, ehrlich zu Ihnen zu sein. Ich hatte mehrere Verbündete in meiner Dating-Phase. Es war mein Kumpel und treuer Unterstützer beim Dating (den wir „Seattle Nate“ nennen werden), der mir am häufigsten Bescheid sagte, wenn ich eine Dating-Pause einlegen sollte. Er war es auch, der mich daran erinnerte, mit dem Dating weiterzumachen, wenn ich dafür wieder bereit war. Das Ganze funktionierte so:

Date #83: Gegen die Wand gerannt

„Ich bin gerade auf dem Weg zu einem neuen Blind Date. Noch siebzehn Dates, dann habe ich einhundert erreicht – und ehrlich gesagt, es ist mir so was von egal“, brummte ich schlecht gelaunt in die Freisprechanlage meines Autos, während ich im Berufsverkehr feststeckte.

Seattle Nate hörte zu. „Meine Liebe“, sagte er dann. „Ich bin zwar noch nie einen Marathon gelaufen, aber ich habe gehört, dass man irgendwann zwischen achtzehn und zwanzig Meilen gegen eine Wand rennt. Diese Wand hast du erreicht. Sie tun mir alle leid – dein Nächster und die sechzehn Übrigen. Was wirst du also tun, wenn du sie alle abgehakt hast?“

„Dann höre ich auf. Dann bin ich draußen. Dann geh ich mit dem Hund spazieren oder nehme vielleicht Klavierstunden, schreibe ein Buch oder lerne Reiten. Dann trage ich rund um die Uhr einen Kaftan.“

Er ist so lieb, das Spielchen mitzumachen. „Ich glaube, ein Fotoseminar oder Malunterricht würde dir besser tun, während du eine Pause machst, Wendy.“

Eine Pause? Ich schätze zwar die Stimme der Vernunft, doch zugleich missfällt sie mir.

Ich treffe mich mit meinem Dating-Partner auf einen Tee in einem gemütlichen Coffeeshop.

Wie sich herausstellt, ist mein Dating-Partner nett. Unser Treffen ist sein allererstes Blind Date. Oje, er ist also noch eine Jungfrau, was das Dating angeht. Natürlich habe ich ihm nicht gesagt, dass er mein Date #83 ist.

Date #83 ist Anwalt und ein geborener Geschichtenerzähler. Er ist charmant, aufmerksam und will mich wiedersehen. So weit, so gut. Dann sagt er: „Ich stecke mitten in einer ziemlich üblen Scheidung.“

„Und du versuchst gerade, aus der Sache herauszukommen, und bist noch nicht für was Neues bereit, stimmt’s?“

„Na ja ... ich würde dich gern näher kennenlernen, aber ich dachte, es ist fairer, wenn ich es dir sage.“

„Mhm“, nicke ich und überlege, was ich dazu sagen konnte. Ich war einfach nur noch müde. „Nun, ich bin unkompliziert. Das wäre vielleicht eine erfrischende Abwechslung für dich“, sage ich schließlich. Was ich wirklich sagen wollte, war: Mach dir keine Sorgen, du brauchst mir nichts zu erklären, weil es mir mittlerweile egal ist.


Was passierte danach?

Ich machte eine Pause, und ungefähr nach zehn weiteren Dates war die Zeit für eine weitere Pause gekommen.

„Ich kenne dich“, sagte Seattle Nate. „Du bist eine tolle Partnerin. Aber selbst wenn du jetzt einen Mann kennenlernen würdest, der wirklich zu dir passt, würde er dich gar nicht erkennen. Er würde dich nicht wahrnehmen. Stattdessen würde er eine frustrierte, bissige, verbitterte, müde Version von der Frau kennenlernen, die du vorher warst.“ Er hatte Recht.

Ihre Dating-Verbündeten können Ihnen dabei helfen zu merken, wenn die Zeit für eine Pause vom Dating gekommen ist und wenn der richtige Zeitpunkt da ist, damit fortzufahren. Schließlich hören Sie ja nur für eine Weile auf, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen und neue Kraft zu schöpfen; Sie werfen nicht das Handtuch, bevor Sie vollkommen glücklich sind, nicht wahr?

Wozu Dating-Verbündete nicht gut sind: Für Erklärungen, warum ein Mann sich so oder so verhalten hat. Ihre Freundin weiß nicht, warum der Typ nicht angerufen hat. Sie kann auch nicht erraten, was sein Schweigen zu bedeuten hat. Bitte fragen Sie sie nicht danach, weil sie es Ihnen sonst sagen wird – jedoch nicht aus der Sicht eines Mannes und ganz sicher nicht aus der Sicht dieses Mannes. Die Motive, Gründe, Ausdrucksweisen und Antworten sind bei jedem Menschen andere. Sie wollen wissen, warum er dies oder das getan hat? Dann fragen Sie ihn! Wenn Sie das nicht können, müssen Sie sich mit dem begnügen, was er gesagt hat, und es dabei belassen. Es ist gesünder und bewahrt Sie auf Dauer vor einer Menge an Verletzungen und Händeringen.

Selbst wenn Ihre Dating-Verbündeten Ihnen nicht alle Antworten liefern können, sollten Sie ihre Hilfe nicht unterschätzen. Sie müssen ihnen schildern, wie es „gelaufen“ ist, damit sie Sie wieder liebevoll aufbauen und Ihnen versichern können, dass Sie nichts falsch gemacht haben.

Eine kurze Anmerkung, bevor wir weitergehen: Viele meiner 121 Blind Dates waren in gewisser Weise lustig, fantastisch, hoffnungsvoll und angenehm, und ich verbrachte sie in der Gesellschaft netter, anständiger, wunderbarer Männer. Sie waren kein bisschen wie das Date, von dem ich Ihnen als Nächstes berichte. Hier ist das perfekte Beispiel für ein Date, das total daneben war. Viel Spaß!

Date #109: Im Vorbeifahren

Diese Online-Bekanntschaft verlagerte sich innerhalb von zwei Tagen aufs Telefonieren und dann auf ein persönliches Treffen. Wir verabredeten uns zu einem Hundespaziergang in einem Park in Oakland, Kalifornien.

Ich schlug eine idyllische Wanderung in meinem Lieblingsnaturpark vor. Auf dem Waldgelände wachsen bemooste Eichen und die Wanderwege bieten einen herrlichen Blick auf die Weinberge. Wenn ich eine Decke mitnahm und unterwegs ein paar Leckereien für ein Picknick (darunter auch in Erdnussbutter und Schokolade getunkte Marshmallows) besorgte, könnte es ein perfektes erstes Treffen werden, das der hoffnungsvolle Anfang einer glücklichen Beziehung sein könnte. Doch er hatte andere Pläne.

„Es gibt hier gleich um die Ecke ein Naturgelände“, sagte er. „Komm doch zu mir, und dann gehen wir die Strecke entlang der Küste spazieren.“

„Gut, und wie finde ich das?“, fragte ich.

Als er mir den Weg beschrieb, konnte ich mir die Gegend vorstellen. Ich kannte die Orientierungspunkte und Kreuzungen, die er mir nannte, und erinnerte mich an ein zugebautes Industriegebiet in einer heruntergekommenen Gegend. Dort würden wir eindeutig nicht die atemberaubende Aussicht und schöne Natur des Weingebiets genießen können.

„Okay, können wir machen. Um wie viel Uhr soll ich da sein?“, fragte ich.

„Um drei. Wir treffen uns dort.“

Wir – das heißt ich und Lilly-Bee, meine mittelgroße Catahoula-Leopard-Hündin – trafen dort ein. Lilly-Bee ist unerschrocken und meine gute Beschützerin, und so waren wir wegen der Gegend nicht allzu beunruhigt, auch wenn ich auf dem Weg dorthin auf kaputten Straßen an verlassenen und verwüsteten Fabriken vorbeigefahren war – kurzum: Ich befand mich auf der Seite der Stadt, die es regelmäßig in die Lokalnachrichten schafft.

Um zehn vor drei parkten wir auf dem Gelände. Lilly-Bee und ich waren weit und breit die Einzigen auf dem Parkplatz.

Dann warteten wir.

Und warteten.

Und warteten.

Um zehn nach drei wurden wir rastlos und fingen an, die Gegend rund um den Parkplatz zu erkunden.

Wir warteten. Und warteten. Und warteten.

Um 15:18 Uhr entdeckte ich einen verbeulten und verrosteten grünen Wagen, dessen Fahrgestell mit Unmengen von blauem Klebeband zusammengehalten wurde. Als das Auto näher kam, streckte ein Hütehund den Kopf aus dem Fenster auf der Rückbank.

Ich winkte, lächelte und wartete. Der Wagen hielt mit laufendem Motor an. Okay.

Ich ging hinüber zur Fahrerseite. Er hatte das Fenster heruntergekurbelt. Mit Mühe brachte ich ein freundliches „Hi“ heraus.

„Hallo“, sagte er. „Äh ... also ...“

(Pause.)

„Äh ... na ja, also ich hab mir in den Fuß geschnitten. Ich denke, ich sollte lieber nach Hause fahren und ihn verbinden.“

„Okay“, sagte ich.

„Ich ruf dich später an, damit wir ein neues Date ausmachen können“, log er und fuhr davon.


Als er wegfuhr und mich auf einem hässlichen, einsamen Parkplatz allein zurückließ, dämmerte mir, dass sein ganzes Manöver wahrscheinlich beabsichtigt war. Vom verlassenen Treffpunkt bis hin zu seiner Verspätung hatte er das Date so arrangiert, dass er im Vorbeifahren sehen konnte, ob ich es wert war, Zeit mit mir zu verbringen. Gleichzeitig hatte er nicht den Mumm, mir taktvoll ins Gesicht zu sagen, wenn es für ihn nicht passte. Meiner bescheidenen Meinung nach war das eine feige Warmdusche-Reaktion.

Das ist der Punkt, an dem man seine Dating-Verbündeten braucht. Zum Glück konnte ich Leslie telefonisch erreichen und ihr die ganze Geschichte brühwarm erzählen.

„Hast du noch deine Laufschuhe an?“, fragte sie.

„Ja“, sagte ich.

„Und deinen Kopfhörer fürs Handy?“

„Ja.“

„Also gut, dann nimm den Hund und lass uns losgehen. Warum nehmen wir nicht eure Lieblingsrunde vor deinem Haus?“

Noch immer in Turnschuhen nahm ich Lilly-Bee mit auf den Spaziergang, den ich ihr vorhin versprochen hatte, und Leslie kam (per Handy) mit. Sie unterhielt mich mit lauter witzigen Möglichkeiten, was mit diesem Typ wirklich los sein könnte.

Ich lachte den ganzen Weg über.

Heißer Tipp:

Treffen Sie sich mit Ihrem Date an einem sicheren, gut besuchten und beleuchteten Ort, an dem Sie sich entspannen können. Wenn Sie nicht aus dem Gleichgewicht kommen, können Sie sich leichter von Ihrer besten Seite zeigen. Wenn Sie einen Spaziergang in der Natur planen, sorgen Sie dafür, dass Sie sich in einem beliebten Ausflugsgebiet treffen, in dem sich viele Leute in der Nähe tummeln. Anders gesagt: Seien Sie klüger, als ich es bei diesem Date war.


3
Was Sie vor dem ersten Date tun und was Sie lassen sollten

Während meiner Zeit als Expertin in Sachen Dating, Sex und Beziehungen und während meiner persönlichen Dating-Abenteuer habe ich gelernt, dass wir Frauen auf zu viele Dinge auf einmal achten. Wir konzentrieren uns auf unsere Karriere und wie wir beruflich weiterkommen. Wir pflegen unsere Beziehungen zu Verwandten und Freunden. Wir arbeiten ehrenamtlich in unserer Gemeinde. Was fehlt auf dieser Liste? Ding, ding, ding – auf unser Wohlbefinden zu achten.

Das eigene Wohlbefinden kann leicht zu kurz kommen, wenn der Alltag hektisch und voller Dinge ist, die man gleichzeitig erledigt – vor allem, wenn es ums Dating geht. Beispielsweise neigen viele von uns dazu, kaum einen Gedanken daran zu verschwenden, was wir vor einem ersten Date tun (oder nicht tun) sollten. Wie man sich vor einem Date behandelt, kann sich unmittelbar auf den Erfolg der Verabredung auswirken.

Es gibt bestimmte Faktoren des modernen Lebens, denen wir nicht entkommen können: Wir haben viel zu tun, und die meisten von uns haben nicht genug Zeit, um sich zu entspannen. Wir planen keinen Freiraum zwischen unseren Aktivitäten ein. Wir rennen von einem Termin zum nächsten und machen aus einem Date noch einen weiteren Punkt auf unserer längst vollen Liste der Dinge, die wir erledigen müssen.

Einmal verabredete ich mich zu einem Blind Date um neun Uhr abends, obwohl mein Arbeitstag um halb fünf Uhr morgens begann. Es war mein erster Arbeitstag in einem neuen Job, für den ich eine Strecke von insgesamt dreihundert Kilometern zurücklegen musste. Ich hatte einen langen Arbeitstag hinter mir, in dem ich meinen neuen Kollegen vorgestellt worden war und Entscheidungen treffen musste, die das nächste Kalenderjahr betrafen. Ich traf mich mit meinem Dating-Partner auf der Rückfahrt nach der Arbeit. Unmöglich.

Wir planen Dates direkt nach der Arbeit ein, ohne uns vorher die Zeit zu nehmen, aus dem Schnell-schnell-Modus herauszukommen. Das ist ein Fehler.

Ihr Dating-Partner möchte Zeit mit einer Frau verbringen, die entspannt ist und sich wohl in ihrer Haut fühlt, die locker drauf und happy ist. Sie strahlen nichts davon aus, wenn Sie nach einem langen Arbeitstag zu Ihrer Verabredung hetzen. Auch wenn Sie sich vielleicht umgezogen haben, stehen Sie immer noch unter dem Strom der Karrierefrau, die das nächste Ergebnis sehen will – in diesem Fall die Eroberung eines potenziellen Liebespartners. Auch wenn Sie sich noch so sehr anstrengen: Eine zielorientierte Persönlichkeit wirkt bei einer privaten Verabredung nur selten anziehend.

Geben Sie sich genügend Zeit, um präsent, entspannt und in der Lage zu sein, den bestmöglichen ersten Eindruck zu machen. Vermeiden Sie es möglichst, sich direkt nach der Arbeit oder einer anderen Verpflichtung mit einem Dating-Partner zu treffen. Treffen Sie sich nicht mit ihm, nachdem Sie den Tag mit Ihren Freunden verbracht haben (es sei denn, sie helfen Ihnen, sich auf den Abend vorzubereiten), denn Sie haben ihnen schon das Beste von sich gegeben.

Ich empfehle, sich vor einem Date mindestens eine Stunde Zeit zu nehmen, um den stressvollen Alltag hinter sich zu lassen. Nehmen Sie ein Schaumbad oder ein Entspannungsbad, um den Tag abzuwaschen. Machen Sie Atemübungen, meditieren Sie oder machen Sie ein Zehn-Minuten-Nickerchen. Nehmen Sie sich genügend Zeit, um sich aufzustylen. Wählen Sie ein Outfit oder Schmuck, der Ihren einzigartigen Stil zum Ausdruck bringt. Machen Sie den Prozess, sich „fertig zu machen“, zu einem Ritual der Selbstschätzung. Ziehen Sie etwas an, was Ihnen besonders gefällt, wie zum Beispiel ein neckisches Armband, Ihre Lieblingsohrringe oder ein besonderes Teil, das Sie normalerweise nicht tragen.

Die Ausnahme: Gehen Sie nur dann direkt nach einer Aktivität zu einer Verabredung, wenn es etwas Körperliches – wie beispielsweise Yoga oder Tanzunterricht – war. Solche Aktivitäten lassen Sie in Ihrem Körper ruhen, bringen Sie zu Ihrem Kern zurück und lassen Ihre einzigartige sinnliche Weiblichkeit zum Vorschein kommen. Und was könnte sexier sein als das? Aber tragen Sie nicht Ihre Yoga-Hose – es sei denn, sie ist Ihr Lieblingsoutfit.

Apropos sich entspannen ... masturbieren Sie. Das heißt, wenn Sie absichtlich sexuell anziehend wirken wollen. Nebenbei: Können Sie glauben, dass ich jetzt schon mit Masturbieren ankomme? Ja, das tue ich, weil ich wesentliche Informationen über die Masturbation habe. Wenn Sie vor einem Date masturbieren, erwacht Ihr Inneres, und das wiederum hat ein paar sehr vorhersehbare Reaktionen zur Folge. Wir wollen uns Ursache und Wirkung näher ansehen, damit Sie das Heft in der Hand halten.

Sie werden sexuell erregt (logisch!), was Ihre sinnliche Seite zum Vorschein bringt und Sie mit Ihrem Körper in Einklang bringt. Beim anschließenden Date werden Sie sich auf natürliche Weise sexy und feminin fühlen und offen für eine neue Verbindung sein (wegen des Hormons Oxytocin, das für Bindungen zuständig ist).

Die Effekte des Masturbierens wirken sich nicht nur auf Ihr Gehirn und die Gebärmutter aus und halten den ganzen Tag bis in die Nacht an. Lassen Sie es mich vereinfacht erklären: Der positive Gefühlszustand hängt mit den erhöhten Aktivitäten der Dopamine und der Opioid-Peptide in Ihrem physikalischen Belohnungssystem zusammen (das hier ist Biologie). Der Hypothalamus überflutet Ihren Körper mit Oxytocin und verursacht so die Kontraktionen der Gebärmutter, die den Orgasmus ausmachen. Es geht jedoch nicht nur ums Körperliche. Oxytocin – alias das „Liebes- und Bindungshormon“ – hängt daraufhin in Ihrem Körpersystem herum und sucht nach Gelegenheiten der Bindung. Das ist seine Aufgabe, die Bindung – und es sieht sich nach einem Partner um, mit dem es eine Bindung eingehen kann. Während der Nucleus accumbens, das „Lustzentrum“, Dopamin zugeführt bekommt, sind Sie so high, als hätten Sie eine Glücksdroge genommen. Mehr darüber erfahren Sie in den Studien des Verhaltensneurologen Dr. Barry R. Komisaruk, der MRI-Untersuchungen über den weiblichen Orgasmus leitet (ein ziemlich merkwürdiger und vielleicht auch faszinierender Job, wenn Sie mich fragen).3

Nun steht Ihr ganzer Körper also wie unter Strom. Ihr Dating-Partner spürt es, es weckt seine Lust und jetzt haben wir die sexuelle Anziehung angekurbelt.

Eine gute Nachricht, stimmt’s? Vielleicht. Dies zu wissen wird Ihnen die Entscheidung erleichtern, wann Sie dieses Mittel zu Ihrem Nutzen einsetzen möchten, und wird Ihnen helfen, die Reaktion zu verstehen, die Sie von einem Dating-Partner bekommen könnten, wenn es zu Ihrem Nachteil eingesetzt wird. Wenn wir eine starke sexuelle Anziehung spüren, können wir auch versehentlich mit einem One-Night-Stand enden. Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie – vor allem vor dem ersten Date – vorsichtig damit umgehen. Klar: Wenn Sie ein Abenteuer suchen, dann nehmen Sie es sich!

Wenn Sie vor dem Date (nicht vor dem Dating-Partner – das ist eine ganz andere Geschichte) masturbieren, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie ihn sexuell anziehen werden, was eine tolle Sache sein kann. Doch wenn Sie einen Partner (und nicht nur ein Abenteuer) suchen, dann möchten Sie, dass der potenzielle Kandidat sexuell von Ihnen angezogen wird und gleichzeitig noch viel mehr an Ihnen schätzt als nur Ihren sexy Körper. Sie wollen, dass ihm Ihre faszinierende Persönlichkeit gefällt und dass er erkennt, wie witzig, klug und absolut umwerfend Sie sind – und keine Begegnung, die er gefährden würde, indem er versucht, Sie gleich am ersten Abend ins Bett zu kriegen. Ich gehe davon aus, Sie wollen, dass er Sie unbedingt wiedersehen will, dass ihm Ihre Bedürfnisse wichtig sind und dass er sich überlegt, wie er Sie glücklich machen kann. Wenn die sexuelle Anziehungskraft stark ist, kann es schwierig werden, sich auf irgendwas anderes zu konzentrieren – vor allem auf etwas Langfristiges. Am alten Klischee „Er will nur das Eine“ ist in dieser Situation etwas dran. Und auch wenn ich genügend Leute (einschließlich mich selbst) kenne, die eine tiefe und ernste Beziehung oder eine Ehe mit Partnern hatten, mit denen sie bei der ersten Verabredung ins Bett gegangen sind, empfehle ich Ihnen diesen Weg nicht als eine Blitzmethode, mit der Sie sich einen Partner angeln können.

Die nächste Dating-Geschichte ist ein Paradebeispiel für ein erstes Date, in dem zu viel sexuelle Energie geflossen ist.

Date #98: Warnung

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST FÜR JUGENDLICHE UNTER 18 JAHREN UNGEEIGNET

Am besten fangen wir mit dem Haftungsausschluss an. Ich empfehle Ihnen, diese Geschichte zu überspringen, falls Sie meine Mutter sind, meine mormonischen Großeltern väterlicherseits oder Ähnliches. Auch diejenigen unter Ihnen, die jugendfreie Literatur bevorzugen, sollten die nächsten Seiten besser überspringen. Und denen, die weiter lesen möchten, rate ich, sich festzuschnallen.

Mein Date #98 hatte schon vor ein paar Wochen Kontakt mit mir aufgenommen, doch wenige Tage vor unserem ersten Treffen wurde ich von einem Hund ins Gesicht gebissen. Die Bisswunde musste mit acht Stichen unter meinem rechten Auge genäht werden. Mir war also nicht nach romantischen Begegnungen.

Er wollte sich jedoch mit mir treffen, noch bevor die Nähte entfernt worden waren, was ihn noch ein bisschen sympathischer machte. Trotzdem sagte ich: „Auf keinen Fall!“ Ich hatte zwar nichts dagegen, mich ihm mit einer cool aussehenden Narbe zu zeigen, aber ich war nicht bereit, ihm mit acht stoppeligen schwarzen Barthaaren, die zwischen verschorften Blutklumpen aus meinem Gesicht herausragten, zu begegnen.

Eines der Dinge, die mir an ihm gefielen, war seine Arbeit. Er war der Leiter eines Wohltätigkeitsvereins, der sich um etwas kümmerte, was mir am Herzen lag. Er schien der Typ Mann zu sein, dessen Aufgabe ich aus Überzeugung unterstützen konnte. Doch da er schon Nummer 98 war, schlug mein skeptisches Herz nicht schon im Voraus Purzelbäume.

Bei unserem Treffen stellte ich fest, dass er zwar intelligent und interessant war, jedoch nicht besonders humorvoll und so gar nicht mein Typ. Trotzdem wollte ich uns eine Chance geben.

Während unserer dreistündigen Unterhaltung beim Abendessen sprach er fast ausschließlich über seine Exfrau und seine Exfreundin. Wie ich heraushören konnte, überschnitten sich diese beiden Beziehungen.

Als wir fertig gegessen hatten, wusste ich, welche meiner Körperteile ihm am besten gefielen (mein Gehirn war nicht darunter). „Ich würde dich zwar gern näher kennenlernen“, sagte er, „aber ich habe den Eindruck, du bist ziemlich verklemmt.“

Hmm. Das war ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Date ein Flop würde. Seine Bemerkung verletzte mich, und in meinem Kopf tauchten lauter rhetorische Fragen auf, die ich ihm zwar nie stellte, die ich jedoch Ihnen stellen möchte:

Äh, was ist an einem schwarzen Minirock, kniehohen Stiefeln mit fünfzehn Zentimetern Absatz und einem Top mit tiefem Ausschnitt verklemmt?

Warum bin ich verklemmt, nur weil ich ihn beim ersten Date nicht gleich plump anmache?

Warum ließ er meine „Verklemmtheit“ wie einen Charakterfehler klingen, vor dem ich ihn hätte warnen müssen?

Es versteht sich von selbst, dass dieses Date gelaufen war. Ich bedankte mich für das Essen und sagte: „Also diese verklemmte Tussi muss jetzt in einen Tanzclub gehen.“

„Wo ist der denn?“

„Das braucht dich nicht weiter zu interessieren“, sagte ich.

„Kann ich mitkommen und zusehen?“

Ich dachte darüber nach. „Aber nur, wenn wir mit zwei Autos hinfahren. Okay, du kannst mitkommen. Der Club macht aber erst in anderthalb Stunden auf.“

„Wir können ja vorher noch was trinken gehen“, schlug er vor.

„Gut, aber nur, wenn wir zu Aunt Charlie’s gehen“, erwiderte ich. Aunt Charlie’s ist eine obercoole, winzige, schummerige Schwulenbar, in der am Wochenende Transvestitenshows gezeigt werden. Ein echt abgefahrenes Lokal.

Ich traf nach meinem Dating-Partner dort ein und entdeckte ihn am anderen Ende der Bar. Zwischen uns saß eine Gruppe von acht bis zehn Schwulen, die zwischen Ende zwanzig und Anfang dreißig waren. Ich schob mich an den Jungs vorbei und setzte mich auf ein schnelles Bier zu Date #98.

Der Typ fuhr damit fort, auf meiner „Verklemmtheit“ herum zu hacken. Er zupfte an meiner Bluse herum, um mir zu zeigen, wie ich sie tragen würde, wenn ich nicht so verklemmt wäre. Während er daran herumzerrte, rutschte mein Oberteil weit unter meinen BH. Ich hatte die Schnauze voll von diesem Typen. Daher drehte ich mich zu der Schwulengruppe um (mitsamt meinem sexy BH) und verkündete: „Hey, Jungs, Zeit für eine Abstimmung! Wie viele von euch“ – ich hob die Hand hoch – „halten mich für verklemmt?“

Ein ganz Süßer lispelte betont: „Schätzchen – mit solchen Stiefeln? Du bist ganz sicher nicht verklemmt!“

Die anderen stimmten rasch ein. Sie gaben ihre Kommentare über meinen BH, meinen Minirock und die Tatsache, dass ich hier in Aunt Charlie’s saß, mitten in einer zwielichtigen Gegend. O ja, ich hatte die Wahl im Kasten, die Stimmen wurden abgezählt und das Komitee entschied, dass ich nicht verklemmt bin. Dann sagte ich: „Ich danke euch, meine Freunde. Aber jetzt muss die verklemmte Tussi sich entschuldigen. Sie muss ins Power Exchange, um dort an einer Stange zu tanzen.“

Sie haben es wahrscheinlich schon bemerkt: Zur Entspannung und Unterhaltung tanze ich an einer Stange. Ja, ich bin eine Stangentänzerin. Das mache ich super. Ich kann an der Stange hochklettern, mich drehen, Purzelbäume schlagen und noch mehr. Ich bin darin besser als die meisten Profis.

Doch zurück zu meinem Date. Lassen Sie mich das Power Exchange beschreiben. Vielleicht glauben Sie, es wäre eine Bar. Falsch. Ein Striptease-Club? Von wegen! Geben Sie auf?

Das Power Exchange ist ein Sexclub und gleichzeitig einer der wenigen sicheren Orte, an denen Frauen gefahrlos Spaß haben können. Ich liebe es.

Das Zentrum des Clubs, das ich das Wohnzimmer nenne, ist zufällig auch die Heimat der besten Stange, zu dem die Öffentlichkeit Zutritt hat. Es befindet sich mitten im Raum am Ende eines langen professionellen Laufstegs, der von unten beleuchtet wird.

Dort tanze ich hin und wieder gerne. Ich komme in der Zeit vorbei, wenn nichts los ist und außer den supernetten Mitarbeitern niemand da ist. Sie erinnern an Barkeeper und Rausschmeißer, und man kann sich gut vorstellen, dass sie schon alles Erdenkliche gesehen haben. Sie wirken gelangweilt, aber sie sind freundlich und mögen mich, weil ich auch freundlich zu ihnen bin.

Können Sie sich noch an die Partys während der Schulzeit erinnern? Im Wohnzimmer haben die Kids vielleicht herumgeknutscht, aber die wahre Action fand immer in den Schlafzimmern hinten im Haus statt (zumindest in den Filmen von John Hughes). Na ja ... so ungefähr läuft es in diesem Club auch ab. In der Mitte der Bühne turne ich an der Stange herum (und wenn ich nicht selbst tanze, bringe ich gerade einer anderen Frau das Stangentanzen bei) und meistens finden im Zentrum noch irgendwelche Tauschgeschäfte oder Transaktionen statt. Anders ausgedrückt: Im Wohnzimmer wird fast nur geredet und es gibt kaum Action, zumindest nicht um neun Uhr. Manchmal sieht man Leute, die einen Dreier aushandeln oder versuchen, ein neckisches Spielchen zu koordinieren. Ich höre nicht hin, weil mich das nichts angeht. Stattdessen konzentriere ich mich auf die Stange.

An diesem Abend trat ich ein, begrüßte meine Freunde hinter der Bar und ging ins Wohnzimmer zur Bühne, gefolgt von meinem vorherigen Dating-Partner. Zwei Frauen, die Mitte zwanzig und Typ altmodische Hipster-Gothic-Lady waren, sprangen auf, als sie mich sahen, und kreischten: „Juhu, hier kommt unsere Lieblingsstangentänzerin!“ Ich umarmte beide herzlich und zog eine der Mädels mit mir auf die Bühne. Als Dehnübung machten wir ein paar einfache Drehungen. Die andere war kräftig gebaut und zögerte, sich mit ihrem gesamten Gewicht an die Stange zu hängen. Daher arbeitete ich eine Weile mit ihr. Ich zeigte ihr, wie es geht, wir drehten uns, ich tanzte. Das Leben war perfekt.

Nach einer halben Stunde Tanzen hatte ich mich an der Stange ungefähr vier Meter hochgearbeitet und befand mich auf Augenhöhe mit einem Gast auf der Galerie. Als ich merkte, dass er Augenkontakt mit mir aufnahm, wandte ich schnell den Blick ab. Ich achte darauf, Männer im Club nicht anzusehen, weil ich nicht aus Versehen etwas anfangen möchte, was ich mit ihnen absolut nicht zu Ende bringen will. Das ist eine Regel, die ich mir gesetzt habe.

Während ich also in vier Meter Höhe baumelte – wohlgemerkt kopfüber –, senkte ich den Blick, um auf eine ungefährliche Stelle zu sehen. Normalerweise ist das unten auf der leeren Bühne. Diesmal schaute ich herunter auf meine Mädelstruppe und mein Ex-Date.

Die Frauen waren verschwunden. Nur mein Dating-Partner von vorhin stand noch da. Nackt. Splitterfasernackt (er hatte sich sogar die Schuhe und Socken ausgezogen) und starrte zu mir herauf ... wobei er sich einen runterholte.

Ich dachte nur: „Mann, das hier ist das Wohnzimmer! Ich weiß ja, dass es erlaubt ist und so, aber es ist uncool. Zieh dir wenigstens die Schuhe wieder an – deine nackten Füße sind unhygienisch – und wenn es nach mir geht, wäre es mir recht, wenn du das Ding wieder wegstecken würdest. Meinetwegen geh damit ins Hinterzimmer – Hauptsache, weg von mir!“ Offensichtlich habe ich ihm bewiesen, wie Recht er hatte, dachte ich und musste innerlich lachen. Ich bin ja so verklemmt.

Ich blieb so lange wie möglich in der Luft schweben, doch irgendwann rutschte ich die Stange herunter, hob meine Handtasche auf und entfernte mich von der Bühne.

„Warte!“, rief er mir hinterher, während er seine Erektion in der Hand hielt, als wollte er einen höheren Gang einlegen.

„Äh, nein. Aber du kannst ruhig noch bleiben. Viel Spaß noch“, sagte ich, ohne ihn anzusehen.

„Warte doch! Du kannst herkommen und mit mir reden, während ich das hier zu Ende bringe“, meinte er.

„Nee, so haben wir nicht gewettet. Einen schönen Abend noch – und tschüss“, sagte ich nüchtern.

Ein zweites Date mit dem? Was meinen Sie? Ja, ich sehe es genauso.


Nun gehe ich nicht davon aus, dass Sie so unangenehme Dates erleben werden. Sie sind klug genug, solche Männer nicht zu ermutigen und die Art von Etablissement, in der ich mich gerne aufhalte, nicht zu frequentieren. Es macht mir nichts aus, hier etwas schräg herüberzukommen. Doch Sie sollten bedenken, dass dies das Blind Date #98 war. Ich durchlebte noch dreiundzwanzig weitere Dates, und zum Glück war keines mehr so wie dieses, auch wenn ich noch so viele Verabredungen hinter mich bringen musste, bevor ich meinen Lebenspartner fand.

Vor kurzem fragte mich ein Reporter: „Wie kommt es, dass manche Frauen beim Online-Dating große Erfolge haben und heiraten, während andere Frauen Horrorgeschichten erleben und schreckliches Pech haben?“

„Die Antwort ist simpel“, sagte ich. „Die Frauen, die erfolgreich sind und einen Partner finden, geben einfach nicht auf.“

Wie Sie sehen, habe ich Geschichten zu erzählen, bei denen Ihrer Mutter die Haare zu Berge stehen würden – und es gibt noch mehr solcher Storys –, aber ich habe mich davon nicht entmutigen lassen. Können Sie sich vorstellen, nie mehr was zu essen, nur weil Sie etwas gegessen haben, was unangenehm geschmeckt hat? Werfen Sie beim Sport das Handtuch, wenn es wehtut oder Sie Muskelkater bekommen? Manche Frauen tun das, und ich kann verstehen, warum sie es tun – manchmal ist es schwer weiterzumachen. Doch ich würde alles wieder genauso machen – alle 121 Dates –, nur um ihn zu finden. Es hat sich gelohnt. Und sehen Sie nur, wie viele Geschichten ich zu erzählen habe!


4
Anfängerfehler

Der häufigste und unglücklichste Anfängerfehler, den Frauen machen können, ist nicht das, was Sie denken.

Wir warten.

Wir warten darauf, uns zu verabreden. Wir haben total logische Gründe dafür, dass wir warten. Wir warten, bis wir „bereit dafür“ sind und bis „der richtige Zeitpunkt“ gekommen ist. Es ist der Fehler „Ich will ja, aber ...“, den wir alle begehen. Vielleicht würden Sie sich gern in einer Singlebörse registrieren, aber der Urlaub oder Ihr Geburtstag steht vor der Tür. Möglicherweise wollen Sie mit dem Dating anfangen, aber es ist besser, damit zu warten, bis Sie vom geplanten Mädelstrip in drei Monaten zurück sind.

Vielleicht warten Sie ab, weil Sie noch zur Uni gehen. Vielleicht warten Sie ab, bis dieses bestimmte Seminar herum ist, da es ziemlich schwer und der Lehrer eine echte Arschgeige ist. Vielleicht fangen Sie dann wieder mit dem Dating an. Oder Sie warten einfach, bis Sie mit den Seminaren fertig sind. Oder bis Sie den Magisterabschluss haben ...

Womöglich haben Sie eine Vollzeitstelle, aber Sie warten, bis Sie weniger zu tun haben, da sich im Moment die Arbeit im Büro stapelt. Sie können ja noch nicht mal Ihre E-Mails bearbeiten (was übrigens kaum einer kann). Oder Sie warten, bis das zeitraubende Arbeitsprojekt endlich fertig ist.

Schwester, so leid es mir tut – das Leben wird nicht ruhiger werden. Es wird immer irgendwas anderes geben, was Ihre Zeit beansprucht, und die anderen werden immer irgendwas von Ihnen erwarten.

Hier ist eine „gute“ Ausrede, die schon viele von uns irgendwann parat hatten: Sie warten ab, bis Sie die Extrapfunde losgeworden sind. Vielleicht sind es drei Kilo, vielleicht auch dreißig, aber Sie warten, bis Sie genügend abgenommen haben. Hätte ich gewartet, bis ich genügend Kilos abgenommen habe (bei mir waren es dreißig), dann hätte ich es auf genau null Dates gebracht. Ich wollte schon immer ein paar Dutzend Extrapfund abnehmen. Womöglich glauben Sie, Sie müssten abnehmen, um für den Richtigen eine konkurrenzfähige „Singlefigur“ zu bekommen, da Sie sicher sind, dass der beste Partner, den Sie kriegen können, Sie nur mit Ihrem „Idealgewicht“ mögen wird.

Ich sage Ihnen, wie es ist: Vielleicht nehmen Sie nie ab. Oder womöglich doch. Und wenn Sie das tun – genau an dem Punkt, an dem Sie nur noch wenige Kilos von diesem Idealgewicht entfernt sind –, gehen Sie in eine Singlebörse. Wissen Sie, was dann passiert? Sie werden Ihrem Traummann begegnen. Es wird wie ein Wunder sein. Und Sie werden denken: „Wow, er wird mich echt noch toller finden, wenn ich mein Idealgewicht erreicht habe. Ich bin so nahe dran.“ Aber wissen Sie auch, was dann passiert? Dann beginnt die Werbephase. Ja, Sie gehen miteinander aus. Sie gehen mit ihm in elegante Restaurants und um Mitternacht in eine Eisdiele auf einen Milchshake, und bevor Sie sich versehen, schreit Ihre kritische innere Stimme Sie an und sagt Ihnen, dass Sie ihm sowieso nur gefallen haben, weil Sie fast Ihre Idealfigur erreicht hatten, und dass er Sie jetzt nicht mehr sexy findet, weil Sie wieder drei Kilo (oder so) zugenommen haben, und dass es bald vorbei sein wird. Diese kleine Stimme in Ihrem Kopf sagt Ihnen, Sie würden Ihre Chancen auf eine Beziehung mit dem besten Typ, der Ihnen je begegnet ist, vermasseln.

Hören Sie nicht auf den inneren Kritiker. Treffen Sie sich mit Männern, so wie Sie jetzt sind. Und wenn Sie das Gefühl haben, abnehmen zu wollen – super! Dann tun Sie es. Und wenn Sie ihm begegnen, werden Sie Ihre jetzige Figur haben oder vielleicht ein bisschen schlanker sein. Wenn Sie ein paar Kilos verlieren, während Sie zusammen sind, umso besser. Das wollten Sie ja. Doch wenn Sie versehentlich während der Werbephase wieder ein paar Pfund zunehmen, ist das kein Problem, weil Sie dann Ihren inneren Kritiker daran erinnern können, dass er Sie ja schon mit ein paar Pfunden mehr auf den Hüften ausgewählt hat. Es ist keine schlechte Idee, sich jetzt mit Männern zu treffen, statt zu warten – dann können Sie sicher sein, dass er Sie so mag, wie Sie sind. So haben Sie ein bisschen Spielraum, wenn Sie ein paar Pfunde zu- oder abnehmen.

Eine Bemerkung an kräftig gebaute Mädels: Wenn Ihnen jemand erzählt, dass Sie schlank sein müssen, um sich verlieben zu können, dann rennen Sie davon. Rennen Sie so schnell Sie können in die andere Richtung. Sie könnten demjenigen vorher noch einen Drink ins Gesicht schütten, aber rennen Sie weg! Auch als Vollschlanke stemmen Sie das. Sie werden Dates bekommen – ich hab es auch.

Die Realität ist, dass die meisten Männer in den üblichen Singlebörsen schlanke Frauen oder Partnerinnen mit einer durchschnittlichen Figur suchen. Unsere dünnen Schwestern sind uns hier zwar eine Nasenlänge voraus, aber auch sie landen nicht ständig gute Dates. Meine scharfe, superfitte, sexy Schwester Sara hat mir gesagt, dass sie sich vor Männern kaum retten konnte, sobald sie schlank und durchtrainiert war ... und alle Kandidaten wollten mit ihr ins Bett gehen und ihre Körperteile kommentieren, o Graus! Auf der anderen Seite ist es also auch nicht besser. Sorry, Freunde, das Spielchen mit der Idealfigur kann man nicht gewinnen. Ich empfehle daher, euch so anzunehmen, wie ihr seid, und den Kritikern zu sagen, dass sie euch mal können.

Als ich anfing, im Internet zu surfen, um nach einem erfahrenen Dating-Experten oder einer guten Partnervermittlung und anderen Dating-Dienstleistern zu suchen, war ich schnell enttäuscht. Ihre Webseiten waren makellos, glamourös und perfekt. Die Pros und ihre Klientinnen waren zwar attraktiv, aber ich dachte nur: Was könnt ihr für mich schon tun? Ich bin eine kurvenreiche Frau (Größe 46) mittleren Alters, die Liebe sucht, und keine Kandidatin für das nächste Topmodel.

Zum Glück haben wir alle einen Körper, und zum Glück gibt es jemanden da draußen, der Ihren Körper schön finden wird, so wie er ist. Genauso wie wir unterschiedliche Größen und Formen haben, haben die Leute ein unterschiedliches Schönheitsideal. Ich habe fünf Jahre lang Männer und ihren „Frauentyp“ unter die Lupe genommen, und am Ende meiner vielen Recherchen habe ich herausgefunden, dass wir Frauen uns selbst weitaus kritischer betrachten als Männer. Männer haben einen oder mehrere Typen (so wie wir auch), und bei manchen Männern spielt die Figur keine Rolle. Ihr Typ hat mit Intellekt oder der Haarlänge, der Art, wie eine Frau sich bewegt oder klingt – oder etwas ganz anderem – zu tun. Verachten Sie also nicht Ihren Körper im Glauben, er sei nicht sexy. Er ist es.

Wie wir schon festgestellt haben, bekommen Sie mehr Aufmerksamkeit, wenn Sie fit sind – nicht unbedingt positive und liebevolle Aufmerksamkeit, aber doch mehr davon. Wenn Sie (wie ich) vollschlank sind, werden Sie Ergebnisse erzielen, auch wenn sie nicht sofort erfolgen. Sie müssen bereit sein, sich zu zeigen. Zeigen Sie, dass Sie klug, witzig, sexy und geistig gesund sind. Und verstecken Sie ja nicht Ihren Körper. Zeigen Sie ihn! Nutzen Sie, was Sie vorzuzeigen haben!

Ein weiterer Grund, warum Sie mit dem Dating warten, könnte sein, dass Sie auf die richtige Stimmung warten. Für mich war das ein wesentlicher Grund. Wie ich herausfand, war ich nie in der richtigen Stimmung, bevor ich damit anfing. Ich vermute mal, Sie sind auch nicht in der Stimmung. Wahrscheinlich haben Sie auch keine Lust, sich aufs Laufband zu begeben, aber nach fünfzehn bis zwanzig Minuten steigt Ihre Stimmung. Beim Dating kann es genauso sein. Ich bin zwar immer froh, wenn ich mein Fitnessprogramm absolviert habe, doch vorher habe ich nie Lust dazu. Warten Sie nicht darauf, bis Sie Lust dazu haben. Die richtige Zeit, sich zu verabreden, ist jetzt. Nicht nächsten Monat oder in einem halben Jahr, sondern jetzt.

Wenn Sie auf den richtigen Zeitpunkt warten, kann viel Zeit verstreichen, ohne dass Sie es wirklich merken. Wenn Sie gern Single sind, ist das in Ordnung. Doch wenn Sie einen Partner finden wollen, vergeuden Sie Lebenszeit. Blättern Sie in Ihrem Kalender zurück und zählen Sie die letzten Verabredungen, die Sie mit fünf verschiedenen Männern gehabt haben. Wie viel Zeit ist seitdem vergangen? Wenn alle fünf Verabredungen schon mehr als drei Monate her sind, dann sollten Sie sich darüber Gedanken machen, ob Sie wirklich einen Partner suchen. Auch wenn Sie vielleicht sagen, dass Sie einen Partner suchen, handeln Sie nicht dementsprechend. Ärgern Sie sich nicht darüber, sondern verändern Sie lieber Ihre Routine und fangen Sie an, für regelmäßigere Dates zu sorgen.

Ein weiterer typischer Grund ist, dem Mythos Glauben zu schenken, es gäbe keine guten Männer. Wie oft hören Sie: „Es gibt einfach keine guten Männer, die ungebunden und hetero sind“ oder: „Entweder sind sie schwul, verheiratet oder arbeitslos“? Ich könnte noch ein Dutzend mehr solcher Aussagen auflisten, aber keine von ihnen entspricht der Wahrheit. Es gibt keinen Mangel an „guten“ Männern. Diese Mentalität, die unsere Kultur beherrscht und Frauen glauben lässt, es wäre unmöglich, einen guten Partner zu finden, ist Quatsch. Bei einer Weltbevölkerung von über sieben Milliarden Menschen gibt es keinen Mangel an Leuten, und ich glaube, der Anteil an Männern und Frauen hält sich immer noch in der Waage.

Noch ein idiotischer Grund, mit dem Date zu warten, ist, wenn man sich vor dem ersten Treffen lieber erst so richtig kennenlernen will. Kennen Sie das? Ich schon. Lassen Sie es mich skizzieren: Sie nehmen sich viel Zeit, ihn kennenzulernen, bevor Sie sich mit ihm treffen. Sie vertiefen die Beziehung, indem Sie eine lange Vorlaufphase vor Ihrer ersten Verabredung zulassen. Sie nehmen sich zwei Wochen bis drei Monate Zeit, sich kennenzulernen. Sie telefonieren so lange, bis Ihre Ohren heiß sind und Sie nachts gleichzeitig am Telefon einschlafen. Sie schreiben sich ellenlange E-Mails in Kurzgeschichtenlänge. Sie schicken sich den ganzen Tag über sexy SMS. Sie erzählen ihm Ihre Lebensgeschichte und Einzelheiten aus Ihrem Alltag. Auf diese Weise schaffen Sie echte Intimität.

Eine Superstrategie?

Nein, eine ganz schlechte Strategie.

Wenn Sie das tun und sich dann nach zwei Monaten Ihrer „Beziehung“ zum ersten Mal zum lang ersehnten Abendessen in einem guten Restaurant treffen, werden Sie innerhalb der ersten beiden Sekunden feststellen, dass Sie ihn (oder er Sie oder beide einander) nicht attraktiv finden und es zwischen Ihnen nicht funkt. Und dann ist es vorbei. Sie haben viel kostbare Zeit verschwendet. Alle Hoffnungen und Träume, die Sie aufeinander projiziert haben, lösen sich in Luft auf. Sind Sie beide noch bereit, an einem Tisch Platz zu nehmen und dieses tolle Date starten zu lassen?

„Aber ... aber, was wenn ...“, denken Sie jetzt vielleicht. Ich versteh schon. Manchmal kann man sich wegen einer Reise, den Kindern oder dem Alltag nicht schnell treffen. Trotzdem empfehle ich dringend, sich so schnell wie möglich zu verabreden. Wie ich festgestellt habe, sind mehr als zehn Tage Wartezeit zu lang. Und wenn Sie mit ihm in Kontakt bleiben, während Sie auf Geschäftsreise sind, dann halten Sie es kurz und investieren Sie nicht zu viel von sich oder Ihrer Zeit. Bleiben Sie locker und lassen Sie ihn wissen, dass Sie sich auf das Treffen nach Ihrer Rückkehr freuen. Und falls sich das Ganze doch zu einem angenehmen und verbindlich klingenden Austausch entwickelt, sollten Sie nicht zu viel erwarten. Es mag zwar hart klingen, aber vergessen Sie nicht, dass dieser Mensch womöglich ganz anders ist, als Sie ihn sich vorstellen.

Immer noch nicht überzeugt? Zu Ihrer Unterhaltung möchte ich Ihnen jetzt ein Date präsentieren, bei dem ich genau das tat, wovor ich Sie jetzt warne.

Date #26: Viel Gelaber

Wir wohnten über zwei Stunden voneinander entfernt – nicht unbedingt eine gute Basis für eine feste Beziehung. Es dauerte eine Weile, bevor wir uns treffen konnten. Also verbrachten wir viele angenehme Stunden am Telefon.

Seine Stimme machte mich schwach, und auch ich bin gut am Telefon. Nacht für Nacht telefonierten wir stundenlang. In der zweiten Woche konnten wir beide es einrichten, uns zu treffen, und planten unser erstes Date. Er suchte das Lokal aus und versprach mir ein elegantes Restaurant mit weißen Leinentischtüchern in einer romantischen Umgebung.

Haftungsausschluss: Gleich klinge ich wie eine abgehobene Tussi, der man es nicht recht machen kann. Bereit dafür?

Er wählte ein Touristenlokal. Es war noch nicht mal ein traditionelles Speiselokal, sondern eher ein banales Kettenrestaurant – nett gesagt. Es wäre besser gewesen, wenn ich das Lokal ausgesucht hätte. Schließlich hatte ich schon dreiundzwanzig Jahre Erfahrung mit Speiselokalen und dem Essen, das sie servieren, gemacht. All das wurde in einer Sekunde vernichtet. Als wir dort ankamen, brachte er seinen Unmut über seine Wahl zum Ausdruck, während ich bemüht war, das Beste daraus zu machen.

Das Restaurant entsprach also nicht unseren Erwartungen. Ich entsprach nicht seinen Erwartungen, und auch er entsprach nicht meinen Erwartungen. Daher beschlossen wir, das Beste daraus zu machen, da wir beide eine Stunde gefahren waren, um uns in der Stadt zu treffen. Wir aßen dort, gingen anschließend in ein Musiklokal und verabschiedeten uns danach voneinander.

Heißer Tipp:

Gehen Sie nicht mit einem Mann aus, der weiter weg wohnt als eine Entfernung, die Sie dreimal in der Woche zu fahren bereit sind. Bauen Sie keine Beziehung übers Telefon auf. Sie ist nicht real – zumindest nicht so real, wie Sie es sich wünschen. Sie müssen herausfinden, ob die Chemie zwischen Ihnen greifbar und echt ist, und dafür müssen Sie sich persönlich kennenlernen.

Wenn er die Stadt oder ihre Lokale nicht so gut kennt wie Sie, dann sollten Sie beiden einen Gefallen tun und ihm zwei oder drei Alternativen in unterschiedlichen Preisklassen nennen. Schicken Sie ihm Links zu Online-Bewertungen, damit er mitentscheiden kann, wo Sie sich treffen.


5
Setzen Sie Ihre Dating-Kappe auf

Ich war nicht der Dating-Typ. Ich war eher reihenweise monogam. Ein süßer Typ – und ich trieb mich mit ihm herum, bis wir uns in einer Standardbeziehung wiederfanden. Die Männer fanden mich (oder ich fand sie), einer nach dem anderen, und ich tat alles in meiner Macht, um eine feste Beziehung daraus zu machen – eine gute oder eine schlechte, eine unpassende oder passende Beziehung. Es gab jedoch nie ein klares Abwägen, um zu sehen, ob wir auf Dauer zusammenpassten. Ich wollte einfach nur den Preis gewinnen und ihn hinterher begutachten, um herauszufinden, ob ich ihn behalten oder ändern oder wieder loswerden wollte. Die Wahrheit ist nicht immer angenehm, und für viele Frauen ist das ein ganz natürliches Beziehungsmuster – ein Muster, mit dem ich nur allzu vertraut bin.

Als mir irgendwann klar wurde, dass ich mit Männern nie wirklich ausgegangen war, war ich schon fast vierzig. Außer meinem Exmann hätte keiner der Männer, zu denen ich „eine Beziehung“ hatte, den Partnertest bestanden, wenn ich den Dating-Prozess mit ihnen durchlaufen hätte, statt nur zu sagen: „Ach, du bist süß und stehst gerade vor mir. Okay, gehen wir miteinander!“

Als mir klar wurde, dass diese Methode für mich nicht funktionierte, adoptierte ich eine revolutionäre Strategie, die Dating genannt wird. Ich dachte, ich könnte mich mit einem Dutzend Männern verabreden, und dann würde ich ihn schon finden. Also begann ich mit allen Mitteln den Dating-Prozess. Ich erstellte ein Online-Profil in den Singlebörsen. Ich ging zu allen möglichen Single-Veranstaltungen. Ich fing an, beim Einkaufen Make-up zu tragen und sorgte dafür, dass meine Trainingshose nicht zu schäbig war. Ich sagte all meinen Freunden, dass sie mich gerne verkuppeln könnten.

Ich war bereit.

UND JETZT?

Einer der schnellsten Wege, wie man jemanden anzieht ... Trommelwirbel ... ist, indem man jemanden anzieht. Anders gesagt: Tun Sie alles, was Ihnen einfällt und Ihnen nicht unangenehm ist, und dann noch einiges, was Ihnen nicht so angenehm ist, aber wozu Sie sich überwinden können, und dazu noch alles, was Ihnen zusammen mit anderen einfällt: Online-Dating, zufällige Begegnungen, wie zum Beispiel der Typ, der Sie jeden Morgen im Coffeeshop anlächelt, oder der Bekannte Ihrer Tante, den sie Ihnen seit der Uni vorstellen will. Testen Sie die Kandidaten. Sobald Sie Ihre Einstellung von „Eines Tages kommt er“ zu „Kein vernünftiges Angebot wird abgelehnt“ ändern, kommt die Sache ins Laufen.

Ich kenne eine Frau, die ihren Freund im Flieger kennengelernt hat. Sie flog regelmäßig und hatte auf diese Weise noch nie einen Partner kennengelernt. Er tauchte erst auf, nachdem sie alles andere ausprobiert hatte, darunter auch Online-Singlebörsen. Wenn Sie Dates mit Männern haben und sich Ihre Trefferquote erhöht, ziehen Sie generell mehr Männer an. Es kreiert ein Rauschen, auf das das Universum schnell reagiert.

KOMMEN SIE IN FAHRT UND BLEIBEN SIE IN BEWEGUNG

Als ich anfing, mich mit Männern zu treffen, hatte ich innerhalb von drei Monaten vierundzwanzig Dates. Mit manchen Männern traf ich mich auch zwei oder drei Mal. In jenem Sommer war ich viel unterwegs. Das Erste, was ich feststellte, war, dass ich am Anfang dieses Prozesses keine Lust auf Dates hatte. Es dauerte eine Weile, um mich zu motivieren – um zu einem Mann ja sagen zu können, mich herzurichten und mich aufzuraffen, wegzugehen und ihn zu treffen, während (im Ernst) im Fernsehen lauter Wiederholungen von „Law & Order“ liefen und mein Hund stets zum Kuscheln zur Verfügung stand. Nach dem vierten Date fand ich heraus, dass der Dating-Prozess sogar Spaß machen kann. Jetzt war ich in Fahrt. Jetzt bereitete es mir Spaß statt Schmerzen. Ich freute mich auf einen netten Abend mit einem neuen Gesprächspartner, statt zu denken: „Verschwende ich mit dem Typ meine kostbare Zeit?“ Ich fand es plötzlich aufregend, wen ich an diesem Tag kennenlernen würde.

Dann hörte ich auf. Und raten Sie mal? Es war wie beim Reiten oder Fahrradfahren: Als ich für eine Weile – und wenn auch nur für ein paar Wochen – aus dem Sattel stieg, war es schwer, mich wieder aufs Pferd zu setzen, aber ich hatte nicht vergessen, wie es geht. Finden Sie die für Sie richtige Geschwindigkeit heraus und lassen Sie sich nicht herunterziehen, wenn es eine Weile dauert, bevor Sie wieder in der Spur laufen.

ES IST EIN ZAHLENSPIEL

Um Qualität zu finden, bedarf es der Quantität. Wenn Sie bereit sind auszugehen und ernsthaft nach einem Partner suchen, empfehle ich, sich ein bis zwei Dates pro Woche vorzunehmen.

Wenn Sie den Richtigen finden wollen und sich nicht gerne mit lauter fremden Leuten treffen, dann habe ich schlechte Neuigkeiten für Sie: Wie ich festgestellt habe, muss man bereit sein, zwischen dreißig und hundert (ja, einhundert!) Kandidaten persönlich kennenzulernen, um die Chance zu haben, jemandem zu begegnen, der zu einem passt. Heißt das jetzt, dass Sie so viele Dates absolvieren müssen? Nicht unbedingt, aber Sie müssen dazu bereit sein.

Das sage ich jeder Singlefrau, die mir zuhört. Eine Freundin von mir wand sich jedes Mal, wenn sie mich das sagen hörte. „Wendy, ich kann das einfach nicht“, sagte sie. „Schon dreißig verschiedene Männer sind zu viel für mich.“ Sie sprang kopfüber in eine Beziehung mit dem ersten gut aussehenden, charmanten Mann, der sich um sie bemühte, und sie passten kein bisschen zusammen. Sie bekam von ihm nicht das, was sie brauchte, und am Schluss brach er ihr das Herz. Der zweite Typ, für den sie sich interessierte, lebte auf der anderen Seite der Erdkugel, und sie begannen eine Beziehung per Skype. Sie verlobten sich, bevor sie sich je zu Gesicht bekommen hatten. Meine Freundin verkaufte ihr ganzes Hab und Gut, um zu ihm zu ziehen. Sie gab ihren Job, ihre Freunde und ihre Wohnung auf, um ein neues Leben anzufangen. Heute ist sie zurück in Seattle und steht wieder ganz am Anfang – nach nur einem Jahr.

Meine Freundin war nicht bereit für das Risiko, sich beim Sortieren der Kandidaten auch mal unbehaglich zu fühlen. Stattdessen verließ sie sich auf die Kraft der Gedanken, summte ein paar Zeilen aus „Some Day My Prince Will Come“ und hoffte auf ein Happy End wie im Märchen. Sie ist damit nicht die Einzige. Die meisten von uns (darunter ich selbst) haben schon mal eine Variante dieser Methode durchgespielt. Manchmal funktioniert es, aber für die vielen anderen unter uns ist es höchste Zeit, das Märchen Aschenputtel und der Prinz zu vergessen und anzufangen, das zu praktizieren, was funktioniert – und nicht das, von dem wir hoffen, dass es funktioniert. Nach meiner Erfahrung hat jedes zehnte Date Potenzial. Bleiben Sie dran, kümmern Sie sich unterwegs gut um sich selbst, und vergessen Sie nicht, dass (für einige von uns) dreißig Dates erst der Anfang sind. Seien Sie also nicht zu streng mit sich.

AUF IHN ZUGEHEN ODER NICHT(DAS IST HIER DIE FRAGE)

Ich würde gern glauben, dass ein Mann, der Sie mag, auf Sie zugeht. Viele Männer sagen, sie würden Berge versetzen, durch Reifen springen und alles tun, was es braucht, um herauszufinden, wer die Frau ist und wie man sie kennenlernen kann. Manche Männer sind nicht so selbstbewusst. Männer haben mir schon gesagt, ihre Telefonnummer zu hinterlassen sei eine Taktik, um die Frau dazu zu bringen, den ersten Schritt zu machen, doch generell tun Männer dies gern selbst.

Gewöhnlich braucht ein Mann eine gewisse Bestätigung, dass Sie ja sagen werden, wenn er auf Sie zugeht. Ein Mann mag sagen, dass es ihm gefällt, wenn die Frau ein Treffen vorschlägt, und es erfrischend ist, wenn sie auf ihn zugeht. Ihm gefällt diese Art von Selbstbewusstsein. Nun, es ist jedoch ein großer Unterschied, ob Sie auf ihn zugehen oder ob Sie den ersten konkreten Schritt machen. Sie können von einem Mann bemerkt werden, ohne ihn nach seiner Nummer zu fragen oder ein Date vorzuschlagen.

Als ich Männer intensiv dazu befragte, was sie von Frauen hielten, die den ersten Schritt machen, sagten die meisten Männer, sie würden sich weniger zu der Frau hingezogen fühlen, wenn sie den ersten Schritt macht, selbst wenn der Mann sich anfangs für sie interessiert. Das bedeutet nicht, dass Sie nie den ersten Schritt machen können. Stattdessen empfehle ich, vorsichtig vorzugehen. Ich glaube nicht, dass alle Männer so denken – vor allem nicht ältere Männer – und es trifft natürlich auch nicht auf Online-Dating zu. Wenn Sie sich mit hunderttausend anderen Leuten in einer Singlebörse tummeln, müssen Sie vielleicht sogar den ersten Schritt machen, weil er Sie sonst gar nicht findet.

Was ist also die bessere Methode? Wie können Sie vermeiden, zu selbstbewusst herüberzukommen? Lassen Sie einfach das „Taschentuch“ fallen. Kennen Sie die Film-noir-Spielfilme aus den 1940ern, in denen die weibliche Heldin „zufällig“ ihr Taschentuch fallen lässt und der Mann hinter ihr herrennt, um es aufzuheben und ihr zurückzugeben? Testen Sie, ob er das, was Sie fallen lassen, aufhebt – das heißt, schicken Sie ihm eine kurze, freundliche Zeile, in der Sie Ihr Interesse bekunden. Wenn er sie „aufhebt“ und was daraus macht, ist das super. Wenn nicht, gehen Sie weiter, so als hätten Sie ihm nie geschrieben. Im Kapitel über Online-Dating gehe ich näher auf dieses Thema ein, doch vorher würde ich gerne ein paar der so genannten „Experten“ ansprechen und ihnen höflich widersprechen. Sie verbreiten eine gewisse Strategie im Netz, die ungefähr so lautet: „Mache nie den ersten Schritt. Sprich niemals jemanden an. Wer zuerst auf den anderen zugeht, gibt die Kontrolle über die Beziehung auf.“

Das ist absoluter Blödsinn. Jedes Mal, wenn Sie in Ratschlägen die Wörter „nie“ oder „immer“ hören – vor allem, wenn es ums Dating geht –, sollten Sie skeptisch sein.

Mit zweiundzwanzig ging ich auf einen Mann zu und sprach ihn an. Er wurde mein liebevoller, treu ergebener Mann, mit dem ich zwölf Jahre verheiratet war. Auch wenn er heute nicht mehr mein Mann ist, gehört er für mich zur „Familie“ und ist seit 1990 eine wichtige Bezugsperson in meinem Leben. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich froh bin, damals auf ihn zugegangen zu sein. Die meisten meiner besten Partner waren Männer, bei denen ich aktiv wurde. Ich möchte auf keinen Fall, dass Sie die schönste Zeit Ihres Lebens oder Ihren Traummann verpassen, nur weil Sie gehofft haben, er würde auf Sie zugehen. Übrigens wäre ich jetzt auch nicht glücklich mit Dave (#121) liiert, wenn ich nicht den ersten Schritt gemacht hätte. (Er hat jedoch alle anderen gemacht.)

Meine nächste Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie „das Taschentuch fallen lassen“ aussehen könnte. Ich wurde zwar deutlich, doch meine Strategie (wenn man es so nennen kann) war wirksam.

Date #5: Grundkurs zum erfolgreichen Groupie

In echter Kleinstadtmanier lernte ich #5 ungefähr sechs Monate zuvor kennen, während ich mit zwölf Freunden an einem langen Tisch in Murphy’s Irish Pub saß. Murphy’s ist der Treffpunkt für alle Iren und Engländer in der Stadt, und davon gibt es viele. Oft war ich die einzige Amerikanerin am Tisch. Der Pub liegt in einem schmalen Seitengässchen der historischen Altstadt; hier gibt es viele importierte Biersorten und den besten Brotpudding, den ich je gegessen habe.

Meine erste Begegnung mit dem charmanten Briten war an einem heißen Sommertag. Er war witzig, freundlich, frech und gebildet. Ich erkundigte mich nach ihm, und schließlich sagte eine Freundin: „Ach, ich weiß, wen du meinst. Er ist Musiker. Er spielt am Freitag in Murphy’s.“

Während ich mich am Freitag zum Ausgehen fertigmachte, schrieb ich meinen Namen, meine E-Mailadresse und Telefonnummer auf einen Notizzettel, den ich an einen Fünf-Dollar-Schein heftete und in mein Portemonnaie steckte.

In der Pause wurde die Schale fürs Trinkgeld herumgereicht. Ich wartete, bis die Schale wieder zum talentierten Musiker zurückgewandert war, bevor er weiterspielte.

Da nahm ich den Dollarschein mit dem Zettel aus dem Geldbeutel, holte tief Luft und ging damit zu ihm.

„Hallo. Wir sind uns schon mal begegnet. Vor einem halben Jahr oder so“, sagte ich.

Er runzelte die Stirn und sagte nichts.

„Damals saßen wir alle draußen an einem großen Tisch. Ich gehe nicht davon aus, dass du dich noch daran erinnerst. Wir haben uns nur eine Viertelstunde miteinander unterhalten. Aber ich finde dich interessant. Wenn du dich mit mir treffen willst, sag ich ja. Auf dem Zettel stehen meine Kontaktdaten.“ Ich legte ihn mit dem angehefteten Geldschein in die Schale, lächelte und ging weg.

Und was passierte dann?

Wir waren ein paar Monate lang zusammen, und mit der Zeit erkannten wir, dass wir als Freunde besser zusammenpassten. Nur für mich brachte er sich „Vincent Black Lightning“, ein unglaublich schwieriges und schnelles Lied, bei und spielt es hervorragend.

Heißer Tipp:

Der Notizzettel hat funktioniert. Er erzählt die Geschichte immer wieder gern.


6
Die Kunst des Flirtens

Früher dachte ich, Flirten würde bedeuten, mit den Augen zu klimpern, sich neckisch eine Haarsträhne um den Finger zu wickeln oder über seine Witze zu kichern. Einmal beobachtete ich eine Frau, die sich den Zeigefinger in den Mund steckte, ihn drehte und langsam wieder herauszog, während sie daran leckte. Ich war nie bereit, eines dieser Dinge zu tun, und auch wenn manche Frauen damit Erfolg haben können, ist es am besten, wenn Sie Ihren eigenen authentischen Flirtstil herausfinden.

Ich tue mich beim Flirten mit Fremden schrecklich schwer. Meistens nehme ich die Abkürzung, die schon fast so direkt wie ein Heiratsantrag ist. Die Kunst des Flirtens ist kein Geheimnis: einfach Augenkontakt herstellen und lächeln. Es ist zwar simpel, aber nicht immer leicht. Da dies mein Schwachpunkt ist, holte ich mir die Unterstützung einer echten Profi-Flirterin. Meine liebe Freundin McKenna beherrscht die Kunst des Flirtens wirklich. Sie weiß, wie man alle im Raum verzaubert. Während ich ihr beim Flirten zuschaute, staunte ich und war beeindruckt, wenn auch etwas entmutigt, weil ihr Flirtstil perfekt war.

Da McKenna in ein Familienunternehmen – eines, das Charme und die Fähigkeit, Beziehungen zu knüpfen, erforderlich macht – hineingeboren wurde, ging ich davon aus, dass sie mir viele Jahre Übung voraushatte. Sie kann ein Zimmer betreten und mit strahlendem Lächeln und erhobenem Kopf dastehen. Sie zwinkert und lacht und schafft es mit ihren funkelnden Augen, jeden Mann glauben zu lassen, er sei die wichtigste Person im Raum, obwohl ein Dutzend Männer sich um sie scharen, die alle um ihre Aufmerksamkeit buhlen. Sie macht das fantastisch.

Als ich ihr meine Sichtweise geschildert hatte, sagte sie: „Wendy, das stimmt nicht! Du lässt es so klingen, als wäre Flirten etwas Unerreichbares, so als müsstest du wunderschön sein oder irgendein besonderes Supertalent dafür haben. Jeder kann flirten. Es ist echt einfach und wirksam – nicht bloß für mich, sondern für jeden, der das versucht, was ich tue.“

Ich bat McKenna, es für uns Sterbliche in einfache Worte zu fassen. Sie sagte: „Für mich ist Flirten Engagement und Spaß. Es ist spielerisch. Es wird nicht mit Ernsthaftigkeit betrieben. Es muss nicht sexuell sein. In der Erotik bin ich absolut wählerisch und kritisch. Flirten ist daher ein Weg, mich mit einem Mann auseinanderzusetzen, um herauszufinden, ob ich ihn besser kennenlernen will. Ich lasse dabei die Sexualität außen vor. In der Unterhaltung mit ihm lasse ich meine Augen amourös spielen, um ihn zu ermutigen. Das läuft subtil ab; ich klimpere nicht mit den Augenwimpern.“

SO FLIRTE ICH

Wie bei allem kann es sein, dass Sie auch im Flirten schon Erfahrung haben, doch hier sind ein paar Startertipps, falls Flirten für Sie nicht das Natürlichste der Welt ist. Fangen Sie mit dem Augenkontakt an. Ein Mann wird Augenkontakt zwar wahrnehmen, doch manchmal weiß er nicht, ob er gemeint ist. Halten Sie daher den Blick, sobald sich Ihre Blicke treffen, und schauen Sie dann langsam mit einem schüchternen Lächeln weg. Ich warte ein paar Sekunden; dann werfe ich ihm noch einen Blick zu und lächle leise, damit er weiß, dass mein Blick ihm galt.

Einmal sagte mir ein Mann: „Ein Lächeln ist das Motoröl des Lebens.“ Nicht das strahlende Lächeln einer Schönheitskönigin – das wirkt zu angestrengt. Ich meine ein entspanntes, authentisches, anhaltendes Lächeln, einfach, weil Sie lächeln wollen. Nachdem Sie mit ihm Augenkontakt aufgenommen und ihm zugelächelt haben, müssen Sie sich an einer Stelle aufhalten, zu der er kommen kann, wenn er an Ihnen interessiert ist.

Eine Anmerkung zum Rudelverhalten: Wenn Sie mitten in einer Gruppe von Freundinnen stehen, wirkt das auf ihn nicht wie eine Einladung, herzukommen. Wenn Sie mit den Mädels ausgehen, sollten Sie sich separat von der Gruppe hinstellen oder noch besser eine Möglichkeit finden, sich ein bisschen abzusondern, damit er sich Ihnen nähern kann. Männer wollen nicht vor all Ihren Freundinnen eine Abfuhr kassieren. Wenn Sie außerhalb der Clique stehen, gibt ihm das die Gelegenheit, an Ihnen vorbeizugehen und vielleicht Hallo zu sagen oder Ihr Interesse und Ihre Offenheit für ihn zu checken. Wenn Sie nur einen Abend mit den Mädels verbringen wollen, dann bleiben Sie zusammen; die meisten Männer werden noch nicht einmal versuchen, in den Kreis einzudringen. Gehen Sie alleine auf die Damentoilette; möglicherweise laufen Sie sich dabei über den Weg, oder Sie können sich hinterher so positionieren, dass er sich Ihnen nähern kann, ohne eine peinliche Situation zu riskieren.

Entfernen Sie sich aus der Gruppe und stellen Sie sich neben ihn, während er an der Bar ansteht, um sich ein Bier zu holen. Möglicherweise fängt er ein Gespräch mit Ihnen an oder fragt Sie, was Sie trinken möchten.

Einmal sah ich am Flughafen einen süßen Typ, der sich die Schuhe polieren ließ. Also setzte ich – die sich noch nie die Schuhe putzen ließ – mich neben ihn, um mir auch die Schuhe polieren zu lassen. Wäre ich an ihm vorbeigegangen, wären wir uns nicht begegnet. Er sah auf, ich sagte: „Hi“, und lächelte ihn an, und er tat den Rest. Wir waren drei Monate zusammen.

Wenn ich flirte, lache ich und mache simple, nette, neckende Witze, weil ich Humor liebe. Er fliegt mir zu und lockert die Situation auf, macht Spaß und ist interessant – zumindest für mich. Klar funktioniert mein Flirtstil nicht bei jedem Mann, und das sollte er auch nicht. Er kommt von mir und sortiert daher automatisch diejenigen aus, deren Typ ich nicht bin. Es ist viel einfacher, mit Männern auszugehen, die meine Persönlichkeit mögen, als mit solchen, bei denen ich das Gefühl habe, sie beeindrucken zu müssen. Männer werden sich entweder ins Gespräch ein- oder ausklinken. In jedem Fall ist es eine gute Sache, weil ich dadurch nur ich selbst zu sein brauche. Ich nehme es einem Mann nicht übel, wenn er mich nicht um meine Handynummer bittet. Ich genieße einfach das Abenteuer. Wenn Sie sich geistig und psychisch an den Ort versetzen können, an dem das Abenteuer an sich genauso schön ist wie die mögliche Fortsetzung, sind Sie in Topform.

Auch wenn Sie Spaß haben, macht es manchmal nicht Klick. Keine Schmetterlinge. Wenn ein Flirt beginnt und Sie nichts dabei empfinden, merkt der Mann, dass es bei Ihnen nicht gefunkt hat. Holen Sie ihn dann ehrlich und sanft auf den Boden der Tatsachen zurück. Er wird Sie dafür respektieren und schätzen. (Danke dafür, McKenna!)

Normalerweise wissen Männer mit einer Sexabenteurerin etwas anzufangen, doch sie wissen nicht, was sie mit einem nicht sexuellen Flirt anfangen sollen. Ein Flirt, der nicht ins Erotische geht, ist eine Anomalie, und Männer haben mit diesem „Einhorn“ keine Erfahrung. Unsere Kultur fördert Sexualität in allem, und daran sind Männer gewöhnt. Das kann das Flirten riskant machen. Manche Männer haben schon länger keine Frau mehr erlebt, die sich für sie interessiert, und wenn sie Ihr Flirten für eine sexuelle Anmache halten, sehen sie womöglich mehr darin, als gemeint ist. Geraten Sie nicht in Panik! Sie können die Unterhaltung jederzeit aus irgendeinem beliebigen Grund beenden. Sie sind der Torhüter und deshalb ist Flirten okay, solange Sie Ihre eigenen Grenzen setzen können.

Wechseln Sie das Thema, wenn er zum Beispiel sagt: „Ich wette, du bist im Bett eine ganz heiße Maus“ oder: „Mann, was ich jetzt gerne mit dir machen würde!“ Oder sagen Sie, so freundlich, als würde er sich nicht gerade danebenbenehmen: „Es tut mir leid, aber ich glaube, du hast das gerade missverstanden“ oder: „Es tut mir leid, aber ich dachte, wir würden uns nur unterhalten, um zu sehen, ob wir Gemeinsamkeiten haben“. Halten Sie dann inne, da er jetzt am Zug ist, und sehen Sie, in welche Richtung er das Gespräch lenkt. Er wird Ihnen alles verraten, was Sie wissen müssen, wenn Sie – im übertragenen Sinne – weiter mit ihm tanzen wollen. Wenn Sie beim Flirten keine deutlich sexuellen Komponenten einfließen lassen möchten, dann ermutigen Sie sie nicht. Wenn ja, dann haben Sie Spaß daran.

Die meisten Männer suchen eine Partnerin, die ihre Aufmerksamkeit oder den Augenkontakt erwidert und die sich mit ihnen unterhält. Das ist die simpelste Form des Flirtens: einfach nur zuhören, den Augenkontakt aufrechterhalten und an den richtigen Stellen lachen.

Wie ich schon sagte, ist mein Flirtstil direkt. Ich lächle und bringe einen (hoffentlich intelligenten) Spruch und warte ab, welche Wirkung er hat. Ich bin weitaus besser darin, wenn ich eine Verabredung mit einem Dating-Partner habe, als mit einem Wildfremden. Und auch wenn das Flirten zu meinen Schwachpunkten gehört, habe ich es als Single oft versucht.

Früher machte ich mir Sorgen, ich könnte zu heftig flirten, und versuchte, den Level meines Flirtens zu kontrollieren. Eine Freundin sagte mir einmal: „Es ist nicht deine Aufgabe, sich darüber Gedanken zu machen. Deine Aufgabe ist es nur zu flirten.“ Die Männer werden es Sie wissen lassen, wann Sie aufhören müssen und wann Sie weitermachen sollen, wenn Sie darauf achten, wie es sich anfühlt, wenn Sie sich miteinander unterhalten.

Nutzen Sie jede erdenkliche Gelegenheit, um Ihre sozialen Fähigkeiten zu verfeinern. Sprechen Sie mit Fremden und flirten Sie sogar mit ihnen. Das könnte Ihnen sogar eine Verabredung einbringen. Und selbst wenn es das nicht tut, wird es Sie sicherer machen, wenn Sie bei einem Date flirten. Sie werden Ihren eigenen Stil finden, wenn Sie bereit sind, ihn auszuprobieren. Übung macht (fast) die Meisterin.

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Дата выхода на Литрес:
23 декабря 2023
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331 стр. 3 иллюстрации
ISBN:
9783946433347
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