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Una Giesecke
UNNÜTZES
WISSEN
DRESDEN
Skurrile Fakten zum Angeben
SUTTON
Inhalt
Unnützes Wissen Dresden
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Impressum
Über die Autorin
Mehrfach-Meister
Mit 98 Spielen im Uefa-Pokal war Dynamo Dresden einer der bekanntesten DDR-Fußballklubs in Europa. Der Verein wurde achtmal Meister in der DDR-Oberliga und siebenmal DDR-Pokalsieger.
Oberirdisch
Am 4. Mai 2019 wurde das Wildwiesen-Labyrinth am Georgplatz eröffnet. Es besteht aus Kräutern, Blumen und der Sandsteinskulptur „Labyrinth – Lebensweg“ von Monika Sztrányay. Kernaspekt des Labyrinths ist, dass alles seine Zeit des Kommens und Gehens hat. Der Internationale Labyrinthtag findet jährlich am ersten Samstag im Mai statt.

Falsche Zahl
1434 erwähnen Urkunden den Dresdner Striezelmarkt zum ersten Mal. Was ja nicht heißt, dass er da erstmals stattfand. Doch selbst mal angenommen, es war der erste, dann müsste 1435 bereits der zweite gewesen sein. Weitergerechnet kann schon deshalb die Zahl der 586. Auflage, mit der 2020 für den berühmten Weihnachtsmarkt geworben wird, nicht stimmen. Doch auch 587 wäre falsch, da der Markt in Hungerjahren und Kriegszeiten belegtermaßen des Öfteren ausfiel.
Unterirdisch 1
Was ist ein Stollen? Richtig, ein unterirdischer Gang zum Erzabbau. Das althochdeutsche „stollo“ bedeutet Stütze oder Pfosten. Schon die alten Germanen nannten eine Säule, die ihren höchsten Göttern geweiht war, „stulo“. Der Dresdner Christstollen hingegen ist etwas ganz Oberirdisches, manche meinen gar, etwas überirdisch Himmlisches: jenes berühmte Weihnachtsgebäck, das nur mit dem goldenen Qualitätssiegel der eingeborenen Bäckerzunft ein echtes, einzig wahres Gourmeterlebnis bescheren darf. Hergestellt wird es nach überlieferter Rezeptur ausschließlich in rund 115 Bäckereien und Konditoreien in und um Dresden. 1434 hieß der Stollen übrigens noch „Striezel“ und gab so dem Budenstädtchen im Advent auf dem Altmarkt seinen Namen. Nachgewiesen ist der Dresdner Christstollen ab 1474. Dass schon 1329 ein Gebäck namens „Stollen“ aus Naumburg an der Saale urkundlich erwähnt wird, lassen wir Dresdner gern als Krümelkackerei unter den Tisch fallen.

Unterirdisch 2
360-Grad-Projektionen von 27 Hochleistungsbeamern und 3D-Audiotechnik entführen die Besucher seit 2019 unter der Brühlschen Terrasse zu 25 unterirdischen Stationen innerhalb der Festungsmauern. Das moderne Museum Festung-Xperience setzt in der Kulisse der historischen Gewölbe 500 Jahre Geschichte multimedial in Szene. Ein ähnliches virtuelles Erlebnis verspricht die staatliche Schlösser GmbH für die 2021 eröffnende ZwingerXperience, auf die ein temporäres Kuppelzelt im Zwinger neugierig machte.

Unterirdisch 3
Die Dresdner Kanalisation von 1869 war eine der modernsten ihrer Zeit. Zu besichtigen ist sie dank des „Trichters“ von 2011. Das Kunstwerk von Franka Hörnschemeyer an der Ecke Seestraße/Dr.-Külz-Ring führt hinab zum freigelegten Sandsteinkanal der Stadtentwässerung unter dem ehemaligen Seetor.
Deckel drauf
Dresdens älteste in Betrieb befindliche Kanalisation verläuft unter dem Theaterplatz. Zu erkennen ist sie oberirdisch am gusseisernen Schleusendeckel von vor 1755.

Bester Bundestrainer
Der aus Dresden stammende Fußballer Helmut Schön führte die Auswahl der Bundesrepublik 1974 zur Weltmeisterschaft und war von 1964 bis 1978 der bislang erfolgreichste Bundestrainer und einer der erfolgreichsten Nationaltrainer der Welt. Eine Straße am Dresdner Stadion ist nach ihm benannt.
Die Schwarz-Gelben
Die Stadtfarben von Dresden sind Schwarz und Gelb. Aber auch Freiberg, Heidelberg, Stuttgart, Aachen, Bergheim und Herne tragen diese im Wappen. Die Städte Plauen, München, Göttingen, Krefeld und Jülich schmücken sich mit Schwarz und Gold.

Kein Hundezwinger
Der Zwinger ist nicht nach den Käfigen für die höfischen Jagdhunde benannt, sondern nach dem Raum zwischen äußerer und innerer Stadtmauer. Zwingergräben umgaben seinerzeit so manche Festung in Europa. August der Starke ließ auf dieser Freifläche einen Terrassengarten für seine Orangerie anlegen, bevor dieser bis 1719 zum Festplatz für die Hochzeit seines Sohnes erweitert wurde.

Kein regionales Obst
Die Orange wird in Sachsen Apfelsine genannt, abgeleitet aus dem Sprachgebrauch der niederländischen Importeure: „sinaasappel“, Apfel aus China.
Pflaumenkult
1801 erstmals urkundlich erwähnt, gilt der Pflaumentoffel als Symbol des Dresdner Striezelmarktes, dem dort sogar ein eigenes Fest im Advent gewidmet wird. Auch im Weihnachtsmusical des Dresdner FriedrichstaTTpalastes spielt die Figur eine Rolle. Es handelt sich um ein Männlein aus Trockenpflaumen. Berühmt wurde der Pflaumenfeuerrüpel durch eine Zeichnung Ludwig Richters, die idyllisierend zwei bettelarme Kinder zeigt, wie sie das Naschwerk als glücksbringende Schornsteinfegerfigur feilbieten. Genau genommen ist es aber ein Kind: Bis zur Erfindung herablassbarer Besen mussten sieben- bis achtjährige Waisenknaben den Essenkehrern als Kaminkriecher dienen, was ab 1653 offiziell genehmigt war, und die Schornsteine von innen reinigen. Als Schutz trugen die Jungen lediglich einen Schulterumhang mit Kapuze.
Unchristlich
Den geschmückten Nadelbaum am 24. Dezember nennen Dresdner in der Regel Weihnachtsbaum. In anderen Gegenden Sachsens sagt man Tannen- oder seltener Christbaum.

Schillers Haarpracht
Eine mit Sahne gefüllte Blätterteigrolle nennt man in Dresden „Schillerlocke“. Während Marbach, Jena und Weimar noch rätseln, ob einer der ihrigen Konditoren das Gebäck erfand, das nach Schillers Haartracht benannt ist, sind die Dresdner sicher, dass ihren Bäckern das Urheberrecht zusteht. Schließlich genoss der große deutsche Dichter hier einige Jahre die Gastfreundschaft seines Freundes Körner, sodass er in Ruhe den „Wallenstein“ vollenden und die „Ode an die Freude“ dichten konnte.

Das täglich Brot
Was dem Berliner seine Stulle, ist dem Sachsen seine Bemme: ein Butterbrot. Und was dem Berliner seine Schrippe, ist dem Sachsen seine Semmel und dem Dresdner sein Brötchen.

Große Worte und lange Schlangen
Oben am Hochhaus am Pirnaischen Platz stand zu DDR-Zeiten die Losung „Der Sozialismus siegt“. Die Dresdner spotteten auf Sächsisch: „Dor Sozschalismus siecht.“ Getreu dem Brecht-Spruch „Erst kommt das Fressen und dann die Moral“ stellten sie sich unten am Eingang in die Warteschlange vor dem Schild „Sie werden platziert“. Die Gaststätte hieß „Gastmahl des Meeres“. Den Namen trägt heute wieder ein Dresdner Fischrestaurant, das der Konkurrenz der bundesweiten Nordsee-Filialen trotzt.
Goldenes Geflügel
In der Prager Straße gab es zu DDR-Zeiten eine Goldbroilerbar. Dort konnte man leckere Grillhähnchen essen, die auf jeden Fall besser schmeckten als ihre Artgenossen in der Schulspeisung: die „Gummiadler“.

Hochgebirgsflair im Elbtal
Seit 2018 findet der COOP FIS Skiweltcup alljährlich im Januar – kein Witz – in Dresden statt. Damit die Olympiasieger und Weltmeister im Langlauf am Königsufer um Punkte sprinten können, wird die Strecke mit Kunstschnee präpariert. Der wird immerhin aus Regenwasser ohne chemische Zusätze mit 100 Prozent grünem Strom hergestellt. Dadurch und mit dem Konzept der kurzen Wege sei die Kohlendioxid-Bilanz besser als in Gebirgsregionen, sagen die Veranstalter. Im Anschluss dürfen Klein und Groß den Weltcupschnee noch ein bisschen für Schulsport und Brettl-Cup, Charity-Lauf und Schneeballschlachten nutzen.

Im Reich der Schneekönigin
Auf dem Gelände der Zeitenströmung, an der B 97 im Dresdner Norden, findet seit 2017 alljährlich eine der größten überdachten Eis- und Schneeskulpturen-Ausstellungen Europas statt. Auf rund tausend Quadratmetern stehen in der Eiswelt etwa hundert märchenhafte Figuren. Internationale Künstler, unter ihnen mehrere Welt- und Europameister im Ice-and-snow-Carven, erschaffen in den Wochen zuvor mithilfe von Kettensäge, Bohrer, Meißel und Bügeleisen bei minus acht Grad aus 150 Tonnen Schnee und 250 Tonnen Eis bizarre Meisterwerke der Bildhauerei. Allein die Produktion der 500 Eisblöcke im Vorfeld dauert vier Monate. Die Skulpturen erreichen bis zu sieben Meter Höhe und können rund acht Tonnen schwer sein, trotzdem sind sie bis ins winzigste Detail ausgeführt.
Die sanften Achtsamen
Dresdens erstes Yoga-Café ist das „Achtsam“ an der Wallstraße. Es verfügt neben einem veganen Café über ein Yoga-Studio.

Die gute Mutter
Wenn Dresdner etwas „guddi” finden, geht die Sonne auf. Der zugehörige sächsische Gute-Laune-Spruch lautet: „Alles guddi, sprichd dä Muddi.“
Der wilde Mann
Wilder Mann heißt ein Viertel im Dresdner Nordwesten. Der Name übertrug sich von einem bis 1945 bekannten Ausflugslokal auf den gesamten Stadtteil. Einer Sage nach soll Kurfürst Johann Georg das Grundstück an der heutigen Döbelner Straße im Jahr 1648 einem Einsiedler zum Dank dafür geschenkt haben, dass dieser dem Landesherrn bei einem Raubüberfall das Leben gerettet hatte. Stark muss der sagenumwobene Eigenbrötler also gewesen sein, ob er ein zauberkundiger Waldmensch wie im grimmschen Märchen war, bleibt dahingestellt.

„Arbeiterschließfächer“
Seit der Zerstörung 1945 herrschte in Dresden große Wohnungsnot. Daher wuchsen im Laufe der folgenden Jahrzehnte ganze Satellitenstädtchen rings um die Kernstadt förmlich aus dem Schlamm. Die fernbeheizten Neubauwohnungen in diesen Plattenbausiedlungen waren trotz ihrer uniformen Bauweise begehrt. Daher nannten die Dresdner Stadtteile wie Prohlis oder Gorbitz „Arbeiterschließfächer“.
Nicht arbeits-, aber erwerbslos
2018 lag die Erwerbslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen in Dresden bei 5,6 Prozent, der Anteil der 18- bis 64-Jährigen betrug 4,8 Prozent.

Hinterm Mond oder verschont?
Weil der Empfang im Elbkessel so schlecht war, dass die Dresdner kein Westfernsehen hereinbekamen, nannte die Restrepublik Dresden „das Tal der Ahnungslosen“.
Keine Zeitungsente
Die „Sächsische Zeitung“ (SZ, nicht zu verwechseln mit der Süddeutschen SZ) ist in ihrem Verbreitungsgebiet die auflagenstärkste Tageszeitung und in Deutschland unter den Top Ten. Auf dem Europäischen Zeitungskongress in Wien erhielt sie bislang 15 Mal den European Newspaper Award in diversen Kategorien. Die SZ gehört der DDV Mediengruppe, deren Gesellschafter außerdem u.a. Onlineportale und Taxis betreiben, Bücher und Briefmarken herausgeben und Reisen anbieten.

Geheimer Goldesel
Eigentlich sollte Friedrich Böttger Gold machen, daher hielt August der Starke den erhofften „Goldesel“ als Gefangenen unter dem Namen „gewisse Person“ oder „Herr Schrader“ in den Festungsmauern unter Verschluss. Die Erfindung des „Weißen Goldes“ ist nicht Böttgers alleiniges Verdienst. Ohne das Wirken des Gelehrten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus wäre die Herstellung des europäischen Porzellans, ab 1701 als Meissener bekannt, nicht gelungen.

Helle Köpfchen
In Dresden wird viel getüftelt. Im Vergleich der zehn deutschen Metropolregionen lag Dresden mit 9,8 Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner eine Zeitlang auf Platz eins. Und das nicht erst seit heute.
Die erste deutsche Dampflokomotive konstruierte Professor Johann Andreas Schubert in Übigau und nannte sie „Saxonia“. Sie eröffnete 1839 die erste deutsche Ferneisenbahnstrecke zwischen Leipzig und Dresden.
Die Kleinbildspiegelreflexkamera Kine Exakta entwickelten 1936 die Ihagee-Kamerawerke in Striesen.
Gurkennummer
Da man zu den Filmnächten am Elbufer keine Getränke oder Speisen mitbringen darf, müssen diese bei Kontrollen an der Garderobe abgegeben werden. Eine versehentlich vom Einkauf noch in der Tasche befindliche Gurke zum Beispiel erhält einen Nummernaufkleber, damit man sie im Anschluss wieder abholen kann.

Man muss sich nur zu helfen wissen
Als 1890 infolge einer Überproduktionskrise in der Holzstoffindustrie die Preise in den Keller gingen, suchte der Dresdner Unternehmer Robert Sputh nach neuen Verwendungsmöglichkeiten für seine Holzschliffprodukte. Er würde fündig und ließ sich zwei Jahre später sein Verfahren der Herstellung von Holzfilzplatten oder Holzfilzdeckeln patentieren, die als Bierglasuntersetzer dienten. Der Name „Deckel“ kommt von dem Filz, mit dem man vor Spuths Erfindung Getränke zum Schutz vor Insekten abdeckte. Die neuen saugfähigeren Bierdeckel waren hygienischer, billig herzustellen und boten Platz für Reklame, damit eroberte der Dresdner den Weltmarkt. Zeitweise war seine Sputhmühle in Mittelndorf bei Sebnitz die größte Bierdeckelfabrik der Welt.
Standard von Anfang an
Ein Bierdeckel hat bis heute einen standardisierten Durchmesser von 107 Millimetern.
Aus dem Korsett gehüpft
1899 erfand Christine Hardt den Büstenhalter (BH) mit verstellbaren Trägern. Sie meldete das Frauenleibchen als Brustträger beim Kaiserlichen Patentamt an. Damit befreite sie ihr Geschlecht aus der atemberaubenden Umklammerung des Korsetts.

Herausgefiltert
Für ein genussvolleres Leben ließ sich auch Melitta Bentz etwas einfallen. 1908 durchlöcherte die Dresdner Hausfrau den Boden einer Konservendose, legte ein Löschblatt aus dem Schulheft ihres Sohnes ein, und schon blieb der leidige Kaffeesatz hängen – die Kaffee-Filtertüte war geboren. Eine ähnliche Wirkung erzielt bis heute der Teebeutel. Im 1882 gegründeten Teekanne-Stammhaus R. Seelig & Hille in Dresden wurde 1929 auf einer von Adolf Rambold entwickelten Packmaschine erstmals das Tütchen für den krümelfreien Genuss industriell hergestellt.
Apropos, filtern: 1934 wurde in Dresden die erste Filterzigarette der Welt produziert.


Billiges Suchtmittel
1990 kostete eine Schachtel mit 20 filterlosen Zigaretten aus dem VEB Tabakkombinat Dresden 1,60 Mark. Bis 2016 stellte die Yenidze Tabak- und Zigarettenfabrik GmbH die filterlose Salem No. 6 her.
Gefährliche Sucht
Mit dem Rauchen von zwei Schachteln filterloser Zigaretten ist die natürliche Dosis radioaktiver Strahlung pro Jahr überschritten.

Männerpower für Gesundheit
Aufgrund einer Vergiftung, die er sich bei Versuchen mit Blausäure 1808 zugezogen hatte, beschäftigte sich Friedrich Adolph August Struve bei den darauffolgenden Kuren in Karls- und Marienbad mit der Herstellung von künstlichem Mineralwasser. Die ersten Ergebnisse brachte der Arzt und Apotheker 1818 in Dresden zur Verkostung, wo er das Wasser im Jahr darauf auch an Bedürftige kostenlos ausschenkte, 1821 eröffnete er hier die weltweit erste Fabrik zur künstlichen Mineralwasserbereitung samt Trinkgarten. Filialen folgten in Deutschland, Polen, Russland, England und der Ukraine. Da nach späteren Regelungen Mineralwasser nicht durch Zusätze verändert werden durfte, nannte man das Struve’sche eben Tafelwasser und stellte es in Dresden noch bis 1969 her. Sein Grab befindet sich auf dem Trinitatisfriedhof.

Frauenpower für Naturkosmetik
1930 gründete Charlotte Meentzen mit ihrer Schwester Gertrude Seltmann-Meentzen das Institut für natürliche Kosmetik in Dresden. Sie wurde zur Wegbereiterin für den modernen Bio- und Naturkosmetikmarkt in Europa, eröffnete eine eigene Schule und entwickelte ein Schulungssystem für Kosmetikerinnen.

Weniger ist mehr
Den ersten Unverpackt-Laden in Ostdeutschland nach Berlin und den vierten in Deutschland eröffnete Berit Heller 2015 in der Dresdner Neustadt. Ihr Beweggrund: In den Weltmeeren schwimmt sechsmal mehr Plastik als Plankton. Da die Kunden sich individuelle Mengen an Lebensmitteln und Kosmetika in eigene, gespendete oder Mietbehältnisse abfüllen, werden Plastik- und anderer Müll weitestgehend vermieden und weniger Nahrungsmittel verschwendet. Inzwischen gibt es in Dresden vier solcher Geschäfte, bundesweit waren es 2020 rund 150.
1001 Märchen in der Moschee
Die erste eigenständige deutsche Zigarettenfabrik Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik Yenidze eröffnete 1862 in der Dresdner Friedrichstadt. In dem als Reklamebau in Form einer Moschee mit Minarett errichteten Gebäude wurden seit 1997 unter der bunten Glaskuppel Märchen erzählt. Da diese nicht klimatisiert ist, herrschten dort in jüngster Vergangenheit zwischen April und September oft Temperaturen von bis zu 45 Grad. Daher musste die 1001 Märchen GmbH 2020 ausziehen.
China in Dresden 1
„Dresden China“ ist eine der englischen Bezeichnungen für Meissener Porzellan.

China in Dresden 2
Der chinesische Pavillon am Rande der Dresdner Heide im Stadtteil Weißer Hirsch ist das einzig noch erhaltene Original aus der chinesischen Kaiserzeit in Deutschland. Er wurde 1911 in Shanghai erbaut, in Einzelteilen nach Deutschland verschifft und hier wieder errichtet. Anlässlich der ersten internationalen Hygiene-Ausstellung in jenem Jahr in Dresden bauten alle beteiligten Nationen ihre Ausstellungsgebäude im Großen Garten auf. Chinas Pavillon blieb als einziges Denkmal von über 50 Gebäuden erhalten. Nach der Ausstellung ließ die chinesische Regierung den Pavillon samt Innenausstattung als Gastgeschenk zurück.
Dresden auf Chinesisch
德 累 斯 顿 ausgesprochen: Délěisïdùn
Dresden auf Japanisch
wird Doresuden ausgesprochen.
Exotische Farbenpracht
Die Internationale Orchideen-Welt der Deutschen Orchideen-Gesellschaft e.V. findet seit 1999 alljährlich kurz vor Ostern auf dem Messegelände statt. Die größte Orchideenschau in Europa ist zugleich Dresdens größte und beliebteste Publikumsmesse.
Die Kraft der zwei H.
Orchideen sind nach der Form ihrer beiden Wurzelknollen benannt. „Orchis“ ist griechisch und bedeutet Hoden.

Italiens Nationalspeise nach Dresdnerin benannt
1889 erfand ein neapolitanischer Pizzabäcker zu Ehren des Besuchs seiner Königin Margherita Maria Teresa Giovanna di Savoia die erste Pizza mit Käse, sodass sie bis heute die Nationalfarben Italiens Rot, Weiß und Grün trägt. Margarethe Maria Therese Johanna, die Gattin Umbertos I., war die Enkelin des sächsischen Königs Johann, dessen Denkmal auf dem Theaterplatz steht. Bis Mitte der 1950er-Jahre gab es in Italien außerhalb von Neapel nur zehn Pizzerien.

Ziemlich beste Freunde
Mit der Herstellung von Odol wurde Karl August Lingner weltberühmt und millionenschwer. Er residierte fürstlich in einem der drei Elbschlösser, das bis heute nach ihm benannt ist und wo er sogar in einem eigenen Mausoleum bestattet ist. Kaum bekannt ist, dass die Rezeptur für das antiseptische Mundwasser von seinem Freund, dem Chemiker Richard Seifert, stammt. Gemeinsam machten sie Odol zu einer unverwechselbaren Marke und begründeten die moderne Werbung.

Zähne zeigen
Im Nachbarschloss Eckberg wohnte nicht minder prunkvoll Lingners härtester Konkurrent: der Apotheker Ottomar Heinsius von Mayenburg. Er erfand 1907 die Chlorodont-Zahnpasta und stellte sie in den Leo-Werken an der Königsbrücker Straße in Tuben her. Dort produziert die Dental-Kosmetik GmbH bis heute Marken wie Putzi und Rot-Weiß.

Lange Schlange
Aus einer Tube Zahnpasta kommen im Schnitt 2,8 Meter heraus.
Geschliffenes Gebiss
Vor Erfindung der Zahnbürste und -pasta putzte sich die Menschheit mit Stöckchen, zermahlenen Tierknochen, Schlemmkreide, Holzkohlen- oder Marmorpulver, Bims- oder Ziegelmehl, pulverisierten Eier- oder Muschelschalen das Gebiss.
Protestanten protestieren
Für den Erwerb der polnischen Königskrone wechselten die Kurfürsten August der Starke und sein Sohn heimlich den Glauben – ein Schlag ins Gesicht der Bevölkerung im Mutterland der Reformation. Den Grundstein für die Katholische Hofkirche legte 1739 dann auch kein Sachse, sondern der Römer Gaetano Chiaveri. Der Architekt musste die Bauleute aus seiner Heimat selbst mitbringen, da sich die protestantischen Sachsen dem verweigerten. Nach dem Barackenstädtchen der Bauarbeiter heißt bis heute das Restaurant gegenüber „Italienisches Dörfchen“.

Die älteste war nur die alte
Die erste Apotheke der Stadt gründete Johann Hüfner am 12. Juni 1467 an der Südseite des Altmarktes. Sie trug bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts nur den Namen „Alte Apotheke“, erst danach bürgerte sich „Marienapotheke“ ein.

Rückkehr zu den schönen Dresdnerinnen 1
Das mumifizierte Herz Augusts des Starken kehrte aus Polen nach Dresden zurück: Es befindet sich in einer Silberkapsel in der Gruft der Kathedrale.
Rückkehr zu den schönen Dresdnerinnen 2
Karl August Lingner, Besitzer des gleichnamigen Elbschlosses, starb 1916 in Berlin. Beerdigt wurde er auf seinem eigenen Grundstück. Testamentarisch beauftragte der Odol-König den Architekten und damaligen Dresdner Stadtbaurat Hans Poelzig sowie den Berliner Bildhauer Georg Kolbe mit der Errichtung seines Mausoleums. Seit 1921 steht das Oval am Fuße des Lingner'schen Weinbergs, geschmückt mit ernsten, schlanken Mädchenfiguren in langen Gewändern.

Kleiner Unterschied
Auf Italienisch heißt die Stadt Dresda, nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Eigenbau-Motorrädern von Dave Degens, der mit seinen Rahmen in der britischen Motorradszene seit den 1960er-Jahren bekannt ist.
Auf kleinen Tasten zum großen Schriftsteller
Bruno Naumann, Gründer der Dresdner Firma Seidel & Naumann an der Hamburger Straße, erfand 1910 die Reiseschreibmaschine Erika No. 1, patentiert und benannt nach seiner einzigen Enkeltochter. Ida Kästner schenkte ihrem Sohn Erich, als der in Leipzig studierte, eine „Erika“. Der geborene Dresdner wurde zunächst Journalist und Werbetexter und schließlich weltberühmt als Schriftsteller, Dichter, Kabarett- und Drehbuchautor.
Russisch Brot ohne kyrillische Buchstaben
Russisch Brot stammt vermutlich aus St. Petersburg, einer Partnerstadt Dresdens. Dort war das essbare Alphabet unter dem Namen „Bukwy“(Буквы = Buchstaben) bekannt. Von dort brachte der Dresdner Bäcker Ferdinand Friedrich Wilhelm Hanke (1816–1880) das Rezept mit und eröffnete 1845 eine Deutsche & Russische Bäckerei, in der er Deutschlands erstes Russisch Brot buk, allerdings mit lateinischen Buchstaben. Industriell stellte die Chocoladen-Fabrik von Richard Selbmann an der Königsbrücker und Eschenstraße ab 1886 erstmals das nach Karamell schmeckende Eiweißgebäck her. Die Dresdner Firma Dr. Quendt produziert es bis heute und hat außerdem „Säggsisch Brod“ im Angebot: Es enthält keine harten Konsonanten. Da „M“ und „W“ wegen ihrer Größe sehr bruchempfindlich sind, bäckt Dr. Quendt stattdessen normale und spiegelverkehrte Einsen, aus denen sich die beiden Buchstaben zusammensetzen lassen. Die Computerschrift in Form von Russisch-Brot-Buchstaben von Data Becker heißt „Russianbread“ und besteht ebenfalls nur aus Großbuchstaben.

Essbare Dominosteine
Dr. Quendt stellt auch Dominosteine her, die man essen, ja genießen kann. Die süßen schokoladeumhüllten Würfelchen bestehen aus drei Schichten: Lebkuchen, Aprikosen- oder Kirschsaftgelee und Marzipan. Erfunden hat das Weihnachtsgebäck der Dresdner Chocolatier Herbert Wendler (1912–1998) im Jahr 1936. Er wollte Pralinen für breite Käuferschichten erschwinglich machen. Wendlers günstige „Notpraline“ wurde wegen der Nahrungsmittel- und Rohstoffknappheit im Zweiten Weltkrieg populär.

Hauptstadt der Süßmäuler
1823 wurde in Dresden die erste deutsche Chokolade- und Cichorienfabrik von Jordan & Timaeus gegründet. 1839 brachten sie auf dem Betriebsgelände zwischen den nach ihnen benannten Straßen in der Dresdner Neustadt die weltweit erste Milchschokolade in Tafelform auf den Markt. Ein Flopp, weil man wenig Zucker, grob gemahlenen Kakao und Eselsmilch verwendete, was der äußerst herben Leckerei eine sandig-krümelige Konsistenz gab. Nichtsdestotrotz entwickelte sich Dresden ab 1880 zur Hauptstadt der Süßmäuler. 1910 lag sie mit 26 Schokoladen- und Zuckerfabriken auf Platz eins in ganz Deutschland.
Kulturstadt
In der KOSIS-Befragung zur Lebensqualität erreichten die kulturellen Einrichtungen mit 93 Prozent den höchsten Anteil an Zufriedenen. Im Städtevergleich belegt Dresden hier gemeinsam mit Kassel und Mannheim den ersten Platz.

Bester Nahverkehr
Im bundesweiten ÖPNV-Kundenbarometer haben sich die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) mit der Note 2,20 den Spitzenplatz erarbeitet. Damit liegen sie auch 2019 wieder über dem Durchschnitt von 2,88, den das Marktforschungsunternehmen Kantar unter 40 Nahverkehrsanbietern in der größten Vergleichsstudie dieser Art alljährlich unter 21.000 Befragten ermittelt. Noch genauer betrachtete dies 2019 die Studie zur Lebensqualität in 24 deutschen Städten. Die Gemeinschaft der Kommunalen Statistischen Informationssysteme (KOSIS) fragte nach der Zufriedenheit mit Sicherheit, Erreichbarkeit, Bezahlbarkeit, Taktung und Zuverlässigkeit. In allen fünf Kategorien belegt Dresden den ersten Platz im Städteranking.
E-Antrieb war gestern
1903 eröffnete mit der Haide-Bahn ein strombetriebener Oberleitungsbus, damals „gleislose Bahn“ genannt, zwischen dem nördlichen Stadtrand und dem heutigen Klotzsche. Zwischen 1947 und 1975 verkehrten 28 Jahre lang O-Busse auf der Linie C, später 61, zwischen Körnerplatz und Münchner Platz. Seit Kurzem ist immerhin Europas erster Serien-Hybridbus hier im Einsatz.
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