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Sawyer Bennett

Arizona Vengeance Teil 3: Legend

Aus dem Amerikanischen ins Deutsche übertragen von Joy Fraser

© 2019 by Sawyer Bennett unter dem Originaltitel „Legend (Arizona Vengeance, Book #3)“

© 2022 der deutschsprachigen Ausgabe und Übersetzung by Plaisir d’Amour Verlag, D-64678 Lindenfels

www.plaisirdamour.de

info@plaisirdamourbooks.com

© Covergestaltung: Sabrina Dahlenburg

(www.art-for-your-book.de)

© Coverfoto: Shutterstock.com

ISBN Print: 978-3-86495-542-6

ISBN eBook: 978-3-86495-543-3

Die Personen und die Handlung des Romans sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Dieser Roman darf weder auszugsweise noch vollständig per E-Mail, Fotokopie, Fax oder jegliches andere Kommunikationsmittel ohne die ausdrückliche Genehmigung des Verlages oder der Autorin weitergegeben werden.

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Anmerkung der Autorin

Autorin

Kapitel 1

Legend

Als ich in die Straße einbiege, kommt sofort das Strahlen von Peppers Haus in Sicht. Es überrascht mich nicht, dass sich ihr Haus einen Tag nach Thanksgiving wie magisch in ein psychedelisches Weihnachtswunderland verwandelt hat. Komplett mit farbigen Lichterketten in jedem Winkel, einem riesigen Plastikweihnachtsmann mit seinen Rentieren auf dem Dach und Lautsprechern an den Bäumen, aus denen Weihnachtslieder schallen. Es gibt sogar einen großen, sich drehenden Schneemann, der alle paar Minuten Kunstschnee in die Gegend bläst.

Die Krönung ist jedoch eine lebensgroße biblische Krippe im Vorgarten, voll ausgestattet mit Maria, Josef, Jesus, Esel, Kuh, zwei Schafen und drei Kamelen mit den drei Weisen aus dem Morgenland auf den Rücken. Die Szene wird von Scheinwerfern angestrahlt.

Mit knirschenden Zähnen biege ich auf die Einfahrt. Ich kann nichts dagegen sagen, weil mich Pepper an Thanksgiving im Poolbillard total fertiggemacht hat. Was bedeutet, dass ich mich nicht mal beim Hauseigentümerverein über sie beschweren kann. Also muss ich das Wochenende bei geschlossenen Rollos verbringen, um nicht von ihrem Haus geblendet zu werden.

Was nicht bedeutet, dass sie nicht noch etwas anderes auf Lager haben wird, um mich zu ärgern. Dafür scheint diese Frau zu leben. Entweder, indem sie mir eine Schar rosa Plastikflamingos in den Garten stellt, oder, indem sie mich schlicht mit ihrem schönen Gesicht und dem umwerfenden Körper in den Wahnsinn treibt. Ich sollte nicht so oft an sie denken, doch mich hat noch nie jemand gleichermaßen fasziniert wie genervt.

Mir fällt auf, dass drei Autos in ihrer Einfahrt stehen, was nicht ungewöhnlich ist. Pepper scheint ständig eine Schar Leute zu Besuch zu haben. Sie ist ein ziemlich geselliger Mensch. Sie hat mich sogar schon zu ihren kleinen intimen Soireen eingeladen, aber ich habe jedes Mal abgelehnt.

Das Einzige, was mir in letzter Zeit sonst noch auffiel, ist die Tatsache, dass ich sie nicht mehr mit meinem Teamkollegen Dax zusammen gesehen habe. Zumindest kommt es mir so vor, und ich bin nicht sicher, wie ich das finden soll. Auf keinen Fall bin ich bereit, den kleinen Eifersuchtsstich zuzugeben, wenn er mit ihr zusammen war, denn das wäre geradezu lächerlich. Ich kann die Frau nicht ausstehen.

Mit einem letzten angewiderten Blick auf das Griswold-Haus neben meinem, halte auf meiner Einfahrt und öffne mit der Fernbedienung das Garagentor. Während es langsam hochfährt, fällt mein Blick nach links auf die vordere Veranda. Sieht aus, als ob da ein Paket liegt, aber ich kann es nicht genau erkennen, weil das Licht an der Haustür nicht brennt. Daran denke ich nie, wenn ich den ganzen Tag weg bin und erst abends nach Hause komme. Ich notiere mir in Gedanken, dass ich auf meiner endlosen Liste von Projekten die Installation einer automatischen Sicherheitsbeleuchtung hinzufügen werde.

Aber Moment mal … das ist doch kein Paket. Ich versuche im Lichtschein von Peppers Haus, der nicht ganz bis zu meiner Haustür reicht, etwas zu erkennen.

Es sieht eher nach einem Kleiderhaufen aus. Verwirrt runzele ich die Stirn, steige aus, gehe zögerlich auf die vordere Veranda zu, denn je näher ich komme, desto stärker wird mein ungutes Gefühl.

Ich betrete die erste der drei Stufen zur Veranda, und alles in mir zieht sich zusammen, als ich sehe, dass es sich um eine Decke handelt, in die etwas Kleines eingewickelt ist. Ich werfe einen Blick auf Peppers Haus. Vielleicht ein übler Scherz von ihr. Dann gehe ich hoch und neben dem Bündel in die Hocke. Vorsichtig ziehe ich den Fleecestoff zur Seite.

Ein Baby fängt an zu weinen.

Ein winziges rosa Baby mit zugekniffenen Augen und einem kleinen Mund, der verzogen ist und wimmernde Laute von sich gibt. Vor lauter Schreck taumele ich rückwärts, bleibe mit dem Stiefel an einer Stufe hängen und lande unten auf dem Hintern.

Was zum Geier soll das?

Mit gespreizten Beinen, den Händen und dem Arsch auf dem Rasen, starre ich auf meine Veranda, als hätte ich soeben eine blutende Person gefunden.

Das Baby weint weiter, was mich in Bewegung versetzt. Ich stehe auf, starre das Bündel kurz an und renne dann zu Pepper hinüber. Ich springe über die niedrigen Büsche zwischen unseren Häusern und lande direkt auf ihrer Veranda. Ich schlage so fest mit der Faust gegen ihre Tür, dass der große bunte Gecko aus Blech, der dort hängt, klappert, als würde er gleich abfallen.

Die Haustür geht schnell auf und fast falle ich mit der Tür ins Haus. Pepper lächelt breit, was ihr sofort vergeht, als sie mich sieht. Wenn ich so aussehe, wie ich mich fühle, verwirrt und panisch, hat sie allen Grund, nicht zu lächeln.

Ich deute mit einem zittrigen Finger auf mein Haus. „Baby. Vor der Haustür.“

Peppers Ausdruck wechselt zu perplex und jemand hinter ihr sagt: „Hey, Pepp, ist das der heiße Eishockeyspieler, der nebenan wohnt? Bitte ihn rein, damit er mit uns Scrabble spielt.“

Genau wie ich ignoriert sie diese Person. Ich greife nach ihrer Hand und zerre sie vor die Tür. Dann drehe ich mich um und renne los, und Pepper folgt mir, ohne zu fragen oder zu meckern.

Ich ziehe sie auf meine Veranda und meine Hand zittert noch heftiger, während ich auf das Baby in der Decke deute. Es wimmert immer noch leise.

„Oh mein Gott.“

Pepper reißt sich von mir los und nimmt das Baby auf den Arm. Sie öffnet die Decke weiter und starrt den Winzling an. Sie reicht dem Baby einen Finger, und ich bin erstaunt, als das Kind ihn fest umklammert.

Sie dreht den Kopf zu mir. „Du hast es eben hier gefunden?“

Ich kann nicht sprechen und nicke nur heftig.

„Wo kommt es her?“

Ich schüttele den Kopf und zucke mit den Schultern.

Pepper tritt einen Schritt zurück und schaut auf die Stelle, wo das Kind gelegen hat. Beide sehen wir einen Zettel, der unter dem Bündel gelegen haben muss. Ich hebe ihn auf. Meine Hände zittern noch, als ich ihn auffalte, und ich merke sofort, dass es zu dunkel ist, um ihn zu lesen. Hölzern stakse ich die Stufen hinunter, und das Gefühl des Unbehagens in meinem Magen bringt mich fast zum Kotzen. Ich stelle mich vor den Tahoe, dessen Scheinwerfer noch an sind und die Umgebung erleuchten, und falte das Papier erneut auseinander. Am Rande nehme ich wahr, dass sich Pepper neben mich stellt und mitliest.

Legend,

es tut mir leid, dir das antun zu müssen, aber ich bin nicht in der Lage, unser Kind zu versorgen. Sie ist zwei Wochen alt und ich habe ihr noch keinen Namen gegeben. Mir ist klar, dass das eine Überraschung für dich ist, aber du kannst viel besser für sie sorgen als ich.

Lida

„Du hast ein Baby?“, fragt Pepper leise.

„Nein“, murmele ich. „Ich meine, falls das die Wahrheit ist, dann ja. Aber ich hatte keine Ahnung davon. Ich habe diese Frau nur kurz kennengelernt, als wir mit den Spartans in Florida waren. Ich hatte keine Ahnung, dass sie schwanger war.“

„Wow“, sagt Pepper, als ich sie ansehe. Ihr Blick ist warm und erstaunt. „Das ist ja eine schöne Bescherung, was?“

Mein Blick fällt auf das kleine Mädchen ohne Namen, das Pepper so natürlich wirkend im Arm hat. „Oh ja. Eine Überraschung auf jeden Fall.“

Kapitel 2

Legend

Das darf einfach alles nicht wahr sein.

Ich schaue zum Krankenwagen, wo ein Sanitäter das Baby untersucht. Es weint und ich drehe gleich durch. Ich habe keine Ahnung, ob das Kind wirklich von mir ist, aber das spielt momentan keine Rolle. Das kleine Ding lag völlig einsam und schutzlos auf meiner Veranda, friert wahrscheinlich und hat Hunger und weiß Gott was alles. Himmel noch mal, hier draußen gibt es verdammte Kojoten. Die hätten sie wegschleppen können …

Nein. Daran darf ich gar nicht erst denken.

Würde Lida jetzt plötzlich meine Einfahrt entlangkommen, würde ich sie erwürgen.

Mein Blick fällt auf Pepper, die neben dem Krankenwagen steht und die Szene beobachtet. Ihre Scrabble-Party hat sich sofort aufgelöst, als der Krankenwagen ankam.

Sie kaut auf ihrer Unterlippe und runzelt die Stirn. Fuck sei Dank war sie zu Hause, denn ich weiß nicht mal, wie man ein Baby richtig hält. Mir war nicht mal in den Sinn gekommen, es hochzuheben. Ich bin einfach nur zu Pepper gerannt.

„Mr. Bay“, sagt ein Polizist und ich drehe mich zu ihm um. „Um welche Uhrzeit sind Sie nach Hause gekommen?“

Der Cop, Officer Brandis, ist einer von zweien, die gekommen sind, nachdem ich die 911 angerufen hatte. Er ist beleibt und die Knöpfe seiner Uniform werden über dem Bauch gedehnt. Ich frage mich, zu wie viel solcher Fälle von aufgefundenen Babys er im Jahr gerufen wird. Wahrscheinlich nicht so oft.

„Um etwa Viertel vor neun.“ Ich schaue wieder kurz zum Krankenwagen. Das Baby weint immer noch und zerfetzt mir die Nerven.

„Und wie lange waren Sie nicht zu Hause?“

Mein Verstand rast, und ich brauche einen Moment, um mich zu erinnern, dass es um die drei Stunden her ist, dass ich mit Dax im Stadion Sport gemacht habe. Guter Gott, das Baby könnte ganze drei Stunden hier gelegen haben.

„Und Sie wussten nicht, dass das Ihr Kind ist?“ Er macht sich Notizen auf einen Block.

„Nein“, antworte ich hoffentlich ruhig genug, denn am liebsten würde ich ihn anbrüllen, dass ich natürlich nichts davon wusste.

„Haben Sie Kontaktdaten von Miss Martin?“

„Ich habe Telefonnummer und Adresse“, antworte ich brüsk, denn diese Daten habe ich ihm bereits gegeben. „Wann kommt jemand vom Jugendamt?“

„Bald“, sagt er knapp und stellt mir weitere Fragen.

Wann haben Sie Miss Martin zum letzten Mal gesehen?

Wussten Sie, dass sie schwanger war?

Könnte es ein übler Scherz sein?

„Ein Streich?“ Ich knurre. „Wer legt ein Baby vor eine Tür als einen verfickten Streich?“

Officer Brandis blinzelt überrascht und hat den Anstand, tatsächlich zu erröten. Er hüstelt. „Entschuldigen Sie. Ich versuche nur, an alle Möglichkeiten zu denken und nichts zu vergessen. So etwas ist mir bisher noch nicht untergekommen.“

Ich atme tief aus und fahre mir mit den Fingern durch die Haare. „Entschuldigen Sie bitte, dass ich ungehalten war. Sie können sich sicher vorstellen, dass ich unter Stress stehe.“

„Absolut“, sagt er mit einem dankbaren Lächeln, weil ich kein blöder Arsch sein will.

Ein Auto fährt hinter den Polizeiwagen und eine Frau steigt aus. Sie kommt direkt auf mich und den Officer zu und wirft nur einen kurzen Blick auf den Krankenwagen.

„Mr. Bay?“ Sie streckt mir ihre Hand entgegen und hat ein Notizbuch unter dem anderen Arm klemmen.

„Ja“, sage ich und wir schütteln uns die Hände.

„Ich bin Louise Mankle.“ Sie drückt kurz zu und lässt meine Hand los. Sie ist schätzungsweise eine Endfünfzigerin und ihr sachlicher Ton ist beruhigend. „Ich bin vom Jugendamt.“

„Schön, Sie kennenzulernen“, antworte ich lahm.

Louise sieht Officer Brandis an. „Wenn Sie nichts dagegen haben, hätte ich gern ein paar Informationen und würde dann gern dem Krankenwagen zur Klinik folgen. Ich bin jetzt für das Kind verantwortlich und muss dabei sein, wenn er oder sie untersucht wird.“

„Es ist ein Mädchen“, sagt Officer Brandis stolz, als ob er schon alles untersucht hätte. Er sieht auf seine Notizen. „Mr. Bay hat das Kind ungefähr um 20:45 Uhr vor seiner Tür gefunden. Es lag ein Zettel dabei, angeblich von einer Lida Martin aus Miami, Florida. Mr. Bay hat bestätigt, dass es sich um ihre Handschrift handelt.“

Louise nickt kurz und sieht mich wieder an. „Mr. Bay … gibt es einen Grund, daran zu zweifeln, dass es sich um Ihr Kind handelt?“

Ich zucke mit den Schultern. Nicht, weil es mir egal wäre, sondern weil ich total überfordert bin. „Ich weiß es nicht. Ich hatte eine intime Beziehung mit Lida. Wir hatten immer geschützten Sex, aber …“

„Das ist ja nicht narrensicher, nicht wahr?“, sagt sie freundlich.

„Nein.“ Meine Wut kommt wieder hoch. „Ich meine, was für eine Art Mensch lässt ein Baby einfach so liegen? Versteht sie nicht, dass das Kind hätte sterben können? Oder von Kojoten gefressen? Und woher hat sie überhaupt gewusst, dass ich heute nach Hause kommen werde?“

Louise sieht mich mitfühlend an und tätschelt meinen Arm. „Das ist wirklich schrecklich. Aber jetzt wird die Kleine medizinisch gut versorgt und wir werden uns um sie kümmern.“

Ich nicke und fahre mir erneut durch die Haare. Ich schaue zum Krankenwagen. Pepper beobachtet mich und in ihrem Blick liegt Sorge.

Ich seufze und wende mich Louise zu. „Was passiert als Nächstes?“

„Ich fahre mit ins Krankenhaus. Sie wird ärztlich untersucht, und wenn alles okay ist, gebe ich sie in eine Notfall-Pflegefamilie, bis die Vaterschaft bestätigt ist. Sie müssen sich einen Speichelabstrich machen lassen.“

Vaterschaft?

Jesus im Himmel, fuck, ich könnte Vater sein?

Ich schaue wieder zu Pepper. Ich weiß nicht, was sie in meinem Ausdruck liest, doch sie kommt zu mir herüber. Ich bin erstaunt, als sie meine Hand nimmt und kurz drückt. Ich habe nicht vor, mich von ihr zurückzuziehen, und erwidere den Druck. „Sie nehmen das Kind mit in die Klinik und ich muss für einen Vaterschaftstest hin.“

Sie nickt und lässt meine Hand los. „Ich fahre dich, okay?“

„Okay“, murmele ich, unfassbar dankbar, diese Frau, die mir sonst ein Dorn im Auge ist, an meiner Seite zu haben.

Mir kommt ein Gedanke und ich wende mich wieder an Louise. „Wenn sie meine Tochter ist, sollte sie dann nicht bei mir sein statt bei einer Pflegefamilie?“

Louise schenkt mir noch ein freundliches Lächeln. „Mr. Bay, wir müssen uns an die Gesetze halten, und Sie sind keine zertifizierte Pflegefamilie. Unsere Familien haben alle ein intensives Training und durchlaufen Hintergrundrecherchen. Aber ich habe schon eine Pflegefamilie angerufen, die wundervoll ist. Ein Rentnerehepaar, das dies schon seit Jahren tut. Dort ist sie in guten Händen.“

Ich nicke stumm, denn ich kann auf keinen Fall heute ein Baby aufnehmen. Ich habe weder ein Kinderbett noch Windeln oder Milch. Und habe immer noch keine Ahnung, wie man ein Baby überhaupt hält.

Ein Sanitäter kommt zu uns herüber. „Wir können jetzt fahren. Das Baby ist stabil und in guter Verfassung.“

„Wunderbar“, sagt Louise. „Wir können Sie in dem Babysitz hinten in meinem Wagen transportieren.“ Das überrascht mich, doch bevor ich Fragen stellen kann, erklärt Louise es mir. „Da die Untersuchung ergeben hat, dass sie gesund ist, ist es viel sicherer für sie, in einem Kindersitz transportiert zu werden als im Arm eines Sanitäters.“

Ich nicke. Das ergibt Sinn. Denke ich.

Louise öffnet ihr Notizbuch und holt eine Visitenkarte heraus. „Wir sehen uns in der Klinik, wo ich den Vaterschaftstest bestelle, aber falls ich es später vergesse, hier sind meine Kontaktdaten. Ich weiß, dass es nicht ideal ist, aber vor dem Ergebnis des Vaterschaftstests können wir leider nichts machen, also schlage ich vor, dass Sie einfach abwarten.“

Das kommt mir nicht wie ein angebrachter Plan vor. Wenn es mein Kind ist, sollte ich dann nicht bei ihr sein, wenn es untersucht wird? Sollte ich sie bei der Pflegefamilie nicht besuchen dürfen?

Als ob sie meine Gedanken lesen würde, fügt sie hinzu: „Mr. Bay, ich weiß, dass es Ihnen schwerfällt, aber nach dem Gesetz ist das Baby jetzt unter dem Schutz des Staates Arizona. Momentan haben Sie praktisch keine gesetzlichen Rechte. Aber möchten Sie sie noch mal sehen, bevor wir fahren?“

Ich bin gleichzeitig entsetzt und erleichtert. Ich nicke schon wieder lahm und dann nimmt Pepper meine Hand und führt mich zum Krankenwagen. Louise folgt uns. Eine junge Sanitäterin legt das kleine Mädchen Louise in die Arme, die mir vorher noch ihr Notizbuch in die Hand drückt.

Ohne zu zögern, nehme ich es ihr ab, trete näher und sehe mir das Baby genauer an. Ich habe mir noch keine Details angesehen, weil ich damit beschäftigt war, durchzudrehen. Jetzt erkenne ich dichtes dunkles Haar, das entweder von mir oder Lida vererbt worden sein könnte. Ihre Augen sind dunkelblau wie meine, aber ich weiß nicht, ob das etwas bedeutet. Sie weint jetzt nicht und starrt irgendwie blicklos hoch zu Louise. Vielleicht weil sie noch so klein ist und nicht versteht, was vor sich geht. Ich will doch schwer hoffen, dass sie es nicht versteht. Dass ihre Mutter sie verlassen und abends vor eine fremde Tür gelegt hat.

Nachdem ich eine Weile das Kind, das meins sein könnte, betrachtet habe, geht Louise zu ihrem Auto. Pepper und ich folgen ihr. Während Louise das Kind in dem Kindersitz festschnallt, fahren Polizei und Krankenwagen ab.

Louise schließt die Tür und ich sehe das Baby durch die Scheibe an. Sie nimmt mir das Notizbuch ab, doch ich wende den Blick nicht von dem Kind. Im Hintergrund höre ich, wie Louise zu Pepper sagt, dass wir durch die Notaufnahme reingehen sollen, wo sie uns treffen wird.

Erst als Louises Auto außer Sichtweite ist, spricht Pepper. „Alles in Ordnung?“

Ich sehe sie an. „Nein.“

„Kann ich mir vorstellen“, sagt sie leise. Dann nickt sie zu meinem SUV hinüber, der immer noch mit Licht dort steht. „Geh dein Auto in die Garage fahren und ich hole schnell meine Handtasche. Auf dem Weg zur Klinik halten wir irgendwo auf einen Kaffee an, okay?“

Ich kann nichts machen, außer zustimmend zu nicken. Meine Welt wurde gerade auf den Kopf gestellt, und ich weiß nicht, ob ich allein in der Lage wäre, zu fahren. Ich könnte Bishop anrufen, aber er könnte nichts anderes tun, als das, was Pepper bereits freiwillig tut.

Ich sehe ihr hinterher, wie sie zu ihrem Haus geht, das vor albernen Weihnachtslichtern strahlt, die mir gar nicht mehr so albern erscheinen.

Mir wird klar, dass es gerade Wichtigeres gibt, worüber ich mir Gedanken machen sollte.

Kapitel 3

Pepper

„Das war enttäuschend“, murmelt Legend auf meinem Beifahrersitz. Ich werfe ihm einen Blick zu und er lächelt ironisch.

Ich erwidere das Lächeln. Er spricht von der zweisekündigen Prozedur, in der ihm eine Krankenschwester mit einem Wattestäbchen durch den Mund gefahren ist, um seine DNA zu entnehmen. Wir waren ungefähr eine Stunde in der Klinik, wo wir hauptsächlich in der Notaufnahme auf Louise gewartet haben. Sie führte uns in den kleinen Raum, in dem die Schwester den Vaterschaftstest durchführte.

Keine Minute später verabschiedete uns Louise an der Tür und versprach ihm, anzurufen, sobald das Ergebnis da ist, was normalerweise zwei bis drei Tage dauert, aber diesmal etwas länger, weil Freitag ist und das Labor am Wochenende geschlossen ist.

„Vielen Dank“, sagt Legend leise. Ich sehe nicht zu ihm hinüber und höre die Dankbarkeit in seiner Stimme. „Ich war so ein Arsch dir gegenüber, seit wir Nachbarn sind.“

Glücklicherweise sieht er gut aus, sodass es leichter ist, ihm seine mürrische Art zu verzeihen. Sein dunkles Haar, oben etwas länger und an den Seiten kürzer, und seine hitzigen blauen Augen, die so ausdrucksstark sein können, ergeben meiner Meinung nach eine gute Kombination.

„Nicht wirklich.“ Damit unterbreche ich eine sicherlich sagenhafte Entschuldigung. „Ehrlich gesagt hat es mir einen Heidenspaß gemacht, also muss es dir nicht leidtun.“

Das ist sogar die Wahrheit. Sowie Legend neben mir eingezogen war, hatte er einen Stock im Arsch und war absolut mies gelaunt meinetwegen und wie ich mein Haus dekoriere. Mit meiner übertriebenen Gartengestaltung bringe ich Hauseigentümer auf die Palme, aber so bin ich eben. Es gefällt mir, mich künstlerisch auszuleben, und seit ich hier wohne, hat es die anderen Nachbarn nicht gestört.

Als Legend begann, sich darüber zu beschweren, und verlangte, dass ich die Sachen abnehme, reagierte ich beispielsweise damit, auf unserer Grundstücksgrenze Plastikflamingos aufzustellen, und brachte ihn so noch mehr gegen mich auf.

Nicht, weil ich gemein bin. Oder eine Bitch. Sondern, weil ich für diesen hübschen Eishockeyspieler schwärme, der alles viel zu ernst nimmt. Da er niemals an jemandem wie mir interessiert sein wird, habe ich extra gestichelt, nur um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Das mag kindisch und ein bisschen bekloppt sein, aber ich versuche immer, das Leben nicht allzu ernst zu nehmen, und habe mich auf seine Kosten köstlich amüsiert. Die Belohnung war, seine Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn auch meistens nur in Form von Wut.

Als er an meiner Haustür erschien, nicht um sich über meine zu laute Weihnachtsmusik zu beschweren, sondern weil er meine Hilfe brauchte, merkte ich, dass ich wohl etwas mehr für ihn empfinde als nur Schwärmerei. Ich war mehr als begeistert, dass er ausgerechnet zu mir kam, was bedeutet, dass sein Ärger über mich nicht zu echtem Hass geführt hat.

Unsere Einfahrten, die direkt nebeneinander verlaufen, kommen in Sicht, und ich bedauere, dass der Abend jetzt fast vorbei ist. Trotz der Tatsache, dass dies für Legend ein lebensveränderndes Ereignis ist und er sich gerade nichts als Sorgen macht, bin ich mehr als dankbar, dass ich dabei sein durfte. Denn heute, als wir in der Notaufnahme saßen, hatte ich die Gelegenheit, Legend auf normale, nicht streitlustige Art zu betrachten. Seine Gedanken drehten sich nicht um unseren Kleinkrieg, sondern um das Baby, das wohl ab sofort in seiner Verantwortung liegen wird. Ich nehme an, das hat die Dinge für ihn zurechtgerückt, und er hat mich behandelt wie eine enge Freundin.

Während wir warteten, half ich ihm, über eine Menge Was-wäre-wenn-Fragen nachzudenken. Er vertraute mir an, entsetzt über die Aussicht zu sein, Vater zu werden, und dass er gedacht hat, damit noch lange Zeit zu haben. Allerdings nahm er die Verantwortung ernst und zweifelte nicht an Lidas Ehrlichkeit. Legends Meinung nach ist es sein Kind, und er begann bereits mit der Planung für die Zeit nach dem Ergebnis.

Ich selbst habe keine Kinder, aber eine große Familie mit Nichten, Neffen, Cousinen und Cousins mit Kindern. Jammernde Babys und ängstliche Teenager sind mir nicht fremd. Also gab ich mein praktisches Wissen an ihn weiter, was er sich alles besorgen müsste. Ich bot sogar an, ihm dabei zu helfen, und er fand das furchtbar lieb von mir, obwohl er immer so unmöglich zu mir war.

Ich bedauere, dass sein Leben so eine Wende genommen hat, aber ich bin auch froh, dass er mich nicht mehr nur als nervige, extravagante Künstlertussi betrachtet, die nicht normal genug ist, um zu seinem engeren Freundeskreis gehören zu können.

Ich fahre langsamer, spare mir das Blinken, weil niemand hinter mir ist, und biege in meine Einfahrt. Ich öffne die Garage, schleiche an den leeren Kartons mit Weihnachtsdeko vorbei und schalte den Motor aus. Legend seufzt in die Dunkelheit. Ich drehe mich zu ihm um und er sieht mich an.

„Hast du einen Schnaps?“, fragt er. „Ich könnte einen brauchen. Ich habe welchen zu Hause, aber das ist weiter weg als dein Haus.“

Ich versuche, meine Freude zu verbergen, dass er gern noch ein bisschen mit mir abhängen möchte. „Bourbon, Tequila und Wodka. Was ist dein Lieblingsdrink?“

„Wie die wohl alle drei zusammen schmecken?“ Seine Stimme klingt so erschöpft, wie er aussieht.

„Ekelhaft“, versichere ich ihm. „Alle drei zusammen schmecken wie Kotze.“

„Dann nehme ich den Bourbon.“ Er öffnet die Tür.

Ich führe ihn durch die Garage, an der Waschküche vorbei und nach links in meine Küche. Legend sieht sich interessiert um, und sein Ausdruck ist neutral, während er meine hellblaue Küche betrachtet, die handbemalten Fliesen hinter dem Herd in leuchtenden Farben wie Rot, Blau und Grün, und die nicht zusammenpassenden Küchenstühle, die ich bei einem Garagenflohmarkt erstanden und selbst restauriert habe. Die Küche führt ins Wohnzimmer, das ebenfalls farbenfroh gestaltet ist. Ich wette, seine Einrichtung besteht aus braunen und beigen Tönen.

Zwar besitze ich eine Bar, doch ich trinke nicht oft genug, um sie mit Gläsern und allem ausgestattet zu haben. Stattdessen bewahre ich Bourbon, Wodka und Tequila im Küchenschrank neben meinen Kaffeetassen auf.

Mit dem Bourbon in der Hand nehme ich zwei Keramikbecher und frage ihn, ob er Eis möchte. Er verneint. Ich gieße ihm ordentlich was ein und nur ein wenig für mich. Dann reiche ich ihm seinen Drink. „Gehen wir ins Wohnzimmer.“

Legend folgt mir und sieht das Scrabble-Spiel auf dem Couchtisch. „Es tut mir leid, dass ich deine Party versaut habe.“

Bei meinem Lachen sieht er mich an. „Hast du nicht. Wir spielen oft und das eine Mal fällt nicht weiter auf.“

„Scrabble ist ein cooles Spiel“, sagt er und setzt sich auf die Couch.

Sie ist mit einem weichen Denim-Stoff bezogen und die Kissen sind bequem und plüschig. Er lässt sich dazwischen nieder und legt ein Bein über sein Knie.

Legend starrt in seinen Drink. „Was für ein Abend.“

Ich setze mich ans andere Ende der Couch, ziehe die Sandalen aus und nehme die Beine unter mich. Anständig zerre ich den Saum meines Baumwollrocks tiefer. Legend beobachtet mich wie ein Adler, wobei Hitze über meine Haut kriecht.

Er hebt seinen Becher. „Auf dich. Weil du an meinem wahrscheinlich folgenschwersten Tag für mich da bist.“

Ich überlege kurz und hebe dann ebenfalls meinen Becher. „Auf dich. Dafür, dass du die Sache mit wahnsinnig viel Anstand und Kraft behandelst. Die meisten Leute wären schon längst zusammengebrochen.“

Legend schnaubt, setzt das Glas an, und an seinem Schlucken erkenne ich, dass er alles auf ex getrunken hat. Er presst einen Zischlaut zwischen den Zähnen hindurch, steht auf, geht in die Küche, und schweigend sehe ich zu, wie er mit der Flasche in der Hand wiederkommt. Im Stehen schenkt er sich nach, stellt die Flasche auf den Couchtisch und trinkt sein Glas erneut leer.

Er sieht mich an und in seinen Augen schwimmen die Emotionen regelrecht. „Ich kann kein Vater sein. Bin noch nicht so weit.“

Ich weiß nicht, ob das stimmt, deshalb sage ich, was er jetzt hören muss. „Doch, das kannst du, und du bist auch dazu bereit, denn höchstwahrscheinlich musst du es einfach.“

Legend schüttelt den Kopf. „Ich bin die Hälfte des Jahres beruflich unterwegs. Manchmal sieben Tage hintereinander. Wie soll ich mich da um ein Kind kümmern?“

„Du besorgst dir eine Nanny“, schlage ich vor. „Bei deinem Einkommen kannst du dir die beste Kinderbetreuung der Welt leisten.“

„Okay.“ Er beginnt, auf und ab zu laufen, und deutet kurz mit dem Glas auf mich. „Guter Einwand. Aber was für ein Vater wäre ich, wenn ich fast nie bei meinem Kind wäre?“

„Dann nimm sie doch mit.“ Ich zucke mit den Schultern. „Ich bin sicher, dass du dir auch das leisten kannst.“

Legend rollt mit den Augen. „Du hast aber auch auf alles eine Antwort.“

„Weil es für alles eine Antwort gibt.“ Ich lächele ihn verständnisvoll an und nippe an meinem Bourbon. Er brennt sich den ganzen Weg meine Kehle hinab, aber ich bin dankbar für das beruhigende Gefühl des Alkohols, denn Legend Bay in meinem Wohnzimmer zu haben, ist leicht verstörend. „Du musst nur ein paar Dinge organisieren, das ist alles.“

Er hält inne und sieht mich an. Möglicherweise klingen meine Ratschläge abgedroschen und auch leicht überheblich, als würde ich sein Problem kleinreden.

Überraschenderweise kräuselt er amüsiert die Lippen. „Wie kann es sein, dass ich dich vor ein paar Stunden noch verflucht habe, als ich nach Hause kam und deine Griswold-Deko gesehen habe, und jetzt in deinem Wohnzimmer sitze und kluge Ratschläge von dir bekomme?“

„Eigentlich stehst du“, sage ich grinsend. „Und wahrscheinlich bin ich momentan einfach praktisch.“

„Das stimmt nicht“, knurrt er.

„Warum rege ich dich so sehr auf?“, frage ich neugierig.

„Tust du gar nicht“, versichert er mir.

„Doch“, antworte ich lachend.

Legend sieht mich an und scheint zu überlegen, was er sagen soll. Schließlich kann er nicht leugnen, dass er sich über mich geärgert hat. Ich bin etwas enttäuscht, dass er mit den Achseln zuckt. „Ich weiß nicht. Du bist einfach so … abgefahren. Protzig. Das hat an mir genagt, schätze ich.“

„Du bist wohl eher ein Langweiler“, vermute ich klugscheißend.

Er schüttelt den Kopf und sieht mich finster an. „Ich mag einfach Ordnung. Regeln. So wurde ich erzogen.“

„Militärischer Hintergrund?“, rate ich.

Er wirkt kurz überrascht. „Navy. Mein Dad war Pilot und fliegt für kommerzielle Gesellschaften, seit er von der Navy pensioniert wurde.“

„Ah, jetzt ergibt alles einen Sinn. Eine Spaß liebende Künstlerin wie ich bringt dich durcheinander.“

„Ich habe schon Spaß liebende Frauen gedatet“, brummt er.

„Okay, aber wir daten ja nicht. Wir sind nur Nachbarn. Ich verstehe schon. Ich störe deinen Sinn für Ordnung, wenn ich so offen die Regeln des Hauseigentümervereins breche.“

Legend grinst. „Und jetzt verspottest du mich.“

„Ein bisschen“, sage ich mit einem Lachen und nippe an meinem Drink. „Aber mal im Ernst … du musst echt etwas lockerer werden.“

Sein Grinsen verblasst. „Und wie soll ich das anstellen? Besonders, wenn ich mich um ein Neugeborenes kümmern muss?“

Gute Frage. Die wichtigste heute.

Ich habe keinen langfristigen Rat, aber ich glaube, ich kann ihn für den Moment etwas beruhigen. Ich stelle mein Glas auf den Tisch, gehe um ihn herum und auf Legend zu, der mich mit dunklem Blick beobachtet. Ich stelle mich vor ihn und lege die Hände auf seine Brust, spüre seinen Herzschlag und gehe auf die Zehenspitzen.

„Ungefähr so.“ Ich unterrichte ihn in der feinen Kunst des Lockerwerdens und drücke meinen Mund auf seinen.

Kapitel 4

Legend

Ich lasse meine Sporttasche auf den Boden des Hotelzimmers fallen, lockere die Krawatte und gehe an die Minibar. Ich habe keine Lust, mit den Teamkollegen feiern zu gehen, denn auch wenn wir Detroit mit 5:4 geschlagen haben, habe ich beschissen gespielt. Wir haben nur gewonnen, weil unser Team unglaublich offensiv gespielt und einfach überwältigend viele Schüsse auf das gegnerische Tor gepfeffert hat.

Natürlich habe ich andere Dinge im Kopf, doch diesen Scheiß Einfluss auf meine Spielkonzentration haben zu lassen, ist absolut inakzeptabel für mich. Lange bevor ich ein professioneller Spieler wurde, hat mein Vater mich schon darauf trainiert, irrelevanten Kram auszublenden. Er gab sein militärisches Training an mich weiter, um meine Sinne scharf und meine Nerven wie Stahl zu halten, sodass ich jederzeit mein Bestes geben kann. Er wäre enttäuscht, zu erfahren, dass meine Konzentration wegen privater Sorgen schlecht war, doch das ist ein Geheimnis, das ich ihm nicht anvertrauen werde. Ich bezweifle, dass er das Spiel überhaupt gesehen hat, denn er fliegt Roundtrips nach Atlanta von Montag bis Freitag. Allerdings wird er sich die Spielstatistiken ansehen und sich wundern, was mit mir los war, denn er kennt seinen Sohn sehr gut. Ich schwächele unter Druck nicht.

Normalerweise.

Und da ich gerade die beste Saison meines Lebens habe, wird er sich wundern. Vielleicht wird er mich sogar zur Rede stellen, und ich bin innerlich nicht darauf vorbereitet, so durch den Wind zu sein, weil ich vielleicht bald Vater bin.

Und vor allem werde ich ihm nicht erzählen, dass da eine unglaublich sexy Nachbarin ist, die mich von jeher verrückt gemacht hat, die mich am Freitagabend geküsst hat und damit meine Welt mehr erschütterte als jede andere Frau bisher.

Nur ein verdammter Kuss.

Der mich fast in die Knie gezwungen hätte.

Ich hatte das nicht erwartet, aber das bedeutet nicht, dass ich es mir nicht wünschte. Seit Monaten schon fantasiere ich von ihrem Mund und was der vielleicht alles kann.

Ich erinnere mich an den Tag, an dem ich sie zum ersten Mal gesehen habe, als wäre es gestern gewesen. Ich wohnte erst ein paar Tage in meinem Haus und habe draußen meinen Tahoe gewaschen. Sie fuhr auf ihre Einfahrt, und ich verzog das Gesicht, weil ich wusste, dass in den Taschen und Kartons, die sie aus ihrem Auto lud, bestimmt noch mehr knallbunte Gartendeko sein würde.

Fröhlich winkte sie mir und kam herüber, um sich vorzustellen. Ich hatte bereits durch das Gebüsch zwischen unseren Häusern einen Blick auf sie geworfen und wusste, dass sie umwerfend aussah. Aus der Nähe raubte mir ihre Schönheit jedoch den Atem, was seltsam war. Sie ist nicht wirklich mein Typ. Ihre Haare sind zu kurz. Ja, ich bin eben ein Mann. Wer mag es nicht, beim Sex seine Hände in langen Locken zu vergraben. Doch ihr Gesicht ist dafür gemacht, von dem zarten dunklen Flaum umrahmt zu werden, sowie ihre hübsch geschwungenen Augenbrauen, hohen Wangenknochen, funkelnden blauen Augen, die um die zehn Töne heller sind als meine und in denen ein ewiges Licht zu strahlen scheint.

Und dann diese verdammten Lippen.

Voll, seidig zart, gemacht zum Küssen und Saugen und …

Ich knurre und greife nach einer Miniflasche Bourbon. Mit einem Glas gebe ich mich gar nicht erst ab, öffne den Schraubverschluss und kippe den Inhalt hinunter. Mit zusammengekniffenen Augen versuche ich, gegen die Erinnerung anzukommen, wie verdammt schön der Kuss von Pepper war.

Mein Körper reagierte. Mein Hirn reagierte. Jede Faser in mir reagierte und ich erwiderte den Kuss. Entdeckte die Vorzüge, mit den Fingern durch Haare zu gleiten, die nicht lang waren, doch so seidig, dass sie sich wie zarter Regen anfühlten.

Pepper sagte, es solle mich locker machen, aber stattdessen machte mich der Kuss steinhart.

Leider brach ich ihn ab, bevor er irgendwohin führen konnte, denn Pepper wäre nur eine weitere Komplikation in meinem Leben. Eine riesige. Lida hat mir bereits die größte Komplikation beschert, und ich brauche wirklich keine weitere.

Ein Klopfen an meine Zimmertür lässt mich zusammenzucken. Ich werfe die Miniflasche in den Papierkorb. Auf dem Weg zur Tür ziehe ich das Jackett aus und werfe es aufs Bett.

Ein kurzer Blick durch den Spion zeigt Dax.

Ich schwinge die Tür auf. „Was geht, Mann?“

Dax Monahan und ich kannten uns schon lange bevor wir bei den Arizona Vengeance Teamkameraden wurden. Er, Bishop und ich spielten eine Saison zusammen für die New York Vipers, bevor ich zu den Florida Spartans getauscht wurde, und wir waren ruckzuck Freunde geworden.

Dax geht an mir vorbei ins Zimmer. Er hat einen Sechserpack Bier dabei. „Will nur mal nach dir sehen und dachte mir, wir könnten uns ein paar Bier hinter die Rüstung römern.“

Lächelnd schließe ich die Tür. Natürlich sieht er nach mir. Zwar habe ich nicht dem ganzen Team von dem Baby erzählt, aber Bishop und Dax. Wir haben eine gemeinsame Vergangenheit.

Dax stellt den Sechserpack ab, nimmt zwei Flaschen heraus und reicht mir eine. „Du hast echt kacke gespielt.“

„Und wie“, murmele ich, nehme die Flasche und öffne den drehbaren Kronenkorken. Dax hat noch nie ein Blatt vor den Mund genommen oder die Dinge beschönigt.

„Gewonnen ist gewonnen“, sagt er, doch das tröstet wenig.

Ich habe die Möglichkeit, die beste Saison meines Lebens zu spielen. Wir haben ein heißes, neues Team, arbeiten sehr gut zusammen und haben ein phänomenales Coaching-Team. Wenn ich mein Hirn nicht in die Spur bekomme, werde ich meinen Vorwärtsschwung verlieren.

„Da fällt mir ein Stein vom Herzen“, sage ich und deute mit dem Kopf auf einen der Gästestühle an dem runden Tisch am Fenster. Dax setzt sich und ich lasse mich auf dem Bett neben ihm nieder. Der andere Stuhl bleibt heute unbesetzt, denn Erik, mit dem ich auf Reisen immer ein Zimmer teile, bleibt über Nacht bei Blue, die eine unserer Stewardessen im Team-Flugzeug ist. Das kann man ihm nicht verdenken.

Dax stemmt die Füße ans Ende meines Bettes, und ich lehne mich ans Kopfteil, schlage die Beine übereinander und trinke von meinem Bier.

„Hast du schon was von der Frau vom Jugendamt gehört?“, fragt Dax.

Ich schüttele den Kopf. „Aber das habe ich auch nicht erwartet. Sie hat gesagt, es dauert etwas länger, weil ein Wochenende dazwischen ist.“

Dax stützt die Bierflasche auf seinem Bauch ab. „Mit welchem Ergebnis rechnest du?“

Ich schüttele leicht den Kopf und schaue auf mein Bier. „Keine Ahnung, aber das Timing würde passen. Zu der Zeit, als Lida schwanger wurde, war ich mit ihr zusammen. Ich glaube nicht, dass sie noch mit einem anderen rumgemacht hat. Wir hatten uns auf exklusiv geeinigt, aber wer weiß das schon so genau.“

„War sie schon immer so verrückt oder ist das neu?“, fragt Dax grinsend und spielt darauf an, was wohl Beklopptes in ihrem Hirn vorgegangen sein muss, ihr Baby einfach vor meine Tür zu legen.

Ich muss über ihn lachen. „Ich habe sie nie für verrückt gehalten. Mehr für … sehr leidenschaftlich. Sie macht alles, was sie tut, auf extreme Weise.“ Damit meine ich wirklich alles. Der Sex mit ihr war wie eine Turbo-Achterbahn, manchmal so wahnsinnig schnell, mit Kurven und Höhen, dass ich fast aus der Bahn geriet. Aber guter Sex ist guter Sex, also fuhr ich mit dieser Achterbahn, bis es Zeit wurde, auszusteigen. Lida ist ein Partygirl und am Anfang machte es Spaß. Aber in meinem hohen Alter von siebenundzwanzig fand ich, dass ich nicht mehr jede Nacht in irgendeinem Club verbringen und mich besaufen wollte, um dann bei ihr oder bei mir zu ficken wie die Tiere. Das kam mir … wurzellos vor, und ich bin mehr der bodenständige Typ.

„Wenn das Kind deins ist, was ist dann dein Plan?“

Mit dieser Frage bringt Dax mich zurück zur schlimmsten meiner momentanen Angelegenheiten. „Ich werde eine Nanny anheuern müssen. Pepper will mir helfen, eine gute aus den Bewerberinnen auszusuchen.“

Dax hebt die Augenbrauen. „Pepper?“

Ich bewerte sämtliche seiner Bewegungen. Tonfall, Haltung, Gesichtsausdruck … und versuche, herauszufinden, wie Dax darüber denkt. Denn der wahre Grund, warum ich das mit Pepper abgebrochen habe, ist meine Befürchtung, dass Dax und Pepper zusammen sein könnten. Oder waren. Oder noch sind. Wie auch immer.

Bishop ist sich sicher, dass sie nur befreundet sind. Ehrlich gesagt ist mir auch nie aufgefallen, dass sie miteinander herumgeturtelt hätten.

Aber, fuck, sie sind recht oft zusammen.

Was mich zum nächsten Sorgenthema bringt. Dass ich von dieser Frau schon viel zu lange fasziniert bin und der Kuss es nur noch schlimmer gemacht hat.

Genau wie Dax halte ich auch nichts zurück, bewege mich nicht wie auf rohen Eiern, also stelle ich ihm die direkte Frage. „Was läuft zwischen euch beiden?“

„Wir sind nur Freunde.“

Meine Erleichterung ist unbeschreiblich. Dennoch ist es schwer zu glauben. Dax ist ein Frauenverführer. Er hat eigentlich keine weiblichen Freunde, außer fürs Ficken. „Komm schon … nur Freunde?“

Er zuckt mit den Schultern. „Ich habe sie angebaggert, als wir das erste Mal zusammen weggegangen sind. Sie hat mich abblitzen lassen. Vielleicht ist sie lesbisch, aber es macht Spaß, mit ihr zusammen zu sein. Sie hat mich in die Freundezone verwiesen und da bleibe ich nun auch.“

Ich bin skeptisch. „Sie ist nicht lesbisch.“

Diesmal hebt er nur eine Braue. „Ach, ja? Und woher willst du das wissen?“

Ich trinke einen Schluck Bier. „Weil sie mich am Freitagabend geküsst hat.“

Ich beobachte Dax mit Adleraugen. Er nimmt die Füße vom Bett, beugt sich auf dem Stuhl vor. Sein Gesicht ist ungläubig, aber interessiert. „Ach was! Machst du Witze?“

„Kein Witz! Aber weiter bin ich nicht gegangen, weil ich nicht wusste, wie ihr zwei zueinander steht.“

„Freundezone, Mann“, wiederholt er versichernd und lehnt sich wieder auf dem Stuhl zurück. Er sieht mich abschätzend an. „Sie ist echt cool, Legend. Ich kann mir euch zwei gut zusammen vorstellen.“

Ich schüttele den Kopf. „Ich bin nicht auf eine feste Freundin aus, Dax. Habe viel zu viele andere Sorgen.“

„Dann leg sie einfach nur flach“, sagt er mit einem Achselzucken, was bestätigt, dass er wirklich nicht an ihr interessiert ist.

Aber es ärgert mich, dass er so locker hinnimmt, dass ich sie ausnutzen könnte, denn immerhin ist er mit ihr befreundet. „Ihr das als Freund zu sagen, ist ganz schön widerlich von dir.“

„Oh“, sagt er und lacht. „Sieh einer an, wer Pepper schon verteidigt. Du stehst echt total auf sie.“

„Gar nicht“, murmele ich. Doch es stimmt.

„Hör zu“, sagt Dax und deutet mit seiner Flasche auf mich. „Pepper ist eine tolle Frau. Und es sieht so aus, als könntest du Hilfe brauchen, wenn das Kind wirklich deins ist. Geh da einfach ohne Erwartungen ran. Ob du sie fickst oder nicht, ist mir egal. Ihr seid beide meine Freunde und erwachsen. Schlimmstenfalls hast du eine neue Freundin in ihr, und als jemand, der schon mit ihr befreundet ist, kann ich nur sagen, dass du es nicht bereuen wirst.“

Nachdenklich sehe ich ihn an. Das ergibt durchaus Sinn, aber wenn ich ehrlich bin, will ich sie absolut ficken. Sie spielt bereits in so vielen meiner Fantasien mit, dass ich kaum die Finger von ihr lassen kann, wenn sie in meiner Nähe ist. Die meisten meiner Pepper-Fantasien handeln davon, dass ich wegen etwas sauer auf sie bin, wir uns streiten und dann aggressiven wilden Sex haben.

Dax dringt in meine Gedanken ein. „Noch ein Rat. Hör auf, dich wegen ihres Hauses und ihrer künstlerischen Art aufzuregen. Es ist ein Teil von ihr und sie wird es nicht ändern, also gewöhn dich daran.“

Ich schnaube und trinke Bier. Das hatte ich schon entschieden, als mich die Bewohnerin des aufdringlichen Hauses in die Klinik gefahren hat. Und als sie mich küsste, beschloss ich, mich davon eventuell bezaubern lassen zu können.

„Kein Problem“, versichere ich Dax und trinke meine Bierflasche aus.

Kapitel 5

Legend

Ich beende das Telefonat und tippe mir mit dem Handy ans Kinn. Eigentlich bin ich jetzt innerlich viel ruhiger, als ich es sein sollte, aber diese Woche habe ich viel an meiner Einstellung gearbeitet.

Mein Eishockeyspiel hat sich verbessert und wir hatten ein Unentschieden gegen Minneapolis zwei Tage nach dem Detroit-Spiel. Ich habe Pläne geschmiedet für den Fall, dass das Kind von mir ist, und mit drei Agenturen für Nannys gesprochen. Ich habe mir sogar ein Buch heruntergeladen und gelesen, wie man mit Kleinkindern umgeht.

Außerdem habe ich es geschafft, Pepper Nantais in eine Ecke meines Hirns zu verbannen. Recht erfolgreich konnte ich sie dort lassen, bis auf ein paar Ausnahmen, wenn ich sie in der Dusche geistig herausgelassen habe, um zu spielen, oder nachts, bevor ich eingeschlafen bin. Mit der Hand um meinen Schwanz stellte ich mir vor, es wäre ihr sinnlicher Mund. Das ist irgendwie pervers, doch ich kann im Moment nicht anders an sie denken. Ich habe nicht genug Zeit, ihr die Hingabe zu schenken, die eine Frau wie sie verdient hätte.

Es ist besser, sie in der Freundezone zu belassen. Wo ich sie momentan auch am meisten brauche.

Ich eile aus dem Haus, springe über die unterste Stufe und gehe über die Einfahrt zu Pepper hinüber. Nicht mal der Gartenzwerg in Jeans, alten Stiefeln, übergroßer Jacke, mit zerzaustem Bart und geschwungenem Hut am Ende ihres Weges stört mich.

Vor ihrer Tür stecke ich das Handy in die Hosentasche und klopfe an. Und da ist sie schon und lächelt. Fuck, sie sieht viel zu sexy aus in ihren engen Jeans und einem dünnen Sweater. Ganz ohne Make-up sieht sie jung und frisch aus, auch wenn mir Dax verraten hat, dass sie zwei Jahre älter ist als ich. So sieht sie jedoch kein bisschen aus.

„Hi“, sagt sie mit einem freundlichen Lächeln und tritt zur Seite, um mich hereinzubitten.

Ihre Freude, mich zu sehen, überrascht mich. Diesen verdammt geilen Kuss am Freitag habe ich ohne eine richtige Erklärung abgebrochen. Ich nehme an, dass sie mich schlicht für unzurechnungsfähig gehalten hat, aber dennoch … ich glaube, dass die wenigsten Frauen so etwas so leicht hinnehmen würden.

Allerdings ist Pepper nicht wie die meisten Frauen.

Sie ist unglaublich einmalig und unabhängig.

Ich lasse den Blick durchs Wohnzimmer schweifen und erkenne sofort, wobei ich sie unterbrochen habe. Den Couchtisch hat sie vor den Kamin geschoben. Einkaufstüten liegen überall herum und auf dem Boden Weihnachtspapier, Klebeband, eine Schachtel mit Bändern und eine Schere.

Ich sehe sie an. „Entschuldige bitte, dass ich einfach so reinplatze.“

Sie zuckt mit den Schultern, und die Bewegung bringt ihre goldenen Creolen an den Ohren zum Schwingen. Das führt dazu, dass ich ihren schlanken Hals bewundere, der entblößt ist, weil sie so einen verdammt kurzen Haarschnitt trägt.

„Ich habe gerade angefangen, ein paar Weihnachtsgeschenke für die Familie einzupacken.“

Sie sieht mich erwartungsvoll an, steckt die Hände in die vorderen Hosentaschen und wippt barfuß auf ihren Fersen. Ein klarer Hinweis, dass ich jetzt dran bin und erklären sollte, warum ich hier bin.

„Ähm … also“, sage ich nach einem kurzen Hüsteln. „Louise Mankle hat gerade angerufen.“

„Oh“, sagt Pepper, weitet die Augen und spricht lauter, als sie das „Oh“ wiederholt.

Ich nicke mit einem schwachen Lächeln. „Ja. Das Ergebnis ist da und es ist mein Kind.“

„Oh wow“, sagt sie leise, neigt den Kopf leicht zur Seite und lächelt mit einer Mischung aus Mitgefühl und Freude. „Du bist ein Daddy.“

„Und“, sage ich und mein Lächeln ist hoffentlich lieb und charmant, „ich habe eine Menge zu erledigen. Ab morgen habe ich das Sorgerecht und, nun ja, ich habe gehofft, dass du mitkommst und mir hilfst, all den nötigen Kram einzukaufen.“

Peppers Augen erstrahlen und ihre Lippen formen ein umwerfendes Lächeln. „Sehr gern.“

„Ja?“

„Ja.“ Sie bückt sich über die Couch und holt ein Paar Adidas-Turnschuhe hervor. Sie setzt sich auf ein Kissen und zieht die Schuhe an. „Hast du eine Liste gemacht?“

„Nein“, gebe ich zu. „Aber ich habe ein Buch gelesen, wie man sich um ein Kleinkind kümmert, als ich diese Woche unterwegs war.“

Pepper sieht kurz grinsend auf und schaut dann wieder auf ihre Schnürsenkel. „In der Küche liegen Block und Stift. Hol sie bitte her und wir machen eine Liste.“

Als ich damit wiederkomme, hat sie ihre Schuhe an und macht Platz, damit wir beide auf der Couch sitzen können. Ich manövriere um das Geschenkpapier herum, notiere mir geistig, dass ich bald mit meinen eigenen Geschenken anfangen sollte, und setze mich neben sie. Meine Hüfte berührt ihre, und mir wird bewusst, dass ich ihr viel zu nah bin für meinen Geschmack, aber ich werde den Teufel tun und daran etwas ändern.

Sie lehnt sich an mich, nickt zu dem Block und diktiert mir, was ihr spontan alles einfällt. „Windeln, Flaschen, Milchpulver, Kleidung, Kinderbett, Bettwäsche, Babyshampoo, Badewanne, Babyfon …“

„Hey“, sage ich lachend und kann gar nicht so schnell mitschreiben. Sie rattert weiter Dinge herunter, wie Spielzeug, Thermometer, Babyschmerzmittel, Kindersitz, Windeltasche und Desinfektionsmittel für die Hände.

Als ich das Letzte aufschreibe, legt sie eine Hand auf meinen Arm. Das Gefühl ihrer Haut auf meiner ist viel zu schön, und mir wird klar, dass ich Pepper nicht mehr lange in der Ecke in meinem Hirn lassen kann. Langsam sehe ich sie an, und mein Herz schlägt schneller, als ich Sorge in ihren Augen sehe.

„Wie geht es dir damit? Ich wurde von der Aufregung wegen des Babys total mitgerissen, aber für dich muss das alles total stressig sein.“

Ich reiße mich zusammen, keine Bewegung zu machen, denn ich will nicht, dass sie denkt, dass ich ihre Hand an mir loswerden will. Sie kann mich anfassen, so lange sie will. Ich lächele. „Gut. Nehme ich an. Ich habe mich früh damit abgefunden, dass es sicher so weit kommen wird. Ich glaube nicht, dass mir Lida das Kind eines anderen vor die Tür legen würde.“

„Apropos Lida“, sagt Pepper in einem Ton, der klarstellt, dass sie nicht begeistert von einer Frau ist, die ihr Kind verlässt. „Hat man sie gefunden? Hast du mit ihr gesprochen?“

Ich schüttele den Kopf. „Officer Brandis hat mich diese Woche angerufen. Gegen sie wird Anzeige wegen Kindesgefährdung erstattet, aber er bezweifelt, dass es zu einer Verurteilung kommen wird. Sie ist wahrscheinlich wieder in Miami und nur ein kleiner Fisch im Justizsystem.“

Pepper verzieht das Gesicht. „Das kann nicht richtig sein.“

Sie hat recht. Ich hoffe, Lida wird dafür bestraft, doch selbst wenn, wird die Strafe sicher nicht sehr hoch sein. Schlimmstenfalls würde diese verhindern, dass sie je das Sorgerecht beantragen könnte, falls sie das versuchen würde. Keine Ahnung, aber mit Sicherheit würde ich das nicht zulassen.

„Louise arbeitet mit dem Jugendamt in Miami zusammen“, erzähle ich Pepper. „Die werden versuchen, von ihr eine Verzichtserklärung zu bekommen, und mit der Polizei hier zusammenarbeiten, damit ihr dafür eventuell die Anklage erspart wird.“

„Oh“, sagt Pepper. Ihr Blick strahlt wieder, da der Gerechtigkeit Sorge getragen werden soll. „Das wäre gut, oder? Willst du sie denn im Leben des Kindes haben? Dann muss sie dir aber viel bedeutet haben …“

Sie spricht nicht weiter, und es klingt, als ob sie nach persönlichen Informationen romantischer Art fischt, was ich echt süß finde.

„Es war nur eine kurze Beziehung, nie richtig ernst, und ich habe sie beendet. Seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört oder gesehen.“

Peppers Blick gleitet über mein Gesicht, und sie lässt sich Zeit, meinen schweigenden Ausdruck zu betrachten. „Du scheinst wirklich okay damit zu sein“, sagt sie erstaunt.

Ich lache auf. „Fuck, nein, bin ich nicht. Mein Leben wurde gerade auf den Kopf gestellt und Kinder gehörten momentan nicht in die Planung. Nie hätte ich damit gerechnet, einmal ein alleinerziehender Vater mit einem Neugeborenen zu sein.“

„Aber du wirkst so gefasst“, bohrt sie weiter.

Ich nicke, lächele und merke, dass ihre Hand immer noch auf meinem Arm liegt. „Ich habe mich damit abgefunden. Ich war schon immer auf der nüchternen Seite und habe keine andere Wahl, als mich darauf einzustellen.“

„Hör zu“, sagt sie und zieht zu meinem Bedauern ihre Hand zurück. „Ich habe dir ja schon angeboten, dir bei der Suche nach einer Nanny zu helfen. Momentan bin ich zwischen zwei Büchern und arbeite nur an Illustrationen, für die ich keine feste Deadline habe. Also kann ich dir helfen und mich um das Baby kümmern, bis wir jemand Geeigneten finden.“

Ich starre sie nur an. Erstens wegen ihres großzügigen Angebots, und zweitens, weil mir klar wird, dass ich noch viel über diese Frau lernen muss. Ich wusste, dass sie Autorin von bekannten Kinderbüchern ist, habe aber keine Ahnung, wie sich das auf ihre Termine auswirkt. Darüber muss ich später noch genauer mit ihr reden und auch darüber, woher sie so viel über Babys weiß und all die Dinge, die meine Tochter brauchen wird.

„Dieses Angebot nehme ich gern an.“ Ich erhebe mich von der Couch und sie folgt mir. „Aber ich brauche deine Hilfe für etwas noch Wichtigeres.“

„Und was?“ Ihre Augen leuchten enthusiastisch.

„Ich muss meiner Tochter einen Namen geben. Das Jugendamt hat sich bei den Kliniken in Miami erkundigt, doch auf der Suche nach einer Geburt mit Lidas Namen stieß das Jugendamt auf bürokratischen Widerstand. Louise schlägt vor, dem Baby schon mal einen Namen zu geben. Ihre Geburtsurkunde kann man später immer noch ändern lassen. Dabei hätte ich sehr gern deine Hilfe.“

Pepper strahlt und schlingt die Arme um meine Schultern. Das ist nicht mein Ziel gewesen, aber ich werde sie auch nicht abweisen. Sie gibt mir einen schmatzenden Kuss, der schon wieder vorbei ist, bevor ich die Arme um sie schließen kann.

Sie lehnt sich zurück und grinst breit. „Oh mein Gott, ich habe so viele Namen im Kopf. Emma ist einer meiner Lieblingsnamen, aber warte, nein, den kannst du nicht nehmen, denn … hallo? Ist schließlich einer von meinen! Eines Tages will ich ihn vielleicht selbst benutzen. Was ist mit Samantha? Dann kannst du sie Sammy nennen, was total süß ist. Mir gefallen auch einige Klassiker. Wie Beatrix.“

Lachend nehme ich die Einkaufsliste und greife unter Peppers Ellbogen, führe sie aus dem Haus, während sie einen Namen nach dem anderen für mich herausplaudert.

Kapitel 6

Legend

Ich stehe im Türrahmen des Raumes, der nun ein Kinderzimmer ist, und sehe zu, wie Pepper die Matratze des Kinderbettchens bezieht. Es hat mich fast zwei Stunden gekostet, das Ding zusammenzubauen. Jetzt habe ich das starke Gefühl, etwas geleistet zu haben.

Außerdem spüre ich das drohende Verhängnis und potenzielle blinde Panik.

Ab morgen werde ich ein verdammtes Baby im Haus haben. Louise kommt um zehn und dann werde ich ein echter Dad sein.

Glücklicherweise ist das Management des Teams verständnisvoll. Ich habe heute das Training ausgelassen und werde morgen auch nicht hingehen, obwohl ich übermorgen für ein Heimspiel eingeteilt bin. Bis dahin habe ich bestimmt noch keine Nanny gefunden, wenn man an all die Hintergrundprüfungen denkt, doch netterweise hat Pepper sich bereit erklärt, hier bei dem Baby zu bleiben, während ich spiele.

Nein, falsch … nicht bei dem Baby, sondern bei Charlotte Elise Bay.

Ich werde sie Charlotte nennen. Und Charlie rufen.

Und es ist mir egal, was Lida davon hält. Louise hat mir einen Anwalt besorgt, und als Erstes werden wir versuchen, Lida aufzuspüren und sie dazu zu bringen, die Sorgerechtspapiere zu unterschreiben. Sollten wir sie nicht finden, wird der Anwalt gerichtlich beantragen, dass ich das alleinige Sorgerecht zugesprochen bekomme. Das ist ein etwas längerer Prozess, aber am Ende wird Charlie mir gehören und Lida wird keine Rechte haben.

Das mag krass erscheinen, aber ich bin wirklich wütend auf die Frau. Ich kann mir nicht vorstellen, was sie dazu gebracht haben könnte, so etwas Abscheuliches zu tun. Auch ärgert mich, dass sie mir nicht gesagt hat, dass sie schwanger ist, denn das ist keine Überraschung, die besonders erfreulich ist.

Was die Zukunft bringt, ahnt niemand, doch ein paar Dinge weiß ich. Ich bin ein alleinerziehender Vater und habe ein Baby namens Charlie. Ich bin so gut es geht vorbereitet, Charlie morgen zu übernehmen. Und ich schiebe Panik.

Ich bin traurig, dass mein Leben, wie ich es kannte, jetzt vorbei ist. Ich beginne einen neuen Weg und bedauere es ein wenig, weil ich ihn nicht angestrebt habe. Die Last der Verantwortung ruht schwer auf mir, und ich hoffe, dass es nur leichter werden kann.

Pepper zieht die Bettwäsche glatt und legt eine rosa Decke mit flauschigen Schafen als Muster darüber. Sie hat darauf bestanden, die gesamte Wäsche erst zu waschen, während ich das Bett zusammengebaut habe. Und als ich in die Küche ging, um mir eine Flasche Wasser zu holen, stellte ich fest, dass sie alles andere, was wir eingekauft haben, bereits eingeräumt hat.

„So“, sagt sie zufrieden, tritt einen Schritt zurück und bewundert ihr Werk. Sie hat mich zu einem weißen Bettchen mit passender Wickelkommode überredet, und ich ließ sie auch die Bettwäsche aussuchen. In ihrem Enthusiasmus wollte sie, dass wir das Zimmer pink streichen, aber diese lächerliche Idee konnte ich verhindern. „Es sieht perfekt aus.“

Sie wendet sich mir zu und lächelt strahlend, doch ich sehe auch ihre Erschöpfung. Es ist fast Mitternacht, und wir haben den ganzen Tag geschuftet, waren stundenlang einkaufen und verbrachten noch mehr Stunden damit, alles herzurichten.

„Ich kann dir gar nicht genug danken“, sage ich und lehne mit überkreuzten Füßen am Türrahmen. „Das hätte ich allein nie geschafft.“

„Klar hättest du das.“ Sie winkt bescheiden ab. „Du wärst nur noch nicht fertig und hättest die ganze Nacht gebraucht.“ Sie betont dies mit einem Nicken und gähnt dezent.

„Na komm“, sage ich, richte mich auf und winke sie zu mir. „Schaffen wir dich ins Bett.“

Sobald die Worte meinen Mund verlassen haben, spanne ich mich an, und unanständige Gedanken gehen mir durch den Kopf. Pepper in meinem Bett. Was wir alles miteinander anstellen könnten und …

Pepper gähnt erneut, und das reißt mich aus den Fantasien. Sie schaut auf ihre Uhr. „Ja. Ich habe gar nicht gemerkt, dass es schon so spät ist.“

Sie kommt auf mich zu. Ich drehe mich leicht, damit sie an mir vorbei aus der Tür gehen kann. Dabei kommen wir uns gefährlich nah. Sie hält inne und sieht mich an. Fuck. Wer hätte gedacht, dass Wimpern so lang und dicht sein können?

„Vielen Dank“, sage ich langsam und hoffe, dass meine aufrichtige Dankbarkeit durchkommt. „Noch einmal … einfach vielen Dank.“

„Gern geschehen.“ Pepper lächelt und will mich umarmen.

Zumindest glaube ich das.

Es ist eine dieser einarmigen Berührungen, und ich lege meinen eigenen Arm ungeschickt um ihre Taille. Ich beuge mich hinab, um die halbe Umarmung zu erwidern, und sie stellt sich auf die Zehenspitzen.

Um mich zu küssen, nehme ich an.

Ich wende ihr mein Gesicht zu, doch sie dreht ihres so, dass klar wird, dass sie mich lediglich auf die Wange küssen wollte. Mein Mund landet unelegant an ihrer Nase, und am Ende landet ihr Kuss auf meinem Ohr.

Trotz des Patzers liegt ihr Arm immer noch auf meiner Schulter und meiner um ihre Taille und wir sind uns sehr, sehr nah. Wir halten beide kurz inne … und bewegen die Köpfe, sodass wir uns in die Augen sehen können. Nur Zentimeter trennen uns und ich spüre ihren Atem auf mir.

„Hast du gerade meine Nase geküsst?“, fragt sie und lächelt leicht.

„Deine Schuld. Du hast deinen Mund abgewendet“, murmele ich.

Fuck. Warum klingt sie nur so erwartungsvoll? Warum funkeln ihre Augen verführerisch? Ich ziehe sie mit dem Arm zu vollem Körperkontakt an mich. Meine Anspannung aufgrund dessen, dass ich ab morgen Vater bin, beginnt in mir zu kochen. Ich beuge mich vor, bis ich Nase an Nase mit ihr bin. „Es wäre keine gute Idee, dich zu küssen.“

„Und warum?“

Wieder haucht sie nur, als ob ich ihr den Atem rauben würde.

„Weil ich am liebsten noch viel mehr mit dir machen würde, Pepper, und das wären alles verflucht unangemessene Dinge.“

Sie schüttelt den Kopf. „Gar nicht unangemessen.“

„Du weißt nicht, was ich mir alles vorstelle“, sage ich warnend.

„Es wäre interessant, es herauszufinden“, neckt sie mich. „Du bist nicht gerade der kreativste oder künstlerischste Typ, also frage ich mich …“

Ich bringe sie mit meinem Mund zum Schweigen. Sofort schlingt sie beide Arme um meinen Hals und der Kuss wird nuklear und tief. Ich lege eine Hand auf ihren Hintern, ziehe sie fester an mich, und für sie kann kein Zweifel mehr bestehen, was die schmutzigen Gedanken bereits mit meinem Körper angestellt haben.

Pepper stöhnt, reibt sich an mir und ich sehe Sterne. Mein Verlangen nach ihr, nach Erleichterung, nach irgendwas, wird überwältigend. Ich schiebe sie von mir. Wir atmen beide schwer und sie sieht mich fragend an.

„I-ich … weiß nicht, ob das eine gute Idee ist“, bringe ich heraus, doch mir brennt es unter den Nägeln, sie wieder eng an mich zu ziehen.

„Weil wir uns kaum kennen?“

Ich spreche leiser und ernst. „Weil ich dir wirklich für alles sehr dankbar bin, weil ich gestresst bin wegen morgen und Angst habe, weil ich angespannt bin und meine Stimmung etwas düster ist. Und, nun ja, ich würde dich wahrscheinlich hart und schnell ficken, und das wäre alles. Nur ein Fick, weißt du? Und das möchte ich dir nicht antun.“

Sie sieht mich eine Weile an, bevor sie antwortet. „Habe ich je gesagt, dass ich irgendwas von dir will? Oder habe ich das durchblicken lassen?“

Darüber muss ich lächeln. „Nein. Vielmehr hast du mich nur genervt, seit ich eingezogen bin.“

Pepper grinst und tritt näher. „Ich bin ein großes Mädchen, Legend. Und ich fühle mich zu dir hingezogen, genau wie ich fühle …“, sie legt ihre Hand auf meinen harten Schritt, „dass es dir genauso geht.“

Ich nehme ihre Hand, und statt sie wegzuziehen, drücke ich sie an mich. Sie reibt mich durch die Jeans, und das fühlt sich verdammt gut an. „Also sind wir uns einig? Keine Erwartungen. Nur heißen Sex. Habe ich das richtig verstanden?“

„Klingt wunderbar.“

Fast fange ich an, zu schielen, als sie ihren Griff verstärkt und einen echt starken Druck auf meinen Schritt ausübt. Automatisch zuckt meine Hüfte nach vorn.

Das war’s.

Sie hat ausgespielt.

Jetzt übernehme ich die Kontrolle.

Ich hebe Pepper hoch und werfe sie mir auf klassische Feuerwehrmannart über die Schulter. Sie lacht auf und krallt sich auf meinem Rücken an meinem Shirt fest. Ich schaffe es bis ins Schlafzimmer, ohne Pepper irgendwo anzuschlagen. Ich lege sie aufs Bett, und als wir uns ansehen, küssen wir uns sofort.

Sie greift an meine Gürtelschnalle und ich packe ihr T-Shirt und ziehe es ihr über den Kopf. Dafür müssen sich unsere Münder trennen, finden sich aber schnell wieder.

Während wir uns wild küssen, verschwinden unsere Klamotten Lage für Lage. Nackt wende ich mich ab, um ein Kondom aus dem Nachttisch zu holen. Ich drehe mich zu ihr um und mir verschlägt es den Atem bei dieser Schönheit auf meinem Bett. So winzig und zart, mit kleinen Brüsten, die in meinen Händen verschwinden werden. Flacher Bauch mit ausgestellten Hüften. Schlanke Beine, die sich kaum um mich schlingen werden können, doch das werden wir gleich sehen.

Ich merke, dass sie mich genauso studiert wie ich sie, und sie atmet zischend ein, als ihr Blick auf meinen Schwanz fällt. Dieser steht wie eine Eins, zeigt sich für sie von seiner besten Seite, und Pepper atmet erneut tief ein.

„Oh Gott, Legend, du hast den größten Schwanz, den ich je gesehen habe“, sagt sie bewundernd.

Ich möchte nicht weiter darüber nachdenken, wie viele andere Schwänze sie schon zu Gesicht bekommen hat, bin aber froh, dass meiner sie nicht erschreckt.

„Damit wirst du schon fertig“, sage ich barsch und steige über sie. Sie spreizt die Beine.

Ich lege das Kondom neben uns auf die Matratze und küsse Pepper innig. Wie sie mit den Fingern durch meine Haare gleitet, finde ich süß, und wie sie ihre Hüften an mich drückt, um mehr Reibung zu erzeugen.

Mit den Fingern erkunde ich ihre Kurven. Ihre Brüste sind wirklich klein in meinen Händen, doch ihre Nippel verhärten sich bei meiner Berührung. Mit der anderen Hand fahre ich über ihren Bauch, und Pepper spreizt einladend die Beine breiter. Sie ist warm und nass und mein Finger gleitet mühelos in sie, woraufhin sie sich fester in meine Haare krallt. Ich nehme noch einen Finger dazu und Pepper zerrt an meinen Haaren. Ich nehme dies als stummen Hinweis, dass es okay für sie ist, wenn wir heftig zur Sache gehen, also ficke ich sie mit meiner Hand rauer. Ich dringe pumpend in sie ein und drücke immer wieder mit dem Daumen auf ihre Klit.

Pepper wird kurzatmig. „Ja, ja, ja“, wiederholt sie und bäumt sich auf.

Ich dehne sie mit drei Fingern. Sie stöhnt, und es besteht kein Zweifel mehr, dass sie mit meinem Schwanz umgehen können wird.

„Oh Gott, ich bin so kurz davor, Legend“, wispert sie an meinem Mund.

Ich hebe den Kopf, sehe in ihre Augen, die vor Lust und Verlangen glasig sind. Ich fingerficke sie weiter und feuere sie an. „Leg los, Pepper. Ich will fühlen, wie mich deine Pussy einklemmt, wenn du kommst.“

„Oh Gott!“, schreit sie und ihre Hüften zucken bei der Wucht ihres Höhepunkts.

Mühelos drücke ich sie mit der Hand hinunter, und als sie wieder flach auf der Matratze liegt, reibe ich mit dem Daumen ihre Klit, um den Orgasmus noch zu verlängern. Sie schreit meinen Namen, was irgendwie verdammt gut klingt. Ich sehe zu, wie sie zittert, erbebt und keucht.

Mit meinen nassen Fingern umfasse ich meinen Schwanz. Er ist so hart, dass es schmerzt, und ich würde alles Mögliche dafür geben, jetzt einfach in sie dringen zu können.

Aber erst das Kondom.

Ich reiße die Verpackung expertenmäßig auf und ziehe es mir über, während mir Pepper mit halb geschlossenen Lidern zusieht. Mit ihren Fingern streichelt sie leicht über meinen Bauch. Zwar habe ich es ihr eben mächtig gegeben, doch das Feuer brennt immer noch in ihren Augen und sie sieht mir erwartungsvoll zu.

„Spreiz die Beine breiter“, befehle ich ihr und bringe meinen Schaft in Position. Sie gehorcht mir nicht nur, sondern spreizt sie so sündig weit, dass sie völlig offen vor mir liegt; sie legt die Hände in ihre Kniekehlen und hebt die Beine.

„Jesus“, murmele ich und genieße diesen sexy Anblick. Diese Frau hat echt nichts Schüchternes an sich und ihr ganzes Verhalten bettelt geradezu um meinen Schwanz. Ich zögere nicht länger, drücke gegen ihren Eingang und fühle die Enge, die mich sofort zum Kommen zu bringen droht. Ich beiße mir von innen in die Wange, atme tief durch die Nase aus, spanne die Hüften an und gleite ins Ziel.

Pepper verdreht die Augen, spannt die inneren Muskeln an und umklammert mich fest, woraufhin mein Schwanz zuckt. Sie ist eine Heldin, nimmt jeden meiner dreiundzwanzig Zentimeter Länge von mir auf, kreist mit den Hüften und will mehr.

„Sorry“, murmele ich entschuldigend, stütze mich mit den Händen auf die Matratze und erhebe den Oberkörper.

Sie legt die Hände auf meine Schultern. „Wofür?“

„Hart und schnell“, erinnere ich sie.

„Immer her damit“, erwidert sie herausfordernd.

Also tue ich es.

Um meine Ausdauer zu testen, ziehe ich mich langsam aus ihr und dringe genauso wieder ein. Meine Eier ziehen sich zusammen, und ich weiß, dass ich es nicht lange aushalten werde.

Aber egal. Sie ist schon einmal gekommen, und ich wette, ich kann sie noch mal dazu bringen, bevor ich komme. Und ich habe ja noch mehr Kondome.

Ich ziehe mich wieder langsam zurück, und sie lächelt mich keck an, rechnet sicher damit, dass ich wieder so langsam eindringe. Doch stattdessen stoße ich zu. Pepper weitet die Augen und schnappt nach Luft. Ihre Nägel dringen in meine Haut, und fuck, ich liebe diesen kleinen Schmerz.

Ich nagele sie erneut.

Und wieder.

Und wieder.

Ich ficke sie wild und heftig, und sie antwortet mit den Händen auf meinem Hintern, wo sie mich mit Druck anspornt, noch fester zu stoßen.

Meine Hände schließen sich, als sich der Orgasmus nähert, und ich kralle mich in die Laken für mehr Stabilität. Ich kneife die Augen zusammen, in der Hoffnung, Pepper nicht mehr zu sehen, wie sie unter mir gestoßen wird, und dadurch mehr Kontrolle zu bekommen, aber nichts da. Ihre Schreie und ihr Stöhnen, ihre Bitte um mehr, klingen mir in den Ohren, und meine Eier ziehen sich erneut zusammen. Ich will, dass Pepper auch kommt, doch mir entgleitet alles. Jedes bisschen Beherrschung. Ich sinke auf sie hinab, lege die Arme um sie und halte sie fest, während meine Hüften unkontrollierbar zucken.

Pepper bäumt sich auf, vielmehr versucht sie es, aber ich halte sie zu fest, und dann spüre ich, wie sie sich anspannt. Ihre Pussy zieht sich zusammen, sie schreit, und meine Eier lassen alles los. Ich komme so heftig, dass ich Pepper nicht mehr festhalten kann. Ich kralle mich wieder in die Matratze, werfe den Kopf in den Nacken und brülle meine Lust an die Zimmerdecke. Damit meine ich mehr ein löwenartiges Fauchen, das ich unfassbar peinlich finde. Eigentlich bin ich der Typ, der mit zusammengebissenen Zähnen still vor sich hin kommt, doch Pepper erweckt das Tier in mir.

„Jesus Christ“, stöhne ich und spritze ins Kondom, lasse damit Stoß für Stoß die aufgestaute Frustration und den Stress los, und es fühlt sich so gut an, dass ich jetzt glücklich sterben könnte.

Meine Arme geben nach und ich sinke auf Pepper. Um sie nicht zu zerquetschen, bringe ich meine letzten Kräfte auf, rolle mich neben sie und ziehe sie dabei mit. Ich lande auf dem Rücken, wobei ich leider aus ihr herausgleite. Mit ihr halb auf mir komme ich zur Ruhe. Sie legt eine Hand auf meine Brust und ich meine auf ihren Rücken, der genauso feucht ist wie mein ganzer Körper.

Wir liegen einfach nur da, atmen schwer, und ich frage mich, ob sie wohl darüber nachdenkt, wie irre das eben war. Vielleicht ist ihr Hirn aber auch genauso sprachlos wie meins.

Was auch immer in ihrem hübschen Kopf vorgehen mag, ich für meinen Teil weiß, dass das soeben der beste Sex meines Lebens war. Vielleicht, weil ich es so sehr brauchte nach den stressigen Tagen, oder aber weil Pepper Dinge in mir auslöst, die ich nicht verstehe. Jedenfalls, ja, ich könnte jetzt zufrieden sterben.

Pepper hebt den Kopf und ich sehe sie an. Sie tätschelt meine Brust und lächelt. „Also, das war … einfach wow.“

„Ja, so sehr, dass ich auch nichts anderes sagen kann als … wow.“

Sie grinst, rutscht an mir hoch und küsst mich. Nicht sacht und befriedigt, sondern schnell und flüchtig.

„Hör zu“, sagt sie fast wie ein Profi. „Ich werde dich jetzt in Ruhe lassen, denn du brauchst einen guten Schlaf. Okay?“

Mein erster Gedanke ist, sie an mich zu ziehen und ihr zu befehlen, hierzubleiben. Aber dann fällt mir ein, dass ich Pepper nichts zu geben habe. Klar, nach zwanzig Minuten Erholung könnte ich es ihr wieder besorgen, aber sie über Nacht bei mir bleiben zu lassen, deutet an, dass eine Beziehung entstehen könnte, und die kann ich Pepper nicht geben. Morgen werde ich Vater und muss mich voll darauf konzentrieren. Ich streichele ihre Wange und lächele. „Okay. Klingt gut.“

Ich bekomme noch einen schnellen Kuss und sie steigt aus dem Bett. Ich sehe ihr zu, wie sie sich anzieht und sich dann zur Tür begibt.

„Gute Nacht, Legend.“

„Gute Nacht, Pepper.“

Fast glaube ich, dass ich heute Nacht einmal wirklich schlafen kann.

Kapitel 7

Legend

Meine Haut glüht und meine Handflächen schwitzen. In meiner Brust hämmert mein Herz erbarmungslos. Ich bin ziemlich sicher, dass ich gleich auf meine Veranda kotze, während ich darauf warte, dass Louise in meine Einfahrt biegt. Alle drei Sekunden schaue ich zu Peppers Haus hinüber, in der Hoffnung, dass sie herüberkommt und mich unterstützt. Doch ich habe sie nicht darum gebeten, also ist das unwahrscheinlich. Aber verdammt noch mal, sie war bei mir, seit Charlie vor meiner Tür lag, und ich dachte, sie will vielleicht dabei sein.

Ich meine, wahrscheinlich könnte ich noch ein paar Hände brauchen, am ersten Tag als Dad. Das hat sie mir jedoch nicht angeboten. Allerdings habe ich sie auch nicht gefragt. Das letzte Mal habe ich mit ihr kurz nach Mitternacht gesprochen, als sie nach dem Ficken gegangen ist.

Ich habe sie nicht gefragt, weil ich nicht implizieren wollte, dass zwischen uns mehr ist als das, worauf wir uns geeinigt haben. Und ich habe sicherlich recht klargemacht, dass ich nicht viel zu geben habe und Sex einfach nur Sex ist. Demnach habe ich kein Recht, sie darum zu bitten, irgendwas für mich zu tun. Und ich kann auch nicht einfach meinen Sehnsüchten nachgeben und sie herüberbitten, nur weil ich sie gern sehen würde.

Nein, auf keinen Fall. Das werde ich nicht tun.

Mein Handy liegt neben mir auf der Veranda und gibt einen Ton von sich, der eine Textnachricht vermeldet. Es ist Pepper. Meine Haut kribbelt vor Freude.

Pepper: Tief durchatmen. Du schaffst das heute.

Ohne nachzudenken, tue ich genau das und ziehe tief die Luft ein. Langsam atme ich aus und siehe da … ich spüre, wie mich ein kleiner Teil der Anspannung verlässt. Ich wiederhole den Vorgang und nach dem fünften Mal bin ich viel ruhiger.

Ich: Danke. Tief durchatmen hat tatsächlich geholfen.

Sie antwortet fast sofort.

Pepper: Schön, dass ich helfen konnte. Viel Glück.

Ich bin kein Experte im Benutzen von Emojis. Und wenn ich es wäre, würde ich sie trotzdem nicht einsetzen. Das ist viel zu niedlich für mich, also tippe ich nur eine kurze Antwort.

Ich: Danke.

Nach einer nur kurzen Pause tippe ich noch etwas und schimpfe mich selbst aus, weil ich keine Selbstbeherrschung habe.

Ich: Magst du rüberkommen?

Diesmal antwortet sie nicht sofort. Ich glaube, es ist ihr unangenehm, dabei zu sein, wie ein frisch gebackener Vater sein ihm unbekanntes Kind kennenlernt. Irgendwie muss ich das rückgängig machen, aber mir fallen keine taktvollen Worte ein. Glücklicherweise erspart Pepper mir das.

Pepper: Ich will dir nicht auf die Füße treten oder irgendwie im Weg stehen. Das ist ein zu persönlicher Moment.

Fuck, sie hat recht. Ich kenne Pepper überhaupt nicht. Fünfundneunzig Prozent unserer gemeinsamen Existenz besteht daraus, dass ich mich über sie und ihre Grundstücksgestaltung aufrege, inklusive einer Beschwerde beim Hauseigentümerverein. Die wurde allerdings gestoppt, weil ich eine Wette mit ihr verloren habe, und ich habe nicht vor, sie zu wiederholen.

Ich weiß aber, dass ich mich viel sicherer fühlen würde, wenn sie hier wäre. Sie würde einspringen, wenn ich ins Straucheln gerate, nachdem Louise gegangen ist. Aber wenn ich sie herüberbitte, mache ich unsere Beziehung persönlicher, und das wäre wohl egoistisch von mir. Ich hätte das Gefühl, sie auszunutzen.

Ich grübele weiter darüber nach, kämpfe gegen meine inneren Dämonen, ob das eine gute oder schlechte Idee ist.

Dann kommt Louise angefahren, und ich spüre, dass ich eine Panikattacke bekommen werde. Ich tippe den schnellsten Text meines Lebens.

Ich: Nein, bitte komm rüber.

Nachdem ich den Signalton gehört habe, dass die Nachricht rausgegangen ist, stecke ich das Handy ein. Ich blicke zu Peppers Haus und bin unendlich erleichtert, als sie aus der Tür kommt und zu mir herüber. Sie sieht toll aus mit dem langen, pfirsichfarbenen Rock, der um ihre Knöchel weht, und einem grauen Pulli, der ihr von einer Schulterseite gerutscht ist. Sie lächelt ermutigend und ihre Haltung signalisiert Zuversicht, dass alles gut laufen wird. Je näher sie kommt, desto erleichterter fühle ich mich, und wende mich Louises Wagen zu.

Die Jugendamtbetreuerin steigt aus und lächelt mich an. „Na? Bereit, Vater zu werden?“

„So gut es geht.“ Das ist leider nicht die Wahrheit. Ich wäre mental besser in ein paar Jahren vorbereitet, mit einer Frau, aber darüber darf ich mich jetzt nicht beklagen. Besser wird es nun mal nicht.

Pepper geht zu dem Auto und Louise sieht sie. Diese schließt ihre Fahrertür und lächelt sie an. „Hallo. Schön, Sie wiederzusehen.“

Pepper lächelt nett, dreht sich zu mir um und boxt mir leicht gegen den Arm. „Fertig, Daddy?“

Ich könnte jetzt zig dreckige Witze machen, dass Pepper mich Daddy nennt, aber mir fällt nur ein, dass ich hoffe, Charlie wird mich Daddy nennen, denn Dad ist viel zu altmodisch für einen Siebenundzwanzigjährigen.

„Bereit“, sage ich, aber mein Herz will mir in die Kehle springen, als Louise die hintere Tür öffnet, um meine Tochter zu holen.

Ich nehme Details wahr. Sie trägt ein rosa Strickmützchen und einen eventuell handgestrickten kleinen Pulli. Auch wenn es heute bis zu 21 Grad warm werden soll, ist es für ein Neugeborenes sicher noch etwas frisch. Beim Kleiderkaufen hat Pepper gestern darauf geachtet, dass ich warme Sachen besorge.

Louise richtet sich mit Charlie im Arm auf und dreht sich zu mir um. Mir bleibt die Luft weg, als ich noch mehr Einzelheiten erkenne. Wie ihre zarte Haut und die winzigen Finger. Ich könnte nicht sagen, wem sie ähnlich sieht, mir oder Lida oder uns beiden. Ihre Gesichtsmerkmale sind noch nicht sehr ausgeprägt, aber ich erkenne, dass sie das schönste Baby ist, das ich je gesehen habe.

Louise reicht sie mir, und ich werde total nervös, weil sie so winzig ist und ich sie bestimmt zerbrechen werde.

„Achten Sie darauf, ihren Kopf zu stützen, wenn Sie sie nehmen, und legen Sie sie in ihre Armbeuge.“

Ich tue, was sie sagt. Charlie rührt sich nicht, sie schläft einfach weiter. Sie hat die kleinen Lippen leicht geöffnet und ein Spuckebläschen erscheint.

„Wow“, sage ich und betrachte sie. Meine Wangen schmerzen, und ich glaube, ich habe noch nie so breit gegrinst.

„Sie müssten mir noch ein paar Papiere unterschreiben“, sagt Louise geschäftsmäßig. „Können wir das drinnen machen?“

„Gute Idee.“ Ich höre nur halb zu. Ich bin viel zu verzaubert von dem kleinen Menschen in meinen Armen, den ich mit erschaffen habe.

Habe ich immer noch Angst? Oh ja. Das ist das Größte, was mir je passiert ist, und ich will mein Kind nicht vermurksen. Aber etwas ist geschehen, als sie mir Charlie in die Arme gelegt hat. Etwas in mir hat sich verändert. In meinem Herzen wurden Dinge umarrangiert. Dinge, die mir bisher am wichtigsten waren, wurden zur Seite geschoben, und dahinter lag ein offener Raum und wartete. Und jetzt wurde er mit einer unerklärlichen Liebe zu diesem Baby gefüllt, das sich so einmalig und fremd anfühlt. Noch nie war mir etwas so wichtig wie Charlie. Nicht mal meine Eltern oder Eishockey.

Meine Welt hat sich gerade auf dieses dreieinhalb Kilo schwere erstaunliche Bündel in meinen Armen reduziert, und ab sofort bin ich ein anderer Mensch.

„Du bist ein echter Pro“, wispert Pepper, als ich mit den Händen am Gitter vor dem Bettchen stehe und die schlafende Charlie betrachte.

Der Vormittag war ereignisreich. Charlie war bald aufgewacht, und Pepper trug sie herum, während ich mit Louise die Papiere besprach. Ich musste die Anerkennung der Vaterschaft unterschreiben, die Entlassung vom Jugendamt, und bekam ein Schreiben vom Gericht ausgehändigt, das mir das volle Sorgerecht zusprach. Lida könnte Einspruch dagegen erheben, aber zumindest verhinderte es, dass sie einfach herkommen und Charlie wieder abholen könnte, falls ihr danach wäre. Das bezweifele ich jedoch, gemessen an der Art, wie sie mir unser Kind heimlich vor die Tür gelegt hat.

Nachdem Louise gegangen war, zeigte mir Pepper, wie man Windeln wechselt. Dann gab ich Charlie die Flasche, die ich umsichtig angemischt hatte. Ich bekam meine erste Lektion in Körperfunktionen, denn nach der Flasche kackte sie in die Windel und ich musste nicht nur die, sondern auch die Klamotten wechseln, weil die Windel undicht war. Ich bin stolz, nur ein paarmal gewürgt, aber nicht gekotzt zu haben. Dies ist bei Weitem das Unangenehmste in Bezug auf meine Tochter.

Jetzt schläft sie wieder. Aus den Büchern und Peppers Ratschlägen habe ich gelernt, dass Charlie in dieser Phase ihres Lebens sehr viel schläft. Manchmal an die zwanzig Stunden am Tag.

Als ich sie zum Schlafen hingelegt hatte, bereitete ich mich innerlich darauf vor, dass sie schon bald wieder aufwacht und die Flasche bekommen muss. Sie wird müde werden und wieder einschlafen. In dem Alter ist es nichts weiter als der Rhythmus aus Schlafen, Essen und Wachsen.

Ich schaue auf meine Uhr. Es ist fast Mittag und ich habe Hunger. Das erste Bewerbungsgespräch mit einer Nanny beginnt um zwei.

Ich öffne den Mund, um Pepper zu sagen, dass wir uns irgendwo etwas zu essen besorgen sollten, doch plötzlich kommt mir, dass ich das nicht machen kann. Ich bin ja jetzt ans Haus gebunden. Oder besser, ich bin an ein Kind gebunden. Wir könnten sie zwar mitnehmen, aber ich glaube, momentan sollte sie lieber ruhen.

Pepper steht neben mir und ich sehe sie an. „Hast du Hunger?“

Sie sieht mich kurz an und dann wieder zu Charlie. „Ich könnte etwas essen, ja. Soll ich mal nachsehen, was du im Haus hast, und uns schnell was kochen?“

Ich schüttele den Kopf und trete leise vom Bettchen zurück. „Ich habe alles für Omeletts da. Ich koche, du ruhst dich aus.“

Sie lächelt, und ich glaube, dass sie hierbleiben und Charlie weiter betrachten will, doch sie folgt mir in die Küche.

Dort hole ich, was ich brauche, aus dem Kühlschrank. Eier, Butter, Zwiebeln, rote Paprika, Käse und Bacon.

Pepper nimmt sich etwas von den Sachen. „Ich schneide das Gemüse und du machst den Bacon?“

„Deal.“ Beide stehen wir an der Kücheninsel, wo sich der Herd befindet und eine Grillplatte. Ich brate den Bacon an und Pepper schneidet neben mir das Gemüse klein.

Freundschaftlich plaudern wir über Charlie, meinen Spielplan, der aus zwei Heimspielen mit einer kurzen Weihnachtspause besteht, sodass ich mir keine Sorgen machen muss, während Charlies erster Woche reisen zu müssen.

„Was ist mit deinen Eltern? Ich nehme an, du hast ihnen von Charlie erzählt.“ Pepper schnieft und blinzelt wegen der Zwiebeln.

„Lass mich das machen“, sage ich, reiche ihr die Grillzange für den Bacon und tausche den Platz mit ihr. „Zwiebeln machen mir nichts aus. Und meine Eltern … tja, die haben unterschiedlich reagiert. Mom ist begeistert, Großmutter zu sein, aber Dad hat ein bisschen ablehnend reagiert. Er war sehr still am Telefon.“

„Warum könnte er so reagiert haben?“, fragt sie erstaunt.

Ich zucke mit den Achseln. „Wahrscheinlich, weil ich eine Frau geschwängert habe und nun ein alleinerziehender Vater bin. In seiner Welt ist so was verantwortungslos.“

„Lächerlich“, erbost sich Pepper. „Du hast Verhütungsmittel benutzt, was leider mal schiefging. Und jetzt tust du wirklich alles, was du kannst.“

„Genau“, sage ich und lächele sie kurz an. „Und auch wenn ich meinem Vater sehr ähnlich bin – du kennst ja mein Bedürfnis nach Ordnung und der Abwesenheit von Plastikflamingos im Garten –, bin ich nicht immer seiner altmodischen Meinung. Aber ich lasse das einfach an mir abprallen. Wenn er sich daran gewöhnt hat, wird er seine Einstellung bestimmt ändern.“

Pepper wendet den Speck. „Werden sie dich besuchen kommen?“

Ich nicke und lege das Messer ab, da ich ein schönes Häufchen Zwiebeln geschnitten und neben die Paprikawürfel gelegt habe. Ich lehne mich mit der Hüfte an die Insel. „Nach Weihnachten. Für Dad als Pilot sind die Feiertage immer hektisch. Inzwischen müssen sie sich mit Fotos und Videos zufriedengeben. Apropos Fotos, kannst du mir bitte die Bilder schicken, die du heute von uns gemacht hast?“

Sie hat mir Ratschläge beim Windeln und Babyumgang gegeben und gleichzeitig bestimmt an die hundert Fotos von mir und Charlie gemacht. Nichts Gestelltes, alles Schnappschüsse, wie ich Charlie füttere oder windele.

„Gern“, antwortet sie und sieht mich sanft an. „Auf dem besten Foto sitzt du mit Charlie auf der Couch, nachdem du ihr die Flasche gegeben hast. Warte, bis du dein Gesicht siehst, Legend. Könnte man von Liebe ein Bild malen, würde es so aussehen.“

Das macht mich sprachlos und der ergriffene Ton ihrer Stimme berührt mich tief. Ob ich wollte oder nicht, soeben hat sie einen sehr persönlichen Moment mit mir geteilt, und ich habe es nicht einmal sofort gemerkt. Doch jetzt merke ich es und es hat eine Wirkung auf mich, und ich wünschte, diese hätte nichts mit meinem Herzen zu tun. Außerdem hat sie mich auch körperlich berührt. Eine Welle purer Begierde durchflutet mich. Ich weiß nicht, was mein Ausdruck Pepper sagen muss, doch sie spürt, dass sich die Schwingung zwischen uns verändert. Ihr Gesicht wirkt entspannter und sie atmet etwas schneller.

Ich drehe den Gasherd ab und die Flamme unter dem Speck erlischt. Langsam nehme ich Pepper die Grillzange aus der Hand und lege sie ab. Pepper holt zischend Luft, denn sie weiß, was ich vorhabe.

Ich warte eine Sekunde, sogar zwei, doch sie läuft nicht davon. Ich kann nicht sagen, wer den Anfang macht, doch in einem Moment sehen wir einander verlangend an und im nächsten küssen wir uns, als hinge unser Leben davon ab. Ich umfasse Peppers Gesicht, dränge sie bis an die Spüle zurück, schiebe ein Knie zwischen ihre Beine und übe Druck aus. Sie stöhnt kehlig und der Kuss wird wilder. Sie reißt an meinen Klamotten, doch ich tue nicht dasselbe bei ihr. Sie trägt einen Rock und ist somit leicht zugänglich. Ich schiebe ihn nach oben, eine Hand darunter und tauche in ihr Höschen.

Kapitel 8

Pepper

Ich erröte nicht allzu leicht, doch mein Gesicht wird heiß, als Legend mit den Fingern in mich eindringt. Ich bin so feucht und erregt, dass ich nicht aufhören kann, mich an seiner Hand zu reiben, denn was er mir gibt, genügt mir nicht.

Ich konnte seine Emotionen in seinem Gesicht ablesen. Sah, wie er von freundlichem Interesse zu emotionaler Verbindung umschaltete und dann glühende Lust aus jeder Pore verströmte. Spürte die Welle der Nässe, die mein Höschen von nur diesem einen Blick flutete.

„Oh Gott“, wimmere ich in seinen Mund, als er mich mit zwei Fingern bearbeitet. Ungeschickt fummele ich an seinem Gürtel herum, und ein wahnsinniges, überwältigendes Verlangen, ihn in mir zu spüren, packt mich. Als ich endlich seine harte Länge in der Hand habe und mich erinnere, wie sehr mich dieser große Schwanz gestern gedehnt hat, werde ich noch verrückter vor Begierde.

„Legend“, murmele ich, während er mich weiter küsst und mit den Fingern fickt. „Beeil dich.“

Er nimmt den Mund von meinem und sieht mich fragend an, ohne mit den Bewegungen seiner Hand zwischen meinen Beinen aufzuhören. Er grinst leicht.

„So sehr willst du es, ja?“

Kaum kann ich mich auf seine Worte konzentrieren, denn er reizt meine Klit und ich spüre den Orgasmus näher kommen. Ich pumpe seinen Schwanz fest. „Ja. Das Baby könnte jeden Moment aufwachen.“

„Wir haben Zeit“, sagt er leise und küsst mich wieder.

Seine Hände gleiten unter meinen Hintern, schieben den Rock aus dem Weg und heben mich an. Ich schlinge die Beine um ihn und muss leider seinen Schwanz loslassen.

Legend dreht sich um und presst mich gegen den Kühlschrank. Er senkt mich so weit hinab, dass ich mich an seinem Schwanz reiben kann, der aus seiner Hose ragt. Ich erröte erneut, denn jetzt kann er auf seiner nackten Haut fühlen, wie nass mein Höschen ist.

Legend knickt die Knie leicht ein und erwidert meinen Druck. Die Länge seines dicken Schafts reibt die dünne, nasse Baumwolle und trifft auf meine Klit.

„Legend, bitte“, stöhne ich und mein Kopf sinkt gegen den verchromten Kühlschrank. Ich greife nach seinem Schwanz, um ihn zu bearbeiten, und spüre den Lusttropfen an der Spitze. Ich pumpe den Schaft und reibe ihn mit meiner Pussy. Legends Hände greifen nach meinem Höschen. Er zieht es zur Seite und streichelt meine Klit. Ich schreie auf und führe seine Spitze durch meine Nässe.

„Fuck, fuck, fuck …“, stöhnt Legend und vergräbt sein Gesicht an meinem Hals.

Er legt eine Hand auf meine und hilft mir, seinen Schaft an meiner nassen Pussy zu reiben. Gott, ich will ihn so sehr in mir haben. Nackt, heiß, pulsierend. Es ist verrückt und dumm, aber noch nie wollte ich etwas so sehr.

Ich kreise leicht die Hüften und schon befindet sich seine Spitze direkt an meiner pochenden Öffnung.

„Das ist so gut“, sagt er, und oh Gott, wie recht er hat. Seine Stimme ist heiser, als hätte er stundenlang geschrien. „Ich dringe nur kurz ein, möchte dich fühlen, und dann hole ich ein Kondom.“

„Okay“, sage ich gedankenlos, doch ich will mehr als nur einen kurzen Moment.

Langsam dringt er ein, und wie versprochen kurz und nur mit der Spitze. Er hält inne. Ich spüre die angespannten Muskeln in seinen Schultern. Er hat die Augen zugekniffen und sieht aus wie in quälender Ekstase. Eine neue Flutwelle der Nässe strömt zwischen meinen Beinen. Legend spürt es wohl auch, denn er öffnet die Augen und sieht mich mit einem derartigen Verlangen an, dass es mich fast zu Tränen rührt.

Sein Blick stellt mir die eine Frage, und ich sage ihm, was er wissen muss. „Alles okay.“

Erleichterung entspannt sein Gesicht und er stößt zu. Sein Schwanz dringt tief in mich ein, und ich genieße den kleinen Schmerz, den mir seine Größe verursacht. Jedes Mal.

„Pepper“, stöhnt er und fickt mich gegen den Kühlschrank. „Deine Pussy ist so warm und nass. Ich werde gleich kommen.“

„Ich auch“, wispere ich und klammere mich an ihn. Wie gestern Abend hämmert er in mich. Lange, tiefe Stöße, die etwas in mir berühren. Der Orgasmus nähert sich wieder, und ich muss daran denken, wie verdammt unanständig das hier ist. Mal eben schnell in der Küche ficken, bevor das Baby aufwacht. Wie wird sich wohl sein Samen in mir anfühlen? Für mich ist es das erste Mal, und es ist genau so, wie ich es mir erträumt habe, und noch viel besser.

„Kommst du noch mit, Baby?“, murmelt Legend in mein Ohr und beißt mir ins Ohrläppchen.

Bei dem Schmerz schreie ich auf. „Ja, aber geh härter ran.“

„Gottverdammt“, flucht er, als wäre das zu viel verlangt, doch er tut es trotzdem.

Der Kühlschrank knallt gegen die Wand, und ich höre, dass Dinge darin umfallen.

Als der Moment der Wonne kommt, der Orgasmus kurz bevorsteht, bevor ich zerfließe, sage ich noch schnell: „Ich komme gleich!“

Es trifft mich heftig. Meine inneren Muskeln klemmen seinen Schaft ein und blendende Lust rast durch mich hindurch.

Legend flucht wieder und stößt noch einmal zu. Ich kann ihn nicht wirklich kommen spüren, aber ich sehe es, denn er presst die Zähne zusammen, stöhnt erleichtert und lässt den Kopf auf meine Schulter sinken.

„Gott, Pepper, du hättest mich wirklich fast umgebracht.“

Kichernd streichele ich seinen Nacken. Zwar habe ich nicht gespürt, wie er seinen Samen in mich gespritzt hat, aber ich spürte das Pulsieren seines Schwanzes in mir. Ich ziehe die inneren Muskeln zusammen und Legend stöhnt auf.

„Das wird noch mal mein Tod sein“, sagt er leise und küsst mich innig. Als er aufsieht, schaut er auf die Uhr. „Ich sollte mich schämen, denn das hat keine fünf Minuten gedauert.“

„Und dennoch war das Ergebnis weltenerschütternd“, antworte ich ernst. „Ich habe nichts gegen Fünfminutenficks.“

„Du bist mir vielleicht eine.“ Er lächelt und schüttelt den Kopf.

Legend hebt mich von seinem Schwanz, und als er mich auf den Boden stellt, halte ich meinen Rock hoch. Sein Sperma läuft an meinen Schenkeln hinunter. Legend betrachtet dies fasziniert und nimmt dann ein Küchenhandtuch. Anstatt es mir zu reichen, geht er in die Hocke und wischt mich ab. Ich bin erstaunt, als er einen Finger in mich schiebt.

Grinsend sieht er zu mir hoch. „Da ist immer noch eine Menge drin. Es wird wohl noch mehr rauslaufen.“

Dann zieht er mir das Höschen wieder an Ort und Stelle, ergreift meinen Rock und lässt ihn mir wieder bis zu den Knöcheln fallen. Er erhebt sich und zwinkert.

„Mir gefällt, dass du in meiner Küche stehst und mit mir isst, während dein Höschen von meinem Saft durchnässt ist.“

Mein Gesicht wird wieder heiß, aber das gefällt mir auch. Viel zu sehr.

Legend macht seine Jeans zu und sieht mich an. „Als du gesagt hast, dass alles okay ist, was hast du damit genau gemeint?“

Er hat meinem Wort vertraut, und obwohl ich keine Gelegenheit hatte, dieses Vertrauen zu erwidern, weil er sich einfach in mich gerammt hat, nehme ich an, dass er auch gesund ist.

„Das Übliche“, antworte ich fast schüchtern, denn ich finde diese Unterhaltung peinlich, nachdem wir gerade ungeschützten Sex hatten. „Ich habe keine Geschlechtskrankheiten oder so.“

Legend scheint sich keine Sorgen zu machen, was bedeutet, dass er bereits ein gewisses Vertrauen in mich hat. Doch das ist nicht wirklich überraschend bei dem, was wir gemeinsam mit seiner Tochter erlebt haben.

„Und Verhütung?“, fragt er lächelnd. „Nimmst du die Pille? Oder bekommst du Spritzen, oder was?“

Ich schüttele den Kopf. „Ich nehme keine Verhütungsmittel.“

Legend wird bleich und taumelt ein paar Schritte rückwärts vor Schreck.

Ich schüttele den Kopf und hebe die Hände. „Entschuldige, bitte mach dir keine Sorgen. Ich hätte vielmehr sagen sollen, dass ich nicht schwanger werden kann, also brauche ich keine Verhütungsmittel.“

Er wird sogar noch blasser, und seine Stimme ist so leise, dass ich ihn kaum verstehe. „Du kannst keine Kinder bekommen?“

„Ist das ein Abtörner?“, frage ich ebenso leise, denn so hört es sich an.

Er zuckt zusammen und blinzelt. „Himmel, nein!“ Er zieht mich in seine Arme. „Überhaupt nicht. Aber … ich sehe, wie gut du mit Charlie umgehst, und dass du keine eigenen Kinder haben kannst, ist …“

Damit spricht er direkt meine Qualen an, die ich hatte, als ich mich schließlich für die Gebärmutterentfernung entschieden hatte.

Er sieht mir ins Gesicht. „Warum nicht?“

„Ich hatte schlimme Myome im Uterus. Jahrelang litt ich darunter. Habe sie mir operieren lassen, aber sie sind immer wiedergekommen. Das war sehr schmerzhaft. Ich rede von foltermäßig schmerzhaft und unnatürlich starken Blutungen.“ Ich mache eine Pause, atme tief durch, um das Beben aus meiner Stimme zu bekommen. „Also musste ich mich entscheiden. Für immer schmerzfrei oder Kinder haben.“

Legend umarmt mich wieder fest und gibt mir einen Kuss auf die Stirn. „Diesen Schmerz kann ich mir kaum vorstellen. Die Entscheidung muss unerträglich gewesen sein.“

Ich blinzele meine Tränen fort, denn das Thema ist erledigt. Vor zwei Jahren habe ich die Trauer durchgemacht, und jetzt werde ich nur so sentimental, weil Legend so lieb zu mir ist und ich ihn wirklich sehr mag. Ich hüstele und entwinde mich seinen Armen. Tapfer lächele ich ihn an. „Schon gut. Es ist zwei Jahre her und ich bereue es kein bisschen. Es hat mein Leben echt verbessert.“

Plötzlich ist es, als ob Legend ein Licht aufgeht. „Die kleinen Narben auf deinem Bauch …“

Mit einem Lachen nicke ich. „Genau. Die sind von der OP. Sie haben es minimalinvasiv mit einem Laparoskop gemacht. Ich bin überrascht, dass du es gesehen hast.“

Immerhin ging es gestern wild und schnell zu.

„Ich habe viel an dir entdeckt, Pepper“, sagt er fast beleidigt. „Und ich wette, es gibt noch mehr zu erfahren.“

„Kann sein“, sage ich schelmisch.

Ich sehe Legend an, dass er meinen Kommentar als Herausforderung nimmt. Er drängt mich zurück an den Kühlschrank. Mir wird heiß bei dem Gedanken, dass er mich so schnell schon wieder ficken will. Leider werden wir von einem leisen Weinen aus dem Babyfon unterbrochen.

Legend lehnt seine Stirn an meine. Dann seufzt er. „Wir machen später weiter.“

„Ja, später“, stimme ich zu und schiebe ihn von mir. „Geh deine Tochter holen und ich koche weiter. Danach muss ich schnell nach Hause und mich umziehen, bevor wir das Gespräch mit der Nanny haben.“

„Guter Plan“, sagt er und gibt mir einen Klaps auf den Hintern. Ich japse auf und er sieht mich frech an. „Das gefällt dir, oder?“

„Das musst du später selbst herausfinden“, sage ich, gehe zum Herd und schalte das Gas unter dem Bacon wieder ein.

Legend lacht. „Na gut.“ Er wendet sich der Treppe zu, dreht sich aber noch einmal um. „Äh … eigentlich wollte ich wegen morgen eine Frau der Jungs fragen, aber ich frage lieber dich.“

Neugierig neige ich den Kopf zur Seite. „Was denn?“

„Auch wenn ich heute eine Nanny finde, muss ich ja noch ihren Hintergrund überprüfen und so. Morgen habe ich ein Heimspiel und brauche jemanden für Charlie. Ich fahre immer drei Stunden vor dem Spiel ins Stadion, also brauche ich dich ab vier Uhr nachmittags.“

Ich weiß, dass er mir vertraut. Das hat er bewiesen, als er mich kondomlos gefickt hat, dennoch macht es mir Gänsehaut, dass sein Vertrauen so weit geht, dass er mir seine Tochter anvertraut. Ich lächele ihn an. „Liebend gern.“

„Du bist wundervoll, Pepper.“ Er grinst mich strahlend an.

Dann eilt er die Treppe hoch. Schamlos lausche ich dem Babyfon und was er zu seiner Tochter sagt, die ihn mit Babylauten empfängt.

Legend wird ein großartiger Vater sein.

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Дата выхода на Литрес:
29 августа 2024
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250 стр. 1 иллюстрация
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9783864955433
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