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MOUNTAINBIKE
FAHRTECHNIK
SASCHA BAMBERG
MOUNTAINBIKE
FAHRTECHNIK
ENDURO, FREERIDE & DOWNHILL


Über den Autor: Das Leben ist zu kurz für Langeweile – Getreu diesem Motto hat Sascha Bamberg, auch bekannt als Bam Hill, kein Abenteuer auf seinem Mountainbike ausgelassen. Begonnen als Dirt-Jumper und Downhill-Rennfahrer hat er sich das Ziel gesetzt, sein Wissen und seine Erfahrung an begeisterte und wissbegierige Biker weiterzugeben. Ursprünglich stammt er aus dem Elektrotechnik-Sektor, aufgrund seiner Liebe und Begeisterung für den Mountainbike-Sport hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit vielen Jahren gibt er jetzt schon Fahrtechnikkurse für erfahrene Mountainbiker über die Fahrtechnikschule Ridefirst. In Kombination mit Tri-Berg Reisen sorgt er auf Fahrtechnikreisen quer durch Europa für seine Gäste.
Vollständige E-Book-Ausgabe der im Copress Verlag erschienenen Printausgabe (ISBN 978-3-7679-1212-0)
Covergestaltung: Stiebner Verlag
Gesamtherstellung: Stiebner, Grünwald
DTP-Produktion und Layout (Printausgabe):
Verlagsservice Peter Schneider /
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© 2017 Copress Verlag in der Stiebner Verlag GmbH, Grünwald
Alle Rechte vorbehalten.
Wiedergabe, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags.
www.copress.de
ISBN 978-3-7679-2059-0
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1Bikes und Technik
1.1 Bike-Arten (MTB)
1.1.1Cross-Country&Marathon Bikes
1.1.2Dirt-Bike
1.1.3All-Mountain-Bike
1.1.4Enduro-Bike
1.1.5Freerider
1.1.6Downhill-Bike
1.1.7Fatbike
1.1.8650B Plus Bike
1.2 Material
1.2.1Lenker
1.2.2Vorbau
1.2.3Griffe
1.2.4Bremsen
1.2.5Sattelstütze
1.2.6Sattel
1.2.7Schaltung
1.2.8Kettenführung
1.2.9Federgabel
1.2.10Dämpfer
1.2.11Pedale Flat oder Klick
1.2.12Reifen
1.3 Ausrüstung
1.3.1Helm
1.3.2Brille
1.3.3Handschuhe
1.3.4Schutzkleidung
1.3.5Rucksack
1.3.6Werkzeug
1.4 Bike-Set-Up + Bike Check
1.4.1Einstellung des Cockpits
1.4.2Die richtige Sattelposition
1.4.3Fahrwerk – Gabel
1.4.4Fahrwerk – Dämpfer
1.4.5Reifen und Schlauch wechseln
1.4.6Der richtige Luftdruck
1.4.7Kette ölen
1.4.8Kontrolle der Bremsen und Beläge
1.4.9Lagercheck Front
1.4.10Lagercheck Heck
2Grundlagen
2.1 Die richtige Haltung
2.1.1Grundposition
2.1.2Aktivposition
2.2 Gleichgewicht
2.2.1Balance
2.2.2Trackstand
2.3 Kurventechnik
2.3.1Offene Kurve – Ablauf & Blickführung
2.3.2Anlieger
2.3.3Driften
2.3.4Beschleunigen / Pushen in Anliegern
2.3.5Schneller Kurvenwechsel
2.4 Bremstechnik
2.4.1Vorder- & Hinterradbremse
2.4.2Die richtigen Bremspunkte
2.5 Be- und Entlasten
2.5.1Vorderrad anheben
2.5.2Hinterrad anheben
2.5.3Die Brückentechnik
2.6 Abrollen und Pushen
2.6.1Pushen auf dem Pushtrack
2.6.2Stufen abrollen
2.6.3Mulden im Gelände pushen
2.7 Steilhänge
2.7.1Steilhang bergauf pedalieren
2.7.2Geländekanten bergauf
2.7.3Geländetreppen bergauf
2.7.4Spezielle Stufen
2.7.5Einfahrt in steile Hänge
2.7.6Position und Blickführung in steile Hänge
2.7.7Bremsen im Steilhang
2.7.8Traversieren im Steilhang
3 Techniken für Fortgeschrittene
3.1 Der Wheelie
3.2 Der Manual
3.3 Der Bunnyhop
3.4 Der Stoppie
3.4.1Der Stoppie
3.4.2Der Rolling Stoppie
3.5 Spitzkehren
3.5.1Durchfahren von Spitzkehren
3.5.2Statisches Versetzen
3.5.3Dynamisches Versetzen
3.6 Hindernisse und Linienwahl
3.6.1Steinfelder
3.6.2Steinbrocken
3.6.3Wurzelfelder
3.6.4Eis und Schnee
3.7 Droptechnik
3.7.1Floater Drop
3.7.2Aktiver Drop
3.7.3Drops Scrubben
3.7.4Pre-Hop Drop
3.8 Sprungtechnik
3.8.1Aktives Abspringen bei flachen Tables
3.8.2Doubles / Steile Absprünge springen
3.8.3Racetechnik
3.8.4Scrubben
3.8.5Von Kurve zu Kurve
3.8.6Step up – Step down
3.9 Wallrides
3.9.1Wallrides fahren
3.9.2Wallrides springen
3.10 Tricks
3.10.1Der Whip
3.10.2Table-Top + Table-Top One-Foot
3.10.3No-Foot + No-Foot Can-Can 148
3.10.4Tuck No-Hand + Suicide No-Hand
3.10.5X-Up + X-Up One-Foot
Fotonachweis
Vorwort
Mountainbiken – eine Sportart, die mittlerweile erwachsen geworden ist. Das erste Fahrrad, das als Mountainbike bezeichnet wurde, hat Joe Breeze im Jahre 1977 auf den Markt geworfen. Nachdem er zusammen mit Gary Fisher und Charles Kelly vier Jahre lang versucht hatte, Cruiser-Bikes robuster und geländetauglicher zu machen, gab es nun endlich ein Fahrrad für die wilden Schotterpisten. Sicherlich hat dieses damalige Konzept mehr Gemeinsamkeiten mit einem Cruiser als mit modernen Mountainbikes. Natürlich musste das Mountainbike noch weiterwachsen, um wirklich wald- und gebirgstauglich zu werden. Aber das erste Downhill-Bike war geboren, denn Fisher, Breeze und Kelly nutzten diese umgebauten Cruiser aufgrund des schweren Gewichtes nur zum bergab shredden. In den 80er Jahren hat das Mountainbike ein großes Wachstum erfahren, sodass namhafte Hersteller wie Cannondale, Specialized, GT und Trek begannen, Mountainbikes in größeren Serien zu produzieren. Mit den materiellen und technischen Weiterentwicklungen, besonders in den letzten 10 Jahren, sind auch die Einsatzbereiche erweitert worden. Heute gibt es für jede Disziplin das passende Material. Natürlich funktionieren die meisten Räder auch in benachbarten Disziplinen, aber ein Rad für alles zu konstruieren ist leider nicht möglich. Nachdem sich der Werkstoff Aluminium seit über 10 Jahren bei Highend-Mountainbike-Rahmen durchsetzen konnte, hat sich mittlerweile auch Carbon einen sehr großen Namen in der Fahrrad-Szene gemacht. Der leichte, aber dennoch sehr steife Werkstoff wird inzwischen nicht nur für Cross-Country- und Enduro-Bikes genutzt, sondern auch für Downhill-Bikes, Lenker, Kurbeln und Felgen.


1Bikes und Technik
1.1Bike-Arten (MTB)
Das Mountainbike hat sich zu einem sehr komplexen Sportgerät entwickelt. Wo früher nur zwischen Cross-Country und Downhill als olympische Disziplinen unterschieden wurde, findet man heute noch viele weitere Kategorien. In der Mitte hat sich das Enduro-Bike eingefunden. Welches wahrscheinlich das vielseitigste Mountainbike ist. Dank seiner soliden Bauweise bietet es noch sehr viele Reserven im Downhill. Aufgrund des dennoch vergleichbar geringen Gewichtes geht es aber auch noch sehr gut im Uphill.

1.1.1Cross-Country & Marathon Bikes
Das Cross-Country oder Marathon Bike besitzt auf den ersten Blick noch die größten Gemeinsamkeiten mit den Mountainbikes der ersten Stunde. An der Front wird eine Gabel mit ca. 100 mm Federweg verbaut, während das Heck starr und somit ohne Federung, oder ebenfalls mit ca. 100 mm Federweg ausfallen kann. Die Intention des Marathon Bikes ist es, weite Strecken möglichst schnell absolvieren zu können. Es klettert mit Leichtigkeit jeden Berg hinauf, besitzt dafür bergab aber nicht so viel Reserven und Komfort. Im Wettkampfbereich werden beim Cross-Country Rundkurse gewertet, während beim Marathon Etappen zwischen 50 und 100, oder sogar noch mehr Kilometern gefahren werden.
Federweg: 80–120 mm
Gewicht: 9–12 kg

1.1.2Dirt-Bike
Das Dirt-Bike stammt vom BMX ab und ist für Dirt-Jumps und den Street-Einsatz konzipiert worden. Es besitzt aus diesem Grund einen Rahmen ohne Federung sowie eine straff abgestimmte Federgabel mit geringem Federweg zwischen 80 und 100 mm. Um möglichst viel Bewegungsfreiheit bereitzustellen, fällt der Rahmen sehr niedrig aus. Der Rohrbau ist dennoch sehr massiv, um den harten Belastungen von großen Dirt-Jumps oder dem Street-Einsatz standzuhalten. Das Dirt-Bike eignet sich auch perfekt für das Technik- und Fitness-Training auf dem Pumptrack. Aufgrund des simplen Aufbaus, ohne teure Federkomponenten, fällt auch der Gesamtpreis eher niedrig aus.
Federweg: 80–100 mm
Gewicht: 10–13 kg

1.1.3All-Mountain-Bike
Das Marathon Bike mit Reserven oder das abgespeckte Enduro nennt sich All-Mountain-Bike. Es eignet sich bestens für lange Enduro-Touren, wie zum Beispiel Alpenüberquerungen. Es lässt sich bestens bergauf treten, bietet bergab aber noch gewisse Reserven. Bei Wettkämpfen kommt das All-Mountain-Bike so gut wie nie zum Einsatz, da entweder nur die Bergab-Zeiten gewertet werden, und somit zum Enduro gegriffen wird, oder der Fitness-Aspekt im Vordergrund steht, und somit das Cross-Country oder Marathon Bike die bessere Wahl ist.
Federweg: 120–150 mm
Gewicht: 11–15 kg

1.1.4Enduro-Bike
Die eierlegende Wollmilchsau im Mountainbike-Bereich ist auch gleichzeitig das vielseitigste und somit beliebteste Exemplar im Mountainbike-Sektor. Das Enduro-Bike klettert jeden Berg hinauf, bietet aber gleichzeitig bergab ein sattes Fahrgefühl und einige Reserven. Die modernen Enduro-Bikes fühlen sich nicht nur auf Singletrails wohl, mit einer Portion Fahrtechnik machen Enduro-Bikes auch auf ausgewachsenen Downhillstrecken Spaß, selbst den Slopestyle-Einsatz scheuen sie nicht. Im Rennmodus muss der Fahrer mit seinem Bike den Uphill aus eigener Kraft bewältigen, gewertet werden aber nur die Downhill-Etappen.
Federweg: ca. 150–170 mm
Gewicht: 12–16 kg

1.1.5Freerider
Zu den Zeiten, als es noch keine stabilen Enduros gab, war der Freerider die Brücke zwischen dem Ausdauer- und dem Downhillsport. Der Freerider war das Bike, mit dem alles fahrbar war, und mit einer ordentlichen Portion Kraft in den Beinen war es auch möglich, damit bergauf zu fahren. Heutzutage werden Bikes dieser Kategorie als Super-Enduro bezeichnet. Ein Bike, das sich noch bergauf treten lässt, aber bergab möglichst viele Reserven bietet.
Federweg: 170–180 mm
Gewicht: 13–18 kg

1.1.6Downhill-Bike
Das Downhill-Bike kennt nur einen Weg, so schnell wie es geht den Berg hinunter. Bei Downhill-Rennen kämpft der Fahrer auf einer dafür angelegten Strecke, gespickt mit verschiedensten Hindernissen, gegen die Zeit. Große Scheibenbremsen verzögern kraftvoll und üppig gestaltete Federelemente mit 200 mm Federweg oder mehr bügeln große Steine und Wurzeln mit Leichtigkeit weg. Die großen Bremsen und Federelemente bringen natürlich auch ein gewisses Extra an Gewicht mit sich und machen das Downhill-Bike dadurch nicht ganz so agil wie seine kleinen Brüder. Ein Downhill-Bike bringt somit einige Reserven mit sich, benötigt aber auch die entsprechende Kraft und Geschwindigkeit, um bewegt zu werden. Zum Berg hochfahren, so wie für den Pumptrack oder die Dirt-Bahn sind sie völlig ungeeignet.
Federweg: ca. 200 mm
Gewicht: 14–19 kg

1.1.7Fatbike
Das Fatbike gehört zu einer ganz besonderen Spezies. Es besitzt sehr voluminöse Reifen, welche ohne zusätzliche Federelemente viel Federweg und Dämpfung bereitstellen. Aus diesem Grund werden Fatbike-Reifen mit sehr wenig Luftdruck unter einem Bar gefahren. Die Idee hinter dem Fatbike ist, ohne zusätzliche Federungstechnik ein komfortables Fahrgefühl zu erzeugen. Besonders gut eignet sich das Fatbike, aufgrund der großen Auflagefläche der Reifen, auch auf Schnee, im Schlamm oder auf Sand. Mittlerweile gibt es sogar Fatbikes mit Federelementen oder Elektroantrieb.
Federweg: 0–120 mm
Gewicht: 11–16 kg

1.1.8650B Plus Bike
Den Spagat zwischen einem gewohnten Enduro-Bike und dem Fatbike schafft das 650B Plus Rad. Hier werden 650B Reifen auf einen Außendurchmesser der 29“ Reifen aufgeblasen. So kombiniert man die Vorteile beider Bikes. Sprich, das Bike fährt sich nicht so schwammig wie ein Fatbike, bietet aber dank der breiteren Reifen und dem Federweg einiges an Reserven. Viele 29“ Rahmen und Gabeln sind auch mit 650B Plus Reifen kompatibel, alternativ gibt es Rahmen, die beides können.
Federweg: 100–160 mm
Gewicht: 13–17 kg

1.2Material
Auch auf die Kleinigkeiten kommt es an! Komfort und Fahrspaß können durch Anpassung gewisser Anbauteile maßgeblich gesteigert werden. Ebenso kann nur so ein Bike perfekt auf den Fahrer abgestimmt werden und somit Probleme oder sogar Schmerzen verhindert werden. Nicht jeder Fahrer ist gleich groß, gleich breit oder gleich sportlich. Deswegen sollten folgende Parts sorgfältig ausgewählt werden.

1.2.1Lenker
Lenker und Vorbau, in der Kombination auch als Cockpit bezeichnet, entscheiden maßgeblich über das Handling des Bikes und den Fahrkomfort. Höhe und Breite, so wie auch der Versatz des Lenkers durch den Vorbau nach vorne haben einen großen Einfluss auf die Gewichtsverteilung auf dem Bike.
Grundlegend kann man sagen, umso wilder die Disziplin, desto breiter und stabiler sollte auch der Lenker sein. Natürlich spielen auch persönliche Vorlieben und Körpergröße sowie Schulterbreite eine entscheidende Rolle. Über die sogenannten Spacer unter dem Vorbau oder dem Rise (Lenker-Erhöhung) des Lenkers kann die Lenkerhöhe individuell angepasst werden.
Folgende Lenkerbreiten können als
Ausgangsbasis genutzt werden:
Cross-Country / Marathon-Bike: 700–740 mm
All-Mountain- / Enduro-Bike: 720–780 mm
Downhill-Bike: 760 mm aufwärts
Dirt-Bike: 700–780 mm

1.2.2Vorbau
Die Vorbaulänge bestimmt die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad. Mit den Jahren sind die Rahmen länger und die Vorbauten somit kürzer geworden. Dies sorgt für mehr Laufruhe und Agilität im Gelände. Wenn man das Gefühl von zu viel Druck auf dem Vorderrad hat, sollte die Vorbaulänge verkürzt oder der Lenker erhöht werden, bekommt man hingegen nicht genug Druck auf das Vorderrad, sollte der Vorbau verlängert oder die Lenkerhöhe reduziert werden.
Als Anhaltspunkt gilt hier, je härter die Disziplin, desto kürzer der Vorbau. Die Vorbauhöhe kann, solange der Gabelschaft nicht zu sehr gekürzt wurde, über die Anzahl Spacer unter dem Vorbau sehr gut angepasst werden.
Folgende Vorbaulängen dienen als Basis:
Cross-Country / Marathon-Bike: 50–70 mm
All-Mountain / Enduro-Bike: 40–60 mm
Downhill-Bike / Dirt-Bike: 35–50 mm

1.2.3Griffe
Ebenso macht der Einsatz von angepassten Griffen sehr viel Sinn. Verschiedenste Griffformen verbessern ebenso wie Lenker und Vorbau die Position auf dem Bike und erhöhen somit Komfort, Kontrolle und Steuerfreudigkeit.

Anatomische Griffformen und ausgefeilte Gummimischungen absorbieren Schläge und reduzieren eine Überanstrengung der Unterarme, den sogenannten Arm-Pump.

Spezielle Enduro-Griffe drehen, um die richtige Oberkörper-/Unterarmhaltung zu unterstützen und somit die Kontrolle zu erhöhen, das Handgelenk und schieben somit die Ellenbogen weiter nach außen.

Downhill-Griffe kommen mit einer rutschhemmenden Oberseite, einer verzahnten Unterseite zur Grip-Steigerung und einer Gummimischung mit möglichst stabiler Rebound-Dämpfung.

Im Touring- und Komfort-Bereich eignen sich Griffe mit einem Handgelenk stützenden Flügel. Diese erhöhen den Komfort, minimieren die Last auf die Handgelenke und empfehlen sich aus diesem Grund für den Langstreckenbereich. Für den Gravity-Einsatz sind sie eher ungeeignet.
1.2.4Bremsen
Je härter der Einsatzzweck, desto stärker sollte auch die Bremse zugreifen können.

Für ein Cross-Country oder Marathonbike reicht in der Regel eine 2-Kolbenbremse mit 160er Scheiben aus.

Für ein All-Mountain oder Enduro-Bike empfehlen sich schon 4-Kolbenbremsen und größere Scheiben mit einem Durchmesser von mindestens 180 mm.

Das Downhill-Bike sollte definitiv mit 4 Kolben und 200er Scheiben ausgestattet werden. Das Dirt-Bike kommt in der Regel mit einer Hinterradbremse aus, da hier nur am Ende der Line oder im Notfall gebremst werden muss.
1.2.5Sattelstütze (Standard, Teleskop innen, Teleskop außen)
Bis vor ein paar Jahren gab es noch keine hydraulischen Sattelstützen. Vor jeder Abfahrt und vor jedem Aufstieg musste die Stütze versenkt und wieder herausgezogen werden. Man hatte lediglich die Wahl zwischen verschiedenen Materialien wie Aluminium oder Carbon. Heutzutage hat man eine große Auswahl an verstellbaren Sattelstützen in fast allen Durchmessern und Längen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist hier die Zugverlegung. Unterschieden wird hier zwischen extern (außerhalb des Rahmens) oder intern (der Zug führt durch den Rahmen). Diese verstellbaren Stützen erhöhen den Fahrspaß ungemein. Ohne von dem Rad zu steigen wechselt man die Sattelhöhe zwischen Downhill- und Uphill-Position. Systeme mit einem Standard-Schaltzug sind am wartungsfreundlichsten, hier kann jeder ohne spezielle Flüssigkeiten und Entlüftungskit die Leitung wechseln und die Stütze wieder intakt setzen.

1.2.6Sattel (CC, AM, EN, DH)
Der Sattel bestimmt maßgeblich über den Sitzkomfort und die Beinfreiheit während der Abfahrt. Je nach Disziplin werden ganz verschiedene Anforderungen an das Bike-Sofa gestellt.

Ein Cross-Country- oder Marathonsattel sorgt auch auf langen Strecken für eine gesunde Sitzposition. Im Vordergrund steht hier das Sitzen und nicht die Freiheit während der Abfahrt.

Für den All-Mountain- oder Enduro-Bereich gilt, der Sattel soll für Anstiege bequem sein, während der Abfahrt aber kein Hindernis darstellen. Aus diesem Grund werden die Sattel-Kanten abgerundet, sodass der Sattel bei der Abfahrt nicht negativ auffällt.

Während der All-Mountain-Sattel zur Komfort-Steigerung noch etwas mehr Sattel-Polster besitzt, ist der Enduro-Sattel noch etwas sportlicher und dadurch auch leichter.

Ein Downhill- oder Dirt-Sattel hingegen dient weniger zum Sitzen als zum Steuern des Rades. Somit werden diese Sättel eher klein und unauffällig gestaltet, um definitiv während der Abfahrt nicht zu stören. Die Kanten werden mit mehr Sattel-Polster versehen, um eventuelle Schläge besser abfedern zu können.
1.2.7Schaltung (1 Kettenblatt, mehrere Kettenblätter)
Früher hat man für Bikes, mit denen sowohl bergauf wie auch bergab gefahren wurde, aufgrund der Kassetten mit wenig Bandbreite, vorne 2–3 Kettenblätter benötigt. Heute gibt es Kassetten mit wesentlich größeren Bandbreiten, sodass es sich empfiehlt, vorne nur ein Kettenblatt zu fahren. So wird sichergestellt, dass die Kette besser geführt wird und somit nicht abspringt. Spezielle narrow-wide Kettenblätter sichern zusätzlich den Halt der Kette auf dem Kettenblatt. Schaltwerke mit integrierten Kupplungen kontrollieren den Losbrechmoment und stabilisieren somit die Kette während der ruppigen Abfahrt.

1.2.8Kettenführung (Enduro, Downhill)
Für den Enduro- oder Downhill-Bereich empfiehlt sich zusätzlich zur Schaltung eine Kettenführung, die das Abspringen der Kette gar unmöglich macht! Zusätzlich hilft ein Bashguard, der meistens integriert ist, um das Tretlager und den Rahmen vor Einschlägen von unten zu schützen. Hier unterscheidet man zwischen Führungen oberhalb des Kettenblattes für 1-fach Schaltungen, unterhalb des Kettenblattes für 2/3-fach Schaltungen oder einer Kombination aus beidem für den richtig harten Einsatz.

Dank der modernen Kettentechnologie reicht meistens eine Führung oberhalb des Kettenblattes aus.

Bei Schaltungssystemen mit 2 Kettenblättern sitzt oberhalb der Umwerfer, so dass sich eine zusätzliche Führung nur unterhalb des Kettenblattes umsetzen lässt.

Für den Downhill-Einsatz empfiehlt sich eine Kettenführung, welche die Kette oberhalb und unterhalb des Kettenblattes führt.
1.2.9Federgabel
Mit den verschiedenen Disziplinen ist auch die Vielfalt an Gabeln und Dämpfern gewachsen. Für jeden Einsatzbereich gibt es die passende Gabel.

Leichte Gabeln mit wenig Federweg um die 100 mm für den Cross-Country- und Marathon-Einsatz. Das Gleiche in stabil, dafür etwas schwerer für den Dirt- und Street-Einsatz.

All-Mountain-Bikes oder Enduro-Bikes kommen mit einer satten Portion mehr Federweg um die Ecke, 140–170 mm und stabilere Rohre sind hier an der Tagesordnung.

Downhill-Gabeln, sogenannte Doppelbrücken-Gabeln, erkennt man an den langen Standrohren, den zwei Gabelbrücken, und der massiven Bauweise.
1.2.10Dämpfer
Den größten Unterschied macht aber das Federungssystem. Aus Sicht des Gewichtes verbaut man mittlerweile fast nur noch Luftfederelemente statt Federn aus Stahl oder Titan. Auch wenn die Stahl- oder Titan-Federn immer noch ein besseres Ansprechverhalten realisieren, stehen ihnen die Luftfederelemente nicht mehr viel nach. Viele Hersteller bieten Systeme, die das Wippen beim Pedalieren unterdrücken oder blockierbare Dämpfungselemente, welche eine verlustfreie Kraftübertragung ermöglichen. Zusätzlich gibt es absenkbare Gabeln, welche die Geometrie des Bikes zum Bergauffahren optimieren.

1.2.11Pedale Flat oder Klick (Flat + Klick)
Bei der Entscheidung zwischen Flatpedals (Plattformpedalen) und Klickpedals spalten sich die Geister. Während Klick-Pedale einen runderen Tritt ermöglichen und das Abrutschen der Füße vom Pedal verhindern, bietet das Flatpedal einige Freiheiten. Mit dem Flatpedal kann man, falls mal etwas Unvorhersehbares passiert, problemlos die Füße vom Pedal nehmen. Auch in der Kurve kann man den inneren Fuß zur Stabilisierung vom Pedal nehmen. Dirtfahrer können natürlich mit Klickpedals so wenig anfangen, wie Cross-Country oder Marathonfahrer mit Flatpedals. Bei allen anderen Disziplinen entscheiden persönliche Vorlieben. Zum Üben von Fahrtechniken empfehlen sich Flatpedals.

1.2.12Reifen (CC, EN, DH, Dirt)
Reifen stellen den Kontakt zwischen Bike und Untergrund her, und entscheiden somit maßgeblich über den Grip des Bikes. Natürlich gibt es auch hier für jedes Wetter und jeden Einsatzzweck das passende Material. Angefangen mit leichten Dirt- oder Cross-Country-Reifen über Enduro-Reifen mit mehr Stabilität und Stollen, bis hin zu dicken Downhill-Reifen bietet der Markt alle Optionen. Auch passend zum Wetter gibt es verschiedenste Reifen. Zum Beispiel für schlechtes Wetter gibt es Regenreifen, welche sich mit ihren langen Stollen optimal in den Boden bohren, ohne viel Schlamm zwischen den Stollen anzusammeln. Für harten und trockenen Untergrund gibt es Semi-Slicks, die in der Mitte kaum Profil besitzen um den Rollwiderstand zu minimieren, lediglich außen befinden sich richtige Stollen, die für den nötigen Grip in der Kurve sorgen.

1.3Ausrüstung
Neben dem richtigen Bike benötigt man auch das passende Equipment, um sich zu schützen oder im Pannenfall das Bike reparieren zu können. Der Helm ist für jeden Biker unverzichtbar, Handschuhe und Knieschoner sollten es aber auch sein. Um sich darüber hinaus zu schützen, empfehlen sich ein Rückenprotektor, Ellenbogenschoner oder sogar eine Safety Jacket. Für die gewohnte Trainingsrunde empfiehlt sich zusätzlich Werkzeug in Form eines Multitools, ein Schlauch und eine Luftpumpe.

1.3.1Helm (Cross-Country, Enduro, EN/DH Hybrid, Downhill, Dirt)
Der Kopf ist unser kostbarstes Hab und Gut und sollte deswegen bestmöglich geschützt werden! Für die verschiedenen Disziplinen gibt es natürlich auch die passenden Helme. Hier gilt nicht immer teurer gleich besser. Alle Helme müssen dieselben Tests durchlaufen und somit eine Mindeststabilität nachweisen. Der entscheidendste Punkt beim Kauf eines Helmes ist die Passform. Er sollte gut anliegen, nicht wackeln, aber natürlich auch nicht schmerzhaft eng sitzen.

Cross-Country, Marathon und All-Mountainfahrer kommen in der Regel mit leichten und gut belüfteten Halbschalenhelmen aus.

Da im Enduro-Bereich die Strecken schon anspruchsvoller sind, und die Sturzgefahr somit steigt, stellt sich immer die Frage zwischen Halbschale und Fullface-Helm. Da die Anstiege aber dennoch aus eigener Kraft bewältigt werden, freut man sich hier über jedes Belüftungsloch und ebenso über jedes Gramm weniger auf dem Kopf. Bergab empfiehlt sich hier aufgrund der technischen Strecken und hohen Geschwindigkeiten ein Fullface-Helm. Mittlerweile gibt es auch verwandelbare Fullface-Helme, bei denen man den Kinnbügel für den Uphill entfernen und für den Downhill wieder montieren kann.

Im Downhill-Sport gibt es natürlich keinen Weg am Fullface-Helm vorbei. Bei solch hohen Geschwindigkeiten kann man nicht über genug Schutz verfügen! Des Weiteren muss der Uphill hier nicht aus eigener Kraft bewerkstelligt werden. Dirt-Biker greifen in der Regel auf Halbschalen im Skaterhelm-Format zurück.
1.3.2Brille (Tourenbrille, Goggle)
Auch die Augen sollten bestens geschützt werden. Hier hat man die Wahl zwischen leichten und kleinen Sportbrillen oder sogenannten Goggles, welche rund um die Augen einen großen Teil des Gesichtes abdecken.

In der Regel wird die Brille passend zum Helm gewählt. Wer mit einer sportlichen Halbschale fährt, greift auf die sportliche Brille im Sonnenbrillenformat zurück, wer aber hingegen mit dem Fullface-Helm unterwegs ist, wählt die Goggle als passenden Augenschutz.
1.3.3Handschuhe
Wie von kleinen Kindern gewohnt – wenn man fällt, fällt man auch immer auf die Hände. Dies ist natürlich keine schlechte Reaktion des Körpers, aber definitiv ein Grund die Hände zu schützen.

Handschuhe machen aber auch aus anderen Gründen Sinn, sie wärmen die Finger und wenn es nass zugeht, wird der Grip zwischen Hand und Griff durch einen Handschuh enorm gesteigert. Für die verschiedenen Einsatzgebiete hat man die Wahl zwischen sehr dünnen, etwas dickeren oder sogar Handschuhen mit Protektoren.
1.3.4Schutzkleidung

Neben Helm und Handschuh sind Knieschoner das wichtigste Utensil im Protektoren-Portfolio jedes Bikers. Am meisten Sinn machen Knieschoner mit außenliegender Plastikschale. So kann man bei einem Sturz auf dem Schoner über den Boden gleiten, ohne dass sich der Stoff des Schoners im Boden festbeißt und der Schoner herunterrutscht. Auch hier hat man die Wahl zwischen eher leichten und dünnen Schonern für den All-Mountain- und Enduro-Einsatz oder dick gepolsterten Modellen für harte Einschläge beim Downhill. Neben den Knieschonern ist ein Rückenprotektor oder sogar eine komplette Safety Jacket sehr sinnvoll. Der Rückenprotektor sollte die passende Größe haben und den gesamten Rücken schützen, darf dabei aber nicht störend auffallen oder verrutschen. Eine Safety Jacket macht vor allem für den Downhill- oder Bikepark-Betrieb sehr viel Sinn, da hier der Schutz und nicht die Atmungsaktivität im Vordergrund stehen sollte. Eine Safety Jacket sollte wie ein Helm optimal passen, so dass sich die verschiedenen Protektoren für Schulter und Ellenbogen auch an den richtigen Stellen befinden.
1.3.5Rucksack
Für All-Mountain- oder Enduro-Touren empfiehlt sich definitiv ein Rucksack, um genügend Trinkwasser, Werkzeug oder weitere Kleidung einpacken zu können. Mountainbike-Rucksäcke gibt es in verschiedensten Ausführungen und Größen, um jeden glücklich zu machen.

Empfehlenswert ist ein Rucksack mit integriertem Rückenprotektor. Ebenso helfen Halterung für Helm und Schoner, das Equipment perfekt unterzubringen. Eine Regenhülle hält den Rucksack bei der Schlammschlacht trocken und sauber.

Wer nicht viel Gepäck benötigt, kann auf einen Enduro-Rucksack zurückgreifen, welcher die Bewegungsfreiheit stark erhöht. Hier ist dennoch genügend Platz für Trinkblase, eine kompakte Jacke und das nötige Werkzeug. Helm und Protektoren können wenn nötig außen am Rucksack befestigt werden.
1.3.6Werkzeug (Multitool, Luftpumpe, Dämpferpumpe)
Was gibt es Schlimmeres als wegen eines kleinen Defekts auf dem Trail liegenzubleiben. Um auf dem Trail gewisse Reparaturen selbst durchführen zu können, gehören Multitool und Luftpumpe in jeden Rucksack.

Das Multitool sollte die gängigen Inbusschlüssel, einen 25er Torx und ein Kettentool beinhalten. Zusätzlich empfehlen sich ein Kreuz und ein Schlitzschraubendreher. Ebenso kann ein Speichen-Schlüssel nicht schaden.

Die Luftpumpe muss nicht die größte sein, sie benötigt auch keinen zusätzlichen Schnick-Schnack wie ein Barometer. Sie muss funktionell und haltbar sein! Des Weiteren ist es natürlich hilfreich, wenn sie für alle Ventilarten vorbereitet ist und beim Pumpen ordentlich Druck macht. Wer zum Runterziehen der Reifen von der Felge Reifenheber benötigt, sollte auch diese einpacken!

Zum Einstellen des Luftdruckes in Gabel und Dämpfer nutzt man eine sogenannte Dämpferpumpe. Diese kann einen wesentlich höheren Luftdruck (bis zu 20 Bar) aufbauen, welcher für die Kartuschen in den Luft-Dämpfern oder Gabeln benötigt wird.
1.4Bike-Set-Up + Bike Check
Eine korrekte Einstellung des Bikes fördert die Bedienbarkeit und verhindert Überlastungsprobleme. Um zur perfekten Einstellung zu gelangen, sollte man sich Zeit nehmen und die Einstellung des Bikes überprüfen und eventuell anpassen. Dabei kann man sich zuerst an den Vorgaben des Herstellers orientieren, für die Feineinstellung hilft aber nur selbst austesten. Des Weiteren sollte man sein Bike regelmäßig auf Funktionalität überprüfen. Dafür muss man nicht der professionelle Mechaniker sein, ein bisschen Technik Know-How gehört aber schon dazu. So kann man seinem Bike auch mal ein bisschen Pflege zukommen lassen und unterwegs mal eine kleine Panne selber reparieren. Zusätzlich macht es Sinn, Schrauben und Lager regelmäßig auf Festigkeit und Funktionalität zu prüfen.

1.4.1Einstellung des Cockpits
Die Anordnung der Cockpit-Elemente wie Griffe, Bremsen, Shifter sollte mit Sinn und Verstand erfolgen. Nur so kann man sicher Bremsen, Schaltung und weitere Elemente, wie zum Beispiel eine verstellbare Sattelstütze bedienen, ohne Hände oder Arme unnötig zu belasten.

Begonnen wird mit der Wahl der richtigen Lenkerbreite, welche von der Disziplin, der Körpergröße oder Schulterbreite sowie persönlichen Vorlieben abhängig ist. Als nächstes wählt man die Höhe und den Verdreh-Winkel des Lenkers. Um die Lenkerhöhe anzupassen, kann man die Anzahl der Spacer unter dem Vorbau variieren oder einen Lenker mit mehr oder weniger Rise (Lenker-Erhöhung) wählen. Hier gilt, wenn man nicht genügend Druck auf das Vorderrad bekommt (oft ein Problem von kleineren Fahrern), sollte die Lenkerhöhe reduziert werden. Wenn man zu weit nach vorne gezogen wird oder man das Vorderrad kaum anheben kann, sollte die Lenkerhöhe angehoben werden. Als nächstes dreht man den Lenker in eine komfortable Position und passt die Griffe an. Ergonomische Griffe haben eine Markierung, welche die Einstellung erleichtern. Sobald nun die Greifposition stimmt, werden die Bremshebel in Position gebracht. Moderne Scheibenbremsen benötigen nur einen Finger am Hebel. Deswegen sollte die Bremse vom Griff aus soweit Richtung Lenkermitte geschoben werden, dass bei auf dem Griff aufliegender Hand nur der Zeigefinger perfekt in die Bremsen langen kann. Wenn man häufig steiles Terrain fährt oder man oft an Arm Pump (überlasteten und schmerzenden Unterarmen und Händen) leidet, sollte man verschiedene Griffe testen und den Winkel der Bremsen überdenken. Je tiefer der Bremshebel steht, desto weniger liegt die Handfläche auf dem Griff, wodurch die Hand schneller ermüden kann! Die Schalthebel sowie weitere Cockpit-Instrumente werden als letztes angepasst.
1.4.2Die richtige Sattelposition
Über die richtige Sattelposition lässt sich bekanntlich streiten. Ein paar hilfreiche Tipps und ausgiebiges Testen bringen einen aber auch hier zum perfekten Setup.

Ein Sattel, der nur für den Dirt- oder Downhill-Bereich genutzt wird, darf gerne mit der Sattelspitze etwas nach oben zeigen (5–20°). Wenn man auf dem Bike steht, sitzt der Sattel hier sehr tief, ungefähr auf Höhe der Knie.

Bei einem Sattel, der vorwiegend zum Sitzen benutzt wird, sollte die Sattelfläche horizontal stehen oder die Spitze sogar ganz leicht nach unten zeigen. So sitzt man mehr auf den Gesäßknochen und entlastet die Genitalien. Um die richtige Sattelhöhe zu bestimmen, gibt es viele Methoden. Ein grober Anhaltspunkt aber ist, wenn man die Ferse auf das Pedal stellt, welches sich am tiefsten Punkt (6 Uhr) befindet, sollte man das Bein ausstrecken können, ohne mit der Hüfte abzukippen. Der Nachsitz (horizontale Sattelverschiebung) sollte so eingestellt werden, dass die Beine ihre Kraft optimal ans Pedal weitergeben können, ohne die Knie zu überlasten. In der Regel gilt, dass sich die Sattelspitze über oder knapp hinter dem Tretlager befindet.
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