Читать книгу: «Die vier Gesichter des Vaters»
Rebecca Ruth Weisser
Die vier Gesichter des Vaters
Wie sich Gottes Charakter in seinen
Söhnen und Töchtern entfaltet
GloryWorld-Medien
1. Auflage 2020
© 2020 Rebecca Ruth Weisser
© 2020 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de
Alle Rechte vorbehalten
Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985, entnommen. In Klammern gesetzte Ergänzungen stammen vom Autor. Weitere Bibelübersetzungen:
HFA: Hoffnung für alle, Basel und Gießen, 1983
LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 2017
Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.
Übersetzung: Elisabeth Fuchs
Lektorat: Frank Krause
Satz: Manfred Mayer
Umschlaggestaltung: Jens Neuhaus, www.7dinge.de
Umschlagbild: pixabay
ISBN (epub): 978-3-95578-459-1
ISBN (Druck): 978-3-95578-359-4
Stimmen zum Buch
Seit einigen Jahren nimmt Rebecca als Mitglied unsere Online-Gemeinschaft „The Rev“, welche ein Teil der „Ekklesia of The Most High“ („Gemeinde des Höchsten“) ist, aktiv an deren lehrmäßiger und geistlicher Entwicklung teil. Ihr tiefes Verständnis der „Vier Gesichter Gottes“ und deren Bedeutung eines jeden Einzelnen davon für uns ist gerade in dieser Zeit für den Leib Christi sehr wichtig. Leider wird in kaum einer Gemeinde darüber gelehrt.
Die Lektüre dieses Textes wird dich auf deinem geistlichen Weg stärken und deine Erkenntnis darüber erweitern, in welche Dimensionen Gott uns heute ruft. Rebeccas Buch ist eine großartige Hilfe, um in deiner persönlichen Beziehung zum höchsten Gott – deinem himmlischen Vater – zu wachsen.
Paula MinGucci, The Rev / The Ekklesia of The Most High
Rebecca Weisser greift in ihrem Büchlein ein „heißes Eisen“ auf, da sich die Theologen aller Zeiten ihre Gedanken über die vier Wesen bzw. Cherubim vor dem Thron Gottes gemacht haben. Wer sind sie und was bedeuten ihre verschiedenen Gesichter? Die Autorin greift den Aspekt der Anbetung heraus und fordert uns auf, näherzutreten. Als wiedergeborene Christen haben wir durch Jesus den direkten Zugang zu diesem allerheiligsten Bereich und können uns jene vier Gestalten, welche mit ihren unterschiedlichen Gesichtern das Gesicht des EINEN auf dem Thron widerspiegeln, genauer ansehen.
Das Buch fordert uns auf, gemeinsam mit diesen „lebendigen Wesen voller Augen vorn und hinten“ (Offb 4,6) anzubeten, um dadurch jene Charaktereigenschaften Gottes, die sie repräsentieren, deutlicher zu erfahren und in uns aufzunehmen. Tun wir das, werden wir in der Folge vielleicht bereit dazu, mit dem Apostel Johannes, dem Schreiber der Offenbarung, Einblick in jenes Buch zu gewinnen, welches Jesus würdig ist, aus Gottes Hand zu empfangen, denn bei den ersten vier (von sechs) Siegeln ruft ihn jeweils eines der Wesen mit donnernder Stimme dazu auf, zu kommen und zu sehen … Und geht es im geistlichen Leben nicht immer darum, zu kommen und zu sehen?
Frank Krause, Autor und Sprecher
Inhalt
Danksagung
Vorwort
Einführung
1 Die vier lebendigen Wesen
2 Der Löwe – König Jesus (wie im Evangelium von Matthäus dargestellt)
3 Der Löwe – unser Königtum in Christus
4 Der Stier bzw. Ochse – Jesus als der demütige Diener (wie im Markusevangelium dargestellt)
5 Der Stier bzw. Ochse – Unsere Dienerschaft in Christus
6 Der Mensch – Jesus, der Menschensohn (der perfekte Mensch, wie im Lukasevangelium dargestellt)
7 Der Mensch – unsere Menschlichkeit in Christus
8 Der Adler – Jesus als der ewige Sohn Gottes (wie im Johannesevangelium dargestellt)
9 Der Adler – Unser himmlisches Überwinderleben in Christus
10 Wie geht es weiter?
Anhang
Über die Autorin
Danksagung
Ich bin sehr dankbar für alle, die mich beim Schreiben dieses Buches inspiriert und unterstützt haben.
Verschiedene Lehrer, darunter Ian Clayton, haben ausführlich über die so genannten „vier lebenden Wesen“ und die vier Gesichter Gottes gelehrt. Ich bin sehr dankbar, dass Ian eine Vorreiterrolle beim Erleben dieser Geschöpfe in der Anbetung gespielt hat und alles, was er gelernt und erfahren hat, freimütig an uns weitergegeben hat.
Durch die Lehren von Neville Johnson, einem anderen Lehrer, über das Reifwerden des Gläubigen wurde mir klar, wie wichtig es für uns ist, dass wir durch die vier Gesichter „in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus“ (Eph 4,15).
Ich erinnere mich noch daran, wie ich vor einigen Jahren Kay Chance von ARISE! Ministries hier in Deutschland von meinem Interesse an den vier lebenden Wesen erzählt habe. Kay ist sowohl eine Freundin für mich als auch eine meiner geistlichen Mentorinnen. Sie ist sehr treu darin, mich immer wieder dazu herauszufordern, Gott in tieferer Weise zu erfahren. Sobald sie hörte, dass ich mich für diese Lehre interessierte, sandte sie mir alle ihre Notizen zu diesem Thema – sie hatte bereits Seminare bezüglich der vier Gesichter Gottes mit ihren Studenten im Glaubenszentrum Bad Gandersheim abgehalten, während sie dort die Co-Leiterin war (zusammen mit dem hauptverantwortlichen Leiter Mike Chance, ihrem Mann). Ich war von ihrer Großzügigkeit begeistert und gleichzeitig tief berührt – von ihren tiefen Erkenntnissen habe ich sehr profitiert, und viele ihrer Gedanken sind in dieses Buch eingeflossen. Ganz innigen Dank dir, liebe Kay, für deine Hingabe an mich, wie auch an Deutschland!
Als ich nachforschte, ob es denn irgendein Buch zum Thema der vier Gesichter Gottes gab, fand ich nur ein einziges: „Die Vier Gesichter Gottes” von Timothy Pain und John Bickersteth. Dieses Buch beinhaltet viele Schätze des Wortes Gottes und war sehr inspirierend für mich. Folgender Satz von Jackie Pullinger beeindruckte mich: „Wenn ich nur ein Buch neben der Bibel haben dürfte – dann wäre es dieses“. Danke an Timothy und John, dass Ihr so viel durch euer Buch bewirkt habt!
Zwei weitere Mentoren, Paula MinGucci und Don Schluter aus Illinois, machten mir die praktische Seite der Begegnung mit den lebenden Wesen in Gottes Thronraum zugänglich. Paula ist eine prophetische Stimme und hat die Online-Gemeinschaft „Ekklesia of the Most High“ („Gemeinde des Höchsten“) gegründet. Außerdem hat sie eine Internet-Plattform eröffnet, um andere tiefer in die Bereiche Prophetie und Intimität mit dem Vater hineinzuführen. Don Schluter ist der Pastor der New Horizons Community Church in Marion, Illinois. Sein Hunger nach tieferen Wahrheiten in Gottes Wort und seine Kenntnis des Hebräischen waren für mich in Bezug auf dieses Thema eine weitere Bereicherung. Vielen Dank an euch, Paula und Don, für eure geistliche Unterstützung und Freundschaft!
In praktischer Hinsicht bin ich einigen treuen Weggefährten dankbar, die mich beim Schreiben dieses Buch begleitet haben. Meine liebe Freundin Monika Bukowski vertiefte sich in dieses Thema, um Anbetungsabende vorzubereiten, die auf den einzelnen Gesichtern Gottes basierten. Unser geistlicher Gedankenaustausch und die Aktivierungen, die wir für diese Abende entwickelten, verschafften mir noch tiefere Erkenntnisse und Einsichten. Ich bin auch Elisabeth Fuchs sehr dankbar, die mit mir zusammen dieses Buch in die deutsche Sprache übersetzt hat. Ihre Ideen, wie man meine Gedanken den deutschsprachigen Lesern am besten verständlich machen kann, waren mir eine große Hilfe.
Sehr hilfreich und bereichernd für diese deutsche Ausgabe war die Lektoratsarbeit von Frank Krause. Für sein Mitdenken und für die Formulierung meiner Gedanken in der deutschen Sprache bin ich zutiefst dankbar. Der Austausch mit Frank über den Inhalt dieses Buchs war sehr intensiv, so dass die wahre Bedeutung meines Textes am Schluss viel klarer formuliert war. Vielen Dank, Frank, für deine Unterstützung!
Zutiefst dankbar bin ich auch meinem lieben Mann Thomas, der unser HOPP (House of Prayer and Praise) in der zweiten Etage unseres Geschäftshauses in Triberg eingerichtet hat. Seine Liebe und Unterstützung sowie die Freiheit, die er mir einräumte, um Gott weiter nachzugehen, trugen grundlegend dazu bei, dass dieses Buch entstehen konnte.
Vor allem bin ich meinem Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist (in sich selbst eine Familie) – ewig dankbar. Er ist mein Fels, meine Stärke, mein Ermutiger und mein Beschützer und ist noch so viel mehr für mich, als ich sagen kann. Danke, Vater, für alles, was du für mich geplant hast, noch bevor du mich im Mutterleib geformt hast. Danke, dass ich dieses Buch schreiben durfte. Es ist DIR gewidmet – es geht nur um DICH!
Vorwort
Die vier Gesichter des Vaters ist ein Buch voller Wahrheit und Offenbarung. Es hat das Potenzial, alle deine Lebensbereiche zu verändern. Die Manifestation des göttlichen Charakters in Form der Gesichter eines Löwen, Stiers bzw. Ochsen, Menschen und Adlers wird dir dabei helfen, die Fülle des Lebens zu erfahren, die Jesus dir schenken möchte und um derentwillen er auf diese Erde kam. Wenn du ihn vor Augen hast und seine Autorität über den Feind erkennst, ebenso wie sein Dienerherz in Bezug auf den Willen des Vaters, seine vollkommene Menschlichkeit und Barmherzigkeit für alle Menschen sowie seine Auferstehungsherrlichkeit, dann wirst du wie der Adler über die Dunkelheit aufsteigen, wie ein Löwe gegen den Feind brüllen, wie ein Ochse dienen und mit anderen in einer wunderbaren, verständnisvollen Freundschaft verbunden sein.
Ich lernte Rebecca vor vielen Jahren bei einer Frauenkonferenz kennen, wo sie den Lobpreis leitete. Sie ist eine Frau nach dem Herzen Gottes und möchte stets MEHR VON IHM erleben. Sie schöpft daraus, tief in Gottes Wort verwurzelt zu sein, aus ihrem Leben als Ehefrau, Mutter und Geschäftsfrau (gemeinsam mit ihrem Ehemann) sowie ihrer Erfahrung in der Seelsorge und der Zurüstung anderer. Sie vermittelt nicht nur erstaunliche biblische Wahrheiten, sondern leitet uns auch praktisch an, in diese Wahrheiten hineinzukommen.
Du kannst deinen Platz im himmlischen Thronraum einnehmen und die Realitäten dort auf jeden deiner Lebensbereiche anwenden. Trinke tief aus dem himmlischen Fluss, und du wirst am Leben Christi teilhaben und in sein Bild verwandelt werden. Dein Leben wird in jeder Hinsicht lebendig werden, und dein Herz wird vor Freude singen! Und darüber hinaus wird der Fluss durch dich strömen und viele Menschen anrühren.
Indem du dich immer mehr mit der himmlischen Herrlichkeit Christi verbindest, wirst du anfangen zu LEUCHTEN; und die Herrlichkeit des Herrn wird sich über dir ERHEBEN!
Kay Chance, ARISE!
Einführung
Wie sieht Gott der Vater aus? Wie hat Jesus, während er auf der Erde lebte, die Fülle des Vaters offenbart? Wie können wir heute das Wesen des Vaters in größerer Fülle erleben? Wie können wir immer mehr wie er werden?
Ich glaube, dass es ein Geheimnis Gottes gibt, welches durch die vier lebendigen Wesen vor dem Thron Gottes offenbart wird, die sowohl im Alten als auch Neuen Testament beschrieben werden. Die vier Gesichter dieser Wesen zeigen:
1. den Löwen
2. den Stier bzw. Ochsen
3. den Menschen
4. den Adler
Die vier Gesichter Gottes, die auch in Jesus Christus, dem Gott-Menschen, zum Ausdruck kommen und in den vier Evangelien aufgezeigt werden, faszinieren mich seit einiger Zeit und haben mich neugierig gemacht. Ich erinnere mich an die späten 1970er-Jahre, als ich in einer Bibelschule in Kansas City war, dass wir kurz durchgenommen haben, inwiefern die vier Evangelien mit den vier „lebendigen Wesen“ in Bezug stehen. Diese scheinbar geheimnisvollen Wesen werden sowohl in der Vision von Johannes im Buch der Offenbarung als auch in Hesekiels Vision vom Thron Gottes detailliert beschrieben. Damals war ich innerlich noch nicht bereit, eine vollständigere Offenbarung darüber zu empfangen, was diese vier lebenden Wesen repräsentieren oder bedeuten könnten, ganz abgesehen von der Möglichkeit, dass sie reale Wesen sein könnten, die dazu geschaffen wurden, vor dem Thron Gottes anzubeten. In dieser Zeit wurde mir jedoch bewusst, dass in den vier Evangelien verschiedene Aspekte der Persönlichkeit Christi aufgezeigt werden, die darauf hindeuten, dass sich Gottes Ebenbild in dem Menschen Jesus Christus auf vierfache Weise offenbart.
Vor einigen Jahren führte mich Gott auf eine geistliche Reise durch sein Wort, die Bibel, um mir die Beschreibungen des Thronraumes Gottes aufzuzeigen – wo Gott der Höchste sitzt und über die ganze Schöpfung, sowohl die irdische als auch die himmlische, regiert. Als ich anfing, meine gottgegebene Vorstellungskraft zu gebrauchen, um mir bildlich vorzustellen, was die Bibel durch die verschiedenen Beschreibungen von Gottes Thron vermittelt, stieß ich dann wieder auf die vier lebendigen Wesen in Hesekiel und der Offenbarung. Gott ließ mich Wahrheiten über diese vier „Gesichter“ erkennen, die mir eine vollständigere Offenbarung von Jesus Christus als genauem Abbild von Gott dem Vater (wie in Kolosser 1,15 beschrieben) gaben.
Eine weitere Erkenntnis, die für mich sehr real wurde, ist die Verwandlung des wiedergeborenen Gläubigen in das Bild Jesus Christi. Diese Verwandlung in das Bild Christi bedeutet, dass wir „von Herrlichkeit zu Herrlichkeit“ in sein Ebenbild umgestaltet werden, wenn wir die Herrlichkeit des Herrn anschauen:
Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht den Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht (2 Kor 3,18).
Einen anderen, vielleicht nicht so leicht erkennbaren Bezug zu diesem vierfachen Wesen Jesu Christi, finden wir im Kolosserbrief:
… da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat (Kol 3,9b-10).
Paulus hatte bereits weiter vorne in diesem Brief folgende Aussage gemacht:
Er (Christus) ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung (Kol 1,15).
Wer sind diese „lebendigen Wesen“?
Als ich über die Vision in Offenbarung 4 und 5 nachdachte, ging mir auf, dass diese Wesen Tag und Nacht vor dem Thron Gottes anbeten. Sie betrachten beständig seine Schönheit und Majestät, seinen Charakter und sein Wesen, und sie fallen immer wieder vor ihm nieder und rufen aus: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott, der Allmächtige.“ Ich erkannte, dass diese Kreaturen (geschaffene Wesen) so geworden sind, wie das, was sie anschauen, und dass sie gemeinsam ihren Schöpfers mit seinen verschiedenen Aspekten vollständig widerspiegeln.
Während dieser Zeit zunehmender Offenbarung, führte mich der Herr zu verschiedenen Lehren über diese Wesen und wie wir diese Lehren in unserem täglichen Leben als Gläubige, die in der Erkenntnis des Herrn Jesus Christus zunehmen und „in allen Stücken zu ihm hin wachsen“ (Eph 4,15), anwenden können.
Dieses Buch hat zum Ziel,
• den Herrn Jesus Christus zu beschreiben, wie er in den vier Evangelien im Zusammenhang mit den (Gesichtern der) vier lebendigen Wesen offenbart wird (Löwe, Stier bzw. Ochse, Mensch und Adler).
• praktisches Wissen darüber zu vermitteln, auf welche Weise diese vier „Gesichter“ Gott, unseren Vater, in seiner Fülle widerspiegeln.
• aufzuzeigen, wie wir in diese Wahrheiten hineinkommen und sie auf unser Leben anwenden können, damit wir als neugeborene Söhne und Töchter Gottes zur Reife gelangen können.
Mein Gebet, zusammen mit dem Apostel Paulus, ist …
… dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist … (Eph 1,17-18).
Unsere Hoffnung ist, dass sich Gottes Herrlichkeit in jedem Teil unseres Seins manifestiert: „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit“ (Kol 1,27).
Bevor wir in diese wundervollen Offenbarungen über die vier Gesichter Gottes eintauchen, möchte ich mit dir und für dich beten:
Unser himmlischer Vater, wir danken dir für dein Wort und dafür, dass du dich durch dein Wort ständig neu offenbarst. Danke, dass wir mehr Offenbarung über dich und deinen Charakter bekommen können. Wir werden alles wertschätzen, was wir erhalten, wenn wir all die Wahrheiten erforschen und entdecken, die du uns durch die vier Gesichter zeigst, die deinen Charakter widerspiegeln.
Und, lieber Vater, wir bitten dich darum, uns von Herrlichkeit zu Herrlichkeit zu verwandeln, während wir in dein vierfaches Antlitz des Löwen, Stiers, Menschen und Adlers schauen. Amen.
Kapitel 1: Die vier lebendigen Wesen
Die Beschreibungen der vier lebendigen Wesen in Gottes Wort sind sehr detailliert, was uns dabei hilft, sie uns besser bildlich vorstellen zu können (durch die göttliche Vorstellungskraft in uns, welche in unseren Gedanken Bilder formt über das, worüber wir nachdenken).
Schauen wir uns nun die Bibelabschnitte an, in denen die „vier lebendigen Wesen“ vor dem Thron Gottes im Wort Gottes beschrieben werden. Zuerst finden wir – unter dem Alten Bund – beim Propheten Hesekiel Folgendes:
Und ich sah: Und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine große Wolke und ein Feuer, das hin- und her zuckte, und Glanz war rings um sie her. Und aus seiner Mitte, aus der Mitte des Feuers, [strahlte es] wie der Anblick von glänzendem Metall. Und aus seiner Mitte hervor [erschien] die Gestalt von vier lebendigen Wesen; und dies war ihr Aussehen: die Gestalt eines Menschen hatten sie. Und vier Gesichter hatte jedes, und vier Flügel hatte jedes von ihnen. Und ihre Beine waren gerade Beine und ihre Fußsohlen wie die Fußsohle eines Kalbes; und sie funkelten wie der Anblick von blanker Bronze. Und Menschenhände waren unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten; und die vier hatten ihre Gesichter und ihre Flügel.
Ihre Flügel berührten sich, einer mit dem anderen; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen: sie gingen, ein jedes gerade vor sich hin. Und [das war] die Gestalt ihrer Gesichter: Das Gesicht eines Menschen und das Gesicht eines Löwen hatten die vier rechts, und das Gesicht eines Stieres hatten die vier links, und das Gesicht eines Adlers hatten die vier. Und ihre Flügel waren [nach] oben ausgespannt; jedes hatte zwei, die sich einer [mit dem anderen] berührten, und zwei, die ihre Leiber bedeckten. Und sie gingen ein jeder gerade vor sich hin; wohin der Geist gehen wollte, dahin gingen sie; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen.
Und mitten zwischen den lebendigen Wesen war ein Schein wie von brennenden Feuerkohlen; wie ein Schein von Fackeln war das, was zwischen den lebenden Wesen hin und herfuhr; und das Feuer hatte einen Glanz, und aus dem Feuer fuhren Blitze hervor. Und die lebendigen Wesen liefen hin und her, so dass es aussah wie Blitze.
Und als ich die lebendigen Wesen sah, siehe, da war ein Rad auf der Erde neben den lebenden Wesen, bei ihren vier Vorderseiten. Das Aussehen der Räder und ihre Verarbeitung war wie der Anblick von einem Türkis, und die vier hatten ein und dieselbe Gestalt; und ihr Aussehen und ihre Verarbeitung war, wie wenn ein Rad mitten im [anderen] Rad wäre. Wenn sie gingen, dann gingen sie nach ihren vier Seiten hin; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. Und ihre Felgen, sie waren hoch, und als ich sie anblickte, [sah ich,] dass ihre Felgen voller Augen waren rings herum bei den vieren.
Und wenn die lebendigen Wesen gingen, gingen [auch] die Räder neben ihnen her; und wenn die lebendigen Wesen sich von der Erde erhoben, erhoben sich [auch] die Räder. Wohin der Geist gehen wollte, gingen sie, dahin, wohin der Geist gehen [wollte]. Und die Räder erhoben sich gleichzeitig mit ihnen, denn der Geist des lebendigen Wesens war in den Rädern. Wenn [jene] gingen, gingen [auch diese], und wenn [jene] stehen blieben, dann blieben [auch diese] stehen; und wenn sich [jene] von der Erde erhoben, [dann] erhoben sich die Räder gleichzeitig mit ihnen. Denn der Geist des lebendigen Wesens war in den Rädern (Hes 1,4-21).
In Kapitel 10 lesen wir über diese Wesen außerdem, dass sie „Cherubim“ genannt werden und scheinbar die Funktion haben, sich unter dem Fundament der Herrlichkeit des Herrn zu bewegen, in dem sie überall hingehen, wo der Thron Gottes, welcher auf dem „festen Gewölbe“ (vgl. Hes 10,1) sitzt, hingeht. Sie bewegen sich in völliger Harmonie und Einheit mit den Bewegungen der Herrlichkeit Gottes.
In der Offenbarung Jesu Christi, die vom Apostel Johannes verfasst wurde, finden wir etwas Ähnliches beschrieben, jedoch aus einer anderen Perspektive. In den Kapiteln 4 und 5 berichtet Johannes, was er sah, als er „nach oben“ in den Thronraum Gottes gerufen wurde.
Johannes beschreibt als Erstes den Thron Gottes, wie er ihn erlebt, mit einer Vielfalt von Farben, Klängen und Gestalten um den Thron herum. Danach beginnt er damit, die vier lebenden Wesen zu beschreiben:
Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall; und inmitten des Thrones und rings um den Thron vier lebendige Wesen, voller Augen vorn und hinten. Und das erste lebendige Wesen war gleich einem Löwen und das zweite lebendige Wesen gleich einem jungen Stier, und das dritte lebendige Wesen hatte das Angesicht wie das eines Menschen, und das vierte lebendige Wesen war gleich einem fliegenden Adler. Und die vier lebendigen Wesen hatten, eines wie das andere, je sechs Flügel und sind ringsum und inwendig voller Augen, und sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der war und der ist und der kommt! Und wenn die lebendigen Wesen Herrlichkeit und Ehre und Danksagung geben werden dem, der auf dem Thron sitzt, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, so werden die vierundzwanzig Ältesten niederfallen vor dem, der auf dem Thron sitzt, und den anbeten, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, und werden ihre Siegeskränze niederwerfen vor dem Thron und sagen: Du bist würdig, unser Herr und Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu nehmen, denn du hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden (Offb 4,6-11).
Auch wenn die Beschreibungen in Hesekiels und Johannes‘ Visionen etwas voneinander abweichen, sind die vier Gesichter die gleichen, genauso wie ihre Funktion, den Herrn anzuschauen und anzubeten. Diese zwei Stellen zeigen, dass die lebendigen Wesen ein integraler Bestandteil des Thrones Gottes sind, und dass sie mit ihren vier Gesichtern eine zentrale Rolle in der Offenbarung der Herrlichkeit des Thrones Gottes spielen.
Die vier Gesichter, wie sie im Lager der Israeliten in der Wüste aufgezeigt werden
Betrachtet man das Lager, welches die Israeliten in der Wüste um die Stiftshütte Gottes aufbauten, sieht man erneut die vier Gesichter der lebendigen Wesen:
1. Die vier Banner mit den Bildern des Löwen, Stiers, Menschen und Adlers:1

In den folgenden Darstellungen können wir erkennen, wie die Banner aussahen und wie sie um die Stiftshütte herum platziert waren, als Israel sich in der Wüste befand.
2. Die Anordnung der führenden Stämme der Israeliten (mit jeweiliger Anzahl gezählter Stammesmitglieder) um die Stiftshütte, mit den jeweiligen Bannersymbolen:

Es ist erstaunlich, dass selbst bei der Errichtung der Stiftshütte (welche die Gegenwart Gottes in seinem Volk darstellt) auf der Wüstenreise der Israeliten die vier Gesichter einen so herausragenden, unverwechselbaren Platz haben. Denn Mose wurde vom Herrn genau gesagt, wie die Stiftshütte zu bauen sei und wie die Stämme sich darum herum lagern sollten. Genaue Details dazu finden sich im 4. Buch Mose.
Nicht nur der Aufbau der Stiftshütte, sondern auch die Anfertigung der verschiedenen Stoffe für das Heiligtum, das Allerheiligste und die priesterliche Bekleidung spiegeln die Aspekte der vier Gesichter wider. Dazu wurden die Farben Purpur (königlicher Löwe), Rot (Farbe des Opferblutes für den Ochsen als Diener und Opfer), Weiß (für das feine Leinen als Ausdruck für den reinen, gereinigten Menschen) und Blau (himmlische Farbe für den Adler am Himmel) verwendet, wobei in alle diese vier Farben noch Gold (göttliche Natur) mit eingewebt war.
Der innere Vorhang des Heiligtums wurde zum Beispiel aus diesen vier Farben gemacht, und es waren sogar Cherubim darauf gestickt (welche die vier lebenden Wesen darstellen sollen – wie gesagt, nennt sie Hesekiel in Kapitel 10 „Cherubim“).
Nun bekommen wir eine Vorstellung davon, wie sehr die Einzelheiten von Gottes Umgang mit seinem Volk das widerspiegeln, was in seinem Thronsaal im himmlischen Bereich vor sich geht. In den folgenden Kapiteln werden wir auch sehen, dass diese vier Bilder des Löwen, Ochsen, Menschen und Adlers ein prophetisches Bild des Messias Jesus Christus sind. Er ist das vollkommene Bild des Vaters.
Wie im Brief an die Hebräer (Heb 8,5) ausgeführt wird, sind „diese Dinge nur ein Schatten und ein Vorzeichen der Dinge, die da kommen“. Sie zeigen auf, dass Jesus Christus wirklich das Wesen des Vaters offenbarte, als er kam, um unter den Menschen zu leben. Der Hebräerbrief sagt uns auch, dass die wahre Stiftshütte im Himmel ist, und dass die irdische Stiftshütte, welche durch Mose erbaut wurde, das widerspiegelte, was Gott ihm auf dem Berg Sinai gezeigt hatte. Wie im Himmel, so auf Erden.
Die „PANIYM“ (Gesichter) GOTTES
In Abrahams Leben findet ein sehr interessantes Ereignis statt, das uns einen Hinweis im Hinblick auf die vier Gesichter Gottes gibt. In 1. Mose 17, kommt der Herr (Jahwe) zu Abram und erinnert ihn an den Bund, den er mit ihm in Kapitel 15 geschlossen hatte. Gott sagt hier etwas Interessantes, was die heutigen Bibelübersetzungen meist so wiedergeben:
Ich bin Gott, der Allmächtige. Lebe vor meinem Angesicht, und sei untadelig (1 Mose 17,1).
Ich war wegen dieser Stelle immer ein bisschen beunruhigt, insbesondere was mein eigenes Leben anging. Wie kann ich „untadelig“ sein, ohne in meiner eigenen Kraft zu handeln? In der englischen Sprache (meiner Muttersprache) lautet die Übersetzung sogar: „be perfect“ (sei vollkommen). Es schien für mich unerreichbar zu sein, in die Fußstapfen des Glaubens von Abraham zu treten. Eine genaue Übersetzung (aus dem Hebräischen) dieses Textes ist jedoch:
Gehe hin und her, auf und ab, zwischen meinen Gesichtern (hebr.: Paniym) und sei ohne Makel, vollkommen und rein.
Diese wunderschöne Wahrheit des hebräischen Textes macht die Absichten und Pläne des allmächtigen Gottes für Abram und seine Nachkommen ganz deutlich. Abram (dessen Name in diesem Abschnitt in Abraham geändert wird, um die Fruchtbarkeit darzustellen, welche Gott ihm gab) war hier von Gott aufgefordert worden, ganz eng (intim) „in seinen Gesichtern“ (in den verschiedenen Aspekten von Gottes Charakter) zu wandeln. Dies würde eine Verwandlung in ihm bewirken – durch seine innige Gemeinschaft mit Gott würde die Reinheit Gottes auf ihn übergehen.
Das mag unbedeutend scheinen, aber als ich nach der tieferen, praktischen Bedeutung der vier Gesichter Gottes suchte, wurde mir durch diesen einen Vers ziemlich viel klar. Sogar schon in dieser kleinen Stelle im 1. Buch Mose sehen wir einen Hinweis auf die vier Gesichter Gottes, welche später in Hesekiel und der Offenbarung detailliert beschrieben werden.
Die vier Gesichter werden ebenfalls sowohl in den Bannern der vier leitenden Stämme in ihren Lagern um die Stiftshütte herum als auch im Aufbau der Stiftshütte in der Wüste und dem späteren Tempelgebäude in Jerusalem dargestellt.
Die ganze Betonung dieser Gesichter Gottes liegt darauf, dass wir den allmächtigen Gott in der Anbetung anschauen und dass wir, wenn wir seine Schönheit betrachten, in sein Bild verwandelt werden (Löwe, Stier, Mensch und Adler).
ER verwandelt uns, wenn wir ihn anschauen.
Die vier Evangelien Jesu Christi
Wie wir in der Einführung dieses Buches gelesen haben, stellt Jesus in seiner Person „das ganze Bild des unsichtbaren Gottes“ dar (Kol. 1,15). In Johannes 1 lesen wir „das Wort war im Anfang bei Gott, und das Wort war Gott.“ Weiterhin sagt Jesus in Johannes 14,9 zu Philippus:
„Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“
In den vier Evangelien werden die vier Gesichter der lebendigen Wesen in Bezug auf Jesus als dem exakten Repräsentanten von Gott-Vater relevant. Auch wenn wir diese vier Aspekte noch im Einzelnen betrachten werden, gebe ich hier eine vorläufige Zusammenfassung:
• Im Evangelium von Matthäus wird Jesus als der Löwe des Stammes Juda, der König Israels, dargestellt.
• Im Evangelium von Markus wird Jesus als der wahre und treue Diener dargestellt, als der Stier bzw. Ochse, welcher ein Leben in Hingabe an Gott lebt.
• Im Evangelium von Lukas wird Jesus als der vollkommene Mensch („der Menschensohn“) dargestellt, der den Willen Gottes durch die Salbung und Leitung des Heiligen Geistes Gottes perfekt auslebt.
• Im Evangelium von Johannes wird Jesus als der Adler dargestellt, der himmlische Sohn Gottes, welcher Gott war, bevor die Zeit begann.
In den folgenden Kapiteln werden wir Folgendes lernen und anwenden:
• Wie Jesus uns das Wesen seines himmlischen Vaters durch jedes dieser vier Gesichter vorlebte.
• Wie Gott diese vier Gesichter in uns entfalten möchte, um uns als seine Söhne und Töchter in die Reife zu führen.
Es hat schon viele Untersuchungen gegeben, in denen die Evangelien miteinander verglichen wurden, um Ähnlichkeiten, Unterschiede und scheinbare Widersprüche zu finden. Wenn wir die vier Gesichter Gottes in Jesus Christus näher betrachten, finden wir ein reiches, abgerundetes Bild darüber, wer Gott ist und wie sein Charakter in seiner Fülle aussieht.
Die Tatsache, dass in den vier Evangelien unterschiedliche Akzente gesetzt werden, um diese spezifischen Gesichter Gottes zu zeigen, hilft uns auch zu verstehen, warum die verschiedenen Schreiber der Evangelien durch den Heiligen Geist inspiriert wurden, bestimmte Details wiederzugeben und andere wegzulassen, welche nicht für das spezifische „Gesicht“ Gottes relevant sind.
Im Anhang sind die verschiedenen Quellen angegeben, die neben der Bibel für mich hilfreich waren, um Informationen zu diesem Thema zusammenzutragen. Am Ende jedes Kapitels finden sich praktische Aktivierungen, um dir zu ermöglichen, diese Wahrheiten umzusetzen.
1 Bildquelle: http://jlfreeman-1.blogspot.com/2014/10/four-faces-of-gospel.html
Kapitel 2: Der Löwe – König Jesus (wie im Evangelium von Matthäus dargestellt)
In diesem Evangelium wird Jesu königliche Eigenschaft betont: Er ist der „Löwe des Stammes Juda“. Genauso, wie der Löwe der König des Dschungels ist – voller Macht und Autorität –, ist Jesus der mächtige König, dem alle Autorität vom Vater verliehen wurde, um in Gerechtigkeit zu regieren.
Die Genealogie Jesu in Matthäus deutet darauf hin, dass er von königlicher Natur ist: „Das Buch des Geschlechts (der Stammbaum) von Jesus Christus, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams“ (Mt 1,1). Timothy Pain (der das Buch von John Bickersteth verfasst hat) drückt es wie folgt aus: „Matthäus etabliert die königliche Legitimation Jesu, indem er eine Genealogie an den Anfang des Evangeliums stellt. Er verfolgt die Abstammung Jesu von Abraham über David und die Linie der israelischen Könige bis hin zu Joseph, dem offiziellen irdischen Vater Jesu.“
Einige interessante Details über das Evangelium von Matthäus, die das königliche Wesen Jesu aufzeigen:
• Die Geburt Jesu wird sehr ausführlich beschrieben, mit vielen „königlichen“ Details.
• Der Besuch der Könige aus dem Osten, welche kamen, um den „neugeborenen König“ anzubeten, zeugt von königlicher Hoheit. Diese Details sind nur im Matthäusevangelium aufgeschrieben.
• Die Wunder in Matthäus zeigen hauptsächlich seine Autorität über die teuflischen Mächte (z. B. Austreibung von und Autorität über Dämonen) und auch über die Schöpfung.
• In den Gleichnissen in Matthäus geht es hauptsächlich um das „Königreich Gottes“ und das „Königreich des Himmels“.
• Der Ausdruck „Sohn Davids“ kommt in diesem Evangelium häufig vor und weist auf seine königliche Abstammung hin.
• In Matthäus 21,5 finden wir ein Zitat aus dem Propheten Sacharja: „Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und auf einer Eselin reitend, und zwar auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers“ (Sach 9,9).
Wie man überall im Evangelium von Matthäus sehen kann, wird dort das königliche Gesicht Gottes betont und steht im Fokus der Berichte, bis hin zu den letzten Worten Jesu:
„Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden …“
„Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren …“ (Mt 28,18-20).
Der König erteilt seinen Untertanen in seinem Namen ihren Auftrag.
Der Löwe hat Fähigkeiten, welche das Wesen Gottes, das in Jesus Christus gezeigt wird, widerspiegeln. Er ist der König der Tiere, der Furcht, Ehrfurcht und Respekt gebietet. Der Löwe wird oft auf königlichen oder fürstlichen Emblemen, Schildern oder Flaggen dargestellt. Der Löwe steht für Leiterschaft, Herrschaft, Autorität und Macht, um diese Autorität auszuüben. Ein eingehendes Studium der Charakteristiken eines Löwen kann vom Leser selbst fortgeführt werden.
Noch eine interessante Anmerkung: Die Flagge von Juda, auf welcher der königliche Löwe dargestellt war, wurde in Richtung Osten des Aufbaus der Stiftshütte in der Wüste positioniert. Das könnte sich auf die Nähe zum Thron Gottes als dem König beziehen. In Hesekiel 47 sehen wir die Beschreibung des Wassers des Lebens, welches vom Thron her an der Schwelle des Tempels entspringt und nach Osten fließt.
Wie ist unser König Jesus?
Ein König der Liebe und Gerechtigkeit
Liebe und Gerechtigkeit sind ein unzertrennliches Paar, wenn sie als König regieren. Tatsächlich zeigt sich wahre Liebe darin, dass wir gerechte Entscheidungen bezüglich derjenigen treffen, die unter unserer Autorität stehen. Jesus bewies seine gerechte Liebe durch seinen Tod am Kreuz, wodurch er Autorität über Sünde, Hölle und das Grab ausübte – für uns.
In Offenbarung 19 lesen wir, dass er kommen wird, um zu herrschen und zur Zeit des Gerichts auf der Erde gerecht zu richten:
Und er trägt auf seinem Gewand und an seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren (Offb 19,16).
1. Korinther 13 ist sehr bekannt für die detaillierte Beschreibung von göttlicher Liebe. Als ich dieses Kapitel eines Tages las, wurde mir klar, dass hier vor allem Gottes Liebe zu uns beschrieben wird. Johannes, der am engsten mit Jesus gelebt hat, als er auf der Erde war, beschreibt Gott in seinen Briefen so:
Geliebte, lasst uns einander lieben, denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe (1 Joh 4,7-8).
Jesus war immer von der Liebe motiviert – der Liebe zu seinem himmlischen Vater und der Liebe für die ganze Menschheit. Diese Eigenschaft des Vaters ist das, worüber Johannes in seinen Briefen schrieb – er definierte Gott als „Liebe“. Liebe ist nicht nur etwas, mit dem er sich selbst bezeichnet – Liebe ist, wer er ist. Und genau diese Eigenschaft der göttlichen Liebe ist es, die alles durchdrang, was Jesus dachte, sagte und tat, während er auf dieser Erde wandelte. Er spiegelte das Ebenbild seines Vaters im Himmel vollständig wider.
Ein König voller Autorität und Macht (Matthäus 28)
Macht und Autorität sind ebenfalls ein unzertrennliches Paar. Macht alleine ist illegal, wenn sie nicht mit der Autorität gepaart ist, diese Macht zu gebrauchen. Wir lesen in Philipper 2,10-11, dass Jesus der „Name verliehen ist, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“
In Matthäus 28,18 lauten die letzten Worte Jesu an seine Nachfolger wie folgt:
Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.
Danach gab er seinen Jüngern nicht nur die Macht, sondern auch die Autorität, um in alle Welt zu gehen und das Werk seines Königreiches auszuführen (vgl. die Verse 19-20).
Die Reinheit der Macht Jesu liegt in der ihm vom Thron des Vaters verliehenen vollständigen Autorität. Als der siegreiche Gott-Mensch wächst sein Königreich immer weiter, und er wirkt hier auf der Erde durch seinen Leib der Gläubigen, um den Willen des Vaters in allen Dingen zu erfüllen.
Ein König der Schönheit und Majestät (Psalm 45)
Jesus Christus ist das vollkommene Abbild des Vaters, voller Schönheit. Sein ganzes Sein, seine ganze Person ist voller Schönheit, sein ganzer Charakter ist in jeder Hinsicht schön.
Jesus Christus ist das vollkommene Abbild des Vaters in seiner Majestät. Sein Einfluss wird durch das, was er denkt, sagt und tut, auf alle Dinge ausgeübt. Paulus beschreibt die Majestät Jesu im Kolosserbrief wie folgt:
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm (Kol 1,15-17 LUT).
Beim Lesen einiger Psalmen Davids wurde mir bewusst, wie oft David Gott in seiner Schönheit und Majestät beschreibt. Offensichtlich hatte er in den Zeiten der Anbetung vor dem Herrn Begegnungen mit dem allmächtigen Gott und konnte beschreiben, was er sah. Wir sehen dies in verschiedenen Psalmen, wie z. B. im gesamten Psalm 24. Hier noch einige weitere Zitate aus den Psalmen:
Eins habe ich vom HERRN erbeten,
danach trachte ich:
zu wohnen im Haus des HERRN
alle Tage meines Lebens,
um anzuschauen die Freundlichkeit des HERRN
und nachzudenken in seinem Tempel
(Ps 27,4; wurde geschrieben, bevor der irdische Tempel erbaut wurde).
Gebt dem HERRN die Herrlichkeit seines Namens;
betet an den HERRN in heiliger Pracht! (Ps 29,2).
Majestät und Pracht sind vor seinem Angesicht,
Stärke und Herrlichkeit in seinem Heiligtum (Ps 96,6).
Betet an den HERRN in heiliger Pracht!
Erzittere vor ihm, ganze Erde! (Ps 96,9).
In seinen ausgiebigen Zeiten der Stille und Anbetung vor Gott wurde David in die himmlischen Dimension hineingenommen, wo er Gott in seiner Schönheit und Majestät sah. Diese Zeiten mit Gott haben in David den Wunsch geweckt, immer mehr von Gottes Gegenwart zu erleben.
In jenen Tagen gab es keinen „Tempel“ oder ein anderes „Heiligtum“, wo David hätte hingehen können. Er spricht in diesen Psalmen von himmlischen Orten die er während seiner Anbetung und seines Gebets besucht hat.
Aktivierung
Hier eine praktische Übung, um zu lernen, unsere Augen auf Jesus zu richten: Wir schließen unsere Augen und denken über alle königlichen Eigenschaften Jesu nach und beten ihn darüber an.
Ich mache es normalerweise so, dass ich meine Augen schließe und meine Gedanken (Vorstellungskraft) auf eine offene Tür in den Thronsaal Gottes richte. Ich tue das in dem Bewusstsein, dass Jesus die Tür zur Gegenwart des Vaters ist. In meinen Gedanken gehe ich dann auf den Thron Gottes zu, wo Jesus zur Rechten Gottes des Vaters sitzt. Ich nähere mich dem Thron in dem Wissen, dass dies nur durch die Gerechtigkeit möglich ist, die Jesus mir durch sein Blut am Kreuz, an dem er gestorben ist, erworben hat.
Ich richte meine inneren Augen auf die linke Seite von Gottes Thron und beginne damit, Jesus, den Gott-Menschen, anzubeten, welcher der König meines Lebens und auch König der Erde ist. Während ich ihn anbete, denke ich über alles nach, was sein Wort mir über sein Königtum sagt, und ich verwende Abschnitte wie Offenbarung 1,10-18, wo Johannes den verherrlichten Jesus in all seiner Majestät und Größe beschreibt.
Wenn du auf diese Weise einige Zeit in der Anbetung verbracht hast, kannst du wieder „herauskommen“ und deine Gedanken, Impulse oder Erfahrungen, die du dabei hattest, aufschreiben. Es ist auch wichtig, „kleine“ Eindrücke und Gefühle zu notieren, weil sie der Ausgangspunkt für weitere Offenbarungen und tiefere Intimität mit Gott-Vater und dem Herrn Jesus als König sein können.
Du kannst auch Fragen aufschreiben und den Heiligen Geist bitten, dir die Antworten zu zeigen. Er liebt es, sich mit uns im Gebet auszutauschen. Der Heilige Geist liebt es auch, Gott-Vater und Jesus, seinen Sohn, zu verherrlichen.
Anmerkung: Es ist wichtig, das Wort nicht nur verstandesmäßig zu studieren, sondern, basierend auf dem, was du aus seinem geschriebenen Wort gelernt hast, auch Erfahrungen mit Gott (Vater, Sohn und Heiliger Geist) zu machen.
Kapitel 3: Der Löwe – unser Königtum in Christus
Wie ich in der Einführung erwähnte, haben alle, die an den Herrn Jesus Christus glauben, eine viel höhere Berufung von Gott-Vater, als nur eben von ewiger Strafe gerettet zu sein, obwohl es natürlich wahr ist, dass Jesus sein Leben gab, um uns vom Reich der Finsternis in Gottes Königreich des Lichtes zurückzukaufen. Wir wurden zu einem Teil der Familie Gottes, und durch die Neugeburt haben wir ein neues Wesen erhalten, welches in unseren menschlichen Geist als Samen gepflanzt wurde. Diese DNA ist genau die DNA Gottes, und es ist das Ziel des Vaters, dass wir in allen Aspekten in das Wesen seines Sohnes Jesus hineinwachsen. Wachsen bedeutet, dass wir reif werden und durch das Leben von Christus in uns immer mehr die „ausgereiften“ Charaktereigenschaften unseres Vaters annehmen.
Jesus wird als „König der Könige“ und „Herr der Herren“ bezeichnet. Wer sind die „Könige“ und „Herren“, von denen hier die Rede ist? Es ist niemand anderes gemeint als wir, seine erlösten Gläubigen, denen ebenfalls der Titel „Könige und Priester unseres Gottes“ (vgl. Offb 1,6; 5,10) gegeben wurde. Auch der Apostel Petrus bestätigt, dass wir ein „königliches Priestertum“ sind (vgl. 1 Petr. 2,9). Diese Königlichkeit deutet auf unsere königliche Salbung in Christus hin, um in diesem Leben über Sünde, Krankheit und Umstände zu herrschen.
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