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Peter Kern
Krebs bekämpfen mit Vitamin B17
Vorbeugen und heilen mit
Nitrilen aus Aprikosenkernen

VAK Verlags GmbH
Kirchzarten bei Freiburg
Vorbemerkung des Verlags
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die heutige Situation – ein Überblick
Was ist Krebs?
2. Verschiedene Thesen und Theorien im Lauf der Geschichte
3. Die Trophoblastenthese
4. Wissenschaftlicher Nachweis über die Richtigkeit der Trophoblastenthese
5. Krebs ist eine Mangelerkrankung
Die Entwicklung von Vitamin B17
6. Auf der Suche nach dem fehlenden Faktor bei verschiedenen Völkern und Stämmen
7. Nitrile und Stoffwechsel
8. Ungefährlichkeit der Nitrile und der entstandenen Spaltprodukte
9. Einsatz in der Praxis
10. Ernährung und Vorbeugung
11. Anmerkungen, Schemata, Formeln
12. Praktische Hinweise zur Ernährung und Einnahme von Vitamin B17
13. Historische Anwendung von Vitamin B17 in der Krebstherapie
14. Ergebnisse einer Praxisstudie
15. Ganzheitliches Denken bei Diagnose und Therapie
Aktuelle Entwicklungen
Gerichtsurteil des OVG Hannover
Berichte aus britischen Medien
Anhang
Zusammenfassung der Trophoblastenthese
Weiterführende Literatur
Über den Autor
Einleitung
Der Auslöser für die Suche nach einer möglichst effektiven, nebenwirkungsfreien und natürlichen Krebstherapie war für mich die Hautkrebserkrankung eines Familienmitglieds. Nachdem die durchgeführte konventionelle Behandlung keinen Erfolg zeigte, wurde ich um Rat gebeten. Nach Sichtung der verschiedenen naturheilkundlichen Therapieansätze kam ich zu dem Schluss, dass die einzige naturheilkundliche Behandlung, die einen fundierten Ansatz hat, die Therapie mit Vitamin B17 (Amygdalin) ist.
Auf meinen Rat hin wurde also mit dem Verzehr amygdalinhaltiger Samenkerne begonnen. Nach wenigen Tagen begannen die erkrankten Stellen sich zu verändern und nach wenigen Wochen war vom Hautkrebs nichts mehr zu sehen. Bis heute ist, bei fortgesetztem Verzehr amygdalinhaltiger Lebensmittel, kein Rezidiv aufgetreten.
Daraufhin begann ich selbst mit dem Verzehr amygdalinhaltiger Samenkerne. Auf dem Rücken habe ich ein Muttermal mit etwa 2,5 cm Durchmesser. Drei Tage nach Beginn der Amygdalinzufuhr spürte ich im Muttermal ein Kribbeln, das einige Tage anhielt und dann plötzlich wieder aufhörte. Nachdem ich mit dem täglichen Verzehr der amygdalinhaltigen Lebensmittel begonnen hatte, stellte ich fest, dass ich wesentlich länger in der Sonne bleiben konnte als zuvor, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Inwieweit dies mit den geänderten Ernährungsgewohnheiten zusammenhängt, kann ich leider nicht sagen, mir ist jedoch der zeitliche Zusammenhang aufgefallen.
Pro Tag nehme ich etwa 10 bis 11 Gramm amygdalinhaltiger Samenkerne, nebst anderen amygdalin- und anthozyan-haltigen Lebensmitteln, zu mir. Je nach Amygdalingehalt der Kerne entspricht dies einer Menge von 440 bis 900 mg in einer Einzeldosis pro Tag. Ich konnte bis heute keinerlei negative Auswirkungen feststellen.
Kaum ein anderes Mittel zur biologischen Krebstherapie hat so viele Kontroversen und sogar erbitterten Streit verursacht wie der Stoff, der unter den verschiedenen Bezeichnungen wie Laetrile, Vitamin B17 oder Amygdalin, bekannt geworden ist.
Die Auseinandersetzung erreichte ihren Höhepunkt in den 1960-er und 1970-er Jahren in den USA. (Mehr zu den damaligen Ereignissen findet sich in dem Buch des Journalisten Edward Griffin: Eine Welt ohne Krebs, Kopp Verlag 2005.) Amygdalin wurde infolge der von Griffin beschriebenen Geschehnisse nicht als Mittel zur Krebstherapie in den USA zugelassen. Mittlerweile haben sich die Wogen etwas geglättet, die ursprünglichen Fronten bestehen jedoch nach wie vor weiter.
In anderen Ländern wurde und wird Laevo-mandelonitril-beta-glucuronosid, so die genaue Bezeichnung, seit Jahrzehnten mit Erfolg eingesetzt und das, ohne ernsthafte Nebenwirkungen hervorzurufen. In Deutschland hat Prof. Dr. Hans Nieper mit Amygdalin gearbeitet, in Mexiko setzen die Drs. Contreras senior und junior in ihrer Klinik „Oasis of Hope“ seit Jahrzehnten Amygdalin ein. Sie haben mittlerweile weit über 100 000 Patienten behandelt und verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz.
Mittlerweile liegen englischsprachige wissenschaftliche Arbeiten neueren Datums vor, welche die Richtigkeit der von den Pionieren der Amygdalin-Therapie postulierten Thesen belegen beziehungsweise nahe legen.1
Leider wird in den Medien praktisch gar nicht über diese Arbeiten berichtet. Aus diesem Grund werde ich an geeigneter Stelle auf diese Arbeiten hinweisen und auch daraus zitieren. Den wissenschaftlich interessierten Leser bitte ich um Verständnis, dass ich aus Gründen der Allgemeinverständlichkeit und der Lesbarkeit auf einen wissenschaftlichen Apparat verzichte. Die wichtigste von mir verwendete Literatur führe ich am Ende in einem Literaturverzeichnis auf. Die Quellenangaben, die im Kontext wichtig sind, führe ich sofort an, sodass die Quellen nachprüfbar sind.
Im meiner Praxis werde ich täglich mehrmals um Stellungnahme und Auskunft zu Vitamin B17 gebeten – und muss dabei feststellen, dass ein erschreckender Mangel an verlässlichen Informationen vorherrscht. Unwissen und Halbwahrheiten kursieren im Internet, die Verwirrung ist groß. Deshalb habe ich mich entschlossen, diesen Leitfaden und Ratgeber zu schreiben. Ich hoffe, so mehr Licht in das „Halbdunkel“ bringen zu können, welches diesen Stoff leider noch immer umgibt.
Mir ist natürlich bewusst, dass dieses Buch nur ein Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Ansprüchen von Fachleuten einerseits und Laien andererseits sein kann. Obwohl die weitaus meisten Leser sicherlich mehr oder minder medizinische Laien und deshalb auf verständliche und möglichst vollständige Informationen angewiesen sind, habe ich mich trotzdem dazu entschlossen, die teilweise recht komplizierten Zusammenhänge zu erläutern. Um es jedoch verständlich zu halten, habe ich mich bemüht, die Sachverhalte so gerafft wie möglich darzustellen.
Ich wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse beim Lesen.
Riedlingen, im November 2008
Peter Kern, Heilpraktiker
1. Kapitel: Die heutige Situation – ein Überblick
Die Anzahl der Krebsneuerkrankungen steigt unablässig an, nicht nur in Deutschland und in der Europäischen Union. Auch in den USA und sogar weltweit lässt sich dieses Phänomen seit vielen Jahrzehnten beobachten. Um die Aussagen der amtlichen Statistiken bezüglich der Sterberate (Mortalität) bzw. der Rate der geheilten Patienten besser verstehen zu können, ist folgende Erläuterung wichtig:
Die Zahl der Patienten, die innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren nach der Diagnose Krebs verstorben sind, ergibt die Sterberate (Mortalität). Diese Rate nimmt über die Jahrzehnte leicht ab, wobei keine Aussage getroffen wird, wie viele Patienten zu einem späteren Zeitpunkt versterben. Das bedeutet: In der Onkologie wird ein Patient dann als geheilt erfasst, wenn er mindestens fünf Jahre lang ohne Rückfall überlebt. Diese Definition von „geheilt“ ist problematisch, weil viele der Rückfälle erst nach Ablauf dieser fünf Jahre erfolgen. Es fließen mithin viele Patienten in die Krebs-Erfolgsstatistik ein, die dann später doch daran versterben.
Innerhalb von zwei Jahren hat die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Europa von 2,9 Millionen im Jahr 2004 auf 3,2 Millionen im Jahr 2006 zugenommen. Das ist ein Anstieg von 300 000 neuen Krebspatienten innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums.
Die weltweite Situation stellt sich auch nicht besser dar, vor allem, wenn man sich die Prognosen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2003 betrachtet. Danach ist von folgendem Szenario auszugehen: Allein im Jahr 2000 erkrankten weltweit mehr als 10 Millionen Menschen neu an Krebs und 6,2 Millionen Menschen starben daran. Das heißt, rund 12 Prozent aller globalen Todesfälle werden durch Krebs verursacht. Im Durchschnitt sterben weltweit mehr Menschen an Krebs als durch HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria zusammen. Mittlerweile ist Krebs in den Industrienationen die zweithäufigste Todesursache und in den Entwicklungsländern inzwischen eine der drei häufigsten Todesursachen bei Erwachsenen.
Die WHO-Prognose für weltweite Krebsneuerkrankungen sagt für das Jahr 2020 schätzungsweise 15 Millionen Neuerkrankungen voraus, das bedeutet gegenüber der Zahl aus dem Jahr 2000 eine Steigerung um 50 Prozent. Bei all diesen Betrachtungen verschiedener Statistiken und Grafiken dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass hinter jeder Zahl ein Einzelschicksal steht. Diese Zahlen sollen lediglich einen Überblick verschaffen und verdeutlichen, dass Krebserkrankungen ein immer weiter zunehmendes Problem sein werden.
Die konventionellen Behandlungsmethoden (Operationen, Chemo-, Strahlen- und Hormontherapie) möchte ich hier nicht näher beleuchten. Hierzu finden Interessierte Informationen in reichlichem Maß in der Literatur und bei verschiedenen Institutionen.
Der Leitsatz der Alten Ärzte, wie Galenus von Pergamon und Paracelsus, war: Primum nil nocere – zuerst einmal nicht schaden. Dieser Anspruch ist nicht so leicht zu erfüllen, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf den jeweiligen Standpunkt des Therapeuten und soll deshalb hier kurz erläutert werden (denn eine Klärung der unterschiedlichen Standpunkte in puncto Krebstherapie ist für das Verständnis dieses Buches von entscheidender Bedeutung):
Die Naturheilkunde versteht unter Krebs etwas anderes als die Schulmedizin. Deshalb entstehen auch ständig Missverständnisse, da beide Seiten im Grunde aneinander vorbeireden. Aus Sicht der Naturheilkunde ist der Tumor (lateinisch: Schwellung), die Krebsgeschwulst, keine Erkrankung an sich, sondern „lediglich“ ein Symptom eines den gesamten Menschen umfassenden, systemischen Geschehens. Deshalb setzen die naturheilkundlichen Behandlungsmethoden auf einer ganz anderen Basis an, als dies vonseiten der Schulmedizin geschieht.
Die Schulmedizin dagegen sieht im Tumor an sich das Grundübel und versucht deshalb mit den verschiedensten Methoden diesen Tumor zu bekämpfen. Von diesem Blickwinkel aus betrachtet, ist das Vorgehen der Schulmedizin in sich durchaus schlüssig und nur vernünftig. Vereinfacht könnte man sagen: Das Motto „Tumor weg = geheilt“ erschließt das Verständnis für die teilweise radikale Vorgehensweise der Schulmedizin. Deshalb ist es genau genommen auch gar nicht möglich, die Therapiemethoden der jeweils anderen Seite fair und neutral zu beurteilen, da man sich auf keiner gemeinsamen Diskussionsgrundlage befindet.
Meine persönliche Meinung ist Folgende: Eine Therapiemethode, die sich über eine lange Zeit am Markt halten kann, muss einen gewissen dauerhaften Erfolg haben – sonst würde sie vom Markt verschwinden, wie dies auch bei den verschiedensten Produkten geschieht, die sich nicht am Markt durchsetzen können. Anstatt auch im therapeutischen Bereich eine gewisse Toleranz anderen Behandlungsmethoden gegenüber zu üben, werden vielmehr – wiederum von beiden Seiten – Untersuchungen, Studien und Statistiken ins Feld geführt, immer mit dem Ziel, die andere Seite auszuhebeln, die eigene Position zu zementieren und am Ende Recht zu behalten.
Dieser Weg der Konfrontation soll hier ganz bewusst nicht eingeschlagen werden. Einer meiner Brüder ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Sie dürfen mir glauben, auch wir haben Diskussionen geführt. Letztendlich geht es uns beiden aber um das Wohl der Patienten, wir haben gelernt, die jeweils anderen Wege, um dieses Wohl zu erreichen, zu akzeptieren und kamen so zu einem fruchtbaren Austausch von Ansichten und Erfahrungen.
Wie bereits am Anfang des Kapitels erwähnt, ist die persönliche Überzeugung des Einzelnen letztendlich der entscheidende Punkt. Wer der Meinung ist, dass die Bekämpfung des Tumors mit allen Mitteln der richtige Weg ist, und wer der Meinung ist, dass die erfolgreiche Entfernung des Tumors mit einer Heilung gleichzusetzen ist, der wird sich folgerichtig für den Behandlungsweg der Schulmedizin entscheiden.
Wer zur Erkenntnis gelangt, dass die Ansicht der Naturheilkunde die richtige ist, dass Krebs eine systemische Erkrankung ist und dass der Tumor ein Symptom dieser Erkrankung darstellt, der wird sich für die Behandlungsverfahren der Naturheilkunde entscheiden.
Wer die beiden Therapieansätze miteinander zu kombinieren versucht, muss oft einen etwas schwierigen Weg gehen, der aus meiner Sicht jedoch die Chancen der Patienten auf Heilung deutlich verbessern kann. Sicher ist der Aufwand sowohl in zeitlicher als auch in finanzieller Hinsicht höher, doch die Erfahrung zeigt, dass diese Kombination oft der Königsweg für den Patienten sein kann, besonders dann, wenn Arzt und Heilpraktiker sich gegenseitig informieren und Hand in Hand zum Wohl des Patienten arbeiten. Einen Beitrag für Ihre persönliche Entscheidungsfindung erhalten Sie in den folgenden Kapiteln. Ich hoffe, Sie können dann für sich ein fundiertes Fazit ziehen.
Meine persönliche Überzeugung, dass Krebs eine systemische Erkrankung ist, hängt sicher mit meinem Beruf zusammen. Auslöser für die Beschäftigung mit der Frage nach einer alternativen, biologischen Krebstherapie war, wie bereits erwähnt, eine Hautkrebserkrankung in der Familie. Trotz andauernder konventioneller Therapie kam es ständig zu Rezidiven. Ich fragte mich: Warum treten Rezidive bei Krebs früher oder später beinahe immer auf? Was ist der zugrunde liegende Mechanismus?
Diese Frage wird durch die Forschungsarbeiten von Pionieren wie Prof. Beard, die beiden Drs. Krebs senior und junior und zahlreichen andere schlüssig erklärt, in der Praxis verifiziert und über Jahrzehnte erfolgreich eingesetzt. Mittlerweile ist die Richtigkeit der grundlegenden Arbeiten von Prof. Beard auch durch neue wissenschaftliche Forschungen bestätigt und die Ergebnisse dieser Arbeiten wurden im renommierten internationalen wissenschaftlichen Fachmagazin Cancer, herausgegeben von der American Cancer Society, veröffentlicht.
Auf Basis dieser einleuchtenden Lehre über die Krebsentstehung und Behandlung habe ich nicht nur die Behandlung des Hautkrebses durchgeführt, sondern auch die noch immer andauernde Vorbeugung wird entsprechend gehandhabt – und bis heute kam es zu keinem Rückfall.
Wie so oft in den Praxen naturheilkundlich tätiger Therapeuten, seien es Ärzte oder Heilpraktiker, ist also die persönliche Betroffenheit Auslöser für die Beschäftigung mit einer bestimmten Materie. Meine ganz persönliche Meinung ist:
Die schulmedizinische Behandlung kann Leben retten, und deshalb wäre es töricht, diese Art der Behandlung generell abzulehnen. Unbestritten ist jedoch auch die breite Palette der Nebenwirkungen und Folgeprobleme. Die Abwägung, welche Art der Behandlung durchgeführt werden muss, hängt von zu vielen, individuell unterschiedlichen Faktoren ab, als dass im Rahmen eines Buches wie diesem eine Entscheidungsempfehlung ausgesprochen werden könnte.
Die wichtigste Hilfe für den Patienten ist meines Erachtens eine sachliche, nüchterne Aufklärung ohne Zeitdruck über die Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten, auch über die Chancen und Grenzen einer biologischen Behandlung mit Vitamin B17. Die freie Entscheidung, die der Patient aufgrund dieser Aufklärung dann letztendlich selbst treffen muss, ist dann eine gute Grundlage für die therapeutische Zusammenarbeit von Patient und Behandler. Hierzu möchte ich ein Zitat nennen, dessen Urheber mir leider unbekannt ist; die Aussage ist jedoch sehr treffend und gibt auch völlig meine eigene Meinung wieder:
„Ich persönlich gebe aus den vorgenannten Gründen einer Behandlung mit Vitamin B17 den Vorzug, solange die Erkrankung nicht zu weit fortgeschritten ist und es dringend einschneidender Maßnahmen bedarf, um die akute Situation zu beherrschen. Auf jeden Fall ist die parallele Behandlung begleitend zur konventionellen Medizin ohne Probleme möglich, sodass eigentlich eine optimale Behandlung der Patienten in jeder Phase möglich sein sollte.“
Ich möchte hier noch eine interessante Meldung einfügen, die etwas Licht auf die Frage wirft, wie sich die Patienten denn am liebsten entscheiden würden. Nach einer EMNID-Umfrage aus dem Jahr 1996 wünschen 91 Prozent der Bevölkerung sowohl Fortschritte in der konventionellen Medizin und gleichzeitig wünschen sich 89 Prozent eine Förderung alternativer Behandlungsmethoden. 84 Prozent der Deutschen sind an Naturheilverfahren interessiert, 61 Prozent sind der Meinung, dass die alternativen Heilverfahren die bessere Alternative zur Schulmedizin sein können.
Das Institut für Demoskopie in Allensbach kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Eine repräsentative Langzeitstudie, die seit 1970 läuft und zuletzt im April 2005 aktualisiert wurde, stellt fest, dass immer mehr Menschen zu Naturheilmitteln greifen: 1970 taten dies nur 52 Prozent der Bevölkerung, heute benutzen im Krankheitsfall 73 Prozent Naturheilmittel. Die Zuwendung zu Naturheilmitteln und Naturheilverfahren ist im Laufe des demoskopisch beobachteten Zeitraumes besonders bei jüngeren Menschen und bei Frauen gewachsen.
Was ist Krebs?
2. Kapitel: Verschiedene Thesen und Theorien im Lauf der Geschichte
Heiler und Ärzte versuchen seit Jahrhunderten, Krebs zu verstehen und zu behandeln. Sowohl die Theorien zur Krebsentstehung wie auch die angewandten Therapien haben sich im Lauf der Zeit gewandelt. Die meisten unter uns betrachten die Erkenntnisse und Therapiemethoden aus früheren Zeiten heute nur mit einem mitleidigen Lächeln, weil sie der Meinung sind, unsere Vorfahren seien ungebildete Leute gewesen, deren Erkenntnisse im Licht der heutigen „exakten“ Forschungen als kindisch und unwissenschaftlich zu bewerten sind.
Ob diese Art der Einschätzung so richtig ist, sei dahingestellt. Wir sollten jedoch bedenken, dass vielleicht in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten über unsere heutigen „wissenschaftlichen“ Erkenntnisse möglicherweise ebenso gelächelt werden wird.
Ein kurzer Abriss über die Entwicklung der verschiedenen Theorien zur Krebsentstehung soll Ihnen einen Überblick ermöglichen:
Alte Aufzeichnungen aus Ägypten, Mesopotamien oder Indien offenbaren ein erstaunliches Wissen über Krebs. Schon im altägyptischen Papyrus „Ebers“ wird zwischen verschiedenen Krebsarten wie Brust- und Blasenkrebs unterschieden und im Papyrus „Kahoun“ werden exakt die Symptome eines Gebärmutterkrebses aufgezählt.
Im Papyrus „Ebers“ heißt es: „(…) Es ist ein Tumor des Gottes Xensu. Lege nicht Hand gegen ihn an (…).“ Der Tumor war so genau beschrieben, dass heutige Ärzte einen speziellen Hauttumor, ein Kaposisarkom, in ihm vermuten. Es war also bereits damals bekannt, dass unbehandelte Tumoren dem Patienten manchmal ein längres Leben bescheren konnten als eine ausgiebige medizinische Behandlung.

Papyrus Ebers (Abschrift); Quelle: Wikipedia, copyright free
Krebs wurde also zuerst einmal als eine von den Göttern gesandte Krankheit betrachtet. Die Ärzte im alten Ägypten wussten jedoch durchaus auch um andere Ursachen. Die Ursache von Blasenkrebs waren Ihrer Ansicht nach Würmer – die Erreger der Bilharziose, zwei Zentimeter lange Saugwürmer (Schistosoma haematobium), können diese Krankheit auslösen.
Griechen und Römer waren der Ansicht, ein Ungleichgewicht der Körpersäfte sei die Ursache der Krebserkrankungen. Diese Lehre wird Humoralpathologie genannt. Für den Griechen Hippokrates (460-370 v. Chr.) war Krebs die Folge einer falschen „diaita“, also einer falschen Lebensweise und Ernährung.
Nach Auffassung des Römers Galenus (129-199 n. Chr.), der neben Hippokrates als ein Vater der modernen Medizin gilt, entstand Krebs durch ein fehlendes Gleichgewicht zwischen den Säften „Blut“ und „schwarze Galle“.
Die Humoralpathologie war die theoretische Grundlage der damaligen Medizin. Man könnte sie auch als vereinfachte Vorgängerlehre unserer heutigen Ansichten über den Stoffwechsel betrachten. Krebs und verschiedene andere Krankheiten wurden in diesem Sinne als Stoffwechselkrankheiten angesehen und als solche behandelt.

Hippokrates; Quelle: Wikipedia, public domain
Im späten Mittelalter erweiterte Paracelsus (1493-1541) die antike Humoralpathologie. Er vertrat die These, dass im Körper ständig chemische Reaktionen ablaufen und dass dabei Salze, Schwefel und Quecksilber die Grundelemente des Lebens bilden, die untereinander immer in einem Gleichgewicht sein müssen. Erhalten die Salze seiner Meinung nach durch krankhafte Vorgänge einen „arsenigen“ Charakter, dann beginnen sie sich durch den Körper zu fressen und hinterlassen Krebsgeschwülste.

Galenus von Pergamon; Quelle: Wikipedia, copyright free
Auch hier zeigt sich die Grundanschauung eines aus dem Lot gebrachten Gleichgewichts verschiedener „Grundelemente“, wie auch immer sie von Paracelsus damals genannt wurden. Dies ist bis heute die Grundlage unserer Arbeit als naturheilkundlich tätige Therapeuten – dass dies auch so seine Richtigkeit hat, wird im Folgenden aufgezeigt werden.
Für den Holländer Nicolaes Tulp, den Rembrandt in einem berühmten Gemälde verewigte, war Krebs sogar eine ansteckende Krankheit, eine These, die Angehörige von Krebspatienten lange Zeit und sogar bis in das 20. Jahrhundert hinein, verunsicherte.
Bis ins 18. Jahrhundert beherrschte weiterhin die Humoralpathologie auch die Vorstellungen zur Krebsentstehung. In England wurde die These aufgestellt, dass sich Krebs aus aufgestauter Lymphflüssigkeit entwickeln würde.
1774 gewann der französische Chirurg Bernard Peyrilhe den Preis der medizinischen Gesellschaften in Paris und Lyon. Er hatte Krebsgewebe eines Menschen in einen Hund transplantiert und damit die experimentelle Krebsforschung begründet. Das Transplantat wurde zwar einige Zeit später abgestoßen, jedoch gelang ihm so der Nachweis, dass sich Krebs in Geweben und nicht aus Körpersäften entwickelt. Ein weiterer Durchbruch gelang dem Franzosen Marie-François-Xavier Bichat (1771-1802). Krebs war für Bichat nichts anderes als eine missglückte Bildung von Geweben. Ohne die Hilfe eines Mikroskops konnte er bereits zwischen Krebsgewebe und gesundem Gewebe unterscheiden. Durch die Entwicklung der Mikroskope gelang es schließlich, die Zelle als Ausgangspunkt der Krebsentwicklung zu identifizieren. Johannes Peter Müller formulierte 1838 in seiner Schrift „Über den feineren Bau und die Formen der krankhaften Geschwülste“ als einer der Ersten, dass Krebsgewebe genauso wie das normale Gewebe aus Zellen besteht.

Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus; Quelle: Wikipedia, public domain
Der deutsche Embryologe Robert Remak erkannte, dass sich Karzinome regelmäßig aus Häuten, wie etwa Schleimhäuten oder Häuten von Organabgrenzungen, entwickelten.

Dr. Nicolaes Tulp; Quelle: Wikipedia, public domain
Rudolf Virchow, Professor und Politiker in Berlin, begründete schließlich die Lehre der Zellularpathologie, die besagt, dass Krankheiten auf Störungen der Körperzellen basieren. Eine Krebszelle musste sich demzufolge in einem krankhaften Prozess aus einer normalen Körperzelle entwickelt haben.

Die Anatomie des Dr. Tulp, Rembrandt van Rijn (1632); Quelle: Wikipedia, public domain
Die große Blüte der Krebsforschung beginnt jedoch erst im 20. Jahrhundert. Heute können Lebensprozesse auf der Ebene von Molekülen untersucht werden, eine genetische Beteiligung wird ebenso vermutet. Dennoch bleibt festzustellen, dass Krebs die Wissenschaft auch heute noch vor viele Rätsel stellt. Aus Sicht der Schulmedizin lässt sich die Situation vereinfacht wie folgt beschreiben:
„Krebs“ ist kein klar definierter Begriff. Unter dieser Bezeichnung werden eine Reihe verschiedener Erkrankungen zusammengefasst. All diesen Erkrankungen ist jedoch eines gemeinsam: Sie gehen mit einem vermehrten, sehr häufig völlig unkontrollierten Gewebewachstum einher. Dieses vermehrte Wachstum kann von einem Organ ausgehen, innerhalb des Organs ist dann meist auch wieder nur ein bestimmter Gewebetyp betroffen. Beispiele hierfür sind klassischerweise Brustkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, dass die Vermehrung von Zellen eines bestimmten Gewebetyps in verschiedenen Regionen des Körpers stattfindet. Beispiele hierfür sind die verschiedenen Arten von Leukämien und die Lymphome. Insgesamt kennt die konventionelle Medizin mehr als 100 verschiedene Krebserkrankungen. Wir sehen: Es können Organe oder auch nur bestimmte Gewebe betroffen sein – Krebs ist (scheinbar) sehr vielgestaltig.

Johannes Peter Müller; Quelle: Wikipedia, public domain
Bösartige Tumoren unterscheiden sich von gutartigen Tumoren durch drei Kennzeichen. Sie wachsen:
• infiltrierend: die Tumorzellen überschreiten Gewebegrenzen und wachsen in benachbartes Gewebe ein;
• destruierend: sie zerstören dabei umliegendes Gewebe;
• metastasierend: sie siedeln über die Blut- und Lymphgefäße ab oder sie bilden durch Abtropfung Tochtergeschwülste – sogenannte Metastasen.

Rudolf Virchow; Quelle: Wikipedia, public domain
Gutartige Tumoren wachsen zwar an ihrem Entstehungsort und verdrängen unter Umständen das sie umgebende Gewebe, jedoch zerstören sie es nicht und bilden auch keine Metastasen. Bei gutartigen Tumoren spricht man in Regel nicht von Krebs.
Durch das krankhafte Wachstum des betroffenen Organs beziehungsweise Gewebes entwickelt sich zunächst eine kleinere Wucherung, ein Tumor. Kleine Tumoren verursachen meist noch keine Beschwerden. Sie sind auch schlecht zu diagnostizieren, insbesondere dann, wenn der Tumor tiefer im Körper gelegen ist, zum Beispiel im Darm. Wird der Tumor jedoch im Laufe der Zeit größer, dann verdrängt er das ihn umgebende Gewebe oder wächst infiltrierend in dieses hinein. Auf diese Weise kommt es früher oder später zu Beeinträchtigungen der normalen Organfunktion. So kann zum Beispiel durch das Tumorwachstum im Darm eine Verstopfung auftreten, weil der Tumor die Durchgängigkeit des Darmes beeinträchtigt und den Weitertransport des Nahrungsbreis oder des Stuhls behindert. Durch das Größenwachstum des Tumors können auch Schmerzen auftreten, insbesondere dann, wenn der Tumor durch seinen zunehmenden Platzbedarf Nervenfasern verdrängt oder in diese hineinwächst. Erhält der Tumor während seines Wachstums Kontakt zu Blut- oder Lymphgefäßen, kann er einzelne Zellen in den Blut- oder Lymphstrom abgeben. Diese Zellen werden so verbreitet und können sich in anderen Regionen des Körpers wieder ansiedeln. In den Lymphknoten oder in den Organen, in denen sich diese Zellen ansiedeln, können sie sich vermehren und auf diese Weise Metastasen des ursprünglichen Primärtumors bilden.
Für die Schulmedizin scheint sich klar abzuzeichnen: Krebs ist eine Erkrankung des Erbguts, also bestimmter Gene des menschlichen Organismus, die meist im Laufe des Lebens erworben wird. Aus der molekulargenetischen Forschung konnte die Erkenntnis gewonnen werden, dass Krebs durch nicht wieder zu reparierende Schäden in bestimmten Klassen von Erbanlagen (Genen) entsteht. Derartige genetische Schäden werden durch ein ausgeklügeltes Gen-Reparatursystem überwacht, welches in der Lage ist, genetische Defekte sofort zu erkennen und zu reparieren. Leider kann aber auch dieses Reparatursystem geschädigt werden, sodass die Schäden nicht mehr behoben werden können und die „Programmierung“ der Zelle nicht wieder gutzumachende Schäden erleidet.
Ein weiteres Sicherungssystem ist die sogenannte Apoptose, der programmierte Zelltod. Zellen, deren genetischer Schaden nicht repariert werden kann, erhalten über eine komplexe genetische Information den Befehl zum „Selbstmord“. So wird verhindert, dass der irreparable genetische Schaden bei einer Zellteilung weitergegeben wird. Weil jedoch auch dieser Sicherungsmechanismus selbst zerstört werden kann, ergibt sich auch aus der Apoptose kein zuverlässiger Schutz vor einer Tumorentstehung.
Heute werden hauptsächlich drei Gruppen Krebs auslösender Mechanismen unterschieden, die auch als sogenannte Karzinogene bezeichnet werden:
• Chemische Substanzen
• Viren
• Strahlen
Wie diese verschiedenen Karzinogengruppen im Einzelnen auf die Zelle einwirken, ist erst zum Teil bekannt, wobei im Ergebnis jedoch genetische Veränderungen die entscheidende Rolle zu spielen scheinen. Nach heutiger Kenntnis beruhen etwa fünf bis zehn Prozent aller Krebserkrankungen auf einer erblichen Veranlagung, d.h. nicht der Krebs selbst, wohl aber die Veranlagung dazu kann vererbt werden. Diese Tatsachen lassen sich, wie wir später sehen werden, nahtlos in unsere Ansichten zur Krebsentstehung integrieren, sodass auch hier die Vertreter der Trophoblastentheorie nicht im Widerspruch zu den aktuellen Forschungsergebnissen stehen. Aus Sicht der Naturheilkunde bleibt festzuhalten, dass bereits die Ärzte vor mehr als 2000 Jahren wussten oder zumindest ahnten, dass Krebs durch eine falsche Ernährung hervorgerufen wird. Eine Erkenntnis, die wir hier im Folgenden wieder aufnehmen.
Im 19. und vor allem im 20. Jahrhundert änderte sich die Situation sehr rasch. Die Erfindung des Mikroskops und die Entdeckung, dass Zellen die Grundbausteine des Organismus sind und dass ein Tumor eine unkontrollierte Zellvermehrung ist, änderte die Sicht und Behandlungsart der Krebskrankheit. Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden stark beachtet und bildeten fortan die Grundlage allen medizinischen Handelns. In dieser wissenschaftlichen Aufbruchsstimmung verwarf man die bewährten Methoden und begann Krebs als lokale Zellerkrankung zu betrachten. Diese medizinische Richtungsänderung hatte gravierende Folgen für die Krebstherapie. Krebs wird heute mit den bereits erwähnten Therapien oft sehr aggressiv behandelt. Nur wenige Therapeuten wissen bzw. akzeptieren, dass es sich bei Krebs um eine Stoffwechsel- oder Mangelerkrankung handelt. Nur die medizinischen „Außenseiter“, die auf eine biologisch-ganzheitliche Behandlung setzen, gehen davon aus, dass ein Tumor lediglich ein Symptom einer systemischen Erkrankung ist. Wie diese Ansicht zu begründen ist, wird im folgenden Kapitel aufgezeigt.
3. Kapitel: Die Trophoblastenthese
Der Artikel, der die Trophoblastenthese beschreibt, wurde das erste Mal in der Zeitschrift Medical Record im Juli 1950 veröffentlicht. Autoren waren Ernst T. Krebs Jr., Ernst T. Krebs Sr. und Howard H. Beard. Leider liegt dieser Artikel nur auf Englisch vor. Ich habe den Artikel in das Deutsche übertragen, jedoch ist er aufgrund des ganz speziellen Schreibstils der Autoren nicht gerade einfach zu lesen und für unsere Zwecke auch viel zu lang. Meine deutsche Zusammenfassung der Trophoblastenthese finden Sie im Anhang, sodass Sie die Möglichkeit haben, sich eingehend mit der Materie zu beschäftigen. Zugegebenermaßen ist auch meine Zusammenfassung immer noch keine „leichte“ Lektüre, da die Trophoblastenthese jedoch das zentrale Werk ist, auf das sich die Arbeit mit Vitamin B17 stützt, ist es empfehlenswert, diesen Anhang nicht zu überspringen.
Wir haben es im Folgenden immer wieder mit zwei Begriffen aus dem Bereich der Embryologie zu tun, deshalb folgen hier vorab einige Erklärungen zum besseren Verständnis:
• Trophoblastenzellen sind embryonale Zellen, die zur späteren Plazenta (Mutterkuchen) ausreifen.
• Aus den Trophoblastenzellen bildet sich der Trophoblast, die äußere Zellschicht der Keimblase. Er bildet sich am 5. bis 12. Tag nach der Befruchtung und weicht mittels Enzymen die Gebärmutterschleimhaut auf. Seine Zellen infiltrieren die Epithelzellen der Gebärmutterschleimhaut. Durch Apoptose (programmierter Zelltod) werden Lücken geschaffen, durch die der Trophoblast in die Gebärmutterschleimhaut eindringt.
Wir sehen hier schon ein wesentliches Merkmal der Übereinstimmung im Verhalten der Trophoblasten- und der Krebszellen: das invasive (eindringende) Wachstum. Dabei handelt es sich um ein im Grunde bösartiges Geschehen, das im Verlauf einer normalen Schwangerschaft um den 54. Tag sein natürliches Ende findet – das ist der Zeitpunkt, an dem die Bauchspeicheldrüse des Fetus die Arbeit aufnimmt und beginnt, Enzyme auszuschütten.
Das bedeutet, dass ein Baby sich aus einem Teil des Trophoblasten entwickelt, und zwar aus dem Embryoblasten. Die Abbildung veranschaulicht das sehr schön:

Trophoblast; Quelle: Wikipedia, GNU Free Documentation License
Die Aussagen der Trophoblastenthese sind zusammengefasst Folgende:
1. Krebs ist im Grunde ein einheitliches Phänomen. Dies zeigt sich durch die Übereinstimmung verschiedener Krebseigenschaften, zum Beispiel:
– anaerober Stoffwechsel (benötigt keinen Sauerstoff);
– hohe Übereinstimmung des Gehalts an Milchsäure, B-Vitaminen, Vitamin C;
– hohe Übereinstimmung bei verschiedenen Enzymkonzentrationen;
– einheitlich niedriger Gehalt an Cytochrom, Bernsteinsäure und d-Aminosäureoxidase, Cytochrom-C, Katalase und Riboflavin.
Die Übereinstimmung in den beschrieben Faktoren nimmt mit zunehmender Bösartigkeit zu, deshalb nähern sich Tumoren mit zunehmender Bösartigkeit einem gemeinsamen Gewebetyp an.
2. Krebszellen sind sehr primitive Zellen, deshalb ist ihre Entsprechung im normalen Lebenszyklus bei den primitivsten Zellen zu suchen – den Trophoblastenzellen.
Wenn man Krebs als ein einheitliches Phänomen betrachtet, dann hängt die Bösartigkeit eines Tumors von der Konzentration der Trophoblastenzellen ab – je höher die Konzentration, desto bösartiger der Krebs. Beim höchst aggressiven primären Gebärmutterchorionepitheliom, das nur aus Trophoblastenzellen besteht, ist keine Veränderung zur normalen Trophoblastenzelle feststellbar.
3. Die Untersuchung der Trophoblastenzelle ergibt, dass ihre Eigenschaften auch Eigenschaften von Krebs sind:
– Invasives und destruktives Wachstum,
– Autonomität,
– die Fähigkeit zu metastasieren.
Wenn Krebs auf die Trophoblastenzellen zurückgeführt werden kann, dann muss zudem jeder Tumor mehr oder weniger viel Schwangerschaftshormon (hCG, humanes Choriongonadotropin) ausschütten. Dass dies tatsächlich geschieht, wurde von Acevedo und Mitarbeitern 1995 nachgewiesen, mehr dazu im Kapitel Zusammenfassung der Trophoblastenthese.
4. Die Bösartigkeit eines Tumors wird von der Konzentration der Trophoblastenzellen im Gewebe bestimmt.
5. Trophoblastenzellen besitzen die Fähigkeit zur Tarnung im Wirtsgewebe, ebenso wie sich der Trophoblast bei einer beginnenden Schwangerschaft tarnen muss, um nicht von der Mutter abgestoßen zu werden, da er ja zu Hälfte genetisch fremd ist.
6. Die Krebszelle ist also weder eine degenerierte noch eine deformierte Zelle. Ihre tödliche Eigenschaft liegt in der Tatsache begründet, dass sie im Grunde eine ganz normale Zelle ist, deren räumliche und zeitliche Einordnung in den Gesamtorganismus jedoch nicht normal ist. Das heißt, die Krebszelle ist als Trophoblastenzelle ein natürlicher Bestandteil des Lebenszyklus und sie ist gleichzeitig die primitivste Zelle im Lebenszyklus.
7. Diese Zellen sind also nichts anderes als undifferenzierte Zellen, die noch nicht am Aufbau des Körpers beteiligt sind, und deren Potenz und Kompetenz aufgespart wurde. Zellen mit verschiedenen Graden an Undifferenziertheit existieren überall im Körper als Reservoir für Gewebereparatur und Erneuerung.
8. Die Krebsentstehung kann also als ein Phänomen einer – am falschen Ort geschehenden – Differenzierung dieser Zellen als Antwort auf einen Reiz zur Zellteilung betrachtet werden.
9. Diese Reize zur Zellteilung können verschiedenster Natur sein, zum Beispiel chemische Reize, hormonelle Reize, virale Reize usw.
10. Schwangerschaftstrophoblastenzellen werden in ihrer Entwicklung während der Schwangerschaft zu dem Zeitpunkt gestoppt, an dem die Bauchspeicheldrüse des Fötus ihre Arbeit aufnimmt.
11. Durch einen Mangel an Bauchspeicheldrüsenenzymen fällt die natürliche Kontrolle der Trophoblastenzellen aus.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Trophoblastenthese Krebs als ein im Grunde einheitliches Geschehen betrachtet. Dieses Geschehen wird durch Reize in Gang gesetzt, die verschiedenster Natur sein können. Diese Reize setzen nun eine Reparaturfunktion in Gang, bei der die im Körper vorhandenen, noch relativ undifferenzierten Zellen sich zu teilen beginnen. Bei einem Mangel an Bauchspeicheldrüsenenzymen, die dieses Zellwachstum kontrollieren, kann die Reparaturfunktion nicht gestoppt werden und die Zellteilung geht ungehindert weiter – Krebs entsteht.
4. Kapitel: Wissenschaftlicher Nachweis über die Richtigkeit der Trophoblastenthese
Die Drs. Acevedo, Tong und Hartsock veröffentlichten im oben bereits genannten Artikel in Cancer, der Zeitschrift der American Cancer Society (Amerikanische Krebsgesellschaft), dass ein natürliches menschliches Hormon, das „humane Choriongonadotropin“, kurz hCG, ein exakter Krebsmarker ist. Dieser Befund könnte tief greifende Auswirkungen auf die Ansichten zur Krebsentstehung und ebenso auch auf Diagnose und Vorbeugung haben. Die Verbindung zwischen hCG und Krebs ist seit Jahrzehnten von alternativen Forschern hergestellt worden, dieser Artikel jedoch ist bis heute der eindeutigste Nachweis, welcher in der medizinischen Standardliteratur erschienen ist.
HCG war bereits die Grundlage des „Anthrone-Tests“ von Prof. Beard und ist dies auch bei Navarros Urin-Krebstest. Beard und Navarro wurden seinerzeit von der American Cancer Society völlig abgelehnt. Die Verbindung zwischen hCG und Krebs wurde vor ungefähr 50 Jahren auch von Dr. Ernst T. Krebs junior, dem Entdecker von Laetrile (Vitamin B17, Amygdalin), postuliert, welcher im Jahr 1996 starb. Aufgrund der Forschungsergebnisse von Dr. Acevedo, die zeigen, dass hCG bei Krebs nachweisbar ist, stellt sich natürlich wieder die alte Frage nach dem tatsächlichen Grund der Krebsentstehung.
Im Jahr 1902 stellte John Beard, Professor für Embryologie an der Universität Glasgow, seine unter dem Namen Trophoblastenthese bekannt gewordene Theorie der Krebsentstehung auf. Vom damaligen medizinischen Establishment wurde die These weniger abgelehnt als vielmehr einfach ignoriert. Im Lauf der Zeit verschob sich das Interesse der Forschung in Richtung Erforschung der einzelnen Zelle und insbesondere in Richtung Genforschung. Das 1911 erschiene Buch von Prof. Beard The Enzyme Treatment of Cancer and Its Scientific Basis (Die Enzymbehandlung des Krebses und deren wissenschaftliche Grundlage, Verlag Chatto & Windus), erzielte nur geringe Aufmerksamkeit und die meisten Wissenschaftler haben noch nie davon gehört. Aber seine Theorie verschwand nicht, sondern wurde vielmehr „im Untergrund“ weitergegeben. Sie ist bis heute die Basis einer großen Anzahl von alternativen Entstehungsthesen und Behandlungsansätzen geblieben. Im Jahr 1946 sagte Dr. Charles Oberling voraus: „Vielleicht stellt sich eines Tages heraus, dass es eine der Ironien der Natur ist, dass Krebs, der für so viele Todesfälle verantwortlich ist, so unlöslich mit dem Leben verbunden sein sollte.“ Dieser Zeitpunkt scheint gekommen zu sein – denn nie zuvor wurde die Verbindung zwischen den Vorgängen während der Schwangerschaft und den Vorgängen während der Krebsentstehung so zwingend dargestellt wie durch die Ergebnisse der Arbeit Acevedos.
Das humane Choriongonadotropin (hCG) ist ein negativ geladenes Hormon, welches sowohl von den Trophoblastenzellen der Plazenta als auch von Trophoblastenzellen eines Tumors produziert wird. Dieses Hormon ist in der Schulmedizin seit Langem als die Basis von Schwangerschaftstests bekannt. Im Jahr 1994 zeigten Dr. A. Krichevsky und Kollegen, dass Krebszellen hCG in all seinen Formen ausschütten, ebenso auch das verwandte humane Luteinisierende Hormon, kurz hLH.
Dr. Hernan F. Acevedo und seine Kollegen im Allegheny Singer Research Institute in Pittsburgh veröffentlichten also 1995 diesen herausragenden Artikel über das Thema in der Zeitschrift Cancer (1995; Nr. 76: S. 1467-1475).
Dr. Acevedo ist wegen seiner vorhergehenden Arbeiten weit bekannt, durch welche er einige der Aussagen von Dr. Virginia Livingston-Wheeler, einer Ärztin deren Therapie von der beardschen These bereichert wurde, bestätigen konnte. Mithilfe von anerkannten Methoden der Schulmedizin bewies Dr.
Acevedo eindeutig, dass „Synthese und Ausschüttung von hCG (…) ein gemeinsamer biochemischer Nenner des Krebses ist“.
Nun steht durch diese Entdeckung die wissenschaftliche Basis, so Acevedo „für Forschungen zur Verhütung und/oder Beherrschung mittels aktiver und/oder passiver Immunisierung“ gegen hCG und verwandte Stoffe zur Verfügung. Mit anderen Worten: Da hCG bei Krebs immer nachweisbar ist, kann der Therapeut dies auch zum Ziel seiner Behandlung machen. Acevedo schlägt also als möglichen Weg der Krebsbehandlung eine Art „Anti-hCG“ vor.
Konventionelle Onkologen wissen selbstverständlich, dass hCG als Tumormarker bei Chorionkarzinomen und einigen anderen Krebsarten genutzt werden kann, dies aber bei den meisten anderen Krebsarten aufgrund der geringen Ausschüttung von hCG nicht sinnvoll ist. Dies ist die Krux in der ganzen Kontroverse.
Nur durch den Einsatz hoch entwickelter Techniken, wie die analytische Durchflusszytometrie zur Messung bestimmter Zelleigenschaften, wies Dr. Acevedo die Anwesenheit von hCG, seiner Untereinheiten und/oder Fragmente in Zellen aus 85 verschiedenen Krebszelllinien nach.
Acevedo wies nun erstmals mithilfe dieses Verfahrens hCG auch in Zellen nach, die aus bösartigen menschlichen Tumorgeweben isoliert worden waren. Acevedo fasst zusammen, dass „(…) hCG, das Hormon von Schwangerschaft und Entwicklung, welches auch chemische und physiologische Eigenschaften von Wachstumsfaktoren hat, ein gemeinsames typisches Charakteristikum des Krebses ist.“
Es gibt klinische Erprobungen, bei welchem ein gegen hCG gerichteter Impfstoff verwendet wird. Im Gebrauch ist eine Kombination aus synthetischem hCG, das an einen Diphtherieimpfstoff gebunden ist. Ein ähnliches, neues Produkt wurde bei einem anderen klinischen Versuch verwendet und, so Acevedo, „(…) bewies einen fast unglaublichen Grad an Wirksamkeit und Sicherheit (…)“. Dieses neue Produkt wurde ursprünglich zur Fruchtbarkeitssteuerung von der Weltgesundheitsorganisation entwickelt.
Das Erstaunlichste aber ist das universale Vorkommen dieses Hormons in beinahe allen Fällen von Krebs. Die Aktivierungen eines besonderen Gens und Genclusters „(…) treten immer auf (…)“, so Acevedo.
Durch hCG sind Krebszellen in der Lage, ihr eigenes Wachstum unabhängig zu regulieren. Acevedo bestätigt, dass hCG einen Tumor „unsichtbar“ für das Immunsystem macht, welches es natürlich vermeidet, im Körper etwas anzugreifen, das wie ein sich entwickelnder Fötus aussieht. „Diese Charakteristika machen Krebszellen immunologisch unangreifbar.“, so Acevedo. Er fasst weiter zusammen: „Krebs ist eine Entwicklung und Differenzierung, die schief gegangen ist.“ Und weiter: „Nach 93 Jahren“, so führt er aus, „hat Beard sich als konzeptionell richtig erwiesen.“
Es waren Prof. Beards Beobachtungen, die den Anstoß zur Trophoblastenthese des Krebses gaben. Hier zeigt sich eine der erstaunlichsten Wendungen in der Medizingeschichte: Dass eine Theorie beinahe ein Jahrhundert ruhen kann, bevor sie schließlich von zumindest einem Teil des wissenschaftlichen Establishments akzeptiert wird.
Dr. William Regelson, Mitglied der medizinischen Abteilung am Medical College of Virginia, unterstützt Dr. Acevedos Arbeit deutlich. In seinem begleitenden Leitartikel in der gleichen Ausgabe von Cancer weist Regelson darauf hin, dass nicht nur hCG in den meisten untersuchten Krebsarten gefunden wurde, sondern „(…) seine Ausschüttung in den Tumoren, in welchen es nachgewiesen wird, deren Aggressivität zu metastasieren definiert (…)“ beziehungsweise deren Bösartigkeit definiert.
Normale, nicht zum Embryo gehörende Zellen, schütten kein hCG aus, auch gutartige Tumorzellen tun dies nicht. Stattdessen „(…) wird hCG-Beta zu einem definierenden, phänotypischen Ausdruck bösartiger Veränderungen (…)“, das heißt, es weist Krebs nach. Wenn hCG bei einer Patientin nachweisbar ist und sie nicht schwanger ist, hat sie wahrscheinlich Krebs. Je mehr hCG nachgewiesen wird, desto ernster ist der Fall.
Diese Forschungsergebnisse über hCG eröffnen auch für die Krebstherapie Aussichten. Sie unterstützen insbesondere auch eine ganze Anzahl unkonventioneller Krebstherapiemethoden. Es wäre sicher nützlich, sich diese Schlüsselcharakteristika des Krebses so zügig wie möglich zunutze zu machen – aber es ist ebenso wichtig, die Trophoblastenthese zu verinnerlichen. Durch ein gründliches Befassen mit den Arbeiten von Cohnheim, Beard, Gurchot, H.H. Beard, Kelley und Ernst T. Krebs junior sind sicher noch weitere Fortschritte in der Krebsforschung zu erwarten. Diese Wissenschaftler hielten an einer wesentlichen Wahrheit fest, als die meisten der etablierten Kollegen sich davon abwandten.
Besonders Dr. Krebs verdient mehr Anerkennung als ihm bisher zuteilwurde. So gründete er die John Beard Memorial Foundation, um die Idee in einer Zeit lebendig zu halten, in der nur wenige daran glaubten. Es bleibt festzuhalten, dass nur so ein wesentlicher Schlüssel des Krebsrätsels, der vor fast 100 Jahren entdeckt, jedoch systematisch verworfen wurde, erhalten geblieben ist und heute Forschern wie Dr. Acevedo als Anstoß für ihre bahnbrechenden Arbeiten dienen konnte.
5. Kapitel: Krebs ist eine Mangelerkrankung
Dr. Ernst T. Krebs junior schrieb im Jahr 1964 in seiner privat veröffentlichten Arbeit Die Nitrile in Pflanzen und Tieren: „Krebs wird allgemein als chronische Erkrankung betrachtet. Bis heute wurde für keine chronische oder stoffwechselbedingte Erkrankung eine verhütende oder therapeutische Lösung gefunden, außer durch zusätzliche, natürlicherweise vorkommende Faktoren der Nahrung. Von keiner dieser Erkrankungen wurde jemals ein viraler oder bakterieller Ursprung bekannt. Pellagra, Skorbut, Beri-Beri, Rachitis, Anämien, eine große Zahl an Neuropathien und so weiter, und so weiter – alle fanden ihre vorbeugende und therapeutische Lösung nur in zusätzlichen Faktoren zur gewöhnlichen Nahrung. Keine chronische oder stoffwechselbedingte Erkrankung hat eine andere Lösung. Es ist nicht wahrscheinlich, dass Krebs hier die erste Ausnahme ist.“
Ausgangspunkt sämtlicher Überlegungen waren Berichte und Untersuchungen aus verschiedenen Teilen der Welt, die von krebsfreien Stämmen und Völkern berichteten. Wir leben heute leider in einer Zeit, in der solche Berichte nicht mehr sehr ernst genommen werden, da wir in unserer Erkenntnis vermeintlich so weit fortgeschritten sind und die damaligen Methoden der Erhebung von Befunden und des Sammelns von Fakten als „unwissenschaftlich“ abtun.
Meiner Meinung nach ist diese Einstellung ein kapitaler Fehler, denn die einstmals von verschiedensten Forschern, Reisenden, Ärzten und Missionaren berichteten Tatsachen decken sich in ganz erstaunlicher Weise. Letztendlich werden diese Aussagen auch durch die Entwicklungen unserer Zeit bestätigt. Es lässt sich als gesichert festhalten, dass Völker und Stämme mit naturbelassener, traditioneller Ernährung keinen oder so gut wie keinen Krebs kannten. Albert Schweizer berichtete aus Lambarene, Gabun, im Jahr 1913: „Als ich in Gabun ankam, gab es zu meinem Erstaunen nicht einen einzigen Fall von Krebs.“
Einige dieser Stämme sind beispielsweise:
– Stämme im Karakorum in West-Pakistan (Burushin oder Huzakuts u.a.),
– die eingeborenen Inuit (Eskimo),
– Stämme in Südafrika und Südamerika,
– nordamerikanische Indianer,
– australische Aborigines,
– andere ursprüngliche oder sogenannte primitive Völker, die sich auf eine Ernährung verlassen, die nahe an der Lebensweise der Steinzeit ist.
Generalmajor Sir Robert McCarrison (1878-1960) behandelte und untersuchte vor und während seiner Tätigkeit als „Director of Nutrition Research“ in Indien (von 1913 bis 1928) im Auftrag der Research Fund Association die Menschen im Karakorum. Aus der Perspektive einer zwanzigjährigen Beobachtung berichtet er, dass es ihm nicht gelungen sei, auch nur einen einzigen Fall von Krebs in der Bevölkerung zu finden. Für seine Ernährungsstudien Studies in Deficiency Disease wurde McCarrison sogar geadelt.
Später arbeitete Dr. John Clark in einer medizinischen Station für die Bevölkerung. Er war völlig gegen die Tendenz, die angeblich perfekte Gesundheit dieser langlebigen Menschen zu romantisieren. Er beschreibt, wie auch McCarrison, eine relativ weit verbreitete Neigung zum Kropf unter diesen Menschen, ebenso etliche Hautkrankheiten und eine deutliche Neigung zu Karies. Der in der Ernährung liegende Grund für die hohe Rate an Kropferkrankungen liegt klar im relativen Jodmangel der Nahrung, die Neigung an Karies zu erkranken hat ebenso ihren Grund in der Ernährung. Auf jeden Fall setzte John Clark, während er die vielen krank machenden Umstände, denen diese Menschen ausgesetzt sind, untersuchte und beschrieb, auch hinzu, dass er nie auch nur einen einzigen Fall von Krebs unter ihnen beobachtete. Über einen noch längeren Zeitraum und sogar noch genauer wurden die Inuit (Eskimos) von Medizinern, Missionaren, Lehrern, Händlern und anderen beobachtet. Unter anderem mit dem Ziel, möglicherweise ein Auftreten von Krebs unter ihnen zu entdecken. Trotz dieser Beobachtungen wurde bis heute noch von keinem Krebsfall unter diesen beiden Eingeborenenvölkern berichtet, solange sie sich mit ihrer ursprünglichen Nahrung ernährten. Allerdings wurden unter den Inuit einige Krebsfälle unter denjenigen festgestellt, deren Ernährungsgewohnheiten eine westliche Form annahm. Die Beobachtungen, die hierüber bei den Inuit gemacht wurden, werden bei Vilhjalmur Stefanson geschildert (Stefanson, V.: Cancer. Disease of Civilization?, New York: Hill & Wang, 1960).
Es ist weithin bekannt, dass viele Völker mit natürlichen Lebensgewohnheiten keine Karies kennen. Viele Gründe dafür sind ohne Schwierigkeit in ihrer Ernährungsweise zu finden – und speziell in dem, was sie nicht essen. Bei der analogen Krebsfreiheit dieser Völker blieb die Rolle der Ernährung eher vage und allgemein – so wie es auch heute noch ist: Man soll sich natürlich und gesund ernähren, dies sei die beste Vorsorge.
Es stellt sich natürlich die Frage, was natürlich und gesund ist, und vor allem: Wo ist die entscheidende Gemeinsamkeit bei diesen über die ganze Welt verstreuten Völkerschaften und Stämmen? Auf den ersten Blick unterscheidet sich die jeweilige Ernährung doch grundlegend von der anderer Völker. Die Frage bleibt also: Was ist der entscheidende, allen gemeinsame Faktor, der diesen Völkern ein krebsfreies Leben ermöglicht – auch wenn sie nicht von anderen gesundheitlichen Gebrechen verschont blieben?
Hier hilft uns nun ein Blick ins Tierreich weiter, denn die weitgehende Krebsfreiheit wilder und der meisten domestizierten Pflanzenfresser verdient unsere besondere Aufmerksamkeit.
Fleischfressende Tiere in ihrer natürlichen Umgebung hingegen gehen mit ihrem Futter ähnlich um wie die Inuit in der Steinzeitkultur mit ihrer Ernährung. Diese Tiere fressen die Eingeweide, insbesondere den Pansen, und das oft, bevor sie das Muskelfleisch der Tiere fressen. Wenn Fleisch fressende Tiere als Haustiere domestiziert oder in zoologischen Gärten gehalten werden, erkranken sie häufiger an Krebs.
Dr. Krebs berichtet als Beispiel von fünf Bären im Zoo von San Diego, die alle innerhalb von sechs Jahren an Leberkrebs starben. Es wurden damals viele Vermutungen darüber angestellt, was ihre bösartigen Erkrankungen verursacht haben könnte. Dieser Fall der Bären, die nicht gemäß ihrer natürlichen Fressgewohnheiten, sondern mit einer vom Menschen zusammengestellten Kost ernährt wurden, erinnerte Dr. Krebs an die Überlegungen von Sir William Osler aus dem Jahr 1906 über die Ursache von Pellagra, als er einen Bericht darüber las, dass 20 Prozent der Bewohner eines Heims für farbige Geisteskranke innerhalb eines Winters an Pellagra starben.
Pellagra ist eine Erkrankung, die durch Mangel an Vitamin B3 (Niacin) ausgelöst wird. Sie tritt auf, wenn Nahrung hauptsächlich aus Mais oder Sorghumhirse besteht. Die in diesen Getreiden vorliegende gebundene Form des Niacins kann vom Körper jedoch nicht verwertet werden. Diese Krankheit war vor Kenntnis der Zusammenhänge in armen Regionen Südeuropas und Amerikas weit verbreitet.
Der Zusammenhang: Den Bären fehlte der in Ihrer natürlichen Kost enthaltene Pflanzenanteil, den Heimbewohnern fehlte ein für den Menschen verwertbares Vitamin. So stellt sich also bei vielen chronischen Erkrankungen immer wieder die Frage nach einem fehlenden beziehungsweise mangelnden Faktor.
Eine ähnliche Problematik gab es bereits bei dem Volk der Bantu in Afrika. Ursprünglich war Leberkrebs unter diesen Menschen nahezu unbekannt. Wenn sie jedoch in die städtischen Gebiete zogen oder in den Minen arbeiteten, veränderten sie ihre Ernährung hin zu einer, die nahezu vollständig aus minderwertigen Kohlenhydraten bestand. Der Grund für diese Änderung ist einleuchtend: Wer in den Minen arbeitet, hat für den Ackerbau keine Zeit, wer in der Stadt lebt, dem stehen keine Flächen für den Ackerbau zur Verfügung.
Ein Hauptbestandteil dieser Ernährung ist eine Mischung aus vergorener Milch und Maismehl, bekannt als „Mealie Meal“. Als man Ratten über einen längeren Zeitraum damit fütterte, entwickelten die meisten eine Leberzirrhose und die Krebsvorstufen, die bei den männlichen Bantus beobachtet wurden.
Bären in freier Wildbahn fressen Beeren, Gräser, wilde Früchte, wie Aprikosen, Pfirsiche, Äpfel, Kirschen und Pflaumen, oft zusammen mit Blättern und Wurzeln, Rinden, Zweigen und blühenden Pflanzen. Da Bären Allesfresser sind, fressen sie auch Fleisch. Dr. Peter Krott beschreibt in seinem Buch Bären in ihrer Familie (New York: E.P. Dutton & Co., 1962) die räuberischen Angewohnheiten der Bären wie folgt: „(…) Einzelne Fußspuren zeigten den Schäfern, wohin sie gehen mussten, und es dauerte nicht lange, bis sie die Reste des Schafs im Unterholz fanden. Der Körper war sorgfältig ausgenommen – ein Metzger hätte es nicht besser machen können. Während wir eine Hammelkeule brieten, fragte ich die Männer, warum sie den Kadaver nicht hier ließen, weil der Bär bestimmt zurückkäme, um es aufzufressen.“
Die Bedeutung des pflanzlichen Inhalts der Schafsinnereien ist ein wichtiger Anhaltspunkt dafür, wo der gemeinsame Faktor zu finden sein könnte, denn: Das Ernährungsschema des zivilisierten Menschen und gefangenen Allesfressers ist das Gegenteil dessen, was in der Natur vorherrscht: Die Eingeweide werden weitestgehend verworfen und das, was die Wildtiere als zweitrangig behandeln, wird verwertet. In dieser Umkehr der verwerteten Teile liegt also die Antwort auf unsere Frage, worin der gemeinsame Faktor besteht.
Krott berichtete auch von der Vorliebe von Bären für ganze Kirschen. Er beschreibt die Fütterung zweier junger Bären mit 20 Pfund Kirschen. Wie alle nichtmenschlichen Primaten und die meisten primitiven Völker, verzehrten die Bären die Samenkerne ebenso wie das Fleisch der Kirschen.
Wenn wir nun die Ernährungsgewohnheiten der erwähnten Völker genau analysieren, dann zeigt sich eine überraschende Gemeinsamkeit bei allen, scheinbar jedoch nicht bei den Inuit. Bevor wir diesen Widerspruch weiter unten auflösen, beschäftigen wir uns zuerst mit der Analyse der Übereinstimmungen: Allen Stämmen und Völkerschaften ist der reichliche und vollständige Verzehr von verschiedenen Früchten inklusive der enthaltenen Samenkerne gemeinsam.
Es gibt weitere Übereinstimmungen, die sich am besten im Licht der Erkenntnisse verstehen lassen, die wir aus dem Konsum von Früchten samt Samenkernen gewinnen können. Beinahe alle Samenkerne von Kern- und Steinobst sind bitter im Geschmack, das heißt, sie haben einen hohen Anteil an Bitterstoffen. Analysiert man diese Bitterstoffe, kommt man zu der Erkenntnis, dass sie alle in reichem Maße Zyanverbindungen enthalten, die für den bitteren Geschmack verantwortlich sind. Diese Zyanverbindungen sind Nitrile, organische Verbindungen mit einer CN-Gruppe. Diese Verbindungen sind unter dem englischen Namen „Nitriloside“ durch die Arbeiten von Dr. Ernst T. Krebs jun. weltweit bekannt geworden, der korrekte deutsche Begriff ist „Nitril“ oder „Nitrile“.
Der gemeinsame Faktor ist also ein hoher Konsum von Nitrilen (Bitterstoffe).
Aufgrund dieser Erkenntnisse lässt sich nun so manches Phänomen erklären, zum Beispiel auch die weitgehende Krebsfreiheit der meisten Pflanzenfresser.
Der Nitrilgehalt vieler Weiden, des Grünfutters und der Silage ist oft überraschend hoch. Weißklee, Luzerne, Wicken, verschiedene Hirsesorten, verschiedene Sorghumsorten, Lupinen, Wolliges Honiggras und weitere 80 Gräser, die Blätter der Rosengewächse, Beeren und so weiter – all diese sind häufige und reiche Quellen von Nitrilen. Manche dieser Pflanzen enthalten 15 000 bis 20 000 (!) mg Nitrile pro Kilogramm Trockenmasse. Eine verzehrte Menge von 10 Kilogramm pro Tag ist für frei grasende Tiere nicht ungewöhnlich. Diese Menge würde 150 bis 200 Gramm an Nitrilen pro Tag zu Verfügung stellen, welche durch Hydrolyse (Spaltung einer chemischen Verbindung durch Reaktion mit Wasser) über 10 000 (!) mg an freiem HCN (Blausäure) freisetzen würde. Wie Studien an Schafen gezeigt haben, werden mehr als 95 % der von Pflanzenfressern mit dem pflanzlichen Futter aufgenommenen Nitrile innerhalb einer Stunde gespalten, mit der Folge einer Freisetzung von HCN in den Organismus.
Wenn Haustiere wie Katzen und Hunde so gehalten werden, dass sie freien Zugang zu nitrilhaltigen Gräsern haben, fressen sie mit schöner Regelmäßigkeit im Garten und beim Spaziergang verschiedene Gräser und sind meist bis ins hohe Alter krebsfrei. Haustiere, die zum Beispiel in Städten diese Möglichkeit nicht haben, erkranken häufiger an Krebs, wie auch das oben genannte Beispiel der Bären im Zoo zeigt.
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