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Michael Feldmann

Ein neuer Anfang

Die Sache mit Ben

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Inhaltsverzeichnis

Titel

1 - Alles wird anders

2 - Schöne Pläne

3 - Der nächste Tag

4 - Ein Telefonat mit Jess

5 - Der Spatz in der Hand

6 - Terminverschiebung

7 - Sündige Gedanken

8 - Die geile Rubber Doll

9 - Wo ist Schneewittchen?

10 - Home Alone

11 - Engel und Teufel

12 - Beauty4u

13 - Pünktlich wie die Maurer

14 - Job ist Job

15 - Die verräterische Streichholzschachtel

16 - Engel in der Übermacht

17 - Anders als geplant

18 - Die Regeln des Vertrags

19 - Die Rubber Doll

20 - Eine Reise ins Ungewisse

21 - Käufliche Gummiliebe

22 - Zwei Trucker kommen zum Zug

23 - Die Fahrt geht weiter

24 - Ein alter Bekannter

25 - Die Rubber Doll im Einsatz

26 - Der Ritt auf dem Bike

27 - Ein stoßfester Herr

28 - Die Spielrunde löst sich auf

29 - Ein paar Worte mit Lorenz

30 - Die Rückfahrt

31 - Home Sweet Home

Impressum neobooks

1 - Alles wird anders

Als die beiden Männer das Rubber's Empire hinter sich ließen, atmete Mark erleichtert auf. Er beugte sich zu dem Anwalt rüber und hauchte ihm zärtlich einen Kuss auf die noch leicht nach Latex riechende Wange. Obwohl sie sich nach dieser ekstatischen Gumminummer intensiv geduscht und abgeschrubbt hatten, haftete der einzigartige Geruch noch immer an ihnen. Mark störte es keineswegs.

„Dieses Kapitel haben wir nun hinter uns, Anwalt. Obwohl mir das Rollenspiel wirklich sehr viel Spaß gemacht hat, bin ich froh, dass deine persönliche Verpflichtung Chantalle gegenüber hiermit abgeschlossen ist. Unser Rollenspiel in deinem Gewölbe ist mir lieber. Das ist unser Ding, etwas zwischen uns und nur für uns, was uns keiner nehmen kann. Das soll so bleiben. Ich werde auch immer das sein, was du gerade verlangst. Wenn du regelmäßig eine Gummipuppenhure willst, bin ich es genauso gerne wie ein fixierter Vollgummisklave.“

Der Anwalt drehte ihm seinen Kopf zu. Bisher hatte er nur zugehört. Er wirkte ein wenig nachdenklich, aber auch traurig. So kam es Mark zumindest vor.

„Bist du traurig, dass es vorbei ist, Ben?“

Die meeresblauen Augen schauten ihn irritiert an.

„Rede keinen Unsinn, Kleiner. du weißt, was ich für dich empfinde. Hätte ich dir sonst eine Ehe vorgeschlagen? Mir ist die Sache mit dir ernst. Es liegt mir viel mehr daran als an alles, was ich mir denken kann. Ich habe einmal einen Menschen verloren und die Hölle durchlebt. Nochmals stehe ich das nicht durch. Manchmal versuche ich über die Zeit nachzudenken, wo wir uns noch nicht kannten, aber mir kommt es so vor, als wenn es diese Zeit gar nicht geben würde. Du bist in meinem Kopf immer existent, schlüpfst in jeden einzelnen Gedankengang rein, auch wenn er nichts mit dir zu tun hat. Irgendwie gespenstisch, aber ich liebe es trotzdem. Ich denke nur an Chantalle. Sicherlich wird sie mir diesen Schritt verzeihen. Sie weiß, wie sehr ich dich liebe und gönnt mir auch den Mann meiner Träume. Ich muss ihr nur helfen, einen würdigen Ersatz für mich zu finden. Das bin ich ihr noch schuldig. Du musst mir dabei helfen, Kleiner.“

„Du weißt, dass ich alles für dich tun würde, solange es unsere Beziehung nicht gefährdet, Ben. deinen Job im Empire wird sicherlich schon ziemlich bald ein anderer Mann übernehmen können. Die Erfüllung, die du mit Sicherheit auch dort so manches Mal gefunden hattest, möchte ich in jeder Art und Weise übertreffen. Vor ein paar Wochen hätte ich nie geglaubt, wie geil es ist, von dir in eine benutzbare Gummipuppe verwandelt zu werden. Vielleicht ist da auch ein wenig die feminine Seite in mir zum Vorschein gekommen. Aber ich liebe es, wenn meine prallen Gummititten bei jedem Fickstoß von dir hin und her wippen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es noch so viele andere Dinge gibt, an die du mich in unserem Rollenspiel Schritt für Schritt heranführen wirst. Wenn es irgendwann eine Situation geben sollte, wo eine andere Person ins Spiel kommt, die uns beiden zugetan ist, will ich nichts dagegen sagen, aber wir planen unsere Hochzeit. Ich bin in der Beziehung noch ein wenig Old School. Die Eheschließung ist ein Bündnis zwischen zwei Menschen, die für einander da sein wollen, in guten und in schlechten Zeiten; bis das der Tod sie scheidet. Deine Tätigkeit im Empire hatte ich akzeptiert und habe mitgespielt. Jetzt starten wir aber ein neues Kapitel.“

Ben schaute Mark wie ein begossener Pudel an.

„Du hast ja recht, Kleiner. Ich habe dir schon oft genug gesagt, dass ich noch nie für einen Menschen so viel empfunden habe, wie für dich, aber meine Triebhaftigkeit und der Drang, meine dunkle Seite ausbrechen zu lassen, ist etwas, was ich sehr schlecht steuern kann. Das ist mein einziger Fehler, auch wenn es nicht gerade eine Lappalie ist. Ich habe dich bei Chantalle mit eingebunden, weil ich dich durch meine ständige Gier nach Gummi-Sex und BDSM nicht verlieren möchte. Du solltest ein Teil davon werden. Wenn es dir Spaß gemacht hätte, da muss ich ehrlich sein, hätte ich dir vorgeschlagen, die Dienste bei Chantalle nur noch im Doppelpack anzubieten. Mein Handeln und meine Entscheidung zeigen dir aber eindeutig, was mir im Leben wichtig ist. Die Hochzeit steht nun im Vordergrund. Ich freue mich darauf wie ein Schneekönig. Wir werden eine Feier im kleinen Kreis zelebrieren, wenn du nichts dagegen hast.“

Er grinste und holte tief Luft. Dann sprach er weiter und drückte Marks Hand.

2 - Schöne Pläne

„Selbst für unseren Tag habe ich mir etwas Besonderes einfallen lassen. Die standesamtliche Trauung wird ganz normal beim hiesigen Amt stattfinden. Die Anzüge werden wir uns bei La Strada fertigen lassen. Antonio ist der beste Maßschneider im Umkreis. Er verwendet für seine Kollektionen nur die feinsten Stoffe der Welt. Ich habe das Bild schon vor Augen. Du und ich im edlen Dreiteiler. Der Moment, wo wir zwei uns die Ringe anstecken und den Kuss geben, spielt sich wie eine suggestive Werbung immer wieder vor meinen Augen ab. Als wenn wir es schon erlebt hätten. Es soll nichts überstürzt werden, aber es würde mich freuen, wenn du mir die komplette Planung überlässt. Ich werde mir einfach ein paar Stunden in der Kanzlei freischaufeln und gewisse Termine planen. Du bist in deiner Arbeitsgestaltung sowieso ein wenig flexibler als ich, so dass ich davon ausgehe, dass du dich auf gewisse Dinge einstellen kannst, wenn ich sie arrangiere, oder?“

Der Anwalt schaute Mark fragend an. Das Gespräch hatte für ihn eine angenehme Wendung genommen. Seine Augen leuchteten bei dem Gedanken an das vorstehende Ereignis.

„Macht dich das glücklich, Kleiner?“

Dieser nickte.

„Ich wünsche mir momentan nichts mehr auf der Welt.“

Ben streichelte ihm zärtlich über den Kopf, wie ein Vater seinem Sohn, der ihm gerade von einer Eins in der Matheklausur berichtet hatte.

„Warte mal ab, Kleiner. Der Abend wird eine komplette Kehrtwende. Auch dann ist Anzugpflicht und wir werden weiterhin galant unseren Gästen gegenübertreten. Nur das Material wird sich ändern. Ich wollte schon immer in Latex heiraten. Aber ich denke, auf dem Standesamt macht sich das nicht so gut. Für die anschließenden Stunden habe ich uns diesen Wunsch erfüllt. Es wird auch eine Pflicht für alle anwesenden Gäste sein. Den Auftrag für unsere Nadelstreifenanzüge aus dunkelblauem Latex habe ich bereits in Auftrag gegeben. Sag nicht, ich habe kein Auge für deine Maße. Die Latexkleidung, die du bisher bei mir getragen hast, war wie maßgeschneidert. Außerdem habe ich einer sehr angesagten Schneiderin, die sich auf Latex spezialisiert hat, einen deiner Cinque Anzüge vorbeigebracht. Es ist der schwarze Anzug, den du letztens auf deiner Tour angehabt hast. Er sitzt dir ausgezeichnet und dein Knackarsch ist in der Hose zum Anbeißen. Die Feier findet abends im Schloss De Sade statt. Eine Location, die in der Regel für regelmäßige Fetish-Events bekannt ist. Es wird aber keine Swinger Party, Kleiner. Keine Angst. Eigentlich wollte ich dir das alles noch gar nicht verraten, aber ich bin einfach zu aufgeregt. Du wirst dich aber über die Gestaltung des eigens angemieteten Festsaals im Schloss wundern. Das bleibt bis zum Hochzeitstag ein Geheimnis. Nur so viel möchte ich dir sagen. Der Geruch von Gummi wird mehr als allgegenwärtig sein. Die Spielräume werden verschlossen. Von den Gästen soll ja schließlich keiner erfahren, was für ein Schweinchen der kleine Mark ist.“

Er kniff ihm leicht ein Auge zu.

„Über die Gästeliste werden wir uns noch unterhalten. Das ist ein Thema, was uns beide betrifft. Aber ich möchte, auch wenn mir egal ist, was die Öffentlichkeit sagt, meine Homosexualität nicht gerade auf dem Präsentierteller darlegen. Die Leute, die geladen werden, sind über uns durchaus im Bilde. Ich meine natürlich die Leute, die ich schon auf die Liste gesetzt habe. Du kannst sie dir gerne zuhause anschauen. Ich habe sie im Büro in einem eigens angelegten Hochzeitsordner abgeheftet. Mein beruflicher Erfolg kommt nicht von ungefähr. Egal, was ich plane, es ist immer gut durchstrukturiert.“

Der Wagen stoppte. Die Scheinwerfer der englischen Limousine tanzten wie kleine Irrlichter an der hellen Hauswand entlang. Kleine und große Insekten gesellten sich zu diesem bizarren Spiel.

Ben drehte den Schlüssel im Eingangsschloss und blickte sich zu Schneewittchen um, die während der ganzen Fahrt keinen Ton von sich gegeben hatte. Die Kleine war schachmatt. Für sie war heute vieles neu gewesen und in einer gewissen Art und Weise, wenn auch anders als bei Mark, eine unbekannte Herausforderung.

Die beiden Männer waren einfach nur platt. Auch wenn der Abend sehr viele geile und aufregende Situationen mit sich gebracht hatte, war die Energie nun komplett verpufft.

Behutsam zog Mark das handliche Körbchen der kleinen Hundedame in langsamen Zügen zu sich heran durch die offene Hintertür des Autos. Schneewittchen war bereits wieder eingeschlafen. Als sie gestoppt hatten und Ben aus dem Wagen gestiegen war, hatte sie nur einmal kurz mit einem halb geöffneten Auge die Lage gepeilt. Einen kleinen Augenblick später war schon wieder ihr gleichmäßiges Schnarchen zu vernehmen gewesen.

Mark legte beide Hände unter die stabile Fläche des gepolsterten Lederkissens wie die Arme eines Gabelstaplers und versuchte dabei, keinen unnötigen Laut von sich zu geben. Das Mädchen sah so friedlich aus. Er beneidete sie in diesem Moment sehr, da er sich auch nichts sehnlicher wünschte, als endlich im Bett zu liegen. Ben schien es wohl nicht anders zu ergehen.

Nachdem er das Auto verlassen und sich die beiden Koffern ähnlichen Taschen mit den Gummisachen gepackt hatte, war er schweigend Richtung Haustür verschwunden. In dem Moment, wo er sie aufschloss, piepte der Luxuswagen kurz im Hintergrund und die Scheinwerfer blinkten zweimal kurz hintereinander auf. Automatisch schaute Mark auf die kleine Hundedame. Doch sie war im tiefsten Hundeschlaf. Selbst ihre Ohren, die sonst immer wie Teleskope eines U-Bootes hin und her gingen, waren im Schlafmodus.

So redselig der Anwalt auch gerade gewesen war, so schweigsam war er jetzt.

Mark trottete ihm einfach hinterher. Dass die beiden Taschen mit dem intensiv riechenden Inhalt einfach in der Diele in die Ecke gestellt worden waren, bewies, wie kaputt Ben war. Es war sonst nicht seine Art, so nachlässig zu handeln.

Seine Gabelstaplerarme fuhren behutsam nach unten und er legte Schneewittchen mit dem Lederkissen lautlos auf dem persischen Läufer in der Essecke ab.

Dann folgte er einfach nur Bens Spur aus Textilien. Einer der italienischer Designerschuhe des Anwalts lag im Fußbereich vor der Treppe, der andere bereits auf der zweiten Stufe. Die Hose mit Bügelfalte und schmalem Ledergürtel hatte Ben in der ersten Etage über die Brüstung des Geländers geworfen. Als Mark das Schlafzimmer betrat, stolperte er fast über ein Knäuel aus Hemd, Weste und Krawatte. Die Situation erinnerte ihn irgendwie sehr stark an Hänsel und Gretel, das Märchen, welches ihm seine Großmutter als Kleinkind immer wieder erzählen musste. Nur handelte es sich hier nicht um Brotkrumen, die den richtigen Weg markierten.

Der Anwalt lag schon, nur noch mit einem Latexslip begleitet, in Bauchlage quer auf dem Bett und schnarchte fast so, wie Mark es gerade noch von Schneewittchen vernommen hatte. Auch er war hundemüde, musste aber über Ben grinsen.

„Du geiler Sexprotz. Selbst nach einem so intensiven Gummiabend kannst du dich von dem Material nicht trennen!“

Mark war die Ordnung, die er normalerweise über alles liebte, nun auch egal. Der Rest der Familie schlief, und er wollte ebenfalls endlich die Augen zu machen. Morgen würde ihn der Alltag wiederhaben wollen und er musste tatsächlich ein wenig Gas geben, um die Bequemlichkeiten der letzten Tage wieder auszugleichen. Normalerweise war es lächerlich, Existenzängste heraufzubeschwören, aber da es sonst gar nicht seine Art war, auch mal die Tagesziele außer Acht zu lassen, klopfte sein Herz bei dem Gedanken, vielleicht doch aus einem schlechten Gewissen heraus, ein paar Schläge schneller.

Wieder schaute er auf Ben, der wie ein lebloser Stein quer über beide Betten lag. Heute würde er sowieso nichts mehr ändern können. Der Schlaf war nun wichtiger als alles andere. Vorsichtig legte er seine Hände auf das gummierte Hinterteil des Anwalts und drückte ihn vorsichtig, aber mit Kraft, schubweise nach vorne, bis er seiner Meinung nach genug Platz für sich selber erkämpft hatte. Seine Kleidung plumpste leblos neben seine Seite des Doppelbetts auf die Erde. Heute war es so eine Art Ausnahmezustand für die übliche Sorgfalt. Der stumme Diener, welcher sonst immer als Ablage seiner Kleidung diente, ging leer aus.

Mit einem stummen Seufzer ließ er sich auf die weiche Matratze nieder. Er war komplett nackt und schmiegte sich in der Löffelstellung an Bens Rückseite. Sein Schwanz und die Eier berührten den glatten Gummiarsch des Anwalts. Mark war müde, doch er merkte schon wieder die Erregung in seinem Glied. Unmöglich konnte das vom Kopf gesteuert sein, dachte er. Dafür war er viel zu müde. Es schien, als wenn sein Schwanz für sich selber denken würde. Er legte seinen linken Arm um den gleichmäßig auf und ab bebenden Oberkörper vor ihm. Einen kurzen Augenblick später hatte auch ihn der Schlaf überrollt. Nur sein Schwanz, der nicht zur Ruhe zu bringen war, wippte in Abständen am Gummiarsch des Anwalts hin und her, als wenn er einen Plan aushecken wollte.

Die Nacht war kurz und unruhig. In Marks Kopf spielten sich immer wieder die gleichen Szenen ab, Erlebnisse der letzten Tage, vermischt mit wirren und fiktiven Geschehnissen, die sich heimlich in den Ablauf der Träume einschlichen.

3 - Der nächste Tag

Als er nach ein paar Stunden schweißgebadet wach wurde und fast aus dem Bett fiel, war die Seite neben ihm bereits leer. Nur ein kleines Schokoladenherz in einer goldenen Verpackung lag in der Mulde, die noch ein wenig die Silhouette des Anwalts erkennen ließ. Mark griff nach der Köstlichkeit, wobei ein Stück Papier aus dem Rand der beiden sich überlappenden Schichten der Verpackung fiel.

„Wie die Schokolade auf deiner Zunge schmelze ich jeden Tag aufs Neue dahin, wenn ich weiß, dass du bei mir bist.“

Marks Augen wurden feucht. Er fühlte sich ein wenig wie in einem Rosamunde Pilcher Roman, aber das war ihm egal. Wieder schaute er auf die saubere Schrift des Anwalts auf dem kleinen Stück Papier. Wie ordentlich und deutlich es geschrieben war. Auf so einem Papierfetzen hätte ich das nie hinbekommen.

Er war gerührt und wickelte gedankenverloren die braune Köstlichkeit in Herzform aus der Folie.-Milchschokolade mit einem leichten scharfen Erdbeergeschmack.- Das goldene Verpackungspapier hatte er, ohne groß nachzudenken, im Hohlraum seiner linken geschlossenen Hand zu einer kleinen Kugel zusammengeknüllt.

Der Geschmack hatte ihn neugierig gemacht. Es war gar nicht so einfach, die kleine Kugel wieder so auseinander zu bekommen, damit zu erkennen war, was auf ihr geschrieben stand.

Nach einer kurzen Zeit hatte er es endlich geschafft. Das goldene Verpackungspapier sah zwar immer noch recht mitgenommen aus, aber es war klar und deutlich genau mittig ein Datum zu erkennen. 19.09. Dieser Tag lag in der Zukunft, nicht allzu weit entfernt, fast greifbar.

Um sicher zu gehen, wie viele Tage ihn aktuell von diesem mysteriösen Tag X trennen würden, griff er kurz zu seinem Smartphone, welches in einer Dockingstation auf der Nachtkonsole lag. Das Display leuchtete auf, als er aus der kleinen Vorrichtung nahm. Er rechnete kurz. Bis zum 19. September waren es noch etwas 7 Wochen. Was wollte ihm Ben nur mit dieser ominösen Botschaft mitteilen? Sollte es vielleicht der Tag sein, an dem er ihm das Ja-Wort geben würde? Eigentlich konnte es doch nichts anderes bedeuten.

Mark war sich relativ sicher, dass sein lieber Anwalt soweit schon alles sorgfältig vorbereitet hatte. Sein Herz klopfte wie wild. Es war eine Mixtur aus Euphorie und Beklemmung, die aber keineswegs negativ wirkte. Vor Monaten hatte er sich nicht träumen lassen, dass der sichere Hafen der Ehe auch mal in diesem Leben für ihn ein Thema sein würde.

Übermütig rollte er sich quer durchs Bett und plumpste auf der gegenüberliegenden Seite wie ein nasser Sack auf die Erde.

„Autsch.“

Schmerzhaft verzerrte er das Gesicht, musste aber im nächsten Moment über sich selber lachen. Vor ihm aus der Wand gegenüber lachte ihn ein glücklicher Mittvierziger an. Mark streckte seine rechte Hand nach vorne und zeigte auf sein Spiegelbild.

„Du hast es dir verdient. Auf jeden Topf passt ein Deckel. Das habe ich dir immer wieder gesagt. Du siehst, ich habe Recht gehabt, wie immer. Dann kniff er sich selber ein Auge zu. Wir sehen uns, mein Freund.“

Er erhob sich aus seiner unbequemen Position. Es wird Zeit, dass ich nun auch endlich zu Pott komme. Das Handy hielt er noch immer in der Hand. Auf dem Weg nach unten wählte er die Nummer seiner Schwester. Sie musste für ihn auf seinem Kalender im Studio nachschauen, ob für die nächsten Tage Behandlungstermine eingetragen waren. Eigentlich trug er soweit alles in seinem Handykalender oder auf dem Notebook ein, aber seitdem er denken konnte, wurden die Termine seiner Stammkunden zur Kosmetikbehandlung nur zuhause eingetragen.

Wenn er Glück hatte, war seine Sis noch zuhause. Seitdem sie mit ihrem in die Jahre gekommenen Adonis zusammen war, nahmen es beide mit geregelten Arbeitszeiten nicht mehr ganz so eng. Ein ausgefülltes Liebesleben und ein Tag, der mit Sex in immer wieder neuen Varianten beginnen konnte, war die Grundlage eines erfolgreichen Arbeitstages. So hatte Jess ihm das vor kurzem erst erklärt, nachdem das lustvolle Schreien der beiden ihn darum gebracht hatte, die morgendlichen Nachrichten im Radio zu verstehen.

4 - Ein Telefonat mit Jess

Er ließ es einige Male klingeln und wartete schon darauf, dass endlich die Mailbox aktiviert würde.

Eine gehetzte Stimme unterbrach die monotone Musik in der Warteschleife. Jess hatte mal irgendwann „You’re my heart, you’re my soul“ von Modern Talking runtergeladen. Für die meisten Leute war es ein No Go, aber sie war damals auf die Musik von Dieter Bohlen und Thomas Anders total abgefahren. Mittlerweile war es auch nicht mehr ihre vorrangige Musikrichtung, aber die Melodie im Handy blieb und bestrafte jeden, der darauf wartete, dass sie endlich das Gespräch beantwortete.

„Mark, dich gibt es noch?“

Sie klang ein wenig außer Atem, aber keineswegs genervt.

„Bist du zuhause, Jess? Ich muss dir gestehen, dass ich durch Ben meinen Job ein wenig aus den Augen verloren habe. Wenn du in der Wohnung bist, könntest du bitte mal kurz in mein Studio runtergehen und schauen, ob diese Woche noch was an Terminen ansteht? Monika müsste eigentlich wieder fällig sein. Irgendwie habe ich so etwas in Erinnerung.“

Jessica gluckste kurz in den Hörer.

„Momentan kommen mein geiler Hengst und ich gar nicht aus den Federn. Ich glaube nicht, dass er in seiner alten Beziehung so potent war. Mir scheint es, dass er einiges an Nachholbedarf hat. Er sucht sich die unmöglichsten Orte für eine geile Nummer aus. Stell dir vor. Gestern haben wir es in der Vorratskammer der Kantine in der Mittagspause getrieben. Die Firmenkantine ist mittags immer gerammelt voll. Ich konnte praktisch das Schmatzen der Kollegen und Kolleginnen durch die dünne Wand hören, als Momsen mich mit seinem Liebesspeer verwöhnte. Es ist so prickelnd, an solchen Orten seine Geilheit unter Kontrolle zu halten. Mein Liebesgott schafft das auch nicht immer; außerdem spricht er so schön versaut, wenn er mich zureitet.“

„Jess, ich freue mich, dass alles zu deiner vollen Zufriedenheit läuft, aber manche Dinge solltest du lieber für dich behalten. Ich hoffe nicht, dass du anderen Leuten gegenüber so redselig bist.“

Seine Schwester kicherte wieder wie ein kleines Schulmädchen in den Hörer.

„Sorry, du hast recht. Ich dachte nur, so könnte ich dir auch mal entlocken, was du mit Ben so treibst.“

„Der Genießer schweigt einfach nur, Jess. Mit Ben ist alles gut. Er hat halt viel um die Ohren, aber er hat um meine Hand angehalten.“

Er wartete eine Reaktion ab, doch seine Schwester schwieg.

„Sis, alles o.k. bei dir? Jetzt habe ich dir etwas anvertraut und es war wahrscheinlich doch falsch.“

5 - Der Spatz in der Hand

„Nein, nein, kleiner Bruder. Ich freue mich ja für dich, aber ein wenig Neid kommt schon auf. Momsen ist ein bezaubernder Mann und ein Gott im Bett, aber optisch kann er dem Anwalt natürlich das Wasser nicht reichen. Ich sage es dir im Vertrauen, da Josef sich gerade duscht. Er ist lieb, aber nur zweite Wahl. Als Ben mir eine Abfuhr erteilt hatte, habe ich einfach nur Panik bekommen, dass der Zug für mich eines guten Tages ganz abgefahren ist. Momsen wollte mich vom ersten Tag an. Nun hat er seinen Willen bekommen. Bens Entscheidung hat mir stark zugesetzt, aber letztendlich konnte ich sehr gut damit leben, weil ich wusste, dass er sich für dich entschieden hat. So bleibt es zumindest in der Familie. Die Nachricht über eure Hochzeit ist sehr schön und ich freue mich so sehr für euch, aber es versetzt mir auch ein wenig einen Stich ins Herz. Sei mir nicht böse, Mark. Soll ich gleich zurückrufen oder wartest du, bis ich wieder am Telefon bin? Ich gehe eben runter und schaue auf deinen Kalender.“

„Ich warte, Jess. Das ist kein Problem. Vielen Dank, auch für deine Ehrlichkeit mir gegenüber. Sei froh, dass Ben sich dir gegenüber sehr früh geoutet hat. Ich verstehe deinen Schmerz, aber lieber zu früh als zu spät. Er kann mit Frauen nichts anfangen. Das kann ich dir versichern. Auch du hättest das nicht ändern können. Auch wenn ich über Momsen nicht urteilen kann und ihn bis vor kurzer Zeit nur als deinen Chef kannte, möchte ich dir ans Herz legen, dass der Spatz in der Hand besser als die Taube auf dem Dach ist. Schönheit ist nicht alles. Ein guter Charakter und ein Herz aus Gold ist sehr viel mehr wert.“

Ihm lag es auf der Zunge, etwas über die Tätigkeit im Empire zu erwähnen, aber er konnte verschwiegen sein. Das war etwas, was er besser für sich behalten wollte. Er wollte ihr Bild von dem makellosen Anwalt nicht ins Wanken bringen. Jess hatte ihr Telefon wohl an die Seite gelegt, ohne etwas zu erwidern. Dumpfe Schritte, die sich schnell entfernten, bestätigten seine Vermutung. Kurze Zeit später kamen sie wieder näher.

„Bist du noch dran, Mark?“

Es war eine rhetorische Frage, denn sie sprach sofort weiter.

„Ich habe deinen Kalender mitgebracht. Ohne dich in Panik zu versetzen, muss ich dir mitteilen, dass du bereits gestern zwei Termine versäumt hast. Elena Petersen 13. 00 Uhr und Herr oder Frau Förster 16.00 Uhr. Die Petersen ist wohl die Frau von dem BMW-Händler, oder? Was frag ich. Sie kommt in regelmäßigen Abständen zu dir. Förster lese ich hier zum ersten Mal. Es steht auch „telefonischer Ersttermin“ daneben. Ist ja ein guter Start, wobei doch der erste Eindruck immer der wichtigste Eindruck ist.“

Mark wurde es ganz anders am Telefon. Er dachte an letzte Nacht und hörte immer wieder seine Schwester den Namen Förster ins Telefon sagen. Klar, es war der Immobilienmakler, der ihn letzte Nacht noch kräftig durchgevögelt hatte. Er wollte sich bei seiner Schwester bedanken, doch ein Kloß im Hals, der sich innerhalb von Sekunden gebildet hatte, hinderte ihn daran.

„Ich…,“

er räusperte sich kurz,

„ich meine, ich…,“

Wieder geriet er ins Stottern.

„Alles o.k. bei dir, Kleiner?“

Mark drehte kurz den Kopf zur Seite und hustete hohl in seine Hand. Danach ging es wieder.

„Nein, nein, Jess, ich habe mich nur an meinem Kaugummi verschluckt, was ich noch im Mund hatte. Stehen die Rufnummern hinter den Terminen? Normalerweise notiere ich sie immer, falls doch etwas dazwischenkommt.“

„Ja, ich nenne sie dir.“

„Warte kurz. Ich hole mir eben kurz Zettel und Stift.“

Eigentlich brauchte er nur kurz neben sich zur Seite greifen. Auf einem Beistelltisch in der Essecke, wo er sich in der Zwischenzeit niedergelassen hatte, befand sich ein kleines Plastikgestell mit der Aufschrift „Dies und Das“. Darin befanden sich kleine bunte Notizzettel, die nur darauf warteten, beschriftet zu werden. Seitlich in einer Mulde steckte ein pinkfarbener Kugelschreiber. Auch wenn Mark gerade nicht unbedingt zum Lachen zumute war, musste er schmunzeln. Das passte überhaupt nicht zum Anwalt. So etwas Schrilles war für den Anwalt normalerweise ein No Go.

„Schieß los, Sis.“

Nachdem sie ihm die Nummern genannt hatte, verabschiedete er sich kurz angebunden mit dem Hinweis, dass er beide Kunden sofort anrufen, sich entschuldigen und einen neuen Termin vereinbaren wollte.

„Ich melde mich, Jess.“

„Adieu, kleiner Bruder.“

6 - Terminverschiebung

Der Anruf im Autohaus, wo Frau Petersen als Chefin im Büro arbeitete, ging ihm schnell von der Hand. Glücklicherweise war die ehemalige russische Schönheitskönigin, die ihren Mann auf einer Autoshow in Moskau kennengelernt hatte, schon lange Zeit bei ihm Kundin. So ein Malheur war ihm ihr gegenüber noch nie passiert. Er hatte ihre Durchwahl und entschuldigte sich mit der Notlüge, dass er gestern mit einer Magen- und Darmverstimmung im Bett gelegen hatte.

„Er durfte halt durch die jetzige Situation nicht so einfach sein altes Leben mit einem Schlag in den Hintergrund stellen. Das war Schwachsinn. Ben ging auch gewissenhaft seiner Arbeit nach. Seinen Ruf in der Kosmetikbranche und die Stammkunden in seinen eigenen vier Wänden hatte er sich in mühevoller Kleinarbeit aufgebaut. In den letzten Wochen war er ein wenig zu nachlässig geworden. Das musste sich ändern. Generell müsste er oder auch Ben überlegen, wie es nach der Hochzeit weitergehen würde. Das Haus des Anwalts war groß genug, dass man sehr gut ein Kosmetikstudio unterbringen konnte. Auch wenn Mark vielleicht doch ein paar feminine Hormone zu viel hatte, konnte er sich nicht als Hausfrau mit Putztuch und Schürze vorstellen, um es mal krass auszudrücken. Das war ein Punkt, den er unbedingt kurzfristig mit dem Anwalt besprechen musste.“

Gebannt schaute er auf den kleinen Notizzettel.

„Es führte kein Weg daran vorbei, die zweite Nummer anzurufen.“

Zitternd hüpften seine Finger über den Touchscreen seines Handys. Die Nummer, die hinterlegt war, war eine Mobilnummer. Es klingelte 3 Mal.

„Förster Immobilien, Frank Förster.“

Diese Stimme war ihm nur zu sehr vertraut. Obwohl er im Empire durch seine Rubberdollmaske ein wenig von der Außenwelt abgeschirmt war, hatte er das sich steigernde Stöhnen bei jedem harten Stoß in den Gummiarsch mitbekommen. Wenn er nicht gerade so eine Wut auf diesen Mann gehabt hätte, weil er durch seine Erpressung die Existenz von Ben aufs Spiel hätte setzen wollen, hätte er die Situation am Abend zuvor nicht gerade als unangenehm empfunden. Der Mann wusste, wie man eine Gummipuppe hart und kräftig durchficken musste, auch wenn es ihm im Rollenspiel so befohlen wurde. Förster hatte die harten und weichen Fickstöße genau dosiert und dabei seine prallen Gummititten massiert. Teilweise hatte er sogar seine Finger der rechten Hand ein wenig in die Lustspalte der Gummimöse versenkt, als wenn er beim Fick die Schamlappen massieren wollte. Alles in allem hatte Mark diesen Fick genossen, was er dem Anwalt natürlich nicht erzählen durfte.

„Hallo, ist da noch jemand am Telefon?“

Försters Stimme klang ein wenig verwundert.

„Entschuldigen Sie bitte, Herr Förster. Hier ist Mark Winter. Sie hatten gestern mit mir einen Kosmetiktermin vereinbart. Es ist mir irgendwie durchgegangen, was sonst wirklich nicht meine Art ist.“

Mark versuchte sein Unwohlsein nicht durch die Stimme erkennbar werden zu lassen. Innerlich zitterte er wie Espenlaub.

Hatte er am Vorabend etwas gesagt, was auch Förster hätte vernehmen können? Eigentlich wäre das mehr als unmöglich. Durch die Mundauskleidung der Rubberdollmaske wäre so etwas überhaupt nicht möglich. Nur vielleicht ein Stöhnen oder undefinierbare Laute. Klang seine Stimme dann nicht sowieso ganz anders?

Förster musste lachen.

„Schönen Dank für den Anruf, Herr Winter. Wissen Sie was? Wo Sie so ehrlich sind, muss ich Ihnen auch etwas gestehen. Den Termin habe ich total verschwitzt. Gestern war ein turbulenter Tag. Wir können gerne kurzfristig etwas Neues vereinbaren. Immerhin habe ich über ihre Kosmetikkünste nur Positives vernommen. Meine Sekretärin, Frau Babette, ist sehr angetan von ihrer Leistung. Sie hatte von ihrem Mann letztes Weihnachten eine Wellness-10er-Karte zur Aquabrasion in ihrem Institut geschenkt bekommen. Sie glauben gar nicht, wie oft sie mir in den Ohren hängt, was ihr diese kleine Auszeit bei Ihnen bringt. Vom Ergebnis ganz zu schweigen. Frauen ticken da sowieso noch ganz anders, aber sie hatte mich neugierig gemacht. Wenn man wie ich sehr starken Kundenverkehr hat, sollte man schon auf sein Äußeres achten. Außerdem wird man auch nicht jünger. Ich würde mich gerne erst einmal bei Ihnen beraten lassen, zu welcher Anwendung Sie mir raten. Hautprobleme habe ich nicht unbedingt, aber durch die Geburt unseres letzten Kindes kombiniert mit dem Stress im Alltag fühle ich mich momentan sehr abgespannt. Wenn ich mit ihrer Leistung zufrieden bin, wovon ich ausgehe, werde ich auch Manuela, meine Frau, mit einer Behandlung bei Ihnen überraschen. Warten Sie kurz. Ich schaue mal eben in meinem Terminkalender nach, wann es bei mir kurzfristig passt.“

Mark hörte wie Förster ein paar Blätter bewegte.

„Wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich schon sehr gerne heute Nachmittag so gegen 17 Uhr kommen. Wäre Ihnen das recht? Normalerweise spiele ich immer mittwochs mit einem Freund Squash, aber er ist bis kommende Woche mit der Familie im Urlaub. Was meinen Sie? Wäre es möglich?“

Mark hatte zwar die Stimme von Förster vernommen, war aber durch die Bilder des Vorabends, die nicht aus seinem Kopf verschwinden wollten, abgelenkt.

„Entschuldigen Sie? Was haben Sie gesagt?“

Es war ihm ein wenig peinlich, aber er versuchte sich aus der Affäre zu ziehen.

„Die Verständigung ist nicht so besonders. Ihre Sätze kommen stark unterbrochen an. Ich bin gerade nicht zuhause. Das Netz ist hier wohl nicht so gut.“

„Kein Problem. Da meint man doch, dass die Technik immer besser wird, aber mit den Handynetzen ist es wohl noch ein weiter Weg. Haben Sie heute Nachmittag um 17 Uhr Zeit?“

„Kein Problem, Herr Förster. Ich freue mich auf Sie. Wir werden uns erst einmal bei einem Kaffee zusammensetzen und ihr Hautbild analysieren. Glauben Sie mir, Sie werden schon nach einigen Behandlungen eine positive Veränderung feststellen. Sie haben meine Adresse?“

„Babette hat mir ihre Visitenkarte gegeben. Daher hatte ich auch ihre Telefonnummer. Auch ich freue mich. Gegen ein wenig Entspannung habe ich absolut nichts einzuwenden. Bis nachher dann. Ich denke, dieses Mal werden wir beide sicherlich den Termin nicht vergessen.“

Dann hatte er aufgelegt.

7 - Sündige Gedanken

Mark war es richtig schlecht. Immer wieder hatte er vor Augen, wie Förster ihn auf dem Stuhl mit seinem üppigen Glied verwöhnte. Warum konnte er dieses Bild nicht einfach aus seinem Gedächtnis streichen? Selber verurteilte er Ben, dass er bis gestern als Gummimann seine Dienste bei Chantalle angeboten hatte, aber ihm war eines klar. Er wollte diese Situation im Empire nochmals erleben, nur beim nächsten Fick wollte er eine Änderung. Die Session sollte nur zu zweit sein. Förster komplett in Gummi in ihm als nymphomane Gummipuppenhure. Vielleicht wollte er das nur einmal erleben. Dann würde Schluss sein. Sicherlich plagte ihn das schlechte Gewissen Ben gegenüber, aber war er denn in der Vergangenheit besser gewesen. Wenn der Anwalt und er sich das Ja-Wort geben würden, wäre es mit den Seitensprüngen sowieso vorbei.

Er versuchte immer wieder, die Gedanken zu verdrängen, doch sein Bauchgefühl sagte, dass er das Ding mit Förster durchziehen musste. Eine ganz normale Gumminummer, wie gestern Abend. Einfach nur Sex, der beide zufriedenstellen würde. Wie sollte er es nur anstellen? Förster wusste ja im Prinzip bis jetzt noch nicht, dass er seinem angehenden Kosmetiker noch einen Tag zuvor seine Sahne in den Gummiarsch gespritzt hatte.

Mark sah sich, wie zuvor schon oben im Schlafzimmer, in einem Spiegel an, der an einer Seite der Essecke angebracht war.

„Du bist eine kleine dreckige Gummischlampe. Ben hat dich auf den Geschmack gebracht, und nun kannst du nicht mal einen Tag mehr ohne einen dicken Prengel im Gummiarsch vergehen lassen.“

Er schaute kurz auf die moderne Wohnzimmeruhr.

„Es nützte alles nichts. Wenn er seinen normalen Tagesablauf wieder in den Griff bekommen wollte, musste er sich schnellstens auf den Weg nach Hause machen.“

Kurz wählte er die Nummer des Anwalts an. Es klingelte nur einmal und die vertraute warme Stimme ertönte.

„Was gibt es, Kleiner? Ich stehe ziemlich unter Strom.“

„Sorry, Ben. Ich möchte nicht stören, aber ich glaube, es ist besser, wenn ich mal für 2 Tage in die eigenen Gemächer fahre und meinen Arbeitsablauf für die kommenden Tage und Wochen organisiere. Ich habe mit Jess gesprochen. Gestern habe ich bereits zwei Termine in meinem Kosmetikstudio versäumt. Einen kann ich bereits heute nachholen. So etwas sollte nicht noch einmal passieren. Schließlich lebe ich zum Teil davon. Ich habe die letzte Zeit meine Arbeit ein wenig vernachlässigt. Rufe mich einfach heute Abend an, wenn du mit deinem letzten Klienten durch bist.“

„Ich verstehe dich, Kleiner? Es ist schon klar, dass keiner von uns beiden sein altes Leben von jetzt auf gleich bei Seite schieben kann. Dafür habe ich volles Verständnis. Ich rechne es dir hoch an, dass du dein eigenes Geld verdienen möchtest, auch wenn du es, sobald wir zusammenwohnen, nicht mehr nötig hättest. Eine kleine männliche Hausfrau, der ich es jeden Abend nach einem anstrengenden Tag im Büro besorgen kann, würde mir aber schon gefallen.“

„Darüber wollte ich mit dir sowieso in aller Ruhe sprechen, Ben.“

„Wir finden sicherlich eine Lösung, Kleiner. Jetzt muss ich aber Schluss machen. Doris hat schon den nächsten Klienten vorne festgehalten, da ich fünf Minuten Auszeit brauchte. Du hast also zu einem günstigen Zeitpunkt angerufen.“

„Wann hast du den letzten Termin, Anwalt?“

Mark hatte Angst, dass seine Frage zu offensichtlich war, aber er wusste ja auch nicht, wie die Sache mit Förster heute ausgehen würde.“

„Ich melde mich gegen 21.00 Uhr bei dir, Mark. Das dürfte passen. Mein letzter Termin ist ein Geschäftsessen mit einem Arbeitskollegen. Ich wollte es dir eigentlich jetzt noch nicht sagen, aber ich überlege, in eine Gemeinschaftskanzlei einzusteigen. Dann hätte ich auch mehr Zeit für uns.“

Mark hörte ein dumpfes Klopfen im Hörer.

„Alles klar, Kleiner. Bis nachher. Der Klient steht schon vor der Tür.“

„Bis nachher, Anwalt.“

Mark schmatzte einen Kuss durch den Hörer. Dann war es still.

„Theoretisch hatte er jetzt noch ausreichend Zeit“, ging es ihm durch den Kopf, „um sich in Ruhe fertig zu machen und eine Tasse Kaffee zu trinken. Die relativ kurze Nacht, wobei er ja noch mehr Schlaf als Ben genießen konnte, steckte ihm noch ein wenig in den Gliedern. Zudem war noch die Nachwirkung der Fickaktionen des gestrigen Abends zu spüren. Es war kein unangenehmer Schmerz, aber manchmal hatte er das Gefühl, als wenn ein dicker Schwanz noch in seinem Arsch stecken würde. Wenn man bedenkt, wie ruhig es um sein Sexualleben noch vor einiger Zeit gestanden hatte. So wie Jess hatte er sich immer selbst mit irgendwelchen Dildos verwöhnt, die den Namen eines bekannten Pornostars trugen und sich voneinander durch extreme Dimensionen in Breite, Länge und Krümmung unterschieden. Ein richtiger Schwanz, idealerweise noch komplett gummiert mit dem dazu gehörigen Gummitypen war ihm weitaus lieber. Bei Förster war es was anderes als bei seinem Schatz. Bei Ben war es Liebe. Dort passte auch das Gesamtpaket. Ein gut situierter, intelligenter Anzugträger, der privat auf Latex stand und aktiv war. Das war absolut der Traummann, den er sich immer gewünscht hatte. Förster hingegen war einfach nur ein Objekt der Begierde für einen Fick als Rubberdoll. Vielleicht war es auch ein wenig das Verbotene, das Heimliche und der Gedanke, wie eine nymphomane Gummihure kräftig benutzt und vollgerotzt zu werden.“

Alleine bei dem Gedanken merkte er schon wieder den starken Knüppel zwischen seinen Beinen.

„Für heute Abend würde er praktisch freie Bahn haben. Die Behandlungsliege im Kosmetikstudio würde sehr gut als Fickstuhl dienen können. Schließlich konnte man Rücken- und Kopfteil bequem im Winkel verstellen und die Fußteile jeweils nach links und rechts zur Seite schieben. Es war ein Risiko. Förster wusste von all dem noch nichts. Er konnte sich auch bei einer unmittelbaren Konfrontation zu Tode blamieren. Es war ein Pokerspiel oder eine Art russisches Roulette. Wenn er verlieren würde, hätte er einen gerade neu gewonnenen Kunden weniger, wenn er siegen würde, dürfte er sicherlich den Fick von gestern erneut erleben. Egal, er wollte das Gummipuppen-Outfit auf jeden Fall mit nach Hause nehmen. Würde es spontan klappen, dass Förster anbeißen würde, konnte er sich noch schnell für eine Nummer im Behandlungsstuhl umziehen. Ben durfte nur nicht durch irgendeinen Zufall merken, dass die Gummisachen fehlten. Würde es ihm auffallen, konnte er immer noch sagen, dass er die Sachen mit in seine Wohnung genommen hatte, um ihm bei einer Übernachtung in der Wohnung in Gummi dienen zu können. Sicherlich würde er es aber gar nicht merken. Momentan gab es für den Anwalt keinen Grund, das Gummigewölbe aufzusuchen, wenn er nicht da war. Er ging davon aus, dass Bens Geheimnis nur die Tätigkeit im Empire war. Es war sehr unwahrscheinlich, dass da zuhause noch etwas anderes laufen würde.“

Bevor er ging, machte er sich noch einen starken Kaffee, zog einen seiner Glencheck Anzüge an und machte sich auf den Weg in die heimliche Gummispielstätte.

Als er die Kombination eingab, fühlte er sich wie Aladdin mit der Wunderlampe, als er die Höhle mit dem Schatz öffnete.

Der unbeschreibliche Gummigeruch strömte ihm entgegen. Diese Ausdünstung hatte auf Mark immer wieder die gleiche Wirkung. Das war einer der schönsten Gerüche, die er sich vorstellen konnte.

8 - Die geile Rubber Doll

Vorsichtig, ohne auch nur ein auffälliges lautes Geräusch zu verursachen, öffnete er einen Schrank auf seiner Hälfte. Die Gummipuppenausstattung, die er gestern getragen hatte, befand sich noch in der Tasche, die sie mitgenommen hatten. Fatima hatte sie zwar in Windeseile gesäubert, aber sowohl Ben als auch er waren in der Nacht zu kaputt gewesen, um die Latexkleidung wegzuräumen.

Er entschied sich für das Dienstmädchenkostüm, welches er beim ersten Mal für den Anwalt hatte tragen müssen. Die Grundausstattung war identisch mit dem Anzug von gestern. Hier war alles nur ein wenig ausgeprägter. Die Gummimuschi, der Analkondom und die Gummititten mit den extremen Nippeln waren um einiges größer als am anderen Rubberdoll-Outfit.

„Vielleicht machte das Förster ja noch mehr an.“

Die anatomische Maske mit Haube hatte aufgemalte Augen, rote wulstige Latexlippen, aus deren Mitte ein Mundkondom ragte.

„Mit der engen Dienstmädchenuniform, der passenden Schürze und den glänzenden High Heels würde Förster sicherlich genauso geil sein wie gestern, auch wenn kein Gummiherr ihm den Befehl gab, eine Gummipuppenhure zu ficken.“

Die anderen Sachen, die sie gestern ins Rubber’s Empire mitgenommen hatten, wollte er aber noch schnell wegräumen. Da er Ben sowieso eine liebe Notiz hinterlegen wollte, würde er es kurz erwähnen. Käme der Anwalt auf die Idee, die Taschen leer zu räumen, wäre das Risiko, dass er einen kleinen Fehlbestand bemerken würde, sehr viel größer.

Das Wegräumen der Latexkleidung war relativ schnell erledigt. Bens dicken schwarzen Anzug hängte er auf einen dafür vorgesehenen Bügel. Mit Bewunderung betrachtete er jedes einzelne Stück, welches er sorgsam in die Schränke räumte. Fatima verstand ihre Arbeit wirklich professionell. Sie hatte in dem kurzen Zeitraum nach der Gummisession alles wieder auf Hochglanz gebracht.

„Er könnte sicherlich noch eine Flasche Silikon mitnehmen.“

Im unteren Bereich eines Schrankes auf der anderen Seite befanden sich mehrere Kartons mit kleinen schwarzen Flaschen.

„Es würde sicherlich nicht auffallen, wenn eine davon fehlte. Die letzten Male war er für die Reinigung der Gummikleidung nach den Sessions mit Ben verantwortlich gewesen. Auch da waren schon mehrere der kleinen Behältnisse drauf gegangen und er hatte sich darüber keine Gedanken gemacht. Der Anwalt würde vielleicht auch verstehen und es vielleicht sogar geil finden, wenn Mark sich alleine zuhause in Gummi kleiden und befriedigen würde. Wobei er nun wieder an den Vertrag dachte. Eigentlich widersprach sein jetziges Denken und Handeln komplett den Statuten des Schriftstücks. Selbstbefriedigung war strengstens untersagt. Er wusste, was es bedeutete, ein Schwanzgefängnis zu tragen. Das wollte er nicht nochmals erleben. Für ihn war es damals eine Demütigung gewesen, die anfangs sicherlich zur Rollenverteilung dazu gehörte. Nun war aber die Beziehung und auch der Vertrag auf Vertrauen aufgebaut. Ben hatte ihm vom Empire erzählt und ihn in sein Gummispiel einbezogen. Er hatte seine Kunden für Geld als Gummimann benutzt, gedemütigt und erniedrigt, ihn dabei aber nie zu kurz kommen lassen.“

Engel und Teufel machten sich in seinem Kopf breit und lieferten sich gerade ein kleines Duell.

„Nur eine geile Gumminummer mit Förster heute nach der Behandlung. Das war alles, was er wollte. Allerdings wusste er auch, wie penetrant und aufdringlich der Immobilienmakler sein konnte, wenn er Blut, oder in diesem Fall Gummi, geleckt hatte. Er wollte es einfach auf die Situation ankommen lassen. Würde er das Gummi hervorholen und von seiner Identität im Gummipuff erzählen, könnte er genauso gut alles verlieren. Allerdings wusste der Makler ja nicht, in welcher Beziehung er zu dem Anwalt stand. Das Zusammenspiel in dem SM-Zimmer sagte nichts darüber aus, wie die teilnehmenden Personen zu einander standen.“

Der Teufel siegte. Geschmeidig und glänzend tauchte die Latexkleidung und die Silikonflasche in die Sporttasche. Schnell verschloss er den Reißverschluss, damit auch niemand etwas von dem Inhalt erahnen konnte. Als er die Taschen gerade in seinem Auto verstaute, parkte Marias kleiner Fiat Panda neben ihm. Das war wirklich Timing. Obwohl sie ja keine Hellseherin war, seine Taschen nicht durchleuchten und auch nicht seine Pläne des heutigen Abends erahnen konnte, schlug sein Herz wie verrückt.

„Señor Mark, du musst weg?“

Er küsste Maria leicht auf die linke Wange.

„Ich habe berufliche Termine, die sich nicht verschieben lassen. Das wird sich alles einpendeln, wenn Ben und ich …“

Er stoppte und Maria schaute ihn fragend an.

„Ja, Señor Mark? Wenn Sie was?“

Mark wusste nicht, inwiefern der Anwalt die Haushälterin schon in seine Hochzeitspläne eingeweiht hatte.

„Sich jetzt zu verplappern, wäre vielleicht kein feiner Schachzug.“

Sein Gesicht lief rot an.

„Ich meine, wenn Ben und ich die kommenden Wochen planen. Er hat so viel Stress in der Kanzlei. Ich habe mich die letzten Wochen ein wenig gehen lassen. Das hat sich nun auch bemerkbar gemacht. Ich muss los, Maria.“

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9783742720948
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