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Martin Zoller
Intuition als Schlüssel deiner Seele
Martin Zoller
Intuition
als Schlüssel
deiner Seele

1. Auflage 2011
© Giger Verlag GmbH, CH-8852 Altendorf
Tel. 0041 55 442 68 48
www.gigerverlag.ch
Lektorat: Monika Rohde, Leipzig
Umschlaggestaltung: Hauptmann & Kompanie, Zürich
Layout und Satz: Roland Poferl Print-Design, Köln
e-Book: mbassador GmbH, Luzern
ISBN 978-3-905958-02-7
eISBN 978-3-905958-27-0
Inhalt
Vorwort
Landung am Hindukusch
Enttäuscht!
Kabul
Mediale Söldner
Der mediale Profiler
Der Löwe von Panjshir
Die Kraft der Intuition
Aura – Fotografie der Seele
Die Kraft der Magie
Teheran
Mosaik
Bestimmung – gibt es sie?
Bestimmung oder freier Wille?
Astralreisen
Lottozahlen
Wahnsinn?
Hurrikan in Miami
Vorsicht?!
Seelenwanderung
Die Moral der Geschichte ist
Max Göldi
Farben
Remote Viewing
Die Wüstenstadt
Der »Terrorist« und seine Aura
Engel und andere Lichtwesen
Die heilige Stadt
Häufig gestellte Fragen zur Intuition
Das letzte Wort für den Skeptiker
Ganz lieben Dank
Vorwort
Die Intuition ist ein wertvolles Hilfsmittel auf unserem Lebensweg. Oft ohne sie zu spüren oder von ihr zu wissen, schlummert sie verborgen in den Tiefen der menschlichen Seele. Unentdeckt wartet sie darauf, im Leben eingesetzt zu werden. Manchmal dauert es nur Sekunden und man spürt diese geballte Kraft menschlichen Urwissens. In den meisten Fällen muss man das bewusste Spüren der Intuition lernen. Der Schüler benötigt viel Zeit und Fleiß, um das Wissen der Intuition zu spüren und einzusetzen.
Ich habe über die Jahre viele Schulen der Mystik besucht und mich immer wieder für neues Wissen geöffnet. Jede Schule war ein einzelnes Mosaiksteinchen des ganzen Bildes. Lehrmeister und Bücher haben mein Leben begleitet, sind für gewisse Zeitabschnitte an meiner Seite gewesen.
Es ähnelt einer Zugfahrt. Blicken wir durch das Fenster, so sehen wir Bäume, Häuser und Wälder vorbeiziehen. Wir genießen den Moment, können ihn aber nicht festhalten. Mit der Universität des Lebens verhält es sich nicht anders. Lehrmeister, Bücher, Schulen oder Gespräche tauchen in unserem Leben auf, um, einem eigenen Zyklus unterliegend, auch wieder zu verschwinden.
Das Spezielle und Interessante an dieser Zugfahrt ist, dass wir immer wieder offen sein müssen für neue Eindrücke oder intuitive Einblicke. Die Bilder, die wir durch das Fenster sehen können, kann man mit dem Leben vergleichen. Es sind die täglichen Erfahrungen. Wir wissen, dass einzelne Stationen vor uns liegen. Das wären die intuitiv wahrzunehmenden Situationen, die auftreten. An jeder Station aber haben wir die Möglichkeit, uns neu zu entscheiden. Bleiben wir sitzen? Steigen wir aus und machen einen Zwischenstopp? Oder steigen wir aus und fahren mit dem Bus weiter oder fliegen wir sogar?
In meiner Arbeit bin ich tagtäglich mit solchen Fragen konfrontiert. Ich bin überzeugt, dass wir die Möglichkeit eines freien Willens haben. Ich versuche, das auch meinen Kunden und in den Seminaren so zu vermitteln.
So einfach es manchmal scheint, so schwierig ist es aber, an die fast uneingeschränkte Freiheit zu glauben. Das Leben ist um einiges einfacher, wenn man nicht an sich selber glauben muss. Im Job übernimmt der Boss die Verantwortung und im Privatleben oft die Religion. Löst man sich aus der Religion, so unterwirft man sich dafür eventuell einem exotischen Guru aus einer fremden Kultur.
Natürlich ist es nicht gerade einfach, auf die Intuition und die eigenen Gefühle zu vertrauen, auch gibt es familiäre und gesellschaftliche Verpflichtungen. Aber den Weg der individuellen Stimme zu gehen, hat überhaupt nichts mit Egoismus zu tun. Im Gegenteil, ich bin überzeugt, dass die Stimme aus der Seele ein Leben in Gemeinschaft und Verantwortung unterstützt. Die Seele kennt das Geheimnis des Lebens, die Fortpflanzung. Sie sucht eine Gemeinschaft, um sich geschützt zu fühlen und einen Partner, um sich fortzupflanzen.
Das Leben, das dem Ruf der Seele folgt, unterscheidet sich äußerlich nicht von anderen, die in einer fremdgesteuerten Lebensweise leben. Der Unterschied liegt darin, dass der Mensch im ersten Fall frei und ganzheitlich handelt.
Viele Menschen glauben, dass man nur in sogenannten Heiler- oder Therapeutenberufen den Weg der Seele mithilfe der Intuition gehen kann. Aber diese Vorstellung ist falsch. Für das Funktionieren einer Gesellschaft braucht es sämtliche Berufe. Daher werden Seelen mit einem Mathematiktalent, einem Sprachtalent, mit Talenten der Heilung, der Medialität, des Schreibens, des Kochens, des Malens oder des Jagens geboren, um ihre Aufgabe auf der Erde zu erfüllen.
Ebenso gibt es Auren mit unterschiedlichsten Potentialen. Es gibt im Mysterium der Seelen nichts, was es nicht gäbe. Ich habe schon etliche Konstellationen an Aurafarben gesehen und Tag für Tag sehe ich immer wieder neue dieser dem Regenbogen ähnlichen Farbmuster.
Nicht die Natur wertet zwischen besser oder schlechter, sondern der Mensch. Keiner sollte sich besser oder schlechter fühlen in seiner Berufung. Schließlich bringt uns ein schön gestalteter Garten ebenso viel Freude wie eine sanfte Massage an einem schönem Ort oder ein gut verfüllter Zahn.
Mit der Intuition zu arbeiten macht Freude! Es macht Spaß! Man spürt, dass die ausgeführte Arbeit dem eigenen Geist und den Mitmenschen gefällt.
Dem Leser meines Buches möchte ich vorschlagen, Seite für Seite mit offenem Geist zu lesen. Man muss mir nicht in allem zustimmen und meine richtigen und vor allem wichtigen Erfahrungen und Aussagen müssen auch nicht unbedingt in das Lebensbild jeder Frau oder jedes Mannes passen. Aber wenn Sie mit offenem Geist lesen, bleibt bei Ihnen vielleicht doch so einiges hängen.
Ich hinterfrage mich fast jeden Tag, um zu spüren, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Meistens bin ich das, manchmal aber auch nicht. Dann versuche ich, aus meinen Fehlern zu lernen. Ich erforsche die Ursachen, die mich auf den falschen Weg brachten und lerne dazu.
Es ist absolut menschlich, Fehler zu machen. Wichtig ist nur, dass wir daraus lernen und diese nicht wiederholen.
Vielleicht kann mein Buch am ehesten mit einem Dokumentarfilm verglichen werden. Man sieht Bilder, hört Texte und erfährt etwas Neues. Das eine oder andere Bild löst eine besondere Emotion aus. Etwas Gesagtes oder Erklärtes schreibt man sich auf, vielleicht den Namen eines Ortes oder eines Tieres, um in Zukunft mehr darüber zu erfahren. Ist der Film zu Ende, steht man auf und macht weiter in seinem Leben. Aber manche Bilder oder Aussagen, die hängenbleiben, sind von Bedeutung für einen. Man lernt durch sie. Während andere Aussagen, die man nicht teilt oder Informationen, die man nicht versteht, einen anregen könnten, sie zu hinterfragen und zu recherchieren. Glauben Sie mir, in einem Dokumentarfilm wie in meinem Buch handelt es sich um real erlebte Erfahrungen. Die gemachten Aussagen sind also nicht einfach erfunden. Teilen Sie eine Aussage nicht, so überlegen Sie sich, warum. Vielleicht waren Sie noch nicht an dem beschriebenen Ort oder haben die erwähnte Erfahrung noch nicht gemacht.
Ich wünsche Ihnen mit meinem Buch eine spannende Zeit. Wenn ich Sie dazu anregen kann, ein Stück in die Tiefen Ihrer Intuition zu tauchen, freut mich das sehr.
Landung am Hindukusch
Ich war etwas nervös, als unser Pilot der Safi Airways in seinem norwegischen Akzent ankündigte, dass wir bald in Kabul landen würden.
Es war der 5. April 2010, kurz vor sechs Uhr morgens. Die Stewardessen räumten gerade das Frühstück ab. Nur wenige Stunden zuvor noch hatte ich mit Freunden in Dubai Ostereier gesucht. Wir hatten in einem muslimischen Land das orthodoxe Osterfest gefeiert. Gemütlich saßen wir beisammen und genossen den klaren Sternenhimmel unter dem arabischen Nachthimmel.
Erstaunen, aber auch Unverständnis löste mein Reiseziel überall aus. Warum gerade Afghanistan? Warum nicht Afghanistan?, war meine häufigste Antwort. Oft ist es mir zu umständlich zu erklären, wie meine Intuition mich immer wieder an manchmal sehr exotische Orte führt. Nur meinen engen Freunden und Verwandten erzähle ich den jeweiligen Grund meiner Reisen.
In Kabul war ich von einer Kundin und Bekannten eingeladen, im Gästehaus ihrer Firma zu übernachten. Neben dem Besuch dort, spürte ich den starken Drang, diese mir bis dahin völlig unbekannte Kultur kennenzulernen. Auch wollte ich erfahren, inwieweit meine Arbeit im modernen Afghanistan Platz hat. Vielleicht, so dachte ich mir, könnte das Land interessant sein, um in Zukunft dort Seminare zu geben.
In Afghanistan herrschte und herrscht immer noch ein gnadenloser Krieg. Tagtäglich liest man in der Weltpresse über Attentate, Kämpfe und entführte Ausländer. Für viele Leute im Westen ist Afghanistan eine Vorstufe zur Hölle, ein Paradies fundamentalistischer Extremisten, die jegliches Aufflammen neuer Ideen im Keim ersticken.
Niemand in meinem Freundes- oder Bekanntenkreis konnte sich vorstellen, dass ich in Afghanistan Menschen antreffe, die an moderner Spiritualität interessiert sind. Dass dem so sein würde, davon war ich zutiefst überzeugt. Zum einen, weil ich bereits einige Menschen in Kabul kannte und zum anderen, weil ich in der Vergangenheit immer wieder die Erfahrung machen konnte, dass selbst an abgeschiedensten Orten der Welt zumindest einzelne Menschen für moderne Spiritualität aufgeschlossen sind.
Ich wollte in dieses für mich unbekannte Land eintauchen, um an Leib und Seele zu erfahren, wie weit moderne Spiritualität und Medialität in diesem von Krieg und Gewalt zerfressenen Land vorhanden sind. Ich fühlte mich stark geschützt und wusste, dass ich, meiner Intuition folgend, die richtigen Menschen kennenlernen würde.
Als das Flugzeug zum Sinkflug ansetzte, zogen vor meinem inneren Auge die Bilder über den Krieg, die ich aus der Presse kannte, vorbei. Ich war gespannt, was mich tatsächlich erwartete.
Weiße Schneespitzen und riesige Bergketten tauchten unter uns auf, als das Flugzeug durch die Wolken sank, um den Landeanflug in Angriff zu nehmen. Die Umgebung erinnerte mich an La Paz in Bolivien. Aus dem Flugzeug sah die Landschaft aus wie die Handfläche eines Hochlandindianers, durch harte Arbeit und trockene Luft von Furchen zerrissen.
In diesem Moment zogen mir die wildesten Gedanken durch den Kopf. Was jetzt, so fragte ich mich, wenn unser Flugzeug mit einer Boden-Luft-Rakete beschossen wird? Oder wenn genau zu dem Zeitpunkt, an dem ich durch den Zoll muss, ein Selbstmordattentäter sich dort in die Luft sprengt?
Meine Verlegerin, Frau Giger, verstand überhaupt nicht, wie ich nur einen Monat vor meiner Hochzeit diese Reise antreten konnte. Ich kann mir gut vorstellen, dass noch viele andere Menschen in meinem Umfeld ähnliche Gedanken hatten. Meiner Intuition vertrauend, war ich aber davon überzeugt, dass sie mich nicht in wirkliche Gefahr bringen würde.
Das Flugzeug rüttelte leicht hin und her, als wir auf der langen Bahn landeten. Gespannt sah ich aus dem Fenster. Im Hintergrund konnte ich die Häuser der Umgebung erkennen.
Wir fuhren die Rollbahn entlang, links und rechts von uns eine unzählbare Flotte von Militärflugzeugen und Helikoptern. Nach den Militärmaschinen kamen die unverkennbaren weißen Helikopter und Flugzeuge der UNO. Ganz zum Schluss die an einer Hand abzählbare Luftflotte der Zivilfluggesellschaften. Es ist doch immer wieder interessant, fuhr es mir durch den Kopf, wie viele Gesichter der Krieg hat.
Ich lebe und arbeite bereits seit zwanzig Jahren in Ländern, die immer wieder von Konflikten gekennzeichnet sind. Man könnte meinen, die Bilder wiederholen sich. Aber dem ist nicht so. Ich war von dieser Luftflotte beeindruckt und zugleich fasziniert!
In meinem letzten Buch Hellsichtig* habe ich ausführlich über mein Interesse für Geschichte und Politik geschrieben. Immer wieder zieht es mich in Länder und Regionen, die für die meisten Menschen unattraktiv sind.
In Ländern wie Afghanistan oder dem Libanon findet man viele Menschen, die einen starken Drang zu religionsfreier Spiritualität haben, da sehr oft Religionskonfliktpunkte mitschuldig sind an den Gewalttaten. Die Menschen an diesen Orten sind der Konflikte, und damit auch der Religion, oft müde und suchen neue Wege. In schwierigen Zeiten ist man viel schneller bereit, Dogmen niederzureißen. Man sucht neue Wege, neue Ideen, um dem Leben einen klareren Sinn zu geben.
Daher ist die Nachfrage nach meiner Arbeit oft stark vorhanden. Leider gibt es nur sehr wenige, die bereit sind, dieser Nachfrage Folge zu leisten, um helfen zu können und den Hunger des Wissens zu stillen. Öffne ich in einem westlichen Land Zeitschriften oder Broschüren mit spirituellen Berichten und Aktivitäten, so finde ich eine breite Palette von Angeboten. Manchmal so viele, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen kann. Ganz anders ist es in Städten wie Kabul oder Beirut.
In vielen Ländern aber, die ich besuchte und in denen ich mit meinen Seminaren oder Beratungen auf Menschen zuging, war ich einer der wenigen, und in Kabul, so wurde mir gesagt, sogar der erste Ausländer, der offen das Thema recherchierte. Einzelne Ausländer würden in geschlossenen Botschaftsfestungen für ausländische Militärtruppen oder innerhalb der UNO Yoga anbieten.
Vor meinem Abflug nach Afghanistan hatte ich mich gut vorbereitet. Ich las Bücher über das Land und suchte im Internet Artikel über das alte und das moderne Kabul. Ich stellte über das Internet Kontakte mit Menschen in Kabul her, um sozusagen aus erster Hand zu hören, wie das Leben dort ist.
Die Rückmeldungen meiner Kontaktpersonen in Kabul waren eher ernüchternd. Man wusste nichts von Angeboten an Meditationskursen oder Vorträgen. Ich konnte den E-Mails entnehmen, dass viele Menschen Angst hatten, sich zu öffnen, weil man sich vor Repressalien gewisser Regierungsstellen oder der Religion fürchtete. Dennoch war ich überzeugt, auf interessierte Menschen zu stoßen.
Die Stewardessen öffneten die Türen des Flugzeuges, unser Pilot verabschiedete sich mit seinem sympathischen norwegischen Akzent von uns und bedankte sich, dass wir seine Fluggesellschaft ausgewählt hatten. Langsam stieg ich die Treppe hinunter und ging in Richtung der Flughafengebäude. Ich war erstaunt, wie schnell ich durch Immigration und Zoll kam. Am Ausgang würde, so wurde mir versichert, ein Fahrer mit meinem Namenschild warten. Es standen nur sehr wenige Leute dort. Einige Afghanen und drei oder vier weiße Männer. Die meisten waren in Zivil, mit ihren breiten und muskulösen Körpern, aber leicht als Söldner oder Sicherheitspersonal zu erkennen. Ein Soldat in amerikanischer Uniform beobachtete, wie ich mich suchend umsah. Mein Fahrer war nicht hier. Der Soldat fragte, ob ich Hilfe bräuchte. Ich schüttelte den Kopf.
Das fängt ja gut an, fuhr es mir durch den Kopf. Etwas Angst machte sich in meinem Brustkorb breit. Ich schloss langsam meine Augen, um meine Intuition nach der Situation abzufragen. Unsicherheiten und Ängste sind Erzfeinde unserer Intuition. Wie oft schon waren wir auf dem richtigen Weg, ließen uns aber durch Ängste verblenden und drehten kurz vor dem nächsten erfolgreichen Etappenende um.
Mein inneres Orakel zeigte mir grünes Licht! Ein gutes Zeichen! Ich war erleichtert. Im meinem Buch Hellsichtig habe ich genau erklärt, wie das innere Orakel angezapft werden kann und wie man um Hilfe bittet.
Ich öffnete meine Augen und stellte mich entspannt in den Schatten. Tatsächlich tauchte nach wenigen Minuten ein junger Mann auf. In der Hand hielt er ein Schild mit meinem Namen. Er sei im Verkehr aufgehalten worden, entschuldigte er sich.
Für die ersten Nächte hatte ich mir in einem Hotel im Zentrum von Kabul ein Zimmer reserviert. Das Gästehaus meiner Kundin war in einem Außenquartier der Stadt und ich wollte die Möglichkeit haben, die Stadt aus verschiedenen Perspektiven kennenzulernen. Außerdem versprach ich mir im Hotel die Bekanntschaft anderer Ausländer, die mir bei meinen Recherchen sicher behilflich sein konnten.
Ich sehe einen Teil meiner Aufgabe darin, immer wieder geistige Grenzen zu sprengen. Durch meine vielen Reisen treffe ich Leute aus unterschiedlichen Kulturen, mit unterschiedlichen Religionen und gänzlich gegensätzlichen Denkmustern. Einer meiner Geistführer ist von Sirius und heißt »The Embassador«, der Botschafter. Für mich ist er einer der Botschafter zur geistigen Welt. Gleichzeitig regt er mich dazu an, als Botschafter zwischen Kulturen und spirituellen Ideen zu agieren.
Mein Fahrer sprach etwas englisch und beantwortete mir in gebrochenen Sätzen, so gut er konnte, meine Fragen zu Land, Kultur und Kabul. Ich war fasziniert! Über der Stadt lag eine Aura, die so angespannt war wie die Seite einer Gitarre. Man sah überall Menschen, die ihren Alltag lebten und man hatte fast das Gefühl, an einem »normalen« Ort zu sein. Dass dem nicht so war, zeigten die an jeder Straßenecke oder Kreuzung stehenden Soldaten. Kabul, so war mir schnell klar, ist eine Festung.
Ich war beruhigt, als mein Fahrer mir zu verstehen gab, dass wir beim Hotel angekommen seien. Erstaunt sah ich mich um, ich entdeckte kein Schild oder Schriftzug am Gebäude, das mein Hotel sein sollte. Später wurde mir erklärt, dass Hotels, in denen ausschließlich Ausländer absteigen, aus Sicherheitsgründen keine Schilder oder Schriftzüge mit dem Hotelnamen tragen.
Am Eingang war ein Schlagbaum, drei schwer bewaffnete Wachen standen daneben. Wir mussten uns identifizieren und wurden durch die Eingangsschleuse gebracht. Ein Tor öffnete sich vor uns, wir fuhren hinein und mussten warten. Das Tor schloss sich und erst als dieses ganz zu war, öffnete sich das zweite Tor. Weitere, schwer bewaffnete Wachen grüßten uns. Welcome to Kabul!
Ich checkte ein und ging in mein Zimmer. Langsam setzte ich mich auf mein Bett. Erst jetzt merkte ich, wie nervös ich war. Ich wollte mich entspannen und schloss meine Augen. Tief ein- und ausatmend beruhigte ich mich und fing an zu meditieren. Das Rattern eines Helikopters durchbrach die Stille meiner Meditation. Ich öffnete die Augen und sah aus dem Fenster. Tief über den Dächern flog ein Militärhelikopter seine Kreise. Der Krieg, so lernte ich in den nächsten drei Wochen immer wieder, lässt einen nie in Ruhe. Ich rief zwei meiner Kontaktpersonen an, um mitzuteilen, dass ich gut angekommen sei. Am Nachmittag setzte ich mich in den Hotelgarten und überlegte mir einen Vorgehensplan für die kommenden Tage.
* Martin Zoller: Hellsichtig. GigerVerlag, 2010
Enttäuscht!
Soweit ich mich erinnern kann, war ich immer an Geschichte, Kulturen und religiösen oder spirituellen Ideen interessiert. Als kleiner Junge faszinierte mich die griechische und römische Götterwelt. In meiner Fantasie reiste ich zum Olymp, um Zeus und dessen Gefolge zu besuchen. Ich liebte es, durch alte Klöster und Schlösser zu streichen und stellte mir vor, wie damals gelebt und gewaltet wurde.
Kurz nach meiner Pubertät fing ich an, mich bewusst für Spiritualität zu interessieren. Ich las Bücher über verschiedenste Philosophien, Religionen und Lebenseinstellungen. Ich spürte in mir sehr stark den Drang, mehr über diese für mich so faszinierenden Themen lernen zu wollen.
Kurz nach meinem zwanzigsten Lebensjahr folgte ich dem Ruf meines Schutzengels nach Indien, um mehr über Meditation und Medialität zu lernen. Für mich war damals klar, dass ich den Rest meines Lebens in einem Ashram oder einer spirituellen Kommune verbringen wollte. Als ich meinen Rucksack packte, um nach Indien zu reisen, zogen unendliche Filme über das, was mich wohl erwarten würde, durch meinen Kopf. Ich war sehr gespannt!
Wie schön muss es sein, so dachte ich, von spirituellen Menschen umgeben zu sein, die nur das Beste füreinander wollen. Kein Streit, keine Auseinandersetzung oder andere, den menschlichen Makel widerspiegelnde Ausdrucksformen.
Mein erster Bestimmungsort war der Ashram von Sai Baba. Ich wählte diesen Ort, weil ich Visionen über Sai Baba hatte. Im Ashram angekommen, hatte ich gleich das Gefühl, endlich den Ort gefunden zu haben, an dem ich den Rest meines Lebens verbringen wollte. Ich traf Menschen aus der ganzen Welt, konnte mich in verschiedensten Sprachen ausdrücken und lernte viel über Meditation und Medialität. Alles schien perfekt. Es dauerte aber nicht lange und meine Illusion, den heilen Ort gefunden zu haben, bröckelte ab wie die Farbe an den Wänden eines vor sich hin modernden Hauses. Es fing damit an, dass die Helfer im Ashram, auch Ashram-Gestapo genannt, mir immer wieder verbieten wollten, mit Mädchen im Ashram zu sprechen. Das, so wurde uns erzählt, sei zu unserem Wohle, da wir uns vom anderen Geschlecht nur ablenken ließen.
Mein Einwand, dass wir doch von Gott geschaffen wurden, um miteinander umzugehen und voneinander zu lernen, wurde forsch abgewiesen. Wie so oft bei religiösen Fanatikern oder Machtmenschen, wurde keine logische Erklärung für deren Handeln gegeben. Es war einfach so und damit musste man sich abfinden.
Um mich vom Ego Einzelner nicht beeinflussen zu lassen, konzentrierte ich mich auf die Lehren Sai Babas. Ohne Zweifel sind diese eine sehr gute Brücke, um das Ufer der Selbsterfahrung zu erreichen.
Dort lernte ich den Führer einer südamerikanischen Sai Baba-Gruppe kennen. Sein Wissen und sein Charisma faszinierten mich sofort. Eines Tages erzählte er mir, wie in seinem Land die einzelnen Führer der Sai Baba-Meditationszentren junge Anhängerinnen zum Sex austauschten. Diese seien, wie er mir erzählte, einfach zu begeistern und immer sehr willig. Ganze Farbstreifen rissen von meiner Wand herunter …
Ich lernte auch eine junge deutsche Frau kennen. Obwohl es ja nicht wirklich erlaubt war, sprachen wir miteinander. Wir waren beide dem Ashram gegenüber sehr kritisch eingestellt und daher froh, mit jemandem darüber reden zu können.
Nie zweifelte ich an Sai Baba selber und seinen Lehren. Diese waren und sind für mich sehr wertvolle Schriften. Dennoch war meine Enttäuschung damals sehr groß. Im Ashram roch es nicht nur menschlich, es moderte und stank bis in die höchsten Gefilde.
Schon sehr bald merkte ich, dass mit der jungen Frau etwas nicht in Ordnung war. Ihre Pupillen flatterten stark und ihre Bewegungen waren nervös. Auch erzählte sie mir von einer Stimme in ihrem Kopf, die ihr immer wieder sagte, dass Sai Baba der Teufel sei. Sie gestand mir, dass sie ihren Pass und sämtliches Geld verbrannt hatte. Gott, so war sie überzeugt, kümmert sich jetzt um sie.
Eines Tages, ich meditierte bei Sai Babas täglichem Vortrag, spürte ich plötzlich den Drang, meine Augen zu öffnen. Ich sah mich um und konnte gerade noch erkennen, wie meine deutsche Bekannte von Sai Babas Leibwächter davongetragen wurde. Verwirrt sah ich mich um und fragte den Mann neben mir, was passiert sei. Es herrschte eine große Unruhe auf der Frauenseite, Köpfe bewegten sich hin und her wie die Blätter an einem Baum.
Diese Verrückte, so stotterte mein Sitznachbar nervös, habe eben versucht, Sai Baba anzugreifen. Die anwesenden Leibwächter erkannten die Gefahr und schnappten sich die Attentäterin, noch bevor sie wirklich gefährlich werden konnte. Ich wollte sehen, ob ich der Frau helfen könnte. Ich kannte ihre Situation und konnte mir vorstellen, dass sie Unterstützung gebrauchen könnte.
Außerhalb des Tempels fand ich eine Traube von Menschen. In deren Zentrum einen Tisch und am Tisch die Frau, zwei Polizisten und einige Personen, die im Ashram arbeiteten. Mich durch die Menschenmenge kämpfend, näherte ich mich dem Grüppchen und setzte mich neben die Frau. Sie sah mich erschrocken an und flüsterte mir auf Deutsch ins Ohr, dass ich nichts über sie sagen dürfte. Ich verhandelte mit der Polizei und den Angestellten des Ashrams. Natürlich gab ich keine Informationen über die arme Person preis. Plötzlich drohte mir einer der Ashramleute, dass ich aus dem Ashram geschmissen würde, sollte ich nicht kooperieren. Ich wurde wütend, sogar sehr.
Es sei ja wohl klar, dass ich nichts mit dem Anschlag zu tun hätte. Aus reiner Nächstenliebe der jungen Frau gegenüber sei ich hier, um ihr zu helfen. Es sei doch unglaublich, wie arrogant und falsch gerade die Ashramangestellten sich oft verhalten würden. Würde er mich aus dem Ashram werfen, weil ich jemandem helfe und dessen Wünsche respektiere, so würde ich sehr gerne gehen. Es gäbe noch viele Ashrams, die Nächstenliebe und Verständnis hoffentlich ehrlicher praktizieren als dieser. Nach dieser Ansprache herrschte betroffene Stille. Der Mann entschuldigte sich und ließ mich weiter übersetzen. Die Frau kam ins Gefängnis. Ich gab ihr etwas Geld, besorgte ihr einen Anwalt aus der nächsten Stadt und besuchte sie noch, bis sie abgeschoben wurde.
Ich erlebte viele schöne Momente in diesem Ashram, war aber auch sehr enttäuscht über das Verhalten vieler Menschen dort und sehr froh, als eine Argentinierin und ihre Familie mich fragten, ob ich mit ihnen den Ashram von Sri Aurobindo besuchen wolle.
Peter, ein Cousin meiner Mutter, wohnt in Pondicherry im Ashram von Aurobindo. Auch hatte ich viel über Aurobindo gelesen und wollte mehr über diesen Ort erfahren. Vielleicht, so dachte ich, ist ja dessen Ashram ein wirklich heiliger Ort.
Ich mietete mir dort eine Wohnung und meditierte viel jeden Tag. Täglich besuchte ich das Mandir oder Mausoleum, in dem Sri Aurobindo und die Mutter beerdigt sind. Während einer meiner Meditationen hörte ich eine Stimme, die mir sagte, ich solle meine Augen öffnen. Vor mir standen zwei Geister! Sri Aurobindo und die Mutter sahen auf mich herunter. Ich drehte meinen Kopf, ob andere Leute diese Erscheinung ebenfalls sahen. Aber niemand machte einen erstaunten Eindruck oder sah zu den zwei Geistwesen. Langsam bat mich eine Stimme in meinem Kopf, Papier und Stift aus meiner Tasche zu nehmen. Eine für mich sehr wichtige Nachricht wurde diktiert. Später erzählte mir Peter, dass die zwei sich manchmal zeigten, um an bestimmte Menschen Nachrichten weiterzugeben.
Während eines Gespräches mit Peter und seiner damaligen Frau unterhielten wir uns auch über den Ashram. Vielleicht, so dachte ich mir, wäre dies ein Ort für mich. Sobald wir aber über Sexualität und die Einstellung im Ashram dazu sprachen, wurde mir klar, dass auch dieser Ort nicht wirklich frei war. Also packte ich eines Tages meinen Rucksack und reiste weiter. Mein Ziel war ein Ashram der Hare Krishna. Auf dem Weg dorthin traf ich eine Hare-Krishna-Gruppe und erkannte, noch bevor ich den Ashram erreichte, dass auch das nur in einer weiteren Enttäuschung enden würde.
Da befand ich mich ganz allein im großen Indien auf der Suche nach einem perfekten spirituellen Leben an einem perfekten Ort und erlebte einen Tiefschlag nach dem anderen. Konnte es so schwierig sein, gute und wirklich ehrliche Menschen zu treffen? Menschen, die an einem vernünftigen Ort mit vernünftigen Regeln lebten? Oder hatte ich den Ort bis dahin einfach noch nicht gefunden?
Ich reiste weiter nach Varanasi. Mein Ziel war die Quelle des Ganges. Auch wollte ich den Ort besuchen, an dem Buddha erleuchtet wurde. Vielleicht, so dachte ich mir, finde ich unter Buddhisten den wahren Ort. In Varanasi angekommen, besuchte ich das Gangesufer, um eine der berühmten Totenverbrennungen zu erleben. Ich war fasziniert von dieser pulsierenden Stadt. In meinem Hotel lernte ich einen jungen Engländer kennen. Dieser erzählte mir von Dharamsala und McLeod Ganj. Er verbrachte dort einige Wochen, besuchte Meditationskurse und lernte mit den Mönchen. Der Dalai Lama wohnt dort und mit viel Glück kann man ihm sogar die Hand schütteln.
Ohne lange darüber nachzudenken, änderte ich meine Reisepläne. Ich wollte den Ort kennenlernen, an dem der Dalai Lama lebt. Vielleicht würde ich dort eine Stätte der Harmonie vorfinden.
Ich mietete mir etwas außerhalb von Dharamsala ein Zimmer. Menschen aus der ganzen Welt fanden hier zusammen und wollten erleuchtet werden. Sooft ich konnte, besuchte ich das Hauptkloster, um zu meditieren. Eines Tages, als ich gerade meditierte, kam ein Mönch auf mich zu und gab mir durch Zeichensprache zu verstehen, dass ich ihm folgen solle. Noch bevor ich überhaupt wusste, was passierte, musste ich mich gegen eine Vergewaltigung wehren. Nur mit Mühe konnte ich den Mönch von mir stoßen und rannte davon. Ich wollte eine Anzeige machen, musste aber von meinem Vorhaben ablassen. Der zuständige Beamte gab mir zu verstehen, dass eine Identifikation des Täters unmöglich sei. Klein und glatzköpfig waren sie alle. Überflüssig zu erwähnen, dass auch diese Erfahrung mir zeigte, wie normal menschlich es hier zuging.
Ich fing an zu zweifeln, dass es überhaupt einen perfekten Ort mit wirklich guten Menschen geben könnte. Auf jeden Fall gab ich nach dieser Erfahrung mein Vorhaben auf, menschliche Perfektion in einer Religion oder spirituellen Gruppe zu finden.
Daher brach ich mein sieben Monate anhaltendes Leben im Zölibat ab und fing wieder an, auch Fleisch zu essen. Keine Menschengruppe, die ich in irgendeinem Ashram oder Kloster fand, machte auf mich einen wirklich gesunden und ehrlichen Eindruck. Im Gegenteil, die meisten waren genauso falsch und verlogen wie ein Politiker vor den Wahlen. Missbrauch, Vetternwirtschaft und Korruption waren genauso vorhanden wie in einer kommunistischen Diktatur.
In meiner noch verbleibenden Zeit in Indien lebte ich mit einem zusammengewürfelten Haufen interessanter Menschen. Wir reisten zusammen, mieteten Häuser oder besuchten spannende und schöne Orte. Wir malten, meditierten und kochten zusammen. Kein Guru und keine Regeln, die uns kontrollieren wollten.
In einer telepathischen Durchsage Sai Babas wurde mir vorgeschlagen, doch wieder in die westliche Gesellschaft einzutauchen. Damals hatte ich meine Medialität bereits stark entwickelt. Ich las die Auren vieler Leute und verdiente mir so das Geld für meine Ausgaben. In Channelings gab ich Nachrichten für Menschen weiter oder machte Jenseitskontakte. In der Durchsage gab man mir zu verstehen, dass ich Menschen vor Ort viel besser helfen könne als hinter Kloster- oder Ashrammauern.
Meine Enttäuschungen machten mich zu guter Letzt stark. Sie zeigten mir das wahre Gesicht des Menschen. Egal wo und wie er lebt, er bleibt sich selber treu. Mit all seinen Vor- und Nachteilen.
Meine Geistführer haben etwas gemeinsam, sie sind Einzelgänger. Jeder lebt seine Wirklichkeit und gibt mir sein Wissen weiter. Das spiegelt sich in meiner Lebensweise wider. Ich arbeite am liebsten und besten allein. Mich einer Gruppe anzuschließen, war nach meinen Erfahrungen in Indien nie wieder ein Thema.
Religiöse und spirituelle Gruppierungen sind zu vergleichen mit einer Universität. Es ist wichtig, die Grundkenntnisse zum Leben über universelle und menschliche Gesetze zu lernen. Es ist aber nicht gut, das ganze Leben Student zu bleiben. Jeder sollte früher oder später den Universitätsabschluss erreichen und sich selbstständig machen.
Kabul
Ich brauchte mehrere Tage, um mich an die Stimmung in Kabul zu gewöhnen. Das Hotel zu Fuß zu verlassen, wurde aus Angst vor Entführungen nicht empfohlen. Für Ausländer gab es spezielle Taxis. Diese waren sehr viel teurer, dafür aber auch sicherer, und die Chance, dass man am Zielort ankam, war um einiges höher als mit einem normalen Taxi.
Der Krieg war allgegenwärtig. Obwohl ich in den drei Wochen in Kabul keinen einzigen Schuss hörte, konnte man die politische Situation nicht einfach vergessen. Im Hotel trafen wir Ausländer uns und therapierten uns gegenseitig, um das Erlebte zu verarbeiten. Ich organisierte so viele Besprechungen wie möglich, um mich abzulenken. Einfach so die Stadt genießen und flanieren war nicht möglich. Dass Kabul ausgezeichnet geeignet ist, um einzukaufen, erfuhr ich erst in der letzten Woche meines Afghanistanbesuches.
Neben einigen beruflichen Besprechungen wollte ich erfahren, ob Medialität und Meditationen, wie wir sie im Westen praktizieren, vorhanden ist. Ich konnte mir auch vorstellen, hier in Kabul in Zukunft Seminare zu geben. Ich erfuhr, dass es bereits Modelschulen und Beauty-Zentren um die afghanische Version von »Deutschland sucht den Superstar« gibt. Warum also nicht ein Meditationsseminar geben?
Bei jedem Treffen hatte ich ein wenig das Gefühl, in einem Agentenfilm zu sein. Wir trafen uns in Cafés oder Restaurants, natürlich erst nachdem wir die überaus strengen Sicherheitsvorkehrungen passierten. Während des Gespräches sah mein Gegenüber nicht selten über die Schulter, um sicher zu sein, dass niemand zuhören konnte. Man hatte Angst, dabei ertappt zu werden, wie man über etwas Spirituelles spricht, was nicht islamisch geprägt ist. Ob ich mir überhaupt bewusst sei, so hörte ich immer wieder, wie gefährlich es sein konnte, in einem Land wie Afghanistan über solche Themen zu sprechen? Natürlich hatte ich mir bereits lange vor der Reise Gedanken darüber gemacht. Wie so oft in meinem Leben, bin ich aber meiner Intuition und meinem Motto »Wer nichts wagt, der gewinnt nichts« gefolgt.
Schnell merkte ich, dass es in Kabul keine Institution oder kein Zentrum gab, in dem Meditationskurse angeboten wurden. Auf der anderen Seite erlebte ich, wie offen und interessiert die meisten der Menschen waren, mit denen ich sprach. Nicht wenige lasen Bücher über Spiritualität und Meditation. Interessanterweise kamen die meisten dieser Bücher aus dem Iran. Das lag daran, dass junge Leute kaum Englisch sprechen, die in der Literatur am stärksten vertretene ausländische Sprache ist Farsi. Afghanistan hat zwei Landessprachen: Paschtu und Dari, dem iranischen Farsi fast identisch. Ich kannte den Iran und war daher nicht erstaunt, als man mir erzählte, wie stark der Einfluss des Irans sogar in spirituellen Themen war.
Nach wenigen Tagen lernte ich eine Afghanin kennen, die lange Zeit in England gelebt hatte. Sie lud mich mehrmals zu sich nach Hause ein. Sie wusste, warum ich in Kabul war und stellte mir immer wieder Menschen vor, die für meine Arbeit interessant sein könnten. Wir meditierten mehrmals bei ihr und sprachen sehr viel über Spiritualität, Meditationen und Medialität.
In Afghanistan war der Buddhismus sehr lange die wichtigste Religion. Der Islam eroberte Afghanistan erst später. Als Alternative zur Staatsreligion studiert vor allem die gebildete Oberschicht die Lehren Zarathustras. Nach dem Sturz des Königs sind damals viele aristokratische Familien ins Ausland geflohen, und nach dem Einmarsch der westlichen Verbündeten sind nicht wenige von ihnen wieder zurückgekehrt. Sie hoffen jetzt, ehemalige Besitztümer wieder zurückzubekommen.
Die jüngere Generation dieser alten Familien bringt natürlich auch sogenannte New-Age-Ideen mit nach Kabul. Vor allem diese Menschen wussten über Meditationen und Medialität Bescheid und praktizierten sie sogar hinter verschlossenen Türen.
Für den etwas einfacheren Menschen gab es außerhalb der Stadt den Dorfschamanen. Dieser legt Karten oder liest aus dem Kaffee. Leider hatte ich nicht die Möglichkeit, einen solchen Schamanen zu besuchen. Zu gefährlich sei es, so wurde mir gesagt.
Leider sind auch mehrere Versuche, eine Person im Kulturministerium zu treffen, im Sande verlaufen. Gern hätte ich eine offizielle Stellungnahme zu meinen Untersuchungen gehabt.
Ich besprach mit meinen Kontakten die Möglichkeit, ein Seminar in Kabul zu organisieren. Ich sagte, dass ich gern wiederkäme, sollte sich eine Gruppe zusammenfinden. Leider ist die politische Lage im Moment aber so schlecht, dass viele junge Afghanen dem Land wieder den Rücken drehen.
Trotz der ganzen Schwierigkeiten war meine Zeit in Afghanistan sehr erfolgreich. Ich habe viel gelernt und vielleicht auch den einen oder anderen Samen legen können. Kommt der Tag, an dem Afghanistan etwas ruhiger und entspannter wird, so werde ich einen neuen Versuch wagen und meine Kontakte in Kabul anschreiben. Wir werden ein Seminar organisieren und vielen Menschen helfen können.
Man darf nie vergessen, dass überall Menschen leben, die in Frieden und kulturellem Austausch leben möchten!
Es lässt sich nicht abstreiten, dass in Afghanistan Krieg herrscht. Leider ist es aber auch so, dass viele Bauern oder einfache Stadtleute, die durch den westlichen Einmarsch alles verloren haben, jetzt natürlich wütend auf den Westen sind. Es ist ebenfalls verständlich, dass diese Menschen sich gegen den fremden Eindringling wehren möchten. Um diesen Krieg zu rechtfertigen und der Bevölkerung in Europa oder den USA gegenüber den Kampf gegen das Böse zu »verkaufen«, stempeln wir diese Widerstandsbewegungen als Taliban ab.
Ich sprach mit mehreren Leuten, die westliche Soldaten als Terroristen beschimpften. Ich kannte es aus Südamerika und dem Nahen Osten, dass die USA als Terroristen beschimpft werden. Neu war aber für mich, dass Länder wie Deutschland ebenfalls als Terroristenstaaten bezeichnet werden. Deutschland hat nicht nur Soldatenleben in diesem Krieg verloren, sondern auch seine Unschuld als guter Staat des Rechtes. Der Krieg in Afghanistan ist keiner, bei dem es um Gut gegen Böse oder Recht gegen Unrecht geht. Der Krieg in Afghanistan ist ein Expansionskrieg, ein Krieg der Bodenschätze und der politischen Vormacht.
Meine Augen wurden mir auf schmerzhafte Weise vor allem durch Gespräche mit dem einfachen Bürger geöffnet.
Es schockierte mich und beschämte mich zugleich, zu erkennen, wie die Politik uns doch immer wieder belügt und manipuliert. Ich lernte eine ganz wichtige Lektion:
Vertraue nie den Medienberichten. Sie zeigen höchstens, was passiert, aber nie warum. Der kleine Soldat, der im Krieg stirbt oder verkrüppelt wird, opfert sich aus ganz anderen Gründen, als er eigentlich glaubt. Er ist eine Schachfigur in einem großen und komplexen Spiel. In Afghanistan hatte ich die Möglichkeit, einige größere Spieler kennenzulernen. Wie schon in Südamerika erhielt ich Einblick hinter verschlossene Mauern und lernte schmutzige Einzelheiten in einem schmutzigen Krieg.
Es ist nicht die Rhetorik korrupter Politiker oder Geschäftsleute, die uns als Wegweiser dienen sollte. Nein, das leise Wispern unserer Intuition ist es. Die stummen Bilder unserer Träume zeigen uns den richtigen Weg, den unsere Seele gehen möchte, um ihre Aufgabe in diesem Leben auszuführen.
Nach drei Wochen neigte sich meine Reise ihrem Ende zu. Ich war schon etwas erleichtert und freute mich auf meine Abreise. Vom Parkplatz des Flughafens bis zum Schalter gab es fast alle zehn Meter eine Kontrolle.
Als ich auf meinen Flug wartete, visualisierte ich mir die wichtigsten Erfahrungen dieser Reise. Dazu gehört wohl die Erkenntnis, dass selbst an den dunkelsten Orten dieser Welt, immer wieder irgendwo eine lichtvolle Seele zu finden ist. Das zeigt doch, wie wichtig es ist, nie die Hoffnung aufzugeben. Ich sah einmal mehr, dass, egal wo man ist, irgendwo immer ein Mensch wartet, der das Menschlichsein noch nicht vergessen hat!
Mediale Söldner
Entgegen vielen esoterischen oder philosophischen Vorstellungen ist Medialität und deren Kraft frei von moralischen oder ethischen Wertvorstellungen oder Gesetzen. Kein übermächtiger Gott macht sich Notizen, um karmische Schuld aufzubürden, kein Geistführer oder Schutzengel hat die Kraft, einer medial veranlagten Person die sensitive Veranlagung zu nehmen.
Intuitive Kräfte sind angeboren wie künstlerische oder intellektuelle Fähigkeiten, und kein Mensch käme auf die Idee, einem Künstler vorwerfen zu wollen, wie er seine Kunst ausleben müsste, damit ihm die Kreativität nicht genommen wird.
Die Wertung, was gute oder böse Medialität sei, ist genauso menschlich wie sämtliche Religionen, die wir erschaffen haben. Göttlich ist ohne Zweifel die Kraft der Intuition, genauso wie Kunst, Wissenschaften oder Kriegskunst. Göttlich sein hat nichts mit Moral oder Ethik zu tun, sondern nur mit dessen Ursprung.
Entdeckt oder spürt ein Suchender die Kraft der Medialität in sich, so geht es im ersten Schritt darum, diese Kraft zu identifizieren. Man muss spüren, in welchen Zellen der Seele sich die Intuition verbirgt und was sie benötigt, um sich auszudrücken.
Als Nächstes geht es darum, dass man lernt, wie diese Kraft einzusetzen ist. An diesem Punkt hat der Schüler die Möglichkeit, sich nach einem Lehrer umzusehen. Dieser Lehrer kann ein Mensch sein oder auch ein Lichtwesen. Es gibt unzählige Schulen, um die Kunst der Medialität zu erlernen. Die meisten beanspruchen für sich das Recht auf Wahrheit. Bereits innerhalb sich stark gleichender Schulen gibt es oft gegenseitigen Neid.
Schon bald merkt der Schüler, dass es unter medialen Menschen genauso menschelt wie überall. Daher ist zu empfehlen, sich nicht nur entweder auf menschliche oder auf geistige Führer zu beschränken. Ein gesunder Ausgleich kann hilfreich sein, um nicht zu einseitig unterrichtet zu werden.
Der für alles offener Schüler erkennt sehr bald, dass Medialität sich nicht so einfach schematisieren lässt, wie sich das viele vorstellen. Ein Meister aus dem bolivianischen Hochland hat eine ganz andere Wertvorstellung als ein Heiler Europas. Der mediale Mullah im Iran urteilt anders als der afrikanische Schamane.
Lässt der Schüler erst einmal die Angst hinter sich, er könne bei »falschem« Benehmen bestraft werden, so erkennt er die wirkliche Kraft, die ihm gegeben wurde.
Unbestreitbar hat jede Schule ihre eigenen Wertvorstellungen und Regeln. Aber fühlt sich ein Schüler nicht mehr wohl, so hat er die Freiheit, sich eine neue Schule zu suchen, die zu seiner Einstellung passt.
In vielen Fällen hat ein Lehrmeister keine Freude daran, wenn man seinen Weg verlässt. Oft hat das noch nicht einmal etwas mit der moralischen Wertvorstellung des Lehrers zu tun, sondern allein mit der Tatsache, dass er wieder einen Schüler verliert. Versucht der Lehrer aber, mit moralischer Erpressung ein schlechtes Gewissen zu erwecken, so ist das höchstens ein Zeichen seiner Schwäche.
Trotz eventueller persönlicher Unsicherheit vor dem neuen Weg sollte der Schüler sich diese Wahl offenhalten. Kein Gott oder kein Wesen hat das Recht, dem Schüler die Kraft zu nehmen. Wer das behauptet, versucht sich selber oder andere vor der uneingeschränkten Freiheit zu schützen.
Im Tarot ist die letzte Karte der Narr. Narrenfreiheit ist es, die den wahren Schüler der Lebenskunst erwartet – unabhängig davon, ob in Kunst, Medialität oder Wissenschaft. Ein Genie oder Erleuchteter wird man nicht nur durch sein einzigartiges Wissen, sondern durch die Frechheit, man selbst zu sein.
Passt der Lehrmeister nicht mehr, so dreht man ihm ganz einfach den Rücken. Man sucht sich einen, der die eigenen Wertvorstellungen vertritt und auslebt. Egal, ob ein Meister Mensch oder Lichtwesen ist. Für sämtliche Vorstellungen und Einstellungen gibt es Lehrmeister. Es ist auch kein Zeichen des Widerspruches, die eigene Ansicht zu ändern. Im Gegenteil, die Seele verändert sich wie die Bäume in den Jahreszeiten. Wir müssen uns nicht schämen, morgen anders zu denken als heute. Nur wer geistig tot ist, entwickelt sich nicht weiter und bleibt das ganze Leben lang an denselben Vorstellungen hängen.
Als medial begabter Mensch hat man nach einer Grundausbildung seiner Kräfte verschiedene Möglichkeiten, nach neuen Wegen Ausschau zu halten. Man bietet seine Dienste entweder jenen an, die der eigenen Wertvorstellung am meisten entsprechen oder die am besten zahlen.
Fälschlicherweise kursiert in esoterischen Kreisen das Gerücht, dass man Medialität nur zum Guten des Menschen einsetzen darf. Diese Vorstellung ist bestimmt sehr schön, aber auch sehr falsch! Wird ein medialer Mensch vom Schüler zum Meister (oder Krieger), so stehen ihm sämtliche Türen dieser und anderer Welten offen, um seine Kunst einzusetzen.
Tausende von medial begabten Menschen reisen tagtäglich über die Weltkugel, um ihre Dienste anzubieten. Die einen nennen sich Heiler, andere Schamanen, mediale Berater oder Kartenleger. Wieder andere bieten ihre Dienste als politische Berater oder Lebenscoachs an. Und etliche arbeiten für Drogenbarone, Diktatoren, korrupte Politiker oder geldhungrige CEOs multinationaler Konzerne. Medialen Söldnern gleich, streichen und ziehen sie von Land zu Land, um zu helfen, zu zerstören, zu heilen oder zu töten.
In meiner Laufbahn als medialer Berater manchmal etwas zwielichtiger Politiker traf ich oft auf höchster Ebene auf politische Berater, die wie ich medial beraten. Sie würden sich aber nie mediale Berater nennen (und werden daher meistens ernster genommen und besser bezahlt). In teuren Anzügen reisen sie von Land zu Land, um Kandidaten für Präsidentschaftswahlen vorzubereiten. Sitzen wir abends zusammen, essen und trinken gemütlich, so öffnen sie plötzlich ihre Seelen und erzählen ihre Geheimnisse. Einige sehen Auren, andere sprechen mit Geistführern aus anderen Welten oder verlassen sich ganz einfach zu hundert Prozent auf ihre Intuition. In Bolivien hatte ich eine Begegnung mit einer politischen Beraterin, die erzählte, dass die Reden, die sie für Kandidaten vorbereitet, von ihren Geistführern durchgechannelt werden. Ähnliches kennen wir von berühmten Komponisten, die ebenfalls von Lichtwesen erzählen, die sie beim Komponieren begleiten.
Ich möchte behaupten, dass die meisten der einflussreichen Politiker oder Wirtschaftsführer intuitive oder mediale Berater zur Seite hatten oder haben. Man erkennt diese Berater nicht daran, dass sie lange schwarze Haare und einen Totenkopfanhänger auf der Brust tragen. Im Gegenteil, die meisten sind ganz normal gekleidet, haben Familie und leben ein gutbürgerliches Leben. Manchmal trifft man sie auch in Ashrams in Indien oder in Meditationsseminaren.
Spezielle Situationen wie Konflikte verlangen oft auch spezielle Handlungen. Nicht die ganze Welt lebt nach europäischen Wertvorstellungen. In der Entwicklungshilfe erkennen wir langsam, aber sicher, dass unsere arrogante Einstellung, die Welt retten zu müssen, in den meisten Fällen zum eigentlichen Unglück im Entwicklungsland geführt hat. Es wird Zeit, dass wir in der modernen Spiritualität diese Erkenntnis ebenfalls zulassen.
Der mediale Profiler
Techniken und Hilfsmittel gibt es viele für den medialen Profiler. Unabhängig davon, ob er im Dienste der Gesundheit arbeitet, für Geheimdienste den Gegner ausspioniert, argwöhnischen Ehefrauen Eindrücke zur Treue des Ehemannes gibt, Geschäftsleuten mögliche auftretende Geschäftsszenarien offenlegt oder den spirituellen Weg des suchenden Adepten beschreibt.
Medialität als intensiver Ausdruck der Intuition ist ein neutrales Instrument. Kein Gott, kein Schutzengel, Verstorbener oder Dämon urteilt oder verurteilt, nicht in dieser oder in anderen Sphären.
Jeder Mensch wird mit der Grundkraft der Intuition ausgestattet. Wie bereits beschrieben, nur nicht jedermann mit der gleichen Stärke. Dennoch ist Intuition erlernbar. Ich bin mit noch keinem Menschen in Kontakt gekommen, der nicht einen Funken Intuition in sich hatte.
Dennoch fühlen sich nur wenige dazu berufen, den Weg des intuitiven Profis zu gehen. Wie in allen Berufen ist ein Grundtalent notwendig, um Erfolg zu haben. Auf unserem Weg ist es so, dass wir entweder den Weg finden oder auf ihn gestoßen werden. Ich spürte mit 18 Jahren, dass mein Weg anders sein würde als der der meisten Menschen. Ein »normales« Leben langweilte mich damals. Rückblickend stelle ich fest, dass diese Langweile die ersten Hinweise waren, neue Wege zu finden. Genau genommen war es eigentlich keine Langweile, sondern ein erstes Zeichen! Dank der emotionalen Unterstützung meiner Eltern und vieler Freunde hatte ich die Möglichkeit, diesen Weg zu gehen. Ich treffe immer wieder auf Menschen, die sich in ihrem Beruf nicht wohlfühlen und genau wissen, dass sie auf dem falschen Weg sind. Trotzdem suchen sie nicht nach einem neuen Weg. Vielleicht hatten sie nicht die nötige Unterstützung, vielleicht waren die finanziellen Mittel nicht vorhanden oder der Mut fehlte. Je länger man wartet, desto schwieriger wird es, den intuitiven Weg zu gehen.
Aber ist der erste Schritt gemacht und der intuitive Weg in Angriff genommen, dann gibt es viele Möglichkeiten, das gefundene Wissen umzusetzen. Künstler gehören ohne Zweifel zu den Adepten der intuitiven Schule. Sie schöpfen und leben aus den Tiefen ihrer Seelen, oft so euphorisch, dass Erfolg oder Anerkennung weit hinter dem freien Ausdruck der Kunst liegen.
Künstler meditieren im Moment der kreativen Schöpfung. Auch Wissenschaftler, Biologen, Jäger oder Politiker sind nicht selten auf dem Weg der Intuition.
Verständlich, dass es für Angehörige und Freunde nicht immer einfach ist, den Suchenden zu unterstützen oder zu begreifen. In meinem Buch Wenn die Dämonen rufen* lege ich die vielen Wege des göttlichen Ausdrucks dar. Nicht wenige der intuitiven Künstler müssen durch dunkle Gassen, depressive Gefilde oder gewalttätige Auseinandersetzungen, um mit der persönlichen und ganz eigenen Intuition in Verbindung zu treten.
Der wirklich gute Lehrmeister wertet seinen Schüler nicht nach persönlichen Wertvorstellungen, sondern nach dem erreichten Resultat und dem, was möglich gewesen wäre. Ein Schüler hat immer die Möglichkeit, sich neue Meister zu suchen, sollten die vorhandenen den Vorstellungen nicht mehr entsprechen. Meister können Menschen oder Lichtwesen sein. Wege und Ziele gibt es so viele wie Sätze, die ausgesprochen werden können.
Irgendwann muss sich der Lehrling auf seinem Weg für eine Technik entscheiden, um diese zu perfektionieren. Begeht der Suchende den Weg der medialen Heilung, so wird er sich entscheiden müssen, ob er mit den Händen arbeitet oder als Orakel/Medium dienen möchte. Der Künstler entscheidet sich für das Malen, Fotografieren oder einen der vielen anderen Wege. Überkreuzungen sind immer möglich, dennoch wird ein Schwergewicht gelegt werden.
Der Lehrling der medialen Schule wird sich irgendwann entscheiden wollen, ob er Aura lesen, Karten oder Sternzeichen interpretieren oder vielleicht sogar die Psychologie zu Hilfe nehmen möchte. Viele Therapeuten der klassischen Psychologie oder Psychoanalyse arbeiten medial.
Kurz nach dem 11. September 2001 gab ich in New York Vorträge an der UNO für Angestellte und Diplomaten. Bei einem meiner Besuche dort lernte ich einen Polizisten kennen. Dieser lebte in Florida, kam aber als Freiwilliger nach den Anschlägen gegen die zwei Türme des WTC nach New York. Er erzählte mir, dass an seiner Polizeischule Kurse für Detektive angeboten wurden, um deren Intuition zu schulen, da in gefährlichen Momenten oft die Intuition entscheidende Hinweise zu nötigen Entscheidungen gibt.
Ein medialer Profiler setzt sein intuitives Wissen in sämtlichen Lebenssituationen ein.
Erfolg ist ohne Zweifel von Wissen und Intelligenz abhängig. Aber eine gute Intuition gehört ebenso dazu. Nur eine gesunde und funktionierende Verbindung zwischen Wissen und Intuition führt schlussendlich zum Erfolg.
* Martin Zoller: Wenn die Dämonen rufen: Aspekte des Bösen. Battert Verlag, 1998.
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