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Jenny Menzel
NEUSEELAND
ABSEITS DER AUSGETRETENEN PFADE
50 einzigartige Highlights auf der Nordinsel

IMPRESSUM
Neuseeland abseits der ausgetretenen Pfade
50 einzigartige Highlights auf der Nordinsel
Jenny Menzel
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar
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Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.
Redaktion und Lektorat: Andreas Walter
Satz und Layout: Serpil Sevim
E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2017
ISBN: 978-3-944921-68-6
Hergestellt in Deutschland
www.360grad-medien.de
Vorwort

Neuseeland lockt jedes Jahr mehr Reisende ans andere Ende der Welt – und zwar mit Naturwundern und Superlativen, die inzwischen sogar diejenigen kennen, die noch nie das „Land der langen weißen Wolke“ besucht haben.
Wer hat noch nicht auf irgendeinem Foto die eindrucksvoll aufragende Pyramide des Mount Taranaki gesehen, die farbenfroh blubbernden, stinkenden Thermalfelder von Rotorua oder den im Wasser stehenden Mitre Peak am Eingang zum Milford Sound? Mit der Zunahme des Tourismus hat sich auch in Neuseeland ein „Trampelpfad“ ausgetreten, auf dem unzählige Miet-Wohnmobile und Tourbusse sich von einem „Must See“ zum nächsten schlängeln.
Allein von diesen „Must Sees“ bietet Neuseeland eine ganze Menge, die man auf einer einzigen Reise durch das Land niemals alle sehen wird. Sie alle verbindet eines: Man ist dort (fast) nie allein, und man sieht immer nur das, was schon tausende andere gesehen haben.
So manchem Neuseeland-Fan genügt das nicht mehr – und wer es einmal ausprobiert hat, vom ausgetretenen Touristen-Trampelpfad abzuweichen, der wird es immer wieder tun. Denn anders als viele andere Länder bietet Neuseeland an jeder Ecke große und kleine Naturwunder, Orte mit viel Geschichte und einer so unberührten Atmosphäre, dass man sich wirklich als Entdecker fühlen kann.
Ich lade Sie in diesem Reiseführer ein, die „anderen“ Sehenswürdigkeiten auf Neuseelands Nordinsel zu entdecken: paradiesische Strände, die (wenn überhaupt) nur von Einheimischen besucht werden, verwunschene Thermalpools mitten im Wald, spektakuläre Wanderwege, auf denen man stundenlang allein unterwegs ist, kulturelle Stätten, die kein Tourist besucht.
Nicht jede Sehenswürdigkeit in diesem Buch ist ein „Must See“, aber alle sind es wert, gesehen zu werden – denn in ihrer Gesamtheit ergeben sie ein wesentlich authentischeres Bild von Neuseeland als alle touristischen Hotspots zusammen.
Sie wollen in der Hauptsaison durch Neuseeland reisen und haben Sorge wegen des Touristenrummels? Sie waren schon ein paarmal in Neuseeland und glauben, Sie haben alles gesehen? Dann ist dieser Reiseführer der Richtige für Sie. Entdecken Sie Neuseeland abseits der ausgetretenen Pfade – auf Englisch „off the beaten track“.
Lassen Sie sich Lust machen von farbenfrohen Fotos und kurzen, prägnanten Texten, finden Sie Ihren Weg mit präzisen Wegbeschreibungen und genießen Sie Ihren Aufenthalt mit vielen praktischen Informationen zur Anfahrt, Unterkünften in der Nähe oder Öffnungszeiten. Die 50 Attraktionen, die ich für die Nordinsel zusammengestellt habe, sind natürlich nur eine winzige Auswahl aus dem Reichtum, den Neuseeland zu bieten hat – wer die Augen offen hält, der wird noch viel mehr versteckte Juwelen finden. Manchmal liegen sie direkt neben den großen Attraktionen!
Ob Sie Ihre Geheimtipps weitersagen sollten, entscheiden Sie allein. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und spannende Entdeckungen beim Abseits-Gehen!
Jenny Menzel
Inhaltsverzeichnis
Cover
Titel
Impressum
Vorwort
Far North und Northland
1. Pakiri Beach: Top-Kandidat für Neuseelands schönsten Strand
2. Te Koutu Boulders: die großen Brüder von Moeraki
3. Giant Sand Dunes: sandiges Vergnügen in Te Paki
4. Rarawa Beach mit Mermaid Pools: ein Traum in Weiß
5. Karikari Peninsula: Strand-Himmel auf Erden
6. Omahuta Forest Sanctuary: bedrohte Giganten
7. Waipu Caves: Höhlenabenteuer mit Glimmer-Effekt
8. Whangaroa: der perfekte Zwischenstopp
9. Urupukapuka Island: hinter den Kulissen in der Bay of Islands
10. Kai Iwi Lakes: Millionen Jahre altes Kinderparadies
Auckland Region
11. Motuihe Island: kleine Insel mit viel Geschichte
12. Auckland Night Markets: ein Stück asiatische Lebensart
13. Muriwai Beach: verstecktes Juwel im Schatten von Auckland
14. Mokoroa Falls: Kleinod am Wegrand
15. Kaitoke Hot Springs: Geheimtipp im Geheimtipp
16. Awhitu Peninsula: Hierher kommen nicht einmal die Kiwis
Coromandel und Bay of Plenty
17. Waihi Gold Mine: das „goldene Herz“ der Coromandel Peninsula
18. Karangahake Gorge Windows Walk: Fenster in die Vergangenheit
19. 309 Road: Roadtrip für Fahrkünstler
20. Waiau Works: nasser Spaß im busch
21. Tokatea Lookout: Aussichtspunkt mit Geschichte
22. Kaiate Falls: Badevergnügen bei Tauranga
Rotorua und Central North Island
23. Waimangu Volcanic Valley: Phönix aus der (Vulkan-) Asche
24. Hamurana Springs Track: Kurztrip in den Märchenwald
25. Waitangi Soda Hot Springs: Thermalbaden wie in guten alten Zeiten
26. Ohinemutu Village: Rotoruas lebendige Geschichte
27. Kerosene Creek: Spa im Wald
28. Mangawhero Falls: Abstecher für Film-Fans
29. Orakei Korako: versteckte Thermal-Attraktion
30. Te Porere Redoubts: neuseeländische Kriegsgeschichte(n)
31. Mead’s Wall: spektakulärer Ausflug ins Skigebiet
32. Waitonga Falls Track: Wasserfälle am Mount Ruapehu
East Cape und Hawke’s Bay
33. East Cape: die vielleicht abgelegenste Region Neuseelands
34. Tarawera Hot Springs: Wellness à la Kiwi
35. Eastwoodhill Arboretum: exotische Pflanzen aus Europa
36. Mahia Peninsula: ein Kiwi-Ferienparadies
37. Rere Falls and Rockslide: echter Kiwi-Freizeitspaß
38. Lake Waikareiti: ein See mit Geheimnis
Waikato und Taranaki
39. Wairere Falls: großes Getöse bei Matamata
40. Mangapohue Cave Walk: klein, aber fein
41. Ruakuri Tunnels: geheimnisvolles Höhlenlabyrinth
42. Kawhia: heißer Sand und eine lange Geschichte
43. Von Raglan nach Ruapuke Beach: Neuseelands schönster Roadtrip
44. Tongaporutu Beach: wunderbar wechselhafte Küste!
45. Forgotten World Highway: Fahrt durchs Nirgendwo
Wellington Region
46. Whanganui River Journey: Mehrtageswanderung ohne Laufen
47. Kapiti Island: Vogelparadies mit langer Geschichte
48. Castlepoint: spektakulär und unbekannt
49. Putangirua Pinnacles: geologisches Grusel-Spektakel
50. Cape Palliser: der südlichste Punkt der Nordinsel
Bildnachweis
Far North und Northland

Einsame, wilde Strände hat das Northland im Überfluss zu bieten
1. Pakiri Beach: Top-Kandidat für Neuseelands schönsten Strand
2. Te Koutu Boulders: die großen Brüder von Moeraki
3. Giant Sand Dunes: sandiges Vergnügen in Te Paki
4. Rarawa Beach mit Mermaid Pools: ein Traum in Weiß
5. Karikari Peninsula: Strand-Himmel auf Erden
6. Omahuta Forest Sanctuary: bedrohte Giganten
7. Waipu Caves: Höhlenabenteuer mit Glimmer-Effekt
8. Whangaroa: der perfekte Zwischenstopp
9. Urupukapuka Island: hinter den Kulissen in der Bay of Islands
10. Kai Iwi Lakes: Millionen Jahre altes Kinderparadies

1. Pakiri Beach: Top-Kandidat für Neuseelands schönsten Strand
Ein richtig typisch neuseeländischer Strand ist nicht nur atemberaubend schön, sondern auch wild, abgelegen und einsam. Pakiri Beach, am Ende einer langen, furchtbar schlechten Schotterstraße, könnte durchaus Neuseelands typischster – und schönster Strand sein.
Von Auckland bis nach Pakiri sind es, glaubt man dem Routenplaner, nur 88 Kilometer. Aber die ziehen sich – nicht nur, weil man unterwegs ständig verführt ist, aus dem Auto zu springen und die liebliche Schönheit der Hibiscus Coast zu bewundern. Der SH 1 führt auf seinem Weg nach Norden an so vielen verlockenden Stränden und netten kleinen Ortschaften vorbei, dass der Tagesausflug nach Pakiri durchaus eine Woche brauchen könnte.
Pakiri Beach
Ein weiteres Argument dafür, ein wenig mehr Zeit einzuplanen, ist der Zustand des letzten Stücks Straße. Hat man das Klappern, Schaukeln und Ächzen auf den etwa zehn Kilometern Gravel Road hinter sich und steigt mit schmerzendem Rücken aus dem arg geschüttelten Campervan, erscheint der in flirrender Ruhe daliegende Pakiri Beach tatsächlich wie ein kleines Paradies.
Wer nicht gerade während der Sommerferien an einem Wochenende herkommt, der kann hier, nur einen Katzensprung von Auckland entfernt, wahre Einsamkeit genießen und in die grandiose, unberührte Natur eintauchen. Allenfalls ein paar unerschrockene Surfer und Angler wird man auf dem hunderte Meter breiten, 14 Kilometer langen Sandstrand entdecken, oder ein Hochzeitspaar posiert auf dem gleißend hellen Sand vor einem Stück Treibholz (die alte Holzkirche im Örtchen Pakiri ist ein beliebter Ort für die Eheschließung).
Still ist es allerdings nicht. Die starke Strömung vor der Küste des Pazifiks sorgt fast durchgehend für eine „gute Welle“ und erzeugt wahrhaft gigantische Brecher, die sich Stunde um Stunde mit donnerndem Krachen am Strand brechen. Schwimmen ist bei diesem Wellengang ein Ding der Unmöglichkeit, einige Surfer wagen sich hier nur mit Helm ins Wasser.
Warum Pakiri Beach trotzdem bei einheimischen Familien beliebt ist? Das Geheimnis ist der schmale Poutawa River, der genau neben dem Campingplatz ins Meer mündet. Er gräbt sich in einer tiefen Schneise durch die Dünen, wobei sein klares Süßwasser mit so hoher Geschwindigkeit dahinschießt, dass man sich in einem Strömungskanal wähnt – entsprechenden Spaß haben die kreischenden und juchzenden Kinder und Papas. Danach verzweigt sich das Flussbett in unzählige kleine Wasserarme, die über den breiten Sandstrand ins Meer laufen und dabei ideale Plansch-Bedingungen für die Kleinsten bieten.
Strand-Idylle für jedermann
Drei Kilometer des Strandes wurden 2005 vom Auckland Regional Council gekauft, ergänzt von einem Stück Hinterland im Jahr 2010. In diesem Schutzgebiet leben unter anderem die einzigen fairy terns auf dem neuseeländischen Festland, auch die Sand tussock-Gräser sind in der ganzen Umgebung von Auckland nur hier anzutreffen. Einige Wander- und Reitwege führen hinter den Dünen durch Pohutukawa-Wälder und auf das im Süden angrenzende Stück Steilküste und bieten beeindruckende Panoramen auf die Küstenlinie zu beiden Seiten.
Info
Lage: Pakiri Beach liegt an der Ostküste der Nordinsel, etwa 9 Kilometer nördlich von Leigh oder 88 Kilometer nördlich von Auckland. Vermeidet man die northern gateway toll road zwischen Silverdale und Puhoi, sind es 93 Kilometer – und der kleine Umweg über den SH 17 ist absolut empfehlenswert, wenn man es nicht eilig hat.
Anfahrt: Von Süden auf SH 1/SH 17 über Orewa bis Warkworth fahren. Dort an der Ampel rechts abbiegen und über Sandspit Road/Matakana Road ca. 9 Kilometer nach Matakana fahren. Dort im Kreisverkehr links auf Matakana Valley Road abbiegen, nach 10 Kilometern scharf rechts auf Pakiri Road abbiegen und weitere 10 Kilometer bis nach Pakiri fahren. Nach der Pakiri Domain noch einmal links auf Pakiri River Road abbiegen und 2,5 Kilometer bis zum Strand fahren. Die Strecke von 88 bzw. 93 Kilometern ist in knapp zwei Stunden geschafft; die letzten Kilometer der Straße sind geschottert und sollten nur langsam befahren werden!
Öffnungszeiten: immer; in der Nebensaison ist Pakiri Beach oft wie ausgestorben, in den neuseeländischen Sommerferien und an warmen Wochenenden kommen jedoch viele Kiwi-Familien und Surfer an den Strand und auf den Campingplatz.
Eintritt: nichts
Aktivitäten: Neben Baden und Surfen kann man geführte Ausritte am Strand buchen oder Haie und Rochen angeln. Der Parkplatz am Strand ist kostenlos und mit einem blitzsauberen Sanitärgebäude ausgestattet, das sogar Duschen bietet.
Achtung: Am Pakiri Beach gibt es keine Rettungsschwimmer! Snacks und Getränke, Wasserspielzeug und Ähnliches kann man in Pakiri oder im Shop des Campingplatzes kaufen. Für Sonnenschutz muss auf jeden Fall selbst gesorgt werden. Der oft vorherrschende starke Wind ist eine Herausforderung für Strandmuscheln und Sonnenschirme!
Ganz in der Nähe liegt das Schnorchel- und Tauchrevier Goat Island Marine Reserve. Ausrüstung und Informationen gibt es im Örtchen Leigh.
Unterkünfte:Pakiri Beach Holiday Park, großer, parzellierter Platz mit Powered Sites, Cabins und Ferienhäusern direkt hinter den Dünen, 261 Pakiri River Road, Wellsford, Tel.: +64 - 9 422 6199, E-Mail: pakiri@khh.co.nz, Web: www.pakiriholidaypark.co.nz
2. Te Koutu Boulders: die großen Brüder von Moeraki
Kein Neuseeland-Kalender kommt ohne eine Abbildung der Moeraki Boulders aus – geheimnisvolle Steinkugeln, die wie von Riesenhand verstreut am flachen Strand liegen. Kaum einer der vielen Touristen, die an den Moeraki Boulders um den besten Schnappschuss wetteifern, weiß, dass man noch mehr und noch größere boulders auch anderswo in Neuseeland findet – unter anderem am Rand des Hokianga Harbour.
Auf dem Weg zum Ninety Mile Beach und zum Cape Reinga brausen die meisten Besucher direkt an der Mündung des verschlafenen Hokianga Harbour vorbei – und verpassen dabei ein echtes Highlight, das in keinem Reiseführer steht. Nur die Einheimischen wissen, dass hier, gleich am südlichen Rand des tief ins Landesinnere ragenden Meeresarms bei Opononi, ein echter Geheimtipp wartet.
Versteckt am Strand von Koutu liegen riesige Steinkugeln
Ganz ohne Besuchergedrängel kann man bei einem Spaziergang am Ufer der Bucht hinter dem Örtchen Koutu eine ganze Menge der mysteriösen kugelrunden Steinkugeln entdecken, für die Moeraki auf der Südinsel Neuseelands so berühmt ist. Während dort der wilde Pazifik auf einen breiten, flachen Sandstrand donnert und man kreativ werden muss, um ein schönes Foto ohne andere Touristen im Hintergrund zu machen, ist es hier oben im Northland, wo sanfte Wellen unter hohen Bäumen träge ans Ufer schwappen, viel ruhiger.
Eine besinnliche, fast einschläfernde Stille umgibt die wenigen Strandläufer, die hin und wieder herkommen und bei Ebbe staunend von Kugel zu Kugel spazieren. Dabei müssen sie nur achtgeben, dass die sanft hereinströmende Flut ihnen nicht den Rückweg abschneidet. Dann heißt es, im tiefer werdenden Wasser zurückstapfen und sich dabei tunlichst nicht die Füße an den scharfkantigen Muscheln verletzen, denen die Koutu Boulders als Lebensraum dienen (und die nebenbei eine leckere Mahlzeit abgeben).
Die Koutu Boulders sind übrigens nicht nur zahlreicher als ihre berühmten Vettern, sondern auch viel größer. Die Giganten unter ihnen bringen es auf über fünf Meter Durchmesser! Zwischen Koutu Point und Kauwhare Point liegen sie dicht an dicht am Strand und in den Uferfelsen. Hätte man eine Schaufel und viel Zeit, würde man beim Graben hinter der Uferzone noch viel mehr von ihnen entdecken.
Die kugelrunden Kalk-Konkretionen bilden sich seit fünf Millionen Jahren um organische Kerne herum; am Strand von Katikati, südlich von Moeraki auf der Südinsel Neuseelands, kann man diese Fossilien (und zwar waschechte Dinosaurier-Knochen!) im Inneren zerfallener Kugeln am besten sehen. Wie bei der Zersetzung der organischen Materie Karbonate entstehen, die sich in kalkhaltigen Gesteinsschichten kugelförmig aufeinanderschichten, wird im hervorragenden und kostenlosen Otago Museum in Dunedin genauer erklärt.
Fest steht, dass das Meer die Kugeln im Laufe der Zeit aus dem Boden löst und sie dann an den Strand kullern – so einfach, so langweilig. Die Maori sehen in den Moeraki Boulders dagegen die versteinerten Vorräte, die aus dem Kanu ihrer Vorfahren aus Hawaiki gefallen sind. Was sie zu den Koutu Boulders gesagt haben, ist nicht überliefert.
Info
Lage: Am Hokianga Harbour, ca. 6 Kilometer nördlich von Opononi; 19 Waione Rd, GPS: -35.4667246,173.4179742
Anfahrt: Von Opononi etwa 6 Kilometer in Richtung Kaikohe fahren, auf Koutu Loop Road etwa 1 Kilometer nach Koutu links abbiegen auf die geschotterte Waione Road. Nach etwa 100 Metern parken und an den Strand laufen; rechterhand liegen von hier an immer mehr und größere Boulders.
Zweite Zugangsmöglichkeit mit weniger, aber größeren Steinkugeln: An der Gabelung der Waione Road rechts abbiegen auf Cabbage Tree Bay Road, nach etwa 750 Metern nach der Einfahrt zur Hausnummer 76 auf dem kleinen Parkplatz am rechten Straßenrand parken und den steilen, grasüberwucherten Pfad nach links zum Strand hinabsteigen. Nach etwa 30 Minuten Laufen nach rechts gelangt man zu den größten der Koutu Boulders.
Öffnungszeiten: immer; am besten zugänglich bei kompletter Ebbe, ansonsten ist ein wenig Kraxelei über Steine nötig
Eintritt: nichts
Aktivitäten: Der Weg ist für alt und jung geeignet, allenfalls ein wenig Kletterei am Strandzugang ist nötig. Keinen Buggy mitnehmen, aber (im Sommer) genügend Wasser!
Vorsicht: Die Te Koutu Boulders liegen nur bei kompletter Ebbe vollständig trocken und sind im unteren Bereich zum Teil stark mit scharfkantigen Muscheln bewachsen. Es ist nicht ratsam, barfuß zwischen den Boulders herumzulaufen oder auf ihnen herumzuklettern!
Unterkünfte:
Opononi Beach Holiday Park: direkt gegenüber dem Hokianga Harbour, mit Blick auf die Te Paki Sand Dunes; BBQ, Spielplatz, Badegelegenheit; Powered Site 20 NZD/Erwachsener, 7,50 NZD/Kind bis 14 Jahre, 3 NZD/Kind bis 5 Jahre; 43 SH 12, Opononi 0445, Tel.: +64 9 - 405 8791, Web: www.opononibeachholidaypark.co.nz
Koutu Lodge: Bed & Breakfast ab 90 NZD/DZ, 607 Koutu Loop Rd, Opononi/Omapere, Tel.: +64 9 - 405 8882, Web: www.wairereboulders.co.nz

Die Te Koutu Boulders sind zum Teil viel größer als ihre berühmten Brüder
3. Giant Sand Dunes: sandiges Vergnügen in Te Paki
Die bis zu 50 Meter hohen Sanddünen hinter dem Örtchen Te Paki sieht jeder, der einen Ausflug zum Cape Reinga oder zum Ninety Mile Beach macht. Nicht jeder weiß aber, dass man auf diesen Dünen einen Heidenspaß beim Sand-Surfen haben kann. Ein Zwischenstopp lohnt sich!
Schon von weitem wundert man sich, was da bei der Anfahrt zum Cape Reinga am Horizont so hell zwischen dem ewigen Grün der sanften Hügel des Northland leuchtet. Die Te Paki Sand Dunes bedecken ein Areal von etwa sieben Quadratkilometern. Die größten Dünen Neuseelands sind nicht nur enorm eindrucksvoll, sondern machen auch jede Menge Spaß.
Wirklich einsam ist es auf den Te Paki Sand Dunes nur in der Nebensaison
Die Sandmassen, die sich hier an der nördlichsten Spitze Neuseelands angesammelt haben, sind wie so oft Hinterlassenschaften von Vulkanausbrüchen im Zentrum der Nordinsel. Die dabei aufgewirbelten Sedimente wurden im Laufe der Zeit von der Meeresströmung, den Flüssen und dem Wind an die Küsten transportiert. Anders als im Rest des Landes hat es die Vegetation einfach noch nicht geschafft, den Sand wieder zu bedecken – der Ninety Mile Beach und die Te Paki Sanddünen sind sozusagen die letzten Erinnerungen an vergangene Erdzeitalter.
Als echten Geheimtipp kann man die Dünen von Te Paki nicht mehr bezeichnen. Sie sind auch leicht zu finden, spätestens nach Verlassen des letzten größeren Ortes Kaitaia weisen immer wieder Schilder auf die Te Paki Sand Dunes hin. Von der kleinen Siedlung am SH 1, übrigens der nördlichsten Neuseelands, sind es noch etwa 15 Kilometer bis zum Touristenmagneten Cape Reinga.
Vom kleinen Parkplatz hinter dem Ort heißt es noch ungefähr zwei Kilometer durch das flache Flussbett des Te Paki Stream laufen, bis dieser am Ninety Mile Beach in die Tasman Sea mündet. Aber dieser Weg ist eine Augenweide: Mit Betreten des seichten Flüsschens, das auch den Zugangsweg für Autos und Reisebusse zum berühmten Strand darstellt, verändert sich die Landschaft abrupt. Aus den typischen sanften, grünen Hügeln des Far North werden karge, sattgelb bis knochenweiß leuchtende Sanddünen. Sie türmen sich hoch und immer höher, die Vegetation zieht sich immer weiter zurück, bis man sich in einer echten Wüste wähnt (wobei man natürlich nicht zum Horizont blicken darf).
Zuerst bewundert man den ungewohnten Anblick und die Stille zwischen den Sanddünen. Bald versucht man, eine der Dünen zu erklimmen, und entdeckt schnaufend, wie schwer das Vorwärtskommen im weichen, fließenden Sand ist. Wer es ganz nach oben schafft, der wird mit einem herrlichen Panoramablick auf die Küstenlinie belohnt.
Jetzt ist es nur noch ein kleiner Schritt, um Spaß an gewagten Sprüngen von den Dünenkuppen, am Herunterrollen und Rutschen in verschiedensten Positionen zu finden. Auf zur nächsten Düne! Je weiter man vom Parkplatz nach Norden wandert, desto höher türmt sich der Sand und desto weniger Menschen verirren sich ins Fotomotiv.
Das Highlight des Sand-Spaßes ist zweifellos das Sandsurfen. Wer ein eigenes boogie board oder ein festes Stück Plastik dabeihat, kann sich nach Herzenslust ausprobieren. Und auch bei Regen muss niemand traurig sein – der nasse Sand ist zum Rutschen sogar noch besser geeignet! Selbst während der Hauptsaison ist hier nur selten etwas los; nur hin und wieder spuckt einer der Tourbusse eine Ladung johlender Backpacker aus, die sich in dem großen Gelände aber schnell verlieren.
Der im Far North ansässige Maori-Stamm Ngati Kuri, stolzer Wächter über das heiligste Gebiet von Aotearoa, wo die Seelen der Gestorbenen am Cape Reinga ins Totenreich einziehen, bewacht auch die Te Paki Sand Dunes – und vermietet hier Surfbretter und Schlitten an Besucher. Harihari Onepu nennen die Maori das Sandsurfen und tun es angeblich schon seit Generationen. Wer sein eigenes Gerät mitbringt, sollte es möglichst außer Sichtweite der geschäftstüchtigen Maori-Wächter nutzen.
Info
Lage: 15 Kilometer südlich von Cape Reinga am Ende des SH 1, etwa 5,5 Stunden Autofahrt von Auckland, GPS: -34.4961625,172.7718539
Anfahrt: Im Örtchen Te Paki am Hinweisschild auf die Te Paki Stream Road abbiegen (Achtung, geschottert) und ca. 4 Kilometer in das Te Paki Stream Reserve hineinfahren, am Toilettenhäuschen parken (in der Hochsaison parkt dort ein Van des Maori-Stamms Ngati Kuri). (Bis zum Ninety Mile Beach sind es noch weitere 2,5 Kilometer.)
Kein Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel (letzter Stopp ist Pukenui), diverse Bus-Touren starten in Kaitaia, Ahipara, der Bay of Islands oder in Auckland.
Achtung: Der Parkplatz ist recht klein, spätestens zur Mittagszeit im Sommer sehr voll und sandig. Durch den Te Paki Stream fahren auch Autos und Tourbusse auf dem Weg zum Ninety Mile Beach (oder von dort kommend), oft mit recht hoher Geschwindigkeit und ohne Rücksicht auf Spaziergänger zu nehmen.
Öffnungszeiten: immer; am besten morgens und abends
Eintritt: nichts; Surfbretter und Schlitten werden für 10 bis 15 NZD vermietet
Aktivitäten: Neben dem Sandboarden kann man auch geführte Touren und Ausflüge mit dem Maori-Anbieter Ahikaa Adventures buchen (www.ahikaa-adventures.co.nz) oder wandern (mehrere Tracks starten an den Sand Dunes oder führen hier vorbei). Achtung: Beim Ausflug in die Dünen auf guten UV-Schutz achten und ausreichend Wasser mitnehmen. Beim Sandsurfen möglichst lange Kleidung und Schuhe tragen, am heißen Sand kann man sich schnell verletzen. Fotografen sollten ihre Kamera sehr gut verpacken!
Unterkünfte:
Tapotupotu Bay Standard DOC Campsite, etwa 16 Kilometer nördlich von Te Paki am Cape Reinga: 45 Plätze ohne Strom, mit Toiletten und kalten Duschen, 6 NZD/Erwachsene ab 17 Jahre, 3 NZD/Kinder ab 5 Jahre
North Wind Lodge Backpackers, DZ ab 66 NZD oder gegen Arbeitseinsatz, 88 Otaipango Rd, Henderson Bay, Kaitaia 0484, Tel.: +64 9 - 409 8515, Web: www.northwind.co.nz
4. Rarawa Beach mit Mermaid Pools: ein Traum in Weiß
Hoch oben im Norden, wo Neuseeland schon fast zu Ende ist, liegt einer der weißesten Strände der Welt, und einer der längsten Neuseelands. Übersehen von den Tagesausflüglern, die zum Cape Reinga und Ninety Mile Beach fahren, warten am Rarawa Beach Einsamkeit, Badespaß und – Meerjungfrauen!
Etwa auf halber Länge des Ninety Mile Beach erstreckt sich auf der anderen Seite der schmalen Aupouri Peninsula, am nördlichen Ende der Great Exhibition Bay, ein Kleinod in purem Weiß. Der Sand am Rarawa Beach besteht aus fast reinem Quarz und ist weich und fein wie Puder. Zusammen mit dem türkisblauen Meer wähnt man sich fast in der Karibik, nur die Palmen fehlen.
Karibik-Feeling am schneeweißen Rarawa Beach
Tipp: eine Flasche von dem weißen Sand abfüllen und später vergleichen mit dem schwarzen Eisenoxid-Sand der Westküste zwischen Auckland und Taranaki!
Am südlichen Teil des Strandes gibt es eine Zufahrt, über die man sogar mit dem Auto auf den festgefahrenen Sand fahren kann. Aber der schönste Teil von Rarawa Beach liegt definitiv am nördlichen Ende. Wenn man etwa eine Viertelstunde über die vorgelagerten Felsen gewandert und geklettert ist, wartet ein weiterer unentdeckter Schatz: Die Gezeitenpools, die von der Flut gefüllt werden, sind so tief, dass man darin herrlich baden kann. Ob es im angewärmten Wasser tatsächlich Meerjungfrauen gibt?

Einsamkeit genießen ist im Northland einfach
Info
Lage: Auf der Ostseite der Aupouri Peninsula nördlich von Kaitaia, in der Paxton Point Conservation Area. GPS: -34.72511375, 173.08233232
Anfahrt: Auf SH 1 nach Norden fahren, 7 Kilometer nördlich von Ngataki rechts auf Rarawa Beach Road (geschottert) abbiegen und 4 Kilometer bis zum Ende fahren. Neben dem Besucherparkplatz ist die DOC Campsite Rarawa Beach. Von beiden führt ein etwa 500 Meter langer, sandiger Trampelpfad an den Strand (Buggys dürften hier Schwierigkeiten bekommen).
Öffnungszeiten: immer, baden im Meer ist während der Flut sicherer.
Eintritt: nichts
Aktivitäten: Baden kann man sowohl im Meer als auch in den Gezeitenpools; diese sind sogar tief genug zum Schnorcheln.
Achtung: Bei Ebbe herrschen am Rarawa Beach oft starke Unterströmungen. Es gibt keine Rettungsschwimmer! Alternativ bieten sich zum Baden die Mermaid Pools an oder das kleine Flüsschen, das neben der DOC Campsite zum Strand hin fließt.
Unterkünfte:
Rarawa Beach Standard DOC Campsite mit Toiletten und kalten Duschen, 65 Stellplätze (6 NZD/Erwachsene, 3 NZD/Kinder ab 5 Jahren) auf einer großen Wiese mit Strandzugang (Achtung, hier soll es sandflies geben!)
5. Karikari Peninsula: Strand-Himmel auf Erden
Die lustig geformte Karikari Peninsula, ganz im Norden der Nordinsel, hat nicht viele Attraktionen zu bieten außer … wundervoller, abgeschiedener Idylle und mehreren herrlichen Stränden. Wenn man auf der kleinen Anhöhe zwischen Maitai Bay im Norden und Merita Beach im Süden auf einem knorrigen Pohutukawa-Baumstamm sitzt und die Sonne genießt, kann das Leben in Neuseeland eigentlich nicht besser werden.
Einen großen Nachteil hat die Sache dann doch: Während der Weihnachtsferien erinnern sich gefühlt alle Einwohner der Nordinsel an das Geheimnis und fallen in wahren Heerscharen in die idyllische Halbinsel ein. Beliebt ist vor allem die perfekt halbkreisförmig geschwungene Maitai Bay, was angesichts ihres weißen Sandes und des türkisblauen, glasklaren Wassers (und des hinter den Dünen liegenden Campingplatzes) kein Wunder ist.
Nicht spektakulär, aber enorm idyllisch: die Maitai Bay
Der benachbarte Merita Beach bietet ein etwas abwechslungsreicheres Programm – für alle, denen es nach einer halben Stunde im Sand zu langweilig wird. Bei einem Strandspaziergang kommt man hier an abenteuerlich verbogenen Pohutukawa-Bäumen vorbei, kann in kleinen Buchten über Felsen kraxeln und Gezeitenpools erforschen oder zu den vorgelagerten kleinen Inseln schwimmen.
Die felsige Erhebung zwischen den beiden Buchten (Maitai Point) ist ein wunderschöner Aussichtspunkt, der sich auch noch perfekt zum Angeln eignet. Der ansässige Stamm der Ngati Kahu bittet allerdings darum, dies nicht von der höchsten Erhebung aus zu tun – die Felsen haben, genau wie viele andere Punkte in der näheren Umgebung, große spirituelle Bedeutung für die Maori.
In der Weihnachtszeit kann es hier voll werden
Die gesamte Karikari Peninsula blickt auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurück. Gleich um die Ecke, in der südlich gelegenen und ebenfalls sehr schönen Doubtless Bay, landete in der Mythologie der Maori das Kriegskanu (waka) Waipapa zum ersten Mal in Neuseeland. Der Beweis: eine Gruppe von Tawapou-Bäumen, die damals von den frisch angekommenen Siedlern aus Hawaiki auf einen nahen Hügel gepflanzt wurden und dort heute noch stehen.
In der Doubtless Bay wurde auch die erste christliche Messe auf neuseeländischem Boden abgehalten: Nur acht Tage, nachdem die Bucht von ihrem Entdecker James Cook getauft worden war, landete der Franzose De Surville hier an und ließ einen Weihnachtsgottesdienst durchführen. Der freundliche Empfang durch die Maori hinderte den Entdecker nicht daran, ihren Häuptling Ranginui gefangen zu nehmen und nach Peru zu verschleppen – wo er nicht lebend ankam. Eine Plakette im Örtchen Whatuwhiwhi erinnert heute an den so folgenreichen Besuch.
Viel später kamen erneut Europäer in die Gegend, diesmal zum gum digging. Das fossile Harz im Sumpf versunkener Kauri-Bäume war eine Zeitlang wertvoller als Gold und Neuseelands wichtigster Export. Heute führt der kurze Lake Ohia Gumhole Reserve Walk durch Sumpf und dichtes Manuka-Gestrüpp an einigen historischen Gruben vorbei, die von den Sammlern damals gegraben wurden.
Info
Lage: An der Nordspitze der Nordinsel, 40 Kilometer nordöstlich von Kaitaia, Campsite am Strand: GPS: -34.82958635, 173.40807865
Anfahrt: Von Kaitaia auf SH 1 nach Norden fahren, rechts auf SH 10 abbiegen, 15 Kilometer östlich von Awanui von SH 10 in Richtung Norden abbiegen auf Inland Road (Ausschilderung Tokerau/Whatuwhiwhi/Maitai) und nach 15 Kilometern einbiegen auf Maitai Bay Road, 4 Kilometer bis zum Ende der Straße fahren, der Strand ist rechts (die letzten 2 Kilometer sind geschottert!).
Achtung: Bei Google Maps heißt die Bucht Matai Bay, entsprechend auch die Straße Matai Bay Road.
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: nichts
Aktivitäten: baden, spazieren, paddeln, angeln … Der Weg an der Merita Bay ist etwa 2 Kilometer lang.
Tipp: Wenn der Wind auf der östlichen Seite der Halbinsel zu kalt weht, kann man einfach 20 Minuten auf die andere Seite hinüberlaufen. Hinter einem No access-Straßenschild westlich der DOC Campsite führt eine geschotterte Straße etwa 500 Meter zum schneeweißen Karikari Beach (ausgeschildert als Karikari Bay Walk). Der nächstgelegene Ort ist Whatuwhiwhi.
Unterkünfte:
Campsite Maitai Bay, Standard DOC Campsite, 10 NZD/Erwachsene, 5 NZD/Kinder ab 5 Jahren. Während der Hauptsaison ist täglich ein DOC Ranger vor Ort und sammelt (kostenpflichtige) Müllbeutel ein, ansonsten gibt es keine Müllentsorgung.
Whatuwhiwhi Top Ten Holiday Park in Strandnähe, mit Spielplatz und Pool, Powered Sites in verschiedener Lage (42 bis 62 NZD/2 Erwachsene, 10 bis 12 NZD/Kind), Cabins und Chalets, 17 Whatuwhiwhi Road, Tel.: +64 - 9 4087202, Web: www.whatuwhiwhitopten.co.nz
6. Omahuta Forest Sanctuary: bedrohte Giganten

Der turmhohe Hokianga Tree
Der Omahuta Forest bildet gemeinsam mit dem Puketi Forest einen der letzten und größten zusammenhängenden ursprünglichen Regenwälder der Nordinsel. Intensiven Bemühungen des Department of Conservation ist es zu verdanken, dass man hier auf einem kurzen Spaziergang oder einer längeren Wanderung nacherleben kann, wie Neuseeland ausgesehen haben muss, bevor die ersten Siedler kamen.
Über 21.000 Hektar erstreckt sich das Waldgebiet, das die schmale Spitze der Nordinsel zwischen dem Hokianga Harbour und der Bay of Islands bedeckt. Es ist nicht nur das zweitgrößte und am besten erhaltene im gesamten Northland, sondern auch das mit der größten Artenvielfalt: Hier sind 360 einheimische Pflanzenarten und mindestens neun bedrohte Tierarten ansässig.
Seit 1951 wird in Puketi und Omahuta kein Holz mehr geschlagen, um die letzten verbleibenden Kauri-Bäume zu schützen. Doch dafür war es schon fast zu spät. 130 Jahre intensiven Holzabbaus haben die uralten Giganten des neuseeländischen Waldes an den Rand des Aussterbens gebracht.
Nicht besser erging es zahlreichen endemischen Tierarten. Nur Wanderer mit viel Glück treffen heute zum Beispiel noch auf den hühnergroßen, dunkelgrauen Kokako mit den leuchtend blauen Kehllappen, oder sie hören zumindest seinen Gesang. Auf der gesamten Nordinsel soll es nur noch etwa eintausend Tiere geben, die Unterart auf der Südinsel gilt als ausgestorben. Auch die letzten Bestände des Nordinsel-Kiwi, der Kurzschwanz-Fledermaus oder der Kauri-Schnecke wird man auf einem kurzen Waldspaziergang wohl kaum antreffen.
Der Kokako ist nur noch selten im Omahuta Forest zu sehen
Viel einfacher lassen sich die Überreste eines der größten Kauri-Bäume bestaunen, die in Neuseeland jemals gefällt wurden. Der Kauri Stump Walk führt in nur zehn Minuten zu einem wahrhaft gigantischen Baumstumpf. Die dazugehörige Baumkrone liegt etwa 25 Meter entfernt.
Wer lebende Kauris sehen möchte, kann den nur wenig längeren Omahuta Kauri Sanctuary Walk gehen, der auf einer etwa 700 Meter langen Runde durch eine Gruppe der bis zu 50 Meter hohen Baumriesen führt. Der mehr als 53 Meter hohe, turmgerade Hokianga Tree ist, je nachdem, wen man fragt, der sechstgrößte oder der achtgrößte Kauri auf der ganzen Nordinsel.
Von diesem Wahrzeichen aus lässt sich der Weg mit einem Abstecher auf dem Pukekohe Stream Track verlängern, der über etwa drei Kilometer ebenfalls zum Parkplatz des Sanctuary Walk zurückführt. Auf diesem Weg sind die Spuren der Holzfäller auch nach der langen Regenerationszeit noch gut zu sehen; im Flussbett des Pukekohe Stream finden sich zum Beispiel Überreste eines Kauri-Damms.
Ein Netz an weiteren Wanderwegen verschiedenster Länge und Schwierigkeit durchzieht das Waldgebiet und bietet viele schöne Gelegenheiten, den seit über fünfzig Jahren wieder sich selbst überlassenen Regenwald zu entdecken.
Bis zu 50 Meter hoch ragen Kauris aus dem dichten Regenwald auf

Im Inland hinter Hokianga wachsen heute kaum noch Kauris
Info
Lage: Zwischen Kerikeri und Hokianga Harbour, Zugänge zum Waldgebiet gibt es an mehreren Stellen
Anfahrt: Von der Bay of Islands oder aus Richtung Hokianga Harbour, auf dem SH 1 ausgeschildert ab Mangamuka: abbiegen auf Omahuta Road, dann (für den Kauri Stump Walk) auf Omahuta Forest Road bzw. (für den Sanctuary Walk) auf Omahuta Sanctuary Road (beide sehr eng, kurvig und geschottert, vorsichtig fahren!); die Parkplätze bieten jeweils nur 3 bis 4 Stellplätze.
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: nichts
Unterkünfte:
Puketi Recreation Area, Standard DOC Campsite am östlichen Rand des Waldgebiets mit 20 Plätzen, kalten Duschen, BBQ und Toilettenhäuschen, Zufahrt über 7 Kilometer gravel road, Kosten: 6 NZD/Erwachsene, 3 NZD/Kinder ab 5 Jahre
Puketi Forest Hut mit 18 Stockbetten, kalter Dusche und Toiletten, Kochgelegenheit und Ofen, Kosten: 18 NZD/Erwachsene, 9 NZD/Kinder ab 5 Jahre, Reservierung über Tel.: +64 - 9-407 0300 oder E-Mail: bayofislandsbooking@doc.govt.nz
7. Waipu Caves: Höhlenabenteuer mit Glimmer-Effekt
Tropfsteinhöhlen, an deren Decke nicht nur Stalaktiten zu bewundern sind, sondern auch noch ein veritabler Sternenhimmel aus sanft glimmernden glow-worms – das kann man für teures Geld auf einem geführten Rundgang mit hunderten anderen Besuchern in Waitomo erleben. Oder eben ganz allein und auf eigene Faust in den Waipu Caves.
Schon die Anfahrt über schmale, kurvige und buckelige Straßen durch die grünen Hügel und Weiden, die Aucklands „Hinterhof“ darstellen, ist ein Erlebnis für alle, die Neuseeland abseits ausgetretener Pfade entdecken wollen. Hat man dann den Fußweg über die Wiese bis zum Waldrand absolviert, wo sich die karstigen Kalksteinfelsen auftürmen, geht das Suchen los: Wo ist der Höhleneingang?
Kein großes Hinweisschild weist Wanderern hier den Weg. Auf die vertrauten, gut ausgebauten Wege und hilfreichen Infotafeln muss der Besucher ebenfalls verzichten. Echtes Abenteuer-Feeling stellt sich ein, wenn das niedrige Loch in der zerklüfteten Felswand, das der Höhleneingang sein muss, zwischen Farnen und Bäumen gefunden ist. Taschenlampen angeschaltet, und los geht die Expedition!
Auf der Suche nach dem Höhleneingang
Auf die Waipu Caves weist kein Schild hin
Ohne natürliche oder künstliche Beleuchtung herrscht in den Waipu Caves stockfinstere Nacht. Umsichtig stolpert und tastet man sich im Schein der Lampen über einen schmalen Bach, vorbei an kleinen und großen Stalagmiten (von unten) und Stalaktiten (von oben) bis in den ersten größeren Höhlenraum vor – und bricht dann unweigerlich in ehrfürchtige „Ooohs“ und „Aaahs“ aus, zumindest wenn man beim Vordringen leise genug war. Kinder sollte man hier nicht nur an die Hand nehmen, sondern auch vorher ermahnen, schön leise zu sein: Es lohnt sich!
Einem Sternenhimmel gleich, leuchten an der Decke der Höhle unzählige glow-worms in sanftem Weiß bis Hellblau. Nun kann man seine Mitwanderer belehren, dass es sich bei diesen Insekten mitnichten um herumfliegende Glühwürmchen auf Partnersuche, sondern um die Larven der Pilzmücken handelt, die mit ihrem Leuchten andere Insekten auf ihre klebrigen Fangfäden locken wollen; je hungriger sie sind, desto heller leuchten sie. Oder man kann einfach schweigend das Schauspiel genießen.

So hell sieht man das Innere der Waipu Caves selten
Info
Lage: Die Waipu Caves sind ein Bestandteil des Waipu Caves Scenic Reserve, das südlich von Whangarei in der Nähe des Örtchens Waipu liegt.
Anfahrt: Die Höhlen sind kaum ausgeschildert. Von Auckland auf SH 1 bis etwa 40 Kilometer vor Whangarei fahren, dort nicht rechts (Waipu Cove-Hinweisschild) abbiegen, sondern links in die Shoemaker Road. Diese bis zum Ende fahren, links auf Mountfield Road abbiegen und wieder links auf Waipu Caves Road (diese ist geschottert). Das letzte Stück muss zu Fuß über eine Schafweide zurückgelegt werden – Vorsicht ist geboten im Frühjahr während der lambing season, bitte auf jeden Fall Hinweisschilder der Farmer beachten!
Öffnungszeiten: immer, Vorsicht ist nach starken Regenfällen geboten.
Eintritt: nichts
Achtung: Am Höhleneingang markiert ein orangefarbener Pfeil an einem Holzpfosten den Beginn des 2 Kilometer langen Waipu Caves Track, der zwischen den bizarren Kalksteinfelsen hindurch steil bergauf aus dem Tal führt und an seinem Ende eine fantastische Aussicht über das umgebende Farmland bietet. An klaren Tagen sieht man über den Whangarei Harbour bis nach Bream Head und zu den vorgelagerten Inseln.
Aktivitäten: Auf dem feuchten und glitschigen Höhlenboden kann man leicht ausrutschen, also festes Schuhwerk tragen und Kinder gut beaufsichtigen. Eine Taschen- oder besser Stirnlampe ist ebenfalls Pflicht. Das Innere der Höhlen sollte niemals allein erkundet werden! Auf der Wiese vor der Höhle ist genug Platz für Picknicks, hier steht auch eine Toilette.
Unterkünfte:
Uretiti Beach, wunderschöne Scenic DOC Campsite an den Dünen eines breiten, weißsandigen Strandes. 300 Stellplätze (10 NZD/Erwachsene, 5 NZD/Kinder ab 5 Jahren), eine Mülltüte für 2 NZD muss gekauft werden. Im Sommer wird eine Reservierung empfohlen, Tel.: +64 - 9 432 1051, Online-Buchung möglich über DOC-Website
8. Whangaroa: der perfekte Zwischenstopp
Zwischen der Bay of Islands und dem Cape Reinga nehmen sich die meisten Touristen nicht viel Zeit für Neuseeland. Dabei verpassen sie nicht nur wunderschöne Strände, sondern auch die Gelegenheit, einen vom Tourismus fast unberührten Teil des Landes zu entdecken. Für einen kurzen Zwischenstopp am Whangaroa Harbour ist immer Zeit!
Schon im Vorbeifahren fallen die eindrücklichen, sich steil aus den sanften Hügeln erhebenden vulkanischen Überreste auf, die aussehen wie kleine Zipfel oder Stöpsel. Einer der höchsten liegt im Örtchen Whangaroa, das die Mündung einer tief ins Landesinnere ragenden Bucht bewacht und auf eine lange Geschichte zurückblickt.
Blick vom St Paul's Rock auf die Whangaroa Bay
Der kurze, aber steile und abwechslungsreiche Aufstieg auf den St Paul’s Rock (auf Maori: Ohakiri) gehört zu den bekanntesten der Gegend. Von oben bietet sich eine sagenhafte Panoramasicht auf die Küstenlinie der Whangaroa Bay und die vielen kleinen vorgelagerten Inseln – die übrigens so dicht beieinander liegen, dass James Cook auf allen drei seiner Entdeckungsfahrten direkt am Whangaroa Harbour vorbeisegelte. Erst knapp 40 Jahre später landete hier das Handelsschiff Commerce und brachte prompt eine Krankheit mit, an der zahlreiche der hier lebenden Maori starben.
Taratara Rock ist ein weiterer lohnender Abstecher
In nur 20 Minuten ist der Aufstieg auf die 212 Meter hohe Felsenspitze geschafft; wer mit dem Auto kommt, spart sich 60 Höhenmeter.
Info
Lage: Whangaroa liegt nur ein kurzes Stück westlich des SH 10, auf halber Strecke zwischen der Bay of Islands im Süden und der Doubtless Bay. Nördlich von Kaeo rechts abbiegen und der Beschilderung folgen.
Anfahrt: In Whangaroa an der Old Hospital Road parken und dem Schild zum nicht verfehlbaren St Paul’s Rock folgen.
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: nichts
9. Urupukapuka Island: hinter den Kulissen in der Bay of Islands
Die nicht einmal drei Quadratkilometer umfassende Insel haben fast alle Neuseeland-Reisenden gesehen – allerdings nur von weitem, wenn sie auf einem der täglich hunderten Ausflugsboote die Bay of Islands besuchen. Die idyllischen Sandstrände, die grandiosen Ausblicke von den Klippen und das Riff vor der Ostküste entdeckt man nur, wenn sich Zeit für einen Landgang nimmt.
Die meisten Bootsrundfahrten durch die über einhundert Inseln der Bay of Islands führen von Russell aus vorbei an Motuarohia und Moturua Island, streifen den nordwestlichen Zipfel von Urupukapuka Island und bringen ihre staunenden Gäste dann an der Deep Water Cove vorbei zum Hole in the Rock, einem durchaus sehenswerten Naturwunder.
Otehei Bay auf Urupukapuka Island
Die geschäftstüchtigen Veranstalter haben das Potenzial der größten Insel auf ihrer Route natürlich bereits entdeckt und bieten Touren mit einem Picknick-Stopp auf Urupukapuka Island an; bequem ergänzt durch eine Erfrischung im Café an der Otehei Bay, die im Südwesten der Insel liegt. Auch Anbieter, die Maori-Kultur vermitteln, legen gern eine Stippvisite auf der Insel ein, denn hier lebten immerhin schon vor tausend Jahren Angehörige des Stamms der Ngare Raumati.
Das wahre Erlebnis eines Besuchs auf Urupukapuka Island ist jedoch ein anderes. Wer auf einer der drei (!) DOC Campsites die Nacht verbringt, mit einem gemieteten Kajak auf eigene Faust von Bucht zu Bucht paddelt, von Bord eines Bootes ins Wasser springt und schnorchelnd die marinen Riffbewohner vor der Ostküste beobachtet oder einfach ein paar Stunden Ruhe am Strand genießt, der kommt der Seele von Neuseeland schon ziemlich nahe.
Die Insel mit der zerklüfteten Küste sticht wegen ihrer geografischen Vielfalt aus ihren Nachbarn heraus. Während auf der Südseite von Urupukapuka Island mehrere geschützte Buchten liegen, wo im Schatten dichter Pohutukawa-Wälder einst Maori-Familien lebten, blickt man auf der Nordseite von hohen, zerklüfteten Felsen weit über den Pazifik. Als Bonus sieht man vor hier aus immer wieder Schulen von Delfinen, die in der Bay of Islands zu Hause sind.
Und auch an Land ist wildlife watching möglich: Gemeinsam mit einigen anderen Inseln im Osten der Bay of Islands ist Urupukapuka Teil des Project Island Song, das den ursprünglichen Zustand der neuseeländischen Natur wiederherstellen will. Nachdem nicht-einheimische Schädlinge ausgerottet wurden, kann man auf den Inseln wieder den Gesang endemischer Vögel wie des Sattelrückens (Tieke), des north island Robin (Toutouwai) oder des bellbird (Korimako) hören.
Pohutukawa auf Urupukapuka Island
Info
Lage: Die Insel liegt etwa 7 Kilometer von Paihia entfernt in der östlichen Bay of Islands.

Traumhafter Blick auf Urupukapuka Island
Anfahrt: Mit Explore von Paihia zur Otehei Bay (20 NZD/Erwachsene, Hin- und Rückfahrt), mit dem Wassertaxi von Dive Ops zum Strand eigener Wahl, Abfahrt in Paihia/Russell 9 Uhr, Abholung etwa 14 : 15 Uhr (150 NZD pro Strecke für bis zu 5 Passagiere), oder mit privatem Boot
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: nichts
Aktivitäten: Ein Wanderweg führt in etwa fünf Stunden einmal um die gesamte Insel herum und an mehr als 60 Überresten von Maori-Siedlungen und pa vorbei. Es wird empfohlen, den Weg im Uhrzeigersinn zu laufen, der Einstieg ist an jeder größeren Bucht möglich. Auf dem Gelände um diese Stätten herum wird die Vegetation von Schafen kurzgehalten; beim Laufen sollte man auf Schafköttel achten. Das Café in der Otehei Bay ist im Sommer bis 20 Uhr geöffnet, letzte Bestellungen werden bis 19 Uhr angenommen.
Unterkünfte:
Cable Bay, Scenic DOC Campsite im Süden der Insel und Urupukapuka Bay im Osten der Insel mit je etwa 50 Zeltplätzen und Duschen; Scenic DOC Campsites, Reservierung empfohlen, 10 NZD/Erwachsener, 5 NZD/Kinder ab 5 Jahren
Sunset Bay, Scenic DOC Campsite im Süden der Insel mit 4 Zeltplätzen; Reservierung empfohlen, 10 NZD/Erwachsener, 5 NZD/Kinder ab 5 Jahren
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