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USA – Südwesten

50 Highlights abseits der ausgetretenen Pfade

Imke de Jonge & Jan de Jonge

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über portal.dnb.de abrufbar.

© 2020 | 360° medien | Marie-Curie-Straße 31 | 40822 Mettmann www.360grad-medien.de

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Redaktion und Lektorat: Christine Walter

Satz und Layout: Serpil Sevim-Haase

Gedruckt und gebunden:

Himmer GmbH Druckerei & Verlag | Steinerne Furt 95 | 86167 Augsburg www.himmer.de

Bildnachweis: siehe Seite 220

ISBN: 978-3-948097-80-6

e-Pub ISBN: 978-3-948097-90-5

mobi ISBN: 978-3-948097-91-5

Hergestellt in Deutschland

www.360grad-medien.de

Imke de Jonge & Jan de Jonge

USA

SÜDWESTEN

50 Highlights abseits der ausgetretenen Pfade



„And I don't know about tomorrow

right now the whole world feels right

and the memory of a day like today

can get you through the rest of your life.“

aus dem Lied „Today“ von Brad Paisley

Vorwort

Reisen ist weniger die Frage, in welcher Frequenz möglichst alle weltbekannten Highlights von der eigenen To-do-Liste abgehakt werden können. Vielmehr geht es darum, das Land, die Region oder auch den einen ganz speziellen Ort zu erleben. Was vorerst wie eine Beschränkung oder ein Verzicht auf mehr aussieht, hat sich für uns als die größte Bereicherung unseres Reiselebens herausgestellt. Man könnte es als bewusstes Reisen bezeichnen. Entschleunigt von dem Verlangen, immer mehr in immer kürzerer Zeit erleben zu müssen. Unterwegs sein, ohne den Druck immer mehr in den Reiseplan zu quetschen. Und mal einen Umweg zu nehmen und auch dabei jeden Moment und jede Sekunde in vollen Zügen genießen – einfach da zu sein.

Wer sich darauf einlässt und so reist, wird schnell feststellen, dass diese Reisen mehr sind und mehr geben. Sie sind reich. Reich an Momenten und Freiheit. In fast zehn gemeinsamen Reisejahren in die USA haben wir so manchen Umweg genommen – mal geplant, mal ungeplant – und haben den Weg stets als Ziel verstanden. Glücklicherweise bedeutet dies nicht, dass es auf diesem Weg nichts zu entdecken gibt. Das Gegenteil ist der Fall. Rechts und links des Weges warten die wahren Highlights des Südwestens. Das einzigartige Gefühl von Freiheit und unbegrenzten Möglichkeiten liegt abseits der ausgetretenen Pfade.

Der Südwesten der USA bietet für Naturliebhaber vielfältige Möglichkeiten, die eigenen Reiseträume zu verwirklichen und Abenteuerluft zu schnuppern. Gerne möchten wir dieses Buch als Ansporn verstanden wissen, den Blick über den Tellerrand der üblichen Reiseempfehlungen zu wagen, den „kleineren Details“ und „Underdogs“ eine Chance zu geben. Die unberührte und ursprüngliche Natur auf unseren eigenen Wegen zu erleben, ist für uns stets das größte Geschenk, Abenteuer und Erholung zugleich gewesen. Dieses Buch ist eine Herzensangelegenheit und wir freuen uns, ein paar unserer ganz persönlichen Highlights zu teilen.

Imke de Jonge & Jan de Jonge, September 2019

Inhaltsverzeichnis

Arizona: Der Norden und der Süden

1.Coal Mine Canyon: Aus Sandstein geschaffenes Juwel

2.Watson Lake: Blaue Oase in Arizona

3.Mogollon Rim: Verwunschene Landschaft aus Wald und Seen

4.Apache Trail: Kakteen und Seen

5.Dobbins Lookout: Beeindruckender Blick auf ein funkelndes Lichtermeer

6.Catalina State Park: Unterschätztes Juwel am Fuße der Santa Catalina Mountains

7.Gates Pass Road: Auf Serpentinen durch die Kakteenlandschaft

Arizona: Verde Valley – Sedona

8.Robbers Roost: Höhle mit Geschichten

9.Doe Mountain: Weite Blicke und beeindruckendes Panorama

10.Birthing Cave: Spektakulär gerahmter Blick über das Red Rock Country

11.Amitabha Stupa and Peace Park: Zeit für Spiritualität

12.Sugarloaf Mountain: Highlight inmitten der Stadt

13.Crescent Moon Ranch und Red Rock Crossing: Abwechslungsreicher Spaziergang

14.Secret Slickrock: Bester Ort für einen unvergesslichen Sonnenaufgang

15.Sky Ranch Lodge und Chapel of the Holy Cross: Faszinierender Blick über die Stadt

16.Broken Arrow Trail: Rot-weiße Klippen, grüne Bäume und roter Sand

17.Banjo Bill Picnic Site: Zeit für eine willkommene Abkühlung

Nevada

18.Cathedral Gorge State Park: Beeindruckende erodierte Felsformationen

19.Spring Mountains: Berge und Schnee vor den Toren der Wüstenstadt

20.Sunset Point: Wo sich Horizont und Casino-Lichter treffen

21.White Owl Trail: Kleiner, aber feiner Slot Canyon mit gefiederten Bewohnern

22.Bowl of Fire: Inmitten von feuerroten Felsen

Utah: Der Osten

23.False Kiva Trail: Unbekannte Wanderung in bekanntem Park

24.Big Horn Overlook: Wo die Sonne hinter den Hörnern versinkt

25.Corona Arch und Bowtie Arch: Moabs schönste Felsbögen

26.Delta Pool: Wanderung wie auf dem Mond

27.Onion Creek Narrows: Knöcheltief waten durch Moabs Schluchten

28.Fisher Towers: Wo zerklüftete Sandsteinzinnen den blauen Himmel durchschneiden

Utah: Der Süden

29.Cascade Falls und Dixie National Forest: Der Weg ist das Ziel

30.Sand Cave: Die Höhle, die niemand kennt

31.Willis Creek: Wanderung durch schwarz-goldene Canyonwände

32.Cottonwood Canyon Road: Schönste dirtroad durch das Grand Staircase Escalante National Monument

33.Paria Movie Set und Paria Canyon: Landschaft wie aus dem Westernklassiker

34.Yellow Rock: Gelber Felsgigant aus Navajo-Sandstein

35.Toadstool Hoodoos: Farbenfrohe, versteinerte Pilzköpfe

36.Buckskin Gulch: Der wohl eindrucksvollste Slot Canyon des Südwestens

37.Alstrom Point: Kontrastreicher Ausblick auf den Lake Powell

Utah: Im Südwesten

38.Pine Park: Bizarre Farben und Formen in absoluter Abgeschiedenheit

39.Snow Canyon State Park: Vielseitiges Highlight vor den Toren der Stadt

40.Scout Cave: Auf den Spuren der Späher

41.Yellow Knolls: Wanderung wie auf Bienenwaben

42.Candy Cliffs: Orange Zuckerberge von Utah

43.Red Cliffs Recreation Area: Rote Felsen, Wasserfälle, blauer Himmel

44.Sand Hollow State Park: Am roten Strand von Utah

Utah: Im Zentrum

45.Bonneville Salt Flats State Park: Salz soweit das Auge reicht

46.The Wedge: Wildnis pur am Little Grand Canyon

47.Little Wild Horse Canyon: Der etwas andere Slot Canyon

48.Factory Butte und Cainville Badlands: Ode an die Ödnis

49.Hole in the Rock Road: Abenteuer pur auf staubiger Piste

50.Devil's Garden: Bizarre Steinformationen

Bildnachweis

Info

•Vor dem Befahren nicht asphaltierter Straßen mit Mietfahrzeugen empfiehlt es sich, den Versicherungsschutz zu klären. Im Regelfall sind Offroad-Fahrten durch den Vermieter ausgeschlossen, Fahrten auf befestigen öffentlichen Straßen (auch ohne Asphaltdecke) hingegen möglich.

•Der Nationalpark-Jahrespass (US Park Pass, 80 USD, usparkpass.com) ist nur in den Nationalparks gültig.



Arizona: Der Norden und der Süden


Watson Lake

1.Coal Mine Canyon: Aus Sandstein geschaffenes Juwel

2.Watson Lake: Blaue Oase in Arizona

3.Mogollon Rim: Verwunschene Landschaft aus Wald und Seen

4.Apache Trail: Kakteen und Seen

5.Dobbins Lookout: Beeindruckender Blick auf ein funkelndes Lichtermeer

6.Catalina State Park: Unterschätztes Juwel am Fuße der Santa Catalina Mountains

7.Gates Pass Road: Auf Serpentinen durch die Kakteenlandschaft


1.Coal Mine Canyon: Aus Sandstein geschaffenes Juwel

Kontrastreich rot-weiß gestreifte und dramatisch gezackte Klippen – der Coal Mine Canyon ist ein nahezu unbekanntes Juwel in sehr ursprünglicher Umgebung. Nicht viele dermaßen spektakuläre Naturhighlights lassen sich dazu so bequem mit dem Auto erreichen wie dieser farbenfrohe Canyon am Rande der sogenannten Painted Desert.

Als Painted Desert wird der Landstrich bezeichnet, der sich grob gesagt vom östlichen Ausläufer des Grand Canyon bei Cameron bis in die Region des Petrified Forest National Park erstreckt. Seinen Namen verdankt dieser Landstrich der Vielzahl an Farben, in denen der dort dominante Sandstein erstrahlt. Von zarten Lavendeltönen über orange, rot und gelb bis hin zu Grautönen leuchten die Felsen des knapp 400 Quadratkilometer großen hügeligen Gebietes.

Der tief in der Wüste Nordarizonas abgeschieden gelegene Coal Mine Canyon befindet sich rund 25 Kilometer südöstlich von Tuba City. Ein Besuch dieses aus erodiertem Sandstein geschaffenen kleinen Juwels mit seinen interessanten Texturen, Formen und Farben bietet Reisenden faszinierende Aussichten und interessante Panoramen. Eine Erkundungstour kann hier leicht ein bis zwei Stunden in Anspruch nehmen.


Kontrastreicher Coal Mine Canyon


Atemberaubendes Panorama

Von der Arizona State Route 264 führt eine nur knapp einen Kilometer lange Schotterpiste an den Rand des überraschend farbenfrohen Canyons. Wie aus dem Nichts öffnen sich die kargen und optisch eher trist wirkenden badlands und geben den Blick auf die gezackten, weiß-roten Felszinnen frei. Vom Parkplatz aus lässt sich der rim vor allem in östlicher Richtung fußläufig bequem erkunden. Ein anderes, aber nicht weniger beeindruckendes, Panorama bietet sich über eine Zufahrt nur wenige Kilometer weiter auf der AZ-264. Auch hier trennen nur wenige hundert Meter Schotterpiste die Straße von dem Canyon, der seinen Namen aufgrund der nur kurzzeitigen Bedeutung für den Kohleabbau durch die dort ansässigen Mormonen im 19. Jahrhundert trägt.

Der Coal Mine Canyon liegt an der Grenze der Verwaltungsbereiche von Navajo- und Hopi-Indianern. Auch wenn die Grenzziehung zwischen den Stämmen in Teilen strittig ist, so liegt der beschriebene Abschnitt des leicht zugänglichen südlichen Canyonrands im Navajo-Gebiet. Eine Erlaubnis (ein back country permit) ist für einen Besuch eine zwingende Voraussetzung. Ein Abstieg in den Canyon ist jedoch nur mit dieser Erlaubnis nicht möglich, da das Innere der Felsschlucht wiederum dem Hopi-Verwaltungsbezirk zugerechnet wird. Anders als die Erlaubnis der Navajo-Verwaltung, die im circa 70 Kilometer entfernten Cameron im dortigen Besucherzentrum der Navajo erworben werden kann, ist das Betreten von Hopi-Ländereien nur mit zertifizierten Fremdenführern möglich.

Info

Lage: In Nord-Arizona, Luftlinie ca. 100 km nördlich von Flagstaff. Nächste Stadt: Tuba City, AZ. GPS: Abzweigung von AZ-264 (State Route) 36.007874, -111.057084, Parkplatz 36.012652, -111.047061.

Anfahrt: Von Tuba City 23 km auf der AZ-264 gen Osten fahren, am angegebenen Wegpunkt nach links (Norden) abbiegen und der Schotterpiste bis zum Parkplatz am rim folgen.

Öffnungszeiten: immer

Eintritt: 12 USD/Person (zu entrichten im Besucherzentrum der Najavo-Verwaltung, Highway 89 N & Highway 64, Cameron, AZ)

Webseiten:

•Navajo Nation Permit: navajonationparks.org/permits/backcountry-hiking-camping

•Navajo Parks and Recreation: discovernavajo.com/parks.aspx

•Hopi Tours: experiencehopi.com/tours

•Petrified Forest National Park: nps.gov/pefo/index.htm

Hinweis: Es gibt immer wieder Berichte über spannungsgeladene Zusammentreffen von Besuchern und dort lebenden Einheimischen, da die Grenzen zwischen Privatgrundstücken und dem mit permit zugänglichen Ländereien nicht klar gekennzeichnet sind. Respekt und Zurückhaltung im Auftreten empfehlen sich hier aufgrund der besonderen Bedeutung der Stätte für die ansässigen indigenen Völker.

2.Watson Lake: Blaue Oase in Arizona

Das tiefe Blau des Himmels spiegelt sich in den sanft funkelnden Fluten des Watson Lake. Orangegraue Felsen, die sogenannten Granite Dells, rahmen den See ein und geben seiner Küstenlinie eine einzigartige Struktur. Der Watson Lake ist eine tiefblaue Oase und verzaubert Besucher mit seinem pittoresken, still ruhenden Anblick – viele können ihren Blick von diesem Szenario einfach nicht abwenden.


Abendstille am Watson Lake

Bei der Anreise aus den flachen, trockenen Wüstenregionen im Süden Arizonas wirkt das beschauliche Städtchen Prescott wie eine gänzlich andere Welt. Die Landschaft ist bewaldet und hügelig. Unaufdringlich, fast schon unspektakulär, versprüht die Stadt den Charme einer etwas abgelegenen amerikanischen Kleinstadt. Es finden sich im Ort einige Geschäfte und Restaurants, sogar eine kleine Mall. Aber hinter der bestenfalls durchschnittlich spannend wirkenden Fassade wartet ein wirklich beeindruckendes Juwel auf die Besucher.


Ausblick von den Granit Dells

Der Watson Lake Park, ein offizieller Park der Kommune, liegt zwischen Prescott und Prescott Valley an der Arizona State Route 89. Zwar gibt es im Park viele Möglichkeiten der Freizeitbetätigung, beispielsweise Kanu fahren, Frisbee-Golf oder Hufeisen werfen. Auch Grill- und Picknickplätze sind vorhanden und locken die Bewohner des Städtchens besonders in Frühlings- und Sommermonaten aus ihren Häusern in den Park. Das wahre Highlight für Naturfreunde hingegen ist der See an sich: Besonders zum Sonnenuntergang verfärben sich das Wasser und auch die Granitfelsen und führen ein wunderschönes Farbschauspiel auf, das Besucher des gut 28 Hektar großen Areals auf Anhieb verzaubert. Die untergehende Sonne, der blaue Himmel, die Dells und dazu der ruhige See lassen die Szenerie in atemberaubender Schönheit erstrahlen. Am besten lässt sich dieses Spektakel von einem etwas abgelegenen Plätzchen am nördlichen Teil des Sees betrachten. Hier ist die Küstenlinie besonders schroff und verwegen. Vom Parkbereich in der Nähe der nördlichen Bootsverladestation führen die kurzen Explorer Trails nach Südosten auf die wüst und unberührt wirkenden Granitfelsen. Besucher können nach Belieben auf den Felsen herumklettern und sich den geeigneten Platz zum Verweilen suchen – oder einfach bei einem leichten Spaziergang die schöne Natur genießen.

Der vom südlichen Bootsverladeplatz sichtbare Teil des Sees wirkt, im Vergleich zu der zerklüfteten Kombination aus Granitfelsen und Wasser im Norden, indes eher unscheinbar. Zwar ist hier der Bootsverleih angesiedelt und es gibt einige Picknick-Möglichkeiten, doch der Anblick des Sees ist durch die eher strandartige Böschung nicht mehr so speziell.

Mit einer Wasserfläche von gut 1,6 Quadratkilometern besitzt die Region um Prescott noch ein zweites Reservoir, das nur wenige Minuten vom Watson Lake entfernt liegt. Das Willow Creek Reservoir, oder auch einfach nur Willow Lake genannt, ist zwar nicht so spektakulär wie der Watson Lake, bietet aber durch eine etwas andere Vegetation ein wenig Abwechslung. Die Freizeitmöglichkeiten sind in beiden Parks ähnlich.

Info

Lage: In Nord-Arizona, ca. 120 km nördlich von Phoenix und 90 km südwestlich von Flagstaff. Nächste Stadt: Prescott, AZ. GPS: Watson Lake Park 34.592388, -112.424028, Willow Lake Park 34.612624, -112.443813. Adresse: 3101 Watson Lake Road, Prescott, AZ.

Anfahrt: Vom Stadtzentrum aus führt die AZ-89 für rund 8 km gen Norden, im Kreisel die erste Ausfahrt Richtung Watson Lake Park nehmen.

Öffnungszeiten: Im Sommer von 7 bis 22 Uhr, im Winter von 7 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet.

Eintritt: 3 USD/Pkw pro Tag

Webseiten:

•Watson Lake Park: prescott-az.gov/recreation-area/watson-lakepark

•Willow Lake Park: prescott-az.gov/recreation-area/willow-lakepark

•Prescott: visit-prescott.com

3.Mogollon Rim: Verwunschene Landschaft aus Wald und Seen

Stille Seen umgeben von weiten Nadelwäldern in fast schon alpin anmutender Natur – der nur spärlich besiedelte Mogollon Rim ist nicht nur für Angler ein Juwel der Natur. Der Gebirgszug verspricht Ruhe, Entspannung und Wildnis pur.

Grand Canyon, Monument Valley und scheinbar unendlich viele Kakteen kennzeichnen Arizona. Und so besteht das Bild dieses Bundesstaates für die meisten USA-Reisenden aus endlosen Wüstenabschnitten, spektakulären Canyons und markanten Sandsteinformationen. Nicht viele Besucher geben der „anderen Seite Arizonas“ eine Chance, ebenfalls ihren Reiz unter Beweis zu stellen – eine wilde Schönheit, die vor allem expeditionsbegeisterte Naturfreunde reich belohnt.

Der Mogollon Rim ist ein circa 350 Kilometer langer Gebirgszug, der sich von Flagstaff aus südöstlich bis an die Grenze zu Colorado erstreckt. Geologisch ist er durch die Hebung des Colorado-Plateaus entstanden, die auch die Rocky Mountains und den Grand Canyon entstehen ließ. Und während bei Flagstaff nur ein geringer Höhenunterschied den Mogollon Rim von der südwestlich anschließenden Basin and Range Region trennt, steigt dieser im Verlaufe des Gebirgszuges auf rund 600 Meter an.


Aussicht auf die tiefen Wälder Arizonas

Besonders empfehlenswert ist der Abschnitt zwischen den State Highways AZ-260 und AZ-87 nördlich von Payson, der mit knapp 15.000 Einwohnern mit Abstand größten Siedlung der Rim Region. Die Rim Road (Forest Service Road 300) führt größtenteils direkt an der Abbruchkante des rim entlang und verbindet dabei nicht nur die beiden State Highways miteinander. Vielmehr bietet die gut instand gehaltene Schotterpiste Zugang zu einem ausgedehnten Netz an dirt roads, die zahlreiche Camping-Stellplätze und Seen miteinander verbinden.

Ein guter Ausgangspunkt für eine kleine Erkundungstour ist der Rim Lakes Vista Overlook. Dieser befindet sich wenige Autominuten westlich des nur saisonal geöffneten Mogollon Rim Visitor Center. Nur einige Meter vom Parkplatz entfernt, lässt ein ungehinderter Blick vom Steilhang die gigantischen Dimensionen der umliegenden Waldgebiete erahnen.


Idylle am Woods Canyon Lake

Die größten zwei Seen der Region sind der Willow Springs Lake und der Woods Canyon Lake. Diese liegen auch für Pkw gut zu erreichen nur wenige Minuten vom Aussichtspunkt entfernt. Vom Rocky Point Trailhead am Woods Canyon Lake führt ein malerischer, aber steiniger Trail entlang der Südwestseite des Sees in Richtung des East Fork Woods Canyon. Nach der markanten Gabelung des Sees verlaufen sich allmählich zwei flussähnliche Arme in alten Überflutungsgebieten und zeigen den interessanten Übergang von Wasser zu Land.

Wem die Atmosphäre am Woods Caynon Lake aufgrund vieler Hobby-angler jedoch zu geschäftig ist, dem bieten die vielen weiteren kleinen Seen eine gute Alternative. Je nach Wetter, Lust und Laune lohnt beispielsweise eine Fahrt über die insgesamt 21 Kilometer Schotterpiste zum Bear Canyon Lake oder gar 36 Kilometer zum Knoll Lake. Tagestouristen sind hier nur noch äußerst selten anzutreffen.

Bei einer Fahrt über die Rim Road stechen viele verkohlte Baumstümpfe ins Auge. Die Region wird regelmäßig von schweren Waldbränden heimgesucht, und Feuerwehrleute sind rund um das Jahr mit Brandschutz oder Löscharbeiten beschäftigt. Häufig werden gezielt kleine Feuer gelegt, um trockenes Unterholz abzubrennen und im Fall der Fälle so eine schnelle Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Auf Tafeln sind Informationen zu den aktuellen Verhältnissen angeschlagen. Vor einer Fahrt oder Wanderung tief ins Innere des Waldgebietes ist ein Blick auf diese Informationen unerlässlich.

Info

Lage: 140 km nordöstlich von Phoenix und 120 km südöstlich von Flagstaff. Nächste Stadt: Payson, AZ. GPS: Visitor Center 34.301695, -110.896275, Aussichtspunkt 34.310974, -110.940588, Woods Canyon Lake 34.333967, -110.944618, Wilow Springs Lake 34.306469, -110.885126.

Anfahrt:

•Von Phoenix kommend für 118 km der AZ-87 bis Payson folgen, weiter für 47 km auf der AZ-260 bis zum Visitor Center.

•Von Flagstaff südwärts für 88 km auf der I-17 bis Camp Verde und im Anschluss für 141 km auf der AZ-260 über Payson bis zum Visitor Center.

Öffnungszeiten: immer. Die saisonal wechselnden Öffnungszeiten des Besucherzentrums sind auf den Internetseiten des Forest Service nachlesbar.

Eintritt: frei

Webseiten:

•Mogollon Rim Visitor Center: fs.usda.gov/recarea/asnf/recarea/?recid=44965

•Payson Rim Country: paysonrimcountry.com

•Arizona: visitarizona.com/uniquely-az/parks-and-monuments/mogollon-rim

4.Apache Trail: Kakteen und Seen

Unterwegs auf den Spuren von Postkutschen und Indianern: Die historisch bedeutsame Straße östlich von Phoenix begeistert Reisende nicht nur mit einer tollen Streckenführung durch atemberaubende Natur. So abwechslungsreich wie hier zeigt sich der Süden Arizonas sonst nur selten. Blaue Seen, grüne Vegetation und rote Felsen laden zum Erkunden und Verweilen ein.

Phoenix liegt im südlichen Teil des Bundesstaates Arizona und ist mit ca. 1,6 Millionen Einwohnern (circa 4,7 Millionen in der gesamten Metropolregion) das mit Abstand größte urbane Ballungsgebiet der südwestlichen USA. Zum Vergleich: Die gesamte Metropolregion von Las Vegas hat lediglich rund zwei Millionen Einwohner.

Die Fahrt auf dem Apache Trail, die zum Ausbruch aus dem städtischen Treibens bestens geeignet ist, beginnt nur circa 40 Fahrtminuten östlich des sehr zentral gelegenen Flughafens von Phoenix in Apache Junction. Hier liegt auch der Lost Dutchman State Park. Zwar ist dieser nur 130 Hektar große state park einer der besser besuchten in Arizona. Dennoch ist er bei europäischen Reisenden weitestgehend unbekannt und stand im Jahr 2010 kurz vor seiner Schließung. Im Vergleich hierzu verzeichnet der Grand Canyon National Park in etwa das 30-fache Besucheraufkommen pro Jahr. Der Park offeriert eine schöne, geschützte Landschaft mit guten Zugangsmöglichkeiten in die angrenzenden Superstition Mountains und den Tonto National Forest.


Serpentinen des Apache Trail


Unerwarteter Fund

Durch diesen führt auch der Apache Trail (Arizona State Route 88) über eine Strecke von 65 Kilometern von den Eingangstoren des Lost Dutchman State Park bis zum Theodore Roosevelt Lake. Ab Tortilla Flat wird die Straße zu einer klassischen Schotterpiste. Die kleine Gemeinde markiert nicht nur den Anfang des wilderen Teils der Strecke, sie ist zudem auch der letzte erhaltene Postkutschen-Stopp des Trails. Mit einer offiziellen Einwohnerzahl von sechs Personen ist Tortilla Flat aus Traditionsgründen auch die kleinste Gemeinde Arizonas mit einem eigenen Postamt. Im ortseigenen Superstition Saloon kann noch eine kleine Stärkung vor dem Rest der Strecke eingenommen werden. Das urige Restaurant ist gespickt mit Dollarscheinen, die Reisende über die Jahrzehnte an die Wände geklebt haben. Um das richtige Wildwestfeeling aufkommen zu lassen, können an der Bar auf Sätteln anstelle von Hockern herrlich kühle Getränke genossen werden.

Aufgrund der engen und sehr kurvenreichen Straßenführung mit teilweise erheblichen Steigungen wird die Strecke östlich von Tortilla Flat nicht für Wohnmobile oder Camping-Gespanne empfohlen. Hinzu kommen mehrere nur einspurig befahrbare Brücken, die bezüglich maximaler Traglast und Durchfahrtshöhe gewisse Beschränkungen aufweisen.


Schroffe Felsküste am Canyon Lake


Der tiefblaue Apache Lake

Durch die Stauung des Salt River sind zwei kleine, aber miteinander verbundene Seen entstanden – der Canyon Lake und der Apache Lake dienen mit dem grundsätzlich etwas verbreiterten Fluss vielen Bewohnern der Metropolregion von Phoenix als Naherholungsgebiet zum Baden, Angeln, Boot- und Wasserskifahren. Allen anderen Besuchern bietet sich eine Welt aus türkisblauem Wasser, großen sattgrünen Kakteen und rostbraunen schroffen Bergen. Ein wahres Fest für Naturliebhaber ist sicher besonders der Kontrast zwischen Wasser und Wüste – alles andere als typisch für den Süden Arizonas.

Das Ende des Apache Trails markiert der Theodore Roosevelt Dam mit dem dahinter liegenden gleichnamigen See. Auch dieses Reservoir wurde durch die Stauung des Salt River erzeugt und wirkt nach den letzten 60 Kilometern auf engen Wegen und nah an den Felsen regelrecht gigantisch groß. Der Staudamm wurde im Jahr 1911 durch den damals amtierende US-Präsidenten eingeweiht, der ihn kurzerhand sich selbst widmete. Eine fast 200 Kilometer lange Küstenlinie umfasst den sukzessive entstandenen See mit beeindruckenden Ausmaßen von knapp 35 Kilometern Länge, drei Kilometern Breite und maximal hundert Metern Tiefe.

Info

Lage: Östlich von Phoenix im Süden Arizonas. GPS: Lost Dutchman State Park 33.463732, -111.481450, Tortilla Flat 33.526383, -111.390146.

Anfahrt: Von Phoenix auf der US-60 nach Osten fahren, an Ausfahrt 196 auf die AZ-88 in nördlicher Richtung abbiegen, dem Straßenverlauf bis zum Theodore Roosevelt Dam folgen.

Öffnungszeiten: immer

Eintritt: frei

Webseiten:

•Lost Dutchman State Park: azstateparks.com/lost-dutchman

•Tonto National Forest: fs.usda.gov/main/tonto/home

•Apache Lake: fs.usda.gov/recarea/tonto/recarea/?recid=35789

•Canyon Lake: fs.usda.gov/recarea/tonto/recarea/?recid=35545

Hinweis: Einige große Vermieter von Campingfahrzeugen untersagen ihren Mietern die Fahrt auf dem Apache Trail. Bitte ggf. Mietbedingungen hierauf prüfen.

5.Dobbins Lookout: Beeindruckender Blick auf ein funkelndes Lichtermeer

Nach und nach wird das feurige Orange des Himmels zu einem violetten Blau. Wann immer die Natur ihr Sonnenlicht ausschaltet, erwacht das künstliche Lichtermeer der zwölftgrößten Stadt der USA zum Leben und lässt die Betrachter dieses Schauspiels sprachlos zurück. Der Dobbins Lookout bietet eine beeindruckende Sicht auf die sich fast 70 Kilometer nach Norden erstreckende Metropolregion von Phoenix.


Beeindruckendes Panorama über die Hauptstadt Arizonas

In wohl keiner anderen Großstadt der USA ist das Leben mit und in der Wüste so tief im Selbstverständnis der Bürger verwurzelt wie in Phoenix. Und so ist auch der größte Park der Stadt nicht etwa eine gepflegte Grünanlage, sondern ein ursprüngliches Stück der faszinierenden Sonoran Desert. Der South Mountain Park umfasst unglaubliche 65 Quadratkilometer und ist somit einer der nach Fläche größten Stadtparks weltweit (zum Vergleich: Der wohl bekannteste Stadtpark, der Central Park in New York, umfasst gerade einmal 3,5 Quadratkilometer). Mit einer Höhe von etwa 800 Metern gehören auch die Gipfel des Parks zu den höchsten der Stadt.


Eingerahmtes Lichtermeer

Der auf knapp 700 Metern gelegene Dobbins Lookout lässt sich jedoch bequem mit dem eigenen Auto erreichen. Die Summit Road führt vom Fuße des Berges bis direkt vor eine markant aus der Umgebung hervorstechende steinerne Hütte. Der Dobbins Lookout ist so der höchste, einfach zu erreichende Aussichtspunkt der gesamten Metropolregion. Wie fast die gesamte Infrastruktur des Parks wurde auch die Steinhütte zur Zeit der Großen Depression in den 1930er-Jahren durch das Civilian Conservation Corps erschaffen. Beim Blick aus der Hütte, besonders zum Sonnenuntergang und in der Nacht, rahmen die rustikalen Steine die überwältigende Lichtershow am Himmel über der Stadt ein. Der eigentliche Aussichtspunkt ist jedoch nicht der kleine Unterstand, sondern ein wenige Meter entfernter kleiner Turm, auf dem eine Kupferscheibe auf die Wahrzeichen der Stadt hinweist.


Schattenspender seit den 1930er-Jahren

Durch die gute Verkehrsanbindung des Aussichtspunktes, und da sich an wirklich keinem anderen Punkt der Stadt ein so packender Blick auf das funkelnde Lichtermeer werfen lässt, ist der Dobbins Lookout bei Einheimischen besonders an Wochenenden beliebt. Zur Einstimmung auf eine gelungene Partynacht treffen sich hier viele junge Erwachsene, aber auch Familien, und genießen den Ausblick, bevor es zurück in die Stadt geht. Für ein möglichst ungestörtes Erlebnis empfiehlt es sich also, den Bereich etwas zu erkunden und ein eigenes passendes Plätzchen zwischen den Kakteen und Büschen zu finden. Wirklich allein sind Besucher hier allerdings selten.

Der Park verzeichnet eine der dichtesten Populationen an Chuckwallas im Südwesten der USA. Diese für Menschen ungefährlichen Echsen aus der Familie der Leguane können eine beeindruckende Körperlänge von bis zu 50 Zentimetern erreichen und haben sicherlich schon dem einen oder anderen Besucher einen gehörigen Schrecken eingejagt.

Für Besucher, die diesen tollen Ausblick lieber mit einem Workout verbinden möchten, hält der South Mountain Park insgesamt circa 80 Kilometer Wanderwege bereit. Nahe dem Besucherzentrum startet der Holbert Trail, der sich über eine Länge von circa vier Kilometern den South Mountain bis zum Dobbins Lookout hinauf schlängelt. Im Verlauf des Trails können einige Felsmalereien der Ureinwohner Arizonas bestaunt werden. Die über 300 Höhenmeter, die es hierbei zu überwinden gilt, sind aber in dem sehr warmen und trockenen Wüstenklima durchaus eine ernst zu nehmende Anstrengung. Ebenso können vom Besucherzentrum Radtouren und Ausritte gestartet werden, um den Gipfel des Berges zu erklimmen.

Info

Lage: Im South Mountain Park, 0919 S Central Avenue, Phoenix, AZ. GPS: 33.344886, -112.058953.

Anfahrt: In Phoenix der South Central Avenue südwärts folgen, bis der Eingang des Parks erreicht ist.

Öffnungszeiten: immer. Achtung: An mehreren sogenannten Silent Sundays ist der Park für den Pkw-Verkehr gesperrt.

Eintritt: frei

Webseiten:

•South Mountain Park: phoenix.gov/parks/trails/locations/south-mountain

•Phoenix: visitphoenix.com

6.Catalina State Park: Unterschätztes Juwel am Fuße der Santa Catalina Mountains

Nicht viele europäische Reisende verirren sich in diesen beeindruckenden state park vor den Toren Tucsons. Mehr als 5000 Saguaro-Kakteen durchziehen das nur knapp 22 Quadratkilometer große Areal, das abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten unter freiem Himmel bereithält. Für alle Besucher, die die wunderschöne Wüstenlandschaft Süd-Arizonas außerhalb des Saguaro National Park erleben wollen, ist ein Besuch hier ein absoluter Geheimtipp.

Der Catalina State Park liegt am Fuße der Santa Catalina Mountains, einer Bergkette nordöstlich von Tucson. Durch die ansonsten relativ flache Landschaft heben sich die Catalinas (wie die Bergkette kurz genannt wird) mit ihrer höchsten Erhebung, Mount Lemmon (2791 Meter), gut sichtbar vom restlichen Landschaftsbild ab. Bis zu fünf Meter Neuschnee im Jahr sorgen zudem dafür, dass zumindest die durchschnittlich circa 1000 Meter hohen Berge einen wirklich interessanten Kontrast zu dem ansonsten sehr heißen und trockenen Ambiente Tucsons stiften. Als Teil des Coronado National Forest stehen die Catalinas unter Naturschutz.


Stachelige Giganten

Im Park erleben Besucher nicht nur eine entspannte Atmosphäre, denn der hektische Besucherandrang gilt meist dem nahe gelegenen Saguaro National Park. Die Möglichkeiten an verfügbaren Freizeitaktivitäten reichen von mountainbiken über wandern bis zu ornithologisch-interessanten Spaziergängen. Es sind jedoch nicht nur die über 170 Arten verschiedener Vögel, die im Catalina State Park eine große Rolle spielen. Die prominentesten tierischen Bewohner sind vor allem Hochwild, Luchse, Kojoten und Javelinas (Halsbandpekari), die kulinarisch großen Gefallen an den zahlreichen saftigen Kakteen finden. Aber auch andere Tiere stehen hier oftmals im Mittelpunkt. Denn der Park erfreut sich bei Reitern großer Beliebtheit. Um Ausritte auf den wilden Trails zu ermöglichen, wurden Einrichtungen geschaffen, um Pferde und Reiter aus der nahe gelegenen Stadt bestmöglich zu versorgen und die großen Pferdeanhänger komfortabel auf separaten Parkplätzen abzustellen.

Für genau diese langen Ausritte und für abenteuerreiche Backpacking-Touren ist das Trailsystem des Parks mit dem des unmittelbar angrenzenden Coronado National Forest verbunden. Die Trails des Parks haben eine Länge von zwei bis 16 Kilometern und faszinieren allesamt mit atemberaubenden Aussichten auf die Sonoran Desert und die Catalinas.

Auch kulturell ist die Region, die erst durch den Kauf von Mexiko 1853 amerikanisches Staatsgebiet wurde, bedeutsam. Es gibt Anzeichen, dass dieser Teil Süd-Arizonas, der lange Zeit unter mexikanischer beziehungsweise spanischer Kontrolle stand, die letzten 7000 Jahre durchgängig besiedelt war. Am bedeutsamsten war jedoch die Kultur der Hohokam, auf die auch die ältesten erhaltenen Bebauungen hier zurückgehen. Einige dieser kulturell wertvollen Bauwerke wurden jedoch im 19. Jahrhundert von Siedlern zerstört, die auf den gut gelegenen Berghängen Befestigungsanlagen gegen die Apachen errichteten.

Info

Lage: Im äußersten Süden Arizonas, nur ca. 100 km nördlich der mexikanischen Grenze. Nächste Stadt: Tucson, AZ. GPS: 32.417649, -110.930669.

Anfahrt: Das Stadtzentrum Tucsons in Richtung Oro Valley über die AZ-77 (North Oracle Road) verlassen. Bei Hausnummer 11570 (gegenüber dem Oro Valley Marketplace) rechts in die unbenannte Straße abbiegen, die in den Park führt.

Öffnungszeiten: 5 bis 22 Uhr

Eintritt: 7 USD/Pkw

Webseiten:

•Catalina State Park: azstateparks.com/catalina/

•Coronado National Forest: fs.usda.gov/coronado

•Tucson: visittucson.org

•Tucson Mountain Stables: tucsonmountainstables.com

•Saguaro National Park: nps.gov/sagu/index.htm

7.Gates Pass Road: Auf Serpentinen durch die Kakteenlandschaft

Die sanften Hügel und das dazwischen liegende Tal füllen sich langsam mit dem warmen Licht der untergehenden Sonne. Nach und nach lässt sie die imposanten Saguaro-Kakteen wie Schattenrisse wirken und hinterlässt eine einzigartige Atmosphäre sowie das Gefühl, vollends in der Wüste angekommen zu sein.


Beeindruckendes Meer an Saguaros am Gates Pass

Die Großstadt Tucson besticht durch eine unverwechselbare Kakteenlandschaft. Wie wohl keine andere Pflanze steht der Saguaro-Kaktus für unseren westlichen Stereotyp von Wüste. Und Saguaros gibt es wirklich viele in der 500.000 Einwohner-Stadt im äußersten Süden Arizonas. Nur circa hundert Kilometer von Mexikos Grenze entfernt, ist der Saguaro National Park das Hauptziel vieler Besucher. Wobei der Park in zwei Sektionen geteilt ist – 50 Kilometer Luftlinie trennen Saguaro East und West. Und wenngleich die Meinungen bei Touristen und Einheimischen stark abweichen, welcher nun der schönere der beiden Teile ist, herrscht zumindest deutliche Einigkeit in einem anderen Punkt: Den besten Sonnenuntergang der Stadt gibt es am Gates Pass.


Beste Zeit für einen Besuch: Sonnenuntergang

Im Jahr 1883 war es der ortsansässige Pionier Thomas Gates leid, stets einen großen Umweg um die Tucson Mountains nehmen zu müssen. Er kaufte sich kurzerhand das benötigte Land und begann mit dem Bau einer Passstraße, die erst später in das öffentliche Straßennetz integriert wurde. Bis heute hat der Straßenabschnitt den Ruf, die gefährlichste Straße im Großraum Tucson zu sein. Besonders europäische Besucher mag das verwundern, da es eigentlich keinen wirklichen Grund hierfür gibt. Aber die Menschen in der durch schier unendliche Weite geprägten Wüste Süd-Arizonas waren an das Fahren in engen, kurvigen Passstraßen schlichtweg nicht gewöhnt. Die Straße läuft einen Bergkamm hinauf, und an einigen Passagen trennen nur wenige Meter den Asphalt von dem steilen Abhang.

Entlang der Straße reihen sich mehrere Aussichtspunkte aneinander, die entweder einen Blick gen Osten in Richtung Tucson oder gen Westen über den gut 83 Quadratkilometer großen Tucson Mountain Park ermöglichen.

Der wohl schönste Platz, um einen spektakulären Sonnenuntergang zu erleben, liegt erwartungsgemäß an der höchsten Stelle der Passquerung. Auf knapp 1000 Metern bietet eine kleine überdachte Aussichtsplattform Schutz vor dem gleißenden Sonnenlicht heißer Sommertage. Hier beginnt auch der Gates Pass Trail, ein circa drei Kilometer langer Wanderweg, der parallel zum Verlauf der Straße westwärts gen Tal führt. Allerdings existieren auch unzählige kleine Pfade, die Besucher einige hundert Meter von dem Parkplatz an etwas ruhigere Stellen abseits des Straßenverkehrs führen. Auch wenn dieser Aussichtspunkt bei Einheimischen sehr beliebt ist, ist es doch möglich, ein ruhiges Fleckchen zu finden. Zu Recht trägt der Gates Pass auch den Ruf als bester Ort der Stadt für romantische Verabredungen.

Info

Lage: Im äußersten Süden Arizonas, nur ca. 100 km nördlich der mexikanischen Grenze. Nächste Stadt: Tucson, AZ. GPS: 32.223485, -111.101067.

Anfahrt: Aus dem Stadtzentrum führt der West Speedway Boulevard bis zur North Camino de Oeste. Hier beginnt die West Gates Pass Road und führt über die Tucson Mountains bis zur Kinney Road. 4 km nach Beginn der West Gates Pass Road ist der höchstgelegene Aussichtspunkt erreicht.

Öffnungszeiten: immer

Eintritt: frei

Webseiten:

•Tucson Mountain Park: webcms.pima.gov/cms/one.aspx?portalId=169&pageId=1539

•Gates Pass Area Neighborhood Association: gpana.info/home.html

•Old Tucson: oldtucson.com

•Sonoran Desert: desertmuseum.org

Arizona: Verde Valley – Sedona


Blick auf den Cathedral Rock

8.Robbers Roost: Höhle mit Geschichte

9.Doe Mountain: Weite Blicke und beeindruckendes Panorama

10.Birthing Cave: Spektakulär gerahmter Blick über das Red Rock Country

11.Amitabha Stupa and Peace Park: Zeit für Spiritualität

12.Sugarloaf Mountain: Highlight inmitten der Stadt

13.Crescent Moon Ranch und Red Rock Crossing: Abwechslungsreicher Spaziergang

14.Secret Slickrock: Bester Ort für einen unvergesslichen Sonnenaufgang

15.Sky Ranch Lodge und Chapel of the Holy Cross: Faszinierender Blick über die Stadt

16.Broken Arrow Trail: Rot-weiße Klippen, grüne Bäume und roter Sand

17.Banjo Bill Picnic Site: Zeit für eine willkommene Abkühlung


8.Robbers Roost: Höhle mit Geschichte

Unberührte Natur, dazu ein schillernder Kontrast aus rotem Sandstein und saftig grünen Sträuchern: Wie von einem großen Balkon lässt sich aus dieser Höhle ein 180-Grad-Ausblick auf das atemberaubende Panorama Sedonas werfen. Und auch wenn es in der Region viele Höhlen und Aussichtspunkte gibt, ist keine ähnlich abgeschieden und spektakulär, aber dennoch so gut und vergleichsweise einfach erreichbar wie die Robbers Roost.

Mehrere Mythen ranken sich um die Höhle, die unter Einheimischen als Robbers Roost, Hideout Cave oder Shaman’s Cave bekannt ist. Hat sie vielleicht Schmugglern ein Versteck vor den Ordnungshütern im Wilden Westen geboten? Oder diente die Höhle in so exponierter Lage doch eher lokalen Schamanen als Stätte für Heilungszeremonien? Auch wenn die schlussendliche Geschichte eine Legende bleiben wird, steht fest, dass Räuber oder Schamanen einen wirklich spektakulären Platz für ihre Vorhaben ausgewählt haben.

Vom Parkplatz führt ein nur rund 700 Meter langer Weg an den linken Rand des markanten Hügels rechts der Straße. Entscheidend bei der Orientierung ist, diesen Hügel nicht zu erklimmen, sondern diesen auf halber Höhe über den glatten Sandstein bis an die gegenüberliegende Seite zu umrunden. Nach einer kleinen Engstelle, die etwas Balance erfordert, ist die gen Osten geöffnete Höhle rechter Hand leicht auszumachen. Mit circa zwölf Metern Breite und fünf Metern Höhe gleicht sie eher einem Alkoven. Durch die Tiefe von sechs Metern lässt sich gut vorstellen, dass hier der ein oder andere Übernachtungsgast schon sein Lager aufgeschlagen hat.


Blick aus der Höhle

Die Höhle bietet einen eindrucksvollen Blick auf die unberührte Natur der Umgebung. Besonders außerhalb der trockenen Sommermonate wertet der Kontrast zwischen dem roten Sandstein und der saftig grünen Vegetation diesen Blick zusätzlich auf. Fast völlig geschützt vor Wind und Wetter und mit einer kleinen Feuerstelle versehen, wird die Höhle von Einheimischen gern als Grillplatz oder für Fotoshootings genutzt. Und natürlich bietet sie Wanderern eine ausgezeichnete Möglichkeit, Beine und Seele baumeln zu lassen, während der Blick und die Gedanken in die Ferne schweifen können.


Geeigneter Unterschlupf

Verglichen mit der leichten Wanderung ist die Anfahrt zum Parkplatz etwas aufwendiger – mit einem SUV aber gut zu bewältigen. Über die Forest Road 525 und 525c sind es knapp 18 Kilometer Schotterpiste, die zum Trailhead führen. Auf die letzten paar hundert Meter kann die Straße je nach vorheriger Wetterlage für SUVs unpassierbar werden. Die dirt road kennzeichnet sich hier vornehmlich durch eine Schotterpiste mit spitzen Steinen und vermehrten Felsabsätzen. Hier bleibt nur, das Auto an einer sicheren Stelle am Straßenrand abzustellen und die weitere Route entlang der Straße zu Fuß zurückzulegen.


Spannender Blick aus jeder Perspektive

Info

Lage: 20 km nordwestlich von Sedona, AZ. GPS: Trailhead 34.930971, -111.972063, Höhle 34.930964, -111.967167.

Anfahrt: Von Sedona auf der AZ-89A in Richtung Cottonwood. Nach ca. 15,5 km rechts auf die Loy Butte Road (FR-525) abbiegen. Nach weiteren 4,5 km links auf die FR-525c und dieser13 km folgen.

Wanderung: leicht, ca. 1,5 km (Rundweg)

Öffnungszeiten: immer

Eintritt: frei

Webseite: Sedona: visitsedona.com

Hinweis: Das Gebiet ist zur Jagd freigegeben und wird von den Amerikanern dafür auch intensiv genutzt. Besonders in der Dämmerung empfiehlt es sich daher, sich umsichtig durch das Gelände zu bewegen.

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Возрастное ограничение:
0+
Дата выхода на Литрес:
22 декабря 2023
Объем:
226 стр. 145 иллюстраций
ISBN:
9783948097905
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