Читать книгу: «Zen Shiatsu»
Heike Ulrich
Zen Shiatsu
50 Übungen für Anfänger und Fortgeschrittene
BC Publications
Impressum
Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.
© 2012 BC Publications GmbH
Verlagsort: Postfach 60 06 62, D-81206 München
Alle Urheberrechte vorbehalten. Vervielfältigungen bedürfen der besonderen Genehmigung.
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in dieser Veröffentlichung enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden vom Autor nach bestem Wissen erstellt und von ihm und dem Verlag mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Gleichwohl sind inhaltliche Fehler nicht vollständig auszuschließen. Daher erfolgen alle Angaben ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Verlages oder des Autors. Sie garantieren oder haften nicht für etwaige inhaltliche Unrichtigkeiten (Produkthaftungsausschluss). Im Text sind Warennamen, die patent- oder urheberrechtlich geschützt sind, nicht unbedingt als solche gekennzeichnet. Aus dem Fehlen eines besonderen Hinweises oder des Zeichens ® darf nicht geschlossen werden, es bestehe kein Warenschutz.
Heike Ulrich
Zen Shiatsu – 50 Übungen für Anfänger und Fortgeschrittene
ISBN 978-3-941717-16-9 (EPUB), 978-3-941717-21-3 (MOBI)
Titelgestaltung: Martina Stolzmann
Titelfoto: Fotolia/Anna Subbotina
Autorenfoto: privat
Illustrationen: Hintergrundbilder; Meridian-Karten nach einer Vorlage von Subhuti Dharmananda, Institue for Tradional Medicine, Portland, Oregon, 2002; Montagemodell (Körper): Martina Stolzmann; Kalligraphien chinesische Schriftzeichen: Dokko-An Kokugyo Kuwahara, Leihgabe von Heike Ulrich
Fotos der Übungen: Thilo Fahrtmann, München; Fotomodelle: Helmut Kreil, Heike Ulrich
Fotos: Fußknochen: istock hardingphoto; Montagemodell (Körper): Fotolia/ag visuell
Layout: Mirjam Hecht
Warum Zen Shiatsu?
Shiatsu ist eine traditionelle japanische Behandlungsmethode, die sich weltweit wachsender Beliebtheit erfreut. Sie gründet auf wichtigen Grundgedanken der chinesischen Heilkunde, vereint mit denen des Zen Buddhismus. Die fernöstliche Medizin geht von der Existenz einer Lebensenergie im Menschen aus, welche in den Energiekanälen, den sogenannten Meridianen, fließt.
Nach diesem Modell rührt deshalb alles Unwohlsein von dem behinderten, blockierten Fluss der Lebensenergie her. Entsprechend soll der freie Fluss des Ki, wie die Lebensenergie auf Japanisch heißt, zu mehr Wohlsein und Vitalität führen. Diesen freien Fluss zu unterstützen, ist das Ziel im Shiatsu. Der Name „Shiatsu“, auf Deutsch Fingerdruck, lässt sich von der Technik dieser Methode ableiten. Sie zeichnet sich durch ruhige fließende Bewegungen aus, die von den Heilkundigen ohne Mühe ausgeführt werden sollen.
Was ist nun Zen Shiatsu? Mit dem Begriff „Zen Shiatsu“ ist der Shiatsu-Stil gemeint, der im Westen am meisten verbreitet ist und von Professor Shizuto Masunaga entwickelt worden ist. In seinem Heimatland Japan war Masunaga als Shiatsu-Therapeut und Professor der westlichen Psychologie tätig. Er hat für das Shiatsu eine eigenständige Theorie entwickelt, indem er die für Shiatsu nur teilweise anwendbare Theorie der Akupunktur mit der modernen Psychologie und Physiologie, mit seinen praktischen Erfahrungen aus langjährigen Shiatsu-Behandlungen und mit philosophischen Gedanken des Zen Buddhismus verband.
Es gibt heute zahlreiche Möglichkeiten, sich Shiatsu erstmals zu nähern. Zuschauen, sich davon erzählen lassen und lesen. Dieses Buch, verfasst von einer ausgewiesenen Praktikerin, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ihnen einen leicht verständlichen Einstieg in modernes Zen Shiatsu zu ermöglichen.
Burkhard P. Bierschenck
Herausgeber
Zen Shiatsu – Eine Einführung
Zen Shiatsu ist eine japanische Heilmassage, die ursprünglich aus der jahrtausendealten chinesischen Medizin stammt.
Im 6. Jahrhundert n. Chr. öffnete sich das Inselreich Japan nach China und Korea. Es entstanden rege Beziehungen, Kulturtechniken wurden importiert. Die Japaner, eine bis dahin schriftlose Kultur, machten sich die Kanji, die chinesischen Schriftzeichen, zu Eigen und konnten von nun an ihre Sprache auch schreiben. Eine für die Japaner neue Religion, der Buddhismus, hielt Einzug. Nach heftigen Konflikten wurde er Staatsreligion. In diesem Zusammenhang gelangten fortgeschrittene Errungenschaften der Chinesen, wie die chinesische Medizin, nach Japan und wurden in das dortige Leben aufgenommen.
So fanden die grundlegenden Körpertechniken zur Gesunderhaltung und Heilung der chinesischen Medizin, vor allem Massagen wie Anma und Do-In, in Japan Anklang, wurden in die japanische Gedankenwelt integriert und verfeinert bis zur größten Detailtreue der Form. Daraus entwickelten sich Massagetechniken, die vor allem in der Bäderkultur der Japaner praktiziert wurden. Hauptsächlich Blinde massierten in den Onsen, den heißen Quellen, die Gäste zum Genuss.
Anfang des 20. Jahrhunderts begründete ein Teil der Masseure eine neue Richtung der Massage, die deren medizinische Wirkung mehr in den Vordergrund stellte. Wieder zurückkehrend zu der ursprünglich heilenden Wirkung der Behandlung wurde 1925 der Begriff „Shiatsu“ als offizieller Name für die Heilmassage in Japan geboren.
„Shi-atsu“, Finger-Druck, beschreibt die Art und Weise der Anwendung: Mit natürlichem, entspanntem Druck auf den Körper des Behandelten wird mit Füßen, Knien, Ellbogen, Händen und Fingern behandelt. Kein Rollen, Schieben, Kneten oder Klopfen ist nötig. Der Druck kommt möglichst lotrecht zur Hautoberfläche auf die zu behandelnde Stelle. Je nach Ort, Zeitpunkt und Möglichkeit des Praktizierenden wechseln sich dabei Knie, Ellbogen, Unterarme, Handflächen und Finger (hier v. a. der Daumen) ab.
Doch wo geht es am Körper entlang? Ein Meridiansystem steht als theoretisch-praktisches Hilfsmittel für die Behandlung zur Verfügung. Meridiane sind energetische Gebilde, Leitbahnen. Sie folgen wie ein Flusssystem verschiedenen Richtungen im Körper, verzweigen und verästeln sich, bis letztlich jede Zelle von jedem Meridian versorgt werden kann. Ausgehend von den Meridianen der chinesischen Medizin verfügt das heutige Zen Shiatsu nach Masunaga über zwölf Hauptmeridiane. Die Lage und Behandlungsrichtung haben sich im Laufe der Jahre an die Individualität Japans und den Erfindergeist großer Pioniere in der Meridianarbeit angepasst. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen des Shiatsu. Je nach Vorbildung, Ausbildung und Erfahrung des Shiatsu-Praktikers tritt die eine oder andere Richtung in der Behandlung mehr hervor.
Eine der Grundlagen für dieses Handbuch ist das Zen Shiatsu nach Prof. Dr. Shizuto Masunaga (1925-1981). Masunaga, ehemaliger Professor für Psychologie an der Universität Tokio und weltberühmter Shiatsu-Meister, hat grundlegende Arbeit für die Praxis und Weiterentwicklung des Shiatsu geleistet. Eines der wesentlichen von ihm überlieferten Werke ist eine Karte über den Verlauf der Meridiane am gesamten Körper des Menschen.
Die 12 Meridiane des Zen Shiatsu
Meridiane sind energetische Gebilde im menschlichen Körper. Sie durchziehen unseren Körper wie ein Flusssystem. Sie verästeln sich in Nebenflüssen und Bächen bis in jede einzelne Zelle. Meridiane sind auch Vorstellungswelten, Welten, die helfen, den Menschen und sich selbst näher kennen zu lernen, vielleicht in Teilen zu verstehen und sich bei tiefergehender Beschäftigung immer umfassender zu entdecken.
Um die Meridiane wahrzunehmen, brauchen wir nur unsere Sinne einzusetzen. Wer zufrieden ist, gerne seine Phantasie spielen lässt und Ungewohntem unvoreingenommen gegenübersteht, hat es dabei leichter.
Stellen Sie sich den Verlauf eines Meridians in einem Teil Ihres Körpers vor, und versuchen Sie intuitiv zu erfassen, wie es diesem Bereich geht. Spüren Sie einen ruhig fließenden Fluss, eine reißende Strömung oder ein austrocknendes Rinnsal?
Wohl und gesund kann sich ein Mensch dann fühlen, wenn alle Körpergebiete gut versorgt sind, es weder zu einer Überflutung noch zu einer Austrocknung kommt, oder der Körper mit extremeren Zuständen gut umgehen kann. Wie ein Wanderer, der gerne in die Wüste zieht: Hitze, Austrocknung und Kargheit gefallen ihm.
Die Meridiane tragen mit Ausnahme des Dreifacherwärmers (s. u.) die Namen der anatomisch-physiologischen Organe, mit denen sie in einer besonderen Beziehung stehen: Lunge, Gallenblase, Herz, Magen, Herz-Kreislauf, Dünndarm, Milz, Leber, Niere, Blase, Dickdarm. Der Name steht jeweils einerseits für das physisch vorhandene Organ, andererseits für psychische, geistige, seelische Ausdrucksweisen unseres Lebens.
Die zwölf Meridiane lassen sich den fünf Elementen Metall, Erde, Feuer, Wasser und Holz zuordnen. Hierbei nimmt das Element Feuer eine so zentrale Stellung ein, dass zwei Meridiane für ein grundlegendes Feuer (Herz, Dünndarm) und zwei Meridiane für ein ergänzendes Feuer (Herz-Kreislauf, Dreifacherwärmer) stehen.
Die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser sind eine der Möglichkeiten, unsere Urkraft und Kontinuität des Lebens in einem System darzustellen. Bewegt man sich innerhalb dieses Systems nach den entsprechenden Regeln, z. B. indem man entsprechende Übungen nachvollzieht, so kann man die Liebes- und Lebenskraft stärken.
| Meridian | Qualität ☯ | Element |
| Lunge | Yin | Metall 金 |
| Dickdarm | Yang | |
| Magen | Yang | Erde 土 |
| Milz | Yin | |
| Herz | Yin | Feuer, grundlegendes 火 |
| Dünndarm | Yang | |
| Blase | Yang | Wasser 水 |
| Niere | Yin | |
| Herz-Kreislauf | Yin | Feuer, ergänzendes 火 |
| Dreifacherwärmer | Yang | |
| Gallenblase | Yang | Holz 木 |
| Leber | Yin |
Die Hauptmeridiane beginnen im Zen Shiatsu im Bauchraum (siehe auch Hara) und verzweigen sich über den Rumpf in Kopf und Extremitäten. Sie sind jeweils paarig gespiegelt an der Körpermitte; d. h., sie liegen rechts und links von der Körpermitte aus gesehen, oben und unten vom Hara aus gesehen.
Die Meridiane werden gemäß ihren Qualitäten zu Yin und Yang zugeordnet. Yin und Yang sind sich ergänzende Gegensätze. In jedem Yin liegt ein Yang, in jedem Yang ein Yin. Der Wechsel eines Tages von Sonne zu Mond, von Mond zu Sonne, hell und dunkel, warm und kalt sind verschiedene Sichtweisen von Yin und Yang. Sie gehören zusammen und sind doch getrennt.
In der folgenden Beschreibung der einzelnen Meridiane wird jeweils das Kanji für den japanischen Namen des Meridians abgebildet. Diese Zen-Bilder wurden von Dokko-An Kokugyo Kuwahara (*1944) zur Verfügung gestellt.
Nach einem Studium der Psychologie, Pädagogik und Zen-Buddhismus und einem mehrjährigen Tempelaufenthalt wurde Dokko-An Kokugyo Kuwahara Mönch und war vier Jahre als Zen-Lehrer im internationalen Zen-Dojo „Zen-Kenshujo“ in Kanozan, Japan tätig. Seit 1984 lebt Kuwahara in Bayern und unterrichtet Zazen und Hitsuzendo (Pinsel-Zen-Weg).
Hauptmeridiane Körper vorne

Hauptmeridiane Körper hinten


Der Lungen-Meridian
Einatmen, ausatmen. Das ist die grundlegende Bewegung unseres Lebens. Der Atem setzt unserem Leben Anfang und Ende. Er kann uns aber auch im Leben Auskunft darüber geben, wie wir uns gerade fühlen, selbst wenn wir das dazugehörige Gefühl in dem Moment vielleicht gar nicht bewusst wahrnehmen. Der Atem ist eine der Erscheinungsformen von Ki, von Lebenskraft. Über die Lunge nehmen wir Ki auf, nutzen es und geben es verbraucht wieder ab. Ein ständiger Austausch über Grenzen hinweg, im physischen wie im psychischen Sinne.
Vom Hara aus verläuft der Lungen-Meridian über die Außenkanten des Brustbeins zum Schlüsselbein hoch, spaltet sich dort in einen Zweig zum Zungengrund und einen Zweig, der über das Schlüsselbein zum vorderen Schultereck führt. Von hier aus geht es über die äußere Yin-Seite des Armes über Ellbogen und Handgelenk zum inneren Nagelfalz den Daumen hinunter.
Vom Bauchraum aus zieht der Lungen-Meridian im Körper zur Pobackenmitte, kommt wieder näher an die Oberfläche, liegt im weiteren Verlauf am äußeren Drittel der Beinrückseite und zieht so bis zur äußeren Fußunterkante. Nah beim kleinen Zeh kreuzt er den Fußballen, bis er an der Wurzel des großen Zehs endet.
Beobachten Sie Ihren Atem: Fließt er leicht, ruhig, rhythmisch? Hebt sich die Bauchdecke? Oder stagniert Ihr Atem, können Sie die Luft nicht ganz loslassen, nicht frei durchatmen? Dies könnte auf Depressionen, Einsamkeit oder Trauer hinweisen. Versuchen Sie einmal, in verschiedenen Situationen Ihrem Atem Aufmerksamkeit zu schenken. Wann halten Sie den Atem an? Wann können Sie loslassen, vielleicht wohltuend aufseufzen? Wann verschlägt es Ihnen den Atem? Beginnen Sie, sich Raum zum Atmen zu schaffen.
Die untere und seitliche Grenze der Lunge, das Zwerchfell, ein durchtrainierter Muskel, initiiert die Bewegung der Lunge und drückt mit jedem Einatmen die Organe des Bauchraums wie Magen, Milz, Gallenblase, Leber, Dickdarm, Dünndarm, Niere und Blase und auch das Herz etwas zusammen. Beim Ausatmen rutscht das Zwerchfell wieder in die gelöste, entspannte Form und lässt den Organen mehr Raum. Mit jedem Atemzug werden so die Organe des Bauchraums wie mit einer kleinen Massage vitalisiert. Alle Organe bleiben im besten Falle immer leicht in Bewegung. Das Blut und die Lymphe können gut durch die Atembewegung zirkulieren; Schlacken können besser Giftstoffe aufnehmen und über den Darm entsorgt werden.
Die Behandlung des Lungen-Meridians dient dazu, die vitale Flexibilität der Beziehungen zwischen den Organen zu unterstützen, aber auch das physische Organ selbst zu pflegen und zu stärken.
Übungsvorschlag:
Bewusstes Atmen
Maka Ho Lunge/Dickdarm
Aktive, lebendige Füße
Flügelschlag

Der Dickdarm-Meridian
„Ich habe die Nase voll!“ Wir alle kennen Situationen, in denen uns zu viel Arbeit oder ein Überfluss an Information zu erdrücken scheint. Wir fühlen uns blockiert. Oft hängt dieses Gefühl mit einer gestörten Funktion des Dickdarms zusammen und zeigt sich beispielsweise in einem ausgeprägten Dauerschnupfen oder in Stuhlgangsstörungen.
Im physischen Sinne hat der Dickdarm die Aufgabe, wertvolle Flüssigkeit aus dem Restbrei der Nahrung und den Abfallstoffen des Körpers zu ziehen, die Masse durch Bewegung zu verdicken, dann bis an den Ausgang zu schieben und loszulassen.
Als Yang-Partner des Lungen-Meridians im Element Metall unterstützt der Dickdarm durch Loslassen das Aufnehmen von Ki über die Lunge. Beide Meridiane haben einen direkten Bezug zur Haut. Unreinheiten wie Akne oder Allergien können Schwierigkeiten mit der Abgabe von Giftstoffen aus dem Körper ausdrücken, aber auch geistig-seelische Komponenten wie das Überschreiten von Grenzen oder das Festhalten an ungesunden Aspekten in Beziehungen.
Vom Bauchraum aus führt der Dickdarm-Meridian an den Kanten der Rumpfvorderseite entlang zur Schultergelenksinnenseite. Hier verzweigt er sich einmal zum Kopf hin, einmal zu den Armen. Der Weg zum Kopf führt von oben am Schlüsselbein entlang den Hals zum Unterkiefer hinauf. Am Unterkiefer entlang zieht er zu den Mundwinkeln hoch und kreuzt über der Oberlippe zur anderen Nasenseite. Direkt neben dem Nasenloch endet er in der Nasolabialfalte. Dieser Endpunkt wird auch als „Willkommener Duft“ bezeichnet. Jetzt wissen Sie vielleicht auch, warum es einem anfangen kann zu „stinken“. Vielleicht liegt es daran, dass man ein Thema nicht loslassen kann. Sorgen Sie dann für frische Luft, einen Umgebungswechsel oder nehmen Sie häufiger den Weg zur Mülltonne auf sich.
Übungsvorschlag:
Maka Ho Lunge/Dickdarm
Handmassage
Partnerübung: Bewegliche Füße

Der Magen-Meridian
Die Kraft des Magens ist es, etwas zu nehmen, zu ergreifen. Wer einmal richtig hungrig ist, fährt alle sonstigen Gedanken herunter und sucht nach der nächsten Nahrung, die er dann greifen, sich einverleiben und verdauen möchte. Die Kraft des Magens hängt also auch mit dem Wunsch nach Besitz zusammen. Ob es um Statussymbole wie ein teures Auto, schicke Kleidung oder das neueste Handy geht, oder um die Sehnsucht nach einem passenden Partner, die Hoffnung auf einen erfüllenden Beruf – wir alle streben ständig danach, uns Wünsche zu erfüllen, etwas zu besitzen, zu erreichen.
Der Verlauf des Magen-Meridians spiegelt den Wunsch nach Besitz wider. Der Magen-Meridian endet unter der Augenmitte (Ich sehe etwas.) und läuft an der Nase (Ich rieche es.) und am Mund (Ich schmecke es.) vorbei. Seitlich an der Speiseröhre (Ich schlucke es.) teilt sich der Magen-Meridian am Schlüsselbein. Ein Weg führt nun wie ein Collier einmal um den Hals herum zum siebten Halswirbel – dieser steht als letzter Wirbel des Halses meist ein wenig hervor – und dann über die Schultergräten an der Rückseite der Arme herunter (Ich greife es.). An der Vorderseite des Körpers zieht er etwas nach außen mittig über die Brustwarzen und läuft parallel zur Speiseröhre zum Bauchraum hinunter. In der Hüfte geht es nach außen, die äußeren Vorderkanten der Beine hinab zum zweiten Zeh. Der Verlauf des Magen-Meridians und seine Zugehörigkeit zum Element Erde als nährendes und aufnehmendes Element zeigen die Bedeutung, die der Nahrung zukommt.
Übungsvorschlag:
Lächelnd die Mitte finden
Maka Ho Magen/Milz
Schattenboxen

Der Milz-Meridian
Die Milz ist ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems. Auf der körperlichen Ebene braucht sie ein ganz feines Wissen darüber, welche Außenreize auf das Immunsystems benötigt und erwünscht und welche übermäßig sind. Diese werden dann mit Hilfe von Fresszellen, Antikörperteilchen usw. neutralisiert, integriert oder ausgeschieden. Die physiologische Hauptaufgabe der Milz ist es, die Lymphe, eine Körperflüssigkeit, die für die Abwehr von schädigenden Bakterien zuständig ist, zu bilden, zu säubern und zu speichern.
Der Milz-Meridian steht für das nährende, erdhafte Denken. Wie können wir etwas erreichen, etwas Nützliches tun, wie beispielsweise die Familie versorgen, für den Freund kochen? Wie halten wir unerwünschte Eindringlinge fern?
In allen Kulturen gibt es für viele Lebensbereiche Regeln und Vorschläge, die geeignet sind, das Leben zu organisieren und zu strukturieren. Die Gans zu Weihnachten oder das Lamm zu Ostern und andere Bräuche, wie z. B. Zeichen auf den Boden vor das Haus oder über die Tür zu malen, geben den Nähertretenden klare Auskunft, was sie erwarten können oder was ein Bedürfnis des Besitzers ist. Für die Bedeutung solcher Regeln steht der Milz-Meridian. Familienfeste und Rituale, wie beispielsweise ein Abendspaziergang, haben eine stärkende Wirkung.
Der Milz-Meridian verläuft vom Hara aus an der Vorderseite des Körpers parallel zum Magen-Meridian zum Hals hinauf und zieht dort geradlinig an die Schläfen hoch. Vom Bauchraum aus kommt er an den Innenkanten der Beine wieder hervor und führt knapp am Schienbein vorbei über die Fußinnenseite zum Nagelfalz des großen Zehs.
Übungsvorschlag:
Bewusstes Atmen
Lächelnd die Mitte finden
Maka Ho Magen/Milz
Rock’n’Roll Twister

Der Herz-Meridian
Das Herz ist das Zentrum unseres Verstandes. Die Weite unseres Herzens beeinflusst die Offenheit, mit der wir Eindrücke, Informationen und Gefühle aufnehmen und weitergeben können, überhaupt in welcher Art wir denken, fühlen und uns äußern. Der Herz-Meridian wird von drei weiteren Meridianen in seiner Funktion unterstützt: dem Dünndarm-Meridian, der die Informationen, die auf uns zukommen, filtert, dem Herz-Kreislauf-Meridian, der für die ständige Anpassung unserer Gefühle zwischen Innenleben und Umwelt zuständig ist, und dem Dreifacherwärmer, der den Körper nach außen und innen vor Umwelteinflüssen schützt.
An der Körpervorderseite verläuft der Herz-Meridian vom Hara aus mittig hoch und öffnet sich wie ein Dekolleté; eine Richtung zieht zu den Achseln, hier hindurch, in die weichen Innenseiten der Arme hinab bis zum kleinen Finger. Ein Teil des Herz-Meridians liegt außerdem unter dem Zungengrund. In der anderen Richtung läuft er von der Brust neben dem Brustbein hinunter in die Tiefen der Bauchregion; von hier tritt er neben dem Damm an die Oberfläche der Innenseiten der Oberschenkel, verläuft entlang der hinteren Innenseiten der Beine bis zur Ferse und umrundet diese. Fersenschmerzen können auf Ungleichgewichte in der Herzenergie hinweisen.
Wenn unser Herz bewegt wird, kann das Auswirkungen auf die Sprache haben; es kann ihr einen weichen Klang geben, sie verwaschen wirken oder uns stottern lassen.
Alles, was Freude bereitet, wie lächeln, singen oder tanzen, stabilisiert, pflegt und öffnet das Herz.
Übungsvorschlag:
Maka Ho Herz/Dünndarm
Handgelenke rollen
Geschmeidigkeit des Herzens
Partnerübung: Spazieren tragen
Бесплатный фрагмент закончился.
