Читать книгу: «Himmelfahrt am Muttertag - Satirisch Heiteres und Ernstes für Freunde des gepflegten Suizids»
Hans-Joachim Rech
Satirisch Heiteres und Ernstes für
Freunde des gepflegten Suizids
Himmelfahrt am Muttertag
Leseprobe
Impressum
Covergestaltung und Digitalisierung: andersseitig.de
Leseprobe
© 2018 andersseitig.de
ISBN
9783961189410
andersseitig Verlag
Helgolandstraße 2
01097 Dresden
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„Odins Streitaxt im 21.Jahrhundert“
Wehrtechnik im Wandel der Jahrtausende
Wer sich Koblenz nähert, dem fallen zunächst die mächtigen Bastionen der ehemaligen Festung Ehrenbreitstein auf, die sich rechtsrheinisch auf höchster Höhe alles beherrschend über Strom und Stadt erheben. Wenn auch die Bestimmung der Anlage als militärische Einrichtung zur Bedeutungslosigkeit schwand, so blieb doch der unmittelbare architek-tonische Eindruck, den das Bauwerk auf den Besucher macht, erhalten. Nicht minder eindrucksvoll präsentiert sich seit seiner Wiedererrichtung im Deutschen Eck das Denkmal Kaiser-Wilhelms II am Zusammenfluss von Mosel und Rhein, den klassischen deutschen Schicksalsströmen. Doch lange vor dem deutschen Kaiser interessierten sich Kelten, Germanen und Römer für die strategisch günstige Lage und errichteten ihre Forts. Ihnen folgten die Ritter und Edlen, die Grafen und Fürsten, und alle hinterließen die ihnen eigene Handschrift in und um Koblenz. Aber erst der Beginn der Industrialisierung, die Bismarcksche Reichsgründung 1871 und das Streben Deutschlands eine Weltmacht zu werden, ließ aus der beschaulichen Stadt bürgerlichen Gepräges in wenigen Jahren eine Garnisonsstadt werden. Kasernen und Zeughäuser, Rüstkammern und Arsenale schossen wie Pilze aus dem Boden des jungen Reichsbodens, und im weiteren waldreichen Umland fielen weite Flächen dem militärischen Ausbildungsverlangen zum Opfer. Truppenübungsplätze und die damit verbundene Massierung von Menschen und Material sorgten für ein explosionsartiges Wirtschaftswachstum. Die Reiche kamen und gingen, Kaiser dankten ab, neue Führer folgten, die außer Schutt und Leid kaum Verwertbares hinterließen. Wer geglaubt hatte, dass nach den leidvollen Erfahrungen zweier Weltkriege der Wunsch nach deutschen Waffen ein für allemal aus dem Verständnis nicht nur der Deutschen verschwunden sei, wurde schon nach wenigen Jahren eines besseren belehrt. Nach dem Wiederaufbau und der Einführung einer neuen Armee besann man sich auf die bauliche Substanz der Koblenzer Soldatenwohnstätten, zu denen auch die Langemarck -Kaserne zählt. Um der Leistungsfähigkeit der deutschen Rüstung, die sich nun Wehrtechnik nannte, ein entsprechendes Ambiente zu schaffen, wurden Teile der Langemarck -Kaserne zur Einrichtung einer Studiensammlung zur Verfügung gestellt. In Koblenz - Lützel entstand so im Laufe der Jahre eine bedrückend-nüchterne “Wehrtechnische Studiensammlung“, die unter der Regie des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung einen plastischen Eindruck von den virtuosen Möglichkeiten der Konstrukteure und Ingenieure widerspiegelt, die in nationalen und internationalen Rüstungskonzernen die gesamte Bandbreite des militärischen Kampfgerätes ausschöpfen. Der eher beschauliche Bau aus der Gründerzeit lässt nichts von dem erahnen, was sich hinter seinen Mauern auf 7200qm Ausstellungsfläche über 5 Etagen an technischen Monstern verbirgt. Kalte gefühllose Tötungsgeräte, schaurig-schön im Design, in frischen, bunten Farben und liebevoll restauriert, allein das Anfassen der Objekte ist bei der geleisteten Wiederherstellungsarbeit wie in fast allen Museen zum Leidwesen zahlreicher Besucher nicht gestattet. Im Erdgeschoss finden sich zum Teil in „natürlicher Umgebung“ schwerste Kaliber, was sich sowohl auf die Kanonen und Panzer wie auch auf die Munition bezieht. Akribisch werden die Leistungsmerkmale der Geräte einschließlich der zu verschießenden Granaten beschrieben. Die Gebrauchsanweisung eines modernen HiFi-Gerätes könnte nicht genauer sein. Selbstverständlich werden die Hersteller dieser „Defensivwaffen“ in ausreichendem Maße gewürdigt, wobei die Auflistung traditionsreicher Namen ganze Ahnentafeln füllt. Neben den Ketten rasselnden Ungetümen aus 80 Jahren Rüstungsgeschichte, finden sich alle Arten an brauchbarem Gerät, so Flugzeuge, U-Boote, Motorräder, Funk- und Peilwagen, Flakscheinwerfer und Horchgeräte, echte Kanonen des legendären Schlachtschiffs Tirpitz, ja ganze Kreuzer-Panzertürme bis hin zu den Original A4 Aggregaten, besser bekannt unter dem Namen V2, den Lieblingsspielzeugen der Peenemünder Raketenbauer. Überhaupt ist die Marine im unteren Bereich der Studiensammlung geradezu dominant, was unzweifelhaft Rückschlüsse auf die Qualität der Ausbildung wie Ausrüstung zulässt. Im anschließenden Seminarraum besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an weiterführenden Informationen zu rein technischen Zwecken. Nach dieser wahrhaft beeindruckenden Vorführung geht es über ein informativ gestaltetes Treppenhaus in die oberen Etagen, wo den Besucher zwar weniger gewichtiges, aber nicht minder gefährliches Kriegsgerät erwartet. Wer sich zuvor erfrischen möchte, kann das in angenehmer Atmosphäre tun. In der nun folgenden Abteilung „automatische Waffen“ spiegelt sich der wirkliche Erfindungsreichtum unserer Ingenieure und Wehrtechniker, sowie ihrer ausländischen Kollegen wider. Höchste Leistung auf relativ kleinem Raum. Selbstladewaffen bis zum Kaliber 40mm werden dem verschreckt -staunenden Gast wie Zitronenpressen auf einer Haushaltswarenmesse präsentiert, wobei auch hier wieder der nationale Anteil an der Weltentwicklung besonders hervorgehoben wird. Wer vom Arsenal kriegerischen Gerätes bis dahin nicht zufriedengestellt wurde, erhält beim Eintritt in die Abteilung für Mörser, Panzerabwehrwaffen, Bekleidung und Ausrüstung einen Einblick in den soldatischen Alltag. Fern des Schlachtgetümmels und abseits allen Ruhms agieren freundlich dreinblickende Schaufensterpuppen als adrett gekleidete Dressmen, deren größtes Vergnügen das Tragen ihrer Uniform sein muss. Beeindruckend ist die Frische des Materials, selbst nach mehr als 100 Jahren, denn die Blauen Ausgehröcke der kaiserlichen Offiziere finden sich ebenso makellos neben den Kampfanzügen der SS-Panzersoldaten, denen der Hunger nach Ruhm und Ehre ins Polyestergesicht geschrieben steht. „Der Krieg ist der Vater aller Dinge“, jedenfalls wird dem Betrachter alles geboten, was das Soldat - Sein einfach, praktisch und - erstrebenswert macht. Vom Universalmesser mit Schere, Säge, Nagelfeile und Büchsenöffner hin zu Kochgeschirr, Rucksack, ABC-Plane, Gasmaske, Erste-Hilfe-Set in keimfreier Verpackung einschließlich tropensicher verschweißtem Präservativ. Die Krönung der Ausstattung stellt die Eiserne Ration für 3 Tage dar(laut Herstellergarantie 20 Jahre genießbar), und so wird der Soldat mit allem Versehen, was seinem Überleben in freier Wildbahn eine gewisse Glaubwürdigkeit verleiht. Um den Übergriffen des Gegners wehrhaft entgegenzutreten und sich diesen erfolgreich vom Halse halten zu können, stellen leicht zu bedienende und problemlos zu transportierende Abwehrwaffen zu den stählernen Kolossen im Erdgeschoss das rechte Pendant. Wer im Häuserkampf noch keine Erfahrungen sammeln konnte steht dennoch nicht hilflos im Schlachtgetümmel. Technische Hochleistungsgeräte sorgen auch in diesem Fall für einen gerechten Ausgleich und eine nachhaltige Beseitigung dieses Mankos. Damit nun der Recke rechtzeitig über die Absichten des Gegners ins Bild gesetzt wird, erfanden kluge Ingenieure allerlei Datenübertragungs- und Kommunikationsapparate. In der Antike benutzte man den Menschen als Läufer, Feuersignale und blitzende Metallteile. Bei der Rasanz der militärischen Entwicklung, vor allem bei der beängstigenden Geschwindigkeit der verschossenen Projektile wurde es notwendig geeignete Geräte zu entwickeln, die mit der Feuergeschwindigkeit der Waffen Schritt hielten. Entsprechendes Material ist im 3. Obergeschoss zu sehen, angefangen bei einfachen Handspiegeln und hölzernen Telegrafen über optische Hilfsmittel wie Ferngläser, Periskope, Teleskope und Spiegel, Nachsichtzieleinrichtungen und Infrarotgeräte die keine soldatischen Wünsche offen lassen und mittels derer man sich vom Gegner ein genaues Bild zu machen erhoffte. Zum Abschluss des Besuches der Wehrtechnischen Studiensammlung empfängt den Besucher die Abteilung Hand- und Faustfeuerwaffen, die sogenannten „Soldatenbräute“, die jeden Uniformierten im Feld bis zum Sieg oder Heldentod begleiten. Ein repräsentativer Querschnitt durch die vergangenen Jahrhunderte belegt eindrucksvoll das Streben des Menschen nach Vervollkommnung und höchster Präzision. Wo gestern noch Odins Streitaxt in der Faust eines bärtigen, Fell behangenen Cheruskers den römischen Invasoren nachhaltig das Selbstbestimmungsrecht der Germanen in den Schädel schlug, peilen heute in modisch-modernem Chic operierende Paratrouper das Großhirn ihres Gegenübers mit dem Laserstrahl an, weitab vom Schuss, um nur ja nicht den Fünf-Uhr Tee zu versäumen. Wo sich Landsknechte und Bauernhaufen mit Arkebusen, Luntenschlossgewehren und Donnerbüchsen das Leben nicht nur schwer sondern auch zur Hölle machten, tritt der neuzeitliche Soldat mit anatomisch vollendeten, futuristisch gestylten, dem jeweiligen Mannestyp angepassten hochmodernen Hochleistungsprojektilschleudern für Recht, Gesetz und Menschenwürde ein...
Adieu Kirche
Die weltweit große Gemeinde der Christen stand schon einmal an der Schwelle zu einem neuen Jahrtausend, das die Völkergemeinschaft in finstere Barbarei und Vernichtung führte. Was nicht heißen soll, dass das Jahrtausend vor Beginn des zweiten Jahrtausends den Garten Eden auf Erden darstellte. Das Gegenteil war der Fall. Im Hinblick auf die historischen Tatsachen, die Gewaltbereitschaft des Menschen verbunden mit seinem ewigen Hunger, seiner unstillbaren Gier nach allem Besitzbaren, lässt mich mit Blick auf das dritte Jahrtausend keine humanen oder ethischen Verbesserungen erwarten, gleichwohl ich sie erhoffe. Gerade die großen Religionsgemeinschaften, denen das Gedankengut christlichen Lebens und Handelns vertraut sein sollte, haben unausgesprochen ihren Offenbarungseid geleistet. Weltweit liegen die religiösen Großverbände, denen zu Hunderttausenden ihre Mitglieder den Rücken kehren, in der Agonie. Daher ist außer Lippenbekenntnissen und gelegentlichen sporadischen Hilfsaktionen nichts weiter zu erwarten. Überregional und weltweit hallt mehr denn je die Devise:
Jeder für sich und Gott für uns alle. Die Erfahrung mit Gott, wenn es denn eine gibt, ist immer subjektiv und persönlich, niemals gemeinschaftlich oder kollektiv, mögen sich auch ganze Volksgemeinschaften in zuweilen religiöser "Raserei" dem "allmächtigen" Willen des Herrn unterstellt haben. Wohin diese Ausstellung solcher Blankovollmachten führte und noch führt, hat die Geschichte zur Genüge bewiesen. Meine eigene Erfahrung mit jener esoterischen Figur die Gott oder wie auch immer genannt wird beschränkt sich ausschließlich auf das, was diese Welt und diese Natur mir schenkt, mir zeigt und mich verstehen lässt. In ihrem Wesen liegt meine Vorstellung von Gott begründet. Und aus ihrem Wesen erfahre ich auch Wohl oder Übel, ganz nach meiner Einstellung, die ich zu eben dieser Natur habe. Das in früheren Zeiten das Verständnis der Menschen gegenüber vielen natürlichen Erscheinungen nicht ausreichte diese zu erklären, hat der machtvollen und teilweise unseligen Ausbreitung großer Religionsgemeinschaften kraftvollen Antrieb verliehen. In allem und jedem wurde gottgewollte Entscheidung gesehen, was letztlich fürchterliche Exzesse und Vernichtungsfeldzüge ermöglichte. In dem Maße, wie der menschliche Geist der Erweiterung zugänglich wurde, verringerte sich der Einfluss der religiösen und kirchlichen Verbände auf den Menschen. Das geschah besonders dort in beängstigender Weise, wo Wohlstand und Sicherheit eine solide Basis für zukünftige Generationen schufen. Kurioserweise sind es jedoch die begüterten und wohlhabenden Personen im großen Heer der "Verbal-Christen", aber auch der gesättigte Mittelstand, der, um der eher als lästig und unangenehm empfundenen Verantwortung des Christseins in der modernen Zeit, sich der Zahlkarte oder des Überweisungsformulars bedient, um seinen Vorstellungen vom Christsein zu frönen. Gott ist weit weg, und in der Stunde des Todes auf der Intensivstation oder abgestellt im Badezimmer, verzweifelt im Hinblick auf die Insolvenz der religiösen Gemeinschaft die "Seele" des Verlassenen und schreit rasend vor Angst nach Beistand und Hilfe. Erfahrungen mit Gott - das Leben bietet vierundzwanzig Stunden am Tag dazu Gelegenheit. Der Tod bietet nur eine Erfahrung, den Augenblick finsterer Nacht. Erfahrungen sind dazu da, dass sie gemacht werden. Gleiches gilt für die berühmten Fehler, die jeder einmal macht. Also alles eine einzige Wiederholung? Eine Litanei der Kleinkrämerei und Sinnlosigkeiten, einzig und allein dazu bestimmt bereits existierende und noch zu schaffende Verhaltensschemata zu manifestieren, abzusegnen, im Namen des Herrn. Missbraucht wird der Erfahrungsschatz unzähliger Generationen tagein - tagaus in schändlicher Weise und wir erdreisten uns zu behaupten, das ist Gottes Wille. Sollte es denn einen Gott geben so ist kaum nachvollziehbar, warum er der Vernichtung seines Hauses, seines Gartens, seiner Herden und Weiden tatenlos zusieht, die Menschen sogar noch in ihrem Treiben unterstützt? Wo bleiben denn die großen Lehren, Erkenntnisse, Weisheiten auf die sich die Menschen so gerne berufen, wenn ihr Forscher- und Entdeckergeist sie in rauschhafter Weise zu neuen Ufern führt, immer weiter weg von jener kleinen blauen Insel, die wie ein verlorener Diamant in unendlich dunkler und kalter Nacht durch die Einsamkeit flieht? Verloren sind wir, einsam und allein, und dennoch schützt uns diese Welt vor allen Unbilden und Gefahren, die nach unserem Leben, unserer Gesundheit trachten, die der dunklen Seite der Macht den Zutritt in unsere Herzen verwehren, wenn wir bereit sind für diese Welt einzustehen. Aber das tun wir nicht. Durch unser Handeln haben wir das Anrecht auf einen Platz im Paradies für alle Zeit verspielt.
Trümmerstück
Anfang der fünfziger Jahre wurde ich in die Katholische Volksschule eines Ortsteils einer größeren Stadt eingeschult. Eine Tatsache, die mich nicht sehr erfreute, die aber offensichtlich unumgänglich war. Der schulische (Unter)Werdegang der Kinder sah im Normalfall die Einsitzung bis zur achten Klasse vor, danach erfolgte die Entlassung in den "Ernst des Lebens"(das kann ja heiter werden) mit allen guten Wünschen für die Zukunft. Das war um so perverser, da die gleichen "Lehrer" die ihnen anvertrauten Zöglinge nach allen Regeln der Katholischen Kirche kneteten und bogen, drückten und zerbrachen, durchprügelten und walkten, demütigten und verachteten, um sie nach acht Jahren seelischen und körperlichen Leidens als brauchbare Staatskrüppel auf den Markt des billigen Fleisches zu werfen. Das erste was mich mein Klassenlehrer am Einschulungstag fragte(einen Sechsjährigen mit Schultüte!), ob ich etwa auch so werden wollte wie mein Bruder, worauf ich in völliger Unkenntnis der Zusammenhänge und naiver Gutgläubigkeit antwortete, "Ja, das will ich", denn ich bewunderte meinen großen Bruder, der sich unter seinen Mitschülern und an dieser Schule "Respekt" verschafft hatte. Eine fast tödliche Antwort mit fatalen Folgen. So bestand die einzige Möglichkeit diesem Horrorkabinett cholerischer Staatsdiener und kirchlich bestallter Kinderschänder zu entkommen darin, nach dem 4. Schuljahr entweder auf das im nächsten Ortsteil liegende Gymnasium oder zur Mittelschule zu wechseln, wie diese Einrichtung damals noch genannt wurde. Leider sah meine familiäre und damit gesellschaftliche Herkunft die Nutzung dieser vielversprechenden Alternative nicht vor. Meine seelische Zerstörung begann.
Die Zerstörung
Da zu meiner Zeit die staatlich legitimierte Prügelstrafe(man muss sich das vorstellen nach diesem Krieg, nach der in ihm begangenen Verbrechen und Massenmorden in Auschwitz) als Züchtigungsmaßnahme weder abgeschafft noch ernsthaft zur Debatte stand, ließen sowohl die in allen Fächern gleich beschränkten, dennoch unterrichtsberechtigten "Lehrer" (heute nennt man diese geistigen Irrlichter Pädagogen) als auch die im Religionsunterricht zum Einsatz kommenden Pastöre und Kaplane ihren sadistischen Trieben freie Entfaltung, was im Hinblick auf das vorhandene Menschenmaterial virtuose Variationen ergab. Allein der fast tägliche Anblick nackter, zuckender Kindergesäße, auf die in rhythmischen Intervallen die stets im Wasser liegende Haselgerte niedersauste, ließ von uns Schülern beobachteter Weise, bei den Tätern euphorisch - befriedigende Gefühle zum Vorschein kommen, die nicht selten erhöhten Speichelfluss zur Folge hatten. Mein Klassenlehrer, ein Herr L., verteilte Schellen und Gesäßtritte wie das Christkind Geschenke. Jeden Tag, jede Stunde. Unser Geschichtslehrer, ein Herr S., bezeichnete jeden zweiten Schüler als Kaffer, wobei er wie besessen mit Kreide nach uns warf. Das dabei die Kreide zu Bruch ging war normal. Da wir jedoch in seinen Augen die Schuld daran trugen, gab es anschließend noch Ohrfeigen und hin und wieder einen Hieb mit dem Zeigestock über die nach vorne zu streckenden Handflächen, was die weitere Schreibfähigkeit für diesen Tag beendete. Der Rektor der Schule, ein Herr K., wurde von uns nur "Eisenhand" genannt, denn seine Schläge ins Gesicht haben manchem Kind zu frühzeitigem Zahnersatz verholfen. Darüber hinaus verstand er sich auf den Stock wie kein Zweiter, und der Anblick der sich rasch verfärbenden Gesäßbacken, versetzte ihn in rauschhafte Stimmung. All das in sich schon grauenvoll und verachtenswert wie kaum eine andere Schandtat auf der Welt, erfuhr jedoch durch die Beteiligung der katholischen Amtsinhaber in geradezu perverser Verhöhnung des christlichen Glaubens seinen ekelhaften Höhepunkt. Offensichtlich hielt sich jeder der am Unterricht beteiligten Priester für einen zweiten Christus, der mit der Peitsche in der Hand unter den Ungläubigen und Aufsässigen aufräumt. Ein Pastor ist mir in unauslöschlicher Erinnerung geblieben, ein gewisser Pastor J., Träger einer Auszeichnung, verliehen für erstklassige Abricht- und Vernichtungsarbeit, für die Zertrümmerung junger Seelen im Auftrag der katholischen Kirche und in Anlehnung an den Ausspruch Jesu?, dass der Baum in das Feuer gehört, der keine guten Früchte trägt. Da das mit dem Verbrennen nicht mehr möglich war, musste uns auf andere Art und Weise das Rückgrat gebrochen werden. Jedenfalls sprach dieser Pastor J. immer dann von seinen "dollen fünf Minuten", wenn er sich einen Schüler/eine Schülerin zu einer Strafaktion auserkoren hatte. Im Namen des Herrn ... flogen dann die Fetzen, dass wir Kinder in die Hose machten vor Angst und Schmerz. Ein anderer Priester, Kaplan M., stand seinem Vorgesetzten in keiner Weise nach, bevorzugte er gern seine Fäuste, um uns Zehn- und Elfjährigen klarzumachen, worin der Sinn göttlicher Gebote zu sehen ist. Den Schülerinnen und Schülern(es gab in dieser Schule nur gemischte Klassen)war es trotz aller Bemühungen nicht möglich, den exzessiven Ausfallerscheinungen der Lehrkörper auch nur annähernd zu folgen, geschweige in ihnen auch nur eine Spur von Notwendigkeit oder Methode zu erkennen. Da auch der familiäre Rückhalt, die Unterstützung gänzlich fehlte; der Krieg und der preußische Erziehungsstil hatte bei meinen Eltern ganze Arbeit geleistet, erübrigten sich meine Klagen von vorneherein und mir blieb nichts weiter übrig, als mich in die willkürlichen Gesetzmäßigkeiten weitestgehend einzupassen, um so den "Schlaganfällen" der Lehrer und Priester zu entgehen. Leider erkoren Pastöre und Kaplane, aber auch die Lehrer ausgerechnet jene Kinder zu ihren "Lustobjekten", die zum einen dem Unterricht aus welchen Gründen auch immer nicht folgen konnten, zum anderen - wie ich - aus Verhältnissen stammten, die nach einstimmigen Aussagen aller Beteiligten in der weiteren Entwicklung ohnehin nichts Gutes erwarten ließen. Daher sei es nicht verkehrt eine gute Tracht zu erhalten, denn die Prügel die du jetzt einsteckst, kann dir später keiner mehr geben. Eine sehr einfache, aber ungemein realistische Aussage, die mindestens einmal im Monat an mir in die Tat umgesetzt wurde. Im gleichen Atemzug verlangten diese Monster von uns die bedingungslose Bekennung zu jener "alleinseligmachenden Kirche" auf der Grundlage christlichen Gedankengutes, deren Vorläufergenerationen Millionen Menschen in Europa und der weiten Welt ermorden ließen, im Zeichen des Kreuzes, denn willst du nicht die Lehre der Kirche annehmen, dann prügeln wir sie dir ein. Und das wenige Jahre nach Auschwitz. Die Güte des Herrn wurde gepriesen, seine verzeihende Gnade und Milde, seine Nachsicht, sein Verständnis. Die rituellen samstäglichen Beichtorgien für Kinder wurden für uns zu wahren Lügenwettbewerben, denn jeder trachtete natürlich danach, "besser" dazustehen als der/die andere. Vielleicht war das auch Teil unserer kindlichen Vorstellung von Rache und Gerechtigkeit, was mir jedoch im nachhinein als reine Verzweiflungstat einer verwundeten Seele transparent wird. Gleiches galt für die morgendliche Betstunde, wenn die versammelte Klasse mit Blick auf das Bildnis des damaligen Bundespräsidenten ihr kirchlich verordnetes Gelöbnis, einen christlich - katholischen Toast ausbrachte auf Theo I und Konrad den Einmaligen. Dabei eiferten wir um die originellsten Gebete, denn dafür setzte entweder die Prügel aus oder es gab eine gute Note, auch für uns "Erdschweine", wobei die drei den gleichen Stellenwert besaß wie eine Eins für die besser Gestellten. Interessant auch die notwendigen Besuche der Schultoiletten, bei denen eigens angestellte Ordensschwestern darauf achteten, dass wir beim Wasserlassen nur ja nicht auf unser Geschlechtsteil schauten, denn das ist "unrein" und "unschamhaft". Möglicherweise sollten wir dadurch nicht sehen, auf welche widerwärtige Weise diese "Ordensschwestern" ihren verkümmerten Trieben frönten. Das wir uns dabei regelmäßig an die Hose und in die Schuhe urinierten ist verständlich. Dann gab es direkt was auf das blanke Gesäß, von Frau Ordensschwester persönlich, die anscheinend nur darauf wartete, einen strammen, festen Knabenpopo von der Ernsthaftigkeit der kirchlichen Verbote zu überzeugen. Pervers das ganze, abgrundtief pervers. Über acht Schuljahre verteilt macht die Mühe schon ihren Sinn, denn du wirst zu einem funktionierenden Schrotthaufen, unglaublich aber wahr. Schlusslicht und gleichzeitig Höhepunkt meiner versuchten Einpassung in die damals bestehenden gesellschaftlichen Normen war die schulische Abschlussfahrt in eine Abtei am gleichnamigen See in der Eifel. Sieben Tage sollte diese Tortour dauern, während der sich die Nonnen und Mönche eifrig mühten, uns im theoretischen Eilverfahren anhand von Vorträgen, Zeichnungen und Schaubildern das Märchen vom Klapperstorch auszureden. Eine Woche vor der endgültigen Schulentlassung wurde uns Vierzehn und Fünfzehnjährigen beigebracht, dass es zweierlei Menschen gibt, nämlich Mann und Frau. Und wozu Mann und Frau ihre Geschlechtsteile noch gebrauchen können, außer zum Wasserlassen, nämlich zum Erzeugen neuer Menschen. Peng - aus. Die Aufklärung im Sinne der katholischen Kirche war damit abgeschlossen. Da uns noch Zeit blieb die erworbenen Kenntnisse praktisch zu erproben, kam es dann erwartungsgemäß zu fallweise chaotischen Zuständen, insgesamt zu unüberschaubarem Durcheinander, was eine vorzeitige Beendigung unseres Aufenthaltes in der Abtei nach sich zog. Auch für mich hatten diese neuartigen Einsichten ungeahnte Folgen, denn meine damalige Angebetete fieberte wie ich in völliger Unkenntnis in Sachen Sex dem großen Augenblick entgegen, und so gaben wir im Hinblick auf die kirchliche Heilslehre unser Bestes, nämlich unsere körperliche und seelische Unschuld (gebenedeit sei die Frucht deines Leibes - denn das Weib ist dem Manne untertan...
Selbst ist der Mord
Nahtod Erheiterndes, Ferntod Ernsthaftes und Selbst Mord Gepflegtes für den bildungshungrigen Quengelbruder/ die Quengelschwester in allen Lebens- und Sterbelagen des Beutelteufeldaseins
Selbst ist der Mann
Selfmademan
Selbst ist die Frau
Selfmadewoman
Selbst ist der Mord
Selfmadekilling
Könnte ich weiterspinnen bis zum Sankt Nimmerleinstag - Metaphern dieser Art gibt es seit Anbeginn der Erfindung der Sprache, des aufrechten Ganges und der Entdeckung des G-Punktes, auch wenn dieser in der Frühzeit des Homo Sapiens noch nicht unter diesem erotischen Stimulierungsbegriff bekannt war. Zuvor griff der praktisch begabte, aufs Überleben konzipierte Aufrechtgeher - auch Urahn genannt, zur Keule, zum Faustkeil oder einem in den Anfängen begriffenen Ackergerät; was hätten sich die Barfuss Artisten über einen Baumarkt gefreut - die wären schier Rattendoll geworden in ihrem Steinzeithäuschen. Daran hat sich ja bis zum heutigen Tage nicht all zuviel geändert. Barfuss schleicht keiner mehr durch die Werkzeug Rundum Versorger und was das Steinzeithäuschen angeht, so hat selbiges heuer Fenster mit Glas, eine Zentralheizung und einen Abtritt, auch Klo oder Toilette genannt, wo der moderne Mensch sich erleichtert von dem Scheißdreck, den er in sich hineinfrisst - und auch säuft. War früher einfacher, weniger kompliziert. Die Barfuss Geher stolperten ins Grüne - aber nicht zu weit, weil da ebensolche gefräßigen Räuber warteten wie er oder sie selber einer war. Dann wurde abgeprotzt - Hosen oder Röcke zum herunterlassen gab es noch nicht - der nackte Arsch war das Wahrzeichen des Homo sapiens erectus und so weiter, geschweige denn Wischpapier, vielleicht ein paar bröselige Blätter vom Vorjahr, auf denen die hart getrocknete Kacke schon lange nicht mehr dampfte, dennoch ihre Aufgabe wie grobkörniges Schleifpapier hinreichend erfüllte - aber damit nun genug Scheiße gemacht, gequatscht, geschrieben. Einmal im Monat ein erfrischend-gesundes Bad im nahen Moor, wobei man sich auch gleich der nutzlosen Verwandtschaft entledigte, die aus welchen Gründen auch immer, auf der Bärenhaut in der Gemeinschaftshöhle herum lag und der Horde unter dem Strich nur die Vorräte weg fraß, wenn diese dann zur Verfügung standen. Vom Selfmademan zum Selfmadekiller - gar nicht so weit weg, wenn nur die Proportionen stimmen. Wobei die Angelsachsen ja eine irgendwie anders geartete Ausdrucksweise, ein anderes Sinnverständnis inne haben, wie die Festlandeuropäer und besonders die Menschen im deutschen Sprachraum. Da heißt es zum Beispiel „jump the Knife“ auf gut Deutsch „über die Klinge springen“ oder bei unseren nahöstlichen Energielieferanten „ride the Knife - die Klinge reiten„. Verbildliche sich der gemeine deutsche Mittelstandsbürger dieser Metapher: da hält einer eine Klinge und der andere springt darüber oder reitet darauf. Von Schnecken ist das ja bekannt - Rasierklinge und so. Aber was hat das mit Selbstmord zu tun oder Tötung durch dritte Hand? Die deutsche Sprache ist sehr präzise und ungemein vielfältig. Das hat schon Luther begriffen und übersetzte flugs die Bibel aus dem Lateinischen ins Deutsche - Hochdeutsche, eine Sprache - Schrift, die jedermann verstehen und wenn er selbigen kundig - auch lesen konnte. Ein Quantensprung in der Kommunikation, mal abgesehen von den Comics des Mittelalters, den bunt bemalten Fenstern in den Kirchen. Als Mann kann ich mit einer Frau einen neuen Mann oder eine neue Frau machen - das ist dann ein männliches oder weibliches Kind, wenn es geboren wird und weiterleben sollte - muss - oder so. Daraus kann sich dann im Laufe der Zeit - Jahrzehnte vergehen - ein Mann/eine Frau entwickeln (muss aber nicht). Dieser Mann/diese Frau hat aber Zeit seines/ihres Lebens die Last, welche ihm/ihr durch die vollzogene Erzeugung seiner/ihrer Eltern zuteil wurde, bis ins Grab zu tragen. Von Selfmade oder selbst gestrickt kann da überhaupt keine Rede sein. Ist mithin völliger Blödsinn. Trotzdem wimmelt es in unserem deutschen Sprachgefüge nur so von diesen Anglizismen, wider besseres Wissen. Wie in einem Tollhaus geht es in den Werbeanzeigen, Zeitungen und Fernsehfilmen zu, wenn die Sendezeit dieser kurzweiligen Verblödungsinstrumente ansteht die nur einen Zweck erfüllen sollen - müssen; dem Menschen ein Erzeugnis aufzuschwatzen das er nicht braucht für ein Geld, das er nicht hat. Halleluja - da lacht der Klingelbeutel - die Seele aus dem Feuer springt - wenn das Geld im Kasten klingt. Und weil das so schwierig ist für unsere nichtdeutsch sprechenden Nachbarn, wird in regelmäßigen Abständen eine Rechtschreibreform durchgeführt - so wie in anderen Disziplinen auch geübt. Irgendwann wird nur noch in Sprechblasen und Telegrammsätzen kommuniziert, wie es uns die alliierten Freunde nach dem Weltkrieg Zwei erfolgreich beigebracht haben. Verlust des Nationalbewusstseins - so nennt sich dieser Vorgang. Für die meisten hat Nation denselben Stellenwert wie ein Spiel der Nationalelf, die EM oder WM. Aber dann ist Schluss, weg mit dem ewig Gestrigen. Geht aber nicht so einfach - noch nicht. Da sitzt immer noch das steinzeitliche Erbe in unseren Genen, und erst wenn das restlos ausgemerzt ist, sind wir keine Reptilien mehr. Obwohl - ich mag die Panzerechsen, ich mag sie sogar sehr. Und auch die Dinos - Gott oder wer auch immer habe sie selig. Weil - die Gemeinsamkeiten zwischen uns und diesen archaischen Tierchen ist phänomenal. Das waren die ersten Selfmade Individuen. Muss ja so gewesen sein, eine andere Erklärung ist gar nicht vorstellbar. Da braucht es keinen Jahrmillionen währenden Rückblick, da genügt ein Augenzwinkern in die Gegenwart, das jetzt - während ich mit diesem verkackten Firlefanz meinen Laptop traktiere - kein Wunder, dass die Elektronenkiste immer häufiger Erstickungsanfälle trainiert - ich habe das unterschwellige Gefühl, dieses Bit und Byte Helferlein ist auf dem Weg zum Selfmade Laptop. Na Mahlzeit - dann können wir gleich die Abkürzung und den Rückweg zur Keule einschlagen und selbiges auf den Klappdeckelkasten tun. Selfmade - selbstgemacht - aha - sind wir doch wieder bei der guten alten deutschen Sprache angelangt, tauchen wir ein in das Spinnennetz eines Sprachgefüges aus dem - ist man(n)/frau erst einmal in ihm gefangen, niemals wieder herausfindet, geschweige sich dann aus ihm befreien kann. Anders herum - an zahlreichen in- und ausländischen Hochschulen wird Germanistik gelehrt und studiert mit einer Hingabe, die durchaus mit einem Hang zu SM (nicht Selfmade sondern Sado - Maso) vergleichbar ist. Es gibt Ausländer die Deutsch besser sprechen als ihre eigene Mutter- oder Vatersprache; letztere nur dann anzuführen, wenn der Erzeuger weder Alkoholiker, noch Drogenkonsument. Käferfahrer, Analphabet oder Discounterkunde ist. Die Monatskarte des ÖPNV zählt nicht, die bleibt außen vor. Ein weiteres Auswahlkriterium auf dem Weg zum Selfmade - sie werden es sicher schon bemerkt haben - das man and woman habe ich schon ausgespart, als nächstes verschwindet Self - dann haben wir/ich/sie es geschafft - endlich können wir/sie/es miteinander tun - deutsch sprechen wie es uns die Alten lehrten, jedenfalls habe ich die zuvor erwähnten Anhängsel weggelassen, weil - das Auswahlkriterium steht zur Auswahl an. Eines dieser Kriterien auf dem Weg zum Selbst gemacht sein ist zweifellos der jährlich zweimal stattfindende Schlussverkauf - der unbeirrbar und unnachsichtig an die Jahreszeiten geschmiedet ist; na - dämmert es ihnen - hat was mit Sommer und Winter zu tun. Sie können das auch googeln - oder deutsch formuliert - in einem elektronischen Nachschlagewerk über ihr elektronisches Helferlein, auch Klappdeckelfernseher genannt, erfahren. Dort finden sie unter zivile Großkampftage in Kaufhäusern oder anderen Verbrauchsgüter bereitstellenden Einrichtungen jene Begriffe wie Sommer- oder Winterschlussverkauf. Es sind die herausragenden Ereignisse im jährlichen Lebenszyklus des selbstgemachten Menschen, noch vor dem Weihnachtsfest, vor Ostern, dem Geburtstag, der eigenen Scheidung von der unbrauchbar gewordenen Ehefrau, der Bestattung der hochverschuldeten Erbtante, dem wiederholten Verlust der ÖPNV Fahrerlaubnis wegen exzessiver Besäufnisse in öffentlichen Parkanlagen, dem unerlaubten Urinierens in den Briefkasten des blinden Nachbarn, weil das Quietschen des Klappdeckels sie störte... die Auflistung bis zur Bestimmung des einen entscheidenden Begriffes könnte ich fortsetzen bis ihnen vom Lesen die Augen tränen oder sie vom Dünnschiss geplagt dem steinzeitlichen Triebe folgen, die Stinkdüse öffnen und der Verdauungsbrühe freien Lauf oder Schuss lassen. Ich hatte vor Hundert Jahren oder mehr - weiß nicht - einen Schulkameraden, der konnte aus zehn Metern in eine Flasche scheißen - versuchen sie das mal an einem stillen Örtchen - erst mal Probeweise, bevor sie damit an die Öffentlichkeit gehen. Pflastermaler und Graffiti kann jeder irgendwie, aber aus zehn Metern in eine Flasche? Da fehlt nur ein Meter zum Elfer, und selbst die werden von hoch bezahlten Fußballmillionären noch vergeigt. Daran lässt sich erkennen, welche Körperbeherrschung zu dieser Leistung vorhanden sein muss. Aus zehn Metern in eine Flasche scheißen - ich pisse ja schon neben den Klopott, und der ist nur einen halben Meter entfernt und groß wie ein Bierfass. Im Leben ist halt alles nie so eingerichtet, wie wir es gerne hätten. Da kommt so ein Sommer- oder Winterschlussverkauf gerade recht. Das sind übrigens die beiden einzigen Ereignisse im Jahr, wo der verbrauchsintensiv lebende Mensch die Erlaubnis zum Töten hat, jedenfalls gedanklich und verbal - wenn er/sie es denn schafft bis in die Tempel der Konsumverheißung vorzudringen. Eines bedingt mithin das andere - dazu ist nur der selbstgemachte Mensch fähig, er mutiert dann zum selbstgemachten Mörder - zum Selbstmord Mörder - hirnrissiger geht es nicht mehr, ist ein Altleiden aus meiner Kindheit, als ich noch in Begleitung meiner Gebärerin und/oder meiner Tante an diesen Kamikaze Einsätzen teilnehmen musste, um auch für mich "was Nettes" und vor allem "preiswertes" zum Anziehen auszugucken. Dieser frühkindliche Überlebenskampf aktivierte andererseits schlagartig jene T-Rex Gene in meinem Cortex-Hypothalamus, welche mir in meinem späteren, teilweise selbstgemachten Leben fallweise von Nutzen waren. Schlussverkäufe sind Ausdruck kollektiver Hysterie oder Epilepsie und mithin gemeingefährliche Ereignisse. Stellen sie sich ein Meer voll Quallen vor, die ihre Tentakeln in alle Richtungen ausschwingen lassen. Im Ozean sieht das sehr elegant und filigran aus - aber an Land? Egal, wenn sie von diesen Giftfäden eins gewatscht kriegen, gehen die Rollläden herunter, todsicher. Wäre ja auch total bescheuert, wenn der Qualle ihr Fischlein oder die halbgare Garnele ob ihres Einsatzes von dannen schwömme. An den Schlussverkauftagen lässt das menschliche Verhalten einen ebensolchen analogen Schluss zu nur mit dem Unterschied, dass der Zweibeiner nur - eine Vorsehung der Evolution - zwei Greifwerkzeuge hat, die er aber an den Wühltischen und Kleiderständern gnaden- und vor allem rücksichtslos zum Einsatz bringt. Dabei ist jedes dieser zweibeinigen Wesen so in sich und den vor ihm liegenden Beutezug investiert - der zudem fast immer ohne ein Wort vonstatten geht - Konzentration ist die Seele des Schlussverkaufs, nur die Augen und Greifwerkzeuge artikulieren lautlos die imaginäre Absicht, nach jenem oder diesem Teil/Artikel zu schnappen, und das in einer Geschwindigkeit, die selbst eine Gottesanbeterin sprachlos macht. Das ist umso erstaunlicher, da die zweibeinigen Fangschrecken an den Wühltischen und zwischen den Kleiderständern fast ausnahmslos dem weiblichen Geschlecht angehören. Diese kindlichen Schlussverkaufs Erfahrungen kamen mir später sehr zupass, besonders beim Militär, wo ich zum Meister des Wegduckens, des Drückens, des Tarnens und Verpissens in der Etappe mutierte. Auch ein T-Rex weiß instinktiv wann es an der Zeit ist, den schuppigen Hals einzuziehen und eine Biege zu machen. Von wegen Selfmademan - Selfmadewoman - Selfmadekiller - alles selbstgemacht - wie früher bei Muttern. Da wusste man als Heranwachsender genau wo der Hammer hängt, wann die Glocken läuten - wenn auch nicht immer warum. Wieder so eine unberechenbare Art des weiblichen Terminus der Frau - die Sprunghaftigkeit im Bezug auf ihre Gefühle und ihr Verhalten. Mich überkamen schon als Kind berechtigte Zweifel an der Ernsthaftigkeit des göttlichen Willens zum einen, und an der vorgeblichen Aussage, dass die Weiblichkeit aus der Rippe des männlichen Gegenstücks geformt wurde. Da gab es noch keinen Charles Darwin, aber bereits antike Forscher, die sich durchaus ihre Gedanken machten. Die meisten von ihnen wurden kurzerhand erledigt, damals eine durchaus gängige und vor allem endgültige Praxis. Wo wir gerade beim Erledigen sind - also der saloppe Ausdruck für platt machen, Kopf kürzer - den Docht ausblasen - capice; da hat es so seine Bewandtnis mit dem Leben nach dem Tod - soll ja Zeitgenossen gegeben haben und noch geben, die schon mal einen Blick auf die andere Seite riskierten, das ist so, als wenn man in ein schwarzes Loch hineingesogen wird - da weiß man auch nicht, wo man auf der anderen Seite landet. Nur ist das mit dem Nahtod viel heller - Licht ohne Ende, das soll so hell sein, dass man sich kurz vorm Abnippeln noch eine Sonnenbrille aufsetzen soll, um nicht zu erblinden. Ist das bescheuert. Den Löffel weglegen mit Sonnenbrille auf den Glupschern. Kann ich noch verstehen beim Schifahren, wegen dem vielen Glitzern und damit man die Piste sieht, bevor so ein Schneebrett abgeht wie Schmitz's Katz. Die ganze Sache ist nicht koscher, diese Nahtodkiste stinkt doch, will nur keiner zugeben, also den Deckel drauf halten. Das mit dem hellen Licht am Ende des Tunnels - so werden die Erlebnisse von den "Zurückgekehrten" beschrieben, hat nämlich ganz andere Ursachen. Noch mal zurück zu den Steinzeitfiguren. Da stapften die Kerle durch das Neandertal mit der Keule in der Hand auf der Suche nach einer gehbehinderten, blinden Wildsau, die es zu erlegen galt. Die Frauen der Männer blieben derweil in ihrer Kalksteinröhre zurück - jahrein - jahraus, und weiter vorne, so nach ein paar Hundert Metern oder noch mehr, da leuchtete es hell, so hell wie ein Stern. Kein Wunder - das war der Höhlenausgang. Dieser Eindruck hat sich über die Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende in den Genen des Aufrechtgehers festgefressen wie eine Filzlaus unter der Vorhaut. Und irgendwann waren die Frauen der Männer auch mal schwanger, bekamen Nachwuchs so wie heute auch - nur unter ganz anderen Voraussetzungen. Was muss im Kopf von dem Frischling rund gegangen sein, als er aus der Bauchhöhle seiner Mutter - gelegen in völliger Dunkelheit, unter immensen Anstrengungen, tierischem Gebrüll und einem elementaren Pressdruck durch den Gebärschlauch in das stinkende Dunkel einer verkackten, kalten Höhle gejagt wurde, in die von irgendwoher ein helles Licht fiel, leise, unhörbar, ein weißer Fleck im Auge des Säuglings, so wie Terra inkognito - unbekanntes Land. Da fegte ein Schock nach dem anderen durch die weiche, blutverschmierte Kleinstkindbirne in der sich nur ein Wunsch manifestierte - bitte großer Wodan oder wer auch immer, lasse meine Mama mich in ein weiches, sauberes Bettchen legen, von einer barmherzigen Rotkreuz- oder besser noch Säuglingsschwester behütet, auch wenn diese erst in ein paar Tausend Jahren erfunden werden. Bis dahin ziehen wir uns nochmals zurück und lassen uns von ein paar durch geknallten Genforschern vom Albtraum des Nahtodes und dem Dämon der Erinnerung an unsere Höhlenwohnung mit Aussicht auf den Bach mit Wasserfall befreien. So war uns der Homo Sapiens helfe. Das ist die Mär vom Nahtod - kein Tunnel mit Licht am Ende, sondern der Ausgang der Höhle im Neandertal, wo bereits die Bären, Luchse und Wölfe auf einen warteten und im Handumdrehen aus dem Nahtod ein reales Ableben machten - für eine ganze Ewigkeit lang. Halleluja. Drauf geschissen - es geht hier um grundsätzliche elementare Dinge - ich kann mich nicht selbst ermorden weil, per Definition in jura der Mord eine vorsätzliche, aus niederen oder selten höheren Motiven begangene( z.Bsp. Erbschaft, Lottosechser, Ehefrau-Ehemann, Parkplatzstreit, Schwarzfahren-Schwarzärgern, Hundehaufen, allgemeines Unwohlsein, Überdruss, laute Musik, Verspätungen, Sonderangebote usw.) Tat ist, die das Leben eines Dritten per Handschlag gegen seinen Willen beendet(bildlich zu sehen). Der oder die Andere muss nämlich ihr/sein Einverständnis erklären - schriftlich mit eigenhändiger Unterschrift - am besten vor Zeugen, damit ihnen hinterher niemand ein Pfund Scheiße ans Bein kleben kann. Nennt sich dann Tötung auf Verlangen, bei unseren Nachbarn in der Schweiz heißt das "Heidi hebt ab" oder "Heidi macht rüber" - Scherz beiseite - Sterbehilfe. Und dafür muss man in die Schweiz fahren, wenn man das Geld für eine Bahnkarte oder den Bus ausgeben möchte. Ist ja nur einmal im Leben, man(n)/frau gönnt sich ja sonst nichts, und dann auch nur einfache Fahrt - keine Rückfahrkarte. Da kann man letztmalig zu Lebzeiten richtig sparen und in diesem Bewusstsein die letzte Fahrt auch lustvoll genießen - wegen der Landschaft. Also Selbstmord - genauso ein schwachmatischer Begriff wie Nahtod aus Leidenschaft oder so. Selbsttötung - wenn ich es durch eigene Hand erledige, Beihilfe, wenn jemand assistiert und vorher kassiert. Sterbehilfe, wenn ich mich vertrauensvoll in ein deutsches Krankenhaus/eine Seniorenresidenz begebe. Dort wird ihnen auch fallweise ohne Sterbewunsch derselbige erfüllt - dann haben sie halt die Arschkarte. Auch Hospitäler und Altenablagen möchten auf ihre Kosten kommen - und nicht nur dieselbigen bis zum Sankt Nimmerleinstag haben. Eine ganz andere Variante wäre die Teilnahme an einer Großveranstaltung, da böte sich im Ernstfall sogar die Alternative etwaige Ansprüche zu vererben, auch wenn sie selbst davon keinen Nutzen mehr hätten außer dem, dass ihr Selbsttod einem Dritten noch eine gewisse Einträglichkeit beschert. Fußballstadien sind da ideal, besonders die Kurven rivalisierender Fans - auch Blöcke genannt. Da fängt man sich flugs eine Rakete oder ein anderes brennbares Objekt ein, welches sich in Windeseile durch ihre Second Hand Jacke, ihr Nylon Hemd und zu guter Letzt in den rachitischen Brustkorb frisst (falls vorhanden, dann dauert es etwas länger). Konzerte haben ihren eigenen Zerreißpunkt - gleich hinter den Gitarrensaiten, da röhrt der Dino auf Volllast; wenn die Punks, Gruftis und Metals ihre Birne mit Lichterglanz füllen, dann nimmt selbst der Gehörnte seine Paarhufer in die Hand und gibt Speed, bis die Leber platzt. Unter so einer explodierenden Masse zu verschwinden oder einfach von jetzt auf gleich zum Jupiter geblasen zu werden - das hat schon was - da rührt einen der Eishauch der Geschichte an - wirklich. Autorennen - besonders die legendären Rallyes, die Rennstrecke nur gesichert - wenn überhaupt, durch ein paar zerfressene Strohballen oder ein handgeschmiertes Schildchen. Ansonsten standen und lagerten die PS verseuchten Abgasröchler und Gehörinvaliden auf Schrittweite neben der Rennstrecke, bis sie von den vorbeidonnernden Boliden in eine Wolke aus Dreck, Abgas und Lungenkrebsanteilscheine gehüllt wurden. Ja - ja - lange ist es her, heuer haben diese schwer entflammbaren Benzinfresser längst ihren Schrecken verloren, nicht einmal die Rallye Paris - Dakar kann mit nennenswerten Verlusten an Hominiden global für faszinierendes Unwohlsein und kribbelndes Entsetzen sorgen. Bei einem Flugzeugabsturz den Sabbel zu schließen ist wesentlich wahrscheinlicher. Man/Frau muss nur die richtige Propellerschleuder erwischen. Kreuzfahrten mit Riesenpötten - der letzte Schrei - aber nur bis der Eisberg voraus kommt, dann gehen auch im Achterschiff die Lichter flöten - wenn man Glück hat - richtig Glück. Da darf man dann auch nicht zimperlich sein, kein sentimentales Gedusel - da muss man/frau dann durch. Ist ja auch nur ein einziges Mal, passiert ihnen dann garantiert nicht mehr in diesem Leben. Todsicher. Schlussverkäufe hatten wir schon, bleibt noch Extremsport - Bungeejumping - natürlich mit zu langem Seil, was hätten sie sonst davon. Da bleibt kein Auge trocken, wenn Mutter Erde auf einen zukommt - oder wir ihr entgegen - rasend schnell - Kopf voraus wie beim Hechtsprung vom Zehner Brett. Klatsch - Platsch - Aufschlag - Matsch - so einfach ist das, der letzte Sprung in Zeitraffer - für die Daheim Gebliebenen ...äh Zurück ...äh Hinterbliebenen. Perfide ist Fallschirmspringen ohne Schirm, natürlich aus großer Höhe - merken sie aber erst nach Ziehen der Reißleine - hahaha… Gott bless my friends - Gott schütze euch, wo immer ihr auch gerade das Leben genießt (gilt für beide). Ist nur ein frommer Wunsch - mehr kann ich nicht tun - will es auch nicht, weil - das Leben ist doch ziemlich kurz, und man(n)/frau ist so lange tot. Ich sage nur Dinos - die werden jetzt ausgegraben mitsamt den Steinzeitfreaks, nach fünfundsechzig Millionen Jahren, präpariert und dann in Museen zur Begaffung verfrachtet. Möchten Sie im Museum als ambulantes Monument herumstehen und von tauben Nüssen beglotzt werden? Ich nicht, dann lieber Knochenmühle, ab in den Sack und als Streumittel für die Winterzeit bereit halten. So als Alternative. Vorschläge habe ich noch genügend, schlimmstenfalls bis in die Ewigkeit, aber wer interessiert sich dann noch dafür, wenn hier bei uns in fünf Milliarden Jahren alle Lichter ausgehen. Tatsache - dann schaltet der Heliumkocher oben im Weltall endgültig auf Sparflamme und den Nuklearbrenner aus. Dann wird es auf der Erde im wahrsten Sinne des Wortes erst glühend heiß, weil unser Stern sich ausdehnt wie ein schwangerer Blauwal, um hernach die Wandlung in eine Supernova zu vollziehen. Wenn wir das hinter uns haben - schon lange vorher sind wir zu weniger als Staub zerfallen, wird es Arschkalt auf der Erde - Weltraumkalt. Dagegen kommt ihnen ein Schockgefrierer wie eine Hochleistungssauna vor - weil - ein bekannter Küchengerätehersteller wusste schon immer lange vor allen anderen, was Frauen wünschen. Auch so ein Nahtodmärchen - aber dieses Mal nicht aus dem Neandertal. Denn die Kühlgeräte sind Realität - wie das Ableben aus Leidenschaft, Überdruss, Langeweile, Gleichgültigkeit, Desinteresse, Unlust, innerem Impuls, bei Verstopfung, Harndrang, Geisterfahren, Pissen auf Oberleitungen, zu starkem Pressen beim Kacken, Oktoberfestbesuchen und Schwarzfahren auf stillgelegten Bahnstrecken des ÖPNV, Steuerbescheid Finanzamt, Berufung zum Feldgeistlichen, Ernennung zum Oberhausmeister in Ruinen usw. Das ist nur eine erste Einsicht in die schiere Unendlichkeit aller möglichen Möglichkeiten das eigene wie das Ableben anderer zu legitimieren. Ich hege nur insgeheim berechtigte Zweifel daran, ob mir so viel Lebenszeit bleibt, um alle Angebote dieses einzigartigen Vorgangs auszuloten - viel wahrscheinlicher ist, dass ich schon vorher auf natürliche Weise den berühmt - berüchtigten Löffel weglege und sich mein oder der anderer Ablebenswunsch von selbst erledigt. Dann geht es mit Überlichtgeschwindigkeit zurück in den kosmischen Suppenkessel, wo mit riesigen Rührlöffeln die amphibische Urscheiße bis zum Ende aller Zeiten um und um gerührt wird. Ab und an schlägt dann der Oberindianer den Löffel in die Unendlichkeit ab, so wie ein im Tremens Delirium taumelnder Suffkopf seinen Urinschlauch auswringt, und aus dieser Schleuderbewegung entstehen dann wiederum neue Universums, Galaxien, Sonnensysteme, schwarze Löcher - und jede Menge ... na - sie wissen schon. Übrigens - mein After ist schon seit Jahrzehnten autonom - ist kein Scherz. Trotzdem will er vermummt gehen wie die meisten Arschlöcher. Ist auch so eine Weisheit - wer immer nur der Herde hinterher latscht, sieht letztlich eben nur die Vorgenannten. Wie das die Millionen Viecher aushalten, die in jedem Jahr zwei Mal unten in Afrika diese Riesenwanderung auf sich nehmen, nur um was zu fressen zu finden? Da trampelt doch ein Huftier durch die Kacke des anderen, wochenlang. Und wundern sich hernach, dass sie nicht mehr vorwärts kommen, weil - die Kacke an den Hufen, die Hitze tagein - tagaus und die Trockenheit. Ruck - zuck sind die Hornlatschen hart verklumpt und dick wie Melonen - Feierabend - aus und vorbei, das Festmahl für die Löwen, Geparden, Leoparden, Krokodile, Hyänen, Geier und all das andere Fleisch fressende Räubervolk ist bereitet, weil - die Huftiere nun nicht mehr leichtfüßig herumhufen können. Ob die dann auch den Nahtod erleben - wahrscheinlicher ist so eine Art Schocktod, sagen die Naturwissenschaftler. Soll das Ergebnis von Beobachtungen sein. Die Beutetiere rühren sich dann nicht mehr und ergeben sich in ihr Schicksal, wenn sie zu der Erkenntnis gelangen, das Herumstrampeln und Zappeln bringt es nicht mehr, also halt durch bis es vorbei ist. Bei den großen Viechern mag das ja noch angehen, aber wie sieht das bei Einzellern aus, Amöben, Pantoffeltierchen oder so? Erscheint bei denen auch Licht am Ende des Tunnels? Von Pflanzen weiß man sicher, dass sie sich unterhalten, eine Art Raschelkommunikation betreiben, das geht über die Blätter. Die fühlen auch Schmerz und Bedrohung, wenn der Gärtner mit der Schere kommt. Einige Pflanzen werfen dann vor Angst ihr Geraschel ab oder stellen mitten im Frühling auf Herbstfarbe um. Von Fischen weiß man nur, dass sie sich ebenfalls unterhalten - unter Wasser. Liegen sie dann in der Dose verpackt im Regal - oder eingeschweißt in eine Kunststofffolie, denn das Licht am Ende des Fischnetzes ist die Ladeluke in den Trawler, wenn das Fangnetz geleert wird, wer weiß - ein Schwätzchen von Dose zu Dose. Später zuhause - wenn ich der Heringsdose den Deckel lüfte; welch ein Schock muss das für den Bückling sein, wenn es von einer Sekunde zur anderen gleißend hell wird. Dass das die Farbe von meinem Porzellanteller ist, kann er ja nicht wissen - oder doch? Der Goldfisch in seinem runden Glas denkt auch, dass ich der liebe Gott bin, weil ich ihn füttere und ihm jede Woche das Badewasser wechsle. Mir wechselt niemand das Badewasser, und füttern muss ich mich alleine. Darf ich dann Gott hinterfragen? Warum mache ich mir Gedanken über diesen Firlefanz, wo ich doch für jeden Scheiß selbst aufkommen muss. Sie sehen, Nahtod, Selbsttötung und der ganze Schmock drum herum, eine wirkliche Antwort ist nirgends in Sicht. Jeder weiß alles irgendwie, aber alle wissen nichts irgendwo, können aber jeden Scheißdreck erklären irgendwann. Oder kennen sie eine Tierart die aus Vorsatz heraus ihre Selbsttötung betreibt? Nicht die der Verwandtschaft, das ist was ganz anderes, das haben wir ja zuhauf in den eigenen Familien - nein -Hand oder vielmehr Pfote, Klaue, Kralle und was sonst noch an sich anlegen - nicht beim Onanieren oder Arsch wischen; nee Leute...
Zukunft hat Angst
ZUKUNFTSANGST - ZUKUNFTSHOFFNUNG
Das Dritte Jahrtausend aus der Sicht der Dichterinnen und Dichter
Das Dritte Jahrtausend nach der Zeitenwende, so eine gequirlte Scheiße. Anscheinend ist die Fortschreibung kalendarischer Daten die weltweit einzige Gemeinsamkeit, die sowohl alle Rassen als auch gesellschaftlichen Klassen schamlos für sich vereinnahmen. Das Dritte Jahrtausend, was ist das schon? Ein kosmischer Furz, ein Hauch, ein Nichts im Ablauf des universalen Gefüges. Die Einteilung unserer unbedeutenden, rein zufälligen Existenz, die Verfügung unseres Lebens auf einem verlorenen Planeten inmitten völliger Dunkelheit und Kälte in kleine und kleinste zeitliche Abläufe, durch die wir uns eine irreale und krankhafte Verlängerung unseres Daseins auf dieser Erde erhoffen und erträumen. Was ist mit den Jahrtausenden vor der Zeitenwende? Was geschieht mit all den grauenhaften Jahrhunderten und Jahrtausenden, die sich zu einem Almanach des Schreckens menschlicher Anwesenheit auf einem ehemals lebenswerten Raumschiff aufsummierten? Da kommt einer daher, erzählt den tumben Massen visionäre Märchen und lässt sich dafür totschlagen. Und aus Dank dafür nimmt die Menschheit einen neuen Anlauf, schmeißt alles bisher Gewesene über Bord, krempelt die Ärmel auf und räumt gründlicher als alle Naturkatastrophen zusammen, auf diesem Planeten auf. Halleluja. Seit wann haben Angst und Hoffnung ihren festen Platz im Bewusstsein des Menschen? Seit wann wird über das nahe Ende und den Beginn eines neuen Jahrtausends debattiert und philosophiert? Die Geschichte des Menschen in allen Völkern und auf allen bewohnten Erdteilen ist voll von Betrachtungen und Mutmaßungen über das Schicksal der Welt und das eigene Dasein. Aber niemals zuvor ist dieser einmalige, geniale Wurf der Schöpfung in so kurzer Zeit von einer einzigen Lebensform misshandelt und an den Rand des Untergangs geführt worden. Die Menschen haben es geschafft ihresgleichen auszurotten, aus welchen Gründen auch immer. Sie haben sich diese Erde unterworfen und zum Selbstbedienungsladen ihrer abgrundtief verkommenen, ausgefaulten und ehrlosen Weltanschauungen gemacht, die von Gewinnmaximierung und Ausbeutung um jeden Preis geprägt sind. Kriege und Hungersnöte, Katastrophen und Seuchen verheeren den Planeten wie noch nie in seiner Milliardenjahre alten Geschichte. Hätte es den Menschen schon früher gegeben, bedürfte es für das Aussterben der Dinosaurier keiner Kometenhypothese. Dann wäre das Verschwinden der Urzeitechsen klar und logisch nachvollziehbar, so wie die Vernichtung der Tropenwälder, die in etwa dreißig Jahren abgeschlossen sein wird. Oder die Ausrottung der sogenannten Wilden, die heute aus ethnischen Gründen als Naturvölker bezeichnet werden. Was bringt uns das Dritte Jahrtausend? Diese Frage ist theoretisch ausschließlich Angelegenheit der christlichen Weltbevölkerung und kann nicht stellvertretend für die gesamte Menschheit in Ansatz gebracht werden. Praktisch hat diese Unterscheidung jedoch keinerlei Bedeutung mehr, da die Beherrschung des Planeten und seiner Ressourcen im wesentlichen von den westlichen Industrienationen reglementiert wird, die in ihrer aufgepfropften, christlichen Denkweise das Evangelium und geistige Allheilmittel für alle Individuen sehen. Diese menschenverachtende Überheblichkeit hat die Welt mit ihrer sogenannten "Zivilisierung" Schritt für Schritt näher an den Abgrund geführt und milliardenfachen Tod über das Leben gebracht. Es ist doch müßig sich hinzustellen und darüber zu schwafeln, wer wie was sieht. Zukunftsangst, Zukunftshoffnung - was soll das sein? Es gibt weder Zukunft noch Vergangenheit, sondern nur das Jetzt. Die Natur kennt keine Zukunft sondern nur den Augenblick. Aus unzähligen Augenblicken setzt sich ein feinmaschiges, engverzahntes Gefüge zusammen, aus dem das Leben in seinen phantastischsten Formen hervorgeht. Ebenso unsinnig ist es über die Zeit zu philosophieren. Der Unterschied zwischen Hell und Dunkel, Tag und Nacht bestimmt über unser Verständnis vom "erfundenen" Ablauf der sogenannten Zeit. Ein Werden und Vergehen, sicher, aber Zeit? Unsere manisch-depressive Angst vor dem sich verändernden Weltgebilde, einhergehend mit der Vision vom Machbaren aller Abläufe und der vollständigen Beherrschung des Kosmos, lässt uns in Bewunderung und gleichzeitigem Erschauern wie hypnotisiert auf das kalendarische Datum des nächsten Tages, des kommenden Monats und des irgendwann ablaufenden Jahres starren, dem ein weiteres folgt, und diesem das nächste bis es dann heißt - wie seht ihr das nächste Jahrtausend? Fragt doch die Chinesen, die Aborigines, die Yanonamis oder Eskimos, was sie vom nächsten Jahrtausend halten, wenn dieses abstrakte Zahlengebäude in der Gedankenwelt dieser Menschen überhaupt vorhanden ist. Wer legt den Stellenwert fest und nach welchen Kriterien wird entschieden, was in die Beurteilung über die Zukunftshoffnung und/oder Zukunftsangst einfließen kann und darf? Welche Wünsche haben Millionen Verhungernder auf dieser Welt an das Dritte Jahrtausend? Wie sieht ein Todeskandidat den Wettlauf zwischen Gaskammer oder elektrischem Stuhl, dem Termin seiner Hinrichtung und dem heraufziehenden Dritten Jahrtausend? Welche Gedanken und Empfindungen durchrasen wie Kometen das Hirn eines Krebskranken im Endstadium? Was erhoffen sich Käfig-Hühner, Boxen-Rinder und Zwinger-Schweine vom Dritten Jahrtausend? In all den blödsinnigen Fragen und philosophischen Kleinkackereien interessiert sich vorrangig nur eine Spezies für ihr eigenes Wohlergehen auf Kosten aller anderen, beschäftigt sich eine Lebensform ausschließlich damit, wie sie ihre parasitäre Anwesenheit auf diesem Stern so angenehm und luxuriös wie möglich gestalten kann. Wie sieht diese Erde, wie sieht unser Planet das Dritte Jahrtausend? Hat unsere Mutter-Erde vielleicht auch Zukunftsangst? Ist es vorstellbar, dass ein ökologisches Gefüge, ein Makrokosmos etwa Gefühle in der Art entwickelt, die wir als Freude und Angst, Hoffnung und Verzweiflung, Lachen und Weinen bezeichnen? Immerhin ist dieser Makrokosmos ja die einzige Institution, die uns darauf vor Ort eine Antwort geben könnte, wenn wir nur Fragen würden. Alle anderen Stellen ergehen sich in mystischer Betrachtung und esoterischem Firlefanz, wodurch keinerlei Klarheit in mögliche Antworten gebracht wird. Allenthalben machen sich, wie zu jedem Jahrhundert- oder Jahrtausendwechsel, die Gesundbeter, Heilsbringer und Propheten auf die Beine, um sich ihr saftiges Stück aus dem großen Kuchen des Überflusses herauszuschneiden, der auf dem Nährboden von Hysterie, Massenangst und kontinentaler Verzweiflung prächtig gedeiht. Danach klingen diese Bewegungen ab wie ein gewöhnlicher Schnupfen, und die Menschheit trabt in gewohnter Apathie und dem Bedürfnis der Masse gehorchend, auf ihrem Weg in die Bedeutungslosigkeit und das Meer des Vergessens ein weiteres Jahrtausend voran. Zukunftsangst - Zukunftshoffnung - was ist das? Die Sorge um ein Dach über dem Kopf, ausreichend Nahrung, Kleidung und Befriedigung der Primärbedürfnisse? Die Angst um den Verlust der Gesundheit, von Hab und Gut, die Angst vor dem Tod, der irgendwo in einer schäbigen Ecke sein Dasein fristet und sich seiner Existenz so sehr schämt, dass seine Angst vor den Menschen fast schon größer ist, als unsere Angst vor ihm. Im nächsten Jahrtausend, so las ich kürzlich, werden die Menschen locker 130 Jahre alt oder noch älter. Methusalem würde dagegen vor Neid erblassen. Welche Möglichkeiten für den Einzelnen, für Immobilienhändler, Börsenspekulanten, Reiseveranstalter und Hersteller von künstlichen Weihnachtsbäumen. So kristallisieren sich die primären Triebfedern des Menschen in einem Maße, der so von den Parametern der Gier und der Angst gleichermaßen beherrscht wird. Welcher Horror für die Versicherungen und Krankenhäuser, für Arbeitsgerichte, Intensivstationen und Verkehrs- teilnehmer, für Schulen und Universitäten. Jungen und Mädchen müssten bis zum zwanzigsten Lebensjahr zur Schule gehen, dann nochmals zwanzig Jahre studieren, dann eine zehnjährige Berufsausbildung in mindestens fünf Berufen gleichzeitig beginnen, und ihren Kinderwunsch dann über das Großversandhaus Amazon oder den Otto Versand realisieren. Die Natur wäre in praktischen und pflegeleichten, virtuellen Nationalparks zu besichtigen, und wer tatsächlich einmal in seinem Leben wirkliches Leben sehen will, der muss schon eine Reise zum Mars buchen, denn dort wird sich der natürliche Rest irdischen Lebens auf einen neuen Anfang vorbereiten, wenn auf der guten alten Erde endgültig alle Lichter ausgehen. Bis dahin haben wir keine Veranlassung irgendwas zu ändern, weil es ohnehin niemanden wirklich interessiert. Diejenigen, die betroffen sind, sterben entweder rasch und still oder werden einfach aus der allgemeinen Betrachtung ausgeklammert, bis auch dort Ruhe einkehrt. Warum sollte ich als Dichter, als Poet und Mensch irgendwelche besonderen Erwartungen an das Dritte Jahrtausend stellen? Zukunftsangst - Zukunftshoffnung. Schlagworte für eine seit langem orientierungslos gewordene Menschheit, die auf einem sterbenden Planeten durch die Finsternis des Nichts rast. Warum sollte ich Angst haben vor dem Dritten Jahrtausend? Diese Welt ist nach wissenschaftlicher Erkenntnis bereits vier Milliarden Jahre alt. Die habe ich nach Lage der Dinge sehr gut überstanden, und sie alle auch, die sich mit der Frage plagen, was das Dritte Jahrtausend bringt. Wir werden sehen, was es bringt, und wenn erst der Silvesterrausch vorbei ist und sich Formen und Farben erneut stabilisieren, dann nehmen auch die Jahre des Dritten Jahrtausends ihren Lauf...
Himmelfahrt am Muttertag – Vorwort als Nachwort
(Das Leben ist ein kurzer Traum - wohl dem, der einen langen hat)
Beide Begriffe sind untrennbar miteinander verbunden - wer geboren wird, lebt sein langes oder weniger langes Leben nur auf ein Ziel hin - den eigenen Tod. Mithin ist der Muttertag im weitesten Sinne auch der Tag der Himmelfahrt, denn an ein Weiterleben oder ein Weiterexistieren nach dem Tod in irgendeiner Form glauben die meisten Menschen - weil es beruhigt - Tatsache. Erlebe ich doch an mir selbst jenseits der siebzig, also von Gut und Böse…da sind Gedanken zum Tod - nicht nur dem eigenen, durchaus legitim und gehen nicht selten mit einer gewissen Schadenfreude einher. Sich auszumalen, wenn man durch eigene Hand den Löffel weglegt und die in triefender Trauer mimende Schar der Hinterbliebenen sich noch vor der Grubenfahrt über die Erbschaft in die Haare kriegen, dass die Lappen nur so fliegen. Immer wieder wird von Hochzeiten, Geburtstagen oder Beisetzungen berichtet, wo die Angehörigen aller Lager sich beim anschließenden Besäufnis derart bekriegten, dass der oder die Bestatter gleich Folgeaufträge notieren konnten. Selbst Hand anlegen an den Lebensfaden - das verlangt eiserne Disziplin zum einen, einen ausgereiften Plan zum zweiten und die absolute Konsequenz des Handelns zum Dritten, auch wenn das alles hinterher von Hilfswilligen Kleingartenpsychoanalytikern um und um gedreht und bis zu jenen Keulenschwingenden Neandertalern zurückverfolgt und selbigen in die fossilen Bastlatschen geschoben wird. Schlechte Kindheit - die Eltern sind schuld. Natürlich - müssen ja nicht bei jedem Bums ein Kind machen. Jedem Lebewesen wird halt am Tag seiner Selbstwerdung das Einwegticket in sein Ableben mit auf den Weg gegeben, und dann darf man sich doch getrost und allen Ernstes fragen - welches geistige Irrlicht sich diesen verkackten Schmonzes ausgedacht hat.
Wie lautet dieser Sinnspruch “Memento Mori - Sei dir deiner Sterblichkeit bewusst - oder Gedenke des Todes”. Erzählen sie das mal ihrem zweijährigen Sprössling - jeden Tag vor dem Einschlafen - so als letztes Abendmahl. Wundern sie sich später nicht über die entsprechenden Reaktionen. Baumarkt - Kettensäge - Freddy Kruger oder Michael Myers und ihr Kopf ist ab, wenn sie Glück haben. Können sie alles nachlesen in meinen Romanen, Schwarzen Komödien und Satiren. Ich biete ihnen die Möglichkeit sich totzulachen(wobei sie ihren Kopf behalten dürfen) über all die herzerfrischenden Verbrechen und brillanten Morde, und über die vielfältigen Mosaiksteinchen auf ihrem Weg hin zu jener mentalen physisch-psychischen Kernschmelze, in welcher der Suizid - sei es der eigene oder der eines anderen geliebten oder weniger geliebten Lebewesens an den ultimativen Schnittpunkt “Break even Point” gelangt, die sogenannte Gewinn- oder Nutzungsschwelle. Habe ich während meines BWL Studiums bis zum beinahe Hirnschlag gepaukt - wahrscheinlich der Grund dafür, warum ich noch unter den Lebenden weile. Wer hängt nicht an seinem bisschen Leben - der eine mehr, der andere nicht mehr so sehr, wenn er denn gehängt wird.
“Ave, Cäsar, Morituri te Salutante - Heil dir Cäsar - die Totgeweihten grüßen dich” Auch so ein Sinnspruch. Sollen die Gladiatoren gerufen haben, wenn sie in die Arena gingen um dort im Staub zu dem zu werden, aus dem sie gemacht waren. Habe ich nebenbei bemerkt vor Jahrzehnten am eigenen Leib erfahren, bei meinen täglichen Besuchen in der Krebsklinik. So müssen sich die Gladiatoren gefühlt haben - vielleicht - ein Funken Hoffnung auf ein mögliches Weiterleben, auf einen Sieg - und doch den eisigen Würgegriff des Todes spüren, der das Herz bis zum Stillstand abwürgt, den Lebenshauch mit tellurischer Gewalt aus dem warmen Körper herauspresst, bis er im staubig-schmutzigen Grund des Kampfplatzes Leben die Straße des Todes beschreitet. Alles Schnee von gestern, keine Angst liebe Leser, keine Panik, die TV Kommunikation bietet eine derart geballte Masse an Unterhaltung, dass selbst der Tod kaum noch Zeit hat darüber nachzudenken, wie das Früher einmal war, als er noch das sein durfte, was er längst nicht mehr ist - einfach nur Tod. Traurig aber wahr - die Pharmaindustrie hat ihm das Geschäft gründlich versaut. Fragen sie mal bei den Bestattern nach. Die haben zwar gut zu tun, aber es fehlt die Kontinuität, die Verlässlichkeit. Arztbesuch, Totenschein, Beerdigung. Ist heuer kein Denken mehr dran. Hinter jedem Ablebensfall könnte ja unter Umständen, vielleicht und möglicherweise - ab in die Pathologie - Gerichtsmedizin usw. Wie soll der Tod da noch klar kommen. Der Gevatter ist Traditionalist und lebt in Traditionen, die sind Jahrzehntausende, ja Jahrmillionen alt und gewachsen. Und dann kommt plötzlich ein Pharmazeut daher, kein Musikkritiker und haut ihm Packenweise die Tabletten, die Lebens- oder besser Sterbezeitverlängerer und Ablebenshemmer um die knochigen Wangen. Wenn sie dann mit ihrem Suizid das Fass voll machen ist das Ende der Fahnen- oder Sterbestange erreicht. Oder nicht? Wie sehen sie die Dinge, wie ist ihre Einstellung zum Sein oder nicht Sein, zum gepflegten Suizid? Die Römer legten sich in Gesellschaft ihrer Freunde in eine Badewanne mit heißem Wasser, ließen sich vom Leibarzt die Pipeline öffnen und ab ging die Post bei einem guten Glas Roten, leckeren Speisen und einer reizvollen Geliebten. Himmelfahrt am Muttertag - ob nun physischer oder psychischer Suizid, den unzähligen begangenen Sünden an unschuldigen Seelen - an Kindern, ob Mord, Totschlag oder Ableben, den Löffel weglegen, die Biege machen, den Arsch zukneifen, zur Hölle fahren, Freund Hein die Hand geben oder was auch immer - machen sie aus ihrem persönlichen Abschied vom Leben von dieser Welt ein Ereignis, das sie im wahrsten Sinne des Wortes in den Himmel fahren lässt, denn der Tod ist das größte Abenteuer im Leben eines jeden Lebewesens.
Leben und Fahren sie wohl - Freunde der satirischen Kurzweil und des gepflegten Suizids, ob nun in der Schweiz oder in Gesellschaft anderer ausländischer Nachbarn - sei es am Muttertag oder zur Himmelfahrt - der göttliche Beistand ist ihnen sicher. Sicher? Zumindest wird Heidi ihnen die Hand halten und der Ziegen Peter das Albhorn blasen, wenn sie gemeinsam abheben und rüber machen.
