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DANIEL HASLER
Lebenszahlen
DANIEL HASLER
Lebenszahlen
EINFÜHRUNG IN DIE
NUMEROLOGIE
Menschen erkennen und
besser verstehen
Handbuch für Ausbildung
und Praxis
Nachschlagewerk
für den Alltag
Giger
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1. Auflage 2020
© Giger Verlag GmbH, CH-8852 Altendorf
Telefon 0041 55 442 68 48
www.gigerverlag.ch
Lektorat: Josef K. Pöllath M.A.
Korrektorat: Susanne Langer-Joffroy M.A.
Umschlaggestaltung: Hauptmann & Kompanie, Zürich
Layout und Satz: Roland Poferl Print-Design, Köln
Printed in EU
ISBN 978-3-907210-72-7
eISBN 978-3-039330-22-5
Selina, Conradin, Elias, Flurin und Elisabeth
Es ist schön, mit Euch Familie zu sein!
Inhalt

Vorwort
Das Buch
Du
1 Grundlagen
Lebewesen
Von der Zahl zur Nummer
Zahl Schwingung Energie
Leben, Karma und Wiedergeburt
Das Naturgesetz
Die sieben Prinzipien des Naturgesetzes
2 Geburtszahlen
Schreibweisen
Fehlerquelle Mensch
Getrübte Erinnerungen
Sommerzeit/Winterzeit und andere Zeitzonen
Andere Kulturen und Religionen
Fehlerquelle Zahl
Fehlerquelle »Traumatischer Verlust«
Grafische Darstellung
Geburtszahlen notieren
Die Geburtszeit ist unvollständig oder unbekannt
Einfache, mehrfache und fehlende Zahlen
Zahlen und Organe
3 Die einzelnen Zahlen
Die Eins
Idee, Anfang und Urvertrauen
Die Zwei
Vision, Intuition, Medialität
Die Drei
Kreativer Selbstausdruck
Die Vier
Struktur und Verantwortung
Die Fünf
Sinn und Macht
Die Sechs
Liebe, Entscheidung und Fürsorge
666 – die Zahl des Teufels
Die Sieben
Loslassen, Aufbruch, eigener Weg
Die Acht
Selbstwert und Gerechtigkeit
Die Neun
Weisheit und Kommunikation
Die Null
Gefühle, Herzenskraft, Potenzial
Falsche Geburtszeit?
Relevante Fragen zu den einzelnen Zahlen
4 Zahlen und Kombinationen
Zahlenkombinationen
Rückzug und Kommunikation
Kopfzahlen: Das Heilerdreieck
Das Kreativitätsviereck
Autoritäres Auftreten
Kompromisslosigkeit
Das Vertrauensdreieck
Das Stabilitätsdreieck
Wiederkehrender Neuanfang
Streitkultur
Die Austauschebene
Erwartungsangst
Wirkungsdreieck
Recht und Gerechtigkeit
5 Quersummen
Berechnung einer Quersumme
Geburtstagszahl
Lebenszahl
Deine Lebensaufgabe
Die einzelnen Lebenszahlen
6 Das Lebensrad
Lebensabschnitte, Inhalte und Aufgaben
Die Lebensjahrzehnte und ihre Themen
7 Homöopathie
Dank
Der Autor
Jeder Umgang mit Zahlen muss von einem eindeutigen Prinzip ausgehen, und dieses Prinzip darf niemals seine Gültigkeit verlieren. Wenn man Zahlen nur so addiert, subtrahiert oder multipliziert, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, ist dies nichts anderes als Betrug oder extreme Dummheit.
Friedrich Weinreb
(jüdischer Kabbalist und Schriftsteller, 1910–1988)
Vorwort

Bei der Arbeit mit Menschen, die meine Praxis aufgrund körperlicher, psychischer, psychosomatischer oder psychosozialer Probleme aufsuchen, bewährt sich die Numerologie tagtäglich bestens. Es gibt meines Wissens keine andere Sichtweise, die das Verständnis für und über den Menschen so akkurat auf den Punkt bringt. Seit ich begonnen habe, jeden Klienten zusätzlich durch die Brille der Numerologie zu betrachten, verstehe ich Menschen auf einer erweiterten Ebene, die in unleugbarem Zusammenhang zu seinen Beschwerden steht. Das verleiht mir als Therapeut mehr Sicherheit in der Behandlung und macht mich toleranter gegenüber anderen Menschen. Das wird umso glaubwürdiger, als es sich bei dieser Aussage nicht um reines Wunschdenken meinerseits handelt, sondern um ehrlich gemeintes Feedback von Menschen, die sich dank der Numerologie selbst besser verstehen und seither einen entspannteren Umgang mit sich und ihren Mitmenschen pflegen.
Zum Schreiben motiviert haben mich nicht nur meine Klienten, sondern besonders die unzähligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer meiner zahlreichen Seminare, die ich in den vergangenen Jahren durchführen durfte. Nun kann ich ihrem Wunsch nach einem Fachbuch endlich nachkommen. Mit einem Buch, das sich nicht nur vertieft mit den Eigenschaften und Qualitäten der einzelnen Zahlen beschäftigt, sondern darüber hinaus einen Bezug zu körperlichen und seelischen Anfälligkeiten und Beschwerden herstellen kann.
Dieses Buch erfüllt alle Anforderungen an ein Handbuch und Nachschlagewerk. Man kann es im privaten und therapeutischen Alltag zurate ziehen, um sich selbst und andere Menschen besser zu verstehen. Es dient als Kompass, um leichter durch das Labyrinth der Lebensaufgaben zu finden. Es ermutigt Menschen, ihre Herausforderungen anzunehmen, statt sie abzulehnen und zu verdrängen. Das Thema Schuld soll an Bedeutung verlieren und das Selbstbewusstsein gestärkt werden. Und schließlich soll es gute Dienste leisten, um Menschen zu mehr Toleranz und Gelassenheit zu verhelfen.
Das Buch
Als GOTT die Zahlen erschuf, hat ER sich selbst übertroffen. Sie sind das zentrale Element, das in allem enthalten ist und auf dem alles andere fundamental aufbaut.
Die Natur beginnt nicht bei jeder Geburt wieder bei null, das würde ihrer Beschaffenheit grundlegend widersprechen. Leben entwickelt sich Schritt für Schritt und baut auf Vorhandenem auf. Datum und Zeit einer Geburt werden mithilfe von Zahlen dargestellt. Sie sind Ausdruck und Abbild der Seele mit ihrem eigenen, unverwechselbaren Charakter. Die Geburtszahlen geben Startkapital und Potenzial einer Persönlichkeit wieder, die sich im Laufe ihres Lebens stetig verändert und entfaltet.
Entwicklungsprozesse, die du im Laufe deines Lebens durchlaufen hast, können nicht ungeschehen und deine Erkenntnisse nicht rückgängig gemacht werden. Sie werden an deiner Seele haften bleiben, auch nach dem Tod des Körpers. Der gesamte Seeleninhalt wird wiederum als Startkapital und Potenzial übertragen auf nachfolgende Inkarnationen. Der Prozessor wird leistungsfähiger, aber die Festplatte ist wieder leer und bietet Raum für neue Lebenserfahrungen.
So bekommt Evolution ein Gesicht: Deines.
Numerologie ist eine uralte Wissenschaft, mit der sich bereits Pythagoras beschäftigt hat. Als Kehrseite der Mathematik bietet sie dem Menschen die Möglichkeit, sich selbst in IHM zu erkennen.
Mithilfe von Zahlen lassen sich Fähigkeiten, Lebensaufgaben, Charaktermerkmale und Verhaltensmuster eines Menschen entschlüsseln. Der Stand seiner spirituellen Entwicklung ist ebenso ersichtlich wie das Entwicklungspotenzial, das noch in ihm steckt. Selbst wenn du für körperliche und seelische Erkrankungen anfällig bist, lässt sich das in Zahlen erkennen.
Du
Ich werde dich in diesem Buch mit Du ansprechen. Ein Sie ist mir zu unpersönlich. Wo es sinnvoll ist, werde ich die weibliche Form bevorzugen, ansonsten sind die männliche und die weibliche Form einander gleichgestellt. Manchmal werde ich vielleicht eine unpersönliche Formulierung wie man einfließen lassen, der schriftstellerischen Freiheit entsprechend. Manche Formulierung in diesem Buch entspricht nicht immer exaktem Deutsch, sondern ist meinen Vorträgen und Seminaren geschuldet.
1 Grundlagen

Lebewesen
»Ein Lebewesen besteht aus zwei Teilen: Aus Leben und Wesen. Es ist das Leben, welches das Wesen zum Lebewesen macht. Ohne Leben kann ein Wesen nur verwesen.«
Das Leben stellt den feinstofflichen oder geistigen Aspekt dar, während das Wesen für den materiellen Teil steht. In Bezug auf einen Menschen sprechen wir in diesem Zusammenhang auch von Seele und Körper. Während die Form dem menschlichen Körper entspricht, bildet die Seele seinen Inhalt.
Interessanterweise bietet die deutsche (= deutende) Sprache zahlreiche Ausdrücke und Anhaltspunkte, die dazu beitragen, die menschliche Seele und ihren Körper besser zu verstehen. Würden wir uns selbst aufmerksamer zuhören, könnten wir uns vielleicht sogar verstehen.
Das Wort Ich spricht die Seele an – das Wort Mein den Körper. Bei der Seele geht es um Sein, beim Körper um Haben. Aussagen wie »Ich bin traurig« – »Ich bin erschöpft« – »Ich bin verliebt« betreffen die Seele, es geht um einen Seelenzustand – um mich als Seele. Dieses »Ich bin« steht immer für eine Identifikation. Ich bin Daniel, Numerologe, Vater und Schweizer. Das bedeutet, ich identifiziere mich mit einem Namen, einem Beruf, einer sozialen Funktion und einer Nationalität.
Die Aussage: »Ich bin krank« bekommt in diesem Kontext eine erweiterte Bedeutung. »Ich bin krank«, heißt, die Seele ist aus dem Gleichgewicht geraten, die entsprechende Wirkung findet auf der körperlichen Ebene statt: Ursache und Wirkung – Krankheit und Symptom.
Sätze wie: »Mein Kopf tut weh« – »Meine Haut brennt« – »Meine Muskeln sind verkrampft« sind Ausdruck eines körperlichen Empfindens. Es geht um den Körper und seinen Zustand.
Die Verbindung von körperlichen und seelischen Beschwerden nennt man Psychosomatik. Aussagen wie: »Ich habe Kopfschmerzen« oder »Ich habe eine Blasenentzündung« bedeuten, dass das Ich auf den seelischen Aspekt hinweist, während das Haben den körperlichen Aspekt und die Symbolik der Krankheit meint. Die Seele übernimmt also den aktiv steuernden oder ursächlichen Part und der Körper den passiv gesteuerten Teil oder die Wirkungsebene.
| Feinstofflich | – | Grobstofflich |
| Leben | – | Wesen |
| Geist | – | Materie |
| Seele (Psyche) | – | Körper (Soma) |
| Inhalt | – | Form |
| Ich | – | Mein |
| Sein | – | Haben |
| Ursache | – | Wirkung |
| Krankheit | – | Symptom |
| Aktiv | – | Reaktiv/Passiv |
| Steuernd | – | Gesteuert |
| Fahrer | – | Auto |
| Maler | – | Pinsel |
| Dirigent | – | Orchester |
Was hat das mit Numerologie zu tun?
Zahlen durchdringen nicht nur den Körper und machen ihn erklärbar und berechenbar, Zahlen durchdringen auch die Seele und verraten einiges über dieses Ich bin.
Von der Zahl zur Nummer
Der Begriff Zahl wird in diesem Buch gleichgesetzt mit dem Begriff Ziffer, was mathematisch betrachtet eigentlich korrekt wäre. Doch eine korrekte Verwendung dieser beiden Begriffe ist eher verwirrend als zielführend und fördert weder Klarheit noch Verständnis. Deshalb verwende ich also den Begriff Zahl.
Eine Zahl ist ein Symbol. Es gehört nicht zur Aufgabe eines Symbols, etwas Offensichtliches zu verschleiern oder zu verheimlichen. Ein Symbol will etwas aufzeigen, auf eine Art, die kompakter und leichter verständlich ist, als irgendeine Sprache es formulieren kann. Ein Symbol ist etwas, das vom Verstand allein nicht erfassbar ist. Das Wort Symbol stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie Erkennungszeichen. Die Silbe Sym steht für Zusammenfügen, und ola ist das griechische Wort für ganz oder das Ganze. Man muss Einzelteile zusammenfügen, damit ein Ganzes daraus entstehen kann.
Jede einzelne Zahl ist sowohl Teil eines größeren Ganzen als auch ein Ganzes in sich selbst. Die einstelligen Zahlen von 0–9 sind abstrakte Symbole, die sich nicht mehr weiter reduzieren lassen. Man kann sie zwar mathematisch weiter zerkleinern, erhält aber als Resultat wiederum nur Zahlen.
Die Zahl ist das letztendliche, absolute und abstrakte Symbol, das in allem enthalten ist und sich nicht mehr weiter reduzieren lässt. Das ist, was Pythagoras von Samos vor über 2500 Jahren gemeint hatte, als er sagte: »Alles, was ist, ist Zahl.«
Zusammengesetzte, also mehrstellige Zahlen werden in der Numerologie ebenfalls angewendet. Mehrstellige Zahlen können durch die Quersummenberechnung wieder auf eine einstellige Zahl reduziert werden. Mehr zum Einsatzbereich von Quersummen auf Seite → 253.
Zahlen und Nummern scheinen zunächst ein- und dasselbe zu sein. Sie dürfen aber keinesfalls miteinander verwechselt werden. Hier ein paar Unterschiede:
| Zahl | – | Nummer |
| Abstrakt | – | Konkret |
| Absolut | – | Relativ |
| Kein Bezugspunkt | – | Definierter Bezugspunkt |
| Kann beliebig überall und wiederholt angewendet werden | – | Kann nur einmalig ange wendet werden |
| Identifiziert nicht | – | Identifiziert |
| Mit Zahlen kann man rechnen | – | Mit Nummern kann man nicht rechnen |
| Kann für Größen-, Wert- und Mengenangaben verwendet werden | – | Kann nicht für Größen-, Wert- und Mengenangaben verwendet werden |
Abstrakt: Losgelöst von jeglicher Bedingung oder Einschränkung
Konkret: Anschaulich oder erfahrbar im Hinblick auf einen Einzelfall
Absolut: Unveränderbar, ungetrübt, ungestört, vollkommen, uneingeschränkt und beziehungslos. Es gibt kein relativ 2, ein bisschen 5 oder ziemlich 7.
Relativ: Nur unter bestimmten Sichtweisen und innerhalb von gesetzten Grenzen gültig.
Beispiel 1
Zahl 007: Aus Sicht der Mathematik eine Zahl, die beliebig eingesetzt und verwendet werden kann. Vorangestellte Nullen haben in der Mathematik keinen Einfluss auf Wert, Größe oder Menge einer Zahl, man verzichtet deshalb darauf. Als Sieben erfüllt sie alle Kriterien einer Zahl: Sie ist abstrakt, absolut; sie besitzt keinen Bezugspunkt; sie identifiziert nicht, und man kann Berechnungen anstellen mit ihr.
Nummer 007: In Zusammenhang gebracht mit James Bond, dem berühmten Agenten des britischen Geheimdienstes Ihrer Majestät, erfüllt die 007 alle Kriterien einer Nummer: Sie ist konkret, relativ, besitzt einen Bezugspunkt (den Agenten James Bond), identifiziert diesen, und mit dieser Nummer lässt sich nicht rechnen. Vorangestellte Nullen können im Einzelfall eine Bedeutung haben, müssen aber nicht.
Beispiel 2
Zahl 270.319.681.551: Eine Zahl im dreistelligen Milliardenbereich, die für die Mehrheit von uns ohne jede Bedeutung ist. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass kaum ein Mensch auf diesem Erdball jemals einen Bezug zu dieser Zahl hergestellt hat oder jemals herstellen wird. Diese Zahl ist absolut und abstrakt, sie hat keinen Bezugspunkt, kann in beliebigem Zusammenhang verwendet werden, sie identifiziert nicht, und man kann mit ihr rechnen.
Nummer 270.319.681.551: Als Geburtsdatum gelesen bedeutet sie 27. 03. 1968, 15:51 Uhr. Es handelt sich um eine Nummer. Bezugspunkt ist der konkrete Ort und Zeitpunkt des ersten Atemzugs eines Menschen. Dieses Datum in Kombination mit Namen und Ort identifiziert einen Menschen und macht ihn unverwechselbar. Insofern ist diese Nummer einmalig im Hinblick auf ihren Bezugspunkt, und man kann mit dieser Nummer nicht rechnen.
Zahl Schwingung Energie
Bei der Numerologie handelt es sich nicht um eine Heilmethode, sondern in erster Linie um ein Instrument, ein Werkzeug, man könnte auch sagen um eine Sehhilfe. Durch die Brille der Numerologie können Erkenntnisse gewonnen werden, die auf andere Weise nicht oder nur mit sehr großem Aufwand erlangt werden können.

Als für sich alleinstehende Sichtweise bleibt die Numerologie ebenso unvollständig wie jede andere Sichtweise auch. Erst in Kombination mit anderen Disziplinen wie den Mysterien der Kabbala, den großen Arkana des Tarots oder der unfassbaren Weisheit der Gematrie* wird aus dem kleinen Lichtschein der Erkenntnis ein Lichtermeer, das alles übertrifft, was ein Verstand sich erträumen kann.
Die Begriffe Zahl, Schwingung und Energie sind untrennbar miteinander verbunden, denn jede Energieform lässt sich als Schwingung darstellen, und jede Schwingung lässt sich in Zahlen ausdrücken. Das wiederum bedeutet, dass jede Zahl ein Energiepotenzial beinhaltet, das sich in der Physik ebenso entfaltet wie in der Chemie, der Biologie genauso wie in den Geburtszahlen. Jede Schwingung beeinflusst dabei permanent andere Schwingungen, und sie wird gleichzeitig von anderen Schwingungen beeinflusst. Jede Welle im Meer beeinflusst andere Wellen, und in der Vereinigung können sich Wellen gegenseitig aufschaukeln, verändern oder ausgleichen. Die Energie jeder Welle verändert sich konstant.
Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.
Heraklit (griechischer Philosoph, 520–460 v.Chr.)
Von den unzähligen Schnittstellen zu naturwissenschaftlichen, philosophischen und esoterischen Disziplinen werden einzelne zum besseren Verständnis punktuell angesprochen. Insbesondere auf das Tarot werde ich zeitweise etwas detaillierter eingehen, weil ein gewisses Verständnis für das Tarot den Zugang zur Numerologie ungemein erleichtert.
Leben, Karma und Wiedergeburt
Unabhängig von Kultur und Herkunft, Religion und Glauben: uns allen ist gemeinsam, dass wir Kräften ausgesetzt sind, die zu unserem Dasein geführt haben. Diese Kräfte gehen weit über die rein körperlichen Reproduktionsmechanismen hinaus.
In der fernöstlichen Tradition ist der Glaube an eine Wiedergeburt der Seele fest verankert, und Reinkarnation wird nicht nur als normal angesehen, sondern als Grundvoraussetzung für Leben und Entwicklung überhaupt. Auf der Basis dieser Sichtweise kommt das Wort Karma ins Spiel. Karma ist ein Wort aus der altindischen Sprache Sanskrit und bedeutet wörtlich: Handlung, Tat. Da jede Handlung bereits eine Unzahl möglicher Folgen beinhaltet, kann Karma am ehesten umschrieben werden als das Prinzip von Ursache und Wirkung.
Weil es sich beim Prinzip Karma um einen Aspekt des Naturgesetzes handelt, müssen Ursache und Wirkung nicht zwingend in einem engen zeitlichen Zusammenhang stehen und deshalb nicht zwingend im gleichen Leben stattfinden.
Der Mensch ist kein körperliches Wesen, das eine spirituelle Erfahrung macht, sondern ein spirituelles Wesen, das eine körperliche Erfahrung macht.
Stell dir auf dieser Grundlage folgendes Szenario vor: Die Idee hinter jeder Inkarnation ist, dass eine Seele die Möglichkeit zur weiteren individuellen Entwicklung (Evolution) und Vervollkommnung erhält. Deshalb reinkarniert die Seele jeweils in einen Körper, eine Umgebung und einen Zeitabschnitt, den sie noch nicht so gut kann.
Die unvorstellbare kosmische Logistik speichert alle Leben, Erfahrungen und Erlebnisse, Gedanken und Taten, Emotionen und Eindrücke, Kontakte und Verbindungen in einer Art geistiger Bibliothek. Für dieses allumfassende Weltgedächtnis wird der Begriff Akasha-Chronik verwendet, der durch Rudolf Steiner im deutschsprachigen Raum eingeführt und bekannt gemacht wurde.
Dieselbe kosmische Logistik sorgt dafür, dass jede Individualseele die bestmöglichen Voraussetzungen vorfindet, um die ihr liebevoll zugewiesenen und selbst ausgesuchten Aufgaben zu bewältigen. Dazu gehören Parameter wie:
•Auswahl oder Zuweisung der Familie: in dieser Auswahl sind beispielsweise genetische Voraussetzungen und Anfälligkeiten für Krankheiten integriert
– Ort und Umfeld
– Kultur und Gesellschaft
– Das Zeitalter mit dem entsprechenden kulturellen und technologischen Entwicklungsstand
•Das individuelle Karma: Wirkungen und Lerninhalte aus anderen Inkarnationen, die noch nicht aufgearbeitet wurden
•Das kollektive Karma: Wirkungen und Lerninhalte, die von Familien, Sippen oder sogar ganzen Nationen, Völkern und Kulturen zu bearbeiten sind
•Fähigkeiten, Talente, Blockaden und Aufgaben: das gesamte Rüstzeug, das die Seele mitbekommt, um in dieser Inkarnation ihre Aufgaben erfüllen zu können. Es handelt sich um das spirituelle Startkapital, codiert in den Geburtszahlen.
Was heißt das für dich?
Das Naturgesetz wird dafür sorgen, dass du genau jene Situationen in deinem Leben antreffen wirst, die du als Seele benötigst, um deine spirituelle Evolution weiter voranzutreiben. Zu deinem Leidwesen werden die Situationen, die dir bei deiner Weiterentwicklung behilflich sind, oft nicht übereinstimmen mit den Situationen, die du dir wünschst. Aber nicht die Lebenssituation selbst, sondern dein Umgang mit ihr entscheidet darüber, welche weiteren Entwicklungsschritte du machen wirst.
Der Versuch, sich einer Aufgabe oder Herausforderung zum Beispiel durch Ignoranz, Flucht oder Verdrängung zu entziehen, wird die Schöpfung dazu veranlassen, einen Weg zu finden, um dich erneut mit dem Thema zu konfrontieren, möglicherweise auf einer völlig anderen Ebene. Ob du dich letztlich weiterentwickeln wirst, liegt grundsätzlich in deiner eigenen Verantwortung. Ob du jedoch deine maximale Reife erlangen wirst, ist keine Frage des Willens. Reife ist eine Frage der göttlichen Gnade.
Das Naturgesetz
Wie oft hast du den Begriff Naturgesetz schon verwendet, ohne genau zu wissen, was das Naturgesetz wirklich ist? Hast du jemals in irgendeiner Schule oder an irgendeiner Universität gelernt, was das Naturgesetz ist? Selbst Wikipedia mit über zwei Millionen deutschen Einträgen brachte außer einer Begriffsdefinition bis Ende 2017 keine klare Definition zu diesem Suchbegriff. Dort werden Schwerkraft, Lichtgeschwindigkeit, Elektrodynamik etc. zum Beispiel als Naturgesetze bezeichnet. Sie sind aber nur Folgeerscheinungen eines höheren Naturgesetzes. Etwas wie das Naturgesetz scheint es aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht zu geben.

Eine Ausdehnung der Suche ergibt weitere Resultate. Ergänzt man die Suche durch das Stichwort spirituelle Gesetze stößt man unter anderem auf die hermetischen Gesetze des Hermes Trismegistos*. Die von Hermes Trismegistos formulierten Gesetze sind im Folgenden sinngemäß in den heutigen Sprachgebrauch übersetzt.
Wenn du das Naturgesetz wirklich verstehst, es im Alltag erkennst und dein Denken und Handeln danach ausrichten kannst, wird deine Welt eine ganz andere werden. Dir werden Dinge klar, deren wahres Wesen sich nur dem wahrhaft Suchenden erschließt. Dein Weltbild wird sich für immer verändern, und dein Bewusstsein, vor allem dein Selbst-Bewusstsein, wird wachsen.
Das Naturgesetz ist ein Gesetz, das keinem anderen Gesetz unterworfen ist. Menschen können es weder in Kraft noch außer Kraft setzen. Alle Gesetze der Physik sind Ausdruck oder Wirkung des übergeordneten Naturgesetzes. Es wirkt im Materiellen wie im Geistigen, überall, zu jeder Zeit und selbst in der Zeitlosigkeit des reinen Seins, ungeachtet von Kultur, Willen und Glaubensausrichtung von Betrachter und Betroffenem.
Über den Ursprung der Formulierung kann man nur spekulieren. Viele altertümliche, fernöstliche, keltische und andere Quellen geben Hinweise auf eine altägyptische Gottheit namens Thoth, in der griechischen Mythologie besser bekannt als Hermes Trismegistos. Ihr wird nicht nur die Erfindung der Hieroglyphenschrift nachgesagt, sie soll darüber hinaus die erste Gottheit gewesen sein, die Naturgesetze formuliert hat. Hermes Trismegistos zu Ehren werden sie auch als hermetische Gesetze bezeichnet. Und wie es sich oft mit Gesetzen verhält, wird man sich ihrer erst richtig bewusst, wenn man dagegen verstößt.
Die sieben Prinzipien des Naturgesetzes
1 Das Prinzip Geist
Alles, was ist, ist in seiner Ursache geistig. Das All ist in seinem Ursprung rein geistig, reines spirituelles Sein. Erst in seiner Wirkung ist das All Materie geworden.

Dieses Prinzip besagt, dass alles, was existiert, von Geistigem durchdrungen ist. Z. B. ging diesem Buch die Idee zu diesem Buch voraus. Diese Idee ist das geistige Element in diesem Buch. Sie durchdringt das Buch vom Anfang bis zum Ende.
In jedem befruchteten Hühnerei ist die Idee eines Huhns oder Hahns enthalten. In jedem Apfelkern die Idee eines Apfelbaums. Und so ist in jedem Ding die Idee des Dings enthalten, ob durch Natur oder Menschenhand erschaffen oder geworden.
Da bis auf die tiefste atomare Ebene hinunter jedes noch so kleine Teil von Geist durchdrungen ist, ist auch der Mensch in seiner Gesamtheit und das ganze Universum von Geist durchdrungen, der Mensch sogar so stark, dass er sich dessen selbst bewusst ist.
Selbst Quantenphysiker sind in den vergangenen Jahren zu der Erkenntnis gelangt, dass es ein auslösendes Prinzip für Materie geben muss. Sie suchen dieses auslösende Prinzip nicht mehr auf der materiellen, sondern inzwischen auf der metaphysischen*, sprich geistigen Ebene.
2 Das Prinzip Polarität
Das All-Eine teilt sich in Teil und Gegenteil.
Verdunstet aus dem Meer ein Wassertropfen, so ist das Meer als Teil ohne diesen Tropfen als Gegenteil nicht vollständig wie der Tropfen ohne das Meer unvollständig ist. Polarität heißt, dass es immer beide Pole (= Extreme) braucht, um etwas darstellen und bewerten zu können:

| Teil | – | Gegenteil |
| Links | – | Rechts |
| Plus | – | Minus |
| Ja | – | Nein |
| Gut | – | Böse |
| Yin | – | Yang |
| Huhn | – | Ei |
Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Yin oder Yang? Links oder rechts? Die Frage ist so unsinnig wie lehrreich: Es geht nicht um das trennende ODER, sondern um das verbindende UND. In der alltäglichen Wahrnehmung finden wir hell oder dunkel, warm oder kalt. Obwohl wir ganz genau wissen, dass es beides gibt: hell und dunkel, warm und kalt. Die Trennung dieser Gegensätze nennen wir Dualität (= entweder – oder). Die Zusammenführung der beiden Pole kennen wir als Polarität (= und, sowohl als auch). In diesem Zusammenhang ist Heilung zu verstehen als Ganzwerdung durch die Vereinigung von Teil und Gegenteil.
3 Das Prinzip Bewegung
Leben ist Bewegung. Stillstand ist Tod. Nichts ist jemals in Ruhe, alles ist in ständiger Bewegung. Selbst ein Berg, der sich in absoluter Ruhe zu befinden scheint, bewegt sich ununterbrochen mit Über Schallgeschwindigkeit und wir uns mit ihm. Mit über 1600 km/h dreht sich die Erde in 24 Stunden einmal um sich selbst, und innerhalb eines Jahres, der Zeit, in der die Erde einmal um die Sonne kreist, legen wir fast eine Milliarde Kilometer zurück. Es herrscht also keine Spur von Stillstand. Natürlich spüren wir nichts von alledem, da sich die Atmosphäre der Erde mit dreht. Nach dem gleichen Prinzip drehen sich Elektronen um einen Atomkern. Sie sind immer in Bewegung, niemals in Ruhe.

4 Das Prinzip Ursache und Wirkung
Auch bekannt als das Prinzip von Aktion = Reaktion.
Es gibt nichts, was ohne Ursache ist, und nichts ist ohne Wirkung. Jede Ursache hat eine Wirkung, jede Wirkung eine Ursache. Fällt die Ursache weg, verschwindet die Wirkung. Die Hauptursache ist immer auf einer geistigen Ebene zu finden. Wirkungen können sowohl auf der geistigen als auch auf materieller Ebene stattfinden. Verketten sich mehrere Ursachen und Wirkungen, so spricht man von einer Kausalkette.

Beispiel
Schule interessiert mich nicht – deshalb bereite ich mich nicht auf die Prüfung vor – deshalb bestehe ich die Prüfung nicht – deshalb finde ich keine Lehrstelle – deshalb verdiene ich kein Geld – deshalb kann ich nicht von zu Hause ausziehen – deshalb bin ich frustriert – deshalb ertränke ich meinen Kummer in Alkohol – deshalb …
Schaukeln sich Ursache und Wirkung gegenseitig immer weiter auf, so spricht man von einem Teufelskreis.
Die altindische Sprache Sanskrit benötigt für dieses Gesetz nur ein einziges Wort: Karma. Dieses Wort bedeutet, dass jeder Gedanke und jede Tat in Bezug auf den Akteur selbst Folgen haben. Dabei geht es nicht um Bestrafung, sondern um die Konsequenzen, um die Wirkung.
5 Das Prinzip Resonanz, Spiegelung
Im Talmud* heißt es: »Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden zu deinem Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird zu deinem Schicksal.«
Dieses umfassende Prinzip gilt auch für Mensch, Seele und Körper. Wenn das innere Gleichgewicht nicht stimmt, wird das Bild des inneren seelischen Problems auf die äußere körperliche Ebene projiziert, wo es als Symptom in Erscheinung treten kann. Die Krankheit steht in Resonanz mit dem inneren Ungleichgewicht, die besagt: »Der Körper ist der Spiegel der Seele.« Wie innen, so außen.

Der Tropfen ist Bestandteil des Meeres, und das Meer ist Bestandteil des Tropfens. Die Elektronen kreisen um den Atomkern wie die Erde um die Sonne. Der Mikrokos mos entspricht dem Makrokosmos. Wie im Kleinen, so im Großen.
Du glaubst nur, was du siehst? Dein Glaube entspricht also dem, was du außerhalb von dir siehst. Wie außen, so innen. Auch das Gegenteil stimmt: Du siehst nur das, was du glaubst? Wenn du glaubst, dass die Welt ungerecht ist, wirst du nur Ungerechtigkeit sehen. Wie innen, so außen.
»Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.« bedeutet: Wenn du »Hallo« in den Wald rufst, wird kein »Tschüss« widerhallen. Wie der Ton, so das Echo, Resonanz eben.
6 Das Prinzip Anziehung
Einige Auswirkungen dieses Gesetzes sind uns derart vertraut, dass wir gar nicht bewusst darüber nachdenken. Beispiel: Die Erdanziehungskraft, die dafür sorgt, dass wir nicht den Boden unter den Füßen verlieren, oder dass in die Höhe geworfene Dinge nicht am Himmel hängen bleiben.
Anziehungskraft in Form von Magnetismus kennt jedes Kind, das mit einer Holzeisenbahn spielt, deren Wagen mit Magneten aneinanderhaften. In der Schule gibt es magnetische Wandtafeln, später heißen sie Whiteboards und befinden sich in Sitzungszimmern. Wer vom rechten Weg abkommt, benötigt einen Kompass mit einer magnetischen Nadel, der ihm den Weg weist, und wer an einer schweren Krankheit leidet, wird möglicherweise mit dem Diagnoseverfahren Magnetresonanztomografie (MRI oder MRT) untersucht.
Das Gesetz der Anziehung wirkt jedoch nicht nur auf der materiellen, sondern auch auf der geistigen und seelischen Ebene: Gleich der messbaren materiellen Anziehungskraft wirkt die nicht physikalisch messbare seelische Anziehungskraft, die dafür sorgt, dass uns gewisse Menschen anziehen (Sympathie) und andere abstoßen (Antipathie). Das Wort Attraktivität hat seine Wurzel im Lateinischen, wo der Begriff ad tractum mit An-Ziehung übersetzt wird. Nach diesem Verständnis können materielle Aspekte wie Geld und Besitz oder soziale Stellung individuell attraktiv wirken. Andere reagieren auf immaterielle Impulse wie Charakter, Schönheit, Macht oder Charme.

Auf der bewussten Ebene besagt dieses Prinzip: »Gleich und Gleich gesellt sich gern.« Man kann diese Aussage besser verstehen, wenn man sie zum Beispiel mit den Wörtern Partei, Glaubensgemeinschaft, Fußballfanclub oder Selbsthilfegruppe in Zusammenhang bringt. Es geht um Menschen, die sich aufgrund gemeinsamer Interessen zusammengehörig fühlen. Auf der unterbewussten Ebene hingegen heißt dies: »Gegensätze ziehen sich an«, weil wir uns unbewusst wie ein Magnet nicht aussuchen, wen oder was wir anziehen. Dasselbe Prinzip zeigt sich beim Karma eines Menschen, wenn er zum Beispiel immer wieder Situationen in sein Leben zieht, die ihm die Gelegenheit bieten, ein spezifisches Thema aufzuarbeiten.
Auch das individuelle Auftreten von Krankheit folgt größtenteils diesem Prinzip: Durch dein Leben, dein Verhalten, deine Erfahrungen, dein Karma produzierst du Symptome, die dir eine Botschaft senden. Diese Botschaft will dir mitteilen, in welchem Bereich ein seelisches Ungleichgewicht besteht. Die Symptome geben dir durch ihr Auftreten die Möglichkeit, die tieferen Krankheitsursachen zu erkennen und aufzulösen.
Das Leben ist dein Lehrer, Symptome sind möglicher Ausdruck einer noch nicht gelernten Lektion. Deine Reaktion auf die Krankheit (= deine Bemühungen, das innere Gleichgewicht wiederherzustellen) zeigt den Stand deiner spirituellen Entwicklung, daran ablesbar, ob du eine Lektion gelernt hast oder nicht.
7 Das Prinzip Gleichgewicht
Das System Mensch ist wie das System Natur ein in sich geschlossenes System, das selbstregulierend und selbsterhaltend ist. Jedes Geschehen trägt letztlich dazu bei, einen Ausgleich zu schaffen, Harmonie aufrechtzuerhalten und ein natürliches Gleichgewicht herzustellen. Man kann das Phänomen des Ausgleichs in Situationen beobachten, die uns alle so natürlich scheinen, dass wir gar nicht auf den Gedanken kommen, dieses Prinzip darin zu erkennen, selbst wenn wir uns mitten in einem solchen ausgleichenden Ereignis befinden oder Teil davon sind.

Ein Stein, der in die Luft geworfen wird, um danach in einem See zu landen, hinterlässt keinen Vakuumtunnel hinter seiner Flugbahn. Plumpst der Stein ins Wasser, so hinterlässt er kein Loch im See. Krankheit bricht aus, um Gesundheit wiederherzustellen. Der Körper befreit sich von Dingen, die nicht hineingehören, mit dem Ziel, den Zustand größtmöglicher individueller Gesundheit wiederherzustellen. Manchmal muss ein kleiner Teil geopfert werden, um das größere Ganze zu erhalten. Ziel ist immer das optimale Gleichgewicht.
Fazit
Alle Prinzipien und Aspekte des Naturgesetzes sind immer und zur gleichen Zeit in Aktion. Mal tritt das eine Prinzip etwas deutlicher in den Vordergrund, mal ein anderes. Es ist keinerlei menschliches Bewusstsein notwendig, um dem Naturgesetz zu seiner Wirkung zu verhelfen. Als selbstregulierendes und selbsterhaltendes System sabotiert sich die Natur niemals selbst. Selbstsabotage ist das Produkt eines begrenzten Bewusstseins, das von einem ebenso begrenzten Verstand begleitet wird. Die Schöpfung wird stets alles unternehmen, um ein übergeordnetes größtmögliches Gleichgewicht zu erhalten oder wiederherzustellen.
* Altertümliche, aus der jüdischen Tradition stammende Technik der Interpretation von Worten mithilfe von Zahlen. Basierend auf den 22 Zeichen des Althebräischen.
* Hermes Trismegistos (Hermes, der dreifach Große): Der dreifach Geweihte, Gott der Götter, Meister der Meister, Heiler aller Heiler. Eine Gestalt, die unter diesem Namen vermutlich nie gelebt hat. Sie wird auf die altägyptische Gottheit Thoth zurückgeführt, welche die Schrift (Hieroglyphen) erfunden haben soll.
* Metaphysik: gr. metá = hinter, jenseits | phýsis = Natur. In diesem Sinne »Hinter oder jenseits der Natur«.
* Der Talmud: hebr. »Belehrung, Studium« ist die Auslegung der »jüdischen Bibel«, der Thora.
2 Geburtszahlen

Die Numerologie feiert größte Erfolge bei der Entschlüsselung von Geburtszahlen. Die Kunst der Numerologie besteht darin, Zahlen richtig zu interpretieren, um Rückschlüsse zu ziehen über Charaktermerkmale, Verhaltensweisen, Reaktionsmuster und Lebensaufgaben. Darüber hinaus können daraus Informationen abgeleitet werden wie beispielsweise über Anfälligkeiten von Krankheiten oder das Führen von Beziehungen und Partnerschaften.
Geburtszahlen setzen sich zusammen aus Geburtsdatum und Geburtszeit. Dabei gilt logischerweise: je exakter die Angaben, desto präziser die Aussage.
Schreibweisen
Meine Empfehlung: sich von Anfang an für eine Schreibweise zu entscheiden, von der man danach nicht mehr abweicht. In der Praxis hat sich folgende Darstellung bewährt:
| Tag | Monat | Jahrhundert | Jahr | Stunde | Minute |
| 27 | 03 | – – | 68 | 15 | 51 |
Schreibweise: → 27. 03. 68/15:51h
Frage: »Warum wird das Jahrhundert (19 bzw. 20) nicht auch berücksichtigt?«
Antwort: »Da sämtliche Menschen eines Jahrhunderts dieselben Jahrhundertzahlen besitzen, nämlich eine 19 oder eine 20, kann daraus keine Individualisation abgeleitet werden. Es handelt sich bei der Jahrhundertzahl sozusagen um die Bühne, auf der von uns allen das Theaterstück Mein Leben aufgeführt wird, um die Kulisse, die deinem Leben den Rahmen gibt. Diese Bühne oder Kulisse ist für alle Menschen ähnlich, weil alle im selben Zeitalter auf dieser Bühne stehen.«
In der täglichen Praxis bei der Arbeit mit Geburtszahlen wirst du bald feststellen, dass die getroffenen Aussagen und Interpretationen nicht immer mit den tatsächlichen Gegebenheiten übereinstimmen. In den meisten Fällen spielt die durchgemachte individuelle Entwicklung die Hauptrolle. Deshalb erinnere ich noch einmal daran, dass es sich um die Geburtszahlen handelt.
Doch es gibt weitere Ursachen:
Aufgrund einfacher Logik ist nachvollziehbar, dass sich die Fehlerquelle entweder bei der Zahl befindet (z.B. falsche Geburtszeit) oder beim Numerologen (falsche Interpretation). Dass Geburtstag, -monat oder gar -jahr falsch angegeben werden, kommt kaum vor und falls doch, dann nur bei den Geburtszeiten, die sich um Mitternacht herum befinden.
Die nachfolgende Übersicht über mögliche Fehlerquellen zeigt, dass man eine angegebene Geburtszeit nicht einfach so hinnehmen soll. Auch dann nicht, wenn sie aus einer Geburtsurkunde oder einem anderen offiziellen Dokument stammt. Jede Geburtszeit sollte einer kritischen Überprüfung unterzogen werden, um fehlerhafte Aussagen zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren.
In der Arbeit mit der Numerologie entwickelt man sich ständig weiter. Sind die Aussagen und Interpretationen zu Beginn oft noch etwas dürftig, werden sie mit zunehmender Übung immer exakter und zutreffender. Und damit verbessert sich auch die Menschenkenntnis.
Treffen gewisse Aussagen nicht oder nur teilweise zu, gibt es meist irgendwo eine Fehlerquelle, die es aufzudecken gilt.
Fehlerquelle Mensch
Mangel an Erfahrung
Wer sich noch nicht lange mit Numerologie beschäftigt, hat verständlicherweise noch nicht die Erfahrung und das Wissen, das notwendig ist, um komplexere Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen.
Dranbleiben und weiter lernen. Es wird von Fall zu Fall besser gehen.
Gewichtung einzelner Zahlen
Oft hat man in den Anfangszeiten einen tieferen Bezug zu gewissen Zahlen, während man zu anderen Zahlen den Zugang weniger gut findet. Es kommt deshalb nicht selten vor, dass man seine Sichtweise einschränkt, indem man die beliebteren Zahlen etwas wichtiger nimmt und die Bedeutung anderer Zahlen etwas vernachlässigt.
Mit zunehmender Erfahrung entwickeln sich Wissen und Erkenntnisstand. Dranbleiben und weiterlernen.
Zahlenkombinationen
Kombinationen von fehlenden, vorhandenen und mehrfach vorhandenen Zahlen beinhalten unterschiedlichste Informationen. Einige Kombinationen treten offensichtlich zutage, andere verbergen sich dem ungeübten Auge. Doch auch für den fortgeschrittenen Numerologen ist es nicht immer einfach, Zahlenkombinationen treffsicher zu entschlüsseln, denn dieselbe Zahlenkomposition kann sich bei verschiedenen Menschen auf unterschiedliche Weise zeigen.
Beispiele dazu finden sich im Kapitel »Zahlenkombinationen« → Seite 202f.
Platzhalternullen
Null ist nicht gleich null. Wie du bei der Schreibweise festgestellt hast, gibt es maximal zehn Zahlen, die in Datum und Zeit notiert werden können. Es gibt Nullen, die für die Interpretation der Geburtszahlen benötigt werden und andere, die nur der Vollständigkeit halber notiert werden, damit man immer mit der gleichen Anzahl Stellen operieren kann. Man bezeichnet sie deshalb als Platzhalternullen.
Man erkennt Platzhalternullen daran, dass sie:
•An erster Stelle von Tag, Monat oder Stunde stehen
•Die Bedeutung einer Zahl nicht verändern
•Nicht ausgesprochen werden müssen
Beispiel mit Platzhalternullen
02.04.76/03:35 h
In diesem Datum gibt es drei Positionen, die mit Platzhalternullen aufgefüllt sind: Zehner-Tag, Zehner-Monat und Zehner-Stunde.
Die Nullen stehen jeweils an erster Stelle von Tag, Monat und Stunde. Bedeutung und Lesbarkeit der Zahl werden durch das Fehlen der Null nicht verändert.
Die Nullen müssen nicht ausgesprochen werden. Das Datum ist auch dann eindeutig, wenn die Nullen bei der Lesart verschwiegen werden.
Beispiel ohne Platzhalternullen
30.10.00/20:00 h
An den unterstrichenen Positionen befindet sich keine Null. In diesem Datum gibt es keine Platzhalternullen.
Alle sieben Nullen werden in diesem Beispiel bei der Interpretation berücksichtigt. Jede Null ist von Bedeutung, keine Null ist überflüssig. Würde nur eine einzige Null entfernt werden, würde sich die Aussage des Datums unzulässig verändern.
Die Verwendung von Nullen ist in jedem Fall zu überprüfen.
Getrübte Erinnerungen
…oder eingeschränkte Selbstwahrnehmung
Es gibt Personen, denen fällt es schwer, sich an ihre Kindheit oder Jugend zu erinnern. Andere besitzen zwar detaillierte Erinnerungen an die Vergangenheit, schätzen sich selbst aber völlig anders ein, als sie von ihrem Umfeld wahrgenommen werden. Diese Menschen verfügen über eine eingeschränkte Fähigkeit zur Selbstreflexion.
Die Herausforderung für den Numerologen besteht darin, solche Stolpersteine zu identifizieren und durch geschickte Befragung über Umwege an die gewünschten Informationen zu gelangen.
Aufmerksam bleiben und sich nicht scheuen, detaillierter zu fragen. Die Menschen kommen zu dir, weil sie numerologische Informationen bekommen möchten, deshalb sind sie bereit, auf Fragen zu antworten.
Sommerzeit/Winterzeit und andere Zeitzonen
Grundsätzlich zählt die zum Zeitpunkt der Geburt gültige Lokalzeit. Deshalb wird im Winter die Winterzeit zugrunde gelegt und im Sommer die Sommerzeit. Diese Regel gilt in allen Weltregionen. Auch die Astrologie bedient sich der jeweiligen Lokalzeit.
Andere Länder, andere Sitten. In gewissen Ländern gelten teilweise andere Schreibweisen als bei uns. In den USA beispielsweise werden Tag und Monat im Vergleich zu europäischen Gepflogenheiten umgekehrt notiert. Der elfte September (11. 9.) wird als nine/eleven (9/11) notiert.
Die lokale Geburtszeit ist exakt festzustellen.
Die Schreibweise der lokalen Geburtszeit ist zu berücksichtigen.
Andere Kulturen und Religionen
•Im islamischen Kalender beginnt die Zeitrechnung am 16. Juli 622 n.Chr., dem Zeitpunkt der Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina. Bei Geburten in islamischen Ländern muss deshalb numerologisch anders gerechnet werden.
•Der jüdische Kalender beginnt im Jahr 3761 v.Chr.
•Der chinesische Kalender der Qing-Dynastie wurde per 1. Januar 1912 dem westlichen gregorianischen Kalender angeglichen.
•In Japan gibt es verschiedene Kalender, Zähl- und Schreibweisen.
•Daneben gibt es Dutzende weitere Kalender, die vom westlich-christlichen Kalender abweichen. Bevor man also eine numerologische Berechnung anstellt, sollte man feststellen, ob der Geburtsort in einem westlichen Land liegt oder an welchem Datum nach welchem Kalender die Geburt stattfand.
Ich persönlich finde es gewagt, eine kabbalistisch, westlich geprägte Numerologie anderen Kulturen überzustülpen. Das Potenzial für Missverständnisse scheint mir zu hoch. Deshalb beschränke ich mich bei meinen Analysen nach Möglichkeit auf Personen, die bezüglich ihrer Religion, Kultur und Gesellschaft dem christlich geprägten Abendland angehören.
Fehlerquelle Zahl
Der falsche Zeitpunkt
Es kommt vor, dass zur Bestimmung der exakten Geburtszeit der falsche Zeitpunkt zugrunde gelegt wird. Es ist nicht der Austritt des Kopfes aus dem Gebärkanal und nicht das Durchtrennen der Nabelschnur, die die Geburtszeit bestimmen. Wir orientieren uns, soweit es uns möglich ist, an Fakten. Fakt ist, dass der erste Atemzug, der erste Schrei den Beginn des irdischen Lebens und damit die Geburtszeit definiert. Das Leben wird eingehaucht und mit dem letzten Atemzug wieder ausgehaucht. Mit dem ersten Atemzug ist das Neugeborene imstande, sein Herz-Kreislauf-System selbstständig aufrechtzuerhalten. Deshalb gilt dieser Moment als effektive Geburtszeit.
Auch wenn die Geburtszeit vordergründig korrekt scheint, sollte sie immer hinterfragt werden.
Die Uhr geht falsch
Zu Zeiten, als die Uhren weltweit noch nicht im gleichen Takt schlugen und das Zeitalter von Funkuhren, Atomuhren und Digitaluhren noch nicht angebrochen war, konnte die Uhrzeit fehlerhaft sein, auch wenn sie korrekt abgelesen wurde.
Dagegen kann man nichts unternehmen. Durch geschicktes Befragen kann manchmal herausgefunden werden, ob es sich um die korrekte Uhrzeit handelt. Informationen zur Korrektur von Geburtszahlen finden sich auf Seite → 180f.
Rundungsdifferenz …
… ist die häufigste Fehlerquelle. Während seit einiger Zeit (etwa seit Anfang der 1980er-Jahre) die Geburtszeit auf die Minute genau festgehalten wird, hat man sie davor häufig auf 5, 10 oder gar 15 Minuten auf- oder abgerundet. Das scheint auf den ersten Blick nicht weiter tragisch, doch numerologische Aussage und Interpretation verfälschen sich dadurch markant. Bei einer Mehrheit aller Menschen endet die Geburtszeit auf Fünf oder Null, zum Beispiel 11:30 Uhr oder 16:15 Uhr. Man muss also annehmen, dass 80 Prozent aller Geburtszeiten vor 1980 nicht korrekt notiert wurden.
Auf 5 Minuten gerundet
3 und 4 sowie 8 und 9 werden aufgerundet.
1 und 2 sowie 6 und 7 werden abgerundet.
5 und 0 bleiben wie notiert.
Trefferquote: 20 Prozent, zwei von zehn Zahlen sind korrekt notiert.
Auf 10 Minuten gerundet
5, 6, 7, 8 und 9 werden aufgerundet.
1, 2, 3 und 4 werden abgerundet.
0 bleibt wie notiert.
Trefferquote: 10 Prozent, eine von zehn Zahlen ist korrekt notiert.
Die Geburtszeit ist in jedem Fall einer genauen Überprüfung zu unterziehen, damit Fehlinterpretationen auf ein Minimum beschränkt und Falschaussagen vermieden werden können.
Geburtszeit ist nicht bekannt
Über lange Zeit wurde der Geburtszeit wenig bis keine Bedeutung beigemessen. Vielen, besonders älteren Menschen ist ihre exakte Geburtszeit deshalb nur sehr ungenau oder gar nicht bekannt. Besonders häufig kommt dies bei Hausgeburten vor.
Je weniger Zahlen bekannt sind, desto schwieriger und ungenauer sind die Interpretation und die daraus abgeleiteten Aussagen. In diesem Fall beschränkt man sich am besten auf die gesicherten Zahlen und klärt die Person über die Schwierigkeit auf, eine präzise und vollständige Aussage zu machen.
Fehlerquelle »Traumatischer Verlust«
In meiner Praxis erlebe ich immer wieder, dass Fähigkeiten und Talente eigentlich vorhanden sein müssten, was von der betroffenen Person jedoch deutlich, manchmal sogar vehement bestritten wird. Wenn aus numerologischer Sicht vorhandene Fähigkeiten nicht genutzt werden können, handelt es sich häufig um einen traumatischen Verlust. Dieser beruht in der Regel auf einer wiederholten seelischen Verletzung oder einem auferlegten Verbot, das einem die Anwendung seiner eigenen Fähigkeiten untersagt. Gründe dafür können gesellschaftliche, kulturelle oder religiöse Normen sein, die bestimmte Verhaltensregeln verlangen und angeborene Fähigkeiten einschränken oder untersagen. Daneben sind es die persönlichen, durch Familie, Partnerschaft oder Arbeitsplatz etablierten Erwartungen, die uns bei der Ausübung unserer Begabungen und Talente behindern.
Zur richtigen Zeit genügt ein einziger Befehl, um eine Fähigkeit zu blockieren. Ein herrisches »Tu das nie wieder!« kann so tief ins Unterbewusstsein dringen, dass man sich nicht mehr traut, sein Talent und seine Begabungen zu entfalten. Häufiger ist der schleichende Verlust durch stetiges Wiederholen von Befürchtungen oder Überzeugungen von außen.
Beispiel
Ein Mann mittleren Alters, von Beruf Bauingenieur und Vorgesetzter von acht Mitarbeitern, dem die Verantwortung für mehrere große Bauprojekte oblag, kam in meine Praxis. Obwohl bald fünfzig Jahre alt, behauptete er von sich, dass er überhaupt kein Selbstvertrauen besitzt und sich ständig minderwertig und unzulänglich fühlt, und dies, obwohl seinen Geburtszahlen zufolge Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl eigentlich vorhanden sein mussten. Eine detailliertere Befragung ergab, dass dem Mann in seinen Kindheits- und Jugendjahren immer wieder gesagt wurde:
»Dafür bist du noch zu klein.«
»Das kannst du nicht.«
»Das schaffst du nie!«
»Bist du so blöd oder tust du nur so?«
Irgendwann begann der Junge – inzwischen Mann – zu glauben, was Eltern, Lehrer, Geschwister etc. zu ihm sagten. Aus Sicht eines Kindes können und wissen Erwachsene alles. Deshalb muss das, was sie sagen, richtig sein.
Durch diese traumatische Umprogrammierung verlor der Junge sein ihm in die Wiege gelegtes Selbstvertrauen. Er vertraute nicht mehr sich selbst, sondern nur noch anderen, weil diese alles besser wissen und können. So kam er zu der Überzeugung, dass er es nicht kann und nicht schafft. Mit den langfristigen Auswirkungen dieses traumatischen Verlustes kämpft dieser Mann noch heute. Oft dauert es Jahre, häufig Jahrzehnte, bis man sich Eigenschaften wieder erarbeitet hat, die man auf traumatische Art und Wiese verloren hat.
Personen mit einer entsprechenden Vergangenheit hilft bereits die Aufklärung darüber, dass die Ursache ihrer Probleme weder Schuld noch ein Mangel an Intelligenz sind. Allein diese Erkenntnis nimmt große seelische Last von den Schultern und verhilft zu mehr Gelassenheit und Entspannung. Das wiederum bildet die Basis für eine erfolgreiche Wiedererarbeitung der verlorenen Fähigkeiten.
Die Numerologie ist ein zuverlässiges Instrument, um festzustellen, ob diese Fähigkeiten ursprünglich vorhanden waren, und sie kann in der Praxis dazu beitragen, dass verloren gegangene Fähigkeiten wieder erworben werden können.
Grafische Darstellung
Es hat sich als hilfreich erwiesen, die Zahlen rund um ein Strichmännchen anzuordnen. Dieses lässt sich schnell und einfach skizzieren und ist, wie die weiteren Erläuterungen zeigen, sehr aussagekräftig.
Der Standort der Zahlen im Strichmännchen bleibt immer gleich und erfolgt gegen den Uhrzeigersinn. Die Eins befindet sich also immer am Scheitel und die Fünf immer am rechten Fuß. Dass die Seiten rechts und links in der Abbildung seitenverkehrt positioniert sind, ist Absicht. Da der Mensch von vorn angeschaut wird, sind die Seiten aus Sicht des Betrachteten korrekt.

Die Eins steht in diesem Strichmännchen für den Kontakt zu einer höheren geistigen Ebene oder stellt die Verbindung zur göttlichen Quelle dar. Von diesem geistigen Scheitelpunkt aus beginnt der Weg in die irdische Welt. Über die Zwischenhalte in der Welt der Materie – die Zahlen Fünf und Sieben beim Strichmännchen – geht die Reise der Seele weiter zurück zur Quelle des Lichts.
Geburtszahlen notieren
Um das Erfassen von Zahlen zu vereinheitlichen, empfiehlt es sich, eine einprägsame und einfache Methode wie im Folgenden anzuwenden:
Dazu braucht man
•Ein Blatt Papier
•Zwei farbige Stifte, idealerweise Blau und Rot oder Schwarz und Rot
•Ein Geburtsdatum und die dazugehörige exakte Geburtszeit
So geht man dabei vor
•Schreibe Vornamen, Familiennamen sowie Geburtsdatum und die exakte Geburtszeit am oberen Seitenrand auf das Blatt Papier.
•Zeichne ein Strichmännchen gemäß untenstehendem Beispiel unterhalb davon. Verwende dazu die dunkle Farbe.
•Trage jede einzelne Zahl der Geburtszahlen rund um das Strichmännchen ein.
•Schreibe die vorhandenen Zahlen mit dunkler Farbe.
•Trage mehrfach vorkommende Zahlen mehrfach ein.
•Trage fehlende Zahlen, also solche, die in den Geburtszahlen nicht vorkommen, mit roter Farbe ein.
Wir gehen zunächst davon aus, dass die angegebene Geburtszeit exakt ist.
Vorname Name 27.03.68/15:51 h

Frage: Warum wird die Null der Monatszahl im Datum nicht schwarz eingetragen?
Antwort: Nullen, die nicht ausgesprochen werden, werden nicht notiert. Das Datum kann als 27.3.68 oder als 27.03.68 notiert werden. Die Null verändert an dieser Stelle nichts an der Aussage des Geburtsdatums – es handelt sich um einen sogenannten Platzhalter (→ Seite 39 ff.).
Die Geburtszeit ist unvollständig oder unbekannt
Logisch: Je ungenauer bzw. unvollständiger die Geburtszahlen sind, desto ungenauer und unvollständiger werden die daraus abgeleiteten Aussagen. Ähnlich wie bei der Astrologie ist man auch in der Numerologie auf eine möglichst exakte Geburtszeit angewiesen. Bereits eine einzige Minute kann einen markanten Unterschied in der Kombination aller Zahlen hervorrufen. Oft sind es kleine Veränderungen, die eine große Wirkung nach sich ziehen und das Gesamtbild entscheidend verändern.
Ist die Geburtszeit unbekannt, fehlerhaft oder unvollständig, kann es eine Herausforderung darstellen, Fähigkeiten, Talente und Blockaden auf numerologischer Basis zu evaluieren. Es sind in diesem Fall viel numerologische Erfahrung und einiges Geschick in der Befragung notwendig, um dennoch zu einigermaßen brauchbaren und verwertbaren Ergebnissen zu gelangen.
In der Praxis kommt es recht häufig vor, dass Menschen ihre exakte Geburtszeit nicht kennen. Sie wissen vielleicht, dass sie am Vormittag, am Nachmittag, am Abend oder in der Nacht geboren wurden, oder sie kennen die ungefähre Zeit und erzählen zum Beispiel: »Meine Mutter hat gesagt, circa zwei Uhr nachmittags.« Oder: »Mitten in der Nacht. Die Kirchturmuhr habe geschlagen, erinnerte sich meine Oma.« Wie bereits weiter oben ausgeführt, besteht statistisch gesehen bei Menschen, die vor 1980 geboren wurden, eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass ihre Geburtszeit nicht exakt erfasst wurde.
In solchen Fällen können vielleicht einzelne Zahlen einen Anhaltspunkt liefern: Wer zwischen 10:00 und 19:59 Uhr geboren wurde, hat mit Sicherheit mindestens eine Eins in den Geburtszahlen oder mindestens eine Zwei, wenn er zwischen 20: 00 und 23:59 Uhr geboren wurde.
In einem solchen Fall werden nur die gesicherten Zahlen rund um das Strichmännchen eingetragen.
Im Abschnitt Falsche Geburtszeit? → Seite 180 ff. werden Vorgehensweisen und Methoden gezeigt, wie man verfahren kann, um eine möglichst exakte Geburtszeit zu erhalten.
Einfache, mehrfache und fehlende Zahlen
Wir unterscheiden drei mögliche Formen, wie Zahlen vorkommen können und notiert werden: Fehlende Zahlen, einmalig vorkommende (einfache) Zahlen und mehrmalig vorkommende (mehrfache) Zahlen.

Fehlende Zahlen (Punkte)
Wollen, aber nicht können. Fehlende Zahlen sind gleichzusetzen mit Fähigkeiten und Talenten, die einem Menschen zum Zeitpunkt seiner Geburt fehlen. Er bekam diese nicht in die Wiege gelegt. Eine Zahl, die in den Geburtszahlen nicht erscheint, entspricht Fähigkeiten, die zwar objektiv vorhanden, von der betroffenen Person jedoch subjektiv nicht abrufbar sind. Es besteht also ein Mangel. Wo ein Mangel ist, besteht ein Bedürfnis. Und wo ein Bedürfnis besteht, da sorgt das Gesetz der Anziehungskraft (→ Seite 32 ff.) dafür, dass man sich hingezogen fühlt zu Orten und Situationen, die einem die Gelegenheit bieten, dieses Bedürfnis zu befriedigen.
Bei fehlenden Zahlen weiß das Unterbewusstsein: »Ich kann das nicht. Ich habe keine Ahnung, wie man das macht.«
Es geht dabei um Herausforderungen, die sich eine Seele ausgesucht hat, um zu reifen und sich weiterzuentwickeln. Wir begegnen diesen Aufgaben in den verschiedensten Verpackungen und zu den unterschiedlichsten Zeiten. So lange, bis wir den Lerninhalt begriffen und die Aufgabe gelöst haben.
Einfache Zahlen (gerade Linie)
Können, wenn man will. Zahlen, die in den Geburtszahlen nur ein einziges Mal erscheinen, werden auch einfache oder einmalig vorkommende Zahlen genannt. Einfache Zahlen entsprechen Fähigkeiten und Talenten, die von Geburt an vorhanden sind. Sie wurden einem sozusagen in die Wiege gelegt. Wir kennen sie auch unter den Begriffen Stärke oder Begabung. Wenn du willst, kannst du diese Begabungen anwenden. Was nicht heißt, dass du sie ständig anwenden musst. Nur weil du tanzen kannst, bedeutet das nicht, dass du ständig tanzen musst.
»Okay. Kein Problem, das schaffe ich schon.«
Du kannst diese Stärke jederzeit abrufen, sofern kein traumatischer Verlust stattgefunden hat. Mit diesem naturgegebenen Talent wird all das kompensiert, was nicht oder nicht mehr vorhanden ist. Eine Kompensation ist eine Überlebensstrategie. Jeder von muss sein Leben mit den Werkzeugen meistern, die ihm zur Verfügung stehen. Fehlende Werkzeuge versuchen wir zu kompensieren, indem wir vorhandene Werkzeuge zweckentfremden, als ob wir einen Nagel mit einem Schraubenschlüssel einschlagen, weil uns kein Hammer zur Verfügung steht.
Je größer in den Geburtszahlen die Anzahl der einmalig vorhandenen Zahlen ist, desto vielseitiger bist du. Deine Interessensgebiete sind breitgefächert, und du kannst vielseitig eingesetzt werden. Du bist aufgeschlossen und gelehrig. Als Gesprächspartner bist du spannend, weil du in vielen Bereichen mitdiskutieren kannst, und in deiner Nähe wird es selten langweilig.
Das alles führt dazu, dass du ein abwechslungsreiches Leben führen und viele interessante und spannende Erfahrungen machen kannst.
Ein Nachteil könnte vielleicht sein, dass es dir schwerfällt, dich zu spezialisieren, weil du so vielseitig interessiert bist und dich nicht auf ein Spezialgebiet festlegen möchtest aus Angst, etwas zu verpassen.
Mehrfache Zahlen (Wellenlinie)
Können, aber nicht wollen. Zahlen, die in den Geburtszahlen mehr als einmal vorkommen, werden mehrfache oder mehrmalig vorkommende Zahlen genannt.
Die ausgeprägte Bewegung der Wellenlinie weist auf eine große Schwankungsbreite der dazugehörigen Fähigkeiten hin. Einerseits gibt es starke Ausschläge nach oben (Wellenberge), die das große Potenzial aufzeigen, das in diesen Zahlen versteckt ist, und das große Spezialisierungspotenzial, das jemand in sich trägt.
Auf der anderen Seite gibt es Wellentäler, die auf blockierte Fähigkeiten verweisen. Es ist die Unfähigkeit, auf das große Potenzial zuzugreifen, das in dieser mehrfachen Zahl schlummert. Zustande kommt eine Blockade, wenn in anderen Inkarnationen überreichlich Erfahrung im entsprechenden Bereich gesammelt wurde, beispielsweise dann, wenn durch die Anwendung dieser Begabung unsägliches Leid verursacht wurde oder wenn man dadurch den eigenen Tod verschuldet hat. Ein Schwur, niemals wieder Gebrauch von dieser Fähigkeit machen zu wollen, führt zu einer Blockade in Form einer mehrfachen Zahl.
»Ich habe zwar viel Erfahrung und könnte, wenn ich wollte, aber ich habe mir geschworen, dieses Können nie mehr anzuwenden.«
Es kann also zu großen Schwankungen kommen. Zu bestimmten Zeiten kann sich ein Talent auf ausgeprägte Weise Ausdruck verschaffen – man kann sein Potenzial aufblitzen lassen –, ein andermal fühlt man sich total unfähig, diese Fähigkeit abzurufen und auszuleben und ist komplett blockiert. Das kann sich im Extremfall als Schockstarre äußern.
In ihrer Erscheinung können sich fehlende Zahlen und mehrfache Zahlen sehr ähnlich präsentieren. Wollen, aber nicht können kann auf den ersten Blick genauso aussehen wie Können, aber nicht wollen. Die Kenntnisse über die Zahlenmystik der Numerologie machen die Differenz sichtbar. Das kann insbesondere für Psychologen, Pädagogen, Ärzte und Therapeuten von Bedeutung sein, da die Behandlungsmethode individuell abweichen kann oder angepasst werden muss.
Dein Leben gestaltet sich vor diesem Hintergrund vielleicht nicht gleichermaßen spannend, verhindert aber nicht, dass man ein sehr interessantes Leben führen kann. Man verzettelt sich nicht so stark mit den Interessen und kann sich besser auf etwas fokussieren und spezialisieren.
Wenn man sich ausschließlich auf sein absolutes Spezialgebiet konzentriert, kann man Unglaubliches erreichen und sehr erfolgreich damit sein, mit dem Begleitrisiko, nicht mehr über den Tellerrand seiner Existenz hinausblicken und die Außenwelt ausblenden zu können.
Fazit
•Fehlende Zahl: Wollen, aber nicht können
•Einmalige Zahl: Können, wenn man will
•Mehrfache Zahl: Können, aber nicht wollen
Zahlen und Organe
In der numerologischen Praxis fällt auf, dass der Standort der Zahlen bei der Zuordnung im Strichmännchen in direktem Zusammenhang steht mit Beschwerden, Symptomen und Diagnosen in der bezeichneten Körperregion.
Die Wahrscheinlichkeit, dass körperliche Anfälligkeiten in der bezeichneten Körperregion auftreten, ist besonders dann hoch, wenn die zugeordnete Zahl fehlt oder mehrfach vorkommt, also ein Ungleichgewicht besteht.

Geburtszahlen verschlüsseln die tieferen Themen und Aufgaben, die jemand in dieses Leben mitgebracht hat. Werden diese nicht auf der seelischen Ebene bearbeitet, werden sie auf der körperlichen Ebene gespiegelt, um uns mitzuteilen, welchem Thema wir verstärkte Aufmerksamkeit widmen sollten. Psychische (seelische) Beschwerden somatisieren sich (werden körperlich), werden also psychosomatisch. Die große Herausforderung besteht darin, die Botschaft der Symptome zu verstehen, und dabei hilft uns die Numerologie. Grundsätzlich liegen die Ursachen für Anfälligkeiten nicht im materiellen Bereich, also im Körper. Es ist deshalb müßig, Urin oder Schweiß in Bezug auf Viren oder Bakterien zu untersuchen, wenn der Patient unter Prüfungsangst leidet oder unglücklich verliebt ist.
Bei diesen Beispielen handelt es sich um seelische Themen und nicht um körperliche. Es können in der Folge zwar körperliche Symptome auftreten, der untersuchende Arzt wird jedoch keine messbaren Veränderungen im Körper feststellen können und zum Schluss kommen: »Sie sind gesund, Ihnen fehlt nichts.«
Wir sprechen hier von Anfälligkeiten und nicht von Krankheiten. Diese Anfälligkeiten kommen zustande, weil uns der Körper über diese Organe und Symptome am leichtesten verständlich machen kann, welches dahinterliegende Thema aktuell bearbeitet werden soll. So können Halssymptome darauf hinweisen, dass ein Problem im Bereich Kommunikation besteht oder weil man vielleicht aus einem übertriebenen Harmoniebedürfnis heraus immer alles schluckt. Vielleicht weiß der Mensch, dass in diesem Sektor Handlungsbedarf besteht, hat aber nicht den Mut, etwas zu unternehmen, oder er kennt die größeren Zusammenhänge nicht. Die Reaktion seines Körpers stößt ihn mit der Nase auf das anstehende Grundproblem und fordert ihn damit auf, aktiv zu werden.
Da es sich um Wahrscheinlichkeiten, Neigungen und Tendenzen handelt, können Symptome auftreten, müssen aber nicht. Und natürlich darf nicht vergessen werden, dass noch viele weitere Faktoren vorhanden sind, die einen prägenden Einfluss ausüben können, im Positiven wie im Negativen. Parameter wie Familie, Erziehung, Gesellschaft, Kultur, Glaubenszugehörigkeit, Lebensweise oder Genetik gehören mit Sicherheit dazu.
Grundsätzlich darf man davon ausgehen, dass eine Krankheit aus dem Körper ausbricht, um diesen zu verlassen. Gefundene Viren und Bakterien dienen in aller Regel dazu, einer Krankheit zum Ausbruch zu verhelfen. Sie sind damit ein Hinweis darauf, welches dahinterliegende Thema bearbeitet werden soll. Folglich handelt es sich bei einer Krankheit um ein Regulationsventil, das dazu dient, möglichst bald wieder ein optimales inneres und äußeres Gleichgewicht herzustellen.
In Kapitel Die einzelnen Zahlen (→ Seite 59 ff.) ist zu jeder Zahl eine begrenzte Auswahl von Organen zu finden, die bei fehlender oder mehrfach vorkommender Zahl gehäuft betroffen sind.
3 Die einzelnen Zahlen

Die Eins
Idee, Anfang und Urvertrauen
Stichworte: Universum, Einheit, Urvertrauen, Geist, Bewusstwerdung, Inspiration, Gedanke, Idee, Anfang, Impuls, Reiz, Wille, Ego, Selbstfindung, Führungsqualitäten, Ziel, Ehrgeiz, Eigenmotivation, Kontrollverlangen, Kontaktfreudigkeit, Respekt, Vorsicht, Ängstlichkeit, Panik
Energie: Yang, männlich, aktiv
Farbe: Weiß, das reine weiße Licht
Element: Feuer
Planet: Die Galaxie (Einheit), das Licht, Neptun
Chakra: Kronenchakra
Tarot: I – Der Magier, X – Das Rad des Lebens, XIX – Die Sonne
Kabbala: Kether, die Krone
Besserung: Aktivität, körperliche Anstrengung (kein Leistungssport!), Bewegung in der freien Natur, sein Bestes geben, ein Team anführen
Verschlimmerung: Arbeitslosigkeit, Mangel an Anerkennung, verlieren im Sinne von nicht-gewinnen, etwas mitje-mand teilen müssen, Langeweile, Untätigkeit, Passivität
Körper und Organe: Kopf, Gesicht, Gehirn, Nase, Stirnhöhlen, Kieferhöhlen, Kiefer, Zähne, Zunge, Halswirbelsäule, Thalamus, Hypothalamus, Zirbeldrüse, Hypophyse




Die Eins ist Ursprung ungetrennter Einheit und Punkt letztendlicher (Wieder-)Vereinigung. Sie ist kontaktfreudig, wie ein Beispiel aus der Chemie zeigt: Im Periodensystem der Elemente nimmt Wasserstoff den Platz als erstes Element der ersten Periode ein. Das Wasserstoffatom besteht aus einem Proton, einem Neutron und einem Elektron und verbindet sich mit nahezu allen anderen chemischen Elementen in der Natur, ist also sehr reaktions- und kontaktfreudig.
Die Tarotkarte 1: Der Magier symbolisiert eine magische Handlung. Ein noch jung scheinender Mann mit der Kompetenz, aus dem unendlichen Potenzial des Nichts, dargestellt als liegende Acht über dem Kopf, ein Etwas zu schöpfen. Vier Elemente, dargestellt als Schwert (Luft), Stab (Feuer), Kelch (Wasser) und Münze (Erde) stehen ihm zur Verfügung. Die Pflanze unter dem Tisch steht für das Wachstumsund Entwicklungspotenzial der empfangenen Inspiration, die sich in Raum und Zeit manifestieren kann.
Die Eins betreibt das Geschäft des Anfangs. Sie ist die Zahl von Inspiration, Idee, Impuls und Beginn. Die Eins ist die Anführerin, die weiß, wohin sie will und die ihrem Weg vertraut.
Eine Eins stellt hohe Ansprüche an sich selbst und andere. Sie hat einen starken Willen und besitzt eine hohe Selbstmotivation. Dadurch ist sie ehrgeizig und will die Erste, die Beste, die Nummer eins sein. Gelingt ihr das nicht, kann sie zu einer schlechten Verliererin mutieren und aufgeben.
Eine Eins arbeitet schwer und braucht viel Anerkennung für ihre Leistung. Einsen fällt es schwer, den Augenblick zu genießen. Sie ist in Gedanken immer irgendwie aktiv, und es fällt ihr schwer, etwas Ruhe in ihr Denken zu bringen. Auch körperlich müssen Einsen ihren Energieüberschuss irgendwie herauslassen, damit die angestaute Energie nicht destruktiv wird. Einsen können nicht gut ausruhen oder entspannen, zu viele Ideen und Vorhaben durchströmen ihren Verstand.
Wir sehen es bereits im Symbol des Strichmännchens: Die Eins steht am Scheitelpunkt des Kopfes und damit symbolisch in direkter Verbindung mit einer höheren (göttlichen) Ebene, wiederum dargestellt durch die Lemniskate als Hutkrempe des Magiers. Diese Verbundenheit äußert sich durch ein stabiles Gottvertrauen, eine Eigenschaft, die der Eins zugeordnet ist. Das Symbol für Macht und Mächtigkeit ist seit jeher die Krone. Die Verbindung mit dem Kronenchakra oder der Zahl eins in der Kabbala (Kether, die Krone) ist kein Zufall.
Fehlende Eins
Das Thema Vertrauen übt einen großen Einfluss auf dich aus. Sowohl im Kontakt mit Mitmenschen als auch im Umgang mit Situationen, denen du oft eher skeptisch oder vorsichtig gegenüberstehst.
Ohne eine Eins wurde dir das (über-)lebensnotwendige Ur- oder Gottvertrauen nicht in die Wiege gelegt. Du hast keine Ahnung, was es heißt, zu vertrauen, weil du gar nicht weißt, wie das geht. Deshalb triffst du immer wieder auf Konstellationen im Leben, die dir die Gelegenheit bieten, Vertrauen zu lernen. Diese Situationen beinhalten in der Regel Komponenten von Gefahr, Reiz oder Faszination, häufig in Kombination mit einem Anteil von Manipulation.
Menschen ohne eine Eins lassen sich leichter übertölpeln und betrügen als andere. Sie glauben unkritisch, was man ihnen sagt, und tun Dinge, die ihnen allein nicht in den Sinn gekommen wären. Solche Menschen kann man manipulieren und gut führen. Das Handwerk eines Soldaten ist ein gutes Beispiel dafür. Man sagt einem Soldaten, was er zu tun hat, und er führt die Befehle aus, ohne sie zu hinterfragen. Es gibt aber auch das exakte Gegenteil davon: Du vermeidest Situationen, in denen es darum geht, irgendjemandem vertrauen zu müssen, und neigst zu unangemessener Skepsis und Misstrauen, zu Übervorsichtigkeit und Ängstlichkeit.
Menschen, die sich ohne Probleme führen lassen, haben nicht genug Eigeninitiative, um sich selbst zu führen, um selbst Anführer zu sein. Es fehlt an Inspiration, Mut und Eigenmotivation. Wer unter einem derartigen Mangel leidet – leiden ist eigentlich das falsche Wort, denn diese Menschen leiden in der Regel nicht bewusst darunter –, wird kompensatorisch Gedanken, Ideen und Impulse von Dritten übernehmen und diese weiterentwickeln. Wer dazu neigt, handelt nicht aus Arglistigkeit, sondern reagiert aus einem Mangel dieser Eigenschaften, die ihm nicht in die Wiege gelegt wurden. Mit fortschreitendem Alter wird man sich die Charaktermerkmale einer Eins erarbeiten und so ein passives Reaktionsverhalten in ein aktives Aktionsverhalten umwandeln.
Langeweile, Passivität, Willensschwäche und Antriebslosigkeit können Thematik einer fehlenden Eins sein, die einen Menschen beschäftigen oder früher beschäftigt haben. Die fehlende Verbindung nach oben zu einer spirituellen oder göttlichen Ebene entspricht einem Mangel an Glauben oder Gottvertrauen. Daraus resultiert eine Unsicherheit. Unsichere Menschen haben ein großes Bedürfnis nach Sicherheit und neigen deshalb dazu, sich gegen alles zu versichern. Ein ganzer Wirtschaftszweig von Versicherungen profitiert davon und präsentiert jährlich stolz Milliardengewinne.
Pessimismus ist ebenso eine Grundhaltung, die bei einer fehlenden Eins oft zu finden ist, und dieser richtet den Fokus verstärkt auf das, was alles schieflaufen könnte, statt auf all das Positive, was daraus resultieren könnte.
Bemerkungen, Anregungen und Tipps
• Entwickle deinen eigenen Willen und öffne dich für Ideen und Ein-fälle. Verbinde dich dazu mit deiner inneren Stimme und achte auf den Impuls oder das Bild, das dein Unterbewusstsein an die Oberfläche deines Bewusstseins schickt.
• Versuche zu akzeptieren, dass da eine höhere Macht ist, auch wenn du sie mit deinem Verstand nicht erfassen oder definieren kannst. Du bist Teil eines größeren Ganzen, und dein Dasein beinhaltet einen tieferen Sinn.
• Du neigst zu Ängstlichkeit? Verbinde dich immer wieder mit deinem göttlichen Licht, oder nimm dir einen Engel zu Hilfe, wenn dir das leichter fällt. Erkenne, dass Angst immer ein Mangel an Vertrauen ist, denn wer Angst hat, vertraut nicht, und wer vertraut, hat keine Angst.
• Du neigst zu Leichtgläubigkeit? Übe dich in kritischem Denken. Vielleicht helfen dir diese Tipps:
– Lass dich nicht zu wichtigen Entscheidungen drängen. Bestehe darauf, Entscheidungen zu überschlafen, und ziehe bei Bedarf den Rat einer Vertrauensperson hinzu.
– Sag nicht ja, nur weil du niemanden enttäuschen möchtest. Hab keine Angst, nein zu sagen.
– Frag dich, was der Profit für die Gegenseite ist, wenn du ja sagst, und worin dein Profit oder Risiko besteht.
– Lass dich nicht von Alter, Ausbildung oder Autorität beeindrucken. Betrachte dein Gegenüber als gleichwertig und auf Augenhöhe.
– Wenn etwas als zu schön erscheint, um wahr zu sein, dann ist es zu schön, um wahr zu sein.
– Frag dich, wie glaubwürdig der Mensch oder wie qualitativ hochwertig ein Produkt ist. Informiere dich über andere Quellen, über Mensch und/oder Produkt.
– Stell Fragen, auch unbequeme!
– Reagiere nicht auf E-Mails, deren Absender du nicht kennst.
– Um Telefonverkäufer abzuwimmeln, genügt es in der Regel zu sagen: »Ich kaufe aus Prinzip nie etwas am Telefon, und mir fehlt die Zeit, um Ihnen weiter zuzuhören.«
Einmalige Eins
Dir wurde ein natürliches Urvertrauen in die Wiege gelegt. Der Ausspruch: »Es wird schon gut …« könnte von dir stammen, denn du empfindest das wirklich. Du bist auf einer höheren Ebene mit dem Göttlichen gut verbunden und gehst mit Vertrauen in die Zukunft. Du weißt, dass du niemals allein bist. Um diese Fähigkeit wirst du von vielen Seiten beneidet, auch wenn dir dies meist nicht offen gezeigt wird. Du strahlst eine innere Ruhe und Sicherheit aus, die dich für andere souverän und gefestigt erscheinen lässt.
Vorsorge ist dir nicht wichtig. Du spürst eine innere Sicherheit und Verbundenheit mit einer göttlichen Ebene und bist deshalb weniger stark auf äußere Sicherheit wie Versicherungen, Vorsorgelösungen etc. angewiesen.
Du besitzt eine hohe Eigenmotivation, deine Ideen weiter zu verfolgen und in die Realität umzusetzen. Begeisterungsfähig und temperamentvoll wie du bist, kannst du andere mitreißen. Du bist ein optimistischer Führer, der mutig vorangeht. Auch wenn es um originelle oder exzentrische Konzepte und Projekte geht, die die Welt noch nicht gesehen hat. Wer könnte sich besser als Erfinder eignen, als eine Eins …?
Mit Einfällen verhält es sich übrigens wie mit Zufällen: Es handelt sich um einen passiven Vorgang, der sich nicht willentlich steuern lässt. »Es fällt mir gerade etwas ein …« bedeutet: Irgendeine Instanz (aktiv) lässt mir (passiv) etwas ein- oder zufallen. Das Wort Idee stammt übrigens aus dem Altgriechischen und bedeutet Urbild. Ein geistiges Bild also, nach welchem das Handeln ausgerichtet wird.
Bemerkungen, Anregungen und Tipps
• Steht die Eins am Anfang deines Geburtsdatums, so bist du von Natur aus ein offener und fröhlicher Mensch. Du kannst den ersten Schritt machen und gut auf andere Menschen zugehen. Du solltest eine Führungsposition einnehmen.
• Deine Intelligenz, dein Temperament und deine Begeisterungsfähigkeit prädestinieren dich für die Entwicklung neuer Konzepte. Setz diese Gabe ein zum Wohl von dir selbst und deiner Umgebung.
• Verschließ dich nicht dem göttlichen Impuls, der Inspiration. Das ist es, was gemeint ist in der Bibel, wenn es heißt: »Den Seinen (mit Gottvertrauen ausgerüsteten) gibt’s der Herr im Schlaf« (im Unterbewusstsein).
• Versuche, nicht immer alles kontrollieren zu wollen. Du verschwendest Energie, die du weitaus produktiver einsetzen könntest.
Mehrfache Eins
Eine Mehrfach-Eins ist meist überdurchschnittlich intelligent, in der Regel schnelldenkend und willensstark. Sie wird bombardiert mit Gedanken, Ideen und Impulsen, die sie manchmal nur schwer kanalisieren kann. Die starke Willenskraft und der damit verbundene Ehrgeiz können eine einflussreiche Führungspersönlichkeit hervorbringen. Der ständige Beschuss von Gedanken und Reizen kann aber auch zu einer Reizüberflutung führen, die dazu führt, dass man sich zurückzieht oder dass eine erhöhte Reizbarkeit entsteht, die die anderen dann zu spüren bekommen. Infolge der vielen Gedanken, Impulse und Reize kannst du abends möglicherweise nicht gut einschlafen.
Die Schwankungsbreite der mehrfachen Eins hinterlässt Spuren auf der Vertrauensskala. Auf der einen Seite leichtgläubig, naiv oder vertrauensselig und nur an das Gute im Menschen glaubend und auf der anderen Seite übervorsichtig, skeptisch und misstrauisch. Bei einer mehrfachen Eins findet man häufiger als bei anderen Zahlen Pessimismus, Eifersucht, Angststörungen und Panikattacken. Unsicherheit ist fast immer ein Thema, und meistens sehen diese Menschen eher Risiken als Chancen. Ihr Fokus ist oft auf die negativen Seiten des Lebens gerichtet.
Kinder, deren Geburt mit Komplikationen verbunden waren, sind auffallend oft mit mehreren Einsen ausgestattet. Unter komplikationsbehafteten oder erschwerten Geburten fallen unter anderem: Zangengeburten, Saugglockengeburten, Entbindungen mit Periduralanästhesie, Neugeborene mit der Nabelschnur um den Hals und natürlich Kaiserschnitt-Geburten. Ein solcher Start entspricht einem blockierten Anfang – einer doppelten Eins aus numerologischer Sicht.
Durch Kaiserschnitt geboren zu werden, ist stets verbunden mit Betäubung, sprich: Lokalanästhesie oder Vollnarkose der Mutter. Das führt dazu, dass das inkarnierende Kind im Unterbewusstsein die eigene Geburt nicht erleben kann, weil die Sinneswahrnehmung der Mutter betäubt ist. Da die erste Erfahrung des Kindes in dieser Welt von Vernebelung und Betäubung geprägt wurde, werden die Überlebensstrategien solcher Kinder oft darauf hinauslaufen, sich in Stresssituationen zu betäuben, um sich nicht spüren zu müssen. Sich zu betrinken, Marihuana zu rauchen oder andere Betäubungsmittel zu konsumieren sind bekannte Reaktionsmuster. Extremerfahrungen und Risikosportarten dienen ebenso der Betäubung wie Suchtverhalten an Computer oder Smartphone. Mehrfach-Einsen neigen verstärkt zu Suchtverhalten.
In kritischen Situationen stehen grundsätzlich drei mögliche Reaktionsmuster zur Verfügung: kämpfen, flüchten oder sich tot stellen. Oft ist bei Menschen mit einer Geburt unter Betäubung die dritte Variante zu beobachten: Der Muskeltonus erschlafft, und dieser Mensch muss gerettet werden. Beispiel: Die Person wird in einer Schock- oder Gefahrensituation ohnmächtig und sackt in sich zusammen. Man hat Angst, ist aber unfähig, zu reagieren. Genau wie bei einer Entbindung unter Narkose: Der Muskeltonus erschlafft, der Mensch ist ohnmächtig und unfähig zu reagieren. Doch nichts ist schlimmer für eine Mehrfach-Eins als Kontrollverlust! Das Kontrollbedürfnis kann derart ausgeprägt sein, dass sie von anderen vielfach als Kontrollfreaks wahrgenommen werden. In Partnerschaften kann dies wegen der nagenden Eifersucht zur Überwachung des Partners führen.
Bemerkungen, Anregungen und Tipps
• Steht die Eins am Anfang deines Geburtsdatums, so kannst du den ersten Schritt machen und grundsätzlich gut auf andere Menschen zugehen. Manchmal kommt dir deine Skepsis dabei in den Weg und mindert deine Kontaktfreudigkeit.
• Du neigst zu Leichtgläubigkeit? Dann achte darauf, dich nicht von Alter, Status oder Autorität beeindrucken oder blenden zu lassen. Reagiere nicht auf Mails, die dir suspekt vorkommen und deren Absender du nicht kennst.
• Sei kritisch und hab keine Angst, Fragen zu stellen, auch wenn sie unangenehm erscheinen. Denk daran: Wenn etwas als zu schön erscheint, um wahr zu sein, dann ist es zu schön, um wahr zu sein.
• Lass dich nicht zu Entscheidungen drängen. Nimm dir Zeit, Entscheidungen zu überschlafen, und hol dir Rat von einer Vertrauensperson.
• Du neigst zu Ängstlichkeit? Verbinde dich immer wieder mit deinem göttlichen Licht, oder nimm dir einen Engel zu Hilfe, wenn dir das leichter fällt. Erkenne, dass Angst immer ein Mangel an Vertrauenist, denn wer Angst hat, vertraut nicht, und wer vertraut, hat keine Angst.
• Du kannst dich versichern oder absichern. Sicherheit ist immer nur ein Gefühl und niemals real. Du kannst dich sicher fühlen, aber Sicherheit liegt nicht im Außen – sie ist in dir drin.
• Du hast einen starken Willen. Leb deinen Ehrgeiz sinnvoll aus! Du darfst ehrgeizig sein und nach Höherem streben, aber sei vorsichtig, dass du daran nicht zugrunde gehst und nicht rücksichtslos wirst dabei – es gibt noch andere Menschen.
• Du hast ein großes Kontrollbedürfnis und möchtest stets alles im Griff haben. Manche sagen sogar, du seist ein Kontrollfreak. Versuche, die Kontrolle abzugeben, indem du anderen Menschen dein Vertrauen schenkst. Selbst wenn sie nicht auf dieselbe Art und Weise (re-)agieren wie du, können sie dennoch zum Ziel gelangen.
• Die Fähigkeit zur Hingabe (= die Kontrolle abgeben) kann trainiert werden. Bitte zwei Freunde, dir dabei zu helfen. Stell dich aufrecht hin, verschränk die Arme vor dem Körper und schließ die Augen. Lass dich auf das Kommando deiner Freunde steif wie ein Stock nach hinten fallen. Deinen Freunden fällt die Aufgabe zu, dich aufzufangen. Vertrau ihnen! Du hast die Übung bestanden, wenn du keinen Schritt nach hinten gemacht hast, die Arme immer noch verschränkt sind und wenn du steif wie ein Besenstiel aufgefangen wirst.
• Es ist eine große Aufgabe, von einer negativen Grundhaltung zu einer optimistischen Weltanschauung zu finden. Nimm die Herausforderung bewusst an und beginne damit, den kleinen Dingen des Alltags die positiven Seiten abzugewinnen.
• Nicht »Der verdammte Schlüssel ist runtergefallen«, sondern ich darf ihn aufheben, und ich trainiere damit meine Muskeln und erhalte so die Beweglichkeit meiner Gelenke.
• Nicht »Die blöden Streichhölzer sind schon wieder ausgegangen«, sondern meine Lunge darf sich jetzt länger erholen bis zur nächsten Zigarette.
• Nicht »Der scheiß Zug ist vor meiner Nase abgefahren«, sondern ich habe jetzt ein paar Minuten Zeit, die nur mir gehört.
Achte darauf, positive Formulierungen zu finden, denn positives Denken funktioniert nicht mit negativen Formulierungen. Die Worte kein oder nicht zerstören jede positive Formulierung.
Die Zwei
Vision, Intuition, Medialität
Stichworte: Fantasie, bildliches Vorstellungsvermögen, Visualisierung, Vision, Medialität, außersinnliche Wahrnehmung, Sensibilität, Intuition, Beziehung, friedliebend, Harmoniebedürfnis, Kompromiss, Rücksicht, Vermittlung, Zusammenarbeit, Aufopferung, allen alles recht machen wollen, Zweifel, Verzweiflung, Suchtgefahr, Illusion, Wandlungs- und Unterscheidungsfähigkeit
Energie: Yin, weiblich, passiv
Farbe: Regenbogen, das gesamte Farbspektrum
Element: Wasser
Planet: Zodiac (der Tierkreis), Uranus
Chakra: Stirnchakra, das Dritte Auge
Tarot: II – Die Hohepriesterin, XI – Die Kraft XX – Das Gericht
Kabbala: Chockmah – die höchste Weisheit
Besserung: Komplimente, Dank, Anerkennung, Harmonie, Gesellschaft, Zusammenarbeit
Verschlimmerung: Streit, Konflikt (auch bei anderen), Undankbarkeit, Isolation
Körper: Augen, rechte Gesichtshälfte Fehlt die Zwei oder kommt sie mehrfach vor, so ist die Wahrscheinlichkeit von Symptomen in diesen Körperregionen erhöht.




Die Trennung der Einheit in Teil und Gegenteil
Nach der Trennung steht dem ICH ein DU gegenüber, welches sich vom ICH unterscheidet, was ein Erkennen erst ermöglicht. Das Getrenntsein der Zwei führt zu Gespaltenheit, Zweifel und zuweilen Verzweiflung. Aufopfernd, einfühlsam, warmherzig und sensibel will die Zwei zwischen dem ICH und dem DU vermitteln und Harmonie herstellen.
Die Fähigkeit zur Unterscheidung gehört zur Zwei. Sie ist Kontaktpunkt zu Übersinnlichem und zum Unterbewusstsein, aber auch Ursprung des Zweifels. Das Zu-Hause-Sein »im Himmel wie auf Erden« macht die Zwei zur Zahl der medialen Veranlagung und der Intuition. Ihre vom Verstand oft angezweifelte Fähigkeit zur außer- und übersinnlichen Wahrnehmung kann eine Zwei in tiefe Unsicherheit und depressive Krisen stürzen. Zweien verfügen zudem über ein ausgeprägtes bildliches Vorstellungsvermögen und folglich über eine lebhafte Fantasie.
Eigenschaften wie sensibel oder harmoniebedürftig findet man fast immer bei der Zwei. Sie geht Konflikten lieber aus dem Weg und zeigt sich kooperativ und rücksichtsvoll. Meist stellt sie die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen vor ihre eigenen. Zuweilen ist das Bedürfnis, allen alles recht zu machen, sogar so ausgeprägt, dass sie Kompromisse eingeht, die ihr selbst zum Nachteil gereichen, und damit steht sie in Gefahr, ausgenutzt zu werden. Entsprechend erhöht sich das Risiko, von anderen ausgebeutet zu werden, auch wenn ihr dies nicht von Anfang an auffällt. Eine Zwei kann beispielsweise ihre sexuellen Bedürfnisse an die ihres Sexualpartners anpassen und ihre eigenen Wünsche unterdrücken. Was als positive Kooperationsbereitschaft gedacht war, kann so in sexuelle Ausbeutung ausarten. Wird ihr dies bewusst oder entwickelt sie entsprechende körperliche Symptome, so kann sie entgegen ihrem Naturell sehr undiplomatisch werden und sich grollend zurückziehen. Sie wendet sich von anderen ab und kann in eine Opferrolle verfallen. Ihre Gutherzigkeit verwandelt sich in Widerstand und Starrheit.
Eine natürliche Zwei kennt kein Konkurrenzdenken. Sie will nur ehrlich helfen und vermitteln, Frieden stiften und Menschen zusammenbringen. Mit Kritik kann eine Zwei Mühe haben, weil sie Sachliches und Emotionales nicht immer auseinanderzuhalten vermag. Es ist wichtig, dass Zweien lernen, ihre eigenen Bedürfnisse zu formulieren und sie auch zu äußern. Auch wenn dies bedeuten sollte, dass man andere damit vor den Kopf stößt.
Eine interessante Seite der Zwei ist ihre Wandlungsfähigkeit. Sie hat zwei Seiten und spielt in der Öffentlichkeit die Hauptrolle im Theaterstück »Mein Leben«. In dieser Rolle zeigt sie sich gern und vereinnahmt dabei ihr Publikum mit ihrer liebenswerten und aufgeschlossenen Art.
Die private Seite offenbart sie meist nur Menschen, denen sie vertraut und die sie schon etwas besser kennt. Diese Seite kann das genaue Gegenteil ihrer öffentlichen Seite sein, kann zurückgezogen und weit weniger vereinnahmend und viel verletzlicher sein. In ihrer privaten Rolle muss die Zwei ihr Schutzschild nicht immer auf aktiv schalten, sondern darf sein wie sie ist. Außerhalb der eigenen vier Wände will sie aber niemandem eine Angriffsfläche bieten und kann sich charmant, diplomatisch und angepasst allen Scharmützeln und emotionalen Attentaten entziehen.
Fehlende Zwei
Dass es keine Zufälle gibt, hat sich mittlerweile herumgesprochen und wird von vielen auch so verstanden. Von Zufall spricht man immer dann, wenn man keine Gesetzmäßigkeit im Ablauf eines Geschehens erkennen kann. Zufall bedeutet nicht nur, dass dir etwas zufällt, sondern dass dir genau das zufällt, was zu diesem Zeitpunkt fällig ist. Stets verbunden mit dem Risiko, dass du durch einen Zufall zu Fall gebracht werden kannst.
Dass du hier bist, ist kein Zufall, doch du zweifelst, manchmal bis zur Verzweiflung. Es fällt dir schwer, deine Intuition wahrzunehmen und ihr zu vertrauen. Es fehlt dir der Zugang zu deiner übersinnlichen Wahrnehmung, und falls du dir diesen Zugang erarbeitet hast, verfügst du nicht über die angeborene Fähigkeit, ihr zu vertrauen. Als Folge davon neigst du dazu, dich auf deinen Verstand zu verlassen.
Die Fähigkeit des bildlichen Vorstellungsvermögens (Visionen, Visualisierungen) wurde dir nicht in die Wiege gelegt, was dazu führt, dass du zunächst kompensatorisch auf die Vorstellungen und Bilder von anderen zurückgreifst.
Du hast das Bedürfnis nach einem harmonischen Umfeld, findest aber die Harmonie nicht in dir selbst. Es besteht ein Gefühl von Unzufriedenheit, wobei dir nicht bewusst ist, woher sie kommt.
Eine Neigung zu Suchtverhalten kann in fast allen Lebensbereichen zutage treten. Grund dafür ist ein tiefes Bedürfnis, der diesseitigen Welt zu entfliehen und in die geistige oder virtuelle Welt abzudriften.
Bemerkungen, Anregungen und Tipps
• Deine Intuition ist eng mit deinem Unterbewusstsein verknüpft. Dein Unterbewusstsein kann und wird niemals gegen dich arbeiten – diese Art von Selbstsabotage ist dem Verstand vorbehalten.
• Lerne zwischen anderen sinnvoll helfen und sich ausnützen lassen zu unterscheiden.
• Wenn du deinen Verstand benutzt, dann vergiss nicht, eine höhere Sichtweise einzunehmen, und berücksichtige den spirituellen Aspekt.
• Verbessere dein bildliches Vorstellungsvermögen, indem du zu einem Gedanken oder einer Idee bewusst versuchst, entsprechende Bilder vor deinem inneren Auge entstehen zu lassen. Spiele vor deinem inneren Auge Rollenspiele, in welchen du verschiedene Rollen spielst und unterschiedliche Sichtweisen einnimmst. Fühle dich in diese Rollen so gut es geht hinein.
• Vermeide Ablenkungen, um deine Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen.
• Verbinde dich mit deiner Intuition, indem du dich in einer entsprechenden Situation fragst: »Was würde ich tun, wenn ich auf nichts und niemand Rücksicht nehmen, niemandem gefallen müsste und keine Fehler machen könnte?« Das Gefühl, das dann entsteht, solltest du nicht mit deinem Verstand zerstören.
Einmalige Zwei
Du bist ausgeglichen, friedliebend und hast ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis. Du bist kooperationsbereit und legst großen Wert auf eine kultivierte Zusammenarbeit. Du neigst dazu, allen alles recht machen zu wollen und deine Bedürfnisse hintanzustellen. Dass du allseits geschätzt wirst wegen deiner diplomatischen Fähigkeiten ist das eine, das andere ist, dass du Konflikte vermeidest und lieber faule Kompromisse eingehst, als einen Streit auszutragen. Es besteht die Gefahr, ausgenutzt zu werden, weil du dich immer in einer Vermittlerrolle befindest und mehr gibst, als dir guttut.
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