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Da Fraunz: Gschichtln aus mein Lem
Die Rechtschreibung folgt der Schreibweise des Autors.
Alle Rechte vorbehalten
© 2014 edition a, Wien
www.edition-a.at
Cover: Gianna Prein, Kyungmi Park
Gestaltung: Hidsch
Gesetzt in der Premiéra
Gedruckt in Europa
1 2 3 4 5 — 17 16 15 14
Print-ISBN 978-3-99001-116-4
eBook-ISBN 978-3-399001-122-5
eBook-Herstellung und Auslieferung:
Brockhaus Commission, Kornwestheim
www.brocom.de
Inhalt
Vorwort
Geburt und die erstn Joahr in Ungarn
Wirtshausgschicht
Da Fraunz kummt noch Österreich
Kindheit in Wien
Vuiks- und Hauptschuizeit
Mei erster Rausch
Die Zeit im Poly
Musik und Drogen
Rückkehr nach Ungarn
Großvoda und seine Gschichtln
Bundesheer
Nur die Besten steam jung – Geri und Roman
Blutiger Stuhl
Urlaub ohne Ziel – Zwei Jahre auf Reisen
Die Liebe und i
Bodezimmer renovieren
Mei Lem ohne Kinder
Warum ma sein Hund ned Sex nennen suit
Urlaubsgschichtln
Die letzten Tog mit mein Großvoda
Facebook und I
Gedaunkn üwas bisherige Leben
Schlusswort
Danksagung
Fia jeden Anzelnen meiner Facebook-Freind
Speziell:
Fian Christian und seine Jägermasta
Fia die Kathi und ihr Salami Pferd
Fian Thomas und sei schwoche Lewa (üben!)
Fia meine vier Freind aun da Jägermasta Front
Fia die Veronika, de Kaumpfsau – ois Guade fia die Zukunft, bleib stork!
Und fia di, weu du des Biachl grod in da Haund host!
Vü Spaß!
VORWORT
Griaß eich, i bin da Fraunz aus Wean. Des is a etwas greßare Stodt aun da Donau. Einige vo eich werdn mi vielleicht scho vo Facebook kennan. Aundare kennan mi no goaned – sads froh!
Jednfois wean si vüle vo eich frong, warum zum Teifl i a Buach schreib. Glaubts mas, am Aufaung hob i ma des a docht. Oiso, warum tua i ma de Hockn üwahaupt au? I erklärs eich.
Auf Facebook bin i seit Oktober 2012 aktiv. Domois hob i augfaungan a boa lustige Rauschgschichtln zu dazöhn, de relativ guad aukumman san. Mei Seitn is in kurzer Zeit sehr bekaunnt woan und i hob meine ersten »Fans« griagt – obwuih des nie mei Obsicht woa. Da eigantliche Grund woa, dass i eich a bissl zum Lochn bringan wuitat und somit eichan Tog bessa moch. Und den Reaktionen noch zu urteun, hob i des a guad gschofft. I hob mit maximal 2.000 »Likes« auf meina Seitn grechnet, weus eigantlich nur a 0815-Spaßgaudehoiwa-Aktion woa. Dass i jemois weit üwa 100.000 »Gefällt Mir« hom wia, hätt i ma nie docht. Des Thema Facebook wia i in an eigenen Kapitel no ausführlicher beschreim.
Jednfois hot mi moi aufm Gsichtsbuach (Anm.: wortwörtliche Üwasetzung vo »Facebook« ind Mundoat) ana augschriem und gfrogt, ob i a bissl wos vo friacha dazöhn kau. Oiso meina Kindheit, Jugend, Famülie, Freindschoftskreis etc. … und des hob i a gmocht. Do is neama um lustige Rauschgschichtln vermischt mit Fantasie gaungan, sundan um ernste Themen. Es woan lustige als auch traurige Sochn dabei und i hob oft gnua plärrt, wenn i die Gschichtln gschriem hob – die Leser auf Facebook genauso.
A einschneidendes Erlebnis woa die Gschicht vo mein Opa und mir (a des kummt späda no ausführlicher), do is wirklich ka Aug trockn bliem. I hob sehr vü Rückmödungen griagt und ane davo hot mi persönlich extremst troffen.
A neue Nachricht auf Facebook. Leiwaund, klickst amoi auffe und siechst es Profübüdl vom Absender – Glotzn und tätowiert. Do denkst da scho moi, dass des a hoate Sau sei wird. Owa im Gengteu: Er hot ma mitgeteilt, wie sehr eam des gaunze berührt und daun hot a ma vo sein Lem und seinen Großötan dazöht. Ois klans Kind is a zu eana kumman, weu die Mama leida zu Rauschgift griffn hot. Da Bua kummt ind Pubertät und die Großötan wean gleichzeitig kraunk. Er vakroftet des ned und flüchtet si in Stroftoten, wo a seinen Emotionen und a Aggressionen freien Lauf losst. Es kummt, wos kumman muas, die Kiwarei schnappt eam auf und er muas in Häfn– zu der Zeit steam die Großötan. Er hot ned amoi zum Begräbnis geh kennan, weus eam ned ausm Gfängnis ausselossn hom. Nochdem er sei Zeit obgsessn hot, is a sofuat zum Friedhof gfoahrn und hot es Grob besucht. Er is zaumbrochn, zu vüle Erinnerungen, zu vüle Emotionen und zu vüle Schuidgefühle, mit de ka Mensch fertig wean kau. Des woa sei letzter Besuch am Grob fia a sehr launge Zeit. Bis a mit mir augfaungan hot zum schreim. Er hot sei Herz bei mir ausgschitt auf a Oat und Weise, de i ma niemois vo eam erwoatet hätt. Mittlerweule is a scho a Mau mit ana Partnerin, de a üwa ois liebt, und er hot sei kriminelle Vagaunganheit hinta sich lossn. Owa zum Grob hot as nie mehr gschofft. I hob gsogd, dass a sei Freindin mitnehman sui damits fia eam do is, owa er wuitat ihr ned zu Lost foin, zu groß woa da eigene Stolz. Launge Zeit hob i eam zuagredt, bis a si wirklich entschiedn hot hinzugeh.
Kennts eich vurstöhn, wie i mi gfreit hob, dass er de Entscheidung troffn hot und kennts eich vurstöhn, wie guad eam des Gespräch mit mir tau hot? Des is eigantlich unbeschreiblich.
Des is nur ane vo unzöhligen berührenden Rückmödungen meiner Facebook Gemeinde. Und genau de Momente san da Grund, warums ihr jetza grod des Biachl in da Haund hobts. Damit i eichan Tog a bissl schena moch, damits a wengl lochn kennts, damits neiche und wichtige Sochn fias Lem lernts, damits wos in da Haund hoits oda afoch nur damits am Heisl wos zum Lesen hobts.
Noch jeder Gschicht vo mir woa fuiganda Sotz am meisten zu lesen: »Fraunz schreib bitte a Buach!«
Den Wunsch erfüll i eich jetza. Ihr wuitats es so. Damit wünsch i eich vü Spaß beim Lesen, i hoff es gfoit eich.
Eicha Fraunz
PS: Fois si wer wundat, warum i do ois auf Mundoat hifetz und mich nicht in der gehobenen hochdeutschen Sprache artikuliere: Gaunz afoch, weu i a Österreicher bin und in Wean leb, do redt ma afoch in da Mundoat. I find, dass ma auf die Mundoat stuiz sei kennan und dazua steh suitn, ned, dass uns de obhaundn kummt. Außadem is des mit die Biacha im Dialekt sowieso a Morktlückn, oiso sads froh, dass grod ans in da Haund hobts.
Fois wer Rechtschreibföhla findet, suitat er si Fuigandes merken – in da Mundoat gibt’s sowos ned!
Ich lese im Buch der Erinnerung
Ich hör’ mich lachen
Mein Leben war ein Märchen
Erzählt von einem Narren
Böhse Onkelz
GEBURT UND DIE ERSTN JOAHR IN UNGARN
Wir schreim den 12. Dezember 1962, a wundaschens Datum, um aufd Wöd zu kumman, weu des merkt ma si gaunz leicht. Auns Wetter kau i mi leida neama erinnern, i woa nämlich ned vor da Haustia. Den Wetterbericht hob i a ned gsehng, do wo i vor da Geburt woa hots no ka Kabelfernsehen gem – ka Auhnung, wie des jetza ausschaut, vielleicht gibts duat jetza scho WLAN. Jednfois woa glauwi a wengl a Hochwossa, i bin nämlich a Zeit laung nur gschwumman.
Noch etliche Stunden des mütterlichen Leidens hob i daun es Licht da Wöd erblickt, olladings was i davo a nix mehr, owa aungeblich hob i sehr vü gschrian.
I bin in an klanan ungarischn Dorf auf die Wöd kumman, mei Mama is nämlich gebürtige Ungarin. Mei Papa woa domois ois Bauhackla unterwegs und hot bei an Auftrog in Wien mein Opa mütterlicherseits kennanglernt. Der hot a boa Leid fia a Oaweit in Ungarn gsuacht und mei Papa hot zuagstimmt. Trotz Eiserner Vorhang homs es üwa die Grenz gschofft – aungeblich geht ois, wenn ma die richtign Leid kennt.
Mei Papa is domois grod 18 Joahr woan und woa es totale Oaweitsviech (is a bis heite), desweng hot a imma ghackelt, wo wer braucht woan is. Zurzeit woa grod Winter und in Wean hot a bei ana Firma ghacklt, de die Eiszopfn und den Schnee vo die Dachln obramt. Iagandwaun is eam des zu fad woan. Desweng is mei zukünftiger Opa grod zur richtigen Zeit erschienen.
Er is oiso mit mein Opa und einigen aundaren österreichischen Oaweitern in Ungarn aukumman, nochdems mit da Kirchn ums Kreiz gfoahrn san. Duatn homs daun beim Bau ana Schui ghuifn. Natialich homs Göd dafia griagt und des woa goaned so wenig, zumindest fia ungarische Verhötnisse. Domois hot jeda jeden ghuifn. Mei Opa woa bei dera Baufirma a bissl a hechara Hawara und hot desweng Hüfskräfte gsuacht und seine Kontakte noch Österreich spün lossn. Des hots friacha scho gem und des gibts heite a no. Jetza siechst a imma ungarische oda slowakische Oaweiter bei uns in Österreich, de grod bei iagandwem daham a wengl beim Pfuschn höfn.
Mit mein Papa hob i oft üwa de Zeit, seine Eindrücke vom Laund und die duatigen Zustände gredt. »Bua i sogs da«, hot a augfaungan zum Dazöhn, »mir hots scho a wengl die Zechnnägl aufd Seitn ghaut, wie ma noch Ungarn kumman san. I woa jo no nie duatn, da Eiserne Vurhaung is do und üwaroi stengan die Wochn. Kaunst di eh erinnern, wie i da des letztens zagt hob.«
Wie i im Vuiksschuioita woa, wuit i nämlich gaunz oft zu die Großötan noch Ungarn umme und meine Ötan hom dauand gsogd, dass daweu ned geht. Des woa im Winter und wir san, wenn, daun imma nur im Summa ummegfoahrn, weu do hom Bekaunnte vo uns bei da Grenz ghacklt und uns so es Ummefoahrn nahezu problemlos gmocht – zumindest is mir so vurkumman. Heitzutog foahrst noch Ungarn zum Tesco, ois warads es Normalste auf da Wöd. Domois woa des lebensgfährlich.
»Vaglichn mit uns homs in Ungarn goanix ghobt. Du wünschst da wos zu Weihnochtn, in Ungarn woans froh, wenns üwahaupt an Christbam ghobt hom. Die Heisa hom a ausgschaut, ois hättn vor 10 Minutn Bombn eigschlong. Und Mittentrinnan san wir gstaundn und hom beim Aufbau ana Schui höfn miasn. Du kaunst da ned vurstöhn, wie daunkbar die Einheimischen woan. Trotz ollem woan und san die Ungarn sowos vo gastfreundlich, dass ma des ned amoi erklärn kau. Schod, dass wir söwa de Mentalität ned hom.«
Und do hot mei oida Herr komplett recht, du wirst sötn sowos Gostfreundliches wie die Ungarn treffen. De san mit ollem im Lem zufrieden und a wauns fost nix zum Essn hom, sie wean dir die greßte Portion zu essen gem, weu du eana Gast bist! Daradn wir des mochn? Gaunz ehrlich, i miasat mi moi üwawindn üwahaupt wos zu kochn und daun no schaun, dass i desweng jo ned in da Zeit im Bild erschein, weu mei Haus ogfackelt is.
Jednfois hot si mei Papa sehr schnö mit dem Laund und seine Leid augfreindet, desweng hot eam die Oaweit duatn sehr vü Spaß gmocht.
Wer so weit vo daham entfernt wohnt, der muas a irgendwo üwanochtn. A do hot mei Opa wieda nochghuifn. Mei Vawaundtschoft do untn hot nämlich an großn Bauernhof ghobt und mei Papa hot mit die aundan österreichischen Oaweiter im Nebngebäude unterkumman kennan, wos scho zu ana Oat Gästehaus umbaut woan is.
Laung hots ned dauat, do is den Oaweitan des fesche Madl aufgfoin wos zur Famülie gheat hot. Blonde Hoa, de fost bis zum Oasch gaungan san, 17 Joahr jung und a fescha Zopfn, dass sie jeda noch ihr umdrahn hot miasn. Olle woan narrisch auf sie, mei Voda natialich ah.
Mei Voda hot vo olle Mauna am Schnöstn reagiert und is meina zukünftign Mama afoch amoi in Stoi noch gaungan und wuitat ihr höfn. So und jetza kummts zum Problem – du bist in an aundan Laund, wo a aundare Sproch gsprochn wird und du wüst grod bei an Madl aubandln. Preisfrog: Wie mochst des? Des hot si mei Voda a docht, wie a daun vor meina Mama gstaundn is.
Papa: »Hallo.«
Mama: »Szia.« (ungarisch fia Hallo)
Daun wuitat a frong, wies ihr geht, owa dadurch, dass seine Ungarisch-Kenntnisse zu dem Zeitpunkt ned existiert hom, woa a do bereits sprachtechnisch gsehng im Oasch.
Desweng hot a gaunz laungsaum »Wie geht’s dir?« gfrogt und dabei jedes Wort mit die Händ mehr oda weniger beschrieben (frogts mi bitte ned, wie des geh sui, i was söwa ned). Und daun die Üwarroschung.
Mei Mama hot glocht und Fuigandes gsogd: »Gut, dir?«
Daun hots mein Papa die Aung ausseghaut. Is a komplett deppat. Er hot glaubt, er is in Ungarn und de kennan so guat wie ka Deitsch (is jo ned so, dass ma bis 1918 a gemeinsaume Monarchie woan) weu denan ihr eigane Sproch scho a Zungan- und Hirnvergewoitigung höllischn Ausmaßes is. Und daun auntwortet eam des schene Dirndl bahoat auf Deitsch.
Papa: »Sprichst du deutsch?«
Mama: »Ja, ich lerne in Schule.«
Papa: »Des jo. Wie oidn bistn eigantlich?«
Mama: »Tessék?« (ungarisch fia »Wie bitte?«)
Papa: »Wos wüsd?«
Mama: »Ich verstehe nicht. Dein Deutsch ist komisch.«
Supa, do nimmst die Eier ind Haund, bandlst bei an Madl au und daun sogts da bahoat, dass die Mundoat, auf de du eigantlich so stuiz bist, »komisch« is. Owa si homs beide total lustig gfundn.
Sie hom si gengseitig vorgstöht und daun gemeinsam die Kuah gmuikn. Damit is ka deppate Redewendung fias Schnaxln oda so gmahnt, sundan si hom echt a richtige Kuah gemeinsaum gmuikn.
Des woa da Beginn ana Liebesromanze und i woa scho in da Nudlsuppn, hob ma die Händ griebn und gfreit, dass mei Zeit kumman is. Owa bis dohi hots no a wengl dauat.
Meine Ötan hom si total schnö ineinaunda vaschossn. Togsüwa hot mei Voda beim Aufbau vo da Schui ghacklt, und wenn a zruckkumman is, hot a mit meina Mama wos untanumman. Am Aufaung sans oft spaziern gaungan und sie hot eam die Umgebung zagt. Sie hot eam Ungarisch beibrocht, er hot ihr Deitsch vabessert und söbstvaständlich Schritt fia Schritt mit da Mundoat vatraut gmocht – ohne der geht nämlich goanix.
Irgendwaun hom sa si gengseitig gsogd, wie sehr si aufeinaunda obfoahrn. Liebe hier, Liebe do, den gaunzn Schmorrn hoit. Danoch woans offiziell zaum und mei Opa hot si iagandwie an Norrn auf mein Papa gfressn. De zwa hom si nämlich bestns vastaundn. Meistens woa da Togesoblauf so: Papa geht hackln, kummt ham, geht zu meina Mama und danoch schaut a zum Opa und sauft mit eam söwabrenntn Palinka. Im Schnops lebt bekaunntlich da Teifl, owa ans garantier i eich, ned amoi da Teifl hättat den Palinka vom Opa augriffn, des woa nämlich a Niederleger, dassd gaunz Russlaund in an Dornrösschenschlof schickn hättst kennan. Leck mi am Oasch, do kummt ma fost es Speim, waun i aun des Zeig zruckdenk …
So ähnlich hot mei Papa domois a docht. Nochdem a es erste moi mitn Opa saufn woa, hot a die gaunze Nocht üwan Heisl vabrocht und ois auffaghuit, wos zum auffahuin gaungan is – gefühlsmäßig hot a glaubt, dass a sein Dickdarm auffaspeibt, so oag hots eam herbirnt. Dementsprechend scheiße is eam am nächstn Tog gaungan, owa des woa mein Opa und ollen aundaren Oaweitern wuascht – der hot hackln geh miasn. A Plumpsklo warad aun dem Tog produktiver gwen ois er.
Danoch is ois relativ schnö gaungan. Vo Verhütung hom meine Ötan domois aunscheinend üwahaupt nix ghoidn, weu im März hob is ma scho im Mutterleib vo da Mama gmiatlich gmocht. A Wunschkind woa i mit Sicherheit ned, owa mei Mama hot si trotzdem extrem gfreit und mei Papa hot si ind Hosn gschissn, weu a glaubt hot, dass eam da Opa daschiaßt und im Ort aufhängt. Desweng homs es am Aufaung geheim ghoidn und hamlich Pläne fia die Zukunft gmocht.
Im Mai is mei Papa fia a boa Tog in die Heimat zu meine aundan Großötan gfoahrn und hot duatn mit mein Großvoda väterlicherseits a bissl üwa die Oaweit und Ungarn trotscht, bis a die Bombn plotzn hot lossn.
»Ajo Vater, es werds im Winter Großötan.«
Auf amoi host nur mehr an extrem lautn Scheppera gheat, weu da Großvoda des üwahaupt ned bockt hot und eam die Weinfloschn aus da Haund gflong is. Da gaunze Bodn schwimmt im Rotwein, die Oma wird si sicha gfreit hom.
Großvoda: »Bua, wos sogst du do?«
Papa: »Dass ihr Großötan werds!«
Großvoda: »Des is ma scho kloa, owa is des wirklich dei ernst?«
Papa: »Jo.«
Großvoda: »Sicha?«
Papa: »Jo!«
Großvoda: »Na hawedere. Wie stöhst da des vor? Kummts ihr umma oda bleibts in Ungarn?«
Des woa typisch fia mein Großvoda. Scheißegal, dass mei Papa zu dem Zeitpunkt grod amoi 18 Joahr woa und in Ungarn ois Pfuscher ghacklt hot – er hot glei auns Familiäre gedocht. Wie wird des Kind aufwochsn? Bei beiden Elternteilen in an Haus? Und wo, in Ungarn oda in Österreich?
Aun finanzielle Sochn hot a do üwahaupt ned docht, fia eam woas nämlich kloa, dass a sein Sohn untastützen wird. Owa ans wuit a glei wissn:
»Heiratest dei Freindin?«
Papa: »Üwa des homma scho gredt. Es warad wui die beste Lösung fia olle.«
Großvodan: »Lösung hin oda her, WÜSD DU sie heiraten?«
Papa: »Jo!«
Großvodan: »Daun mochs. Mei Erlaubnis host!«
Danoch homs de zwa no meina Oma beibrocht, wos si a bissl schwieriger erwiesn hot. Zuerst hots as ned glaubt, daun hots an Schock fias Lem griagt, daun hot sa si gfreit, daun hots Verlustängste griagt, weus glaubt hot, dass mei Papa neama vo Ungarn zruckkummt und sie desweng nie ian Enkel sehng wird etc. … a ziemlicher Nervenkriag.
Letztendlich hom meine Großötan mein Papa no an schenan Ring fia die Hochzeit mitgem und si vo eam verobschiedet. Er hot ned gwusst waun a wieda kummt, owa er hot vasprochn, dass a wieda zruckkehrt. Mei Oma hot gwusst, er hoit sei Wort, weu da Großvoda woa genauso (darüber bericht i in an eiganen Kapitel) und is vom 2. Wötkriag zu ihr hamkumman. Es hot jedoch a Zeitl dauan suin, bis i es erste moi österreichischen Boden betreten hob kennan.
Zruck in Ungarn hot mei Papa eigantlich nix mehr oaweitn miasn, weu die Schui fertig woa. Trotzdem is a zruckkumman zu meina Mama und de hot si logischaweise ihrn Oasch ausgfreit – theoretisch hättat mei Papa jo afoch in Österreich bleim kennan und warad afoch nimma in Ungarn auftaucht. Daun warad mei Mama mit mir allanig, wos zu dera Zeit sicha ois aundare ois leicht woa.
Owa er is wieda zruckkumman und hot si fia mei Mama und mi entschiedn. Des rechne i eam bis heite hoch au, des hättn nämlich sicha ned vüle so gmocht wie er. Am erstn Tog, wie a wieda in Ungarn woa, hot a meina Mama an Heirotsauntrog gmocht – und sie hot »Ja« gsogd (auf deitsch).
Iagandwaun zu der Zeit hom si daun meine Ötan moi mit meine Großötan zaumgsetzt, weus wos zu besprechen gem hot. So richtig klischeehoft, wie mas hoit kennt, mit an schenan Essn am Tisch und suiche Sochn hoit. Auf amoi verkündet mei Mama die frohe Botschoft und sogt, dass schwaunga is.
Da Opa hot si vaschluckt, warad fost aun an Erdopfl dastickt und hot unobsichtlich mit da Haund sei Rotweinglasl aufm Bodn ghaut – jo, de Parallelen zum aundan Opa san leiwaund.
Daun hom sa si a Moralpredigt auhuachn kennan. Wie sa si des vorstöhn, sie san jo beide no so jung, wos wuins dem Kind amoi bieten, wie sui die Zukunft vo olle ausschauen etc. …
Mei Papa hot es Wort ergriffen und eana gsogd (scho ois in an mehr oda weniger vaständlichen Ungarisch), dass a des söwa leida ned beauntwortn kau, owa ois in seina Macht Stehende mochn wird, dass dem Kind guat geht und a schens Lem hom kau. Und dass am liabstn noch Österreich geh daradn, weu sa si duatn afoch besser lebt ois in Ungarn. Nochdem a sei Vuiksrede beendet hatte, hot a gfrogt, ob a mei Mama heiratn deaf.
Die Mama hot so Aungst ghobt, dass afoch aufgstaundn is und si im Klo eigsperrt hot. Sie woa die Letzte, de glaubt hot, dass da Opa zuastimmt und die Hochzeit erlaubt. Owa genau so is eitroffn.
Die Hochzeit hot im August stottgfundn und es woan unzöhlige Leid do. Erstens amoi, weu mei Opa a sehr bekaunntes und beliebtes Gsicht in da Ortschoft woa und zweitens, weu die Ungarn afoch so leiwaunde Leid san und weng ollen a Feier mochn. Die meistn Leid hot mei Papa goaned kennt, owa noch da Hochzeit woan de a fixer Bestaundteil in sein Freindeskreis. Des Laund und seine Einwohner san eam sehr auns Herz gwochsn und mir gehts heite ned aundas.
Daun woa da 12.12.1962 – ob jetza bin i do.
Vo die österreichischen Oaweiter woan nur mehr mei Papa und a aundara do, da Herbert. Der hot emfois in da Ortschoft ane kennanglernt und is zu ihr zong. Soweit i owa was, is a boid wieda zruck in die Heimat gfoahrn, aunscheinend woa des mit de zwa wui nix Gscheids. Jednfois san meine Ötan mit mir in des Nebengebäude zong, wo zuvor die gaunzn Oaweiter gwohnt hom. Wir hom oiso am Bauernhof vo meine Großötan glebt und duat hob i sehr schene Joahre vabrocht.
Eigantlich hom meine Ötan vorghobt, dass ungefähr a hoibs Joahr untn bleim und daun mit mir noch Österreich zruckgengan. Leida is zu dera Zeit politisch drunta und drüwa gaungan und sicherheitshoiwa hots ghaßn, dass ma do bleim suitn. Uns hom zwoa die Bekaunntn bei da Grenz imma ghuifn, owa zu der Zeit woa des ois aundare ois sicher. Samma si ehrlich, do is eich es Lem wichtiger ois a Umzug, desweng bleibt ma hoit in Ungarn. Meine Ötan hom damit ka Problem ghobt, Großötan a ned und i scho goaned.
Fia mi woa da Bauernhof a Traum. Mit zwa Joahr bin i scho grennt wie a Trottl und hob a reden kennan – zweisprachig! Mit da Mama und die Großötan hob i imma Ungarisch gredt, mitn Papa Deitsch (nur Mundoat). I hobs ned wirklich verwirrend gfundn, weu i hobs jo ned aundas kennt. Mit die Großötan hob i hoit normal gredt und mitn Papa a wengl aundas. I hob glaubt, des is imma so. Owa olle homs scho imma »Fraunz« zu mir gsogd. Ned »Franz« und a ned »Ferenc« (ungarisch fia Franz), sundan imma »Fraunz«! Taugt ma iagandwie.
I woa eigantlich a richtiger Lausbua, oft gnua bin i herumgrennt und hob mi iagandwo vasteckt. Daun hot mi die gaunze Famülie gsuacht und si scho hoiwat ind Hosn gschissn, bis mi die Mama iagandwaun im Stoi gfundn hot. I bin zu die Schweindln gaungan, hobs gstreichelt, mi zu eana dazuaglegt und bin eigschlofn. Olle woans froh, wias mi wieda gfundn hom, owa gstunkn hob i wie a gaunzes Jauchnfassl. Kau mi no guat erinnern, wie mi olle augschaut und si die Nosn zuaghoidn hom. Woa ziemlich lustig.
Mit drei Joahr bin i do scho a wengl ärger woan. Do hot mi da Opa hintn auf sei Moped (Vesper-Vaschnitt) gsetzt und is mit mir in die Ortschoft gfoahrn, um a bissl wos eizukafn. Bist duatn woast, bist scho a Randl gfoahrn, weu die Stroßn uman Woid harum baut woan is, desweng hot mei Opa afoch imma an Obkiaza gnumman und is mit mir quer durchn Woid presst. Auf des kau i mi no guat erinnern, wobei si die Rückfoahrt intensiver in mei Gedächtnis eibrennt hot. Wir san oiso brav eikafn gaungan, hom ois so guat wie meglich am Moped verstaut (zwischn die Haxn vom Opa und aufm Lenker san die Sackerl ghängt) und san den gleichn Weg wieda hamgfoahrn.
Bei an Stickl im Woid gehts amoi bergob und daun glei wieda bergauf – fia an dreijährigen Buam hot des sowos wia an Achterbauhn Effekt, wenns vastehts wos i man. Dummerweise hob i genau bei dem Stickl a Reh im Woid entdeckt. I drah mi oiso um und schau dem Reh noch – Zack – auf amoi hots mi auf den stanigen Bodn gwichst und i bin gruit wie a Kugel. Do hoitst di amoi ned au, weust obglenkt bist und scho fliagst vom Moped owa, supa. Owa glaubts, hot da Opa des mitgriagt? Na geh, wirklich ned, der is afoch weidagfoahrn, wie, wenn nix gwen warad.
Do lieg i jetza oiso im Woid mittn am Weg. Allanig, drei Joahr oid, ois tuat ma weh, bliatn tua i aun a boa Stöhn und i was ned, wos i tuan sui. Die Knia woan offn und i hob ned geh kennan, weus so gschmerzt hot. Oiso bin i afoch auf olle Viere weidakraxlt und hob ma docht, dass i iagandwaun scho hamfindn wia.
In da Zwischnzeit hot da Opa natialich ohne Probleme hamgfundn. Die Mama steht zuföllig im Hof und frogt eam, ob er was, wo i bin. Er sogt, dass i jo eh do sitz – und deit auf an leeren Mopedsitz. Uije. Daun is daham amoi uandlich zuagaungan, weu die Mama a wengl auszuckt is. I man, samma si ehrlich, wer darad do scho locker reagieren, wenn wer eicha klans Kind valiert und des no dazua vom Moped owagflong is. Do kummst auf die ärgstn Gedaunkn, wennst drau denkst, wos mitn Kind ois passiern hot kennan.
Noch an kräftigen Auschiss mütterlicherseits hot si mei Opa wieda aufs Moped gschmissn und is den gaunzn Weg retour gfoahrn um mi zu suachn. Laung hot a ned braucht, bis a mi gfundn hot. Mittn am Woidweg bin i eam entgengkreut, bledaweis woa do hoit a Kurvn und er hot mi relativ spät gsehng und er hot reflexhoiwa die Vorderbremsn zong und gleichzeitig glengt – somit hots a eam vo dem scheiß Moped owaghaut und er is fost nem mir zum Lieng kumman.
I hob mitn Zeigefinger gwachlt und zu eam gsogd: »Dudu, dudu!« wos auf Kindersproch so vü haßt wie »des tuat ma ned!« Damit woa gmahnt, dass a mi afoch obwirft und weidafoahrt. Er hots glauwi gaunz lustig gfundn, weu einige Joahr späda, wie a des dazöht hot, is a fost dastickt vor lauter Lochn.
Es woa sicha a super Aublick, wie wia zwa daun mitn Moped vom Woid aussagschossn san. I bin diesmoi vor eam gsessn, mei Hosn woa aufgrissn, mei Leiwal total dreckig, bluatig woa i ah, da Opa woa bei die Händ aufgschundn und es Moped hot a boa Krotza mehr ghobt. Schod, dass davo ka Foto gibt.
Da oame Opa hot si daun wos auhuachn kennan vo da Oma und vo da Mama. Da Papa is nur danem gstaundn und hot si obeckt. Der hot des ois relativ locker gsehng. Passt eh so, is jo nix schlimmes passiert.
A gaunz großes Highlight in Ungarn woan die Hund. Zu dem Zeitpunkt homma grod drei daham ghobt. Ma muas erwähnen, dass in Ungarn Hunde kane Haustiere san, sundan wirklich ois Wochhunde eigsetzt wean. De san oiso ned die meiste Zeit drinnan und kuschln mit dir auf da Couch, na, de san so guat wie dauand draußn und passn aufs Haus auf. Egal zu wecha Joahreszeit, Uhrzeit und egal bei welchem Wetta. Natialich hot jeda Hund a Hundshittn oda sowos in da Oat. Bei uns homs a klane Hittn ghobt, wos einegaungan san, wauns eana grod passt hot.
Owa ihr wissts jo, wia klane Kinder san, de auf Hunde obfoahrn – sofuat hirennan und so laung wie meglich streichln, bis da fad wird. I woa so ziemlich den gaunzn Tog draußn und hob mit die Hund gspüt, a Berner Sennenhund (Cindy, weiwal, drei Joahr, zu dem Zeitpunkt trächtig – Mama ihr Liebling), a Golden Retriever (Szöszi, weiwal, an oda zwa Joahr, was i leida neama) und da liabste und bravste Rottweiler, den i jemois gsehng hob, da Testőr, knopp a Joahr oid und zu dem Zeitpunkt wui mei besta Freind.
Egal obs grengt, gschniem, gstürmt oda owabrennt hot, i woa im Goatn bei die Hund und hob mit eana gspüt, ois warad i söwa ana vo eana. Mei Papa hot ma gsogd, dass i eh wie a Hund woa. Da anzige Untaschied woa nur, dass i ned so vü Hoa ghobt und nie in Goatn gschissn hob. Na wenn der wissat … ;-) Spaß am Raund.
Kurz vor mein viertn Geburtstog hot mei Mama imma eftas Deitsch mit mir gredet und i hob ned gwusst wos vo mir wü. Owa i hob beide Sprochn beherrscht, wobei i im Ungarischen a wengl besser woa ois im Deitschn und desweng hob i a ohne Probleme mit da Mama Deitsch gredet. In Wirklichkeit hots imma intensiver die Sproch lernan wuin, weu ma kurz vor unserm Umzug noch Österreich woan. I hob davo natialich nix mitgriagt. A klans Kind hot zu der Zeit wichtigare Sochn zum tuan, ois aun sowos zu denkn. Außadem hot »umziehen« (auf Deitsch!) fia mi domois bedeit, dass i ma a aundas Gwaund auziang muas, weu i scho wieda in a Hundescheiße gfoin bin oda zu sehr noch die Kiah oda Schweindln gstunkn hob.
Irgendwaun hot ma daun die Mama gsogd, dass i mi heit ned so auffiahrn deaf, weus es Gwaund neama woschn kau und i moang sauwa sei sui. Wieso, weshalb, warum? Hot eh kan Sinn, i hättat eh ned zuaghuacht. Oiso bin i aussegaungan und hob mitn Testőr a wengl gspüt. Danoch bin i in Kuahstoih gaungan und hob unsa neichs Keiwal gstreichlt. Bis heite find i des so siaß, waunst an klanan Keiwal die Haund zum Mund hoitst und es faungt drauf zu nuckeln au. Des Gleiche hot domois a Keiwal bei mir am 5. Jänner 1967 gmocht und aun den Tog kau i mo erinnan, ois warads gestan gwen. I kau mas ned erklärn, owa i woa sehr traurig. Vamutlich hob i gspiat, dass des iagandwie a Obschied auf längere Zeit is.
Am Obend is mei Papa daun herkumman und hot ma erklärt, dass i zu die Großötan mitgeh und Tschüss song sui, weu ma wegfoahrn und in an neichn Haus wohnan werdn. In da Nähe vo die aundan Großötan de i nur vo Gschichtln kennt hob.
Na, kennts eich vurstöhn, wos i aufgfiahrt hob? I bin total durchdraht. Plärrt, gschrian und um mi gschlong hob i wie a Varruckta. Hintam Opa hob i mi vasteckt und er hot goanix gmocht. Daun hob i mi hinta da Oma vasteckt und de hot gschaut, dass ned total zum Plärrn aufaungt. Nochdem mi da Papa eigfaungan hot, hob i eam so fest wie meglich in die Haund bissn, bin eam davogsprungan und hob mi draußn zu die Hund ghaut. Zum Testőr hob i mi zuwegschmissn und eam augfleht, dass a ma höfn sui. Er hot mi nur mit so an schiefn Blick augschaut, mi obgschleckt und si vor mi higlegt. Die Cindy is glei herkumman und hot si vor mir aufbaut, hechstwoahrscheinlich hots mei Plärrarei ois Aufforderung zum Beschützen vastaundn. Do hots daun da Testőr a vastaundn und mit da Cindy sowos wia a Mauer um mi herum gebildet. Und da Szöszi woa ois wuascht. De is in da Hittn gleng und hot si docht: »Leckts mi olle am Oasch, i wü schlofn.«
Iagandwaun hot ois nix mehr ghuifn. Da Papa hot mi hochghom, ma die Tränan weggagwischt und mi zum Auto brocht, wos auf uns gwoatet hot. Des woa a guada Freind vo mein Opa, den sei Bua woa auf da Grenz stationiert und der hot uns sozusong ummeschmuggeln kennan, ois wenn do ka Grenz warad.
Die Mama hot mi auf da Rückbaunk augschnoit, daun san no amoi Oma und Opa zu mir herkumman, hom ma beide a Bussal gem und da Opa hot daun gsogd: »Szeretünk« – wir hom di lieb! I wuitat des ois ned woahr hom. I wuitat ned weg vo do. Do bin i geboren, do bin i aufgwochsn, des is mei Daham und do ghea i hi. Und jetza muas i weg? Wer spüt daun mit meine Hund? Wer streichlt meine Schweindal? Wer bürstet meine Kiah? Und aun wecha Haund nucklt mei Keiwal?
Daun hot es Auto gstartet und i hob gwusst: Es is vorbei, es gibt ka Zruck mehr. I hob no amoi mein Blick üwan Hof gleitn lossn und do is auf amoi da Testőr auf mi zuaglaufn. Mei besta Freind und a so a treuer Hund, der hot genau gwusst wos jetza passiert. Die Autotia woa no offn, er hot si vor die Tia higsetzt, is mit die Vorderpfotn auf meine Haxn gsprunga und hot ma komplett es Gsicht ogschleckt. Daun hot a sein Schädl auf meine Haxn glegt, gaunz leicht gwinslt und hot vo mir loslossn. I hob nix mehr gheat aussa mei Plärrarei. Do is daun a scho es Auto losgfoahrn. Des letzte Büdl, wos i in Erinnerung hob, san meine Großötan wie sa si gengseitig umormen, uns nochwinken und wia die linke Haund vom Opa mein Testőr streichlt.
Plärrend hob i mi auf die Rückbaunk gworfn und neama aufgheat zum raunzn. Irgendwaun hob i daun eigschlofn, weu vo da Autofoahrt was i üwahaupt nix mehr.
I bin sowos vo froh, dass des ned die letzte Begegnung mit meine Großötan woa. A ihn Testőr hob i no öftas gsehng.
WIRTSHAUSGSCHICHT
Vüle vo eich wean des kennan. Ihr wuits afoch moi a bissl obschoitn und a wengl unta die Leid geh. Oiso khert ma beim Wirt seines Vertrauens ei. Genau des hob i, wie so oft, a in dera Gschicht gmocht.
Des woa im Joahr 2008 kurz vor die Nationalratswoihn. Üwaroi host die damischn Plakate gsehng, wo di Haider, Strache & Co auglocht hom mit iagandwöchn Vasprechungen, wos so und so ned ghoidn hättatn. Imma, waun i suiche Plakatal siech denk i ma: »Herrlich, fia des zoih i oiso Steian« – eigantlich kenntat ma es Plärrn kumman, owa wuascht, ändan kau is jo leida ned.
Jednfois huck i beim Wirtn, setz mi zu meine Leid am Staummtisch und bestöh ma es Übliche. A Krügal Puntigamer, sche koit, so wie sa si gheat. Die erstn zwa Schluck san imma a Traum und irgendwie a Erleichterung, fost wia a Ofn, nur erfrischender. Egal, weida im Text.
I trotsch oiso so mit meine Leid üwa aktuelle persönliche Sochn, ois da Fredl (scho a wengl fett) auf amoi zum politisieren aufaungt. SPÖ hier, Onkel Erwin do, Jörg hier, Strache duatn, die Heide Schmidt kennt er a no und er geht ma damit uandlich aufd Eier.
Unbedingt merken: Wenn i ins Wirtshaus eikehr, daun moch i des aus an guadn Grund. Entweder, weu i an Durscht hob, weu i wos gscheids essn wü oda, weu i afoch a wengl trotschn wü – OWA VO DER DAMISCHN POLITIK WÜ I NIX HEAN! Reichn eh de gaunzn deppatn Plakate, do brauch i die Parteifetischistn ned a no aun mein Staummtisch.
I: »Fredl, loss bleim und sei leise. Es interessiert kan!«
Fredl: »Du wirst scho no sehng Fraunz, da Jörgl wirds richtn, der üwarroscht olle.«
I: »Des is ma scheißegal, wos da Jörgl mocht. Vo mir aus kau a di zu dein Geburtstog üwarroschn und mit dir zum McDonald’s oda sunst wohi foahrn – is ma beim Oasch wuascht!«
Fredl: »Die Heide Schmidt wird olladings eifoahrn, wenns die notwendign Prozent schofft, daun kau sa si eh ned durchsetzn und …«
I: »FREDL! I bin ned im Parlament, mi interessiert dei Gschwofl so vü wie a asiatischer Tourist in Soizburg – nämlich goaned!«
Fredl: »Da Strache kopiert ihn Jörgl nur vo vurn bis hintn, der wird no sei Gnackwatschn griang i sog da des.«
I: »Du wirst a glei a Gnackwatschn griang, wennst ned endlich die Pappm hoitst!«
Olle aundan am Tisch hurchn scho zua und merkn wia die Wuikn aufziang, eana geht da Fredl nämlich a scho uandlich am Oasch, owa aus irgendan Grund sogts eam kana. Irgendana wirds scho richtn. Der Dodl bin jetza i, supa.
Fredl: »Glaubst du ernsthoft, de Koalitionsauflösung hot wos brocht? De wean noch da Woih genau dens gleichn Schas nomoi mochn, wiast sehng. Do gheat moi aufgmischt!«
I: »Fredl i sogs da jetza no a letztes Moi und des im Guadn! SEI LEISE! Politisiern kaunst vo mir aus daham mit deina Hauswaund, owa vaschon uns mit dem Schas!«
Fredl: »Fraunz, es is owa so! Des wird si ois wiedahuin, wenn ma ned olle umdenkn und unsa Kreizl wo Aundas mochn, des wasd du genauso guat wie i.«
I: »Heast Fredl, zoihst ma a Bier?«
Fredl: »Wos, a Bier? Jo sicha. HE CHEF? Bringst bitte a Bier fian Fraunz und mir an weißn Spritza? Daunk da.«
I: »Chef, gib ma bitte a Ottakringer Krügerl, muas ned eiskoit sei, kau scho in da Sunn gstaundn hom.«
Auf amoi homs mi olle augschaut, ois warad i vo an aundan Stern. »Da Fraunz bestöht a Ottakringer?« – des kaus jo ned gem, nie im Lem darad er des freiwüllig tuan, scho goaned, wenns a koits Punti gibt.
Jo, meine Freind san mit dera Einschätzung total richtig gleng, a Ottakringer darad i wirklich nur kurz vorm Vadurschtn trinkn. Und des a nur, waun i neama mei eigene Prunze trinken kau, weu nix mehr aussakummt.
Da Wirt stöht uns den Spritza und es nicht-kalte Bier aufn Tisch.
Fredl: »Ottakringer? Wos is los, Fraunz, bist kraunk? Hob docht mit dem Zeig woscht da ned amoi die Fiaß?«
Zack! So schnö hot da Fredl goaned schaun kennan, do hob i eam mitn Ottakringer Krügerl a Bierdusch vapasst. Der Hund woa waschlnoss vo obn bis untn.
»Des is richtig, meine Fiaß wosch i mit dem Zeig ned, owa fia dei Gsicht reichts olle moi aus! Hoit jetza endlich moi dei Goschn mit dein Politikdreck, sunst bick i di in a Sautrog eine und schau zua, wos die Schweindln mit dir auffiahrn! Und jetza schleich di ham und ziag di um, du feust wie a nossa Hund!«
Na bumm, der Bua woa augfressn. Kau i anaseids iagandwo vasteh, owa i hob eam oft gnua gsogd, dass a endlich a Ruah gem sui. Ollen aundan is er a am Oasch gaungan. Trotzdem is a brav aufgstaundn, hot beim Wirt seine Schuidn beglichn und hot si hamgschlichn. Des Krügerl hob i söwa zoiht, owa des woas ma wert.
Oiso bitte bedenkts imma: Wenns im Wirtshaus sads, lossts die Politik daham oda sunst wo, owa zahts es ned zum Wirtn mit! Des kau vadaummt noch hintn losgeh, vor ollem, waun eh kana mit dir driwa redt und du damit scho jedn aufd Nervn gehst.
Und no wos bedenken: Bier vaschütten is grundsätzlich a Todsündn. Wenn owa wirklich da Ausnauhmefoi eitretn sui, daun nehmts ans wos in eichre Augn ka Bier is. Bei mir triffts hoit es Ottakringer, Geschmäcker san bekaunntlich vaschiedn. Meina Meinung schmeckt des nämlich so wie da letzte Schluck vo an Bier, wos zwa Stundn laung in da Sunn gstaundn is – afoch scheiße!
I bin a brava Gost und mei Wirt is a klasse Kerl. Desweng hob i natialich sofuat an Fetzn ghuit und de Sauerei, wos i vaursocht hob, wieda sauba gmocht. Des vasteht si natialich vo söbst, wennst so a Aktion bringst, daun kaunst ned afoch aundare Leid dein Dreck wegraman lossn. Des gheat si ned.
I hob danoch no an lässign Nochmittog mit meine Freind am Staummtisch vabrocht und a guads Surschnitzl gessn.
Und da Fredl hot nie wieda beim Wirtn üwa Politik gsprochn.
DA FRAUNZ KUMMT NOCH ÖSTERREICH
06.01.1967
Die Mama weckt mi auf und sogt, dass ma im neichn Daham san. Sie redt nur mehr Deitsch mit mir und dazöht ma dauand, dass i des a mochn muas, weu si des so gheat. Do spricht jeda deitsch, desweng muas i des jetza a tuan. Na wenns weida nix is …
Laungsaum owa sicha wia i muntara und bin neama so schlofdamisch. Do siech i daun es erste moi unsa Haus. Jo ihr lests richtig, Haus! A Eigenbau der Marke Großötan. Apropos Großötan: I bin gaunz laungsaum und a wengl unsicher ausm Auto gstieng und zu dem Haus higaungan, wo mei Papa grod drinnan vaschwundn is. Mei Mama nimmt mi aun da Haund und wir stön uns vor di Tia. Do kummt daun auf amoi mei Papa mit an ötaren Ehepoa um die Eckn.
»Schatzl, deaf i da meine Ötan vorstöhn? Papa, Mama, des is mei Frau!«
Sie umoarmen si, ois daradn sa si scho joahrelaung kennan und hom olle an schenan Grinser im Gsicht. Do foit da Blick auf amoi auf mi und mei Papa sogt: »Und des is unsa Bua, da klane Fraunz. Kum her Bua, sog hallo zu Oma und Opa.«
Iagandwie hob i Aungst ghobt. Des suin meine Oma und mei Opa sei? De schaun doch total aundas aus und da Bauernhof is a weg. Und meine Hund san a ned do. Na, des san ned meine Großötan. De hob i no nie zuvor gsehng, des san afoch nur ötare Leid, de hoit die Ötan vo mein Papa san. Zu dem Zeitpunkt hot ma afoch die kindestypische Bindung zu die Großötan gföht.
Daun is mei Großvoda auf mi zuagaungan, hot si vor mi hinghucklt, mi mitn freindlichstn Lächeln olla Zeitn augschaut und gsogd: »Du bist oiso unsa Enkerl? Mei, bin i froh, di endlich zu sehng, des kaun i da goaned beschreim. I bin da Papa vo dein Papa, des wasd wahrscheinlich scho. Do hintn steht sei Mama, sie is dei Oma. Wir hom so vü vo dir gheat und uns so auf den Moment gfreit, wo ma die kennenlernen. I haß übrigens a Fraunz. Schau, i hob da wos kauft.«
Auf amoi hot da Großvoda an klanan Stoffhund viarazaht. I was ned wie des mei Papa gmocht hot, owa aunscheinend hot a iagandwie mein Großvoda mei Liebe zu die Hund mitteut. Wos is scho a Eiserner Vorhaung, gö?
Jednfois hot mi des üwazeigt und der oide Mau hot so an netten, freindlichen und behutsamen Eindruck auf mi gmocht, dass i eam richtig uman Hois gfoin bin und »Hallo Opa« gsogd hob. Gaunz genau was is neama, owa i kennt schwörn, dass a feichte Augn ghobt hot vor lauter Freid.
Gleiches Recht fia alle, desweng bin i a glei zur Oma grennt. De hot si a glei fui den Oasch ausgfreit, weus ihr Enkerl endlich siecht und obbussln deaf. Papa und Opa hom es Auto ausgramt und die Koffer saumt Toschn ins Haus brocht. Die Oma, mei Mama und i san daweu in die Kuchl gaungan. Es hot an frischn Opfelkuchn gem und ans sog i eich: Kana schoffts jemois so guade Opfelkuchen wie mei Oma zu mochn! A Ding der Unmöglichkeit!
Danoch is uns es Haus zagt woan, des hot mi olladings relativ wenig interessiert. I bin in da Kuchl bliem und hob mi uman Kuchn gekümmert, wenns vastehts wos i man. Bist deppat, de Bauchschmerzn danoch wia i a nie vagessn. Des Scheißheisl hob i relativ schnö eigweiht
Und so san die Mama und i Österreicher woan.
Owa wie homma des eigantlich mit da Grenz gmocht?
Des woa ois aundare ois leicht, weu wie gsogd – Eiserner Vorhaung. Und seit i auf da Wöd woa, is do imma a bissl zuagaungan, wos i so gheat hob. Noch meina Geburt woas zu gefährlich um noch Österreich zu kumman, desweng homma obwoatn miasn. Bis im Jänner 1967 so weit woa.
Der Typ der uns gfiahrt hot, woa a sehr guada Freind vo mein Opa väterlicherseits. Den sei Bua hot ois Grenzbeamter ghacklt und wennst die richtigen Kontakte ghobt host, bist fost ohne Probleme noch Ungarn oda noch Österreich kumman. Deppat stön host di hoit ned diafn. Es woa ois mit sein Sohn ausgmocht. Wir hom fost auf die Minutn genau beim Postn eitreffn miasn – a so a richtige »Leck-mi-in-Oasch«-Grenz, ma kenntat scho fost song, dass des a Woidwegal woa. Nur woa da Woid hoit ned wirklich do.
I hob auf da Rückbaunk gschlofn und nix mitgriagt. Unsa Famülienfreind woa am Lenkradl, mei Papa am Beifoahrasitz, mei Mama hintn rechts und i üwa die restliche Rückbaunk. Die Koffa und Toschn woan im Tetrismodus im Kofferraum vasenkt, i bin zuadeckt woan und unta da Deckn woa no a klanare Toschn vasteckt. Es woa zwoa a ausgmochte Partie, owa ma suitat hoit trotzdem ned wie a Flüchtlingspartie ausschaun (wos ma jo eigantlich ned woan). Weu üwa die Grenz kumman woa a Soch, owa wos wüsd den österreichischen Gendarmen aklären, wenns die kurz noch da Grenz dawischn? Do hättn unsare Kontakte neama wirklich ghuifn.
Es woa ois aundare ois leicht, owa trotzdem hommas gschofft und i bin froh driwa. Wia i öta woan bin, hom si die Verhältnisse a laungsaum owa sicha gebessert. Daunk meina Doppel-Staatsbürgerschoft hob i sogoa ois junger Bua und Jugendlicher noch Ungarn zur Verwaundtschoft foahrn kennan. Vor ollem in der Zeit, wo ma zu jedem Motörhead Konzert in da Nähe gfoahrn san, woa des sehr hüfreich – owa dazua erfoahrts späda mehr.
KINDHEIT IN WIEN
Laungsaum owa sicha hob i mi in den Wiener Alltag einelem miasn. Owa wie mocht ma des ois vierjähriger Bua in Zeitn, wo ma no ned amoi Ambros, Falco, Danzer, Fendrich und Co kennt hot? I was ned, iagandwie hob is jednfois gschofft.
An Tog noch unsara Aunkunft in Österreich homma unsan erstn richtigen Familienausflug gmocht. Wir san afoch durch Wien spaziert und hom si ois megliche augschaut. Mei Mama hot ma imma wieda dazöht, dass i so große Augn gmocht hob wia i die Koarlskirchn, die Staatsoper und es Parlament gsehng hob. Da Stephansdom hot mi aungeblich üwahaupt ned fasziniert, des woa afoch so a Hittn zwischendurch fia mi. Owa am meistn hots ma Schönbrunn autau und des is bis heite so. Wennst ois klana Bua zum erstn Moi des Schloss siechst, daun bleibt da afoch die Luft weg – bei mir woas zumindest so. Aungeblich hob i die gaunze Zeit mein Opa dazöht, dass i do wohnan wü und neama mit eana ham geh.
Da Tiergoatn hots ma a extrem autau, weu i sovü Tiere gsehng hob, vo de i zuvor nie wos gheat und nie wos gsehng hob. I man woher sui a vierjähriger Hosnscheißa (i woa scho stubenrein!), der auf an Bauernhof in Ungarn aufgwochsn is, wissen, wos a Elefaunt is und wie der ausschaut? De Scheißhaufn vo die Elefauntn woan domois greßa ois i! Des pock i bis heite ned. Klingt bled, is owa so.
Fost nebn unsan Haus is a Wohnblock gstaundn, wo logischerweise a mehrere Menschn drinnan gwohnt hom. Iagandwaun bin i bei uns in da Eifoahrt gstaundn und hob mit an Boin gspüt. I hob allanig geng die Mauer gschossn, des woa sehr lustig, weu die Mauer hot si nie deppat aufgregt und nie zruckgredt, waun i mi aufgregt hob, wenn da Boin ned do higflong is wo i wuitat.
Auf amoi is a aundara klana Bua in da Eifoahrt gstaundn und hot mi augschaut. I hob ned gwusst, wer des is und wos i mochn sui. Wü er ma wos tuan? Wü a mein Boin fladan? Wos tuat der do, do wohn jo i.
Do frogt a auf amoi: »Wie haßt du?«
I: »Fraunz. Und wer bist du?«
»I bin da Geri i wohn glei do drübn. I hob di no nie gsehng, bist scho imma do?«
I: »Nein, bin erst vor ein paar Togn mit meine Eltern herkommen von meiner anderen Oma und anderen Opa.«
Auf amoi hot der Bua zum Lochn augfaungan und gsogd: »Du redst jo ua komisch, warum denn des?«
I: »Ich red normal«
Geri: »Wuascht, spün ma a bissi Fuaßi?«
I: »Wos?«
Geri: »Fußboi, du gegn mi.«
I: »OK.«
Und des woa, obs es glaubts oda ned, da Beginn der engsten Freindschoft, de i jemois ghobt hob. So hob i mein bestn Freind kennanglernt. Da Geri woa fost mei Nochboar und wir woan ob dem Zeitpunkt fost jedn Tog beinaunda. Wir hom ois miteinaunda gmocht, egal wos. Nur punkto Madln homma späda natialich getrennte Oaweit gleistet, wenns (hoffentlich) vastehts wos i man.
Zu der Aussog, dass i komisch red. Des miasts so vasteh, i bin zwasprochig aufzong woan und hob bis vor a boa Tog no in Ungarn glebt. Mit da Mama hob i fost imma Ungarisch gredet, es gleiche mit die Großötan und ollen aundaren Leid do untn. Nur mit mein Papa hob i imma Deitsch gredt und der hot ned durchgehend in da Mundoat mit mir gsprochn. I hob hechstwoahrscheinlich a wengl an schiachn Akzent ghobt, bei dems da die Zechnnägl auf hoiwa drei draht hättat, desweng hot da Geri wui so lochn miasn.
Daunk eam hob i eigantlich glernt so richtig Weanarisch zu redn, weu ma uns dauand so untahoidn hom. Und weu mei Hirn ned grod es faulste is, hob i des ois relativ schnö glernt. I hob generell a Talent fia Sprochn, des is recht lässig.
An Kindergoatn hots fia uns domois ned gem, weus ned notwendig woa. Da Geri und i san jedn Tog zaumpickt, amoi hot mei Mama und amoi sei Mama auf uns gschaut. Am Aufaung woa mei Mama no daham und hot ihr Deitsch vabessert, daun hots in ana Großkuchl zum Oaweitn augfaungan. Und wenn beide Mütter moi ka Zeit ghobt hom, woan ma afoch bei meine Großötan und hom mit eanan unsan Spaß ghobt, vor ollem mitn Großvoda. Im Goatn homma imma »Räuber und Gendarm« (In da Mundoat: »Reiwa und Schandarm« – samma si ehrlich, des schaut scheiße aus) gspüt und da Großvoda woa natialich imma da Gendarm. Wenn ma neama kennan hom, samma einegrennt zur Oma und si hot scho an frischn Opfelkuchen, Opfelstrudel, Nusskuchen, Guglhupf oda wos was i fia guade Möhspeisn fia uns gmocht. Es woa wirklich supa, i kau mi üwa nix beschwern.
Olladings hob i meine aundan Großötan aus Ungarn, unsan Bauernhof, meine Schweindal, Kiah und meine Hund vamisst. Iagandwaun, i glaub, i woa scho kurz vorm Schuigeh, is amoi extremst oag gwen und i hob so vü great, weu i richtiges Hamweh noch Ungarn ghobt hob. Dauand wuit i wissn, warum ma ned auf an Besuch ummeschaun kennan. Erklär moi an fünfjährigen Kind, dass aufgrund politischer Unruhen die Grenzen extremst bewocht und nahezu unpassierbar san. Und daun erklär a no, warums di mitn Maschinengewehr daschiaßn, wennst afoch nur die Vawaundtschoft besuchn wüsd – du darasd des Kind nur vastören.
Mir is afoch nur gsogd woan, dass daweu afoch ned geht und i mi gedulden muas. Owa i hob ned nochlossn, i hob gschrian und randaliert, i wuitat vadaummt nomoi noch Ungarn ummeschaun. I wuit schaun, obs eh brav auf meine Hund schaun und wies meinen aundan Viechaln geht hätt i a gern gwusst.
Iagandwaun san da Großvoda und da Papa mit mir ins Auto gstieng und aus da Hauptstodt aussegfoahrn. Noch an Randl samma iagandwo auf ana Laundstroßn stehbliem und ob do hots ghaßn, dass ma zu Fuaß weidaschaun miasn. I glaub wir san circa zehn Minutn gaungan, daun woan ma auf an klanan Higal und i hob ned gwusst, wos do vor mir is.
A Zaun. A gaunz launger Zaun, der aunscheinend ka Ende nimmt. Groß woa er ah und aun da Spitzn is a schräg noch hintn gaungan. Und da Zaun hot lauta Stacheln ghobt. »Des muas jo wehtuan, do kau ma jo ned drüwa,« hob i ma docht. Daun hob i zwa Türme gsehng, de mi aun die Jägerstände in Ungarn erinnert hom, nur vü greßa. Do san einige Leid drauf gstaundn und hom wos Komisches in da Haund ghoidn. Mei Großvoda hot si zu mir owebeigt und gsogd:
»Schau Fraunz, desweng kennts die Großötan in Ungarn ned besuchn. Weu ma afoch ned vorbeikennan. De Leid do drübn wuin des ned, desweng mias ma auf der Seitn bleim. Und wenn ma trotzdem ummekraxln, wean de Burschn do oman auf uns schiaßn. Daun samma tot und wir kennan nix mehr mochn. Do is daun ois vorbei. Wir miasn no a bissl woatn, daun wird des ois sicha vorbei sei und wir kennan gemeinsaum ummeschaun. Vastehst, wos i man?«
I hob mitn Schädl gnickt und geng meine Tränan kämpft, i wuitat ned aufaungan zum plärrn.
Daun hot si mei Papa nem mir hinghucktl, mitn Finger in Richtung Zaun deit und gsogd:
»Wir kennan owa rüberwinken wennst mogst. Oma und Opa sehng uns zwoa ned, owa sie wean des sicha mitgriang und zruckwinkn.« Oiso homma ummegwunkn, iagandwie muas des a trauriges Büd gwen sei …
In dem Moment hom daun a boa Burschn vom Wochturm zruckgwunkn und i hob mi gschreckt, weu da Großvoda hot ma gsogd, dass mi de daschiaßn, wenn i durchn Zaun kraxln wü. I hob mi hintam Papa undn Großvoda vasteckt und gsogd: »I mog de Buam ned. De san gemein. De solln aufhörn.«
Do hot ma mei Großvoda sei Haund aufd Schuita glegt und gsogd: »Sie hom ka aundare Woih, sie miasn des mochn, sunst werdns söwa tot gmocht. Iagandwaun wennst öta bist, wirst du des vasteh Fraunz. Und i vasprich da ans: Du wirst in ana Zeit leben, wo’s da sehr guat geh wird, vü bessa ois jetza dein Papa und mir geht. Denk drau, vagiss des ned und genieß de kommende Zeit. Es wird no dauan, owa es wird besser!«
I hobs ned vagessn, wos er ma an dem Tog ungefähr hundat Meter vorm Eisernen Vorhaung gsogd hot. Und jo, heite vasteh i ah, wos er ma domois gsogd hot.
VUIKS- UND HAUPTSCHUIZEIT
August 1968
I woa grod fünfeinhoib Joahre jung, ois da Geri zu mir hamkumman is und ma gaunz stuiz dazöht hot, dass a zum Schuigeh aufaungt. Er hot si total drauf gfreit und is obgaungan wie a Zapfal.
»Mit wem spü i daun den gaunzn Tog?« woa mei anzige Frog drauf? Do hot er gsogd: »Geh afoch a scho ind Schule, wirst eh vor Weihnochtn scho sechs.«
Schnö samma zu die Ötan grennt und de hom gsogd, dass des woahrscheinlich ned geh wird und i erst nächstes Joahr ind Schui kumm. Hättens hoit a bissl friacha mitn Vegln augfaungt, daun hätt i ma domois a wengl an Stress daspoat …
Wie klane Kinder hoit so san, wuins mit Ach und Krach eanare Wünsche in Erfüllung bringan. Desweng hob i zur inoffiziellen Geheimwoffn griffn: Plärrn, dass die Fenster scheppan.
Iagandwaun hom meine Ötan daun wiakli kla bei gem und si erkundigt. I hätt a glei mitn Geri im September 1968 zum Schui geh beginnan kennan, olladings hätt i do a boa Tests durchfiahrn miasn. Meine oidn Leid woan a bissl skeptisch, weu i jo no so kla und jung woa und bla bla bla so an Schas hoit. Owa i wuitat mit mein bestn Freind die Schuibaunk druckn, wos interessierts mi a Joahr späda, waun i mit lauta unbekaunnte Gschroppal in ana Klass huck? An Schas interessierts mi, desweng hob i mi a bis zu de besagten Tests geplärrt.
Des woan im Endeffekt Trottltests. Augfaungan hots, dass i moi wos üwa mi dazöhn hob miasn.
»Franz, wann hast du Geburtstag, Frühling, Sommer, Herbst oder Winter?«
»Im Dezember, kuaz vor Weihnochtn, warum?«
»Ist das im Frühling, Sommer, Herbst oder im Winter?«
»Im Winta natialich, im Summa gibt’s ka Weihnochtn.«
»Franz, zähl bis zehn« – gesagt getan, is jo ned schwa.
»Sehr gut, kannst du auch von zehn auf null zählen? Also rückwärts?« – »Wü mi de Oide eigantlich vaorschn? Sicha kau i des,« how i dacht. Oiso hob i ihr den Bledsinn gach owegrattert.
»Super machst du das Franz, kannst du schon rechnen? Schau mal her, weißt du wie viel das ist? Zwei plus zwei ergibt wie viel?«
»Vier!«
»Warum?« – wos sui de damische Frog? Warum ergibt zwa plus zwa vier? Do kaunst jo nur varruckt wean, wennst so damische »Einstufungstests« vor da erstn Klass host.
»Weu zwa und zwa zu vier wird. Des is so.«
»Franz, ich glaube, du wirst dir in Deutsch etwas schwer tun. Kannst du schon lesen? Weißt du was hier steht?« – Do hots ma a Kindabiachl herglegt, wo a boa klane Leck-mi-in-Oasch Gsatzln gstaundn san. Oiso hob i ihr des gach vorglesn.
»Ami ist hier. Mia ist im Haus. Mama ist im Garten. Papa ist weg. Oma macht Kuchen. Opa spielt mit mir« – supa hot a des gmocht da klane Fraunz, des woa jo so richtig schwa, do darads jo jedn Studiertn aufstöhn. Meine Güte …
Wir woan fertig und i hob die Bestätigung griagt, dass i fia die erste Klasse geeignet bin. Iagandwie woa a die Rede vo hochbegabt. Ohne Scheiß, mit suiche Futziaufgobn wuins aussafindn, ob wer hochbegabt is? Zu dem Zeitpunkt hob i scho a Bier aufmochn kenna, des woa meina Meinung noch schwara ois bis zehn zu zöhn und suiche Prunzgsatzln vorzulesen.
Die Lehrerin, de mi getestet hot, woa jedoch total begeistert vo mir und is gaunz stuiz zu meine Ötan gaungan und hot eana gsogd, dass eana Sohn scho lesen kau.
Mama: »Wirklich? Des wusst i gar nicht.«
Papa: »Hob i eh gwusst, wos is so bsundas drau?«
Mama: »Des hast gwusst? Wieso hast mirs nicht gesagt?«
Papa: »Hätt is da leicht song suin? Des hob i daun ned gwusst. Da Bua lest jo imma mit mir in da Zeitung mit.«
Mama: »I hab dacht, er schaut sich nur die Bilder an.«
Papa: »Jo genau, weng sowos bickt a dauand nehm mir. Außa bei die Büdln vo die Madln, do muas i a imma länga hischaun.«
So is mei Eistufungstest fiad erste Klass Vuiksschui obglaufn. Ziemlich unspektakulär, wenns mi frogts. Owa i hob mei Zü erreicht, i bin mit mein bestn Freind zeitgleich ind Schui kumman und natialich a ind gleiche Klass. Sehr zum Nochteu unsara Lehrer.
Die erste Klass woa relativ lustig und so ziemlich es Fadeste, wos i je erlebt hob. Lesen hob i kennan, bis zwanzg rechnan woa a ois aundare ois schwa und die Aufgobn hob i meistns scho während da Unterrichtszeit gmocht. I bin eher vablödet ois gscheida woan, owa aus iagandan Grund woa mei Hirn afoch produktiver und weida ausgreift ois des vo meine Klassenkameraden. Is hoit so, kau ma nix mochn, ma muas si hoit aun die aundan aupassn. Des woa am Aufaung jedoch ois aundare ois leicht.
I kau mi no aun die ollaerste Ansage (Diktat) erinnern. Die Lehrerin steht vuan mit ihrn Zettl und lest iagandan Sotz vor. I schreib eam auf. Vurn san a boa Schnöschreiwa gwen, de woan zu dem Zeitpunkt grod mit da Höftn vom erstn Wort fertig. Desweng hots den Sotz wiedahuit. Aha, leiwaund, guad, daun schreib i eam hoit nomoi auf. Des gaunze hot si glauwi fünf Moi wiedahuit. De Oide hot gsogd, dass ma ois aufschreim suin, wos si uns vorlest. Es woa in meine Augn zwar relativ sinnlos den gleichn Sotz fünf Moi aufzuschreim, owa guad, vielleicht mocht ma des so in da Schui, iagandan Sinn wirds scho hom.
Wie i di Vabessarung griagt hob, san ma moi die Gugga hoiwat aussagfoin. So vü rot markiert und so vü durchgstrichn. Wos wüdn de vo mir? Do sogts uns, dass ma a ois aufschreim suin, wos vorlest und daun streichts ma drei Viertl vo da gaunzn Oaweit durch? Hots an huckn, die Damische?
Sie is daun zu mir herkumman und hot gsogd: »Fraunz, ich weiß, dassd schneller als da Rest bist, aber desweng musst ned alles doppelt und dreifoch aufschreibn.«
I hob ihr daun die Sochloge erklärt, sie hot glocht und ma erklärt, dass i jeden Sotz nur einmal aufschreim sui – egal wie ofts eam wiedahuit. Leiwaund, des hättat ma die guade Dame gern vor da Ansage song kennan.
In da Klass woa i da Jingste und gleichzeitig a da Klassenbeste. Da Geri hots sehr guad ghobt, weu der is imma nehm mir gsessn und i hob eam ois obschreim lossn. Wir woan desweng imma ois erster fertig und dementsprechend homma uns fadisiert. Iagandwaun kummst hoit auf blede Ideen.
Kennt wer vo eich es Schas-Spü? Ned? Sehr guad, des hom wir nämlich domois erfundn, hätt mi jetza gschreckt, waun des a wer kennt. Des is gaunz afoch gaungan: Ana losst an Schas, daun losst da aundare an lautaren. Derjenige, der dawischt und ermahnt wird, der hot valorn.
Des gleiche System hot übrigens es Penis-Spü, des wean hoffantlich mehrare Leid kennan. Is a ziemlich lustig, owa erst in da Hauptschui suitat ma damit aufaungan, sunst kummts a bissl bled.
I hob übrigens meistens valorn …
A ziemlich lustiges Erlebnis hots in da erstn Klass amoi im Religionsunterricht gem, des darad i eich gern amoi dazöhn.
Es woa kurz noch mein 6. Geburtstog, oiso nochm 12.12.1968. Natialich hot si ois nur mehr um Weihnochtn draht. Christkind hier, Weihnochtswünsche do und so an Bledsinn hoit. Die Lehrerin woa so a richtige Fundamentalistin ausm Büdabuach. Sie sitzt lässig vor uns ollen und frogt uns, wer denn es Christkind is? Auf amoi schreins olle »GOOOOOOTT!!!!«, »JEEESUUUUS!!!!« und es wird total laut in da Klass. Do deit si mitn Finger, sogt »Pssssssssssssscht« und daun gaunz laut: »Da Jesus is das Christkind. Der kummt zu jedem von euch heim und beschenkt euch, wenns brav warts.«
Auf amoi möd si da Geri: »Bei mir mochn des die Ötan.«
Olle Schädln hom si zu eam umdraht, aussa meina – i hob nur aufd Seitn schaun miasn, weu a nehm mir ghuckt is. Owa i bin sowieso nie mit an Glauben aun a »Christkind« aufzong woan, meine Ötan hom des genauso lächerlich gfundn wia i, desweng hot mi sei Aussog goaned gschockt.
Die Lehrerin is gaunz bloss woan und hot gfrogt: »Wos? Aber Geri, vielleicht helfen deine Eltern nur dem Jesuskind!«
I: »I hob docht, da Jesus woa erwochsn, wie er gstoam is. Warum songs daun Jesuskind?«
Lehrerin: »Ja, Franz, das sagt ma so, Jesuskind. Und er is ned gstoam, er is auferstandn und sitzt zur Rechtn Gottes. Also Geri, bist dir sicher, dass dem Jesus nicht helfen?«
Geri: »Jo, weu wir glauben ned aun des Gaunze. Außadem mochn des üwaroi nur die Ötan, bei jedem vo uns. Des hot ma mei Papa gsogd.«
Lehrerin: »Geri, SPINNST DU? Wie kannst du sowos behaupten? Des stimmt jo goaned!«
I: »Des hot mei Papa owa a gsogd, wir mochn zu Weihnochtn auch alles selber. I hob no nie an Jesus oda a Jesuskind gsehng.« Lehrerin: »FRAUNZ, HÖR AUF!«
I: »Warum? Is ja so!«
Lehrerin: »Das gehört da ned her! Außerdem redet man nicht so über Gott.«
Geri: »I hob docht es geht um Jesus?«
Lehrerin: »Jesus und Gott, des mocht kan Unterschied, damit is es Gleiche gmeint!«
I: »Wie gehtn des? I hab dacht, da Gott is da Papa und da Jesus da Sohn.«
Lehrerin: »AUS JETZT!«
Geri: »Des stimmt sicha ois ned.«
Lehrerin: »GERALD! BENIMM DICH! ICH SCHICK DICH ZUM DIREKTOR!«
I: »Aber Frau Lehrer, woher wolln ma wissn ob des stimmt? Vielleicht is des nur so a Gschicht wie es Märchen vom bösen Wolf.«
Lehrerin: »Es ist nunmal so und es die Wahrheit! Wenns öta seids, werds es vasteh!« (A geh, wirklich?)
Geri: »Oiso i glaub ned drau, des is jo olles nur erfunden.«
Do is die Lehrerin scho bloss wie die Waund gwen, aufgsprungan und hot uns augschrian: »ES REICHT! GERI UND FRANZ, ICH BRINGE EUCH JETZT ZUM DIREKTOR UND WERD EURE ELTERN ANRUFN. KAUNS JO NED SEI, SOWOS FRECHES, IHR WERDS SCHO EICHAN SCHIMPFER BEKOMMEN.«
Jo, do samma daun in da Direktion gstaundn und hom dem Direktor erzöhn miasn wos vorgfoin is. Auf Drängen da Lehrerin san unsre Ötan augruafn woan, a boa Minutn späda woans daun scho do. Lustigerweise woan unsre beiden Vodan do, weus aunscheinend grod nix zum hackln ghobt hom. Großer Föhla der Schule.
Es is zu ana bissl hitzigen Diskussion kumman und i kau mi no guad erinnern, wies geendet hot. Do hot si ihn Geri sei Papa zur Lehrerin zuwegstöht und ihr gsogd: »Ans sog i Ihnan, wenn Sie mein Buam den gschissanen Bledsinn do weitahin eitrichtan wuin, daun foahr i aundare Gschütze mit Ihnan auf! Akzeptierns liawa, dass ned jeda die gleiche Aunsicht teut. I geh Sie jo a ned au, nur weus an Poscha hom und aun Märchen glaum!«
Es is jo so, mehr ois a schlechtes Märchen is des Christentum afoch ned. I bin a absoluter Gegner vo Religionen, weus nix aundas ois Vuiksvablödungen san. Wie hot da Nietzsche so sche gsogd? Religion ist Opium fürs Volk!
Und mei Lieblingsaussog vom Lemmy Kilmister (Motörhead): Eine Jungfrau wird von einem Geist schwanger? Come on, piss off!
Jeder der si aufregt und mant, dass ma sowos ned song kau und si des ned gheat etc. … Kurze Frog aun eich: Hobts ihr eich scho moi eingehend mit eichra Religion beschäftigt? Und i man ned nur ind Kirchn geh und im Religionsunterricht an Anser griang, sundan söwa die Bibel lesen, vo Aufaung bis zum Schluss und danoch no die Geschichte und Lehrweisen da Kirchn a wengl studieren. Na? Merkt ma, sunst darads olle nur mehr eichan Schädl beidln und des Kasperltheater hinta eich lossn! I hob des gmocht und kau getrost song, dass i des lächerlich find und nur drüwa lochn kau.
Weida im Text bezüglich Schui.
Mei Religionslehrerin hot übrigens im Nochnaumen »Höll« ghaßn – die Ironie is a Hund, gö?
Wir hom uns in da Schui imma Schlapfn auziang miasn und iagandwaun kumman natialich klane Buam auf blede Ideen – mit de Schlapfn kaunst di nämlich sehr guat obschiaßn. I bin ma sicha, dass des einige vo eich a gmocht hom.
Soboid die Pausnglockn gleit hot, samma aufn Gaung aussegstürmt, hom gschaut, dass eh ka Lehrerin in da Nähe is und daun is losgaungan. Zack, zack, zack, die Schlapfm san durchd Gegend gflong und wir hom gschaut, dass ma iagandwen vo uns treffen, während ma söwa den aundaren Schüssen ausgwichn sand.
Natialich is des iagandwie zum Scheitern verurteilt und kau ned ewig guat geh. So is a eines Tages in da vierte Vuiksschui gwen.
Wir woan logischerweise scho a bissl öta ois in da erstn Klass und hom dementsprechend mehr Kroft ghobt. Und ana aus meina Klass, da Michi, woa so a richtiger Knecht ausm Büdabuach. A Viech im Kinderkörper, wenn da der ane augrissn hättat, daun warasd schnölla in New York ois a Concorde gwen.
Jo, wir gem sis hoit grod Vuigas aufm Schuigaung und auf amoi steht da Michi circa zehn Meter vo mir entfernt, i bin a wengl nehm da Klassntia gstaundn. Er huit aus und setzt zum Schuss au, i hob scho gwusst, dass des wehtuan wird. Genau in dem Moment wo a durchziagt, kummt auf amoi die Lehrerin Höll aus da Klass. Do woa owa scho ois zu spät. Da Michi hot neama obremsn kennan, sei Schlapfn is mit hoiwata Lichtgeschwindigkeit durch die Gegend gflong … zack – und hot die Höll vulle Kanon im Gsicht troffn. Den Klatscher wia i nie vagessn. De hot a 360 Grad Drehung higlegt, ihr Tascherl is ihr aus da Haund gfoin und daun hot sa si laungsaum owa sicha moi saummeln miasn. Scho is die Keiferei losgaungan.
»MICHAEEEEL! BIST DU VON ALLEN GUTEN GEISTERN VERLASSEN?? WIR GEHEN JETZT SOFORT ZUM DIREKTOR, JETZT KAUNST DI AUF WOS GFOSST MOCHN, DU GFRAST!«
I: »Frau Höll, wie songs so schnö? Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort« – und i hob a scho zum Direktor mitgeh diafn. Wieder moi.
Da Michl hot a wundaschene Moralpredigt vom Didi griagt und i hob tausndmoi »Ich darf nicht frech sein« schreim miasn – bis heite woatn de glauwi no drauf, dass i des obgib.
Suiche Bestrafungsmethoden find i sowieso lächerlich. »Du schreibst bis morgen fünf Mal die komplette Hausordnung!« – unzöhlige Mitschüler vo mir hom si den Scheiß tatsächlich autau und des ois gschriem. Wie mir des moi auftrong woan is (rotets moi vo wecha Lehrarin), do hob i afoch nur »Na!« gsogd. Niemand kau mi zwingan, dass i mi stundenlaung hihuck und so an unnedign Schas obschreib und damit mei gaunze Freizeit vascheiß. Den Schmorrn kaus vo mir aus söwa schreim, damits amoi was, wia des is.
Es is daun zu ana klanan Diskussion kumman (jo, i hob ma in da Vuiksschui scho nix song lossn.) und im Endeffekt san meine Ötan benochrichtigt woan. De woan owa natialich a auf meina Seitn.
»Warum suit a des schreim?«
»Damit er über sein Benehmen nachdenkt!«
»Und si glaum, dass a danoch auf amoi da total brave Musterknabe is oda wos?«
»Das würde ihm sicher nicht schaden, ein wenig Erziehung kann da nicht schaden!«
»Wuins jetza song, dass i mein Buam ned richtig erziag? I darad aufpassn, wos si song!«
»Das wollte ich ihnen nicht unterstellen, ich meine nur …«
»I man nur, mochn Sie si liawa Gedaunkn um Ihrn eiganen Schmorrn! Mei Bua schreibt den Bledsinn sicha ned! Entschuidgns mi, owa i muas weida. Wiedaschaun!«
Tjo, so afoch daspoat ma si a unnedige Schreiboaweit. Warum ma des Vuiksschülern in da viertn Klass autuan wü, vasteh i ehrlich gsogd ned. Maunche Lehrer san eindeitig am foischn Plotz. Bei ollen aundan Lehrern hob i übrigens nie Probleme ghobt, de hom mi olle meng und i woa gaunz brav, nur hin und wieda a wengl a Rotzpippm wie olle aundan in dem Oita.
Mit an Notenschnitt vo 1, 0 (a in Religion an Anser, eh kloa) bin i daun mit da Vuiksschui fertig woan und in die Hauptschui eitretn. Domois hots kane Leistungsgruppn gem, sundan afoch nur a anser und zwarer Gruppn. Da anzige wirkliche Untaschied bei uns woa, dass die anser Gruppn Englisch ghobt hot und die zwarer Gruppn ned.
I woa natialich in da 1er Gruppn.
In da drittn Haupt hot da Geri moi a boa Zigaretten vo sein Papa mitgeh lossn. Bis dohi homma nur hin und wieda hamlich an Zug vo die ausgrauchtn Stummeln gmocht, owa des woas a scho wieda. An dem Tog homma es erste Moi a komplette Tschick graucht. Und sche laungsaum owa sicha samma zu Raucher mutiert.
Iagandwaun homma si scho a hoibe Stund vor Unterrichtsbeginn daham troffn, auf die Radln ghaut und san zur Schui gfoahrn. Am Weg durthi homma uns owa unta ana Bruckn vasteckt und gach an bis zwa Tschick graucht. Wir hom si gfühlt wie die ärgstn Schwavabrecher.
Kurze Zeit späda homma uns scho eigane Packal kaft, die Tschick san nämlich imma mehr woan. Gleistet hommas uns mitn Toschngöd. Owa de homma gscheid vasteckn miasn, meistns hot ana vo uns olle zwa Packal mitgnumman. Desweng homma imma unsre Nauman aufs Packal auffegschriem.
Iagandwaun is daun amoi mei Papa in mei Zimma kumman, hot ma a Tschickpackl vor die Fiaß ghaut und gsogd: »De ghean glauwi dir, kau des sei?«
Mir is es Herz ind Hosn grutscht, i hob glaubt, i griag jetza moi a uandlich gsunde Watschn. »Ähm, na, de ghean ned mir, i rauch ned amoi. Wie kummst drauf?«
Voda: »Sicha, dass de ned dir ghean? Liagst mi au?«
I: »Na, de ghean ned mir! Warum suit i liang?«
Voda: »Weu do gaunz groß FRAUNZ draufsteht.«
Scheiße, wie zum Teifl hotn des passiern kennan? Mei Packl hot jo da Geri, weu i in meina Hosn kane Toschn ghobt hob.
Voda: »Da Papa vom Geri woa grod do. Da Geri woa so gscheid und hot sei Hosn brav ind Wäsch ghaut, owa die Taschln ned ausglaht. Auf an Packl steht GERI und aufn aundan FRAUNZ. Oiso Bua, host ma wos zu song?«
Meine Güte Geri, wos bist du fia a Dodl? Wie kaudn sowos passiern? Na guat, scheiß drauf, jetza bin i eh scho im Oasch. Liang mochts nur schlimma.
I: »Jo OK, des san meine. Tuat ma Lad.«
Voda: »Na oiso, geht jo. Scheiß di ned au, i hob a in dem Oita augfaungt. Owa du wasd, wos ma da seit kla auf gsogd hom: Es gibt nix Schlimmares ois liang und fladan! Oiso liag ma neama ins Gsicht. Und punkto fladan wean ma a entgengwirkn, wennst hoit unbedingt a Packl brauchst und scho die Waund auffekreust kummst zu mir, i gib da vo mir aus a Göd. Owa mochs ned zu offnsichtlich, die braucht ned jeda sehng!«
I: »Danke Papa. Und i wü ehrlich sei: I hob scho Tschick gfladat wia i kane ghobt hob. Owa ka Aungst, des woan nur deine.«
Voda: »I bin ned auf da Nudlsuppn dahergschwumman. Glaubst i merk ned, waun mei Packal afoch so a wengl laara wird? Und teuweise feust imma wia a Oschnbecha, glaubst ernsthoft, des foit ned auf? Und jetza schnorr ma glei ane, i hob nämlich grod kane Tschick bei da Haund.«
Jo, so hot mei oida Herr aussagfundn, dass i rauch. Ziemlich lustig. I hobs ma vü schlimma vurgstöht. Ob dem Zeitpunkt hob i imma Tschick griagt, waun i weche wuin hob. Olladings hot er ma die Höfte davograucht. Kau i eam owa ned verübeln, so gsehng woans jo seine, er hots bezoiht.
Die Hauptschui is genauso locker owagaungan wie die Vuiksschui, so guat wie imma Anser gschriem, obwuih i nur sehr sötn glernt hob. Den Mathematik-Schas hob i nie wiaklich meng, owa trotzdem is do ois imma guat gaungan, obwuih i mi bis heite frog, fia wos i jemois in mein Lem a binomische Formel brauchn suit. Meine Mitschüler hom si jednfois ned so leicht tau wie i. Bei jeden Test host vo olle Seitn »Psst, Fraunz« gheat. Daun hob i eana imma eisong miasn, bin jo ka Oaschloch.
Da Geri hot si besundas in Englisch sehr schwa tau und woa owa trotzdem imma ana vo die ersten, de die Schularbeit und Tests obgem hom. Jedesmoi woas a Anser. Wir hom nämlich afoch Zettln austauscht und i hob sei Oaweit fertiggschriem. Dass da Lehrer des ned iagandwie aun da Schrift gmerkt hot, is ma bis heite a Rätsel.
Die Hauptschui homma somit a erfuigreich obgschlossn, diesmoi mit an 1, 2-Schnitt, weu mi Hauswirtschoft so vü interessiert wie a feichta Schas im Woid vo Uganda.
I wü hackln und Göd vadienan, da Geri genauso. Wir traman vom großn Göd, an Lem, wo ma si ois leistn kau, a großes Haus, a schene Frau, a große Famülie und unvergessliche Urlaube.
Owa a klans Hindernis steht no leida davor. Nämlich es Poly.
MEI ERSTER RAUSCH
Aprü 1977, i woa grod amoi 14 Joahr oid und hob scho des ane oda aundare Bier und Stampal gsoffn. Owa so richtig gscheid Gas gem, bis i neama gwusst hob wecha Mond jetza zu uns gheat, hob i bis dohi no ned.
Mei besta Freind, da Geri, woa jo fost mei Nochbor und hot zufölligaweise aun dem Wochnend die Hittn fia sich allanig ghobt, weu die Ötan iagandwo higfoahrn san. Sei Cousin (im Dialekt schaut Kuseu afoch scheiße aus), 17 Joahr, woa a do. Und aun dem Tog woa a Ländermatch, Österreich gegen Malta. Desweng samma auf die glorreiche Idee kumman, dass ma si beim Geri zaumsetzn, des Match auschaun, hamlich rauchn und a bissl wos trinken, damit ma uns so richtig cool und erwochsn fühln.
Zuerst homma uns moi gschmeidig aufn Balkon gsetzt mit an Biertschi und ana Zigarrn. Bist du deppat, i hob do zwoa scho gelegentlich a Tschickpackl besessen, owa de Zigarrn hot ma wirklich fost es Beischl auffaghaut. Pfui Teifl, woa des grauslich. Zu so ana Runde gheat aungeblich a Stampal, hot da Hari (da Cousin vom Geri) gmahnt und is mit so an richtig stoakn Bauernschnops daherkumman. Vastehts mi bitte ned foisch, i hob nix geng Bauern, grob gsehng warad i jo söwa irgendwie ana, owa de Schnopssortn, wos de brennan, san jo gemeingefährlich. Mit de kaunst a Oaschloch zuabrennan, dassd im wahrstn Sinne des Wortes ausgschissn host. Jeder vo uns hot amoi drau gnippt und hot danoch gwusst wie da Tod schmeckn muas. Danoch hot da Hari die Frog gstöht, auf de i niemois hätt auntwortn suin.
»Wos is, wer vo eich zwa wü moi so richtig gscheid saufn wia sa si gheat?«
Geri und i schaun si au, i denk ma »scheiß drauf«, und sog eam, dass i dabei bin. Do erklärt er ma die Regeln.
»Guad Fraunz, huach zua. Fia jedes Tor, wos Österreich schiaßt, muast du a Bier, a Viertal Wein und a Stamperl saufn. Einvastaundn?«
I denk kurz noch und hob hoit vermutet, dass unsre Leid ungefähr 3:0 gwinnan miasn. Des warad sicha a schena Rausch und i wia schnö eischlofn. Oiso hob i eam zuagstimmt.
Des Match faungt au und ma merkt scho, dass Österreich aun dem Tog a bissl guad drauf is. Iagandwie hob i a dumpfes Gfühl in da Mogngruam ghobt, vermutlich hot mei Körper scho gwusst, wos do fia a Tortur auf eam zuakummt.
Zack – in da ochtn Minutn hot da Krankl es 1:0 gschossn.
Aufsteh, Bier aufmochn, saufn. Des is goaned so leicht. Wennst no a klana Bursch bist, denkst dass da Hopfnsoft scheiße schmeckt. Zur meiner Verteidigung muas i song, dass des a Ottakringer woa. Mehr brauch i glauwi ned erwähnan.
I woa grod amoi bei da Höftn vom Bier, do hot da Krankl scho es 2:0 gschossn. Is denn der deppat, kau a des ned a aundas moi mochn? Gach des restliche Saftal oweghaut, zum Viertal griffn und auf Ex oweghaut. I hob glaubt, i speib mi au. Scheiße, woa des grauslich, i sogs eich. Daun no den Schnops owesaufn, der da ois zaumzaht, i hob glaubt mir brennts die Mognwaund auf. Weus 2:0 gstaundn is, hob i glei zum nächstn Bier greifn kennan. Des hob i ned kennan, desweng glei no a Stamperl oweghaut und zum Viertal griffn. Gach an Gaung zruckgschoitn, sunst warad i an Ort und Stö varreckt. Da Wein hot a wengl meine inneren Organe »gekühlt« und grod wie i ma denk, dass ned schlimmer wean kau, bin i vom Gengteu üwazeugt woan. Da Krankl hot nämlich es 3:0 gschossn und es woan no ned amoi zwanzg Minutn gspüt.
Heast, do kau i jetza ned afoch aufgem, wo samma leicht? I bin a junga Bursch und a hoate Sau, denan zag i wo da Alk geng a Waund rinnt. Desweng hob i des Viertal wieda auf Ex owekippt, es Bier in a Glasl umglaht und a so hoibwechs in an Zug oweglaht. Gaunz ehrlich, bis heite schmeckts ma aus an Glasl besser ois ausm Flascherl oda ana Hüsn. Owa wuascht, weida im Text.
I hob mi neama auskennt, wos i jetza mochn muas. Es wievüte Bier woa des? Es wievüte Viertal? Is da Schnops scho la? Da Geri und da Hari hom si hoiwat augschifft vor Lochn und i hätts am liabstn daschlong, owa aus irgendan Grund hob i afoch weidagsoffn.
Währenddessen hot da Krankl scho längst es 4:0 gschossn und i wuitat nur mehr steam. Die aundan zwa Kollegen homma brav nochglaht, owa zum Großteu hom sa si aufn Schnops undn Wein konzentriert. Aufgem hob i scho längst, owa leider nur innerlich, mei Körper hot nämlich wie a Roboter afoch weidagmocht und gsoffn wos ma hergstöht hom.
Do schiaßt da Stering a no es 5:0, es woa no imma die erste Hoibzeit und i bin neama mitn Saufn nochkumman. Des woars, mei Lem woa supa, owa leida a bissl kurz. Des is oiso da Ort, wo i sterm wia, am Kuchlbodn beim Geri daham. Hoffantlich gehts schnö und schmerzfrei. Und hoffantlich gibts do, wo i hikumm kan Schnops und ka Ottakringer.
Owa irgendwie is des nur a Wunschdenkn bliem, i hob nämlich a beim 5:0 weidakämpft wie da Vuitrottl vom Dienst. Gaunz fertig woan bin i neama, nochn Schnops zum letzten Tor hob i an Schluck vom Wein gmocht und moi die Kuchl vom Geri neich ausgmoint. Pfui Teifl, de Speibe hot ausgschaut und gfeut, des woa neama normal. Bis heite was i ned, wer vo de zwa de Sauerei putzt hot, i woas jednfois ned.
Da Geri hot mi bei da Haund gnumman und hambrocht. Hamtrong darad eher passn. Zumindest hot a mi a boa Meter vor meina Haustia obgsetzt, hot mi ausglocht und is wieda gaungan. I wuitat nur mehr schlofn, owa irgendwie woas a wengl schwa vorwärts zu kumman. Host an Schritt noch vor gmocht, hots di irgandwie zwa Schritt hintare und fünf Schritt aufd Seitn ghaut. Des woa lustig. Irgendwie woa i daun endlich bei da Haustia und hob zum Sturmleitn augfaungan. I glaub i bin a hoiwate Ewigkeit durtgstaundn, vielleicht woas a nur a Minutn.
Jednfois hob i mi ned auskennt, wie auf amoi die Nochbarsfrau vor mir gstaundn is. »Seit waun wohnstn du bei mir?« hob is gfrogt und si hot gfrogt, wos i do wü. »Schleich di und los mi eine, i wü ham. I geh schlofn, i bin bsoffn.« De hot in ihrer Vazweiflung ihrn Mau aussaghuit, der hot si herrlich obeckt und mi letztendlich vor mei Haustia gstöht. I woa komplett aun da foischn Adress.
I hob doppelt und dreifoch es Naumansschüdl aun da Eigaungstia studiert, bis i ma todsicher woa. Oiso moi sche brav augleit und daun bin i glei mitn Schädl geng die Tia gflong. Des hot so leiwaund klungan, i hob a richtiges Echo in mein Schädl gheat. Jetza kennts eich vurstöhn, wie oag i beinaunda woa.
Nochdem i des Szenario ungefähr zwanzg Moi wiedahuit hob, hot mei Mama die Tia aufgrissn und gfrogt, ob i komplett deppat bin und wos i aufgfiahrt hob. I bin durch die Tia gflong und hob mi moi vo obn bis untn augspiem. Die Mama hot aufgschrian und mein Voda gruafn. Der hot mi nur augschaut, mi aufzaht und zum Kuchltisch gsetzt.
Bist deppat, die Mama woa bes. De hot obwechselnd Deitsch und Ungarisch mit mir gschimpft. »Trottl« hier und »bazmeg« do – i hob mi eh scho nimma auskennt, do hot ma des Sprachgewirr a ned wirklich ghuifn.
Auf amoi kummt da Voda wieda ind Kuchl, huckt si gengüwa vo mir hi, stöht a Doppler-Floschn aufn Tisch und sogt: »Jetza sauf ma moi wos.« Und i hob scho wieda gspiem wie a Feierwehrschlauch. Des woas, Fraunz Ende! Da Tog woa fia mi vorbei. Da Papa hot mi ins Bett trong und duat hob i mi a no gfühlte 20 Moi augspiem, owa do hot ma kana mehr ghuifn. I woa söwa schuid, dass i so fett woa und hob auf eigene Faust damit umgeh miasn – liawe Ötan, wenns ihr des lest, daun wü i nur, dass ihr ans wissts: Auf des bin i eich no imma bes! Owa gaunz ehrlich, i darads ned aundas mochn, haha.
Noch ana schlaflosn Nocht in meina eiganen Speibe bin i in da Fruah moi aufgstaundn und wuit mei Blosn entleern, bevors zu spät is. Mittn untam Prunzn hob i mi wieda augspiem, ois darad die Wöd untageh. Komischerweise hob i ned danem prunzt und a ned danem gspiem. Bis heite was i ned wie i des gschofft hob, owa iagandwie woa i stuiz drauf. Danoch hob i mi in mein Zimma aufm Bodn glegt, laungsaum owa sicha hob i mei Bett doch a wengl grauslich gfundn. Gstunkn hob i wie a Tota, ausgschaut hob i wia a Sandler und gfühlt hob i mi wie a 150-Jähriger.
Irgendwaun am spätn Nochmittog hob is endlich zur Dusch gschofft und mi a wengl sauwa gmocht. Danoch bin i zum Kuchltisch gaungan, mei Voda is grod do gsessn und hot Zeitung glesn. Er locht nur, frogt wos i gestan aufgfiahrt hob, damit i so fett woa, und legt die Zeitung aufn Tisch. I siech daunk da Schlogzeun, dass Österreich geng Malta 9:0 gwunnan hot.
Und i bin scho wieda aufs Heisl grennt.
Noch drei Tog hob i wieda hoibwechs normal weidalem kennan.
I hoff, jeder kau jetza vasteh, warum i ka Ottakringer mog. Des Ereignis is woahrscheinlich a ana der Gründe, warum i den österreichischen Fuaßboi ned leidn kau. Und vom Hans Krankl wü i goaned aufaungan zu redn!
DIE ZEIT IM POLY
In die Summaferien zwischn viertn Haupt und Poly hom da Geri und i mit an guadn Freind vo uns zaumghacklt, der a wengl öta woa ois wir. Er woa Maurer und hot meistens allanig ghacklt und weu a guad zoiht hot, homma eam untastützt.
I wia nie vagessn wia a uns am erstn Tog fuigandes gsogd hot: »Leidln, wir wean noch Quadratmeter zoiht. Oiso, je mehr ma hackln, desto mehr Göd griang ma. Desweng gemma imma Vuigas, damit ma vü mehr Flieda ernten.«
Bist deppat, des hot a uns ned zwa Moi song brauchn. Da Geri und i san gflong wie klane Flugzeig, do hots ka Rauchpause oda sowos in da Oat gem. Vü Leid reng si jo auf, dass vo Sonnenaufgaung bis Sonnenuntergaung hackln miasn – des hom wir ned kennt, wir hom in da Fruah, wias no finsta woa augfaungan und aufd Nocht, wias scho total finster woa, aufgheat.
Den gaunzn Tog homma ghacklt wie Maschinen, da Traum vom großn Göd hot uns gnua Autrieb gem. Und des is a imma so weidagaungan, söbst a boa Joahr späda woan ma no die Schnöstn auf da Baustö. Unsa Hawara, der uns zu dem mitzaht hot, woa ned ana, der si aufd faule Haut glegt hot. Na na, der Hund hot gaunz gmiatlich ghacklt, owa woa am Aunfaung trotzdem schnölla ois wir. Übung mocht bekaunntlich den Meister.
Wia ma am Ende vom Monat unsa Göd griagt hom (wir woan jo nur ois Pfuscher tätig, kane Lehrbuam), san uns fost die Augn aussagflong. In heitige Vahötnisse umgrechnet, homma in dem Monat ungefähr € 3.000, - griagt.
Und glaubts mas, des woa ois aundare ois a leichte Hockn! Wir hom bucklt, ois darad di Wöd untageh und i sogs eich: Es woas wert!
Fian Geri und mi is festgstaundn, dass ma des hauptberuflich mochn wuin. Owa leida steht uns jo des scheiß Poly no im Weg, des woa domois afoch nur a valorenes Joahr.
I hob goaned gwusst, dass i ma die Zeit im Poly scho schwa gmocht hob, bevor i üwahaupt es erste moi duat woa.
Da Geri und i woan a in an Fuaßboiverein und hom do fia die Jugendmaunnschoft Gas gem. Amoi homma bei an Fuaßboiturnier in Klosterneuburg mitgspüt und unglicklicherweise im Finale 0:1 valorn. Des Spü wia i a nie vagessn.
Da Schiri woa glauwi a wengl geng uns, amoi homs nämlich unsan Stürmer im Strofraum richtig sche niedagmaht, des hättat an gloskloren Elfmeter gem miasn. Nix gibt’s, der Hund losst afoch weidaspün. De hom uns gschnitzt, ois warad ma a boa Huizstickal, dem Schiri woa ois wuascht.
Owa wehe, wir hom den Spieß a wengl umdraht, do hot da Gegner glei an Freistoß griagt. Mir is sogoa mitn Ausschluss droht woan, nochdem i an Spüla wundasche umtrettn hob – söwa schuid, der braucht mi ned hoiwat ausziang vor lauter Trikotzupfn. Drecksau, deppate.
Elfmeter fian Gegner noch an Foul wos eigantlich Boin gspüt woa. Draufhi foit es 0:1 und spätastns jetza is die Stimmung eskaliert. Unsre Vodan hom den Schiri zur Sau gmocht, die gegnerischen Vodan hom unsare Vodan gschimpft und unsre Muttern hom a scho zum Keifn augfaungan. Die Trainer hom a heftig miteinaunda diskutiert und daun is da Schlusspfiff kumman. Da gegnerische Trainer hot mi so deppat augrinst und i woa so haß, dass i eam glei augaungan bin.
»Wos schaustn so deppat, ha? I darad deinen Spülan moi beibringan, wie ma fair spüt, du Oaschloch du deppats!«
Trainer: „Heast geh a wengl owa vom Gas, sunst spüts Granada.“
I: »Jo kumm her, spü a wengl granada mit mir, wennst deppat wiast, schiab i da dein Schädl in Oasch, dassd bei dir söwa oaschkreun kaunst, du Trottl, du Deppata!«
Trainer: »I darad aufpassn wosd sogst!«
I: »Des sog i owa a zu dir! Glaubst nur, weusd öta bist, griag i jetza a vulle Hosn oda wos?«
Trainer: »Burschi, wennst ned glei die Pappm hoitst, daun reiß i da ane au, dassd wieda zruck noch Wean ruist.«
I: »Geht scho, kumm her, du scheiß Wichser, du Deppata, glaubst i hob Aungst vor dir? Kumm, hau her, i woat. Schwochstö, du Gschissane! Die leg i mit an Finger auf, du Scheißkind!«
Daun is mei Trainer herkumman, hot mi weggazaht und gfrogt, ob i komplett augrennt bin. Mir san hoit afoch die Sicherungen durchbrennt, passiert beim Sport leida eftas. Egal, Niederlage obhockn, es Lem geht weida.
Da erste Schuitog im Poly:
Wir hom si olle brav im Schuihof aufstön miasn und san noch da Reih aufgruafn woan. Insgesaumt samma drei Polyklassn gwen, desweng samma do grod a wengl aufteut woan. Gaunz vurn san die Lehrer gstaundn, zu de ma higeh muas. Genau in dem Moment hob i ma nur mehr ans docht: Scheiße, i bin im Oasch!
Kenns ihr den Spruch »Man sieht sich immer zweimal im Leben«? I glaub, des stimmt wiakli, ana vo de Lehra woa nämlich da gegnerische Trainer vom Fuaßboiturnier, den i bis aufs Bluat gschimpft hob.
»Heast Geri? Siechst du den Lehrer do gaunz links? Denkst es gleiche wia i?«
Geri: »Auweh, i glaub, du bist im Oasch«
Wahre Worte Geri, wahre Worte …
Do wird a scho mei Nauman aufgruafn und i wia zum Glick an aundan Lehrer zuateut. I geh brav noch vuan und schau mitn Gsicht zum Bodn damit mi da Trainer ned siecht. Ui des geht guat, hob i ma docht, bis jetza hot a mi aunscheinend ned erkennt und nix passiert.
»MOMENT! DER KUMMT ZU MIR, DEN KENN I SCHO!« – i schau auf und siech nur, wie mi der Typ so richtig schiach augrinst. Jo, er hot mi erkennt und jo, er hot des gruafn und jo, i muas in sei Klass. Er is no dazua da Stellvertreter vom Direktor, schlimma kauns jo eigantlich eh nimma wean.
»Jö, schau wenn ma do hom. Do gfrei i mi jo glei vü mehr aufs Schuijoahr, du di ah? Mit dir wia i a Freid hom, des vasprich i da.«
Vadaummte Scheiße … jetzt is der Hawara mei Klassnvorstaund in an Schuispaten, de i üwahaupt ned mochn wuit, weus eh unnedig is.
Na, i woa froh, dass da Geri mit mir in da gleichn Klass woa. Sunst warad i glauwi a wengl durchdraht.
Wir san in da Klass ghuckt und daun host die klassische Vorstellungsrunde moi durchziang miasn. Jeda is aufgstaundn, hot sein Nauman, Oita, Wohnort (lustig in Wien) und Berufswunsch aufgsogd. Daun hot die da Lehrer (Lechner hot a übrigens ghaßn) eventuell no a wengl wos gfrogt und daun host di wieda setzn diafn.
Ois i drau gwen warad, hot da Lechner afoch nur gsogd: »Ah da Fraunz, mei Fuaßboifreind mitn genialen Wortschotz, der so vü Respekt vor aundare Leid hot. Brauchst di neama vorstöhn, wir kennan uns eh scho. Fia di aundan: Des is da Fraunz, a klana Stänkerant, der glaubt, er is wos obwuih a ned mehr ois a klans Pfeffakerndl in ana Großkuchl is. Ziemlich nutzlos. Weida geht’s, da nächste bitte«
Des faungt jo supa au.
Owa ned mit mir, mei Freind, du legst di mitn Foischn au. Ma scheißegal wie schwa du ma des Joahr mochn wüsd, ma scheißegal, wie vü Fetzn ma du ins Zeignis haun wüsd – mir is des Joahr im Poly sowos vo scheißegal. I hob mei Hockn, wo i jedazeit erscheinan und in an Monat mehr Göd vadienan kau ois du.
In da zweitn Schuiwochn hot mi scho die Motivation fias Poly valossn. Da Stoff woa wieda moi prunznafoch und wird jo aungeblich no vüüü schwara. Ma wuascht, mi interessiert de blede Schui nimma, i wü hackln!
Oiso hob i mi noch da Schui mit mein Bauhabschi troffn und ausgmocht, dass i am nächstn Tog wieda mit eam auf da Baustö speu. Da Geri natialich sofuat dabei, der wuitat a liawa hackln ois in da Schui vagaummln.
Am nächstn Tog homma uns um 4:30 Uhr aufn Weg zur Baustö gmocht. Wir hom wieda gschepft wir die Maschinen, ois aundare woa uns wuascht. Egal, ob brennende Hitz oda sintflutartiger Regn, wir woan do und hom ghacklt fia unsa Göd. Je mehr ma schoffn, desto mehr griang ma. Uns hot nix mehr aufhoitn kennan.
Des is jedn Tog so gaungan, im Poly samma üwahaupt neama auftaucht. Da Geri hot hin und wieda a boa Aussetzer gmocht und is sicherheitshoiwa ind Schui gaungan, owa i hob komplett drauf gschissn. Zu laung hob i hoit ned hackln diafn. Des warad sunst aufgfoin, waun i jedn Tog erst in da Finstan hamkumman warad.
Am Ende vom Monat hob i wieda vadaummt vü Göd griagt und i hob fost ois aufd Seitn glegt.
Mittlaweule san scho sechs Wochn seit mein letztn Besuch im Poly vagaungan. Iagandwaun san da Geri und i moi vo da Hockn hamkumman, extra geduscht und umzong, damit ma wie brave Schüler ausschaun. Unsre Vodan san gemeinsaum im Goatn ghuckt und hom a Bier zischt. Nix Ungewöhnliches, homma si docht. Sie hom uns hergwunkn und wir hom docht, dass ma vielleicht ans mittrinka suin.
Mei Voda frogt auf amoi: »Bua, wie woas in da Schui? Wos hobtsn heit glernt?«
Ach du Scheiße, des frogt a sunst nie. Iagandwos stimmt do ned. Egal, jetza muas ma improvisiern.
I: »Es woa gaunz leiwaund, owa a iagandwie fad. Den Schmorrn in Englisch hob i scho in da zweitn Haupt glernt, nix neichs fia mi. Mathe wird owa a wengl interessanter.«
Voda: »Englisch? Heit is Dienstog, i hob docht, do hobts ka Englisch laut Stundenplan.«
Vadaummt, warum kennt er mein Stundenplan und i ned?
I: »Jo stimmt scho, owa heite is suppliert woan, weu a Lehra kraunk woa.«
Voda: »Wecha Lehrer?«
I: »Da Pepi.«
Voda: »Aha.«
Geris Papa: »Und Bua, hot dir Englisch mehr zuagsogd?«
Geri: »Na eigantlich ned, hobs genauso fad gfundn.«
Geris Papa: »Na guad. Waun hobtsn die nächste Schuloaweit?«
Geri: »Nächste Wochn.«
I: »Üwamoang.«
Des homma gleichzeitig gsogd und dementsprechend bled homma uns danoch augschaut. Scho a wengl oasch, wenn da ka Zeit bleibt, um di mit wem aundan obzusprechn. Des rächt si jetza hoit.
Voda: »Na wos jetza? Üwamoang oda nächste Wochn?«
I: »Üwamoang is Englisch-Schuloaweit, des hot der Dodl aunscheinend wieda vagessn, gö Geri? Nächste Wochn kummt daun Mathe drau.«
Geris Papa: »Stoffgebiet in Mathe?«
Geri: »Mathematik!«
Do homma daun olle vier aufaungan miasn zum lochn. So a geniale Auntwort auf a Frog hob i sötn gheat.
Voda: »Na, jetza red ma moi Klortext. Wo woatsn heite?«
Geri und i: »In da Schui!«
Geris Papa: »Sicha?«
Geri und i: »Jo!«
Iagandwos rennt do total foisch, des kau ned guat geh. I glaub, wir san wieda moi im Oasch.
Voda: »Wir zwa woan heite nämlich a in da Schui. Ihr woats olladings ned do.«
Vadaummte Scheiße! Jo wir san im Oasch!
Voda: »Burli, jetza sogst ma moi drei guade Gründe, warum du seit sechs Wochn neama in da Schui woast!«
Geris Papa: »Und du üwaleg da a glei, wos, Geri, brauchst ned so deppat lochn.«
Jetza bringt si es Liang sowieso nix mehr, oiso ruck ma afoch mit da Woahrheit ausse.
I: »Wir san hackln gwen. A Freind vo uns is Maura und hot a boa Baustön. Wir höfn eam und griang vadaummt vü zoiht dafia. Weu des vü produktiver und sinnvulla is ois im Poly zu vasandln, homma drauf gschissn und san oaweitn gaungan.«
Geris Papa: »Stimmt des Bua?«
Geri: »Jawuih Papa, tuat ma lad, owa es is so, wias da Fraunz sogt. Und es Göd is ma liawa ois so deppate Schuinotn, vo denan kau i ma nix kafn.«
Geris Papa: »Sche und guat, owa wir griang laungsaum owa sicha Probleme mit da Fürsorge. Moang gehst wieda ind Schui, homma si? Ka Widerrede, i bring di persönlich hi, damit i siech, dassd ned oboschst!«
Voda: »Des gleiche güt fia di, Fraunz!«
Am nächstn Tog samma vo unsre Vodan in die Schui brocht woan wie zwa klane Kindergoatnkinda, de no ned allanig eanare Schuach zuamochn kennan. Bist du deppat, i hob mi geniert.
Da Unterricht faungt au und da Geri und i sitzen brav in da Klass. Da Lechner Lehrer kummt eina, schaut ind Klass, grinst und sogt: »Do schau her, da Fraunz und sei Kumpane lossn si a moi wieda auschaun. Wie woa da sechswöchige Urlaub?«
I: »Gaunz sche, es Wetter woa super, die Frauen woan wüllig, es Göd woa vorhaundn und da Erholungsfaktor woa enorm. Wie woas in da Schui? Ziemlich fad und schlecht bezoiht nimm i au, lieg i do richtig?«
Bist deppat, da Lechner is haß woan noch dera Mödung, haha
»Najo, die zwa Herrschaften san ja daun sicher total erholt und hom nix dageng, wenn ma jetzt unsere Mathematik-Schularbeit beginnen! Hob i recht?«
Vadaummt, a Schularbeit? Heite? Mathematik? Wir san ned amoi zehn Minutn in da Schui und miasn scho an Test mochn. Na des kau nur lustig wean.
Er stöht si vor uns hi und sogt no: »Wenns eich do ned auskennts, spüts Granada. Host gheat, Fraunz?«
I: »Jo passt scho, des schoff ma ohne Probleme. Gems her, ohne Vorlog kau i nix schreim.«
Daraufhin hot a uns die Zettln higlegt und is weggaungan.
I hob die Schularbeit augschaut und mi gfrogt, wos de vo mir wuin. No nie hob i vo suiche Sochn gheat, de do am Zettl stengan. I hob zwoa gwusst, wos Wurzelziang is, owa wia i do den gaunzn Vorgaung aufschreib, hob i genau so wenig gwusst wie die Formeln da nächstn Beispüle.
Kurz zum Geri ummegschaut, dem is genauso gaungan wie mir. Oiso homma des gmocht, wos in dem Foi fost jeda männliche Schüler mocht, wenn a was, dass a den Test vascheißt: Ma faungt zu lochn au.
Daun hob i trotzdem zum schreim augfaungan. Des hot ungefähr so ausgschaut:
Beispiel 1: WEISS ICH NICHT!
Beispiel 2: WEISS ICH NICHT!
Beispiel 3: WEISS ICH NICHT!
Beispiel 4: Marlboro (i wuitat afoch wos aundas schreim)
Beispiel 5: WEISS ICH AUCH NICHT
Beim sechstn und letztn Beispü hob i a wengl üwalegt, weu i docht hob, dass i des kau. Oiso hob i a wengl zum herumschreim augfaungan, owa noch a boa Minutn hob i a scho gwusst, dass ned mehr wird. Oiso hob i afoch higschriem: »AUCH DAS WEISS ICH NICHT!«
Zettl gnumman, aufgstaundn und zum Lehrertisch vorgaungan. Da Lechner hot aufgschaut und auf amoi gschrian: »WOS IS? GLAUBST, I HÜF DA?«
I: »Na na, i bin scho fertig und wuitat obgem.«
»WIE BITTE? FERTIG BIST? MIT OLLE BEISPÜ?«
I: »Jo, i hob bei jedem Beispü wos higschriem.«
»Herzang!«
I hob eam den Zettl higlegt und bin scho sicherheitshoiwa an Schritt zruckgaungan, a Sekundn späda is scho die Haund vom Lechner do vorbeigschossn, wo vorher mei Gsicht woa. Na, dem hot des üwahaupt ned taugt, dass i so an Bledsinn auffegschriem hob.
Danoch hob i mi glei aufn Gaung aussesetzn und woatn miasn, bis olle aundan mit da Schularbeit fertig worn. »DU BLEIBST DO STEH UND RIAHRST DI NED VOM FLECK!« hot ma da Lechner gsogd. Zehn Minutn späda bin i mit zwa Lewakassemmln beim Fleischhocka um die Eckn gstaundn. I hob an Hunger ghobt.
Jo, ob dem Zeitpunkt woan ma wohl oda übel wieda Schüler. So oft bin i owa trotzdem ned im Poly gwen, mi hot die Baustö gruafn.
Nochdem unsre Vodan scho glaubt hom, dass ma mit Drogen dealen und desweng so vü Göd hom, hommas afoch mitgnumman zum Hackln, wias Urlaub ghobt hom. Na, wos glaubts, de woan a glei so begeistert wie wir. Außadem homma daunk de zwa no mehr Quadratmeter gmocht und somit mehr Göd griagt. Zwa Fliang mit ana Kloppn, oda wie sogt ma do so sche?
Iagandwaun homma daun amoi es Hoibjoahreszeignis griagt und des woa mit Obstaund es schlechteste wos i jemois gschoffn hob. Lauta Fetzn und nur an Anser, des woa in Turnen. Sogoa in Religion hob i an Fetzn ghobt, owa i glaub, i bin erst beim Hoibjoahreszeignis draufkumman, dass ma im Poly Religionsunterricht hom. Lustigerweise woa da Lechner da Lehrer in dem Foch. I hob mi scho richtig aufs zweite Hoibjoahr gfreit.
Die kurzn Semesterferien homma natialich fleißig mit Hackln vabrocht, vo nix kummt bekaunntlich nix. A Wochn späda is scho wieda die Schui losgaungan und mei Begeisterung woa so hoch wia die Chancen, dass wir in da heitigen Zeit a Fuaßboiwötmastaschoft gwinnan, oiso nicht vorhaundn.
Da Lechner is ind Klass einekumman und wir hom Religion ghobt. Dem zag i glei moi, wo da Nogl im Sorg eischlogt.
»Guadn Moang, alle ausgruht und frisch? Schreibstift und Papier rausnehman, wir mochn jetzt an Test.« Des woa normal bei eam, der hot oft unangekündigte Tests gmocht.
»So meine Herren« (wir woan wirklich nur Burschn) »des rennt jetzt so ob. I stell eich a Frog und ihr schreibts die Antwort auf den Zettel. In der Zwischenzeit schreib i die Frog auf mei Papier und soboid i fertig bin, stö i die nächste Frog. Es gibt KEINE Wartezeit. Wer ned fertig is hot a Pech ghobt. Und ja, es wird benotet!«
A boa Minuten und zwanzg Frogn späda:
Lehrer: »So und jetzt vergleich ma, wer vo euch am bestn und am schlechtesten war. Da Reihe noch!«
Und scho host gheat: »Neun von zwanzg«, »Ölf von zwanzg«, »Ocht von zwanzg«, »Zehn von Zwanzg« etc. … Es woan olle total schlecht und i hob nur den Kopf beidlt und mi gfrogt, wos do so schwa drau woa. I woa in da letztn Reih gaunz links, desweng woa i da Letzte, der draukumman is. Und do hot mei Spaß mitn Lechner scho augfaungan.
»So und nun der Letzte, unser überaus kluges Mathematikgenie und der Schüler mit den wenigsten Fehlstunden« (so a Scherzkeks) »bitte Fraunz, teil uns dei Ergebnis mit. Host eh wos gwusst?«
I hob nur grinst und gsogd: »Zwanzg vo zwanzg!«
Da Lechner hot an gaunz finstaren Blick aufglegt und mi augschrian: »DU SUIST NED LIANG! Sog uns jetzt dei Ergebnis, wies wirklich is und dazöh kane Lügengschichtln. Sunst rutscht ma die Haund aus!«
I: »Daun würd i auf die Haund aufpassn, i hob wirklich zwanzg vo zwanzg richtig.«
Lechner: »Aussakumman, des wird jetzt kontrolliert und wenns ned stimmt, daun fliagst!«
I bin brav aussegaungan, hob eam mein Zettl higlegt, da Lechner schaut sis au, beginnt zum durchlesen und griagt imma tiafare Foitn im Gsicht.
Tatsächlich, i hob olle zwanzg Frong richtig ghobt.
»Fraunz, woher wasd du des ois? Bist du so gläubig?«
I: »I bin Atheist, hoss die Kirchn und darads am liabstn vabietn lossn, weus die foischeste Gsöschoft üwahaupt is. I les afoch nur vü und interessier mi fia Geschichte. Außadem woan die Frong prunznafoch. I hob scho in da Vuiksschui gwusst, dass Jesus aungeblich in Bethlehem und ned in Nazareth geborn is. Wos aun de Märchengschichtln mit Totenerweckung des Lazarus so besundas und schwa sei sui, vasteh i übrigens a ned.«
Lechner: »So so, du glaubst oiso ned aun Gott. Und warum? Sog ma moi an guten Grund!«
I: »Weu si die Kirchn eanan Gott und dessen Sohn im Laufe da Joahrhunderte söwa erfundn hot mit kopiertn Sochn aus aundaren Kulturen und Geschichtsfälschung mit Realitätsverlust vamischt hom. Warum is zum Beispü erst am Konzil von Nicäa im Joahr 325 n. Chr. festglegt woan, dass Jesus DER SOHN Gottes is und ned afoch nur a normaler Prophet? Bis dohi woa er a gaunz normaler Zimmerer, der a bissl predigt hot, danoch woa er auf amoi a Gottheit. Und vo die Apokryphen (Anm.: die verbotenen Evangelien, die laut der Kirche geng die Lehrweisheitn des Christentums vastoßen) wü i goaned aufaungan zu redn!«
1:0 fia mi – da Lechner woa blosser ois a französischer Pantomime. Damit hob i laungsaum owa sicha mein Siegeszug punkto bessere Notn autretn, obwuihs mi ned interessiert hot.
In da vorletztn Wochn woa i wieda moi Schuistagln und bin hackln gaungan. Am gleichn Tog hot iagandwer in da Schui a bissl zindlt und somit an Braund ausglöst. Sie hom ned aussagfundn, wer des woa und da Schodn woa hoit doch a bissl hoch, desweng sans auf die glorreiche Idee kumman, dass die Ötan vo die Schüler dafia aufkumman miasn.
Oiso hom olle Vodan und Muttern ind Schui kumman und si de Aunschuidigung auhean miasn. Mei Voda is nur aufgstaundn, hot gsogd: »Mei Bua hot des goaned sei kenna, der woa an dem Tog nämlich stagln und hot ghacklt!«, is aufgstaundn und gaungan.
Und daun sui ma no ana song, dass si Schuischwänzn nix bringt.
Am Schuiende hob i letztendlich kan anzign Fetzn mehr ghobt. Und zu mein Anser in Turnen hot si a Anser in Religion dazuagschwindlt. Wos aundas is dem Lechner ned üwabliem, so sehr er si dafia wui in Oasch bissn hot.
Und i hob nie wieder geng eam a Fuaßboimatch gspüt, sunst hätt i a leichtes Foul am gegnerischn Trainer begaungan.
Daun woa des unnedige letzte Pflichtschuijoahr im Poly a endlich erledigt und i hob mi wieda zu meina Wöd auf da Baustö begem kennan.
MUSIK UND DROGEN
Dejenigen, de mi bereits kennan, werdn wissn, dass i a sehr musikbegeisterter Mensch bin. Maunche Österreicher song, dass eanare Seelen grün-weiß oder violett san – meine is schwoaz und huacht aufn Nauman Rock ’n’ Roll.
Des hot ois scho sehr fruah augfaungan.
Iagandwaun im Joahr 1969 is mei Voda mit ana neichn Plottn (CDs hots do no ned gem) hamkumman und hot sis üwan Plottnspüla aughuacht. Daunk mein oidn Herrn hob i im Oita vo sechseinhoib Joahrn scho gwusst wer die Beatles und The Doors woan. Owa der Tog hot musikalisch gsehng wirklich mei Lem verändert und mei Liebe zur Rockmusik geweckt.
I wia nie vagessn, wia i extrem schene Gitarrenklänge gheat, ins Wohnzimmer gaungan bin und auf amoi fuiganden Sotz gheat hob.
»It’s a boy Mrs. Walker, it’s a boy.«
Fois des iagandwer vo eich kennt, daun bin i vadaummt stuiz auf eich. Es hot si domois ums neiche Album vo The Who ghaundlt – »Tommy«. Die erste Rockoper, de komponiert woan is.
The Who hot zu dem Zeitpunkt den Ruf ois »lauteste Band aller Zeiten« ghobt. Vüle vo eich kennan sicha den Song »My Generation« – der is domois a ois da lauteste und brutalste Song bezeichnet woan. Durch de Aussogn in die Medien hot si da Paul McCartney vo die Beatles vorgnumman, a no härtere Nummer zu schreim, daraus is daun »Helter Skelter« woan – bis heite sogt ma, dass damit da Grundstein fian Heavy Metal gelegt woan is. Wuit i nur nembei erwähnan.
Vüle vo eich wean a es Liad »Behind Blue Eyes« kennan und jetza vielleicht aun Limp Bizkit denkn. Jo, de hom a super Version davo gspüt, olladings homs des vo The Who gecovert – a Tatsache, de leida ned vüle Leid wissen. Olladings hob i a scho Madln dalebt, de mi gfrogt hom, wer da Michael Jackson is und warum er die Taunzschritte vom Justin Timberlake fladat. Do is mei Hoffnung fia die Menschheit scho moi extrem owegsunkn, owa spätastns, wia ma zwa pubertierende Madln in da U-Bauhn erklärn wuitn, dass die Beatles vom Justin Bieber die Frisur und es Liad »Let it be« gfladat hom – spätastns do wuit i ma a Schrotflintn kafn und an auf Kurt Cobain mochn, weu des hob i wirklich neama dazaht.
Owa egal, daweu samma jo mehr ois vierzg Joahr in da Zeit hintn – samma froh, do woa die Musikwöd no in Uadnung.
I hob ma mit mein Papa gemeinsaum des Album »Tommy« aughuacht und woa vom erstn bis zum letztn Ton begeistert. Die Liada »Acid Queen«, »Pinball Wizard«, »Welcome« und »We’re not gonna take it« homs ma besondas autau und zöhn bis heite zu meine Lieblingsliada. Gehts amoi auf Youtube und huachts eich de Liadln au, es lohnt si wirklich.
Mei Papa hot ma vaschiedene Plottn vo The Who zagt und i hob ma die Booklets dazua augschaut. Den Gitarristen Pete Townshend hob i domois total schirch gfundn, weu do a Büdl drinnan woa, wo er a extrem launge Nosn ghobt hot – schlechter Winkl und des gaunze. Und sei extrem wüde Ort auf da Bühne hot ma den Rest gem. Heite bewunder i eam fia sei Genialität und de wundaschene Musik, de a bis heite kreiert. Vor a boa Tog hob i gheat, dass The Who no a Tournee mocht – i bin vor Freid fost ausm Fenster gsprungan. Und wenns nur in Djibuti spün suitn, i wia duat sei!
Den Schlogzeiger, Keith Moon, hob i total supa gfundn. Ma hot scho auf die Fotos gmerkt, dass der a wengl varruckt is. Vom Spülerischn her is er ohne Frage da beste Schlogzeiger, der je glebt hot, bessa ois da Bonham, wenns eich auskennts.
Daunk The Who hob i a erfoahrn wos a Bass Gitarre is. Des woa nämlich ziemlich es erste, wos ma bei an Liad vo dera Band gheat hot. Den unverkennbar lauten und wüdn Basssound vom John Entwistle – meiner Meinung noch da beste Bassist, der je existiert hot.
Owa am meistn hot mi da Roger Daltrey fasziniert, da Sänger da Band. De laungan lockigen Hoa wuit i a sofuat hom und de Stimm woa afoch a Wauhnsinn. Vüle Kinder hom vo eanare Ötan Gute Nacht Gschichtln vorglesn griagt – i bin zu Melodien vo The Who eigschlofn.
De Band hot wirklich ois ghobt wos richtig geniale Gruppn ausmocht. An vadaummt guadn Gitarristen, der supa Texte und Melodien schreim kau, dazua an Bossisten, der da die Ganslhaut auf die Haut bringt, an Schlogzeiga, der si jedes Moi die Scheiße aussehaut und an Sänger, der wirklich ois in Schottn stöht. Es gibt ned vü Bands, de des kennan. Meiner Meinung noch hom des nehm The Who nur mehr Led Zeppelin und Queen gschofft. De drei san übrigens a die besten Bands da Wöd, wenns noch mir geht.
In die 1980er Joahr hob i daun endlich es erste moi a The Who Konzert gsehng – leida is da Keith Moon zu dem Zeitpunkt scho tod gwen. Zu vü Alkohol kau bekaunntlich tötlich sei. Live fast, die young – sad but true.
I bin, musikalisch betrochtet, genau in da richtigen Zeit aufd Wöd kumman. Die Rockmusik hot zu dem Zeitpunkt grod ihren ersten Höhepunkt erlebt und scho zum zweiten Höhenflug ausghuit. Des hob i spätastns daun mitgriagt, ois mei Papa mir a aundare Plottn ind Haund druckt hot.
Aufm Cover vo dera Plottnscheibn woa a brennender Zeppelin zu sehng und i hob ned gwusst, wos des zu bedeitn hot. I bin afoch zum Plottnspüla gaungan, hob die Musi moi aufdraht und mi hots wiaklich umghaut. Des Gefühl, wos i do empfundn hob, kau i ned beschreim.
I hob es ollaerste Led Zeppelin-Album in meinen Händen ghoidn und soeben »Good Times Bad Times« gheat. Wie gsogd, es woa es Joahr 1969, i woa grod amoi sechseinhoib Joahre oid, owa iagandwos hot si do in mir getan. I kaus wirklich ned erklären und es huacht si vielleicht a wengl bochn au, owa spätastns in dem Moment hob i festgstöht, wos die wahre Liebe meines Lebens is: Die Rockmusik!
Ob dem Zeitpunkt wuit i ois, wos iagandwie mit Rock ’n’ Roll zu tuan hot, in mein Besitz bringan oda zumindest auhuachn. Des hot si natialich a aufn Geri obgfärbt, weu der jeden Tog bei mir bickt is. Wir woan no uandlich klane Scheißa, owa hom uns scho gfühlt wie klane Rockstars, mit da Schuitoschn uman Buckl und Schuach de ma scho söwa zuabindn hom kennan. I was, wir woan jo so hoat.
Mittlerweule schreim ma es Joahr 1970.
Am Hamweg vo da Schui samma imma bei an Plottnlodn vorbeikumman und do homma oft einegschaut, um eventuell neiche Sochn zu finden. Daun homma gaunz schnö unsre Vodan auflehen miasn, damits uns des und des kafn.
Ziemlich lässig woas, dass duatn an Plottnspüla gem hot, wo du deine Plottn, de du kafn wuitast, obspün host kennan. Da Geri hot do den Fund seines Lebens gmocht, fia des i eam bis heite daunkboa bin. »Boah Fraunz, kumm schnö her, schau, wos i gfundn hob. Schau da moi des Büd au, ua gruslig oda?«
I bin higaungan und siech a oids Haus, danem zwa Bama und dazwischn a oide Frau, de wie a böse Geisterversion der Mona Lisa ausgschaut hot. Natialich samma sofuat zum Plottnspüla grennt und wuitn uns des auhuachn. Vielleicht scheiß ma uns jo vor lauter Aungst au, wer was des scho.
Und do beginnt die Musik, zuerst heast Regengeräusche, wos auf amoi zu an Gewitter mutiert. Danoch beginnt a Gitarrenakkord, der si a boa Moi wiedahuit. Und daun heat ma auf amoi a Stimm, de mittlerweule weltberühmt is, fuiganden Sotz singan.
»What is this that stands before me?«
Wir hom tatsächlich es ollaerste Black Sabbath Album gfundn und hom grod da Stimm vom Ozzy Osbourne zuaghuacht. Es woa wos aundares, wos total aundares. Total düster und iagandwie bes. Des Liad, es haßt wie die Band »Black Sabbath«, wird heite ois es erste Heavy-Metal-Liad bezeichnet. Die Beatles hom den Weg geebnet und Black Sabbath hot asphaltiert.
Im gleichen Joahr hom si die Beatles aufglöst und die derzeitigen Musikgötter hom sozusong den Olymp valossn. Wie gehts jetzt weida? Wer liefert so schene Melodien? Ungefähr des woa die Resonanz der gaunzn Leit, de si dafia interessiert hom und des woan ned grod wenig. Mir woa des ned so wichtig, i hob meine Leid vo The Who und Led Zeppelin ghobt. Black Sabbath hot ma zwar a taugt, olladings hot mir persönlich a wengl wos gföht.
Des hot si 1971 geändert, ois auf amoi »Paranoid« aussakumman is – so ziemlich es berühmteste Liadl vo Black Sabbath.
Ma muas bedenken: A Joahr davor trennen si die Beatles und es is vorbei mit die schenan melodiösen Liada wie »Hey Jude«, »Let it be«, »A day in the life« etc. … und auf amoi kummt a Band mit an Liad wie »Paranoid.« Des woa a Revolution und damit tua i sicha ned üwatreim. Musikalisch is a extremer Umbruch eingläutet woan und Black Sabbath hot an wichtign Teu dabei ghobt meina Meinung noch.
Leida woa i vü zu jung, wia si da Ozzy es erste moi vo da Band trennt hot, desweng hob is nie live gsehng.
Und auf amoi siech i im Herbst 2013 die Mödung, dass Black Sabbath am Nova Rock 2014 den Headliner mocht. Glaubts mas, kana vo eich kau si mei Freid vorstöhn. I hob vor Freid Sochn durchs Zimma gschossn, ana meina Barhocker is draußn im Goatn gleng. Ka Witz! Logischaweise hob i ma sofuat a Koatn kaft und woa duatn. I bin im Wavebreaker gstaundn und woa nur a boa Meter vo meine Kindheits- und Jugendidole entfernt. Wias Paranoid gspüt hom, hob i mi so wie vüle aundare Leid auffehom lossn und hob an Crowd Surfer higlegt. Des mit mein Oita, i hob mi sötn so geil gfüht. Des Gfühl, wia i zwischn Geezer und Ozzy zur Bühne trong wia, kau ma üwahaupt ned beschreim. Am liabstn hätt i zum Plärrn augfaungan, so oag hob i mi gfreit.
Des muas ma si moi vuastöhn. I woa zu dem Zeitpunkt (Juni 2014) 51 Joahr oid und vor mir auf da Bühne hot a Band gspüt, de i scho im Oita vo sieben Joahr ghuacht hob. Und de hom no imma die Scheiße aus eanaren Instrumenten ausseghaut, meina Meinung noch ana der bestn Auftritte, de i jemois gsehng hob, weng da Vorfreude etc. … do kumman einige Faktoren zaum.
I bin laungsaum owa sicha heraungwochsn und mei Begeisterung fia die Musik is imma mehr gstiegn. Des kaun si die Jugend vo heite woahrscheinlich leida nimma vurstöhn, weu si fost ois nur mehr um de knopfaldruckenden DJs draht. Und daun wuins da ernsthoft eiredn, dass suiche Remix Gacksal schwieriger zu produzieren san ois Liadln vo ana Band, wo jedes Mitglied a Instrument spüt und wo jeder gleichzeitig die richtigen Noten spün muas und des JEDES Moi live darbietet – ned so wie die Konsorten David Guetta & Co, de gach wo hidruckn und jubelnd die Händ ind He reißn. »JAWUIH, I HOB AUF PLAY DRUCKT!!!« – i wia nie vasteh, wie ma zu an »Konzert« vo sowos higeh kau.
Owa zu olle, de song, dass die DJ Hockn jo vüü schwara is: Kafts eich bitte a double-neck-Gitarr (Jo, wos is des?) und spüts amoi »Stairway To Heaven« (Vo wem isn des?) vom Aufaung bis zum Schluss durch. Drei Versuche hobts, bis fehlerfrei sitzen muas. Funktioniert ned? Warum? I hob docht, dass des so leicht is? Und söbst, wennst es iagandwaun amoi spün kenntast - kaunst a sowos söwa schreim? ;-)
Egal, weida im Text, bevor i mi no aufreg.
I woa grod amoi zwölf Joahr oid, wia i des, meina Meinung, beste Liad olla Zeitn es erste Moi gheat hob. Zuerst heast an a-capella-Gesaung vo da Band, daun beginnt so a wundaschene Ballade gefolgt vo an grenzgenialen Solo und daun homma moi olle aufgschaut, weu auf amoi is a Opern Teu kumman. »Galileo« hier und »Mama Mia« do. Danoch kummt auf amoi a Hard Rock Teu und es Liad endet in so an richtig schenan, immer laungsauma werdenden Outro.
I hoff, einige wean davor scho erkennt hom, dass i vo »Bohemian Rhapsody« red, des Liad mit dem die Rockband Queen eanan absolutn Durchbruch ghobt hot.
Des woa im Joahr 1975 und domois hob i wirklich ned gwusst wia ma gschiacht. Sowos in der Oat hots no nie davor gem. I woa da totale Led Zeppelin und The Who Auhänga, bins a heite no, owa do muas i wirklich mein Huat ziang und song: Es beste Liad olla Zeitn kummt ned vo denan, sundan vo Queen. De Band is olladings erst einige Joahr späda zu ana meina Lieblingsbands mutiert, mehr dazua erfoahrts in an aundan Kapitel.
1977, i woa 14 Joahr oid. Im perfekten Zeitpunkt da Pubertät entdeckn ma auf amoi Motörhead fia uns. Und des hot uns wirklich total verändert. Wir wuitn genauso lässige Hard Rocker wia da Lemmy und seine Leid wean. Ob dem Zeitpunkt homma uns nur mehr dunkle Sochn auzong und wuitn unbedingt a Lederjackn hom – mit 14 Joahr wohlgemerkt.
»Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll« – es Motto der domoligen Zeit hot a uns erreicht.
Rock ’n’ Roll homma ghobt, die Drogn homma in Form vo Zigaretten hin und wieda zu uns gnumman – föht nur mehr da Sex. Den homma si a schnö ghuit.
Da Geri und i woan jo scho imma a wengl die Aufreißer-Typn. Wir hom bewusst an leicht arroganten und sexistischen Eindruck aufn Tog glegt. Aus iagandan Grund san die Madln domois total auf des obgfoahrn. Afoch an Madl zang, dass du eana sicha ned nochrennst, a boa deppate Mödung schiam, de ned valetzend san und wennst ois richtig mochst, daun rennan sie dir noch. Zumindest is des domois so gaungan, heite brauchst woahrscheinlich vüle Facebook Abos (de hob i übrigens).
Jednfois woan ma domois bei Verwaundte vom Geri in da Nähe vo da Hohen Waund auf Urlaub und wir san aufd Nocht um die Heisa zong. Beim Spuatplotz homma auf amoi lauta Zöta gsehng und wir hom si docht, dass da ortsaunsäßige Varein a Trainingsloga mocht oda sowos in da Oat. Oiso homma si moi higschlichn und wuitn uns eventuell a Gaude mit de Leid duatn mochn – hamlich saufn, Tschick schnorrn oda afoch nur Fuaßboi spün.
Bled homma gschaut wia ma auf amoi draufkumman san, dass des a reine Mädlspartie woa. Und wos fia weche, bist du deppat des woan uandlich fesche Zopfn, i sogs seich!
Wir hom uns a wengl augschlichn, damit uns die Aufseher ned bemerken und scho homma uns mit die erstn Mädls untahoitn. De woan olle 15 Joahr aufwärts und vo ana Pfodfindergruppn, wo olladings nur Madln dabei woan. Komisch, owa ka Problem, mehr Madln fia uns.
Auf Zötloga herrschn jo imma eigane Regeln, verhaltensmäßig und hormonell betrochtet. Desweng woas ned wiakli vawunderlich, dass de Madln bissl mehr ois nur kuschelbedürftig woan. Ans hot zum aundan gführt und seitdem woa da Spruch »Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll« bei uns komplett, wenns vastehts wos i man.
Am nächstn Tog woas relativ lustig, weu do hot mi bledaweise ane vo die Aufseherinen dawischt, wia i grod prunzn gaungan bin. I hob glaubt, de oide Schochtl bringt mi um, so rabiat is de woan. I bin Slalom durch die Zötln grennt, damit mi de guade Dame ned dawischt und hob vazweuflt den Geri gsuacht, weu der woa in an aundan Zöt beschäftigt. Wia si der daun a no bemerkboa gmocht hot, is in olla Fruah scho die Wöt untagaungan am Spuatplotz. Du host nur mehr die Aufseherinnen schrein gheat, ane is ma sogoa mit an Tennisschläger nochgrennt.
Wir woan jedoch schnölla, somit hommas lebend ausm Spuatplotz ausse gschofft. Des woa ziemlich lustig, nur de feschn Madln hätt i gern wieda gsehng.
Fois iagandwer vo de Damen zuföllig grod des Biachl lest und si auf amoi erinnern kau: Tuat ma lad, jetza hob i ka Interesse mehr.
Wir schreim scho es Joahr 1979, da Geri woa 17, i 16 und wir san aufn Gschmockn vo Live Konzerte kumman. So guat wie jedes Wochnend homma uns in Wien iagandwöche Konzerte vo iagandwöchen Bands augschaut. Unta aundarem hob i do scho den Falco live gsehng wia a mit Drahdiwaberl auftretn is. Und ans sog i eich, die domoligen Drahdiwaberl Konzerte woan unschlogboa und imma wieda a Erlebnis. I bin froh, dass i des miterlem hob diafn.
Da Geri hot an Onkel in München ghobt, desweng samma daun a duat sehr oft higfoahrn. Die Münchner Musikszene woa domois a klana Geheimtipp. Es hom zwoa fost imma nur unbekaunnte Bands aufgspüt, owa de hom Gas gem und a Stimmung gmocht, de ma wo aundas ned dalebt hot. Do samma daun a es erste Moi in Berührung mit Drogen kumman.
Wir san domois in unsan Lieblingspub in München ghuckt und i woa total hinig vom Konzert, wo ma davor woan. Die Band hot Ohrenschmalz ghaßn, a ziemlich lustige Band mit ana extrem genialen Musik. Owa, wos i so mitgriagt hob, hom de ka launge Lebenszeit ois Band ghobt. Woa nur so a Hobbyband vo a boa Freind.
Jednfois huck i do im Pub drinnan und wuitat nur mehr schlofn. Mei Schädl is scho dauand owegflong, wenns vastehts, wos i man und i hob scho hoibat tramt. Des woa wirklich ned sche.
Do is daun a Bekaunnta vo uns herkumman und hot ma gsogd, dass a wos fia mi hot, damits ma bessa geht. Er hot ma auf amoi so a weißes Puiva zagt und i hob eam nur gsogd, dass i sicha ka Koks ziang wia.
»Des is ka Koks, des is Speed. Kennst des ned?«
I: »Ojo vom Hean und Song scho, owa i hob no nie wos gnumman.« »Daun wirds owa Zeit!«
I: »Na, loss mi, i schlof eh glei ei.« »Wennst des nimmst, daun bist putzmunta. I wett mit dir um an Stutzn Bier.«
Verlockendes Aungebot, hob i ma docht, Bier is imma supa, vor ollem in Bayern. Oiso hob i eingwülligt, olladings wuit i ned vü hom, weu i ned gwusst hob, wie sie des auf mein Körper auswirkt. Außadem woa i todmiad, vü Überzeugungskroft host do eh neama braucht, do funktioniert die Hirn neama wirklich und du bist afoch zu manipulieren.
Und i hob es erste Moi in mein Lem a Speed-Line zong.
Bist du deppat, des hot brennt. Die Tränan hots ma ind Aung eineghaut und i bin no damischa woan ois i generell scho woa. Kurz danoch hob i olladings scho gmerkt, wia i a wengl muntara woan bin. I hob ma moi lässig ane augraucht und wuit schaun wos passiert.
In mein Schädl samma tausnd Gedaunkn durchgschossn, i hob goaned gwusst, wia ma gschicht. Auf amoi bin i aufgstaundn und moi aufs Heisl gaungan. Danoch bin i einige Mole im Pub auf und ob gaungan und hob mit Leid gred, de i no nie in mein Lem gsehng hob. Letztendlich hob i mi wieda zum Geri gsetzt, der hot si nur obeckt und i hob eam gaunze Zeit gsogd, dass des Zeig üwahaupt ned wirkt. Am nächstn Tog hob i ma vo da Kellnarin auhuachn kennan, dass is a hoiwe Stund mit iagandwöche Sochn zuaquatscht hob, de kann Zusaummanhaung ghobt hom. Außadem hob i so schön gredt, dass generell nix vastaundn hot.
Oiso, die Droge hot sehr wui gwirkt.
Fia de wos ned wissen: Speed is vadaummt leistungssteigernd. Du glaubst, dassd zu ollen fähig bist. Dei Söbstbewusstsein schiaßt ind Hechn (und dadurch kaunst di vadaummt blamiern), du kaunst ned ruhig bleim und bist gaunze Zeit am Redn.
I hob wiaklich üwahaupt ned mei Goschn ghoidn, wie wenn mi wer aun ana Schnur aufzong hätt und i a endlos launge Listn aun Sätzen oweratsch.
Die Wirkung hot ungefähr vier Stund aughoidn, danoch woa mei Körper owa wia a Computer wo ma auf »Herunterfahren« klickt hot. I woa total hinig und hob gschlofn wia a Baby.
Ob den Zeitpunkt bin i zu an Speed-Fan woan. I woa ned obhängig, hob kan Entzug oda so an Bledsinn durchgmocht, owa kennts ihr des Gfühl, wenns unbedingt a Schokolad essn wuits und eich scho es Wossa im Mund zaumrinnt? So ähnlich is mir beim Speed gaungan, nur ned so heftig. I hob mi imma noch den extrem leiwaundn Gfühl gesehnt, weu da dabei wirklich ois scheißegal woa und do vula Energie woast.
Zu der Zeit hob i a es erste Moi Kokain prowiat.
Genau viermoi hob i Koks zong und ans kau i eich vasichan: Egal, wie guad da Stoff is, ka Line da Wöd is jemois so guad wie die Ollaerste de ihr gnumman hobts. Da Körper gwöhnt si jo drau und desweng miasast theoretisch die Dosis imma wieda erhöhen, um des Gefühl vom letztn Rausch zu toppen. Iagandwaun varreckst daun hoit, wennst a Pech host.
Nochn viertn Moi hob i festgstöht, dass des nix fia mi is und seitdem hob is nimma augriffn.
Und erst DANOCH hob i es erste Moi in mein Lem an Joint graucht. Sovü zu dem Mythos Einstiegsdroge. Die anzige Einstiegsdroge is die menschliche Neugier – und de is a no dazua die gfährlichste olla Drogen!
I hoss generell diese Diskussionen üwa Marihuana und die ach so hohe Gefährlichkeit und de damit vabunden Kontrollen und Sanktionen. A Frechheit is des, vor ollem wenn i drau denk wie vüle hoche Leid si Koks & Co. ins Nasal eineziang. Und es kennts ma ned dazöhn, dass de no nie in eanan Lem an Ofn graucht hom.
I steh dazua, dass i a Befürworter vo Marihuana bin. Des is ka Droge, des is a Blattl! Jeder, der des scho moi prowiat hot, wird ma des bestätigen kennan, dass ned schädlich is.
Fünf Bier zu saufn is bei weitem schlimma ois an Ofn zu rauchn. Und die meistn Leid huckn si noch die fünf Bier no ins Auto, baun an Unfoi und zahn unschuidige Personen mit eine. Alkohol is generell saugfährlich fian Körper, owa do mocht da liawe Vater Staat natialich nix dageng.
Da anzige Grund, warum Marihuana illegal is, is meina Meinung noch der, weust es ned versteuern kaunst. Nehm ma au es wird legalisiert: Es wean sofuat unzöhlige Leid daham im Goatn aubaun und eanan Ertrog söwa weitaverkaufn zu bülligeren Preisn, ois bei ana staatlich zugelossanen Verkaufsstöh. Dadurch valiert da Staat sau vü Steuereinnauhman owa es is unmeglich olle hopps zu nehman, desweng loss ma des Gaunze glei moi illegal sei.
Und i gib offen und ehrlich zua: Waun i moi an stressign Tog ghobt hob und mi entspaunnan wü, daun setz i mi auf mei Terrassn, schau in mein Goatn und rauch nembei an Joint. Sofuat befreit si mei Körper vom gaunzn Stress, i bin guad drauf und kaun supa eischlofn.
Waun i jedoch scheiße drauf bin und mi waschlnoss ausauf, daun kaus leicht sei, dass ma aggressiv wird und unnedig mit wem aundan die Fäuste spün losst.
Owa jo, Hauptsoch es Gros is illegal. I tuas trotzdem, meine Güte. Und wer si jetza auscheißt und denkt »Oida, warum is a so deppat und schreibt des in a Buach? Waun des die Kiwarei lest …«, denan sog i nur ans: Heats auf zum Kiffn, wenns scho a braune Hosn griagts, wenns a Polizeiauto sehts. Wer si auscheißt suis bleim lossn. So afoch is.
Wo bin i stehbliem? München, kenn mi aus.
Iagandwaun homma hoit daun mitgriagt, dass Motörhead in München auftritt. So schnö hot kana schaun kennan, do woan ma scho wieda beim Geri sein Onkel. Wir hom si imma a wengl vor da Grenz troffn mit die Einverständnisserklärungen unsara Ötan, somit hots nie Probleme gem, wenn ma zu die bayrischen Nochboarn gfoahrn san.
Wir woan scho drei Tog vorm Motörhead Konzert in München und hom uns zwa aundare Punk-Bands augschaut. I woa jo goaned da Fan vo dera Punk-Welle, Sex Pistols & Co. hom mi nie wiaklich interessiert. Owa iagandwie hots da Geri gschofft, dass a mi do in den Bandkeller owezaht hot und wir uns so a Punk Band augschaut hom. Nochn Konzert vo denan is auf amoi no a Band auffekumman vo der ma üwahaupt nix gwusst hom. De hom sehr stoak aun Pink Floyd erinnert, weus so a Psychodelischer Rock woa, dens gspüt hom. Sehr leiwaund, mir hot des total taugt.
Mittn untam Konzert is a Madl mit an Tablett durch die Menge gaungan, wo so klane Blättchen drauf woan. De hot do bahoat Acid (LSD) vateut. Und so jung, neigierig und deppat wir domois woan, homma natialich zuagriffn.
Merken: Wenns ihr sowos tatsächlich moi prowian suitats (mochts es ned!!), daun schauts, dass kan nüchternen Mogn hobts. Des valängert die Wirkung nämlich um einiges und des muas ned imma sche sei.
Es hot a Randl dauert, bis die Wirkung eitretn is. Noch fost ana hoibn Stund is ma auf amoi haß und schwindlig woan. Auf amoi hob i olle Forbn vü intensiver gsehng und a komplett aundare Bewusstseinseistöllung ghobt. Des kau ma wirklich üwahaupt ned beschreim, owa i hobs wirklich supa gfundn, so ehrlich muas i sei.
Und daun a no während dem Konzert mit den Klängen – unbeschreiblich, wirklich. Dei Wahrnehmung is a komplett aundare, die Sinne san vü aktiver und du kaunst sozusong fost 1:1 des sichtboa mochn, wos du grod denkst, wenns vastehts wos i man.
Die Wirkung is olladings vadaummt laung.
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