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Chris Chiffre
Chiffre 2.0
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Work Out
Vocatio
Blaze
Dinner
Fashion Victim
Zoom
Switch
Castigation
Momentum
Radost
Alternative
Sleaze
Vibe
Chimären
Neglegentia
Triole
Spot
Impressum neobooks
Work Out
Es war viel zu heiß. Egal. Tatsächlich liebte Larissa die Hitze. Weniger die Sonne, die vertrug sie mit ihrer hellen, sommersprossigen Haut nicht so sehr. Aber hohe Temperaturen an sich konnte sie gut wegstecken. Außerdem waren die heiligen Hallen des Folterstudios ja klimatisiert. Dennoch war es offensichtlich, dass kaum jemand es sich bei diesem Wetter antun wollte, freiwillig beim Sport oder Gerätetraining zu schwitzen, wenn man das genauso gut schon beim Rumliegen tat – am Badesee zum Beispiel.
Larissa dagegen war sehr zufrieden, das Fitness-Studio praktisch verwaist vorzufinden. Kein Gedrängel an den Geräten (obwohl der Laden ohnehin groß genug war), keine vollen Duschen, in denen die Anderen sie mit neidischen Blicken straften, und natürlich auch weit weniger Prolls, die im Schiffschaukelbremsergang mehr damit beschäftigt waren auf und ab zu staksen und den Ladys auf die Brüste und den Knackarsch zu gaffen, statt sich selbst mal zu ertüchtigen. Okay, für gewöhnlich sahen sie auch so aus, als hätten sie das Trainieren nicht mehr nötig, aufgepumpt und mit hervortretenden Adern bis zum Hals. Für Larissas Geschmack war so was schon zu viel des Guten. Sie konnte mit solchen Testosteron-Ochsen nichts anfangen. Sie dafür schon mehr mit ihr – so glaubten sie zumindest. Waren es neidvolle Blicke seitens ihres Geschlechts, so starrten die Kerle sie mit ganz anderen Gedanken an, die gleich unschwer zu erraten waren. Larissa hatte sich eine kalte Gleichmütigkeit zur Gewohnheit gemacht – genervt mit den Augen rollen war die falsche Taktik, dafür waren diese Deppen zum Teil zu doof und fühlten sich, im Gegenteil, sogar noch animiert, dreister zu werden als nur zu glotzen, weil sie ihre Reaktion als Ansporn sahen: Immerhin hatten sie ja schon ihre Aufmerksamkeit erregt.
Einfach ignorieren, das erwies sich als das Beste.
Nun, das war heute so oder so nicht nötig, da sie … ja tatsächlich, nur zu dritt waren in den großen Weiten des Gerätesaals. Die anderen Beiden, sie achtete gar nicht darauf, ob es nun Herren oder Damen waren, betätigten sich in ganz anderen Winkeln, so dass sie gefühlt wirklich alleine trainierte. Wirklich eine Seltenheit.
Wie üblich begann sie mit Aufwärmen auf dem Laufband. Sie tippte auf das piepsende Display vor ihr und begann in zügigem Schritt. Die Arme locker an den Seiten schwingend, beobachtete sie auf der synchronisierten Anzeige ihre Herzfrequenz. Sie steigerte das Tempo in lockeren Trab. Dann noch etwas schneller. Die Augen geradeaus, fixierte sie einen Punkt im Nirgendwo und tauchte in den Flow des Laufens. Erst nach ca. drei Minuten merkte sie, dass sie ihre Ohrstöpsel zwar drin, aber die Musik gar nicht eingeschaltet hatte. Sie hob den Arm und tippte auf dem Player herum, der an ihrem Handgelenk festgeschnallt war. Ding, ding, ding, … machte es rhythmisch in ihrem Ohr, als The Prodigy ihr die ersten Takte von »Omen« ins Gehör hämmerten. Unweigerlich passte sie ihr Lauftempo dem Stück an. Sie überprüfte ihre Herzfrequenz. Zu schnell. Egal. Das Stück ging einfach so nach vorne, da wollte sie sich einfach mitreißen lassen. Keine zwei Minuten später war sie regelrecht eingegrooved und berauscht von dem Zusammenspiel von Musik und Bewegung. Sie drehte die Lautstärke auf, stampfte im Rhythmus über das Laufband (was, genau genommen, nicht richtig funktionierte bei Breakbeat, besser war Four to the floor), atmete, schwitzte …
Sie blinzelte kurz, weil der Schweiß ihr ein wenig in den Augen brannte. Pure Euphorie flutete durch ihre Adern. Ihre Gliedmaßen pulsierten vor Leben. Sie wurde gewahr, dass ihr Shirt im Dekolletee dunkel verfärbt war. Sie schielte einen Augenblick auf ihren Ausschnitt. Ihre Brüste waren überzogen von Schweißtröpfchen. Und als sie den Blick wieder geradeaus richtete, auf einen Punkt in der Ferne, waren ihre Gedanken woanders.
Sie erinnerte sich an die verrückten Erlebnisse der letzten Tage. Dieser unglaubliche Sex mit Christopher auf ihrem Küchenboden. Der Besuch bei Sammy. Das Telefonat. Der schwarze Vibrator. Sie sog gierig die Luft in ihre Lungen und hielt einige Schritte lang den Atem an. Huuuh …. Wurde sie da gerade geil? Mitten im Training? Auf dem Laufband? Der Track hatte gewechselt und einem etwas gemäßigteren Stück Platz gemacht: »I Need Air« von Magnetic Man – irgendwie passend. Larissa verlangsamte ihren Trab etwas und wiegte beim Laufen den Kopf leicht zur Melodie. Aber in Gedanken war sie noch immer auf ihrem Bett, mit dem Telefon in der einen Hand und Christophers Stimme in ihrem Ohr, während der Vibrator …
Es hatte sie tatsächlich ausgeknipst, nur mit seinen Worten und mithilfe des kleinen Helferleins zwischen ihren Schenkeln, war das zu fassen? Und jetzt und hier, im Flow des Lauftrainings, mit den perfekten Klängen, mit den Gedanken an einen perfekten Moment, fühlte sich unendlich lebendig und glücklich. Wenn nur Christopher jetzt bei ihr wäre …
Dritter Track: »Katy On A Mission«. Larissa lächelte immer grimmig, wenn sie diesen Song hörte. Sie fand, Katy B sah ihr irgendwie ähnlich – oder sie ihr. Mit feuerroten Locken hätte man die Beiden für Geschwister halten können. Nur Larissa war ... naja, nicht so kompakt gebaut wie die Britin. Die Germanistikstudentin war gut eins siebzig purer Sex auf zwei Beinen. Zwei geschmeidig-schlanke Beine, die gerade schweißglitzernd über das Laufband trabten.
Sie musste sich überwinden, sich nach der Aufwärmphase vom Laufband zu loszureißen. Aber erst Warmmachen, dann Krafttraining, dann Ausdauer – nicht umgekehrt! Ruhigen Schrittes ging sie zu den Suspension-Bändern am Rand der blauen Gymnastikfreifläche. Sie konnte niemand Weiteres im gesamten Saal ausmachen, sie schien mittlerweile tatsächlich ganz allein zu sein. Bevor sie anfangen wollte mit den Muskeltraining, gönnte sie sich einige Schluck Wasser aus ihrer Flasche und schaute gedankenverloren über den künstlichen Teich, draußen vor dem Panoramafenster. Ihr Shirt war großflächig von Schweißflecken bedeckt, unter dem Armen, zwischen den Schulterblättern. Und ihr Dekolletee.
Schritte näherten sich. Sie sah sich um. Es war Ryan.
»Hi«, sagte er freundlich sah sich um, obwohl es nichts und niemanden zu sehen gab.
»Gibt grad nicht viel zu tun was?« Larissa lächelte ihn an.
»Nicht wirklich«, gab der Fitnesstrainer zu. »Es ist wirklich überhaupt nichts los. Meine Kollegen sind schon heim, ich mach die Schicht bis um neun alleine. Nur in der Saftbar und am Eingang sitzt noch jemand. Kann ich vielleicht was für Dich tun?«
»Hm. Ich wollte noch ein paar Übungen an den Seilen machen. Du könntest mir assistieren.«
»Gern.«
Larissa erhob sich. Ryan ließ seinen Blick kurz über ihren Körper gleiten, einen Tick zu langsam. Er blieb an ihren Brüsten hängen. Larissa blickte an sich herab. Mit dem ersten Frösteln des Abkühlens nach der Anstrengung waren ihre Nippel hart geworden.
»Gefällt Dir mein Shirt?«, fragte sie im Plauderton.
Ryan räusperte sich nur und wandte sich den Seilen zu. »Ähm … womit möchtest Du beginnen?«
Larissa musterte Ryan, der ihr den Rücken zugewandt hatte. Er war athletisch muskulös, wie man es zugegebenermaßen vom Personal eines Fitness-Studios nicht anders erwarten würde. Die Farben der Arbeitskleidung – Funktionsshirt und Knielange Trainingsshorts in hellem Grau mit dünnen, neonorangeenn Streifen an den Flanken, standen ihm verdammt gut. Man konnte gut das Spiel seiner Muskeln auf seinem V-förmigen Rücken bewundern. Auch die Hosen ließen ihm zwar Bewegungsfreiheit, spannten sich aber dennoch appetitlich über seinen trainierten Knackarsch. Larissa musste grinsen. Warum nicht?, dachte sie sich. Christopher hat auf der Exkursion auch seinen Spaß – mit dem Päckchen, das ich ihm mitgegeben habe!
Ryan war damit beschäftigt, an den Bändern herumzunesteln, um sie auf eine passende Höhe einzustellen – was witzlos war, wenn sie ihm noch gar nicht gesagt hatte, ob sie mit stehenden oder liegenden Übungen anfangen wollte. Sie wartete ab. Er justierte die Länge mit den Griffen auf Höhe ihrer Hüfte.
»Fangen wir an mit Armen, Brust und Schultern?«, fragte er im Plauderton.
»‘Kay«, antwortete Larissa und schlüpfte mit den Händen in die Schlaufen.
»Füße zusammen, Knie durchgedrückt, Arme geradeaus nach vorn.«
»Ich weiß«, kommentierte sie und nahm die Ausgangsposition ein. Dann stellte sie sich auf die Zehenspitzen, lehnte sich langsam nach vorn und brachte die Bänder auf Zug.
Ryan trat ein paar Schritte zurück und begutachtete ihre Haltung. »Sehr schön«, kommentierte er.
Larissa breitete nun langsam die Arme aus, wodurch ihr Körper weiter nach vorne fiel. Schließlich hing sie mit angewinkelten, ausgebreiteten Armen, die Fäuste auf Kopfhöhe, in Schräglage. Ebenso langsam, mit Konzentration und Kraftaufwand, brachte sie die Hände wieder zusammen und schob sich somit wieder zurück in Ausgangsposition.
»Achte darauf, dass Dein Rücken und Hals eine gerade Linie bilden. Nicht krumm machen! Körperspannung!«
Larissa war sich sicher, alles richtig gemacht zu haben. Sie hatte die Körperspannung einer Balletttänzerin. Dennoch lächelte sie grimmig und strengte sie noch mehr an, versuchte jede Muskelfaser ihres Körpers zu erspüren und korrekt anzuspannen, um ihre Haltung zu perfektionieren.
Als sie wieder, nach vorne gelehnt, in den Seilen hing, trat Ryan seitlich an sie heran und legte eine Hand auf ihren Bauch, die andere auf ihren Rücken, direkt über dem Poansatz. Er übte leichten Druck aus, um die Stellung ihrer Lendenwirbel zu korrigieren. Larissa biss sich leicht auf die Unterlippe.
»Nicht die Luft anhalten. Locker weiteratmen.«
Sie atmete hörbar aus, versuchte es aber langsam zu tun, während sie sich wieder in Ausgangsposition schob. Ryan ließ seine Hände dort, wo er sie platziert hatte, und folgte ihrer Bewegung. Seine Finger hatte er nun jedoch gespreizt und versenkte sie leicht in Larissas Bauch. Es fühlte sich gut an. Mit dem Kopf nun fast auf gleicher Höhe, wandte sie ihm ihr Gesicht zu, öffnete leicht den Mund, sagte jedoch nichts.
»Ja?«, fragte Ryan.
Ihre Köpfe waren nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Er musste ihre Hitze auf seinem Gesicht spüren, sie riechen, diese Mischung aus Deodorant, Parfüm und dem Eigenaroma ihres Körpers.
»Richtig so?«, sagte sie, und man hörte die Anstrengung, wenn sie sprach.
»Fein machst Du das«, lobte er sie und grinste schelmisch.
Er löste seine Hände von ihr und stellte sich vor sie. Ihr Gesicht und Blick folgten ihm, geradezu lauernd. Larissa glühte. Ihre Wangen waren rosig vor Anstrengung, einzelne Härchen ihrer feuerroten Locken klebten am Rand ihres Gesichtes.
Ryan ging vor ihr in den Schneidersitz und hob einen Arm, mit ausgestrecktem Zeigefinger. Larissa runzelte die Stirn.
»Sieh mal zu, ob Du da drankommst – aber nicht krumm machen, den Rücken!«
Wieder brachte sie ihren Körper mit langsam abgespreizten Armen nach vorne. Diesmal reichte es nicht, auf Schulterhöhe haltzumachen. Sie stierte auf die Fingerspitze vor ihrem Gesicht. Wenige Zentimeter noch. Sie streckte die Arme weiter nach hinten, kam somit noch ein Stückchen weiter vor mit ihrem Körper. Noch ein Bisschen. Zog er die Hand etwa langsam weg?
Nein.
Geschafft! Sie tippte mit ihrer Nasenspitze gegen seine Fingerkuppe.
Und nun wieder zurück. Ein gequältes Grollen entfuhr ihr, als sie sich langsam wieder aus dieser Lage in die Ausgangsposition hieven musste.
»Und noch einmal«, sagte Ryan ungerührt.
Wieder quälte sie sich ihm Zentimeter für Zentimeter entgegen. Ihre Arme zitterten unter der Anstrengung. Sie bleckte die Zähne und kniff die Augen zusammen. Da spürte sie den Finger gegen ihre Nase stupsen.
»Und noch ein drittes Mal.«
Sadist!, dachte Larissa. Aber brav machte sie erst wieder den Weg zurück, dann wieder nach vorn. Sie schloss erneut die Augen vor Anstrengung, blinzelte aber diesmal unmerklich. Denn sie hatte den Verdacht, dass er beim letzten Mal geschummelt hatte und ihr entgegen gekommen war. Und wirklich: Sie war fast noch eine Handbreit von ihm weg, da steckte er ihr die Hand entgegen. Also doch kein Sadist, dachte sie. Aber ohne nachzudenken, schnappte sie reflexartig nach seinem Finger. Flutschend verschwand er zwei Glieder tief in ihrem Mund. Larissa öffnete die Augen und sah in an. Ryans Mine war nicht zu deuten. Er war zweifellos überrumpelt, zog seine Hand jedoch nicht zurück. Larissa hing vor ihm und rührte sich nicht. Die Augen an seinen Blick geheftet, nuckelte sie an seinem Finger, spielte mit ihrer Zunge daran, liebkoste ihn in ihrem Mund.
Es machte ein laut schmatzendes Geräusch, als er in plötzlich, ohne Vorwarnung, herauszog, aufsprang und sprach, als wäre nichts gewesen: »So. Machen wir jetzt was für die Beine?«
»M-hm«, machte Larissa nur.
»Leg Dich hin. Auf den Rücken, Füße Richtung Schlaufen.«
Larissa schüttelte erst einmal ihre lahm gewordenen Arme aus. Training mit den Suspension-Bändern war effektiv, aber auch mordsanstrengend. Anders als beim Pumpen von Eisen nutzte man hier sein eigenes Körpergewicht, kämpfte ständig um die perfekte Haltung, trainierte praktisch bei jeder Übung viele Partien gleichzeitig.
Sie legte sich hin wie geheißen. Ryan hatte derweil die Seile noch weiter ausgelassen, sodass die Schlaufen gerade mal eine Handbreit über den Mattenboden baumelten. Larissa robbte ein bisschen näher, um sich in die richtige Position zu bringen, dann schlüpfte sie mit den Füßen jeweils in eine Schlaufe, so dass ihre Beine ganz sacht angehoben waren, da ihre Hacken in den Seilen ruhten.
»Deine Arme kannst Du jetzt erst mal locker neben dem Körper ablegen. So und jetzt hebst Du bitte den Hintern leicht an, dass er nicht mehr den Grund berührt. Ich möchte, dass Du nur noch auf den Schulterblättern aufliegst. Den Kopf lässt Du selbstverständlich auch entspannt liegen.«
Larissa ging auf Grundspannung. Sie sah ihm in die Augen. Ryans Blick war auf ihre Körpermitte gerichtet. Er genoss den Anblick, wie sie ihm sachte ihren Venushügel entgegenhob. Er zeichnete sich deutlich ab durch die eng anliegende, knielange Laufhose, die sie trug.
»So. Jetzt spreizt Du bitte die Beine, ohne das Becken absinken zu lassen. Fünfzig mal.«
Larissa beobachtete sein Mienenspiel, während sie vor seinen Augen langsam die Schenkel öffnete und schloss. Er weidete sich regelrecht an ihrem Anblick, auch wenn er sich beherrschen konnte, ein blödes Gesicht dabei zu machen. Ryan war ein sehr attraktiver Kerl. Seine Augenlider waren schmal und Gerade, die Wangenknochen kräftig und ausgeprägt. Wahrscheinlich noch jung mit ersten Lücken im Kopfhaar (zu viel Testosteron vielleicht?), hatte er seinen Schädel stets völlig glatt rasiert. Er erinnerte Larissa an diesen frech grinsenden Typen aus dieser Herrenparfüm-Werbung – wie hieß die doch gleich? Eddi Erbeerchen? Oskar Orangi? Nee … aber so ähnlich irgendwie. Jedenfalls war Ryan aber gänzlich glatt rasiert, der Kerl in der Werbung hatte, soweit sie sich erinnerte, einen dandyhaften Fünf-Tage-Bart. Der Fitnesstrainer hatte außerdem eine makellose Haut.
Puuuh … vierzig. Langsam wurde es anstrengend.
»Eh, eh, nicht nachlassen!« Frech schob Ryan seine Hand unter ihren Hintern, krallte seine Finger leicht in eine ihrer Backen und hob ihr leicht abgesunkenes Becken wieder an. Larissa kämpfte um die Rückgewinnung ihrer Körperspannung und spannte unweigerlich ihre Pobacken an. Ryan verringerte den Druck seiner Finger, ließ die Hand aber, wo sie war. Larissa entspannte ihre Backen wieder. Nur Augenblicke später gruben sich seine Finger wieder sanft in ihr Fleisch, massierten ihr Gesäß. Der Fitnesstrainer ließ prüfend seinen Blick über ihren Körper wandern, ob sie auch alles richtig machte – so als merkte er gar nicht, was seine Hand da unter ihr gerade trieb. Irgendwann war er bei ihrem Gesicht angekommen, sah ihr in die Augen und lächelte sie an.
»Du kannst jetzt aufhören. Wir sind schon bei sechzig.«
Larissa hielt inne.
»Echt?«, fragte sie leise. Er beugte sich runter zu ihr, um sie besser zu verstehen. »Hab‘ ich gar nicht gemerkt«, fügte Larissa flüsternd hinzu.
Ihre Köpfe waren sich jetzt wieder ganz nahe. Larissa konnte spüren, wie die Hitze, die ihr Gesicht ausstrahlte, von seinem reflektiert wurde. Seine Lider waren halb geschlossen. Für einen Augenblick war es völlig still.
Bums! Ließ sie ihren Hintern auf den Boden fallen und klemmte ihm die Hand ein. Unweigerlich zuckte Ryan hoch und riss die Augen auf, jedoch nur vor Schreck und nicht, weil es wehgetan hätte. Larissa grinste. Ryan ruckelte mit seinem Arm, um freizukommen. Larissa machte keinerlei Anstalten, ihm behilflich zu sein. Da krallte er plötzlich seine Finger richtig in ihr Gesäß, zwei Finger gruben sich sogar in ihre Pospalte. Nun war es Larissa, die hochzuckte – und Ryans Hand war wieder frei.
»Noch ‘ne Übung? Vielleicht mal was zum dehnen? Bin gespannt, ob Du das schaffst.«
Es grinste herausfordernd.
Larissa befreite ihre Füße aus den Schlaufen und stand auf. »Was soll ich machen?«
»Moment …« Die Bänder wurden erneut justiert, diesmal asymmetrisch. Dann wandte er sich ihr zu. »Darf ich um ihren Fuß bitten, die Dame?«
»Meinen Fuß …?«
Ryan nickte und steckte die Hand aus, als sei Zahltag.
Larissa ergriff ein Seil, das längere, um sich dran festzuhalten, dann hob sie ein Bein und brachte ihren Fuß in die Nähe seiner Hand. Es sah, zugegebenermaßen, etwas unbeholfen aus. Doch er fackelte nicht lange, packte ihr Bein bei der Fessel und hängte ihren Fuß in die Schlaufe des kürzeren Seiles.
»Normalerweise macht man dieser Übung an einer Querstange, aber so geht es auch – trainiert außerdem das Gleichgewicht.«
»Und jetzt?«
»Lass das Seil los und bring Dich in einen möglichst stabilen Stand. Das ausgesteckte Bein lässt Du locker geradeaus vor Dir hängen.«
Larissa hopste, so gut es ging, in die Ausgangsposition. Ryan hatte sich hinter sie gestellt und die Arme an ihren Seiten erhoben, um sie abzufangen, sollte sie das Gleichgewicht verlieren.
»Und jetzt drehst Du das Standbein vorsichtig nach außen weg, dass Deine Füße praktisch einen Neunzig-Grad-Winkel bilden, würden sie beide auf dem Boden stehen.
Uff! Das war schwierig. Aber Larissa bekam es hin, Stückchen für Stücken.
»So … jetzt beugst Du Deinen Rumpf mit Blick zum Knie Deines Standbeins so weit runter Richtung Boden, wie Du kommst. Keine Angst, ich steh hinter Dir und fang Dich sofort, falls Du kippst.«
War er verrückt geworden? Wie sollte sie? Larissa probierte es zaghaft. Und es ging tatsächlich. Aber es zog höllisch in den Beinen und im Hintern! Sie brachte ihren Torso gerade mal halbwegs in die Waagerechte, dann war Schluss.
»Sehr schön«, lobte Ryan sie, »und langsam wieder zurück.«
Larissa richtete sich wieder auf. Hölle, war das anstrengend!
»Und nochmal …« Diesmal hatte er einen Arm um ihre Taille geschlungen und die andere Hand auf ihr Rückrad gelegt. Mit ihrer Beugung schob er diese gleitend nach oben, bis zu ihrem Hals, und unterstützte dabei ihren Bewegungsablauf. Als sie Halt machte, drückte er noch ein Bisschen nach und brachte sie somit noch ein Stückchen weiter.
»Aaahr …«, entfuhr Larissa ein unterdrückter Laut. Es zog wirklich fürchterlich in ihren Gliedern.
»Das müsste jetzt hier richtig ziehen«, kommentierte Ryan und tätschelte ihr frech den Hintern.
»Aber sowas von!«, sagte Larissa gepresst.
»Und wieder hoch …« Seine Hand löste sich von ihrem Hintern und in der Aufwärtsbewegung schlang er auch den zweiten Arm um sie, jedoch auf Brusthöhe. Als sie wieder aufrecht stand, leicht schwankend, hielt er sie von hinten umklammert. Seine eine Hand ruhte auf ihrer Brust und drückte sie sanft. Sein Atem blies ihr in den Nacken und ließ sie leicht frösteln. Er stand jetzt ganz dicht hinter ihr. Sein Becken drückte sich gegen ihren wiegenden Po. Sie konnte spüren, dass er eine Erektion hatte. Seine Beule pflügte sich regelrecht durch die dünnen Stoffschichten zwischen ihre gespreizten Backen. Er löste die Hand, die um ihre Hüfte geschlungen war. Seine Hand strich flach über ihren Bauch, ging tiefer, über ihren Venushügel. Seine Finger suchten und fanden ihre Schamlippen. Sanft drückten sie sie durch den Stoff. Larissa hatte die Augen geschlossen und atmete tief. Obwohl sie eigentlich mit ihrer Balance hätte kämpfen müssen, war ihr als schwebte sie in diesem Moment.
In dem Augenblick, als er ihre Brust etwas fester drückte, sprach er zu ihr. Es war nur ein flüstern, ganz nahe an ihrem Ohr:
»Bereit für’s Ausdauertraining …?«
Vocatio
Verehrter Fremder,
in diesem Brief vermittle ich Dir einige Eindrücke von der Residenz meines Meisters und wie ich überraschend von ihm einbestellt werde.
»Eva.«
Ich höre eine Stimme im Dunkel.
»Eva, wach auf.«
Eine Hand an meiner Schulter. Ich blinzle. Einen Augenblick brauche ich zur Orientierung. Wo bin ich? Vivien.
»Wach auf, Schlafmütze!«
Sie klingt amüsiert.
Ich öffne die Augen. Vivien kauert vor mir am Bett und versucht mich sanft zu wecken.
»Wie spät …?«
»Oh, so ziemlich mitten in der Nacht, würd ich sagen.«
»Wie lange …?«
»Ein paar Stunden. Wie fühlst Du Dich?«
Ich richte mich langsam, gestützt auf meine Arme, auf und horche einen Moment in mich hinein.
»Ausgeruht. Ja.«»Na dann …«
»Wieso weckst Du mich?«
»Er will Dich sehen.«
»Jetzt?«
»Er ist ein vielbeschäftigter Mann. Du verbringst die Zeit mit ihm, die er Dir zuweist. Oder soll ich im sagen, Du seist unpässlich?«
»Nein«, fahre ich erschreckt auf. Der Gedanke macht mir regelrecht Angst. Ich stelle mir vor, wie ärgerlich er sein würde, wenn ich ihm divenhaft ausrichten ließe, ich stehe gerade nicht zur Verfügung.
Zögern kann Bestrafung nach sich ziehen, bei Weigerung ist mir Strafe gewiss – so steht es in dem Kontrakt, den ich unterzeichnet habe. Ich springe aus dem Bett und bin sofort hellwach, ja aufgewühlt. Vivien lächelt amüsiert.
»Wohin … was …?«, stammle ich. So wach bin ich anscheinend doch noch nicht.
Meine Freundin grinst. »Entspann Dich. Zieh Dich an und mach Dich zurecht. Eine Garderobe hast Du ja.«
»Verrätst Du mir bitte, wo, in welchem Rahmen wir uns treffen werden? Will er mit mir dinieren? Oder erwartet er mich in seinem Schlafzimmer?« Als ich mich den letzten Satz sagen höre, schlägt mein Herz schneller.
Vivien stemmt die Hände in die Seite und schaut amüsiert. »Dinieren … so könnte man es nennen. Schau mich an.«
Ich mustere sie. Vivien trägt ein seidenes, weinrotes Cocktailkleid. Ihre Schuhe haben recht hohe Absätze, wie immer. Sie hat eine Perlenkette um und eine Clutch in der Hand. Ihr Make-up ist dunkel, die Wangen sind betont. Sie sieht bezaubernd aus.
»Wir gehen jedenfalls nicht zur Frittenbude«, scherzt sie.
»M-hm«, mache ich nur. Es ist falsch, so zu denken, aber gerade fühle ich einen kalten Stachel von Eifersucht in meiner Brust. Vivien sieht so toll aus – wie kann ich mit ihr konkurrieren? Doch dann schelte ich mich selbst für diesen Gedanken: DU bist es, den er sehen will, nicht seine …? Wie hatte Vivien sich genannt? Seine Chefsekretärin? Irgendwie seltsam, eine Sekretärin, die für ihren Boss seine neue Lustsklavin wäscht, rasiert und …Meine Freundin schaut mich mit schräg gelegtem Kopf an und scheint zu versuchen, meine Gedanken zu erraten. Sie verzieht einen Mundwinkel zu einem spöttischen Grinsen und sagt im Gehen: »Ich lass Dich dann mal allein und warte der Eingangshalle.« Und schon ist sie verschwunden.
Gestern sind wir zurück zu seiner Villa gefahren, wo vor Kurzem – und doch scheint es mir wie eine Ewigkeit her – alles begonnen hat. Ich habe diesen Kontrakt unterschrieben, in dem ich mich ihm ganz und gar verschreibe. Ihm, den eine so hypnotisierende Aura umgibt wie keinen Mann, dem ich zuvor begegnet bin. Ich soll in einem Brieftagebuch einem mir völlig Unbekannten, jemandem aus einer Chiffre-Anzeige, von meinem Werdegang berichten. Als Vivien und ich zurückkehrten von … ja man kann sagen von meiner Verwandlung, da habe ich mich erst einmal daran setzen und das Erlebte aufarbeiten müssen. Es wurde nicht ein Brief an diesen mir unbekannten Beichtvater, es wurde fast ein halbes Dutzend! Und nun bin aufgewacht, nein aufgeweckt worden, nachdem ich mich, erschöpft vom Schreiben und ausgelaugt von all dem Neuen, gestern endlich schlafen gelegt habe.
Ich habe noch nicht viel von seinem Anwesen gesehen, aber er scheint eine Schwäche für viktorianisches Mobiliar zu haben: Hohe Wände mit wuchtigen Gemälden mir unbekannter Männer und Frauen in Kleidern des 19. Jahrhunderts, Stuckarbeiten an den Decken, Kronleuchter und goldene Kerzenständer, dunkle Holzmöbel mit floralen Ornamenten und rote, schwere Teppiche, welche die Schritte dämpfen. Dennoch ist es nicht düster hier – zumindest nicht dort, wo ich bislang hingeführt wurde. Licht durchflutet die allseits weiß getünchten Räume. Der Blick durch die Fenster öffnet sich weit über die Gärten, die Rasenflächen, weiße Springbrunnen, Rosenstöcke und Beete mit Strelizien und Fresien in kräftigem, leuchtenden Orange.
Ich sollte nicht weiter trödeln und mich endlich für unser Treffen vorbereiten. Ich bin so aufgeregt! Nach einigem Hin und Her entscheide ich mich für ein petrolfarbenes, nahtloses Kleid. Es ist schulterfrei und recht kurz – ich liebe es, wie meine Beine darin zur Geltung kommen. Ich wähle passende, dunkle Smaragdohrringe, habe aber leider keine passende Kette dazu. Doch der silberne Armreif scheint mir gut geeignet.
Ich nehme vor der Schminkkommode mit dem großen Diamantschliffspiegel Platz. Das Tolle an dieser neuen Frisur, die ich seit gestern habe, ist, dass sie auch zerstrubbelt toll aussieht. Ich zupfe mir meinen kecken Kurzhaarschnitt nur ein Wenig zurecht und schminke mich. Augenbetont, ja, so soll es sein, entscheide ich. Meine Lippen male ich mir dunkler, als ich es sonst mache. Dieser neue Typ, der mir da im Spiegel entgegenfunkelt, gefällt mir! Ich muss mir selber zulächeln und bin stolz und voller Erwartung, wie ihm meine neue Erscheinung gefallen wird.
Ich rausche die Treppe hinab zu Vivien. Sie hebt die Augenbrauen, als sie mich sieht, mustert mich und kann es nicht unterdrücken, auch sie muss grinsen. »Du wirst ihn umhauen, wenn er Dich so sieht!«
»Wohin gehen wir?«
»In das Gartenhaus.«»Sein Garten ...?«»Dieses Anwesen hier ist ziemlich groß. Kannst Du eigentlich reiten? Zu den Stallungen werden wir bestimmt irgendwann auch noch kommen.«»Nein, leider nicht.«»Du wirst es lernen.«
»Hat er das gesagt?«»Das sage ich. Aus Erfahrung.«
Viviens Kommentar bedrückt mich. Und es geht nicht darum, dass Pferde mir nie sonderlich geheuer waren.»Wie viele ...?«»Was?«
»Wie viele gab es eigentlich vor mir.«
»Warum willst Du das wissen?«
»...«
»Ist das von Bedeutung für Dich?«
»Ich weiß nicht.«
»Würde es etwas ändern am Hier und Jetzt, für Dich, für ihn, wenn ich Dir sagte, es waren Etliche ...?«
Etliche.
»... oder nur Wenige?«
»Ich weiß nicht, Vivien.«
»Würde es was ändern, wenn ich sagte, er macht das zum ersten Mal und hat noch keine Erfahrung in der Rolle des Doms?«
Ich überlege kurz. »Ja. Das würde es bestimmt. «
»Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass er schon erfahren ist und demnach weiß, was er tut?«
»Schon ...«, sage ich zögerlich. Aber irgendwie kommen mir Viviens Gegenfragen manipulativ vor. Doch ich merke auch, ich werde keine klare Antwort von ihr bekommen, also belasse ich es dabei. Etliche oder wenige.
Wir sind herausgetreten und stehen auf dem blendend weißen Kiesgrund. Es ist tatsachlich tiefe Nacht, aber warm. »Hat oder hatte er mal mehrere gleichzeitig?«, platzt es aus mir heraus.
Vivien wirft mir einen Seitenblick zu. »Wie einen Harem?«, entgegnet sie in spöttischem Ton.Wieder weiß ich nichts zu sagen und schaue sie nur mit halboffenem Mund an. »Oder meinst Du im Bett?«
Jetzt reiße ich auch die Augen auf. So hatte ich es gar nicht gemeint, aber jetzt ist der Gedanke da und Bilder steigen in meinem Kopf auf. Bilder, die mich irritieren, über die ich unmöglich sagen kann, was ich dabei empfinde. Oder empfinden sollte? Wir sind überhaupt noch gar nicht intim geworden, mache ich mir klar, obwohl es natürlich darum geht bei unserem Verhältnis – oder sollte ich besser sagen ›Vereinbarung‹? Aber zu dritt oder gar mehreren? Andererseits ... Vivien zu begegnen hat mir eine ganz neue Seite offenbart: die Lust an einem weiblichen Körper.
Eine Limousine fährt vor. Der Fahrer steigt aus und öffnet uns die Tür.»Wir fahren?«, frage ich erstaunt.
»Knapp zehn Minuten zu Fuß, keine zwei mit dem Auto. Ich bin mit meinen Absätzen trotzdem froh nicht laufen zu müssen.« Und sie steigt ein.Der Chauffeur geht herum um den Wagen und öffnet mir auf der anderen Seite.Ich kann mir nicht helfen, wieder muss ich schmunzeln: Es ist neu und aufregend für mich, wie eine edle Dame behandelt zu werden.Wie angekündigt, sind wir auch schon da. Der Wagen hält, Vivien steigt aus. Auch ich öffne die Tür und will aussteigen. Da hechtet der Chauffeur um das Heck herum und beeilt sich, mir herauszuhelfen! Wie dumm von mir: Der arme Kerl muss geglaubt haben, ich hätte die Geduld mit ihm verloren. Ich bedanke mich beschämt für seine Hilfe, aber er antwortet nicht und nickt nur verkniffen. Und schon ist er auch wieder eingestiegen und fort.
»Was erwartet uns da drin?«, frage ich und meine Stimme klingt ängstlich.»Essen«, antwortet meine Freundin augenzwinkernd und geht vor.
Ich holte einmal tief Luft, zopple überflüssigerweise an meinem Kleid herum und folge ihr.
Blaze
Ausdauertraining. Eigentlich bedeutete das Laufband, Stepper oder Ähnliches. Aber nach einem Wettrennen auf der Stelle war ihnen Beiden nicht zu Mute. Daher hatte sie gleich zugestimmt, diesen Trainingsteil – ausnahmsweise – zu überspringen und gleich in die Sauna zu gehen.
Ryan war kurz in den Personalbereich verschwunden, um Aufgussmittel zu holen und sich umzuziehen. Sie war derweil ebenfalls zur Umkleide gegangen, schlüpfte aus ihrem Trainingsoutfit und warf sich ihren Frotteemantel über. Viele bevorzugten ja lange, schwere Saunamäntel, am besten sogar mit Kapuze. Larissa dagegen zeigte gerne ihre Beine.
Wie es sich gehörte, duschte sie sich kurz ab vor dem Betreten der Aufguss-Sauna. Als das Wasser aus der Regendusche ihr auf Kopf und Schultern fiel, sich zwischen ihren Brüsten sammelte und zwischen ihren Beinen zu Boden platschte, musste sie unwillkürlich an Sammy und seine außergewöhnliche Dienstleistung denken, deren Zeugin sie sein durfte. Sie hob die Hände und wog ihre festen, milchweißen Brüste. In angeheizter Vorfreude zwirbelte sie sanft ihre Nippel, genoss das Prickeln und legte den Kopf zurück, um das lauwarme Wasser auf ihr Gesicht regnen zu lassen. Sie öffnete leicht den Mund, ließ ihn sich langsam bis zum Überlaufen füllen und spuckte schließlich alles mit einem Schwall über ihr Kinn. Es fiel ihr schwer, nicht mit den Händen tiefer zu wandern, so erregt war sie bereits. Aber das sollte jemand anderes ihr abnehmen sich darum zu kümmern! Sie drückte auf den Knopf der Dusche, das Wasser regnete unbeirrt weiter. Sie schalt sich selbst mit einem Augenrollen, dass sich die Dusche selbstverständlich von alleine abstellen würde und wandte sich ab.
Sie hatte gar nicht bemerkt, dass Ryan hereingekommen war. Er stand an der gegenüberliegenden Wand und drückte gerade mit der Faust gegen den Knopf seiner Dusche. Larissa musterte sein V-förmiges Kreuz, seinen knackigen, nass glänzenden Hintern und seine athletischen Schenkel. Damit konnte Christopher zugegebenermaßen nicht mithalten, dachte sie und musste grinsen. Ryan drehte sich um. Damit allerdings schon!, fügte sie in Gedanken hinzu, als sie nun sein Gemächt begutachtete und musste unweigerlich breiter grinsen. Ryan interpretierte ihren Blick als Anerkennung und lächelte selbstzufrieden zurück. Larissa schmunzelte. Lassen wir ihn in dem Glauben, dachte sie.
Sie gingen in die Sauna; Ryan ließ ihr den Vortritt. Auch der Wellnessbereich war völlig ausgestorben. Weniger verwunderlich, denn bei solch einer Hitze auch noch freiwillig in die Schwitzkabine gehen, das grenzte an Verrücktheit.
Larissa nahm Platz auf der mittleren Ebene. Ryan hing das »Kein Zutritt – Aufguss!«-Schild an die Tür. Nun würden sie auch allein bleiben – vorausgesetzt, dass nicht irgendein Trottel den Hinweis übersehen oder missachten würde. Aber da sowieso nichts los war hier, war kaum damit zu rechnen.
Im Deklamierton hob er nun an: »Meine Dame und keine weiteren Herren, ich heiße Sie herzlich willkommen zum Aufguss. Ich habe den Duft Polarminze mit Menthol mitgebracht – genau das Richtige zum Erfrischen bei solch einem heißen Wetter …«
»Hört, hört!«, kommentierte Larissa amüsiert. Sie hatte sich auf ihr Handtuch gesetzt und lehnte sich an die Stufe hinter ihr, mit angezogenen und gespreizten Beinen – und gewährte ihm somit uneingeschränkte, tiefe Einblicke, von denen er sich aber nicht irritieren ließ. »Wie Sie wissen«, setzte er fort, »können Sie, sofern es ihnen zu heiß wird, gerne etwas tiefer Platz nehmen oder die Sauna auch jederzeit verlassen.« Er hob den Holzeimer mit dem Aufgussmittel, stellte ihn auf den Ofenrand ab und rührte ein, zwei Mal mit der klobigen Holzkelle darin herum. »Während des Aufgusses bitte ich nicht zu sprechen, damit alle anderen ihn ebenfalls in Ruhe genießen können …«
Er schöpfte die klare Flüssigkeit auf die heißen Steine des Ofens, wo sie augenblicklich prasselnd verdampfte. Larissa liebte diesen Moment: Das erste Aufgießen war immer das beste. Die Hitze stieg vom Ofen senkrecht auf, breitete sich unter der Decke aus und senkte sich zusehends nach unten. Man spürte es zuerst an der Stirn, dann auf dem ganzen Gesicht, den Schultern, dem Oberkörper. Ihre Poren öffneten sich und Schweißtröpfchen formten binnen Sekunden ein Muster aus vielen, kleinen Wasserperlen auf ihrer Haut. Sie schloss die Augen und hielt einen Moment den Atem an, wartete, bis die erste, ganz große Hitzewelle abebbte und die Luft nicht mehr brannte in den Atemwegen.
Ryan griff zu einem großen Tuch und schwang es in Zeitlupenbewegung wie ein Lasso über den Kopf, um die heiße Luft, die sich unter der Decke gestaut hatte, zu verwirbeln.
Der zweite Aufguss. Eine neue Glocke aus Hitze senkte sich über Larissa. Aber diesmal war sie daran gewöhnt, auch den Geruch nahm sie weit weniger intensiv wahr als beim ersten Durchgang. Sie atmete hörbar aus und stellte die Beine noch weiter auseinander, hatte die Fersen nunmehr locker auf die Kante der Holzstufe ruhend. Einladender ging’s nicht!
Ryan faltete sein großes Tuch nun einmal in der Mitte und hielt es fest zwischen beiden Händen. Mehrmals hob er es über den Kopf und fächerte ihr mit Peitschenknallen einen Schwall heißer Luft entgegen. Larissa kniff die Augen zusammen und hielt wieder die Luft an. Die Hitzestöße trafen sie mit voller Wucht. Es brannte jedes Mal heftig, aber auch nur für einen Augenblick, auf ihrem Gesicht, ihren Nippeln, ihren offen dargebotenem Schoß. Es war sehr erregend.
Dritter Aufguss. Larissa wagte es mit einem Auge zu blinzeln, als sie merkte, er hatte aufgehört, sie mit dem Wedeln zu traktieren. Während er den Rest des Eimers auf die heißen Steine schöpfte – mehr als die beiden Male zuvor – und ihn schließlich darüber auskippte, löste er wie beiläufig mit einer Hand sein Lendentuch. Larissa heftete auch ihr zweites Auge auf seinen schweißglänzenden Hintern und hob anerkennend die Augenbrauen. Ryan drehte mit einer Schüttelbewegung sein Tuch wieder zu einem Lasso und hob es über den Kopf – erst dann wandte er sich ihr zu und offenbarte ihr seine Erektion. »Endspurt«, sagte er gepresst und wirbelte mit aller Kraft – und ganzem Körpereinsatz – das Tuch über seinem Kopf. Die Zuck- und Wellenbewegungen übertrugen sich auch auf sein steifes Glied, das prall und glitzernd vor ihr tanze, auf und ab und hin und her. Es war ein appetitlicher und zugleich herrlich alberner Anblick und Larissa musste jäh auflachen. Doch alsbald erstarb ihr Lachen und wich einem Keuchen und Röcheln, als die Hitze, intensiver als je zuvor, sich erst von oben, dann scheinbar von allen Seiten auf ihre Haut legte. Unweigerlich krümmte sie sich zusammen und versenkte den Kopf zwischen ihren Knien. »Is‘ gleich vorbei«, hörte sie ihn sagen.
Und er behielt Recht: So schnell und heftig wie die Hitze gekommen war, so schnell verebbte sie auch wieder.
Er warf ein Tuch neben sie auf das Holz und nahm Platz. Langsam löste sie sich aus ihrer zusammengekrümmten Haltung und richtete sich wieder auf. Er sah sie von der Seite an und lächelte gelöst. Dann legte er den Arm um sie und zog sie heran mit einem lakonischen »Komm her.«
Larissa streckte sich aus und ruhte mit ihrem Kopf auf seinen Oberschenkeln. Sie konnte seine Erektion unter sich spüren.
Da lag sie nun, herrlich entspannt von den Hitzewellen des Aufgusses, aber auch nicht minder erregt. Sie blickte zu ihm empor. Auch ihre Nippel reckten sich ihm entgegen. Sanft streichelte er mit einer Hand ihr Haar. Die andere legte er sachte auf ihre Brust. Zur Antwort schloss sie kurz die Augen und sog hörbar Luft durch die Zähne ein. Wohlig rekelte sie sich unter seiner Berührung. Sie schaute ihn wieder an. Doch er hatte den Kopf erhoben und blickte in die Ferne. Also schloss Larissa auch die Augen und genoss es, einfach zu fühlen. Die eine Hand blieb lange auf ihrem Haar ruhen, während die andere abwechselnd ihre Brüste massierte und die Nippel sanft zwirbelte. Er machte das gut. Sehr gut. Larissa stöhnte immer wieder gelöst und rekelte sich immer ungeduldiger – sie wollte, dass er endlich tiefer ging. Schließlich ergriff sie seine Hand und platzierte sie selbst über ihrem Schritt.
»Hey«, protestiere er gespielt, aber ihre gespreizten Schenkel ließen jedes weitere Wort ersterben. Es war nicht allein die Nässe, die sich über ihrer beider Körper zog, welche seiner Finger ohne Widerstand geschmeidig zwischen ihre glühenden Schamlippen gleiten ließ. Die Feuchte ihres Schoßes empfing ihn, sie umschloss ihn und wollte ihn nicht mehr gehen lassen. Wie von einem leichten Stromstoß durchzogen bäumte sie kurz ihren Oberkörper auf, spannte sich ins Hohlkreuz, reckte ihm unweigerlich ihre Brust noch mehr entgegen. Spontan führte er ihre Bewegung fort, stützte ihren Torso mit seinem freien Arm, beugte sich herab und umschloss eine ihre Brüste mit seinen Lippen.
Salzgeschmack breitete sich in seinem Mund aus. Er knabberte an ihrem Nippel – ein Stöhnen des Gefallens vernahm er als Antwort. Doch sie drückte auch gegen die Hand in ihrem Schoß, gierig, ungeduldig. Also wählte er eine andere Gangart: Zwei Finger wie eine Speerspitze geformt, pflügte er sich kraftvoll durch ihre Scham, bohrte sie tief in sie hinein. Larissa japste nach Luft. Er ließ die Finger einen Moment dort, spürte das Pulsieren ihrer Vagina, die sie umklammert hielt. Dann krümmte er die vordersten Glieder leicht, drückte seine Fingerkuppen von innen gegen die Decke ihres Schoßes. Da: Der G-Punkt. Die Stelle fühlte sich anders an, als der Rest, weniger glatt und weich, eher fest und leicht uneben, als wäre die Haut dort geriffelt. Als er die Finger zurückzog aus ihr, strich er mit festem Druck über diese Stelle. Wäre er nicht mit geschlossenen Augen auf das Knabbern an Larissas Brust konzentriert, hätte er mitbekommen, wie sie Augen und Mund aufriss, überwältigt von der Intensität des Gefühls. Doch er hörte sie nur nach Luft schnappen.
Erneut stieß er zu. In einer fahrigen Bewegung ergriff Larissa seinen Kopf und schob ihn ihrem entgegen. Saugend, dürstend küsste sie ihn. Nun konnte auch sie das Salz auf seiner Haut schmecken, von seinen Lippen. Wieder zog er die Finger aus ihr heraus, auf die gleiche Weise. Ein langes Stöhnen mischte sich in ihren Kuss. Sie krallte sich in seinen Nacken, zog ihn noch fester zu sich, presste die Lippen so fest gegen seine, rieb ihre Zunge so leidenschaftlich an seiner, als wolle sie ihn auffressen.
Seine Antwort war eine Verdopplung des Taktes: Wieder und wieder und wieder stieß er in sie, wieder und wieder und wieder reizte er ihren G-Punkt, dass es ihr unmöglich war, sich auf irgendwas Anderes zu konzentrieren, schon gar nicht ihn zu küssen. Sie sackte zurück auf seinen Schoß und ließ den Orgasmus heranrollen, sie überrollen, mitreißen. Sie vernahm nur noch das glitschende Geräusch ihres Schoßes, spürte das Glühen in ihrem Innern, heißer als die Hitze auf ihrer Haut. Sie stemmte ihre Fersen auf die Holzbank und hob leicht den Schoß, spannte den ganzen Körper an, als sie kam.
Dann war es vorbei und sie sackte zusammen.
Ryan passte sich automatisch jeder Phase ihres Höhepunktes an. Nun, als es verebbte und sie das Nachglühen genoss, hatte er seine Hand nur mehr flach auf ihre Scham gelegt und liebkoste ihre Lippen mit sanften Bewegungen.
Irgendwann öffnete sie wieder die Augen und sah zu ihm hoch. Er hatte wirklich einen prächtig ausdefinierten Brustkasten, über welchen hinweg er sie nun schelmisch angrinste.
»Kannst Du noch?«
»Pfff …,« machte Larissa gedehnt, »wenn Du mich so fragst, ich glaub, ich müsste mal an die frische Luft.«
»Okay«, gab Ryan ihr Recht.
Larissa richtete sich auf und versuchte aufzustehen. Da erst merkte sie, wie wackelig sie tatsächlich war. Ihr schwindelte. Der Fitnesstrainer sprang sofort auf und stützte sie. »Langsam.«
»Du hast mich echt geschafft«, murmelte Larissa schläfrig, aber glücklich.
»Gern geschehen«, entgegnete er nur lakonisch.
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