Читать книгу: «Das Lobby-Kartell»

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Inhaltsverzeichnis

Impressum 4

Vorbemerkung 5

Prolog 6

Der Einstieg: Wie alles begann 9

Der Wechsel in die Verbände 14

Teil I - Die Eierlobby 17

Einleitung 17

Daten und Fakten 20

Die Eierverbände 24

Geschäftsstelle 1995 27

Zentralverband Eier – ZVE 28

Was war die Lösung? 33

Bundesverband der Deutschen Eiprodukten Industrie, BVEP 35

Eier Logistik Systeme – ELS GmbH 38

Verlag Informationsbriefe/GIL 39

European Union of Wholesale with Eggs, Egg Products, Poultry and Game – EUWEP 41

Internationale Ausrichtung – IEC 45

Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen – KAT 47

Aufbau eines Kontrollsystems 51

Eierkennzeichnung als Standard für Rückverfolgung 53

International Featured Standards – IFS 55

UV-Kontrollen 57

Isotopenanalyse 59

Krisen und neue Herausforderungen 64

Rückstände und nochmals Dioxine 70

Präventive Maßnahmen 74

Verbandsarbeit KAT 78

Infragestellung KAT 83

Neue Vorgaben und Ideen 90

WPSA-Siegel gegen KAT 94

Bundeskartellamt rüffelt KAT 99

Bekenntnis zu einem unverfälschten Wettbewerb 101

Erstes Tierschutzsiegel für Eier 102

Regionale Aktivitäten 103

NGOs und Tierwohl 104

Vier Pfoten (Österreich) 106

Compassion in World Farming 107

Albert Schweitzer Stiftung 108

LWL-Initiative 109

Medien 111

Verbot der Schnabelbehandlung 115

Verbot des Tötens männlicher Küken 118

Weitere Organisationen 121

Organigramm der Geschäftsstelle 2000 122

Qualitätsgemeinschaft Eier – QGE 123

Qualitätsgemeinschaft bunte Eier – QBE 125

European Trace Consortium – ETC 128

OVO-Cert GmbH 130

Die Revolution 138

Teil II - Der Geflügelverband 141

Verbandsgeschichte 141

Neuausrichtung der Verbandsarbeit 145

Struktur der Geflügelverbände 146

Organigramm der Geschäftsstelle bis 2015 147

Neue Geschäftsfelder 148

Mitgliedschaft in anderen Verbänden 150

International Poultry Council – IPC 152

European Poultry Club – EPC 154

Hauptverband des deutschen Lebensmitteleinzelhandels – HDE 155

Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistung – BGA 157

China Chamber of Commerce 160

Der Dachverband EPEGA 162

Die Konkurrenz EPGA 163

EPG – European Poultry and Game Association e. V. 164

Die Geschäftsstelle, Verbandsarbeit 167

Schwerpunkte 169

Krisenmanagement 178

Rückverfolgung 181

Definitionen und Regeln 182

Importe von Geflügelfleisch aus Drittländern, 2018 184

Saisongeflügel 186

Strategien weltweit 191

Vorträge und Veranstaltungen 194

Weitere Organisationen EPEGA 197

Europäische Marketingagentur – EMA 198

Q&S GmbH 199

OVO-Cert – Außenstelle China 204

Teil III - Der Wildhandel 206

Einleitung 206

Der Handel mit Wildfleisch 207

Herausforderungen und Skandale 212

Radioaktive Belastung von Wildbret 213

Gammelfleisch 214

Kriterienkatalog Wild 215

Mikrobiologischer Status von Wildfleisch 218

Bleibelastung in jagdlich erlegtem Wild 219

Farmwild 221

Die Kaninchenära 222

Qualitätsgemeinschaft Kaninchen 224

Unüberwindbare Hindernisse 228

Wachteln 230

Mein Ruhestand 231

Danke 233

Quellen- und Abbildungsverzeichnis 234

Tabellen und Grafiken 239

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie­.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fern­sehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und ­auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

© 2022 novum publishing

ISBN Printausgabe: 978-3-99107-766-4

ISBN e-book: 978-3-99107-767-1

Lektorat: Volker Wieckhorst

Umschlagfoto: Sergei Kuzmin, Lubov Chipurko | Dreamstime.com

Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh

Innenabbildungen: siehe Bildquellennachweis

www.novumverlag.com

Bildquellennachweis:

Statistik 1-5: Quelle: EMA, MEG, Caspar von der Crone, CD Consulting gUG, 2020

Statistik 6: Quelle: EU-Kommission, Caspar von der Crone, 2018

Tabelle 1 und 2: Quelle: Stat. Bundesamt, MEG, Caspar von der Crone, CD Consulting gUG, 2020

Tabelle 3 und 4: Quelle: Stat. Bundesamt, DJV, Caspar von der Crone, 2020

Bild 1, 4-6: Quelle: EPEGA, Caspar von der Crone

Bild 2: Quelle: KAT, 2015

Bild 3: WPSA, Quelle: WPSA-Siegel, Deutsche Vereinigung für Geflügelwissenschaft e.V., 2010

Vorbemerkung

Das Buch soll Hintergrundwissen vermitteln. Der Zeitraum umfasst einen Großteil meines beruflichen Wirkens, insbesondere die Verbandsarbeit im Bereich des Eier-, Geflügelhandels, der Verarbeitung und Vermarktung von Wildfleisch und Geflügelfleisch. Vieles entstammt meiner Erinnerung und soweit ich auf von mir veröffentlichte Publikationen zurückgreifen kann.

Die allgemeinen Hintergrundinformationen entstammen Internetrecherchen und Artikeln in Fachzeitschriften. Zudem wurden von mir zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften und wissenschaftlich fundierte Publikationen während und nach meiner Promotion im Bereich Wirtschaftswissenschaften und Management veröffentlicht.

Auf Namen der Beteiligten wurde bewusst verzichtet, soweit möglich auch die Nennung von Unternehmen. Interessensverbände spielten dabei eine sehr große Rolle, und die Nennung der jeweiligen Organisation dient als Informationsgrundlage, ohne die eine strukturelle Gestaltung nicht möglich wäre. Im Vordergrund standen jedoch Objektivität und Neutralität, denn es geht nicht darum, Anschuldigungen gegenüber Beteiligten zu treffen, sondern um eine nüchterne Betrachtung der Gegebenheiten.

Im Internet sind viele der damaligen Ereignisse nachzulesen. Es gibt dazu zahlreiche Veröffentlichungen diverser Medien. Vor allem das Krisenmanagement durch Fehlentscheidungen, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen in Bezug auf Hygiene und Rückstände gaben dazu immer wieder Anlass. Aber auch kriminelle Hintergründe, die der Bereicherung dienten, waren von Bedeutung und sind ebenfalls dokumentiert und in Urteilen verschiedener Gerichtsverfahren in entsprechenden Dokumenten nachzulesen.

Prolog

Es ist lange her, da waren die Hühner noch glücklich, konnten sich im Freien bewegen und zufrieden. Stimmt das wirklich, oder ist es nur unsere Vorstellung, was Tiere empfinden, indem wir uns in das vermeidliche Wohlbefinden hineindenken?

Tatsächlich waren die Hühner weiteraus besser gestellt als heute. Selektion, Töten der männlichen Brüder, wer hätte auch nur ansatzweise daran gedacht? All das gab es nicht, die Welt war noch in Ordnung, jedenfalls aus Sicht unser fleißigen Wegbegleiter.

Überall gab es Nester, auf dem Dachboden, Misthaufen oder versteckt hinter Strohballen. Glucken, die das Eierlegen und die Aufzucht im Sinn hatten. Voller Freude habe ich all das beobachtet und hatte kein Verständnis, dass die Eier nicht mehr verwertet werden konnten. Küken gab es leider auch nicht, dafür waren die Hähne wiederum nicht ehrgeizig genug.

Als kleiner Junge auf dem Bauernhof durfte ich all das erleben, eine schöne Zeit. Allerdings nicht für die Hähne, die die Oberaufsicht über ihre Hennen hatten und mir nicht wohlgesonnen waren. Vielleicht war es aber auch nur Rache, denn die Futtertröge und vor allem Wasserbehälter umzukippen haben Spaß gemacht, und ich bekam dies zu spüren. So dumm waren die Tiere nicht und wurden angriffslustig. Es gab so mache durchaus schmerzhafte Auseinandersetzung.

Meine Reaktion war aber intensiver, denn immer zum Geburtstag gab es eines dieser Hähne, die mich vorher attackiert hatten. Das ist lange her, zeigt aber eine innige Beziehung zu den Tieren, und es hat Freude bereitet, das liebe Federvieh zu betreuen.

Hühner zählen zu den ältesten Haustieren. Sie liefern Eier, Fleisch und Federn, sind leicht zu halten und verwerten sogar unsere Bioabfälle in Form von Essenresten sehr gut. Doch wie rücksichtlos verhalten wir uns gegenüber den Tieren? Verdient haben sie es nicht.

Mit dem Schulabschluss begann eine neue Ära. Ich absolvierte eine zweijährige landw. Berufsausbildung mit Bestnote als Landwirtschaftsgehilfe. Nach der landw. Fachschule bekam ich aufgrund meiner guten Noten ein Stipendium, und das sollte der Einstieg für weitere Bildungsmöglichkeiten sein.

Landwirtschaft war zwar okay, aber Bauer eines landw. Gemischtbetriebes entsprach zu der Zeit nicht mehr meiner Vorstellung einer beruflichen Karriere. Ich wollte mehr und dachte zunächst an ein Studium im Bereich Elektrotechnik, was mir immer Freude bereitet hatte. EDV spielte Anfang der 70er-Jahre noch keine besondere Rolle, Personal Computer gab es für den privaten Bereich damals nicht.

Zum Glück habe ich mich aber anders entschieden und für ein landw. Studium eingeschrieben und erfolgreich als Dipl.-Ing agr. abgeschlossen. Der elterliche Betrieb bot für mich keine Zukunft, wenngleich mein Vater enttäuscht war, aber doch Verständnis für meine Entscheidung aufbrachte.

Nach dem Abschluss folgte direkt der Berufseinstieg bei der Deutschen Gesellschaft für Landentwicklung, Münster (existiert nicht mehr). Meine Aufgabe bestand in der Erstellung von Betriebsentwicklungsplänen für landw. Erzeugung, vornehmlich im Bereich der Schweinehaltung. Damit begann der Einstieg ins eigentliche Berufsleben, und es war eine erfahrungsreiche Zeit, die sich völlig vom bisherigen Studentenleben und der Tätigkeit auf dem Bauernhof unterschied. Auf Dauer fehlte allerdings die Herausforderung. Eine Stellenausschreibung der Zentralen Markt- und Preisberichte ZMP für die Marktberichterstattung Eier und Geflügel interessierte mich. Eineinhalb Jahre später nach dem Berufseinstieg begann meine Karriere in Bonn, wo letztendlich alles begann.

Der Einstieg: Wie alles begann

Als ich 1976 Mitarbeiter der ZMP wurde, gab es noch althergebrachte Strukturen und Arbeitsmethoden der 50er-Jahre, woran ich mich zunächst gewöhnen musste. Die Aufgabenstellung umfasste zunächst die Marktberichterstattung für den Bereich Eier und Geflügel. Es erfolgten wöchentliche Rundschreiben, die noch mit der Schreibmaschine erstellt und anschließend im Offsetdruckverfahren aufbereitet wurden. Dies war mit einem sehr hohen Aufwand und Disziplin verbunden, denn Korrekturen bedeuteten fast immer eine neue Aufbereitung der Druckvorlagen. Über Teletext wurden Daten erhoben und Kurzmeldungen versandt. Fax und Mail gab es zu der Zeit noch nicht.

Das änderte sich mit der Zeit. Es gab ein EDV-Referat, das für den Bereich Computertechnologien und Kommunikation zuständig war. Die Programmierung erfolgte über Lochkarten. Die Bereitschaft zu grundlegenden Veränderungen war aufgrund des damit verbundenen hohen Aufwands noch sehr zurückhaltend. Ein damaliger Kollege und ich haben deshalb die Initiative ergriffen, etwas Neues auf den Weg zu bringen. Wir installierten ein entsprechendes Novell-Netzwerk und die Installation von PCs und Druckern, wodurch die Schreibmaschine entbehrlich wurde. Das war zu dieser Zeit revolutionär. Damit wurde ein Grundstein gelegt, der für mich und meinem damaligen Kollegen, wir sind heute sehr gute Freunde, den Einstieg in die berufliche Karriere förderte. Das Aufgabenfeld wuchs, und es kamen neue Initiativen hinzu.

Die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft, ZMP GmbH 1, war ein Wirtschaftsunternehmen mit Sitz in Bonn und Außenstellen in Berlin und Hamburg und wurde von der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft finanziert. Die Aufgabe bestand darin, dass Marktgeschehen im Interesse der Beteiligten entlang der Prozesskette neutral zu durchleuchten und zu bewerten. Das betraf die gesamte tierische, aber auch pflanzliche Produktion sowie Obst und Gemüse. Die ZMP wurde 1950 als Selbsthilfeeinrichtung der deutschen Landwirtschaft gegründet und als Durchführungsgesellschaft des Absatzfonds zur Sicherstellung der Markttransparenz berufen. Sie stellte damit ein äußerst wichtiges Instrument zur neutralen Beobachtung und Beurteilung der Situation an den Märkten dar. Ich war 16 Jahre Mitarbeiter der ZMP, zunächst im Bereich Eier und Geflügel und zuletzt als Leiter Marketing und Vertrieb, eine außerordentlich interessante Tätigkeit, die vor allem einen tiefen Einblick in die damalige Produktionsentwicklung am Eier- und Geflügelmarkt gab. Dank dieser Tätigkeit konnte ich zahlreiche Veröffentlichungen und Publikationen herausgeben. Damit stieg letztendlich der Bekanntheitsgrad in der Branche, und das Fachwissen wurde von vielen geschätzt.

Das Hintergrundwissen und aufgebaute Netzwerk waren letztendlich von unschätzbarem Wert für die weitere berufliche Laufbahn als Interessenvertreter diverser europäischer und nationaler Verbände. Es ermöglichte den direkten Zugang zu Behörden und zur EU-Kommission. Daraus entwickelten sich internationale Kontakte und entsprechende Kompetenzen.

Neben der ZMP diente die Centrale Marketing Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft mbH, CMA 2, einst als Durchführungsgesellschaft des Absatzfonds 3 zur Förderung des Absatzes von deutschen Produkten der Land- und Ernährungswirtschaft im In- und Ausland. Die CMA wurde wie auch die ZMP ebenfalls hauptsächlich von der deutschen Landwirtschaft finanziert. Ihre wichtigsten Arbeitsbereiche waren die klassische Werbung, Messen und Ausstellungen, Großverbraucher- und Öko-Marketing, die Marktforschung im In- und Ausland, Fortbildungen, Öffentlichkeitsarbeit und die Qualitätssicherung. Im Rahmen der Qualitätssicherung wurde 1972 das CMA-Gütezeichen für die hohe Qualität deutscher Lebensmittel eingeführt. Ende der Achtzigerjahre folgte das Prüfsiegel für Qualitätsfleisch, das schon damals einer durchgängigen Prozesskontrolle unterlag.

Die ZMP und CMA erhielten neben Eigenleistungen Mittel aus öffentlicher Hand, dem Absatzfonds 4, der die eigentliche Finanzierungsgrundlage darstellte und damals als sicher und zukunftsorientiert galt. Diesen Anspruch konnte vor allem die ZMP für sich verbuchen, während die CMA als Marketinggesellschaft für deutsche Agrarprodukte stand und diese mit viel Geld unterstützte. Herkünfte aus anderen Ländern waren tabu. Das wurde auch so von den maßgeblichen Gesellschaftern, dem Deutschen Raiffeisenverband und Deutschen Bauernverband, eingefordert. Allerdings gab es mehr und mehr Bedenken und auch Kritik aus den benachbarten EU-Ländern. Diese hatten auch Vermarktungsstrategien für ihre Produkte, doch auf anderer Rechtsgrundlage, und sie waren vor allem weniger national ausgerichtet. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2009 stellte fest, dass diese als Finanzierungsgrundlage der CMA und ZMP dienenden Beiträge gemäß Absatzfondsgesetz als Sonderabgabe mit dem Grundgesetz unvereinbar und bis dahin geltende Regelungen nicht möglich sind. Damit entfiel die wichtigste Finanzierungsgrundlage beider Gesellschaften. Aus Eigenmitteln konnte der Betrieb nicht aufrechterhalten werden. Beide Unternehmen stellten daraufhin ihren Betrieb ein.

Der Zentralverband Eier, Mitgesellschafter der CMA, begrüßte das Urteil und hatte zuvor seine Mitglieder aufgefordert, die Auflösung der CMA zu unterstützen. In der Folge wurde ich von der CMA zur Unterlassung aufgefordert. Aber das ist Geschichte. Bedauerlicherweise entfiel mit dem Urteil auch die finanzielle Grundlage der ZMP.

Als Nachfolgeorganisation konnte 2010 die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) 5 gegründet werden. Die AMI greift einen Teil des Aufgabenfeldes auf, das die ZMP bis Anfang 2009 abdeckte. Das Unternehmensziel steht in der Vermarktung zuverlässiger Markt- und Strukturdaten, Marktanalysen und Prognosen an interessierte Unternehmen, Organisationen, Politik/Verbände und sonstige Auftraggeber aus allen Bereichen der Agrarwirtschaft.

Der Eier und Geflügelbereich wird allerdings nicht von der AMI analysiert. Aufgrund der Gesellschafterstruktur, zu dem neben anderen Verbänden und Organisationen auch der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. ZDG 6 gehört, wurde dies von der Geflügelwirtschaft auf die MEG 7 übertragen. Dazu aber später weitere Details.

1 https://de.wikipedia.org/wiki/Zentrale_Markt-_und_Preisberichtstelle_für_Erzeugnisse_der_Land-,_Forst-_und_Ernährungswirtschaft

2 https://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/centrale-marketing-gesellschaft-der-deutschen-agrarwirtschaft-mbh/1569

3 https://de.wikipedia.org/wiki/Centrale_Marketing-Gesellschaft_der_deutschen_Agrarwirtschaft

4 https://de.wikipedia.org/wiki/Absatzförderungsfonds_der_deutschen_Land-_und_Ernährungswirtschaft

5 https://www.ami-informiert.de/ami-maerkte

6 https://zdg-online.de

7 https://www.marktinfo-eier-gefluegel.de

Der Wechsel in die Verbände

Meine Karriere bei der ZMP endete 1992 nach über 15 Jahren. Zu dem Zeitpunkt galten die ZMP und CMA noch als wichtige Institutionen der Agrarwirtschaft, und niemand konnte ahnen, dass beide Organisationen aufgrund der Entscheidung des Verfassungsgerichts später liquidiert werden mussten.

Zu dieser Zeit wurde ein neuer Geschäftsführer als Nachfolge für den bevorstehenden Ruhestand der bisherigen Leitung für die Verbände des Groß- und Außenhandels für Eier und Geflügel gesucht. Ich hatte zum Verband gute Kontakte, er gehörte, wie viele andere Organisationen, zum Umfeld der ZMP. Man nahm Kontakt auf, und ich habe mich dann für einen Wechsel in die Verbandstätigkeit entschieden.

Die neue Aufgabe bestand darin, die Interessenvertretung der verschiedenen Verbände wahrzunehmen. Dazu gehörten seinerzeit auch der Bundesverband der Deutschen Eiprodukten-Industrie als eigenständige Organisation und die Eier Logistiksysteme GmbH (ELS). Allerdings musste ich sehr bald feststellen, dass Verbandsarbeit in sehr großer Abhängigkeit von dem Willen und der Führung der jeweiligen Vorsitzenden stand. Meine Entscheidungsbefugnis hielt sich in Grenzen. So hatte ich mir das zu diesem Zeitpunkt nicht vorgestellt. Außerdem gab es auch hier Strukturen, die ein Umdenken erforderten, was aber auch Vorteile mit sich brachte. Dank meiner guten Kenntnisse im Bereich der EDV konnte ich schnell ein entsprechendes EDV-Netzwerk mit Computern und Druckern aufbauen. Es gab sogar Internet für erste Mails und den Versand von Faxen. Bisher hatte die Schreibmaschine, wenn auch etwas fortschrittlicher, die Dominanz.

Der Stellenwert in der Branche erwies sich für kleine Verbände als gering. Mit nur 1,5 Mitarbeitern musste ein Umdenken erfolgen. Es gab also viel zu tun, und dank meiner vielen Kontakte, die ich während meiner vorherigen Tätigkeit aufgebaut hatte, gelang es, Aufmerksamkeit zu erringen. Kommunikation stand an erster Stelle und erwies sich als elementares Instrument. Durch schnelle Verbreitung von wichtigen Informationen über das Geschehen auf der politischen und gesetzgeberischen Seite gelang es, Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Mitglieder konnten auf Grundlage anstehender und möglicher Änderungen im Bereich der Produktion, der Vermarktung oder Vorgaben für den Im- und Export durch Zölle und andere Regelungen, die Auswirkungen auf den Handel hatten, vorausschauend Entscheidungen treffen. Damit wuchsen das Interesse und die Zahl der Mitglieder stetig, und aus dem anfänglich kleinen Verband wurde ein ansehnlicher. Es war wichtig, dabei zu sein. Das galt auch für die anderen Verbände der gemeinsamen Geschäftsstelle.

Rundschreiben sind eine wichtige Informationsquelle. Der Einsatz moderner Kommunikationstechnik ermöglichte den parallelen Versand von Faxen, später wurde dieser auf E-Mail umgestellt. Die Errichtung einer Homepage führte zu einer weiteren Informationsplattform für die teilnehmenden Betriebe. Schnell waren die Verbandsrundschreiben und Mitteilungen über das aktuelle Geschehen europaweit und darüber hinaus bekannt. Der Arbeitsaufwand hatte sich dadurch erheblich vergrößert, sodass weitere Mitarbeiter eingestellt werden mussten. Das anfänglich sehr kleine Büro verdoppelte sich in der Größe.

Trotz allem bereitete die reine Verbandsarbeit nicht allzu viele Herausforderungen. Deshalb war ich auf der Suche nach neuen, weiteren Tätigkeiten. Zunächst wurde der Verlag Informationsbriefe, der Basis für die Erstellung von Rundschreiben, Veröffentlichungen, Sammlungen von Rechtsvorschriften und Berichten war, in ein kommerziell ausgerichtetes Unternehmen, der Gesellschaft für Information und Logistik mbH, GIL, neu ausgerichtet. Gesellschafter waren die Bundesverbände Eier, Geflügel und Wild mit jeweils gleichen Anteilen. Die GIL, vorsteuerabzugsberechtigt, war letztendlich Mieter der Räumlichkeiten, und es konnten auch Dienstwagen und Reisetätigkeiten darüber abgewickelt werden.

Die GIL finanzierte sich aus dem Verkauf von Nachrichten und anderen Dienstleistungen, die nicht zur Verbandstätigkeit zählten, wie zum Beispiel die Organisation von Veranstaltungen.

Teil I - Die Eierlobby

Einleitung

Bauernhofidylle, Misthaufen und frei laufende Hühner, das waren die 50er-Jahre. Der steigende Wohlstand, angepasste Infrastrukturen verbunden mit mehr Wohnraum in den Stätten, erste Hochhäuser erforderten ein Umdenken. Platz für Hühner war nicht mehr gegeben, und die Welt hat sich neu orientiert. Aber wie sollte die Versorgung mit Eiern und Hühnerfleisch sichergestellt werden? Es begann mit der Bodenhaltung, an Freiland dachte damals niemand, warum auch? Die ersten Legehennenställe waren mit Nestern, Scharrfläche und Kotgruben ausgestattet und konnten auch in Eigenleistung errichtet werden. Während meiner Zeit als Landwirt oder Bauer habe ich solche Einrichtungen auf dem elterlichen Betrieb eingerichtet. Das Futter wurde über Längs- oder große Rundtröge zugeführt, und es gab Rinnentränken. Das funktionierte sehr gut. Auch die Hühner fanden es gut, wenngleich es keine männlichen Begleiter mehr gab. Diese wurden nach dem Schlupf schon damals aussortiert und als nicht verwendungsfähig betrachtet. Aufgeregt hat es zu dieser Zeit niemanden.

Eine Zeit der Innovation und notwendiger Erneuerungen war gekommen. Um den Ertrag maßgeblich zu steigern, letztendlich aber auch, um der steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln gerecht zu werden, befand sich die tierische Produktion im Umbruch. Die bäuerliche Idylle wich dem innovativen und konventionellen Landbau mit wachsenden Strukturen.

Die größte Errungenschaft im Bereich der Legehaltung waren die sogenannten Käfige. Erstmals konnten wesentlich mehr Tiere in einem Stall gehalten werden, und diese Art der Legehennenhaltung galt damals als ein wichtiger Fortschritt. Tierwohl und Tierschutz standen nicht zur Diskussion, denn neben Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit preiswerten Nahrungsmitteln stand die Gewinnoptimierung im Vordergrund. Die Eier rollten nach dem Legen nach vorne in die Ablage und konnten somit leicht entnommen werden. Auch das war mit einer bestimmten Hygiene verbunden, denn statt schmutziger Eier, die üblicherweise in Nestern mit Stroh oder anderen Materialien oder im Scharrbereich abgelegt wurden, gab es nur noch saubere Eier, und diese Haltungsform stand als Modell der Zukunft.

Tatsächlich hat sich im Laufe der Zeit die Käfighaltung revolutionär weiterentwickelt, statt der einfachen Futtertröge, die manuell bedient werden mussten, gab es Futterketten, die vollautomatisch funktionierten, und auch die Eier mussten nicht mehr manuell eingesammelt werden, konnten direkt über Legebänder zur Sortieranlage geschickt werden. Das ermöglichte völlig neue Strukturen und andere Größenordnungen. Erstmals entstanden sogenannte Hühnerhochhäuser, wie sie auch heute noch in einigen Ländern aufzufinden sind. Das damalige „Nur Das Ei“, abgeleitet von dem Verkaufsschlager der „Nur-Die -Strümpfe“, war ein Beispiel hierfür, und es konnten viele Hunderttausend Hennen auf engstem Raum gehalten werden, aus heutiger Sicht alles andere als schön, es entsprach aber dem Gedanken dieser Zeit. Tierschutz und Tierwohl spielten keine Rolle. Augenscheinlich ging es den Tieren gut, sie hatten eine sehr hohe Legeleistung, verbrauchten dank weniger Bewegungsaktivitäten nicht so viel Futter, und das war entscheidend. Auch der Betreuungsaufwand war wesentlich geringer, als das in den vorherigen Haltungsformen der Fall war.

Käfiganlagen gibt es auch noch in großer Zahl. In der EU ist die Haltung zwar verboten, nicht aber in Drittländern. Während meiner vielen Auslandsreisen habe ich derartige Anlagen besichtigt. Meines Erachtens dürften 90 % der Eier noch in diesen Anlagen erzeugt werden, auch in einigen EU-Ländern.

Die Schnabelbehandlung erfolgte durch elektrisch aufgeheizte Brennstäbe. Das war eine Serviceleistung, u. a. durch Mitarbeiter der Mischfutterhersteller. Diese hatten spezielle Betreuer beauftragt, um sicherzustellen, dass die Bauern eine feste Beziehung zu den Futterlieferanten hatten. Alles funktionierte und passte sehr gut. Die Käfighaltung hatte sich weltweit etabliert und war bis Anfang 2010 auch Standard innerhalb der EU und Deutschland. Glücklicherweise hat sich inzwischen vieles geändert.

Daten und Fakten

Das Ei erfreut sich seit jeher als Nahrungsmittel ganz besonderer Beliebtheit. Schon die alten Römer pflegten vor Beginn ihrer Mahlzeit ein Ei zu essen, woher der Ausspruch „ab ovo“, vom Ei an, stammt. Das Ei galt als eine Art Leckerbissen, das sich nur bestimmte Gesellschaftsschichten leisten konnten. Dies hat sich inzwischen geändert. Heute sind Eier Grundnahrungsmittel und stehen allen in ausreichenden Mengen und preiswert zur Verfügung.

Betrachtet man die Statistik der Jahre vor dem Krieg bis Anfang der Sechzigerjahre, so ist in Deutschland der Eierverbrauch von seinerzeit rund 130 Stück pro Kopf der Bevölkerung Anfang 1960 auf 233 Eier gestiegen. Das sind fast oder exakt so viel wie heute. Seither hat sich also nicht viel geändert. Die Daten stammen aus dem Eierbuch von Grzimek und Puch 8.

In den Siebzigerjahren war der Verbrauch schon einmal wesentlich höher als heute. Insgesamt wurden sogar an die 300 Eier pro Kopf verzehrt, was eine Rekordmarke darstellte und nur noch von Japan übertroffen wurde, die traditionell mit noch höheren Verbrauchsdaten aufwarteten. Krisensituationen (Stichwort: Cholesterin) und Salmonelleninfektionen haben dazu geführt, dass es bei den Verbrauchern eine Verunsicherung gab und der Verbrauch letztendlich zurückgegangen ist. Inzwischen hat sich dieser wieder stabilisiert, und die Ansprüche in Richtung Tierschutz führen sogar zu einem stetigen Wachstum.

Vergleiche lassen sich durchaus in anderen Ländern weltweit ziehen. Allen voran standen seinerzeit die USA, auch dort gab es einen sehr hohen Eierverbrauch, der durch die Cholesterinkrise deutlich schrumpfte, was sich auch auf Länder der damaligen EG übertrug.

Heute ist Cholesterin kein Thema mehr, zahlreiche Wissenschaftler haben das angebliche Gesundheitsrisiko widerlegt. Die Frage, ob und wie stark cholesterinhaltige Nahrungsmittel wie Eier den Cholesterinspiegel im Blut beeinflussen, sorgt immer wieder für Diskussionen. Bis zuletzt galt Cholesterin in Eiern als gesundheitlich unbedenklich. Zwar gab es gemäß einer amerikanische Beobachtungsstudie die Erkenntnis, dass der Verzehr zu vieler Eier ein höheres Risiko darstellt, an Herzinfarkten oder Schlaganfällen zu sterben, doch bezweifelten andere Wissenschaftler die Ergebnisse. Letztendlich kommt es auf die Menge des Verzehrs von Eiern und auf den individuellen Gesundheitszustand an.

Ein kurzer Rückblick auf die Produktionsentwicklung liefert wertvolle Hinweise auf das Geschehen in den zurückliegenden Jahren. Die Eigenversorgung ist zwar gestiegen, dennoch ist der deutsche Markt auf Lieferungen aus benachbarten Ländern angewiesen. Der Selbstversorgungsgrad beträgt 70 % und ist seit vielen Jahren konstant. Details dazu liefert die Bilanz „Eier und Geflügel“ der Zentralen Markt und Preisberichtstelle (ZMP), die leider mit Abschaffung des Absatzfonds aufgelöst entfallen. Heute sind nach wie vor Daten verfügbar, ursprünglich von der ehemaligen EMA, der Europäischen Marketing Agentur, die vom Autor dieses Buches ins Leben gerufen wurde. Auch diese Organisation wurde eingestellt.


Quelle: EMA, MEG, eigene Recherche, CD Consulting gUG, 2020


Quelle: EMA, MEG, eigene Recherche, CD Consulting gUG, 2020

Heute wird die Aufgabe der Marktberichterstattung von der MEG (Marktinfo Eier & Geflügel) wahrgenommen. Sie liefert Marktdaten für den deutschen und europäischen Eiermarkt. Entsprechende Statistiken können von der Homepage der Organisation 9 abgerufen werden. Deshalb wird auf Details zu den Statistiken über die Produktion und Versorgung des deutschen Eiermarkts an dieser Stelle nicht weiter eingegangen, sondern später auf die eigentliche Konstellation in Bezug auf Marktkompetenz und Lieferbeziehungen eingegangen. Die MEG steht zwar in enger Beziehung zum Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, liefert aber anerkanntermaßen verlässliche Daten und Fakten zum Marktgeschehen.

Interessant sind im Vergleich zur vorhergehenden Übersicht die aktuellen Daten der Versorgungsbilanz für Eier Deutschland:


Quelle: Stat. Bundesamt, MEG, eigene Recherche, CD Consulting gUG, 2020

Viel geändert hat sich eigentlich nicht, die Produktion ist weitgehend gleichgeblieben, aber die Strukturen haben sich geändert. Bis Anfang der 90er-Jahre dominierte die Käfighaltung, und langsam konnten sich alternative Haltungen etablieren. Das war vornehmlich die sog. Bodenhaltung, wie sie auch schon früher auf den Bauernhöfen existierte. Das gab es auch in bäuerlichen Strukturen in Form der Freilandhaltung. Die Hühner hatten Auslauf, und das war es. Mit dem späteren Verbot der Käfighaltung änderte sich vieles.

Die Eierverbände

Seit jeher spielten Verbände als Interessensorganisation der Wirtschaft eine große Rolle. Die Strukturen sind sehr unterschiedlich aufgestellt. Auf der einen Seite gibt es die Erzeugerorganisationen und auf der anderen Seite als Gegenpol die Vertretung des Handels, also der Vermarktung des Groß- und Außenhandels. Dies waren der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) für die Produzenten und der Bundesverband des Eier-Groß- und Außenhandels für die Vermarkter. Zu Letzterem zählte auch die Eiprodukten-Industrie, die ursprünglich nur eine geringe Marktbedeutung hatte, inzwischen aber mit einem Anteil von einem Drittel der gesamten Produktion bzw. Versorgung zu den bedeutenden Wirtschaftszweigen zählt. Eier werden in den unterschiedlichsten Formen verwendet, als Grundlagen für die Nahrungsmittelindustrie, aber auch für die Verwendung in vielen anderen Bereichen, der Medizin, als Grundlage der Serumherstellung oder auch für Hygieneartikel.

Die jeweiligen Verbandsorganisationen versuchten natürlich von Beginn an, Einfluss zu nehmen, zunächst auf Ebene der nationalen Gesetzgebung, zuletzt aber auch vermehrt bei der europäischen Kommission, die Anfang der Sechziger- und Siebzigerjahre kaum Einfluss hatte, inzwischen jedoch ein Entscheidungsmonopol innehat. Es waren sehr interessante Erfahrungen, wobei die Preisdiskussionen im Vordergrund standen. Dazu gab es regelmäßige Treffen der Verbände beim deutschen Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung, zur Beurteilung der Marktlage. Diese fanden monatlich vor den Sitzungen des Verwaltungsausschusses Eier und Geflügel der EU-Kommission statt. Es ging darum, den Teilnehmern eine objektive Beurteilung zu vermitteln, die von der Handelsseite gegensätzlich anders betrachtet wurde als von den Produzenten. Daraus entwickelten sich lebhafte Diskussionen und Streitgespräche zwischen Erzeugung und Handel, die abschließende Bewertung oblag jedoch den Vertretern des Ministeriums, die zu den Sitzungen der Kommission berufen wurden.

Bis heute hat sich nichts geändert. Faktoren, die den Markt bestimmen, der Einfluss von Tierschutz und Tierwohl ist mehr und mehr in den Vordergrund gerückt. Hinzu kommen Fragen zur Nachhaltigkeit, Verbraucherschutz, Herkunftssicherung und Rückverfolgung. Vor allem die Herkunftssicherung hat einen sehr hohen Stellenwert erlangt. Gründe hierfür sind Probleme durch Rückstände, aber auch der Herkunft der Eier, die mit Beginn des Verzichts auf die Käfighaltung mehr und mehr Bedeutung erlangten.

Einfluss auf die Vorgaben der Vermarktung und dem damit einhergehenden Regelwerk zu nehmen, ist das Hauptanliegen der Interessensvertretungen. Dies waren zu Beginn der Siebziger- und Achtzigerjahre hochinteressante Diskussionen. Jeder versuchte, sich entsprechende Vorteile im Interesse der Mitglieder, Produktion und Vermarktung zu verschaffen. Im Ergebnis ging es aber darum, höhere Preise zu erzielen. Das ist im Rahmen des Wettbewerbs verständlich. Verbraucherschutz und Verbraucherinteressen spielten noch keine besondere Rolle, wie das heute der Fall ist. Im Gegenteil, es ging den Produzenten und Vermarktern in erster Linie darum, möglichst viel gewinnbringend abzusetzen, also Profit zu erzielen und zu expandieren.

Seinerzeit wurden die jeweiligen Verbände unter dem Dach der Vereinigung des Eier-, Wild- und Geflügel Groß- und Außenhandels geführt. Die Vereinigung sollte die Interessen aller Organisationen gegenüber den Behörden und der europäischen Verwaltung dokumentieren. Dies machte durchaus Sinn, es handelte sich um eine über Jahre hinweg gewachsene Struktur. Der Bekanntheitsgrad dieser Organisation hielt sich allerdings in Grenzen, sodass über eine Neuorientierung, der vor allem europäisch ausgerichtet sein sollte, nachgedacht werden musste.

Geschäftsstelle 1995


Quelle: EPEGA, eigene Recherche

Zentralverband Eier – ZVE

Auch heute haben nationale und europäisch orientierte Verbände einen hohen Stellenwert, wenngleich sich die Zeiten massiv geändert haben. Aus dem damaligen Bundesverband des Eier- Groß- und Außenhandels wurde der Zentralverband Eier e. V., ZVE 10. Mit der Namensänderung sollte dem Verband mehr Kompetenz und Bedeutung zukommen. Es gab außerdem eigenständige Landesverbände, die unter dem Dach des ZVE standen, ansonsten aber eigenständig agierten. Das hatte zu der Zeit Tradition. Später wurden die Landesverbände aufgelöst bzw. vollständig in den Verband integriert.

Grundlagen eines jeden Vereins sind die Mitgliederversammlung als höchstes Organ und der obligatorische Vorstand. Dieser setzt sich zumeist, wie es bei meinen Verbänden der Fall war, aus elf Teilnehmern zusammen. Bestimmt wird daraus der Vorsitzende und Stellvertreter. Ich habe in meinem Berufsleben zahlreiche Vorstände und Vorstandsmitglieder kennengelernt, aber auch zu schätzen gewusst. Es war wichtig, Rückhalt zu bekommen, wobei der Geschäftsführer eines Vereins oder Verbandes weisungsgebunden ist und den Vorgaben der jeweiligen Vorstandsmitglieder bzw. des Vorsitzenden bedingungslos zu folgen hat. Eigentlich ist der Geschäftsführer nur eine Marionette dessen, was der Verein bzw. der Vorstand von ihm erwartet. Das war mir zu Beginn nicht bekannt. Ich war der Auffassung, dass Geschäftsführer auch Entscheidungen treffen können, was sich aber als falsch erwies. Tatsächlich konzentrierte sich die Verbandsarbeit eher in Richtung einer beratenden Funktion, und damit ohne besonderen Einfluss. Ich hatte jedoch eine andere Sichtweise.

Vorstand und Vorsitzende wechselten im Laufe der Zeit. Es gab neue Kompetenzen, aufgrund der gewachsenen Strukturen konnte mehr erreicht und umgesetzt werden. Zudem bestand zum Vorstand und zu den Vorsitzenden immer ein vertrauensvolles und freundschaftliches Verhältnis. Das hat motiviert.

Es gab allerdings auch Kritik, als es um das Verbot der Käfighaltung ging. Hier teilte man nicht unbedingt die Meinung des Geschäftsführers, denn handelsorientierte Unternehmer wollten die Majorität am Markt für sich beanspruchen, dazu gehörte auch der uneingeschränkte Handel mit Eiern aus Käfighaltung. Letztendlich hat sich das Bestreben durchgesetzt, die Käfighaltung wurde verboten. Die befürchteten Markteinbrüche, sinkender Selbstversorgungsgrad und Abhängigkeit von ausländischen Mitbewerbern blieben aus. Das Gegenteil war der Fall, der Verkauf von Eiern stieg weiter, und für die Mitglieder boten sich neue Perspektiven und Möglichkeiten, sich gegenüber der Konkurrenz abzusetzen. Entscheidend war schließlich der Umsatz, der ließ sich mit Eiern aus alternativen Haltungssystemen weitaus besser darstellen. Auch die Entscheidung, künftig Eier mit einem Legehennen-Printcode zu kennzeichnen, stieß nicht gerade auf Begeisterung.

Die Idee wurde auf einer Mitgliederversammlung des Zentralverbandes Eier in Bad Neuenahr gemeinsam mit einer parallel stattfindenden Vorstandssitzung des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen verwirklicht. Das stand für absolutes Neuland und einen Weg in eine völlig neue Ausrichtung. Es wurde ein Meilenstein von erheblicher Tragweite gesetzt, der sich für beide Verbände nachhaltig positiv auswirken sollte.

Schon seit Jahren bestand ein Konkurrenzverhältnis zum Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft e. V., dem ZDG. Die neue Namensgebung zum ZVE führte zwangsläufig zu erneuten Unstimmigkeiten zwischen den beiden Verbänden. Während der ZVE in früheren Zeiten kaum Mitglieder hatte, gab es nun großes Interesse, dem neu aufgestellten Verband beizutreten. Das führte zum einen zu zahlreichen Doppelmitgliedschaften, zum anderen zu Austritten beim ZDG, da man sich hier weniger gut vertreten fühlte. Das war in erster Linie darin begründet, dass der ZVE eine handelsorientierte Position vertrat, während der ZDG sich auf die Belange der Hühnerhalter und Landwirte konzentrierte. Dort gab und gibt es zahlreiche Landesverbände, Entscheidungen mussten deshalb innerhalb der Gremien angestimmt werden, während der ZVE sehr spontan und kurzfristig agierte. Das Spannungsverhältnis zwischen den Verbänden wuchs weiter.

Der Verband Eier (ZVE) ist eine Vereinigung von Unternehmen, die Eier und Eiprodukte vermarkten oder verarbeiten. Ziel ist die regelmäßige Information und Beratung der Mitglieder sowie die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen gegenüber Behörden und Institutionen. Im Rahmen regelmäßiger Rundschreiben und Veranstaltungen werden die Mitglieder über die aktuellen Entwicklungen auf dem Markt für Eier und Eiprodukte informiert. Im Vordergrund der Verbandsarbeit stehen aber auch die Mitarbeit an einschlägigen Verordnungen, Gesetzen und Richtlinien sowohl national als auch auf EU-Ebene in den Bereichen Vermarktung, Zollangelegenheiten, Lebensmittelrecht und -hygiene, Tierseuchenrecht, Tierschutz, Verpackung und Umwelt. Der ZVE ist darüber hinaus in zahlreichen Gremien und Ausschüssen der Nahrungsmittelindustrie vertreten. Ziel ist es, Transparenz sowie einheitliche Rahmenbedingungen für den Handel mit Eiern und Eiprodukten zu schaffen und nationale und internationale Handelshemmnisse zu beseitigen.

Dieser Verband hat sich im Laufe der Zeit einen Namen gemacht. Aus dem kleinen Verband mit eher geringer Bedeutung wurde eine ernst zu nehmende und respektierte Interessensvertretung, der fast alle Eierproduzenten in Deutschland angehörten. Darüber hinaus stand der Verband aber auch ausländischen Mitbewerbern positiv gegenüber. Eine Mitgliedschaft war möglich und gewollt, die von den maßgeblichen Produzenten und Vermarktern tatsächlich genutzt wurde, denn es galt, Einfluss zu nehmen. Insbesondere die Niederländer als größte Lieferanten von Eiern hatten ein sehr großes Interesse. Das gab dem Verband eine besondere Stellung am Markt und vor allem Bedeutung, wenn es um Änderungen der Gesetzgebung und Vorschläge zu Anpassungen ging.

Dies blieb allerdings nicht ohne Folgen. Das Zusammenspiel von Produzenten und Vermarktern verhärtete sich, denn der Einfluss dieser Organisationen stieg, zumal auch große Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels als Mitglied einbezogen wurden. Auch das war in der Verbandsstruktur einmalig, dass sich Vermarkter und Lebensmitteleinzelhandel, also Verkäufer und Einkäufer, gemeinsam am Tisch gegenübersaßen. Damit konnte allerdings sehr viel erreicht werden. Es ging nicht nur um Produktion und Marktanteile, sondern auch um die Darstellung von Verbraucherinteressen und Verbraucherschutz.

In den Neunzigerjahren gab es erhebliche Probleme mit Salmonelleninfektion. Es starben Menschen. Die Ursache wurde im Verzehr von Eiern gesehen, was einerseits stimmte, andererseits stand die Ursache im Zusammenhang mit einer falschen Behandlung von Erzeugnissen mit frischen Eiern, wie z. B. das traditionelle Tiramisu oder andere Lebensmittel, in denen frische Eier verarbeitet wurden und ein Aufbewahren ohne die erforderliche Kühlung stattfand. Einfache Hygienevorgaben wurden nicht befolgt, und das hatte gravierende Folgen. Der Verbrauch ging zurück, Eier galten als gesundheitlich bedenklich, ursächlich dadurch bestimmt, dass es keine Kühlung gab bzw. bei der Zubereitung aufgrund mangelnder Kenntnis die grundlegenden Hygienevorgaben keine Beachtung fanden.

Die Lösung bestand in Kühlvorgaben und einem besseren Eigenkontrollsystem in den Legebetrieben und Eierpackstellen. Hier war aber auch die Fachkompetenz der Verbände als Wirtschaftsbeteiligte und Vermittler gefragt. Es gab zahlreiche Sitzungen und Vorschläge der Gremien, die mit dem damals zuständigen Gesundheitsministerium diskutiert wurden.

Was war die Lösung?

Das Zusammenspiel zwischen Behörden, dem Gesetzgeber und der Eierwirtschaft, vor allem des Groß- und Außenhandels, der eher weniger Interesse an strukturellen Veränderungen der Vermarktung hatte, brachte Ansätze für die neue Regelung und die Anpassung der Vermarktungsnormen für Eier auf den Weg.

Für die Lagerung und Beförderung von Eiern wurden erstmals konkrete Kühlvorgaben auf den Weg gebracht. Ab dem 18. Tag nach dem Legen mussten Eier bei Temperaturen von + 5 °C bis + 8 °C gelagert und transportiert werden. Es handelte sich um eine rein nationale Bestimmung. Die Kühlpflicht bestand bis 2016. Ab diesem Datum kann der Lebensmitteleinzelhandel Eier bis zum 21. Tag nach dem Legen an den Verbraucher ohne diese Kühlmaßnahme abgeben. Erstmals erfolgten auf den Eierverpackungen entsprechende Hinweise, die heute selbstverständlich sind, wie zum Beispiel durch Erhitzen, kein Rohverzehr, Küchenhygiene.

Ursprünglich gab es sogar Gedanken, eine Kühlung entlang der gesamten Verkaufskette vorzunehmen, das hätte aber konsequenterweise bedeutet, dass diese bereits im Stall unmittelbar nach dem Legen beginnt, und dies war zu der Zeit logistisch und technisch unvorstellbar. Es wäre ein enormer Kostenaufwand entstanden, sodass ein neuer, aber praktikabler Weg gefunden wurde. Während in den nordischen Ländern bereits die Kühlung von Eiern Normalität erlangt hatte, kam insbesondere in den südlichen Ländern eine Kühlkette in Betracht. Der Grund: Man wusste mit der Verarbeitung von Eiern umzugehen und die entsprechenden Hygienevorgaben zu beachten.

Die Kühlung wurde am 18. Tag zur Pflicht, und die Vermarktung war nur bis zum 21. Tag möglich. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wurde auf den 28. Tag festgesetzt. Probleme mit Salmonellen bei frischen Eiern gab es kaum noch, nachdem ein Monitoring in den Legebetrieben und Eierpackstellen eingeführt wurde, um bereits im Vorfeld mögliche Infektionen festzustellen. Heute ist das gesetzliche Vorgabe, und es finden regelmäßige Kontrollen in den Produktionsbetrieben statt, die Vorgabe für die Zulassung der Betriebe und den Verkauf von Eiern sind. Die Tiere werden vor der Einstallung geimpft. Auch das Futter unterliegt einer ständigen Überwachung, und die Einrichtungen werden vor der Einstallung von Junghennen desinfiziert.

Zwar gab es in den letzten Jahren immer wieder Probleme, vor allem auch bei Eiprodukten, doch das ist nicht mehr symptomatisch für die Branche. Als Ursache standen falsche Behandlung und mangelnde Hygiene bei der Verarbeitung im Vordergrund. Aber es zeigt, dass die Eigenkontrolle und Qualitätssicherungssysteme funktionieren. Bei frischen Eiern ist dank der Kennzeichnung auf dem Ei zudem die Nachvollziehbarkeit im Fall einer Gesundheitsgefährdung jederzeit möglich.

Soweit zur Darstellung der zurückliegenden Jahre, Jahrzehnte. Inzwischen hat sich einiges geändert, die Realität zeigt völlig andere Strukturen, über Details soll im Weiteren eingegangen werden – und damit stellt sich die Herausforderung, einen globalen Überblick zum Verlauf und zur aktuellen Situation darzustellen.

Bundesverband der Deutschen Eiprodukten Industrie, BVEP

Der Bundesverband der Deutschen Eiprodukten-Industrie e. V. BVEP 11 hat das Ziel, die Vermittlung von Fachwissen in Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen und gleich gerichteten Einrichtungen zu fördern. Eine wichtige Aufgabe ist dabei die Mitwirkung an der Gesetzgebung für den Eiproduktensektor auf nationaler Ebene und innerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Ähnlich wie der ZVE werden Mitglieder über Rundschreiben und Veranstaltungen informiert. Dazu gehört auch die Bekanntgabe nationaler und innergemeinschaftlicher Verordnungen, Richtlinien, Gesetze und Ratsentscheidungen sowie Bestimmungen aus den Bereichen Lebensmittelrecht und -hygiene, Kennzeichnung, Verpackung, Umwelt und der Vermarktung von Schaleneiern und Eiprodukten. Auch die Mitarbeit an Entwürfen zu neuen Verordnungen und Richtlinien auf nationaler und EU-Ebene sowie in den Gremien und Ausschüssen der Nahrungsmittelindustrie gehört zu seinen Aufgaben. Die Möglichkeit der Mitgliedschaft beschränkte sich auf in Deutschland ansässige Unternehmen der Eiproduktenindustrie bzw. Hersteller. Handelsunternehmen wurde der Zutritt per Satzung verwehrt, diese Betriebe waren über den ZVE vertreten.

Die Herstellung von Eiprodukten stellt eine Besonderheit dar. Denn der Marktanteil beträgt mittlerweile rund ein Drittel der Eiererzeugung. Das gilt auch für andere europäische Länder, die zum Teil einen noch höheren Anteil aufweisen, wie zum Beispiel Italien, Spanien oder Frankreich. Deshalb kommt diesem Wirtschaftszweig eine hohe Bedeutung im Bereich der Nahrungsmittelproduktion zu. Aus diesem Grund hat sich der Verband mit seinen Mitgliedern sehr intensiv auch im Forschungsbereich engagiert. Es gab zahlreiche wissenschaftliche Projekte, umfangreiche Forschungsarbeit, um neue Methoden und Techniken zur Herstellung von Eiprodukten zu gewinnen. Aus diesem Grund bestand eine Mitgliedschaft beim Forschungskreis Ernährungsindustrie, FEI 12. Durch die Förderung von Projekten der industriellen Gemeinschaftsforschung ermöglichte der FEI allen forschungsinteressierten Unternehmen, vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMUs), eine Zusammenarbeit mit renommierten Wissenschaftlern von Forschungseinrichtungen öffentlicher oder privater Träger. Gleichzeitig gibt er Experten aus der Wissenschaft die Möglichkeit, nachhaltig mit Partnern der Wirtschaft zu kooperieren.

Zwar handelte es sich um einen kleinen Verband, doch hat die Arbeit viel Freude bereitet, was sich auch in der globalen Denkweise der angeschlossenen Betriebe widerspiegelte. Handelspartner waren weltweit agierende Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie. Der Im- und Export von Eiprodukten spielt eine große Rolle. Auch der Zukauf von Rohware ist international ausgerichtet. Im Rahmen von zollbegünstigten Kontinenten konnten Eier z. B. aus den USA verbilligt eingekauft werden. Das galt auch für Eiprodukte aus Mexiko und Südamerika.

Auch auf europäischer Ebene gab es eine aktive Mitarbeit, und zwar bei der EEPA – the European Egg Processors Association 13, die unter dem Dach der EUWEP stand. Die EEPA ist eine Non-Profit-Organisation, die 1995 mit dem Ziel gegründet wurde, alle Eier-Verarbeiter innerhalb der Europäischen Union zu vereinen. Heute zählt die EEPA über 50 eierverarbeitende Unternehmen aus ganz Europa zu ihren Mitgliedern.

Die EEPA bietet ihren Mitgliedern Informationen aus erster Hand zu einer Vielzahl von Themen, die für den europäischen Eiersektor wichtig sind, wie z. B. Gesetzgebung, Marktsituation, Erstattungen, Maßnahmen bei Lebensmittelkrisen etc.

Es werden jährlich Treffen in Brüssel und eine Generalversammlung zusammen mit den Organisationen EUWEP, EEPTA und EPGA organisiert. Diese Treffen sind eine einzigartige Gelegenheit für eierverarbeitende Unternehmen, sich mit ihren europäischen Kollegen zu treffen, um über die neuesten Entwicklungen, die ihren Sektor und ihre Unternehmen betreffen, zu diskutieren. Die EEPA entwickelte u. a. den „Guide to Good Manufacturing Practice“, der offiziell als Gemeinschaftsleitfaden anerkannt ist. Für den deutschen Verband der Eiprodukten-Industrie war das eine wichtige Möglichkeit, im europäischen Rahmen aktiv mitzuwirken und entsprechende Vorgaben und Leitlinien, vor allem im Bereich der Hygienepraxis, umzusetzen.

Eine weitere Besonderheit:

Der Eiproduktenverband hatte eine Mitgliedschaft beim Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, ZDG, also die Interessensvertretung der Geflügelproduzenten. Damit konnte ich als Geschäftsführer an den Veranstaltungen und Versammlungen des ZGD teilnehmen, was sonst nicht möglich gewesen wäre. Für mich war das immer eine besondere Herausforderung, die jeweiligen Präsidenten des ZDG honorierten das immer mit besonderer Aufmerksamkeit, nicht immer freundschaftlich, aber mit Respekt. Eine Vielzahl der Betriebe und Unternehmen wurde durch beide Verbände vertreten, womit sich die Zusammenkünfte immer harmonisch gestalteten.

Eier Logistik Systeme – ELS GmbH

Die Eier Logistiksysteme GmbH (ELS) 14 war ein weiteres Standbein der gemeinsamen Geschäftsstelle. Die Gesellschaft kam mit einem neuartigen System für nachhaltige Transportbehältnisse auf den Markt. Die Herausforderung bestand darin, neue Gedanken und Ideen im Bereich des Transports von Eiern für den Lebensmit-teleinzelhandel zu etablieren. Schon damals rückte das Thema Nachhaltigkeit mehr und mehr in den Vordergrund. Anstelle der üblichen Einwegbehältnisse aus Pappkarton sollte ein Mehrwegtransportmittel Kosten sparen und unnötige Verschwendung von Ressourcen. Das ist mit dem neuartigen Transportsystem für Eier durchaus gelungen. Es handelte sich um einen „nestbaren“ Transportbehälter aus Kunststoff, und er konnte im Leerzustand platzsparend zurückgeführt werden. Das war zu der Zeit sensationell, dennoch setzte sich die Initiative nicht durch. Konkurrierende Unternehmen gaben hierfür den Ausschlag, zudem gestaltete sich die Weiterentwicklung des Kunststoffkastens als wirtschaftlich schwer umsetzbar.

Die Rückführung und Reinigung der eingesetzten Kisten stellte eine weitere logistische Herausforderung dar. Das konnte die ELS zu diesem Zeitpunkt als Neueinsteiger nicht sicherstellen. Daran ist das Mehrwegsystem der ELS letztendlich gescheitert. Es mangelte vor allem an der Bereitschaft der Marktteilnehmer, dieses System nachhaltig einzusetzen. Außerdem hatte der Hersteller Probleme hinsichtlich der Haltbarkeit der Kisten, die immer wieder Nachbesserungen und einen Austausch erforderten. Das führte schließlich zur Einstellung und Auflösung der Gesellschaft. Träger der Gesellschaft waren große Eierunternehmen in Deutschland, die mit dem Transportsystem neue Wege beschreiten wollten.

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