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Caroline Milf

Der reiche Onkel

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Inhaltsverzeichnis

Titel

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Impressum neobooks

1

Alle beteiligten Personen der nachfolgenden Geschichte sind bereits über 18 Jahre.

Die sexuellen Handlungen erfolgten freiwillig und gewollt.

Die Sonne an diesem Sommermorgen versprach einen schwülen Tag. Zwischen den schräg gestellten Jalousien fiel ihr gebündeltes Licht in goldfarbenen Streifen bis in die Mitte der großen Wohnhalle, in der ich nervös auf und ab ging.

Trotz der Klimaanlage klebte mir jetzt schon das leichte Kleid am Leib, und jedes Mal, wenn ich in einen der funkelnden Streifen trat, spürte ich an den nackten Beinen die Hitze sengend wie unter einem Brennglas.

Immer wieder blickte ich sehnsuchtsvoll durch die Ritzen der Rollläden in den Garten, der sich unterhalb der Terrasse zum Seeufer senkte.

Ein Bad! Schwimmen! Sich abkühlen und das alles hier hinter mir lassen!

Zum Teufel mit all dem Gewäsch um Zahlen und unbekannte Größen, mit denen wir vorerst noch nichts anzufangen wussten!

Da drüben, in der entferntesten Ecke saß mein Ehemann Antonio an einem mit Akten bedeckten Tisch und wirkte allmählich komisch, weil er immer wieder addierte, multiplizierte, von neuem summierte, um zum zehnten Mal zum gleichen Ergebnis zu kommen, das er gequält aufseufzend bekanntgab.

Am Kamin lümmelte, die langen Beine übereinandergeschlagen, elegant und schlaksig sein Bruder Miguel in einem der tiefen Ledersessel und sah blasiert vor sich hin.

Ihm gegenüber im anderen Sessel saß seine Frau Elena, von mir nach kurzer Bekanntschaft eingestuft in die Kategorie fader Schneegänse. Hübsch anzusehen im Vorbeiflog. Aber sonst nur zum Abschießen. Weil sie ihr volles platinblondes Haar mit einem kleinen Knoten nach rückwärts gestrafft trug und sich damit unansehnlich machte, selten sprach und ihr schmaler Mund ein Lächeln bestenfalls ahnen ließ. Und weil ihre porzellanblauen Augen blanke Scheiben waren, hinter denen alle Gemütsbewegungen an die Kette gelegt schienen. Wenn es solche überhaupt gab. Was ich sehr bezweifelte.

Kein Wunder, dass mein lieber Schwager Affären hatte. Seit zwei Monaten erst war er als neuer Zweigstellenleiter einer Bank zugezogen, aber man munkelte schon davon. Und auch mir machte er, wenn er sich unbeobachtet fühlte, in unzweideutiger Weise den Hof. Vielleicht, weil er spürte, dass ich den schlanken Dreißiger mit der dunklen Haartolle und dem weichen Mund, der so aufreizend lächeln konnte, attraktiv fand. Attraktiver jedenfalls, als alle die Provinzbanausen hier. Und insgeheim fast anziehender als meinen eigenen Mann!

Vielleicht auch, weil jenes verdammte Fluidum von mir ausging, von dem mir einer mal gesagt hat, es sei wie eine Giftwolke, in der ein Mann hilflos betäubt versinken könne.

Dieses Fluidum, das auch meinen Schwager ahnen ließ, dass ich nicht ganz die mustergültige Gattin war, für die mich sein Bruder hielt... dass ich manchmal heimlich fallen konnte wie ein sündiger Engel...

2

Um ein Haar hätte er mich kürzlich in dem jedes Jahr im Frühling veranstalteten Kostümfest so weit gebracht. Das Fest fand im großen Festsaal statt, und zahlreiche Fremde aus der nahen Großstadt bevölkerten es.

Daher gab es stets ein unübersehbares Gedränge, in dem man herrlich untertauchen konnte, von dem im obersten Stockwerk gelegenen, unbesetzten Logen ganz abgesehen.

Ich trug ein glockiges, zu meinem schulterlangen pechschwarzen Haar fabelhaft passendes Kleid aus mattgelber Seide mit knallroten Pompons und freute mich diebisch, wenn der Glockenrock im Tanz bei temperamentvolleren Schwingungen hochwirbelte und die Stielaugen der am Rand des Parketts sitzenden Männer an meinen langen Beinen hochglitten bis zum nicht zu knappen Spitzenhöschen.

Ich trank reichlich, ein Glas Champagner hier, ein Glas Rotwein dort. Zwischendurch nahm ich einen Happen vom Büffet. Keine Zeit zum Essen, nur Zeit für Tollerei und Flirten.

Da im Gewühl ein Kuss, manchmal die Sinne aufwühlend mit der Zunge, dort ein dreister Griff. Die Sitten waren gelockert wie im Fasching.

Lass sie greifen, das prickelt im Blut im Sekt!

Aber nur Wildfremde - ich sah mich vor... Einheimischen gegenüber musste man sich prüde zeigen!

Ich spürte fremde Hände an der Brust, unterm Rücken, am Po. Einer, ein mittelalterlicher Knabe, hatte einen steifen Pint. Ich rieb vergnügt über die Beule und ließ ihn lachend stehen. Jedoch mein Blut brauste.

Einmal holte mich irgendein fremder Knilch in kaiserlicher Reitertracht im Gedränge zur Bar. Ehe ich auf den Hocker schlüpfte, nahm ich rückwärts rasch den Rock hoch, damit das Kleid nicht verknautschte. Blitzartig schob mein Rabauke die Hand darunter, sodass ich darauf zu sitzen kam. Unterm Kleid, nur im Höschen! Und das war weit, wie gesagt.

Aufbegehren? Krach schlagen? Unsinn, in dieser schon sehr gelösten Stimmung!

Die warme Hand lag unter meinem fast nackten Po und drückte auf meine heiße Haut!

Ich lugte rasch rechts, links und über die Schulter. Das Volk stand dichtgedrängt ringsum. Niemand konnte etwas sehen.

Außerdem bauschte sich der Rock darüber, und außerdem war ich heiß drauf!

Ich griff nach einem vollen Weinglas und hielt es auf halbem Weg zum Mund in der Schwebe. Schaute dem Kerl ins Gesicht. Gutes, schmales Gesicht, braungebrannt mit Lebemannfalten. Mittelalter. Fast mein Typ.

„Woher kommst du?“, erkundigte ich mich neugierig.

Er nannte einen entfernten Ort. Gut, das war in Butter. Dennoch rügender Blick, gemildert von verschlagenem Lächeln.

„Macht ihr das dort mit allen Ehefrauen so?“

Er lächelte mich selbstbewusst an.

„Dort drüben in der Parterreloge“, ich wies mit dem Kinn hin, „sitzt nämlich mein Mann...“

„Na und?“, raunte er an meinem Ohr. Seine Finger kraulten in meinem Schritt, direkt neben dem Höschen.

„Magst du es nicht trotzdem?“, hauchte er lasziv.

Die Fingerspitzen bogen sich aufwärts zwischen die Schenkel. Er rieb massieren den Stoff meines Slips entlang, ertastet gekonnt die Formen meiner Schamlippen. Ich stürzte den Wein hinunter, beugte mich vor und stützte die Ellenbogen auf die Theke, den heißen Atem hinter den zusammengepressten Lippen gebändigt.

Aufregend! Petting, mitten unter den vielen Menschen! Das gefiel mir!

Ich griff geistesabwesend nach einem neuen, vollen Glas. Plötzlich spürte ich, wie sich sein Finger in meine gierige Muschi bohrte. Ich schloss die Augen und atmete abgehackt.

Plötzlich kam von der Musikempore ein Tusch. Eine Tanzansage. Die Menge um uns lichtete sich. Also stelle ich das Glas weg, drückte den Kerl mit einem befreienden Seitenstoß zur Seite.

„Nicht - hör jetzt auf!“

Ich taumelte vom Hocker. Keinen Augenblick zu früh. Der mich auffing, war mein befrackter Schwager! Er grinste mich an, nahm mich an der Hand und führte mich zur Tanzfläche. Okay, ein Tanz mit meinem Schwager war sicher in Ordnung.

Er presste seinen athletischen Körper dicht an mich, flüsterte mir etwas ins Ohr, dass ich wegen der lauten Musik kaum verstand. Er wollte mir etwas zeigen. Warum nicht?

Doch nein – wach auf, Mädchen! Es ist der Bruder deines Mannes! Wir sind doch alle beschwipst! Und morgen?

Seine Hand lag an meinem Busen. Na, lass ihn, wenigstens das bisschen. Als er die Hand in den BH schob und eine meiner nackten Brüste streichelte, wurden die Knospen hart.

„Nicht! Miguel, nein!“

Eine Welle glühender Wildheit durchlief mich, und ich musste stehenbleiben mitten im Tanz. Die vorhin aufgestaute Explosion entlud sich. An Miguels Brust krampfgeschüttelt wurde ich nass. Er grinste, hielt mich fest und küsste mich aufs Ohr, spielte mit der Zunge im Gehörgang, dass es mich wie Feuer durchlohte!

Leise und frech flüsterte er: „Ungesund, den feuchten Slip anzubehalten - komm auf die Galerie und zieh ihn aus! Ich helfe dir dabei...“

Ich stieß ihn von mir. „Schuft!“

Er winkte mir leutselig nach. „Bis zum nächsten Mal, schöne Schwägerin!“

Auf halbem Wege durch das Gewühl fing mich mein Reiterknilch ab. Er ließ seine Tänzerin für mich stehen und presste mich an sich. Wir trippelten auf der Stelle, was auch gar nicht anders möglich war in der hüpfenden, schiebenden Masse. Unsere Körper pressten sich eng aneinander, wir spürten uns. Meine Sinne rasten, meine Muschi produzierte erneut Feuchtigkeit.

„Wollen wir?“, fragte er und drückte sein Untergestell mit dem harten Schwanz an meinen Bauch. Sein Bein schob er geschickt zwischen meinen Schenkeln und rieb über meinen Slip... Sprengstoff!

„Was denn?“, erwiderte ich schwach, obwohl ich es wusste.

„Reiten!“

Ich schnaubte. „So was - bist du immer so direkt?“

Ich spürte jetzt seinen steifen Pint, der sich fordernd gegen meinen Unterleib presste. Mein Blut rauschte vom Alkohol, in dem sich die Hemmungen auflösten. Ich wollte von einem Mann verwöhnt werden, brauchte dringend einen harten Schwanz in der Fotze, so wie jedes Mal auf diesem Frühlingsfest.

„Immer!“, erklärte mein Reiter. „Wenn ich weiß, dass ich die Richtige gefunden habe!“

Ich lachte gequält auf. Klare Fronten! Er hatte ja Recht. Der oder ein anderer - nur nicht mein Schwager. Besser rasch abreagieren.

„Mir ist heiß!“, erklärte ich. „Komm aus dem Gedränge!“

Ich schob ihn zum Seiteneingang, von dem eine Treppe empor führte in die oberen Etagen. Wie stiegen schweigend hinauf. Dort herrschte Stille und es war wirklich kühler da oben.

Aber nicht in mir! Mein Blut pochte heiß in meinen Adern, meine Schamlippen klebten an meinem Slip.

Schon auf dem zweiten Treppenabsatz riss er mich in seine Arme, und ich warf ihm, schon halb von Sinnen, die Arme um den Hals. Er drückte seine Lippen auf meine, dann öffneten wir gierig unsere Münder, unsere Zungen spielten gierig miteinander. Seine Hand öffnete die Druckknöpfe meines Oberteils, schob als nächstes den Büstenhalter empor. Mit seinen Finger spielte er an meinen erigierten Nippel, presste und rieb sie zwischen Daumen und Zeigefinger.

Sein Kopf senkte sich, die feuchte Zunge strich meinen Hals entlang, erreichte meine Brüste, dann saugte er eine meiner steifen Warzen über seine Zähnen in den Mund und begann zu saugen... ich stöhnte selig. Als seine suchende Hand unter meinen Rock wanderte, stellte ich meine Beine auseinander. Er schob meinen Slip zur Seite und fummelte in meinem kurzrasierten Schamhaarstreifen.

Ich nestelte am Reißverschluss seiner Hose, zog diesen nach unten und holte den prallen Pfahl heraus.

„Aah, was für ein Dreschflegel!“, keuchte ich entzückt und war von der Größe und Härte beeindruckt.

Ich presste die Hand um den mächtig langen, dicken Knüppel und schob die Vorhaut über die Eichel hin und her.

Sein Mittelfinger hatte mittlerweile das Loch meiner Vagina gefunden und presste sich in die warme Tiefe. Mit dem Daumen rieb er meine Klitoris. Ich seufzte wohlig, lehnte mich mit den Schultern zurück an die Wand und spreizte meine Beine noch weiter.

„Besser als dein Mann?“, fragte er.

Ich lachte heiser. „Ja, du Neugieriger. Besser, größer und härter!“

„Also dann komm - probiere ihn aus!“

Er nahm die Hand weg und umarmte meine Taille. Gierig presste er seinen Bauch gegen meinen Körper. Der große Ständer in meiner Hand wanderte zwischen meine Schenkel... ich rieb seine pralle Eichel über die feuchten Lippen meiner Fotze.

„Los... jetzt, ich will ficken“, hauchte er in mein Ohr. Dann hob ich mich auf die Fußballen und drückten den Ständer an meine Pforte. Ich ließ mich zurücksinken und fauchte wie eine Katze, als er in mich hinein flutschte bis zum Heft.

Wir fassten uns an den Hüften, und unsere Bäuche flappten in raschen Bewegungen gegeneinander.

Ich wurde von einem wildfremden Mann gefickt... oh Gott, mir kam es sofort, während der Riesenschwengel mir bis zum Magen stieß und ich auf ihm unter jauchzenden Lustlauten einen Bauchtanz vollführte und schon halb von Sinnen krächzte.

„Das ist... das ist... Waahnsinn! Ein Hengst bist du - ein richtiger Hengst!“

Er lachte rau auf, spießte mich ganz tief auf sich und hielt mich in dieser Stellung fest.

„Und du eine prächtige Stute!“

Sein Kopf senkte sich zum entblößten Busen, und er saugte eine der Warzen in den Mund. Ich wand mich stöhnend in ekstatischen Schlangenbewegungen an der Wand. Von unten drang der Lärm des Festes. In mir brausten die Alkoholteufel und jagten mir die enthemmten Triebe ins Blut, die Lust zu steigern, noch weiter zu steigern!

„Hast du das schon mal gesehen?“, röchelte ich und bewegte kreisend den Unterleib. „Hengst und Stute? Die machen’s anders!“

Er hob den Kopf, sah das anzügliche Grinsen auf meinen bebenden Lippen, und ihm ging ein Licht auf.

„Du magst das - von hinten?“

„Du nicht?“

„Oh doch“ Er sah sich um. „Komm nach oben - in eine der Logen“

Als er sich mir entzog, schnaubte ich wütend wie ein Tier, das man seiner Beute beraubt. Ich kicherte aber sofort wieder vergnügt, während er mich umfasste und treppauf zog in den Gang mit den Logentüren. Er öffnete eine Tür, stieß mich hinein und verriegelte hinter uns.

Ich stürzte gleich zur Balustrade, blickte nach unten, sah über das bunte Gewoge der tanzenden Menschenmasse hinweg.

„Da drüben!“, sagte ich. „In der Parterreloge!“

Er trat neben mich, und ich zeigte mit dem Finger hin.

„Das ist mein Ehemann!“

„Aha!“

Er legte seine Hand an meine Gesäßbacken, zog den Rock empor und zerrte den Slip herunter. Ich hielt lustgeschüttelt still. Hier oben herrschte Halbdunkel, von unten aufschauend konnte uns niemand entdecken, geblendet vom Licht der Kristalllüster.

Mein Höschen rutschte meine Beine herunter, ich strampelte es ab. Begierig bückte ich mich tiefer, die Unterarme auf die Balustrade gestützt. Den nackten Po reckte ich empor, die Beine spreizte ich auseinander. Seine Finger streichelten meinen Rücken abwärts, die Schenkel bis zu den Rändern der halterlosen Strümpfe. Jetzt innen wieder hinauf, ins feuchte Quellbett! Aah!

Ich begann keuchend zu tänzeln, und blickte über die Schulter zurück. Der Mann, gebeugt, betrachtete mit wilden Augen meine Bescherung, während er mich befingerte. Das peitschte mich noch mehr auf! Ich blickte wieder hinunter, in den Saal.

Antonio, mein Ehemann, schien heraufzuschauen. Obwohl ich wusste, dass er mich nicht sehen konnte, durchfunkte mich dieses Aug in Aug mit einem irrsinnigen Reiz!

„Mach schon - komm!“, zischte ich, und hob den Unterkörper noch etwas an. Ich schrie unbeherrscht auf, als der harte Schwanz tief in meine nasse Möse eindrang, und in mir zu pumpen begann - rein, raus, rein, raus... wimmernde Lust, heulende Seligkeit unter Stößen, die mich ruckweise über die Balustrade drängten... rascher, rascher jeder Stoß bumste gegen meinen Hintern mit erregendem Klatschen... dabei Antonio da unten - Antonio! Hier wird deine Frau gevögelt - schauuu! Hah - so ein Schweif, viel dicker als deiner - gleich kommt es ihm - gleich, gleich, gleich - und ich rinne schon aus!

Jetzt... jaaa... mein Po springt hoch, kreist, und die Beine tanzen, während Samen, Unmengen von Samen mich füllen und ich in den Wogen eines wilden Orgasmus ertrinke, wie ich ihn schon lange nicht mehr erlebt habe...

Dann sinken wir erschöpft auf die Stühle nieder. Keuchend fand ich mich wieder zurück in die Wirklichkeit. Meine Erregung ebbte ab, was blieb, war das Bedürfnis nach Säuberung. Der Partner zögerte, blickte unsicher und verstand endlich: geh!

Es folgte ein kühles Küsschen zum Abschied. Ich wusste nicht einmal seinen Namen. Er kannte meinen Namen auch nicht. Wozu auch? Zwei Unbekannte, die heimlich auf dem Fest gefickt hatten. Was weiter?

Er schritt die Treppe herunter, zurück zum Fest. Ich suchte die Toilette. Zehn Minuten später saß ich in der Parterreloge neben meinem Mann und hielt Händchen. Ich war erleichtert, innerlich befreit. Meinem Schwager begegnete ich an diesem Abend nicht mehr. Es war mir auch zu riskant bei ihm, dieses Spiel mit dem Feuer...

Dieses Spiel mit dem Feuer, dem ich trotzdem immer wieder verfiel, sobald ich dem Windbeutel begegnete, verdammt und zugenäht!

So wie jetzt, während ich durch die Wohnhalle stakte und er mich dabei unter gesenkten Lidern mit lüsternen Blicken maß. Natürlich reizte ich ihn auch, allen guten Vorsätzen zu Trotz.

Aber tu einer was gegen die kleinen Teufelchen in der empfindsamen Bauchhöhle!

Gelegenheit macht Diebe, und wenn man sowieso anfällig ist, dann ist es noch schlimmer. Mein Kleid war dünn, und ich hatte darunter bloß einen winzigen Slip an.

Wenn ich in die Sonnenstreifen trat, wurde es durchsichtig. Merkwürdige Männerwelt! Wenn man einen Bikini an hatte, war man doch viel nackter. Aber wenn sie der gleichen Frau unters Kleid schauen konnten, spielten sie verrückt!

Da Elena, meine langweilige Schwägern, uninteressiert in einer Illustrierten blätterte, die sie sich vor die kurzsichtigen Augen hielt und Antonio war viel zu beschäftigt mit seinen Akten, machte es mir Spaß, immer wieder durch die verräterischen Lichtstrahlen zu spazieren. Das Verlangen in dem Mienenspiel meines Schwagers genoss ich wie ein Schaumbad, in dem ich mich wollüstig räkelte... Mehr nicht!

Antonio konnte beruhigt sein. Ich wollte ihn nicht mit seinem eigenen Bruder betrügen. Dazu gab es genug andere Männer, risikolosere Möglichkeiten. Zum Beispiel die flüchtigen Seitensprünge alljährlich auf dem Frühlingsfest. Ich gönnte sie mir, weil sie ebenso rasch vergessen werden konnten wie eine Zufallsbekanntschaft im Internet – ich inserierte regelmäßig auf einer dieser zahlreichen Seitensprung-Plattformen.

Außerdem gab es noch Eisenbahnabteil und niemandem wehtaten. Und dann natürlich Onkel Hugo, der jüngere Bruder meiner Mutter, vierzig Jahre alt, Sportsgesicht mit Oberlippenbärtchen und auch sonst ein attraktiver Hirsch!

Seit meinem fünfzehnten Lebensjahr war ich seine heimliche Geliebte. Auch jetzt noch, als Ehefrau. Doch das ahnte niemand. Es war mein Tabu, mein Geheimnis.

Ich glaube an eine großzügig verzeihende, übermenschlich verständnisvolle höhere Gewalt, von der die irdischen Geschicke gelenkt werden. Und deshalb konnten seit jeher die tausend Teufel in mir ruhig tanzen. Meinen Glauben konnten sie nicht erschüttern. Die allmächtige Güte würde mir auch meinen liebestollen Sündenfall mit Onkel Hugo verzeihen!

3

Von diesem Onkel war jetzt die Rede, und das war es, was mich so nervös machte.

Hier, dieser hübsche Bungalow mit Garten und Privatstrand am See auf der einen Seite; auf der anderen Seite jenseits der Straße mit Werkstatthallen und Garagen mit zwanzig Sattelschleppern und ebenso viel mächtigen Anhängern - das alles, dieses umfangreiche und bisher sehr einträgliche Fuhrunternehmen, das die Fernlastzüge mit der pompösen Aufschrift: „Antonio Núñez, Spanien-Transporte“ in alle europäischen Länder rollen ließ, hatte der Fachmann Antonio nur schaffen können, weil mein Onkel, der in der nahegelegenen Großstadt ein florierendes Exportgeschäft besaß, das nötige Kapital dazu gegeben hatte.

Und nun schlug mein Mann verärgert auf den Stapel Aufträge und schalt: „Montcada, Montcada, Montcada! Der ganze Fuhrpark nichts als Transporte für die Montcada-Werke - nach Madrid, Porto, Mailand - dabei Leerfahrten zurück - und Preise, Preise! Wenn wir dafür weiterfahren, sind wir in einem Jahr pleite! Und Onkel Hugo liegt inzwischen unten am Strand und aalt sich, als ob nichts wäre, anstatt uns das hier zu erklären!“

Ich blieb stehen, ließ von rückwärts die Sonne zwischen meine Beine hindurch scheinen, genoss Miguels saugenden Blick und sagte: „Onkel Hugo hat Geld genug, um eine Pleite zu vermeiden!“

Miguel löste den Blick von meinen Beinen, tat gelangweilt und gähnte. „Wirklich? Hat er das?“

Mein Mann wandte sich mit einem Ruck seinem Bruder zu.

„Das klingt ja, als hättest du Zweifel! Und wenn ein Bankmensch so etwas sagt... also heraus mit der Sprache: Was weißt du?“

Miguels Jochbogen färbten sich rot. „Ich weiß gar nichts! Und wenn ich etwas wüsste, dürfte ich darüber nicht sprechen. Bankgeheimnis. Das ist doch klar. Ich kann nur sagen, was ich mir dabei denke: Vielleicht hat euer Onkel Hugo mit Montcada, mit dem er seit langem befreundet ist, andere Verbindlichkeiten, die er mit den Transportpreisen ausgleicht. Eine Hand wäscht die andere...“

„Aber das ist doch dann sein Geschäft, nicht meins!“, fuhr Antonio auf.

„Immerhin besitzt er achtzig Prozent aller Anteile deines Unternehmens!“, erinnerte Miguel. „Löse mindestens die Hälfte davon ab, dann kannst du so reden!“

„Das kann ich nicht – noch nicht, solange die neuen Sattelschlepper nicht bezahlt sind!“

„Na also!“ Miguel lehnte sich mit verschlossener Miene zu-rück. Das Thema schien für ihn erledigt.

Ich nahm meine Wanderung vor den Spiegelscheiben von neuem auf. Keinen Blick mehr für Miguel, der wieder glupschte. Die andere Sache gab mir Denkrätsel auf, und ich fühlte mich plötzlich unbehaglich dabei. Antonios Bemerkung von der Pleite hatte mich aufgestört. Bisher hatte ich Onkel Hugo für unermesslich reich gehalten. Nie war mir auch nur ein Gedanke gekommen, das alles hier, dieses Wohlleben in fast luxuriöser Bequemlichkeit ohne Geldsorgen, könnte eines Tages aufhören. Bisher war die allgemeine Ansicht, Onkel Hugos Kapital in Antonios Geschäft sei meine Mitgift gewesen, wenn das auch nirgends schriftlich niedergelegt war.

Mit einigem Recht fühlte ich mich daher zumindest als Mitinhaberin. Wenn Onkel Hugo das nun irgendwelcher dunkler Machenschaften mit Montcada wegen in Gefahr brachte... aber wieso eigentlich? Darüber müsste doch mehr zu erfahren sein, wenn es so war! Vielleicht ließ sich alles ganz harmlos erklären... doch wenn nicht? Klarstellen musste man es jedenfalls! Und wenn einer das konnte, dann Antonios Bruder Miguel!

Meine Augen wanderten wieder zu ihm, der betont gleichgültig vor sich hinsah, jedoch seine Augen nicht beherrschen konnte, sobald ich vor die Sonne trat.

Wenn ich ihn nur zu Informationen bewegen könnte! Mit der Bank, in der er Zweigstellenleiter war, arbeiteten sie doch alle... auch Montcada!

4

Ich kannte ihn gut, diesen unweit von uns auf einem prachtvollen Landsitz residierenden Herrn über ein Dutzend Industriebetriebe im In- und Ausland. Jaguar, Ferrari, eigenes Flugzeug — Dinge, die mich, seit ich ihm vor zwei Jahren in Onkel Hugos Gesellschaft begegnet war, nicht minder beeindruckten als seine starke Persönlichkeit. Lebemann nahe den Fünfzigern, hatte ich ihn gleich taxiert. Unverheiratet, gut gebaut, gesunder Mann von leichter Beweglichkeit und nonchalanten Manieren. Sicher hart und gediegen im Geschäft.

Aber auch ein Charmeur mit genau der Dosis lange Umwege scheuender, herrischer Männlichkeit, die sinnliche Frauen anzog und ihre sittliche Widerstandskraft lähmte, sobald die grauen Röntgenaugen unverschämt ihre Hüllen durchdrangen, dabei zu glitzern begannen, während den breiten, wohlgeformten Mund unter der kurzen, geraden Nase ein Lächeln verhaltener Siegesgewissheit umspielte . Logisch, dass es einmal zwischen uns eine kleine Episode gegeben hatte — abrupt angefangen und ebenso abrupt beendet. Den Beziehungen hatte sie nicht geschadet. Ein paar Male waren wir, mein Mann, Onkel Hugo und ich, mit ihm ausgegangen.

Er war es gewohnt, dass die Männer auf mich flogen wie die Motten ins Licht.

Bloß bei Montcada... jenes Fluidum, das ich ausstrahlte, auch wenn ich es nicht wollte... bei ihm gelegentlich mit boshafter Freude vielleicht doch wirken ließ. Kurzum: eines Abends beim Tanz erzählte er von seiner Villa auf der Insel Ischia. Und ob ich mich nicht langweile, wenn mein Mann oft zwei Wochen auf Tour sei? Das Haus stünde zu meiner Verfügung. Auch sein Privatflugzeug... in allen Ehren natürlich.

„Natürlich!“ hatte ich ironisch erwidert. „Und Sie würden ebenso natürlich dann nie dahin kommen!“

Er antwortete eher vage: „Ich habe oft in Italien zu tun.“

Ichmeinte: „Aha.“ Sonst nichts.

Er: „Also?“

Ich, hohnvoll: „Also - nein! Hab's schon erfasst und danke für die Blumen!“

„Und warum so spröde, meine Hübsche?“

Er war rasch von Begriff: „Spielt da die Kleinstadt eine Rolle?“

Zögernd hatte ich ihn angesehen. Verlockend, so ein reicher, attraktiver Fünfziger! Mit Siebzehn hatte ich mit einem Sechzigjährigen zwei unvergessliche Nächte in dessen Wochenendhaus verbracht.

Der Altersunterschied machte es also nicht. Montcada hatte Recht - die Leute in einer Provinzstadt - die notwendige Reputation einer verheirateten Frau - Überschrift: moralische Bedenken!

Verdammter Mist, wütete ich innerlich. Wenigstens lügen wollte ich nicht! Denn bei Montcada bedurfte es keiner Umwege, das hatte ich längst erkannt. Er hatte mich richtig eingeschätzt. Wozu also dem Jäger Täubchen vorspielen, wenn man bereits als räuberischer Falke ausgemacht war?

„Genau das ist es!“, erwiderte ich und zuckte resigniert mit den Schultern. „Sie wohnen mir zu nah - stehen zu sehr im Rampenlicht der hiesigen Öffentlichkeit!“

„Ich verstehe!“ Er lächelte amüsiert. „Aber sonst? Würden Sie...?“

Ich erklärte mit einem entwaffnendem Lächeln: „Komiker! Sie wissen es doch ohnehin! In diesem Kaff ist leider die Maske wichtiger als das Gesicht, daher keine Aussicht...“

„Okay, okay“, gab er zurück. „Sollten Sie dennoch einmal die Maske lüften wollen, für die nötige Diskretion könnte ich sorgen. Inzwischen bleibe ich Ihr ergebener Freund! Sollten Sie mal etwas brauchen - den Weg kennen Sie ja!“

Dabei war es dann geblieben. Auch bei dem herzlichen Einvernehmen, in dem wir uns später noch öfter in Gesellschaft begegnet waren.

Daran dachte ich jetzt, während ich über die Verbindung zwischen Montcada und Onkel Hugo grübelte, die für uns, wie die beiden Brüder andeuteten, so unerfreuliche Folgen haben konnte.

Ich musste herausbekommen, welcher Art sie war - was Onkel Hugo bewog, seine Macht als Geldgeber auszunutzen und dem reichen Montcada über Antonios Kopf hinweg ruinöse Vorzugspreise für seine Transporte einzuräumen - so wohlfeil, dass er seine eigenen Transportmittel sparen konnte

Und wenn Sie mal etwas brauchen... Ich hatte die Flüsterstimme im Ohr, spürte wieder Montcadas Körper an meinem beim Tanz. Er roch immer so gut. Mir wurde heiß in der Erinnerung! Wenn ich nun zu ihm ging? Ihn kurzerhand fragte? Möglich, dass er es mir sagte. Doch nicht, ohne dass ich den Preis bezahlte. Die Vorstellung, in seinen Armen, sein Mund an mir, seine Hände, Leib zwischen meine Schenkel drängend... die Vorstellung wühlte mein Blut auf und erschreckte mich zugleich!

Sicher nicht aus Züchtigkeit, oh nein!

Aber wenn ein Montcada ein Vögelchen fing, ließ er es nicht mehr so rasch los! Erst wenn es ihm passte. Und ich wollte nicht an der Kette liegen, auch nicht nur für eine kurze Zeit, in der sich die Leute die Mäuler zerreißen würden, weil man zumindest die Dienerschaft in jenem Schlösschen am Reden nicht hindern konnte!

Und wenn es dann gar nichts Bedeutsames war?

Eine lächerliche Bagatellangelegenheit, von Miguel nur wichtigtuerisch vernebelt? Ich blickte zu meinem Ehemann. Der Preis übler Nachrede war dann zu hoch.

Das konnte ich meinem Mann nicht antun. Und es am Ende nicht einmal mit einem Notstand erklären zu können Außerdem war ja auch noch Miguel da! Erst einmal aus ihm herausholen, was herauszuholen war! Dazu fühlte ich mich stark genug, wenn ich ihm nur ein wenig entgegenkam! Und mit diesem Wissen dann Onkel Hugo zur Rede stellen - wenn es überhaupt nötig war!

Ich atmete befreit auf. Das war vorerst der bessere Weg!

5

Entschlossen hielt ich in meiner Wanderung von neuem inne.

„Miguel!“, störte ich den Schwager auf, der, mit Blick auf mein Kleid unterm Nabel, wo die Sonne zwischen meinen Beinen hindurchschien, gewiss eher daran dachte, wie er mir demnächst den Slip ausziehen konnte, als daran, mit mir über Finanzen zu plaudern.

Somit musste ich ein wenig nachhelfen, so tun, als ob ich doch nicht ganz abgeneigt wäre, gegebenenfalls. Bewährtes Mittel: Lass spielen die Reize ohne Rücksicht auf Verluste! Und da Keuschheit seit jeher für mich ein Fremdwort war, saß der Fisch rasch an der Angel, als ich näher an ihn herantrat, die Beine noch immer von der Sonne durchleuchtet, breit auseinanderstellte und ihm dabei verschmitzt zwinkernd kurz die Zunge herausstreckte. Er begriff, dass ich bemerkt hatte, wohin er schaute, und grinste.

Rascher Blick zu seiner Frau, die jedoch nach wie vor die Illustrierte vors Gesicht hielt. Dann zu Antonio, der unbeteiligt zum Fenster hinaus starrte und mit den Fingern auf die Akten trommelte. Dann sah er mich an, und in seinen Augen blitzte freudige Erwartung auf.

„Ja? Wollen wir jetzt endlich ein wenig Bootfahren? Elena mag sowieso nicht - und Antonio hat heute wohl andere Sorgen...“

„Stell dir vor, ich auch!“, gurrte ich, erfreut, dass er so rasch anbiss. „Vielleicht nachher. Zuerst aber möchte ich von dir gerne wissen, was du vorhin gemeint hast mit Onkel Hugos Verbindlichkeiten gegenüber Montcada.“

Er sackte im Sessel zurück. Missmutige Miene. „Also ich weiß doch wirklich nichts!“. murrte er. „Es war nur eine Vermutung...“

„Papperlapapp! Du weißt mehr!“

Ich blickte rasch zu Antonio und Elena. Lage unverändert. Also breiterer Angriff! Ich trat zu ihm, neigte mich, beiderseits von ihm mit den Armen auf die Sessellehnen gestützt, tief über ihn. Ich wusste genau, was ich damit anrichtete! Aber alles in der Welt kostet etwas - und das hier war mir nie schwergefallen.

Mein Kleid hing durch. Er konnte im Ausschnitt meine nackten Brüste sehen und zwischen diesen hinunter bis zum knappen, weißen Nylonslip, durch den mein schwarzer Schamhaarstreifen schimmerte!

Seine Augen wurden dunkel vor Begehrlichkeit. Wie immer bei solcher Fleischbeschau begann meine Haut wollüstig zu prickeln. Ich ließ ihn schauen.

„Sag mir's bitte!“, lockte ich. „Dann fahr ich mit dir auch Boot!“

Süße Verheißung! Wenn ich mir nachher irgendwo da draußen von ihm zum Lohn die Hose ausziehen lassen musste - na wenn schon! Jetzt wollte ich es wissen! Und so unangenehm war mir die Aussicht gar nicht einmal! Natürlich - Gewissensfrage. Aber ich half ja Antonio damit. Das beruhigte.

„Nun, Miguel?“

Doch der liebe Miguel schaute sich nur die Augen aus, und sein Mund verzog sich. Zu mehr reichte offenbar sein Gehirnschmalz nicht.

„Vielleicht Börsenspekulationen“, stotterte er endlich matt. „Gott ja, die beiden spekulieren zusammen an der Börse. Möglicherweise sind daraus für deinen Onkel Verpflichtungen entstanden...“

„Möglicherweise, möglicherweise!“, äffte ich wütend nach. „Sind sie nun, oder sind sie nicht? Das hieße doch, dass Onkel Hugo kein Geld mehr hat, wenn er welches bei Montcada leiht!“

Er wand sich wie ein Aal und stierte dabei auf meine Nacktheit.

„Ich weiß es doch nicht - glaub mir doch!“

Ich verharrte noch eine Weile. Doch er sagte nichts mehr. Ratlos warf ich über die Schulter einen Blick zurück zu Elena. Ich registrierte verblüfft, dass sie ihre Illustrierte hatte sinken lassen und meinen Körper von rückwärts betrachtete.

Aber wie! Beim Vorbeugen hatte sich mein Minikleid hochgezogen. Sie sah sicher den Slip, die halb entblößten Pobacken, die sich dunkel abzeichnende Scham - und ihre dünnen Lippen hatten sich leicht geöffnet, sie befeuchtete sie mit raschem Züngeln, und ihre Porzellanaugen waren glasig hervor gewälzt!

Schau, schau, durchfuhr es mich blitzartig. Etwas ganz Neues. Ist das Gänschen vielleicht gar keins? Nur verklemmt, weil heimlich lesbisch? Oder bisexuell... das ergäbe dann neue Aspekte gegenüber meiner Schwägerin! Solche Frauen mochte ich - mal sehen! Verwirrt richtete ich mich auf.

Aus Miguel war doch nichts mehr herauszuholen. Sinnend betrachtete ich Elena, die wieder ihre Illustrierte aufgenommen hatte, jetzt rosig angehaucht im Gesicht. Wenn die so war, und ich sie umgarnen konnte - vielleicht holte sie aus ihrem Mann mehr heraus! Doch abwarten. Nichts übereilen. Inzwischen mal bei Onkel Hugo das Gelände abtasten. Einiges wusste ich ja schon. Börsenspekulationen mit Montcada. Onkelchen würde sich wundern.

„Du bist ein Ass!“, fertigte ich Miguel mit einer verächtlichen Handbewegung ab und wandte mich um. „Ich gehe jetzt baden!“

„Ich komme mit!“ Miguel wollte sich erheben.

„Du bleibst hier!“, wies ich ihn zurück. „Ich habe mit Onkel Hugo zu reden. Allein!“

„Du wirst doch nicht...?“

„Keine Angst!“, höhnte ich. „Dein >Bankgeheimnis< ist mir heilig, du Memme!“

Elena ließ ein boshaftes Kichern hören. Miguel lief rot an. Antonio rief mir nach: „Frag ihn doch bitte - diese unmöglichen Frachtraten...“

Mich kotzte das plötzlich alles an. Ich sollte es am Ende ausbaden, weil die Männer Angst vor der eigenen Courage hatten. Antonio jammerte auch nur hinter Onkel Hugos Rücken und scheute die barschen Managermanieren, die dieser hervorkehrte, sobald es um Geschäfte ging. Und Miguel bangte um seinen Job, statt im vertrauten Familienkreis mit vertraulichen Informationen zu helfen.

Und Onkel Hugo? Vielleicht war er wirklich nicht ganz sauber! So sicher war ich mir da nicht nach meinen Jugenderfahrungen mit ihm. Für mich waren sie damals vergnüglich gewesen. Aber wenn das nun auf meine Kosten gehen sollte...

Spekulant! Na warte! Wenn ich dir auf die Schliche komme!

„Quatsch!“, konterte ich meinem Mann. „Keine Suppe wird so heiß gegessen, wie sie gekocht wird!“

Ich winkte freundlich in die Runde, verließ das Zimmer und knallte die Tür hinter mir zu.

6

Am Treppenaufgang auf der untersten Stufe saß Óliver, der sechzehnjähriger Sohn meines Mannes aus seiner ersten Ehe.

„Puh“, stöhnte er. „Ist es da draußen heute heiß! Hier im Haus kann man sich wenigstens abkühlen!“

Sein sommersprossiges Gesicht mit dem weichen, noch unfertigen Knabenmund war zu mir aufgehoben, und die graugrünen Augen hatten einen treuherzigen Blick, während sie langsam an mir herunter glitten und wieder hinauf.

„Krach da drinnen, Mama?“

Er nannte mich Mama, obwohl ich nur seine um sechs Jahre ältere Stiefmutter war, ihm als solche keinen Respekt abgewinnen konnte. So hatten wir uns auf Freundschaft geeinigt. Schon gleich zu Beginn, als ich mit Neunzehn seinen Vater heiratete, und er dreizehn war. Ein kluger, aber auch gerissener Junge! Das besonders, wenn es darum ging, seine lüsterne Neugier zu befriedigen.

Ich hatte von Anfang an zu tun gehabt, mich an Fenstern, halboffenen Türen und Schlüssellöchern vorzusehen, wenn ich nicht wollte, dass er mich bei allzu intimen Verrichtungen belauschte. Nicht immer gelang mir das. Und gelegentlich amüsierte es mich sogar zu wissen, dass er irgendwo im Verborgenen lauerte!

So wurde mit der Zeit ein neckisches Spiel daraus, bei dem beide Teile so taten, als wisse der eine nichts vom anderen. Er hatte sein Vergnügen und mich reizte es, so ein Grünzeug ein wenig aufzuputschen. Die Rolle einer scheinbar ahnungslosen Wichs-Vorlage machte mir Spaß. Einen erregenden Spaß, der im müden Alltag der Ehe mein Blut prickeln machte wie Sekt. Auch wenn es in Grenzen blieb, wofür ich schon sorgte.

Also ließ ich ihn eben manchmal, wenn es gerade ging, zugucken - hinter der Tür versteckt, wenn ich mich umzog, am Seeufer hinterm Gebüsch, wenn ich zum Sonnen das Oberteil des Bikinis abknöpfte. Mehr nicht.

Obgleich es mich offen gestanden, je älter der Knabe wurde, nach mehr juckte und ich unter anderen Umständen gewiss keine Skrupel gehabt hätte. Aber dies hier war ein kleinbürgerliches Milieu mit engstirnigen Verhaltensmaßregeln - und Stiefsohn und Stiefmutter - igitt, igitt!

Zum Glück war Óliver im Internat und kam alljährlich nur zu den großen Feiertagen heim, sowie zu Beginn und Ende der Ferien, jeweils für zwei Wochen. Wie jetzt.

Ich strich ihm über die dunkelblonde Haartolle und lachte.

„Nein - kein Krach - bloß eine kleine geschäftliche Auseinandersetzung. Ich geh mich jetzt umziehen und zum See, etwas Sonne tanken.“

Er umfasste mich im Sitzen und legte seine Wange an meine Beine.

„Fein - kann ich mitkommen?“

Mit dem Gesicht an meinem Oberschenkel schielte er mir unters Minikleid. Sicher hatte er mein fast durchsichtiges Höschen direkt im Blick - Schlingel! Von dem begehrlichen Blick funkte es in meine Lustregion. Aufgeheizt stellte ich das eine Bein eine Stufe höher und - ließ ihn schauen.

Dann zuckte es mir in den Lenden, und ich riss mich los. Krächzte ein in der Erregung überlautes Lachen.

„Halt mich nicht auf! Begleiten kannst du mich nicht. Ich will mit Onkel Hugo alleine etwas besprechen.“

„Hey, Onkel Hugo? Prima Ausrede!“, giftete der Junge. „Ich war eben unten – aber dort ist kein Onkel Hugo! Der ist nicht da!“

„Er ist dort, verlass dich drauf!“, erwiderte ich und lief rasch die Treppe hinauf, von seinem saugenden Blick zwischen meine wirbelnden Beine verfolgt.

Wo ich Onkel Hugo zu suchen hatte, wenn er aus der Stadt zum Baden herauskam, wusste ich. Nicht am Strand. Sondern an unserer geheimen Stelle im abgelegenen Schilf - hier kannte sie keiner, und das war gut so. Besonders für die vertrauliche Unterredung, die ich heute vorhatte!

7

Oben im Schlafzimmer zog ich hastig das Kleid über den Kopf und streifte den Slip ab. Ich stellte mich am Fußende des Ehebetts vor den hohen Spiegel in der Schranktür und unterzog mich einer kritischen Musterung.

Mundwinkel, Kinn, Wangen, dann die Augenlider - Gott sei Dank noch kein Fältchen in dem schmalen, vorn schulterlang sich wellenden pechschwarzen Haar umrahmten Gesicht. Es war auch keine Müdigkeit in den großen rehbraunen Augen zu sehen. Bloß der breite Mund mit sinnlich aufgeworfenen Lippen mochte Kenner ahnen lassen, dass ich nicht ohne sündige Erfahrungen war. Auch der Körper ohne Falte, makellos schlank und langbeinig.

Ein junges Mädchen mit starken, prall nach oben gewölbten Brüsten, deren braune Nippel breit umrandet waren von hellen Monden. Ich rieb sie ein wenig in den Handflächen und erschauerte wohlig unter dem Reiz, der von den hart hervortretenden Knospen in meinen Leib zuckte.

Dann strich ich mit einer Hand hinunter auf den flachen Bauch und zum schwarzen kurzrasierten Schamhaarstreifen. Ich rieb über meine erregte Klitoris und spürte heiße Blitze, die durch meinen zitternden Körper rasten.

Und dann brach ich in ein Kichern aus. Wenn die beiden, Óliver und mein Schwager, mich jetzt so sehen könnten, sie gäben viel dafür!

Schade eigentlich, das alles zu bewahren lediglich für einen Mann, der nichts anderes im Sinn hatte, als mir ein Kind zu machen als Hauptprodukt seiner ohnehin immer seltener zu-Tage tretenden Lust!

Denkste! So weit kommt das noch, mein lieber Mann! Wozu gibt es die Pille? Lieber geh ich ins Kloster. Oder werde Callgirl!

Mit diesem Gedanken hatte ich sowieso schon öfter gespielt - Lust mit Geschäft verbinden! Unter diesem Gesichtswinkel war es vermutlich doch unklug gewesen, beim letzten Frühlingsfest mit einem Fremden zu ficken, anstatt mit Miguel!

Zum Teufel mit den Bedenken, ich war ja schon völlig gehemmt und verbiestert!

Antonio hätte doch nichts davon erfahren, und ich hätte jetzt Miguel in der Hand! Ich hätte ihn, der jeden Skandal scheute, zwischen zwei Nummern leicht dazu gebracht, auszuspucken, was ich wissen wollte!

Der Gedanke erregte mich. Ich grätschte die Beine, presste mit den Fingern die Scham auseinander und spielte an mir. Während ich mich im Spiegel betrachtete, stöhnte ich seufzend: Bankgeheimnis!

So eine Flasche! Wenn ich das hier vor ihm machte, würde er, der Bock, rasch begreifen, wo der Tresor für sein Geheimnis war!

Ich wichste mich rascher, härter, mit allen fünf Fingern, und stellte mir vor, einer schaute mir dabei zu... Miguel, Óliver, egal wer. Ich konnte ihre gierigen Gesichter sehen, ihre steife Schwänze in den Händen... ich begann zu stöhnen und schob den Bauch vor.

Dann wurde ich von einem sensationellen Höhepunkt durchflutet!

Ich ließ es kommen und fing mit der Hand den Quell auf, der aus mir brach. Zitternd sank danach auf den Bettrand.

Warum zauderte ich eigentlich so sehr, wieder das Doppelleben aufzunehmen, das ich vor meiner Ehe so ausgezeichnet zu führen verstanden hatte?

Ein zartes Pflänzchen für alle Außenstehenden.

Heimlich jedoch eine sexgierige Nutte!

Wenn ich mich zum Beispiel einmal von Miguel so überraschen ließe, wie ich jetzt dasaß, nackt und die Hände in unzweideutiger Absicht zwischen den Schenkeln scheuernd... Gelegenheiten, einen solchen „Zufall“ herbeizuführen, gab es in diesem Haus genug... und wenn es dann passierte... überwältigte Unschuld!

Was konnte ich dafür?

Auf solche und ähnliche Weise hatte ich schon ganz andere Männer kirre gemacht!

Damals – in Onkel Hugos Villa...

8

Natürlich war ich auch damals schon ein Früchtchen. Schon als mich Onkel Hugo aus dem Internat holte und zu sich nahm.

Ich hatte somit mehr als zwei Gesichter - von der naiven Unschuldslarve bis zum wissenden Gesichtsausdruck einer verschlagenen Göre, die heimlich ihre eigenen Wege ging. Auch das war naturgegeben. Weder frühzeitige Erkenntnisse noch schlimme Erfahrungen hatten mir diese Verwandlungsfähigkeit beigebracht. Sie entfaltete sich ganz von selbst, sobald ich darauf kam, dass es immer die verbotenen Früchte sind, die am besten schmecken.

Man muss es nur so einrichten, dass man dabei nicht erwischt wird und es nachher auch keiner sieht, wenn man sich an ihnen insgeheim ergötzt hat. Es ist stets am klügsten, so zu tun, als wisse man gar nicht, dass es sie gibt, die süßen Früchte. Hemmungen aus kindlicher Empfindsamkeit gegenüber der sorgenden Umwelt? Nonsens! Man kann Kinder in Angst versetzen, verschrecken oder mit Verhätschlungen eine Weile ablenken von ihren angeborenen Gelüsten. Aber irgendwo ist die Grenze.

Dahinter sind sie wieder die gefährlichen kleinen Realisten, die früher oder später mit Zähnen und Klauen losgehen, um sich die insgeheim gehegten Wünsche zu erfüllen!

So eine kleine Realistin mit frühreifen Erfahrungen, defloriert und dennoch mit dem blanken Unschuldsblick eines reinen Engels war ich, als mein Vater eines Tages auf der Autobahn tödlich verunglückte und meine liebe Mama sich nach dem Schock außerstande erklärte, mich weiterhin zu betreuen.

Sie verreiste und überantwortete mich ihrem Bruder Hugo, einem mit irdischen Gütern reich gesegneten Junggesellen. Der dann auch den elterlichen Haushalt flugs auflöste und mich kurzerhand in ein vornehmes Internat steckte.

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150 стр. 1 иллюстрация
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9783738061499
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