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Wildwachsende Heilpflanzen
einfach bestimmen

Steffen Guido Fleischhauer
Astrid Süßmuth
Roland Spiegelberger
Claudia Gassner
Viola Nehrbaß
Wildwachsende Heilpflanzen
einfach bestimmen
Die 50 beliebtesten Arten
Mit Rezepten und Anwendungen für die Hausapotheke

Inhalt
Übersicht der Pflanzen nach Blattform
Übersicht der Pflanzen nach Blütenfarben
Einleitung
Zum Gebrauch des Buches
Naturschutz und Grundregeln zum Sammeln von Wildpflanzen
Die 50 beliebtesten wildwachsenden Heilpflanzen nach ihren Lebensräumen
Graslandschaften und Heiden
Schafgarbe • Frauenmantel • Gänseblümchen • Besenheide • Spitz-Wegerich • Braunelle • Wiesen-Salbei • Großer Wiesenknopf • Löwenzahn
Äcker, Gärten und Weinberge
Acker-Gauchheil • Hirtentäschel • Schachtelhalm • Strahlenlose Kamille • Echte Kamille • Steinklee • Acker-Vergissmeinnicht • Stiefmütterchen
Wälder
Rosskastanie • Bär-Lauch • Hänge-Birke • Ess-Kastanie • Waldmeister • Fichte • Lungenkraut • Stiel-Eiche • Silber-Weide • Wald-Sanikel • Wald-Ziest • Sommer-Linde
Säume, Ufer und Gebüsche
Odermennig • Hasel • Weißdorn • Wasserdost • Mädesüß • Stinkender Storchschnabel • Johanniskraut • Klatsch-Mohn • Schlehe • Hunds-Rose • Holunder • Vogelbeere • Beinwell • Brennnessel • Baldrian • März Veilchen
Wegränder und Schuttplätze
Beifuß • Schöllkraut • Wegwarte • Gänse-Fingerkraut • Huflattich • Königskerze
Verwechslungsgefahr: Giftige Doppelgänger
Die Herstellung von Heilmitteln
Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen
Sammelzeittabelle
Glossar der medizinischen Fachausdrücke
Glossar der botanischen Fachausdrücke
Quellenverzeichnis
Register der Indikationen
Register der Pflanzennamen
Übersicht der Pflanzen nach Blattformen
Gewöhnliche Fichte | Acker-Schachtelhalm | Besenheide |
Wiesen-Schafgarbe | Strahlenlose Kamille | Echte Kamille |
Gänse-Fingerkraut | Arznei-Baldrian | Großer Wiesenknopf |
Gewöhnliche Vogelbeere | Echtes Mädesüß | Stinkender Storchschnabel |
Gewöhnlicher Beifuß | Schöllkraut | Wildes Stiefmütterchen |
Klatsch-Mohn | Kleiner Odermennig | Hunds-Rose |
Schwarzer Holunder | Echter Steinklee | Gewöhnlicher Wasserdost |
Waldmeister | Silber-Weide | Spitz-Wegerich |
Bär-Lauch | Gewöhnlicher Beinwell | Großblütige Königskerze |
Ess-Kastanie | Acker-Vergissmeinnicht | Acker-Gauchheil |
Tüpfel-Johanniskraut | Geflecktes Lungenkraut | Schlehe |
Wiesen-Salbei | Gewöhnliche Braunelle | Sommer-Linde |
Große Brennnessel | Wald-Ziest | Gewöhnliche Hasel |
März-Veilchen | Huflattich | Eingriffliger Weißdorn |
Hänge-Birke | Wald-Sanikel | Gewöhnlicher Frauenmantel |
Gewöhnliche Rosskastanie | Stiel-Eiche | Wiesen-Löwenzahn |
Gewöhnliche Wegwarte | Gewöhnliches Hirtentäschel | Gänseblümchen |
Übersicht der Pflanzen nach Blütenfarben
Sommer-Linde | Kleiner Odermennig | Großblütige Königskerze |
Strahlenlose Kamille | Echter Steinklee | Gewöhnlicher Frauenmantel |
Tüpfel-Johanniskraut | Schöllkraut | Gänse-Fingerkraut |
Wiesen-Löwenzahn | Huflattich | Silber-Weide |
Gewöhnliche Hasel | Hänge-Birke | Acker-Schachtelhalm |
Große Brennnessel | Stiel-Eiche | Ess-Kastanie |
Gewöhnliche Rosskastanie | Spitz-Wegerich | Gewöhnliches Hirtentäschel |
Bär-Lauch | Waldmeister | Arznei-Baldrian |
Wald-Sanikel | Echtes Mädesüß | Gewöhnliche Vogelbeere |
Schwarzer Holunder | Eingriffliger Weißdorn | Schlehe |
Wiesen-Schafgarbe | Gänseblümchen | Echte Kamille |
Gewöhnlicher Beifuß | Gewöhnlicher Wasserdost | Hunds-Rose |
Besenheide | Stinkender Storchschnabel | Gewöhnlicher Beinwell |
Wald-Ziest | Gewöhnliche Braunelle | Großer Wiesenknopf |
Gewöhnliche Fichte | Acker-Gauchheil | Klatsch-Mohn |
Geflecktes Lungenkraut | Wiesen-Salbei | März-Veilchen |
Wildes Stiefmütterchen | Acker-Vergissmeinnicht | Gewöhnliche Wegwarte |

Einleitung
Die Pflanzenheilkunde ist eines der ältesten Therapieverfahren und in allen Teilen der Erde ein fundamentales Kulturgut. Das Erkennen und Sammeln von Heilpflanzen ist heute immer noch in vielen Gebieten der Welt Teil der lebenswichtigen Selbstversorgung. Und auch bei uns hat die Pflanzenheilkunde in letzter Zeit wieder an Popularität gewonnen und sich einen festen Platz in der angewandten Medizin erobert.
Heilpflanzen wachsen überall wild, sie wachsen um uns herum und leben mit uns. Diese Pflanzen bieten natürlich gewachsene Wirkstoffkombinationen, die als Gesamtheit auf unseren Organismus wirken. Sie haben oft ein breites Verwendungsspektrum und meist nur geringe Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten. Durch ihre enormen Vorräte an Mineral- und Vitalstoffen gleichen sie Mangelzustände aus, sie regen Körperfunktionen an und wirken zudem oft antibakteriell bzw. antiviral. Wildwachsende Heilpflanzen stellen so ein enormes Potenzial für unsere Gesundheit dar. Sie stehen uns unentgeltlich zur Verfügung, und es wäre schade, wenn wir diesen Schatz verlieren würden, weil wir das Wissen über die Pflanzen unserer direkten Umgebung nicht pflegen.
Das vorliegende Buch soll dazu beitragen, dieses Wildpflanzenwissen lebendig zu erhalten. Die einzelnen Pflanzen werden so anschaulich erklärt, wie dies sonst nur bei einer persönlichen Beschreibung der Pflanze vor Ort möglich ist, um die Pflanzen sicher identifizieren zu können. So bildreich wie möglich stellen wir die Erkennungsmerkmale der 50 beliebtesten wildwachsenden Heilpflanzen vor, dazu die ihrer giftigen Doppelgänger. Wir beschreiben die Anwendungsmöglichkeiten der Pflanzen in der Heilkunde mit ausschließlich nachgewiesenen Heilwirkungen und geben dazu Rezepte, die in der Praxis erprobt sind.
Die Natur schenkt uns eine Fülle an Heilmitteln, die zu kennen und zu schätzen sich lohnt.
Wir wünschen Ihnen viel Freude an diesem Buch und bei Ihren Entdeckungen draußen in der Natur.
Steffen G. Fleischhauer
für das ganze Buchteam
Zum Gebrauch des Buches
Die in diesem Buch aufgeführten Rezepte und Behandlungshinweise ersetzen weder einen Arztbesuch noch eine individuelle Beratung durch einen Heilpraktiker oder eine Heilpraktikerin. Die Einnahme der genannten Heilmittel geschieht stets auf eigene Verantwortung und ist individuell sorgfältig abzuwägen. Suchen Sie im Zweifelsfall Rat bei einem fachkundigen Arzt, einer Ärztin, bei einer Hebamme oder bei Heilpraktikern. Jede heilkundliche Behandlung erfordert diagnostische, medizinische und naturheilkundliche Kenntnisse, so auch die Selbstbehandlung.
Beachten Sie, dass kein Heilmittel frei von Nebenwirkungen ist. Eine Heilpflanze ist mehr als ein simpler Haustee. Jede Therapie, ob homöopathisch oder phytotherapeutisch, birgt die Gefahr ungewollter Wirkungen. Spätestens wenn sich eine Erkrankung nicht mehr beherrschen lässt, also Schmerzen oder Fieber zu- statt abnehmen, ist die Grenze der Selbstbehandlung erreicht und zwingend kompetenter therapeutischer Rat einzuholen. Grundsätzlich ausgeschlossen ist eine Selbstbehandlung für Risikogruppen wie Allergiker, Schwangere, Patienten mit fortgeschrittenen Herz-, Nieren-, Leber- oder Stoffwechselerkrankungen, psychisch Kranke und Alkoholkranke.
Wird bei den aufgeführten Rezepten kein spezieller Pflanzenteil zur Verwendung genannt, so verwendet man generell das Kraut der Pflanze.
Wichtige Fachbegriffe werden im Glossar auf Seite 262 erklärt. Allgemeine Zubereitungsverfahren sind im Kapitel »Die Herstellung von Heilmitteln« auf Seite 245 beschrieben.
Naturschutz und Grundregeln zum Sammeln von Wildpflanzen
Die grundlegenden Voraussetzungen beim Sammeln von Wildpflanzen sind das sichere Bestimmen der Pflanzen und der Respekt vor der Natur. Es bedarf etwas Zeit und Erfahrung, um geeignete und ergiebige Sammelorte zu finden.
Die wichtigsten Regeln:
• Nur so viel sammeln, wie man unmittelbar verbrauchen kann oder voraussichtlich als Vorrat benötigt.
• Nie geschützte Pflanzen sammeln. Regional können unterschiedliche Pflanzen geschützt oder gefährdet sein. Informieren Sie sich bei den örtlichen Naturschutzbehörden.
• Nie ganze Bestände abernten. Bei vereinzelt auftretenden Pflanzen dürfen nur wenige Teile geerntet werden. Besonders beim Ausgraben von Wurzeln ist größte Achtsamkeit geboten. Am Fundort müssen immer noch genügend Pflanzen stehen bleiben, um ihren Fortbestand zu sichern. Es soll nur jener Pflanzenteil gepflückt werden, der zur Verarbeitung notwendig ist.
• Es ist verboten, in Naturschutzgebieten zu sammeln.
Empfohlene Utensilien zum Sammeln der Pflanzen:
• Schere, Messer und Spatel zum Ernten
• Eventuell eine Lupe, um Bestimmungsdetails besser erkennen zu können
• Körbe und Papiertüten zum Transportieren der Pflanzen. (Ein stabiler Korb schützt die Pflanzen beim Transport vor Quetschungen; Papiertüten schützen sie vor Austrocknung. Lässt man die Pflanzen offen liegen, verlieren sie schnell wertvolle Inhaltsstoffe. Plastiktüten eignen sich bei Regenwetter; ansonsten schwitzen die Pflanzen darin und beginnen, sich zu zersetzen.)
• Handschuhe für stachelige oder die Haut reizende Pflanzen

Die 50 beliebtesten wildwachsenden Heilpflanzen nach ihren Lebensräumen

Graslandschaften und Heiden
Wiesen-Schafgarbe (Artengruppe)
Die Alleskönnerin
| Achillea millefolium agg. | mehrjährig | 0,7 m | Mai bis Oktober | weiß bis leicht rosa |

Standort
Die Wiesen-Schafgarbe kommt in Wiesen und Weiden, in Magerrasen sowie auf Äckern und an Wegrainen vor.
Inhaltsstoffe
Ätherisches Öl (Geraniol, Linalool, Kampher, Cineol, Azulen), Alkaloide (Achillein), Mineralstoffe (Si, Fe, Mn, Zn, Pb, Cu, Cr, Ni, Co, Mo, Be), Bitterstoffe, Flavone (Apigenin, Luteolin, Rutin), Terpene (Achillicin), Cumarine, Phenolcarbonsäuren, Betain
Zu verwendender Pflanzenteil

kurz vor dem Aufblühen
Sammelzeit
Juli bis August
Heilwirkung
Durch die Verbindung des hohen Gehalts an Gerbstoffen mit azulenhaltigem ätherischem Öl gehört die Schafgarbe zu den besten Wundheilpflanzen der gesamten Flora. Sie wirkt stark blutungsstillend, wundheilend, entzündungshemmend, bakterizid und antimykotisch und wird deshalb bei allen Arten von Wunden, vor allem aber bei starken, hellrot blutenden Wunden eingesetzt. Äußerlich sind dies großflächige Abschürfungen, Schnittwunden und Hämorrhoidenblutungen, innerlich Folgen von Stürzen aus größerer Höhe, Blutungen bei Entzündungen des Verdauungstrakts sowie Wechseljahrs- und Myomblutungen. Als große Frauenheilpflanze umfasst ihr Anwendungsbereich von der Nachsorge nachgeburtlicher (postpartieller) Wunden (zusammen mit Johanniskraut) über vegetative Beschwerden des kleinen Beckens mit Verspannungen und Krämpfen insbesondere die Behandlung primärer Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhö) als stark krampflösendes und schmerzlinderndes Heilmittel. Vor allem der schmerzstillende Effekt von Schafgarbenzubereitungen konnte mehrfach nachgewiesen werden. Durch die adstringierende Wirkung haben sich Schafgarbenwickel bei stark erweiterten Venen und Hämorrhoiden in der Schwangerschaft bewährt. Nicht nur in der Schwangerschaft eignen sich Mundspülungen mit einem starken Pflanzenabsud bei Zahnfleischentzündungen. Im Bereich der Verdauungswege wirkt die Schafgarbe nicht nur blutungsstillend bei akuten oder chronischen Entzündungen, sondern zudem blähungswidrig, krampflösend und leberschützend (hepatoprotektiv); volksheilkundlich werden feucht-warme Leberwickel bei akuten und chronischen Leberbeschwerden mit Völlegefühl und beständigem Druck genutzt. Neueren Forschungsarbeiten zufolge entfaltet die Schafgarbe eine starke schützende (radioprotektive) Wirkung auf Gewebezellen und Lymphozyten bei ionisierender Strahlung; es empfiehlt sich, vor Röntgenaufnahmen sowie als Begleitung einer Strahlentherapie Scharfgarbentee zu trinken.
Gegenanzeigen
Bei bekannter Korbblütler-Allergie darf die Schafgarbe weder innerlich noch äußerlich angewendet werden.
Keine Pflanzen von belasteten Böden und aus Gegenden mit hoher Luftverschmutzung (Autobahnränder usw.) sammeln, da die Pflanze Spurenelemente und vor allem Kufper und Blei aus Boden und Luft stark anreichert.
Verwendung in der Hausapotheke
Schafgarbe kann als alkoholischer Pflanzenauszug für Tropfenmischungen verwendet werden. Für die Bereitung von Aufgüssen, Sitzbädern bei Unterleibsbeschwerden, Waschungen und Kompressen wird das frische Kraut rasch getrocknet und luftdicht verschlossen aufbewahrt, um die flüchtigen ätherischen Öle zu erhalten.
Rezept: Hämorrhoiden-Sitzbad
Nach (blutenden) Verletzungen von Hämorrhoiden, Analekzemen oder Analfissuren
30 g Wiesen-Schafgarbenkraut
1 Rosskastanienfrucht, geschält und gehackt (Seite 90)
20 mg Haselblätter (Seite 144)
10 ml kolloidales Silber (Apotheke)
Kraut, Blätter und Kastanie mit 21/2 Liter Wasser aufkochen, 10 Minuten sieden lassen, dann auf Körpertemperatur abkühlen lassen, in eine Sitzschüssel füllen und das kolloidale Silber dazugeben.
Quellen
Hajhashemi et al. 2016, Hänsel et al. 2013a, Jenabi/Fereidoony 2015, Mazandarani et al. 2007 und 2015, Shahani et al. 2015, Wolffenstein 2013, Yaeesh et al. 2006.

Die Blütenköpfchen haben unten schmale Hüllblätter.

Die Blütenknospen erscheinen im Mai.

Die Früchte sind ohne Haarkranz ausgebildet.

Die Blütenköpfchen (Teilblütenstände) haben meist 5 weiße Zungenblüten.
Die Stängel wachsen aufrecht und sind zerstreut behaart.

Die Pflanze vermehrt sich mit Wurzelausläufern.

Die Blätter sind länglich und fein gefiedert.

1 Die Pflanze vermehrt sich mit kriechenden Wurzelausläufern, aus denen neue Stängel treiben.
2 Die Stängel haben einen aufrechten Wuchs und sind zerstreut behaart.
3 Die Form der Blätter ist länglich, sie sind fein gefiedert.
4 Die Stängelblätter haben auf jeder Seite mehr als 10 Fiederblätter erster Ordnung.
5 Der Gesamtblütenstand erscheint doldenartig.
6 Bei den schmalen Blütenköpfchen handelt es sich um Teilblütenstände mit meist 5 weißen Zungenblüten am Körbchenrand, die das Aussehen von Blütenblättern einer Einzelblüte vortäuschen.
7 Die im Zentrum der Blütenköpfchen befindlichen Röhrenblüten sind bräunlich-weiß.
8 Die Blütenköpfchen werden von schmalen, spitzen Hüllblättern eingerahmt.
9 Die Früchte der Schafgarbe sind ohne einen der Windverbreitung dienenden Haarkranz ausgebildet.
Gewöhnlicher Frauenmantel (Artengruppe)
Die Frauenheilpflanze
| Alchemilla vulgaris agg. | mehrjährig | 0,5 m | Mai bis Oktober | gelblich |

Standort
Der Gewöhnliche Frauenmantel kommt in lehmigen Wiesen und Weiden, an Gräben- und Waldwegen sowie an Wald- und Gebüschrändern vor. Der Standort variiert je nach Unterart.
Inhaltsstoffe
Gerbstoffe, Flavonoide (Quercetin, Kämpferol, Leucocyanidin), Lipide, Phytosterole, Triterpene, organische Säuren (Chlorogensäure, Gallussäure), ätherisches Öl
Zu verwendender Pflanzenteil

Sammelzeit
August
Heilwirkung
Durch den für eine Blütenpflanze sehr hohen Gerbstoffgehalt hat der Frauenmantel vor allem eine adstringierende und entzündungshemmende Wirkung und wird volksmedizinisch bei Durchfall eingesetzt. Seine traditionelle Verwendung bei Mundfäule (aphthöse Stomatitis) wurde inzwischen auch von wissenschaftlicher Seite bestätigt.
Bei Entschlackungskuren sollte begleitend Frauenmanteltee getrunken werden, da er entsprechend seiner spezifischen Wirkung auf den Darm dort Schwermetalle bindet und zur Entgiftung des Körpers beiträgt. In der äußerlichen Anwendung ist der Tee ein sanftes Mittel bei Entzündungen von Haut und Schleimhäuten wie etwa PMS-Akne sowie bei Infektionen der äußeren Genitalorgane; aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe können Frauenmantelzubereitungen nach der Geburt zur Heilung von Geburtswunden, Straffung der Bauchdecke und Regeneration der Beckenmuskulatur eingesetzt werden.
Für alkoholische Frauenmantelextrakte konnte mehrfach eine deutlich blutdrucksenkende Wirkung nachgewiesen werden.
Trotz der breiten volksmedizinischen Verwendung der Pflanze in der Frauenheilkunde (u. a. bei unspezifischem Weißfluss, Scheidenpilzneigung, Zyklusanomalien, Menstruationsund Wechseljahrsbeschwerden aufgrund ihrer häufig erwähnten hormonellen Wirkung) sind in der Literatur kaum Hinweise auf hormonell wirksame Inhaltsstoffe oder Wirksamkeitsstudien zu den vorgenannten Einsatzgebieten zu finden; nur in einer wissenschaftlichen Arbeit wird ein Einfluss auf das Hormonsystem beschrieben.
Ergänzende Information: Der häufig in Gärten kultivierte, eng verwandte Weiche Frauenmantel (A. mollis) hat zwar einen zu geringen Gerbstoffanteil für Heilanwendungen, dafür zeigt er in Forschungsergebnissen eine deutliche antivirale, das heißt Viren abtötende Wirkung gegenüber Grippeviren.
Gegenanzeigen
Keine bekannt
Verwendung in der Hausapotheke
In der Hausapotheke wird Frauenmantel zur äußerlichen Anwendung bei Entzündungen von Haut und Schleimhäuten als getrocknetes Kraut zur Zubereitung von Aufgüssen, Salben oder Kompressen eingesetzt. Als innerlich zu verabreichendes Heilmittel wird in der Frauenheilkunde wahlweise die Zubereitungsform als alkoholische Tinktur verwendet. Zur Behandlung von Mundfäule (aphthöse Stomatitis) ist die Zubereitung als Glycerinauszug aufgrund der besseren Applikationsmöglichkeit besonders empfehlenswert.
Rezept: Entgiftungsmischung
Bei Hauterkrankungen mit Juckreiz durch Schwermetallbelastung
20 ml Gewöhnlicher Frauenmantel, Urtinktur
20 ml Gänseblümchen, Urtinktur (Seite 26)
20 ml Ginkgoblätter, Urtinktur (Ginkgo biloba; Apotheke oder Gärtnerei)
20 ml Lavendel, Urtinktur (Lavandula angustifolia; Apotheke oder Gärtnerei)
10 ml Koriandersamen, Urtinktur (Coriandrum sativum; Gewürzladen)
10 ml Germanium metallicum D20 (Apotheke)
Zur Herstellung von pflanzlichen Tinkturen siehe Seite 249.
Alles mischen und kurmäßig zweimal täglich 10 Tropfen der Mischung einnehmen.
Quellen
Altinterim et al. 2014, Duckstein et al. 2013, Hänsel et al. 2013a, Makau et al. 2013, Shrivastava/John 2006, Takir et al. 2015, USPTO 2014a

Die Blattzähne scheiden bei feuchter Witterung Wasser aus.

Die Blattunterseite ist heller.

Junge Blätter sind noch zusammengefaltet.

Der Blütenstand verzweigt sich vielfach.

Die Blüten haben keine Blütenkrone, sondern nur gelbliche Kelchblätter.

Die Blattstiele sind länger als die Blattflächen.

Der Wurzelstock hat Reste von Nebenblättern.

1 Der Wurzelstock ist dicht mit den Resten von Nebenblättern besetzt.
2 Der Stängel wächst aufrecht.
3 Die Blätter sind in einer Grundblattrosette angeordnet.
4 Die Blattstiele sind deutlich länger als die Blattflächen und behaart.
5 Die Form der Blätter ist rundlich bis nierenförmig.
6 Der Blattrand ist gezähnt und in 5–11 Blattlappen geteilt.
7 An den Blattzähnen finden sich Wasserspalten, aus denen bei feuchter Witterung Wasser ausgeschieden wird.
8 Der Blütenstand ist reichblütig.
9 Die Blüten fallen durch 4–5 gelblich oder grünlich gefärbte Kelch- (a) und Außenkelchblätter (b) auf, haben jedoch keine eigentliche Blütenkrone.
Gänseblümchen
Die Kinderheilpflanze
| Bellis perennis | mehrjährig | 0,2 m | Januar bis November | weiß und gelb |

Standort
Das Gänseblümchen wächst im Zierrasen, in nährstoffreichen Wiesen und Weiden sowie an Wegrändern und Holzschlägen.
Inhaltsstoffe
Saponine, Triterpensaponine, Flavonoide (Isorhamnetin, Kämpferol), Inulin, Schleimstoffe, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Anthocyane, ätherisches Öl
Zu verwendender Pflanzenteil

bevorzugt Rasenpflanzen aus Gärten
Sammelzeit
Juni bis August
Heilwirkung
Das Gänseblümchen ist nicht nur eine Lieblingspflanze, sondern auch eine Heilpflanze für Kinder. Waschungen und Lotionen mit Gänseblümchen lassen die Symptome der Neugeborenenakne abklingen; die Triterpensaponine der Pflanze unterstützen eine narbenfreie Wundheilung, die Neubildung von Hautzellen und den Stoffwechsel in hormonellen Umstellungsphasen. Für Neurodermitiskinder wirken Hautwaschungen mit Gänseblümchentee schmerz- und juckreizlindernd, die begleitende Behandlung mit einer Teezubereitung hat sich bewährt. Storchenbisse verblassen bei Behandlung mit Gänseblümchengel, das auch bei schwerer Akne junger Mädchen – vor allem bei gleichzeitig vorliegenden Menstruationsbeschwerden – eine gute Wirkung zeigt. Auch Erwachsene profitieren bei stumpfen Verletzungen wie Zerrungen, Prellungen, Verstauchungen oder Blutergüssen von der hübschen kleinen Heilpflanze, die in ihrer blutungsstillenden und schmerzlindernden Wirkung der Arnika (Arnica montana) gleichzusetzen ist, vor allem wenn die Verletzung von Kälte(-gefühlen) begleitet ist. Durch seine zusätzlich entzündungshemmende, antiallergische und antimikrobielle Wirkungsweise ist das Gänseblümchen eine Heilpflanze, die in keiner Hausapotheke fehlen sollte.
Gegenanzeigen
Keine
Verwendung in der Hausapotheke
Gänseblümchen können getrocknet zur Bereitung von Kompressen und Tees aufbewahrt werden. Für Umschläge und als Wundheilmittel empfiehlt sich der Ansatz einer alkoholischen Tinktur, die jedoch aufgrund ihrer geringen Stabilität im zweijährigen Turnus neu zubereitet werden muss.
Rezept: Hautheilendes Gänseblümchenbad
Zur Nachsorge entzündlicher Hautkrankheiten bei trockener, rissiger und schuppiger Haut
1 EL Gänseblümchen, getrocknet
1 EL Lindenblüten, getrocknet (Seite 134)
500 ml Rahm (Sahne)
Die getrockneten Blüten im Rahm aufkochen, 5 Minuten köcheln lassen, dann abseihen und dem Vollbad zugeben.
Quellen
Costa Marques et al. 2013, Hänsel et al. 2013a, Karakas et al. 2012, Morikawa et al. 2015, Oberbaum et al. 2005, Pehlivan et al. 2014

Weiß- bis rosafarbene Zungenblüten umrahmen die gelben Röhrenblüten.

Der Boden des Blütenkorbes ist kegelförmig ausgebildet.

Mitten in der grundständigen Blattrosette sind die Blütenknospen noch ohne Blütenstiel.

Der Boden des Blütenkorbes ist hohl. Die Gänseblümchen-Früchte erinnern an Sesam.

Die Blütenstängel sind kurzhaarig und unbeblättert.

Das Gänseblümchen tritt zuweilen flächig auf.

Die Blätter sind spatelförmig und behaart.

1 Die Blätter sind in einer grundständigen Blattrosette angeordnet.
2 Die Blätter sind spatelförmig und an der Basis in einen breiten Stiel verschmälert.
3 Die Blattflächen sind meist kurz behaart.
4 Der Blattrand ist schwach gekerbt.
5 Die Blütenstängel stehen aufrecht, sie sind kurzhaarig und unbeblättert und enden jeweils in einem Blütenköpfchen.
6 Zahlreiche weiße Zungenblüten (a) umgeben eine Vielzahl gelber Röhrenblüten (b).
7 Der Boden des Blütenkorbes ist kegelförmig und im Inneren hohl.
8 Die Frucht ist verkehrt eiförmig, nur etwa 1 mm lang und hat im Unterschied zu vielen anderen Korbblütlern keinen der Windverbreitung dienenden Haarkranz.
Besenheide
Das Nieren-Blasen-Kraut
| Calluna vulgaris | Zwergstrauch |1 m | August bis September | violett bis rosa |

Standort
Die Besenheide wächst an lichtreichen und sauren Standorten in Heiden, Mooren und auf Felsen sowie in Eichen- und Kiefernwäldern.
Inhaltsstoffe
Polyphenole, Flavonoide (Quercitin, Callunin), Procyanidine (Catechin), Arbutin, Gerbstoffe, organische Säuren (Ascorbinsäure), Triterpene (Ursolsäure)
Zu verwendender Pflanzenteil

Sammelzeit
September. In je höheren Lagen die Besenheide wächst, umso höher ist ihr Wirkstoffgehalt.
Heilwirkung
Traditionell wird die Besenheide als entwässerndes, blutreinigendes und leicht entkrampfendes Heilmittel eingesetzt, das den Körper über die Nieren entgiftet. Ihre Indikationen reichen von Blasenentzündung bis zu Stoffwechselerkrankungen wie Rheuma oder Gicht, insbesondere mit erhöhten Harnsäurewerten. Die leichte Anhebung des Blutdrucks nach Einnahme von Calluna vulgaris ist auf die Wirkung der Heilpflanze auf die Nieren zurückzuführen.
Die entzündungshemmende Wirkung der Besenheide sowie ihre wundheilenden, antirheumatischen, antiseptischen und schmerzlindernden Effekte konnten vielfach nachgewiesen werden. Offensichtlich beruht diese Wirkungsweise auf mehreren Faktoren, wie der hohen Konzentration des Triterpenoids Taraxerol oder auf dem Flavon Trifolin, das auch für die sensibilitätsverringernde Wirkung gegenüber Schmerzreizen verantwortlich ist. Zum Schutz vor UVB-Strahlen und zur Regeneration der Haut nach Sonnenbrand empfiehlt sich zur äußerlichen Anwendung eine Besenheide-Lotion. Eine Augenkompresse mit destilliertem Blütenwasser hilft bei geröteten und durch hohe Strahlung belasteten Augen.
Gegenanzeigen
Keine bekannt
Verwendung in der Hausapotheke
Für die Hausapotheke empfiehlt sich die getrocknete Besenheide zur Bereitung von Voll- und Sitzbädern sowie von Aufgüssen. Alkoholische Pflanzenauszüge sind weniger wirkungsvoll als wässrige Extrakte.
Rezept: Sitzbad bei Blasenentzündungen
1 Handvoll Besenheide
1 Handvoll Goldrutenkraut (Solidago virgaurea, Apotheke)
1 Handvoll Schafgarbe (Seite 18)
Alles mischen, mit 3 Liter Wasser kalt ansetzen und aufkochen, 5 Minuten köcheln lassen, dann abseihen. In eine große Schüssel füllen und mit kaltem Wasser auf eine angenehm warme Temperatur bringen. Im Sitzbad bleiben, bis es kühl wird. Dabei unbedingt mit einer Decke vor Zugluft schützen.
Quellen
Garciá-Risco et al. 2014, Hänsel et al. 2013a, Lindt 1976, Monschein et al. 2010, Olteanu 2014, Orhan et al. 2007, Pancost et al. 2002, Perde-Schrepler et al. 2011, Vučić et al. 2014

Der violette Kelch ist fast doppelt so lang wie die ebenso violette Krone.

Die kleinen Blätter stehen vierreihig zusammen.

Die geschlossenen Blütenkelche leuchten violettfarbig.

Bei den Früchten ragt meist noch der getrocknete Griffel heraus.
Die Besenheide kann Landschaften prägen.

Die Basis der Triebe ist verholzt.

Hier sind der geschlossene violette Kelch und der grüne Außenkelch gut zu erkennen.

1 Die Pflanze ist bereits an der Basis reich verzweigt.
2 Die Triebe steigen bogig auf, bei Bodenkontakt wurzeln sie.
3 Die Basis der bis 1 cm stark werdenden Triebe ist verholzt.
4 Die schmalen Blätter sind gegenständig und vierreihig angeordnet.
5 Die Blätter sind immergrün, schuppenartig und werden bis 4 mm lang.
6 Die Blüten sind traubig und einseitswendig an den Ästen ausgerichtet.
7 Am Blütenkelch sitzt ein aus 4 Hochblättern zusammengesetzter, grüner Außenkelch.
8 Die violettrote Blüte wird aus 4 Kelch-, 4 Kron- und 8 Staubblättern gebildet.
9 Der violettfarbene Kelch (a) wird doppelt so lang wie die Blütenkrone (b).
10 Die Frucht ist eine kugelige, mit Haaren besetzte Kapsel.
Spitz-Wegerich
Die Outdoor-Apotheke
| Plantago lanceolata | mehrjährig | 0,5 m | Mai bis September | braun und hellgelb |

Standort
Der Spitz-Wegerich wächst in eher mageren bis mäßig nährstoffreichen Wiesen und Weiden sowie an Wegrändern und auf Äckern auf sandigen und lehmigen Böden.
Inhaltsstoffe
Iridoidglycoside (Aucubin, Catapol), Flavonoide (Apigenin, Luteolin), Cumarine, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Phenolsäuren (Cistanosid, Kaffeesäure), Kieselsäure, Galacturonsäure, Glucose, Mineralstoffe (Zink, Kalium), ätherisches Öl
Zu verwendender Pflanzenteil

Sammelzeit
April bis September
Heilwirkung
Spitz-Wegerich ist eine stark entzündungshemmende und antibiotisch wirkende Heilpflanze, insbesondere bei Erkrankungen der oberen Atemwege. Er mildert den Hustenschmerz sowie die Intensität und Häufigkeit von Hustenattacken, ist schleimlösend und erleichtert das Abhusten. Zudem regt er die sogenannten »Fresszellen« oder Granulozyten, die einen Teil des Immunsystems bilden, zu gesteigerter Aktivität an.
Wässrige Extrakte aus Spitz-Wegerich-Blättern fördern die Blutgerinnung und im Laborversuch das Gewebewachstum (Epithelwachstum). Damit ließ sich die volksmedizinische Verwendung als Wundwaschung oder -kompresse vollständig bestätigen. Frische zerriebene Blätter sind in der Outdoor-Apotheke ein probates Mittel bei Juckreiz nach Insektenstichen. Mundspülungen mit dem Presssaft oder das Kauen frischer Spitz-Wegerich-Blätter haben eine karieshemmende Wirkung.
Gegenanzeigen
Keine bekannt
Verwendung in der Hausapotheke
Die stärkste antimikrobielle Wirkung haben wässrige Pflanzenauszüge; die höchste antibiotische Wirksamkeit gegen eine breite Anzahl (Erkältungskrankheiten auslösender) Bakterien hat der Presssaft der Pflanze. Aber auch der klassische Erdkammersirup (siehe unten) hat hervorragende antibiotische Qualitäten und ist als fester Bestandteil der Hausapotheke für Familien unbedingt zu empfehlen.
Rezept: Erdkammersirup für Erkältungen
Bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit
1 Einmachglas mit Glasdeckel Honig
frische Spitz-Wegerich-Blätter
Erdloch in der Größe des Einmachglases, ca. 50 cm tief
Frische, leicht angetrocknete Blätter klein schneiden und 1 cm hoch dicht in das Glas füllen, mit einer Honigschicht von ebenfalls 1cm Höhe bedecken, dann wieder Spitz-Wegerich, dann Honig, bis das Glas gefüllt ist. Mit Honig abschließen. 4 Stunden ruhen lassen, Honig nachfüllen. Den Glasdeckel lose auflegen, mit einem Tuch bedecken und mit einer Schnur verschließen. Das Glas in das vorbereitete Erdloch stellen und ein kleines Brettchen auflegen. Nun das Loch wieder mit Erde verschließen und die Stelle markieren (das Vergraben im Erdloch gewährleistet die für die Reifung nötige gleichbleibende Temperatur). Nach 3 Monaten ausgraben, die Flüssigkeit abseihen und in Flaschen abfüllen. Gekühlt ist der Sirup etwa 10 Monate haltbar.
Quellen
Blaschek 2015, Hänsel et al. 2013c, Ferrazzano et al. 2015, Kováč et al. 2015

Die vielen hellgelben Staubblätter umkränzen die Ähre.

Der knospige Blütenstand vor der Blüte erscheint durch schwärzliche Schuppen dunkel.

Bei der Frucht handelt es sich um eine eiförmige, bis 4 mm lange, zweisamige Kapsel.

Der Spitz-Wegerich hat eine fein verästelte Wurzel.

Junge Blätter sind vor allem auf der Unterseite zart behaart.

Die Blattadern treten deutlich hervor.

So erscheint der Spitz-Wegerich im Frühjahr.

1 Der Stängel ist unverzweigt, blattlos und mit mehreren Kanten gefurcht.
2 Alle Blätter wachsen in einer grundständigen Rosette.
3 Die Blätter sind schmal länglich geformt und am Grunde deutlich verjüngt (a), ihre Länge beträgt bis zu 30 cm.
4 Aus der Blattfläche treten deutlich 3–7 Blattadern hervor.
5 Der Blütenstand ist eine vielblütige, eiförmige bis kurz-zylindrische Ähre.
6 Die Blütenkrone ist bis 4 mm lang und von bräunlicher Farbe.
7 Die 4 gelblichen Staubblätter ragen lang aus der Blüte heraus, sie sind zwei- bis dreimal so lang wie die Blütenkrone.
8 Die Frucht ist eine eiförmige, zweisamige Kapsel, die bis 4 mm lang werden kann.
Gewöhnliche Braunelle
Zur Mundraumpflege
| Prunella vulgaris | mehrjährig | 0,3 m | Juni bis September | blauviolett |

Standort
Die Gewöhnliche Braunelle besiedelt nährstoffreiche Standorte in Wiesen- und Weiden sowie an Ufern, Wegrändern und Grünstreifen.
Inhaltsstoffe
Bitterstoffe, Gerbstoffe, Saponin, organische Säuren (Rosmarinsäure, Betulinsäure), Phenolsäuren (Kaffeesäure), Triterpene (Ursolsäure), Flavonoide (Rutin, Quercetin), Carotinoide, Vitamin K, ätherisches Öl
Zu verwendender Pflanzenteil

Sammelzeit
Juni bis August
Heilwirkung
Durch den hohen Gerbstoffgehalt der Pflanze wirken Braunellen-Aufgüsse als Gurgelwasser und Spülung bei Mundschleimhaut- und Rachenentzündung (Pharyngitis) desinfizierend, antiseptisch und entzündungshemmend, durch den hohen Gehalt an Betulinsäure zudem antiviral unter anderem in Bezug auf Herpessimplex-Viren und antibiotisch unter anderem gegenüber dem Scharlacherreger Streptococcus pyogenes. Durch ihre nebenwirkungsfrei immunstärkende Wirkung ist die Braunelle ein Adaptogen.
Frische Braunellenblätter können in der Outdoor-Apotheke zu einem Frischpflanzenbrei verarbeitet werden, der als Wundauflage nicht nur antibakteriell, blutungsstillend und wundheilend ist, sondern auch die Schmerzempfindung hemmt. Das ist besonders günstig bei großflächigen, die Beweglichkeit einschränkenden Schürfwunden.
Weitere Anwendungsgebiete der zudem antiallergenen Heilpflanze sind entzündliche und allergische Hauterkrankungen.
Durch ihre antidiabetische Wirkung eignet sich die Braunelle als Zusatz zu Teemischungen in der Begleitbehandlung von Diabetes.
Gegenanzeigen
Keine bekannt
Verwendung in der Hausapotheke
Zur Wundversorgung, für Mundspülungen und als adaptogener Zusatz für immunstärkende Kräutermischungen kann die Braunelle als alkoholische Tinktur angesetzt werden. Gleichzeitig empfiehlt sich ein Vorrat an getrocknetem Braunellenkraut für Aufgüsse und Waschungen, da wässrige Auszüge wirksamer sind als alkoholische.
Rezept: Adaptogene Kräutermischung
Vogelmiere (Stellaria media, Apotheke,
Kräuterladen oder selbst gesammelt)
Grüner Hafer (Avena sativa, Gärtnerei)
Gewöhnliche Braunelle
Getrocknete Rosenwurz (Rhodiola rosea, Apotheke)
Alkohol (40 %, z. B. Kirschgeist)
Vogelmiere, Hafer und Braunelle nacheinander über das Jahr verteilt zu gleichen Teilen in einem Ansatzglas sammeln, mit der gleichen Menge Rosenwurz auffüllen und mit genügend Alkohol bedecken. (Zur Herstellung von pflanzlichen Tinkturen siehe Seite 249.) Zur Prophylaxe von stressbedingten Beschwerden und grippalen Erkrankungen kurmäßig über drei Wochen tropfenweise einnehmen.
Quellen
Mahboubi et al. 2015, Rafaat et al. 2016, Rasool/ Ganai 2013, Ryu et al. 1992, Ryu et al. 2000, Sahin et al. 2011, Wang et al. 2000

Die Oberlippe der Blüte ist helmförmig, die Unterlippe hat drei Lappen.

In den trockenen Kelchen lagern im Herbst die Früchte.

Der Stängel ist vierkantig.

Die Blätter sind spärlich behaart.

Der kriechende Wurzelstock wächst längs und treibt an anderer Stelle erneut aus.

Der Blütenkelch hat drei verwachsene und zwei freiere Zipfel.

Die Nüsschen sind glatt und eiförmig.

1 Die Pflanze bildet oberirdische Ausläufer.
2 Der aufrecht oder aufsteigend wachsende Stängel ist wie die Blätter zerstreut behaart und oftmals rötlich überlaufen.
3 Jeweils zwei Blätter stehen in gegenständiger Blattstellung paarweise gegenüber.
4 Die spärlich behaarten Blätter sind von länglicher Form.
5 Der Blattrand ist ganzrandig oder schwach gekerbt.
6 Das oberste Blattpaar trägt den Blütenstand.
7 Die Blüten sind zu mehreren in einem zylindrischen Köpfchen angeordnet.
8 Die blauviolette Blütenkrone ist zweilippig und 1 bis 1,5 cm lang.
9 Die Blüten-Oberlippe ist helmförmig (a), die Unterlippe dreiteilig (b).
10 Die 4 Staubblätter steigen unter der Oberlippe auf.
11 Die Frucht ist aus 4 rundlich-eiförmigen, bis 2 mm langen, glatten Nüsschen zusammengesetzt.
Wiesen-Salbei
Wohltat für Hals und Rachen
| Salvia pratensis | mehrjährig | 0,6 m | Mai bis August | blauviolett |

Standort
Der Wiesen-Salbei besiedelt meist kalkreiche Standorte in trockenen Wiesen, auf Dämmen, Böschungen, Verkehrsinseln und an Wegrändern.
Inhaltsstoffe
Flavonoide (Rutin), Triterpene (Lupeol, Ursolsäure), Gerbstoffe, Phenolsäuren (Rosmarinsäure, Kaffeesäure), Mineralstoffe (Magnesium, Zink), ätherisches Öl (Caryophyllene, Cineol)
Zu verwendender Pflanzenteil

Sammelzeit
Mai bis August
Heilwirkung
Insbesondere für Kinder ist der Wiesen-Salbei wesentlich besser geeignet als der Echte Salbei, da er im Gegensatz zu diesem nur einen sehr geringen Thujongehalt bei vergleichsweise starker antimikrobieller Wirkung hat. Wiesen-Salbei eignet sich deshalb bestens zur Zubereitung von Erkältungstees, Hustensirup sowie zur Linderung von Halsschmerzen oder Rachenentzündungen.
Bemerkenswert ist der hohe Anteil des seltenen γ-Muurolen im ätherischen Öl des Wiesen-Salbeis, das speziell auf Hautzellen entzündungshemmend und regenerativ wirkt und deshalb auch häufig Bestandteil von Salben gegen Hautausschläge ist. Auch die Pflanze selbst wirkt entzündungshemmend bei Hauterkrankungen und Ekzemen, die durch den hohen Gehalt an Magnesium oft in Rekordzeit abklingen.
Gegenanzeigen
Keine bekannt
Verwendung in der Hausapotheke
Wiesen-Salbei kann als getrocknetes Kraut für Aufgüsse, Waschungen und Kompressen sowie als Sirup oder als Urtinktur aufbewahrt werden. Zur Bereitung alkoholischer Pflanzenauszüge, die auch als Hautsalbengrundlage dienen können, wird ein Alkoholgehalt von 50 Prozent benötigt; das im ätherischen Öl enthaltene Muurolen ist lichtempfindlich, weshalb Wiesen-Salbei sowohl als getrocknetes Kraut wie als alkoholischer Auszug vor Licht geschützt aufbewahrt werden muss.
Rezept: Wiesen-Salbei-Hustensirup
1 Biozitrone
200g Wiesen-Salbei-Kraut ohne Stängel
500g Zucker
500ml Wasser
30ml Himbeersirup (Bioqualität)
10 Braunglasgläser zu 50 ml
Die Zitrone waschen, in 1 cm dicke Scheiben schneiden und schichtweise abwechselnd mit dem Wiesen-Salbei in einen großen (Emaille-) Topf füllen. Den Zucker daraufstreuen und mit dem Wasser übergießen. Aufkochen, 15 Minuten köcheln lassen, dann noch heiß abseihen. Den Himbeersirup unterrühren und in die Braunglasgläser abfüllen. Verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt, hält sich der Sirup mehrere Monate, angebrochene Gläser sollte man rasch aufbrauchen.
Quellen
Ashton Acton 2012, Coisin et al. 2012, Kintzios 2003, List/Hörhammer 2013b, Peter 2012, Smekalova et al. 2010, Szentmihályi/Then 2002, Then et al. 1998, Velickovic et al. 2002

Die Stängel stehen meist aufrecht und sind im Bereich des Blütenstandes häufig verzweigt.

Die Stängel sind kräftig und locker behaart.

Zahlreiche Blüten bilden einen reichhaltigen, ährenartigen Blütenstand.

Der Blattrand ist unregelmäßig gezähnt oder gekerbt.

Der Blütenstand ist leicht nickend, wenn er noch nicht erblüht ist.

Die Blütenkrone ist helmartig gewölbt.

Die Teilfrüchte sind eiförmige Nüsschen.

1 Die kräftigen, locker behaarten Stängel stehen meist aufrecht, sind im Bereich des Blütenstandes oft verzweigt und im Querschnitt vierkantig.
2 Vor der Blüte erscheint eine bodennahe Blattrosette mit bis zu 10 cm langen, runzligen und lang gestielten Blättern.
3 Beim Zerreiben riechen die Blätter leicht nach Salbei.
4 Die Blattnerven treten vor allem auf der Blattunterseite deutlich hervor und sind ebenso wie die Blattstiele behaart.
5 Der Blattrand ist unregelmäßig und grob gezähnt oder gekerbt.
6 Der reichhaltige, ährenartige Blütenstand setzt sich aus zahlreichen Blüten zusammen.
7 Die behaarten Blütenkelche sind oftmals rot überlaufen.
8 Die bis 2 cm lange, helmartig gewölbte Blütenkrone ist zumeist dunkelviolett, selten weiß oder rötlich.
9 Die Frucht ist aus 4 eiförmigen Nüsschen zusammengesetzt.
Großer Wiesenknopf
Der Blutungsstiller
| Sanguisorba officinalis | mehrjährig | 1,2 m | Mai bis August | rotbraun |

Standort
Der Große Wiesenknopf kommt vor allem in feuchten oder nassen Wiesen vor.
Inhaltsstoffe
Gerbstoffe, Bitterstoffe, Triterpene (Sanguisorbin), Flavonoide (Kämpferol, Quercetin, Hyperin), Procyanidine (Catechin), Polysaccharide, Polyphenole (Ferulasäure), Syringol, Vitamin C, Anthocyane [Blüte], Sterine, ätherisches Öl [Wurzel]
Zu verwendende Pflanzenteile

Sammelzeit
Juni bis Juli
Heilwirkung
Der Große Wiesenknopf zeichnet sich durch den hohen Gehalt an Gerbstoffen in erster Linie durch seine antibakterielle wie antivirale und grundsätzlich adstringierende und blutungsstillende Wirkung aus; an seiner herausragenden Wirkung als Blutstiller sind zudem die im blühenden Kraut enthaltenen Polysaccharide beteiligt. Die Heilpflanze ist nicht nur antiseptisch und wundheilend, sondern auch stark entzündungshemmend, abschwellend und immunstärkend; Letzteres durch die Anregung der Bildung von Makrophagen.
Der Wiesenknopf hat damit ein breites Anwendungsgebiet: von frischen Wunden und Hautentzündungen über Durchfallerkrankungen verschiedener Ursache bis hin zu übermäßiger Menstruationsblutung.
Erst in den letzten Jahren wurde die vor Strahlung schützende (radioprotektive) Wirkung des polysaccharidreichen Blütenextrakts auf menschliche Lymphozyten entdeckt, wodurch die Schädigung der DNA verringert wird. Durch die Hemmung der Histaminausschüttung hat der Wiesenknopf auch eine starke antiallergene Wirkung. Seine deutlich stimmungsaufhellende Wirkung beruht vermutlich auf dem in der gesamten Pflanze enthaltenen Flavon Hyperin; im Labor und am Menschen konnte ein nervenschützender (neuroprotektiver) Effekt des Wurzelextrakts nachgewiesen werden, der bei kurmäßiger Anwendung ischämischen Schlaganfällen vorbeugen und die kognitive Gedächtnisleitung verbessern konnte.
Wässrige Auszüge aus Wiesenknopfkraut regulieren den Fettstoffwechsel, führen zu einem verstärkten Abbau von Blutfetten wie Triglyceriden und führen langfristig zu einer Reduzierung des Körpergewichts. Dass der Wurzelextrakt der Pflanze auch noch stark hautglättend ist und durch die Verbesserung der Hautelastizität einer Hautschädigung durch UVB-Strahlung entgegenwirkt, ist bei dieser außergewöhnlich breiten Heilwirkung nur noch Kosmetik!
Aufgrund seiner Ungiftigkeit auch bei längerfristiger Einnahme und seiner unspezifischen, die Widerstandskraft des Organismus signifikant verbessernden Wirkung zählt der Große Wiesenknopf zu den heimischen Adaptogenen.
Gegenanzeigen
Keine bekannt
Verwendung in der Hausapotheke
Wiesenknopf dient in der Hausapotheke als alkoholische Tinktur zur direkten Wundbehandlung oder als getrocknetes Kraut für Aufgüsse zu Wundwaschungen und Kompressen. Auch bei Krampfadern wirken Umschläge mit Wiesenknopf-Aufgüssen gefäßverengend, venenstimulierend und abschwellend, besonders angenehm sind im Sommer bei schweren Beinen gekühlte Umschläge.
Rezept: Stimmungsaufhellende Tropfenmischung
Bei klimakterischen Monatsblutungen (Menorrhagien)
20ml Großer Wiesenknopf, Urtinktur (ganze Pflanze)
10ml Frauenmantel, Urtinktur (Seite 22)
11ml Bryophyllum, Urtinktur (Bryophyllum calycinum, Apotheke)
10ml Aurum muriaticum natronatum D12 (Apotheke)
Alles mischen. Bei akuten Beschwerden zweimal täglich 10 Tropfen der Mischung einnehmen.
Quellen
Hoppe 1975, Jung et al. 2016, Kim et al. 2008, List/Hörhammer 2013b, Nguyen et al. 2008, Park et al. 2004, Pawlaczyk-Graja et al. 2016, Sha et al. 1998, Tong et al. 2015, Tsukahara et al. 2001, Yang et al. 2016

Der zylindrisch geformte Blütenstand wird bis zu 3 cm lang.

Der Wuchs ist aufrecht und im oberen Bereich verzweigt.

Das Blatt besteht aus vielen Teilblattpaaren und einem Endblättchen.

Der Blütenstand besteht aus bis zu 40 Einzelblüten.

Die Pflanze hat eine kräftige, dunkle Pfahlwurzel.

Die Teilblättchen haben an jeder Seite mehr als 10 Zähne.

Der Kelch hat 4 rote Zipfel. Die Kronblätter fehlen

1 Der Wuchs ist aufrecht und im oberen Drittel verzweigt.
2 Der meist einzeln stehende Stängel ist gerillt und in seinem Inneren hohl.
3 Das Blatt ist unpaarig gefiedert, es ist also aus einer ungeraden Anzahl an Teilblättchen zusammengesetzt. Es gibt bis zu 8 Teilblattpaare und ein ähnlich großes Endblättchen.
4 Die Teilblättchen haben im Unterschied zum Kleinen Wiesenknopf an jeder Seite mehr als 10 Zähne.
5 Die Blattunterseiten sind blau- bis graugrün (a), die Oberseiten dunkelgrün (b).
6 An der Basis der Blätter befinden sich stark gezähnte Nebenblätter.
7 Der zylindrisch geformte, braunrote Blütenstand ist lang gestielt, wird bis zu 3 cm lang und bis 1 cm breit.
8 Der blütenblattähnliche Blütenkelch läuft in 4 braunrote Zipfel aus.
9 Die Blüte trägt 4 Staubblätter, die Kronblätter fehlen.
Wiesen-Löwenzahn (Artengruppe)
Ein Kraftprotz für die Leber
| Taraxacum sectio Ruderalia | mehrjährig | 0,4 m | April bis Juli | gelb |

Standort
Der Wiesen-Löwenzahn besiedelt nährstoffreiche Standorte in Wiesen und Weiden sowie an Wegrändern.
Inhaltsstoffe
Bitterstoffe, Gerbstoffe, Sesquiterpenlactone, Flavonoide (Apigenin, Luteolin, Quercetin), Phenolcarbonsäuren (Kaffeesäure, Cichoriensäure, Syringin), Phytosterole (β-Sitosterol), Cumarine (Scopoletin, Aesculetin, Umbelliferon), Mineralstoffe (Kaliumsalze), Vitamin C, Carotinoide, Inulin [Wurzel]
Zu verwendende Pflanzenteile

Sammelzeit
März bis Juni [Blätter], September bis Oktober [Wurzeln]
Heilwirkung
Der Löwenzahn ist das große Leberheilmittel der heimischen Flora. Durch die unmittelbare Förderung der Gallensekretion ist er als schnelle Hilfe bei Übelkeit und Blähungen (Meteorismus) nach allzu üppigen Speisen sowie als entgiftende Begleitung von Frühjahrskuren geeignet. Bereits bei einmaliger Einnahme steigert er die Tätigkeit der glatten Muskulatur im Verdauungstrakt, wirkt gallenflussfördernd, entzündungshemmend und entkrampfend. Seine volle Heilkraft entfaltet die Pflanze jedoch erst bei kurmäßiger Einnahme über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen. In der (Nach-)Behandlung von Lebererkrankungen, wie chronischen Folgen von Hepatitis und toxischer Leberschädigung, bewirkt die im Löwenzahn einzigartige Komposition von Phenolcarbonsäuren, Phytosterolen und Bitterstoffen durch ihre antioxidative Wirkung eine Regeneration des Lipidstoffwechsels der Leber, bewirkt einen Neuaufbau von Leberzellen und schützt zudem vor akuter Pankreatitis. Durch die Wirkung auf die Leber unterstützt der Löwenzahn auch das Immunsystem in der Rekonvaleszenz nach Infektionskrankheiten und bei unspezifischen nächtlichen Schweißausbrüchen.
Regelmäßige Trinkkuren mit Löwenzahntee können das Auftreten von Hautunreinheiten verhindern und das Hautbild bei Jugend-Akne
verbessern; gleichzeitig schützt Löwenzahn vor Hautschädigung durch UVB-Strahlung.
Löwenzahnwurzel bewirkt eine starke Anregung der Nierenausscheidung mit vermehrter Wasserentleerung und wird vor allem zur Nachbehandlung von Blasenentzündungen eingesetzt.
Gegenanzeigen
Bei Gallenblasenemphysem, Entzündungen oder Verschluss der Gallenwege sowie bei Darmverschluss darf Löwenzahn nicht eingenommen werden; bei bereits vorliegenden Gallensteinen ausschließlich unter therapeutischer Begleitung. Bei Kinderwunsch sollten Männer Löwenzahn nicht über einen längeren Zeitraum hinweg einnehmen, da er die Spermienbildung hemmt und die Zeugungsfähigkeit mindert.
Verwendung in der Hausapotheke
In der Hausapotheke kann Löwenzahn als alkoholischer Auszug von oberirdischen Teilen (v. a. Blättern), der Wurzel oder der ganzen Pflanze aufbewahrt werden; die Pflanzenteile eignen sich auch für Teezubereitungen. Diese sollten aufgrund ihrer entwässernden (diuretischen) Wirkung allerdings nicht abends getrunken werden. Da die Pflanze fast ganzjährig zur Verfügung steht, ist der regelmäßige Verzehr frischer Löwenzahnblätter im Sinne der Gesundheitsvorsorge unbedingt empfehlenswert. Der Genuss von Löwenzahnkaffee aus der gerösteten Wurzel ist Geschmackssache, verfeinert mit Kakao und Milch ist er bei manchen Kindern in der Rekonvaleszenz von Infektionskrankheiten aber trotz aller Bitterkeit beliebt.
Rezept: Teemischung für den Darm
Bei unspezifischen Darmentzündungen
40g Löwenzahn, ganze Pflanze
30g Johanniskraut (Seite 164)
30g Melisse (Apotheke oder Kräuterladen)
30g Ringelblume (Apotheke oder Kräuterladen)
30g Fenchelsamen (Gewürzladen)
Alles mischen. 1 Esslöffel der Mischung mit kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, nicht süßen.
Quellen
Hoppe 1975, Jin et al. 2011, Schütz et al. 2006, Seo et al. 2005, Tahtamouni et al. 2011 und 2016, Yang/Li 2015, You et al. 2010

Zweireihige Hüllblätter bilden die Blütenhülle, der äußere Hüllblattkranz ist zurückgeschlagen.

In der Mitte der grundständigen Rosette sitzen die Blütenknospen.

Die Blütenstängel sind hohl und enthalten Milchsaft.

Auch die Blattstiele sind hohl und enthalten Milchsaft.

Der Haarkranz der Früchte dient als Flugschirm zur Verbreitung.

Der Fruchtstand ist die typische Pusteblume.

Die Wurzel ist fleischig und weiß.

1 Die Stängel wachsen aufrecht, sie sind einköpfig und hohl.
2 Alle Blätter wachsen in einer grundständigen Rosette.
3 Das Blatt ist vom Rand her in mehr oder weniger tiefe Lappen geteilt.
4 Die Blütenkörbe werden von zweireihigen Blütenhüllen eingefasst.
5 Die innere Blütenhülle fasst den Blütenkorb zylindrisch ein (a), die äußere ist als Kranz zurückgeschlagen (b).
6 Alle Blüten sind zungenförmig und gelb.
7 Der Fruchtstand ist kugelförmig (Pusteblume).
8 Die Früchte haben einen langen Schnabel (a) und darüber einen weißen Haarkranz (b).

Äcker, Gärten und Weinberge
Acker-Gauchheil
Gegen Spreißel und Pilze
| Anagallis arvensis | einjährig | 0,3 m | Juni bis Oktober | rot, selten blau oder rosa |

Standort
Der Acker-Gauchheil besiedelt nährstoffreiche Böden in Weinbergen und Gärten sowie auf Äckern und Schuttplätzen.
Inhaltsstoffe
Saponine, organische Säuren (Ascorbinsäure), Phytosterole (β-Sitosterol, Stigmasterol), Phenolsäuren (Kaffeesäure, Cumarsäure, Ferulasäure, Sinapinsäure), Gerbstoffe, Flavonoide (Quercetin, Kämpferol, Rutosid), Curcubitacine (Avenin, Cucurbitacin)
Zu verwendender Pflanzenteil

Die Wurzel wird auch bei äußerlicher Anwendung nicht verwendet, da sie das sehr giftige Cyclamin enthält.
Sammelzeit
Juni bis August
Heilwirkung
Wie alle Primelgewächse, die sowohl Saponine als auch Cucurbitacine enthalten, ist der Gauchheil giftig, gleichzeitig aber auch eine Heilpflanze für Hauterkrankungen verschiedenster Ursache. Als Waschung und in Gelzubereitungen wirkt er entzündungshemmend, antibakteriell, juckreiz- und leicht schmerzlindernd bei unspezifischen trockenen oder nässenden Hautausschlägen und stark juckenden Neurodermitis-Schüben vor allem an Handflächen, Fingern und Handrücken. Bei Hautpilzbefall gehört der Gauchheil durch seine starke antimykotische Wirkung auf die beiden häufigsten Erreger, Faden- und Hefepilze, zu den wirksamsten Heilpflanzen.
Die Gauchheilsaponine haben einen antiviralen Effekt und verhindern die Vermehrung von Herpes-simplex-Viren bei lokalisiertem Bläschenausschlag an Wangen und Stirn; sie wirken aufgrund ihres hohen Gehalts bei äußerlicher Aufbringung stark hauterweichend. Spreißel und auch in tiefere Hautschichten eingedrungene Dornen oder Splitter gleiten nach einer für 1 bis 3 Stunden aufgelegten stark getränkten Kompresse meist von selbst aus der Haut.
Gegenanzeigen
Aufgrund ihrer Giftigkeit darf die Pflanze ohne therapeutische Begleitung nicht innerlich verwendet werden; bei bekannter Allergie auf Primelgewächse darf Gauchheil auch äußerlich nicht angewendet werden.
Verwendung in der Hausapotheke
Zur Bereitung von Kompressen als Zugmittel, Salben und Hautgels wird Gauchheil als alkoholische Tinktur angesetzt, wässrige Pflanzenauszüge zeigten in Studien nur eine sehr geringe Wirkung. Für Waschungen wird Gauchheiltinktur 1:2 mit kaltem oder leicht angewärmtem Wasser vemischt, wobei volksheilkundlich speziell bei Hautkrankheiten Wasser aus Heilquellen bevorzugt wird.
Rezept: Schnelles Gauchheil-Hautgel
20g Hauswurzblätter (Sempervivum tectorum, Gärtnerei)
20 Tropfen Acker-Gauchheil, Urtinktur
Die Hauswurzblätter pürieren, wenn es kleine Blätter sind, ansonsten der Länge nach aufschneiden und das im Inneren befindliche Gel herausschaben. Die Acker-Gauchheil-Urtinktur hinzufügen und vermischen. Das Gel ist im Kühlschrank 3 Tage haltbar.
Quellen
Ali-Shtayeh/Abu Ghdeib 1999, Amoros et al. 1987, Cavero et al. 2013, Hänsel et al. 2013a, Kaushik et al. 2015, López et al. 2011, Wink 2009

Die Blüte hat fünf behaarte Staubblätter im Zentrum.

Die Anordnung der Blätter bildet von oben gesehen ein Kreuz.

Es gibt auch blau blühende Exemplare.

Die Blätter haben an der Unterseite rostfarbene Punkte.

Der Stängel ist stark vierkantig.

Die Fruchtkapsel ist rundlich.

Die Blütenstiele sind länger als die Blätter.

1 Der vierkantige Stängel ist anfänglich behaart.
2 Die Blätter sind kreuzweise gegenständig und sitzend am Stängel angeordnet.
3 Das eiförmige, ganzrandige und punktierte Blatt wird nur bis 2 cm lang.
4 Die Blütenstiele entspringen den Blattachseln und überragen die Blätter.
5 Der Kelch endet in 5 schmalen, zugespitzten Zipfeln.
6 Die Blütenkrone spaltet sich in 5 blaue oder rote, am Rande bewimperte Lappen.
7 Die 5 Staubblätter sind behaart.
8 Die Fruchtkapsel ist lang gestielt, ihr Stiel zurückgebogen.
Gewöhnliches Hirtentäschel
Blutstiller für alle Lebenslagen
| Capsella bursa-pastoris | einjährig | 0,5 m | Januar bis Dezember | weiß |

Standort
Das Hirtentäschel bevorzugt nährstoffreiche Standorte in Äckern und Gärten sowie an Wegen und Schuttplätzen.
Inhaltsstoffe
Flavonoide (Kämpferol, Luteolin, Quercetin), organische Säuren (Vanillinsäure, Fumarsäure), Polypeptide, Proteine, Vitamin C, K, Phystosterole (β-Sitosterol), Mineralstoffe (Calciumsalze, Kaliumsalze), Senfölglykoside [Samen]
Zu verwendender Pflanzenteil

Sammelzeit
Mai bis August
Heilwirkung
Durch seine Kombination östrogen- und oxytocin-ähnlicher Inhaltsstoffe gehört das Hirtentäschel zu den großen Frauenheilpflanzen der heimischen Flora. Auf die glatte Muskulatur übt dieser Phytohormonmix eine zusammenziehende Wirkung aus, was sich insbesondere als Kontraktion der Gebärmutter zeigt. Außerdem beeinflusst die Pflanze als stuhlgangsfördernder Hilfsstoff die Darmperestaltik und verbessert die Kontraktionskraft des Herzens.
Durch die muskulär zusammenziehende Wirkung in Verbindung mit dem blutgerinnungsfördernden Inhaltsstoff Vitamin K hat das Hirtentäschel eine stark blutstillende Wirkung, die es in der Frauenheilkunde bei anhaltenden Blutungen (Metorrhagie) nach Geburten, übermäßiger Blutung durch Intrauterinpessare (Spirale) oder klimakterischen bzw. Myomblutungen für eine symptomatische Akutbehandlung unverzichtbar macht. Darüber hinaus hilft das Hirtentäschel in Form von Kompressen, Umschlägen oder Waschungen auch rasch bei Hämorrhoidenblutungen, Nasenbluten oder Blutungen oberflächlicher Hautverletzungen.
Gegenanzeigen
Während der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch darf das Hirtentäschelkraut nicht verwendet werden.
Verwendung in der Hausapotheke
In der Hausapotheke wird das Hirtentäschel als Tinktur zur symptomatischen Akutbehandlung von übermäßiger Menstruationsblutung verwendet. Getrocknetes Kraut eignet sich zur Zubereitung von Wundwaschungen, Kompressen und Sitzbädern bei Hämorrhoidenblutungen.
Rezept: Menstruationsregulierende Tropfenmischung
Bei anhaltend übermäßiger Menstruation Mehrfachgebärender
30ml Hirtentäschel, Urtinktur
20ml Schafgarbe, Urtinktur (Seite 18)
10ml Brennnessel, Urtinktur (Seite 192)
10ml Sabina D12 (Apotheke)
Alles mischen. Bei akuten Beschwerden zweimal täglich 10 Tropfen der Mischung einnehmen.
Quellen
Adler et al. 2014, East 1955, Schwarzl 2015

Die oberen Blätter umfassen den Blütenstängel mit ihrem Blattgrund.

Der fein gerillte Stängel wächst aufrecht und ist in der oberen Hälfte meist verzweigt.

Die namensgebende Frucht ist dreieckig-herzförmig.

Die Blätter der Grundrosette sind meist gefiedert.

Das Hirtentäschel hat eine weiße Pfahlwurzel.

Die Blattteilung variiert.

Die Frucht enthält viele kleine Samen.

1 Der fein gerillte Stängel hat einen aufrechten Wuchs und verzweigt sich in der oberen Hälfte.
2 Die Laubblätter sind schwach behaart.
3 Die grundständigen Blätter sind in einer Rosette angeordnet.
4 Die Grundblätter sind länglich, die Blattteilung variiert von ungeteilt bis tief eingebuchtet.
5 Mit spitzen Öhrchen umfassen die Stängelblätter den Stängel.
6 An den Triebspitzen sind die Blüten doldenartig gedrängt.
7 Die Blütenkrone ist weiß, sie ist aus vier 2–3 mm langen Kronblättern zusammengesetzt.
8 Bei der namensgebenden Frucht handelt es sich um ein dreieckiges Schötchen.
9 Die unteren Fruchtstiele stehen häufig annähernd waagrecht vom Stängel ab.
Acker-Schachtelhalm
Das Hauptheilkraut für die Blase
| Equisetum arvense | mehrjährig | 0,5 m | März bis April | Sporenähre braun |

Standort
Der Acker-Schachtelhalm kommt als Pionier auf nährstoff- und basenreichen, teils grundfeuchten Standorten an Äckern, Wiesen, Wegen, Dämmen und in Auenwäldern vor.
Inhaltsstoffe
Flavonoide (Kämpferol, Quercetin), Kieselsäure, Phytosterole (Campesterin), Alkaloide (Nicotin, Palustrin), Mangan, Aluminium- und Kaliumchlorid
Zu verwendender Pflanzenteil
Sprosse mit Seitenästen, nicht die ährentragenden, bräunlich gefärbten Sprosse
Sammelzeit
Juni bis September
Heilwirkung
Acker-Schachtelhalm hat eine stark entwässernde (diuretische) und eine antibakterielle Wirkung gegenüber Escherichia-coli-Bakterien, was ihn zu einem Hauptmittel bei Blasenentzündungen und für Durchspülungstherapien macht. Optimal ist der Einsatz von Schachtelhalm bei den ersten Anzeichen von häufigem Harndrang und spärlichem, brennendem Urinabgang.
Bei nervösen Blasenentzündungen von Schulkindern haben kombinierte Sitzbäder und Trinkkuren mit Schachtelhalmaufguss eine sehr gute Wirkung – vermutlich durch die zusätzlich beruhigende (sedative) Wirkung der Pflanze.
Die Einnahme von Schachtelhalmtee am späten Nachmittag kann auch einen positiven Einfluss auf das Bettnässen von Vorschulkindern haben. In der Kinderheilkunde werden Schachtelhalmwaschungen und -lotionen zudem bei hartnäckig wiederkehrendem Windelsoor (Windeldermatitis) eingesetzt.
Aufgrund seiner kombiniert gewebsentwässernden und harntreibenden Wirkung in Verbindung mit dem hohen Kieselsäuregehalt wird die Heilpflanze als Badezusatz bei chronischen Schwellungszuständen nach Knochenbrüchen, bei posttraumatischen Ödemen und als Aufbaumittel für brüchige Fingernägel und spröde Haare eingesetzt.
Gegenanzeigen
Während einer antiretroviralen Therapie (ART) wie in der Behandlung von HIV-Patienten darf Acker-Schachtelhalm nicht eingenommen werden. Weitere Gegenanzeigen sind nicht bekannt.
Verwendung in der Hausapotheke
Obwohl Kieselsäure als Wirkstoff vor allem in alkoholischen Pflanzenauszügen gelöst wird, ist es vorteilhaft, Schachtelhalm auch als getrocknete Pflanze für Waschungen, Aufgüsse und vor allem für Sitzbäder bei Blasenentzündungen vorrätig zu haben. Für einen wässrigen Pflanzenauszug muss Acker-Schachtelhalm mindestens eine Stunde in kaltem Wasser angesetzt und dann aufgekocht werden.
Rezept: Fußbad
Zur Entgiftung über die Haut und bei übermäßigem Fußschweiß
2 Handvoll Acker-Schachtelhalm, frisch oder getrocknet
2 EL Strahlenlose Kamille, frisch oder getrocknet (Seite 68)
1 EL Wiesen-Salbei, frisch oder getrocknet (Seite 42)
Acker-Schachtelhalm 1 Stunde in 5 Liter kaltem Wasser ansetzen. Anschließend aufkochen und 20 Minuten köcheln lassen. Dann Kamille und Salbei zugeben und auf der abgeschalteten Herdplatte 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
Vorsicht: Verwechslungsmöglichkeit!
Sumpf-Schachtelhalm, Seite 240
Quellen
Blaschek 2015, Cordova et al. 2016, Hänsel et al. 2013b, Hoffmann 2003, Menßen 1983, Sinha 2012

Die Seitenäste stehen in Quirlen.

Die ährentragenden, bräunlichen Triebe sind ohne Seitenäste.

Der Hohlraum im Stängel ist schmal.

Die Stängelscheide der fruchttragenden Triebe ist schwarz.

Das untere Glied der Seitenäste überragt die Stängelscheide.

Nicht-fruchttragende Triebe (rechts) haben schon jung Seitenastansätze.

1 Der geriefte Stängel weist im Inneren nur einen schmalen Hohlraum auf.
2 Die Seitenäste sind in Quirlen angeordnet.
3 Das untere Glied der Seitenäste (a) ist länger als die bis 1 cm lange Stängelscheide (b). Am Ansatz der Seitenäste befindet sich eine dünnhäutige helle Seitenastscheide (c).
4 Die Seitenäste sind im Querschnitt sternförmig.
5 An den ährentragenden, bräunlich gefärbten Sprossen wachsen keine Seitenäste.
6 Die Sporenähre wird bis 4 cm lang.
Strahlenlose Kamille
Der Mückenschreck
| Matricaria discoidea | einjährig | 0,4 m | Juni bis Oktober | grüngelb |

Standort
Die Strahlenlose Kamille bevorzugt nährstoffreiche Standorte in Gärten, sie kommt zudem in durch Tritt beeinträchtigten Rasengesellschaften vor.
Inhaltsstoffe
Ätherisches Öl (β-Farnesen, Germacren, Geranyl) [Blüten], Flavone (Apigenin, Luteolin, Cosmosiin), Flavonole (Kämpferol, Quercetin, Isorhamnetin), Umbelliferon, Triterpene (Helaniol, Taraxerol, Lupeol), Cumarin (Herniarin), Polyphenole, Phenolsäuren (Ferulasäure)
Zu verwendender Pflanzenteil

Sammelzeit
Juni bis August
Heilwirkung
Die erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa beheimatete Strahlenlose Kamille wirkt entzündungshemmend, bakterizid, krampflösend, beruhigend und blähungswidrig. Ihre krampflösende (spasmolytische) Wirksamkeit beruht insbesondere auf dem hohen Gehalt an Flavonen und ist in Verbindung mit gering dosierten blähungswidrigen ätherischen Ölen die Grundlage von Teezubereitungen der Pflanze bei Bauchschmerzen von Kindern. Sie wirkt sanft und gut verträglich.
Grundlage der insektenabwehrenden Wirkung ist vermutlich das im ätherischen Öl enthaltene Pheromon β-Farnesen, das von Pflanzen als Alarmstoff zur Insektenabwehr gebildet wird. Waschungen mit einem Absud der Pflanze schützen vor Fliegen und Stechmücken und belasten auch den kleinkindlichen Organismus nicht. Durch die bakterizide Wirkung der in der Strahlenlosen Kamille enthaltenen Flavonoide Apigenin und Isorhamnetin insbesondere auf Bakterien der Gattungen Micrococcus und Corynebacterium sind Waschungen mit der Strahlenlosen Kamille desodorierend. Sie zersetzen die an der Entstehung des Schweißgeruchs auf der Haut beteiligten Bakterien und beugen Entzündungen bei übermäßiger Schweißbildung vor.
Gegenanzeigen
Bei bekannter Korbblütlerallergie ist die Strahlenlose Kamille zu vermeiden.
Verwendung in der Hausapotheke
In der Hausapotheke wird die Strahlenlose Kamille vor allem als getrocknetes Kraut für Aufgüsse aufbewahrt. Man sollte es nach einem schnellen Trocknungsvorgang in geschlossenen Gefäßen luftdicht lagern. Zur Nachsorge schwerer Durchfallerkrankungen von Kleinkindern mit blutigem Stuhl hat sich die kurmäßige Verabreichung von Teeaufgüssen mit Milchzucker über zwei Wochen hinweg bewährt.
Rezept: Kinderschlaftee
Bei Einschlafschwierigkeiten mit Bauchweh
30g Strahlenlose Kamille
10g Fliederblüten (Syringa vulgaris, Gärtnerei)
10g Schlüsselblume (Primula veris, Gärtnerei)
10g Anissamen (Pimpinella anisum, Gewürzladen)
pro Tasse 1 frisches Basilikumblatt
Kamille, Fliederblüten, Schlüsselblume und Anissamen mischen. Pro Tasse 2 Teelöffel der Mischung sowie ein frisches Basilikumblatt mit kochendem Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. Nach Belieben mit Agavendicksaft süßen.
Aus denselben Zutaten kann auch ein Sirup bereitet werden (siehe Seite 248).
Quellen
Gibson/Pickett 1983, Hoppe 1975, Jantakee/ Tragoolpua 2015, Lopes/Kolodziejczyk 2005, Perez 2001, Raal et al. 2011, Rauha 2001, Sahreen et al. 2013

Die Blütenköpfe sind kegelförmig. Die Hüllblätter haben einen breiten Hautrand.

Vor dem Erblühen sind die Grundblätter dicht gedrängt.

Der Blütenboden ist gewölbt und hohl.

Die Blätter sind gefiedert.

Die Pflanze hat eine nur leicht verzweigte Pfahlwurzel.

Die kleinen länglichen Früchte werden nur etwa 1 mm groß.

Die Blätter stehen wechselständig.

1 Die kräftige Pflanze duftet in allen Teilen stark nach Kamille.
2 Der Stängel steht aufrecht, mindestens in der oberen Hälfte ist er sparrig vezweigt.
3 Die fein gefiederten Blätter sind wechselständig angeordnet.
4 Die Blütenköpfe sind kegelförmig und gestielt (a), ihr Durchmesser beträgt etwa 1 cm.
5 Die Blütenhülle ist mehrreihig (a), die Hüllblätter haben einen breiten Hautrand (b).
6 Bei den Blüten handelt es sich um vierzähnige, grünliche Röhrenblüten, es kommen keine Zungenblüten bei der Strahlenlosen Kamille vor.
7 Der Blütenboden ist gewölbt und hohl.
8 Die längliche Frucht wird nur wenig größer als 1 mm.
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Gewöhnliche Fichte
Acker-Schachtelhalm
Besenheide
Wiesen-Schafgarbe
Strahlenlose Kamille
Echte Kamille
Gänse-Fingerkraut
Arznei-Baldrian
Großer Wiesenknopf
Gewöhnliche Vogelbeere
Echtes Mädesüß
Stinkender Storchschnabel
Gewöhnlicher Beifuß
Schöllkraut
Wildes Stiefmütterchen
Klatsch-Mohn
Kleiner Odermennig
Hunds-Rose
Schwarzer Holunder
Echter Steinklee
Gewöhnlicher Wasserdost
Waldmeister
Silber-Weide
Spitz-Wegerich
Bär-Lauch
Gewöhnlicher Beinwell
Großblütige Königskerze
Ess-Kastanie
Acker-Vergissmeinnicht
Acker-Gauchheil
Tüpfel-Johanniskraut
Geflecktes Lungenkraut
Schlehe
Wiesen-Salbei
Gewöhnliche Braunelle
Sommer-Linde
Große Brennnessel
Wald-Ziest
Gewöhnliche Hasel
März-Veilchen
Huflattich
Eingriffliger Weißdorn
Hänge-Birke
Wald-Sanikel
Gewöhnlicher Frauenmantel
Gewöhnliche Rosskastanie
Stiel-Eiche
Wiesen-Löwenzahn
Gewöhnliche Wegwarte
Gewöhnliches Hirtentäschel
Gänseblümchen
Sommer-Linde
Kleiner Odermennig
Großblütige Königskerze
Strahlenlose Kamille
Echter Steinklee
Gewöhnlicher Frauenmantel
Tüpfel-Johanniskraut
Schöllkraut
Gänse-Fingerkraut
Wiesen-Löwenzahn
Huflattich
Silber-Weide
Gewöhnliche Hasel
Hänge-Birke
Acker-Schachtelhalm
Große Brennnessel
Stiel-Eiche
Ess-Kastanie
Gewöhnliche Rosskastanie
Spitz-Wegerich
Gewöhnliches Hirtentäschel
Bär-Lauch
Waldmeister
Arznei-Baldrian
Wald-Sanikel
Echtes Mädesüß
Gewöhnliche Vogelbeere
Schwarzer Holunder
Eingriffliger Weißdorn
Schlehe
Wiesen-Schafgarbe
Gänseblümchen
Echte Kamille
Gewöhnlicher Beifuß
Gewöhnlicher Wasserdost
Hunds-Rose
Besenheide
Stinkender Storchschnabel
Gewöhnlicher Beinwell
Wald-Ziest
Gewöhnliche Braunelle
Großer Wiesenknopf
Gewöhnliche Fichte
Acker-Gauchheil
Klatsch-Mohn
Geflecktes Lungenkraut
Wiesen-Salbei
März-Veilchen
Wildes Stiefmütterchen
Acker-Vergissmeinnicht
Gewöhnliche Wegwarte