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Andreas Winter

Nikotinsucht – die große Lüge

Warum Rauchen nicht süchtig macht und Nichtrauchen so einfach sein kann!

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der

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Andreas Winter

Nikotinsucht – die große Lüge

Warum Rauchen nicht süchtig macht und

Nichtrauchen so einfach sein kann!

ISBN E-Book (epub): ISBN 978-3-86374-082-5

(Druckausgabe: ISBN 978-3-86374-080-1, 1. Auflage 2013)

Mankau Verlag GmbH

Postfach 13 22, D-82413 Murnau a. Staffelsee

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Internetforum: www.mankau-verlag.de/forum

Lektorat und Endkorrektorat: Dr. Thomas Wolf, MetaLexis

Gestaltung Umschlag: Andrea Barth, Guter Punkt GmbH & Co. KG

Gestaltung Innenteil: Sebastian Herzig, Mankau Verlag GmbH

eBook-Herstellung und Auslieferung:

Brockhaus Commission, Kornwestheim

www.brocom.de

Wichtiger Hinweis des Verlags:

Der Autor hat bei der Erstellung dieses Buches Informationen und Ratschläge mit Sorgfalt recherchiert und geprüft, dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr; Verlag und Autor können keinerlei Haftung für etwaige Schäden oder Nachteile übernehmen, die sich aus der praktischen Umsetzung der in diesem Buch dargestellten Inhalte ergeben. Bitte respektieren Sie die Grenzen der Selbstbehandlung und suchen Sie bei Erkrankungen einen erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker auf.

Inhalt

Vorbemerkung

I. Der Ansatz

Warum rauchen Sie?

Zur wissenschaftlichen Vorgehensweise in diesem Buch

Viele Fragen – eine Antwort

Eine neue Suchtdefinition ist überfällig

Der Unterschied zwischen Körper und Geist

Von der Macht der Symbole

II. Rauchen – was ist so schlimm daran?

Sie bezahlen für die Angst vor dem Krankwerden!

Die Wirkung einer Zigarette auf den menschlichen Organismus

III. Untaugliche Erklärungsversuche – untaugliche Methoden

Keine Gründe fürs Rauchen

Sucht

Cyban und Co.: wie man nicht zum Nichtraucher wird

Warum andere Methoden (fast) erfolgreich sind

IV. Warum Sie wirklich rauchen ... und wie Sie davon loskommen!

Wie die Psyche arbeitet

Der wahre Grund zu rauchen

Live aus der Praxis, Erlebnisberichte, Referenzen und Auseinandersetzungen

Und so geht´s weiter

Schlussfolgerungen

Abschließendes

Wissenschaftler, die nicht wissen wollen

Kritik an den gängigen Sucht-Definitionen und Lehrmeinungen

Danksagung

Zum Autor

Ausbildung zum Gesundheitsberater

Weitere Bücher von Andreas Winter

Audio-CDs und Video-DVDs von Andreas Winter

Vorbemerkung

Warum Rauchen nicht süchtig macht und Nichtrauchen so einfach sein kann!

Sie möchten aufhören zu rauchen und fürchten, daran zu scheitern? Sie glauben, es wäre eine anstrengende Quälerei, nicht mehr zu rauchen, und haben Angst, nervös zu werden und zuzunehmen? Am liebsten würden Sie hin und wieder mal eine Zigarette mitrauchen können, ohne rückfällig zu werden? Sie wissen, dass Sie eigentlich weder dumm noch süchtig sind, und wünschen sich einen „Klick im Kopf“, damit es endlich mit dem Nichtrauchen klappt?

Herzlichen Glückwunsch! Hier sind Sie richtig!

Ich zeige Ihnen eine Seite Ihres eigenen Verhaltens, die Sie bislang vielleicht noch nie betrachtet haben. Es geht um die Psychologie des Rauchens. Doch erschrecken Sie nicht, „Psyche“ bedeutet nicht, dass ich Sie zum Psychiater schicken möchte, und „Psychologie“ heißt nicht gleich „Manipulation“. Mir geht es darum zu zeigen, was ein Raucher denkt, bevor er sich einen Glimmstängel anzündet. Ist dieser Gedanke bewusst, bleibt die Kippe kalt, denn „denkst du anders – rauchst du anders“. Qualmfreiheit ohne Abstinenz ist das Ziel.

Gestatten Sie mir noch ein paar Fragen: Wie viele Zigaretten am Tag rauchen Sie, um am Leben zu bleiben? Glauben Sie, Nichtraucher dürften niemals an einer Zigarette ziehen, da sie sonst sofort „süchtig“ würden? Dürften Sie als Ex-Raucher eigentlich gar keinen Tabakqualm mehr einatmen, um ja nicht rückfällig zu werden? Auch nicht passiv und versehentlich?

Machen diese Fragen Sie nachdenklich?

Sie werden erfahren, warum Sie tatsächlich rauchen – es ist bei nahezu jedem Menschen der gleiche Grund. Mit diesem Wissen befreien Sie sich allein durch eine Erkenntnis vom Rauchzwang! Bereits während Sie dieses Buch lesen, können Sie sich in einen Optionsraucher verwandeln – das ist ein Nichtraucher, der rauchen kann, wenn er möchte, es aber nicht muss. Ziel dieses Buches ist Ihre Entscheidungsfreiheit und Unabhängigkeit in Bezug auf Zigaretten.

Was Ihnen zunächst noch unglaubwürdig erscheint, ist das Ergebnis von mehr als zwei Jahrzehnten meiner Arbeit als Coach. Ich als Diplom-Pädagoge verhelfe Menschen aus aller Welt zu einer bestimmten Erkenntnis – das ist der „Klick im Kopf“, von dem ich sprach – um den Zwang zum Rauchen zu durchbrechen.

Herunterladbare Video- und Audio-Datei – zur sofortigen praktischen Umsetzung!

Unter der Internetadresse www.sofortrauchfrei.de/videos können Sie eine Video-Datei abrufen. Das darauf enthaltene Coaching wirkt auf andere Gehirnzentren als der gelesene Buchtext. Sie erweitern die beim Lesen geschaffenen neuronalen Verschaltungen um den „Gefühls-Anteil“ und können viel einfacher all das umsetzen, worum es in diesem Buch geht. Sie „beauftragen“ Ihr Unterbewusstsein mit der Umsetzung – und nicht mühevoll Ihren Verstand! Sehen Sie sich das Video nach der Lektüre des Buches ganz bewusst an.

Im Video erfahren Sie auch, wo Sie das Audio-Coaching aus dem Vorgängerbuch „Nikotinsucht – der große Irrtum“ gegen einen geringen Obulus erwerben können; es enthält eine Traumreise, mit deren Hilfe Sie binnen weniger Minuten zum Nichtraucher werden können.

I. Der Ansatz
Warum rauchen Sie?

Ich möchte Ihnen eine experimentelle Frage stellen: Wenn man Sie als Raucher im Labor dazu zwingen würde, innerhalb von zehn Minuten drei Zigaretten zu rauchen, derweil man Ihre Züge beobachtet und protokolliert, Ihren Blutdruck misst und Ihre Lungen abhört, würde Ihnen das ein Gefühl der Erleichterung verschaffen? Wahrscheinlich nicht, oder? Obwohl eine einzige heiß ersehnte Zigarette Sie bislang immer „auf den Teppich“ zurückgeholt hat, wenn Sie unter Druck standen. Drei Zigaretten hintereinander müssten Sie in den gelassensten Menschen der Welt verwandeln. Warum wäre das aber in unserem Experiment wohl nicht der Fall? Weil es beim Rauchen nicht um die Zigarette geht, sondern um den Grund, warum Sie rauchen. Es geht nicht um Nikotin oder andere Giftstoffe, es geht um Entscheidungsfreiheit! Unter Zwang einfach Zigaretten zu rauchen bringt gar nichts! Das erklärt, warum Sie sich nicht bei jeder Zigarette erleichtert und entspannt fühlen, sondern nur in bestimmten Situationen. Die meisten Zigaretten am Tag raucht ein Raucher rein vorsorglich, bevor der Druck zu groß wird. Ich behaupte, man raucht für ein Gefühl!

Dieses Gefühl ist meist nicht bewusst, sondern unterbewusst. Doch man kann es bewusst machen und damit steuern. Und das ist der Schlüssel zur Rauchfreiheit nach Wahl! Hierfür brauchen Sie weder Disziplin noch komplizierte Anleitungen.

Erinnern Sie sich an Ihren allerersten Zug an einer Zigarette. Wie alt waren Sie da? Waren Sie dabei allein oder mit jemandem zusammen? Wie haben Sie sich dabei gefühlt? Wenn Sie noch ein Kind oder Teenager waren, werden Sie sicherlich ein etwas schlechtes Gewissen gehabt haben. Vielleicht haben Sie sogar etwas Stolz empfunden, weil Sie „es geschafft“ haben zu rauchen, ohne dabei tot umzufallen oder sich in die Hose zu machen. Aber ganz sicher hatten Sie nicht das gleiche Gefühl, welches Sie heutzutage verspüren, wenn Sie sich eine Zigarette angezündet haben. Das Erleichterungsgefühl, die Stressberuhigung, wegen der Sie mittlerweile rauchen, konnten Sie als Kind nicht haben, weil Sie diese Wirkung erst erlernen mussten. Diese Wirkung wird nicht durch Zigarettenqualm erzeugt. Da staunen Sie, stimmt’s? Die Wirkung, wegen der Sie im Winter bei minus 10 Grad auf den Balkon gehen, wegen der Sie um 23 Uhr im strömenden Regen zum Automaten an der Ecke laufen und für die Sie sich in Gaststätten, Flughäfen und an Bahnhöfen wie ein Aussätziger erniedrigen lassen, machen Sie selbst – und Sie geben dafür auch noch Geld aus! Diese Wirkung ist das Gefühl von Mündigkeit, also Selbstbestimmtheit, Sicherheit, Entscheidungsfreiheit. Dieses Erleichterungsgefühl kommt dadurch zustande, dass Sie sich beim Rauchen für einen Moment erlauben, etwas zu tun, bei dem Sie niemand stören kann. Sich zurückziehen und dabei unverletzlich fühlen, darum geht es. Hierbei wird ein bestimmter Bereich in Ihrem Gehirn entlastet, der sich um Erwartungsdruck kümmert. Um eine selbst erzeugte Wirkung zu erzielen, müssen Sie kein Geld ausgeben. Genauso könnten Sie auch Geld für das grüne Licht einer Verkehrsampel ausgeben, damit Ihr Auto fährt; diese Investition können Sie sich sparen, sobald Sie herausgefunden haben, dass Ihr Auto nicht wegen des grünen Lichts fährt, sondern weil Sie aufs Gaspedal treten. Sobald Sie genau wissen, warum Sie sich beim Zug an einer Zigarette gut fühlen und wie Sie das gemacht haben, brauchen Sie keine Zigaretten mehr, sondern nur noch die Wirkung aufzurufen. Wenn Sie zudem noch wissen, dass der Nichtraucher diese Wirkung ebenfalls braucht und erzeugt – aber eben ohne Zigarette und nicht erst dann, wenn „der Kessel pfeift“, sondern rechtzeitig, dann sind Sie absolut frei – ein Optionsraucher, der nicht raucht, wenn er nicht will.

Das wirklich Schwierige an meinem Rauchercoaching, mit dem es sogar Kettenrauchern gelang, innerhalb eines einzigen Tages zum gut gelaunten Nichtraucher zu werden, ist für mich, einem Menschen begreiflich zu machen, warum es so banal einfach ist, auf die Zigarette zu verzichten. Denn fast alle Raucher denken, man wäre erst dann ein Nichtraucher, wenn man niemals wieder raucht. Zu groß war die Gehirnwäsche der Medizinindustrie, die im Auftrag und in Zusammenarbeit mit den Tabakkonzernen uns seit Mitte des letzten Jahrhunderts einredet, Nikotin mache süchtig und es sei schwierig, das Rauchen aufzugeben. Dabei verspüren Sie in bestimmten Situationen stundenlang kein Verlangen nach Nikotin. Leider ist der Glaube an die Halbgötter im weißen Kittel oftmals größer als das Vertrauen in sich selbst. Damit sollten wir zuvor etwas aufräumen, wenn Sie (rauch-)frei sein wollen.

Zur wissenschaftlichen Vorgehensweise in diesem Buch

Kritische Forschung ist unabdingbar für den Fortschritt, so glaube ich. Ohne Forschung tritt eine Gesellschaft auf der Stelle und wird sich nur schwerlich weiterentwickeln. Zur Forschung gehört allerdings nicht nur Wissensdurst oder eine Notwendigkeit, sondern auch immer eine gehörige Portion Mut. Es ist der Mut des Forschers, an die Öffentlichkeit zu gehen und zu publizieren, was er herausgefunden hat, selbst wenn seine Erkenntnisse noch so sehr der bisherigen Denkweise widersprechen mögen. Dieser Widerstandsgeist ist ein soziologisches Phänomen, welches sich „Systemträgheit“ nennt. Es besagt, dass Veränderungen in großen Systemen nur ganz allmählich stattfinden. Diese Trägheit verhindert oftmals den Fortschritt aus ideologischen Gründen und kann durchaus sehr vehemente und unreflektierte Widerstände in der Allgemeinheit erzeugen. Um diese Widerstände möglichst gering zu halten, möchte ich Ihnen meine wissenschaftliche Vorgehensweise und meinen Anspruch erklären.

Ich bin von meiner akademischen Ausbildung her Diplom-Pädagoge. Diese geisteswissenschaftliche Disziplin beschäftigt sich u. a. mit der Frage: „Wie lernt der Mensch?“ Dabei geht es immer nur um geistige Prozesse, nie um mechanische, chemische oder medizinische. „Information“ und ihre Auswirkungen sind der Gegenstand der Untersuchung. Meiner Forschung liegen also keine Experimente mit Laborratten und Reagenzgläsern zugrunde, sondern die komplexe Realität des Alltags. Das streng wissenschaftliche Vorgehen verlangt, dass die zugrunde liegenden Faktoren so lange auf Kausalitätsbeziehungen untersucht werden, bis sich eine Gesetzmäßigkeit ableiten lässt – und die muss für alle gelten! Forschungsergebnisse müssen reproduzierbar, aber auch in der Praxis anwendbar sein.

Eine Gesetzmäßigkeit erkennen Sie daran, dass sie keine Ausnahmen, keine Widersprüche und keine Paradoxien zulässt und Allgemeingültigkeit besitzt. Nur was unter tatsächlichen Lebensbedingungen beobachtbar und wiederholbar ist, halte ich für geeignet, um daraus allgemeingültige Schlüsse zu ziehen. So lässt sich beobachten, dass es Menschen gibt, bei denen sich nach Auflösung einiger Glaubenssätze die Lebensweise völlig umgestellt und damit ein medizinisch diagnostizierbarer Gesundungsprozess eingesetzt hat.

Es lässt sich beobachten, dass ein Raucher durch bloßes Erkennen seiner Konsummotivation wieder unabhängig und gesünder werden kann! Man muss nur die diesem Prozess zugrunde liegenden Faktoren isolieren.

Was dies für die Praxis und die Betroffenen bedeutet, wollen wir nun klären. Denn es geht um nichts weniger als die Vitalität und Lebensqualität, die Gesundheit und das Leben von mehreren Millionen Menschen jährlich, die mit der passenden Therapie von einem Zwang befreit werden könnten. Wir beraten in unserem Institut seit vielen Jahren Hunderte von Menschen, bei denen herkömmliche therapeutische Verfahren weder Einsichts- noch Verhaltensänderungen, geschweige denn Symptomlinderung bewirken konnten. Dennoch lässt sich bei einer beeindruckenden Vielzahl unserer Kunden beobachten, dass nur ein einziges Analysegespräch eine bahnbrechende positive Wende im Leben bewirken kann.

Wenn sich bei nur einem einzigen Menschen das sofortige Verändern des Rauchverhaltens beobachten lässt, dann ist die Wissenschaft dazu verpflichtet herauszufinden, welche Bedingungen zu diesem Effekt geführt haben, diese zu isolieren und damit der Allgemeinheit verfügbar zu machen. Der Zweifel muss dem Fortschritt dienen, so behaupte ich und appelliere damit an alle Zweifler, Kritiker und Widerstandsgeister, meine Beobachtungen, meine Thesen und meine Forschungsergebnisse kritisch an sich selbst zu überprüfen.

Sind Sie skeptisch? Gut! Von einigen meiner Kunden höre ich:

„Herr Winter, ich hoffe ja, dass Sie mir helfen können, aber Sie müssen wissen, ich bin sehr skeptisch. Eigentlich glaube ich nicht an so was!“

Und mit „so was“ meinen sie dann meistens das, was sie für „Esoterik“ halten. Abgesehen davon, dass Pädagogik keine Esoterik ist, sondern ein wissenschaftlicher Fachbereich, sage ich dann:

„Wenn Sie wirklich skeptisch wären, wären Sie niemals zum Dauerraucher geworden. Leider haben Sie unreflektiert, wie ein kleines Kind, geglaubt, was man Ihnen sagte, ohne je darüber nachzudenken, ob es wahr ist oder nicht. Sie glauben, es wäre schwierig, vom Rauchen loszukommen, glauben, Sie brauchten Zigaretten, glauben, man werde nervös und fett, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Das alles stimmt aber doch gar nicht für jeden Menschen. Ich befreie Sie in unserem Gespräch einmal von dem ganzen Unsinn, den Sie geglaubt haben – und dann sind Sie frei! Doch hierzu benötige ich Ihre ganze Skepsis.“

Natürlich klingt das provokant, aber irgendwie muss ich meine Kunden ja wachrütteln, denn es geht um ihre Lebensqualität. Stellen wir also ein paar wirklich kritische Fragen:

Viele Fragen – eine Antwort

 Wieso werden Passivraucher von dem Nikotinqualm eigentlich nicht süchtig?

 Warum gibt es so viele Methoden der Nikotinentwöhnung, doch keine davon ist zuverlässig?

Vielleicht haben Sie selbst bereits von Menschen gehört, die jahrelang geraucht haben und von jetzt auf gleich damit aufgehört haben, ohne Entzugserscheinungen zu bekommen. Wie soll das gehen, wenn Rauchen doch süchtig macht?

Noch ein paar Fragen gefällig?

 Wieso geben die Hersteller von Zigaretten derzeit allein in Deutschland mehr als 300 Millionen Euro für Werbung aus; für einen Artikel, der knapp 5 Euro kostet und nur etwa 60 Cent an Reingewinn bringt?

 Wieso befriedigt das bloße Einatmen von Zigarettenqualm keinen Raucher und warum spürt ein Passivraucher nicht ebenso die angeblich so angenehme und suchterzeugende Wirkung von Nikotin?

 Warum kann jeder Kettenraucher stundenlang ruhig schlafen, ohne von Entzugserscheinungen wach zu werden?

 Warum wirkt eine Zigarette auf die einen Raucher beruhigend, auf die anderen anregend und auf viele Nichtraucher abstoßend?

 Warum wird mancher Raucher gereizt und nervös, wenn er einige Zeit nicht raucht – außer er befindet sich in einer Situation, in der er sich ausgesprochen wohlfühlt?

 Warum entwickeln in Laborversuchen einige Ratten Suchtverhalten, andere nicht?

 Wie kann es sein, dass ich in meiner Praxis seit dem Jahr 2002 Hunderte von langjährigen Rauchern nach einem zwei- bis dreistündigen Analyse- und Aufklärungsgespräch als Nichtraucher wieder entlasse, obwohl diese vorher felsenfest glaubten, sie wären süchtig?

Meine Antwort kennen Sie bereits: weil Rauchen gar nicht süchtig macht.

So erklärt sich plötzlich das Unerklärliche. Alle Paradoxa lösen sich quasi in Luft auf – etwa warum kein Raucher nachts durch Entzugserscheinungen wach wird, warum das bloße Einatmen von Tabakqualm (etwa als Passivraucher in einer Kneipe) nicht die Sucht befriedigt und auch warum die herkömmlichen Methoden zur Raucherentwöhnung allesamt auf Abstinenz (Enthaltsamkeit) angewiesen sind.

Der vermeintliche Zwang zum Rauchen ist angelernt – eine reine „Kopfsache“, die von jedem Raucher sofort rückfallfrei beendet werden kann – wenn er weiß, warum er raucht. Ich glaube, Sie werden absichtlich belogen, damit Sie nicht auf die dumme Idee kommen, das Rauchen aufzugeben und gesund zu sein. Denn sonst hätten zwei multinationale Industriezweige plötzlich ein ganz großes Problem. Es sind die Tabakindustrie und die Medizinindustrie, die beide kein Interesse an Ihrer Entscheidungsfreiheit und Unabhängigkeit haben.

Aber um das Phänomen „Sucht“ sachlich zu diskutieren, brauchen wir zunächst ein wenig begriffliche Klarheit.

Eine neue Suchtdefinition ist überfällig

Mit kritischem und gesundem Menschenverstand kann jeder Mensch darauf kommen, dass Nikotin nicht süchtig machen kann, denn sonst würde jeder Raucher nachts mit Entzugserscheinungen wach werden, sobald sein Nikotinspiegel abgesunken ist – das ist beispielsweise bei Heroin immer der Fall.

Doch genau dieser gesunde Menschenverstand scheint wirtschaftlich nicht erwünscht zu sein, denn wenn jeder Raucher plötzlich nicht mehr täglich sein Geld zum Fenster heraus und den Zigarettenherstellern in den Rachen wirft, und dabei überdies sogar gesund bleibt, brechen die Umsätze zweier Industriezweige ein: Tabak und Medizin – oder haben Sie gedacht, die Hersteller von Zigaretten oder Medikamenten wären Ihre Freunde?

Um den Teufel bei den Hörnern zu packen, müssen wir uns zunächst aus seiner Zwickmühle befreien, und das ist die Suchtdefinition der WHO, an der sich alle anderen Definitionen orientieren. Diese besagt nämlich sinngemäß:

Eine Sucht könne sich sowohl körperlich als auch psychisch niederschlagen und führe zu einem Zwang, Substanzen zu konsumieren. 1

Diese Formulierung ermöglicht es, jede Art von Zwangsverhalten medikamentös zu behandeln, selbst wenn es für jeden Geisteswissenschaftler, zu denen ich gehöre, kristallklar ist, das hier ein unterbewusst erlerntes Verhalten für den Zwang sorgt und nicht etwa eine biologische Abhängigkeit.

Ich fordere daher auf, zu differenzieren und präzise zu formulieren:

Eine physische (körperliche) Sucht ist eine erworbene Substanzabhängigkeit zur Erhaltung physiologischer Funktionsvorgänge. Eine psychische Sucht ist ein chronisch wiederkehrendes Befriedigungsverlangen.

Auf Deutsch: Der Körper braucht Stoffe zum Leben, die Psyche braucht Wirkungen zum Glücklichsein. So einfach ist das!

Der Körper kann nur nach etwas süchtig sein, das er zum Leben braucht. Diese Substanz muss nach Suchterwerb fortan von außen zugeführt werden.

Die Psyche hingegen kann gar nicht süchtig werden, denn sie braucht zur Befriedigung ein bestimmtes Gefühl (eine Information) und keine Substanzen.

Wenn die Sucht tatsächlich, wie bislang vermutet, kausal von den Inhaltsstoffen einer Zigarette abhinge, könnte sie folglich mit körperlich wirksamen Methoden (Medikamente, Hilfsstoffe, Ersatzprodukte) bekämpft und aufgelöst werden. Das ist der Grund, warum so gut wie alle Verhaltenszwänge, die laut dieser „Gummidefinition“ zu Süchten erklärt werden, wie etwa Spielsucht, Sexsucht, Esssucht, Internetsucht, Sammelsucht oder auch Alkoholsucht niemals durch Medikamente oder Abstinenz aufgelöst werden können.

Als aufgelöst kann eine Sucht nur dann gelten, wenn beim Süchtigen nach der Behandlung der gleiche Status wie beim Nichtsüchtigen hergestellt ist. Das heißt, wenn ein 16-Jähriger eine Zigarette rauchen kann und danach nicht automatisch weiterraucht, dann muss das bei einem 60-Jährigen, der jahrzehntelang gequalmt hat, auch klappen. Und es klappt auch, allerdings nicht mit Abstinenz oder einer Tablette. Das Ziel der wirtschaftlichen Interessen des Medizinsystems besteht offenbar darin, einen Menschen zum Patienten zu erklären, um ihn dann ein Leben lang mit Angst an Medikamente zu binden.

Dass eine Definition, die jahrzehntelang als „wahr“ galt, aufgrund neuer Forschungsergebnisse und Erkenntnisse abgeändert oder gar revidiert werden muss, ist zum Glück nichts Neues. So wurden beispielsweise die WHO-Definitionen von „Krankheit“, „Gesundheit“ und „Geisteskrankheit“ mehrmals umformuliert. Die Definition von „Sucht“ erfuhr in den letzten Jahrzehnten ebenfalls einige Modifikationen, sodass sogar Fachleute nicht immer den letzten Stand berücksichtigen. Da sich aufgrund unterschiedlicher Suchtdefinitionen immense Widersprüche, Paradoxien und nicht zu erklärende Ausnahmen ergeben, wird es Zeit, dass wir eine weitere Aktualisierung an der bestehenden Definition von „Sucht“ vornehmen. Allein hierdurch könnte künftig die wenig aussichtsreiche medikamentöse Behandlung von Rauchern genauso der Vergangenheit angehören wie die Behandlung von Cholera mit einem Aderlass.

Der Weg dorthin ist nicht weit. Noch nicht einmal radikales Umdenken ist erforderlich, um hinter das Geheimnis der vermeintlichen Sucht zu kommen. Hier ist lediglich Ihre Offenheit gefordert – und da Sie ja weniger oder gar nicht mehr rauchen möchten, haben Sie einen guten Grund, alte Standpunkte und Glaubenssätze zu prüfen. Sehen wir uns also im nächsten Schritt einmal an, was eine Zigarette genau ist, und beginnen wir mit ihrer Bedeutung für den Menschen.

Der Unterschied zwischen Körper und Geist

Um noch genauer zu verstehen, warum uns dieses Verlangen wie eine Sucht vorkommt, wie es genau zustande kommt und worin sich eine körperliche Sucht von einem erlernten Verhalten unterscheidet, müssen wir zwischen Körper und Geist unterscheiden. Das hat übrigens nichts mit „Esoterik“ zu tun, falls Sie das denken sollten. Nur weil sie sich etwas mit Psychologie vertraut machen, heißt das noch lange nicht, dass es hier nicht mit wissenschaftlicher Exaktheit zuginge. Doch wird dieser Körper-Geist-Dualismus häufig abgelehnt. Es heißt immer, Körper und Geist bzw. Leib und Seele wären eine untrennbare Einheit. Dem stimme ich absolut nicht zu.

Die Medizin versucht beispielsweise, die Ursache geistiger Störungen, wie etwa Phobien oder Depressionen, im Gehirn zu lokalisieren und mit Medikamenten zu behandeln. Das Gehirn ist aber ein Organ und nicht ein Teil des Geistes, und Medikamente sind Substanzen und gehören daher ebenso in den Bereich des Körperlichen. Der Geist, die Psyche, die Seele, oder wie auch immer Sie es nennen mögen, ist immateriell, also nicht körperlich . So wie ein Computerprogramm, ein Kochrezept oder ein Lied ebenfalls nicht aus Materie bestehen, sondern aus Information .

Man kann Immaterielles nicht mit materiellen Eingriffen verändern. Man kann die Psyche nicht durch Substanzen beeinflussen, sondern nur durch die Wirkung der Substanzen – das ist nicht dasselbe. Welchen gewaltigen Unterschied diese Kleinigkeit ausmacht, sehen Sie am Beispiel Geld: Möchten Sie sich ein Auto kaufen, brauchen Sie nicht etwa ein Bündel bedrucktes Papier, sondern das, was es bedeutet. Hierfür ist noch nicht einmal tatsächliches Papier nötig – Ihre Unterschrift unter einer Zahl reicht. Haben Sie jedoch Durst, wird dieses körperliche Bedürfnis durch nichts anderes als Wasser gestillt. Weder ein Bild noch der Gedanke an Wasser würde reichen, um das Verlangen zu befriedigen. Braucht Ihr Körper das Gift einer Zigarette, wenn Sie das lange Warten auf den Bus als langweilig empfinden? Nein! Sie brauchen ein Mittel gegen Langeweile, etwa ein Gespräch mit einer attraktiven Person.

Halten wir fest: Geist und Körper verhalten sich zueinander wie die Software eines Computers zur Hardware oder wie eine Sinfonie zum Orchester. Beide sind in ihrer Entfaltung aufeinander angewiesen, aber in ihrer Existenz voneinander völlig unabhängig und folgen ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten.

Ich behaupte: Der Griffzur Zigarette unterliegt keiner Sucht, sondern schlicht und einfach einer Symbolik, einer Informationsverknüpfung. Diese ist zuweilen derart komplex, dass sie ein körperlich spürbares Gefühl erzeugt. Gefühle, das sind komplexe oder reichhaltige Gedankenimpulse, also riesige Datenmengen im Gehirn. Hierdurch können Bereiche des Körpers (Muskeln, Drüsen) über Nervenfasern angesteuert werden.

Wir Menschen sind in der Lage, aufgrund unserer Intelligenz, unserer Verknüpfungsfähigkeit, aus allem ein Symbol zu machen.

Sie werden in diesem Buch noch sehr viel über Symbole erfahren und damit künftig Ihre Welt mit ganz anderen Augen sehen. Ich sagte bereits: Dieses Buch wird Ihr Leben verändern, denn nicht nur eine Zigarette ist ein Symbol, auf das Sie locker verzichten können, wenn Sie die Bedeutung/Wirkung selbst erzeugen können.

Von der Macht der Symbole

Was verstehen wir überhaupt unter einem Symbol? Das Wort leitet sich vom griechischen „symballein“ ab und bedeutet „zusammenwerfen“.

Ein Symbol besteht aus mindestens zwei Informationen, die in einen gemeinsamen Zusammenhang gebracht (verknüpft) wurden und mit ihrer Bedeutung aufeinander verweisen. Je nach Anwendungsgebiet steht die eine Bedeutung dabei stellvertretend für die andere und löst entsprechende Reaktionen aus. Meist erhalten Symbole aber einen Bedeutungsüberschuss, der auf tiefer liegende oder verborgene Zusammenhänge hindeutet.

Interessanterweise gibt es in unserer modernen Welt der Industrienationen ein Vielfaches mehr an Symbolen als in der Welt etwa der vorchristlichen Kelten, der nordamerikanischen Indianer oder der ostafrikanischen Massai zusammen. Jede rote Ampel, jedes Läuten einer Schulklingel und jedes Glas Champagner ist ein Symbol (rote Ampel = Anhalten, Schulglocke = Pause, Champagner = Reichtum). Eine Zigarette verweist symbolisch, ich sagte es bereits, auf Mündigkeit.

Halten wir fest: Symbolik bedeutet, wir haben das Original mit etwas Zusätzlichem verknüpft, „zusammengeworfen“, sodass das Gefühl oder Verhalten eines Menschen oft nicht aus dem resultiert, womit er sich gerade bewusst beschäftigt, sondern daraus, was unterbewusst damit verknüpft ist.

Oder glauben Sie etwa, dass ein Raucher raucht, weil er gerne Gift einatmet, dessen Wirkung er ja noch nicht einmal bemerkt? Ich werde Ihnen später noch genauer erläutern, dass Sie die Gifte noch nicht einmal spüren.

Eine Ansichtskarte vom letzten Urlaubsort kann beispielsweise ein solches Symbol sein. Wir sehen uns die Karte an und erinnern uns an die paradiesische Ruhe oder den Spaß, den wir dort hatten, und erzeugen dadurch mehr oder minder das gleiche Gefühl, welches wir an dem Ort im Urlaub verspürten.

Ein weiteres Symbol ist die Swastika, besser bekannt als das Hakenkreuz. Für viele fernöstliche oder indische Kulturen ist es ein uraltes Symbol für Heilung und Gesundheit. Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie kämen nach Hause und fänden an Ihrer Wohnungstür ein mit Kreide aufgemaltes Hakenkreuz – Sie würden sich wahrscheinlich unangenehm berührt fühlen. Dabei sind es doch nur ein paar abwaschbare Striche, oder?

Falsch, ein Kreuz ist eben mehr als nur seine Striche. Es bedeutet etwas, das nichts mit seiner Daseinsform an sich zu tun hat – aber eben nur für die Menschen, die diese Zusatzinformationen auch damit verknüpft haben. Ein Symbol entfaltet seine Wirkung mittels seiner Bedeutung. So wollte vielleicht nur Ihr indischer Nachbar mit dem Kreidesymbol Ihr Heim segnen und beschützen, derweil Ihnen angesichts der mutmaßlichen Schmierereien irgendwelcher Nazi-Glatzen vor Wut fast der Kragen platzt, hingegen ein Erstklässler Ihnen wiederum erklären würde, dass „das Fenster“ an der Tür nicht ordentlich gemalt ist.

Es gibt unzählige Symbole in unserem Alltag: Eine Armbanduhr kann ein Statussymbol sein, die Farbe des Lichts an einer Ampel ist für einen Verkehrsteilnehmer mehr als nur bunte Beleuchtung – sie fordert ihn zum Anhalten oder zum Weiterfahren auf. Auch das Trinken von Champagner ist ein Symbol: Er dient nicht allein zum Durstlöschen oder Betrinken, sondern kann zusätzlich einen hohen Vermögensstatus sowie eine gewisse Kultiviertheit symbolisieren (was ja nicht unbedingt der Realität entsprechen muss – auch Rüpel und Schnorrer können sich Champagner besorgen und trinken, um an dessen symbolischer Wirkung teilzuhaben).

Wie ein Symbol überhaupt zustande kommt, ist übrigens seit fast 100 Jahren erforscht – und Ihr Arzt hat es sogar studiert; Reiz-Reaktionsverknüpfungen sind Basiswissen in der allgemeinen Psychologie und sind damit ein Bestandteil der medizinischen Ausbildung.

1920: Ein Hund liefert den Hinweis

Das zwanghafte Verlangen nach einer Zigarette ist die Folge einer autogenen (selbsterzeugten) multifaktoriellen Konditionierung. Eine Konditionierung ist eine Informationsverknüpfung, also ein Symbolkomplex, der nicht bewusst ist. Laut Definition kann einem natürlichen, meist angeborenen Reflex künstlich ein neuer, bedingter Reflex hinzugefügt werden.

Vielleicht kennen Sie die Geschichte mit dem so genannten Pawlow’schen Hund? Der russische Forscher und Nobelpreisträger Iwan Pawlow (1849 – 1936) stellte bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts fest, dass immer wenn er seine Laborhunde füttern wollte, die Tiere ganz freudig erregt auf und ab sprangen und sich auf das Futter freuten, noch bevor er die Näpfe gefüllt hatte. Klar, jeder Hundebesitzer weiß, dass das Dosenöffnergeräusch das Lieblingslied eines jeden Hundes ist. Doch Iwan Pawlow untersuchte diese Beobachtung einmal wissenschaftlich und schlug, kurz bevor er den Tieren etwas zu fressen gab, – „ping!“ – ein kleines Glöckchen an. Dies setzte er drei Wochen lang täglich fort und kontrollierte dabei, wie die körperliche Reaktion der Hunde auf das Glöckchen ausfiel. Dazu maß er in einem kleinen Röhrchen den Speichelfluss des Tieres, eine Reaktion auf das zu erwartende Futter. Anfangs reagierten die Hunde auf den Ton nicht mit Speichelfluss. Mit dem Glockenton wurde noch nichts Weiteres verknüpft. Doch nach bereits drei Wochen ließ sich beobachten, dass die Hunde schon allein auf den Glockenton mit Speichelfluss reagierten. Der Körper des Hundes zeigte eine Reaktion. Pawlow hatte nur das Glöckchen angeschlagen und gar kein Futter ausgeteilt, und trotzdem bekamen die Hunde Speichelfluss – eine Verknüpfung zwischen Glöckchen und Futter hatte stattgefunden. Den Tieren lief das Wasser im Mund zusammen, weil sie erwarteten, es gäbe gleich etwas zu fressen. Bemerkenswert dabei ist, dass Speichelfluss eine Reaktion des vegetativen Nervensystems ist, die weder ein Hund noch ein Mensch mit noch so viel Willenskraft erzeugen kann – sie wird durch ein unterbewusstes Gefühl hervorgerufen.

Die Wissenschaft nennt dies eine bedingte (konditionierte) Reaktion. Mit anderen Worten: Ein Verhalten wurde durch den zweiten Reiz einer nicht kausal begründeten Wenndann-Beziehung ausgelöst.

Für die Hunde wurde durch das stetige Zusammentreffen zweier Reize (Futter und Glockenton) ein Symbol erzeugt! Nicht wegen des Tons, sondern aufgrund der damit verknüpften Erwartung des Futters reagierten sie mit Speichelfluss.

Und ähnlich sind wir Menschen auch. Da wir bekanntlich über eine höhere Intelligenz als Hunde verfügen, sind wir noch wesentlich verknüpfungsfähiger, sodass wir die entferntesten Dinge in langen Assoziationsketten miteinander verbinden können.

Wir brauchen nur eine Information (Zigarette) so lange mit einer anderen Information (Erleichterung) in Beziehung zu setzen, bis wir nach einer Weile (unbewusst) keinen Unterschied mehr in der Bedeutung (Wirkung) machen. Die Hersteller wissen, Rauchen gilt als ein Symbol für Freiheit und Selbstbestimmung. Je öfter in Werbebotschaften Freiheit, Reichtum, Freizeit, Spaß und intellektuelle Überlegenheit in Zusammenhang mit Zigaretten kommuniziert wird, desto wirksamer ist das Symbol. Seit Anfang des letzten Jahrhunderts weiß man also, dass ein Symbol eine körperliche Reaktion auslösen kann – doch Ihr Arzt glaubt, es wäre das Nikotin, weshalb Sie rauchten.

Warum so viel werben, wenn angeblich eine Sucht vorliegt?

Dies erklärt, warum die deutsche Tabakindustrie jährlich weit über 300 Millionen Euro für Werbung ausgibt (das sind etwa 10 Prozent der gesamten Werbeausgaben in Deutschland!). Man muss so viel werben, damit der Raucher überhaupt weiß, was er fühlen soll, wenn er dieses Gift einatmet. Ohne diese Information würde ein gewohnheitsmäßiger Raucher bald nichts mehr von der Wirkung einer Zigarette spüren (genau wie ein Passivraucher). Die in der Werbung dargestellten Gefühle haben hier die Funktion des Futters, die Zigarette entspricht dem Glockenton und wann immer ein konditionierter Mensch raucht, fühlt er sich so, wie es ihm die Werbung vorgemacht hat. Durch emotionales Marketing wird das Symbol Zigarette aufgeladen und verstärkt. Übrigens: Auch hier zeigt sich deutlich, dass es nicht das Nikotin ist, das süchtig macht, denn dann brauchten Kettenraucher mit einem Konsum von 100 Zigaretten täglich ja einfach nur auf Pfeife oder Zigarre umzusteigen. Rein rechnerisch nähme er dann mindestens genauso viel Nikotin täglich zu sich, sparte aber ein bisschen Zeit. Machen Sie einem Kettenraucher mal diesen Vorschlag. Ich wette, er wird dankend ablehnen – es geht ihm nämlich gar nicht um eine Dosis Nikotin, sondern um etwas ganz anderes – das Gefühl von Entscheidungsfreiheit!

Schauen wir uns doch mal einige bekannte Werbebotschaften an: „Gut gelaunt genießen“ lautet zum Beispiel ein Slogan, der in den Siebzigern verwendet wurde. Haben Sie von der guten Laune und dem Genuss etwas gespürt, als Sie den ersten Zug an einer Zigarette in Ihrem Leben gemacht haben? Nein, Ihnen wurde vielleicht etwas schlecht, aber Sie warteten vergeblich auf die tolle Wirkung, die Sie bei Erwachsenen beobachtet haben.

Der „Geschmack von Freiheit und Abenteuer“ ist ebenfalls eine Werbeaussage. Eine, die vor Zynismus strotzt, denn Ihre erste Zigarette war wahrscheinlich begleitet von dem Gefühl, etwas Neues, Gefährliches, gar Verbotenes zu tun (Abenteuer), und indem Sie es getan haben, versuchten Sie sich Ihre Mündigkeit zu beweisen (Freiheit). Heutzutage fühlen Sie sich nur noch frei, wenn Sie Zigaretten haben. Ist die Schachtel leer, kriegen Sie die Krise und laufen „meilenweit“ zum Kiosk. Das, was Sie heute noch spüren, ist totale Abhängigkeit ohne und Freiheit mit Zigaretten. „Liberté Toujours“

(Freiheit, Gelassenheit jederzeit) tönt in dasselbe Horn und „der Duft der großen weiten Welt“ spekuliert ebenfalls darauf, dass Sie von Ihrem Elternhaus die „Nase voll“ haben und davon träumen, nicht bevormundet zu werden.

All diese Werbebotschaften grenzen an unlauteren Wettbewerb, denn diese Gefühle werden nicht von dem Tabakprodukt erzeugt, sondern von Ihnen selbst.

Eine solche Konditionierung kann natürlich auch wieder aufgelöst und damit steuerbar gemacht werden. Bisher ging die klassische Psychologie zwar davon aus, dass dies ein langwieriger Prozess von ungesichertem Ausgang sei, aber zum Glück sind wir in diesem Jahrhundert schon einen Schritt weiter:

Eine Dekonditionierung (Auflösung einer Symbolverknüpfung) geschieht durch Reflexion (Bewusstmachung) der verknüpften Elemente und ihrer Verbindung. Dies ist so einfach, dass sogar scheinbar hartnäckige Phobien und Zwänge damit innerhalb von wenigen Sekunden der Erkenntnis vollständig aufgelöst werden können.

Nachdem ein Raucher die Hintergründe seines Rauchverhaltens vollständig reflektiert hat, ist dieses nicht länger unterbewusst – er wird es wieder bewusst steuern können, wie damals, zur Zeit des ersten Zuges an einer Zigarette.

Wenn Sie dieses Buch verstanden haben, werden Sie sich also, wenn Sie künftig rauchen wollen, hierzu ganz bewusst entscheiden müssen. Wenn Sie diese Entscheidung bereits zu Beginn dieses Buches negativ gefällt haben („Ich will nicht mehr rauchen“), werden Sie vermutlich auch künftig nicht mehr rauchen. Allerdings sollten Sie einen wirklich wichtigen emotionalen Grund dafür haben, da Sie die Entscheidungsfreiheit über das Rauchen zurückbekommen. Sollten Sie zu den Menschen gehören, die nicht gelernt haben, mit Freiheit umzugehen, werden Sie auch nach dem Buch noch mehr rauchen, als Sie wollen, nur um sich selbst zu beweisen, dass ein Buch Sie nicht verändern kann. Mehr darüber lesen Sie im Kapitel über „Trotz“.

Einen Rückfall in das gewohnte Rauchverhalten aufgrund eines Bedürfnisses nach Tabak können sie ausschließen, wenn Sie alles Folgende nachvollziehen können und keine Fragen offen bleiben.

Die persönliche Entscheidungsfreiheit zum Rauchen bleibt gewahrt!

Ja, Sie haben richtig gelesen: Sie können sogar heute noch ohne Probleme aufhören zu rauchen und werden noch nicht einmal rückfällig, selbst wenn Sie auf einer Party mal wieder eine Zigarette mitrauchen.

Ebenso können Sie sofort und ab heute aufs Naschen verzichten, sich obendrein pudelwohl fühlen – und nebenbei natürlich mühelos abnehmen. Ich habe erlebt, dass Menschen bis zu vier Kilo pro Woche verloren, nachdem sie die Ursache ihres übermäßigen Essens erkannt hatten. Ohne Diät, wohlgemerkt. Warum man zu- und wie man wieder abnimmt, habe ich in mehreren Büchern zum Thema Übergewicht beschrieben.

Doch bleiben wir bei unserem Thema: Sie möchten ja schließlich aufhören zu rauchen.

II. Rauchen – was ist so schlimm daran?
Sie bezahlen für die Angst vor dem Krankwerden!

Rauchen gilt derzeit weltweit fast unbestritten als eine sehr ernst zu nehmende Gesundheitsbedrohung für den Menschen: Allein in Europa sterben jährlich weit über eine halbe Million Menschen frühzeitig an den Folgen des Tabakkonsums.

In Zahlen ausgedrückt: 650.000 – damit wird jedes Jahr eine mittlere Großstadt wie Dortmund, Hannover oder Düsseldorf entvölkert. Etwa fünf Millionen Menschen sind das mittlerweile jährlich weltweit. Das sind fast so viel Tote wie die Opfer der Nazi-Verbrechen. Sie sterben, weil man sie glauben machte, es sei schwierig, das Rauchen sein zu lassen – obwohl es ganz einfach wäre.

Zunächst einmal ist wohl offensichtlich, dass Rauchen den Körper sehr schädigt: Wunden verheilen schlechter, das Herz, die Bronchien und der Darm werden belastet. Sie bekommen nicht nur schlechter Luft, sondern Sie altern auch wesentlich schneller, haben öfter und länger Schmerzen, dafür nehmen Ihre sexuelle Potenz und Ihre Denkfähigkeit rapide ab, weil die Durchblutung Ihrer Gefäße immens beeinträchtigt wird.

Rauchen tötet Sie nicht sofort, sondern macht Sie immer krankheitsanfälliger und nimmt Ihnen letztlich den Spaß am Leben. Rauchen schränkt die Lebensqualität stark ein – nicht nur Ihre, sondern unser aller. Der Raucher verqualmt unsere Atemluft, stiehlt unsere Zeit, nötigt uns, auf ihn Rücksicht zu nehmen usw. Dahinter steckt sogar Methode, denn ein Raucher zwingt seine Mitmenschen in seinen Rhythmus. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Raucherpausen am Arbeitsplatz beträgt durchschnittlich dreißig zusätzliche bezahlte Urlaubstage pro Raucher und Jahr – da kann so mancher Nichtraucher glatt neidisch werden. Im Jahre 2012 verursachten die Folgen des Rauchens allein in Deutschland Gesundheitskosten von schätzungsweise 17 Milliarden Euro, zuzüglich 39 Millionen Euro für Arbeitsausfall und frühzeitigen Tod.

Doch noch bevor der Raucher krank wird, gibt er Unsummen von Geld für Tabakwaren aus, fühlt sich unfrei und abhängig. Übrigens meine ich damit nicht die Genussraucher, denn die können einfach aufhören, wenn ihnen der Preis für den Genuss zu hoch ist.

Ein „normaler“ Raucher glaubt, wenn er sich unter Erwartungsdruck gesetzt fühlt, müsse er unbedingt eine Zigarette rauchen, um sich von diesem Druck befreien zu können, während ein Nichtraucher ganz einfach das Gleiche wie der Raucher macht, sich also ebenfalls vom Druck befreit, dabei aber die Zigarette weglässt, weil er nicht darauf konditioniert ist zu rauchen.

Ein Mensch, der nur zu Weihnachten genüsslich mal eine Zigarre pafft, ist meiner Ansicht nach also gar kein konditionierter Raucher. Wer zu dieser Gruppe gehört, könnte seine Tabakwaren und auch dieses Buch für immer weglegen und einfach nicht mehr rauchen, wenn er nicht möchte. Alle anderen Betroffenen werden mir jedoch sicherlich zustimmen: Das Rauchen schränkt ihre Freiheit und Gesundheit ein, und sie wären froh, es endlich sein lassen zu können.

Übrigens lohnt es sich durchaus, das Rauchen zu beenden:

20 Minuten nach der letzten Zigarette sinkt der Puls auf ein normales Niveau, Hände und Füße werden besser durchblutet. Nach acht Stunden haben Sie so viel Kohlenmonoxid ausgeatmet, dass das Blut wieder normal Sauerstoff transportieren kann. Nach drei Tagen sinkt Ihr Herzinfarktrisiko und Sie können wieder spürbar besser riechen und schmecken. Nach einigen Wochen werden Sie merken, dass sich die körperliche/sportliche Leistungsfähigkeit deutlich verbessert hat. Nach neun Monaten sind Ihre Atemwege wieder frei, das Immunsystem ist gestärkt. Die Infektionsgefahr, vor allem im Bereich der Atemwege, sinkt weiter. Nach einem Jahr Nichtrauchen ist das Risiko für eine Herzkranzgefäßverengung um 50 Prozent gesunken. Nach fünf Jahren ist das Risiko von Lungen-, Mund-, Luft- und Speiseröhrenkrebs schon halbiert und das Herzinfarktrisiko ist kaum noch höher als bei einem Nichtraucher. Nach zehn Jahren ist das Lungenkrebsrisiko nicht mehr höher als bei einem Nichtraucher und Sie haben etwa 20.000 (zwanzigtausend!) Euro im Sparschwein, wenn Sie vorher jeden Tag eine Packung geraucht haben.

Allerdings besteht das viel beschworene erhöhte Krankheitsrisiko nur dann, wenn Sie Angst vor dem Rauchen haben oder wenn Sie Stress haben, den Sie mit dem Rauchen bekämpfen wollen. Denn wenn Sie davon überzeugt sind, Rauchen wäre gesund, wie etwa 60 Prozent aller chinesischen Ärzte, dann werden Sie davon auch nicht krank. Kein Witz: Jahrzehntelang gingen die Chinesen traditionell davon aus, Zigaretten wären so etwas Ähnliches wie Heilkraut. Erst seit Anfang dieses Jahrhunderts kamen die Gesundheitsbehörden dahinter, dass es fürs Geschäft besser wäre, man erklärte das Rauchen für krankmachend. Seit dem Jahr 2006 wird in China verstärkt vor den gesundheitsschädlichen Folgen des Rauchens gewarnt. Ende 2012 zwang die amerikanische Gesundheitsbehörde über ein Gericht die großen Tabakkonzerne, öffentlich zuzugeben, in Bezug auf die gesundheitsschädlichen Folgen des Rauchens wissentlich gelogen zu haben. Die Lobby der Halbgötter im weißen Kittel benutzt den Teufel im schwarzen Anzug für ihre gewinnorientierten Zwecke. Auch hier hilft der gesunde wache Verstand, die Lüge zu entlarven, denn: Kennen Sie jemanden, der nachweislich am Tabakkonsum verstorben ist? Durch Chemotherapie, ja. Durch chronischen Stress, klar. Aber kausal durchs Rauchen? Bevor ein Raucher daran stirbt, muss er sich massiv überdosieren. Es gibt Menschen, die rauchen sechzig Jahre lang und sterben nicht. Ich dachte, „Rauchen ist tödlich“? So steht es doch auf den Packungen, oder nicht? Übrigens: Achten Sie mal genau darauf, der Warnhinweis „Rauchen ist tödlich“ ist der weitaus am häufigsten gezeigte in der Zigarettenwerbung – wohl deshalb, weil der Tabakwerber weiß, dass niemand durch diesen Hinweis vom Kauf abgeschreckt wird. Lediglich die unterschwellige Suggestion kann sehr nachhaltig wirken und den Raucher eines Tages erkranken und dahinsiechen lassen. „Nocebo-Effekt“ nennt man diese krankmachende Autosuggestion, aufgrund der ein Mensch beispielsweise an den vermuteten Nebenwirkungen eines tatsächlichen Scheinmedikamentes erkranken kann, weil er sie auf dem Beipackzettel gelesen hatte.

Sehen wir uns nun an, was der Qualm der Zigarette wirklich mit Ihnen macht.

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9783863740825
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