Читать книгу: «Tierisch gute Gespräche»

Шрифт:

Über das Buch

Tiere kommunizieren auf einer anderen Ebene als wir Menschen. Sie senden Bilder und Gefühle und diese lassen sich in Worte umsetzen, wenn man sich darauf einlässt. Amelia Kinkade, laut NEW YORK TIMES die Nummer Eins in der Tierkommunikation, zeigt anhand von authentischen, humorvollen Berichten und einer einfachen Technik, wie leicht es ist, mit unseren Tieren zu sprechen.

Amelia Kinkade gibt laufend Seminare in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Über die Autorin

Amelia Kinkade machte weltweit durch ihre telepathischen Fähigkeiten von sich reden. Die bisher größte Ehre wurde ihr zuteil, als sie 2002 von Queen Elizabeth nach London gerufen wurde, um dort mit ihren Pferden zu arbeiten.

Amelia Kinkade

Tierisch gute Gespräche

Lerne mit Tieren zu sprechen – Sie antworten Dir


Inhaltsverzeichnis

Umschlag

Das Buch / Die Autorin

Titel

Inhaltsverzeichnis

Widmung

Danksagung

Anmerkung der Verfasserin

Vorwort: Boo, Boo, wo bist du?

Prolog: Mein Versprechen an Dich

Kapitel 1: Das widerwillige Medium

Rodney spricht

Der Kurs, der mein Leben veränderte

Die Gabe entwickeln

Kapitel 2: Hellsehen - Von Bewusstsein zu Bewusstsein

Stufe Eins: Telepathie verstehen

Stufe Zwei: Kommunikation neu definiert

Stufe Drei: Den Film wahrnehmen - nicht nur die Tonspur

Stufe Vier: Gedankenformen erkennen

Stufe Fünf: Das Anerkennen unserer angeborenen Fähigkeit

Stufe Sechs: Die rechte Gehirnhälfte nutzen

Stufe Sieben: Lernen, Geduld mit uns zu haben

Stufe Acht: Vom gewohnten Weg abrücken

Stufe Neun: Die eigene Göttlichkeit ehren

Techniken für die Interspezies-Kommunikation

Hellseh-Übung: Mit dem Tier Bilder austauschen

Einige überraschende Antworten

Bills Bulldoggen

Der Iguana und die Trauben

Kapitel 3: Hellfühlen - Von Herz zu Herz Hellfühlen: Gefühle klären

Übung: Meditation zur Wiedererweckung des Zaubers Das Kind, das du warst

Übung: Im Inneren des Herzens - Den Dachboden ausmisten

Der Juckreiz des Afghanen

Ein bisschen herumalbern

Übung: Werde ein Tier

Übung: Den Deckmantel der Negativität abwerfen

Kämpfe werden nie gewonnen – Sie werden transzendiert

Mach mich zum Kanal Deines Friedens

Gott ist nicht anderswo

Drei ist gute Gesellschaft – vier sind zu viel

Das Herz sieht klarer als das Dritte Auge

Der Elefantendresseur

Ich hab dich zum Fressen gern

Ein mobiles Bewusstsein schaffen

Übung: Kontakt mit dem Geistführer aufnehmen

Die erhaltene Auskunft interpretieren

Übung: Gestaltpsychologie mit dem eigenen Tier

Das Pferd, das nicht springen wollte

Kapitel 4: Hellhören - Von Seele zu Seele

Der Unterschied zwischen Yin und Yang

„Fred ist ein Arschloch“

Welle versus Partikel

Was steckt hinter Vorhang Nummer drei?

Das Pferd und die Liederschreiberin

Schalte den Lärm ab

Der Jaguar

Vergiss dein Programm

Gib deine Überlegenheit auf

Mr. Jones und die Räuber

Urteilsfrei zuhören

Ich kann alles hören

Ich werde mich dir nicht verschließen

Wenn ihr nicht derselben Meinung seid

Wenn Tiere dich prüfen, geh den ganzen Weg

Übung: Nachdrücklich Deiner Katze zuhören

Der Party Hütte

Du kannst Instinkt nicht bekämpfen

Gib deinen Tieren Alternativen

Übung: Das Hals-Chakra – Eine Meditation fürs Hellhören

Verrückt?

Kapitel 5: Fehlersuche - Film-Clips von Sequenzen und komplexen Nachrichten senden

Wie sage ich es? Komplexe Nachrichten senden

Sequenzen senden: Das Psychische Sandwich

Fortgeschrittene Kommunikation

Interpretation

Mr. Jones‘ Gegenspieler und Rodneys Katzensitter: die Workshops

Schnorchelgerät für Hunde

Barney und die Bierdosen

Wenn Tiere deine Bitte ablehnen

Setze deine Tiere nicht auf Diät

Wer frisst wen?

Wenn Nein Nein bedeutet

Übung: Die Botschaft senden: „Komm nach Hause“

Eine Botschaft senden: „Eine Fahrt zum Tierarzt“

Auszeit

Übung: Die Botschaft senden: „Ich verlasse die Stadt.“

Doppelbilder deuten

Übung: Brücken bauen

Harter Brocken in Hollywood

Ich dachte, ich hörte eine Mücke husten

Mit Fotos arbeiten

Übung: Fotos lesen

Zur Erinnerung: Wir spielen Scharaden!

Kapitel 6: Röntgen-Sicht - Der Körper-Scan Die gewichtige Frage

Übung: Dich selbst kennen lernen Meditation zum Klären des Körpers

Übung: Der Körper-Scan

„Machen Sie den Krebs ausfindig!“

Janet Jackson und die Schrotkugeln

Träume einen kleinen Traum von mir

Mein Tag im Zoo

Übung Kommunikation: Dein Tag im Zoo

Wie hast du abgeschnitten?

Sandwich: Warum du im Zoo bist

Kapitel 7: Radar - Aufspüren durch Gestalt Flugstunden

Übung: Spurensuche

Ein verschwundenes Tier finden

Affirmationen zum Klären von Negativität

Remote Viewing: Das vollständige Bild

Übung Meditation: Durch Hingabe an die Erde die implizite Ordnung entdecken

Viel Gerede über Trance

Die Katze im Holzstoß

Der Herumtreiber

Kapitel 8: Sternenlicht Vision - Auf den Flügeln der Liebe in die Traumzeit

Süßer Kummer

Die Arbeit des Mediums: Sternenlicht-Vision

Der Kritiker aus dem Sessel: Nörgelei von der Anderen Seite

Himmel in Oklahoma

Der Geist auf der Treppe

Reinkarnation

Shakespeare beobachtet eine Operation

Die Heilkraft von Zimmerkatzen

Katzen und die Jagd

Der Flug der Taube

Tiere und Karma

Halte die Balance: Spende!

Übung Loslösung: Eine Übung in Dankbarkeit

Sternenstaub wahrnehmen: „Gespenster“ sehen

Übung Sternenlicht-Vision: Dein Innerer Regenbogen

Auroras Protest

Epilog

Rodneys Gala-Aufführung

Rodneys Rückkehr: Ein unerwartetes Fest

Mann und Geschöpf

Literaturhinweise

Empfohlenes Tierfutter

Wichtige Adressen (für Spenden)

Firmen ohne Tierversuche

Über die Autorin

Impressum




Für jeden, der mich jemals in Zeiten der Not rief –

Und für ihre Beschützer

Danksagung

Ich habe tausend solcher Seiten gelesen. Seite eins. „Besonderen Dank an... Dieses Buch wäre niemals entstanden, wäre es nicht für...“

Aber ich habe mich immer gefragt, ob ein Buch wirklich eine Gemeinschaftsarbeit ist. Saß der Schriftsteller nicht allein über sein Heft gebeugt und kritzelte Nacht für Nacht, Jahr für Jahr bei Kerzenlicht still vor sich hin? Nun gut, ich habe jetzt verstanden. Allein, ja, aber etwas flüsterte in meine Ohren und leistete mir Gesellschaft. Das Echo liebevoller Worte hat mir die Feder geführt:

„Du kannst es schaffen. Die Tiere brauchen dich.“ - Denise Landauer Rorty

„Mach nur weiter. Gott wird dich leiten.“ - Linda Sivertsen

„Hör nicht auf Kritik. Deine Arbeit ist wichtig.“ – Carol Cellucci

Diese Frauen hoben mich auf den Flügeln ihrer Liebe empor. Aber es gab noch andere Zigeunerfrauen, die dafür sorgten, dass ich nicht abstürzte. Jo Fagan von Jane Dystel Literary Management half mir, flügge zu werden, und lehrte mich, dass Autoren nicht solo fliegen, sondern in präziser Formation. Meine Redakteurin, die brillante Betsy Rapoport, die nicht an Standardausgaben flauschig geflügelter Engel glaubt, selbst aber ein Engel ist, nahm mich unter ihre Fittiche. Ihre Falkenaugen und messerscharfen Instinkte halfen mir, meinen Kurs einzuhalten.

Begleitet werden wir von der Redaktionsassistentin Stephanie Higgs, deren warmes Herz und scharfer Witz meine Flügel in Balance halten. Pamela Stinson-Bell und Sona Vogel, meine Herausgeberin und Copyeditorin, machten meine Flugroute klar und wahr.

Die bemerkenswerte Dr. Penny Patterson, deren Mut und Mitgefühl nicht aufhören, die Welt zu transformieren, hat uns gen Himmel katapultiert.

Zu meiner Linken segelt mein Bruder Brendan, der weder voraus eilt noch hinter uns zurückbleibt, sondern kühn Flügelspitze an Flügelspitze neben seiner wilden kleinen Schwester fliegt.

Allen voran gleitet mühelos Dr. Marc Bekoff, Stimme und Champion der Tiere allerorts.

Hinter uns, jedoch nicht vergessen, ist mein Lehrer John Larkin, durch den ich lernte, psychisch abzuheben. Hochwürden Dr. Tom Johnson ist der warme Sommerwind, der mir um die Flügel streicht.

Und über uns allen funkelt der unvergleichliche Dr. Bernie Siegel, der uns einen Kometen am Schweif fassen ließ, und der ein Blendwerk von Diamanten in seinem Kielwasser ersprühen ließ.

Danke für all die Flugstunden.

Und Dank an Crown Publishers für die Befreiung, um in den unendlichen Himmel fliegen zu können.

Dann schulde ich noch den Tieren selbst Dank.

Miso, das Schnurrwunder, und Anka, der großmütige Schäferhund, die so geduldig mit mir für den amerikanischen Buchumschlag posierten.

Rodney-Oscar, die Katze, die mich lehrte, dass Liebe nicht an Raum und Zeit gebunden ist, und dass man Wunder nicht einfach „glauben“ muss, sondern am eigenen Leib erfahren kann.

Und schließlich danke ich der Liebe meines Lebens, der kürzlich die Engel mit seiner Anwesenheit beehrte: Dieses Buch ist für dich, Mr. Jones. Egal, wie nah du im Himmel oder auf der Erde bist, du bist die Sonne meines Universums.

Anmerkung der Verfasserin

Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich dich lehren möchte, mit deinen nichtmenschlichen geliebten Gefährten zu kommunizieren. Es will kein Ersatz sein für ärztliche Betreuung oder für die fachmännische Diagnose eines vertrauenswürdigen Tierarztes. Ich hoffe vielmehr, dass du in Harmonie mit einem mitfühlenden, intuitiven Tierarzt zusammenarbeiten kannst, der bereit ist, dich und deine Tiere mit größtem Respekt zu behandeln. Höre auf deine Intuition, wenn du ärztlichen Rat einholst und suche gewissenhaft Feedback von Außenstehenden.

Ich habe Namen und Umstände meiner Klienten und ihrer tierischen Freunde verändert, um ihre Privatsphäre zu schützen. Einige meiner geschätztesten Klienten/Freunde erteilten mir jedoch großzügig die Erlaubnis, ihre richtigen Namen wiederzugeben. Auch meinen innig geliebten Tierarzt, den wunderbaren, inzwischen verstorbenen Dr. John Craige, habe ich bei seinem wirklichen Namen genannt.

Amelia Kinkade

Vorwort:
Boo, Boo, wo bist du?

Ich war gern damit einverstanden, mich um die Tiere und das Haus unseres Sohnes Jeff zu kümmern, so lange er fort war und unser altes Urlaubshaus auf Cape Cod renovierte. Immerhin fütterte ich bereits die Hühner und sammelte ihre Eier ein und gab den Hunden und den Katzen im Hof jeden Morgen Futter, bevor ich an seinem Home Trainer trainierte. Drinnen war Boo Boo, die Hauskatze, der die vorderen Klauen fehlten und die auch ganz gern herumturnte. Wir trainierten recht gut zusammen und teilten uns das Gerät, so dass Boo Boo eine Menge Aufmerksamkeit erhielt, während ich trainierte.

An dem Morgen, nachdem unser Sohn abgereist war, begrüßte Boo Boo mich nicht wie gewöhnlich an der Schiebetür. Ich dachte, sie sei wahrscheinlich versehentlich irgendwo eingeschlossen worden, aber auch als ich jede Tür und jeden Schrank geöffnet und jeden Zentimeter im Haus abgesucht hatte, fand ich kein Zeichen von Boo Boo. Ich rief Jeff an, weil ich dachte, sie müsste sich hinausgeschlichen haben, während sie seinen Lastwagen beluden. Er meinte aber, dass sie bisher immer in der Nähe des Hauses geblieben war. Ich suchte durchsuchte jeden Fleck auf dem Grundstück und im Keller ab und rief immer wieder ihren Namen. Keine Antwort oder Zeichen von Boo Boo. Ich stellte Futternapf und Streu nach draußen, aber sie blieben unberührt. Eine Woche verging ohne ein Anzeichen unserer geliebten Boo Boo. Ich war mir sicher, dass sie einem Raubtier zum Opfer gefallen war, weil sie keine Klauen hatte, um sich zu verteidigen oder auf einen Baum zu klettern. Wir waren alle deprimiert. Ein Hoffnungsschimmer blieb uns allerdings, denn irgend jemand schien sich über die Futternäpfe von Eanie und Meanie herzumachen, den Katzen, die draußen im Hof lebten. Könnte es Boo Boo sein? (Meanie war, wie ihr Name schon sagt, gegen jedermann gemein. Sogar die Hunde hielten sich von dem Boss im Hof fern.)

Ich musste zur Konferenz der „Kinship with All Life“, die von der SPCA gefördert wurde, nach San Francisco und machte mich schweren Herzens auf den Weg. Jeffs Freund wachte über das Haus und die Tiere, während ich fort war. Auch er erhielt kein Lebenszeichen von Boo Boo. Bei der Konferenz traf ich Amelia Kinkade, die mit Tieren kommuniziert und über viel Intuition verfügt. Ich teilte ihr kurz mit, was zu Hause geschehen war, und wir besprachen die Möglichkeit, Boo Boo mit ihrer Hilfe zu finden.

Es brach mir fast das Herz, in Jeffs leeres Haus zurückzukommen, zu trainieren, mich hinzusetzen und die Zeitung zu lesen, ohne dass mir Boo Boo dabei Gesellschaft leistete und nach meiner Liebe und Aufmerksamkeit verlangte. Jeffs Hund Cybil und ich drehten jeden Tag im Garten unsere Runden und riefen - ohne Erfolg - nach Boo Boo.

Amelia und ich schrieben uns E-mails, und ich kam immer wieder auf Boo Boo und meinen Verlust zurück. Amelia erklärte sich bereit, mir zu helfen, indem sie visualisierte, was Boo Boo erlebte, obwohl sie in Kalifornien lebt und wir auf der anderen Seite des Kontinents in Connecticut. Amelia benötigte ein Foto von Boo Boo, aber jedes MalMal, wenn ich das Haus betrat, fühlte ich mich so untröstlich und einsam, dass ich vergaß, eins zu suchen. Sie begann, mir Hinweise zu geben, aber ich war noch immer nicht mit ganzem Herzen bei der Sache, weil ich glaubte, Boo Boo sei längst nicht mehr da.

Dann erreichte mich eines Tages eine umfangreiche E-mail von Amelia mit der Beschreibung von Jeffs Haus, von dem angeblichen Versteck Boo Boos und von dem, was die kleine Katze durchmachte. Ich hatte ihr nichts von dem, was sie erwähnte, näher beschrieben. Ich konnte die Genauigkeit ihrer Beschreibung kaum fassen. Sie wusste, dass das Haus auf einem Hügel liegt, sie erwähnte den Springbrunnen (der dem Wasser im Teich Sauerstoff zuführen soll), die Sprinkleranlage, die Mülltonne im Hof und die Tannenzapfen, die überall umherliegen. Amelia sagte mir, Boo Boo sei hungrig, verängstigt und könne den vollen Mond sehen. Also musste sie lebendig sein.

Amelia beschrieb zwei Hunde in einem umzäunten Teil des Hofes (Cybil und Bruiser, der neue Familienzuwachs) und eine schwarze Katze mit weißen Pfoten (Meanie), die Boo Boo unters Haus gejagt hatte und bedrohte. Meanie weigerte sich, Boo Boo zum Fressen herauszulassen und hielt Boo Boo praktisch gefangen. Amelia wusste auch die Vornamen meiner Frau und meines Sohnes sowie den Namen unseres Tierarztes, Michael, den Boo Boo offenbar sehen wollte.

Mit diesen und weiteren Auskünften ging ich sofort zum Haus zurück. Ich war völlig aufgewühlt und fest davon überzeugt, dass Boo Boo dort zu finden sei. Ich lief ums Haus herum und rief immer wieder Boo Boos Namen. Nach fünfzehn Minuten hörte ich einen Schrei unter der langen hölzernen Treppe, die vom Haus den Hügel hinunterführt. Ich legte mich bäuchlings hin und spähte in die Dunkelheit. Und da war Boo Boo! Ich weinte vor Freude, sie aber war zu verängstigt, um zu meiner ausgestreckten Hand zu kommen. Ich lief ins Haus, holte etwas Futter und lockte sie damit. Schließlich gelang es mir, sie zu packen; es war eine enge Falle. Sie war ängstlich und böse und versteckte sich sofort, als ich sie ins Haus gebracht hatte. Schließlich kam sie heraus, als sie merkte, dass sie in Sicherheit war. Sie war mit Wunden übersät. Ich reinigte sie und betupfte sie mit antibiotischer Salbe. Sie hatte ein oder zwei Pfund verloren, und auch als es zu unserer Gymnastik ging, hatte sie ihre alte Verspieltheit noch nicht wiedererlangt. Früher hatte sie jeden Abend vier Spielbälle unter dem Sportgerät versteckt, die ich dann am Morgen vor dem Training finden musste. Drei Wochen nach ihrem Auffinden waren nur drei der vier Bälle zu sehen, und so schaute ich unter den Heimtrainer. Dort lag ganz selbstverständlich der fehlende, von Boo Boo versteckte Ball. Wir waren zum Normalzustand zurückgekehrt.

Mir kommen noch immer die Tränen, während ich dies schreibe, und ich kann Amelia nicht genug danken. Ich war schon immer offen für solche Erfahrungen gewesen, aber jetzt bin ich überzeugt worden. Mit Hilfe von Amelias Unterricht kann ich jetzt mit unseren Katzen und Hauskaninchen kommunizieren. Ich höre, was sie denken, und wir sprechen wortlos miteinander. Das Kaninchen Smudge Bunny lässt sich jetzt von mir im Vorgarten hochnehmen (zuvor hatte nur meine Ehefrau diese Ehre), und die Katzen (Miracle, Penny, Dickens und Gabriel) erlauben mir nun klaglos, dass ich ihnen die Krallen schneide, die Zähne säubere und Fellknoten ausbürste, weil ich ihnen jetzt sagen kann, was ich tue und warum ich es tue. Wenn ich mit dieser Technik nur auch die Gedanken meiner Frau lesen könnte! Na gut, dazu wird wahrscheinlich ein Aufbaukurs mit Amelia nötig sein. Frauen sind eine Spezies, mit der man nur schwer kommunizieren kann. Amelia könnte da eine Ausnahme sein.

Bernie Siegel, M.D.-Verfasser von Love, Medicine & Miracles und Presciptions for Living

Prolog:
Mein Versprechen an Dich

Ich glaube fest daran, dass in einhundert Jahren ein Buch über mentale Telepathie gerade so notwendig sein wird wie ein Buch über den Gebrauch der Gabel beim Essen. Telepathie wird dann ein Werkzeug sein, das jeder benutzt.

In diesem Buch geht es nicht um unerhörte Geschichten von übernatürlichen Fähigkeiten, die du nicht besitzt. Es geht um unerhörte Geschichten von natürlichen Fähigkeiten, die alle Menschen besitzen. Alles, was ich tue, kannst du auch tun. Benutze meine Worte als Reiseführer, der dich ermächtigt, und lerne reale, anhaltende Fähigkeiten, die du für den Rest deines Lebens täglich praktizierst.

Vor zehn Jahren wusste ich nicht, dass übersinnliche Kommunikation möglich ist, aber im letzten Jahrzehnt habe ich mit Tausenden von Tieren Gespräche geführt. Bis zum ersten Zusammentreffen mit einer Tiertherapeutin, die mit Tieren sprach, war meine Fähigkeit wie ein unterirdischer Strom, der leise unter der Haut meiner Psyche verlief. Sobald mir das Konzept der nichtverbalen Kommunikation vermittelt wurde, explodierte dieser Springbrunnen wie ein Geysir ins Licht. Die ersten Versuche habe ich durch Jahre der Forschung gefestigt, durch leises Einstimmen, Analysieren, Entwickeln von Verfahren, Terminologie und Methoden psychischer Kommunikation. Ich habe Übungen entwickelt, mit denen Tierliebhaber Zugang zu Bildern und Gefühlen bekommen können, die von ihren Tieren stammen, Übungen, mit denen sie Worte formulieren, körperliche Zustände untersuchen, vermisste Tiere durch Gestalt-Techniken lokalisieren und sogar Verbindung mit verstorbenen Freunden auf der Anderen Seite aufnehmen können.

Ich leite jetzt Workshops, bei denen ich die Ehre habe, Menschen zu lehren, wie sie telepathisch Informationen mit Tieren austauschen können. Ich sehe so häufig Durchbrüche, dass ich ohne jeden Zweifel weiß, dass nichtverbale Kommunikation eine erlernbare Fähigkeit ist. Als meine intuitive Fähigkeit ans Tageslicht kam, steigerte sich meine Praxis schnell. Ich trat in einer Fernseh-Talkshow nach der anderen auf und hatte die Ehre, im gleichen Jahr, in dem ich mit meiner Berufsausübung begann, in die Reihe der 100 Top-Sensitiven in Amerika aufgenommen zu werden (Paulette Cooper, Simon &Schuster: 100 Top Psychics in America). Ich konnte die öffentliche Nachfrage kaum befriedigen. Mein Telefon klingelte auch in der Nacht noch pausenlos; Tierliebhaber riefen nicht nur von überall in den Vereinigten Staaten an, sondern auch aus Kanada, England, Australien, Argentinien und Brasilien. Die Anrufer hatten die unterschiedlichsten Anliegen. Aber ob sie nun die medizinischen Probleme ihrer Gefährten lösen, verlorene Tiere lokalisieren oder mit ihren verstorbenen Freunden sprechen wollten - die Absicht war immer die gleiche: Sie wollten Kontakt aufnehmen. Meine Klienten stellten die übersinnliche Kommunikation nicht in Frage. Sie wollten nur wissen, wie diese funktioniert. Viele Leute sehnen sich nach dieser Verbindung. Tiere sind die Schlüssel zu unserer eigenen Seele, und wenn wir sie von ihrem Leid erlösen und vor Ausrottung bewahren wollen, bleibt die Kommunion mit unserer eigenen Seele als letzter Hoffnungsschimmer. Unsere moderne Gesellschaft hat sich von unserer Identifizierung mit der Erde, den Tieren, der Natur und unserer angeborenen Spiritualität weit entfernt, und wir haben den Weg zurück nach Hause offenbar vergessen.

Benutze dieses Buch als Wegweiser. Diese Seiten sind mein Reisebericht durch felsiges unerforschtes Territorium, auf dem ich stolperte, lachte und nach den Göttern schrie, während ich mir meinen Weg durch den psychischen Dschungel bahnte und mutterseelenallein im Mondschein wanderte. Du wirst auf dieser Reise nicht allein sein. Dieses Buch ist mein Geschenk an dich und an deine Tiere, und ich verspreche dir: Wenn du es wagst, deinen Geist für neue Möglichkeiten zu öffnen und die magischen Mächte in deinem Inneren umwirbst, wirst du das Wunder des übersinnlichen Kontakts mit deinen Mitlebewesen erfahren, und deine tierischen Freunde werden sich wohl und erleichtert fühlen, den übersinnlichen Kontakt mit dir zu erfahren!

Das erste Kapitel enthält die Geschichte meiner Einführung in die Kommunikation zwischen den Spezies, meine erste Erfahrung mit einem Tier-Medium und die Erzählung von Rodney, der Katze, der wir das alles verdanken.

Kapitel 1:
Das widerwillige Medium

In seiner seltsamen, nicht ganz menschlichen Art erinnert mich Adam immer wieder daran, dass der wahre Zauber nicht durch eine perfekte Erscheinung zu erreichen ist. Er ist nicht in Aschenputtel auf dem Ball zu finden, mit ihren beiden Glaspantöffelchen und der umwerfenden Frisur. Der wahre Zauber ist im Kürbis, in den Mäusen, im Mondschein; nicht jenseits des alltäglichen Lebens, sondern in ihm... Er ist die Aufmerksamkeit, die man dem normalen Leben zollt, die so liebevoll und innig ist, dass sie fast Anbetung ist.

Martha Beck, Expecting Adam

Rodney spricht

Ich war ziemlich skeptisch, als ich meinen Kater Rodney eines Morgens vor vierzehn Jahren in den Katzenkorb steckte, um ihn zu der holistischen Tierklinik zu bringen, wo sich ein Medium die Tiere anschaute, und so wäre es wohl jedem vernünftigen Menschen ergangen. Ich hatte etliche Probleme mit Rodney, bei denen mein Tierarzt nicht helfen konnte, und so wollte ich es bei dem Medium versuchen. Es war irgendwie verrückt, und ich kam mir ein bisschen albern vor, aber was hatte ich schon zu verlieren? Egal, sicherlich gab es etwas zu lachen.

Ich dachte damals – und einige von euch denken sicherlich genauso - dass das Geschäft mit dem Übersinnlichen entweder der reinste Mumpitz war oder aber eine feierliche, mystische Angelegenheit, bei der Zigeunerinnen Räucherwerk verbrannten und seltsame Hexen in Kristallkugeln blickten. Mir sollten die Augen geöffnet werden!

Gladys, das Medium, hatte keinen dicken Eyeliner aufgetragen, keine goldenen Reifenohrringe oder rasselnde Zauberarmbänder. Sie glich weniger einer wahrsagenden Zigeunerin als einer Großmutter aus dem mittleren Westen. Auf ihrer Bluse hatte sie Ketchup-Flecke. Ich war verblüfft.

Als ich Rodney aus dem Korb zog und ihn auf den kalten Metalltisch vor ihr setzte, heulte er nicht etwa los wie eine Autosirene. Er sprang auch nicht vom Tisch, wie er das beim Tierarzt normalerweise tat. Statt dessen saß er bewegungslos und musterte Gladys ruhig. Er schien überrascht zu sein, sie zu sehen. Sie erwiderte seinen Blick.

„Was tust du?“ flüsterte ich ihr zu.

„Ich spreche mit ihm“, antwortete sie rundweg.

„Das kann doch nicht dein Ernst sein!“ wollte ich brüllen. Keine Beschwörungen? Keine ausladenden Armbewegungen? Kein Sprechen in Zungen? Meine Neugier besiegte meine Skepsis.

„Was sagt er?“ flüsterte ich.

„Ich fragte ihn, was er am liebsten frisst, und er sagt Huhn.“

Gut geraten, dachte ich. Rodney verschlang tatsächlich ziemlich viel frisches Huhn, aber welche Katze mag schon kein Huhn? Darauf hätte wirklich jeder kommen können.

„Jetzt frage ich ihn nach seinem Lieblingsplatz im Haus“, sagte sie. Wieder sah Gladys den kleinen Kater nur an, und er erwiderte verblüfft ihren Blick.

Die Antwort musste ihr zugeflogen sein: „Er sagt, er liebt es, auf dem Rücken eines orangefarbenen Stuhles zu sitzen, von dem er einen Blick auf ein Fenster hat. Ein Stuhl in einer Nische.“ „Das ist völlig richtig!“ Ich konnte es nicht fassen. Wenn Rodney im Haus war, machte er es sich auf dem Rücken des pfirsichfarbenen Sessels in der Nische bequem.

„Vom Fenster in der Nische blickt man in den Garten mit dem kleinen weißen Hund“, sagte Gladys.

„Welcher Hund“? fragte ich.

„Auf der anderen Straßenseite ist ein kleiner Hund hinter einem Zaun. Rodney geht gern hinüber, um ihn zu necken. Er stolziert vor dem Zaun auf und ab, um den Hund zum Bellen zu bringen.“

Ich warf ihm einen kalten Fischblick zu. Es gab tatsächlich einen kleinen weißen Terrier hinter einem Zaun über der Straße, aber ich hätte mir niemals träumen lassen, dass Rodney hinüber ging. „Du quälst den Hund, nicht wahr?“ knurrte ich ihn an. „Er ist sehr von sich überzeugt“, fuhr sie fort. „Er sagt, dass Frauen immer Bemerkungen über die hübsche gelbe Zeichnung auf seinem Kopf machen. Er liebt Frauen. Sie sagen ihm, dass er attraktiv ist.“ Mein Kiefer klappte so weit nach unten, dass er mit einem unangenehmen Geräusch auf dem Linoleumfußboden aufschlug. Die Sekretärin meines Freundes hatte uns erst letztes Wochenende in unserer Wohnung besucht und ein riesiges Getue um Rodney gemacht. Sie hatte die drei kleinen Streifen auf seinem Kopf gepriesen und das Wort attraktiv benutzt.

Ich holte tief Atem und schlug zurück: „So, und warum rennt er dann miauend von Tür zu Tür?“

„Er heult nur vor den Fenstern, wo es andere Katzen gibt. Er glaubt, dass sie herauskommen, wenn er ruft, und mit ihm spielen. Er ist einsam.“

Die Antwort war so einleuchtend, dass ich mir ziemlich dumm vorkam. Hätte ich es mir nicht denken können, dass er nicht wegen der Nachbarn miaute, sondern wegen der Katzen der Nachbarn.

„Aber... wie kann ich ihn davon abbringen, bevor wir aus unserer Wohnung geworfen werden? Ich bringe es nicht über mich, ihn drinnen einzusperren, und wenn ich ihn herauslasse, schreit er“, jammerte ich.

„Hol dir noch eine Katze. Er ist einsam. Er will nicht die einzige Katze sein“, schnauzte sie zurück. Sie konnte eigentlich gar nicht wissen, dass Rodney die einzige Katze zu Hause war; trotzdem war ich nicht besonders begeistert über ihre Empfehlung. Schon eine einzige Katze machte mehr Ärger, als ich mir je hätte träumen lassen. Das kleine kuschelige Etwas mit der durchdringenden Stimme hatte uns bereits unser letztes Zuhause gekostet, und jetzt drohte der Hauseigentümer-Verband mir und meinem knirpsigen Pavarotti schon wieder mit Kündigung... An eine zweite Katze war gar nicht zu denken. „Wusstest du, dass deine Nachbarn ihn füttern?“ fuhr sie fort. „Was? Welche Nachbarn?“ „Die Nachbarn mit den zwei kleinen Mädchen. Er geht in ihre Wohnung. Mehrere Nachbarn lassen ihn in ihre Wohnung und füttern ihn.“ Ich kannte die Familie mit den zwei kleinen Mädchen, aber ich hatte keine Ahnung, dass sie meinen Kater zum Abendessen einluden.

„Deshalb ist er neuerdings nicht besonders hungrig.“

Ich warf einen vorsichtigen Blick in Rodneys Richtung. Er hatte es sich auf dem kalten Tisch bequem gemacht. Er war ruhig, er war selbstgefällig, und der Ausdruck seines kleinen pelzigen Gesichts war unmissverständlich: Er lächelte. Er bekam endlich mein Bestes, das ihm seiner Meinung nach immer zustand.

Das Seltsame an der Kommunikation hatte sich jetzt verloren, und ich hatte keine Scheu mehr, Fragen zu stellen. Ich fühlte mich wie ein ausländischer Botschafter mit einem sehr effizienten Dolmetscher:

„Frag ihn, warum er auf meine Kleidungsstücke pinkelt“, sagte ich.

„Er will nicht, dass du fortgehst und ihn allein lässt. Auf deine Kleider zu pinkeln ist die einzige Möglichkeit für ihn, seinen Zorn auszudrücken.“ Das durfte einfach nicht wahr sein. Ich hatte einen Werbejob als Model, für den ich manchmal an Wochenenden abwesend war und bei dem ich eine bestimmte Uniform tragen musste. Wenn ich Sonntag nachts nach Hause kam, leerte ich meinen Koffer und warf meine Uniform mit der restlichen Schmutzwäsche auf einen Haufen auf dem Fußboden. Dann wurde ich oft von anderen Hausarbeiten abgelenkt. Später fand ich meine Kleidung über den ganzen Fußboden verstreut. Rodney hatte sich meine Uniform aus dem Haufen herausgesucht und gezielt auf sie gepinkelt. Als ich schließlich dazu überging, meine Wäsche nicht mehr auf dem Fußboden liegen zu lassen, pinkelte er direkt in meinen frisch gepackten Koffer. Erst als ich meine Tasche in Palm-Springs auspackte, entdeckte ich, dass alles völlig durchnässt war und die Uniform zum Himmel stank.

„Er scheint die Uniform zu kennen, die ich trage, wenn ich fortgehe. Wie kann er denn wissen, welche Kleidungsstücke ich bei der Arbeit trage?“ fragte ich.

„Er weiß es eben“, antwortete sie. „Warum flippt er jedes Mal aus, wenn ich fortgehe? Er scheint sogar Angst vor der Dunkelheit zu haben. Bitte frag ihn, warum er um drei Uhr morgens Schreikrämpfe bekommt. Frage ihn, woher er stammt“, drängte ich.

„Er sagt, dass er in einem Industriegebiet von Van Nuys lebte, wo es viele streunende Katzen gab. Die Männer fütterten die Katzen auf dem Fabrikgelände. Es gab dort Kartonstapel und Maschinenteile und viel Fett auf dem Boden. Er wurde nachts im eiskalten Lagerhaus eingeschlossen und war sehr hungrig. Nur weil er so laut heulte, konnte er gefüttert werden. „Hat er wirklich Angst vor der Dunkelheit? Und hat er Klaustrophobie?“ fragte ich.

„Nur nachts“, sagt er.

„Armer, kleiner Kerl", girrte ich und tätschelte seinen Kopf. Ich sah jetzt unser altes Dilemma in einem ganz neuen Licht. Alles wurde plötzlich klar. Ich hatte Rodney im Tierheim in Nord Hollywood im Pennerviertel gefunden. Als ich den Raum betrat, brachte mir das Kätzchen mit der Pose eines Opernsängers ein Ständchen, und als ich in seinen Käfig spähte, streckte es mir die Nase so aufdringlich entgegen, dass ich meinte, in den Lauf einer Schrotflinte zu blicken. Rodney war nicht mein Typ. Ich suchte einen vierbeinigen Marlon Brando, keinen Woody Allen. Aber als ich ihn hochhob, geschah etwas Unerhörtes. Er schlang seine winzigen Pfoten um meinen Hals, als wären es zwei besessene Pfeifenreiniger. Dann streckte er mir sein kleines Gesicht entgegen und hatte mich auch schon auf die Lippen geküsst. Es war der berechnendste Kuss, den ich jemals in meinem Leben empfangen habe. Damit hatte mich der kleine orangefarbene Geschäftsmann gewonnen. Er war im Grunde nur ein vorlauter, spitznasiger Rotschopf, ein Standardmodell unter den Katzen, aber er hatte ganz sicherlich das gewisse Etwas.

„Was denkt er über mich?“ fragte ich.

„Er liebt dich. Er sagt, dass er sein Frauchen liebt.“

In letzter Zeit benahm er sich meinem Freund gegenüber ziemlich aggressiv. Jedes Mal, wenn Benjamin mich vor ihm berührte, griff Rodney ihn wie ein Rasender an und verschwand danach aus dem Zimmer. So musste ich fragen: „Was denkt er über meinen Freund?“

Die Antwort war: „Er ist sehr eifersüchtig. Er will dich ganz allein für sich haben. Manchmal wünscht er sich, dass dein Freund einfach geht.“ Oh, dachte ich, mir geht es manchmal genauso. Nachdem ich dem Medium die $35 bezahlt hatte – ein läppischer Betrag, wenn man bedenkt, dass meine Welt soeben auf den Kopf gestellt wurde -, ergriff ich den kleinen Kater und setzte ihn in seinen Korb. Ich merkte, dass sich meine Beziehung zu ihm schon verändert hatte. Ich ging sorgfältiger mit ihm um als gewöhnlich. Er war nicht mehr nur ein kleines lärmendes Haustier. Er war ein intelligentes Geschöpf mit eigenen Gedanken und Gefühlen, ein Geschöpf, das beobachten und nach seinen Beobachtungen handeln konnte, ein Geschöpf, das logisch denken konnte.

Während der Fahrt nach Hause war dicke Luft zwischen uns. Ich hatte Rodney niemals so selbstgefällig und zufrieden gesehen. Zum ersten Mal strahlte er wirklich Ruhe aus. Endlich hatte er seinen Teil sagen können, und mir war das Wunderbarste in meinem Leben widerfahren – ich hatte einen Menschen gefunden, der mit einem Kater reden konnte. Es war ein starkes Stück! Was für eine Welt! Alles, was ich bisher geglaubt hatte, war in einem einzigen Augenblick verändert worden.

Gladys hatte mir beim Abschied ein Flugblatt für einen Workshop über die Kommunikation mit Tieren in die Hand gedrückt, den sie jenes Wochenende anbot. Die erste Hälfte des Kurses bestand aus einem Vortrag über die Kommunikation zwischen den Spezies; während der zweiten Hälfte konnten wir üben, mit den Tieren der anderen Teilnehmer zu sprechen, und die Informationen sollten dann überprüft werden.

Der Kurs, der mein Leben veränderte

Wir trafen uns in einem sonnigen Hinterhof, in dem Picknicktische aufgestellt waren. Obwohl es an diesem Frühlingstag in Los Angeles recht windig war, schwitzte ich die ersten zwei Stunden und kämpfte mit dem Chor von Neinsagern in meinem Kopf. Auch als ich Gladys zuhörte, ritten mich die Dämonen des Zweifels. Sie tobten wie eine Schar von Aasgeiern auf dem Hinterteil eines Rhinozeros. An diesem Tag hatte ich ihnen viel Gesprächsstoff gegeben: Was, wenn ich die einzige bin, der es nicht gelingt? Ich werde einen schönen Narren aus mir machen. Das Ganze ist sowieso völlig unmöglich! Warum sitze ich hier und höre mir diesen Unsinn an? Selbst wenn Gladys es tatsächlich kann, werde ich es niemals erlernen.

Ich nahm es mit meinen Dämonen auf: Dann mache ich eben einen Narren aus mir, na und? Es wäre nicht das erste Mal. Ich werde wahrscheinlich niemand von diesen Leuten wiedersehen. Ich könnte es ebenso gut versuchen.

Während ich nur noch ein Nervenbündel war, blieb Rodney ruhig und sammelte sich. Mir fiel sehr schnell auf, dass ich die einzige war, die eine Katze mitgebracht hatte. Die anderen sechs Frauen hatten Hunde dabei. Rodney wartete ruhig in seinem Käfig zu meinen Füßen unter einem Picknicktisch.

Der erste Freiwillige war eine Art großer Chow-Chow. Die Übung ging etwa so: Die Lehrerin gab uns eine Reihe von Fragen vor. Diese sollten wir mental dem Hund stellen und dann die erste Antwort aufschreiben, die uns in den Sinn kam.

Der Vortrag am Morgen hatte Telepathie behandelt, das Senden und Empfangen mentaler Bilder. Ich hatte versucht, die Idee aufzunehmen, aber alles kam mir so abstrakt vor. Ich hätte den ganzen Tag zuhören können, aber was konnte ich tun? Ich war angespannt.

Die Testfragen waren ziemlich rudimentär; die erste lautete „Was frisst du am liebsten?“ Gladys sagte, wir sollten uns in den Hund hineinversetzen und uns vorstellen, dass eine leere Futterschüssel vor uns steht. Dann sollten wir uns mit unserem geistigen Auge vorstellen, womit wir die Schüssel gefüllt haben wollten.

Die Antwort traf mich wie ein Hammerschlag. In meinem Kopf hörte ich die Worte: Spaghetti und Fleischklopse! Ich versuchte krampfhaft, mir ein mentales Bild von dem Hundefressnapf zu machen, sah aber nichts als einen Teller, in dem sich ein riesiger Berg Spaghetti mit Fleischbällchen türmte. Es folgten ein paar Momente der Stille, bevor Gladys die Studenten fragte, was wir „empfangen“ hatten.

Alle hatten praktische Antworten parat, zum Beispiel Rindfleisch oder Huhn. Die Dämonen des Zweifels fingen an, mich auseinander zu nehmen: Ich hatte mir das sicherlich nur eingebildet. Es konnte einfach nicht wahr sein. Warum hatten alle anderen etwas Vernünftiges vorzubringen, nur meine Antwort war völlig lächerlich? Ich versank tiefer in meinem Sitz. Schließlich fragte Gladys mich, was ich „empfangen“ hatte. Ich murmelte hilflos: „Spaghetti und Fleischklopse.“

Die Hundebesitzerin kreischte. „Stimmt! Spaghetti und Fleischklopse sind ihr Lieblingsfutter! Gestern Abend hat sie einen ganzen Teller davon gefressen!

Das war nichts, ereiferten sich meine Dämonen, du hast es zufällig erraten.

Die nächste Frage lautete „Womit spielst du am liebsten?“ Ich hörte die Stimme wieder in meinem Kopf – nicht die der Kursleiterin, nicht die der Dämonen. Es war eine neue Stimme, die sich in meinem Gehirn einstellte, aber ich hörte sie deutlich. Es war die Stimme einer Frau, die sagte: Ich trage gern meinen rot-weiß-gestreiften Hut. Und da sah ich auch schon vor meinem geistigen Auge eine bonbonfarbene gestreifte Schirmmütze. Ich notierte es.

Die nächste Frage lautete „Hast du eine Aufgabe?“ Gladys hatte gesagt, dass viele Hunde – Blindenhunde zum Beispiel - über ihre Aufgaben reden können. Die weibliche Stimme sagte, Ja, seit Frauchen und Herrchen geschieden sind, soll ich Frauchen und ihr Haus beschützen. Ich kritzelte es hin, bekümmert und zweifelnd. Auf die nächste Frage, „Warst du schon einmal verliebt?“ antwortete die weibliche Stimme gefühlvoll: Ja, aber ich musste ihn verlassen, als wir wegzogen.

Als Gladys eine kurze Pause einlegte, erlaubte ich mir, meine eigenen Fragen zu stellen. „Wo hast du gewohnt?“ fragte ich sie mental. Sofort sah ich vor meinem geistigen Auge die Momentaufnahme eines Wohnwagens mit einer riesigen Kiefer davor. Kiefernzapfen erschienen nur wenige Zentimeter von meinen Augen entfernt auf dem Boden, als wären sie von einer Kamera ins Visier genommen worden. In meiner Nase prickelte der frische Duft der Kiefernnadeln. Dabei hörte ich die erklärende Stimme: Er lebte nebenan.

„Zeig ihn mir“, bat ich. Sofort blitzte das Bild eines großen schwarzen Dobermanns auf. Traurigkeit traf mich wie ein Stich in der Brust. „Vermisst du ihn?“ fragte ich. Ja, sagte sie. Die Kursleiterin unterbrach unser Interview mit einer neuen Anweisung. „Fragt sie, ob sie schon einmal Junge hatte.“ Ich brauchte es nicht zu tun, denn der Hund beantwortete die Frage, bevor ich sie stellte. Nein, ich hatte keine. Frauchen ließ mich sterilisieren. In meinem Geist sah ich die Narbe auf ihrem Unterleib aus ihrem eigenen Blickwinkel, als würde ich auf meinen Bauch hinabsehen. Ich fühlte einen scharfen Schmerz im Becken und dann anhaltende schreckliche Schmerzen. Die Stimme sprach weiter: Ich hätte gern Junge mit meinem Freund gehabt. Wieder zeigte sie mir den schwarzen Dobermann von nebenan. Jetzt kümmere ich mich um die Katzen in der Nachbarschaft. Noch während ich das aufschrieb und mir das Absonderliche dieses Gespräches zu schaffen machte, verstärkte sich in mir das Gefühl der Trauer.

Obwohl meine Dämonen wieder angriffen (Du machst dir etwas vor. Das passiert nur in deiner Einbildung!), verschlang mich die Traurigkeit. Mein Unterleib schmerzte, meine Augen füllten sich mit Tränen, und meine linke Hand kritzelte wie verrückt. Mein stilles Verhör hatte einen Strom von Antworten ausgelöst, so dass ich mit dem Schreiben kaum nachkam. Ich übersprang ganze Wörter und Satzteile, während ich Seite um Seite bekritzelte und mit Tränen benetzte. Mit einer Hand trocknete ich mir die Augen, mit der anderen schrieb ich. Gleichzeitig vergewisserte ich mich mit Blicken, was die anderen Kursteilnehmer machten. Als erstes bemerkte ich, dass außer mir niemand in Tränen ausgebrochen war. Dann sah ich, dass die anderen Frauen allenfalls ein oder zwei Wörter niederschrieben. Als Gladys uns bat, aufzuhören, schrieb ich immer noch rasend schnell nach dem Diktat der Stimme und kämpfte gleichzeitig darum, den peinlichen Kloß in meinem Hals hinunter zu schlucken.

Vielleicht hätte ich das Gespräch rationalisieren können; vielleicht hätte ich meinen Dämonen gestattet, alles meiner blühenden Fantasie zuzuschreiben, doch auf den körperlichen Schmerz war ich nicht vorbereitet, und noch viel weniger auf die Gemütserschütterungen. Das Gefühl von Einsamkeit und Kummer wurde fast unerträglich.

Ich ließ allen anderen Frauen den Vortritt und sparte meine Beobachtungen bis zuletzt auf. Als ich anfing, der Besitzerin des Hundes meine Notizen vorzulesen, war ich immer noch davon überzeugt, dass ich mich unsterblich blamieren würde. Mein Herz hämmerte so wild, dass ich kaum meine Stimme erheben konnte, aber als ich sprach, bestätigte sie alles, was ich sagte: „Ja sie trägt eine rot-weiße Schirmmütze. Ja, es gab eine Kiefer vor dem Wohnwagen. Ja, der Nachbarhund war ein großer schwarzer Dobermann. Ja, er war ihr bester Freund. Ja, ich musste ihn wegen der Scheidung zurücklassen.“

Es konnte einfach nicht wahr sein! Es war zu einfach! Es war zu gut, um wahr zu sein! Ich brachte meine Dämonen zum Schweigen und fuhr fort, meine Anmerkungen laut vorzulesen. Als ich sagte, dass die Hündin sich Junge vom Dobermann wünschte, trübten sich die Augen ihrer Besitzerin. Sie fühlte den Schmerz ihres Hundes. „Sag ihr, es tut mir leid. Es tut mir leid, dass ich sie ihrem Freund wegnehmen musste“, drängte sie.

Als ich versuchte, dem Hund alles zu sagen, erlebte ich zum ersten Mal die Frustration, die ich später noch tausend und abertausend Mal spüren sollte. Ich versuchte, einem unschuldigen Tier die Gründe menschlichen Handelns zu erklären.

Das Unmögliche des Gespräches verflog sich. Ich begriff, dass ich nun Verantwortung übernehmen musste - Verantwortung für die Fähigkeit, mit Tieren sprechen zu können. Ich war da einfach hineingeschlittert. Es gab kein Zurück mehr.

Mit dem nächsten Hund ließ es sich genau so leicht kommunizieren wie mit dem ersten - anders, aber genauso leicht. Jeder der Hunde hatte eine unverwechselbare Persönlichkeit. Sie glichen einander genauso wenig wie zwei Frauen, mit denen man sich im Supermarkt an der Kasse unterhält. Ich konnte ihre Stimmen mit gleicher Intensität hören, aber in Aussprache und Akzent unterschieden sie sich von einander. Ihr Humor war unterschiedlich ausgeprägt, und das gleiche galt für den Grad an Zutraulichkeit, den sie an den Tag legten. Ich war in heller Aufregung. Ich konnte nicht glauben, dass das möglich war! Es war fantastisch, einfach wunderbar!

Mit jedem Hund machten die Kursteilnehmerinnen Fortschritte. Anfangs hatten wir auf die gleichen Fragen unterschiedliche Antworten erhalten, darunter auch einige Treffer. (Manche Hunde mochten vielleicht sowohl Huhn als auch Rindfleisch!) Später fielen die Antworten einheitlicher aus. Wir hatten es geschafft. Die Antworten wurden bestätigt, das ließ sich nicht leugnen.

Trotzdem fürchtete ich, diese märchenhafte Fähigkeit würde sich genauso geheimnisvoll verflüchtigen, wie sie sich eingestellt hatte, sobald ich zu Hause war. Dann war Rodney an der Reihe. Ich öffnete seinen Korb und hielt ihn in meinen Armen, damit alle ihn sehen konnten. Ich bemerkte, dass sein Verhalten sich veränderte, als die Leute mit ihm kommunizierten. Er versuchte nicht, sich meinen Armen zu entwinden und auf den Boden zu springen. Selbstbewusst und erwartungsvoll blickte er ins Publikum - wie ein Komiker auf einer Bühne in Las Vegas, der jeden Abend die gleiche Schau abzieht und weiß, dass seine Witze zum Totlachen sind.

Er hatte Recht. Sobald der Kurs Kontakt aufnahm, fingen alle an zu lachen. „Er ist so überzeugt von sich!“ „Was für ein Ego!“ riefen die Frauen aus. „Er ist ein totaler Egomane! Er sagt, er sei der schönste Kater auf Erden!“ gluckste eine Frau. „Er sagt, dass man ihm immer sagt, wie schön sein Fell gezeichnet ist!“ rief eine andere aus. Au wei, dachte ich, jetzt haben wir‘s. Sie stellen sich auf den richtigen Kater ein.

Eine Schülerin rief: „Er sagt, dass er der einzig orange-gestreifte Kater der Welt ist!“ Er war der einzige orangefarbene Kater im Gebäude und angeblich in der ganzen Nachbarschaft. Wenn er niemals eine andere orangene Katze gesehen hatte, dann konnte ich verstehen, wie er zu jenem Schluss kommen konnte. Eine Fahrt zu einer abessinischen Katzenschau hätte seine Eitelkeitsblase sicherlich zum Platzen gebracht.

Ich schlug der Gruppe vor, Rodney zu fragen, was er von meinem Freund hielt. Die Antwort war fast einstimmig: „Er ist sehr eifersüchtig. Er möchte sein Frauchen nicht teilen. Er will, dass dein Freund auszieht. Er wünscht sich, dass dein Freund verschwindet.“ Wieder tauchten jene Worte auf: Geh fort. Das rüttelte mich wirklich auf. Nach unserem langen, lebhaften Gespräch mit Rodney entließ Gladys die Klasse. Rodney war der Ausklang gewesen. Wir stolperten alle in Richtung unserer Autos, benommen und in Ehrfurcht davor, wie dramatisch sich unsere Vorstellung von Realität verändert hatte.

Als ich nach Hause fuhr, war ich völlig durcheinander. Wenn man mit Tieren sprechen kann, wenn ich mit Tieren sprechen kann, wenn Tiere sprechen können – die Konsequenzen waren gar nicht abzusehen. Wenn Tiere sprechen können, kann ich zum Zoo gehen und - mir schauderte. Wenn Tiere sprechen können, dann sind die Kühe in den Schlachthäusern – mir brach der Angstschweiß aus.

Will ich diese Verantwortung überhaupt auf mich nehmen? Sie können es mir sagen, wenn sie krank sind. Diese Idee gefällt mir. Aber, wenn alle Tiere denken und Schmerz fühlen können, ich meine alle Tiere, die in Käfigen – meine Augen schwammen in Tränen.

Der Horror der Tierexperimente brach auf mich herein, und die Welt verlor ihren Zauber. Auf einmal schien das Leben auf dieser Welt unerträglich geworden zu sein. Mit der unglaublichsten Freude, die ich jemals in meinem Leben gefühlt hatte, kam die unerträglichste Qual. Ich konnte mit Tieren kommunizieren, aber ich würde mich nie mehr dem entsetzlichen Leid entziehen können, das sie durch menschliche Hände erleiden.

Ich würde alles fühlen, was sie fühlen, und denken, was sie denken. Ich würde mit ihnen ihr Leid durchleben – ihre Verwirrung, die Erfahrung, verraten zu werden, ihre Wut und ihre Hilflosigkeit angesichts unserer unfassbaren Grausamkeit.

Jede Gabe hat ihren Preis. Je größer die Gabe, desto höher der Preis. Für die herrlichste aller Gaben forderte Gott, dass ich meinen kostbarsten Besitz eintauschte: meine Unschuld.

Die Gabe entwickeln

Ich war damals vierundzwanzig Jahre alt. Mein Job als Jazztänzerin laugte mich aus, und als Schauspielerin musste ich mich ziemlich abstrampeln. Ich war hochgradig abgestumpft und hielt mich gerade noch am Funktionieren. Zwar hatte ich auch ein paar übersinnliche Erfahrungen gehabt, aber das waren eher Zufallstreffer gewesen. Im Nachhinein sehe ich meine frühen Zwanziger als eine Zeit an, in der ich verzweifelt versuchte, meine Sensibilität zu unterdrücken, was mir nur allzu gut gelang. Die Gefühle von Tieren kümmerten mich nicht im mindesten, und einmal war die Katze eines Mitbewohners sogar auf meiner Couch gestorben, ohne dass ich es bemerkt hätte. Aber die Tiere weckten mich auf. Die Tiere lehrten mich.

Ich war mit dem Tanz und mit metaphysischen Büchern aufgewachsen. Ich tanzte sechs Tage pro Woche, manchmal acht Stunden am Tag. Das hatte mich gelehrt, mich in Stille zu konzentrieren. Ich hatte gelernt, ohne Worte zu beobachten und zu kommunizieren, zuzuhören und sofort zu antworten, mich vollkommen dem Moment hinzugeben, in der Bewegung zu meditieren, dem Schmerz nicht auszuweichen, sondern durch ihn hindurch zu atmen, trotz Schweiß, Krankheit, Leid und Verletzung weiter zu arbeiten und durch die mächtigste Kraft des Universums Selbstachtung aufzubauen – durch Anmut. Wenn ich nicht tanzte, las ich. Ich verbrachte Jahre hinter den Bühnen der verschiedenen Theater, kauerte im Halblicht, blinzelte über den Schriften von Edgar Cayce, Jane Roberts, Taylor Caldwell und Ruth Montgomery. Medien faszinierten mich, ich suchte sie auf, ich las über sie, aber ich glaubte nie an meine eigenen übersinnlichen Fähigkeiten. Ich hätte mich totgelacht, wenn man mir vor zehn Jahren gesagt hätte, dass ich einmal als berufliches Medium arbeiten würde.

Allerdings war ich so sehr von der metaphysischen Philosophie durchdrungen, dass ich an jedem neuen Wohnort immer sofort zur zuständigen Hexe oder zum widerwilligen Ghostbuster auserkoren wurde. Völlig normale, unauffällige Leute riefen mich an, wenn sie psychisch im Schlamassel steckten, und erzählten mir Dinge, die sie keinem anderen gegenüber zu erwähnen gewagt hätten. Eine recht harmlose Freundin rief an und erzählte mir, dass ein Poltergeist in ihrer Garage ihre Plastik-Babypuppen in der Luft schweben ließ. Wen sollte sie rufen, um dem Spuk ein Ende zu setzen? Mich natürlich. Eine andere, sehr schwatzhafte Freundin klagte mir, ihr neuer Freund hätte ihr anvertraut, dass er sich in einen Wolf verwandeln könne. Sie ließ ihn sofort fallen, und bei wem deponierte sie ihn? Bei mir natürlich. Eine andere Freundin erzählte mir, sie hätte einen Mann getroffen, der erklärte, von den Pleijaden zu stammen - nicht etwa ein Geist von einem entfernten Planeten, der sich im Körper eines Erdlings inkarniert hatte, sondern ein Außerirdischer, der direkt von den Pleijaden kam. (Ich zuckte mit keiner Wimper. Halb Los Angeles stammt angeblich von anderen Planeten.)

Ich selbst habe weder Babypuppen beim Picknick in den Lüften gesehen noch eine Verwandlung à la Ein Amerikanischer Werwolf in London erlebt. Auch den Außerirdischen konnte ich nicht überreden, mir sein Raumschiff zu zeigen. Aber wo auch immer ein ausgeflippter Poltergeist, ein Werwolf oder ein Außerirdischer die Stadt unsicher machten, wurde ich als erste konsultiert. Warum? Meine Freunde hätten auf diese Frage sicherlich einstimmig geantwortet: „Ich wusste nicht, wen ich sonst hätte anrufen sollen. Niemand sonst hätte mir geglaubt.“

Schön und gut, aber jetzt Themenwechsel. Nun bin ich an der Reihe. Dieses Buch wird deine Grenzen auf die Probe stellen. Sehen wir mal, ob du die Nerven hast, mir zu glauben. Ich weiß, diese Erzählungen klingen fantastisch, aber um mir so etwas auszudenken, müsste ich schon genial fabulieren können, und ich versichere dir, das ist nicht der Fall. Ich habe lediglich die Namen und Identifizierungsmerkmale einiger Menschen und ihrer Tiere verändert, um ihre Privatsphäre zu schützen.

Ein einziger Tier-Workshop öffnete mir magische Schleusen – Schleusen, die nach all den Jahren transzendentaler Meditation bereits am Bersten gewesen waren. Ich habe schon immer Lust auf Meditation gehabt. Ich habe jahrelang an wöchentlichen Meditationskursen teilgenommen, die sich auf das Öffnen des dritten Auges konzentrierten, habe mein ganzes Leben lang als erstes begeistert morgens meditiert. Weil Telepathie ohne eine umfassende Schulung in Meditation praktisch unmöglich ist, enthält dieses Buch eine Ansammlung von Meditationstechniken, die mich meiner Ansicht nach zu der Entdeckung führten, dass ich Tiere hören kann. Ich möchte hier die Techniken weitergeben, die meine übersinnlichen Kräfte mobilisiert haben. Telepathie ist eine geistige Disziplin, kein Firlefanz und kein Hokuspokus. Sie kann und sollte keine halbherzige Sache sein. Die Psyche muss genügend Form und Substanz haben, um ihr standhalten zu können, und sie lässt sich niemals erzwingen. Wenn du die Telepathie erlernen möchtest, um Tiere besser beherrschen zu können, werden die Tiere nicht so reagieren, wie du es dir wünschst.

Sobald ich von dem ersten Workshop nach Hause zurückkehrte, übte ich fanatisch mit meinem Kater und konnte mich bald sehr gut in Katzen hineinversetzen. Auf Rodneys Bitte besuchte ich ein Tierheim, in dem man streunende Katzen nicht einfach tötete, und dort erwählte mich ein bezauberndes schwarzweißes kokettes Kätzchen namens Betty. Rodney verliebte sich auf der Stelle in sie, und all seine Probleme lösten sich in ihrer Gesellschaft in Luft auf. Im Laufe des Jahres fand ich dann den berüchtigten Mr. Jones, der sich aus einem Abfalleimer hinter einem der feinsten Fischrestaurants von Los Angeles mit Lachs verköstigte. (Er hatte immer den tadellosesten Geschmack der Welt.) Mr. Jones sollte bald meine Leidenschaft werden, mein Meister und mein Assistent: Wenn ich mir kein klares Bild von einem anderen Tier machen konnte, fragte ich Mr. Jones. (Wenn du gelernt hast, mit einem Tier zu kommunizieren, kann es dir auch deine Fragen über andere Tiere beantworten). Während ich dieses Buch schrieb, verlor ich Rodney. Betty blieb bei meinem Ex-Freund, aber dafür gewann ich Oscar, Billie, Cyrus und Ella, über die ich im letzten Kapitel dieses Buches schreiben werde.

Am Anfang war die Kommunikation mit meinen eigenen Katzen ein Kampf. Meine Emotionen blockierten mein Schaltsystem. Aber bald nachdem der Durchbruch bei dem Workshop erfolgt war, hatte ich lebhafte Träume, in denen Rodney auf meinem Brustkorb stand und laut mit mir Englisch sprach. Seine Schnauze bewegte sich beim Sprechen wie der Mund einer Marionette von Wallace & Grommit. Schließlich konnte ich ihm Fragen stellen, bevor ich nachts einschlief und dann sowieso nur träumte, dass er auf meinem Brustkorb stand und mir auf Englisch antwortete.

Ich träumte nun auch von anderen sprechenden Tieren: von Giraffen, Dachsen, Elefanten, und Lamas. Etwas öffnete sich in meiner Psyche – etwas schlüpfte möglicherweise aus - etwas Exotisches, Zerbrechliches und schrecklich Verrücktes. Es ging drunter und drüber in meinen Träumen. In meinem Traumzustand nahmen die Tiere menschliche Gestalt an, wenn sie sich mit mir unterhielten. So bekloppt wie es sich anhört und so sehr ich dagegen anzukämpfen versuchte – es kam Information herein: medizinische Information, psychologische Information, akkurate Information. Ja, sie war erschreckend akkurat. Ich verpflichtete mich, dem Prozess vertrauen zu lernen. Sollte mir das Universum wirklich diese spektakuläre neue Fähigkeit schenken, dann musste ich mich einer gewaltigen Umwandlung unterziehen, um mich auf sie einstellen zu können.

Seit dieser Initiation ist mehr als ein Jahrzehnt vergangen, in dem ich Tiere und ihre Menschen beraten und Unterricht in Kommunikation zwischen den Spezies gegeben habe. Es gibt noch viele Wunden, die die Menschheit heilen muss, dennoch sind die Faszination der Kontaktaufnahme und das Liebevolle an der Kommunion mit Tieren eine Belohnung ohne Ende. Auf dieser wenig bereisten Straße habe ich mehr Zauberhaftes in mir und in der Welt um mich herum gefunden, als ich jemals zu träumen gehofft hätte. Ich werde über einige der erstaunlichsten Gespräche und Enthüllungen schreiben, die ich über die Jahre erlebt habe. Aber zuerst möchte ich erklären, wie der telepathische Prozess funktioniert, damit du deine eigenen Fähigkeiten erwecken kannst.

Im zweiten Kapitel werde ich dich mit neuen Begriffen bekannt machen und dich schrittweise durch eine Reihe von Übungen führen, mit denen sich die Barrieren der Kommunikation überwinden lassen, die uns von den Tieren und von einander trennen. Um diese neuen Fähigkeiten nutzen zu können, musst du vielleicht viele deiner lebenslangen Glaubenssysteme aufgeben. Deine Transformation kann schnell geschehen, und dies ist oft bei meinen Studenten der Fall. Es ist aber auch möglich, dass sich deine psychischen Sinne langsam öffnen, so wie sich die Blütenblätter einer Rose langsam entfalten. Vertraue deinem Prozess. Dies ist eine Übung in Vertrauen.

Am Ende dieses Kapitels werde ich eine Reihe von Techniken vorstellen, die dir helfen können, eine Brücke zwischen dir und deinem Tier zu bauen und seine Bedürfnisse, Wünsche, Vorlieben und Abneigungen zu entdecken.

Im folgenden Kapitel über Hellfühlen werden wir uns auf die Gefühle deines Tieres konzentrieren, auf mögliche emotionale Traumata und auf Taktiken zum Auflösen von Verhaltensproblemen. Im Kapitel über Hellhören werden wir Techniken erforschen, die dich ermutigen, die Gedanken deines Tieres in gesprochenen Worten zu hören. Mit Hilfe der Gestalttherapie werden wir entdecken, wo es Tieren weh tut und was sie körperlich und ernährungsmäßig benötigen. Schließlich werden wir uns mit Übungen beschäftigen, mit denen du nicht nur lebende Tiere aufspüren kannst, die gestohlen wurden oder verloren gingen, sondern auch mit den Seelen von Tieren kommunizieren lernst, die diese Erde verlassen haben.

Die leichteste und am leichtesten zugängliche Fähigkeit ist Telepathie oder ASW, der Austausch von Bildern von einem Bewusstsein zum anderen. Aber da du zuerst ein Verständnis von der Natur der Gedanken entwickeln musst, lade ich dich ein, mit mir neun Schritte zu erforschen, bevor wir tatsächlich mit den Tieren üben.

Kapitel 2:
Hellsehen - Von Bewusstsein zu Bewusstsein

Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen

Albert Einstein

Stufe Eins: Telepathie verstehen

Gedanken haben mehr Substanz, als wir uns je vorgestellt haben. Erst jetzt beginnt man langsam in unserer Kultur die Idee zu akzeptieren, dass Gedanken Macht haben.

Akzeptiert wird nun allmählich auch, dass manche Menschen diese Gedanken auf ganz natürliche Weise wahrnehmen können und dass das mehr ist als bloße Science Fiction. Hier in Amerika werden wir jedes Mal, wenn wir fernsehen oder eine Buchhandlung betreten, mit übersinnlichen Phänomenen und Geschichten von Engeln, Geistern und mentaler Telepathie überschwemmt.

Vielleicht ist dir die Vorstellung neu, dass wir alle – jeder einzelne von uns – übersinnliche Kräfte besitzen. Wir alle haben die Fähigkeit zur Telepathie, und das liegt nicht nur genetisch und physiologisch im Bereich des Möglichen, sondern wir kommunizieren bereits jeden Tag telepathisch miteinander.

Wer hat nicht schon einmal die Erfahrung gemacht, dass das Telefon klingelt und man weiß, wer am anderen Ende ist, bevor man den Hörer aufnimmt? Oder man denkt nach Jahren zum ersten Mal wieder an einen alten Freund oder Bekannten. Das Bild dieses Menschen geht einem nicht mehr aus dem Kopf, und noch am gleichen Tag ruft er dann "aus heiterem Himmel“ an oder man läuft ihm "zufällig“ über den Weg. Oder du fährst – aus dir selbst unerklärlichen Gründen – eines Tages eine andere Strecke zur Arbeit als die übliche und stellst später fest, dass du damit einem Unfall oder einem Straßenhindernis entgangen bist und vielleicht sogar dein Leben gerettet hast.

Dieser Instinkt wird etwas schnodderig „weibliche Intuition“ genannt. Doch solche Geisteskräfte sind bei Männern ebenso vorhanden und ebenso verbreitet wie bei Frauen. Es ist schade, dass das Reich des Instinkts oft als etwas Frivoles und Unzuverlässiges abgetan wird.

Wenn du jenseits allen Zweifels weißt, dass etwas mit deinem Kind nicht stimmt, selbst wenn es außer Sicht- und Hörweite ist, und dann herausfindest, dass dein Verdacht berechtigt war....

Wenn du weißt, dass einem deiner Freunde oder Familienmitglieder etwas zugestoßen ist, obwohl du es bewusstermaßen gar nicht wissen konntest, und dein Verdacht dir recht gibt....

Benutzt du deine psychischen Sinne? Benutzt du die Kräfte der mentalen Telepathie? Aus irgend einem Grund mag es schwierig sein, das zuzugeben. Wir fühlen uns vielleicht sicherer, es „Intuition“ zu nennen, „Instinkt“, oder „nur so ein Gefühl“. Wie oft sagen Leute: „Ich wusste es genau! Ich weiß nicht wie, aber ich wusste es.“ Bedauerlicherweise höre ich häufig diese Sätze im negativen Sinn: „Ich wusste, dass ich diese Aktie nicht hätte kaufen sollen!“ oder: „Ich wusste, dass ich den Fisch nicht hätte essen sollen!“ Diese Klagen werden fast immer von Selbstverurteilung begleitet: „Aber ich hörte nicht auf meine Intuition“, oder „Ich traute meinem ersten Gefühl nicht.“

Wenn du jemals gestöhnt hast, „Ich wusste es...“ dann solltest du folgende Fragen beantworten: Woher wusstest du es? Was sprach zu dir? Deine Intuition? Dein Höheres Selbst? Dein Schutzengel? War es Gott selbst? Oder hast du die Gedanken anderer Leute aufgefangen? Reagiertest du auf ihre mentalen Bilder?

Es gibt nichts Neues über diese Konzepte zu sagen. Es gibt keinen unter uns, der nicht sensitiv wäre. Jedem von uns ist die Fähigkeit der telepathischen Kommunikation zugänglich, und ich glaube mit jeder Faser meines Herzens, dass diese angeborene Kraft im nächsten Jahrhundert in unserer Gesellschaft so allgemein verbreitet sein wird, wie es die Elektrizität im letzten Jahrhundert geworden ist.

Was hat all das mit der Kommunikation mit Tieren zu tun? Diese missverstandenen Naturgesetze beziehen sich auf unsere Kommunikation mit Tieren genauso wie auf unsere Kommunikation unter einander. Um mit einem Lebewesen mental kommunizieren zu können, muss man zunächst einmal verstehen, was Gedankenformen sind und wie sie funktionieren.

Ich habe dich zuerst mit der Möglichkeit der Telepathie zwischen Menschen vertraut gemacht, weil sie geläufiger ist und diese Fähigkeiten wertvoll sind beim Umgang mit nichtverbalen Menschen wie Komapatienten oder Babys, doch die Prinzipien der Telepathie mit Tieren sind genau die gleichen. Es gibt keinen Unterschied. Kommunikation ist Kommunikation. Aber was genau ist sie?

Stufe Zwei: Kommunikation neu definiert

In unserer Kultur machen wir es uns ziemlich einfach mit dem Begriff der Kommunikation. Nach gängiger Auffassung wäre Kommunikation nichts weiter als der Austausch von Worten. Doch das ist trügerisch. Wir müssen uns daran erinnern, dass die Worte, mit denen wir Menschen, Gegenstände, Orte, Gefühle und Ereignisse in unserem Leben beschreiben, nicht tatsächlich die Menschen, Gegenstände, Orte, Gefühle und Ereignisse sind. Worte sind nichts weiter als Symbole für die greifbareren Gegenstände in unseren Welten. Sprache ist nur ein Aspekt von Kommunikation. Kommunikation ist der rohe Austausch von Emotion und Bildern unter Lebewesen. Wir sprechen nicht, anstatt telepathisch zu kommunizieren – wir sprechen, während wir telepathisch kommunizieren.

Nehmen wir an, du hast eine neue Couch gekauft und versuchst, sie zu beschreiben. Du machst dir im Geist ein Bild von der Couch und einigen Details: Farbe, Stoff, Größe, Gewicht, Weichheitsgrad.

Wenn du dich mit jemandem unterhältst und etwas beschreibst, hat dein Gegenüber vielleicht plötzlich einen Geistesblitz und versteht dich dann. Unabhängig davon, wie gut oder schlecht du die Couch beschreibst, kann dein Freund auf einmal im Geist das Bild von dem „sehen“, was du ihm zu vermitteln versuchst. Vielleicht ruft er aus: „Ich weiß, worüber du sprichst!“ Dann mag er deine Beschreibung in Worte fassen, die einen Sinn für ihn ergeben, oder den von dir beschriebenen Gegenstand mit etwas vergleichen, was ihm vertrauter erscheint. (Merke dir dieses magische Wort: vertrauter.) Wir benutzen nur so lange Worte, bis wir erfolgreich die Bilder in unserem Geist übertragen haben.

Bei allem, was wir einander per Sprache beschreiben, halten wir stets im Geist eine Serie von Bildern fest, die manchmal von starken Emotionen begleitet sind. Sprache erfasst die Kommunikation nicht. Kommunikation ist etwas viel Tieferes.

Stufe Drei: Den Film wahrnehmen - nicht nur die Tonspur

Hattest du jemals das Gefühl im Bauch, dass dich jemand belügt? Auch wenn diese Person sehr geschickt log und ihre Erzählung glaubhaft klang, wusstest du tief in deinem Bauch, dass sie die Unwahrheit sprach. Wie wusstest du es? Der Film dieser Person passte nicht mit ihrer Tonspur zusammen. Die Bilder in ihrem Geist stimmten nicht mit ihren Worten überein.

Heißt das, dass du direkten Zugang zum inneren Film dieser Person hattest, zu ihren Gedanken? Vielleicht sagst du, du hast es gespürt, dass die Person log. Welches Wahrnehmungsorgan hast du dann dabei benutzt?

Es gibt einen sechsten Sinn in allen von uns, der nicht mysteriöser ist als unser Seh- oder Geruchsorgan. Sein einziger Zweck ist, Gedanken zu übertragen und zu empfangen. Er kann Gedanken und Energieimpulse, die von anderen Lebewesen einschließlich der Tiere stammen, wahrnehmen, abwägen, registrieren und analysieren.

Stufe Vier: Gedankenformen erkennen

Was sind Gedanken wirklich? Ich bin mir zweier unterschiedlicher Arten von Gedanken bewusst. Die erste Art von Gedanken ist eine Reproduktion der Person, die sie aussendet. Sie ist eine Emanation, die durch eine besondere Absicht erzeugt wird und deren Auftrag es ist, der Absicht des Betreffenden gemäß zu handeln. Diese Gedanken tragen deswegen den emotionalen Inhalt dessen, der sie gesendet hat. Sie haben eine Absicht und eine Lebensspanne. Und genau deshalb funktioniert positives Denken. Leider funktioniert deshalb auch negatives Denken. Ängste sind nichts weiter als dunkle Gedanken, die wir zum Leben erweckt haben.

Was auch immer wir denken, sei es positiv oder negativ, wird für gewisse Zeit ein eigenständiges Leben annehmen, sich in der Welt manifestieren und schöpferisch tätig sein.

Mit solchen Gedanken erzeugen wir eine schattenhafte Kopie von uns selbst, die wir hinaus in die Welt um uns entlassen. Diese Kopie kann den Emotionen und Wünschen entsprechend sprechen und handeln, die sie erschufen. Schließlich wird eine solche Gedankenform immer schwächer, bis sie ganz verblasst, es sei denn, wir verstärken sie durch unser Verlangen und füllen ihre Form und Absicht wieder auf.

Man kann dies mit einer Radiostation vergleichen. Ein Signal wird auf einer gewissen Frequenz gesendet. Jenes Signal kann stark oder schwach sein und verstärkt werden, indem man mehr Energie hineinsteckt. Jeder kann das Signal auffangen, sofern er ein Rundfunkgerät hat, mit dem er den betreffenden Kanal empfangen kann. Das menschliche Gehirn arbeitet auf ähnliche Weise. Ob wir es erkennen oder nicht: Wir alle erzeugen Gedankenformen und senden Signale hinaus.

Meine erste direkte Erfahrung mit dieser Art von Gedankenform fand in einem Traum statt, den ich vor fünfzehn Jahren hatte. Mein damaliger Freund war ein Medium, aber ich war mir meiner eigenen übersinnlichen Fähigkeiten nicht bewusst. Er hatte es schwer, mich zu überzeugen, dass Gedanken real waren.

Ich hielt ein Mittagsschläfchen und war tief in einen Traum verstrickt, als mein Traum plötzlich von meinem Freund unterbrochen wurde, der in mein Schlafzimmer kam und seine Arme um mich schlang. Ich erwachte abrupt oder glaubte das zumindest, bis ich mich umdrehte. Ich war überrascht, meinen Körper schlafend im Bett liegen zu sehen. Hier saß ich mit meinem Freund an diesem Ort zwischen Wach- und Traumzustand am Fußende meines Bettes. Obwohl ich mir meiner selbst so bewusst war, wie dies nur im Wachzustand möglich ist, konnte ich nicht wach sein, da ich meinen Körper zusammengerollt im Bett sehen konnte. Ich konnte aber auch nicht schlafen, denn mein Freund hatte meinen Traum abrupt unterbrochen und mein Bewusstsein ins Schlafzimmer zurückgebracht. Er legte seine Arme von hinten um mich und küsste mich zwischen die Schulterblätter. Ich sah seinen Körper und fühlte ihn so stark, als sei er tatsächlich anwesend. Sein Körper hatte Gewicht und Masse, und ich spürte auch die Wärme seiner Berührung. Dann hörte ich seine Stimme laut in meinem Ohr: „Wach auf. Es ist Zeit aufzuwachen.“

Wenige Sekunden später klingelte das Telefon und „mein Freund“ flog aus dem Zimmer. Der Klang des Telefons trieb mich in meinen Körper zurück, und ich wurde nun wirklich wach gerüttelt. Als ich den Telefonhörer abhob, war mein Freund am anderen Ende der Leitung.

„Hast du meinen Gedanken empfangen?“ fragte er. Ich war verblüfft.

„Du warst gerade hier!"

„Nein, das war ich nicht wirklich“, sagte er. „Ich schickte dir nur einen Gedanken. Ich bat dich, aufzuwachen.“

Nach dieser erstaunlichen Initiation fing ich an, sensitiver auf die Gedanken anderer Leute zu reagieren und mir über die Gedanken bewusster zu werden, die ich selbst aussandte.

Der zweite Typ von Gedankenformen ist keine Kopie der Person, die sie aussendet, sondern lediglich das Bild eines unbelebten Gegenstandes. Wir beschwören ständig Bilder in unserem Geist herauf und schicken sie in die Welt hinaus. Wir feuern auch emotionale Gedankenformen ab, die voll von Verlangen sind. Tiere senden beides aus, Kopien ihrer selbst als Gedankenformen und Bilder unbelebter Gegenstände. Eins der besten Beispiele dieses geistigen Fangspiels lieferte mir mein Exfreund Benjamin. Eines Tages hatte ich ein ungeheures Verlangen nach Käsepopcorn und brauchte außerdem ein paar AA-Batterien für meinen Minikassettenrecorder. Da ich aber an dem Tag sehr beschäftigt war, hatte ich nicht die geringste Lust, loszufahren und die Batterien und Popcorn zu kaufen.

Obgleich ich kein Wort darüber verlor, kam Benjamin am Abend mit Käsepopcorn und AA-Batterien von der Arbeit. Er hatte keine Lebensmittel eingekauft und mir nichts anderes mitgebracht - nur Popcorn und Batterien.

Er sagte, er hätte auf dem Nachhauseweg an einem Geschäft angehalten und einfach diese zwei Artikel gekauft. Als er nach Hause kam, sagte er: „Ich dachte, dass du das vielleicht gebrauchen kannst.“ Ich fragte ihn, wie er gewusst hatte, dass ich mir den ganzen Tag die zwei Artikel gewünscht hatte. Seine Antwort lautete, „Sie gingen mir einfach nicht aus dem Kopf. Ich wusste, dass ich sie selbst nicht brauchte, deshalb nahm ich an, dass die Gedanken von dir kamen.“ Im Lauf von sieben Jahren wurde unsere telepathische Verbindung so stark, dass ich sehen konnte, wie seine Schattenreproduktionen in den Raum traten, und sie sprechen hörte: „Ich muss heute Abend bis spät arbeiten.“ Oder: „Ich habe mittags chinesisch gegessen.“ Manchmal war der Schatten so schwach, dass ich ihn nicht sehen konnte, aber ich fühlte seine warme, prickelnde Gegenwart in der Luft, und stärker noch war der Geruch nach Benjamins Kölnisch Wasser.

Wir alle besitzen die Kraft der direkten Verbindung, und wir besitzen sie aus einer Notwendigkeit heraus. Wenn uns ein Erdbeben, ein Tornado, eine Überschwemmung oder eine andere Naturkatastrophe davon abhält, das Telefon zu benutzen, können wir uns auf unsere inneren Kommunikationsleitungen verlassen. Hätten unsere Ahnen ihre Intuition nicht benutzt, um frisches Wasser, Nahrung und Lagerstätten zu finden, wäre keiner von uns jetzt hier. Die übersinnliche Fähigkeit ist das Geburtsrecht des Menschen.

Stufe Fünf: Das Anerkennen unserer angeborenen Fähigkeit

Die Indianer glauben, dass es nichts Übernatürliches gibt. Sich auf die Intuition zu verlassen und sie mit einzubeziehen ist genauso „natürlich“, wie wenn wir darauf vertrauen, dass unser Knochengerüst den Körper stützt oder unser Magen die Nahrung verdaut. Die Aborigines von Australien sind das älteste und isolierteste indigene Volk der Erde, unverdorben von der Außenwelt. Würden sie ihre psychischen Sinne nicht benutzen, um Wasser in der unendlichen Weite der australischen Wüste zu finden, wären sie bereits vor Tausenden von Jahren verdurstet.

Ich glaube, dass selbst bei uns schwerfälligen, glücklosen, maschinensüchtigen Amerikanern bis zum Alter von vier, fünf Jahren alle psychischen Sinne intakt sind, bis sie uns dann von kritischen Erwachsenen und dem Ansturm der Erziehung ausgetrieben werden. Ich kenne kein Kind, das keine „unsichtbaren Freunde“ hätte oder die „hübschen Lichter“ nicht sehen könnte, dem es nicht möglich wäre, sich an vergangene Leben zu erinnern, die Gedanken von Tieren zu hören oder völlig ungeniert mit Familienmitgliedern und Freunden telepathisch zu kommunizieren. Wenn Kinder genug Kritik eingesteckt haben und regelmäßig Bemerkungen über ihre „wilde Einbildung“ zu hören bekommen, schließen sie daraus, dass sie irrational sind, und behalten schließlich die Informationen für sich. Im Laufe der Zeit lernen sie, die Übermittlungen gänzlich zu ignorieren.

Studien der Zirbeldrüse, die sich zwischen den Augen befindet und der man die Eigenschaften des „Dritten Auges“ zuschreibt, zeigen, dass die Drüse im Alter von sieben bis acht Jahren anfängt zu verkümmern, um sich im weiteren Reifungsprozess des Kindes nur noch stärker zurückzubilden. Die Wissenschaft weiß mit der winzigen zapfenförmigen Drüse nichts anzufangen. Fest steht lediglich, dass deren Aktivität zum Stillstand gelangt, sobald wir in die Pubertät kommen. Von da an ist der Körper natürlich besessen von dem, was unterhalb der Taille geschieht!

Stufe Sechs: Die rechte Gehirnhälfte nutzen

In Drawing on the Right Side of the Brain legt Betty Edwards dar, dass die linke Gehirnhälfte die analytischen Fähigkeiten sowie den kritischen Geist, die Kräfte der deduktiven Argumentation und das Ego beherbergt. Das „Ich“, das wir alle kennen, ist in der linken Hemisphäre unseres Gehirns zu Hause.

Bei schätzungsweise 70 Prozent der Menschen haben die kommunikativen Fähigkeiten ihren Platz ebenfalls in der linken Gehirnhälfte, aber ich vermute, dass meine in der rechten Seite zu finden sind (obgleich tief unten). Das erklärt vielleicht, warum ich telepathische Übermittlungen im gesprochenen Wort in englischer Sprache empfange. Diese Fähigkeit wird Hellhören genannt.

Wenn die verbalen Fähigkeiten der linken Gehirnhälfte zum Schweigen gebracht werden, kommen die in der rechten Gehirnhälfte angesiedelten visuellen Fähigkeiten zum Zug und können eine angenehme Ruhepause herbeiführen, in der man frei von beurteilendem Denken ist. In der rechten Hemisphäre des Gehirns findet kein Beurteilen statt; hier gibt es nur die reine Erfahrung, die kleine Kinder wohl jederzeit genießen.

Der gleiche veränderte Bewusstseinszustand wird auch bei allen künstlerischen Unternehmungen erreicht, in denen genügend Meisterschaft im Spiel ist, so dass der Geist abschalten und der Körper „automatisch“ funktionieren kann. Auch professionelle Basketballspieler und Praktizierende der Transzendentalen Meditation haben mir diesen Glückszustand geschildert, und Gleiches ist von Schlittschuhläufern, Bildhauern, Skiläufern, Jongleuren, Fußballspielern und sogar Küchenchefs zu berichten, um nur einige zu nennen. Viele Jazzmusiker sprechen ehrfürchtig vom „groove“, und bei manchen Tänzern heißt es einfach „Ankommen“.

In The Inner Game of Tennis sagt Timothy Gallwey, der Focus des Spielers müsse immer auf das gerichtet bleiben, was gerade geschieht, anstatt auf die Beurteilung des eben Geschehenen. Auf diese Weise wird der Geist im gegenwärtigen Moment so wach gehalten, dass er keine Zeit hat, das Geschehene zu beurteilen, auch wenn es Lob verdient. Tänzer, Athleten, Künstler, (hoffentlich auch) Flugzeugpiloten und Rennfahrer lernen, im Augenblick zu bleiben. Nur im gegenwärtigen Augenblick finden wir den Zustand perfekter Konzentration, in dem kein beurteilendes Denken stattfindet.

Nach einer anderen Theorie ist der Schlüssel zur Stimulierung der übersinnlichen Kräfte weder in der rechten noch in der linken Gehirnhälfte zu finden. Das Gehirn soll vielmehr möglichst vollständig ausgeschaltet werden, damit wir uns in die Stille des Herzens begeben können. Nur im Herzen entgehen wir unserem mentalen Geplapper und können dann den Geist so lange zum Schweigen bringen, bis er endlich wahrhaft zuhört.

In der westlichen Welt ist diese Vorstellung praktisch unbekannt, doch treffen wir sie in allen östlichen Religionen an, die Erleuchtung durch Meditation suchen. Wir werden dieser Technik im Abschnitt über Hellfühlen nachgehen - der Kunst, Gefühle von anderen Lebewesen aufzufangen.

Stufe Sieben: Lernen, Geduld mit uns zu haben

Für das Erlernen der Telepathie gibt es ein System von Verfahren mit einem sehr konkreten Aufbau. Wenn du diese Verfahren lernst und so oft übst, dass sie Teil deines Körpers werden, kannst du dein Gehirn ausschalten und einen Zustand vorübergehender Gnade genießen.

Nichtverbale Kommunikation ist eine Kunst wie alle anderen Künste. Mit der Zeit wird uns der Zugriff auf die rechte Seite des Gehirns zur Gewohnheit werden, anstatt nur ein Zufallstreffer zu sein. Telepathie ist äußerst künstlerisch, denn sie ist die Fähigkeit, in Bildern zu denken – Bilder zu senden und zu empfangen, die wir im Geist wie auf der Leinwand eines Malers erschaffen haben.

Rad fahren ist eine Aktivität der rechten Gehirnhälfte, aber als du es die ersten paar Male probiert hast, erforderte es deine ganze linksseitige Konzentration und Aufmerksamkeit. Jetzt brauchst du dafür wahrscheinlich so wenig Aufmerksamkeit, dass du überhaupt nicht bewusst darüber nachdenken musst. Selbst das Gehen war einmal ein unsicheres Unterfangen. Mit der Praxis wird die psychische Kommunikation bald nur noch ein alter Hut für dich sein. Dann gehst du spazieren und unterhältst dich gleichzeitig telepathisch mit deinem Hund, ohne dich auf die eine oder andere Fähigkeit konzentrieren zu müssen.

Stufe Acht: Vom gewohnten Weg abrücken

Wir menschlichen Tiere haben an einem Tag etwa vierzigtausend Gedanken (obwohl ich ein paar Leute kenne, die schwören würden, nur zwei oder drei Gedanken an einem guten Tag zu haben). Wenn ein Tier oder auch eine andere Person Kontakt aufzunehmen versucht, werden sie immer ein Besetztzeichen erhalten. Die Hauptaufgabe des menschlichen Gehirns ist ganz offensichtlich, so viele Nachrichten wie irgend möglich auszusenden und um jeden Preis beschäftigt zu wirken.

Etwa vierzigtausend Impulse werden also täglich von deiner persönlichen Radiostation in die Welt um dich herum ausgesendet. Wären deine Gedanken dem bloßen Auge sichtbar, dann würden wir sie pausenlos hinausströmen sehen - und dies den ganzen Tag, Tag für Tag.

Um telepathisch zu kommunizieren, musst du aufhören, Signale auszusenden. Du wirst lernen, den Diskjockey abzuschalten, deine Kanäle zu klären und zu empfangen. Der sechste Sinn ist feiner als die anderen fünf. Das Dritte Auge wird anfangen zu pulsieren und aus seinem Schlaf erwachen, sobald es endlich von Frieden und vollkommener Stille umgeben ist.

Du wirst entdecken, dass du nicht deine Gedanken bist. Wenn du dich von deinen eigenen Gedanken so sehr abgelöst hast, dass du dich in völliger Stille erfahren kannst, wirst du ein größeres Du finden. Du kannst es Geist, Seele, Höheres Selbst, den Zeugen, Beobachter oder die unsterbliche göttliche Essenz nennen. Das Du, das nicht deine Gedanken ist, hat übernatürliche Kräfte.

Das neue Du wird aufnahmefähiger sein, als du es jemals für möglich gehalten hast.

Stufe Neun: Die eigene Göttlichkeit ehren

Ich finde das Paradigma von der göttlichen Mutter – auch wenn man sie Mutter Natur nennt – der übersinnlichen Kommunikation zuträglicher ist als die Vorstellung von einem männlichen Gott, der uns erst erschaffen und dann allein gelassen hat und jetzt irgendwo anders lebt. Die Vorstellung, dass die Welt Teil des göttlichen Körpers ist und wir damit Teil der Mutter Erde, ist eine brauchbarere Abstraktion für die telepathische Kommunikation. Wenn du dich in den Finger schneidest, heilt er automatisch. Ist das nicht Beweis genug, dass es in dir vollkommene Göttlichkeit gibt, die jenseits deines Verständnisses liegt? Es gibt keine Trennung zwischen uns und der Göttin in uns oder außerhalb von uns, zwischen den Menschen und den anderen Geschöpfen der Göttin. Wir leben im Körper der Göttin, und die Göttin lebt in unserem Körper und ist dort gut aufgehoben.

Erforsche ganz spielerisch folgende Meditation mit deinem Tier. Wenn dir das wie ein gewaltiges Stück Arbeit erscheint, blockieren vermutlich deine Ängste und Sorgen dein Schaltsystem. Denk daran, dass der Schlüssel zu dieser Meditation das Wort Mühelosigkeit ist. Vielleicht hältst du dich besser an Fragen, deren Antworten du nicht kennst, und wieder einmal könnte dich dein Tier mit seinen Antworten überraschen. Es mag am Anfang produktiver sein, mit den Tieren deiner Freunde zu üben, weil du über sie nicht so viele vorgefasste Vorstellungen hast und deine Freunde dir helfen können, die gewonnenen Informationen zu überprüfen. Schreib alle deine Wahrnehmungen in einem Tagebuch nieder oder nimm einen Kassettenrecorder, wenn du dich beim Sprechen wohler fühlst.

Techniken für die Interspezies-Kommunikation

Ich schließe meine Augen, um zu sehen.

Paul Gauguin

Hellseh-Übung: Mit dem Tier Bilder austauschen

1. Entspanne deinen Körper. Finde einen Ort, wo du dich völlig entspannt und sicher fühlen kannst. Trage weite, bequeme Kleidung. Stell das Telefon ab, zieh die Vorhänge zu und stelle sicher, dass du vollkommen ungestört bist. Vielleicht möchtest du deinen tierischen Freund bei dir haben. Vielleicht machst du es dir aber auch lieber im Freien bequem und setzt dich in den Garten, auf den Balkon oder in den Pferdestall. Es ist besser, du gehst zu deinem Tier, als dass du es zu dir holst. Die Nähe zu deinem Tier ist irrelevant. Du kannst so nah oder fern von ihm sein, wie du magst. Setz dich auf ein Kissen auf dem Boden oder auf einen Stuhl und halte die Wirbelsäule so aufrecht, dass du dich noch bequem dabei fühlst. Diese Stellung ermöglicht es der Energie, sich frei die Wirbelsäule hinauf und hinunter zu bewegen.

Leg dich nicht hin, weil dich das schläfrig machen kann und du dich dann nicht mehr konzentrierst. Vergewissere dich, dass sich auch dein Tier entspannen kann oder dass es zumindest unbeschwert spielt.

2. Fokussiere dich auf deine Atmung. Nimm drei tiefe Atemzüge. Fülle deine Lungen vollständig und entleere sie vollständig beim Ausatmen. Stell dir beim Ausatmen vor, dass alle Spannung aus deinem Körper fließt. Entspanne deinen Körper völlig. Lenke deine Aufmerksamkeit auf dein Herz und auf den gleichmäßigen Rhythmus deines Atems.

3. Gehe in die Stille. Schließe deine Augen und schaue mit geschlossenen Augenlidern sanft nach oben. Diese Augenbewegung erhöht deine Aufmerksamkeit für dein Drittes Auge. Stell dir deinen Denkprozess als Film vor, der im Theater vorgeführt wird. Beobachte, wie sich der Vorhang von beiden Seiten der Bühne vor deinem Denkensprozess schließt. Vielleicht fällt ein riesiger weißer Wandschirm von der Decke. Jetzt ist die Vorstellung vorüber. Jetzt sind keine Gedanken mehr erlaubt auf der Bühne. Wenn Worte zur Bühne zurückkehren, fang sie sanft auf und geleite sie weg. Lass die leere Bühne in einem schönen weißen Licht leuchten. Das Licht wird immer gleißender, während du es genießt, dich an diesem Ort ohne Worte auszuruhen.

4. Visualisiere deine Botschaft. Stell dir den Gegenstand vor, den du deinem Freund übermitteln möchtest, indem du ihn auf der Bühne siehst. Lass uns mit dem Futternapf deines Freundes beginnen. Stell dir den Futternapf - oder den Futtersack - deines Tieres vor. Visualisiere das leere Gefäß in der Mitte der Bühne und erlaube ihm, in deinem Geist Gestalt anzunehmen. Sieh es deutlich vor dir. Stell das Bild klar ein und mach die Ränder scharf. Beachte Größe, Tiefe, Umfang und Gewicht sowie alle Details, die dir bei der Beschreibung helfen. Besonders wichtig ist, dass du die Farbe des Gegenstandes lebhaft vor Augen hast.

5. Schicke Liebe. Verlagere deine Aufmerksamkeit auf dein Tier, ohne dabei die Augen zu öffnen, und konzentriere dich auf deine Liebe zu ihm. Sprich einen Moment lautlos mit ihm und denke an deine Liebe zu ihm. Frag dann höflich: „Darf ich sehen, was du siehst?“ Wenn du mit den Worten „Ich liebe dich“ beginnst, wird dir deine Bitte selten abgeschlagen werden.

Solltest du unerwartet Widerstand spüren, dann versuch die Technik später noch einmal. Wir sind immer höflich und drängen uns niemals auf.

Wenn du einen warmen Fluss des Einverständnisses zwischen euch beiden fühlst, stell dir vor, dass du durch eine Tür am Scheitel in den Körper des Tieres schlüpfst. Aus dieser Perspektive bist du das Tier. Du kannst nun mit seinen Augen sehen.

6. Stell eine einfache Frage. Es sollte eine Frage sein, die sich mit einem Bild beantworten lässt. In unserem Fall werden wir fragen: „Was möchtest du fressen?“ Stell dir den leeren Napf, den du auf die Bühne projiziert hattest, nun direkt vor dir vor. Denk daran, dass du mit den Augen deines Tieres siehst und den Napf deshalb aus seiner Perspektive vorfindest. Wenn dein Freund klein ist, wirst du beispielsweise sehr nahe an der Schüssel sein. Denk an deinen Magen und wie schrecklich hungrig du bist. Fühl, wie dir das Wasser im Mund zusammen läuft, während du darauf wartest, einen großen Happen vom köstlichsten Futter der Welt zu nehmen. Projiziere jetzt den Gedanken, dass der Napf mit diesem Futter gut gefüllt ist.

7. Schnell! Fang jetzt den Gedanken auf! Zieh dich in die Stille zurück und empfange das Bild. Welches Futter ist es? Die Antwort wird blitzschnell eintreffen. Die Übermittlung findet fast gleichzeitig statt. Noch bevor du die Frage zu Ende gestellt hast, kannst du schon die Antwort erhalten haben.

8. Vertrau dem ersten Gefühl. Das erste Bild, das dir zufliegt, ist das richtige. Falls es dir eher merkwürdig vorkommt, könnte es eine verschlüsselte Information enthalten, die dir das Tier sendet. Wenn du mit einem Hund sprichst und er dir das Bild eines großen saftigen Steaks sendet, brauchst du natürlich nicht daran zu zweifeln, dass du erfolgreich mit ihm verbunden warst. Aber auch, wenn die Antwort unmittelbar keinen rechten Sinn ergeben will, solltest du ihr nicht misstrauen und das Übermittelte nicht einfach abtun. Vielleicht will das Tier ausdrücken, dass es ihm an einem Vitamin oder Mineral fehlt oder dass es mehr Grünzeug, Körner oder Ballaststoffe braucht. Wenn du das Bild von einem Bund Karotten von einem Pferd empfängst, ist die Botschaft klar, wenn das gleiche Bild dagegen von einem Hund kommt, will er dir vielleicht sagen, dass er Beta-Carotin oder Ballaststoffe nötig hat.

Jetzt ist nicht der Augenblick, die Botschaft zu analysieren. Nimm das, was kommt, einfach auf und akzeptiere es unbesehen. Später wirst du es dann mit deinem kritischen Geist entschlüsseln. Im Augenblick sollte alles nur ein Spiel sein.

Versuch, Sympathie aufzubringen, wenn es dir schwer fällt, ein Bild zu tolerieren - ein totes Rebhuhn oder eine frisch getötete Maus beispielsweise. (Ich werde in künftigen Übungen eingehend über Mut und Urteilsfreiheit sprechen.) Mach dir keine Sorgen, wenn es etwas ist, das du niemals essen würdest. Da du dich als dein Tier erfährst, wird dir die Nahrung auf jeden Fall köstlich schmecken.

Wenn du kein Bild empfängst, füll die Futterschüssel mit dem, wovon du glaubst, dass es dem Tier schmeckt, und das Tier wird dein Bild korrigieren. Dein Trockenfutter könnte sich beispielsweise in Hühnerbrust verwandeln. Bleib dabei und genieße die Erfahrung, dein Tier zu sein, während es frisst. Vielleicht hast du ja auch Lust, noch weitere Fragen zu stellen:

WAS IST DEIN LIEBLINGSSPIELZEUG? Sieh deine menschliche Gestalt von außen, wie sie deinem Freund ein Spielzeug zuwirft. Lauf diesem Gegenstand aus der Perspektive deines Freundes mit wilder Hingabe nach. Heb ihn begeistert mit seinem Maul auf. Was ist es? Welche Farbe hat es? Wenn du nicht sofort Antwort bekommst, sende deinem Freund deine Vorstellung von seinem Lieblingsspielzeug. Wenn du Unrecht hast, wird er dir ein anderes Bild zurückschicken und deine Vorstellung damit korrigieren.

WO SCHLÄFST DU AM LIEBSTEN, WENN ICH NICHT DAHEIM BIN? Sieh, wie sich dein tierischer Freund bereit macht, an seinem Lieblingsplatz zu schlafen. Fühl aus seiner Perspektive, wie du schläfrig wirst und schau dich um. Was siehst du? Welche Farbe hat das Bettzeug, der Teppich, das Handtuch, das Nest oder der Ast, auf dem er sich ausruht? Welches Material spürst du, welche Temperatur? Wie fühlt es sich unter seinem Körper an? (Du sendest vielleicht das Bild eines grünen Teppichs, und er korrigiert es mit einem Bild eines blauen Bettüberwurfs.)

WER IST DEIN BESTER FREUND? Sei darauf gefasst, dass das nicht unbedingt du bist. Sieh, wie dein Tier auf das Tier zuläuft, zukriecht oder zufliegt, das es am meisten mag. Das Gefühl von Liebe und Erregung zeigt dir, wen es liebt. Deswegen geht es nicht so sehr um den Gegenstand der Liebe, als um das Gefühl selbst, das wir erschaffen. (Wir werden den Austausch von Gefühlen im Kapitel über Hellfühlen erforschen.) Vielleicht ist es leichter, diese Frage in folgendem Bild zu stellen:

WER GIBT DIR LECKERBISSEN? Wenn du dir einen Leckerbissen vorstellst, der deinem Tier vor der Nase baumelt, wird es dir das Bild der Person senden, die ihm den Leckerbissen vor die Nase hält. Du wirst vielleicht überrascht sein, dass deine Nachbarn deinen Hund füttern.

WELCHE LECKERBISSEN MAGST DU AM LIEBSTEN? Sende ein Bild von dem Leckerbissen, den dein Tier deiner Meinung nach am liebsten hat, und lass dir dein Bild vom Tier korrigieren. Auch hier gibt es oft Überraschungen. Du könntest herausfinden, dass dein Tier am liebsten das Katzenfutter von nebenan frisst oder auch die Pommes frites, die es dir am Vorabend vom Tisch stibitzt hat.

WER NIMMT DICH IM AUTO MIT? Unternimm aus der Perspektive deines Tieres eine Autofahrt. Setz dich an seinen Platz und sieh, was es sieht. Denk daran, dass es nicht deine Größe hat. Es sieht die Welt von einem viel niedriger gelegenen Standpunkt aus. Schau jetzt, wer das Auto lenkt und mit „dir“ redet und „dir“ den Kopf tätschelt.

WOHIN FÄHRST DU AM LIEBSTEN IM AUTO? Sende das Gefühl der Erwartung und steig als dein Tier aus dem Auto. Betrachte die Welt um dich aus seiner Perspektive. Gibt es Vögel? Bäume? Wasser? Andere Tiere? Was ist auf dem Boden? Wonach riecht es?

WAS HAST DU HEUTE GEMACHT? Das ist eine gute Frage, wenn ihr zwei den ganzen Tag getrennt seid. Sende ein Bild von dem, was es deiner Meinung nach getan hat. Schlaf in seinem Bett, setz dich ans Fenster - vielleicht sendet es dir Bilder zurück, wie es an der Couch knabbert, aus der Toilette trinkt, die Tiere in der Nachbarschaft quält oder dergleichen. Nimm das mit Humor. Wenn es nach dem telepathischen Austausch bestraft wird, wird es sich dir nicht mehr anvertrauen.

Wenn du keine klare Antwort auf eine deiner Fragen bekommen kannst, dann erzwinge nichts und sei nicht entmutigt. Stell einfach gut gelaunt die nächste Frage. Erinnere dich, dass dies eine Scharade auf psychischer Ebene ist. Wenn du kein Bild erhältst, kannst du es ein andermal wieder versuchen, und wenn du unverständliche Bilder empfängst, wird dir ihr Sinn aller Wahrscheinlichkeit nach später aufgehen.

9. Verabschiede dich mit Anstand. Wenn du deinen Besuch beendet hast, bedanke dich bei deinem Freund dafür, dass er dir seine Gedanken und Wünsche anvertraut hat.

Sag ihm, dass du dankbar bist, dass er dich so großzügig in seinen Körper hinein ließ, und dass du diese Form der Kommunikation mit ihm in Zukunft öfter üben möchtest. Danke ihm für das Gespräch und bitte ihn, geduldig mit dir zu sein. (Glaub keinen Augenblick lang, dass Tiere nicht jedes Wort verstehen, das wir sagen.)

10. Kehre in deinen Körper zurück. Nun kannst du üben, deinen Körper auf dem selben Weg zu betreten, wie du den Körper deines Freundes durch ein Portal am Scheitel betreten hast. Konzentriere dich auf deine Atmung und lenke deine Aufmerksamkeit wieder auf dein Herz. Werde dir der Gefühle und Wünsche in deinem eigenen Körper bewusst und erinnere dich daran, dass die Gefühle, die du gerade im Körper deines Freundes erlebt hast, nicht die deinen sind. Dein Freund hat seinen eigenen Körper und du hast deinen. Obwohl ihr manchmal eure Erfahrungen teilt, seid ihr getrennt von einander und einmalig.

Stell dir deinen Freund umgeben von einem Feld weißen Lichts vor - als würde er eine Rüstung aus Mondstrahlen tragen. Umgib jetzt deinen Körper mit deiner eigenen Mondstrahlenrüstung. Lass Kommunikation zu, aber haltet gleichzeitig eure Identitäten auseinander. Sogar diese Kommunion benötigt gesunde Grenzen.

11. Reagiere auf den Wunsch deines Tieres. Wenn deine Meditation beendet ist, musst du deinem Freund unbedingt das geben, worum er dich bat. Auch wenn du selbst nicht daran glaubst, dass dein Kontakt erfolgreich war, wird dein Tier wissen, dass du Kontakt geknüpft hast, und auf die Erfüllung deines Versprechens warten. Mach keine Versprechen, die du nicht halten kannst. Sonst würde dein Tier lernen, dir zu misstrauen und nicht mehr telepathisch mit dir kommunizieren. Schreite nach einer telepathischen Kommunikation immer so schnell wie möglich zur Tat. Das wird dein Tier ermutigen, auch in Zukunft wieder mit dir zu kommunizieren, und du erweist dich als vertrauenswürdiger Freund. Wenn du den Wunsch deines Freundes nicht erfüllen kannst (z. B. eine Schüssel mit Rebhuhn oder Maus), nimm den bestmöglichen Ersatz, beispielsweise ein Stück warmes, nur halb gekochtes Huhn.

Wenn ihr Bilder von Leckerbissen oder Spielzeug austauscht, dann bring sie deinem Freund und zeig ihm damit, dass du seine Gedanken empfangen hast. Wenn ihr Bilder von einer Autofahrt ausgetauscht habt, vom Herumtoben im Park oder von einem Besuch bei Oma, dann setze diese in die Wirklichkeit um. Ich komme wieder darauf zurück, weil es so wichtig ist. Lass eurer Konversation immer Taten folgen. Überhäufe deinen Freund mit Aufmerksamkeit und lobe ihn überschwänglich dafür, dass er dir seine Gedanken mitteilt.

Diese positive Verstärkung wird sich als sehr nützlich erweisen, wenn du anfängst, Fragen über heikle Themen zu stellen. Im Augenblick bist du dabei, Vertrauen aufzubauen. Du musst das Vertrauen eines Tieres haben, bevor du auf negative Umstände wie medizinische Probleme oder Verhaltensstörungen eingehen kannst.

An einen neuen menschlichen Freund würdest du keine allzu persönlichen Fragen richten (wenn du Taktgefühl hast), und genauso kannst du kein Gespräch mit einem Tier eröffnen, indem du seine Gefühle verletzt oder es in die Defensive treibst.

Ich eröffne das Gespräch immer mit den Worten: „Was frisst du am liebsten?“, denn Tiere sprechen genauso gern über dieses Thema wie die meisten Menschen. Würde ich die Unterhaltung mit den Worten „Hast du Krebs?“ eröffnen, dann wäre hiermit die Unterhaltung meist auch schon beendet. (Überraschenderweise kennen die meisten Tiere die Namen für ihre Gesundheitsprobleme. Ich weiß nicht, ob sie sie beim Tierarzt lernen oder ob dies ein tiefes „Wissen“ ist.) Auch nachdem du eine Beziehung mit einem Tier hergestellt hast, kann es von neugierigen Fragen abgeschreckt werden und die Kommunikation abbrechen. Du wirst herausfinden, dass Tiere dir nicht immer antworten wollen. Du wirst auch unweigerlich entdecken, dass Tiere lügen (und dich übers Ohr hauen). Wenn man Fragen stellt wie „Wer hat auf meine Schuhe gepinkelt?“ oder „Wer hat am Tischbein genagt?“, schieben Tiere wie Kleinkinder gern anderen die Schuld zu. Jedes Mal wenn ich meine fünf Katzen frage: „Wer hat den Streit angefangen?“ antworten sie mir im Chor: „Ich nicht!“ (Dann lachen sie.) Also sei am Anfang höflich und geh die Sache mit Humor an. Erinnere dich an folgende Ausgangspunkte:

1. Baue zuerst Vertrauen auf.

2. Geh später auf Probleme ein.

Für den Fall, dass du diese Übung mit einem deiner tierischen Freunde gemacht hast und zum ersten Mal in deinem Leben Kontakt hattest:

12. Brüll „Juhuuu!“ Jetzt kannst du vom Stuhl aufspringen und einen Siegestanz aufführen. Tanze einen Jig. Mach Steve Martins wilde, verrückte Sprünge durch das Zimmer. Brülle und schreie und tanze. Du hast deine übersinnlichen Fähigkeiten angezapft, und das ist keine Kleinigkeit. Du hast etwas Kühnes getan! Du hast der Konvention ins Angesicht gelacht und entdeckt, dass du mystische, magische, wunderbare Kräfte hast. Dies ist ein Grund zum Feiern.

Diese positive Verstärkung wird dir tatsächlich dabei helfen, deine psychischen Kanäle zu öffnen, und das mit jeder freudigen Feier von Neuem.

Einige überraschende Antworten

In meinen Workshops wird immer viel gelacht. Einmal assistierte mir mein Kater Rodney, indem er eine Reihe von Fragen für die Kursteilnehmer überprüfte. Ich hatte die Antworten (die ich für richtig hielt) auf Karten geschrieben und diese mit der Schrift nach unten auf meinem Schoß gestapelt, um Zweifel von vornherein auszuräumen. Als Rodney nach seinem Lieblingsfutter befragt wurde, gab mir die Klasse korrekte Antworten, auf die ich selbst niemals gekommen wäre. Es war klar, dass sie nicht meine Gedanken gelesen hatten, denn ich hatte „Hühnchen“ auf die Karte geschrieben. Eine Kursteilnehmerin sagte „Zuckerguss“, eine andere platzte mit „Käsefisch“ heraus.

Sie konnten unmöglich wissen, dass Rodney über meinen letzten Geburtstagskuchen hergefallen war und eine ganze Reihe der zuckrigen Röschen weggeschleckt hatte. Auch konnten sie nicht erraten, dass ich mir auf meiner letzten Cocktail-Party ein paar der fischförmigen Kräcker aus der Schüssel nehmen wollte und die Kräcker pitschnass vorfand. Zu meinem Ärger hatte Rodney den Käse von jedem einzelnen „Fisch“ geleckt.

Bei einem Testlauf von Tammy Faye Bakkers Fernseh-Talkshow kommunizierte ich per Foto telepathisch mit ihrem herrlichen Hund. (Auf diese Methode werde ich in späteren Kapiteln eingehen.) Als ich den Hund bat, mir sein Lieblingsfutter zu zeigen, sandte er das Bild und den Geschmack von Schokolade. Als er gebeten wurde, seine Lieblingsaktivität zu schildern, sagte er, am liebsten sitze er in etwas Rotem. Tammy bestätigte, dass sie eine Woche zuvor den Hund die Reste ihres Schokoladeneisbechers ausschlecken ließ und dass sie ihn immer in einem großen roten Beutel über ihrer Schulter bei sich trug. (Und dies trotz der Gerüchte, Hunde seien blind für bestimmte Farben, was übrigens auch nicht meine Erfahrung ist. Hunde und Katzen haben mir jede Farbe des Regenbogens beschrieben, und in „The Mo-Show“ zeigte mir ein Mops mental seine grün und purpurn geblümte Tagesdecke.)

Mach dir klar, dass das Scharadenspiel ziemlich subjektiv sein kann. Die Tiere werden dir - so gut sie es eben können - Bilder übermitteln, aber die Interpretation ist dir überlassen. Sei nicht voreilig und verwirf nichts, was dir falsch oder nur eingebildet vorkommt. Die korrekte Übersetzung erfordert vielleicht etwas mehr Kreativität von deiner Seite. Hier noch ein paar Beispiele von „Bildersprache“, wo die Information zwar richtig war, die Übersetzung mich jedoch gnadenlos überforderte.

Bills Bulldoggen

Ich machte vor ein paar Jahren einen Hausbesuch, um ein Paar Bulldoggen kennen zu lernen, die bei mir einen unauslöschlichen Eindruck hinterließen. Sie erzählten mir viel, und ich gab alles an ihren Besitzer Bill weiter, einer Größe in der Filmindustrie. Während ich jedoch unzusammenhängendes Zeug daherredete, saß Bill bewegungslos und mit versteinertem Gesicht da, ohne mir durch ein Kopfnicken auch nur die geringste Bestätigung zu geben.

„Gott, ist das strapaziös“, murmelte ich vor mich hin. Als ich die Bulldoggen bat, mir ihre Lieblingsaktivität zu schildern, schwärmten sie von einem seichten fließenden Wasser. Sie zeigten mir, wie „Papa“, sie zu einem seichten Gewässer führte, in dem sie knietief wateten und planschten. Das Wasser schien einer Quelle zu entspringen, deshalb nahm ich an, dass es sich um einen Bach oder einen Teich handelte, der von einem kleinen Wasserfall gespeist wurde. Aber hier war ich überfordert. Die Hunde sandten mir ständig Bilder von bunten Fischen im Wasser. Ich sagte Bill, dass die Hunde den Teich mit den Fischen liebten und er sie bald wieder dorthin führen sollte. Noch während ich dies sagte, fragte ich mich, wo man im südlichen Kalifornien Hunde zu einem Teich mit tropischen Fischen in leuchtenden Farben führen konnte.

Am Ende des Readings sagte mir Bill, er habe absichtlich nicht reagiert, weil er mir keine Hilfestellung geben wollte. Aber dann holte er ein Fotoalbum und zeigte mir ein Bild seiner Bulldoggen in einem Planschbecken für Kinder. Das war also der Teich! Bill hatte es im Garten aufgestellt und mit einem Gartenschlauch gefüllt. Das war die Quelle! Das Plastikbecken war mit bunten Fischen bedruckt.

Der Iguana und die Trauben

Ich bekam einen Anruf von Peggy, einer reizenden und sehr gewissenhaften Klientin, die darüber klagte, dass ihr Iguana Stan, den sie gerettet hatte, nicht mehr fraß.

Peggy war in Panik, weil Stan sich offensichtlich zu Tode hungerte. Ich arbeitete damals bereits seit mehreren Jahren beruflich als Tiermedium, hatte aber noch nie mit einem Reptil geredet, und ich wusste offen gestanden so gut wie nichts über Iguanas. Weil ich keine Ahnung von ihrer Ernährung, ihren Gewohnheiten und Bedürfnissen hatte, ergriff ich die Gelegenheit, auf gut Glück mit einem zu kommunizieren.

Peggy hatte mehrere Tierärzte konsultiert, die offenbar noch weniger über Iguanas wussten als ich. Die arme Peggy hatte keine Diagnose bekommen können, und die spärlichen Ratschläge, die man ihr gab, funktionierten nicht. Stan wollte einfach nichts fressen.

Ich hatte Stan in Peggys Haus gesehen, als ich einen Hausbesuch machte, um mit ihren Katzen zu reden, aber ich hatte keinen Versuch unternommen, mit ihm zu sprechen. Um ehrlich zu sein, ließ mich Stan erschaudern. Aber weil ich seine Bekanntschaft – von Angesicht zu seinem grünen Angesicht – bereits gemacht hatte, versuchte ich, telefonisch Kontakt mit ihm aufzunehmen.

Ich begann: „Stan, ich habe gehört, dass du nicht frisst. Was würdest du gern fressen“? Bei dieser Frage stellte ich mir vor, dass Stan etwas Köstliches fraß. Ich hörte die Worte „Bananen-Bonbons, Bananen-Bonbons“!

Ich sah mit meinem geistigen Auge kleine Stücke getrockneter Banane. Peggy bestätigte, dass Stan tatsächlich nur noch Moneky Chow fraß, eine Süßigkeit, die getrocknete Bananen enthielt. Ich fühlte mich so erleichtert. Ich hatte tatsächlich Kontakt zu einem Iguana!

Auf die Frage, was wir sonst tun könnten, um seine Gesundheit zu verbessern, schickte Stan mir einen Kälteschauer und ein Gefühl von Klaustrophobie. Seine Beine schmerzten beim Laufen. Er wollte hinaus in den Sonnenschein, wo er sich frei bewegen konnte und nicht durch das enge Terrarium in seinen Bewegungen behindert wurde.

Ich dachte nicht groß über diese Bitte nach und ignorierte sie törichterweise. Welcher Iguana würde schon nicht lieber draußen im Sonnenschein spazieren gehen?

„Was können wir für deine Gesundheit tun, Stan? Was fehlt dir? Bist du über deine Lebensbedingungen so unglücklich, dass du dich zu Tode hungern willst?“

Darauf sandte mir Stan ein tiefes Gefühl von Liebe für seine menschliche Mutter und erzählte, dass sein Leben mit ihr viel besser als vorher war. Peggy bestätigte, dass sie ihn aus einer schrecklichen Situation befreit hatte und er in der ersten Zeit gefressen hatte und zufrieden gewesen war.

Stan wurde sogar noch zahmer und zärtlicher und erlaubte ihr, ihn zu halten, bis er sich plötzlich veränderte. Ich versuchte es ein weiteres Mal: „Stan, warum willst du nicht fressen?“ Hier ließ meine Interpretation mich im Stich. Als Stan mir das Innere seines Magens zeigte, sah ich in seinem Bauch ganze Trauben gelatineartiger Murmeln mit dünnen Häuten.

„Hast du es mit Weintrauben versucht?“ fragte ich Peggy. „Er zeigt mir grüne Trauben. Du könntest versuchen, ihm ein paar Trauben zu füttern.“ (Monkey Chow war eine Süßigkeit und führte Stan keine Nährstoffe zu.)

Am nächsten Tag rief Peggy an, um mir zu sagen, dass Stan die Trauben nicht fressen wollte.

Verwirrt und enttäuscht gab ich auf. Die nächsten Tage schmollte ich und murrte, weil Reptilien so schwer zu verstehen sind.

Gott sei Dank fand Peggy bald nach unserem Gespräch einen Tierarzt, der etwas über Iguanas wusste und eine genaue Diagnose stellte. Aufgeregt rief sie an, um mir die Neuigkeit zu berichten:

Zuallererst: Stan war ein Weibchen! Kein anderer Tierarzt hatte das bis jetzt herausgefunden, und offensichtlich hatte Stan es versäumt, dies mir gegenüber zu erwähnen. Zweitens war Stan trächtig! Der Tierarzt sagte, Stans Vernarrtheit in die neue Besitzerin hatte das Tier dazu gebracht, eine Scheinschwangerschaft herbeizuführen. Stan war also nicht nur eine trächtige weibliche Eidechse, sondern eine trächtige weibliche lesbische Eidechse!

Außerdem sagte der Tierarzt, dass bei Iguanas die Schwangerschaften monatelang dauern und dass sie sich in dieser Zeit weigern, etwas zu fressen. Sie legen ihre Eier im Gehen. Weil Stan voller Eier war und sich in ihrem engen Käfig nicht weit fortbewegen konnte, war sie drauf und dran zu platzen.

Peggy sagte, dass es Stan schließlich gelungen sei, im Käfig umher zu gehen und ein paar Eier herauszuquetschen, und rate mal, wie sie ausschauten: wie kleine grüne Trauben! Stans Information war also kristallklar gewesen. Sie hatte mir gesagt: „Ich bin in mein Frauchen verliebt. Ich habe einen Bauch voller Trauben, und ich muss umhergehen.“ Ich hatte es vermasselt, denn ich hatte die Information missverstanden.

Danach zog ich eine Iguana-Fachfrau, Joleen Lutz, zu Rate. Joleen leitet die Rettungsorganisation Winged Iguana und erzählte mir, wie das tatsächlich ist mit den Scheinschwangerschaften bei Iguanas. Die Weibchen werden einmal pro Jahr trächtig, ob sie nun verliebt sind oder nicht. Während der Schwangerschaft, die über einen Monat dauert, können sie nicht fressen, weil die Eier den Magen zusammendrücken. Das könnte erklären, warum Stan mir sagte, die Eier seien in ihrem Magen. Joleen sagte, Iguanas legen ihre Eier, auch wenn diese nicht befruchtet sind, genauso wie Hühner das tun. Manche Iguanas sind wunderbare Mütter. Sie gehen bei der Eierablage sehr wählerisch vor, während andere Weibchen ihre Eier einfach irgendwo fallen lassen.“ (Das erinnerte mich an einige Schauspielerinnen, die ich kenne.) Wenn du dich mit Winged Iguana in Verbindung setzen möchtest, um Hilfe für deine Iguana-Freunde zu suchen, findest du die Ruf-Nummer am Ende dieses Buches.

Kapitel 3:
Hellfühlen - Von Herz zu Herz

Das Land erschafft die Familie. Die meisten Menschen erschaffen nicht ihre eigenen Werte; die Kultur stiftet Werte - das ist der Sinn einer Kultur.

- Sapphire, Black Wings und Blind Angels

Hellfühlen: Gefühle klären

Im folgenden Absatz beschreibt Brenda Ueland eine Liebe jenseits aller Worte:

Als van Gogh ein junger Mann in seinen frühen Zwanzigern war, studierte er in London, um Pfarrer zu werden. Er verschwendete keinen Gedanken daran, Künstler zu sein. Er saß in seinem billigen kleinen Zimmer und schrieb einen Brief an seinen jüngeren Bruder in Holland, den er sehr liebte. Er blickte hinaus aus seinem Fenster, sah eine wässerige Dämmerung, einen dünnen Laternenpfahl, einen Stern und schrieb in seinem Brief etwa folgende Worte: „Es ist so schön, ich muss dir zeigen, wie es ausschaut.“ Und dann machte er auf seinem billigen linierten Schreibpapier die wunderschönste zarte kleine Zeichnung davon... Aber in dem Moment, als ich van Goghs Brief las, wusste ich, was Kunst ist, was kreativer Impuls ist. Es ist ein Gefühl von Liebe und Begeisterung, und du versuchst, auf direkte, einfache, leidenschaftliche und wahrhafte Weise, diese Schönheit in den Dingen anderen zu zeigen. Der Unterschied zwischen van Gogh und dir und mir ist, dass wir, während wir den Himmel ansehen und ihn als schön empfinden, nicht versuchen, jemand anderem zu zeigen, wie er aussieht. Ein Grund mag sein, dass uns der Himmel oder die anderen Leute egal sind. Aber meistens glaube ich, es liegt daran, dass wir entmutigt wurden und jetzt meinen, dass das, was wir über den Himmel denken, nicht wichtig ist.

Ersetze das Wort Himmel durch Tiere und du wirst sofort verstehen, was Hellfühlen ist. Unsere Kultur hat uns eingebläut, dass die Gefühle von Tieren unwichtig sind - so unwichtig, dass wir sie schließlich gar nicht wahrnehmen. Ich sage eingebläu., denn die Erwachsenen geben sich große Mühe, Kinder immer wieder zu beschämen, wenn diese ihr Mitgefühl zeigen: ihre angeborene Liebe, das innere Wissen, das angeborene Hellfühlen, das wir alle besitzen.

Als ich letzten Donnerstag mit meinem Skizzenblock im Zoo unterwegs war, bemerkte ich einen sehr traurigen Gibbon, der hoch oben auf einem Ast saß, seine Knie umschlungen hielt und grüblerisch in die Luft starrte. Als ich ihn gerade entdeckt hatte, stürmte ein Schwarm Kinder auf den Glaskäfig zu und gruppierte sich um mich herum.

„Schau! Er ist traurig!“ rief ein kleiner Junge von ungefähr acht Jahren und zeigte zu dem stattlichen Gibbon hinauf.

„Ja, er ist so traurig!“ stimmte ein anderer kleiner Junge ein. Dann kam die erwachsene Betreuerin anstolziert, und ich hielt den Atem an. Für den Bruchteil einer Sekunde glaubte ich, sie würde die Wahrheit auch fühlen, denn sie schien die Wahrnehmung der Kinder zu bestätigen, als sie fragte: „Warum glaubt ihr, dass er traurig ist?“

Sie waren sich alle einig: „Ich weiß nicht warum, aber er ist auf jeden Fall traurig!“

Plötzlich keifte die Erwachsene: „Ich finde, er sieht vollkommen glücklich aus!“ Er sah nicht vollkommen glücklich aus; auf niemanden hätte er einen glücklichen Eindruck machen können.

Sofort wurden die Kinder verlegen. Sie waren beschämt und ins Unrecht gesetzt worden. Warum war sie auf einmal über die Kinder hergefallen? War die Wahrheit zu schmerzlich, zu unerträglich? Wie lange würde es noch dauern, bis diesen Kindern das Hellfühlen ausgetrieben war und sie in der Überzeugung aufwuchsen, dass sie ihren eigenen Beobachtungen nicht trauen durften?

Es ist der natürliche Zustand des menschlichen Tieres, die Gefühle der anderen Tiere zu fühlen; aber in unserer Gesellschaft sind wir gefühllos geworden. Man hat uns gesagt, dass Mitgefühl mit Tieren kindisch ist, sentimental, banal, trivial, etwas für Fantasten, unreifes Verhalten, über das man hinauswachsen muss. Die Wahrnehmung ihrer Gefühle sei nur eingebildet, unsere natürliche Identifizierung mit ihnen sei falsch. Die Erwachsenen sagten uns, wir würden unsere Gefühle auf die Tiere übertragen. Wir wurden davon überzeugt, dass Mitgefühl mit Tieren Schwäche ist, Kommunikation ein Ding der Unmöglichkeit und das Festhalten daran über die Kindheit hinaus abartig. Auch wenn Menschen Tiere schlecht behandeln, kapseln diese sich selten von uns ab. Wir kapseln uns ab.

Um die Gefühle der anderen wahrzunehmen, müssen wir zuerst unsere eigenen Gefühle wieder erwecken - das Vertrauen, das wir ursprünglich hatten, die Gefühle des verlorenen Kindes in uns. Nur wenn wir unsere verlorene Unschuld wiedergewinnen, können wir mit Tieren kommunizieren. Wie van Gogh zum ersten Mal einen Pinsel in die Hand nahm, um seinem Bruder den Himmel zu zeigen, weil er seinen Bruder und den Himmel so liebte, kann ich vielleicht für dich ein neues Bild von den Tieren malen. Vielleicht können wir zusammen eine neue Welt malen. Aber lasst uns zuerst diese himmelhohen Mauern sprengen, die wir um uns herum aufgerichtet haben. Hier ein paar Ideen – das Dynamit dazu:

Die Gefühle der Tiere sind wichtig.

Es ist in Ordnung, Tiere zu lieben.

Es ist in Ordnung, ihre Gefühle zu spüren.

Du kannst lernen, mit Tieren zu sprechen.

Deine Wahrnehmung der Tiere ist bemerkenswert klar.

Niemand nennt dich ein Baby, einen Waschlappen oder einen Spinner, wenn du den Schmerz eines Tieres fühlst.

Nun gut, ich habe gelogen. Die Leute werden sich wahrscheinlich über dich lustig machen, aber lass das ihr Problem sein. In meiner ersten Zeit als Tiermedium war ich Mitglied in einem Improvisiertheater. Die Truppe bestand hauptsächlich aus bissigen alten Charakterdarstellern. Ab und zu hinterließ einer dieser Komiker eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter:

„Amelia, meine Fadenwürmer lassen sich nicht einfädeln.“

„Amelia, mein Bandwurm will nicht fressen.“

„Amelia, meine Giraffe Lamont hat Probleme mit ihrem einziehbaren Hals. Sie passt nicht mehr in meinen Kofferraum.“

Ich nahm ihre Neckereien auf die leichte Schulter, aber als sich die Aufregung gelegt hatte und einer dieser Typen ein Problem mit einem Tier hatte - rate mal, bei wem das Telefon nachts um zwei klingelte?

Deine Liebe zu den Tieren ist die reinste Liebe, die du geben kannst, und Hellfühlen ist ein Akt der Nächstenliebe – handelnde Liebe. Du bist kein sentimentaler Irrer, nur weil du die Gefühle von Tieren spürst. Hellfühlen macht dich zu einem Menschen, zu einem Menschen von der Art, die Gott im Auge hatte.

Wenn wir zu den Tieren mit Ehrfurcht, mit Verehrung aufblicken wie van Gogh zu seinem Himmelsmeer von Sternen, verändern wir unsere Perspektive. Wir werden zum ersten Mal wahrhaft sehen. Tiere lehren uns leben: im Augenblick gegenwärtig zu sein, ganz ohne Angst zu leben, ohne Vorbehalt zu lieben.

Es gibt noch einen Grund, warum wir uns vor unserem angeborenen Hellfühlen verschließen. Es ist keineswegs so, dass wir nicht fühlen oder nicht fühlen könnten. Im Gegenteil, wir fühlen viel zu viel. Eine ganz offensichtlich hellfühlende Frau näherte sich mir letzte Woche nach einem Seminar, um mir zu sagen, dass sie gerne als Tiermedium arbeiten würde, aber jede Tierquälerei versetzte sie in blinde Wut, und sie bezweifelte, dass sie den Schmerz aushalten könne.

„Tritt dem Club bei“, sagte ich.

„Du verstehst das nicht! Ich würde die Tierhalter ermorden. Ich fühle so sehr mit den Tieren, dass ich es nicht aushalten kann, wenn sie Schmerzen haben!“ ereiferte sie sich.

„Ja!“ Ich erhob jetzt auch meine Stimme, um mich ihrer Lautstärke anzupassen. „Du kannst den Schmerz nicht aushalten. Aber sie auch nicht! Zumindest hast du eine Wahl. Sie haben keine. Es ist doch nicht dein Schmerz! Sie müssen Schmerzen leiden, weil Leute wie du nicht für sie eintreten wollen!“

„Aber ich kann nicht so arbeiten wie du. Ich bin nicht hellfühlend“, beharrte sie.

„Du bist es! Wärst du nicht hellfühlend, dann würdest du gar nicht so empfinden!"

„Aber ich sehe keine Bilder, ich höre keine Worte“...

„Nein, aber du hast Gefühle und das reicht.“ Und: „Wenn nicht du... wer dann?“

Es ist einfach verrückt. Es ist ein Hohn, dass die Leute, die sich am meisten um die Tiere sorgen, es oft nicht aushalten, für sie zu sorgen. Dabei besitzen gerade diese empfindsamen Seelen die größte Gabe. Ich erklärte der Frau, dass ich mich jahrelang in den Schlaf geweint hatte. Ich hatte mich auf sämtliche Tiere in sämtlichen Laborkäfigen auf diesem Planeten eingestimmt und sogar eine Weile aufgehört, als Tiermedium zu arbeiten. Ich war damals überzeugt, den Schmerz nicht auszuhalten oder meine Wut nicht beherrschen zu können.

Im Laufe der Zeit hörte ich mit dem unablässigen Weinen auf und gestand mir ein, dass mein Tränenfluss keinen einzigen der kleinen pelzigen Köpfe rettete. Eine kleine Stimme in mir gab nie auf: „Wenn nicht du... wer dann?“ Ist dies das Risiko wert, dass wir einen Narren aus uns machen? Ist dies das Risiko wert, sich zu irren? Wenn nicht, dann weiß ich nicht, was es wert ist.

Ich beendete mein Gespräch mit dieser Frau mit der Erklärung, dass auch kleine Siege zu erringen sind, tägliche Freuden, Gelegenheiten zu intervenieren, wenn man eine Änderung herbeiführen kann, und diese Erfolge rechtfertigen den Einsatz. Wird der Schmerz dadurch weniger heftig? Nein. Aber es lässt sich dann leichter mit ihm umgehen. Buddha verglich den Zorn mit einer heißen Glut, die du in der Hand hältst, um sie auf andere zu werfen, während der Zorn dich verbrennt. Du kannst lernen, die heiße Glut des Zorns und der Leiden fallen zu lassen, bevor sie deine Hände verbrennen. Der Schmerz und die Wut kühlen zwar dadurch nicht ab, aber du wirst lernen, sie schneller los zu lassen. Aufklärung ist unsere einzige Hoffnung. Beginn langsam. Sei sanft in deinem Vorgehen und benutze deine Vernunft.

Gehörst du zu den sensitiven Menschen? Weil Tiere nicht für sich sprechen können, kannst nur du ihren Gefühlen eine Stimme geben. Weil Tiere eine schlechte Ausgangsposition auf diesem Planeten haben, brauchen sie dich jetzt mehr denn je. Wenn deine Kraft das Hellfühlen ist, dann bist du nicht nur gefordert, dich des körperlichen Befindens und der Emotionen der Tiere anzunehmen. Du bist auch gefordert, dir einen Raum zu schaffen, in dem du dich mit all diesen Gefühlen sicher und geborgen fühlst. Vielleicht fürchtest du dich davor, dass dich die Gefühle der Tiere wie eine Sturmflut ertränken und in Stücke reißen könnten. Wenn du sehr emotional bist, brauchst du nicht nur eine Lektion in intuitivem Handeln, sondern auch in Sachen Selbstschutz. Ich werde dir beibringen, Mauern aus Licht um dich herum zu errichten. Wenn du das Leiden der Tiere mit einem Waldbrand vergleichst, sind Tiermedien die Feuerwehrleute, die gut geschützt ins Feuer gehen, und sich zurückziehen, bevor sie verbrennen. Es ist nicht deine Aufgabe, dich zu verbrennen. Deine Aufgabe ist es, das Feuer zu löschen. Mit etwas Übung wirst du lernen, den Tieren zu vertrauen und darauf zu vertrauen, dass ihre Gefühle dich nicht töten.

Indem du dem Leben vertraust, indem du Gott vertraust, wirst du lernen, dich neuen Kanälen zu öffnen, aber nur dort zu verweilen, wo du Schönheit, Harmonie und Freude findest. Du brauchst nur einen Seelöwen zu erleben, der im Sonnenschein schwimmt, oder einen schlafenden Koalabär, um die Dimension der Ekstase und der zarten geheiligten Stille zu entdecken, die du niemals zuvor als Mensch erlebt hast. In diesen Sphären erhabener Seligkeit versagen mir die Worte. Auch du kannst den Himmel auf Erden im Geist der Tiere erleben, und das rechtfertigt jedes Leid, das du erfährst, aber lass uns zuerst einer vergessenen Erinnerung nachgehen - zurück zu der Zeit, als dein Geist jung war.

Übung: Meditation zur Wiedererweckung des Zaubers Das Kind, das du warst

Setz dich bequem hin, am besten draußen, wo du eine Weile allein sein kannst. Konzentriere dich auf deine Atmung, versenke dich in dein Herz und betritt die Stille. Lass dein erwachsenes Selbst einschlafen. Alle Gedanken, alle Pläne, alle Sorgen des Tages fallen von dir ab. Jetzt versinkst du tief in dir. Du gehst zurück in der Zeit, bis zu einem Alter, das du völlig vergessen hast. Du wirst dich an einen ganz besonderen Augenblick erinnern, an einen Augenblick, als du bewusst warst. Du erwachst in einem Alter, als du noch sehr klein warst - so jung, dass du kaum sprechen konntest. Die Menschen überragten dich, aber du hattest eine innere Welt, die sie nicht sehen konnten.

Was siehst du? Sind Elfen in den Bäumen, zupfen sie an deinen Haaren? Flitzen dort Zwerge über das Gras? Leuchten die Blumen stärker? Sind die Farben jetzt anders, wo du der Erde so nahe bist? Umgeben dich Wesen, die unsichtbar für Erwachsene sind? Gleichen sie Menschen oder haben sie Flügel? Kannst du mit den Blumen reden? Kannst du mit Bäumen sprechen? Hörst du die Engel? Was sagen sie? Halte ein paar Augenblicke inne und lausche.

Hier in diesem magischen Moment kannst du die Gedanken der Tiere hören. Welche Tiere liebst du? Was sagen sie dir? Du weißt, dass sie Gedanken und Gefühle haben, die den deinen ähnlich sind. Hier in diesem Hologramm der Zeit wirst du die Tiere immer hören und verstehen können. Gelobe, niemals „aufzuhören zu wachsen“, niemals den Tieren den Rücken zu kehren. Egal, was die „Erwachsenen“ sagen, du weißt, dass du diese magische Fähigkeit nie verlieren wirst.

Mauern aus funkelnden Sternen wachsen aus der Erde und umgeben dich mit einer Lichthülle. Keine Dunkelheit, nichts Schmerzhaftes, nichts Erschreckendes kann diese Wand aus Sternenlicht zerstören. Es schimmert und funkelt um dich wie eine dicke Schneewehe, mindestens einen Meter in jeder Richtung. Dieses flüssige Licht ist die stärkste Kraft im Universum: stärker als Dunkelheit, stärker als das Böse. Konzentriere dich auf dein Licht, bis es fest wird wie Kristall, wie Marmor, wie Glas. Hier in dieser Rüstung aus Licht kannst du beruhigt unschuldig bleiben, denn obwohl die Gedanken und Gefühle der Tiere durchsickern, kann nichts Schädliches eindringen. Diese Rüstung aus Licht wirst du tragen, während du dich darin übst, die Tiere zu lieben und zu hören. Indem du dich heilst, kannst du beginnen, sie heilen zu helfen.

Nimm das Bild von einem dich umhüllenden Lichtmantel und bring es zurück in dein erwachsenes Selbst. Kehre erfrischt und erneuert in deinen Wachzustand zurück.

Übung: Im Inneren des Herzens - Den Dachboden ausmisten

Setz dich bequem hin und konzentriere dich auf deine Atmung. Nimm einen tiefen Atemzug. Halte den Atem zehn Sekunden und lass beim Ausatmen alle Spannung aus deinem Körper fließen. Atme wieder tief ein und halte den Atem. Zähl bis zehn. Entspann dich beim Ausatmen. Ein letztes Mal. Halte den Atem bis zehn. Lass alles heraus. Alle Sorgen. Alles, woran du gehangen hast, kannst du jetzt völlig gehen lassen.

Verlagere jetzt deinen Fokus hinunter ins Herz. Du findest dich in einem alten verlassenen Dachboden wieder. Die Fenster sind jahrelang nicht geöffnet worden. Du bist in einer Kammer deines Herzens, die seit deiner Kindheit verschlossen war. Der Fußboden ist dick mit Staub bedeckt und mit Dingen voll gestellt, die du wegwerfen musst. All die negativen Gedanken und Überzeugungen, die dir nicht mehr dienen.

Aber warte. Jemand betritt den Raum - jemand, mit dem du noch etwas zu erledigen hast, jemand, der nicht mehr in dein Herz gehört. Es ist die Person, die dein Vertrauen unterminierte und dir sagte, dass du keine intuitiven Kräfte besitzt. Wenn niemand erscheint, gehe in die Vergangenheit zurück und wecke deinen Widerstand. Finde die Person, die dich davon überzeugte, dass du nicht auf Intuition bauen kannst. Finde die Person, die dir sagte, dass du nicht mit Tieren fühlen sollst, dass dies sentimental, verrückt, unproduktiv oder selbstdestruktiv ist.

Frag diese Person, warum er/sie noch in deinem Herz ist. Frag, was er/sie dich lehren kann. Hör dir an, was er/sie zu sagen hat, leg deinen Fall dar und frag, ob er/sie bereit ist zu gehen. Bist du bereit, allen Schmerz und alles Leid, den dir diese Person verursacht hat, gehen zu lassen? Tritt hier in der muffigen Dunkelheit jedem entgegen, der noch in deinem Herzen lauert.

Blick dich jetzt in dem Raum um. Was muss ausrangiert werden? Es gibt alte Möbel und anderen Ramsch, der für Leid, Angst, Isolation und Trägheit steht. Eine gute Reinigung ist angebracht, oder?

Wenn du den Schrank öffnest, findest du einen Besen. Lauf zu den Fenstern und reiß sie auf. Die Morgensonne strömt in den dunklen Raum, und der frische Sommerwind fegt hindurch. Windstöße blasen allen Staub aus deinem Herz, während du den Fußboden kehrst und die Spinnweben herunterreißt. Löse dich von all dem Schutt und übergib ihn dem Wind. Verbanne alle alten Schmerzen und alles Leid. Lass den Wind die alten Schmerzen forttragen. Jetzt ist der Raum blitzsauber und strahlend hell.

Du drehst dich um und entdeckst eine Spielzeugtruhe voll von deinen alten Spielsachen. Was findest du? Welche bezaubernden Gaben hast du vergessen?

In dieser Truhe ist Magie, die dir helfen wird, mit Tieren zu sprechen. Da sind Spielzeuge, die Vertrauen, Mut und Hoffnung bringen. Wähl die aus, die du am liebsten hast, und nimm diese kostbaren Gaben mit in dein Tagesbewusstsein.

Öffne deine Augen. Du wirst dich sauber und erfrischt finden.

Der Juckreiz des Afghanen

Lass mich dir von meinem allerersten Reading berichten. Vor vielen Jahren traf ich Jackson und Jenny, zwei afghanische Windhunde, bei einer Party von Tina und Sydney. Ich sprach kurz mit den Hunden, tat dies aber ganz unauffällig, da ich nicht wusste, ob ihre Besitzer „an so was glauben“ würden. Aber in Tinsel Town sickern Gerüchte schnell durch, und so hörten Tina und Sydney von meiner Arbeit.

Als Sydney anrief und mir sagte, dass Jackson krank war, hatte ich die Bekanntschaft des Hundes also schon gemacht und versuchte deshalb, direkt mit ihm Verbindung aufzunehmen.

Ich visualisierte Jackson und versuchte, ihn mir bildlich vorzustellen, als Sydney die Beschwerden beschrieb: Der herrliche Hund kratzte sich buchstäblich das Kinn weg. In dem verzweifelten Versuch, den Juckreiz zu stillen, riss er sich die Haut an einer Seite des Mauls herunter. Die Tierärzte hatten außer Kortison nichts zu bieten, aber Tina und Sydney suchten nach einer anderen Lösung.

Als nächstes stellte ich mir vor, der Hund zu sein. Ich war in Jacksons Körper, blickte durch seine Augen und fühlte den schrecklichen Juckreiz auf einer Gesichtsseite. Aus dieser Perspektive fragte ich ihn: „Was verursacht den Reiz?“

Ich sah einen neuen – cremefarbenen - Teppichboden und rieb mein Hundekinn daran. Mein Gesicht juckte und meine Augen tränten. Ich kämpfte gegen den Drang zu niesen an.

„Habt ihr neue Teppiche bekommen? Cremefarbene Teppichböden?“ fragte ich Sydney. Er bestätigte es mir.

„Ich nehme an, er ist allergisch gegen das Formaldehyd im neuen Teppich“ sagte ich.

Es war eine Beschwerde, die ich auch später immer und immer wieder von Tieren zu hören bekam. Glücklicherweise lassen die allergischen Wirkungen der Giftstoffe in einem neuen Teppich im Laufe der Zeit nach.

Sydney dankte mir ziemlich stoisch. Kaum hatte ich aufgelegt, als ich eine weitere Übermittlung empfing. Mit meinem geistigen Auge sah ich, dass Tina, die andere Hundebesitzerin, Probleme mit den Zähnen und Schmerzen im rechten Kiefer hatte – auf der gleichen Seite wie der Hund. Ich spürte eine starke Verbindung zwischen Tina und Jackson und fühlte, dass Jackson Tinas medizinischen Zustand widerspiegelte.

Ich rief Sydney zurück, um ihm diese Auskunft zu geben. Überrascht bestätigte er, dass Tina gerade ihre Weisheitszähne hatte entfernen lassen und noch unter starken Schmerzen litt. Und ja, Jackson fühlte sich mehr zu Tina hingezogen. Es waren hier zwei Faktoren im Spiel: die Reizung, die der neue Teppich verursachte, und das Spiegeln von Tinas Schmerzen.

Diese rätselhafte Dynamik – dass Tiere sehr realen osmotischen Schmerz empfinden, den sie von ihren Besitzern übernehmen - hat mich seit jeher fasziniert, und ich werde später in diesem Buch auf weitere Falluntersuchungen eingehen. Aber damals erkannte ich den Umfang dieses weit verbreiteten Phänomens noch nicht: Tiere fühlen mit uns und reagieren entsprechend auf unseren Schmerz und unsere Krankheiten.

Nachdem Sydney mir kühl gedankt hatte, legte er auf, aber mein Gespräch mit den Hunden hatte gerade erst angefangen. In der Nacht erschien mir Jenny, der andere fantastische Afghane, im Traum. Sie sagte mir, Tina sei arbeitslos, und sie und Jackson hätten Angst zu fressen, weil sie glaubten, dass ihre Besitzer sich das Futter nicht mehr leisten konnten. Die beiden Hunde waren so beunruhigt, als Tina nicht mehr aß, dass sie beschlossen, weniger zu fressen und ihr Futter für Tina in den Schüsseln zu lassen. Jenny erklärte auch, dass sie an ihrer linken Pfote herumkratzte, weil Tina ihren linken Fuß verletzt hatte.

Anderntags rief ich Sydney an und fragte ihn, ob Tina nicht gut aß und ob sie ihren linken Fuß verletzt hätte. (Ich wusste bereits, dass Tina Arbeit suchte.) Ja, Tina hatte ihren linken Fuß verletzt und aß kaum. Und die Hunde hatten neuerdings tatsächlich Futter in ihren Schüsseln gelassen. Als ich Sydney den Grund dafür sagte, unterdrückte er ein Lachen. Tina und Sydney hatten keineswegs finanzielle Sorgen. Sie besaßen ein schönes Haus in den Hügeln von Hollywood. Tina hungerte sich nicht zu Tode, weil sie keine Arbeit hatte. Sie machte eine Diät. Wir staunten über die vernünftige Hundeargumentation: Armut ist der einzige Grund zu hungern. Was ist eine Diät?

Ich riet Tina, im Beisein ihrer Hunde tüchtig zu essen und ihnen laut zu sagen, dass sie mit ihren Schwierigkeiten selbst klar kam und ihre Zähne von allein heilen würden.

Ich erklärte ihr, dass die Hunde sie verstehen würden, wenn sie laut mit ihnen redete.

Ein paar Tage gingen vorbei, und ich konzentrierte mich auf andere Dinge. Dann kam der Anruf. Tina war für eine Talk Show engagiert worden. Hätte ich Interesse, als Gast mitzuwirken? Es ging um Haustiere, und man brauchte ein Tiermedium. So kam ich innerhalb weniger Wochen von meinem ersten Reading zu meiner ersten Talkshow und wusste nicht, wie mir geschah. Ich hatte selbst nicht das Geringste dazu getan.

Gestern schwafelte ausgerechnet in meinem Anatomiekurs für Künstler ein Intellektueller über den strukturellen Unterschied zwischen den Schädeln von Menschen und Gorillas. „Tiere können nicht denken!“ sagte er zu jedem im Raum.

„Meine Katze kümmert sich vielleicht nicht darum, was sie morgen tun wird“, protestierte ein anderer Künstler, „aber deswegen kann sie trotzdem die Fähigkeit haben, rational zu denken.“

„Katzen können nicht denken! Sie haben keinen Stirnlappen“, erklärte der Intellektuelle mit absoluter Gewissheit. Dies ist der neuste Trugschluss der Wissenschaft.

Vor ein paar Monaten flatterte in einer heißen Sommernacht ein Schmetterling durch meine Küche. Ich sandte ihm den Gedanken: „Wenn du dich auf meine Bluse setzt, trage ich dich nach draußen. Hier wirst du niemals ein Auskommen haben.“ Als er statt dessen seine Flügel rasend gegen das Fenster schlug, griff ich nach ihm. Ich musste ihn erschreckt haben, da er nach oben hinter die Jalousien flatterte und sich vor mir in Sicherheit brachte. Ich fing an, das Abendessen vorzubereiten und vergaß in meiner Eile den kleinen weißen Schmetterling. Ich hatte vier Herdplatten auf Höchststufe an, und in den Töpfen schmurgelte es, als mir ein plötzliches Flügelgeflatter den Blick versperrte. Der Schmetterling war durch die Küche geflogen, um sich auf meiner Bluse niederzulassen. Dort ritt er auf meiner Brusttasche durchs Haus nach draußen, wo er augenblicklich am Nachthimmel verschwand, sobald meine Füße den Hof betraten.

Kürzlich hatte ich einen erstaunlichen Austausch mit einer Gottesanbeterin. Ich ging zu meinem Blumenkasten hinaus und wollte ein paar Sonnenblumen holen, aber als ich eine riesige Blüte abschneiden wollte, fiel mir die Gartenschere fast aus der Hand. Ich stand Auge in Auge mit einer enormen Gottesanbeterin, die sich im Zentrum eines entfalteten Blattes in ihrer ganzen außerirdischen Pracht sonnte.

Ich holte einen Pappteller aus der Küche und hielt ihn neben das breite Blatt. „Wenn du auf diesen Teller gleitest, werde ich dich in den Rosengarten setzen“, sagte ich und stellte mir vor, wie sie sich über das Blatt bewegte und auf dem Teller niederließ. Bis zu diesem Moment war die Gottesanbeterin unbeweglich wie eine Statue gewesen.

Sobald ich die Kommunikation ausgesandt hatte, drehte sie ihren Kopf herum und blickte mich an. Ein Schauer lief mir den Rücken hinunter. Nur der roboterähnliche Kopf bewegte sich, um mich zu prüfen. Ich hielt den Teller mit zitternder Hand und wiederholte schweigsam meine Bitte. Nach einer kurzen Pause begann sie ihre langbeinige Reise über das Blatt. Sicheren Fußes und im Bewusstsein ihrer Anmut stieg sie auf den Teller, als stünde sie auf dem Dock und würde ein Segelboot besteigen. Ich trug sie in den Rosengarten, wo ich den Teller auf das Gras setzte. „Bitte, steig ab“, sagte ich. Ohne Zögern schiffte sie sich aus.

Stirnlappen, du meine Güte. Wenn Schmetterlinge und Gottesanbeterinnen mich hören können, kommt es etwa daher, dass sie winzig kleine Stirnlappen haben? Fraglich. Wenn nicht der Stirnlappen, was gibt uns dann die Fähigkeit, rational zu denken? Wo in unserem Gehirn bilden wir Gedanken, formulieren Bilder und fühlen Emotionen? Vielleicht denken wir nicht ausschließlich in unseren Stirnlappen. Ich habe mit Krokodilen in Louisiana gesprochen, die Marsh Mallows jagten, welche von Kreuzfahrt-Passagieren über Bord geworfen wurden. Ich hatte einmal eine Unterhaltung mit einer zweihundert Pfund schweren Python, Tiny genannt, und einer Tagu-Eidechse namens Vivian. Vermutlich hat sich das Gehirn bei diesen Tieren nicht über die Struktur eines Reptiliengehirns hinaus entwickelt, dennoch können sie kommunizieren. Sie denken und fühlen Schmerz und reden mit Tiermedien. Könnte es sein, dass wir mit unserem Reptiliengehirn denken, dem ältesten Segment des Gehirnes, das wir mit den Tieren teilen? Es ist möglich, aber wahrscheinlicher ist noch, dass wir nicht genug wissen.

Insekten haben nicht unsere Gehirnstruktur, aber sie können kommunizieren. Hummer haben kein zentrales Nervensystem, dennoch können sie Angst und Schmerz fühlen. Wissenschaftler vermuten, dass nur vier bis zehn Prozent des menschlichen Gehirns arbeiten. Wie kann dieser winzige Teil die Funktionen der anderen 90 bis 96 Prozent verstehen? Liegt der Großteil unseres Gehirnes wirklich brach? Offensichtlich. Und besonders dann, wenn es darum geht, die Tiere zu verstehen.

Ich unterbreitete der bemerkenswerten Dr. Francine „Penny“ Patterson, Präsidentin der Gorilla Foundation, das Rätsel des Stirnlappens und wollte wissen, was sie darüber denkt. In den letzten zwanzig Jahren hat niemand größere wissenschaftliche Anstrengungen unternommen, um zu beweisen, dass Tiere nicht nur denken und fühlen können, sondern sich auch unterhalten. Pennys richtungsweisende Entdeckung, dass Gorillas die amerikanische Zeichensprache lernen können, machte ihren Freund Koko zu einem internationalen Star. Penny entlarvte nicht nur die Stirnlappentheorie, sondern versicherte mir auch, dass die ganze Theorie von der Gliederung des Gehirns in verschiedene Abteile sehr bald überholt sein wird. Sie erwähnte die Entdeckungen von Dr. Karl Pribram, dem Verfasser von Brain and Perception, Holonomy and Structure in Figural Processing (John Mac Eachran Memorial Lecture Series), dessen revolutionäre Forschung zeigt, dass das Gehirn nicht ausschließlich von seinen einzelnen Teilen her, sondern holographisch betrachtet werden muss. Leider hat sich Dr. Pribram nicht für die Tiere eingesetzt, aber seine Entdeckungen können die These unterstützen, dass nicht nur Menschen fähig sind, kognitiv zu denken.

In einem Interview mit Dr. Jeffrey Mishlove über Thinking Allowed, erläutert Dr. Pribram seinen Anspruch auf Ruhm. In der Psychologie und Neuropsychologie ist er als Begründer des holographischen oder holonomischen Gehirnmodells anerkannt:

Die holonomische Gehirntheorie basiert auf den Erkenntnissen Dennis Gabors. Er war der Erfinder des Hologramms und erhielt den Nobelpreis für seine zahlreichen Beiträge. Er war Mathematiker und versuchte, die Herstellung elektronischer Mikrogramme weiter zu entwickeln, die Auflösung von Mikrogrammen zu verbessern... Mit Elektronenmikroskopen werden bei der Herstellung von Fotografien Elektronen anstatt Photonen benutzt. Er dachte, dass er vielleicht anstelle von gewöhnlichen Fotos Interferenzmuster bekommen würde. Nun, was ist ein Interferenzmuster? Wenn Licht auftrifft oder wenn Elektronen auf einen Gegenstand treffen, zerstreuen sie sich. Aber diese Streuung ist komisch. Es ist nämlich eine sehr gut regulierte Streuung. Wenn du zum Beispiel die Linse einer Kamera unscharf einstellst, so dass nicht das einfallende Bild auf der Bildfläche erscheint, sondern alles verschwommen ist, dann ist dieses Verschwommene eigentlich ein Hologramm, weil du es nur wieder richtig einstellen musst.

Also, eines der Hauptprinzipien der holonomischen Gehirntheorie, die uns auch in die Quantenmechanik führt, ist, dass es hier eine Beziehung zwischen dem gibt, was wir normalerweise erleben, und einem anderen Prozess bzw. einer anderen Ordnung, die David Bohm Implikat oder umhüllte Ordnung nennt, in der alle Dinge verteilt oder ausgedehnt sind. Tatsächlich werden die mathematischen Formulierungen oft ausgedehnte Funktionen genannt – sie dehnen sich aus.

... Diese quantenähnlichen Phänomene bzw. die Regeln der Quantenmechanik gelten selbst noch für unsere psychischen Prozesse, für das, was im Nervensystem vor sich geht. Damit haben wir vielleicht eine Erklärung - und sicherlich haben wir hier eine Parallele – zu den so genannten spirituellen Erfahrungen. Denn die Beschreibungen spiritueller Erfahrungen scheinen vergleichbar zu sein mit den Beschreibungen der Quantenphysik.

An diesem Punkt seines Diskurses holt Mishlove seine verbalen Schwimmflügel heraus und watet durch die Interferenzmuster von Pribrams Genius:

Wenn ich das, was du sagst, vereinfacht auszudrücken versuche, dann gibt es eine Ebene der Wirklichkeit, auf der die Dinge so sind, wie sie erscheinen. Ich schaue dich an und sehe einen Körper und ein Gesicht. Dies wäre die explizite Ebene, wo die Dinge so sind, wie sie erscheinen. Dann gibt es eine implizite Ebene, die ebenso wirklich ist, aber wenn du hinschaust, gleicht sie der anderen keineswegs.

Pribram ist derselben Meinung. „Wir erleben sie gänzlich anders – als den spirituellen Aspekt unseres Seins.“

Und später im Interview - nun schon weit draußen in tiefen Gewässern – bemerkt Mishlove:

Viele Neurowissenschaftler sagen heute, dass der Geist - und es ist fast axiomatisch, wenn sie ab und zu über den Geist sprechen, - irgendwo im Gehirn zu finden ist. Ich gehe davon aus, dass dies gänzlich unvereinbar mit deiner Sicht der Dinge ist.

Worauf Pribram antwortet:

Ja. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, dies auszudrücken. So könnte man beispielsweise mentale Phänomene als die sich herausbildenden Eigenschaften der Wirkweise des Geistes ansehen und unser Sehvermögen, unseren Geist usw. als Absonderungen des Gehirns. Zutreffender wäre es vielleicht zu sagen, dass geistige Phänomene durch die Interaktion von Gehirn, Körper und Umwelt entstehen... Die ganze interaktive Angelegenheit erzeugt etwas – etwas, was auftaucht und was wir Verstand und Geist nennen.

Jetzt kann ich es ja endlich loswerden: Das entspricht genau meiner Erfahrung! Um psychisch zu kommunizieren, muss man sich von der expliziten Ordnung lösen und das Bewusstsein in das größere Paradigma der impliziten Ordnung ausstreuen (wo man sich nicht als statisch, sondern als Aktion in Bewegung wahrnimmt); dehne dann deinen Fokus aus, um andere empfindungsfähige Wesen in diese Bewegung einzuschließen, wie Frischkäse auf einem wirklich heißen Bagel, (wenn ich meine eigene nichtwissenschaftliche Analogie hinzufügen darf). Wenn du deine intuitiven Fähigkeiten schärfst, kann die Kamera deines Bewusstseins lernen, das zu sehen, was hinter der verschwommenen Wahrnehmung liegt.

Zum Erlernen telepathischer Kommunikation werden wir unsere bewusste Kommandozentrale in den spirituellen Bereich unseres Seins verlegen. Du kannst hier lernen, mit dem Dritten Auge zu „denken“, mit dem Herzchakra zu fühlen und mit dem Halschakra zu „hören“. Obwohl diese Chakren oder Energiezentren weit ab vom Gehirn liegen, sind sie für den Austausch telepathischer Daten die akkurateren Empfänger. Wir werden unsere „Sternensicht“ erwecken, mit der wir verstorbene Seelen auf der anderen Seite wahrnehmen können - und dies nicht etwa mit dem Dritten Auge oder dem Kronenchakra, sondern mit noch höheren Chakren, die über unseren Köpfen kreisen. Lassen wir einstweilen unsere Stirnlappen zurück. Aus der Sicht unseres Planeten haben sie uns ohnehin nicht viel Gutes gebracht.

Бесплатный фрагмент закончился.

1 164,69 ₽

Жанры и теги

Возрастное ограничение:
0+
Дата выхода на Литрес:
22 декабря 2023
Объем:
381 стр. 2 иллюстрации
ISBN:
9783941435865
Издатель:
Правообладатель:
Автор
Формат скачивания:

Похожие книги