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Alexandra Södergran

Filmabend: Erotischer Roman

Lust

Filmabend: Erotischer RomanOriginaltitel: Filmkväll Übersetzt von Alina Becker Copyright © 2016, 2019 Alexandra Södergran und LUST All rights reserved ISBN: 9788726023671

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

Kopieren für andere als persönliche Nutzung ist nur nach Absprache mit LUST und den Autoren gestattet.

Filmabend

Es war eine dieser Sommernächte, in denen es noch lange nach Sonnenuntergang hell blieb, aber als sie mit dem zweiten Film begannen, wurde es dunkel. Alle Lampen in der Wohnung waren ausgeschaltet und im flimmernden Licht des Fernsehbildschirms waren nicht mehr als die Konturen des Sofas und des Couchtischs zu erkennen, der beiseite geschoben worden war, um Platz für die Matratze zu schaffen. Zwei der drei jungen Leute im Raum saßen auf dem Sofa, während die dritte auf der Matratze lag, den Kopf auf einen Kissenstapel gestützt, um besser sehen zu können.

„Wann kommt deine Mutter nach Hause, Julia?“, fragte Emma. Sie saß auf dem Sofa, gleich neben einem jungen Mann, der etwa im gleichen Alter sein musste, sie aber um eine Kopflänge überragte und mit seinen breiten Schultern und dem ausladenden Körperumfang einen umso größeren Eindruck erweckte. Die beiden hielten Händchen.

„Keine Ahnung“, sagte Julia desinteressiert, ohne den Blick vom Fernseher abzuwenden.

„Aber noch nicht so schnell, oder?“

„Nee. Sie hat Nachtschicht. Vor morgen früh kommt sie nicht nach Hause.“ Julia bereute ihre Worte sofort. Jetzt konnte sie nicht weiter vorgeben, völlig in die Handlung des Films vertieft zu sein. Sie rechnete mit Beschwerden von Emmas Seite, warum sie die Gelegenheit nicht besser ausnutzten, und wappnete sich gegen Emmas Argumente und Überzeugungsstrategien.

Aber es blieb still im Raum.

Julia wollte sich eigentlich erstaunt umdrehen, aber dafür lag sie zu bequem – die Kissen waren gerade perfekt. Irgendwann klang ihre Verwunderung ab und wich Erleichterung. Das war noch mal gut gegangen.

Was sie nicht wusste, war, dass Emma damit beschäftigt war, Anton in freudiger Erwartung eines Blowjobs vorsichtig die Shorts herunterzuziehen.

Julia stockte der Atem, als sie zum ersten Mal Antons unterdrücktes Stöhnen direkt hinter sich hörte, und gleich darauf ein anderes Geräusch. Sie verstand sofort. Ihr wurde warm und sie merkte, wie sich ihr Körper anspannte, das Herz wild pochte und sich ihr Gehör schärfte, um nichts zu verpassen. Wie sollte sie reagieren? Sollte sie etwas tun? Und wenn ja – was dann? Ihr gefiel, was sie da hörte, aber zunächst tat sie einfach nichts, lag nur still da, wie gefangen in ihrem Körper. Im Adrenalinrausch stieg das Kribbeln zu seinem intensiven Gefühl der Begierde an. Für einen kurzen Augenblick wurde der Fernsehbildschirm schwarz und das Spiegelbild ihrer Freunde bestätigte Julias Vermutung. Anton hielt Emmas Hinterkopf fest und ein kleines Stück seines Schwanzes, der aus seinen Shorts herausschaute, war zu erkennen.

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