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ALEXANDER POHLE
ULRIKE NIEDERER
STEFAN BLANK

HERZSTÜCKE
IM ALLGÄU
BESONDERES ABSEITS DER BEKANNTEN WEGE ENTDECKEN



Inhalt
IMMER: EINE SÜNDE WERT!
1 Ein Adler in Dietmanns
2 Im Kreuz »do sterbet koine Leit«
3 Der »Gogglwirt« vom Stiefel
4 Was darf’s zuerst sein?
5 Panorama-Gasthof auf dem Auerberg
6 Abschalten im Hotel Waldsee
7 Alles Käse in Lindenberg
8 Eine Nacht im Schnee
9 Cooler Sound im »Rasta«
10 Kuhmilch mal anders
11 »Schoko-Kuhfladen«
12 Buddhas im Allgäu
13 Traditionelles aus Holz
14 Das »Gepfefferte Ärschle«
15 Das letzte »Tante-Emma«-Kaufhaus
16 Die Kunst der Glasbläserei
17 Frische Lebensmittel und leckere Snacks
18 Bio-Hofgut Ratzenberg
19 Alles bio bei Rapunzel
20 Spinnen auf dem Finkhof
DA WILL: ICH HIN
21 Violinen aus dem Allgäu
22 Von Bauern und Schützen
23 Schaffner im Allgäu
24 Unter Strom im elektrotechnischen Museum
25 Rund ums Reisen – das Erwin Hymer Museum
26 Beim »Autopapst«
27 Kultur und Klosterleben
28 Die älteste Kapelle des Allgäus
29 Das älteste Haus Lindenbergs
30 Auf dem »Büchel«
31 Die Waldburg
32 Nicht nur eine Schrift
33 Orgelpfeifen in Lindenberg
34 Schindeln über Schindeln
35 Gemälde und Särge
36 »Lourdes« in Rammingen?
37 Morbider Charme in Memmingen
38 Die letzte Hexe des Allgäus
39 Allgäuer Viehscheid
40 Kreuzigungsszene am Kalvarienberg
41 Kultur und Musik in der Malztenne
42 Große Bühne im Freien
43 Stimmgewalt in Isny
44 Das Hotel für Kinder
45 »MAX« lässt die Puppen tanzen
46 Der etwas andere Zirkus
47 Freizeit in der Arena
48 Zurück auf die Schulbank
MUSEUMS-REIF
49 Alltag der Mönche
50 Gut behütet
51 Zeit für Steine
52 Kunst und Kultur in historischem Gemäuer
53 Moderne Kunst und Architektur im Künstlerhaus
54 Alpenland und mittelalterliche Kunst
55 Schmökern in der Isnyer Prädikantenbibliothek
56 Gutenberg lässt grüßen!
57 Das Rudolf-Wachter-Museum im Neuen Schloss
58 Mitten in der Kaserne
59 Schloss Achberg
60 Das kleinste Möbelhaus Deutschlands
61 Ein Schloss in Tussenhausen
62 Italienisches Flair nördlich der Alpen
HEUTE: WILL ICH RAUS
63 Blick in die Sterne
64 Alpkönigblick
65 Herzklopfen am Seil
66 Die Alte Eibe
67 Die Event-Ruine
68 Bergindianer im Oberjoch
69 Riesige Lampions in Isny
70 Barfuß unterwegs in Bad Wörishofen
71 Durch die Baumwipfel
72 Des Königs letzter Traum
73 Der »Heilige Stein«
74 Märchenhafter Elfenweiher
75 Am Wächter des Allgäus
76 Nackedeis am Forggensee
77 Verkehrte Welt im Flysch
78 Ein Meer aus Stein
79 Von Wasserkraft und Gestein
80 Seekrank im Allgäu
81 Der Ritt auf den Hörnern
82 Hier kletterten schon die »Großen«
83 Im Kräutergarten »Artemisia«
84 Ein Hauch von Alaska
85 Beschauliche Ausfahrten
86 Der »Gumpenjuck«
87 Sport und Spaß im Freien
88 Ein anderer Blick
89 Mit die schönsten Wasserfälle Bayerns
90 Die etwas anderen Touren durchs Allgäu
91 Ein Labyrinth aus Steinen
92 Ein langer Spalt im Berg
93 Vom Wasser geschaffen
94 Ein Garten fürs Schloss
95 In der Teufelsküche
96 Die Lädine
97 Der Traum vom Fliegen
98 Zurück zur Natur
99 Nur zu Fuß zu erreichen
100 Na dann, gute Nacht!
LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

das Allgäu gehört sicher zu den schönsten und abwechslungsreichsten Regionen in Deutschland. Mir persönlich gefallen die große Vielfalt und Abwechslung von Natur, Kultur und Technik, die das Allgäu bietet. Das Angebot ist einfach riesig, deshalb werden Sie als Besucher sicher das Richtige für sich finden. Und trauen Sie sich ruhig, auch die nicht alltäglichen Dinge ausprobieren.
Die beste Zeit, um auf Entdeckungstour zu gehen, ist von Frühjahr bis Herbst, aber natürlich hat auch der Winter so einiges zu bieten.
Viel Vergnügen bei Ihren eigenen Erkundungen und Ausflügen im »Blauen Land«!

IMMER
EINE SÜNDE WERT!
MEINE LIEBLINGSLÄDEN ZUM ESSEN, TRINKEN, EINKAUFEN UND WOHNEN
1Ein Adler in Dietmanns
2Im Kreuz »do sterbet koine Leit«
3Der »Gogglwirt« vom Stiefel
4Was darf’s zuerst sein?
5Panorama-Gasthof auf dem Auerberg
6Abschalten im Hotel Waldsee
7Alles Käse in Lindenberg
8Eine Nacht im Schnee
9Cooler Sound im »Rasta«
10Kuhmilch mal anders
11»Schoko-Kuhfladen«
12Buddhas im Allgäu
13Traditionelles aus Holz
14Das »Gepfefferte Ärschle«
15Das letzte »Tante-Emma«-Kaufhaus
16Die Kunst der Glasbläserei
17Frische Lebensmittel und leckere Snacks
18Bio-Hofgut Ratzenberg
19Alles bio bei Rapunzel
20Spinnen auf dem Finkhof

01
EIN ADLER IN DIETMANNS
Die Allgäuer Gastronomie hat ja einiges zu bieten. Den »Adler« in Dietmanns gibt es aber nur einmal. Hier trifft nicht nur Kultur auf Kulinarisches, es treffen sich auch Gäste aller Alters- und Gesellschaftsschichten. Im Sommer sitzen Sie im Biergarten besonders schön!
Iris und Dieter Hierlemann haben der historischen Gaststätte aus dem 17. Jahrhundert ein neues Erscheinungsbild gegeben, und wir können den »Adler« heute getrost als Kulturtreff bezeichnen! Denn neben der gemütlichen, im Stil der oberschwäbischen Jahrhundertwende eingerichteten Gaststätte mit 45 Sitzplätzen lockt im Sommer der »Dietmannser Adler’sche Biergarten«. Die Karte ist die gleiche wie im Lokal, und wenn das Wetter mitspielt, ist ein Sonnenuntergang im von Bäumen eingewachsenen Biergarten ein Spektakel. Drinnen und draußen können Sie das ganze Jahr über preiswert schlemmen oder Boule spielen, die Einheimischen treffen sich am Stammtisch. Auf der Livebühne im »Adler-Saal« finden von Januar bis Mai und von September bis Dezember Kleinkunstveranstaltungen statt. Der Saal bietet Platz für maximal hundert Personen, und wenn er Ihnen besonders gut gefällt, können Sie ihn auch für Familien- und Betriebsfeiern sowie für Hochzeiten mieten. Seit mittlerweile über 20 Jahren treten namhafte Kabarettisten und Comedians im »Adler« auf. Einige »Große« standen hier schon auf den Brettern, bevor sie berühmt geworden sind. Im Sommer ist dann aber Biergartenzeit mit tollen Open-Air-Konzerten. An Sonn- und Feiertagen und für Veranstaltungen sollten Sie daher am besten reservieren.
Der »Adler Dietmanns« ist Mitglied der regionalen Initiative »LandZunge« und inzwischen sogar zum »LandZunge Plus«-Betrieb aufgestiegen! Dabei handelt es sich um ausgewählte Landgasthöfe, die regional und ökologisch angebaute Produkte fördern und zubereiten. Gerne auch mit einem frisch gezapften »LandZüngle«-Bier. Na dann, Prost!
Der Adler Dietmanns · Mo, Do–Sa 17–24 Uhr, So, Feiertag 11.30–24 Uhr, Di, Mi Ruhetag Ochsenhausener Str. 44 · 88410 Bad Wurzach-Dietmanns · Tel. 0 75 64/9 12 32 www.adler-dietmanns.de · Haltestelle: Busbahnhof Wangen, Fußweg ca. 5 Min.

2
IM KREUZ »DO STERBET KOINE LEIT«
„Daheim sterben die Leut’“ ist vielleicht der wichtigste Film, der aus dem Allgäu kommt. Die Regisseure Klaus Gietinger und Leo Hiemer drehten 1984 zum größten Teil im Westallgäu. Die Kneipe, in der sich im Film die Jugend trifft, gibt es heute noch – als italienisches Restaurant.
Der Film basiert auf wahren Ereignissen und wirbelte damals entsprechend viel Staub auf. Im Wesentlichen handelt er vom Kampf des Allgäuer Landwirts Hans Allgeier gegen die Zentralisierung der Wasserversorgung. Es entwickelt sich ein grotesker Streit zwischen dem Landwirt und der Stadt. Hans Allgeier besitzt nämlich eine eigene Wasserquelle und lehnt es deshalb ab, kostenpflichtig an die Fernwasserleitung aus den Bergen angeschlossen zu werden. Dazu kommt noch, dass er künftig Wasserzins bezahlen soll. Nachdem er drei Vermesser mit der Mistgabel von seinem Grundstück vertrieben hat, lässt der Landrat kurzerhand Allgeiers Quelle zuschütten.
Daraufhin nimmt die Geschichte ihren Lauf. Neu geborene Kälber sterben im Stall, der Landrat wird von einem üblen Harndrang befallen, Allgeiers Sohn wird nach dem Geschlechtsverkehr vom leibhaftigen Teufel besucht … aber schauen Sie sich den Film doch selbst an! Er thematisiert darüber hinaus auch den Konflikt zwischen Tradition und Fortschritt sowie die Bauernschläue und die Behörden-Dummheit. Ob das Sprichwort, das Menschen dazu auffordert, mehr auszugehen, vom Film inspiriert wurde, ist nicht bekannt. Opa Allgeier begründet seinen Wirtshausbesuch jedenfalls mit dem Argument: »Drhoim sterbet d’Leit und beim Boschdwirt deannet, do isch scho achtzg Johr koiner me gschtorba!« (»Daheim sterben die Leute und beim Postwirt, da ist schon achtzig Jahre keiner mehr gestorben!«)
Im Fernsehen wurde der Film aufgrund des Dialekts mit Untertiteln ausgestrahlt. Die Kneipe, in der sich die Jugend im Film trifft, ist das »Gasthaus Kreuz«, das heute die Pizzeria »Adriatica« beherbergt.
Pizzeria Adriatica (Gasthaus Kreuz) · Mo Ruhetag · Riedhirsch 43 · 88178 Heimenkirch Tel. 08381/890 52 23 · https://pizzeria-adriatica-gasthaus-kreuz.business.site Haltestelle: Bahnhof Heimenkirch, Fußweg ca. 25 Min.

3
DER »GOGGLWIRT« VOM STIEFEL
Leckeren Leberkäs gibt’s überall! Wenn Sie schon genug davon probiert haben, sind Sie vielleicht an einer »kulinarischen« Abwechslung interessiert. Im Allgäu gibt’s nämlich außer Kühen tatsächlich auch Hühner. Natürlich blieb das auch dem TV-Kult-Kommissar Kluftinger nicht verborgen, seit Langem ist er ein Fan des »Gogglwirts«!
In Bettrichs, einer kleinen Ortschaft zwischen Legau und Altusried, gibt’s seiner Meinung nach nämlich die besten Hähnchen weit und breit. Aber nicht nur er empfiehlt den »Gogglwirt« vom Gasthaus »zum Stiefel«, denn die Hähnchen schmecken wirklich mehr als gut. Das hat sich natürlich schon herumgesprochen. Und alle Schwaben wird’s freuen, man bekommt sie hier noch für kleines Geld. Aber auch andere deftige und unglaublich günstige Speisen stehen auf der Karte, vom einfachen Wurstsalat über Schaschlik bis zur Currywurst. »En Guata!«

Kluftinger-Touren: Informationen beim Verkehrsverein Altusried, Tel. 0 83 73/70 51, oder der Kempten Tourist-Information, Tel. 08 31/2 52 55 22. Außerdem gibt’s Bustouren inklusive Kässpatznessen. www.unterallgaeuergaestebegleiter.de
Es gibt aber auch ganz spezielle Getränke, und wer mutig ist, kann ja einmal eine »Schneemaß« probieren! Doch schon an der Zutatenliste werden Sie schnell erkennen, mit welcher Wirkung nach dem Genuss zu rechnen ist: sechs Kugeln Vanilleeis werden mit 10–15 Schnapsgläschen Doornkaat in einen Maßkrug gegeben, dann wird mit Orangen- oder Zitronenlimo aufgegossen und alles mit dem Schneebesen verrührt. Die Schneemaß muss gleich getrunken werden, sonst setzen sich die Zutaten wieder ab. Selbst nach einer Schneehalben sollten Sie sich nicht mehr ans Steuer setzen. Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, sollten Sie einen Tisch reservieren, denn abends ist immer viel los. In den warmen Jahreszeiten kann man auch im Garten sitzen.
Auf der Strecke nach Altusried geht’s kurz nach Legau links ab, und schon steht man mitten in der kleinen Ortschaft Bettrichs, direkt vor dem Hähnchenparadies.
Gasthaus zum Stiefel · Mo, Do, Fr ab 17 Uhr, Sa, So durchgehend Bettrichs 154 · 87764 Legau · Tel. 0 83 30/3 78 · www.gasthaus-stiefel.de Haltestelle: Busbahnhof Leutkirch, Bus bis Legau, besser mit dem Auto

4
WAS DARF’S ZUERST SEIN?
In dem historischen Gebäude befindet sich nicht nur das gleichnamige Gasthaus, sondern auch eine Biokäserei und ein Antiquitäten- und Heimatmuseum. Übernachtet werden kann im Hotel im Neubau. 1433 erstmals erwähnt, wird die ehemalige Sägemühle heute vielfältig genutzt.
»2 Äugle gegeneinander zwischen 2 Bick grad« ist das Zeichen der Mühle. Diese Hausmarken dienten früher den Besitzern zur Bezeichnung des eigenen Hauses.
1987 erwarb die Familie Egger-Rohrmoser die »Obere Mühle« und baute sie zum Gasthaus um. Die regionalen, aber auch internationalen Spezialitäten des mehrfach ausgezeichneten Restaurants gibt es in einer originalen Stube aus dem 17. Jahrhundert. Sieben Jahre später entstand unter der Tenne eine Sennerei mit natürlichem Felsenkeller. Weil die Kühe den ganzen Sommer im Freien verbringen, klares Wasser saufen und saftige Gräser und Kräuter sowie im Winter nur Heu und mineralstoffreichen Getreideschrot fressen, wird aus der täglich frisch gemolkenen Heulandmilch Biokäse. In der Bio-Schaukäserei wird nicht nur würziger Bergkäse, es werden auch weitere Käsesorten hergestellt, die ihre Reife anschließend im hauseigenen Felsenkeller erhalten. Im dazugehörigen Laden gibt es Käse, verschiedene Marmeladen aus dem Obst der Region, Honig, Obstschnäpse, Weine und diverse Schinken- und Wurstspezialitäten.

Im angeschlossenen Café & Bistro Thein gibt es leckeren Kaffee und Kuchen, es finden aber auch verschiedene Kurse wie z. B. ein Messerschmiedekurs, und Veranstaltungen statt.
Das Angebot des Antiquitätenstadels reicht von Bauernschränken, Tischen und Stühlen über Meissner Porzellan bis hin zu alten Uhren und Schmuck.
Der Hindelanger Heimatdienst hegt und pflegt alte Traditionen und hat in den Räumen der alten Sägerei ein kleines Heimatmuseum eingerichtet, das täglich geöffnet ist.
Obere Mühle · Ostrachstraße 36–40 · 87541 Bad Hindelang · Tel. 0 83 24/28 57 www.obere-muehle.de · Haltestelle: Bahnhof Sonthofen, Bus bis Bad Hindelang, Fußweg ca. 30 Min.


5
PANORAMA-GASTHOF AUF DEM AUERBERG
Wenn Sie Bikerin oder Biker sind, werden Sie an dieser Tour Ihre Freude haben: Eine enge Kurve folgt der nächsten! Dass der Gasthof renoviert wurde, ist toll, aber eigentlich ist der Weg das Ziel. Den phänomenalen Rundblick auf die Bergwelt gibt’s als Zugabe, zumindest, wenn das Wetter mitspielt, ist aber immer einen Ausflug wert!
Kein Wunder, der Panorama-Gasthof liegt ja auch 1055 Meter hoch. Im Jahr 2008 modernisiert, ist daraus ein gemütliches Gasthaus mit individueller Einrichtung, neun Zimmern, zwei Suiten und einem Restaurant mit Wintergarten geworden. Besonders die Panoramaterrasse wartet auf Besuch.
Der Gasthof ist ein Traum für Biker und sportlich ambitionierte Radler, denn die ersten 19 engen Kurven warten direkt vor der Haustür. Hier gibt es sie nämlich noch, die kleinen Sträßchen, auf denen zu fahren noch richtig Spaß macht! Aber Vorsicht, übertreiben Sie es nicht, sonst wird’s teuer, vor allem bei Touren ins benachbarte Ausland!
Direkt am Gasthof beginnt eine etwa 250 Kilometer lange Bodensee-Tour. Auf verkehrsarmen Wegen geht’s zuerst über Kempten nach Isny. Danach über Lindenberg und auf der Deutschen Alpenstraße nach Lindau, bekannt für die Altstadt, den Hafen und die zahlreichen Cafés. Nach einem schönen Tag in der Stadt führt die Tour wieder zurück auf der Deutschen Alpenstraße. Diesmal geht’s aber erst einmal weiter bis Immenstadt und von dort aus auf kleinen, schönen Straßen über Rettenberg nach Wertach, Seeg, Roßhaupten und zurück zum Startpunkt, dem Auerberg.
Aber auch direkt neben dem Gasthof gibt es etwas zu entdecken. In der St.-Georg-Kirche kann man einen Blick in vergangene Zeiten werfen, denn sie birgt Kunstwerke wie die große frühbarocke Holzplastik des heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen. Wenn Sie zusätzlich den traumhaften Blick von der Aussichtsplattform auf dem Kirchturm genießen möchten, müssen Sie zuerst etwas körperlichen Einsatz bringen. Denn der Aufstieg über die ächzende Holztreppe hat’s in sich.
Panorama-Gasthof auf dem Auerberg · während der Saison tgl. ab 10 Uhr Auerberg 2 · 86975 Bernbeuren · Tel.0 88 60/2 35 · www.auerberghotel.de · am besten mit dem Auto oder Motorrad

6
ABSCHALTEN IM HOTEL WALDSEE
Das Dreiländereck Deutschland, Österreich, Schweiz bietet jede Menge Abwechslung. Historische Schlösser, Burgen und wunderschöne Wanderwege sind schnell erreicht. Im Hotel »Waldsee« können Sie sich aber auch einfach nur entspannen. Am glitzernden Wasser gibt es außerdem viele Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Sogar ein Tennisclub liegt nur 300 Meter entfernt. Iris und Bodo Hartmann erfüllen im Hotel gern jeden großen und kleinen Wunsch. Die Sauna und das Sanarium, inklusive Ruhebereich, wurden renoviert und warten auf den Besuch der Hotelgäste. So lassen Sie entspannt den Alltag hinter sich!
Hotel Waldsee · Austraße 41 · 88161 Lindenberg i. Allgäu · Tel. 0 83 81/9 26 10 · www.hotel-waldsee.de · Haltestelle: Bus bis Abzw. Schulzentrum Lindenberg, Fußweg ca. 15 Min.

7
ALLES KÄSE IN LINDENBERG
Alles Käse? Ja, denn jedes Jahr Ende August ist es wieder so weit: Mitten in Lindenberg treffen Käsefreunde auf feinsten heimischen und internationalen Käse. Traditionell kommen jedes Jahr am letzten August-Wochenende Käsehersteller aus verschiedenen Ländern wie Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, den Niederlanden, aber auch aus Irland, Ungarn und Marokko zusammen. Inzwischen zählt das »Käse- und Gourmetfest« zu den größten Festen dieser Art in ganz Deutschland. Auf 500 Metern bieten dann rund 80 Teilnehmer ihre Köstlichkeiten an, und mit seinem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm zieht das Fest jährlich unzählige Besucher in die Sonnenstadt Lindenberg. Wenn das keinen Besuch wert ist.
Internationales Käse- und Gourmetfest · Käsemeile Stadtmitte · 88161 Lindenberg i. Allgäu Tel. 0 83 81/8 03 28 · www.westallgaeuer-kaesestrasse.de Haltestelle: Busbahnhof Lindenberg, Fußweg 10 Min.


8
EINE NACHT IM SCHNEE
Wer Schnee mag und gern an ungewöhnlichen Plätzen übernachtet, wird Ende Dezember auf dem Nebelhorn fündig. Denn schon seit 2003 werden hier Iglus in der klassischen Blockbauweise gebaut, und mit etwas Glück können Sie sogar beim Bauen helfen. Eine Übernachtung im Iglu-Hotel ist in jedem Fall ein ganz besonderes Erlebnis.
Die ersten großen Iglu-Events im Winter 2008/09 kamen so gut an, dass spontan die Idee entstand, eine Iglu-Lodge ins Leben zu rufen. Eine Mischung aus Wohlfühlatmosphäre und Exklusivität sollte sie bieten und ein spezielles Abenteuer in der freien Natur werden. Der erste Entwurf zum Bau auf dem Skigebiet des Nebelhorns lag schließlich im Jahr 2009 auf dem Tisch. Schon im Oktober desselben Jahres wurde die »IgluLodge« gegründet und mit den Arbeiten begonnen. Pünktlich zum Jahresende wurde sie dann im Rahmen einer ausgebuchten Silvesterfeier eröffnet. Seit 2010 stehen die Iglus jedes Jahr unter einem anderen Motto und sind entsprechend kunstvoll verziert.
Wenn Sie jetzt neugierig geworden ist, sollten Sie aber auf jeden Fall rechtzeitig buchen, denn die wenigen Iglus sind jedes Jahr schnell vergeben. Oben angekommen, werden Sie von einem Iglu-Guide im Bergrestaurant »Höfatsblick« abgeholt. Nach 200 Metern Fußmarsch folgt eine kurze Einführung, und bei leckerem Glühwein werden die verschiedenen Einrichtungen der Lodge vorgestellt. Im Anschluss beziehen Sie dann Ihren Iglu und können den atemberaubenden Blick und den Sonnenuntergang über den Allgäuer Alpen genießen. Am Abend gibt’s zum gemeinsamen Abendessen ein, was sonst, ein typisches Allgäuer Käsefondue. Danach ein heißes Bad im Whirlpool gefällig? Der Sternenhimmel ist umsonst. So steht einem gemütlichen Abend mit Glühwein und Tee nichts mehr im Weg. Am nächsten Morgen gibt es zum Wachwerden erst einmal einen warmen Tee im Schlafsack und ab 9 Uhr dann Frühstück im Bergrestaurant »Höfatsblick«. Wer möchte, kann auf Wunsch den Heimweg per Fallschirm antreten.
IgluLodge · Allgäu Events GmbH & Co. KG · jährlich 28. Dez.–März/April Samuel-Bachmann-Straße 1 · 87527 Sonthofen · Tel. 0 83 21/80 03 00 · www.iglu-lodge.de Haltestelle: Bahnhof Oberstdorf, Fußweg zur Nebelhornbahn-Talstation ca. 15 Min.

9
COOLER SOUND IM »RASTA«
Wer auf den Sound der Siebziger steht, ist hier richtig, in der Tanzbar »Rasta« in Leutkirch, das eigentlich »Nachtcafé Alcazar« heißt. Das besondere Lokal hat noch einiges mehr zu bieten, nämlich ein Restaurant mit leckerem Essen, Live-Auftritte und unterschiedliche Themenpartys.
Wenn die Einheimischen sagen, lass uns ins »Rasta« gehen, meinen sie eigentlich ins »Alcazar«. Denn so heißt die Tanzbar im Untergeschoss des Nachtcafés. Die Musik wird noch von Hand gemacht und ist für die Betreiber die höchste Form künstlerischer Darbietung. Deshalb wird hier auch noch »richtige« Musik gespielt, die bei den Themenpartys von Mozart bis System Of a Down, von Elvis bis Sinéad O’Connor und von Led Zeppelin bis Bob Marley reicht. Deutsche Titel fehlen dabei ebenso wenig wie Worldmusic, Funk, House, R ‘n‘ B und Indie-Pop. Das volle Programm eben! Dass die Jugendlichen aber auch nicht zu kurz kommen, dafür wird gesorgt. Freitags ist der Eintritt ins »Rasta« nämlich schon ab 16 Jahren erlaubt, am Samstag hingegen erst ab 18. Dann wird unter dem Motto: »ALCAZAR SAMSTAGNACHT« auch ein ständig wechselndes und hochkarätiges Programm mit Kleinkunst, Live-Auftritten und Disco-Partys geboten.
Das »Rasta«, beziehungsweise die Räumlichkeiten der Tanzbar können Sie auch für eigene Veranstaltungen mieten. Wobei »mieten« eher der falsche Ausdruck ist. Denn es kostet nichts, ganz im Gegenteil, sogar der gesamte Eintritt geht an den Veranstalter. Einzige Voraussetzung ist, dass diese »Fremdveranstaltungen« kräftig beworben werden und mindestens 50 Gäste kommen, die gute Laune mitbringen und entsprechend Umsatz machen. Das Personal wird ebenfalls gestellt. Für den passenden DJ, eventuelle Lichteffekte oder Aktionen wie Happy Hour, spezielle Drinks oder Bands muss jeder Veranstalter aber logischerweise selbst sorgen. Denn bei so viel Entgegenkommen ist auch Eigeninitiative des jeweiligen Veranstalters gefragt.
Rasta Tanzbar im Nachtcafé Alcazar GmbH · Fr, Sa ab 21 Uhr, So ab 11 Uhr Campingweg 5 · 88299 Leutkirch i. Allgäu · Tel. 0 75 63/91 58 43 · www.cafe-alcazar.de Haltestelle: Bahnhof Leutkirch, Bus bis Tautenhofen, Fußweg ca. 60 Min., besser mit dem Auto

10
KUHMILCH MAL ANDERS
In Sigishofen wird sie hergestellt, die einzigartige Allgäuer Kuhmilchseife. Kuhmilch ist die weltweit am häufigsten vorkommende Milchsorte und wird seit jeher gern zur Körperpflege und als Badezusatz verwendet. Hier ist sie ein Zusatzstoff bei der Seifenherstellung. Ursprung und Natürlichkeit ist der Firma HolzAlpe wichtig. Denn durch Beigabe von Kuhmilch entsteht eine cremige Naturseife, die fettet und vor allem für trockene Problemhaut geeignet ist. Im Werksverkauf gibt es aber auch Geschenke und Deko-Artikel, die aus verschiedenen Laub- und Nadelhölzern gefertigt werden. Jeden Tag findet zudem eine Führung durch die Produktion statt.
Die HolzAlpe · Mo–Fr. 9.30–18 Uhr · Sigishofen 56 · 87527 Ofterschwang · Tel. 0 83 21/6 18 56 44 www.die-holzalpe.de · Haltestelle: Bahnhof Sonthofen, Bus bis Sigishofen, besser mit dem Auto

11
»SCHOKO-KUHFLADEN«
In einem unscheinbaren Laden ist sie untergebracht, die Schoko-Manufaktur. Hier lässt sich die experimentierfreudige Chefin Michaela Milz ständig neue und witzige Geschenkideen aus Schokolade einfallen. Der Verkaufshit sind aber ihre »Schoko-Kuhfladen«, die es, wie die meisten anderen Leckereien auch, aus verschiedenen Schokoladensorten und mit unterschiedlichen Zutaten zu kaufen gibt. Hergestellt aus Edelvollmilchschokolade, mit Haselnüssen und diversen Dinkelflakes und -pops. Sogar die Verpackungen sind selbst entworfen. Für Leckermäuler eine der ersten Adressen im Allgäu. Kein Wunder, dass die Zahl der Fans stetig steigt und Michaela Milz schier nicht mehr mit der Produktion nachkommt.
Schoko-Kuhfladen-Manufaktur · Mo–Fr 13.30–18 Uhr Am Angerl 1 · 87527 Sonthofen-Altstädten · Tel. 0 83 21/7 80 48 48 · www.schoko-kuhfladen.de Haltestelle: Bahnhof Sonthofen, Bus bis Altstätten, besser mit dem Auto

12
BUDDHAS IM ALLGÄU
Kaum zu glauben, dass das ein Geschäft in Lindau ist und nicht ein asiatischer Tempel. Denn zwischen all den Buddha-Figuren, Klangschalen und Räucherstäbchen überkommt Sie schnell das Gefühl, Sie seien in Asien. Eines ist aber sicher, eine solche Vielfalt finden Sie nicht alle Tage und nicht überall.
Schon in vorchristlicher Zeit wurde auf der Seidenstraße kultureller Austausch betrieben. Aber nicht nur aus Asien wurden Waren und Wissen nach Europa transportiert. Die Feldzüge von Alexander dem Großen brachten die griechische Kunst vor allem in die Region des heutigen Afghanistans. Angelehnt an den Stil griechischer Statuen entwickelte sich dort und in Indien der buddhistische Gandhara-Stil. Schon im 5. Jahrhundert n. Chr. entstanden Buddha-Statuen mit lockigem Haar und nachdenklichen Gesichtszügen, die für die buddhistische Kunst ganz Asiens maßgeblich waren.
Die bekannten Figuren stammen aus dem alten Siam, dem Reich der Khmer, aus Japan, China und Tibet. In Nepal hat sich damals sogar ein ganz eigener Stil entwickelt. Aus all diesen Regionen sind zahlreiche Figuren in der Galerie in Lindau gleich neben dem alten Rathaus zu sehen. Bestimmt hätten Sie nicht damit gerechnet, ausgerechnet im Allgäu auf eine asiatische Fundgrube wie den Buddhapalace zu stoßen. Aber das Geschäft gilt bei den Liebhabern der Buddha-Figuren sogar als eines der bestsortierten Deutschlands. Grüne und weiße Tara, Haushüterlöwen, Garuda, der Vogelmensch Kinnari, sogar der weibliche Buddha des Mitgefühls Kwan Yin (oder Kuan Yin) und noch vieles andere befindet sich in dem Laden, der eher an ein Museum erinnert.
Bei den meisten der im Galerieraum gezeigten Figuren handelt es sich um Einzelstücke, deren Verfügbarkeit begrenzt ist. Aber aufgrund der vielen Figuren im Geschäft fällt die Wahl sicher nicht allzu schwer, denn vom erschwinglichen Glücksbuddha bis hin zum alten Buddha ist hier praktisch alles zu haben.
Galerie Buddhapalace · Mo–Fr 11.30–17.30 Uhr, Sa 10.30–13 Uhr Ludwigstraße 26/Ecke Reichsplatz · 88131 Lindau · Tel. 0 83 82/2 77 60 82 · www.buddhapalace.de Haltestelle: Bahnhof Lindau, Fußweg ca. 15 Min.

13
TRADITIONELLES AUS HOLZ
»Holz ist einfach ein schönes Material!« Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Simone Beuße hat den Schritt in die Geschäftsführung der traditionsreichen Holzschnitzerei keinen Tag bereut. Vom Werkzeug bis zur vergoldeten Holzskulptur, hier gibt es alles, was das Schnitzer-Herz begehrt!
Simone Beuße kam schon früh mit Holz in Berührung, denn als Kind war sie recht oft in der Werkstatt ihres Großvaters in der Holzschnitzerei Dienewald. Im Alter von nur 29 Jahren hat sie im Jahr 2004 dann den Betrieb übernommen. Obwohl sie sich eigentlich hauptsächlich um die Verwaltung und den Ladenverkauf kümmert, weiß sie ganz genau, wie aus einem Stück Holz eine Figur entsteht. Die grob geschnitzten Figuren kommen zunächst als Rohling wieder zurück in die Werkstatt, wo die Feinarbeit dann von freischaffenden Kunstschnitzern übernommen wird. Dabei hat natürlich jeder Holzkünstler seinen eigenen Stil und wird je nach Bedarf von Beuße eingesetzt. Arbeiten wie das Vergolden und Bemalen der Figuren werden oft von Simone Beuße selbst und ihren Mitarbeiterinnen ausgeführt. Die schönsten der so entstandenen Arbeiten können dann nahe der Wallfahrtskirche Maria-Hilf im Stammhaus im Ortsteil Speiden bewundert und gekauft werden. Hier wird auch ganzjährig eine besondere Krippenausstellung gezeigt. Es gibt 60 verschiedene Ställe von alpenländisch bis modern zu entdecken, und die Figuren haben eine Größe von 8 bis 80 Zentimetern.
Zur Kundschaft zählen nicht nur Käufer von Figuren, ein großer Teil sind auch Hobbyschnitzer, die hier lediglich ihr Material kaufen. Einheimische und auch Kunden aus Österreich, der Schweiz und sogar Amerika bestellen hier ihre Rohlinge. Extra dafür wurde ein spezielles Außenlager im Eisenberger Ortsteil Osterreuthen errichtet.
Es gibt hier alles, was das Schnitzer-Herz begehrt. Rohlinge von Madonnen, Engeln, religiöse und profane Figuren, Tiere, Wandreliefs und selbstverständlich Krippen in verschiedenen Ausführungen.
Holzschnitzereien Beuße · Mo–Fr 9–12, 13–18 Uhr, Sa 9–12 Uhr Dolder Straße 2 · 87637 Eisenberg-Speiden · Tel. 0 83 64/4 32 · www.holzschnitzereien-beusse.de Haltestelle: Bahnhof Hopferau, Fußweg ca. 15 Min.

14
DAS »GEPFEFFERTE ÄRSCHLE«
Schäme sich, wer etwas anderes vermutet. Pikantes verbirgt sich zwar hinter dem Namen, aber nur in geschmacklicher Hinsicht. Beim »Gepfefferten Ärschle« handelt es sich nämlich um einen sehr aromatischen Käse mit angenehmer Schärfe. Dass er so gut schmeckt, verdankt er einer wohldosierten Menge Madagaskarpfeffer.
Mit Biss und trotzdem cremig, so wird die Zurwieser Spezialität erst nach sorgfaltiger Pflege mit Rotschmiere, wodurch sie auch ihr pfeffriges Aroma erhält. Das »Gepfefferte Ärschle« ist eine der vielen Käsesorten der Bio-Käserei am Rande von Wangen. 100 Meter über Deuchelried werden in dem kleinen Betrieb in Handarbeit und ohne Zusatzstoffe täglich zahlreiche Weichkäsespezialitäten hergestellt.
Bereits 1899 wurde das Käsereilokal erbaut. 1990 haben es die Käsemeister Anton Holzinger und Richard Kurzweil übernommen und zur Produktionsstätte für Weichkäse umgebaut. Schon ein Jahr später lieferten sie ihren ökologischen Käse an Fachgeschäfte in der Region und an Bioläden in ganz Deutschland. Bis zu 5000 Liter frischer Biomilch werden täglich zu 22 Käsesorten verarbeitet. Diese Milch stammt von Biobauern aus und um Wangen, die alle nach den Richtlinien von Bioland und Demeter produzieren. Guter Käse kann halt nur aus guter Milch gemacht werden.
Ob er so gut schmeckt, weil Zurwies den Bauern zu den üblichen Milchpreisen noch Qualitäts-, Fütterungs- sowie Biozuschläge bezahlt, ist nicht belegt. Dass die höheren Erlöse und die fairen Milchpreise aber dazu beitragen, dass die Agrarstruktur und die Kulturlandschaft im Allgäuer Raum besser erhalten werden können, schon. In der Zurwies-Schaukäserei können Sie sich selbst davon überzeugen und den Mitarbeitern beim Käsen über die Schulter schauen. Die großen Fenster der Käserei bieten jeden Morgen die Gelegenheit dazu, und Besucher sind herzlich willkommen! Natürlich gibt es den Käse hier auch direkt zu kaufen, aber auch im Fachhandel, auf Wochenmärkten oder im Internet (www.allesbiokaese.de).
Käserei Zurwies GmbH · Zurwies 11 · 88239 Wangen i. Allgäu · Tel. 0 75 22/55 81 www.zurwies.com · Haltestelle: Bahnhof Wangen, Bus bis Deuchelried, Fußweg ca. 25 Min., besser mit dem Auto

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DAS LETZTE »TANTE EMMA«-KAUFHAUS
»Tante Emma«-Läden werden immer seltener, aber in Wolfegg gibt es noch einen. Und was für einen, nämlich gleich ein ganzes Kaufhaus. Das Ehepaar Ott betreibt es schon seit Jahrzehnten, und hier gibt es nichts, was es nicht gibt, sonst wird es besorgt. Selbst wenn Sie gar nichts kaufen möchten, sollten Sie diesen Laden besuchen!
Egal, ob Sie vergessen haben, Brot einzukaufen, oder für einen bestimmten Anlass frische Blumen brauchen. Ja, selbst wenn die passende Vase für die Blumen fehlt oder verliebte Pärchen spontan ein Stelldichein haben, alles kein Problem im Kaufhaus Ott. Hier gibt’s so ziemlich alles, was im Alltag benötigt wird, und noch viel mehr. Der Slogan des Hauses »Es gibt nichts, was der Ott nicht hat oder besorgen kann«, ist keine leere Worthülse, sondern schlichtweg wahr. Seit inzwischen über 110 Jahren können dort nämlich Kunden auf 200 Quadratmetern aus einer solchen Fülle an Produkten wählen, die sogar heute ihresgleichen sucht. Um sich auch nur einen kleinen Überblick über das Angebot des Kaufhauses zu verschaffen, braucht man viel Zeit und Muße.
Sicher wird jeder Besucher etwas finden, auch wenn er es gar nicht gesucht hat. Alles aufzuzählen ist aber gar nicht möglich. Schreibwaren, Kerzen, Bücher, Dekoartikel, Geschirr, Töpfe, ja sogar Kleidung gibt es und Bio-Produkte wie Tee, Schokolade und Kaffee in großer Auswahl. Alles ausgesuchte Dinge, die nicht überall zu finden sind. Eine besondere Fundgrube ist auch die Kurzwarenabteilung, denn selbst in Städten müssen wir doch lange suchen, um überhaupt noch eine zu finden. Und für die Blumen-Arrangements, Gestecke und Kränze – das besondere Hobby von Maria Ott – kommt die Kundschaft von weither.
Das Kaufhaus Ott ist eine Mischung aus Flohmarkt, Kolonialwaren- und Lebensmittelladen mit integrierter Bäckereifiliale. Letztere bietet sogar tagesfrische, sehr leckere Bio-Backwaren aus regionaler Herstellung an. Hier in Wolfegg ist eine bodenständige Nahversorgung erhalten geblieben. Und ein Besuch fühlt sich ein wenig an wie ein Sprung in längst vergangene Zeiten.
Kaufhaus Ott · Mo, Di, Do, Fr 8–12.30, 14.30–18.30 Uhr, Mi, Sa 8–12.30 Uhr Wette 1 · 88364 Wolfegg · Tel. 0 75 27/68 62 · Haltestelle: Bahnhof Wolfegg, Fußweg ca. 15 Min.


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DIE KUNST DER GLASBLÄSEREI
Es muss nicht gleich Venedig sein. Das alte Allgäuer Glasmacherdorf Schmidsfelden erstrahlt seit 1997 auch wieder in neuem Glanz und die mundgeblasenen Produkte nicht weniger! Auch das besondere Flair dieses Dörfleins und die Veranstaltungen machen Ihren Besuch zum Erlebnis.
Der Glasbläser Stefan Michaelis hat sich mit der Manufaktur in Glas in Schmidsfelden einen Traum erfüllt. Seit 2003 lässt er die alte Kunst des Glasmachens an diesem historischen Ort wieder aufleben. Nach dem Abitur, der Ausbildung und zwei Jahren Tätigkeit als Glasapparatebauer ging’s 1991 zum Designstudium nach England. Als er das Studium erfolgreich abgeschlossen hatte, eröffnete er ein eigenes Atelier in London. Von 1996 bis 2002 lebte er in Edinburgh und kam 2003 nach Schmidsfelden, wo er die Manufaktur in Glas eröffnete. Hier fertigt er Unikate, Originale und Kleinserien an. Das frei geformte Glas ist die Spezialität von Stefan Michaelis, die es nur in Schmidsfelden gibt.

Nach einem Spaziergang durch das Dorf können Sie den Tag im »Café Remise« gegenüber dem einstigen Herrenhaus ausklingen lassen. Angeboten werden unterschiedliche Tagesmenüs, leckerer Kuchen und die Getränke – natürlich in historischen Gläsern. www.remise-burgkaffee.de
Im Dorf wurde im originalgetreu nachgebauten Anbau der Glashütte ein Glasmuseum eingerichtet, das die Geschichte der Glasmacherei veranschaulicht, und 1999 wurde mit der Renovierung des mächtigen Glasmagazins begonnen. Seitdem werden dort jede Menge alter Gläser, Fotos und Stücke zur Umweltgeschichte der Adelegg gezeigt. Durch die Arbeit von Stefan Michaelis als Glasbläser, das Dorf und das Museum gerät die Glasgeschichte des Allgäus nicht in Vergessenheit. Das alte Glasmacherdorf ist wieder neu entstanden und mit den Führungen und Vorführungen, dem Glasmacherfest und den regelmäßig stattfindenden Märkten zu einem beliebten Ausflugsziel geworden.
Manufaktur in Glas Stefan Michaelis · Ostern–Mitte Nov. Di–Fr 10–12.30, 14–17 Uhr, Sa 14–17, So 10–17 Uhr · Glashütte Schmidsfelden · Schmidsfelden 9 · 88299 Leutkirch Tel. 0 75 67/18 20 42 · www.schmidsfelden.net · Bhf. Leutkirch, Bus bis Schmidsfelden

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FRISCHE LEBENSMITTEL UND LECKERE SNACKS
Wenn sich der kleine Hunger meldet, ist das ein kulinarischer Geheimtipp. Im Gewölbe des alten Feuerwehrhauses gibt es nämlich alles, was der Bauch begehrt. Wo anfangen und wo aufhören? Am besten probieren Sie sie alle, die Köstlichkeiten. In der Mittagszeit ist hier recht viel los. Guten Appetit!
In der Markthalle in Füssen kommen die Menschen schon seit Langem zusammen, um zu essen und zu trinken. Am Schrannenplatz traf man sich nämlich schon im Mittelalter, denn das 1483 im spätgotischen Stil erbaute Kornhaus diente damals, wenn kein Markt war, als Getreidelager. Zwischenzeitlich wurde es auch als Feuerwehrhaus genutzt, doch 1998 eröffnete in den Gewölben des Erdgeschosses diese wunderbare Markthalle.
Die Lage, mitten in der Altstadt mit all den engen Gassen, war für die großen Feuerwehrautos denkbar ungünstig, und nachdem die Einsatzfahrzeuge immer mehr Mobiliar der örtlichen Cafés platt gefahren hatten, zeigte sich die Feuerwehr schließlich einsichtig und zog um. Seitdem können Sie hier nach Herzenslust probieren, einkaufen und gemütlich einkehren. Vor allem samstags ist die Halle ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Einheimische. Hier werden internationale Leckereien und Spezialitäten aus dem Allgäu angeboten, vom Biobrot über frischen Fisch bis zu orientalischen Köstlichkeiten und speziellen Weinen.
Allgäuer Honig, Wurst- und Käsespezialitäten oder kleine Snacks wie Weißwurst und Wurstsalat gibt‘s im »Gschmacksach«, dem Feinkoststand von Familie Ullmann. Die Fischhandlung Geiger bietet eine reichhaltige Auswahl an frischem Fisch, und bei Feinkost Gökbayrak sind türkische und griechische Leckereien sowie Wein und Tee zu finden. Wenn Sie Früchte aus aller Welt, Gemüse und Kräuter aus regionalem Anbau oder frische Bio-Produkte suchen, sind Sie in der »Fruchtoase Kara« richtig. Einen leckeren Espresso nach all der Schlemmerei können Sie anschließend in der »Espresso-Pils-Bar-Ludwig« trinken. Viel Vergnügen!
Markthalle Füssen · Mo–Fr 8–20 Uhr, Sa 8–15 Uhr · Schrannengasse 12 · 87629 Füssen Tel. 0 83 62/9 38 50 · www.fuessen.de/kultur-und-kulinarik/markthalle.html Haltestelle: Bahnhof Füssen, Fußweg ca. 5 Min.
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