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Whitley Strieber

EINE
NEUE
WELT

Kontakt mit den Besuchern

Vorwort von Jeffrey J. Kripal

Aus dem Amerikanischen von Thomas Görden


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Amerikanische Originalausgabe:

A NEW WORLD

Deutscher Erstdruck im AMRA Verlag

Auf der Reitbahn 8, D-63452 Hanau

Hotline: + 49 (0) 61 81 – 18 93 92

Service: Info@AmraVerlag.de


Herausgeber & Lektor Michael Nagula
Einbandgestaltung Guter Punkt
Layout & Satz Birgit Letsch
Druck CPI books GmbH

ISBN Printausgabe 978-3-95447-302-1

ISBN eBook 978-3-95447-303-8

Copyright © 2019/2021 by Walker & Collier Inc.

Copyright Preface © 2019 by Jeffrey J. Kripal, PhD. Original language edition published by Walker & Collier Inc., 20742 Stone Oak Parkway Suite 107, San Antonio, Texas, 78258. Deutsche Lizenzausgabe © 2021 by AMRA Verlag & Records Dieses Werk wurde vermittelt durch die literarische Agentur Mohrbooks AG, Seefeldstrasse 303, 8008 Zürich, Schweiz.

Für den Einband wurden drei Motive von GettyImages verwendet:

Archipel #1235926200, Grey #1127605260, Flotte #692687026

Alle Rechte der Verbreitung vorbehalten, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische, digitale oder vertonte Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks. Im Text enthaltene externe Links konnten vom Verlag nur bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung eingesehen werden. Auf spätere Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss. Eine Haftung des Verlags ist daher ausgeschlossen.


INHALT

Vorbemerkung

Einführung

1Das Geheimnis beginnt

2Ein dringender Ruf

3Warum bestimmte Menschen?

4Das Implantat-Geheimnis

5Der Asphodeliengrund

6Die Nachthunde

7Die Rückkehr der Besucher

8Der Mann aus dem Paradies

9Geteilte Leben

10Dunkle Wahrheiten und Licht

11Die »UFO-Spende« und eine Warnung

12Ist irgendetwas davon real?

13Es ist an der Zeit

Bibliografie

Danksagung

Über den Autor

Es gibt in diesem Buch keine Seite, an der

meine geliebte Frau, Anne Strieber, nicht mitwirkte.

Die Begegnung mit diesem brillanten Menschen

hat mein Leben gesegnet und bestimmt. Sie brachte

kristallklare Erkenntnis in die schwer fassbaren

und doch realen Ereignisse, die wir erlebten.

ANNES LEBENSMOTTO LAUTETE »FREUDE HABEN«,

UND IN DIESEM GEIST HABE ICH EINE NEUE WELT GESCHRIEBEN.



»Der große Feind der Wahrheit ist sehr oft

nicht die Lüge – bewusst, erfunden und unehrlich –,

sondern der Mythos – hartnäckig, überzeugend

und unrealistisch. Zu oft halten wir an den

Klischees unserer Vorfahren fest. Wir

unterwerfen alle Fakten einem vorgefertigten Set

von Interpretationen. Wir genießen die

Bequemlichkeit der Meinung

ohne die Unbequemlichkeit des Denkens.«

JOHN F. KENNEDY, YALE UNIVERSITY

COMMENCEMENT ADDRESS (1962)

»Mythologie existiert auf einer Ebene unserer

sozialen Realität, über die normales politisches und

intellektuelles Handeln keine Macht hat.«

DR. JACQUES VALLEE

»Wir sind Teil einer Symbiose mit etwas, das sich als

außerirdische Invasion tarnt, um uns nicht zu alarmieren.«

TERRENCE MCKENNA

Als Colonel Philip Corso einen unserer Besucher fragte, was sie uns anzubieten haben, wenn wir sie in unser Leben lassen, lautete die Antwort: »Eine Neue Welt, wenn ihr sie ertragen könnt.«


VORBEMERKUNG

Das meiste von dem, was Sie auf diesen Seiten lesen, wird Ihnen unfassbar, unglaubwürdig und seltsam erscheinen. Der Grund ist, dass es sich um Ereignisse handelt, die eigentlich unmöglich sein sollten, im wahrsten Sinne um eine Wirklichkeitsebene, die es eigentlich nicht geben sollte, und um Beziehungen, die vollkommen neu sind. Da ich das weiß, habe ich mich bemüht, meine Geschichte möglichst genau zu erzählen. Ich habe nie etwas weggelassen, geändert oder bearbeitet, weil es mir zu unglaublich erschien. Sie hat im Wesentlichen keinerlei Bezug zu irgendeiner der populären Erzählungen über den Kontakt mit Außerirdischen, noch weniger zu denen des gewöhnlichen Lebens. Und doch beruht sie, Wort für Wort, auf Beobachtung und Erfahrung.

Im Gegensatz zu vielen Geschichten, die von fremden Erfahrungen handeln, schildere ich hier meine eigenen Erlebnisse, aber wann immer es mir möglich ist, nenne ich Augenzeugen, die das Erlebte belegen können. In Anbetracht dessen, was ich Ihnen, den Leserinnen und Lesern, hier abverlange, verdienen Sie es zu wissen, inwieweit jede hier berichtete Erfahrung von anderen Menschen geteilt wurde.

Wichtig ist mir auch, darauf hinzuweisen, dass die Nahkontakte mit den Besuchern immer mit dem beginnen, was wir heute als das Physische kennen. Während Sie Ihre Beziehung zu den Besuchern aufbauen, werden Sie entdecken, dass das, was wir das Physische nennen, nur ein Teil eines riesigen, überaus komplexen Realitätsgefüges ist. Jedoch bleibt das Sehvermögen derjenigen, die nicht danach streben, aus Kontakten zu anderen Ebenen dieses Gefüges Erkenntnisse zu gewinnen, an die vertraute Welt gebunden.

Gegenwärtig ist das körperliche Erscheinungsbild der Besucher – obwohl nur ein kleiner Teil von dem, was sie sind – alles, was die meisten von uns über sie wissen.

Ich glaube zum Beispiel, dass die meisten Menschen, die im Rahmen geheimer staatlicher Projekte operieren, sie nur selten anders als in ihrer physischen Verkörperung erleben und deshalb eine sehr begrenzte Vorstellung von ihnen haben. Aber für jeden, der bereit ist, das Geheimnis, das sie tatsächlich darstellen, zu sehen und zu akzeptieren, gibt es so viel mehr zu entdecken! Und letztere Menschen sind es, die das Potenzial haben, die Welt zu einer echten Veränderung zu führen.

Sich tiefer auf die Besucher einzulassen, ist außergewöhnlich und lohnend. Es ist auch völlig anders als das Leben, wie wir es bislang kannten. Die Gesetze der Realität verändern sich. Vor allem ändert sich die Natur der Kommunikation. Die Regeln sind ganz anders und für unsere gewohnten Verhältnisse sehr fremd. Ich hätte meine Geschichte so bearbeiten können, dass sie glaubwürdiger erscheint – einige Dinge weglassen, andere verändern können, um sie näher am Vertrauten erscheinen zu lassen, als sie es in Wirklichkeit sind.

Wie die Besucher, die Teil meines Lebens sind, hasse ich jedoch Täuschung und werde mich nicht daran beteiligen. Um zu erreichen, dass möglichst viele Menschen meine Geschichte glaubhaft finden, hätte ich sie in eine Lüge verwandeln müssen.

Ihr Whitley Strieber

Dieses Buch ist den Kindern gewidmet. Ihnen gehört diese Welt.


EINFÜHRUNG

Dieses Buch ermöglicht den Kontakt

Hiermit liegt Ihnen ein Buch über eine Neue Welt vor, eine Welt des Übernatürlichen, in der die Kommunikation zwischen den Besuchern und uns, zwischen den »Toten« und den »Lebenden«, eine neue Ebene der Intensität erreicht, in der unsere Körperlichkeit in eine andere, neue materielle oder überphysikalische Dimension ausgedehnt wird, in der die Zeit und damit die Evolution nicht so funktionieren, wie wir denken, in der erstaunliche sensorische Fähigkeiten oder parapsychologische Fähigkeiten in genetischen Erblinien – auch Familien genannt – verlaufen und in der das UFO ebenso Vehikel der Seele ist wie Quelle von Metamaterialien und unsichtbares Objekt aktueller Radarmessungen sowie geheimer militärischer Aufmerksamkeit.

In diesem bemerkenswerten Spektrum schimmert auch ein Modell der Körperlichkeit durch, das eine paradoxe Vision darstellt, in der wir den physischen Körper als eine Art temporäres Portal in diese physische und zeitliche Dimension benutzen, auch wenn wir gleichzeitig außerhalb des Körpers und seiner besonderen sensorisch erzeugten Wirklichkeit bleiben. Dies ist eine neue Welt, nicht weil sie wirklich neu ist (ich versichere Ihnen, dass in anderen Kulturkreisen alle diese Themen zu den sehr alten Überzeugungen gehören), sondern weil es hier und jetzt von uns abhängt, ob sie Gestalt annehmen und erscheinen kann.

Die tiefste Botschaft dieses Buches ist also sehr intim: dass es von uns abhängt, ob diese Neue Welt in Erscheinung tritt oder weiterhin nur in verzerrter Form und gewissermaßen getarnt erlebt wird. Wir selbst müssen entscheiden, ob und wie wir mit den unsichtbaren Präsenzen unserer kosmischen Umgebung interagieren wollen. Zu diesen Entscheidungen gehört auch, ob und wie wir dieses Buch lesen, das, nach dem Verständnis des Autors, selbst eine dringende Botschaft der Besucher ist. Die beabsichtigten Implikationen sind klar genug: In dem Ausmaß, in dem Sie wirklich und wahrhaftig mit diesem Buch interagieren und es dadurch in die Wirklichkeit holen, interagieren Sie wirklich und wahrhaftig mit den Besuchern und öffnen unsere Realität für sie. Dieses Buch ermöglicht den Kontakt, aber was sich daraus entwickelt, hängt von Ihnen ab.

Erlauben Sie mir, für einen Moment »nerdig« zu sein, denn diese Neue Welt und unsere unheimliche Rolle als Leser, die sie ins Licht der Aufmerksamkeit holt, überschneidet sich direkt mit meinem täglichen Leben und meiner Arbeit.

Ich lebe und arbeite in einer elitären akademischen Welt, in der geisteswissenschaftlichen Fakultät einer großen Forschungsuniversität, wo einige der klügsten Menschen des Planeten tätig sind. (Ich weiß gar nicht so recht, wie ausgerechnet ich dort gelandet bin, aber das ist eine andere Geschichte.) Diese bemerkenswerten Intellektuellen sehen durch die Dinge hindurch wie Röntgengeräte in einer Arztpraxis. Sie können in die Knochen, Organe und oft unbewussten Strukturen ganzer Gesellschaften, Nationalstaaten, Imperien, Wertesysteme und Religionen hineinsehen. Nichts ist ihnen heilig.

Tatsache ist, dass alles Menschliche von Menschen erfunden wurde, also alles in Frage gestellt werden kann. Das zentrale Argument meiner eigenen lebenslangen Forschungsarbeit ist, dass in diesem Weg der Wissenschaft, allem auf den Grund zu gehen, alles zu hinterfragen, ein geheimes menschliches Potenzial verborgen liegt. Um zu verstehen, wer wir sind, müssen wir zuerst verstehen, wer wir nicht sind. Wir müssen verstehen, dass der Mensch aus zwei Teilen besteht. Ja, wir sind der haarlose, sterbliche Primat mit dieser oder jener sozialen Identität, aber wir sind auch etwas Anderes, ein Mehr, das wir mit keinem Wort benennen und mit keinem Instrument messen können.

Natürlich kann es beängstigend sein, uns selbst auf diese Weise zu betrachten, weil dabei alles, was wir für »mich« oder »uns« halten, in Frage gestellt, durchschaut und am Ende einfach beiseite gelegt wird. Wir werden mit einem Mysterium zurückgelassen, und dieses Mysterium sind wir selbst. Aber es gibt auch echte Hoffnung, denn wir sind anders und viel mehr als alle diese Identitäten, die wir für uns erfunden haben.

Deshalb schätze ich das wilde Erkenntnisstreben meiner Kollegen so sehr. Ich bewundere ihre unerschrockene Suche nach immer tieferen Strukturen der Wahrheit und damit der Gerechtigkeit (da jede Struktur, die sie aufdecken und durchschauen, einige Menschen privilegiert und einschließt und andere Menschen marginalisiert und ausschließt). Ich habe diese breit angelegte intellektuelle Sensibilität, die Gesellschaften, Nationalstaaten und Religionen durchschaut, »prophetisch« genannt, nicht in dem Sinn einer Vorhersage der Zukunft, sondern in dem Sinn, dass schwierige Wahrheiten aufgedeckt werden, die eine bestimmte Gesellschaft, Autorität oder Einzelperson nicht hören will. Diese Wahrheiten können sich auf Geschlecht oder Sexualität beziehen, auf Rasse, auf Klasse, auf Kolonialismus oder Imperialismus, auf Macht, auf Gott oder die Götter, also auf so ziemlich alles, was Menschen denken, machen, tun oder womit sie sich identifizieren.

Aber nichts davon macht Akademiker unfehlbar oder allwissend, und soziale Gerechtigkeit und das endlose Leiden verschiedener Identitäten sind keineswegs die einzigen Arten von Wahrheit, die es zu suchen und zu entdecken gilt. Es stellt sich heraus, dass es auch in der akademischen Welt heilige Kühe gibt (und selbst die Kuh der Hindus war in Indien einst nicht so heilig, zumindest nicht so, wie sie es heute ist – sie wurde einst gezüchtet, gehütet, geschätzt und, ja, gegessen). Zu unseren heutigen heiligen Kühe, die wir zweifellos eines Tages »essen« werden, gehören das unhinterfragte Bekenntnis zu Naturalismus, Materialismus und Szientismus, das heißt, die weitgehend unbewussten Annahmen, dass das, was wir heute als »natürlich« betrachten, alles ist, was existiert; dass alles letztlich »physikalisch« ist in dem Sinne, wie die heutige Physik Materie versteht (also nicht sehr gut, wie sich immer mehr herausstellt); und dass die objektivierenden Methoden der Wissenschaft der einzige Weg sind, die Realität zu erkennen, mit der oft unausgesprochenen Annahme, dass alles, was die Wissenschaft nicht weiß oder was sich mit ihren Methoden nicht nachweisen lässt, nicht real sein kann.

Ob Sie es glauben oder nicht, buchstäblich jeder Bereich des modernen intellektuellen Lebens befasst sich mit diesem dreifachen Satz von auf Naturalismus, Materialismus und Szientismus beruhenden Annahmen. Nehmen Sie die Religionswissenschaft, mein eigenes Fachgebiet als Forscher und Autor. Ich habe die letzten vier Jahrzehnte damit verbracht, Religion zu erforschen. In den ersten drei dieser Jahrzehnte wurde ich in einer Denkweise geschult, die mit einigen sehr guten Gründen argumentierte, dass jedes religiöse Wunder – jeder Schamane, Mystiker, Seher, Heilige, jedes Medium und jeder spirituelle Lehrer – nur ein biomedizinischer, in der Raum-Zeit eingesperrter Körper ist und dass alles, was diese Menschen zu wissen behaupten, entweder in materieller, schriftlicher Form oder durch soziale Institutionen und soziale Interaktionen überliefert wurde. Mit anderen Worten: Mir wurde beigebracht zu glauben, dass alles Menschliche letztlich und vollständig »historisch« und »sozial« ist, das heißt: bedingt, relativ, lokal und materiell. Übernatürliches gibt es also ganz einfach nicht.

Das trifft auch tatsächlich häufig zu.

Daher die prophetische Funktion der Geisteswissenschaften: Alle Ansprüche, die eine Religion oder ein Nationalstaat erhebt, um die einen einzuschließen und die anderen auszuschließen, können dekonstruiert, auseinandergenommen und in irgendeiner universellen oder absoluten Weise als falsch entlarvt werden. Das ist so, weil sie tatsächlich falsch sind.

Und doch gibt es noch etwas anderes.

Ich dachte einmal, dass ganze Gerede über Himmelsgötter, die spezielle »Kristalle« oder heilige »Steine« in die Körper von Schamanen einsetzen, um deren Berufung zu signalisieren und die Lehren eines neuen spirituellen Wunderkindes zu autorisieren, gehöre völlig ins Reich der Mythen und Legenden. Dann begegnete ich Whitley Strieber und erfuhr von dem Implantat in seinem linken Ohr, das, wie er in seinen Büchern erklärt, zentral für seine eigene Berufung war und ihn nun zu diesen Büchern inspiriert, manchmal mit sehr spezifischen Informationen. Es stellte sich also heraus, dass die Mythen und Legenden wahr sind.

Ich dachte einmal, dass biblische Szenen wie die, die in den ersten Kapiteln von Hesekiel beschrieben werden, als literarische Erfindungen betrachtet werden könnten, dass jedes Detail davon auf einen anderen Text, eine soziale Institution oder einen früheren Glauben zurückgeführt werden könnte. Dann stieß ich auf die moderne UFO-Entführungsliteratur, in der viele Szenen mit Fluggeräten und einer Technologie vorkommen, die, nun ja, ziemlich genau wie Hesekiels berühmte »Wagen«-Vision aussehen, bei der es sich offensichtlich überhaupt nicht um einen Wagen handelt. Es stellt sich heraus, dass die Bibel, oder auch jede andere religiöse Schrift, manchmal tatsächliche menschliche Erfahrungen beschreibt und nicht einfach etwas erfindet.

Früher dachte ich, das ganze Gerede von »Geistern« und »Spirits«, von unsichtbaren Astralwesen, sei eine Art psychologische Projektion, eine soziale Konstruktion oder es handele sich um fehlinterpretierte Träume. Dann traf ich Whitley Strieber, der fast jede Nacht mit unsichtbaren »Besuchern« interagiert, in jüngster Zeit nicht zuletzt, um dieses Buch zu schreiben. Es stellt sich heraus, dass Geister und Gespenster real sind, »real« auf eine Art und Weise, die wir mit unseren entsprechend unseren gesellschaftlichen Vorgaben geschulten Sinnen und adaptiven kognitiven Fähigkeiten noch nicht verstehen oder definieren können.

Ich arbeite mit Whitley seit etwa einem Jahrzehnt zusammen, oft fast täglich. Ich glaube, dass ich auch mit seiner verstorbenen Frau Anne interagiert habe, und zwar durch eine höchst bemerkenswerte Zeichnung, die von einem kanadischen Medium gechannelt wurde (mehr dazu eines Tages). Am dramatischsten war vielleicht, dass ich während eines Symposiums im selben Raum mit Whitley schlief (ein riskantes Unterfangen, das versichere ich Ihnen) und erlebte, wie sich meine eigene Psyche während Whitleys schlafender Anwesenheit in zwei Teile »aufspaltete«. Ein anderer Teil von mir, völlig von meinem bewussten Selbst getrennt, sah zu, wie sich in dem dunklen Raum etwas Erstaunliches abspielte. Während das alles geschah, hörte dieses Jeff-Selbst in seinem Geist sehr deutlich die folgenden Worte, die von einem anderen Teil von mir ausgesprochen wurden: »Oh … mein … Gott!« Der Tonfall war der eines ontologischen Schocks, wie John Mack es einmal so treffend formulierte: nicht direkt Angst, aber etwas, das die intellektuellen Emotionen von Erstaunen und Verwunderung und eine Art reiner oder absoluter kognitiver Dissonanz beinhaltete. In der Tat sah ich etwas so Schockierendes und so Dissonantes, dass ich es nicht sehen konnte. Ich, als ich selbst, konnte es buchstäblich nicht verarbeiten! Und so spaltete ich mich in zwei Teile auf, um es gleichzeitig zu verarbeiten und nicht zu verarbeiten, um es zu sehen und nicht zu sehen.

Vor Kurzem, genau genommen erst vor ein paar Tagen, hat Whitley mir eine Tonaufnahme einer ähnlichen Nachtszene vorgespielt. Auf dieser Aufnahme hört man den anderen Whitley (er ist dabei auch in Zwei aufgespalten), der liebevoll zu einer Besucherin spricht, die bei ihr im Zimmer ist. Er nennt sie beim Namen: »Unterrichte mich, Mature.« Die Aufnahme endet damit, dass ein weibliches Geistwesen tief seufzt, während es sinnlich und intellektuell mit Whitley interagiert. Als ich mir die Aufnahme anhörte, erinnerte sie mich an die emotionale Atmosphäre in jener Nacht, in der ich mich in unserem gemeinsamen Zimmer in zwei Hälften aufspaltete. Wie Whitley vermute ich, dass diese Besucherin in gewisser Weise »Anne« war, was auch immer diese soziale Konvention, die wir einen Namen nennen, für dieses Wesen jetzt bedeutet.

Eindeutig bin ich nicht mehr dieselbe Person (oder dieselben Personen), die ich in der Graduiertenschule war oder sogar noch vor einem Jahrzehnt. Ich »habe« einen sozialen Namen und eine körperliche Form, wie Anne einst, aber ich glaube an beides nicht wirklich. Und ich richte mein Leben auf das aus, was Whitley hier in diesem Buch »eine Neue Welt« nennt. Leider kann ich nicht sagen, dass ich diese Welt schon betreten oder dass ich die Identifikation mit meinem sozialen Ego oder Bionom abgeschüttelt habe, aber ich kann sagen, dass ich viel zu viel gesehen und gehört habe, um noch an die alte Welt zu glauben, die ich schon lange und nach Kräften hinter mir zu lassen versuche.

Worte wie »Religion«, »Mythos«, »Folklore«, »Schamane«, »Mystiker«, »Besessenheit«, »Gott«, »Dämon«, »Geist«, »Animismus«, sogar »Körper«, »Geist«, »Individuum«, »Geschichte«, »Zeit«, »Identität« und »Mensch« bedeuten für mich heute ganz andere Dinge als noch vor einem Jahrzehnt. Die alte Welt ist nicht mehr da, auch wenn die Neue Welt noch nicht wirklich Gestalt angenommen hat.

»Was?«, werden einige meiner Kollegen nun vielleicht sagen. »Sie erwarten von uns, dass wir glauben sollen, unsichtbare Wesen würden mit den Menschen interagieren, der Mensch selbst wäre ebenfalls übermenschlich und das wäre, worauf die Geschichte der Religionen wirklich hinweist, eine Art soziale Formation, die sich nach dem Kontakt mit dem Übersinnlichen herausbildet?« »Ja, das trifft es ziemlich gut.« Ich würde meinen Kollegen versichern, dass wir nicht wissen, was oder wer diese unsichtbaren Präsenzen oder Wesenheiten sind; dass ich vermute, dass sie in Wirklichkeit wir sind (was auch immer »wir« wirklich bedeutet); dass ich das Übernatürliche als über-natürlich verstehe; und dass ich nicht an die traditionellen religiösen, wissenschaftlichen oder militärischen Mythen glaube, die sich um diese atemberaubenden Momente echten Kontakts und spiritueller Wissensübermittlung ranken. Was auch immer diese Neue Welt ist, ich gehe stark davon aus, dass Wissenspraktiken wie »Religion«, »Wissenschaft« und »Technologie« grundlegend unzulänglich sind und dass wir letztlich diese Neue Welt sein müssen, um sie erkennen zu können. Alle Überzeugungen, Wissenschaften und Waffen der Welt werden uns dieser Neuen Welt nicht einen Zentimeter näher bringen. Tatsächlich werden sie uns nur weiter und weiter von ihr wegführen.

Aber ich bezweifle, dass diese Forscherkollegen in dem Fall irgendeine ihrer Qualifikationen weiterhelfen würde. Sie leben noch in der alten Welt. Ich entscheide mich dafür, auf die Neue Welt zuzugehen, für sie zu leben.

Für welche Welt entscheiden Sie sich?

Jeffrey J. Kripal

J. Newton Rayzor Professor für Religion Rice University, Houston, Texas


DAS GEHEIMNIS BEGINNT

Ich bin Autor vieler Bücher. Dazu zählen neben Sachbüchern vor allem die Romane Der Kuss des Todes, Warday und Sturmwarnung, der als Vorlage für den Film The Day After Tomorrow diente. Doch mein bekanntestes Werk ist ein Sachbuch mit dem Titel Die Besucher über eine Begegnung der dritten Art, die mir am 26. Dezember 1985 widerfuhr. Es wurde unter dem Titel Communion mit Christopher Walken in der Hauptrolle und Musik von Eric Clapton auch verfilmt. Seit damals hat sich meine Beziehung zu den sonderbaren Leuten, denen ich in jener Nacht begegnete und die ich inzwischen »die Besucher« nenne, fortgesetzt. Beginnend im Herbst 2015, haben sich diese Kontakte in jüngster Zeit enorm intensiviert und sind zu einer reichen Erfahrung voller Wunder geworden.

Zum Teil liegt das daran, dass ich nach und nach einiges darüber gelernt habe, wie ihre Kommunikation mit uns funktioniert – und das ist so anders als alles, was man erwarten könnte, dass ich viele Jahre brauchte, um zu verstehen, was da eigentlich geschieht. Meine Hoffnung ist, dass ich, indem ich meine diesbezüglichen Erfahrungen beschreibe, anderen helfen kann, die Botschaften, die sie vielleicht schon erhalten haben, zu verstehen und auch zu lernen, wie man eine auf Geben und Nehmen basierende Beziehung zu den Besuchern aufbauen kann. Wenn mehr von uns eine Vorstellung davon bekommen, wie das funktioniert, werden, so denke ich, unsere Besucher vielleicht ihre seit langer Zeit aufrechterhaltene Geheimhaltung aufgeben, offener in unserer Welt in Erscheinung treten und sich einbringen.

Meine erste Begegnung mit ihnen verlief nicht gut.

Ganz und gar nicht.

In jener verschneiten Dezembernacht wachte ich in einem kleinen Zimmer auf, in dem sich flinke, großäugige Insekten und stämmige, dunkelblaue Trolle drängelten. Letztere nannte ich später »die Kobolde«. Diesen Namen erhielten sie ursprünglich im Mittelalter von Bergleuten in Bayern, die diese schillernden, dunkelblauen Gestalten erblickten, wenn sie durch die dunklen Bergwerksstollen eilten. Bis heute gibt es in Bayern zahlreiche enge, niedrige Stollen, deren Ursprung und Verwendung ungeklärt ist.

Am nächsten Tag brachte meine vage Erinnerung an die großen Augen mich auf die Idee, eine Eule wäre nachts in unser Haus eingedrungen, aber da es keine Möglichkeit gab, wie der Vogel hätte hereingelangen können, schied das als Erklärung aus. Ich trug eine Wunde an der Seite meines Kopfes davon. Mein Rektum war so stark zerrissen, dass ich dort bis heute eine Narbe trage. Um es gelinde auszudrücken, ich war zutiefst erschüttert. Während der folgenden Wochen schloss ich eine herkömmliche Erklärung nach der anderen für das, was mir zugestoßen war, aus, so dass schließlich nur noch eine Alternative übrig blieb: So unglaublich, so unmöglich es auch schien, es musste sich um ein reales, physisches Ereignis gehandelt haben.

Die Kreaturen, die ich gesehen hatte, waren tatsächliche, lebendige Wesen irgendeiner Art.

Ich quälte mich damit, ob ich meiner Frau davon erzählen sollte. Was in aller Welt würde Anne denken? Unsere Ehe stand auf der Kippe, weil ich nach dem Erlebnis sechs Wochen gebraucht hatte, um zu begreifen, dass ich nicht verrückt geworden war. Während dieser Wochen hatte ich versucht, Anne zu verjagen. Ich kannte sie gut genug, um zu wissen, dass sie mich, falls ich in der Psychiatrie landete, niemals im Stich lassen würde. Und wovon sollten sie und unser Sohn dann leben? Sie brauchten und verdienten es, einen gesunden Ehemann und Vater zu haben, und nicht durch eine Person belastet zu werden, die so psychotisch war, dass sie die Realität völlig falsch wahrnahm.

Ich ließ mich neurologisch auf Hirnanomalien untersuchen und auf Schläfenlappen-Epilepsie, die Halluzinationen hervorrufen kann. Doch alle Tests zeigten nichts Außergewöhnliches. Der Epilepsie-Test ergab sogar, dass ich nicht nur nicht zu Halluzinationen neigte, sondern ein außergewöhnlich stabiles Gehirn besaß. Ich unterzog mich einer umfangreichen Reihe psychologischer Tests, die zeigten, dass ich zwar normal war, aber unter einem hohen Stresslevel litt.

Ich hatte immer noch keine Ahnung, was ich Anne sagen sollte. Konnte ich ihr sagen, dass ich von kleinen Männchen an Bord einer Fliegenden Untertasse gebracht worden war? Denn ich war inzwischen ziemlich davon überzeugt, dass genau das sich ereignet hatte. Schließlich erzählte ich einem alten Freund von der Sache, dem Fotografen und Dokumentarfilmer Timothy Greenfield-Sanders. Unglaublicherweise berichtete er mir daraufhin, dass die Eltern seiner Frau, die in der Nähe von uns in Upstate New York wohnten, einige seltsame Kreaturen gesehen hatten, die denen ähnelten, die ich ihm beschrieb. Seine Schwiegereltern hatten von einem Fenster aus beobachtet, wie diese Wesen in ihrem Garten herumliefen.

Das rückte die Dinge in ein neues Licht. Jetzt konnte ich Anne sagen, dass es weitere Zeugen gab.

Es war klar, dass sie mir diese Frage stellen würde. Timothy riet mir, es ihr zu sagen. Er war sich sicher, dass sie das alles genauso faszinierend finden würde wie er.

Eines Tages, nach dem Abendessen, als unser kleiner Junge tief und fest schlief, bat ich sie, sich zu mir zu setzen, und sagte, dass ich gerne etwas mit ihr besprechen wollte.

Sie erzählte mir später, dass sie befürchtet hatte, ich würde ihr sagen, dass ich die Scheidung wollte. Aber ich wollte sie vielmehr vor dem Geisteskranken in Sicherheit bringen, für den ich mich gehalten hatte. Meine Hauptsorge war nun, ob sie möglicherweise die Scheidung wollte.

Ich sagte die Worte, vor denen ich solche Angst hatte, sie auszusprechen: »Liebling, ich glaube, ich wurde von kleinen Männchen an Bord einer Fliegenden Untertasse gebracht.« Sie starrte mich an. Ihre Kinnlade fiel herunter. Dann blitzte in ihren Augen etwas auf, das ich nur als ihren funkelnden Witz beschreiben kann. Sie platzte heraus: »Oh, Gott sei Dank! Ich hatte schon Angst, dass du verrückt wirst!« Ein Schweigen entstand. Ihre Augen suchten bei mir nach Anzeichen, ob ich einen Scherz machte. Ich erwiderte ihren Blick ernst. Dann brachen wir beide trotzdem in Gelächter aus. Wir fielen uns in die Arme. Sie sagte: »Ich wollte ein interessantes Leben, aber ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich einließ, als ich dich traf.« In diesem Moment begann für unsere Ehe ein neues Kapitel. An jenem Abend in unserer kleinen Wohnung in New York begann eine Entdeckungsreise, die unser Verständnis von Welt, Leben und Realität komplett revidierte und dies auch heute noch jeden Tag tut.

Von Anfang an schien sie Dinge zu wissen, die sie vielleicht nicht in Worte fassen konnte, darüber, dass diese unglaublichen Erfahrungen zuerst zu uns gehören – zu den Menschen – nicht zu den geheimnisvollen nächtlichen Gestalten, die sie auslösen.

Anfangs war ich verängstigt. Ich beschloss, das kleine Blockhaus zu verkaufen, in dem es geschehen war, und nie wieder eine Nacht außerhalb der Stadt zu verbringen. Ich konnte mich einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass sie real waren. Real.

Anne wollte das Blockhaus behalten.

Sie wollte wieder dorthin fahren und sehen, ob sich noch einmal etwas Ungewöhnliches ereignete.

Ich entdeckte, dass meine Neugierde stärker war als meine Angst, und im April 1986 fingen wir wieder an, unsere Wochenenden in dem Blockhaus zu verbringen. Ich ging nachts in den Wald, um ihnen, wer immer sie waren, mitzuteilen, dass ich sie wieder treffen wollte – hoffentlich ohne eine Wiederholung der Gewalt, die sich beim ersten Mal ereignet hatte, und ohne mich wieder durch hektische, panische Bewegungen selbst zu verletzen.

In Anbetracht dessen, was ich durchgemacht hatte, mag das ziemlich tollkühn erscheinen, und das war es auch. Aber ich war einfach zu neugierig. Anne und ich waren es. Die Tatsache, dass das Ereignis überhaupt stattgefunden hatte, war absolut bemerkenswert. Obwohl ich Verletzungen davongetragen hatte, hatte sich mein Geist auf die tiefgreifendste Weise geöffnet, die ich mir vorstellen konnte. Was auch immer sie waren, sie waren nicht menschlich, nach keiner mir bekannten Definition. Und doch waren sie hier.

Anne stimmte zu, dass ich hinausgehen und sehen sollte, was geschah, aber sie war von Natur niemand, der blind glaubt. Sie war eine Fragenstellerin, wollte den Dingen auf den Grund gehen, und ich vertraute mich dabei ihrer Führung an. Sie pflegte oft zu sagen: »Die menschliche Spezies ist zu jung, um zu glauben. Was wir brauchen, sind gute Fragen.«

Wir Menschen haben die unangenehme Angewohnheit, zu glauben, dass Dinge, die wir nicht wirklich verstehen, sich auf irgendeine Art erklären lassen, die wir uns selbst ausdenken. Und das Nächste, was dann geschieht, ist, dass wir uns wegen dieser Fantasievorstellungen gegenseitig umbringen.

Dieses Buch wird deshalb kein Plädoyer für etwas sein. Ich behaupte nichts, was Sie dann einfach glauben sollen. Stattdessen werde ich Ereignisse beschreiben, wie ich sie erlebt habe, und untersuchen, welche Möglichkeiten der Kommunikation mit einer Gruppe von äußerst lebendigen, rätselhaften und absolut bemerkenswerten Wesenheiten bestehen, die uns zumindest durch einen Teil unserer bekannten Menschheitsgeschichte begleitet haben, und wahrscheinlich noch viel länger. Aber es ist auch wahr, dass diese Wesen in den Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs offenbar ihren Umgang mit uns völlig verändert haben. Er hat sich enorm erweitert und intensiviert. Und sie streben offenbar an, eine noch zentralere Rolle für die menschliche Erfahrung zu spielen. Wir laufen Gefahr, uns selbst auszulöschen, und diese Wesen, diese andere Spezies, will das nicht. Sie möchte mit uns kommunizieren, aber sie unterscheidet sich ganz erheblich von uns, und bisher war eine Kommunikation fast unmöglich. Zu lernen, dies zu ändern und eine Verständigung möglich zu machen, wurde zum zentralen Anliegen meines Lebens, und ich hoffe, in diesem Buch zu vermitteln, was dafür erforderlich ist.

Die Besucher haben sich mir gegenüber sehr klar ausgedrückt: Solange wir nicht in der Lage sind, auf rationale, praktische und effektive Weise mit ihnen zu kommunizieren, können sie uns nicht helfen.

Ich wünschte, ich könnte eine einfache Anleitung geben, eine übersichtliche Liste, was zu tun und was zu unterlassen ist.

Doch das kann ich nicht. Niemand kann es. Die Kluft zwischen uns ist einfach zu groß, und deshalb kann so eine unkomplizierte Liste nicht funktionieren.

Unsere Besucher stehen bereit, uns bei der Bewältigung der Gefahren zu helfen, in denen wir uns befinden, und uns sogar bei der Lösung der Probleme zu unterstützen, mit denen wir konfrontiert sind. In welchem Ausmaß sie sich einbringen, hängt davon ab, wie weit wir in der Lage sind, uns offen auf sie einzulassen, damit wir verstehen können, was sie uns zu bieten haben. Aus Gründen, die im Laufe meiner Geschichte deutlich werden, wird das nicht einfach sein. Im Gegenteil: unsere Beziehung zu den Besuchern zu verstehen stellt die größte intellektuelle, emotionale und spirituelle Herausforderung dar, der sich die Menschheit je gegenübersah. Wenn wir diese Herausforderung meistern, wird das unsere Einsicht und unser Wissen enorm erweitern – ja, wir werden dadurch in eine Neue Welt eintreten.

Gegenwärtig stellt sich die Lage als vorhersehbar chaotisch dar. Verschiedene religiöse Gruppen haben das Phänomen schon vor langer Zeit in ihr Glaubenssystem integriert. Christen halten die Besucher für Dämonen, manchmal auch für Engel. Für Muslime sind sie Dschinns. Andere Religionen geben ihnen andere Namen. Aus dem vorchristlichen Feenglauben Nordeuropas hat sich der Mythos der UFOs und Außerirdischen entwickelt und in der ganzen Welt verbreitet. Aber das ist nur ein Teil von dem, was wirklich geschah. Was früher ein eher unbedeutender Volksglaube war, hat sich inzwischen zu einer gewaltigen, lebendigen Erfahrung entwickelt, zur großen persönlichen Herausforderung für die Augenzeugen dieser Begegnungen der dritten Art und zum bei weitem komplexesten kulturellen und sozialen Einfluss, dem die Menschheit jemals ausgesetzt war. Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind davon betroffen. Die Reaktionen der Regierungen erfolgten fast immer unter einem Schleier von Geheimhaltung, der Beunruhigung, Verwirrung und Angst verbarg.

Tatsächlich ist die gesamte menschliche Spezies durch dieses Phänomen, was auch immer es ist, aus dem Gleichgewicht gebracht worden. Trotz über siebzigjähriger Bemühungen, seine Natur zu erforschen, ist es nicht nur ein Mysterium geblieben, sondern immer mysteriöser geworden – und gleichzeitig immer provozierender.

Es ist also jemand hier, na gut. An diesem Punkt ist das Leugnen dieser Tatsache eine emotionale Reaktion, keine rationale.

Es geht nicht einfach um die Ankunft von Aliens. Diese erhabene, herausfordernde, unheimliche und doch seltsam einladende Präsenz ist viel komplexer als das. Sie ist so vielfältig, so widersprüchlich und doch so allgegenwärtig auf derart vielen Ebenen, dass es für uns zur enormen intellektuellen Herausforderung wird, sie auf nützliche, nachvollziehbare Weise zu beschreiben.

Hinter den Kulissen hat eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern, die Zugang zu bestimmten Materialien und biologischen Überresten haben, bedeutende Fortschritte auf so unterschiedlichen Gebieten wie Metallurgie und Kommunikation gemacht. Aber die meisten Wissenschaftler und Intellektuellen – sie bleiben aus Gründen, die ich im Laufe dieses Buches verdeutlichen werde, bei dieser exklusiven Gruppe außen vor –, verharren in einem Zustand erzwungener Ignoranz, die sich im kulturellen Mainstream als ein Gemisch aus Leugnung und Gleichgültigkeit zeigt. In der Zwischenzeit werden Menschen, die Kontakte zu den Besuchern erleben – häufig, wie es bei mir der Fall war, auf unangenehme, verstörende Art –, mit ihren Erfahrungen allein gelassen und müssen ganz für sich herausfinden, was mit ihnen geschehen ist.

Das Ergebnis ist, dass das reiche Potenzial dieser Kontakte unter einem großen Berg verworrener Theorien begraben wird, die kaum mehr als eine kunstvolle Erweiterung der Erzählungen über unbekannte Geistwesen sind, wie sie uns seit Beginn unserer Geschichte begleiten.

Aber täuschen Sie sich nicht: Es obliegt nicht den Menschen, die ihr Wissen hinter einer Mauer staatlicher Geheimhaltung verbergen, das Mysterium aufzuklären. Von Anfang an hatten die Besucher selbst die Kontrolle darüber, was sie uns über ihre Natur offenbaren, und sie sind es, die bestimmen, ob und wann sie uns mehr über sich enthüllen – oder, präziser ausgedrückt, sich offener in unser Leben integrieren, als sie es bisher getan haben.

Sie sind äußerst feinsinnig, aufmerksam und umsichtig. Diejenigen, die ich kennengelernt habe, wollen, dass der Kontakt funktioniert, aber wenn sie jetzt ins Licht der Öffentlichkeit träten, würde das ganz sicher nicht so ablaufen. Stattdessen würden wir versuchen, sie in unser Weltbild zu integrieren, und zwar indem wir sie für außerirdische Raumfahrer halten, was einfach nicht zutrifft und einer genauen Prüfung nicht standhält.

Gleichzeitig zeigen sie auch Entschlossenheit und Härte, und sie können, offen gesagt, erschreckend sein. Sie sind unvorstellbar mächtig und können durch militärischen Widerstand nicht besiegt werden. Dieser ganze Ansatz ist sinnlos. Es ist überhaupt kein Krieg, es ist ein Prozess der Kontaktaufnahme, der zu einem tiefen inneren Austausch führen soll, echter Kommunikation. Es gibt Dinge, die sie von uns wollen, und Dinge, die sie uns im Gegenzug geben können. Aber es ist ein Handel von einer Art, wie wir ihn noch nie zuvor betrieben haben, und damit er gelingt, müssen wir bereit zu einem großen Entwicklungssprung sein, was unser Weltbild und unser Wissen angeht.

Es ist jedoch keineswegs etwas, das wir noch nie getan haben. Diese Kontakte zu ihnen haben, denke ich, immer schon stattgefunden, solange es uns gibt. Wir haben uns dabei aber bisher passiv verhalten. Das Ergebnis ist, dass beide Seiten weniger davon profitieren, als es möglich wäre. Sie lassen uns nicht so an ihrem Wissen teilhaben, wie es eigentlich möglich wäre. Und wir erkennen unsere wahre Natur nicht und entwerten uns dadurch selbst. Nur wenn wir uns bewusst werden, was für ein Austausch zwischen ihnen und uns möglich ist, kann echte Gemeinschaft entstehen. Gegenwärtig sind wir dafür zu passiv. Wir müssen uns auf die Kommunikation einlassen und damit auch auf sie, um so aktiv an einem enormen Teil unserer eigenen Existenz mitzuwirken, von dem wir bisher gar nicht wussten, dass es ihn gibt.

Das ist es, was Bewusstseinserweiterung bedeutet. Es bedeutet, mehr davon zu erkennen und zu erleben, wo und wer wir wirklich sind. Wie ich bereits gesagt habe, ist das Kommen der Besucher Teil der Evolution unseres eigenen Bewusstseins.

Es gab in der Geschichte der Menschheit einige frühere Beispiele für Kontakte, die hier lehrreich sind. Die ersten beiden betreffen die Reaktion der präkolumbianischen Zivilisationen auf das unerwartete Auftauchen der Spanier. Sie brachten Pferde, Metallrüstungen und Schießpulver nach Amerika, die für die indigene Bevölkerung völlig neu waren. Allerdings brachten sie auch eine durch Aberglauben, Fanatismus und chauvinistische Brutalität verkommene Kultur mit. Mit dieser verheerenden Kombination zerstörten sie nicht nur die indianischen Gesellschaften in Mexiko und Südamerika, sondern unterwarfen und versklavten später die indigene Bevölkerung in der gesamten westlichen Hälfte Nordamerikas. Später überwältigten weitere Wellen von Europäern diese alten erdzentrierten Kulturen auf dem gesamten Kontinent vollends. Erst in jüngster Zeit haben einige von ihnen begonnen, sich ein wenig zu erholen, aber den meisten wird das vermutlich nie mehr möglich sein.

Später in diesem Buch werde ich eine vielsagende Botschaft erörtern, die von den Besuchern hinterlassen wurde und uns davor warnt, dass uns eine ähnliche kulturelle Entwurzelung bevorstehen könnte, wenn auch hoffentlich ohne die damalige ausbeuterische Brutalität. Diese Warnung wurde an einem Ort platziert, an dem Artefakte einer hochentwickelten Technologie zurückgelassen wurden und wo Wissenschaftler seit Jahren wertvolle Materialien bergen und untersuchen. Warum diese besondere Stätte von den Besuchern ausgewählt wurde, wissen wir noch nicht, können es aber sicher herausfinden. Jedenfalls sollte ihre Warnung auf jeder Ebene unserer Gesellschaft sorgfältig beachtet werden, wenn die Besucher erscheinen und Kontakt zu uns aufnehmen.

Die Azteken versuchten, das bizarre Erscheinen der Spanier in ihre bestehende Mythologie einzupassen, und glaubten, Hernando Cortez wäre ihr Gott Quetzalcóatl, der zurückgekommen war, um den Thron des Aztekenreiches zurückzuerobern. Obwohl sie kurzzeitig verblüfft darüber waren, dass er ihre Sprache Nahuatl nicht sprechen konnte, entschieden sie sich, diese Anomalie zu ignorieren, und ließen mehr oder weniger zu, dass ein paar hundert Spanier ihr großes Reich eroberten. Das Ergebnis war, dass innerhalb von fünfzig Jahren neunzig Prozent der indigenen mexikanischen Bevölkerung ihr Leben verlor und die überlebenden zehn Prozent versklavt wurden.

Ein weiterer lehrreicher Fall ist der Untergang der Inka-Zivilisation, die von Francisco Pizarro überrannt wurde. Im Wesentlichen wurde eine hoch organisierte Nation mit einer Armee von 50.000 Mann von etwa 500 Spaniern besiegt und unterworfen. Die entscheidende Schlacht von Cajamarca im Jahr 1532 wurde von 200 Spaniern gewonnen, die ein 6.000 Mann starkes Heer der Inkas besiegten. Als Pizarro daraufhin in die Inka-Hauptstadt Cuzco eindrang, begegnete man ihm dort mit einer Art verwirrtem Schweigen. Er und seine Spanier waren für die Inka ein unverständliches Phänomen. Das Ergebnis war, dass diese uralte Kultur, deren Ursprung wohl geheimnisvoller als der aller anderen Zivilisationen ist, unterging und mit ihr alles, was sie gelernt und erreicht hatte. Zurück blieben nur jene geisterhaften Überreste, die bis heute bei den peruanischen Ureinwohnern fortbestehen.

Beim Versuch, die Spanier in ihr Glaubenssystem zu integrieren, taten die Azteken das, was heute die Religiösen und die UFO-Gläubigen tun. Sie versuchten, das Unerklärliche im Rahmen ihres eigenen, bereits existierenden Glaubens zu erklären, was zur Folge hatte, dass sie ihm hilflos gegenüberstanden. Heutige Wissenschaftler und Intellektuelle reagieren ähnlich wie die Inka: mit Verwirrung, Leugnung und schließlich mit Schweigen.

Was geschah, als sich die technologisch fortgeschrittenen europäischen Kulturen über die ganze Welt ausbreiteten, sollte ebenfalls sorgfältig bedacht werden. Selbst wenn sie sich nicht brutal und ausbeuterisch verhielten, führte die technologische Überlegenheit der Europäer immer wieder dazu, dass sich indigene Völker minderwertig fühlten, ihre eigenen Kulturen und Glaubensvorstellungen aufgaben und ihre einstmals vitalen Gesellschaften allzu oft in jene entwürdigenden Lebensumstände herabsanken, wie wir sie bis heute an zu vielen Orten auf der Welt sehen.

Die Besucher sind nicht nur technologisch weiter entwickelt als wir. Sie haben eine völlig andere Art, die Realität zu sehen, und wenn wir damit zum ersten Mal konfrontiert sind, neigen wir dazu, ihnen gottähnliche Kräfte, atemberaubende Einsichten und scheinbar unbegrenztes wissenschaftliches Wissen zuzuschreiben. Doch dieser Eindruck entsteht nicht, weil sie intelligenter sind, sondern weil ihr Verstand anders als unserer funktioniert. Sie sind nicht intelligenter als wir, ganz und gar nicht. Sie verfügen über mehr Erfahrung, und ihre Erfahrung unterscheidet sich grundlegend von unserer. Wir dürfen sie nicht auf ein Podest stellen, sondern müssen sie als das sehen, was sie sind. Wir müssen lernen, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, ihre Möglichkeiten realistisch einzuschätzen und uns unserer eigenen Stärken bewusst zu werden, damit sich der Austausch mit ihnen für beide Seiten so sinnerfüllt und bereichernd wie möglich gestaltet.

Die Fähigkeiten der Besucher werden eine Entmachtung unserer Wissenschaftler und Intellektuellen auslösen, was durch deren Unfähigkeit, unmittelbar mit diesen Wesen zu kommunizieren, noch verschlimmert werden wird.

In dieser Hinsicht hoffe ich, mit dem Buch drei Dinge zu erreichen: Erstens möchte ich den Menschen Wege zeigen, wie sie selbst mit den Besuchern kommunizieren können; zweitens lege ich dar, dass wir Dinge besitzen, die von den Besuchern sehr geschätzt werden und die sie dringend benötigen, so dass wir miteinander zum gegenseitigen Vorteil Handel treiben können; drittens verdeutliche ich, dass sie nicht unsere Welt erobern, uns versklaven oder auf andere Weise unsere Freiheit zerstören oder uns unser Selbstwertgefühl nehmen wollen. Sie haben eine hohe Meinung von uns und halten das, was wir zu bieten haben, für wertvoll. Andernfalls hätten sie gar kein Interesse an uns.

Anne nannte unser Buch Communion (»Die Besucher«), weil es bei dem Kontakt darum geht, sich auszutauschen und Gutes miteinander zu teilen, nicht um Ausbeutung. Anne verstand das von Anfang an sehr klar. Wie die großen europäischen Imperien des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts zu ihrem eigenen Schaden lernen mussten, ist Kolonialisierung und Ausbeutung ein kostspieliges Geschäft und lohnt sich letztlich nicht. Wenn die Besucher beabsichtigt hätten, diese Richtung einzuschlagen, hätten sie dies schon vor langer Zeit getan.

Anfang der 1990er Jahre setzte sich unsere Beziehung zu den Besuchern fort, obwohl ich mehr oder weniger von der öffentlichen Bühne vertrieben worden war. Sie hat seitdem nicht aufgehört. Tatsächlich hat sie sich von dem gewalttätigen, verworrenen Durcheinander, das sie ursprünglich war, zu der reichen, lohnenden Kameradschaft entwickelt, die sie heute ist.

Dennoch war es ein langer, harter Weg. Am Abend des 11. August 2015 verlor ich Anne, deren Brillanz und Einsicht uns beide stets geleitet hatte. Verloren habe ich sie aber nur zum Teil, denn wenn man so tief mit den Besuchern verbunden ist wie wir, bringt der Tod nicht die Endgültigkeit mit sich, die er normalerweise in der menschlichen Erfahrung hat. Wie ich schon sagte, funktionieren sie in der Realität nicht auf dieselbe Weise wie wir, und wenn wir nahe mit ihnen zu tun haben, beginnen wir auch selbst anders zu funktionieren. Anne und ich haben darüber ein Buch mit dem Titel Die Seele im Jenseits geschrieben, auf das ich in diesem Buch häufig Bezug nehmen werde. Wir haben es geschrieben – gemeinsam geschrieben –, nachdem sie gestorben war.

Wegen des Zustandes, in dem wir uns jetzt befinden und der meiner Meinung nach neu für die menschliche Erfahrung ist, trage ich unsere beiden Eheringe. Dies soll die Tatsache symbolisieren, dass wir immer noch zusammen sind, nun aber in der physischen Welt nur noch einen Außenposten besitzen, nämlich diesen alten Körper hier, den ich bewohne. Ich weiß, dass dies für die Vertreter der heutigen wissenschaftlichen und intellektuellen Dogmen zutiefst ketzerisch klingt. Das kommt daher, dass die Intensität und Komplexität der materiellen Kultur uns blind gemacht hat für die Existenz jenes subtilen und vielschichtigen Rätsels, das wir mit diesem einen, unzureichenden Wort »Seele« bezeichnen. Aber diese geheimnisvolle und verleugnete Präsenz ist ganz real. Sie ist in keiner Weise übernatürlich, sondern vielmehr Teil der Natur. Sie ist auch der Ort, an dem unsere Besucher leben, die nur gelegentlich in diese physische Ebene eindringen. Wenn sie und wir uns stärker annähern, wird sich immer deutlicher zeigen, dass die Realität der Seele viel größer ist als die physische Welt, aber auch, dass sie nicht so ist, wie wir sie uns vorgestellt haben. Wir werden uns der unausweichlichen Erkenntnis stellten müssen, dass nicht nur das Bewusstsein in uns ist, sondern dass wir im Bewusstsein sind.

Als sich unsere Beziehung zu den Besuchern vertiefte, wurde es für Anne und mich klar, dass die physische Welt in eine viel größere, ältere und reichere Realität eingebettet ist. Doch können wir die Existenz dieser Realität bislang mit keinem unserer Instrumente nachweisen. Die Folge davon ist, dass wir sie völlig leugnen, zum Teil, weil wir keine unserer wissenschaftlichen Nachweismethoden auf sie anwenden können, und zum Teil, weil wir im Westen befürchten, dass unsere säkularen Freiheiten, die wir uns mit hohem Einsatz gegen eine tausend Jahre währende religiöse Diktatur erkämpft haben, wieder an diese Diktatur verloren gehen könnten, wenn wir, und sei es auch nur hinter vorgehaltener Hand, die Existenz der Seele für möglich erklären.

Die Seele entspricht aber nicht den Vorstellungen der Religion, sondern ist etwas ganz anderes, ein viel realerer und letztlich viel offensichtlicherer Bestandteil der Natur. Sie ist auch nicht wirklich vom Körper getrennt. Ein Lebewesen ist vielmehr ein Kontinuum. Der Mensch ist nicht auf die Grenzen seines Fleisches beschränkt. In unserem Inneren gibt es von uns vergessene Tiefen, die wir wiedererlangen können und, wenn wir als Spezies noch lange überleben wollen, wiedererlangen müssen.

Die Besucher stehen bereit, um uns bei dieser Neuorientierung zu helfen, mit der wir uns eine Neue Welt schaffen werden, eine, die sowohl unser dauerhaftes physisches Überleben sichert als auch eine bewusste Ausdehnung in jene größere Realität beinhaltet, die bisher nur Gegenstand wirrer religiöser Ideen war oder komplett geleugnet wurde. Um diese bewusste Ausdehnung geht es im vorliegenden Buch, und deshalb trägt es auch diesen Titel. Wahrhaftig, eine Neue Welt wartet auf uns. Alles, was wir tun müssen, ist, vernünftig und realistisch mit den Besuchern zu interagieren. Dann beginnt eine Reise, von der ich sicher bin, dass sie von unglaublichem Wert für uns und alle nachfolgenden Generationen sein wird, von denen ich mit ganzem Verstand, ganzem Herzen und ganzer Seele hoffe, dass sie zahlreich sein mögen.


EIN DRINGENDER RUF

In den dreißig Jahren, die ich inzwischen mit den Besuchern in Kontakt stehe, habe ich mir ein Bild davon machen können, was sie von uns wollen, und ich habe auch einige Gedanken darüber formuliert, was sie uns im Gegenzug anzubieten haben.

Das Wichtigste, was sie uns anbieten, ist Wissen. Sie bringen es auch bereits zu uns, aber meist auf sehr versteckte Weise. Wir brauchen mehr von dem, was sie mit uns zu teilen bereit sind.

Ein Beispiel für einen Wissenschaftler, der von ihnen Wissen bezogen hat, ist der renommierte Mathematiker Dr. Edward Belbruno, Träger des Humboldt-Preises 2018 für Mathematik. Zu Belbrunos Büchern gehören Fly Me to the Moon (»Flieg mich zum Mond«) und Capture Dynamics and Chaotic Motions in Celestial Mechanics (»Erfasse die Dynamik und chaotischen Bewegungen in der Himmelsmechanik«). Er ist Berater der NASA und außerdem ein bekannter Künstler.

Ich traf Dr. Belbruno im Jahr 2009 und interviewte ihn für meinen Podcast Dreamland. Damals hatte er sich noch nicht öffentlich geäußert, weswegen sein Bericht anonym erschien. Inzwischen ist dieser außergewöhnliche Mann mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen.

Am 2. Oktober 1991 fuhr Dr. Belbruno eine einsame Straße in Wyoming entlang, als plötzlich vor ihm ein großes Objekt den Weg versperrte. Kurze Zeit später erhob es sich in die Luft und verschwand. Er ist der Ansicht, dass seine Forschungen zu den Flugbahnen von Raumfahrzeugen in dieser Nacht beeinflusst wurden, und die Berechnungen, die ihm daraufhin in den Sinn kamen, erwiesen sich für seine Arbeit als äußerst nützlich.

Leider kann ich einige andere mir bekannte Wissenschaftler, die auf ähnliche Weise von den Besuchern Erkenntnisse gewonnen haben, nicht nennen, vor allem, weil ihre Arbeit geheim ist, ein Aspekt, der jetzt mit größter Ernsthaftigkeit betrachtet werden muss. Angesichts der dringenden Notwendigkeit, den wissenschaftlichen, technologischen und kulturellen Fortschritt zu beschleunigen, muss es eine interne Überprüfung auf höchster Ebene geben, um festzustellen, was, wenn überhaupt, zu diesem Zeitpunkt geheim bleiben sollte. Anders als viele Verschwörungstheorien behaupten, legte die Executive Order [Durchführungsverordnung] 13526 des amerikanischen Präsidenten drei Klassifizierungsstufen fest, von denen »Top Secret«, streng geheim, die höchste ist. »Top Secret wird auf Informationen angewandt, deren unbefugte Weitergabe nach vernünftigem Ermessen einen ›außergewöhnlich schweren Schaden‹ für die nationale Sicherheit verursachen könnte, den die ursprüngliche Klassifizierungsbehörde klar benennen oder beschreiben kann.« Im ersten National Security Act der USA, verabschiedet 1947, wurde angeordnet, dass Situationen, die bedrohlich für die Landessicherheit sein können, der Geheimhaltung unterliegen, bis ihr Status geklärt werden konnte. Auf dieser Grundlage wurden die ersten UFO-Trümmer, die im Juli 1947 in der Nähe der Air Force Base Roswell gefunden wurden, klassifiziert. Zunächst hatte dies nichts mit Außerirdischen zu tun. Das damals auf dem Roswell-Stützpunkt stationierte 509. Bombergeschwader war das einzige Atombombergeschwader der Welt. Es war auch das Einzige, was Stalin daran hinderte, in Westeuropa einzumarschieren, was innerhalb von sechs Wochen zu einer Niederlage der Alliierten geführt hätte. Daher wurde das Auftauchen eines unbekannten Flugobjektes in der Nähe der Basis als Bedrohung eingestuft und sofort als geheim klassifiziert, als die Behörden der U.S. Air Force davon erfuhren.

General Arthur Exon, der mit meinem Onkel Colonel Edward Strieber befreundet war, sagte mir 1988: »Jeder von Truman abwärts wusste innerhalb von vierundzwanzig Stunden, dass das, was wir gefunden hatten, nicht von dieser Welt war.« Beide taten beim Air Material Command Wright Field in Dayton, Ohio, Dienst, wohin die Trümmer und biologischen Überreste zur Untersuchung gebracht wurden. Mein Onkel sagte, dass die Trümmer, die er zu Gesicht bekam, Eigenschaften aufwiesen, welche mit denen identisch waren, die Oberst Jesse Marcel in einem Video beschrieb, das in seinen späteren Jahren aufgezeichnet wurde und in dem er sagte, dass einige der gefundenen Metalle »nicht dicker als die Folie einer Zigarettenschachtel waren, aber man konnte sie nicht verbiegen, selbst ein Vorschlaghammer prallte daran ab«. Mein Onkel erzählte mir, dass das Material Beschusstests unterzogen wurde, bei denen sich zeigte, dass Kugeln es nicht durchdringen konnten.

Sowohl mein Onkel als auch General Exon sagten mir, sie hätten eine ausdrückliche dienstliche Anweisung erhalten, diese Informationen an mich weiterzugeben.

Sie verstießen also nicht gegen das Gesetz, als sie mit mir sprachen. Ich weiß nicht, wer ihnen diese Anweisung gegeben hatte, und sie waren nicht bereit, es mir zu verraten.

Seit 1947 ist die Menge an Informationen, die über dieses und viele andere im Zusammenhang mit UFOs stehenden Ereignisse geheim gehalten werden, immer mehr angewachsen. Im Grunde ergibt sich daraus, dass das Gesetz dringend geändert werden sollte. Im Moment können unbekannte Dinge wie die Roswell-Materialien und biologische Überreste geheim gehalten werden, bis man sie nicht länger als Bedrohung einstuft. Die Formulierung sollte stattdessen lauten, dass solche Dinge nur dann geheim gehalten werden dürfen, wenn von ihnen eine konkret zu benennende Bedrohung ausgeht.

Diese Änderung würde nicht zur Freigabe sämtlicher geheim gehaltenen Dokumente und Objekte zu diesem Thema führen, sie würde aber bewirken, dass künftig Informationen über Materialien wie die in Roswell gefundenen sowie über biologische Überreste veröffentlicht werden müssen.

Das Militär hält die bei diesem Thema sehr weitgehende Geheimhaltung aus drei Gründen aufrecht. Der erste ist, dass die Besucher in keiner Weise kontrolliert werden können. Wir sind ihnen gegenüber militärisch hilflos. In der Zeit von 1965 bis 2000, als häufig Entführungen stattfanden, führte die Tatsache, dass dieses Phänomen weder verstanden noch verhindert werden konnte, zu einer Steigerung der Geheimhaltung. Als das Entführungsphänomen später nur noch selten vorkam, behielt man diese Praxis trotzdem bei. Der zweite Grund ist, dass viele Kenntnisse, die bereits aus den gefundenen Materialien gewonnen wurden, zum Bau von Waffen genutzt werden können, und in der Tat gibt es einen Wettlauf zwischen Russland, China und den Vereinigten Staaten, um genau das zu erreichen. Im Mittelpunkt dieses im Verborgenen stattfindenden Wettbewerbs steht die Entdeckung des Geheimnisses der Schwerkraft, deren Beherrschung die UFOs immer wieder demonstrieren. Deshalb wird die Erforschung des UFO-Antriebs streng geheim gehalten. Allerdings ist es auch wahr, dass keiner der Spieler dieses Spiel gewonnen hat, und vielleicht ist es an der Zeit, die Geheimhaltung zu beenden, damit eine viel größere Zahl von Wissenschaftlern ihre Chance bekommt, das Rätsel des UFO-Antriebs zu lösen. Ein guter Anfang wäre es, wenn mehr Materialien und UFO-Filmaufnahmen freigegeben würden und die Nationale Akademie der Wissenschaften ihre ablehnende Haltung gegenüber einer finanziellen Förderung dieses Forschungsgebietes ändern würde.

Der dritte Grund sind die Besucher selbst, die einen gewissen Grad der Geheimhaltung aufrechterhalten, weil wir, wie die Dinge momentan stehen, nicht über das intellektuelle Rüstzeug verfügen, um vernünftig mit ihnen zu kommunizieren.

Das tun sie nicht über konspirative Geheimtreffen mit Regierungsleuten, sondern durch kulturelle und soziale Manipulation, und darin sind sie wirklich sehr gut.

Was in Roswell geschah, ist ein gutes Beispiel. Der Absturz, der wie die anderen wahrscheinlich eher eine Art Technologie-Spende als ein Unfall war, ereignete sich keine fünfzig Kilometer von der geheimsten Militäreinrichtung der Vereinigten Staaten entfernt, zu einer Zeit, als die amerikanische Atomstreitmacht der wichtigste Schlüssel für die Erhaltung der Freiheit in einem Großteil der Welt war. Natürlich versuchte die Air Force, den Zwischenfall geheim zu halten. Als dann klar wurde, womit man es zu tun hatte, herrschte völlige Verwirrung. Als das Militär in den folgenden Jahren begriff, dass es dieser vermeintlichen Bedrohung hilflos gegenüberstand, hielt man die ganze Angelegenheit geheim. In der Zwischenzeit liefen die Bemühungen, die Geheimnisse der bemerkenswerten Trümmer zu verstehen und zu nutzen, ebenso auf Hochtouren wie unsere Waffenforschung.

Mit anderen Worten, wir haben genau das getan, was die Besucher wollten, nämlich ihre Anwesenheit geheim zu halten, während wir technologisch zu ihnen aufschlossen. Sie sind nicht an Bittstellern interessiert, geschweige denn an Sklaven. Sie wollen, dass wir für sie eigenständige Partner sind, die gut für sich selbst sorgen können. Andernfalls sind wir mehr oder weniger nutzlos für sie. Im Laufe dieses Buches werde ich so deutlich wie möglich erklären, warum ich mir sicher bin, dass es so ist. An dieser Stelle möchte ich nur darauf hinweisen, dass sie mit den Fähigkeiten, die sie an den Tag legen, schon vor Jahren unsere Welt hätten erobern und uns unterjochen können. Ich bezweifle, dass sie für die Unterwerfung des gesamten Planeten mehr als eine Woche gebraucht hätten. Ich kann mir sogar vorstellen, dass es in wenigen Sekunden hätte geschehen können. Aber es ist nicht passiert, und weil es nicht passiert ist, denke ich, können wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass sie ein anderes Motiv haben.

Ich glaube nicht, dass sie dreißig Jahre damit verbracht hätten, mir oder jemand anderem die Grundlagen der Kommunikation mit ihnen beizubringen, wenn sie nicht genau dazu hier wären. Ich denke, ihr Motiv besteht darin, mit uns in Kontakt zu treten, zu kommunizieren und schließlich zu einer tiefen Form gegenseitigen freundschaftlichen Austausches zu gelangen.

Die Kommunikation mit ihnen ist nicht wie unsere zwischenmenschliche Kommunikation. Ganz und gar nicht. Aber ich denke, es ist für uns von entscheidender Bedeutung, dass wir uns ihnen zuwenden und versuchen, uns auf eine sinnvolle Weise mit ihnen auszutauschen. Das haben wir bisher nie getan, nicht in all den Tausenden von Jahren, die sie manchmal mehr, manchmal weniger hier bei uns präsent sind.

Aufgrund der Art, wie die Natur uns geschaffen hat, haben wir die Erde überbevölkert, mit dem Ergebnis, dass die Umwelt zusammenbricht. Ein weltweites Versagen der politischen Führung und des gesellschaftlichen Willens führte dazu, dass wir das Problem zu lange ignoriert haben. Ich glaube, unsere Besucher wollen nicht, dass wir in dem Chaos versinken, das jetzt droht, geschweige denn aussterben, was auch eine Möglichkeit zu sein scheint. Sie handeln dabei nicht völlig uneigennützig. Sie wollen etwas von uns. Und wenn mein Leben mit ihnen ein Beispiel dafür ist, wie unsere Beziehungen zu ihnen generell beschaffen sein werden, dann weiß ich, was sie wollen. Es wird alle, mit denen sie in Austausch treten, vor große Herausforderungen stellen, doch wenn unsere Beziehung zu ihnen gedeiht, wird die gesamte Menschheit davon enorm profitieren.

In gewissem Sinne war meine Erfahrung von 1985 eine Initiation. Sie brachte mich in Kontakt zu einer völlig neuen Realität, die mir bis dahin verborgen gewesen war. Mein Weltbild wurde dadurch völlig auf den Kopf gestellt.

Die Beziehung dauerte an, und ich schrieb darüber zwei weitere Bücher, Transformation und Breakthrough (»Durchbruch«).

Im September, nur einen Monat nach dem Tod meiner Frau, kehrten die Besucher auf dramatische Weise in mein Leben zurück. Ich kann es nicht beweisen, spüre aber sehr deutlich, dass dies Resultat von etwas war, das Anne tat – nach ihrem Tod.

Irgendwann in den frühen 1990er Jahren sagte Anne etwas, das für mich das Wichtigste ist, was je über diese Erfahrungen gesagt wurde. Eines Nachmittags kam sie, nachdem sie zwei oder drei Stunden lang Briefe gelesen hatte, aus ihrem Arbeitszimmer und sagte ziemlich erstaunt: »Ich glaube, diese Sache hat etwas mit dem zu tun, was wir Tod nennen.« Sie sagte dies, weil wir einen ständigen Strom von Briefen erhielten, in denen die Toten zusammen mit den angeblichen Außerirdischen auftauchten. Auch wenn die Besucher in unserem Blockhaus auftauchten, waren fast jedes Mal menschliche Tote bei ihnen.

Innerhalb von zwei Stunden nach Annes Tod begann sie, Signale zu übermitteln, mit denen sie zeigte, dass sie noch existierte und sich dieser Welt bewusst war. Sie tat dies nicht, indem sie mich kontaktierte, sondern indem sie Freunde bat, mich anzurufen. Die erste von ihnen, Belle Fuller, hatte keine Ahnung, dass Anne tot war, als sie gegen 21:30 Uhr Annes Stimme in ihrem Ohr hörte, die sie bat: »Sag Whitley Bescheid, dass es mir gut geht.« Als Belle mich dann anrief, saß ich gerade völlig aufgelöst im Wohnzimmer und hatte Anne hilflos um irgendein Zeichen gebeten, dass sie noch existierte.

Sie nahm auch weiterhin über andere Freunde und Bekannte Kontakt zu mir auf, aber nie direkt. Am Ende des Monats stand für mich zweifelsfrei fest, dass sie nicht nur noch existierte, sondern außerdem bereit war, unsere Beziehung fortzusetzen.

Ich denke, dass diese Ereignisse auf eine grundlegende Veränderung in der Erfahrung des Menschseins hindeuten. Im Moment können wir nicht vertrauensvoll mit unseren Toten kommunizieren. Unsere ganze religiöse Reise ist im Kern ein Versuch, uns zu vergewissern, dass der Tod des Körpers nicht unsere Auslöschung bedeutet. Eine der grundlegenden Veränderungen, auf die unsere Beziehung zu den Besuchern hindeutet, ist, dass die Barriere zwischen uns und unseren eigenen Toten fallen wird.

Es werden empirische Beweise auftauchen, die es uns ermöglichen, der Falle jener Glaubensvorstellung zu entkommen, wonach das physische Leben das einzige Leben ist. Auf der anderen Seite der Todesmauer liegen eine neue Freiheit und ein neues Leben und damit Möglichkeiten für eine reichere, erfülltere Existenz, die uns derzeit noch kaum vorstellbar erscheinen.

Meine Beobachtungen der Besucher deuten für mich darauf hin, dass sie in erster Linie in einem nicht-physischen Zustand existieren. Es ist nicht so, dass sie keine physischen Körper hätten, aber sie sind nicht so an diese gebunden, wie es bei uns der Fall ist. Das ist der Grund, warum so etwas wie die »Roswell-Spende« auch physische Körper beinhaltet haben könnte. Es handelte sich dabei nicht um körperliche Wesen wie wir, sondern um biologische Gefäße, die benutzt wurden, um sich in unserer Welt zu bewegen.

Es ist aber nun nicht so, dass die Seelenebene nicht auch materiell wäre. Sie ist es, doch auf eine Weise, die wir noch nicht erkennen und messen können. Sie ist, wie alles, ein Teil der Realität, womit ich alles meine, was materiell oder energetisch existiert. Die säkulare Kultur hat recht, wenn sie glaubt, dass es nichts Übernatürliches gibt. Sie irrt jedoch, wenn sie die Teile der natürlichen Welt, die sie noch nicht nachweisen kann, für nicht existent erklärt, nur weil diese sich bisher der Messbarkeit entziehen.

Wenn es Ihnen schwerfällt, sich für die Vorstellung zu öffnen, dass wir nach dem Tod weiterleben, bitte ich Sie, die enorme Literatur, die zu diesem Thema existiert, zu erforschen. Es gibt eine Energie, die wir noch nicht entdeckt haben, von der die Beziehung zu allem in dieser anderen Realität, einschließlich der Besucher und unserer eigenen Toten, abhängt.

Wie in der gesamten Geschichte der Wissenschaft wird die Existenz von Aspekten der Realität, die aktuell wissenschaftlich nicht messbar und nachweisbar sind, stets heftig bestritten. Dafür gibt es zwei Gründe. Der erste besteht darin, dass das Gehirn so konstruiert ist, dass es die für uns unmittelbar nützlichen Dinge wahrnimmt und nicht das, was sich dahinter verbergen und von ganz anderer Natur sein könnte. Wir müssen uns also mit Hilfe von Messinstrumenten an die Wahrheit herantasten. Ohne das richtige Instrument können wir etwas, das durchaus real sein könnte, nicht entdecken, und allzu oft tappen wir dann in die Falle, zu leugnen, dass es da ist, selbst wenn es Beweise gibt, die diese Annahme in Frage stellen. Der zweite Grund ist, dass die Wissenschaft mit der Strategie, die sie anwendet, enormen Erfolg hatte, was unsere Tendenz verstärkt hat, das, was wir bislang nicht wissenschaftlich nachweisen können, als nicht existent zu verwerfen. Warum nach Dingen suchen, die es vermutlich gar nicht gibt, wenn wir doch so viel lernen können, indem wir die Dinge untersuchen, die es gibt?

Aus der Beobachtung der Art, wie die Besucher mit mir kommunizieren, habe ich den Eindruck gewonnen, dass sie die Welt nicht so sehen wie wir, und zwar auf ganz fundamentale Weise. Wir verwenden das, was ich eine Output-Strategie nenne. Unsere Sinne liefern uns eine reichhaltige und detaillierte Sicht der Welt um uns herum. Das heißt, wir sehen, was an der Oberfläche ist, aber die Oberfläche ist nicht der Ort, an dem die Realität beginnt. Wir müssen Instrumente verwenden, um zu erkennen, was sich darunter befindet. Wir sehen einen Apfel, aber wir müssen ein Elektronenmikroskop benutzen, um seine molekulare Struktur zu beobachten, und noch empfindlichere Instrumente, um die Atome zu erkennen, aus denen diese Moleküle bestehen. Wir können die Mathematik, die sie organisiert, extrapolieren, aber wir können sie nicht sehen. Im Gegensatz dazu gibt es meines Erachtens Beweise dafür, dass die Besucher zuerst die Prinzipien sehen und danach den Apfel. Sie verwenden eine Input-Strategie, um die Realität gedanklich zu organisieren. Mit anderen Worten, sie denken genauso wie eine Maschine. Dass sie daher Maschinen sein könnten, scheint mir nicht ausgeschlossen, ebenso wenig wie die Idee, dass eine Maschine bewusst sein könnte.

Ich glaube, dass wir selbst auf dem besten Weg sind, bewusste Maschinen zu konstruieren. Ich sehe Bewusstsein als das, was stattfindet, wenn etwas, das denken kann, sich selbst betrachtet, wie es jeder denkende Geist muss. Mit anderen Worten, es gibt eine Art Spiegelung von uns in uns selbst, und diese Spiegelung ist es, die uns ein Gefühl eigenständiger Existenz gibt. Wenn das stimmt, dann können wir sicherlich eine Maschine entwickeln, die dazu in der Lage ist, und es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn andere in diesem Universum das bereits getan haben.

Verstehen Sie bitte, dass ich Seele nicht mit Bewusstsein gleichsetze. Ich habe nicht nur meinen Körper verlassen, ich wurde in diesem Zustand von anderen gesehen und habe in einem Fall mit der Person, die mich beobachtete, kommuniziert, also halte ich es für ausgeschlossen, dass ich vollständig auf meinen Körper beschränkt bin. Wenn ich mich in diesem Zustand befinde, ist mein Bewusstsein jedoch nicht dasselbe. Am ehesten lässt es sich wohl so beschreiben, dass es eine weniger begrenzte Selbstwahrnehmung hat.

Ich werde den Moment im Februar 1986 nie vergessen, als ich mich von einer Gruppe von Besuchern abwandte, die auf einer Lichtung in der Nähe unseres Blockhauses auf mich warteten. In dem Moment, als ich mit der Hand den Türknauf berührte, um wieder ins Haus zu gehen, kamen von oben aus dem Wald drei Schreie, die ich als die perfektesten und doch emotional komplexesten Klänge beschrieben habe, die ich jemals hörte. Wenn eine Maschine Emotionen hätte, würde sie sich so anhören.

Auch bei anderen Gelegenheiten habe ich einen seltsamen Sinn für Perfektion bemerkt, der den Geräuschen und Bewegungen der Besucher anhaftet. Es ist wirklich unheimlich, und jedes Mal, wenn ich es sehe, kommt mir die Idee, dass ich es mit einer bewussten Maschine zu tun habe.

Eines dieser Wesen machte einmal eine sehr aufschlussreiche Bemerkung zu einer Kontaktperson. Es sagte zu der Frau: »Wir ordnen Atome neu an.« Das ist der heilige Gral der Technik. Wenn wir dazu in der Lage wären, könnten wir aus allem alles herstellen. Wir könnten völlig neuartige Materialien erschaffen. Tatsächlich gäbe es dann nichts, was wir nicht tun könnten. Ich denke, dass sie in der Lage sind, das auf natürliche Weise zu tun, und zwar aufgrund der Art, wie ihre mentalen Prozesse funktionieren. Wenn sie die Welt sozusagen von innen heraus sehen, ist es nicht allzu schwer sich vorzustellen, dass sie auch in der Lage sein könnten, sie von innen heraus so einfach zu verändern, wie wir Blumen in einer Vase neu arrangieren.

Einen weiteren Hinweis, dass dies wahr sein könnte, liefert uns ein viel geschmähtes Phänomen: die Kornkreise. Natürlich sind einige von ihnen von Menschen gemacht. Das ist kein Geheimnis. Aber viele sind es nicht –was für Debatten sorgt, weil ein ungeklärter, nichtmenschlicher Ursprung von vielen Leuten nur ungern akzeptiert wird. Einige der frühen Formationen, wie zum Beispiel das Julia Set, das an einem Nachmittag im Jahr 1996 neben Stonehenge entstand, kurz darauf gefolgt von der Triple Julia am Windmill Hill im selben Jahr, waren kunstvoll ausgearbeitete Fraktale. Viele Formationen spiegeln geometrische Prinzipien und mathematische Formeln wider. Bei diesen frühen, erstaunlich komplexen Kornkreisformationen lässt sich nur schwer widerlegen, dass sie bislang unerklärliche Anomalien sind. Wie bei fast allen Kornkreisen dieser Art handelt es sich um mathematische und geometrische Darstellungen. Bilder im eigentlichen Sinn sind nur wenige darunter.

Liegt das daran, dass sie von jemandem erzeugt werden, der zuerst in mathematischen Begriffen denkt und deshalb versucht, mathematisch zu kommunizieren, aber auf eine Art, die wir mit unserem Output-bezogenen Gehirn sehen und, hoffentlich, interpretieren können? Das scheint mir durchaus möglich zu sein. Vielleicht erklärt das auch, warum der erste Wissenschaftler, der Informationen von ihnen empfing und sich nicht hinter der Mauer der Geheimhaltung verbirgt, einer der weltweit führenden Mathematiker ist und seine Informationen in Gestalt einer mathematischen Formel erhalten hat.

Der eine Ansatz ist nicht besser oder schlechter als der andere, aber sie führen zu radikal unterschiedlichen Arten, die Welt zu verstehen. Wenn ich recht habe, dann ist dieser Unterschied die Erklärung für die Kommunikationshindernisse zwischen ihnen und uns und wahrscheinlich der Hauptgrund, warum sie in unserem Leben nicht präsenter sind. Sie können erst dann kohärent mit uns kommunizieren, wenn wir – und damit meine ich beide Seiten – eine klare Vorstellung davon entwickeln, worin die Unterschiede zwischen ihrer und unserer Art liegen, die Welt zu sehen und zu verstehen.

Der Grund, warum wir eine Output-Strategie verwenden, ist, dass unser dichter, komplexer Körper die Welt auf eine praktische, nützliche Weise sehen muss. Wenn wir eine Input-Strategie verwenden würden, hätten wir vielleicht eine genauere Sicht auf die Realität, aber es würde uns viel schwerer fallen, Nahrung zu finden. Vielleicht haben unsere Besucher, die weniger dicht sind, nicht viele physische Bedürfnisse, möglicherweise gar keine. Sie hatten also keinen Grund, eine Output-first-Strategie zu entwickeln. Basierend auf meinen Beobachtungen dazu, wie sie auf mich reagieren und wie sie auf so viele Menschen reagiert haben, die uns Briefe über den Kontakt mit ihnen schrieben, denke ich, es ist möglich, dass sie wirklich zuerst die zugrundeliegende Wahrheit sehen und dann – und nur wenn es aus irgendeinem funktionalen Grund notwendig ist – das Ergebnis. Das würde bedeuten, dass sie zuerst die Kräfte und die Mathematik sehen, die hinter dem Apfel liegen, und erst wenn nötig die eigentliche Form.

Ich habe keine Möglichkeit, dies zu beweisen, aber wenn ich die Unterschiede zwischen der Art und Weise betrachte, wie ich und sie auf die Welt um uns herum reagieren, denke ich, dass dies der fundamentale Grund dafür sein könnte, dass wir so verschieden sind.

Ich weiß von einem Menschen, der zu einer Input-Strategie überging, demnach ist es also möglich. Dabei handelt es sich um den Fall von Jason Dwain Padgett. Nach einer schweren Prügelattacke im Dezember 2002 wachte er im Krankenhaus auf und sah die Welt als mathematisches Phänomen. Mit anderen Worten: Durch die Schläge erlebte er das, was als »erworbenes Savant-Syndrom« bekannt ist. Statt einen Apfel zu sehen, sah er die Mathematik dahinter in fraktaler Form. Er hatte eine mathematische Synästhesie erworben. In seinem 2014 erschienenen Buch Struck by Genius: How a Brain Injury Made Me a Mathematical Marvel (»Vom Genie getroffen: Wie eine Hirnverletzung mich zu einem mathematischen Wunder machte«) beschreibt er seine neue Wahrnehmungsperspektive. Linda Moulton Howe hat ihn interviewt, und einige seiner bemerkenswerten fraktalen Zeichnungen, die auf ihrer Website www.earthfiles.com zu sehen sind, geben, so würde ich meinen, eine Vorstellung davon, wie die Besucher die Realität sehen. Wenn dem so ist, dann ist die Kluft zwischen uns tiefgreifend.

Im Versuch, diese Kluft zu überbrücken, übermitteln sie Informationen auch durch Bilder und durch Bezugnahme auf natürliche Vorgänge, indem sie diese als Beispiele für das verwenden, was sie vermitteln wollen. Mit anderen Worten, sie kommunizieren auf eine sehr alte Art und Weise, die den altägyptischen Hieroglyphen ähnelt. Es ist, als müssten sie in der Welt um sie herum Dinge finden, die zu den Konzepten passen, die sie zu kommunizieren versuchen, und ich glaube nicht, dass sie das tun müssten, wenn sie nicht eine Vision, die in den zugrunde liegenden Strukturen der Realität begründet ist, in eine übersetzen würden, die auf der Ebene des Ergebnisses Bedeutung hat.

Wenn das stimmt, dann ist es dieser fundamentale Unterschied in der Arbeitsweise unseres Verstandes, der die massive Kommunikationslücke erzeugt, die wir ihnen gegenüber erleben. Wie wir später sehen werden, haben sie sich einige clevere Strategien einfallen lassen, die eine zuverlässige und sogar reichhaltige Kommunikation ermöglichen, aber sie beinhalten nicht, dass man sich an einen Tisch setzt und miteinander redet, wie wir es untereinander tun würden.

Da es in diesem Buch um Wesen und Dinge geht, die heute nicht mehr erkannt und gemessen werden können, handelt es sich um abgelehntes Wissen. Das heißt aber nicht, dass es nicht wahr ist. Voltaire tat Fossilien als Fischgräten ab, die von Reisenden weggeworfen wurden. 1895 schloss Lord Kelvin kategorisch aus, dass es jemals möglich sein würde, Flugapparate zu konstruieren, die schwerer als Luft sind. In ähnlicher Weise wird heute die Existenz des Unbekannten, das mein eigenes Leben und das vieler anderer Menschen bestimmt, geleugnet.

Es ist zu einfach, dies lediglich der Art unserer intellektuellen Kultur zuzuschreiben. Es geht tiefer als das, bis hin zur Frage unserer Verwendung von Output-Strategien.

Nach meiner Erfahrung und der von so vielen Menschen sind die Besucher real. Die Toten sind bewusste Wesen. Mit beiden zu kommunizieren ist weder ein Mysterium noch ein Wunder. Aber weil es hier nichts zu messen gibt, zumindest noch nicht, ist es unmöglich, diese Dinge mit etablierten wissenschaftlichen Methoden zu beweisen. Daher können sie nicht in den Kanon der Ereignisse aufgenommen werden, die als »real« gelten. Meine Absicht ist es nicht, diesen Beweis zu erbringen. Er wird zu seiner eigenen Zeit und auf seine eigene Weise kommen. Was ich tun kann, ist zu beschreiben, wie ich gelernt habe, diese Kommunikation zu praktizieren, und wie mir das den Zugang zu Aspekten der größeren Welt, von der wir ein Teil sind, eröffnet hat.

Zurückblickend auf das, was ich war, bevor die Besucher Teil meines Lebens wurden, im Vergleich zu dem, was ich jetzt bin, ist es schwer, den unbeholfenen, ängstlichen, vorsichtigen Mann von damals wiederzuerkennen. Das Kommen der Besucher hat mich am Boden zerstört, aber auch befreit. Hätte ich mich nicht entschlossen, mich mit der Angst, die der Vorfall von 1985 in mir auslöste, bewusst auseinanderzusetzen, wäre ich nie in der Lage gewesen, weiterzugehen.

Ich war verletzt worden, und ich war wütend. Aber als ich nach der Sitzung mit Dr. Donald Klein, in der alles zutage gefördert wurde, aus seinem Büro ging, dachte ich mir, dass ich das Abenteuer fortsetzen wollte. Ich wollte es einfach.

Damals, als ich Communion – Die Besucher veröffentlichte, war es leicht, solche Kontakterlebnisse zu verspotten. Während sie immer noch abgetan werden, ist es jetzt viel schwieriger, das zu tun, was damals getan wurde, und zu behaupten, dass die Zeugen einfach unter Wahnvorstellungen leiden. Die Briefe, die Anne gesammelt hat, erzählen nicht von Geisteskrankheit, sondern von normalen Menschen, die eine ungeheure Vielfalt an ungewöhnlichen Erlebnissen haben, die sich alle um ein grundlegendes Ereignis drehen: die Annäherung und Anwesenheit von kleinen menschenähnlichen Wesen mit großen, starrenden Augen und übergroßen Köpfen, oft in Begleitung von dunkelblauen Trollen. Nicht selten, wie in meinem Fall, sind auch verstorbene Menschen anwesend, die lebendig zu sein scheinen.

Die Berichte dieser Menschen darüber, was mit ihnen geschah, bilden eine der komplexesten Formen menschlicher Erfahrung, die jemals aufgezeichnet wurde.

Aber gibt es irgendwelche harten Beweise?

Wenigstens einen einzigen?

Abgesehen von den vielen Fällen, in denen es mehrere Zeugen gab, darunter auch einige herausragende in dem Blockhaus, in dem ich meine Erlebnisse hatte, kenne ich nichts, das zum Beispiel die Aussagekraft eines echten Videos hätte, auf dem zu sehen wäre, wie Außerirdische jemanden entführen. Persönlich habe ich jahrelang und auf viele verschiedene Arten versucht, Video- oder Fotobeweise zu erhalten. Ich habe viele Videos angeschaut und einige besonders vielversprechende professionell analysieren lassen. Es gibt drei, die überzeugend sind, zwei davon sind fast sicher authentisch. Keines von ihnen zeigt die Art von Wesenheiten, die in der Literatur beschrieben werden und die so viele von uns gesehen haben. Stattdessen zeigen sie extrem seltsam aussehende Strichmännchen, die vorsichtig vorbeigehen. Diese Videos finden Sie auf www.unknown-country.com in der Rubrik Out There. Geben Sie in die Suchmaschine der Seite den Begriff »stick figure« ein.

Während echtes Filmmaterial von andersweltlichen Entitäten ziemlich selten zu sein scheint, bedeutet dies nicht, dass es keine harten Beweise für anomale Objekte oder Materialien gibt, die mit dem Kontakt-Narrativ in Verbindung gebracht werden können. Es gibt eine große Menge UFO-Videos, darunter Videos von ähnlichen Objekten, die an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten auf der ganzen Welt aufgenommen wurden. Darüber hinaus hat die Veröffentlichung von Videos der U.S. Navy in den Jahren 2017 und 2018 bestätigt, dass UFOs ein echtes unbekanntes Phänomen sind. Im September 2019 erklärte die Navy, dass es sich tatsächlich um unbekannte Objekte handelt. Aber sind es Raumfahrzeuge außerirdischen Ursprungs? Möglicherweise. Sie könnten auch Eindringlinge aus einer anderen Realität sein, was eine wichtige Möglichkeit ist, die es zu erforschen gilt. Oder es könnte sich um etwas für uns so Fremdartiges handeln, dass wir es derzeit einfach nicht sinnvoll einordnen können. Ich sehe nicht viele Hinweise darauf, dass eine irdische ausländische Macht dahintersteckt. Der Grund dafür ist, dass es so viele gute Videos gibt, die bereits viele Jahre alt sind. Würde irgendeine Nation über Geräte von solch unglaublicher Macht verfügen, wäre unsere Welt nicht so, wie sie momentan ist.

Andererseits gibt es durchaus Hinweise auf die Möglichkeit, dass eine andere Realität involviert sein könnte – ein Paralleluniversum. Es wurden wissenschaftliche Analysen höchster Qualität eines aus einem UFO stammenden Metalls veröffentlich, wonach dessen Isotopenverhältnisse nicht nur nicht von der Erde stammen, sondern in diesem Universum überhaupt nicht erzeugt werden können – es sei denn, es gibt in unserem Universum Zonen, deren physikalische Gesetze derartig von den uns bekannten abweichen, dass es sich ebenso gut um ein anderes Universum handeln könnte.

Zugegeben, es ist denkbar, dass es sich bei dem, was wir beobachten oder womit wir in Kontakt treten, um Außerirdische aus diesem Universum handelt. Nachdem ich in ihren Armen gelegen habe und in ihre sehr seltsamen Gesichter geschaut habe, kann ich mir das vorstellen. Aber nach all den Jahren der Erfahrung mit ihnen betrachte ich es, auch wenn physische Aliens möglicherweise durchaus ein Bestandteil der Erfahrung sein können, als etwas, das in erster Linie einen anderen Bezug zur Realität hat als wir. Um zu vermeiden, dass sie mit einem unter Umständen nicht zutreffenden Etikett belegt werden, habe ich sie immer einfach Besucher genannt. Diese Konvention werde ich in diesem Buch beibehalten. Ich denke jedoch, dass hinter ihnen ein weiteres Phänomen existiert, vermutlich von ganz anderer Natur, das eine viel größere Rolle in unserer Entwicklung gespielt hat als die Besucher selbst. Dieses Phänomen werde ich »die Präsenz« nennen.

Die Beschäftigung mit den Besuchern läuft auf eine neue Art von Erfahrung hinaus. Es gibt eine Kluft zwischen uns und ihnen, die, denke ich, mit der unterschiedlichen Art und Weise zu tun hat, wie jede Seite Teil der Realität ist. Wenn sie sich auf einem anderen Planeten in diesem Universum entwickelt haben, kann man sicher erwarten, dass sie anders aussehen, handeln und denken als wir. Wenn man dazu noch ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten berücksichtigt, die uns wie Magie erscheinen, zum Beispiel sich unsichtbar zu machen, könnte es zu einer ziemlichen Herausforderung für uns werden, die Besucher zu verstehen und uns mit ihnen zu verständigen. Handelt es sich um Außerirdische, die sich unsichtbar machen können und über weitere für uns außerordentliche Fähigkeiten verfügen, oder stammen sie gar nicht aus diesem Universum und benutzen natürliche Mittel oder technologische Fähigkeiten, um in dieses einzudringen?

Das sind Fragen, die wir erst beantworten können, wenn wir über mehr Daten verfügen. Aber solange die Mauer der Geheimhaltung, die unser Wissen umgibt, nicht bis zu einem gewissen Grad durchbrochen ist, werden wir nicht in der Lage sein, diesen Fragen wirklich auf den Grund zu gehen.

Es gab in unserer Geschichte seltene, aber wichtige Ereignisse, bei denen jene größere Präsenz, die hinter alledem zu stecken scheint, in Erscheinung trat und die Welt veränderte. Alle diese Fälle betrafen die Religion, und es ging dabei um die Etablierung der Vorstellung, dass es nur einen einzigen Gott gibt. Weil dabei Lichtblitze, seltsame Feuer oder leuchtende Wesen auftraten, nenne ich sie »Lichtereignisse«.

Die Reise begann, als der ägyptische Pharao Echnaton zu der Überzeugung gelangte, die Sonne selbst sei Gott, und zwar der einzige Gott. Darauf folgten eine Reihe von Interventionen direkterer Natur.

Irgendwann um 1500 v.Chr. begegnete der Perser Zarathustra Spitama, der auf der Suche nach Erleuchtung umherzog, einer Licht ausstrahlenden Gestalt, die sich Vohu Mana nannte und ihm beibrachte, dass Gott zwar eine einzige Entität ist, aber unterteilt in zwei Formen: Ordnung und Chaos. Zarathustra verbrachte den Rest seines Lebens damit, die Menschen dazu zu bringen, die Ordnung zu verehren. Etwas später begegnete Moses dem brennenden Busch, der ihn anwies, das Volk Israel in das Land Kanaan zu führen. Dann begegnete der Apostel Paulus, kurz nach dem Tod Jesu, auf der Straße nach Damaskus einer leuchtenden Kugel und wurde der erste nichtjüdische Fürsprecher des Christentums. Noch später fand sich Mohammed von einem leuchtenden Engel in einer Höhle belehrt, und der Islam war geboren.

Obwohl ich nicht die Auffassung vertrete, dass auch nur eines dieser Lichtereignisse sich genauso zutrug, wie es in den alten Quellen beschrieben wird, repräsentieren sie doch die Bedeutung des Lichts für den menschlichen Geist und spiegeln, so glaube ich, eine Art tiefe, grundlegende Absicht wider, der Menschheit eine immer kohärentere Vision des Heiligen und ein immer nützlicheres Verständnis von Moral zu vermitteln.

Einmal abgesehen davon, dass sich das Ereignis in Fatima 1917, als die Sonne vor 50.000 Menschen tanzte, ja wohl als Lichtereignis qualifizieren ließe, haben wir es zumeist mit einzelnen Wesen zu tun, in der Regel klein und ungemein fremdartig. Unsere Besucher nehmen uns mit in ihr eigenes unheimliches Reich und haben dies seit Äonen gelegentlich getan. Das zeigt sich im Volksglauben an die Feen und an den zahlreichen Geschichten über Entführungen durch diese Wesen. In der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts kam es dann zu einer dramatischen Veränderung, denn nun gibt es nicht nur einige wenige Geschichten über rätselhafte Entführungen, sondern Tausende und Abertausende davon, die von Menschen auf der ganzen Welt berichtet wurden. Dabei handelt es sich nicht um eine Fortsetzung des alten Märchenglaubens. Es ist vergleichbar, nahm aber viel größere Ausmaße an. Gewaltige Ausmaße.

Das ist die Realität, mit der wir heute konfrontiert sind. Sie führt zu der Frage, die das Herzstück dieses Buches bildet: Wie sollen wir das verstehen? Was hat es mit dem Kontakt auf sich, und welche Art von Veränderung bringt er für uns und unsere Welt? Denn er bringt Veränderung, das ist gewiss. Große Veränderungen, sogar erschütternde Veränderungen.



WARUM BESTIMMTE MENSCHEN?

Ist es so, dass nur bestimmte Menschen die Anwesenheit der Besucher bemerken, oder werden nur bestimmte Menschen von ihnen kontaktiert? Als wir nach der Veröffentlichung von Communion – Die Besucher immer mehr Briefe erhielten, in denen uns Leser ihre eigenen Erfahrungen schilderten, wurde Anne und mir klar, dass der Kontakt eine Familienangelegenheit ist. Oft spielen sich die Kontakte innerhalb von Familien ab. Überraschenderweise berichten manche Zeugen, das ihnen bei ihren Nahbegegnungs-Erlebnissen mitgeteilt wurde, sie wären Mitglieder der Familie der Besucher, oder sie gelangten selbst zu dem Schluss, dass dies der Fall war.

Manchmal kommt das Erlebnis aber auch einfach aus dem Nichts. Ein Beispiel stammt von einer Zeugin in Australien. Sie schrieb uns: »1976 staubsaugte ich gegen Mittag in meinem Wohnzimmer. Ich fühlte mich ziemlich krank und dachte, ich müsste mich übergeben, also setzte ich mich auf die Couch, um zu sehen, ob die Übelkeit nachließ. Dann bemerkte ich, dass ich nicht allein war. Neben der Couch standen drei seltsame kleine Leute und schauten mich an. Zwei von ihnen waren klein und dick, etwa 1,20 bis 1,35 Meter groß, mit breiten Gesichtern und riesigen schwarzen Augen. Nase und Mund waren dagegen nur andeutungsweise vorhanden.« Weiter beschreibt sie, dass die kleinen Wesen braune Kleidung trugen und wie Arbeiter oder Handwerker wirkten. Es stand noch eine weitere Gestalt in ihrem Wohnzimmer, etwa 1,50 Meter groß und offenbar weiblich. Sie trug »ein schwarzes Leichentuch und hatte schwarzes, strähniges Haar am Hinterkopf. Ihr Gesicht war sehr langgezogen mit großen, dunklen, stechenden Augen …« Sie verlangten von ihr, dass sie mit ihnen gehen solle. Als sie sich weigerte, folgte eine Art mentales Tauziehen, das schließlich damit endete, dass sie dachte, ihr Mann sei nach Hause gekommen und hätte sie gerettet. Doch als er tatsächlich zurückkam, waren unerklärlicherweise vier Stunden vergangen. Sie schließt mit einer Aussage, die auch ein Hilferuf aus dem Herzen eines jeden Menschen mit Kontakterfahrungen ist, den ich je kennenlernte: »Ich frage mich, was ist in der fehlenden Zeit geschehen?« Durch nichts vermochte sie das für ihre fehlenden vier Stunden zu klären – Gespräche, regressive Hypnose, nichts half. Sie starb einige Jahre später, und das Rätsel blieb ungelöst.

Eine dritte Art des Kontakts, die von Zeit zu Zeit vorkommt, ist eine, die von den Zeugen absichtlich herbeigeführt wird. Ich erfuhr davon zum ersten Mal durch Marie »Bootsie« Galbraith, die eine Auswahl von Fällen vorbereitet hatte, die unter dem Titel The UFO Briefing Document: The Best Available Evidence (»Das UFO-Briefing-Dokument: Die besten verfügbaren Beweise«) herausgebracht wurde, finanziert von Laurence Rockefeller und wiederveröffentlicht in meiner bei Dell Books erschienenen Buchreihe Hidden Agendas. Bootsie berichtete von einigen erfolgreichen Versuchen, UFOs mit Laserpointern »herbeizurufen«, aber diese Sichtungen führten nicht zu Kontakten mit den UFO-Besatzungen.

Manchmal gelingt es aber, solche »Close Encounters«, also Nahbegegnungen mit den Besuchern, aktiv herbeizuführen, und wenn die Kommunikation zwischen uns und ihnen strukturierter wird, denke ich, dass es öfter funktionieren könnte. Hier muss ich allerdings eine Warnung aussprechen. In ihrem Buch Extraterrestrial Contact (»Extraterrestrischer Kontakt«) berichtet Kathleen Marden, die Leiterin der Zeugen-Forschung des UFO-Forschungsnetzwerkes MUFON, über den Fall von »Matt«. Der Besitzer eines kleinen Flugplatzes wurde neugierig auf UFOs, nachdem er auf seiner Landebahn eines gesehen hatte. Daraufhin signalisierte er sein Interesse an einem Kontakt, indem er auf der Landebahn mit roten Lichterketten ein X auslegte und eine alte Marine-Signallampe blinken ließ. Dies funktionierte bis zu einem gewissen Grad, aber die stärkste Reaktion erfolgte, wenn er einen Laserpointer in den Himmel richtete und ihn ein- und ausschaltete. Rasch tauchten UFOs über seiner Landebahn auf. Sobald er jedoch das Laserlicht auf sie richtete, gingen sie plötzlich tiefer und schossen genau auf ihn zu, wobei sie mehrfarbig blinkten. Bei seinem letzten Experiment verursachten diese sich rasant nähernden Flugobjekte bei ihm Blutungen aus Nase und Ohren. Damit endete seine Bereitschaft, weitere Versuche dieser Art zu unternehmen.

Die Besucher blieben aber weiter an ihm interessiert, und bald hatte er persönliche Begegnungen mit fremden Wesenheiten, die ähnlich aussahen wie von der australischen Zeugin beschrieben. Er konnte nichts gegen diese zunehmend bedrohlicher werdenden Begegnungen unternehmen. Er begann, mit einer Pistole in der Hand zu schlafen. Eines Nachts wachte er auf und sah ein 1,80 Meter großes Wesen am Fußende seines Bettes stehen. Er schoss mit der Pistole auf es, worauf es in einem Lichtblitz verschwand und eine gelbe Substanz auf dem Boden zurückließ. Leider war er zu geschockt, um sie einzusammeln und analysieren zu lassen. Es folgte eine Veränderung hin zu unheimlichen Spukphänomenen, die – wie einige der Ereignisse auf seiner Landebahn – von anwesenden Zeugen bestätigt wurden.

Als er von seinen Erfahrungen berichtete, wollte seine Familie ihn zwingen, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben. Doch dann erlebte seine Mutter mit ihm zusammen, wie am Ende der Landebahn eine andere Version der Welt sichtbar wurde: eine Savanne, in der Wollmammuts grasten. Ein Jahr voller bizarrer Ereignisse und Heimsuchungen gab ihm das Gefühl, in einer Art Hölle zu leben. Er begann, schreckliche Wesen zu sehen, und sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Gerade als Kathleen Marden versuchte, für ihn Hilfe durch einen mitfühlenden Pfarrer zu organisieren, wurde Matt ins Krankenhaus eingeliefert und starb.

Die Lektion hier könnte nicht klarer sein: Wenn Sie neugierig werden und versuchen, die Wesenheiten in Ihr Leben zu holen, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass sie nicht wie wir sind und nicht die gleiche Verbindung zur Realität haben wie wir. Gewalttätig auf sie zu reagieren, ohne irgendetwas über sie zu verstehen, nicht einmal, was sie sind, ist töricht.

Im Gegensatz zu uns verlieren sie, wenn sie getötet werden, nicht den Kontakt mit der physischen Welt. Sie können von der nicht-physischen Ebene aus weiter in ihr agieren. Matt hatte einem von ihnen den Körper genommen, aber diesen Wesen verlor damit nicht den Zugang zur physischen Welt. Was daraufhin geschah, war im Wesentlichen ein Akt der Wut. Dieses Individuum hatte das verloren, was es als ein Tor betrachtet – den Körper. Er ist für sie vielmehr ein Transportvehikel, nicht ein »Selbst«. Wir leben in der Illusion, wir wären unsere Körper. Das ist nicht der Fall. Wir nehmen an, dass der Tod des Körpers den Zugang eines Individuums zum physischen Leben beendet. So ist es aber nicht, und wenn man diese Wesen angreift, verletzt oder verärgert, werden sie wahrscheinlich weiterhin in der physischen Welt gegen ihre Angreifer agieren, und für den Angreifer wird das wie die Art von bizarrem Spuk aussehen, den Matt erlebte.

Im Laufe der Jahre ist das auch Tausenden von Militärangehörigen passiert, die sich aggressiv gegenüber den Besuchern verhalten haben. Sie führen ihre aggressiven Handlungen gegen die Besucher aufgrund von Befehlen aus, erteilt von Vorgesetzten, die wenig Verständnis für das Tun der Soldaten und die möglichen Konsequenzen aufbringen. Man befiehlt ihnen, »Verteidigungsmaßnahmen« gegen die Besucher zu ergreifen, was unmöglich ist, wenn man keinen Zugang zum Nicht-Physischen hat. Man warnt sie nicht, dass ihnen und ihren Familien ähnliche Dinge widerfahren können wie das, was mit Matt geschah. Und schon gar nicht sagt man ihnen, dass ihre Seelen sich später, nach ihrem Tod, mit denjenigen auseinandersetzen müssen, die von ihnen angegriffen wurden, denn das wird auf offizieller Ebene überhaupt nicht verstanden.

Der Milliardär Robert Bigelow arbeitete mit bestimmten Stellen innerhalb der US-Regierung zusammen, die sich gegenüber den Besuchern feindselig verhielten. Am 28. Mai 2017 berichtete er in 60 Minutes, einem Nachrichtenmagazin des amerikanischen Fernsehens, dass er eine Konfrontation von Angesicht zu Angesicht mit den Besuchern erlebt habe. Das sei keine angenehme Erfahrung für ihn gewesen. Zwei Vorstandsmitglieder der To The Stars Academy, einer Organisation, die sich zu einem wesentlichen Teil der Erforschung der Folgen aggressiver Aktionen gegen die Besucher widmet, haben in ähnlicher Weise direkte und sehr erschreckende Erfahrungen gemacht. Im einen Fall führte das zu einer Familientragödie. Die andere Erfahrung war glücklicherweise nur beängstigend. Diese Organisation wird, um mehr Aufmerksamkeit in den Medien zu erhalten, werbewirksam von einem bekannten Rockmusiker unterstützt. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, mehr Öffentlichkeit herzustellen und einen größeren Kreis von Wissenschaftlern in die Bemühungen einzubeziehen, Waffen zu entwickeln, die eine effektive Verteidigung gegen die Besucher ermöglichen – in der Hoffnung, auf diese Weise einen Durchbruch zu erzielen. Alles in allem waren die seit mehreren Generationen laufenden geheimen militärischen Bemühungen in dieser Richtung bisher nicht von Erfolg gekrönt.

Sie scheiterten, weil die Verteidigung auf physischer Ebene, offen gesagt, so sinnlos ist, wie wenn ein Hund in den Stiefel des Mannes beißt, der ihn tritt. In der Anfangszeit meiner Beziehung zu den Besuchern hatte ich ein Gespräch mit einem von den blonden Leuten, die nicht von dieser Welt sind und die auch als Berater auf Regierungsebene agieren. Er erklärte mir: »Wenn du einen Krieg mit den Greys anfängst, werden sie dich nie aufhören lassen zu kämpfen und sie werden dich nie gewinnen lassen.« Das ist es, was auf offizieller Seite hinter dem Schleier der Geheimhaltung geschieht, aber es ist sicherlich nicht das, was den Mitgliedern unserer Regierung in den Briefings gesagt wird, die sie erhalten, wenn sie Geheimdienst- und Militärbeamte danach fragen, was zu diesem Thema geheim gehalten wird. Man erzählt ihnen Geschichten darüber, was unseren Militärangehörigen zugestoßen ist, aber nicht, dass wir selbst den Konflikt angezettelt haben. Einige dieser Geschichten sind wirklich grauenhaft. Dann wird erklärt, dass wir zwar an Waffen arbeiten, aber noch keine Kontrolle darüber haben und das Ganze so lange geheim gehalten werden muss, bis wir sie haben. Niemandem, der das Briefing erhält, kommt es in den Sinn zu fragen, warum die Besucher die Dinge ebenfalls geheim halten.

Aus meiner Sicht ist die offizielle Reaktion, so ungeschickt sie auch ist, durchaus verständlich. Die Besucher sind unglaublich beängstigend. Es gibt einfach keinen anderen Weg, es zu sagen. Während des Sommers und Herbstes 1985, als ich spürte, wenn auch nicht bewusst, dass sie da waren, bewaffnete ich mich und hätte möglicherwiese genauso gehandelt wie Matt und das Militär, wenn einer von ihnen in meiner Schussweite aufgetaucht wäre. Ich nehme an, das hätte zu ähnlichen Resultaten geführt. Zu meinem Glück gab es nie eine persönliche Begegnung mit ihnen während dieser Zeit, als ich eine Waffe bei mir trug und bevor ich zu verstehen begann, warum sie hier sind und was sie wollen.

Sobald ich erkannte, dass sie real sind, siegte meine Neugierde über meine Angst, und die Schusswaffen spielten keine Rolle mehr. Nach der spannungsreichen Anfangsphase fanden wir in der spirituellen Suche eine gemeinsame Basis. Sie reagierten auf meine nächtlichen Meditationen und nahmen an ihnen teil. Im Laufe der Zeit hat sich daraus eine fruchtbare Beziehung entwickelt, die mein Leben bereichert, und ich hoffe, dass sie auch ihnen das gibt, was sie suchen.

Gegenwärtig ist meine Beziehung zu ihnen so kohärent und organisiert wie zu jedem Menschen, den ich im normalen Verlauf meines Lebens kennenlernen würde. Es gibt aber doch Unterschiede. Miteinander und Kommunikation sind bei ihnen so ganz anders als bei uns. Sie sind beängstigend für mich und werden es in gewisser Weise immer sein. Das liegt daran, dass sie Seelen beherrschen können. Meine Seele weiß das und spürt angesichts einer solch gewaltigen Macht die Angst des Hilflosen und Verletzlichen in der Gegenwart des Aggressiven.

Ich befinde mich in meiner Beziehung zu ihnen, um zu lernen und zu berichten, was ich gelernt habe. Sie wirken mit, um zu lehren. Ihr Ziel ist ganz klar: Sie wollen, dass die Beziehung funktioniert, und zwar nicht nur für mich. Sie wollen, dass sie funktioniert, Punkt. Sie wissen auch, wie schwer es für uns – und für sie – sein wird, dieses Ziel zu erreichen. Wir sind wie brillante Tiere aus zwei verschiedenen, sehr bemerkenswerten Spezies, die sich gegenüberstehen. Sie sind groß, wir sind klein. Beide sind wild, beide sind wachsam.

Wie geht es also weiter? Umkreisen wir einander weiter oder finden wir eine gemeinsame Basis? Da wir Menschen hilflos die Ressourcen unseres Planeten aufbrauchen, stehen wir im Grunde genommen mit dem Rücken zur Wand. Entweder schaffen wir die Kehrtwende oder wir gehen dorthin, wohin uns die Natur und das Versagen unserer Umwelt vermutlich führen werden, nämlich in einen Zustand, in dem unser Planet weitgehend unbewohnbar ist und wir keinen Zugang mehr zu physischen Körpern und all den Möglichkeiten haben, die sie für sich entwickelnde Seelen bieten.

Ich glaube, dass meine eigene Beziehung zu den Besuchern teilweise damit zusammenhängt, dass ältere Mitglieder meiner Familie an militärischen Operationen im Zusammenhang mit ihnen beteiligt waren. Ich kann dazu zwar keine statistischen Beweise vorweisen, habe aber Grund zu der Annahme, dass dies ein Faktor sein kann. Sobald ein Mitglied einer Familie in irgendeiner Weise im militärischen Kontext mit ihnen involviert ist, sei es konfrontativ oder nicht, scheinen sie eine Tendenz zu haben, dieser Familienlinie zu folgen.

Mein Onkel war in den Roswell-Zwischenfall verwickelt und mein Vater hatte vielleicht etwas mit der Anwesenheit von Colonel Guy Hicks zu tun, der in unserer Nachbarschaft wohnte. Colonel Hicks war der kommandierende Offizier von Goodman Field in Kansas, als Captain Thomas Mantell, der dort stationiert war, 1947 mit seinem Flugzeug bei der Verfolgung eines UFOs abstürzte. Das kam alles ans Licht, aber ich glaube, dass mein Vater und ein FBI-Agent, der ein paar Häuser weiter wohnte, Colonel Hicks und einige andere Männer in unserer Straße beobachteten. Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, dass mein Vater zum Geheimdienst gehörte, aber ich habe immer gespürt, dass er irgendwie beteiligt war. Er war in gewisser Weise noch geheimnisvoller als mein Onkel.

Ein weiterer Grund für meine Beziehung zu den Besuchern könnte ein Kindheitstrauma sein. Wie Dr. Kenneth Ring in einer Studie über Zeugen von Nahbegegnungen gezeigt hat, die in seinem Buch The Omega Project (»Das Omega-Projekt«) veröffentlicht wurde, erhöhen psychologisch belastende Erfahrungen in der Kindheit, wie zum Beispiel Kindesmissbrauch, ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass Nahbegegnungen stattfinden. Ich denke, der Grund dafür ist, dass der Missbrauch die Erwartungen des Kindes erschüttert und so die Chance erhöht, dass Dinge gesehen werden, die nicht da sein sollten, aber da sind.

Zwischen August und Oktober 1952 war ich an einem sonderpädagogischen Projekt auf der Randolph Air Force Base beteiligt, bei dem eine sogenannte Skinner-Box für Experimente zur Lernsteigerung eingesetzt wurde. Dieses von dem Psychologen B. F. Skinner entwickelte Gerät sollte, indem die Versuchsperson von der Umwelt isoliert wurde, ein schnelles und besseres Lernen herbeiführen.

Der Prozess war extrem stressig für mich, was dazu führte, dass ich auch im regulären Schulunterricht Angst bekam, und zudem, aus Gründen, die ich mir nicht erklären konnte, Angst vor meiner Lehrerin, einer Nonne. Und ich wurde immer wieder krank. Mein Kinderarzt stellte fest, dass ich fast keine weißen Blutkörperchen hatte, und meine Schwester und ich wurden im Oktober aus dem Programm genommen. Ich wurde im Brooke General Hospital isoliert, bekam Gammaglobulin gespritzt und blieb dann bis Januar 1953 zu Hause und kehrte anschließend in die zweite Klasse zurück.

Meine direkten Erinnerungen an diese Erfahrung sind ziemlich verworren, und meine Schwester erinnerte sich zu Lebzeiten überhaupt nicht daran, aber ein enger Freund erinnert sich an ein bei der Air Force beschäftigtes Paar, das Kinder für dieses Programm rekrutierte. Diese beiden Personen kamen zu ihnen nach Hause. Tatsächlich verkehrten seine Eltern eine Zeitlang mit ihnen. Seine Teilnahme an dem Programm erlaubten seine Eltern aber nicht, was sie damit begründeten, dass dabei eine Skinner-Box eingesetzt wurde.

Ich erinnere mich an furchtbare Enge, Dunkelheit und ein schreckliches Geschrei, das scheinbar endlos weiterging. Würde mein Freund sich nicht an das Rekrutierungsgespräch erinnern, an dem er mit seinen Eltern teilnahm, könnte ich denken, das wäre nur ein Albtraum und mein einziges Problem meine Angst vor der Nonne gewesen.

Es gab bei mir also zwei Faktoren, die zu einer Entführung führen können: ungewöhnlicher Stress in der Kindheit und die Zugehörigkeit zu einer Familie, in der ältere Angehörige in irgendeiner Weise mit dem Kontakt-Phänomen zu tun hatten.

Wie ich in The Secret School (»Die Geheimschule«), meinem Buch über meine Kindheit, beschrieben habe, scheint es mir, dass die Besucher irgendwann in meinem Leben auftauchten, nachdem ich aus dem Programm in Randolph entfernt worden war. Sie blieben, bis ich die Pubertät erreichte, dann zogen sie sich zurück, oder ich hörte auf, mir ihrer Anwesenheit bewusst zu sein. Als ich ihnen Ende 1985 begegnete, hatte ich überhaupt keine Erinnerung mehr an meine Begegnungen in der Kindheit.

Die Tiefe und der Umfang meiner Beziehung zu den Besuchern ist, wie ich glaube, nicht nur darauf zurückzuführen, dass ich mich ihnen damals in einer Nacht draußen im Wald anbot und ihnen mitteilte, an einer Vertiefung unserer Kontakte interessiert zu sein, sondern auch durch etwas, das ich seit 1969/1970 praktiziere, die sogenannte Wahrnehmungsübung.

Im Herbst 1969 arbeitete ich im Rahmen einer Regisseur-Ausbildung zum ersten Mal als Regieassistent bei einem Film mit, der in New York gedreht wurde. Einer der anderen Produktionsassistenten brachte mich mit etwas für mich völlig Neuem in Berührung, denn er war ein spirituell Suchender. Er empfahl mir Auf der Suche nach dem Wunderbaren, P. D. Ouspenskys Buch über G. I. Gurdjieff und dessen Werk. Anne und ich kauften uns jeder ein Exemplar, waren fasziniert und verschlangen es. In dem Buch wurde die These vertreten, dass die menschliche Aufmerksamkeit meist automatisch auf Erfahrungen und Empfindungen gelenkt wird, dass sie aber tatsächlich vom Individuum selbst gesteuert werden kann, da wir in der Lage sind, unsere Aufmerksamkeit bewusst zwischen dem, was von außen hereinkommt, und unserem Inneren aufzuteilen. Das nennt man den Doppelpfeil, das gleichzeitige Hinaus- und Hineinschauen. Als wir damit experimentierten, entdeckten wir, dass es in der Tat eine deutliche Erweiterung bewirkte, nicht unbedingt des Bewusstseins selbst, aber dessen, was ich Sensibilität nennen würde. Diese frühen Experimente waren die ersten kleinen Anklänge dessen, was seitdem zu einem durchschlagenden Chor in unserem Leben geworden ist, der die Brücke zwischen den Welten überquert und den Geist für geheimnisvolle neue Ebenen der Wirklichkeit öffnet.

Gleich zu Beginn erlebten wir eine unmittelbare Veränderung, die wir als sehr angenehm empfanden. Wir begannen, die Welt und unseren Platz darin auf eine neue Weise zu sehen, nämlich gleichzeitig als Teilnehmer wie auch als Beobachter. Das Leben wurde lebendiger und intensiver. Die Erfahrung, die Welt auf diese neue Weise wahrzunehmen, verwandelte das gewöhnliche Leben in eine außergewöhnliche Kunstform, so dass es uns als ein sich ständig entfaltendes Wunder erschien, das in die vertraute Welt unserer gewöhnlichen Realität eingebettet ist.

Wir traten der New Yorker Gruppe der Gurdjieff Foundation bei. In den Gruppentreffen dort begannen wir, regelmäßig die Wahrnehmungsübung zu praktizieren. Dabei geht es darum, die eigene Aufmerksamkeit zu spalten, indem ein Teil von ihr in der körperlichen Empfindung verankert wird, während der andere Teil äußere Eindrücke aufnimmt.

Jetzt, fünfzig Jahre später, praktiziere ich das immer noch, und diese Übung bildet das Zentrum meiner Beziehung zu den Besuchern. Ich nehme nicht mehr aktiv an Gruppentreffen in der Foundation teil, und ich selbst halte auch keine Gruppentreffen ab. Die Gurdjieff Foundation ist der Erbe der Lehre, und ich betrachte die Arbeit innerhalb der Foundation als wesentlich, um ein nützliches Verständnis zu erlangen und eine starke persönliche Praxis zu etablieren. Ich muss allerdings hinzufügen, dass die Stiftung nichts mit Nahbegegnungen und der Herbeiführung solcher Begegnungen zu tun hat. Tatsächlich betrachten die Mitglieder, mit denen ich in Kontakt geblieben bin, meine Geschichten als ziemlich bizarr und überspannt. Die Wahrnehmungsübung ist ein Hilfsmittel, das dazu dient, uns auf eine neue Art und Weise für die Realität zu sensibilisieren. Dass die Wahrnehmungsübung die Kontaktaufnahme zu den Besuchern erleichtert, ist reiner Zufall und steht nicht mit dem Ziel der Foundation in Zusammenhang.

Oberflächlich betrachtet ist die Wahrnehmungsübung ziemlich einfach. Inzwischen habe ich aber begriffen, dass es sich dabei um eine einzigartig kraftvolle Form der Meditation handelt. Man praktiziert sie, indem man sich hinsetzt und die Aufmerksamkeit auf körperliche Empfindungen richtet. Ich gehe dabei so vor, wie ich es in der Foundation gelernt habe. Ich konzentriere mich zuerst auf einen Fuß, dann auf den Unterschenkel, dann auf das ganze Bein, dann auf das andere Bein, die Arme und den Rumpf. So lenke ich meine Aufmerksamkeit nacheinander auf alle Teile meines Körpers, und dann dehne ich dieses Empfinden auf den Körper als Ganzes aus.

Als Anne noch lebte, haben wir das oft gemeinsam geübt. Es kann auch eine kraftvolle Erfahrung im Rahmen einer Gruppe sein, wozu die Foundation ausgezeichnete Angebote macht.

Als unser Sohn geboren wurde, habe ich eine Zeitlang mit dem Üben aufgehört. Ich war zu beschäftigt und müde, weil ich Vater eines Babys war. Aber als er heranwuchs, kehrte ich zu dieser Praxis zurück und machte sie jeden Abend um elf. Jetzt mache ich sie um elf Uhr abends und um drei Uhr morgens, und es gibt eine interessante Geschichte, warum ich die zweite Sitzung in den frühen Morgenstunden hinzugefügt habe.

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Объем:
313 стр. 40 иллюстраций
ISBN:
9783954473038
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Правообладатель:
Bookwire
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