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Werner Ablass
Leide nicht
LIEBE
Über die Liebe zur
Liebe ohne Objekt

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Omega-Verlag ist ein Imprint der Verlag “Die Silberschnur” GmbH
Copyright der ersten Auflage © 2004 Omega-Verlag, erschienen
unter der ISBN 978-3-930243-30-3
ISBN: 978-3-89845-661-6
eISBN: 978-3-89845-835-1
1. überarbeitete Neuauflage 2020
Gestaltung & Satz: XPresentation, Güllesheim
Covermotiv: © Mauritius
Verlag »Die Silberschnur« GmbH · Steinstr. 1 · 56593 Güllesheim
www.silberschnur.de · E-Mail: info@silberschnur.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Das Geheimnis der Resonanz
Das Echo deiner Schwingungen
AGAPE – die Liebe ohne Objekt
Der Liebe ist es egal, wie du sie erzeugst
Der Filter der Liebe
Lieben, was ist
Du liebst immer – fragt sich nur WIE!
Loser lieben sich nicht
Erfolg durch Liebe
Management by Love
Liebe dich gesund
Durch Liebe ins zeitlose Jetzt
15 Hürden zum Glück und wie man sie nimmt
Der konditionierte Verstand
Religiosität, die ihr Zentrum verlässt
Fundamentalismus jeglicher Couleur
Überholte Ansichten über Sex
Ungerechtigkeiten in der Welt
Unausrottbare Schuldgefühle
Ungünstige Vorstellungen über den Sinn des Lebens
Ungünstige Vorstellungen über dich selbst
Unerfreuliche Ereignisse und schwierige Situationen
Emotionale Blockaden
Konflikte
Versagen und Blamage
Das Nicht-Anerkennen der eigenen Grenzen
Falsche Erwartungen auf dem Übungsweg
Die Krise nach dem Honeymoon
Einige Trockenübungen
Klänge der Liebe
Mit Liebe aufwachen
Dir selbst begegnen
Von Seele zu Seele
Zeit für dich
Das Hässliche lieben
Streiten in Liebe
Oden an AGAPE
»Der Bär« und andere »Perlen«
Die Liebe zur Liebe ohne Objekt
Über den Autor
»Wer das Prinzip der Schwingung versteht, hat das Zepter der Macht ergriffen.«
Kybalion
Danksagung
Folgenden Personen möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen:
An erster Stelle Ruth, meiner besseren Hälfte und Seelengefährtin, ohne deren Liebe und Geduld mit meinen Schattenseiten dieses Buch nicht entstanden wäre.
Danken möchte ich auch Manfred, Martina, Isabel, Hanna, Jürgen, Michael, Eduard, Karl-Heinz, Jens, Iris und Dieter Ü., Dieter P., Gabriele und Ute, deren Freundschaft, Inspiration oder Hilfe in schwierigen Phasen ich bis heute erfahre und schätze.
Mein Dank gilt auch Lotte, Erich, Albrecht, Edith, Siegmar, Annette, Jürgen, Max und John, meinen spirituellen Wegbegleitern und Freunden aus früheren Jahren.
Auf keinen Fall möchte ich in meiner Danksagung Thaddeus Golas vergessen, dessen unvergleichliches Werk, Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst, mir zur Quelle der Inspiration für die grandiose Erfahrung wurde, die ich in diesem Buch zu beschreiben versuche.
Last but not least geht mein Dank an Martin und Gisela, die Herausgeber, insbesondere an Gisela, deren Intuition, Kreativität und höchst engagiertem Lektorat ich die Publikation dieses Buches in der vorliegenden Form verdanke.
Vorwort
Dies ist ein Buch für Menschen, die es wirklich wissen wollen. Das bedeutet: Hier erhältst du kein Wissen, das deinen Intellekt oder dein esoterisches Interesse befriedigt, sondern Informationen, die dein Leben verändern. Doch die Veränderung ereignet sich zumeist nicht auf eine Weise, die deiner Erwartung entspricht. Du wirst zwar erfolgreicher werden, harmonischer leben, glücklicher sein, mehr Klarheit bekommen. Und doch wirst du überrascht sein, wie es geschieht.
Die Prämisse des Buches ist: Es bedarf im Grunde nur einer einzigen, wirklich nur einer einzigen Übung im Alltag, um in den Genuss all dessen zu kommen, was du dir für dein Dasein wünschst. Alles in diesem Buch dreht sich nur um die Erklärung, weshalb das so ist, darum, wie man sich übt und wie wir die Hindernisse auf dem Übungsweg als Helfer nutzen.
Es soll auch ein ehrliches Buch sein, und deshalb verrate ich dir: In erster Linie benötige ich diesen Ratgeber selbst. Vielleicht sogar mehr noch als du. Und zwar jeden Tag neu. Wie heißt es doch so schön: You teach best what you need most. Du lehrst am besten, was du selbst am nötigsten brauchst.
Manche Leute machen viel Aufhebens darum, wenn sie sich mit Weisheitslehren und Erfolgsphilosophien, mentalen Techniken und spirituellen Methoden auskennen. Ich habe mich über 30 Jahre intensiv mit ihnen beschäftigt, doch der wahre Grund für mein großes Interesse war mein eigener Mangel und meine Bedürftigkeit. Vielleicht habe ich all das nur deshalb gelernt, um zu erkennen, was nicht funktioniert oder zumindest nicht besonders gut funktioniert. Meine lange Suche nach “dem Ding schlechthin” endete erst, als ich vor einigen Monaten mehr oder weniger zufällig ein dünnes Buch las, das mir zu einer alles entscheidenden Erkenntnis verhalf. Es ist schon seit 1971 auf dem Markt. Sein respektloser Titel: Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst. Der Text befand sich monatelang unbeachtet in einer Datei auf meinem PC – zu diesem Zeitpunkt gab es das Buch nämlich nicht mehr zu kaufen, ich hatte den Text im Internet gefunden und ihn mir kostenfrei heruntergeladen. Ich erinnerte mich erst wieder an ihn, als ich auf der Website von Vera F. Birkenbihl sah, dass sie dieses Buch unter allen Titeln, die unter “pragmatischer Esoterik” vorgestellt werden, wie keinen anderen empfiehlt. Da ich sehr viel von ihrem Urteil halte, las ich den Text. Über den Autor mit dem ungewöhnlichen Namen Thaddeus Golas weiß ich nur, dass er 1924 als Sohn polnischer Eltern in den USA geboren wurde, Ende der 60er Jahre in einer von Hippies inspirierten Kommune lebte und in Florida starb.
Es wird dir womöglich maßlos übertrieben erscheinen, wenn ich behaupte, dass der von Thaddeus Golas empfohlene Übungsweg in nur sechs Monaten mein Innenleben, meine Beziehungen und manche für mich wirklich sehr, sehr bedeutsame Lebensumstände revolutionierte. Es wäre jedoch untertrieben, würde ich meine Erfahrung weniger enthusiastisch beschreiben.
Und nun frage ich dich: Was macht man nach solch einer außergewöhnlichen Erfahrung? Sich einfach nur an ihr freuen und sie für sich behalten? Das ist mir schlicht unmöglich, bin ich doch restlos davon überzeugt, dass das, was mich in einen völlig neuen Raum der Erfahrung brachte, dir ebenso helfen kann wie mir. Es wäre schlicht lieblos, dir das vorzuenthalten.
Wenn du brennst, kannst du kein nüchternes Sachbuch schreiben. Daher bitte ich um Verständnis für die vertrauliche Anrede und auch dafür, dass sich bestimmte Inhalte wiederholen, wann immer ich dies in einem anderen Kontext für notwendig hielt.
Kein Buch der Welt kann ersetzen, dass man diesen Übungsweg persönlich geht. Denn die Erkenntnis allein, sie bringt uns kein Jota weiter. Doch manchmal bedarf es eines oder auch mehrerer Wegweiser, um ihn zu gehen oder auf ihm zu bleiben. Nicht mehr als das – ein Wegweiser – will und kann dieses Buch sein.
Das Geheimnis der Resonanz
Es gibt viele Gründe zu leiden: körperliche Krankheiten und Behinderungen, Schmerzen, Depressionen, Ängste und Phobien, Ärger, Wut, Enttäuschung, Trauer, Liebeskummer, Einsamkeit, Mangel an Anerkennung, materielle Nöte, Arbeitslosigkeit und unzählige mehr. Aber es gibt nicht einen einzigen leidvollen Zustand, den die Liebe nicht zu heilen oder zumindest zu lindern vermag. Daher: Leide nicht – liebe! Ich werde im weiteren Verlauf zeigen, dass es dazu nur einer Entscheidung bedarf.
Bei der Liebe, um die es in diesem Buch geht, handelt es sich nicht (primär) um die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern um eine von Personen, Umständen, Objekten und Bedingungen unabhängige Form der Liebe, die im Altgriechischen AGAPE heißt, im Unterschied zu EROS, der begehrlichen, oder PHILIA, der freundschaftlichen Liebe.
AGAPE, die “Liebe ohne Objekt”, zu lieben, verlangt von dir nicht, zu einem Heiligen oder zu einem “Lichtarbeiter” zu werden. Auch nicht, deine Gefühle zu verleugnen und nicht mehr zu streiten. Ebenso wenig musst du meditieren, visualisieren oder dein Herzchakra öffnen. Es ist viel einfacher.
Jeder kann lernen, AGAPE in jeder Lebenslage bewusst zu erzeugen und die Liebe zu lieben, das heißt, sich in das wunderbare Gefühl der Liebe zu verlieben – jeder, der sich für diesen Übungsweg entscheidet. Ich sage dir: Es lohnt sich wirklich, es wenigstens einmal auszuprobieren! Nicht, um eine zweite Mutter Theresa oder ein Albert Schweitzer zu werden, sondern einzig und allein aus dem egoistischen Grund, dass es dir als Liebender einfach sooo gut geht. Nutze das unendliche machtvolle Potenzial der Liebe, denn sie ist dein Wesenskern!
Liebe ist nichts anderes als eine Schwingung. Alles im Kosmos schwingt. Alles ist in Bewegung. Fest und ruhend erscheint uns die Materie nur aufgrund unserer begrenzten Wahrnehmung. Zu diesem Ergebnis kam die moderne Quantenphysik.
“Nichts ist in Ruhe, alles bewegt sich, alles ist in Schwingung”, heißt es daher auch im Kybalion.1 Die Hermetische Philosophie2 lehrt, dass nicht nur alle Materie, sondern auch jeder Gedanke, jede Erregung und jeder geistige Zustand eine charakteristische Schwingung hat, wobei positive, aufbauende Gefühle und Gedanken wie Liebe, Hoffnung, Frieden oder Harmonie eine höhere Schwingung haben als Hass, Neid, Eifersucht oder Wut. Je höher unsere Schwingungen sind, desto weniger können die niederen uns beeinflussen.
Der Mensch hat die Möglichkeit, seinen Geist auf jede beliebige Stufe einzuschwingen, denn unser Gehirn schwingt natürlich auch in bestimmten Frequenzen. So wie ich mit meinem UKW-Radio keine Mittelwelle empfangen kann, so zieht ein liebloser Mensch auch keine Ereignisse an, die er als liebevoll bewerten könnte. Übrigens: Kennst du den Grund, weshalb beim Empfang von UKW weit weniger Störungen auftreten als bei der Mittelwelle? Die Frequenz der ausgesendeten Wellen im UKW-Band ist höher als bei der Mittelwelle. Ebenso verhält es sich auch bei uns: Wenn du auf der höchsten Ebene – Liebe – schwingst, werden sich Störungen in deinem Leben auf ein Minimum reduzieren.
Wie du die Außenwelt erlebst, ist tatsächlich abhängig von der Frequenz, auf der du emotional schwingst. Es scheint so etwas wie eine “geheime Absprache” zwischen innen und außen zu geben. Bist du emotional einer niedrigen Schwingung verhaftet – Gleichgültigkeit, Ablehnung oder Angst –, so reagiert der Kosmos (zumindest der Teil, den du wahrnimmst, deine unmittelbare Umgebung) mit Hindernissen, Schwierigkeiten und nahezu unüberwindbar scheinenden Hürden. Du kommst dann vielleicht zu der Auffassung, der Kosmos würde dich ablehnen oder du wärst ihm völlig gleichgültig. Befindest du dich emotional auf einer höheren Schwingungsebene – Akzeptanz (deiner Situation), Faszination oder Liebe –, reagiert er mit Ereignissen, die du als positiv und konstruktiv erleben wirst.
Was ich hier etwas poetisch “geheime Absprache” nenne, würde man vom wissenschaftlichen Standpunkt betrachtet natürlich als Gesetzmäßigkeit bezeichnen. Es ist das Gesetz der Resonanz. In der Physik spricht man von Resonanz, wenn die Frequenzen von anregender und angeregter Schwingung in einem harmonischen Verhältnis zueinander sind. In diesem Zustand ist eine optimale Wechselwirkung zwischen den Systemen möglich. Diese “optimale Wechselwirkung” kennen wir auch aus dem zwischenmenschlichen Bereich in der Redewendung: “Wir schwingen auf einer Wellenlänge”. (Richtiger müsste es eigentlich heißen: “Wir schwingen mit derselben Frequenz” oder: “Wir schwingen in Resonanz.”)
Der Kosmos ist kein Raum mit lauter voneinander getrennten, aus sich selbst heraus existierenden Körpern, sondern ein voneinander abhängiges Netzwerk, ein Beziehungsgeflecht. Obwohl wir uns als voneinander getrennte Wesen wahrnehmen, ist letztlich alles miteinander verbunden, beeinflusst sich alles gegenseitig und wirkt als ein Ganzes zusammen.
Ist dir bewusst, wie abhängig du von den Elementen außerhalb von dir bist – von der Erde, dem Himmel, der Luft, dem Wasser, der Sonne, den Pflanzen, den Tieren? Nimm die Luft, die Erde, die Sonne, die Pflanzen etc. weg, und du bist auch weg! Die Luft außerhalb von dir ist ebenso wichtig wie deine Lunge, durch die du die Luft über das Atmen aufnimmst. Du brauchst jedoch nicht nur die Luft, du brauchst alles im All, um überhaupt DU sein zu können.
Manchmal spüren wir unsere Einheit mit der Natur ganz deutlich, wenn ein schöner Anblick wie ein spektakulärer Sonnenuntergang über dem Meer uns ergreift, wenn die Schönheit einer Blüte uns rührt oder die innige nonverbale Kommunikation mit einem Tier uns bewegt. Die Verbundenheit mit anderen Menschen zeigt sich gelegentlich in telepathischem Kontakt. Insbesondere zwischen Personen, deren emotionale Beziehung stark ist, übertragen sich Gedanken und Gefühle ohne Funkgerät oder Kabel, ganz so, als wären sie selbst Sender und Empfänger. Wir wissen dann manchmal auf unerklärliche Weise, dass jemand an uns denkt, oder gar, was er denkt. Oder uns ruft jemand an, an den wir gerade eben gedacht haben.
Diese Kräfte sind insbesondere in Situationen großer Gefahr und beim Sterben so stark, dass sie sogar die Materie im Umfeld des Empfängers in Bewegung beziehungsweise in Stillstand versetzen können. So etwas erlebte ich selbst einmal als kleines Kind, als ich morgens noch häufig zu meiner Mutter ins Bett krabbelte: Genau zu dem Zeitpunkt, als meine Großmutter starb, öffnete sich die verschlossene Schranktür im Schlafzimmer meiner Eltern. Eine gute Bekannte meiner Mutter erzählte uns, dass das Bild ihres Sohnes zu dem Zeitpunkt von der Wand fiel, als er im Zweiten Weltkrieg von einer Gewehrkugel getötet wurde. Jemand anders berichtete mir, beim Unfalltod eines nahen Verwandten sei die Uhr stehen geblieben. Bei entsprechenden Recherchen könnte man sicher ein ganzes Buch über solche Phänomene schreiben, mir geht es jedoch nur darum zu zeigen, dass wir in einer Welt leben, die im Innersten aus Schwingungen besteht und deren Teile mit Resonanz aufeinander reagieren.
Was du nicht unbedingt wissen oder glauben musst, um das Resonanzgesetz positiv zu erleben, was dir jedoch helfen kann, es in seiner Wirkung besser zu verstehen, ist, dass wir Energiewesen sind. Was wir in der Welt der Materie von uns erkennen, ist nur ein winziger Ausschnitt unseres Seins. Wie eine Fingerkuppe, die aus dem Loch einer Bretterwand ragt, hinter der sich der weit größere Teil des Körpers befindet. Unsere wahre Natur, unser essentielles Sein, das Selbst hinter der “Bretterwand”, ist Liebe. Liebe in ihrer Totalität. AGAPE. Sie ist der Ursprung jeder anderen Variante der Liebe. Unveränderlich. Unerschöpflich. Sie fordert keine Gegenleistung. Stellst du dich nun auf Liebe ein, bist du automatisch in Resonanz und damit auch in Harmonie – eins – mit deinem innersten Sein.
1) In früheren Zeiten gab es eine Sammlung gewisser grundlegender hermetischer Lehren, die nur mündlich vermittelt wurden und als “Das Kybalion” bekannt waren. Es bestand aus Maximen, Axiomen und Regeln, die nur Eingeweihten verständlich waren. Die genaue Bedeutung dieses Wortes ist seit Jahrhunderten verloren gegangen. Soweit ich weiß, sind Kybalions Regeln niemals niedergeschrieben worden. Das obige Zitat stammt aus der Homepage www.klarerblick.de. Die Verfasser nennen sich “Die drei Eingeweihten”.
2) “Hermetik” ist ein Ausdruck sowohl für eine esoterische Tradition als auch für Schriften aus dem Altertum und dem frühen Mittelalter. Das Prinzip “Wie oben so unten” bildet den Eckstein der Hermetischen Philosophie. Es besagt, dass alles im Mikro- und Makrokosmos miteinander in Wechselbeziehung steht.
Das Echo deiner Schwingungen
Wir alle kennen den Spruch: “Wie du in den Wald hineinrufst, so schallt es heraus.” Im Alltag heißt das: Wenn du schlecht gelaunt jemanden anfährst, wirst du in der Regel eine ebenso unfreundliche Antwort bekommen. Das ist direkte Resonanz zwischen Menschen, die du, wenn du diesen Vorfall reflektierst, leicht nachvollziehen kannst. Weniger bewusst ist uns meist, dass wir mit unserer inneren Grundhaltung IMMER Urheber unserer gesamten eigenen Realität sind. Mit allem, was du denkst, fühlst, tust und sagst, erzeugst du ständig “Schwingungen” und sendest sie – natürlich zumeist unbewusst – nach außen, in den Kosmos, den “Wald”, aus. Da alles mit allem zusammenhängt, wird die jeweilige Schwingung vom Kosmos empfangen. Und sie kommt wie ein Echo oder wie ein Bumerang in Form von Ereignissen zu dir und deiner Erlebniswelt zurück. Merke: Was du denkst, wird zu dem, was du fühlst. Was du fühlst, wird zu dem, was du in der Welt erlebst.
Man könnte den Kosmos, deine Umwelt, mit dem Resonanzkörper einer Geige vergleichen. Als harmonisch empfinden wir ein Geigenspiel dann, wenn der Geigenspieler sein Handwerk versteht. Ist er ein Stümper, liegt es nicht an dem Resonanzkörper der Geige, wenn wir uns die Ohren zuhalten. Die einzige Möglichkeit, deine Zuhörer zu beglücken, besteht darin, Geigespielen zu lernen. Je virtuoser du das Instrument beherrschst, desto sicherer ist dir tosender Beifall.
Warum sind Leute arm? Aufgrund ihrer Schwingung. Warum bleiben sie arm? Weil sie der Armutsschwingung verhaftet bleiben. Vielleicht nahm Jesus Bezug auf das Resonanzgesetz, als er sagte: “Wer da hat, dem wird gegeben werden. Wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.” (Luk. 19:26)3 Ziemlich ungerecht, könnte man meinen, wenn man nicht weiß, dass alles, was wir im Leben erfahren, auf Schwingungen beruht, die wir aussenden und auf die der Kosmos in Resonanz reagiert.
Wenn uns Schwingungen in Armut halten, was macht dann Arme reich? Wie ist es möglich, dass Tellerwäscher zu Multimillionären, einfache Kellner zu Restaurantkettenbesitzern, Findelkinder zu weltbekannten Schauspielern werden? Jeder zu Erfolg und Reichtum gelangte Mensch hat zuvor seine Schwingungsfrequenz erhöht! Und unsere Schwingungen steigen nur an durch Zuversicht, Glaube und Liebe. Wenn Schwingung tatsächlich der entscheidende Erfolgsfaktor ist, dann könnte selbst der Ärmste der Armen in Bangladesh zu einem Großaktionär an der Wall Street werden. Andererseits könnte ein schwerreicher Erbe in einem westeuropäischen Land alles verlieren und am Ende als Sozialhilfeempfänger Suizid begehen, wenn er sich auf die Schwingungsebene begibt, auf der man nichts anderes als den Totalverlust seines Vermögens, seiner Lebensfreude und seines Lebensmutes erfahren kann.
Begreifst du nun, weshalb die Hermetische Philosophie behauptet: “Wer das Prinzip der Schwingung versteht, hat das Zepter der Macht ergriffen?” Es ist Schwingung, die glücklich und unglücklich macht. Schwingung fördert deine Karriere, Schwingung führt zum Karriereknick. Schwingung macht arbeitslos und verschafft dir einen Job. Schwingung führt dich zu deinem Wunschpartner, und Schwingung entzweit. Schwingung führt gleichermaßen zu Krieg und zu Frieden. Schwingung macht Völker reich und hält andere in bitterer Armut. Schwingung brachte all das in dein Leben, was du gerade erlebst. Daher: Willst du deine Lebensumstände verändern, so erhöhe dein Schwingungsniveau, und du wirst zu einem Magneten für Klarheit, Harmonie, Glückseligkeit und Erfolg. Diese gewaltige Veränderung wird am schnellsten erreicht, indem du einfach damit beginnst, dich auf Liebe “einzuschwingen”.
Warum gerade auf Liebe? Nun, weil Liebe die höchstmögliche Schwingungsebene darstellt und dementsprechend liebevolle Ereignisse in deine Erlebniswelt zieht.
Schwingungsskala

Weshalb ist Angst die niedrigste Ebene in der Schwingungsskala? Weil es keine Emotion gibt, die dich stärker gefangen hält, zusammenzieht und verkrampft. Angst ist zwar ein notwendiges Signal, um existentielle Gefahren zu erkennen, außerhalb dieses Bereichs führt sie allerdings in totale Isolation, besonders wenn sie uns über einen längeren Zeitraum beherrscht.
Die Ebene der Ablehnung ist nicht weit von ihr entfernt, denn auch sie führt in einen höchst unersprießlichen inneren Zustand, in dem du weder dich noch andere magst. Selbst ein Stuhl, an dem du dich stößt, kann auf dieser Ebene Aggressionen auslösen: “Welcher Idiot hat diesen blöden Stuhl hier hingestellt!”
Gleich darüber kommt die Ebene der Gleichgültigkeit. Du lehnst zwar deinen Zustand nicht ab, nimmst ihn aber auch nicht aktiv an, sondern befindest dich in einem neutralen Raum. Selbst schrecklichste Ereignisse auf diesem Globus berühren dich dann nicht. “So ist’s halt! Was kümmert es mich?”
Erst auf der Ebene der Akzeptanz nimmst du das Leben so an, wie es sich dir jeweils darstellt. Auf dieser Ebene befindest du dich sozusagen bereits im grünen Bereich, du bist in einer positiven Grundstimmung und gibst auch dein inneres OK zu den Herausforderungen des Lebens.
Die nächsthöhere Ebene ist Faszination. Zumeist erleben wir die Schwingung dieser Ebene nur dann, wenn wir beispielsweise in Urlaub gehen, eine Gehaltserhöhung bekommen, einen Karrieresprung machen oder irgendeinen Menschen kennenlernen, dessen Aussehen oder Aura uns begeistert.
Liebe ist zweifellos die höchste Schwingungsebene. Wirf nur einmal ein Auge auf ein frisch verliebtes Paar, und du weißt, was ich meine. Nichts macht uns so lebensfroh, nichts macht uns glücklicher, nichts gibt uns mehr Power, nichts dehnt unser Gewahrsein mehr aus, nichts befreit uns mehr als die Liebe. Sie kann, muss jedoch nicht romantischer Natur sein, um dich zu beglücken. Liebe schließt die zwei darunterliegenden Ebenen ein, denn wer liebt, ist gleichzeitig fasziniert und hat natürlich auch nicht das geringste Problem, seine Situation zu akzeptieren. Und sie schließt die drei unteren Ebenen aus, denn kein Liebender kann dem Leben gegenüber gleichgültig, ablehnend oder gar ängstlich sein.
Ich übte mich jahrelang im sogenannten “Loslassen”, also in der Akzeptanz meiner jeweiligen Situation. Der Kosmos reagierte entsprechend: Er akzeptierte mich auch. Aber das war’s dann auch schon! Liebevoll erfuhr ich ihn erst, als ich mich auf Liebe einzuschwingen begann. Liebe erhöht dein Schwingungsniveau wie nichts anderes. “Nun aber bleiben Hoffnung, Glaube, Liebe, diese drei. Die Liebe aber ist die Größte unter ihnen.” (1. Kor. 13:13)
Wer sich auf Liebe einstellt, “schwingt” nicht andauernd in euphorischen Liebesgefühlen und wird auch nicht notwendigerweise zu einem verklärten Heiligen oder abgehobenen “Gutmenschen” werden. Was jedoch in jedem Fall geschehen wird, ist, dass sich die Person, die dir am nächsten steht, nämlich DU, in allen Lebensbereichen erfolgreicher und harmonischer erleben wird als zuvor. Und ich meine, das ist doch schon eine ganze Menge, oder?
3) Hier und im Folgenden zitiert aus der Elberfelder Übersetzung der Bibel.
AGAPE – die Liebe ohne Objekt
Schon nach wenigen Tagen des Liebe-Übens begriff ich, dass ich auf eine Goldader gestoßen war, doch als ich den Versuch unternahm, meine Erfahrung zu kommunizieren, machte ich die verblüffende Entdeckung, dass nahezu niemand verstand, wie das funktionieren soll. “Liebe kann ich doch nur dann empfinden, wenn es dafür einen konkreten Anlass gibt”, hielt man mir entgegen, “wenn ich verliebt bin zum Beispiel. Wenn mir Liebe entgegengebracht wird oder wenn ich richtig gut drauf bin! Aber wie um alles in der Welt soll ich denn unter all den Widrigkeiten des alltäglichen Lebens in der Schwingung der Liebe bleiben? Kann man Liebe denn einfach so mir nix dir nix erzeugen? Liebe ist doch schließlich kein Instant-Getränk aus dem Automat!”
Stimmt. Nur dass die Liebe dir viel näher ist, als jeder Automat es sein könnte. Liebe ist deine wahre Natur. Sie ist ständig bei dir. Ja sogar in dir. Sie ist dir näher noch als die Luft, die dich von allen Seiten umgibt. Ist es etwa anstrengend zu atmen?
Denk doch bitte mal daran, wie das war, als du dich verliebt hast. Wie kam das? Und was geschah da eigentlich mit dir? Du lerntest jemanden kennen, der dich magnetisch anzog. Vielleicht kannst du noch nicht einmal genau sagen, was genau der Grund dafür war. Auf jeden Fall hat es Zoom gemacht, oder? Die Liebe ergriff dich. Du warst wie verzaubert. Wie ausgewechselt. Wie umgedreht. Selbst wenn sich der geliebte Mensch nicht in deiner Nähe befand – du musstest nur an ihn denken, und schon stellten sich die grandiosen, elektrisierenden Empfindungen ein. Man konnte es dir ansehen. Man sprach dich vielleicht sogar darauf an: “Mein Gott, du bist ja auf Wolke sieben!”
Erinnerst du dich? Weißt du noch, wie glänzend du dich dabei fühltest? Entstand dieses wundervolle Gefühl etwa außerhalb von dir? “Natürlich nicht”, wirst du antworten, “natürlich entstand es in mir”. Wenn es aber in dir entstand, hast du es dann nicht in dir selbst erzeugt? “Nein, nein!” wirst du jetzt wahrscheinlich erwidern, “nicht ich habe es erzeugt, Peter, Petra (oder wie auch immer der geliebte Mensch hieß) hat es in mir erzeugt! Ohne ihn/sie wäre das völlig unmöglich gewesen!”
Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, denn eigentlich bewies dir die geliebte Person lediglich, zu welch großen Liebesgefühlen DU fähig bist! Mit anderen Worten: Sie befreite das Potenzial deiner eigenen Liebesfähigkeit. Sie durchbrach die Mauer, hinter der du dein Potenzial, zu lieben und geliebt zu werden, im Allgemeinen verbirgst. Sie fand den Schlüssel zu deinem Herzen. Und deshalb strömte die Liebe aus dir heraus. Denn wo nichts ist, kann nichts werden. Wie bei einem Dammbruch: Ohne aufgestautes Wasser kann ein Damm unmöglich brechen! Peters oder Petras Liebe zu dir ließ den Strom deiner Liebe ansteigen und brachte den Damm, hinter dem sich deine Liebe verbarg, zum Einsturz. Die Liebe war jedoch vorher schon da. War in dir selbst, in deinem Herzen. Nur eben nicht offenbar, nicht manifest.
Vielleicht hast du dich schon öfter als einmal verliebt. Warst du nicht irgendwann mal der Meinung, du könntest niemand anderen als “Peter oder Petra” so sehr lieben? Weshalb konntest du dann einige Zeit später beispielsweise gegenüber “Rainer oder Gabi” dieselben oder zumindest ganz ähnliche Empfindungen hegen? Manche Menschen verlieben sich während ihres gesamten Lebens viel öfter als zweimal und glauben dennoch jedes Mal, nun endlich, endlich die große Liebe gefunden zu haben. Hatten sie sich jedes Mal vorher getäuscht? Nein, sicher nicht! Sie hatten jedes Mal – wenn auch in verschiedener Intensität – ihre ihnen vorher lediglich verborgene Liebe im eigenen Inneren erfahren. Nur stellten sie später fest, dass die Person, die ihre Empfindungen zu erwecken vermochte, im Zusammenleben nicht zu ihnen passte. Und das blockierte schließlich den Liebesstrom in ihrem eigenen Inneren. Und so glaubten sie nun, sie hätten die Liebe wieder verloren …
Wenn wir begreifen, dass die Schwingung der Liebe nicht abhängig ist vom Objekt unserer Liebe, können wir uns jederzeit selbst in den Zustand der Liebe versetzen. Natürlich nicht mit den speziellen Gefühlen erotischer Liebe. Liebe in Form von EROS ist nur in romantischen Beziehungen oder sexuell stimulierenden Situationen erfahrbar. Zur Unterscheidung benutzten die alten Griechen für freundschaftliche Gefühle der Liebe den Begriff PHILIA. Und wenn sie uneigennützige oder absichtslose Liebe empfanden, nannten sie diese AGAPE.
AGAPE manifestiert sich jedoch nicht nur, wenn wir absichtslos lieben. Sie ist vielmehr der Ursprung aller anderen Formen der Liebe und lässt sich daher in keine Kategorie pressen. Wann immer du liebst, ob mit oder ohne Objekt, ist AGAPE essentiell gegenwärtig.
AGAPE scheint so weit von uns entfernt zu sein wie der Mars von der Erde. In Wirklichkeit aber ist uns AGAPE am allernächsten. Gerade AGAPE lässt sich zu jedem Zeitpunkt und in jeder Situation in uns selbst erzeugen, weil sie nicht von äußeren Umständen abhängig ist. Wie? Denke einfach das Wort “Liebe”, oder sage dir innerlich: “Ich liebe.” Behaupte es einfach, versuche nicht, es zu empfinden. Wenn du ein Gefühl erwartest, verweigert es sich paradoxerweise gerade dann, wenn du dich darauf konzentrierst oder es unbedingt haben willst. Wer sich in AGAPE übt, bekommt es “irgendwie”. Mal mehr, mal weniger intensiv. Wer sich hingegen fragt, wie Liebe sich anfühlt oder ob das Gefühl in ihm sich richtig anfühlt, steckt sofort fest. Gefühle richten sich nach deinen Gedanken. Oder anders gesagt: (Gedanken-) Energie fließt immer in die Richtung deiner Aufmerksamkeit. Ganz von allein. Letztlich ist es eine Entscheidung, nämlich die, den inneren Zustand der Liebe mehr zu lieben als jedes andere Objekt deiner Liebe. Mit der Zeit wird dir der innere Zustand der Liebe – AGAPE selbst – mehr bedeuten als jeder äußere Umstand!
Jetzt, in diesem Moment, ist Liebe verfügbar. Einfach, indem du deine Aufmerksamkeit auf sie lenkst. Mach dir keine Gedanken darüber, wie du sie erzeugst oder ob du sie “richtig” erzeugst. Sie ist da, sobald du dich für sie entscheidest. Selbst wenn du dich zunächst nicht außergewöhnlich liebevoll fühlst.
Probier es doch gleich einmal aus. Im Moment liest du. Also lies nicht nur einfach so weiter. Entscheide dich dafür, das Lesen zu lieben. Das wird keine euphorischen Liebesgefühle in dir erzeugen, aber deinen inneren Schwerpunkt verlagern. Vielleicht erfährst du einfach ein wenig mehr Freude. Ein wenig mehr Heiterkeit. Ein wenig mehr Frieden. Ein wenig mehr Harmonie. Ein wenig mehr Einssein.
AGAPE bewirkt keinen Dammbruch wie EROS, nur die Schleuse wird ein wenig geöffnet und – die Liebe kann fließen. Deine Entscheidung, das Lesen zu lieben, bewirkt womöglich nicht mehr als der Flügelschlag eines Falters.4 Doch diese vergleichsweise geringe Energie kann der entscheidende Faktor für einen Hurrikan sein. Ebenso deine Liebe, und sei sie zunächst auch noch so gering. Sie bringt dich sofort auf ein höheres Schwingungsniveau. Und wenn du dich während des Tages immer wieder an die Liebe erinnerst und Liebe in deine Situation fließen lässt, wird sich dein Schwingungsniveau stabilisieren. Und der Kosmos wird mit Geschenken der Liebe darauf reagieren. Sei sicher.
Ganz am Ende des Buches biete ich dir einige “Trockenübungen” an, um die Empfindung der Liebe sozusagen “im Stand” erzeugen zu können. Doch um zu erleben, dass sich dein Schwingungsniveau stabilisiert, brauchst du die kontinuierliche Übung in deinem alltäglichen Leben. Nur so wird sich die Schwingung der Liebe stabilisieren.
4) Im Jahr 1963 beschrieb der Meteorologe Edward Lorenz mithilfe eines einfachen Modells Luftströmungen in der Atmosphäre. Dabei entdeckte er den berühmten Effekt, wonach kleine Faktoren wie der Flügelschlag eines Schmetterlings in Südamerika darüber entscheiden können, ob sich Tage später ein Hurrikan auf die Westküste der USA zubewegt oder nicht. Zu diesem Ergebnis war er über eine sogenannte Näherungsrechnung gelangt. Unglaublich, nicht wahr? Aber Fakt.
Der Liebe ist es egal, wie du sie erzeugst
Kann man denn wirklich unter allen Umständen in der Schwingung der Liebe bleiben? Wie soll das möglich sein? Nun, einfach indem man sich und seine Umgebung zu lieben beginnt! Musstest du etwa ein Hochschulstudium absolvieren, um zu erkennen, wie man sich verliebt?
Es ist eine Entscheidung! Du beginnst genau da, wo du dich gerade befindest. Du wartest nicht auf irgendeinen besonderen Tag, zum Beispiel auf Silvester. Du wartest noch nicht einmal, bis du dieses Buch zu Ende gelesen hast. Du musst deine Lebenssituation nicht verändern. Du kannst sogar auf deinem Sessel sitzen-, auf der Couch liegen bleiben. Du brauchst nicht zu meditieren. Du musst dich auf nichts konzentrieren. Keine Technik erlernen. Es kann jetzt geschehen. Alles, was du tun musst, ist, nicht nur – wie immer – etwas zu denken oder zu tun, sondern in alles, was du denkst oder tust, zumindest ein wenig Liebe hineinfließen zu lassen.
Was bedeutet das: Liebe hineinfließen lassen? Seit wann fließt die Liebe? Schon immer! Schon immer ist Liebe ein Strom. Denk nur mal an die Zeit deines Verliebtseins. Durchströmte sie dich damals etwa nicht?
Im Grunde bedarf es nur der Anwendung eines ebenso genialen wie einfachen Tricks, um unseren konditionierten Verstand zu überlisten, der uns oftmals auf einer niedrigen Schwingungsebene festhält. Schwer erscheint dir das nur, solange du das Resonanzgesetz noch nicht anerkennst und Liebe als Anordnung, Anforderung, Gebot oder kirchliches Dogma empfindest. Sobald dir bewusst wird, dass deine Lebensziele schneller Wirklichkeit werden, wenn sich dein Schwingungsniveau erhöht, und dass Liebe der effektivste Weg dazu ist, wird dir die Übung mindestens ebenso wichtig erscheinen wie jede andere Verpflichtung im täglichen Leben.
Dieses Bewusstsein setzt die Kriterien, nach denen du “normalerweise” liebst oder nicht liebst, außer Kraft. Nun liebst du nicht mehr, weil du bestimmte Menschen, Dinge oder Situationen liebenswert findest. Du liebst, weil du merkst, wie gut es dir dabei geht. Wie stark du innerlich bleibst. Wie belastbar du wirst! Wie wenig dich Zwistigkeiten und schwierige Situationen berühren können! Du liebst, weil du von Tag zu Tag mehr erfährst, wie sich deine Beziehungen und Lebensumstände positiv wandeln. Du liebst, weil du merkst: Noch nie zuvor war ich so eins mit mir selbst und dem Kosmos. Und deshalb spielt das Objekt deiner Liebe nicht mehr die entscheidende, sondern eine untergeordnete Rolle.
Liebe wird zu deiner Medizin, wenn du verwundet bist. Liebe wird zu deiner Tasse Kaffee, wenn du Anregung brauchst. Liebe wird zu deinem Beruhigungsmittel, wenn du Gelassenheit brauchst. Liebe wird zu deinem Genussmittel, wenn du positive Schwingungen brauchst.
Muss es denn unbedingt Liebe sein? Reicht es nicht, wenn ich mir sage, ich “akzeptiere” oder ich “mag” es? Es ist in jedem Fall vorteilhafter, als den Dingen gleichgültig, ablehnend oder ängstlich gegenüberzustehen. Aber warum sollten wir uns mit weniger als Liebe begnügen?
Noch einmal: Es geht nicht darum, WAS du liebst, sondern nur darum, DASS du liebst! Was geschieht, wenn du dich auf Liebe einschwingst? Du berührst dein innerstes Wesen, das Liebe ist. Die Schwingung der Liebe wird dich zwar in den wenigsten Fällen dazu animieren, vor Freude an die Decke zu springen, jedem deiner Nachbarn einen Strauß Blumen zu kaufen oder einem Bettler in der Fußgängerzone dein Monatsgehalt in den Hut zu werfen. In jedem Fall aber kommst du in Harmonie mit dir selbst. Wenn du in der Liebe konstant bleibst, bleibt auch deine Schwingung konstant.
Du wirst erst dann erfahren, wie ungeheuer kraftvoll diese Übung ist, wenn du dich für diesen Übungsweg entscheidest. Mach dir klar, dass es nicht um die Erfüllung eines religiösen Gebots oder ethischen Maßstabs, sondern um die Erhöhung deines Schwingungsniveaus geht. Als Nebeneffekt werden sich auch deine sozialen Kontakte verbessern. Als Nebeneffekt wirst du mit anderen Menschen (auch Tieren und Dingen) pfleglicher, fairer und respektvoller umgehen können.
Bei dieser Übung geht es nicht darum, sich innerlich zu verbiegen oder äußerlich zu verändern. Im Gegenteil, das wäre nur hinderlich zur Veränderung deines Schwingungsniveaus. Lass hinsichtlich dieser Übung alle Anstrengung außen vor. Sei wie sonst auch, nur mit dem Unterschied, dass du dich so, wie du bist, so, wie du denkst, so, wie du fühlst, so, wie du dich im Kontext mit anderen erlebst, aktiv zu lieben beginnst.
Wenn du es als gläubiger Mensch gewohnt bist zu beten, bete weiter, doch nicht mechanisch – liebe das Beten. Folgst du einem Guru, folge ihm weiter, solltest du ihn aus freien Stücken zu lieben vermögen. Betest du nicht, weil du Atheist bist, liebe dich in deiner Gottlosigkeit. Hast du keinen Guru, geh deinen Weg weiter allein, doch liebe dein Leben in eigener Regie. Nur eine Entscheidung gilt es zu treffen: die Entscheidung zu lieben.
Wenn ich morgens sehr früh aufstehen muss, fühle ich mich manchmal ziemlich bescheiden und würde am liebsten liegen bleiben. Doch die Pflicht ruft – ich muss mich erheben. Also schlurfe ich missmutig ins Bad und beginne mit meiner Morgentoilette. Genau in diese Situation gilt es nun, Liebe fließen zu lassen. Wie das möglich sein soll? Einfach indem man sich so gut es geht auf Liebe einstellt und einschwingt.
Gut möglich, dass ich dabei zunächst kaum etwas empfinde. Vielleicht sagt sogar etwas in mir: “Du belügst dich doch selbst!” Oder: “Ich will diese Situation gar nicht lieben. Ich wäre viel lieber liegen geblieben!” Nun, dann umarme ich mich eben genau in diesem Zustand der Ablehnung. Thaddeus Golas sagt: “Was du auch immer tust, liebe dich dafür, dass du es tust. Was du auch immer denkst, liebe dich dafür, dass du es denkst.” Das ist der Trick: Genau da zu beginnen, wo du dich gerade befindest. Du brauchst keinen Standard zu erfüllen. Du musst die Ebene der Liebe nicht wie ein Gipfelstürmer erklimmen. Sie kommt vielmehr auf die Ebene herab, auf der du dich gerade befindest, und verwandelt sie.
Probiere es aus. Es funktioniert. Hundertprozentig. Liebe bringt dich “in Schwung” wie nichts anderes. Auch wenn du nicht so euphorische Liebesgefühle empfinden wirst wie vor einem Rendezvous, wird dein Missmut Beine bekommen und sich aus dem Staub machen.
Viele Situationen in unserem Leben hassen wir zwar nicht, aber wir lieben sie auch nicht. Wir befinden uns mehr oder weniger in einem neutralen Raum. Wenn man dich fragt, wie es dir geht, sagst du dann vielleicht, wenn du ehrlich bist: “Man lebt!” oder: “Na, es geht so!” Wenn wir uns neutral oder gleichgültig fühlen, ist es sehr leicht, auf die Schwingungsebene der Ablehnung heruntergezogen zu werden. Dann magst du weder dich noch die anderen. Und wie du aus eigener Erfahrung weißt, ist dieser emotionale Zustand weder für dich noch für andere Menschen besonders ersprießlich.
Wenn du in solchen Situationen keine Liebe in dir zu empfinden vermagst, ist das völlig normal, und es wäre kontraproduktiv, dich dazu zu zwingen. Der Trick, sich dann in einen Zustand der Liebe zu bringen, klingt unglaubhaft, erweist sich jedoch in der Erfahrung als wirksam. Probier doch mal aus, dir in solchen Situationen zu sagen: “In meiner Gleichgültigkeit umarme ich mich.” Oder: “Dafür, dass ich heute so gleichgültig bin, liebe ich mich.” Oder: “Ich hülle meine Gleichgültigkeit in Liebe.” Oder, wenn dir das alles zu schwülstig klingt: “Auch wenn ich heute so gleichgültig bin, liebe ich mich.” Behaupte es einfach, versuch nicht, es zu empfinden. Das Gefühl kommt dann “irgendwie” von ganz allein.
Thaddeus Golas behauptet: “Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst.” Ich weiß aus Erfahrung: Auch der Schwingung der Liebe ist es egal, wie du sie erzeugst. Wenn nichts anderes da ist, bemühe dich nicht, etwas Liebenswertes in deiner Umgebung zu finden, und mach einfach deine Gleichgültigkeit zum Objekt deiner Liebe. Liebe dich in deiner Gleichgültigkeit. Wenn du darin ein wenig geübt bist, bedarf es noch nicht einmal eines ausformulierten Gedankens. Du erinnerst dich einfach an die Liebe, und schon fließt sie in deine jeweilige Situation.
Der Filter der Liebe
Liebe zieht nicht nur positive Erfahrungen an, sie schützt uns gleichzeitig vor negativen Einflüssen. Sie ist wie ein Filter, der nur für positive Erfahrungen durchlässig ist. Negative Einflüsse werden wie der Kaffeesatz aufgefangen. Im Kleinen ebenso wie im Großen.
Ich erlebte diesen Filter (im Kleinen) gerade erst wieder vor einigen Wochen in einem Seminar. Kaum einmal habe ich während meiner über zehnjährigen Trainertätigkeit so massiven Widerstand erfahren wie in dieser Gruppe. Die ersten ein, zwei Stunden machte es mir keine Mühe, meinen powervollen inneren Zustand mehr zu lieben als die Wand der Ablehnung, die mir entgegenschlug, obwohl mich die unterkühlte Atmosphäre natürlich keineswegs unbeeindruckt ließ. Doch nach ein paar Stunden begann mich die Ignoranz und Sturheit der Teilnehmer mordsmäßig zu ärgern. Natürlich sagte ich mir: “Liebe sie einfach!” Doch das änderte nichts an meiner Antipathie ihnen gegenüber. Also liebte ich mein Nichtlieben-Wollen. Denn nur das war mir in dieser Situation ohne Anstrengung möglich. Erst gegen Nachmittag spürte ich eine deutliche Wandlung, und die Gesichter begannen sich mehr und mehr zu entspannen. Ab und zu zeigten sich bei einigen sogar so etwas wie Sympathiebezeugungen für mich. Was war nur geschehen?
In der nächsten Kaffeepause kam schließlich eines der Teammitglieder auf mich zu und erzählte mir grinsend, die Gruppe habe vor dem Seminar geplant, den Trainer fertig zu machen, weil ihnen durch ihre Firma ein Seminarthema vorgesetzt worden war, das sie für vollkommen entbehrlich gehalten hatten. “Und warum haben Sie nicht an Ihrem Vorsatz festgehalten?”, fragte ich ihn. Er zuckte mit den Schultern. “Wir wissen es selbst nicht genau. Normalerweise ziehen wir so was durch, aber irgendwie schien uns das plötzlich alles nicht mehr der Mühe wert.” Für mich war es ein Beweis für die Filterfunktion der Liebe. Und ich bin mir ziemlich sicher: Hätte ich mich auf die Schwingung meiner Antipathie eingelassen, hätten sie es womöglich geschafft, mich total aus dem Tritt zu bringen.
Nun magst du mir vorwerfen: Du willst uns etwas über Liebe erzählen und bist noch nicht einmal fähig, Menschen zu lieben, bei denen du nicht sofort offene Türen einrennst? Du wirst es nicht glauben, doch gerade deshalb fühle ich mich dazu qualifiziert! Denn ich bin kein Jünger der Liebe, der sich selbst und seine eigenen Interessen auf dem Altar radikaler Selbstverleugnung geopfert hat. Selbstaufopferung oder gar Askese liegen mir so fern wie einem Löwen der Vegetarismus. Meine Intention ist es, das Resonanzgesetz optimal zu nutzen. Und das hat nur insofern etwas mit Liebe zu tun, als sich unsere Schwingung durch Liebe am schnellsten erhöht. Sich zur Liebe zu zwingen würde in dieser Hinsicht sogar kontraproduktiv sein und wäre darüber hinaus keine Liebe, sondern lediglich die pflichtgemäße Erfüllung ethischer Normen.
Die sollten wir freilich haben und so gut es uns möglich ist nach ihnen leben, doch Liebe als Schwingung kann nur dann erzeugt werden, wenn wir keinen Widerstand empfinden. Und wenn wir für etwas oder jemanden keine Liebe empfinden, beginnen wir immer genau an dem Punkt, an dem Liebe möglich ist. Wenn nichts anderes als Antipathie vorhanden ist, dann umarme dich in diesem Zustand, und lass diese so erzeugte Liebe in dir dann zu denen fließen, die sich in einer ungünstigen Schwingung befinden. Das ist manchmal das Beste, was du für einen anderen Menschen tun kannst. Und ich habe nicht nur einmal erlebt, dass diese Energie ankommt und sichtbare Veränderungen bewirkt.
Angenommen, du beobachtest einen Zeitgenossen, der sich völlig daneben benimmt, und denkst: “So ein Blödmann!” dann tu bitte zwei Dinge nicht: Erstens: Mach dir keinen Vorwurf, dass du so lieblos oder respektlos über ihn denkst, denn Vorwürfe halten dich auf demselben niedrigen Schwingungsniveau. Zweitens: Investiere keine Energie in diese negative Beurteilung, sondern umschließe sie sofort mit Liebe. Das wird sie neutralisieren und dich zu einer respektvollen, liebevollen Haltung zurückbringen.
Wenn du im Büro das Gefühl hast: “Könnte ich doch Urlaub machen, anstatt vor diesem doofen Bildschirm zu sitzen und langweilige Tabellen zu erstellen!”, dann lass den Gedanken einfach so stehen und liebe dich dafür, dass du so negativ denkst. Nicht mehr.
Angenommen, du bist auf 180, weil dir ein unverschämter Autofahrer den Vogel zeigt, dann lass in diesen Zustand des “Kurz-vor-dem-Ausrasten-Seins” Liebe fließen. Angenommen, du stehst im Stau und bist nervös, weil du einen wichtigen Termin verpasst, wenn sich der Stau nicht auflöst, dann liebe dich in deiner Nervosität. Wenn du ein Verkäufer oder Berater bist und einem unsympathischen oder cholerischen Kunden begegnest, dann liebe dich für deinen inneren Widerstand oder in deinen Befürchtungen ihm gegenüber. Wenn irgend möglich, geh noch einen Schritt weiter und sage ihm, natürlich nur in Gedanken, dass du ihn liebst. Denk dran: Nicht ER ist das Objekt deiner Liebe, sondern DEIN emotionaler Zustand, dein Schwingungsniveau, das durch Liebe ansteigt und verhindert, dass du seine negativen Schwingungen wie ein Staubsauger in dich hineinziehst und dich entsprechend verunreinigt fühlst. Ich könnte dir eine ganze Reihe von Verkäufern aufzählen, die dieser Übung äußerst skeptisch gegenüberstanden und heute aus eigener Erfahrung auf sie schwören.
Wenn du ein visueller Mensch bist, kannst du dir Liebe als eine fließende Lichtsubstanz vorstellen, aber das ist nicht unbedingt erforderlich. Sobald du dich für die Liebe entscheidest, wird es dir gelingen. Probiere es aus, um zu erleben, was diese Übung in deiner Haltung und deinen Emotionen zu bewirken vermag.
Je länger du auf diesem Übungsweg bist, desto mehr erhöht sich dein Schwingungsniveau, und dann wird es dir immer öfter gelingen, Situationen und Menschen zu lieben, selbst wenn sie dir nicht sonderlich sympathisch erscheinen. Doch solange dies nicht der Fall ist, umgib sie einfach mit Liebe, indem du dir bewusst machst, dass es dir damit am besten geht.
Du wirst nicht verhindern können, dass du immer wieder einmal von niedrigen Schwingungseinflüssen heruntergezogen wirst. Deine Entscheidung, in alles, was du denkst oder tust, ein wenig Liebe zu bringen, erzeugt lediglich eine nahezu unmerkliche Schwingung, ähnlich dem Flügelschlag eines Falters. Doch ebenso, wie dieser geringe Energieaufwand unter bestimmten Umständen einen Hurrikan begünstigt, wird die Schwingung der Liebe jede negative Anwandlung in dir sofort überlagern, sodass du in Harmonie mit dir selbst bleiben kannst.
Sobald du das nächste Mal ein negatives Gefühl oder Bild in dir wahrnimmst, entscheide dich einfach, dich eben dafür zu lieben. Ohne Anstrengung, nur so viel, wie du kannst. Verweigere dich dem negativen Gefühl oder Bild nicht, verdränge es nicht, sondern öffne dich dafür, sieh es dir sogar genau an und sage dir: “Ich liebe mich dafür, dass ich das denke (fühle, wahrnehme)!” Einfach so, als Test sozusagen. Die Wirkung wird dich verblüffen. Es ist, als ob du Wasser ins Feuer gießt: Der Brand ist meistens sofort oder wenig später gelöscht.
Wo steht geschrieben, dass du nur das lieben darfst oder kannst, was du liebenswert oder sympathisch findest? Wer hat dich dazu verpflichtet? Steht es etwa in unserer Verfassung? Musst du ein Bußgeld dafür bezahlen, wenn du einfach liebst, weil du dich dabei besser fühlst? Natürlich nicht. Du und nur du entscheidest darüber, aus welchem Motiv heraus du etwas oder jemanden lieben willst. Selbst deinen Hass kannst du mit Liebe umgeben. Selbst Langeweile und Missmut. Selbst deinen Brummschädel nach einer durchzechten Nacht. Selbst einen Verkäufer im Baumarkt, der auf deine Frage, wo du etwas Bestimmtes findest, so sauer reagiert, als hättest du dich eines Verbrechens schuldig gemacht. Selbst einen Kellner, der auf deine Reklamation mit Ignoranz reagiert und entgegnet: “Bisher hat es allen Gästen geschmeckt!” Selbst einen sturen Beamten, der auf einem völlig sinnlosen Stück Papier beharrt, das du nicht dabei hast, kannst du mit Liebe umgeben. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Das gilt auch für die Entscheidung, in alles Liebe zu bringen.
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