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Читать книгу: «Hernach»

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Prosaischer Kauz

 
Der holde Mond erhebt sich leise.
Ein alter Kauz denkt nur an Mäuse.
 

Unwillkommener Besuch

 
Wird man im Mittagschlaf gestört,
Das ist verdrießlich, das empört.
 

Rast im Walde

 
Es hielten mal Wandrer
Im Walde Ruh,
Da kamen zwei Häslein
Und schauten zu.
 

Ständchen

 
Ein Ständchen in der Frühlingsnacht
Ist leicht gebracht.
Nur ist es fraglich, ob's gelingt,
Daß es zu Röschens Herzen dringt.
 

Abendkonzert

 
Ein Konzert von Dilettanten.
Stimmt auch grad nicht jeder Ton,
Wie bei rechten Musikanten,
Ihnen selbst gefällt es schon.
 

Maitanz

 
Fritz Heuschreck spielte Schrippdiddellitt!
Auf seinem Violinchen;
Der Käferkasperl tanzte mit
Dem Schmetterlingskathrinchen.
 

Osterhas

 
Es ist das Osterfest alljährlich
Doch für den Hasen recht beschwerlich.
 

Der Verdächtige

 
Trau keinem Filou,
Und hätt' er auch beide Augen zu.
 
Kartoffelidyll

Die brave Großmutter

 
Großmütterchen tut alles gern
Für Hänschen, ihren kleinen Herrn.
 

Der Gefällige I

 
Die Grete steigt zum Hühnernest.
Der Hansel hält die Leiter fest.
 

Der Gefällige II

 
Die Leiter bricht von dem Gewicht.
Erfreulich ist's für Beide nicht.
 

Die Zeit I

 
So ist nun mal die Zeit allhie,
Erst trägt sie dich,
 

Die Zeit II

 
– Dann trägst du sie;
 

Die Zeit III

 
Und wann's vorüber, weißt du nie.
 

Dorfpolitiker I

 
Altentheiler liest mit Ruh
In der Landeszeitung;
Friedlich grast die treue Kuh
Unter seiner Leitung.
 

Dorfpolitiker II

 
Wenn sich zwei so einig sind
Und sich lange kennen,
Ach, wie kommt dann oft geschwind
Einer, sie zu trennen.
 

Dorfpolitiker III

 
Daß die Trennung möglichst kurz,
Die die zwei betroffen,
Daß nicht gar zu hart der Sturz,
Nun, wir wollen's hoffen.
 

Überraschung I

 
Stets findet Überraschung statt
Da, wo man's nicht erwartet hat;
 

Überraschung II

 
Doch daß dieselbe überall
Grad angenehm, ist nicht der Fall.
 

Überraschung III

 
Gar oft erschreckt uns eine sehr,
Und eine andre noch viel mehr.
 

Die böse Ziege I

 
Ein Sträußlein, abgepflückt,
Damit es schmücke,
 

Die böse Ziege II

 
Wird oft, eh' daß es schmückt,
Ein Raub der Zicke.
 

Eule und Star

 
Guten Tag, Frau Eule!
Habt Ihr Langeweile? —
Ja, eben jetzt,
So lang Ihr schwätzt!
 
Schnitzeln

Schnauz

 
Derweil sein Herr Besuche macht,
Hält Schnauz bei Hut und Schirm die Wacht.
 

Messerschleifen

 
Der Vater schleift das Messer schön,
Gemütlich tut er das.
Das Hänschen muß den Schleifstein dreh'n,
Tät lieber anders was.
 

Künstlers Hoffnung

 
Armer Künstler hat es sauer,
Doch Erfolg kommt allgemach!
Zeigt sich nur erst ein Beschauer,
Folgen wohl die andern nach.
 

Komm, komm!

 
Mit Güte lockt fast überall
Die Frau ihr Schweinchen in den Stall.
 

Innerer Wert

 
Ein kluger Mann verehrt das Schwein;
Er denkt an dessen Zweck.
Von außen ist es ja nicht fein,
Doch drinnen sitzt der Speck.
 

Glück im Unglück

 
»Das war noch 'n Glück!«
Rief der Heuschreck. Da ließ er ein Bein zurück.
 

Das Nilpferd

 
Das Nilpferd pflückt sich oft gemütlich
Ein Blümchen ab. Das macht sich niedlich!
 
Schnitzeln
Idyll

Alter schützt vor Torheit nicht

 
Nein sowas! Ein altes verständiges Schwein,
Und fällt kopfüber ins Faß hinein!!
 
Schnitzeln

Drohendes Verhängnis

 
Der Spritzefisch ist ein
Gar listiger Geselle.
Gib acht und hüt' dich fein,
Leichtsinnige Libelle!!
 
Schnitzeln

Prosit Neujahr!

 
Das Schwein
Sei Dein!
 

Prosit Neujahr!

 
Geld laßt von Herzen Allen uns gönnen,
So viel die Esel nur tragen können.
 

Prosit Neujahr!

 
Da steht und kräht er.
Vielleicht gerät er.
 

Prosit Neujahr!

 
Das alte Jahr gar schnell entwich.
Es konnt sich kaum gedulden,
Und ließ mit Freuden hinter sich
Den dicken Sack voll Schulden.
 

Nachhilfe

 
Dem Esel, störrisch im Geschäfte,
Verleiht der Knittel neue Kräfte.
 

Drohendes Verhängnis

 
Es machen sich die Fliegen
Ein luftig Tanzvergnügen.
Der Frosch der denkt: Nur munter!
Ihr kommt schon noch herunter!
 

Zerstörte Hoffnung

 
Mutter und Sohn mit frohem Gesichte
Gingen zu Markt. – Es sind die Eier
Heuer hübsch teuer,
Das Stück zwei Dreier. —
Perdatsch! Da liegt die ganze Geschichte!
 

Kühlung

 
Es ging Professor Schretter
Ins Feld bei heißem Wetter.
Er bückt sich tief, auf daß er
Mal tränke, übers Wasser.
Da kam die Geiß, und bubbs!
Gibt sie ihm einen Schubbs.
Und wer es sieht, der fühlt:
Jetzt ist er abgekühlt.
 
Schnitzeln

Der Gratulant

 
Zu spät, mein Lieber!
Der Namenstag ist längst vorüber.
 

Gefahr im Verzuge

 
Wenn das Rhinozeros, das schlimme,
Dich kriegen will in seinem Grimme,
Dann steig auf einen Baum beizeiten,
Sonst hast du Unannehmlichkeiten.
 

Ein Muster der Schnelligkeit

 
Die Panzerkröte sprach zur Schnecke:
Pfui! Schäme dich!
Du kommst ja gar nicht recht vom Flecke!
Da sieh mal mich!!
 

Unverhofft

 
Der Negerknabe ging so still
Am Nil dahin. Plötzlich erblickt er
Ein unverhofftes Krokodil.
Oh, wie erschrickt er!!
 

Der fliegende Frosch I

 
Wenn einer, der mit Mühe kaum
Gekrochen ist auf einen Baum,
 

Der fliegende Frosch II

 
Schon meint, daß er ein Vogel wär,
 

Der fliegende Frosch III

 
So irrt sich der.
 

Der unverschämte Igel I

 
In einem Baumstamm, unten hohl,
Da sitzt der Has und fühlt sich wohl.
Ein Igel, dem der Ort gefiel,
Möcht auch hinein, weil's draußen kühl.
Der Hase, voller Gütigkeit,
Macht höflich Platz und rückt beiseit.
Doch kaum ist er beiseit gerückt,
Fühlt er bereits, daß ihn was prickt.
 

Der unverschämte Igel II

 
Und plötzlich so geprickelt hat's,
Er muß heraus mit einem Satz.
Oh, unverschämtes Stacheltier!
Aha, der Fuchs ist auch schon hier.
Zwar gleich macht sich der Igel dick
Und zieht sich in sich selbst zurück.
Der Fuchs, der gern den Igel frißt,
Weiß aber, was zu machen ist.
 

Der unverschämte Igel III

 
Und weiß, wie man ihn fassen kann,
Und schüttelt und verzehrt ihn dann.
Hier liegt die Haut, ganz hohl und leer.
Den Hasen, scheint's, erfreut es sehr.
Doch innerlich, so wie man sieht,
Ging ihm die Sache zu Gemüt.
Gottlob, nun sitzt der gute Has
Gemütlich wieder, wo er saß.
 

Gestörtes Duett I

 
Melodisch sangen Katz und Kater
Ihr zärtlich Lied des Abends spät.
Den Stock ergreift des Hauses Vater,
Die Mutter nimmt das Waschgerät.
 

Gestörtes Duett II

 
Die sanften Liebestöne schwiegen;
Es zischt und kracht im Treppenhaus.
Der Vater purzelt von der Stiegen,
Die Mutter gießt die Schale aus.
 

Sorglos

 
Selbst mancher Weise
Besieht ein leeres Denkgehäuse
Mit Ernst und Bangen. —
Der Rabe ist ganz unbefangen.
 
Возрастное ограничение:
12+
Дата выхода на Литрес:
10 августа 2018
Объем:
4 стр. 1 иллюстрация
Правообладатель:
Public Domain

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