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Sabrina Benzing
Infinite
Wie alles begann
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Zauberer
Keine Wahl
Flucht
Aufbruch
Angriffe
Begegnung
Vier Freunde
Besondere Kräfte
Werwölfe und Dämonen
Wiedersehen
Neue Chancen
Auseinandersetzungen
Ankunft
Gemeinsam stark
Aufbruch
Trennung
Rettung
Erlösung
Neue Kämpfer
Durcheinander
Elite der Königin
Liebe
Tödliches Gift
Ängste
Vergangenheit
Ein weiterer Vampir
Für Nora
Ausgeklügelter Plan
Lang lebe die Königin
Ein Anfang
Formwandlerin
Grausamer Verrat
Nach 15 Jahren
Tausende Jahre später
Impressum neobooks
Zauberer
„Aufwachen“, schrie eine Stimme. „Los steht endlich auf!“ Einigen fiel es sichtlich schwer aufzustehen. Doch dies interessierte die Aufseher nicht. „Seht mal, ein Paar sind wir wohl schon los.“ Hierüber amüsierten sie sich. Entschlossen gingen sie durch die Reihen. „Nein, bitte er atmet noch, er kann nur nicht aufstehen!“, flehte ein Junge. Ohne Zögern zog der Aufseher sein Messer und tötete den am Boden liegenden Jungen. „Nein“, schrie sein Bruder und erhielt hierfür nur die Drohung der Nächste zu sein. Sie wurden aus dem Kerker getrieben, in einen kleinen Raum, die Tür fest verschlossen hinter ihnen und auf der anderen Seite eine geöffnet. Ein schmaler Korridor mit fehlenden Holzdielen und anderen Bodenstücken führte hinaus. „Seht ihr das Ende?“ Die Antwort wurde nicht abgewartet. „Jeder von euch, der das Ende nicht rechtzeitig erreicht, bleibt für immer hier!“ Ein Raunen ging durch die Gruppe. „Habt ihr unnützen Wesen das kapiert?“ Zögerlich begann einer: „Was heißt rechtzeitig und für immer hier?“ Sie lachten. „Rechtzeitig entscheiden wir, ist ja klar! Und für immer bedeutet, wir verriegeln den Korridor sowie den Raum. Ihr bleibt, bis ihr verhungert seid!“ Alle wurden blass. Die Aufseher entfernten sich zum Ende des Korridors. Sofort begannen sie sich gegenseitig weg zu stoßen und jeder versuchte ganz nach vorne zu kommen. Angst herrschte. Panik. Sie waren bunt gemischt, von sehr jung bis älter. Einer der Älteren wurde nach hinten gedrängt, stolperte und konnte nicht selbstständig wieder aufstehen. Seine Beine waren ihm gebrochen worden und aufgrund der Fesseln, die sie trugen funktionierten ihre Selbstheilungskräfte nur sehr langsam. Keiner scherte sich um den Anderen. Jeder wollte nur selbst am Ende des Korridors ankommen. Viele von ihnen waren verletzt und angeschlagen. Die Schwächeren begannen zu erklären, dass man sie doch nach vorne lassen sollte, um zumindest eine Chance zu haben. „Spinnt ihr? Damit wir alle hier elendig verrecken?“ „Die können uns nicht alle hier sterben lassen!“, wurde erwidert. „Doch können die! Es gibt genug von uns!“, erklärte ausgerechnet der Mann, der auf dem Boden saß. Da stand es fest, jeder würde nach sich sehen und nach niemand Anderem, egal wer er war, ob Freund oder Feind. Dennoch trat Aramis auf den Mann am Boden zu. „Los steh auf! Du hast null Chance, wenn du dich erst auf die Füße kämpfen musst!“ Er reichte ihm die Hand. Irritiert ergriff er sie und ließ sich von ihm stützen. „Was hast du vor?“ fragte der Mann, doch Aramis antwortete nicht. Plötzlich ein schriller Pfeifton, dann rannten alle los. Die Ersten stolperten, überrannten sich oder brachen an den kaputten Holzdielen ein. Aramis war mit dem Mann zuletzt los gelaufen. Doch in diesem Tempo würden sie nie rechtzeitig am anderen Ende ankommen. Dennoch lief er, den Mann stützend, auch noch die nächsten Meter. Er zog andere auf die Füße und trieb sie an. Der Mann fauchte: „Du kannst nicht allen helfen!“ Das Lachen der Aufseher drang zu ihnen ebenso wie das Geräusch einer sich senkenden Falltür. Das Licht verdunkelte sich langsam. Aramis war ein eher schmächtiger Junge, dennoch nahm er den Mann Huckepack, dann rannte er mit ihm los so schnell er konnte. Auf dem Weg zum Ende kamen sie an ein paar der Anderen vorbei, die zuvor als Erste losgerannt waren. Ihnen half Aramis nicht mehr, sie waren im Vorteil gewesen und hatten dennoch nur nach sich selbst gesehen. Die Falltür fiel weiter. Der Mann auf seinem Rücken trieb ihn weiter an. Er schrie, Aramis solle schneller laufen. Kurz vor dem Ende war die Tür so weit unten, dass er den Mann von seinem Rücken durch den Spalt warf. Dieser zog sich mit den Händen durch. Aramis ließ sich auf den Bauch fallen. Er rutschte gerade noch so durch den Spalt, dann fühlte er, dass jemand nach seinem Fuß gegriffen hatte. Mit aller Kraft zog er seinen Fuß weiter. Man hörte die schrecklichen Schreie derer, die noch auf der anderen Seite waren. Er war völlig außer Atem, dennoch wurde er prompt an der Kehle gepackt und gefragt was er sich dabei gedacht habe. Einer der anderen Aufseher begann jedoch: „Hey reg dich ab, alles was in zwei Tagen nicht kampffähig ist, wird sich wünschen auf der anderen Seite der Falltür zu sein!“ Er drückte Aramis Kehle nochmals zu, ehe er mit gehässigem Grinsen davon lief. Sie sperrten sie in den Raum am Ende des Korridors ein. Die Schreie der zurück gebliebenen schienen nicht zu verstummen. Keiner bedankte sich. Jeder rätselte nur was damit gemeint war, in zwei Tagen kampffähig zu sein. Stattdessen mieden sie Aramis entschieden, der müsse verrückt sein, sich für was Besseres halten. Es wurde Nacht. Allmählich verstummten die Schreie. An Schlaf war für Aramis nicht zu denken. Der Mann kam schließlich auf ihn zu. „Die werden es dir nie danken!“ Aramis sah zu dem kleinen Fenster in dem der Mondschein zu sehen war. „Ich hingegen schon!“, sprach der Mann weiter. „Wie geht es deinen Beinen?“, fragte Aramis. Der Mann lächelte und gab an, mit etwas Glück könne er diese in zwei Tagen vollständig belasten. Danach schwiegen sie. Keiner von beiden beteiligte sich an den regen Diskussionen der Übrigen. So vergingen zwei Tage. Der Mann hatte Recht behalten, er konnte eigenständig aufstehen sowie die Beine bewegen. Die Aufseher trieben sie nach draußen. Hier versammelten sich gerade die Soldaten ebenso offenbar andere wie sie. „Was ist hier los?“, fragte einer, dafür wurde er prompt von einem der Aufseher niedergeschlagen. Plötzlich wurde gejubelt und geschrien. Die Soldaten salutierten während sie nach oben sahen. Auf dem Balkon des Schlosses war der König zu sehen. „Heute meine Brüder und Schwestern ist es soweit!“ Wieder jubelte die Menge ihm zu. „Der Tag den wir alle längst ersehnten! Der Tag, an dem wir die Parasiten, die in unseren Wäldern und Ländereien leben beseitigen!“ Manche aus der Menge widersprachen plötzlich dem König, da wurden diese durch die Soldaten oder durch andere in der Menge zum Schweigen gebracht. Aramis drehte den Kopf weg als einer der Männer vor allen geköpft wurde. „So gehen wir mit Verrätern um!“, mahnte der König und wandte sich an sie, „ihr habt nun die einmalige Gelegenheit euch zu beweisen, eure Treue zu mir als König zu zeigen, euren Nutzen für unsere Gemeinschaft klar zu machen und so die Chance euer Leben in meinen Dienst zu stellen!“ Anschließend wandte er sich wieder an alle. Er sprach von dem bevorstehenden Kampf. Schließlich rückten die Soldaten gemeinsam mit Aramis und seinesgleichen ab, raus aus der Stadt. Sie machten sich auf den Weg in die Wälder. Etliche versuchten prompt zu fliehen, aber wurden getötet. Bei der ersten Rast waren die Meisten von ihnen schon so erschöpft, dass sie nicht weiter gehen konnten. Auch Aramis fiel es schwer. Sie hatten seit Tagen nichts mehr zu essen bekommen und auch kaum Wasser. Wer nicht aufstand wurde ebenfalls getötet. Zum Einbruch der Nacht waren sie am Waldrand angekommen. „So, für diejenigen, die es bis hierher geschafft haben, ich bin Kommandant Eric Willson. Ihr werdet meine Befehle befolgen oder ihr endet wie der restliche Abschaum auf dem Weg hierher. Verstanden?“ Alle nickten entschlossen. Anschließend bekamen sie Wasser sowie etwas Brot. Sie durften danach etwas schlafen. „Junge“, flüsterte der Mann mit den geheilten Beinen. Aramis drehte den Kopf. „Wie heißt du eigentlich?“ „Aramis und du?“ „Philipp!“ Er hatte schlecht geschlafen, doch mit den ersten Sonnenstrahlen ging es weiter, auch wenn von Sonne in den Wäldern nicht mehr viel zu sehen war. Sie marschierten den ganzen Tag ohne so recht zu wissen wohin oder wozu. An diesem Abend hörten Aramis und Philipp ein Gespräch der Soldaten. „Mach dir darüber mal keine Gedanken! Dafür haben wir ja das Zauberer-Pack dabei. Die sollen die Vorhut übernehmen und zuerst geopfert werden. Wofür sollten die sonst nützen!“ Es herrschte Gelächter. „Und diejenigen die gut genug sind am Leben zu bleiben will der König dann in seine Dienste aufnehmen“, höhnte ein anderer. „Ja, wenn einer von denen überlebt!“ Dieses Gespräch hatten einige der Zauberer gehört, deshalb überlegten sie einen erneuten Fluchtversuch zu starten. Es war Philipp, der erklärte, wie sinnlos ein solcher Versuch wäre, da ständen die Chancen besser zu bleiben und zu kämpfen. Er hatte sie überzeugt. Am nächsten Tag liefen sie weiter. Gegen Mittag wurden jedoch die Soldaten nervös. Doch warum, war zu diesem Zeitpunkt für die Zauberer nicht nachvollziehbar. Am späten Nachmittag legten sie eine Rast ein und schienen auf etwas zu warten. Sie blieben bis es dunkel wurde, dann war da plötzlich das Geräusch von Pferden, Reitern sowie etwas schwerem. Kurz darauf trafen zunächst Reiter ein. Die vom Kommandant freudig, beinahe ehrfürchtig begrüßt wurden. „Wer sind die?“, fragte einer der jüngeren Zauberer. Zunächst wurde gerätselt. Aramis fühlte sich noch mulmiger als zuvor. Schließlich erklärte Philipp der große schlaksige Mann mit leichten blonden Locken und dem überheblichen Auftreten wäre der persönliche Zauberer des Königs, Sören. Die Übrigen wären ebenfalls Zauberer. Sören war ihr Anführer. Doch das folgende Geräusch beunruhigte alle noch viel mehr, erst Recht nachdem sie sahen was es war, Käfige. Käfige die von Pferden gezogen wurden, jeweils flankiert mit mehreren Soldaten. Sofort begannen die Zauberer zu diskutieren wofür diese Käfige waren, kamen jedoch zu keinem brauchbaren Ergebnis. Sie wurden aufgefordert die Pferde zu versorgen, dann marschierten sie weiter. Die ganze Nacht liefen sie durch. Kurz vor Tagesanbruch legten sie eine Pause ein. Es gab eine Diskussion zwischen Sören und dem Kommandanten. Schließlich wurden sie aufgefordert näher zu kommen. Mit einer Handbewegung von Sören verschwanden die Fesseln die ihre magischen Fähigkeiten einschränkten. „Ich an eurer Stelle würde mir die Kräfte gut einteilen!“, mahnte Wilson gehässig. „Ihr werdet voraus gehen und den Erstangriff übernehmen. Wir beginnen mit dem Dorf direkt hinter diesem Hügel!“ Er deutete nach Vorn auf einen, wie Aramis fand, Berg statt Hügel. „So und jetzt hört mir alle ganz genau zu!“, knurrte er an alle gewandt, „jeder, absolut jeder wird getötet! Mit folgender Ausnahme: Alle Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren werden gefangen! Habt ihr das kapiert?!“ Die Soldaten bestätigten dies sofort, die Zauberer hingegen wunderten sich hierüber. Einer begann: „Wir sollen alle dort töten? Warum?“ Seine Frage bezahlte er mit dem Leben, so schnell, dass niemand mehr reagieren konnte. Einer von Sörens Zauberern hatte ihn mit einer einzigen Handbewegung getötet. Der Kommandant wiederholte die Anweisung noch energischer, aber dieses Mal fügte er an, dass alle in Frage kommenden Mädchen auf dem Dorfplatz zusammen getrieben werden sollten. Dort sollte das Alter abschließend geklärt werden. Er wartete die Bestätigung der Zauberer nicht ab. Sie wurden aufgefordert voraus zu gehen. Die Soldaten und Zauberer um Sören blieben hinter ihnen. „Was sollen wir jetzt nur machen?“, fragten viele durcheinander, dabei liefen sie nicht wirklich vorwärts. Sie bewegten sich langsamer als Schildkröten. Dies missfiel den Soldaten so sehr, dass sie die hinteren mit Messern bewarfen um sie voran zu treiben. Schließlich war es Philipp, der Aramis am Arm griff und mit ihm voraus ging. Widerwillig folgten ihnen die übrigen Zauberer, zwar immer noch mit etwas Abstand aber deutlich schneller. „Wir tun was die wollen! Das ist die einzige Chance am Leben zu bleiben!“, verkündete Philipp entschlossen. An Aramis gewandt fragte er: „Kannst du kämpfen?“ Aramis konnte nur den Kopf schütteln, ihm war schlecht. Am liebsten wäre er davon gelaufen. Diese Wahl hatte jedoch keiner von ihnen. Endlich auf dem Berg angekommen war dies ein Wahnsinns Anblick. Die Sonne erhob sich auf der anderen Seite über den Bergen und in dem Tal unter ihnen waren Dörfer. Ein großes in der Mitte und viele kleine drum herum. Absolut friedlich sah alles aus, beinahe wie gemalt mit den Blockhäusern, den Dorfplätzen in der Mitte, umsäumt von Feldern wie auch Wiesen. Hinter sich hörten sie jedoch die Soldaten näher kommen also liefen sie weiter. Philipp wurde schneller und schneller, der Rest folgte ihm. Etwa hundert Meter vor dem größten Dorf begann Philipp zu rennen. Sie rannten in das Dorf und trafen auf Bewohner, ohne Zögern töteten die Anderen diese. Aramis rannte weiter, jedoch eher davon. Da schrie eine Stimme: „Angriff! Zauberer! Wir werden angegriffen!“ Die Stimme erstarb prompt. Auf dem Dorfplatz angekommen erkannte Aramis, warum die Soldaten die Zauberer voraus geschickt hatten. Dies war kein normales Dorf mit normalen Bewohnern. Es waren Werwölfe – Menschen mit der Gabe sich in Wölfe zu verwandeln, was er eben mit eigenen Augen sehen konnte. Die Wölfe gingen ihrerseits zum Angriff über. Aramis sah mit an, wie einer der jungen Zauberer förmlich zerfetzt wurde. Er blieb wie angewurzelt stehen, nicht fähig sich zu bewegen. Überall um ihn herum wurde geschrien, Zähne gefletscht und wahllos getötet. „Verflucht“, fauchte ihn einer an, „fang an zu kämpfen oder du wirst Wolfsfutter!“ Also tat es Aramis den Anderen gleich. Er stürmte auf eines der Häuser zu. Im Innern war eine alte Frau mit zwei kleinen Kindern. Sie rissen die Augen vor Schreck auf, Aramis wich zurück, er wollte wieder gehen, da tauchten Soldaten auf. Prompt töteten diese die Bewohner. Auf Aramis schlugen und traten sie ein, mit der Aufforderung sich endlich nützlich zu machen. Er sah wie eine Frau mit Kleinkind auf ein Haus zulief, gefolgt von einem Wolf, der sich kurz davor in einen Mann verwandelte. Das Haus stand abseits also rannte Aramis hinterher. Dort angekommen knurrte der Mann ihn an: „Was wollt ihr?“ „Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass deine Kinder angeben müssen 14 bis 17 Jahre alt zu sein, sonst werden sie getötet.“ Überrascht, erschrocken und verunsichert sah der Mann ihn an. „Lauf!“, befahl er wohl seiner Frau mit dem Kind. Die beiden Mädchen die mit im Raum standen sah er eindringlich an. Offenbar keinen Moment zu früh. Weitere Zauberer stürmten herein. Auf die Frage was Aramis hier täte gab er lediglich an, das Alter der Mädchen zu klären. Sie lieferten sich einen Kampf mit dem Vater, der sich wieder in einen Wolf verwandelt hatte. „Genug“, fauchte Wilsons Stimme, „bringt die Alle zum Dorfplatz!“ So brachten sie die Mädchen sowie den Vater mithilfe von Zaubern dorthin. Hier angekommen stieg Sören vom Pferd, bewegte die Hände und unter schrecklichen Schreien verwandelte sich der Wolf zurück in einen Menschen. „Sieh gut zu!“, sagte Wilson mit gehässigem Grinsen. Die Mädchen wurden in einer Reihe aufgestellt, da begann Wilson zu fragen, wie alt sie waren. Jede, die nicht das richtige Alter angab, wurde von dem Soldaten der hinter ihr stand das Genick gebrochen. Bei jeder wehrte sich der Mann, ebenso manche der älteren Mädchen, nach Leibeskräften, jedoch ohne Erfolg. Aramis konnte nicht hinsehen. Es waren noch acht Mädchen in der Reihe, als eine Frauenstimme fauchte: „Nehmt eure dreckigen Pfoten von mir!“ Sörens Zauberer hatten die Frau mit Kind im Arm erwischt und brachten sie dazu. Ihr liefen Tränen übers Gesicht beim Anblick der auf dem Boden liegenden Mädchen. „Wie nett“, höhnte Wilson, „deine Frau?“ Die Antwort wartete er nicht ab. Er entriss ihr das Kind. Zunächst wehrten sich die Eltern heftig und hatten hierfür einiges einstecken müssen, doch dann schwang es in ein Flehen um. Die Frau war bereits auf die Knie gesunken. Gehässig grinsend sah er auf Sören, er erklärte, dieses Kind sei nutzlos und warf es der Frau zu. Beim Versuch ihr Kind aufzufangen, schrammte sie sich Arme und Beine auf. Gerade noch rechtzeitig, bevor ihr Kind mit dem Kopf auf dem Boden aufschlug, bekam sie es zu fassen. Die zunächst eingetretene Erleichterung verschwand schlagartig. Dieser Schrei ging durch Mark und Bein. Erst jetzt sah Aramis, dass Sören die Hände für einen Todeszauber bewegt hatte. Das Kind war von Sören im Flug getötet worden. Die Eltern brauchten einen Moment um zu begreifen was geschehen war, dann begann der Vater sie zu beschimpfen, als Monster und Feiglinge. Die Frau hingegen legte ihr Kind liebevoll auf den Boden. Noch einen kurzen Blick auf Wilson werfend stürzte sie auf Sören zu. Sie hatte ihn noch nicht einmal erreicht, da packten sie Soldaten und schnitten ihr die Kehle durch. Aramis liefen Tränen über die Wangen, er übergab sich. Dies ging im Schreien sowie den Wehrversuchen des Mannes sowie der übrigen Mädchen unter. Wilson setzte die Befragung der Mädchen hinsichtlich des Alters einfach fort. Alle hatten nun das richtige Alter bis schließlich nur noch vier Mädchen übrig waren. Die nächsten beiden Mädchen waren die Töchter des in die Knie gezwungenen Mannes. Die offensichtlich Ältere gab an 14 zu sein, obwohl sie nicht so aussah. Dennoch schritt er weiter zur nächsten. Diese schaffte es vor schluchzen nicht zu antworten. Somit gab die Schwester an, sie seien Zwillinge. Dies glaubte Wilson jedoch nicht. Er zog die Schwestern auseinander. Er wandte sich an die letzten beiden Mädchen, ebenfalls Schwestern. Die Schwester im richtigen Alter flehte für das Leben ihrer noch 10 jährigen Schwester, dennoch zog Wilson auch diese von ihnen weg. Nun standen da zwei zitternde Mädchen. Vor ihnen war ein gehässig grinsender Kommandant. Alles flehen, schreien, wehren der übrigen Mädchen wurde ignoriert. Der Mann versuchte alles um sich zu befreien. Da baute sich Wilson vor den beiden Mädchen auf ehe er verkündete, an ihnen zu zeigen, was passiere, wenn man sich gegen den König stellen würde. Er zückte sein Messer. Die Mädchen wurden von Soldaten festgehalten. Aramis sah sich um, dieses Bild des zuvor so friedlichen wie auch schönen Dorfes mit, wie er annahm, netten Bewohnern die niemandem etwas getan hatten, im Vergleich zu jetzt. Es war schrecklich. Wilson näherte sich mit dem Messer dem Gesicht des ersten Mädchens. Doch ehe er es erreichte griff Aramis ihn an. Alles ging so schnell, dass die Soldaten vollkommen perplex waren. Er schaffte es mit einer Handbewegung Wilson quer über den Platz zu befördern, die beiden Mädchen zu befreien, dann schließlich noch den Mann. „Lauf!“, schrie Aramis, ehe ihn die Zauberer stoppten. Er fühlte den Schmerz der Folterzauber, doch dieser war nicht vergleichbar mit dem Folgenden. Sie zogen ihn auf die Füße. Die Flucht der Drei hatte ein jähes Ende genommen. Wilson knurrte er solle gut hinsehen. Sie verpassten den Mädchen Schnittwunden quer durchs Gesicht, dann schnitten sie ihnen die Kehle durch. Anschließend schienen sie dem Mann jeden einzelnen Knochen zu brechen, zum Schluss das Genick. Nun kam Wilson auf ihn zu mit dem Messer in der Hand. „Was soll das werden?“, fragte Sören. „Ja glaubst du ich lass mir das einfach so gefallen?“, war die giftige Antwort von Wilson. „Er bleibt am Leben!“, legte Sören absolut ernst nach, „um Verräter wie den kümmert sich der König persönlich und glaub mir, er wird sich wünschen du hättest das heute erledigt!“ Daraufhin steckte Wilson das Messer weg und schlug auf Aramis ein, bis dieser das Bewusstsein verlor.
Keine Wahl
Sein Schädel brummte. Er fühlte sich so elend wie nie zuvor. Vorsichtig blinzelte er. Sein eines Auge ließ sich nicht öffnen, auch fühlte er weder seinen rechten Arm noch die Beine. Ansonsten fühlte er nur Schmerz. Dennoch versuchte er den Kopf anzuheben um sich umzusehen. Sein Blick war nur verschwommen. Er lag in einem der Käfige. Dieser bewegte sich langsam vorwärts. Mit aller Kraft versuchte er sich aufzusetzen, aber scheiterte ständig. Resignierend blieb er liegen und schloss das Auge. Er versuchte sich auf die Geräusche um sich herum zu konzentrieren, auch in der Hoffnung, es würde ihn von den Schmerzen ablenken. Es waren nur Gesprächsfetzen die er wahrnahm. Sie waren in allen umliegenden kleineren Werwolf Dörfern genauso vorgegangen. Die Gefangenen Mädchen waren, wie er, in den Käfigen untergebracht. Nach einer Weile startete er einen erneuten Versuch sich aufzusetzen, nach dem x-ten Versuch gelang es ihm schließlich. Doch als er sich an dem Käfig anlehnen wollte, war es wie ein elektrischer Schlag und er wich von der Wand zurück. So war es mühsam in sitzender Position zu bleiben. Sofort hörte er eine Stimme, dass er aufgewacht sei. Es war sehr dunkel. Das Feuer der Fackeln um ihn herum blendete sein Auge, welches er öffnen konnte. „Gerade noch so am Leben“, schlussfolgerte die ihm bekannte Stimme von Sören, „gebt ihm Wasser, damit er am Leben bleibt!“ Kurz darauf sah er auf seine Hand, es lief Wasser zu dieser. Die Soldaten höhnten, der Zauberer hätte ihnen nicht aufgetragen, dass er Wasser zum Trinken erhalten müsse. Es dauerte eine Weile bis Aramis wahrnahm, dass sie einfach nur einen Eimer Wasser auf den Käfig-Boden geleert hatten. Doch seine Kehle, sein Gesicht und einfach alles brannte. Also legte er sich flach auf den Boden um die Kühle des Wassers zu spüren und schleckte mit der Zunge darüber. Das Gelächter ignorierte er, erst recht nachdem ihm anschließend die Kraft fehlte sich aufzusetzen. Sich dem Schmerz ergebend wurde erneut alles dunkel. Wie lange er geschlafen hatte wusste er nicht, aber er fühlte sich etwas besser. Auch das Aufsetzen funktionierte besser. Es dämmerte, aber sie waren in einem Wald. Vorsichtig sah er sich um, diesmal mit mehr Erfolg. Soldaten bewachten die Käfige. Die Pferde folgten den vorauslaufenden Soldaten während die Zauberer alles anführten. Der Versuch sich hinzustellen scheiterte. Hinter ihm waren weitere Käfige eng gefüllt mit jungen Mädchen, die vor sich hin starrten. Sein Magen knurrte und seine Kehle brannte. Plötzlich hielten sie an. Er sah, dass die Zauberer voraus geschickt wurden. Kampfgeschrei drang zu ihnen. Eine gefühlte Ewigkeit später, folgte Sören mit Anhang und die Soldaten. Aramis war komplett angespannt, nur eine Handvoll Soldaten waren bei den Käfigen geblieben. Die Pferde stiegen, sie wollten samt den Käfigen davon als die Luft zu vibrieren schien. Nur mit viel Aufwand schafften es die Soldaten die Pferde zu beruhigen. Auch die Wölfinnen schienen angespannt. Wie lange sie warteten konnte Aramis nicht sagen, doch schließlich kamen ein Paar zurück und halfen die Pferde vorwärts zu treiben. Der Anblick beim Eintreffen an der Kampfstelle ließ Aramis das Blut in den Adern gefrieren. Sie scheuchten die Pferde über zig Leichen, Soldaten sowie jede Menge Zauberer. Allesamt mit verbrannter, aufgeplatzter oder aufgequollener Haut. Etliche blau angelaufen und wieder andere mit merkwürdigen heraustretenden violetten Adern. Ihm war schlecht. Erst als sie sich weiter den Stimmen näherten waren andere Leichen dabei. Er rieb sich mehrfach die Augen, dennoch traute er ihnen nicht. Erst als eine der Wölfinnen „Dämonen“ flüsterte glaubte er dem Anblick. Dämonen waren locker ein bis zwei Köpfe größer als er, hatten entsprechend ihrer Fähigkeiten farbige Haut, Augen wie auch Haarfarbe. Vor allem waren diese körperlich immer überlegen, deshalb waren so viele von ihnen getötet worden. Sie hatten die Dämonen außerhalb der Siedlung zusammen getrieben. Doch ehe sie dort ankamen vernahm man Wilsons Stimme: „Es liegt ganz bei euch! Ihr könnt alle weiteren Clans schützen, zurück in euer Zuhause, eure Nachkommen bleiben am Leben – all das verspricht der König, wenn ihr ihm diesen Dienst erweist! Also was sagt ihr?“ Bei diesen letzten Worten kamen sie dort an. Alle waren angeschlagen, die Dämonen in der Mitte zusammen gepfercht. Männer und Frauen und auch Kinder. Die Dämonen sprachen miteinander in ihrer Sprache und Aramis fragte sich gerade, ob einer der Anderen sie verstand. Sören sprach jedoch ebenfalls dämonisch, aber es klang nicht freundlich. Stattdessen bewegte er die Finger, da sank eines der Dämonenkinder auf die Knie, schrie und kippte schließlich zur Seite. Die Dämonen funkelten ihn wütend an. Dem Aussehen nach waren, Luft-, Feuer-, Wasser- und Schlangendämonen unter ihnen. Die Situation war angespannt bis schließlich einer der Dämonen mit beinahe weißer Haut, grauen Haaren und leuchtend weißen Augen auf Sören zutrat. Er war gut einen Kopf größer als Sören, zwar schmal gebaut, aber sichtlich stark. „Ihr werdet uns begleiten und wir brechen sofort auf. Es bleibt keiner eurer Leute zurück, die übrigen Clans werden heraus gehalten und die Frauen und Kinder bleiben hier!“ „Einverstanden“, verkündete Wilson stolz. Er gab den Befehl zum Abrücken. Erneut marschierten sie los. Diesmal jedoch mit geschätzten vierzig männlichen Dämonen. In dieser Nacht bewegte sich jemand langsam auf seinen Käfig zu. Die Wachsoldaten schliefen. Er schob einen Wasserkrug sowie etwas Brot durch die Gitterstäbe. „Du Narr!“ Die Stimme erkannt er, Philipp. „Hast du denn keine Angst vorm Sterben? Erst die Sache durch den Korridor und jetzt das?“ Hastig trank Aramis aus dem Krug ehe er antwortete. „Nein!“ Irritiert sah Philipp ihn an. „Nein, ich habe keine Angst vorm Sterben, nur Angst davor wie ich sterbe!“ Aramis schluckte bei dem Gedanken an den König. „Das hast du dir selber eingebrockt, Junge, da kann dir nur noch ein Wunder helfen! Sieh zu, dass du zu Kräften kommst!“ Nach diesen Worten war er wieder davon gelaufen. Er aß das Brot leer und teilte sich den Krug mit Wasser in dieser Nacht gut ein. Am Morgen warf er ihn aus den Gitterstäben um nicht erwischt zu werden. Die Soldaten fanden jedoch, dass er wieder viel zu gut aussah. Somit wurde er aus dem Käfig befreit, dahinter angebunden und musste laufen. Es ging weiter. Ab der Hälfte wurde er nur noch hinterher geschleift, was die Soldaten amüsierte. Zur Rast in der Nacht hatte er beinahe das Bewusstsein verloren und wurde zurück in den Käfig geworfen. Hier verbrachte er auch den nächsten Tag, denn er konnte sich nicht bewegen. Er wünschte sich einfach nur zu sterben. Wie nah er an der Erfüllung dieses Wunsches jedoch war, erfuhr er erst bei Sonnenaufgang. Einer von Sörens Zauberern war an den Käfigen vorbei gekommen und hatte seinen miserablen Zustand gesehen. Einige Zeit später wäre er hoch geschreckt, doch kein Muskel wollte ihm gehorchen. Man hatte ihm mehrere Eimer Wasser übergeleert. „Verflucht!“, schrie Wilson, „was war an Sörens Anweisung missverständlich? Der König will ihn lebend!“ Dann hörte Aramis nur noch Bruchstücke eines Erklärungsversuches, bevor alles dunkel wurde. Das Flüstern seines Namens weckte ihn diesmal. Philipp brachte ihm erneut Wasser und Brot, aber er verschwand sofort wieder. Sie hatten Aramis Käfig von denen der Anderen getrennt. Er aß, trank und schlief erneut ein. Bei Sonnenaufgang bewegte sich der Wagen wieder. Er wachte auf. Niemand sprach mit ihm, aber er nahm Gespräche wahr, in denen es um den letzten Kampf ging. Gegen wen und warum sie vor diesem solche Angst zu haben schienen, erfuhr er jedoch nicht. Sie rasteten erstaunlich früh. Es waren mehr Wachen aufgestellt als sonst. Was viele wunderte. Doch kaum tauchten die ersten Sonnenstrahlen auf ging es los. Wilson befahl diesmal sofort die Käfige mitzunehmen, außer die, der Wölfinnen. Wieder wurden die Zauberer gemeinsam mit den Dämonen voraus geschickt, wohin auch immer. Trotz Sonnenaufgang war es in dem dichten Wald noch immer sehr dunkel. Rasch trieben sie dennoch die Pferde mit den Käfigen weiter. Beim ersten Zischen jedoch hielten sie die Pferde nur mühsam im Zaum. Kurz darauf waren Schreie zu hören gefolgt von weiterem Zischen. Aramis war kreidebleich geworden, dieses Zischen konnte nur eines bedeuten. Sie kämpften gegen Vampire. Je näher sie kamen umso lauter wurde alles. Schließlich banden sie die Pferde fest ehe sie sich mit in den Kampf stürzten. Aramis konnte alles genau beobachten. Ein riesiges Lagerfeuer in der Mitte des Platzes wurde von den Feuerdämonen genutzt um ihre Gegner in Schach zu halten. Erneut waren überall tote Zauberer, Soldaten sowie Dämonen zu sehen. Hier und da auch die ersten toten Vampire. Doch diese kämpften erbarmungslos. Die höheren Soldaten und Zauberer beobachteten das Geschehen aus sicherer Entfernung. Plötzlich begann eine Stimme mit zischendem Unterton: „Genug!“ Schlagartig erstarben die Kämpfe, alle hielten inne. „Was führt euch in mein Königreich? Wieso kämpft ihr gemeinsam gegen uns? Was veranlasst euch Dämonen zu diesem waghalsigen Schritt?“ Erst bei der letzten Frage war die Frau weiter nach vorne getreten, so dass Aramis sie sehen konnte. Sie war beinahe Elfengleich, zierlich, Porzellanhaut, schulterlange dunkelblonde Haare und funkelnde weinrote Augen. Alles an dieser Frau war atemberaubend, auch die Art und Weise wie sie sprach. Zuerst herrschte Schweigen, dann begann einer der Dämonen, doch Sören war schneller: „Es sind Ländereien unseres Königs was du da gerade als dein Königreich bezeichnest!“ Ihr Blick fiel auf Sören und Wilson, sie ließ ihren Blick jedoch zurück zu dem Dämon gleiten. Er trat einen Schritt auf die Frau zu. „Wir“, weiter kam er nicht, mit einer Handbewegung Sörens starb er. Sie zischte angriffslustig während die Dämonen wütend die Köpfe drehten. „Was wollt ihr?“, fragte die Vampirkönigin nun Sören. Er lehnte sich auf seinem Pferd etwas nach vorn, lächelte und antwortete: „Nichts, was wir uns nicht einfach nehmen könnten!“ Nach dieser Aussage wurde der Kampf fortgeführt. Ohne die Dämonen hätten sie keine Chance gehabt, dessen war sich Aramis sicher. Doch mit ihnen waren sie zahlenmäßig überlegen. Sie sperrten die Vampir Mädchen offenbar wahllos in die Käfige, während sie andere Mädchen einfach töteten. Obwohl die Königin eher zierlich aussah kämpfte sie fantastisch, jeder der sich ihr entgegenstellte starb. Die Vampire in den Käfigen kämpften, um aus diesen heraus zu kommen. Drei Zauberer, unter ihnen Philipp und fünf Dämonen kämpften schließlich gegen die Königin. Nun kam Sören zu diesem Kampf dazu. Er war ein unglaublicher Zauberer. Sie zwangen die Königin in die Knie. Sören baute sich vor ihr auf und sagte: „Los ruf!“ Es folgte Schweigen, dann ein Folterzauber und erneut die gleiche Aufforderung. „Wie du willst“, höhnte Sören. Er gab dem Feuerdämon den Befehl sie zu verbrennen. Doch ehe der Dämon dies umsetzten konnte, griff eine junge Frau mit vier Männern in das Geschehen ein. Die Kampfkünste dieser Vampire waren schlicht und einfach beeindruckend, doch den gemeinsamen Kräften der Zauberer sowie Dämonen waren sie nicht gewachsen. Die Ersten der Männer wurden gerade getötet, die Frau in Richtung Käfig gezerrt. Ein anderer Feuerdämon bewegte die Hand, da züngelten Flammen um die Königin. „Neeeeiiinnnnnn“, schrie eine weitere junge Frau. Sie bekam prompt Unterstützung von der, die eben beinahe im Käfig gelandet wäre. Sie hatten sie nicht mehr zu den vorhandenen Vampiren in den Käfig sperren können, ohne dass diese entwischten. „Ich will das Mädchen!“, fauchte Sören und deutete auf die Vampirin die „Nein“ geschrien hatte. Die Zweite griff nach ihrer Hand. Sie wollten davon rennen. Doch Sörens Zauberer vereitelten dies. Sie brachten die Beiden zu Sören, diese zischten und schlugen wild um sich. Auch die Königin, die mit verbrannter Haut auf den Knien gehalten wurde wehrte sich noch immer heftig. Doch dann trat Sören zu den beiden Mädchen, drehte den Kopf zur Königin und sagte bedrohlich: „Ruf oder sieh deiner Tochter beim Sterben zu!“ Die Augen der Königin weiteten sich, doch sie schwieg. „Ganz wie du willst!“ Ehe er jedoch die Finger bewegte, hatte Aramis das Gefühl der Boden hätte sanft vibriert. Ein Zischlaut schien alles zu erfüllen. Die Bäume knarrten und bogen sich, obwohl kein Wind ging. Zufrieden sah Sören nach oben. Er lächelte gehässig. Nochmal drehte er den Kopf zur Königin, zückte ein Messer, dann schnitt er mit breitem Lächeln der jungen Frau, die offensichtlich ihre Mutter hatte schützen wollte, die Kehle durch. Daraufhin mobilisierten die Königin sowie das zweite Mädchen alle Kräfte, ohne Erfolg. Der Feuerdämon verbrannte auf Sörens Anweisung die Königin während das Mädchen nach dem x-ten Folterzauber das Bewusstsein verlor. Wilson schrie nach Sören. Kurz darauf sprangen dutzende Vampire von den Baumkronen. Daraufhin lächelte Sören, gab die Anweisung das Mädchen zu Aramis in den Käfig zu sperren und alle Neuankömmlinge zu töten. Es war ein heilloses Durcheinander. Viele starben, auf jeder Seite. Bis schließlich kein Vampir mehr übrig war, außer denen in den Käfigen. Sie rückten ab. Außerhalb des dichten Waldes war es ein richtig sonniger schöner Tag. Die Käfige stellten sie alle weit voneinander entfernt auf. Sie rasteten diesmal länger, dennoch war die Stimmung irgendwie angespannt. Als die Dämonen sich erhoben und gehen wollten, stellten sich ihnen die Soldaten in den Weg. Sören fragte, ob sie schon gehen wollten. Sie gaben als Antwort, zurück zu ihren Familien gehen zu wollen. „Verständlich“, begann Wilson erstaunlich mitfühlend, „wer von euch ist denn noch eher Jugendlich? Ihr habt alle so erwachsen gekämpft!“ Das Alter der Dämonen zu schätzen war schwer, sie alterten nur bis sie zwanzig Jahre alt wurden und anschließend kaum mehr. So konnten sie locker hundert Jahre alt sein, aber aussehen wie Dreißig. Noch schwerer war es bei den Vampiren. Diese alterten nur bis sie den Höhepunkt ihrer Fähigkeiten erreichten, ab dann nicht mehr. Einer der Feuerdämonen erklärte, dass manche von ihnen die jüngere Generation war. Wilson lächelte und wollte sich bei jedem der tapferen jungen Dämonen mit Handschlag bedanken. Dies brachte er so enthusiastisch rüber, dass sich die Dämonen geschmeichelt fühlten, jeder sagte ihm sein Alter. Einen Moment brauchte Aramis noch um es zu verstehen, aber dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Bei den Vampiren war es unmöglich gewesen herauszufinden wie alt sie waren, deshalb wurden die Vampirinnen wahllos eingesperrt. Sie hätten es niemals gesagt, ebenso wie die Dämonen. Doch nun mithilfe dieses Tricks hatten sie die Dämonen sortiert wie zuvor die Wölfe. Dennoch verabschiedeten sich die Dämonen. Sie sahen ihnen nach. Sören trat zu Wilson und fragte, ob alles geklappt hätte. Dieser zog eine Art Handschuh mit einer weißen Flüssigkeit aus, er nickte zufrieden. „Macht euch bereit in einer halben Stunden folgen wir ihnen! Alle die noch auf den Füßen sind werden getötet!“ Genauso passierte es dann. In der Siedlung der Dämonen angekommen, versuchten diese gerade die Jüngeren auf die Füße zu bringen. Diese lagen auf dem Boden und krampften. Erst als sie die ersten Dämonen töteten, verstanden diese was gerade passierte. „Ihr habt uns euer Wort gegeben!“, knurrte einer der Dämonen. Dies wurde lediglich belächelt. Sie töteten alle, außer die auf dem Boden liegenden jungen Männern. Diese wurden in die übrigen Käfige gesperrt. Bei der nächsten Rast diskutierten sie darüber, ob sie genug hatten. Aramis bekam von den Soldaten an diesem Abend Wasser. Er sah, dass sie auch die übrigen Gefangenen versorgten. Nur die Vampirin bei ihm im Käfig rührte sich nicht. Bei Tagesanbruch nahmen sie sich die übrigen Dämonen Dörfer vor, jeder Bewohner wurde getötet. An diesem Nachmittag begannen sie zu feiern. Den überlebenden Zauberern wurde die Zugehörigkeit zu Sörens Einheit bestätigt. Somit waren sie direkt dem König unterstellt und frei. Philipp wurde besonders für seine herausragende Arbeit gelobt. Die Feier ging bis zum Morgengrauen. Erst am darauffolgenden Tag traten sie den Heimweg an.
Flucht
Die Vampirin regte sich an diesem Morgen und schaffte es mit Mühe sich aufzusetzen. Er wollte sie gerade vor dem Berühren des Käfigs warnen, da funkelte sie ihn wütend an. Also lernte sie es auf die harte Tour. Sie begann zu zischen, immer lauter bis sie eine Antwort erhielt. Dies wurde jedoch mithilfe von Folterzaubern unterbunden. Mit den Dämonen gab es ebenfalls Probleme, so dass sie den Luftdämon in einen separaten Käfig sperrten. „So Kleines, wenn du Hunger hast, da sitzt dein Essen!“, erklärten die Soldaten an diesem Abend der Vampirin. Die Käfige des Dämonenjungen wie auch der von den Wölfinnen standen diesmal näher bei Aramis. Er schluckte. „Nur zu, ist vermutlich der angenehmere Tod!“ Gerade in diesem Moment, als sie tatsächlich überlegte ihn zu fressen griff Sören ein. Er sorgte dafür, dass auch sie in einen separaten Käfig gesperrt wurde. „So leicht wird sterben sicherlich nicht für dich Verräter! Schließlich sind wir voraussichtlich übermorgen zurück!“, teilte Wilson süffisant mit. Aramis bekam mehrere Folterzauber ab, bis er erschöpft auf dem Boden liegen blieb. Der Dämon sah ihn zunächst immer wieder an, wandte sich dann jedoch ab. Mitten in der Nacht hörte er plötzlich das Schloss des Käfigs knacken. Er lief ganz vorsichtig hin und drückte dagegen. Es ließ sich öffnen. Irritiert sah er sich um, er entdeckte in einiger Entfernung Philipp, der ihm entschlossen zunickte ehe er davon schritt. Er sprang nach unten, prompt spürte er die Schmerzen in den Beinen. Dennoch lief er so schnell er konnte in Richtung Wald. Abrupt blieb er stehen um zurück zu sehen. Die Käfige des Luftdämons, der einzelnen Vampirin und der Wölfinnen war gar nicht weit weg. Zuerst humpelte er zu dem Dämon, schloss die Augen und versuchte sich zu konzentrieren. Er konnte diesen Zauber, er musste sich nur beruhigen. Vor lauter Aufregung gelang es ihm jedoch erst beim achten Versuch. Der Dämon sprang runter. Ohne Zögern rannte er los. „Zauberer, komm schon!“, knurrte er ihn an. Doch Aramis ging weiter zu den Wölfen und bat sie ruhig zu sein. Nachdem auch dieser Käfig geöffnet war flohen diese, aber Aramis hielt sie nochmals auf, sie flohen in die falsche Richtung. Doch die Wölfinnen trauten ihm nicht. Sie beschimpften und bedrohten ihn, statt dankbar für die Rettung zu sein. Lediglich eine, die Tochter des Mannes den Aramis versucht hatte zu retten, blieb. Da er nun zu der Vampirin trat, lief auch sie in Richtung Wald. Sie knurrte und fletschte die Zähne. „Keine Ahnung, ob du mich verstehst, aber ich will dir nur helfen!“ „Zauberer“, fauchte der Dämon, er deutete ins Lager. Die Soldaten wie auch Zauberer waren aufgestanden. Sie begannen sich umzusehen. Gleich würden sie feststellen, dass viele ihrer Gefangenen weg waren. In diesem Moment, in dem er den Käfig öffnete, wurden sie entdeckt. „Ausbruch“, schrie einer der Soldaten. Aramis warf ihnen Zauber entgegen, die Vampirin brach den beiden Soldaten die sie gerade erreichten das Genick, dann rannte auch sie in Richtung Wald. Aramis deutlich hinten dran. Er hatte bei jedem Schritt schmerzen. Es war wie eine Wand aus Luft, die an ihm vorbei auf seine Verfolger traf. Kurz darauf erblickt er den Luftdämon schnell näher kommend. „Du bist zu langsam“, fauchte er. Der Dämon trieb ihn an schneller zu laufen. In einiger Entfernung sah er die Wölfin stehen. Bei ihr ankommend blieben sie stehen. „Und was jetzt?“, fragte sie gereizt. Aramis sah sich um, deutete in die andere Richtung, die felsiger war und folgte den Beiden so schnell er konnte. Die Stimmen der Verfolger wurden lauter, sie mussten sich verstecken. Erneut fiel er weit zurück. Schließlich konnte er nicht mehr weiter, die Schmerzen waren zu groß. Dem Dämon der ihn aufforderte sich endlich zu beeilen rief er zu, dass sie ohne ihn weiter sollen, er würde ihnen etwas Zeit verschaffen. Es wirkte nach einem Zögern des Dämons sowie der Wölfin, doch dann rannten sie weiter. Aramis blieb wo er war, bereit zu kämpfen und hoffentlich zu sterben. Die Verfolger müssten längst hier sein. Er hatte sie deutlich hinter sich gehört. Gerade in dem Moment in dem er den anderen Beiden folgen wollte hörte er erneut die Soldaten, ebenso ein Zischen. Ruckartig und ohne zu überlegen lief er zielstrebig in die Richtung, aus der das Zischen zu hören war. Wie angewurzelt blieb er stehen. Sie hatten die Vampirin zu Boden gebracht, ihr die Kleidung herunter gerissen und schlugen mit Peitschen auf sie ein. Abwechselnd mit Folterzaubern. Was sie sagten nahm Aramis nur in Bruchstücken wahr, etwas wie Lektion erteilen, Benehmen beibringen sowie Beschimpfungen. Trotz der Schmerzen die er hatte traf er eine Entscheidung. Für einen Moment schloss er die Augen, um sich zu konzentrieren, dann griff er die Peiniger an. Diese wehrten sich. Doch die Vampirin konnte sich befreien. Mehr hatte er gar nicht erreichen wollen, doch da war erneut ein Luftzug, der die Zauberer nach hinten warf. „Lauft!“, schrie der Dämon. Die Vampirin kam lediglich ein paar Meter, dann blieb sie regungslos auf dem Boden liegen. Aramis hielt an. „Was tust du denn da? Los komm endlich!“, fauchte der Dämon und packte ihn am Arm. Doch entschlossen löste sich Aramis aus dem Griff. Der Dämon fluchte vor sich hin. Neben der Vampirin sank er in die Knie, zog sein Shirt aus, wickelte es um sie und hob sie hoch. Seine Beine wollten vor Schmerz nachgeben, doch er würde sie nicht hier zurück lassen. Zielstrebig marschierte er weiter. Die Stimmen hinter ihnen wurden lauter. Mit einem weiteren wütenden Stöhnen nahm der Dämon ihm die Vampirin ab während er Aramis zur Eile drängte. In der Entfernung trat die Wölfin hinter einem Baum hervor, sichtlich nervös. Sie erreichten sie wenige Augenblicke später, doch sie hielt sie davon ab weiter zu gehen. Der Dämon knurrte und drängte sie zurück. Aramis stellte sich dazwischen, was ihn abermals zu irritieren schien. „Die sind überall um uns herum! Wir können nirgends hin!“, erklärte die Wölfin ihr Verhalten. Sie schwiegen. Tatsächlich schienen aus allen Richtungen Stimmen zu kommen. Aramis hob erneut die Vampirin vom Boden auf, dann ging er langsam weiter. Die Frage der anderen Beiden, wohin er wollte, beantwortete er nicht. Er folgte dem kleinen Bach einige hundert Meter. Man sah ihm die Schmerzen an, was den Rest beunruhigte. Irgendwo mussten sie hin. Da sah er sie, eine Höhle. Bis zum Ende traten sie hinein. Sie war etwas verwinkelt, somit nicht von außen einsehbar ebenfalls wirkte sie von außen viel kleiner. Er legte die Vampirin sanft auf dem Boden ab. Alle waren angespannt, erst recht, als die Stimmen näher kamen. Eine Gewisse Erleichterung machte sich breit, nachdem die Stimmen wieder leiser wurden und schließlich verschwanden. In dieser Nacht konnte Aramis nicht schlafen, er war noch immer viel zu angespannt. Jeder seiner Muskeln schien zu pochen. Seinen Begleitern schien es nicht anders zu gehen. Die Nacht schien ewig zu dauern, vielleicht auch weil hier drin keinerlei Sonnenlicht ankam. Dementsprechend war es sehr kalt. Auch hatte keiner etwas bei sich, außer der Kleidung die sie trugen. Langsam wie auch vorsichtig stand Aramis schließlich auf und näherte sich dem Höhleneingang. Die Sonne stand bereits weiter oben, als er angenommen hatte. Man hörte den Bachlauf. Allerdings auch Hufgetrampel sowie Stimmen. Er drehte den Kopf, der Dämon war direkt hinter ihm, auch die Wölfin war ihnen gefolgt. Aramis kehrte in die Höhle zurück. „Wie geht es jetzt weiter Zauberer?“, begann der Dämon. Die Wölfin fragte ihn daraufhin gereizt, warum er einen wie ihn fragen würde. Dies ignorierte der Dämon jedoch entschieden. Da Aramis nicht antwortete, begann die Wölfin, dass sie in die falsche Richtung gelaufen wären, wie töricht es war, die Vampirin hier zu haben und wie dumm es war dem Zauberer zu folgen, da dieser offensichtlich verrückt war. „Dann geh!“, grollte der Dämon. Sie wurde schneeweiß. „Ich hab keinen Plan“, begann Aramis, „ich wollte euch nur nicht zurück lassen. Keine Ahnung was die mit euch vorhatten.“ Daraufhin herrschte eine Weile schweigen. „Sie werden ihre Suche in den anderen Richtungen intensivieren. Wer würde schon annehmen, es würde jemand in Richtung des Königs laufen, um vor dem König zu fliehen?!“ Erneut schwiegen sie. Ruhig begann die Wölfin sie würden hier drin erfrieren. Ebenso verdursten, wenn sie nichts täten. Dem konnten die beiden Jungs nur zustimmen. Aramis schlug vor zu warten bis es tiefe Nacht war und nur kurz außerhalb der Höhle das nötigste zusammen zu suchen. Gesagt getan. Sie schlichen in der Dunkelheit zum Bach tranken alle einige Schlucke, sammelten etwas Holz und Aramis griff nach einer Baumrinde, in der er etwas Wasser transportieren konnte. Alles war unglaublich schnell gegangen. Zurück in der Höhle flößte Aramis der jungen Vampirin das mitgebrachte Wasser ein. Was ihm abschätzende Blicke der Anderen einbrachte. Vergeblich versuchte der Dämon Feuer zu machen. Die Wölfin besaß hier mehr Geduld und Geschick. Es dauerte zwar eine gefühlte Ewigkeit, doch dann brannte eine kleine Flamme. Augenblicklich wurde es wärmer. Sie waren alle völlig erschöpft. Die Wölfin schlief zuerst ein. Vorsichtig hob Aramis die Vampirin auf, dann legte er sie ebenfalls nahe ans Feuer. Der Dämon musterte ihn aufmerksam. „Ihr seid beide schwer verletzt!“, schlussfolgerte er wohl richtig. Dennoch stritt Aramis seine Verletzungen ab. „Versuch etwas zu schlafen, ich übernehme die erste Wache“, entschied der Dämon. Er versprach ihn zu wecken. Als er dies tat, fühlte sich Aramis als hätte er gar nicht geschlafen. Nachdem nun der Dämon eingeschlafen war schlich er zum Eingang. Die Sonne ging gerade auf. Es war vollkommen still. So riskierte er erneut die Höhle zu verlassen. Sammelte noch etwas Holz, Löwenzahn und einige Beeren. Dann musste er zurück, ihm war schwindlig. Taumelnd betrat er die Höhle, wo er bereits erwartet wurde. Sie nahmen ihm die Sachen ab. Er versicherte er fühle sich gut. Sie aßen die Beeren sowie den Löwenzahn. „Wir brauchen Wasser!“ Sie hatten recht, dass wussten alle. Somit verließen sie abwechselnd die Höhle, um zum Bach zu gelangen, doch nicht oft, damit sie nicht entdeckt würden. Aramis brachte für die Vampirin immer etwas Wasser in der Baumrinde mit, bis kurz nach Sonnenuntergang. Beim Betreten der Höhle hatte sich diese erholt. Sie stand vor dem Dämon, knurrte, fletschte die Zähne und die Wölfin lag bereits an einer der Höhlenwände. „Bist du verletzt?“, fragte Aramis bei ihr kniend angekommen. Die Vampirin wirbelte herum. Nachdem die Wölfin den Kopf geschüttelt hatte, erhob er sich langsam. Er sah die Vampirin an. Diese knurrte. Schließlich wich sie langsam zurück, in Richtung des Höhlenausgangs. „Das ist keine gute Idee!“, teilte Aramis mit. „Du bist verletzt. Außerdem suchen die nach uns! Bleib hier!“, legte er sanft nach, ehe er sich an das Feuer setzte. Nach kurzem Zögern und mit herunter geklappten Kinnladen setzten sich schließlich die Beiden anderen dazu. Die Vampirin verschwand aus seinem Blickfeld. Nach einer Weile sagte die Wölfin: „Sie ist noch da, man riecht es!“ Sie schien nervös. Es beruhigte Aramis, dass sie nicht sofort verschwunden war. Wie groß wären ihre Chancen gewesen zu entkommen. Er bot an wach zu bleiben, damit sie sich ausruhen konnten. Dies missfiel der Wölfin. Die Vampirin hätte Hunger, wenn sie schliefen waren sie ein noch viel leichteres Ziel. Aramis erklärte ruhig, dass sie sich dann eher an ihm satt essen würde um dann zu verschwinden. Der Dämon legte sich daraufhin zum Schlafen. Er bat darum ihn zu wecken, sollte es Probleme geben. Äußerst wiederwillig tat dies auch die Wölfin, sie schreckte zunächst bei jedem Geräusch hoch. Erst nach einer Weile schien sie tief zu schlafen. Aramis kämpfte sich auf die Füße. Er trat zum Ende der Höhle. Die Vampirin saß hier mit angezogenen Beinen und Aramis Shirt darüber gezogen. Sie sah nicht auf als er sich neben sie setzte. Auf seine Frage wie es ihr ginge oder ob ihr kalt wäre antwortete sie nicht. Sie knurrte nur immer wieder. Er zögerte noch kurz, dann erklärte er ihr, dass er zum Bach gehen und etwas trinken würde. Vorsichtig trat er an ihr vorbei. Kurz wartete er, ob sie ihm folgte. Es fiel ihr schwer sich auf den Beinen zu halten. Sie bewegte sich, wie er selbst, langsam vorwärts. Er sah zufrieden, dass auch sie einige Schlucke Wasser trank. Während sie sich jedoch umwandte sammelte er noch ein paar Gräser und Beeren in der Nähe ein. Erst dann kehrte er zur Höhle zurück. Sie war ihm langsam gefolgt verharrte jedoch in einiger Entfernung. „Es ist schön warm hier am Feuer“, sagte er ruhig zu ihr, bevor er sich setzte. Sie kam langsam näher hielt jedoch einen gewissen Abstand, dann schloss sie die Augen. Ob sie wirklich geschlafen hatte wusste er nicht, denn bei der kleinsten Reaktion der Wölfin und des Dämons war sie bis zur Wand zurück gewichen. Er hatte sich zum Schlafen gelegt, nachdem die anderen Beiden aufgewacht waren. Der Tag verging wie der vorherige, mit dem Unterschied, dass Aramis viel schlief und die Höhle ohne die Vampirin verlies um zu trinken. „Wir können uns nicht nur von Beeren und Gräsern ernähren. Geschweige denn von dem wenigen Wasser!“, begann die Wölfin schließlich. „Hast du eine bessere Idee?“, erwiderte der Dämon schroff. „Was, willst du mir sagen dir reicht das?“ Sie schien irritiert. Der Dämon sagte etwas, jedoch auf dämonisch. Aramis sah ihn fragend an, erhielt allerdings keine Antwort. Auch die Wölfin schien ihn nicht verstanden zu haben also schwiegen sie eine Weile. Die Nacht brach an. Aramis übernahm die Wache. Der Versuch mit der Vampirin zu sprechen scheiterte. Sie schwieg. Sie öffnete immer wieder mal die Augen, bewegte sich ansonsten jedoch nicht. Er hatte ihr Wasser mitgebracht, doch sie hatte es nicht angerührt. Als der Dämon ihn am Morgen aufforderte auch endlich etwas zu schlafen schüttelte er nur den Kopf. Er sah auf die Vampirin. „Hast du jetzt auf einmal Angst sie frisst dich während du schläfst?“, erkundigte sich die Wölfin. „Nein!“, Aramis schwieg einen Moment, „sie hat sich nicht bewegt, weder was getrunken noch sonst irgendwas. Ihr muss doch auch kalt sein!“ Eine Weile herrschte Schweigen welches von dem Dämon gebrochen wurde. Er seufzte schwer ehe er begann: „Sie stirbt, Zauberer!“ Aramis sah ihn erschrocken an. Er fragte wie der Dämon das meine. Die Wölfin gab zu bedenken, dass sie immer wieder die Augen öffnete und nicht nach sterben aussah. Daraufhin erklärte der Dämon sehr ruhig an Aramis gewandt: „Wasser ist gut und recht, aber das braucht sie nicht wirklich um zu überleben. Sie braucht Blut. Vampire verfallen in eine Art Ruhezustand bevor sie verhungern. Ihr komplettes System verfällt wie in einen Schlafmodus. Nur die wichtigsten Reaktionen bleiben erhalten, für den Fall, dass sich eventuell etwas Essbares nähert. In diesem Fall wäre sie durch den bisherigen Ruhemodus noch stark genug um es anzugreifen.“ Sie verließen wieder abwechselnd die Höhle um zu trinken, doch hatten sie vermehrte Aktivitäten festgestellt. Der Dämon gab zu bedenken, dass sie zu viele Spuren am Bachlauf hinterließen. Vor allem auch durch das Sammeln der Beeren, Gräser und Holz auf direktem Weg. So vereinbarten sie sich weiter von der Höhle zu entfernen. Zum Einbruch der Nacht legte sich zuerst die Wölfin schlafen. Sie sprachen alle nicht viel miteinander sondern schwiegen hauptsächlich. Der Dämon musterte Aramis entschieden. „Du bist in keiner guten körperlichen Verfassung Zauberer.“ Nachdem Aramis nichts erwiderte legte sich der Dämon zum Schlafen. Aramis wartete eine Weile bis er aufstand und sich dicht neben die Vampirin setzte. Sie zeigte keinerlei Reaktion. Er zögerte noch kurz, doch seine Entscheidung stand fest. Sie sterben zu lassen stand nicht zur Diskussion. Bei seinem Verlassen der Höhle hatte er sich einen sehr spitzen Stock besorgt. Nochmal sah er auf die beiden Schlafenden, dann stach er sich mit dem Stock in den Unterarm. Die Zähne fest aufeinander gebissen. Das Blut lief sofort. Er hielt ihr den Arm unter die Nase. Zuerst befürchtete er, es hätte keinen Sinn, doch plötzlich drehte sie den Kopf, sah ihn an und öffnete den Mund. Es waren nicht mehr als ein paar Sekunden die vergingen dennoch kam es Aramis wie eine Ewigkeit vor. Sie legte die Lippen an seinen blutenden Unterarm und begann daran zu saugen. Er spürte keinen Biss, jedoch irgendwann ein starkes Schwindelgefühl bis hin zur Bewusstlosigkeit. Alles wurde dunkel. Er fühlte sich unglaublich erschöpft, doch es war eigenartig warm. Als er seine Augen langsam öffnete lag er dicht beim Feuer. Die Vampirin war in seiner Nähe. Sie ließ ihn nicht aus den Augen. Doch während er noch versuchte zu sortieren was passiert war stieß die Wölfin einen spitzen Schrei aus. Der Dämon war auf den Füßen und kampfbereit. Aramis hatte Mühe sich aufzusetzen. „Was ist los?“, fragte der Dämon. Die Wölfin war ebenfalls auf die Füße gesprungen. Abwechselnd sah diese von der Vampirin zu Aramis und wieder zurück. „Sie war noch nie so nah und sieh dir ihre Augen an!“, erklärte sie dem Dämon. Die Vampirin blieb ruhig ins Feuer starrend sitzen. „Zauberer, was hast du getan?“, schlussfolgerte der Dämon richtigerweise. Die Wölfin brauchte einen Moment um diese Aussage zu begreifen. Aramis erklärte ruhig, keinen von ihnen gerettet zu haben um ihm nun beim Sterben zuzusehen. Er erhielt hierfür überraschte Blicke, gefolgt von langem Schweigen. Der Dämon stand auf, zog ihn auf die Füße und mit sich. Die Wölfin war wiederwillig zurück geblieben. Beim Wasser angekommen erklärte der Dämon wie wichtig es für ihn war ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dennoch beeilten sie sich. Zurück in der Höhle verließ sie nach einiger Zeit die Wölfin. „Ist dir klar wie einfach sie dich hätte töten können?“ Aramis antwortete nicht. Erst bei der Rückkehr der Wölfin begann diese eine Diskussion wie leichtsinnig Aramis war. „Hast du dir mal überlegt, dass sie durch dich wieder so fit wird, um auch den Dämon und mich im Schlaf zu töten?“ Sie war aufgebracht. Diese Frage verneinte er. Weiterhin gab er zu bedenken, sie würde eher schnellstens verschwinden sobald sie hierfür fit genug war. „Vielleicht für jeden von uns die Beste Idee“, gab die Wölfin zurück. Wieder herrschte Schweigen. Der Dämon lief los um ihre Vorräte an Beeren, Gräsern und Holz etwas aufzufüllen. Die Wölfin entschied ihn zu begleiten. Die Vampirin saß erneut mit dem Rücken an der Wand angelehnt. Sie sah den Beiden nach. „Du hast bestimmt Hunger“, sagte Aramis ehe er sich erneut den Arm aufschlitzte. Diesmal verlief es sehr schnell. Sie war gleich bei ihm, legte die Lippen an um zu trinken. Diesmal blieb er jedoch wach. Sie hörte auf und presste ein paar auf dem Boden liegende Blätter auf die Wunde. Bei der Rückkehr der anderen Beiden wich sie von ihm zurück. Der Dämon musterte beide, schüttelte den Kopf, aber setzte sich ohne etwas zu sagen. „Sie wird dich noch umbringen!“, keifte die Wölfin und setzte sich so weit weg wie möglich. Der Dämon reichte Aramis einige Gräser sowie Beeren. Dankbar nahm er sie entgegen. Prompt schlief Aramis ein. Er fühlt sich immer schlechter. Dies entging dem Dämon nicht, als Aramis aufwachte. „Zauberer“, begann er, doch Aramis stand langsam auf, er torkelte zum Höhlenausgang. Draußen angekommen stellt er fest, dass es Nacht war. Zunächst lief er langsam, doch dann stürzte er. An Aufstehen war nicht zu denken. Er bewegte sich auf allen vieren zum Bach um hinein zu gleiten. Er trank, anschließend rieb er sich über all die Verletzungen. Diese brannten doch die Kühle des Wassers tat gut. Immer wieder trank er alle Geräusche um sich herum ignorierend. So nahm er die Vampirin erst war, als sie direkt neben ihm aus dem Bach trank. Ihre Augen hatten ein schwaches weinrot angenommen. Sie sah schließlich an ihm vorbei und bedeutete ihm dann, ihr zu folgen. Er brauchte einen Moment länger, schaffte es dann ihr zurück zur Höhle zu folgen. Drinnen angekommen legte er sich neben das Feuer, erneut schlief er ein. Laute Geräusche weckten ihn. Die Wölfin stritt mit dem Dämon. „Worüber streitet ihr?“, fragte Aramis ruhig. Der Dämon grollte lediglich kurz, auch die Wölfin schwieg. Die Vampirin saß wie üblich mit geschlossenen Augen an der Wand. „Wart ihr beide schon draußen?“ Erneut erhielt Aramis keine Antwort. Also stand er auf, griff nach seinem Stock, bevor er sich neben die Vampirin setzte. „Was tust du?“ Die Frage der Wölfin ignorierte er und bot, nachdem er sich eine blutende Wunde am anderen Arm zugefügt hatte, diesen der Vampirin an. Diese zögerte nicht das Angebot anzunehmen. Nun sah Aramis etwas wie Angst in den Augen der Wölfin ehe sie die Höhle verließ. Auch dem Dämon schien es aufgefallen zu sein, denn er folgte ihr. Aramis schloss die Augen, dann verlor er erneut das Bewusstsein.
Aufbruch
Wie viel Zeit vergangen war wusste er nicht, aber er lag wieder nah am Feuer während die Vampirin ihn ansah. Doch als er sich aufsetzte stellte er fest, dass die Wölfin sowie der Dämon fehlten. Er wartete noch eine Weile, weil er keinerlei Zeitgefühl mehr hatte. Doch sie kamen nicht wieder. Er kämpfte sich auf die Füße. Draußen angekommen erleuchtete der Mond die Nacht. Vorsichtig begab er sich zum Bach, trank und wusch die neue Wunde aus. Er sah sich um, konnte die Beiden jedoch nirgends entdecken. Auch als er weiter den Bach entlanglief fand er die Beiden nicht. Er drehte sich ruckartig um, als er die Präsenz einer weiteren Person spürte. Die Vampirin war ihm lautlos gefolgt und stand hinter ihm. Sie sah zu Boden. Ihrem Blick folgend waren dort Hufspuren wie auch die von Rädern. Noch einen kurzen Moment zögerte er, dann folgte er den Spuren. In einiger Entfernung waren Kampfspuren, überall war Blut. Entschlossen lief er weiter. Sie mussten die Wölfin und den Dämon erwischt haben. Die Vampirin griff nach seinem Arm. Sie wollte ihn aufhalten, doch er schüttelte sie ab. „Du musst mich nicht begleiten!“, meinte er entschieden. Sie funkelte ihn wütend an während sie knurrte. Dies ignorierte er. Es fiel ihm immer schwerer den Spuren zu folgen, er war zu langsam. Er hielt sich gerade an einem Baum fest, da übernahm die Vampirin die Führung. Sie trieb ihn zum Rennen, wartete ab und an auf ihn, bis die Geräusche lauter wurden. Pferde, Wagen die gezogen wurden, sowie Stimmen. Da sahen sie das Ende des Zuges. Die Vampirin beschleunigte ihre Schritte wodurch Aramis etwas weiter zurück blieb. Sie begann mit dem letzten Soldaten. Sie packte diesen, tötete ihn lautlos und lies ihn liegen. Während sie sich den nächsten holte zog Aramis die Leiche beiseite, nahm ihm seine Sachen ab, packte alles in dessen Rucksack und hing diesen an einen Ast. So ging er auch mit den nächsten drei Leichen vor. Die Vampirin war um einiges Schneller, also musste er sich beeilen. Ab dem vierten Soldaten räumte er die Leichen nur aus dem Weg, immer noch weit hinter ihr zurück geblieben. Er fragte sich gerade wie viele sie noch ungesehen beseitigen konnten, da hatte er sie aus den Augen verloren. Im nächsten Moment wurde er hinter einen Baum gezogen. Sie hatten das Lager erreicht. Tatsächlich saßen in einem der Wagen die Wölfin und der Dämon. Einer der Soldaten verkündete gerade seinen Fang. Der Kommandant wäre hierüber sicherlich sehr erfreut. Ein Grund zum Feiern. Die Vampirin wollte los, doch er hielt sie auf. „Warte! Lass sie ihren Triumph feiern, dann trinken sie und wir haben vielleicht bessere Chancen!“ Für diese Pause war Aramis dankbar. Also warteten sie eine Weile, bis die Ersten zu lallen begannen. „Jetzt oder nie!“, entschied Aramis. Die Vampirin tötete die Wachen genauso lautlos wie die Soldaten auf dem Weg. Ihm hingegen fiel es unglaublich schwer den Käfig zu öffnen, seine Zauberkräfte wollten ihm nicht richtig gehorchen. Sie hatte ihn schon angezischt während die Wölfin und der Dämon ihn verzweifelt ansahen. Daraufhin schloss er die Augen um sich besser zu konzentrieren. Endlich klappte es. Sie verloren keine Sekunde, die Beiden hatten einiges einstecken müssen, dennoch liefen sie so schnell sie konnten davon. Die Vampirin deutlich voraus, gefolgt von dem Dämon und der Wölfin. Aramis blieb am weitesten zurück. Er musterte die Bäume auf der Suche nach den dort positionierten Rucksäcken. Die Wölfin sagte immer wieder er solle sich beeilen. Doch er hielt weiterhin Ausschau. Schließlich tauchte der erste Rucksack am Baum auf. Er holte ihn herunter und nahm ihn mit sich. In einiger Entfernung hing eine Tasche an einem weiteren Baum, auch diese nahm er mit sich. Ebenso bei der nächsten Tasche. Inzwischen war er weit hinter den Anderen zurück geblieben. Man hörte ihre Verfolger näher kommen. „Verdammt Zauberer was tust du? Warum beeilst du dich nicht?“, fauchte der Dämon, der zu ihm zurück gekommen war. Vollkommen überrascht musterte er den schwer beladenen Aramis. Nun kam die Vampirin zurück gerannt. Sie zischte, offenbar stink sauer. Doch auch ihre Augen weiteten sich. Sofort nahmen sie ihm etwas ab, so dass er noch den letzten Rucksack einsammeln konnte. Die Wölfin wartete auf sie. Auch sie wirkte überrascht, doch die Verfolger wurden noch lauter also rannten sie so gut und so schnell sie konnten. Eine Pause gönnten sie sich erst wieder als sie in der Höhle angekommen waren. Das Feuer war aus. Sie lauschten den Geräuschen außerhalb. Eine Weile gab keiner einen Mucks von sich. Wie lange sie so hier saßen wussten sie nicht. Es war die Vampirin, die langsam zum Höhlenausgang schlich. Etwas später kam sie wieder. Sie warf Holzstücke auf das alte Lagerfeuer. Die Wölfin begann erneut Feuer zu machen. Aramis fragte wo man sie gefangen hatte. Die Beiden waren zum Glück ein gutes Stück von der Höhle entfernt entdeckt worden, auch hatten sie versucht in die entgegengesetzte Richtung zu fliehen. Die Soldaten hatten hier die Umgebung durchsucht, aber schließlich die Suche abgebrochen. Aramis lobte diese Taktik. Doch die Beiden schwiegen. Kaum brannte das Feuer entleerten sie die Taschen sowie die Rucksäcke. Vorräte, Wasserflaschen, Seile, Messer, Decken, Kleidung. Alle musterten Aramis. „Ich dachte wir könnten das alles gut gebrauchen und riskant war es ja so oder so!“, erklärte er ruhig. Dem wurde zugestimmt. Alle außer der Vampirin aßen von den Vorräten. Doch sie alle zogen sich andere Kleidung an. „Wir sollten die Wasserflaschen auffüllen“, entschied Aramis, doch als er aufstand wurde ihm schwindlig. Er musste sich wieder setzen. Der Dämon entschied die Flaschen aufzufüllen. Bereits kurze Zeit später war er wieder bei ihnen. Daraufhin verließ jedoch die Vampirin die Höhle ohne wiederzukehren. Die Wölfin war merkwürdig still, doch Aramis sah, dass sie, wie auch der Dämon, starke Verletzungen hatte. Der Dämon widersprach jedoch: „Zauberer, deine Wunden haben sich entzündet! Dir geht es schlecht!“ Er blieb liegen und schlief ein. Zu seiner Überraschung war die Vampirin zurück als er aufwachte. „Danke!“, begann die Wölfin, „Danke, dass ihr mich gerettet habt!“ Es war ihr schwer gefallen. Erst recht gegenüber der Vampirin. Diese beäugte Aramis skeptisch. „Hast du Hunger?“, fragte er vorsichtig. Der Dämon wies ihn auf ihre satte Augenfarbe hin. „Sie hat bereits gegessen. Dank dir wohl wieder fit genug zum Jagen!“, erklärte er. Ein Schauer lief der Wölfin über den Rücken. Sie fühlte sich unwohl. Sie wirkte außerdem ängstlicher als zuvor. Erneut war es der Dämon der die Wölfin ruhig ansprach: „Ich weiß du hast Schmerzen ebenso Angst, aber wenn sie uns essen wollte, hätte sie das längst getan.“ Die darauf folgende Stille wurde von Aramis Husten durchbrochen. Bei jedem Husten krümmte er sich vor Schmerzen. Dies entging den Anderen nicht. Der Dämon war besorgt. Er wich nur widerwillig mit tiefem grollen von ihm weg, um die Vampirin an ihn heran zu lassen. Diese musterte ihn und tastete nach den Wunden. Die ganze Zeit knirschte sie mit den Zähnen während sie bei ihm war. Die Wölfin war beunruhigt, der Dämon hingegen schien kampfbereit. Doch die Vampirin wich zunächst von ihm weg, dann verließ sie die Höhle. Wenig später trat sie erneut an ihn heran, zog ihn auf die Füße und mit sich. Die beiden Anderen folgten ihnen. Unsanft warf sie ihn in den Bach. Nach kurzem Zögern beförderte sie auch die Wölfin in das Wasser, was zum Knurren des Dämons führte. Doch sie ließ sich davon nicht beirren. Entschlossen trat sie auf Aramis zu und zog ihn bis auf die Short aus. Eigentlich hatte sich dieser dagegen wehren wollen, aber er war zu schwach. Der Wölfin warf sie lediglich einen kurzen Blick zu. „Was zum Geier soll das?“, fauchte der Dämon. Vollkommen fassungslos starrten alle ihr nach, denn sie war einfach im Wald verschwunden. Der Dämon trat näher. Er wollte ihnen gerade aus dem Wasser helfen, da zischte es. Sie hielt einige Wurzeln und Blätter in den Händen. Erneut trat sie zu Aramis. Sie glitt zu ihm ins Wasser. Ein paar der Wurzeln wie auch Blätter reichte sie der Wölfin, doch diese nahm sie nicht. Also legte sie diese an den Rand. Anschließend rieb sie mit den Blättern über Aramis Wunden. Der biss die Zähne aufeinander. Die Schmerzen waren ihm anzusehen, was zu weiterem Grollen des Dämons führte, doch die Vampirin machte einfach weiter, bis sie jede Wunde so versorgt hatte. Anschließend zog sie ihn mit sich aus dem Wasser. Er war nicht mehr in der Lage sich zu bewegen. In die breiten Wurzeln biss sie, da trat eine Flüssigkeit heraus. Diese zerrieb sie zwischen den Fingern. Hiermit strich sie über die Wunden. Nachdem sie dies erledigt hatte lief sie ruhig in Richtung Höhle zurück. Aramis sah, wie auch die Wölfin und der Dämon ihre Wunden so behandelten. Er half Aramis in die Kleider zurück. Anschließend trug er ihn zur Höhle. „Wie geht’s dir Zauberer?“, war die erste Frage des Dämons, als Aramis wach wurde. „Gut“, erwiderte er. Die Wölfin fragte, wie es weitergehen würde. Sie waren sich jedoch einig noch eine Weile hier zu bleiben, bis sie alle sich etwas erholt hatten. „Verstehst du uns eigentlich?“, wollte die Wölfin von der Vampirin erfahren, erhielt jedoch keine Antwort. Die Vampirin verschwand in den nächsten paar Tagen immer mal wieder und kam daraufhin immer mit weinroten Augen zurück. Die anderen Drei hielten sich an die Vorräte. Sie sprachen nur das Nötigste miteinander. Bis Aramis an diesem Abend anfing aus einem Holzstück etwas zu schnitzen. „Was wird das?“, fragte der Dämon. Aramis erwiderte es selbst noch nicht genau zu wissen. Daraufhin sahen sie ihm alle dabei zu. Schließlich wurde eine Eule daraus. Er half magisch noch etwas bei den Feinheiten nach. „Sehr schön“, begann die Wölfin ruhig, „woher kannst du das?“ „Hat meine Mutter mir gezeigt!“ Sie schwiegen wieder eine Weile. „Vielleicht sollten wir es der Vampirin gleich tun und uns mal was richtiges zu Essen besorgen?“, schlug der Dämon vor. Dem konnten alle nur zustimmen also gingen sie im Schutz der Nacht los. Die Vampirin lief voraus. Es war weit genug von der Höhle entfernt, da war ein Reh auf einer Lichtung. Doch gerade als sie entschieden dies zu ihrem Essen zu machen wurde es von zwei Wölfen gejagt. Die Vampirin war zurück in Deckung gewichen. Doch die Wölfin rannte ihnen nach. Auf der Lichtung war sie stehen geblieben, da hatten Aramis und der Dämon sie eingeholt. „Das waren Werwölfe! Es gibt noch welche die nicht gefangen wurden.“ Eine Weile blieben sie dort stehen, bis die Wölfin den Rückweg antrat. Von der Vampirin fehlte jedoch jede Spur. Zurück in der Höhle lief die Wölfin auf und ab. Aramis überlegte gerade was er sagen sollte, da trat die Vampirin näher und warf ihnen zwei tote Kaninchen hin. Dies lenkte auch die Wölfin ab. Jedoch nur bis sie sich satt gegessen hatten. Sie hatte jetzt schon dreimal angesetzt, dann doch geschwiegen. „Du willst ihnen folgen?“, schlussfolgerte Aramis. „Es sind meinesgleichen. Ich gehöre zu ihnen“, begann sie überzeugt, doch dann sprach sie unsicher weiter, „Wölfe sind schnell. Ich hab also keine Ahnung wie schnell ich sie erreichen kann. Bisher kann ich mich noch nicht verwandeln, ich bin zu jung.“ Daraufhin erkundigte sich der Dämon nach ihrem Alter. Nach kurzem Zögern gab sie an, am Tag des Angriffes 13 Jahre alt geworden zu sein. „Es war dein Geburtstag?“, fragte Aramis fassungslos. Dem stimmte sie zu während ihr Tränen über die Wangen liefen. Nachdem sie sich wieder etwas beruhigt hatte begann sie erneut: „Ich habe an einem Tag meine ganze Familie verloren und ihnen beim Sterben zusehen müssen. Ich möchte wenigstens wieder Teil eines Rudels sein, dass hätte mein Vater sicher so gewollt!“ „Das ist verständlich. Was du erleben musstest war sehr hart, junge Wölfin“, erwiderte der Dämon. „Wie ist das bei dir? Würdest du nicht gerne deinesgleichen finden?“, erwiderte sie an den Dämon. Die Antwort war kühl, er glaubte nicht daran seinesgleichen zu finden. Die Dämonen lebten in Clans nah beieinander. Diese waren alle angegriffen worden. Die Wölfin gab an, dass es bei ihnen auch so gewesen wäre. Dennoch hätten sie vorher die zwei Werwölfe gesehen. „Bei mir ist das etwas anderes!“ „Warum?“, fragte sie weiter. „Weil ich und meinesgleichen es nicht verdient haben am Leben zu bleiben!“ Diese Antwort schockte sie. Doch die Vampirin hob den Blick. Auf die weitere Rückfrage wie er zu dieser Aussage kam, erklärte er schreckliches getan zu haben. „Ach komm, wie alt bist du, dass du schon so schreckliche Dinge getan hast?“, meinte sie. „Ich bin 16 Jahre alt und wenn du wissen willst was ich getan habe“, nun legte er eine Pause ein, ehe er fortfuhr, „frag sie!“ Bei dieser Ausführung war die Vampirin aufgesprungen. Sie stürzte auf ihn zu. Doch Aramis hatte sich dazwischen gestellt. Er fauchte: „Genug!“ Äußerst widerwillig wich die Vampirin zurück, auch der Dämon schien angespannt. „Ich weiß wie das gelaufen ist!“, begann Aramis energisch. Dies brachte ihm fragende Blicke ein. So begann er von den Angriffen zu erzählen. Zuerst von dem auf die Werwölfe, seinem sinnlosen Versuch zu helfen, weiter von der Drohung und die Zwangslage der Dämonen, der zum Angriff auf die Vampire geführt hatte, bis hin zum Hinterhalt für die Dämonen. Nachdem Aramis geendet hatte herrschte eine Weile Stille. „Wie alt bist du Zauberer?“, der Dämon sah ihn abschätzend an. „15 Jahre“, „Verdammt jung für eine so selbstlose Tat mit der Gewissheit des eigenen Todes“, erklärte der Dämon ehe er fort fuhr, „dennoch hast du uns alle gerettet, mich gleich mehrmals und keinen zurück gelassen. Warum? Ich meine warum hast du dich nicht lieber um deine Zauberer Freunde gekümmert?“ Es fiel ihm schwer, aber er sagte: „Weil ich in euch mehr Freunde sehe, als ich es jemals bei einem meinesgleichen empfunden habe!“ Nach dieser Aussage verließ er die Höhle. Er brauchte frische Luft. Die Sonne würde bald aufgehen. Er sammelte noch etwas Holz, dann kehrte er zurück. Ruhig sahen sie ihn an, doch keiner sagte etwas. Erst nachdem sie etwas gegessen hatten begann die Wölfin: „Warum hast du unter deinesgleichen keine Freunde? Was für eine Position hattest du als Zauberer?“ Erneut berichtete er davon wie sie gefangen sowie zu diesem Krieg gezwungen wurden. Er hatte sich kurz gefasst und erklärt, dass sich viele eben selbst die Nächsten wären, wenn es um ihr eigenes Leben gehen würde. „Sag mal Zauberer, wie heißt du eigentlich?“, fragte der Dämon. Daraufhin mussten sie lachen. „Aramis, und ihr?“, „Rebecca“, erwiderte die Wölfin und der Dämon: „Drago!“ Sie sahen zwar die Vampirin an, doch diese hatte die Augen geschlossen. Sie reagierte nicht. „Du bist also die Tochter eines Alphawolfes?“, erkundigte sich der Dämon. „Ja, dem Rudelführer!“ „Dann stehen die Chancen ja gut in einem anderen Rudel aufgenommen zu werden richtig?“ Auch diese Frage von Drago bestätigte sie. Im Gegenzug wollte sie wissen, wie dies bei ihm und Aramis aussah. Drago überließ es Aramis zuerst zu antworten. Der erklärte ein niemand zu sein. „Das bist du definitiv nicht!“, widersprach Drago entschieden. Doch Aramis zuckte mit den Schultern. „Drago?“, erinnerte ihn Rebecca an die Frage. Er lachte ehe er antwortete, wie Aramis ein niemand zu sein. Darüber mussten sie alle drei lächeln. Die Vampirin bewegte keinen Muskel. Doch die Wölfin erinnerte sich, wie sie auf diese Diskussion gekommen waren, dann wurde sie traurig. „Lasst uns morgen aufbrechen und sehen ob wir die Werwölfe finden. Wir begleiten dich bis wir sie gefunden haben!“ Fassungslos starrte sie Aramis an. Sie wollte erfahren, ob dies sein ernst war. Dies bestätigte er entschlossen, er fügte an er könne natürlich nur für sich sprechen. „Wo du hingehst, gehe ich mit!“, entschied Drago. Er schlug vor, dass sie sich alle noch etwas ausruhen sollten. Eine Weile hatte er sich von einer auf die andere Seite gedreht. Er konnte nicht schlafen. Also schnappte er sich ein paar Holzstücke ebenso Seil. Er trat etwas von den Anderen weg um sie nicht zu wecken um zu beginnen. Die Vampirin setzte sich irgendwann zu ihm während sie interessiert auf die Holzstücke in seiner Hand sah. Als das Erste fertig war reichte er es ihr. Sie drehte es in der Hand hin und her. Er machte einfach weiter bis alle vier fertig waren. Die Vampirin wollte ihm das Stück zurückgeben doch er erklärte: „Nein, das ist deins!“ Irritiert sah sie ihn an. „Alles okay?“, fragte Drago der gerade wach geworden war. Aramis stand mit den Drei übrigen Schnitzereien auf und kam zu ihnen. Die Vampirin folgte ihm. Auch Rebecca war auf den Füßen. „Die sind für euch!“ Er reichte jedem eine Schnitzerei mit einem durchgefädeltem Teil des Seils. Alle begutachteten die Stücke. „Wir machen uns jetzt auf den Weg uns zu trennen. Wer weiß wann und unter welchen Umständen wir uns vielleicht wieder treffen. Mit diesen Ketten werden wir uns immer wieder erkennen können! Kitschig ich weiß!“, endete Aramis schließlich. „Das ist ein unendlich Zeichen“, begann Drago ruhig, da ergänzte Rebecca, „ihr helft mir bei meinem Traum zu meinesgleichen zurück zu kehren, da ist es ja das mindeste, dass wir etwas haben um uns an all das zu erinnern!“ Jeder von ihnen trug die provisorische Kette, mit dem geschnitzten Unendlich-Zeichen als Anhänger, um den Hals. Sie packten alles zusammen ehe sie aufbrachen. Drago übernahm die Führung, da sich die Vampirin eher im Schatten der Bäume statt in der Sonne aufhielt. Aramis wusste, dass sie zwar in der Sonne nicht verbrannte, aber es sehr unangenehm wie auch schmerzhaft für sie war. Ab der Lichtung versuchten sie die Wolfsspuren wieder zu finden um diesen zu folgen. Leider gestaltete sich dies eher schwierig. Eine ganze Weile waren sie hin und her gegangen. Die Wölfin hatte immer wieder den Kopf gehoben um zu versuchen eine Fährte zu riechen, aber das blieb ohne Erfolg. Wirklich weiter gekommen waren sie nicht. Es dämmerte bereits. Da zischte plötzlich die Vampirin. Sie drehten die Köpfe in ihre Richtung, doch sie sah sie nicht an. Es verging noch ein Moment, dann rannte sie los, auf sie zu und schließlich an ihnen vorbei. „Soldaten“, wisperte Rebecca, nachdem sie erneut tief durch die Nase eingeatmet hatte. Sie folgten der Vampirin. Aramis hatte hiermit Schwierigkeiten. Die anderen Drei waren einfach schneller als er. Doch die Soldaten schienen sie weiterhin zu verfolgen während sie immer weiter und tiefer in den Wald rannten. Aramis war sich sicher hier nie wieder heraus zu finden. Der Wald wurde dichter sowie dunkler. Plötzlich blieb er abrupt stehen, denn die Anderen hatten angehalten. „Wohin jetzt?“, meinte Rebecca. Doch keiner sagte etwas. Die Vampirin trat vor sie. Sie blickte in die Richtung aus der sie gekommen waren und wartete. Entweder hatten die Soldaten ihre Spur verloren oder sie waren ihnen aus einem anderen Grund nicht gefolgt. Rebecca schien ebenfalls ein mulmiges Gefühl zu beschleichen. Nach weiteren Minuten, die Aramis wie eine Ewigkeit vorgekommen waren, wandte sich die Vampirin zum Gehen. Sie übernahm die Führung. Einen Weg gab es nicht mehr also zogen sie sich bei dem dichten Geäst immer wieder Kratzer zu. Da gab Drago zu bedenken sie würden zu viele Spuren hinterlassen. Doch dies schien die Vampirin nicht im Geringsten zu interessieren. Den ganzen Tag hatten sie keine wirkliche Pause gemacht. Bis Aramis beschloss zu rasten, etwas zu essen sowie zu schlafen. Der Vampirin missfiel dies offenbar. Widerwillig setzte sie sich zu ihnen. Rebecca wollte ein Feuer machen doch die Vampirin schlug ihr die Stöcke aus der Hand, Drago war kampfbereit. Dies ließ sie sich nicht zweimal sagen und griff ihn an. „Nein“, schrie Rebecca, „lass ihn in Ruhe!“ Sie griff ihrerseits die Vampirin an. Alles war viel zu schnell gegangen. Die Drei konnten kämpfen. Während Aramis noch dazwischen rief sie sollten damit aufhören fühlte er sich beobachtet. Langsam drehte er den Kopf. Tatsächlich war dort ein Augenpaar. „Leute“, meldete er sich sichtlich beunruhigt. Da tauchte das nächste Augenpaar auf gefolgt von einem tiefen Knurren. Doch die Drei kämpften immer noch miteinander. „Verdammt wir sind hier nicht allein!“, blaffte er sie an. Es dauerte einen Moment bis sie Aramis Aussage folgen konnten, doch keine Sekunde zu früh. Die Augenpaare wurden mehr und griffen sie ohne Vorwarnung an, Werwölfe. Zur Verwunderung aller griffen sie auch Rebecca an. Drago stürzte dazwischen um sie zu beschützen. Alle Erklärungsversuche seitens Rebecca blieben erfolglos. Ohne die Hilfe seiner drei neuen Freunde wäre Aramis in diesem Kampf gestorben. Er konnte einfach nicht kämpfen, außerdem war er kein besonders guter Zauberer. Doch als einer der Wölfe Rebecca zu Boden riss und auf sie springen wollte, warf Aramis ihn mit einem Zauber gegen den nächsten Baum. Drago war inzwischen ebenfalls in Schwierigkeiten. Die Wölfe brachten ihn in eine Position, damit ihm ein weiterer an die Kehle springen konnte. Aramis stürzte auf die Szenerie zu, bewegte die Hände, um so auch hier die Wölfe von Drago weg zu befördern. Die Wölfe traten zusammen. Sie schienen sich für den Rückzug entschieden zu haben. Rebecca lief ihnen einige Schritte nach, aber nach einem wütenden Knurren der Wölfe blieb sie stehen. Ihr liefen Tränen über die Wangen. „Seid ihr schwer verletzt?“, fragte Aramis besorgt. Überall war Blut, sie sahen alle ziemlich schlimm aus. Doch Drago meinte es sei nicht weiter tragisch. Die Vampirin antwortete nicht während Rebecca weinend zu Boden sank. „Wir sollten hier weg!“, entschied Aramis. Keine Sekunde zögerte die Vampirin und lief los. Doch Rebecca konnte sich in ihrem Schmerz nicht bewegen. Da hob Drago sie sanft hoch, um mit ihr der Vampirin zu folgen. Aramis schnappte sich Rebeccas Tasche. Sie führte sie auf einen schmalen Pfad doch es war weiterhin sehr dunkel. Immer wieder stolperten Drago oder er. Sie schien damit keine Probleme zu haben. Sie liefen wortlos weiter bis man die Sonne aufgehen sah. Eine schmale Lichtung erstreckte sich vor ihnen, umsäumt von tiefem dunklem Wald. Es wirkte wie der einzige helle Punkt. Hier legten sie eine Pause ein und genossen die Sonnenstrahlen. Außer der Vampirin, die war prompt verschwunden. Rebecca schlief irgendwann ein.
Angriffe
„Ihr solltet euch nicht gegenseitig bekämpfen!“, begann Aramis ernst. Skeptisch sahen ihn alle an. „Ich meine das ernst! Gilt auch für dich!“, legte Aramis nach einer Weile nach und sah zu einem Baum im Schatten. Drago folgte seinem Blick. Die Vampirin saß darunter, aber hatte die Augen geschlossen. „Aramis“, begann Drago, „dir ist schon klar, dass wir aus Rassen stammen die alle Feinde sind!“ Rebecca blinzelte bei dieser Äußerung. Sie sah Aramis an. „Und warum? Ich meine warum hassen wir einander? Welchen Grund gibt es dafür? Nur weil wir einander nicht kennen? Nicht verstehen? Anders aussehen? Wenn es mir einer von euch hier und jetzt sagen kann, könnt ihr euch gerne weiter die Köpfe einschlagen und streiten!“ Alle sahen ihn überrascht an, doch auch nach einem langen Schweigen erwiderte keiner etwas. Sie schliefen nacheinander alle, ehe sich auch dieser Tag dem Ende neigte. „Und jetzt?“, fragte Drago schließlich. „Es ist meine Schuld. Tut mir leid“, erwiderte Rebecca erneut den Tränen nahe. Wieder war es Aramis der zuversichtlicher war. Er versicherte Rebecca bestimmt ihresgleichen zu finden, die sie akzeptieren würden. Also sollten sie wieder weiter. Rebecca sah ihn überrascht an. „Warum tust du das für mich?“, fragte sie. Nach kurzem Zögern erwiderte er, er wolle das sie alle die Möglichkeit bekämen den Weg zu gehen der sie glücklich machte. So würde man das doch für Freunde tun. Er lief voraus, weil sie ihn alle anstarrten. Doch bereits nach einigen Metern hatten sie ihn eingeholt, beziehungsweise die Vampirin überholt. Drago und Rebecca lächelten ihn an. Die Vampirin führte sie zu einem kleinen Fluss in dem sie ihre Flaschen auffüllen sowie ihre Wunden behandeln konnten. Zielstrebig marschierte sie weiter, jedoch weit abseits jeglichen Weges. Um diese Stille nicht weiter ertragen zu müssen und sich irgendwie davon abzulenken, dass keiner von ihnen eigentlich wusste wie es weitergehen sollte, bat Aramis Drago ihnen dämonisch beizubringen. In dieser Nacht legten sie mehr Pausen ein. Doch immer wieder korrigierte die Vampirin ihre Route. Rebecca hatte erklärt, dass es nach Soldaten oder Zauberern roch. Aramis bewunderte die Vampirin dafür, so entschlossen einem Weg zu folgen, obwohl keiner wusste wohin dieser führte. Als der nächste Tag anbrach und die anderen Beiden schliefen, trat er ruhig auf sie zu und fragte sie direkt. Doch auf seine Frage, ob sie ein bestimmtes Ziel hatte, reagierte sie nicht einmal. Er blieb noch eine Weile in ihrer Nähe bis die anderen Beiden aufwachten. So vergingen drei weitere Tage. Sie aßen, tranken, schliefen, lernten die dämonische Sprache und liefen weiter. Allen Gefahren wichen sie so gut es ging aus. Sie waren auf weitere Patrouillen gestoßen, hatten sich jedoch rechtzeitig verstecken können. Kurz nachdem sie am darauffolgenden Tag eine Rast eingelegt hatten war es Aramis, der den Kopf drehte. „Hört ihr das?“, fragte er. Die anderen zögerten einen Moment. „Das sind Schreie!“, wisperte Rebecca. Er stand auf, um zu versuchen die Richtung aus der diese zu kommen schienen einzuordnen. Noch einen Augenblick wartete er, dann rannte er los. „Aramis“, schrie Rebecca ihm nach. Kurz darauf war es Drago der ihn unsanft am Arm festhielt als er ihn eingeholt hatte und fauchte: „Was tust du denn?“ Rebecca war dicht hinter ihm. Die Vampirin sah er nicht. Ruhig schob Aramis Dragos Arm beiseite, dann wandte er sich wieder um, um weiter zu rennen. Er fühlte, dass ihm jemand folgte. Die Rufe wie auch Schreie wurden leiser und schienen zu verstummen. Er überlegte gerade, ob er in die falsche Richtung gelaufen war, da sah er es. Abrupt blieb er stehen, in der Mitte eines kleinen Dorfes. Der Anblick ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Viele der Häuser standen in Flammen, offenbar hatte man wirksam verhindert, dass die Bewohner heraus kamen. Offenbar mittels eines Zaubers, denn man sah wie sie in der Tür stehend verbrannt waren. Überall um sie herum lagen Tote auf dem Boden. Noch einen Moment sah Aramis sich um, dann ging er los, um nach jedem zu sehen der auf dem Boden lag. Seine Freunde taten es ihm gleich. Sie hatten die Hoffnung schon aufgegeben, da griff eine Frau nach seinem Arm. Sie röchelte, hatte Verbrennungen an den Armen und lag vor einem der Häuser, welches in Flammen stand. „Meine Kinder“, wisperte sie während ihr Tränen über das Gesicht liefen. „Drago“, schrie Aramis als er auf die nicht mehr existente Tür zuschritt und im Inneren drei Kinder zusammen gekauert auf dem Boden liegen sah. Es dauerte einen Moment bis Drago bei ihm war. Rebecca kniete sich neben die Frau und versuchte sie zu trösten. Drago schloss die Augen, bewegte die Hände, da war es als würde die Luft um sie herum stillstehen. Genau in diesem Moment stürzte Aramis in das Haus, es war unglaublich heiß, aber die Flammen schienen sich, wie die Luft, nicht mehr zu bewegen. Er schnappte sich ein Kind nach dem anderen und warf sie, wenn auch unsanft, aus dem Haus um dieses selbst nicht verlassen zu müssen. Doch beim letzten Kind sank Drago in die Knie. Sofort kehrten die Flammen zurück. Aramis schütze das Kind so gut er konnte um sich dann nach draußen zu retten. Schwer hustend blieb er einen Moment im Gras liegen. Doch Zeit zum ausruhen gab es nicht. Rebecca versuchte noch immer sich um die Mutter zu kümmern. Drago konnte sich gerade so im Vierfüßler Stand halten. Schließlich war es die Vampirin die ihn merkwürdig beäugte und sich dann neben eines der Kinder kniete. Er tat es bei einem der anderen Beiden. Er versuchte es wach zu bekommen. Doch es war die Vampirin die schneller bei den anderen Kindern gewesen war. Sie trat zu ihm. Sie bewegte ihr Gesicht ganz dicht über das des Kindes, atmete ein paar Mal ein und aus, dann warf sie ihm einen skeptischen Blick zu ehe sie nickte. Noch einen Moment zögerte er, dann begann er das Kind zu beatmen. Doch durch sein ständiges husten fiel ihm dies schwer. Rebecca hatte sich von der Mutter gelöst. Sie wollte dem kleinsten Kind helfen, doch die Vampirin zischte sie schroff an. Sie deutete auf das Kind daneben. Da atmete das Kind bei Aramis plötzlich, hustete mehrfach, flüsterte etwas, was Aramis jedoch nicht verstand. Es atmete weiter, also sah er sich um. Die Mutter lag zitternd auf dem Boden. Ihr Schluchzen war weiterhin zu hören. Drago hatte sich auf die Knie gekämpft während Rebecca um das andere Kind kämpfte. Die Vampirin hielt auch ihn davon ab sich um das dritte Kind zu kümmern. „Geh mir aus dem Weg!“, fauchte er. Überraschung blitzte in ihren Augen auf. Die anderen Zwei sahen sich die Szenerie ebenfalls überrascht an. In diesem Moment schaffte es auch Rebecca mit dem Kind. Die Vampirin griff jedoch nach Aramis Arm als dieser an ihr vorbei wollte und schüttelte ruhig den Kopf. Anschließend lief sie davon. Sie brachten die Kinder vorsichtig zu ihrer Mutter, die ebenfalls das Bewusstsein verloren hatte. „Danke!“, erklärte Aramis. Sie warteten bis Drago sich erholt hatte, dann hoben sie die drei hoch um in Richtung des Waldes zu gehen. Irgendwann folgte ihnen die Vampirin wieder. Sie liefen nur bis zum nächsten Bachlauf, um die Wunden ihrer neuen Begleiter einigermaßen zu versorgen. „Und jetzt?“, gab Rebecca Anlass zum Nachdenken. Aramis vergrub den Kopf in den Händen. Die Stille wurde von Drago durchbrochen. „Von diesen kleinen Dörfern gibt es sicherlich mehrere! Wir sollten uns umsehen und sie dorthin bringen!“, schlug Drago vor. Rebecca bot an bei ihnen zu bleiben. Schließlich waren sie vom Geruch her entweder Menschen oder Zauberer und würden ihre Werwolf Identität nicht sofort erkennen und sich somit nicht fürchten. Nach dieser Erklärung sah sie kurz auf die Vampirin wie auch auf Drago, bei diesem lächelte sie entschuldigend. Aber sie hatte Recht. Drago war groß, kräftig, hatte cremeweiße Haut, schneeweiße Augen, die leuchteten, wenn er seine Fähigkeiten nutze und platinblonde kurze Haare. Dass er ein Luftdämon war ließ sich nicht verbergen. Die Vampirin hingegen hatte tiefe weinrote Augen sowie Fangzähne, war schlank, hatte Haut wie Porzellan, war etwas kleiner als Aramis und schulterlanges dunkelblondes Haar. Auch bei ihr wäre Aramis eher beunruhigt aufgewacht, wenn er in der Situation der Mutter wäre. Rebecca hingegen, war eher kräftig gebaut, aber kleiner als alle anderen, hatte leicht gebräunte Haut, kurze schwarze Haare, haselnussbraune Augen und wirkte eher wie ein Mensch. Er selbst war eher schmächtig, normal groß für sein Alter, hatte hellbraune kurze Haare und königsblaue Augen. Somit machten sich die Vampirin, Drago und er auf die Suche nach weiteren Dörfern im Umkreis. Sie gingen in unterschiedliche Richtungen, mussten jedoch vorsichtig sein. Schließlich wusste niemand, ob und wo sich die Soldaten aufhielten. Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrte Aramis erfolglos zu Rebecca zurück. Sie berichtete, dass alle kurz aufgewacht wären, aber nicht lange. Die Vampirin kam gemeinsam mit Drago zurück. Er berichtete von einem kleinen Dorf nicht weit von hier. Alle waren ziemlich erschöpft, so beschlossen sie erst in ein paar Stunden aufzubrechen. Der Weg zum Dorf war anstrengend, denn ihre Begleiter waren nicht aufgewacht also mussten sie diese tragen. Doch nach einigen Stunden kamen sie in dem Dorf an. Die Vampirin blieb im Schatten der Wälder zurück. „Dämon“, schrie ein Junge plötzlich ehe er davon rannte. Die Drei warfen sich kurz Blicke zu, liefen dann jedoch weiter. Doch sie wurden prompt zum Stehen bleiben gezwungen. Vor ihnen waren bewaffnete Menschen sowie Zauberer aufgetaucht. „Nur zu!“, begann einer von ihnen, „versucht es ruhig!“ Drago knurrte, doch Aramis bat ihn ruhig zu bleiben. Dies brachte ihm irritierte Blicke der Bewohner ein. „Wir sind nicht hier um euch etwas zu tun“, erklärte er vorsichtig, „ein benachbartes Dorf von euch wurde von Soldaten angegriffen, diese Drei hier sind die einzigen Überlebenden.“ Die Bewohner tauschten Blicke. Doch nachdem sie ihre Kampfhaltung nicht aufgaben, machte er einen Schritt nach vorn und legte das Kind sanft ab. Drago und Rebecca taten es ihm gleich. „Aramis“, sagte Drago sanft, der eben von der Mutter weg wich. Sofort war Aramis bei ihm, sank in die Knie und die Frau sah ihn an. „Meine Kinder?“, wisperte sie. Vorsichtig half ihr Aramis sich leicht aufzurichten. Ihr liefen Tränen über die Wangen. „Ihr habt sie gerettet“, lächelte sie, doch es erstarb augenblicklich wieder, „wo ist Nicolas?“ Aramis sah sie an, dann erklärte er ihr, sie hätten ihn nicht retten können. Erschrocken wich sie von ihm weg, als sie sich umsah und ihr Blick auf Drago fiel. Daraufhin entfernte er sich von ihnen, wandte sich an Drago und Rebecca. Er entschied besser zu gehen. „Ihr geht nirgendwo hin!“, drohte einer der Dorfbewohner. Sie drehten die Köpfe. „Irgendwas stimmt doch nicht mit euch, wenn ihr euch mit einem Dämon abgebt!“, entschied ein weiterer. Wieder ein Anderer legte nach: „Wir werden euch garantiert nicht einfach gehen lassen!“ „Wir wollen keinen Streit“, begann Aramis. Doch die Bewohner schritten auf sie zu, bereit zu kämpfen. Noch einen Moment überlegte er, dann trat er ihnen entgegen. Aramis forderte sie entschlossen auf sie gehen zu lassen. Hierüber wurde gelacht. Ohne zu warten griffen die Bewohner sie an, doch Geschrei von der anderen Seite des Dorfes ließ sie inne halten. „Soldaten“, schrie ein Mädchen, welches auf sie zu rannte. Die Bewohner warfen sich ängstliche Blicke zu. Sie wirbelten herum. „Nix wie weg hier“, schlug Rebecca vor. Die Mutter war eben zu ihren Kindern gerobbt. Sie strich ihnen sanft über das Gesicht. Während die Bewohner noch diskutierten, nicht so recht wissend, rannte Aramis los. Doch nicht wie von Rebecca vorgeschlagen davon sondern auf die Hilferufe zu. Mit aller Entschlossenheit die er aufbringen konnte trat er einem Soldaten entgegen. Seine Zauber verfehlten diesen jedoch oder zeigten keinerlei Wirkung. Kaum hatte dieser ihn erreicht schlug er auf Aramis ein. Es bewies sich einmal mehr, dass er nicht kämpfen konnte. Da spürte er diesen Luftzug. Drago rettete ihn. Auch Rebecca kämpfte an seiner Seite. Gerade als er sich bei Drago bedanken wollte, riss dieser panisch die Augen auf. Aramis drehte den Kopf, hinter ihm stand ein Zauberer, er löste seine Finger gerade aus einem Todesfluch, der nur noch wenige Zentimeter von Aramis entfernt war. Da warf ihn jemand zu Boden, die Vampirin. Sie funkelte ihn wütend an ehe sie die Zauberer zu ihrem Essen verarbeitete. Es war nur ein kleiner Soldatentrupp gewesen, also siegten sie. Die Bewohner starrten die ungleichen Vier an. Aramis erkundigte sich, ob sie verletzt waren. „Nur ein paar Kratzer, nix wildes“, erklärte Rebecca. Drago stimmte zu. Die Vampirin stand deutlich abseits. Sie sah ihn sauer an. „Wenn ihr Pech habt kommen die wieder! Besser ihr seid vorbereitet!“, warnte Aramis die Dorfbewohner, dann trat er zielstrebig auf die Vampirin zu um ihr zu folgen. Sie liefen eine Ewigkeit nur bergauf, über Felsen und hatten das Dorf weit unter sich gelassen. Schließlich tauchte vor ihnen eine heruntergekommene Hütte auf. Um sie herum erstreckte sich auf der einen Seite Wald, auf der anderen ging es steil sowie steinig bergab. Vor der Hütte selbst war es eben und Gras wuchs, wenn auch sehr hoch. Rebecca trat zum Abhang. Sie verkündete man könne von hier aus das Dorf sehen. Daraufhin fragte sie die Vampirin, ob sie dies von unten gesehen habe. Drago begutachtete ebenfalls die Aussicht. Aramis sah gerade nach der Vampirin, die ihn ohne Vorwarnung plötzlich angriff und zu Boden warf. „Nein, was tust du da!“, fauchte Drago. Er war gleich bei Aramis. Er half ihm auf die Füße. Erneut umkreiste sie die Beiden, abermals warf sie Aramis zischend zu Boden. „Verdammt was soll das“, grollte Drago erneut, um dann zu zusehen wie sie ihn nochmal auf den Rücken beförderte. „Du kannst nicht kämpfen!“, fletschte sie die Zähne. Sie sprach mit zischendem Unterton. Alle starrten sie an. Sie wich von ihm weg während er sich hochrappelte. Sie war offensichtlich stink sauer. „Richtig, kann ich nicht!“, erwiderte Aramis ruhig, „und du sprichst unsere Sprache!“ Innerhalb von Sekunden stand sie direkt vor ihm, sie fauchte: „Wieso beginnst du Kämpfe, wenn du selbst nicht kämpfen kannst! Du riskierst fremde Leben für deinen Ruhm!“ Angewidert blickte sie ihn an ehe sie sich umdrehte und verschwand. Einen Moment standen sie einfach nur regungslos da. Schließlich schlug Drago vor sich in der Hütte etwas auszuruhen. Aramis wartete lange ehe er ihnen folgte. Sie machten ein Feuer im kleinen Kamin, aßen etwas und beschlossen abwechselnd zu schlafen. Doch bei Aramis war an Schlaf nicht zu denken. Er kehrte nach draußen zurück, starrte zu den Sternen. Er stellte fest wie kalt es war. Der Herbst war angebrochen und der Winter würde sie schon bald einholen. Seine Gedanken schweiften zu dem was die Vampirin gesagt hatte. Er setzte sich ins Gras. Er ging alle Schutzzauber durch während er versuchte jeden für diese Hütte zu wirken, doch wenn es hoch kam gelangen ihm vielleicht zwei. Niedergeschlagen ließ er den Kopf in die Hände sinken. „Mach dir doch nichts daraus!“, begann Drago. „Doch sie hat Recht, ich hab euch für mich kämpfen lassen, weil ich selbst nicht in der Lage dazu bin.“ „Nur deinetwegen sind wir noch am Leben!“, widersprach Drago, „außerdem hast du uns nicht aufgefordert dir zu folgen! Es war unsere Entscheidung!“ Nach dieser Erklärung ging Drago wieder rein. Aramis blieb draußen bis die Sonne aufging. Die Hütte sah nun bei Tageslicht noch viel schlechter aus. Dem konnten auch Rebecca und Drago nur zustimmen. Gemeinsam zogen sie los und sammelten Feuerholz, Holz für Reparaturen an der Hütte, Beeren wie alles was sonst vielleicht noch nützlich war. Die Vorräte aus den Taschen der Soldaten waren inzwischen aufgebraucht. Zurück bei der Hütte aßen und tranken sie. Aramis schlief etwas. Nachdem er aufgewacht war begann er die Hütte zu reparieren, mit Holz konnte er umgehen. Er besserte Balken aus, verstärkte hier und da oder richtete das Dach. Es war längst dunkel geworden doch Aramis arbeitete noch immer weiter. Die Beiden anderen schienen beeindruckt. Aramis forderte sie auf sich auszuruhen. Drago war zwar eher der Meinung er solle dies tun, doch Aramis ließ diese Diskussion nicht zu. So saß er allein am provisorischen Fenster und sah zum Mond, bis sich draußen jemand bewegte. Entschlossen griff er zu seinem Messer, dann trat er nach draußen. Die Vampirin stand ihm gegenüber. Sie warf ihm ein totes Reh vor die Füße. Sichtlich zögerte er. Sie hingegen nicht, wortlos schritt sie an ihm vorbei in die Hütte, missbilligend warf sie einen Blick auf Rebecca die den Kopf auf Dragos Brust liegen hatte und schlief. Aramis trug das Reh hinein und begann vorsichtig es zu zerteilen. Kaum hatte er dies beendete hielt er die ersten Stücke über das Feuer. Der Geruch weckte offenbar Drago wie auch Rebecca. Sie wurde sofort rot. „Woher hast du das Fleisch?“, fragte Drago, doch Rebecca antwortete nur, ob er es nicht riechen würde. Beide drehten die Köpfe in die Richtung der Vampirin. Die hingegen stand auf, kam näher, sah Rebecca an ehe sie begann: „Sei lieber froh, dass er nicht so gut riecht wie ich!“ Daraufhin verließ sie die Hütte. Rebeccas Gesichtsfarbe wechselte von rot zu leichenblass. Doch alle Rückfragen der beiden Jungs brachten keine Erklärung. Am nächsten Morgen war die Vampirin weiterhin verschwunden. Die Hütte war inzwischen in einem passablen Zustand. So das auch Aramis einige Stunden schlief. Kaum war es jedoch dunkel hörte man ein tiefes Summen in der Hütte. Aramis erklärte, er habe heute einen weiteren Schutzzauber gewirkt der offenbar funktionierte. Alle drei verließen die Hütte um ihrem Angreifer entgegen zu treten. Doch es war lediglich die Vampirin. Sie hatte frisch gegessen. „Los, ich hab keine Lust ständig deine erbärmliche Haut zu retten!“, knurrte sie Aramis an. Drago schritt wütend auf sie zu, doch Aramis hielt ihn auf und trat ihr entgegen. Es dauerte keine Sekunde da hatte sie ihn gegen den nächsten Baum befördert. So ging es die ganze Nacht weiter. Bei den ersten Sonnenstrahlen war sie wütend in die Hütte gestürmt. „Ruh dich aus und schlaf etwas“, riet ihm Rebecca. Ihm tat beim Aufwachen alles weh. Dennoch begann er am Abend wieder dieselbe Prozedur wie auch am Tag darauf. „Verfluchter Vampir!“, verlor Drago die Nerven, „wenn du ihn ständig verprügelst lernt er davon rein gar nichts!“ Diese Ansicht teilte sie nicht. Sie machte einfach weiter. Drago war daraufhin wütend in die Hütte gestürmt. Rebecca war ihm irgendwann gefolgt. Diesmal beendete sie es früher, denn Aramis konnte sich nicht mehr auf die Füße kämpfen. Sie ließ ihn liegen. Nach einer Weile schaffte er es aufzustehen also begann er eine Runde durch den Wald zu laufen. Seine Gedanken ließen ihn nicht los, warum konnte er denn so überhaupt nicht kämpfen? Wie sollte es nun weitergehen? Was sollten sie tun? Doch inmitten all dieser Gedanken war da plötzlich ein Luftzug und ein Zischen. Ohne zu überlegen rannte er zurück, so schnell ihn seine Beine tragen konnten. Bei dem Anblick, welcher sich ihm dann bot, blieb er jedoch abrupt stehen. Da waren Dämonen die seine Freunde gefangen hatten. Aufgrund des Aussehens Wasserdämonen. Sie alle hatten bläuliche Haut in allen Nuancen, leuchtende blaue Augen und eher dunkle Haarfarben. Drago sprach unglaublich schnell so dass er nicht wirklich folgen konnte. Die Vampirin hatten sie fest im Griff. Rebecca hielten sie fest und hatten eine Wasserblase über ihren Kopf gezogen. Sie bekam keine Luft mehr. Drago versuchte abermals gegen sie anzukommen, beinahe panisch. Da war wieder dieses Gefühl, welches Aramis einfach nicht zuordnen konnte. Er ging auf die Dämonen los. Wirkte Angriffszauber, wehrte ihre Angriffe magisch ab, bis er schließlich Rebecca retten konnte. Doch es waren zu viele, er musste sich geschlagen geben. Einer der Männer musterte Aramis, wandte sich an Drago und sagte auf dämonisch: „Ein Zauberer, dass verändert alles! Wir nehmen sie mit!“ So zogen die Dämonen sie unsanft mit sich, allerdings so weit voneinander entfernt, dass sie nicht miteinander reden konnten.
Begegnung
Die Dämonen führten sie tief durch den Wald. So war es unmöglich festzustellen, ob die Sonne bereits aufgegangen war. Bis sie schließlich an einen Wasserfall kamen. Dieser erstarb jedoch bei der Bewegung des Dämons. So konnten sie entspannt eine Höhle hinter dem Wasserfall betreten. Erst nachdem alle den Eingang passiert hatten war wieder der Wasserfall zu hören. Von dem Gang führten zig weitere davon. Schließlich brachten die Dämonen sie in eine etwas größere Höhle in der weitere Wasserdämonen warteten. Sofort waren alle bei ihrer Ankunft auf den Füßen. Es war ausgerechnet die Vampirin, die ihnen zuraunte nicht zu sprechen. Dies schien Rebecca ebenso zu überraschen wie Aramis, doch zu ihrem noch größeren Erstaunen nickte Drago kaum merklich. Ein Mann stand von einem Felsenstuhl auf. Er war groß, sportlich, kurze pechschwarze Haare und beinahe grüne Augen. Die Dämonen die sie gefangen hatten berichteten diesem Mann, den Spuren bis zu einer Hütte gefolgt zu sein. Dort habe man diese Vier angetroffen. Er deutete bei der Erklärung, dass ein Zauberer bei ihnen wäre, auf Aramis. Weiterhin stellte er dar, wie gut der Zauberer gegen sie vorgegangen war. Der Blick des Dämons wurde kalt ehe er auf sie zutrat. „Abschaum“, knurrte er Aramis an. Alle hier sprachen nur auf dämonisch also war es Drago der das Wort ergriff: „Mein Fürst, lasst es mich euch erklären!“ Abwertend sah er auf Drago, der den Kopf gesenkt hatte. „Was gibt es da zu erklären? Hält er dich als Sklaven? Solltest du verkauft werden?“ „Nein, mein Fürst! Lasst es mich euch erklären!“ Doch dieser schien daran herzlich wenig Interesse zu haben. „Was ist das?“, fragte er nach Blick auf Rebecca. Ruhig begann Drago, dass sie eine Werwölfin sei. Der Dämon der sie hier her geführt hatte wandte sich an den Fürst um zu berichten, wie viel Drago an dieser Wölfin liegen würde. Jedenfalls habe er sich so verhalten. „Ach?“ Nun erntete auch Drago angewiderte Blicke. „Mein Fürst so lasst mich doch erklären. Mein Name ist Drago“, weiter kam er nicht, denn der Fürst hatte die Hand bewegt und lauter kleine Wasserspitzen schienen sich durch Dragos Haut zu bohren. Aber Aramis hatte gesehen wie einer der Dämonen davon geilt war. Bei Dragos erneutem Versuch zu erklären wiederholte der Fürst die Prozedur. Drago krümmte sich vor Schmerzen. Daraufhin mobilisierte Aramis alle Kräfte, um erneut gegen die Dämonen zu kämpfen. Er schaffte es sich zu lösen sowie Drago zu befreien, doch dann fühlte auch er diese Wasserspitzen auf seinen Körper einprasseln und sank zu Boden. „Genug!“, fauchte eine Frauenstimme. „Mila“, sagte der Fürst überrascht. Sie zogen Aramis neben Drago auf die Knie. Der riss plötzlich völlig überrascht die Augen auf. Vor ihnen stand eine junge Frau, mit langen schwarzen Locken, dunkelblauen Augen und eher himmelblauer Haut. „Mila!“ „Hallo Drago!“, erwiderte sie. „Du kennst ihn?“ Der Fürst schien irritiert. „Ja Vater“, erklärte Mila, „Du auch! Er ist Dalibors Sohn!“ Nun herrschte in der kompletten Höhle Aufregung. Sie zogen Drago plötzlich auf die Füße und ließen ihn los. Der Fürst meinte, dies sei eine eigenartige Wendung. Er wollte erfahren wie es seinem Vater ginge ebenso wo dieser war. Drago neigte den Kopf ehe er erklärte, dass alle getötet oder entführt worden waren. Mila nahm ihn daraufhin in den Arm. Sie sprach tröstende Worte. Aramis sah in den Augenwinkeln wie Rebecca wegsah als Mila versuchte ihn zu küssen. Doch Drago hatte entschieden den Kopf weggedreht. Dies brachte ihm erneut böse Blicke ein. Auch dem Fürst schien dies zu missfallen, dennoch entschied er das Drago bleiben sollte um sich etwas ausruhen. Mila wollte ihn mit sich nehmen, doch Drago bewegte sich nicht von der Stelle. „Was hast du denn?“, fragt Mila mit ruhigem Lächeln. „Ich gehe ohne sie nirgendwo hin!“ Auf Rückfrage, ohne wen er nirgendwo hingehen wollte, schockte die Antwort die Dämonen erneut. Doch Drago trat entschlossen zu den Drei übrigen. „Eine Gehirnwäsche, ein fieser Zauber!“, schlussfolgerte der Fürst. Er entschied Aramis zu köpfen damit der Zauber gelöst würde. Dies wollten sie gleich umsetzen. Mit wenigen Bewegungen hatte Drago seine drei Freunde befreit, Aramis auf die Füße gezogen und sich schützend vor ihnen aufgebaut. Die Vampirin zeigte die Zähne, als sich einer der Dämonen näherte. „Drago, was soll das?“, fragte Mila schroff. Alle waren bereit sie anzugreifen. „Ich habe diesem Zauberer für die Ewigkeit mein Leben versprochen!“, war alles was Drago sagte. Die Augen der Dämonen weiteten sich. „Warum?“, legte der Fürst nach. „Er hat mir mein Leben mehr als einmal geschenkt, da ist es meine Pflicht. So hat mein Vater es mich gelehrt!“ „Aber was willst du dann mit dem übrigen Abschaum?“ Aramis spürte, dass es der Vampirin schwer fiel nach dieser Frage von Mila nicht anzugreifen. „Dies ist seine Wahl, nicht meine. Aber so viel sei gesagt, sie verbindet etwas Ähnliches wie mich mit ihm!“ Eine Weile herrschte Stille, bis der Fürst mit einem anderen Dämon darüber diskutierte was sie tun wollten. Zunächst wäre eine Zelle das Beste, doch Mila wandte ein, dass sie für Drago bürgen würde. So wurde entschieden zunächst alle außer Drago in eine Zelle zu bringen. Doch dieses Angebot wollte Drago ebenfalls nicht annehmen, bis sie ihm schließlich sagten doch von einem Zauber ausgehen zu müssen, wenn er sich nicht von ihm entfernen wollte. Danach stimmte Drago widerwillig zu. Die Zellen waren klein, aber jeder kam in eine eigene. Irgendwie war alles sehr eigenartig gelaufen überlegte Aramis. Er hätte gerne gewusst, ob es den beiden Mädchen gut ging, doch da er nicht wusste wer sie hören konnte setzte er sich auf den Boden. Eine Weile passierte nichts, bis einer der Dämonen ihm ein Becher mit Wasser reichte. Zögernd nahm er es entgegen, dann trank er hastig einige Schlucke. Wie viel Durst er gehabt hatte stellte er erst fest, nachdem der Becher fast leer war. Doch eigenartigerweise wurde ihm schwindlig. Er musste sich setzten. Der Raum schwankte, alles drehte sich, dann ließ er den Becher fallen. „Was ist das für ein Geruch?“, hörte er Rebecca schließlich fragen. Antworten konnte er nicht mehr, doch er hörte die Vampirin zischen. Er lag auf dem Boden und hörte, dass Rebecca seinen Namen rief, dann wurde alles dunkel. Plötzlich waren da Stimmen in der Dunkelheit. Eine gehörte zu Drago, der sehr aufgebracht diskutierte. Die genauen Worte verstand er nicht, bis sich ein Zischen zu Wort meldete. „Hört auf euch zu streiten!“, diese Stimme gehörte zu Rebecca, sie legte nach, „erstrecht, wenn ich kein Wort von diesem Gezische verstehe!“ Schlagartig wurde das Zischen, sofern er das beurteilen konnte, noch angriffslustiger. „Wir sollten dieser Vampirin vielleicht mal Manieren beibringen!“ Es war auf dämonisch und es wurde gelacht. Die nächste Stimme gehörte zu Mila. „Drago“, doch weiter kam sie nicht. „Spars dir!“, fauchte dieser. Da wurde es heller. Er schaffte es schließlich die Augen zu öffnen. Die Szenerie war förmlich geladen. Rebecca stand einen Schritt von ihm entfernt, Drago und die Vampirin hatten sich kampfbereit vor vier Wasserdämonen, einschließlich Mila aufgebaut. „Wie redest du bitte mit ihr!“, drohte einer der Dämonen. Doch ehe Drago etwas sagen konnte war die Vampirin schneller. Entgegen allem was sie kurz besprochen hatten antwortete sie auf dämonisch: „Wie sie es verdient!“ Es klang unglaublich bedrohlich. Sie legte noch nach: „Und nur zu, versucht das mit den Manieren!“ Sie leckte sich über die Zähne. Mila war nach dieser Äußerung zwei Schritte zurück gewichen, was Rebecca offensichtlich gefiel. „Du wertlose Vampirin wagst es“, dies war zu viel. Da war wieder diese Entschlossenheit, die Aramis fühlte. Mit einer einzigen Bewegung der Hand war der Dämon nach hinten gegen die Wand befördert worden. Alle drehten die Köpfe und starrten ihn an. Er fühlte sich schlapp, müde, aber bereit für seine Freunde zu kämpfen. Mit wenigen Schritten waren sie bei ihm. Rebecca wollte wissen wie er sich fühle. Mila hatte ihre Begleiter wirksam davon abgehalten gegen sie zu kämpfen. Gerade als sie begann zu sprechen bebte der Boden. Alle sahen sich irritiert an. Ein weiteres Beben, bei dem einige Felsbrocken von der Decke fielen, beunruhigte sie noch mehr. Sie mussten diesen ausweichen. Die Tür flog auf. Ein weiterer Dämon erklärte, dass sie angegriffen wurden. „Meine Herrin, ihr müsst hier sofort weg!“ Mila zögerte, eine weitere Druckwelle erreichte sie. Drago hatte Aramis aus dem Bett gezogen, er schwankte zunächst deutlich, doch dies war für Drago kein Problem. Da tauchte der Fürst auf, sah sich panisch um. Er befahl seine Tochter hier rauszubringen. Diese widersprach jedoch. „Wir werden von Zauberern angegriffen, sie sind sehr gut. Du musst hier weg, schnell!“ „Was ist mit dir?“, fragte sie. Doch er entschied ihr etwas Zeit zu verschaffen. Einen der Dämonen wies er an sie raus zu bringen, ebenso alle die sie auf ihrem Weg finden würden. Alle mussten hier raus. Dies wurde unverzüglich umgesetzt. Doch an die weiteren Dämonen gewandt erklärte er, die vier Gefangenen zu töten. Er unterstellte ihnen die Angreifer direkt her geführt zu haben. Danach verschwand er. Die Dämonen griffen sie an. Doch die Vampirin schien darauf gewartet zu haben, auch Rebecca und Drago schlugen sich hervorragend. Es waren nur eine Handvoll Dämonen gewesen. „Los raus hier!“, entschied Aramis. Gemeinsam rannten sie los, einigen Dämonen folgend. Er selbst deutlich hinten dran. Als sie um die nächste Ecke bogen, führte ein weiterer Tunnel in ihren. Aramis sah sich um. Gerade noch rechtzeitig entdeckte er den heranfliegenden Todeszauber. „Runter!“ schrie er im letzten Moment. So lief der Zauber ins Leere. Doch sie wurden verfolgt. „Schneller“, trieb Drago alle an. Drago schickte Luftdruckwellen, die Wasserdämonen warfen spitze Wasserzapfen und Aramis versuchte ihnen mit Zaubern Zeit zu verschaffen, dennoch waren ihnen ihre Angreifer dicht auf den Fersen. Da entdeckten sie einen Ausgang. Sie waren die ganze Zeit nach oben gelaufen. Am Ausgang angekommen stellte Aramis fest, dass sie an einer Klippe standen. Der Wasserfall war ein Paar Meter entfernt und der Wald direkt hinter ihnen. Die Dämonen stürzten davon. Er selbst sah sich nach seinen Freunden um. Drago half gerade Rebecca auf, die von den Dämonen einfach überrannt worden war. Ihm selbst fiel es schwer auf den Füßen zu bleiben, alles schwankte noch immer. Die Stimme von Mila, ließ ihn den Kopf drehen. „Drago!“, wisperte sie während sie auf ihn zu schritt, „los nichts wie weg hier!“ Sie griff nach seiner Hand, sie wollte ihn mit sich ziehen. „Komm mit mir!“, legte sie sanft nach, denn er war nur ein paar Schritte mit ihr gegangen. Die Vampirin war in der Nähe von Rebecca. Beide sahen auf diese Szenerie. Drago sah Mila an, doch ehe er etwas sagen oder tun konnte kamen Zauberer ihnen nach. Augenblicklich waren sie in Kämpfe verwickelt. „Los wir müssen hier weg“, entschied Mila erneut. Aramis hatte die Zauberer bei dem Angriff auf seine Freunde wirksam zurückgedrängt. Dies brachte ihm überraschte Blicke ein, aber für mehr war keine Zeit. Er konnte sich gleich nicht mehr auf den Beinen halten. Mila griff erneut nach Drago, nickte den Dämonen zu und rannte los. Die Vampirin packte Rebecca, die regungslos Drago nachgesehen hatte, da geschah es. „Nein!“, schrie Rebecca, doch alles war viel zu schnell gegangen. Die Dämonen, denen Mila zugenickt hatte, griffen die Vampirin an, beziehungsweise hatten sie diese in wenigen Sekunden an den Klippenrand gedrängt. Rebecca hatte mit allen Kräften gekämpft, doch es waren zu viele. Drago hatte zwar bei Rebeccas Schrei den Kopf gedreht, aber es waren nur Sekunden. Sekunden in denen Aramis eine Entscheidung traf. Die Dämonen hatten es geschafft, dass die Vampirin fiel. Sie streckte die Hände aus um nach irgendetwas zu greifen und erwischte mit den Fingerspitzen Aramis Hand. Fassungslos starrte sie ihn an, jeder seiner Muskeln zitterte vor Anstrengung. Er selbst war bei ihrem Griff ebenfalls gerutscht, so musste er sich nun seinerseits mit der anderen Hand an dem Klippenvorsprung festhalten. „Wehe du lässt los!“, knurrte Aramis. Sie sah ihn an, eindringlich erwiderte er diesen Blick, da griff sie mit der zweiten Hand nach seinem Unterarm. Er stöhnte schwer und grub die Fingerspitzen in die Felsen, da griff eine starke Hand nach seiner. Drago gemeinsam mit Rebecca zogen die Beiden nach oben. Aramis blieb, auf dem Rücken nach Luft schnappend, liegen. Die Stille wurde erneut von Mila durchbrochen. „Verdammt Drago komm endlich, was willst du mit denen?“ Die Vampirin rappelte sich auf die Füße. Sie zog Aramis hoch, nickte Rebecca zu, ehe die Zwei in Richtung Wald rannten, jedoch entgegengesetzt zu den Dämonen. Am Waldrand blieben beide kurz stehen. Aramis humpelte ihnen nach, aber es fiel ihm sehr schwer. Mila trat erneut zu Drago, doch er löste sich von ihr, folgte Aramis, nahm ihn Huckepack und folgte den beiden Mädchen unter den fassungslosen Blicken der Wasserdämonen. Erst als die Vampirin stoppte machten sie eine Pause. Angespannt lauschten sie nach Verfolgern. Doch Aramis war so erschöpft, dass er erneut das Bewusstsein verlor. Wach wurde er in ihrer kleinen Hütte vor dem Kamin liegend. Er drehte den Kopf. Die Vampirin trat zu ihm. Er hörte Rebecca fragen wie er sich fühle. Doch er konnte sie weder sehen noch ihr antworten. Erneut schlief er ein. „Wie lange war ich weg?“, erkundigte er sich, nachdem er erneut aufgewacht war. Lediglich die Vampirin war mit ihm hier. Sie reichte ihm Wasser. Anschließend musterte sie ihn. Schweigend saßen sie hier, bis Drago mit Rebecca zurückkam. Beide überfielen ihn förmlich, sofort wollten sie wissen wie es aussah. Er bestätigte ihnen sich gut zu fühlen. Nebenbei erfuhr er, dass er vier Tage geschlafen hatte. Weiterhin klärten sie ihn darüber auf, dass die Wasserdämonen ihn vergiftet hatten. Der Fürst war von seiner Verschwörungstheorie zu überzeugt gewesen. Aramis nickte, dann herrschte Stille. Die Situation war angespannt, die Anderen redeten nicht miteinander. Sie brachten so viel Abstand wie möglich zwischen sich. Irgendwann erhob sich die Vampirin und verließ die Hütte. Doch auch jetzt sprach keiner ein Wort. Noch kurz zögerte Aramis ehe er begann: „Würde mir einer von euch erklären, was hier los ist?“ Beide sahen Aramis mit einer Mischung aus Verwunderung und Wut an. Rebecca schüttelte den Kopf, dann verließ sie ebenfalls die Hütte. Daraufhin lehnte Aramis den Kopf an der Wand an, erneut herrschte Ruhe. Rebecca legte sich nach ihrer Rückkehr zum Schlafen. Drago schlief längst. Lange wartete er nicht, sondern erhob sich, schwankte leicht und trat nach draußen. Es war kühl, dennoch setzte er sich mit dem Rücken an die Hütte angelehnt auf den Boden. Der Himmel war sternenklar. In der Entfernung hätte er schwören können Stimmen zu hören, doch da sich diese nicht zu nähern schienen blieb er entspannt. Ein zusammen zucken, da sich die Vampirin geräuschlos genähert hatte, konnte er nicht unterdrücken. Ruhig bat er sie sich zu setzen. Zunächst dachte er sie würde einfach rein gehen, doch nach kurzem Überlegen setzte sie sich ihm gegenüber. Ihr Blick war durchdringend, es kostete ihn allen Mut, doch dann fragte er, ob sie ihm erklären könnte was hier los war. Zur Antwort zog sie lediglich die Augenbrauen nach oben. Den darauf folgenden Seufzer konnte er nicht unterdrücken. Den Kopf ließ er an die Wand fallen um zu den Sternen zu starren. Eine Weile schwiegen sie, bis die Vampirin die Stille durchbrach: „Ich verstehe deine Frage nicht Zauberer!“ Überrascht sah er sie an, dann schilderte er seinen Eindruck von der angespannten Stimmung sowie die massive Distanz die auf einmal herrschte. Da sie nicht antwortete fragte er nach ihrem Namen. Anschließend nach ihrem Alter. Doch sie schwieg. Ihm war irgendwie schlecht, also stand er auf, ging hinein, trank etwas Wasser und setzte sich ans Feuer. Bereits nach wenigen Augenblicken übergab er sich mehrfach. Die Vampirin war gleich bei ihm, auch hatte er Drago und Rebecca geweckt. Sein Atem ging sehr schwer. „Du hast Fieber“, stellte Rebecca besorgt fest. Er hingegen schüttelte nur den Kopf. Er stand auf, er schwankte nach draußen, wo er prompt in die Knie sank. „Aramis“, begann Drago, „das war ein starkes Gift! Es ist ein Wunder, dass du noch am Leben bist. Du musst dich unbedingt ausruhen!“ Aber Aramis sah alle abwechselnd an, dann kroch er auf allen Vieren von ihnen weg, bis er einen Baum erreichte an dem er sich anlehnen konnte. Die Drei waren ihm nicht gefolgt, standen aber regungslos an der Hütte. Sie starrten ihm nach. Die Erschöpfung machte sich bemerkbar, er schlief ein. Wach wurde er von einem Regentropfen. Es regnete in Strömen. Der Baum bot ihm etwas Schutz. Ob es schon wieder oder immer noch dunkel war konnte er nicht sagen. Dennoch stand er auf um mit wackligen Beinen zur Hütte zurück zu kehren. Diese war jedoch vollkommen leer. Nachdem er sich gestärkt hatte, setzte er sich ans Feuer und drehte seine Kette in den Fingern hin und her. „Warum ausgerechnet ein Unendlich-Zeichen?“, die Vampirin setzte sich zu ihm. „Weil ich glaube, dass es Dinge gibt, die unendlich sind.“ „Ach und welche?“ „Das sieht vermutlich jeder etwas anders“, erklärte er und endete mit, „bei mir ist es Freundschaft. Ich glaube, dass wahre Freundschaft etwas ist, was verbindet, es wert ist dafür zu kämpfen. Freundschaft ist unendlich!“ Sie schien über seine Aussage nachzudenken, bis Drago die Hütte betrat. „Wie fühlst du dich?“, fragte dieser. Es ginge ihm gut erklärte er gerade, da kam auch Rebecca herein. Wieder waren alle schlagartig angespannt, außer der Vampirin. „Aramis“, begann sie plötzlich, was ihr überraschte Blicke einbrachte. „Mein Name ist Nora und ich bin 16 Jahre alt! Die Situation hier ist angespannt, weil die Wölfin Gefühle für den Dämon hat“, weiter kam sie nicht, denn Rebecca hatte sie wütend angefaucht was zum Geier das sollte. Nora drehte lediglich kurz den Kopf in ihre Richtung, dann fuhr sie vollkommen ruhig an Aramis gewandt fort: „Es hat ihr demnach nicht besonders gefallen die Wasser Dämonin mit ihm zu sehen.“ „Was?“, fragte Drago dazwischen. Er sah die beiden Frauen abwechselnd an. Rebecca war auf den Füßen und funkelte Nora wütend an. Drago stand ebenfalls auf. „Was soll dieser Quatsch?“, knurrte Drago, dabei schritt er drohend auf die Vampirin zu. Kurz blickte sie auf Aramis, dann stand sie ihrerseits auf. Wieder sprach sie: „Dies ist nun einmal Fakt. Was das Ganze angespannt sowie anstrengend macht ist die Tatsache, dass ihr nicht bewusst ist, dass er trotz aller Bemühungen dieser Dämonin nicht mit ihr gegangen ist!“ „Was fällt dir eigentlich ein“, fauchte Drago, er wollte auf sie losgehen, doch Rebecca war zwischen sie getreten. Beinahe tonlos fragte sie, warum er nicht mit seinesgleichen gegangen war. Diese Frage sorgte für Stille. Bis erneut Nora diese durchbrach: „Nun ja Dämon, vielleicht solltest du dir bewusst machen, dass sie im Gegensatz zu dir nur darauf wartet zu einem Rudel zurück zu kehren. Dort wärst du trotz deiner Emotionen fehl am Platz.“ Den Beiden fiel gerade die Kinnlade herunter, während die Vampirin vollkommen ausdruckslos die Hütte verließ. Erst jetzt wurde Aramis bewusst, was sie gesagt hatte und vor allem wie sehr er die Situation bisher falsch eingeschätzt hatte. Fakt war, jetzt war die Situation angespannt. Rebecca stiegen Tränen in die Augen. Sie verließ die Hütte. Drago vergrub das Gesicht in den Händen. „Drago“, begann Aramis, „Gefühle hat man einfach. Das ist nichts was man logisch erklären kann. Es spielt doch überhaupt keine Rolle, was jemand ist!“ Wenige Momente vergingen, dann funkelte Drago ihn wütend an. Er kam auf ihn zu, zog ihn an der Kehle auf die Füße ehe er tief grollte um dann die Hütte zu verlassen. Eine Weile wartete er, da niemand wieder kam setzt er sich draußen hin. Hier kam nach einigen Minuten Nora zurück. „Du kannst noch immer nicht kämpfen Zauberer!“, begann sie, „los auf die Füße, wir trainieren!“ Zunächst hielt er dies für einen Scherz, doch dem war nicht so. Doch sie war deutlich rücksichtsvoller, denn sie schlug ihn nicht wie bisher zusammen. Dennoch knurrte sie, fletschte die Zähne und zischte genervt. Plötzlich kam Drago dazu. Er nahm Kampfhaltung ein und winkte Nora zu sich. Anhand dessen sollte sich Aramis ein Bild machen. Sie kämpften in Zeitlupe. Schließlich kam Rebecca dazu. Also trainierten sie alle Vier gemeinsam. Sie beschränkten ihre kompletten Gespräche ausschließlich auf das Kampftraining. Mit Aramis gingen sie noch vorsichtig um, er sollte sich nach der Meinung von Rebecca und Drago noch etwas ausruhen. Doch dies lehnte Nora deutlich ab. „Was einen nicht umbringt, macht einen nur stärker und das kann er definitiv gebrauchen!“ Darüber schüttelte Rebecca nur den Kopf und bezeichnete Nora als herzlos. Dies hatte jedoch nicht den gewünschten Effekt, denn Nora nahm dies eher als Kompliment.
Vier Freunde
Die nächsten Wochen trainierten sie jede Nacht, da Nora sich tagsüber ausschließlich in der Hütte aufhielt, passten die anderen Drei sich an ihren Rhythmus an. Gespräche fanden nur über das Training oder das Besorgen von Vorräten statt. Nach einer weiteren Nacht des Trainings konnte Aramis nicht einschlafen. Also stand er auf. Alle schliefen weit voneinander entfernt. Genau dieses Bild zeichnete sich inzwischen bei allem ab, außer beim Training. Hier waren sie aber auch auf Nähe angewiesen. Selbst direkt nach ihrer Flucht hatten sie nicht so viel Abstand zwischen sich gehabt. Besonders für Rebecca und Drago tat es ihm leid, aber auch für seine Freundschaft zu ihnen, die sie wohl nicht mehr erwiderten. Traurig trat er nach draußen, langsam auf den Rand der Klippe zu. Es lag Schnee, der Winter hatte sie längst eingeholt. Der Blick auf das Dorf ließ ihn überlegen, wann das neue Jahr beginnen würde oder ob sie dies vielleicht bereits verpasst hatten. Es war Geschrei und die Kinder tobten im Schnee. Er überlegte was er in den letzten Monaten alles erlebt hatte, dabei entschied er, etwas zu ändern. Allein lief er ausnahmsweise bei Tageslicht los, sammelte Vorräte, sofern dies bei dem Schnee möglich war, während er immer weiter lief. An manchen Dörfern kam er vorbei, machte aber einen Bogen. Ihm war nicht aufgefallen wie lange er unterwegs gewesen war, bis es schließlich dämmerte. Offenbar war er durch das Training zumindest fitter geworden, vor ein paar Monaten hätte er sicherlich längst umgedreht. Doch nun stand er hier, Kilometer weit von der Hütte entfernt und hörte Stimmen. Sofort versteckte er sich hinter dicht beieinander stehenden Bäumen. Doch die Personen schienen sich zu entfernen. Gerade in dem Moment als er entschied schnellstens zurück zur Hütte zu gehen waren da Pferde zu hören. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, langsam und vorsichtig folgte er den Geräuschen, um dann wie erstarrt stehen zu bleiben. Er war geradewegs in ein Lager von Soldaten gelaufen. „Der Kommandant wird sicher zufrieden sein, wenn wir ihm berichten, dass auch dieses Dorf entkernt wurde!“, begann einer während etliche zuversichtlich nickten. „Wobei um die eine oder andere Schlampe war es echt schade, wie die so um ihr Leben gebettelt haben!“ Sie prosteten sich lachend zu. Bei diesen Worten war Aramis wie in Trance. Er folgte den Pferdespuren zurück. Wie lange er gelaufen war konnte er nicht sagen, doch das Bild, welches sich ihm am Ende der Spur zeigte ließ ihn auf die Knie sinken. Es war ein kleines Dorf, die Häuser waren niedergebrannt. Langsam kämpfte er sich auf die Füße um sich umzusehen. Sie hatten keine Ausnahmen gemacht, jeder hier war getötet worden egal ob alt ob jung ob Frau ob Mann. Überall war Blut und tote Menschen sowie Tiere. Sie hatten die Meisten geköpft. Anschließend die Köpfe aufgetürmt. Überall waren Fliegen. Ebenso suchten die ersten Vögel nach Futter. Ein paar der Pferde auf einer Koppel zappelten noch. Also bewegte Aramis unter Tränen die Finger für einen Todesfluch damit er sie erlösen konnte. So lief er einmal durch das komplette Dorf, sah sich um und rief, doch niemand antwortete oder war am Leben. Auf dem Weg langsam zurück sah er einen jungen Mann, der noch immer die Hand eines geköpften Jungen hielt. Sein eigenes Gesicht war voller Blut, doch er hatte ihn offenbar nicht allein gelassen, auch nicht im Sterben. Es war dunkel geworden, nur die letzten Reste des Feuers erhellten die Nacht. So saß er am Dorfrand während er vor sich hin starrte. „Aramis“, ruckartig drehte er den Kopf. Drago, Rebecca und Nora standen hinter ihm. „Sag mal spinnst du? Wir haben uns Sorgen gemacht!“, fauchte Rebecca doch er starrte wieder vor sich auf den Boden. Sie brauchten eine Weile bis sie wahrnahmen warum er das tat, dann liefen auch sie ein Stück weit in das Dorf. Anschließend setzten sie sich zu ihm. „Es ist wohl keiner mehr am Leben?“ Aramis beantwortete Dragos Frage mit Kopfschütteln. Die Frage, ob er dabei gewesen sei verneinte er. Ein Moment verging ehe er sie anfauchte: „Ja glaubt ihr ich hätte einfach tatenlos zugesehen?“ Vor lauter Zorn war er aufgesprungen und funkelte sie wütend an. Die Drei waren ebenfalls auf den Füßen, während Drago nach den richtigen Worten suchte schritt Nora drohend auf ihn zu. „Das kannst du dir sparen!“, begann Aramis, „ich habe keine Angst vor dir!“ Alles geschah viel zu schnell, sie griff ihn an. „Nora!“, schrie Rebecca, doch diese ignorierte die Aufforderungen sie solle Aramis in Ruhe lassen. Sie schlug nach seinem Kopf, er duckte sich weg, sie trat nach ihm, er wehrte sie ab, sie ließ nicht locker, doch er dieses Mal auch nicht. Sie war schnell und traf ihn immer wieder, bis er schließlich nicht mehr schnell genug auf den Füßen war. Sie legte ihm ein Messer an die Kehle. Sie fixierte ihn mit einem Knie auf seinem Oberkörper. Drohend zischte sie. „Das reicht jetzt!“, fauchte Drago. Doch sie reagierte nicht. Aramis schloss für einen Moment die Augen, dann passierte es innerhalb von Sekunden. Trotz dem Messer nahm er alle Kraft zusammen und setzte sich auf. „Nein!“, schrie Rebecca als Nora einen winzigen Moment zu langsam war, um samt Messer von ihm weg zu weichen. Sie saß zirka einen Meter von ihm entfernt auf dem Boden. Alle sahen ihn fassungslos an. Entschlossen wischte er sich das Blut von der Kehle. Es war kein tiefer Schnitt. Zum ersten Mal sah er Nora vollkommen ratlos, ihre Finger zitterten. Auch Drago und Rebecca waren schneeweiß. Keiner von ihnen in der Lage etwas zu sagen. Aramis schloss erneut die Augen, dachte an die Leichen der beiden Jungen, dann stand er entschlossen auf. Entschieden reichte er seine Hand Nora um ihr hoch zu helfen, doch diese schlug sie weg, stand ruckartig auf und kam erneut drohend auf ihn zu. „Verdammt Zauberer was soll das?“ „Sie hat verdammt recht!“, stimmte Drago wütend zu. Dies irritierte Nora kurz, doch dann funkelte sie Aramis weiter drohend an. „Das könnte ich euch genauso fragen!“, fauchte er. Diesmal wich Nora einen Schritt zurück. Die Reaktion blieb aus. „Los, kommt mit!“ Seiner Aufforderung folgten sie. Er führte sie zu den beiden Jungen. „Seht euch das an!“ Eine Weile musterten sie die Situation. „Ich würde für jeden von euch das Gleiche tun wie er!“ Nach diesen Worten lief er ein paar Schritte weg. „Ich bin mir sicher jeder von euch hat sich sein Leben anders vorgestellt! Aber leider können wir uns das nicht aussuchen, aber wir können entscheiden was wir nun daraus machen wollen“, wieder schwieg er einen Moment, „für mich ist mein Weg ganz klar. Ich will sowas wie das hier verhindern und werde alles dafür tun was nötig ist. Auch wenn es mich mein Leben kostet, denn ganz ehrlich es bedeutet mir nichts!“ Bei dieser Aussage sah er entschlossen auf Nora. „Ihr bedeutet mir etwas, eure Leben. Ich verstehe, wenn ihr einen anderen Weg für euch wählt, aber eines solltet ihr wissen, ich würde mich geehrt fühlen euch als meine Freunde an meiner Seite zu haben. Doch nicht so wie in den vergangenen Wochen, entweder wir gehen als wahre Freunde, denn das seid ihr für mich oder es macht keinen Sinn. Eure Entscheidung!“ Nach diesen Worten lief er davon. Er machte sich auf den Rückweg zur Hütte, er brauchte Sachen. Drago war der Erste bei ihm, er reichte ihm die Hand. „Bis zum Ende mein Freund!“, erklärte Drago. Rebecca holte sie ein, blieb jedoch auf Abstand. Schweigend liefen sie weiter. Bei der nächsten Rast räusperte sich Drago. „Ich wollte dich nicht verletzen oder enttäuschen. Dafür bist du mir zu wichtig. Mila ist eine Dämonin und unter anderen Umständen wäre sie wohl die logische Wahl, aber was ist in diesen Zeiten schon logisch.“ Ruhig wartete er ihre Reaktion ab. Einen Moment starrte sie ihn einfach nur an, dann lächelte sie. „Schön, dass du nicht mit ihr gegangen bist!“ Nun wandte sich Drago an Aramis: „Das in der Hütte“, weiter kam er nicht, denn Aramis winkte ab und meinte längst vergessen. Noch einen Moment ruhten sie sich aus, ehe sie weitergingen. Drago mit Rebecca vor ihm. Er drehte sich um, er war sich sicher, dass sie seit ihrer Rast beobachtet wurden. Endlich erreichten sie die Hütte, doch die Sonne würde bald aufgehen. Aramis entschied alles nötige zusammen zu packen, dann etwas zu schlafen und zur Dämmerung aufzubrechen. Gesagt getan. Rebecca sah wehmütig auf den vierten Rucksack, den sie trotzdem gepackt hatten. Drago nahm diesen zusätzlich mit. In einiger Entfernung sahen sie auf die Hütte zurück, dann drehten sie sich um. Zielstrebig marschierte Aramis voran. Sein Ziel war klar, das Lager der Soldaten. „Schön, dass du da bist!“, erklärte Rebecca entschlossen, nachdem Nora den Rucksack von Drago entgegen genommen hatte. So schritten die Vier weiter voran. Bei der Rast erklärte Aramis was er vorhatte. Sie würden den Soldaten folgen oder das Lager zerstören. Damit waren alle einverstanden. „Du kämpfst immer noch nicht gut genug!“, durchbrach Nora das Schweigen. „Kommt darauf an, wie du gut genug definierst“, legte Aramis nach. Sie rollte mit den Augen während sie den Kopf schüttelte. „Klar so gut wie du bin ich nicht“, begann Aramis, da fügte Drago an, „wie solltest du auch? Sie hat seit ihrer Geburt kämpfen gelernt!“ Dies führte zu irritierten Blicken von Rebecca und Aramis. Abwechselnd sahen sie die Beiden an. Noras Blick haftete auf Drago. Rebecca forderte Drago zu einer Erklärung auf. Dieser senkte kurz den Blick, ehe er begann zu erklären bei dem Angriff auf die Vampire dabei gewesen zu sein. „Du hast für die Königin gekämpft, versucht ihre Tochter zu retten. So wie du kämpfst gehörtest du sicherlich zur Elite der Königin“, endete er vorsichtig. Schlagartig stand Nora auf und verschwand. Betreten sah Drago zu Boden. Schließlich folgte Rebecca Nora, damit sie aufbrechen konnten. Nach einer Weile kamen beide Frauen zurück. Während sie durch die Nacht liefen schwiegen sie. Da waren Geräusche. In Deckung gehend lauschten sie den Stimmen sowie dem Hufgetrappel der Pferde. Langsam pirschten sie sich näher heran. Die Soldaten machten sich zum Aufbruch bereit. Dies wunderte Aramis, warum sollten sie nachts weiter ziehen. Vorsichtig teilte er diese Gedanken mit den Anderen. Diese waren ebenfalls beunruhigt. Dennoch blieben sie, wo sie waren, bis die Soldaten sich in Bewegung setzten. Mit einigem Abstand folgten sie ihnen die ganze Nacht durch den Wald, immer tiefer hinein. Bis sie schließlich anhielten. Ein Mann auf einem Pferd gab Befehl hier das Lager aufzuschlagen, um dann nur mit der Kampfausrüstung weiter zu gehen. „Pünktlich zur Dämmerung“, erklärte ein Mann der die Finger bewegte um ein Zelt aufzubauen. „Zauberer“, formte Nora die Lippen. Die Truppen machten sich auf den Weg. Doch Nora führte sie parallel zu ihnen weiter über Wurzeln mitten durch dicht bewachsenen Wald mit Schnee. Rebecca meinte sie würden leicht zu verfolgen sein, doch dies war zunächst ein nachrangiges Problem. Der Angriff wurde befohlen, doch sie konnten nicht erkennen worauf. Erst beim Aufheulen eines Wolfes wussten sie es. Es war ein Lager von Werwölfen, nur mit dem nötigsten ausgestattet. Einen Moment lang sahen sie sich an, Aramis schloss kurz die Augen während er nach seiner Kette griff. Die anderen Drei warteten auf seine Reaktion. „Passt auf euch auf!“, entschied Aramis ehe er auf das Kampfgeschehen zu rannte. Nora hatte ihn bereits nach wenigen Metern überholt. Die Soldaten hatten gegenüber den Werwölfen den Überraschungsmoment auf ihrer Seite, doch mit den Vier hatten sie nicht gerechnet. Nora war unglaublich schnell, gerade riss sie einen Soldaten in Stücke der sein Messer in einen Wolf gerammt hatte. Nicht nur die Soldaten waren irritiert über ihre Angreifer, auch die Wölfe. Doch sie waren für den Moment zu beschäftigt mit kämpfen, was die Wölfe beherrschten. Seine drei Freunde schlugen sich mindestens genauso gut, auch wenn er sich sicher war, dass mit Nora keiner mithalten könnte. Drago und Rebecca hatten immer ein Auge aufeinander und Aramis half seinen Freunden wo er konnte. Im Vergleich zu den letzten Kämpfen schlug sich Aramis um Welten besser. Doch seine magischen Fähigkeiten schienen ihm noch immer nicht so richtig zu gehorchen. Zum Glück schafften sie es ohne diese die Soldaten in die Flucht zu schlagen. Doch manche der Wölfe folgten diesen. Erneut sah sich Aramis nach seinen Freunden um. „Alles okay bei euch?“ Sie hatten ebenfalls einstecken müssen, doch Aramis am meisten. „Das sollten wir eher dich fragen“, lächelte Drago. Binnen weniger Sekunden wirbelte Nora herum um den Werwolf quer über den Platz zu befördern, der gerade Drago angreifen wollte. Sie selbst landete mit einer unglaublichen Leichtigkeit, fauchte und zischte die Werwölfe angriffslustig an. Diese hatten sich um sie herum aufgestellt. Doch von Dankbarkeit oder etwas freundlichem war nichts übrig. Das Knurren der Wölfe war allgegenwärtig. Drago war ebenfalls zurück in Kampfhaltung. „Becca nicht“, begann Drago, doch Rebecca trat den Wölfen entschlossen entgegen. Einer der Wölfe schien dies als Aufforderung für einen Kampf zu sehen. Dieser trat seinerseits auf Rebecca zu. Sie stellte einen Fuß etwas zurück, drehte sich leicht seitlich ehe sie ihn mit der Hand heranwinkte. Drago schien unter Strom zu stehen, die Luft um sie herum wirkte als würde sie zittern. Doch in dem Moment als dieser Wolf sie angreifen wollte kehrten die Wölfe, die die Soldaten verfolgt hatten zurück. Einer von diesen sprang vor Rebecca. Er knurrte, sogleich wichen alle zurück. Der Wolf wandte sich um, hob die Nase, um sich kurz darauf in einen Mann zu verwandeln. Aramis hätte ihn deutlich älter als sich selbst geschätzt, aber doch sehr trainiert, kurze pechschwarze Haare sowie durchdringende haselnussbraune Augen. Er musterte die Vier. „Dein Vater wäre glücklich dich am Leben zu wissen!“ Nach diesen Worten des Werwolfes warf sich Rebecca in seine Arme. Jetzt gaben Nora und Drago ihre Kampfhaltung auf. Über Rebeccas Gesicht liefen Tränen. Auch die übrigen Werwölfe verwandelten sich in Menschen. „Dante“, begann einer, „es wäre töricht diese Kreaturen am Leben zu lassen! Maximal der Zauberer könnte uns nützlich sein, auch wenn ich davon abraten würde!“ Der Mann löste sich von Rebecca, zog sie hinter sich und schien etwas abzuwägen. „Tötet sie!“, entschied er. „Was? Nein!“, fauchte Rebecca, riss sich los und stellte sich dazwischen. Dies brachte ihr erstaunte Blicke ein. „Ein Zauber, Dante! Wir müssen sie vor sich selbst schützen!“, erwiderte ein weiterer. Drago kam drohend einen Schritt nach vorn. „Sie alle stehen unter einem Zauber!“, schlussfolgerte Dante. „Wir stehen unter gar keinem Zauber“, weiter kam Rebecca nicht, denn Dante wollte sie aus der Schusslinie bringen. Doch da hatte er die Rechnung ohne Drago gemacht. Dieser hatte ihn mit einer Wand aus Luft auf Abstand gebracht. Schlagartig hatten sich alle Wölfe einschließlich Dante verwandelt damit sie wieder zum Angriff übergehen konnten. Verstärkt auf Drago sowie auf Aramis. Rebecca versuchte sich lediglich aus dem Kampfgeschehen heraus zu halten. Doch sie rief, dass sie sich gegenseitig nicht verletzten sollten. Jetzt musste Aramis wieder feststellen, dass Nora Recht hatte, er kämpfte längst nicht so gut wie sie oder Drago. Während er im Augenwinkel wahrnahm, dass sich manche der Wölfe wieder in Menschen verwandelt hatten um Rebecca festzuhalten, setzten sie Drago immens zu. Dieser, ebenso Nora, versuchten sich an Rebeccas Bitte zu halten. Aramis hatten sie umzingelt. Sie warteten nur noch darauf ihn zu zerfetzen. „Drago“, schrie Rebecca panisch, denn bei ihm schienen sie im Gegensatz zu Aramis nicht mehr auf weitere Anweisungen gewartet zu haben. Vielleicht deshalb, weil Dante einer von ihnen war. Ihre Zähne bohrten sich überall in Dragos Haut, es waren zu viele. Da kämpfte sich Nora zu ihm durch, die Beiden standen Rücken an Rücken, die Werwölfe erneut auf Abstand. „Hört auf damit, bitte!“, schrie Rebecca verzweifelt. Doch es war Dante, der den Kopf zu den Wölfen um Aramis herum drehte. Noras und Dragos Blick traf den von Aramis, dann knurrte Dante. Sofort stürzten die Wölfe auf sie alle zu. Aramis schloss die Augen, ließ den Blick seiner Freunde ebenso das verzweifelte Schreien von Rebecca Revue passieren, dann bewegte er die Finger. Es war wie eine Art Druckwelle, gefolgt von Aufheulen und dumpfen Aufschlägen. Vollkommene Stille, erst dann öffnete er die Augen. Seine drei Freunde sahen ihn überrascht an. Die Wölfe lagen in einiger Entfernung auf dem Boden. Viele kämpften sich langsam auf die Füße, schüttelten sich und starrten die Vier fassungslos an. „Alles okay bei euch?“, fragte Aramis sobald er auf seine Freunde zuschritt. Alle bestätigten dies. Besorgt musterte er dennoch Dragos wie auch Noras Verletzungen. Nora zeigte jedoch auf ihn selbst. Vorsichtig sah er nach unten, er war ebenfalls verletzt. Dennoch wandte er sich nun um. Ruhig kam er auf die Wölfe zu. Seine Freunde folgten ihm. Schließlich war es Dante der sich verwandelte. „Tut mir leid, aber ich werde nicht zulassen, dass irgendjemand meinen Freunden etwas tut!“ Absolute Entschlossenheit war in Aramis Stimme zu hören. Kurz musterte ihn Dante ehe er sich an Rebecca wandte: „Los komm, lass uns gehen!“ Die Werwölfe folgten dieser Ansage. Sie wandten sich in Richtung Wald um, aber Rebecca bewegte sich nicht von der Stelle. „Rebecca, komm schon! Du bist die Tochter eines Alphas! Dir werden ganze Rudel gehören!“ Sie trat auf Dante zu, dieser nickte zufrieden, lief erneut weiter, um dann auf sie zu warten. Ihr liefen Tränen übers Gesicht. Da nahm Nora sie in den Arm und wandte sich dann zum Gehen um. „Pass auf dich auf!“, bat Aramis bei seiner Umarmung. Sie griff nach ihrer Kette und lächelte ihn dankbar an. Drago lächelte, zog sie kurz an sich, ehe er erklärte: „Freu dich, das ist das was du wolltest. Dein Traum den du hattest! Glaub an deine Träume, es ist das was dich ausmacht!“ Die Drei liefen weiter, blieben jedoch nochmal stehen. Rebecca war Dante und den Wölfen gefolgt, doch hatte plötzlich angehalten. Sie drehte den Kopf abwechselnd hin und her. Dante wollte wissen worauf sie noch wartete. Sie rannte auf ihn zu, schloss ihn in die Arme, was diesen irritierte. Rückwärts wich sie von ihm weg, er rief ihr nach, doch sie drehte sich um und rannte los, auf sie zu. Etwas außer Atem kam sie bei ihnen an. Auf Dragos Frage, was das alles sollte erwiderte sie vollkommen entspannt, ihre Träume hätten sich geändert. Noch einmal warfen sie einen Blick auf die Wölfe ehe sie zu viert weiterzogen. Nora führte sie an einen Bachlauf in dem sie die Wunden reinigen konnten. Nora suchte unter dem Schnee Kräuter und verteilte sie. Nur kurz verweilten sie hier. Diesmal versuchten sie jedoch weiterzukommen ohne Spuren zu hinterlassen. Die Sonne schien inzwischen, weshalb Nora sich vermehrt im Schatten bewegte bis sie schließlich einen Rastplatz fanden. Eine Anhöhe, von der sie einen guten Überblick hatten. Sie machten ein Feuer. Eine Weile schwiegen sie bis Aramis diese durchbrach. „Du hattest Recht!“, erklärte er Nora, diese sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Ich bin immer noch nicht gut genug zum Kämpfen!“ „Spinnst du?“, fauchte Drago, „du hast uns alle gerettet!“ „Ja, aber mit Magie!“ „Das ist doch vollkommen egal!“ Drago starrte ihn irritiert an. Weiterhin begann Drago zu erklären, dass sie alle magische Wesen wären. Jeder hätte seine Stärken sowie Schwächen. „Es geht darum, diese zu kennen und mit deinen Stärken auszugleichen! Wen interessiert es, wenn ich ein absolut schmächtiger Dämon wäre, der körperlich nicht kämpfen kann, wenn ich meine dämonischen Fähigkeiten perfekt beherrsche?“ Aramis ließ den Kopf sinken. Rebecca lächelte ihn aufmunternd an. Doch Aramis entfernte sich von ihnen. Eine Weile lief er ziellos durch die Gegend, bis er über Hufspuren stolperte. Dies würde ihr nächstes Ziel werden. An einem Baum anlehnend versuchte er seine Gedanken zu sortieren. Er fühlte sich noch immer so unnütz. Er gefährdete das Leben seiner Freunde, nur weil er etwas tun wollte, wofür er offenbar nicht gemacht war. Wie konnte er da von wahrer Freundschaft sprechen. Leise fluchte er vor sich hin. „Auch wenn ich es ungern zugebe, der Dämon hat Recht!“ Beim Klang von Noras Stimme wirbelte er herum. „Du verstehst das nicht!“ „Nun hör mir mal gut zu Zauberer, denn ich werde dies nur ein einziges Mal sagen!“, legte sie drohend nach, „du hast uns alle mehr als einmal gerettet und dies auf mehr als nur eine Weise! Du kämpfst für etwas wofür es sich lohnt, wenn wir dies nicht so sehen würden, würden wir dir nicht folgen. Auch nicht, wenn wir an deinen Worten was deine Freundschaft angeht den Funken eines Zweifels hätten!“ Nach diesen Worten ging sie entschieden davon. Noch einen Moment ließ er ihre Worte sacken, dann machte er sich auf den Rückweg. Zurück beim Feuer sah er, dass Nora jagen gewesen war. Entschlossen nickte Aramis seinen Freunden zu ehe er von den gefundenen Spuren erzählte. Sie brachen auf. Der Spur zu folgen gestaltete sich aufgrund der Schneeverwehungen eher schwierig, doch Nora fand gemeinsam mit Rebecca immer wieder Anhaltspunkte. Bereits bei Tagesanbruch hatten sie ein weiteres Lager von Soldaten gefunden. Doch dieses war größer als das Letzte. Sie blieben auf Abstand. Zunächst beobachteten sie dieses für zwei Tage, es war äußerst anstrengend, da sie nicht weiter weg wollten um nichts zu verpassen, aber zu nah dran waren um etwas zu schlafen oder normal zu essen oder zu trinken. Geschweige denn miteinander zu sprechen. Doch in den frühen Morgenstunden sammelten sich die Soldaten um los zu marschieren. Langsam folgten die Freunde ihnen. Doch an einer Gabelung trennten sich die Soldaten. Sie blieben stehen. Drago schlug vor sich ebenfalls aufzuteilen doch dies verneinte Aramis. Es wäre zu gefährlich. So folgten sie den Soldaten, die nach links gegangen waren. Leider liefen sie noch eine ganze Weile hinter ihnen her, was Aramis Vorstellung eventuell noch rechtzeitig zu den Anderen zu kommen langsam schwinden ließ.
Besondere Kräfte
In seinen Gedanken versunken wäre er beinahe gegen Drago gelaufen, doch dieser hielt ihn rechtzeitig auf. Die Soldaten hatten sich versammelt, sprachen noch etwas miteinander, dann stürzten sie los. Nora sah noch mal zum Himmel, die Sonne hatte sich bisher kaum gezeigt, dennoch schien sie besorgt. Dieses Mal konnten sie nicht sofort einschätzen was die Soldaten angriffen, doch nachdem Aramis gerade noch rechtzeitig einen Folterzauber abwehren konnte, welcher auf Rebecca zuflog, waren sie sich sicher. Im Dorf angekommen bestätigte sich die erste Vermutung. Es waren Zauberer. Die Soldaten hatten Mühe gegen diese, aber auch sie hatten Zauberer bei sich. Diese waren besser. So mischten sich die Vier ins Geschehen ein. Mit diesen vielen Zauberern unter den Soldaten hatten auch Aramis Freunde Probleme. Dennoch schlugen sie sich wacker. Drago riss gerade einen Soldaten vom Pferd der mit einem Sperr auf Rebecca losgehen wollte. Alles passierte Schlag auf Schlag. Er selbst hatte seine Freunde schon so oft vor Flüchen retten müssen, dass er kaum nach den Bewohnern schauen konnte. Bis dieser Schrei ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ. Ruckartig drehte er sich um. Es war ein Mann der vor einem Soldaten in die Knie ging. „Bitte, tut mit mir was ihr wollt, aber verschont die Mädchen!“ Die Kämpfe waren verstummt, jeder schien diese Szenerie anzustarren. Ein paar der Soldaten hatten zwei junge Frauen fest im Griff. Einer von Beiden waren bereits Schnitte im Gesicht zugefügt worden. Ihr liefen Tränen über die Wangen. Die Andere konnte ihren Blick nicht von dem Mann auf den Knien lassen. Seine Atmung ging rasselnd, dennoch sah er von dem Soldaten vor sich nicht weg. Dieser bewegte die Finger, abermals schrie die junge Frau. Hierfür erhielt sie weitere Messerschnitte im Gesicht. Der Mann lag bäuchlings auf dem Boden, doch kaum war er etwas zu Luft gekommen rappelte er sich auf alle viere, daraufhin trat der Soldat auf ihn ein. Er schnippte mit den Fingern. Da kamen zwei weitere Soldaten, um ihn auf die Füße zu ziehen. „Sieh gut hin, du darfst zusehen, was wir mit solchen Schlampen machen!“, höhnte er. Entschlossen trat er auf die Frau zu, deren Gesicht bis auf ein paar blaue Flecke nicht verletzt war. „Auf die Knie mit ihr“, befahl er, öffnete seine Hose und flüsterte weiter, „schön brav sein!“ Gehässig grinsend sah er auf den Mann, der sich nach Leibeskräften wehrte. Jetzt zischte Nora an Aramis Seite. Er drehte den Kopf zu ihr ehe er entschlossen nickte. „Hey“, rief er daraufhin. Dies schien alle etwas zu irritieren. Nora hatte den Kopf gesenkt und sah zu Boden. „Ich an deiner Stelle würde die junge Frau in Ruhe lassen!“ Gelächter ertönte nach diesen Worten von Aramis. „Und wer bitte glaubst du zu sein, dass du mir Ratschläge erteilst?“, höhnte der Soldat. „Ich? Ich bin Aramis und das hier sind meine Freunde!“ Die Vier waren eher unscheinbar. Rebecca wirkte einfach wie eine junge Frau die maximal kämpfen konnte und solange Nora zu Boden sah wirkte auch sie nicht weiter bedrohlich. „Ach, du denkst mit dem Luftdämon könntest du uns einschüchtern?“ Erneutes Lachen. Ein anderer Soldat warnte ihn viel mehr der Dämon würde eher Interesse an ihrer Seite haben. Dann wandte sich der Soldat erneut der Frau auf Knien zu. „Dumme Idee!“, knurrte Aramis. Der Soldat drehte genervt den Kopf, doch dann wurde er schneeweiß. „Ein Vampir“, schrie eine Dorfbewohnerin panisch, dann ging es viel zu schnell. Nora war blitzschnell bei dem Soldaten angekommen, sie hatte auf dem Weg dorthin entsprechende Unterstützung ihrer Freunde, denn sie hatten die angreifenden Soldaten einfach getötet. Den überheblichen Soldaten hatte Nora gegen die nächste Hauswand befördert. Er holte gerade Luft, wollte etwas sagen, da knackte es und er lag mit gebrochenem Genick auf dem Boden. Aramis wirbelte herum. Er befreite die beiden jungen Frauen. Drago den Mann dazu. So liefen die Kämpfe weiter, doch die Bewohner kämpften ebenfalls gegen seine Freunde. Nachdem die Soldaten auf eine Minderheit geschrumpft waren ergriffen diese die Flucht. Doch hier folgte ihnen niemand, sie kämpften weiter gegen Aramis mit seinen Freunden. Sie hatten sich bisher nur verteidigt, was dazu geführt hatte, dass Drago nun mit dem Rücken zur Wand stand. Die Zauberer bewegten die Finger für Todeszauber, da ertönte ein tiefes knurren. Aramis drehte irritiert den Kopf. Da stand eine pechschwarze Wölfin an der Stelle, wo eben noch Rebecca gestanden hatte und rannte auf die Zauberer zu. Sie warf sie gegen die Wände, dann baute sie sich schützend, sowie Zähne fletschend vor Drago auf. Nora hatte es ebenfalls schwer. Abermals schloss Aramis die Augen bewegte beide Hände bis er wieder diese Druckwelle spürte. Die Zauberer riss es, wie zuletzt die Werwölfe, von den Füßen. Aber dieses Mal war Aramis sauer. Entschlossen lief er auf die Zauberer zu, die sich mühsam auf die Füße kämpften. Ängstlich wichen sie vor ihm zurück. Er holte Luft zum Schreien, um zu fragen was zum Geier ihr Problem war, doch er entschied sich anders. Enttäuscht blieb er stehen, schüttelte den Kopf, wandte sich um, half seinen Freunden, dann lief er gemeinsam mit ihnen davon. Kaum hatten sie ihre Verletzungen notdürftig versorgt beschleunigte er seine Schritte. Auf die Frage der Anderen wo er hin wollte, antwortete er nicht. Er hatte die falsche Entscheidung getroffen, sie hätten dem anderen Soldatentrupp folgen sollen. Wie lange sie marschierten wusste er nicht, es wurde auf jeden Fall bereits dunkel ohne dass sie den zweiten Trupp gefunden hatten. Alle waren erschöpft, somit machten sie eine kurze Pause und schliefen etwas. „Ich dachte immer Werwölfe erlangen ihre Verwandlungsfähigkeit erst ab 15 Jahren?“, erkundigte sich Drago. Rebecca wurde kurz etwas rot ehe sie erwiderte: „Oder wenn wir sie unbedingt brauchen!“ Nach dieser kurzen Unterhaltung trieb Aramis sie an weiterzugehen. Nora schritt irgendwann an ihm vorbei. Sie übernahm die Führung, in der Dunkelheit die Beste Idee. Wie angewurzelt blieb Nora stehen, sie winkte die Anderen noch zur Seite, aber es war zu spät. Vor ihnen waren Soldaten aufgetaucht, hielten kurz inne, doch dann griffen sie an. Es schien der komplette Trupp zu sein. Die Vier bauten sich nebeneinander auf. Drago bewegte die Hände und vor ihnen tauchte eine Wand aus Luft auf, auch Aramis versuchte sich auf seine Magie zu konzentrieren. Rebecca hatte sich verwandelt, ehe die Soldaten auf sie einstürmten. Als Wolf war sie noch effektiver. Sie und Nora rissen ihre Angreifer förmlich in Stücke. Drago ebenso, Aramis hielt ihnen mit seinen magischen Fähigkeiten den Rücken frei, doch gerade als sie dachten es würde dem Ende zugehen kamen weitere Soldaten nach. „Das sind die Vier!“, rief einer der neu dazu gekommenen Soldaten. „Ich hatte doch gesagt, wie Panter!“, fügte ein weiterer hinzu. Sie hatten sie umzingelt. Die Vier standen nun Rücken an Rücken. Gegen so viele Soldaten würden sie verlieren, darüber schienen sie sich alle klar zu sein. „So Leute, das war´s dann wohl“, begann Drago, „es war mir eine Ehre mit euch!“ Rebecca stupste ihn sanft mit der Schnauze an und Nora nickte entschlossen. „Becca“, wisperte Drago, doch mehr brachte er nicht heraus sondern umschloss mit der Hand seine Kette. Nora tat es ihm gleich, dann sahen alle drei Aramis an. Warum er es tat wusste er nicht genau, aber es war ein Gefühl. „Vertraut ihr mir?“, wisperte er, da einer der Soldaten fauchte: „Irgendwelche letzten Worte?“ Seine Freunde nickten zur Antwort. Daraufhin fordert Aramis sie auf, ihm ihre Hände zu geben, Drago griff nach Rebeccas Pfote. Die Soldaten lachten über die Szenerie. „Schließt die Augen, konzentriert euch auf eure Unendlichkeit“, flüsterte Aramis ruhig, „was ist für euch unendlich? Denkt daran und haltet daran fest!“ Die Soldaten griffen sie an. Plötzlich fühlte Aramis ein Kribbeln auf der Haut, als würden hundert Ameisen darüber laufen. Schlagartig öffnete er die Augen, zeitgleich mit den anderen Drei. Alle ihre Augen schienen zu leuchten. So traten sie den Soldaten entgegen, die waren kurz über die Veränderung erschrocken, doch für mehr blieb keine Zeit. Die Vier griffen sie an. Sie waren schneller, stärker, fähiger, konzentrierter. Selbst Aramis gelang jeder Zauber, ebenso schien er doppelt so wirkungsvoll. So erledigten sie den Großteil der Soldaten, die Fliehenden ließen sie ziehen. Rebecca gab zu bedenken, dass sie vielleicht zurückkommen würden. Aber Aramis meinte, dies sollten sie nur tun, so könnten sie noch mehr von ihnen loswerden. Entschlossen liefen sie weiter. Trotz dieser wahnsinnigen Fähigkeiten hatten alle schwer einstecken müssen, weshalb sie entschieden, zunächst ihre Wunden zu versorgen sowie sich einen guten Rastplatz zu suchen. Erst nachdem sie alle etwas geschlafen sowie sich gestärkt hatten sprachen sie über die Vorkommnisse. Alle wollten wissen, wie Aramis dies gemacht habe, doch er hatte hierfür keine Erklärung. Also wäre es sicher besser, nicht wieder in solch eine Situation zu kommen, denn es war nicht sicher, dass Aramis dies erneut fertig bringen würde. Doch Aramis machte sich Sorgen darüber, wie viele Soldaten ihnen entgegen gekommen waren, somit mussten sie wohl erfolgreich gewesen sein. Es war Nora die entschied sich Gewissheit zu verschaffen. So zogen sie weiter bis sie schließlich das Dorf erreichten. Die Sonne schien, weshalb Nora am Waldrand zurück blieb. Das Bild war nicht besser wie in den bisherigen Dörfern. Sie hatten alles und jeden getötet. „Menschen?“, fragte Drago doch Rebecca verneinte dies und korrigierte, „nicht nur, auch Zauberer!“ „Lasst uns weitergehen. Wir sollten uns noch etwas ausruhen!“ Diesem Vorschlag von Aramis folgten sie. Doch er konnte einfach nicht schlafen. Nora setzte sich zu ihm. „Du wirst nie alle retten können Zauberer!“ Er senkte lediglich den Kopf. Sie brachen bei der Dämmerung wieder auf. Diesmal war es Rebecca in Wolfsgestalt die plötzlich knurrte. Sofort war Nora bei ihr. Alle waren in Deckung gegangen. „Das kann doch so nicht weitergehen! Es werden immer mehr Soldaten, überall.“ „Außerdem kommen die immer näher!“ „Das Dorf von Mitch haben sie auch niedergebrannt, niemand hat überlebt!“ „Artur, wir müssen hier weg!“ „Ja und wohin?“ „Es sind ja nicht nur die Soldaten, Artur!“ Die Diskussion wurde aufgrund der Stimmen nur zwischen Männern geführt. „Was tun wir, wenn diese Panthera bei uns auftauchen?“ Diesmal schwang mehr Angst als Wut in der Stimme mit. Alle schienen dieser Meinung zu sein. Sie redeten auf diesen Artur ein. „Jetzt beruhigt euch!“, fauchte Artur, „erstens wissen wir gar nicht genau was das für Panthera angeblich sind und zweitens soweit ich verstanden habe, haben sie in diesem Dorf die Soldaten verjagt und die Bewohner in Ruhe gelassen!“ Dennoch herrschte Unmut. Doch die Stimmen entfernten sich langsam. „Reden die von uns?“, flüsterte Drago, doch die Anderen konnten nur mit den Schultern zucken. Vorsichtig folgten sie ihnen. Sie schlugen schließlich ein Lager auf. Die Sonne würde bald aufgehen. Sie verharrten in einiger Entfernung ohne das Lager oder ihre Umgebung aus den Augen zu lassen. Leise sprachen sie über ihre bisherigen Kämpfe. Rebecca meinte es sei doch wirklich traurig, wie sie versucht hatten allen zu helfen, aber man dennoch gegen sie gekämpft hatte. Ob sie es primär auf ihresgleichen bezog oder auf alle ließ sich nicht heraus hören. Zur Überraschung aller war es Nora die erklärte: „Jedes Wesen fürchtet sich vor etwas Stärkerem als man selbst.“ „Wie meinst du das?“, fragte Drago. Sie rollte mit den Augen. „Egal wo wir gekämpft haben, die hatten Angst vor uns. Sei es, weil wir nicht aus einer Rasse stammen, was untypisch ist oder weil wir äußerst effektiv waren.“ Weiter ging das Gespräch nicht, denn Nora hatte den Kopf gedreht. Rebecca trat leise zu ihr, auch sie schien angespannt. Beide starrten gebannt zu dem Lager. Bis eine Stimme ertönte: „Wir werden angegriffen!“ Alle waren in heller Aufregung, da tauchten Reiter am Waldrand auf. Die Männer aus dem Lager waren kampfbereit, dennoch versuchte Artur mit den Soldaten zu sprechen, dass sie keinen Streit wollten. Die Soldaten lachten. „Das hättet ihr euch früher überlegen müssen. Heute sterbt ihr!“ Nora sah besorgt zum Himmel, der Schnee schimmerte bereits in der aufgehenden Morgensonne. Erneut versuchte Artur mit ihnen zu reden, doch sie umstellten sie mit den Pferden, ehe der Angriff befohlen wurde. Trotz ihren bisherigen Erfahrungen zögerten sie nicht. Nora zog die Kapuze ihres Umhanges tief ins Gesicht, während sich Rebecca verwandelte als sie auf die Soldaten zu rannten. So rissen sie die völlig überraschten Soldaten von den Pferden. Trotz eingeschränktem Sichtfeld kämpfte Nora wie immer, vielleicht nicht ganz so elegant. Die Männer aus dem Lager konnten kämpfen, die meisten ebenso zaubern, so töteten sie alle Soldaten. Leider wandten sich auch diese Männer anschließend gegen sie. Aramis begann: „Ihr habt keinen Grund gegen uns zu kämpfen!“ „Von wegen“, fauchte einer. „Lasst sie uns töten“, schrie der nächste, während er Nora mit einer Handbewegung den Umhang vom Körper riss. Sie schlug die Hände vor das Gesicht, zischte und wollte in Richtung Wald rennen, doch die Männer versperrten ihr den Weg, noch immer presste sie die Hände auf das Gesicht. Diese waren bereits rot sowie mit Pusteln übersäht. Gerade in dem Moment, in dem Aramis reagieren wollte befahl Artur sie sofort gehen zu lassen. Äußerst widerwillig ließen sie Nora gehen. „Die anderen Drei auch!“, legte Artur grollend nach. Manche wollten wiedersprechen taten es aber nicht. So folgten sie Nora in Richtung Wald. Aramis blieb nochmals stehen, da begann Artur: „Ich habe keine Ahnung wer ihr seid, aber wir danken euch für die Hilfe!“ Dann trennten sich ihre Wege. Er fand seine Freunde an einem kleinen Bachlauf von dem sie die Eisschicht entfernt hatten. Nora hielt gerade den kompletten Kopf hinein. Besorgt sah er auf Drago. Rebecca kniete bei Nora. Erstaunlich lange blieb sie unter Wasser. Beim Auftauchen warf sie ihre eigentlich dunkelblonden Haare nach hinten, doch das untere Drittel hiervon war pechschwarz. Sie griff in ihre Tasche und schnitt ihre Haare entschlossen ab. „Nora“, begann Rebecca vorsichtig, doch sie zischte nur angriffslustig. Sie schulterte ihren Rucksack, dann trat sie zielstrebig tiefer in den Wald. Die zwei Jungs hatte sie keines Blickes gewürdigt. Ihre Hände sowie ihr Gesicht sahen aus als hätte sie einen schlimmen Sonnenbrand. Langsam folgten sie ihr. Offenbar suchte sie etwas unter dem Schnee. „Wenn du uns erklärst was du suchst können wir dir helfen!“, versuchte Aramis vorsichtig. Ihr Blick war eiskalt. Ansonsten erhielt er keine Antwort. Immer weiter gehend schien sie zu finden was sie suchte. Sie begann auf grünen Zweigen zu kauen, spuckte diese wieder aus, vermischte das Ganze mit Schnee um es dann auf ihr Gesicht und ihre Hände aufzutragen. Erst jetzt atmete sie tief durch. An einen Baum anlehnen ließ sie sich auf den Boden sinken, die Augen geschlossen. So taten es die Anderen ihr gleich. Keiner sagte etwas. Erst nachdem Nora sich das Zeug vom Gesicht nahm fielen ihnen die Kinnladen runter. Hierfür erhielten sie böse Blicke. „Nora du siehst, du siehst, du siehst“, stammelte Rebecca nun, „aus wie eine Mensch!“ „Ich weiß!“ Diese Antwort von Nora war absolut treffend. Ihre nun kurzen Haare waren noch dunkler geworden, ihre Haut hatte eine normale Farbe, auch sonst waren ihre Gesichtszüge von kleinen Fältchen geprägt. „Tut mir leid“, begann Rebecca erneut, „bleibt das jetzt so?“ „Was? Nein!“, fauchte sie zurück, dann trieb sie alle an weiter zu gehen. Wieder blieben sie abrupt stehen. Sichtlich zögerte Nora, doch dann sagte sie: „Diese Männer hatten recht, hier riecht es nach Soldaten. Die sind überall!“ Eine Weile bewegte sich niemand. Bis Drago schließlich fragte welchen sie folgen wollten. Sie trafen die Entscheidung spontan. Lange suchen mussten sie nicht. Zur Überraschung aller bog Nora bei der nächsten Gabelung jedoch in die entgegengesetzte Richtung ab. Um eine Felsenwand biegend zog sie alle neben sich. Rebecca verwandelte sich und stellte sich neben Nora. Als Schritte näher kamen wurde es auch Aramis klar, sie wurden verfolgt. Da bogen Wölfe um die Ecke. Nach einer kurzen Schrecksekunde in der alle geknurrt hatten verwandelten sich zwei von ihnen in Menschen. „Wir sind gekommen um dir zu folgen Rebecca!“, schilderte einer der Männer. Insgesamt waren es acht Wölfe. Völlig fassungslos starrte Rebecca die Männer an, sie hatte sich ebenfalls in einen Menschen verwandelt. „Da muss ich euch leider enttäuschen!“ „Wie haben wir dies zu verstehen?“, wollte der Zweite wissen. „Ich folge ihm“, bei „ihm“ deutete sie auf Aramis. „Entweder ihr akzeptiert das oder ihr seid umsonst gekommen!“ Die Werwölfe verwandelten sich allesamt, tauschten Blicke, dann erwiderten sie gemeinsam: „Einverstanden!“ Diese Äußerung überraschte zwar alle, aber Zeit zum Grübeln blieb nicht. Sie nahmen wieder die Verfolgung auf. Zurück auf ihrem ursprünglichen Weg beschleunigte Nora ihre Schritte, sie mussten aufholen. Die Werwölfe blieben direkt hinter ihnen. Alle blieben stehen, denn Nora hatte die Hand gehoben. Jedoch trat einer der Wölfe langsam zu ihr. Er streckte die Schnauze in die Höhe gleichzeitig bewegte er seinen Kopf hin und her. Ruhig drehte er den Kopf zu den Anderen. Sie hielten abwartend inne. Aramis überlegte noch wie er diese Situation zu deuten hatte, da drang Kampfgeschrei zu ihnen. „Dämonen“, wisperte Rebecca. Entschlossen begannen die Vier zu rennen. Rebecca verwandelte sich wieder. Die Werwölfe blieben jedoch zurück. Keine Zeit sich hierüber Gedanken zu machen. Vor ihnen erhob sich eine Burg, diese war schwer beschädigt worden. Kurz sah Aramis zum Himmel, aber seine Sorge über die Sonne schien mit Noras neuem Aussehen unbegründet. Überall an und um die Burg züngelte Feuer herum, ebenso schien die Luft zu pulsieren. „Seid vorsichtig, das hier ist gefährlicher als alles bisherige“, befahl Drago. Sein Blick haftete intensiv auf Rebecca. Er hatte Recht. Hier kämpften Feuer- und Luftdämonen gegen absolut fähige Zauberer. Lediglich die menschlichen Soldaten hielten sich aus den Kämpfen raus, erst wenn ein Dämon kampfunfähig war, schlugen sie ihnen die Köpfe ab. Nachdem sich die Vier diesen Überblick verschafft hatten griffen sie an. Im Gegensatz zu ihren bisherigen Kämpfen schienen die Dämonen keinen Wert auf Hilfe zu legen. Denn sie griffen sie an, obwohl Aramis einem von ihnen gerade das Leben gerettet hatte. Lediglich Drago hatte es hier einfacher, dafür hatten die Zauberer ihn genauso im Fokus. Doch Drago war ständig um Rebecca sowie Aramis herum, um sie zu schützen. Dies schien seinesgleichen immer mehr zu stören. Mehrfach wurde er schon angefaucht was er sich dabei denken würde. Aber Drago war es egal. Sie kämpften mit allen Kräften. Auch Nora hatte bereits einiges eingesteckt, was Aramis überraschte. Aus irgendwelchen Gründen hatte er bisher immer angenommen niemand könnte ihr das Wasser reichen. Doch unter diesen Dämonen waren begabte Kämpfer, dazu noch die Zauberer. All das machte diesen Kampf zu ihrem bisher schwersten. Gerade schaffte es Aramis einen Zauberer kampfunfähig zu machen, da hörte er Drago grollen. Er wirbelte herum und wollte zu ihm. Doch Dämonen versperrten ihm den Weg. In der nächsten Sekunde wurden diese Dämonen jedoch durch einen Fluch von den Füßen gerissen. Kurz drehte er den Kopf, um zu sehen, wer diesen gewirkt hatte und erblickte eine Hexe. Ihr Blick war eiskalt. Nun musste er sich entscheiden, die Gunst nutzen um zu Drago zu gelangen oder die Dämonen vor dem sicheren Tod bewahren, indem er sich gegen diese Zauberer stellte. Das Aufheulen eines Wolfes in seiner unmittelbaren Nähe erleichterte ihm die Entscheidung. So schnell er konnte rannte er darauf zu. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis er die Situation begriff. Drago musste gegrollt haben, weil die Dämonen Nora zu Boden gedrückt hatten, unfähig sich zu bewegen. Im Gegenzug war Drago selbst von Zauberern schwer verletzt worden, immer weiter schlugen sie auf ihn ein oder wirkten Zauber. Nora ging es nicht besser. Flammen verbrannten sie immer wieder an unterschiedlichen Stellen. Rebecca versuchte verzweifelt sich durchzukämpfen, doch kaum hatte sie die Dämonen besiegt waren Zauberer da. Hier hatte sie sichtlich Mühe. „Ihr solltet euch eurem Schicksal fügen!“, fauchte ein Zauberer, doch der Dämon ihm gegenüber belehrte ihn eines Besseren. Mit wenigen Handbewegungen ging er in Flammen auf. Er musste seine Freunde retten und zwar jetzt. Kaum hatte er einen Schritt gemacht riss es ihn von den Füßen. Eine Druckwelle brachte alle aus dem Gleichgewicht. Dies war eine Chance für Drago sowie für Nora, doch eine zu kurze. Erst jetzt drehte er den Kopf um zu sehen wer diese Druckwelle erzeugt hatte. Dort stand wieder diese Frau, diesmal mit zwei Männern. „Amateure!“, fauchte sie, „bringt es zu Ende oder ihr werdet euer Versagen erklären müssen!“ Diese Drohung schien alle anzuspornen. Sie selbst kämpfte ebenfalls oder viel mehr tötete. Bis sich ein Schrank von einem Feuerdämon ihr entgegenstellte. Zur Überraschung vieler belächelte sie ihn lediglich amüsiert. Er griff sie an. Er wäre ihr körperlich sicherlich überlegen gewesen, aber ihre Zauberkräfte schien sie perfekt zu beherrschen. Er versuchte sie zu schlagen, zu treten, mit Feuerbällen, Feuerwänden oder sonst irgendetwas zu treffen, doch sie blockte dies ab oder wich aus. Ihre Flüche hingegen zeigten Wirkung, auch wenn nicht jeder traf. Peinlich genau achtete sie darauf nicht in seine körperliche Reichweite zu gelangen. Diese Szenerie schienen alle gespannt verfolgt zu haben. Bis der Dämon schließlich nach dem nächsten Fluch erstarrte, sie zog ein Messer, kam langsam auf ihn zu. Bevor sie ihn erreichte drehte sie sich um, sie fauchte: „Nun tötet diesen ganzen Abschaum endlich!“ Jeder Zauberer bewegte die Finger für einen Todesfluch, auch die, die bei seinen Freunden waren. Die Hexe drehte eine Pirouette mit dem Messer in der Hand, um es dem Dämon ins Herz zu rammen. Für Aramis war es als würde alles in Zeitlupe ablaufen. Er schloss die Augen, versuchte sich an dieses Gefühl zu erinnern und da war es. Die gefühlten hundert Ameisen liefen über seinen Körper, er breitete die Hände aus, bewegte die Finger, öffnete ruckartig die Hände sowie zeitgleich die Augen. Es beförderte alle Zauberer weg von ihren Opfern, aber die Hexe blieb auf den Füßen. Es dauerte einen Moment bis sie ausmachen konnte woher dieser Zauber gekommen war. Sie kochte vor Wut. Sofort befahl sie seinen Tod. Jetzt oder nie, dachte sich Aramis. Er stürzte auf sie zu, ehe der Rest reagieren konnte, entwendete ihr das Messer um sie mit diesem zu töten. Ein kurzer Aufschrei, dann fiel sie rücklings um. Er verharrte einen Moment in dieser Position. Sein Atem raste. Sein Blick ruhte auf der Hexe, ihr Blut hatte einen schwarzen Schimmer, ihm wurde schlecht also wandte er sich ab. Noch einen Moment versuchte er seine Atmung zu beruhigen ehe er aufstand. Entschlossen sagte er: „Lasst meine Freunde frei oder ihr liegt daneben! Egal was ihr seid, ob Dämon, Zauberer oder Mensch!“ Es dauerte nur wenige Sekunden da befahl der Dämon, dem Aramis eben das Leben gerettet hatte auf dämonisch den Tod aller Fremden in seiner Burg. Dies war ein Fehler, wie der Dämon umgehend feststellen musste. Aramis zog das Messer aus der Brust der Hexe und griff den Dämon ohne Umschweife an. Er war zu schnell für den Dämon. Ob es daran lag, dass er viel trainiert hatte oder weil er noch immer diese Art Energieschub fühlte wusste er nicht. Jedenfalls kamen dem Dämon zwei weitere zur Hilfe, so dass Aramis seine Freunde aus den Augen verlor. Mehr noch, er musste sich so sehr auf den Kampf gegen die Dämonen konzentrieren, dass er nicht mehr mitbekam was um ihn herum passierte. Seinen ursprünglichen Gegner hatte er inzwischen schwer verwundet, immer wieder hatte dieser sich zurückgezogen. Doch auch er selbst hatte einiges einstecken müssen. „Genug!“, grollte die Stimme seines Hauptgegners. Endlich konnte Aramis durchatmen sowie sich umsehen. Die Dämonen hatten ohne die Hexe die Oberhand bekommen. Ihre Angreifer waren entweder tot oder geflohen. Drago lag allerdings regungslos auf dem Boden. Nora und Rebecca hielten die Dämonen in einer Art Feuerring eingekesselt. Beide konnten sich nicht von der Stelle bewegen. Rebecca, inzwischen in Menschengestalt, starrte nur zu Drago. Noras weinrote Augen hafteten ausschließlich auf Aramis. Alles war angespannt. Der Dämon musterte Aramis, kam langsam auf ihn zu, dann sprach er auf dämonisch: „Du verstehst mich?“ Aramis nickte lediglich. Das Atmen fiel ihm schwer, vor allem weil er sah, dass all seine Freunde verwundet waren. „Du sagtest deine Freunde?“ Erneut nickte er. „Ein Vampir, ein Werwolf und ein Dämon?“ Jetzt baute sich Aramis auf, trat ein paar Schritte auf ihn zu ehe er knurrte: „Ja! Ein Problem damit?“ Alle Dämonen tauschten Blicke. „Vampir“, der Dämon wandte sich an Nora, „wieso arbeitet deinesgleichen für einen Zauberer? Ihr seid euch doch sonst für alles zu gut?“ Manche lachten, andere knurrten, doch Nora antwortete vollkommen neutral, ebenfalls auf dämonisch, was viele zu verärgern schien: „Ich arbeite nicht für ihn!“ Der Dämon drehte sich ihr daraufhin komplett zu. „Wir kämpfen gemeinsam, da wir das gleiche Ziel verfolgen!“ Jetzt drehte sich der Dämon überrascht wieder zu Aramis. Weiterhin wollte er wissen um welches Ziel es sich hierbei handle. „Für den Moment das Ziel, dass meine Freunde hier lebend raus kommen!“ Nichts Freundliches war in Aramis Stimme. Erneut sah er zu Drago. „Er ist ernsthaft besorgt um ihn!“, erklärte einer der anderen Dämonen. Wieder wurde Aramis gemustert. „Schickt nach den Wasserdämonen!“, befahl der Anführer, „sie sollen sich beeilen!“ Er machte eine Handbewegung, augenblicklich verschwanden die Feuerkreise. Alle Drei stürmten zu Drago. Sie begannen mit allen Maßnahmen zu denen sie fähig waren. „Komm schon Drago“, versuchte Aramis ihn zu wecken. Wie lange sie alles Mögliche versuchten, aber nichts zu helfen schien konnte Aramis nicht sagen. Nora zischte, da drehte Aramis den Kopf und war kampfbereit. Doch vor ihm standen drei offenbar junge Dämonen. Alle drei mit bläulicher Haut, strahlend blauen Augen, von himmel- bis ozeanblau. Die Haare alle eher dunkel. „Wir wollen ihm helfen!“, erklärte einer von ihnen leise. Zögernd wich Aramis zur Seite. Mit viel Mühe schaffte er es, dass Rebecca die Dämonen machen ließ. Es war sehr spannend. Alle drei bewegten die Hände über Dragos Körper, der Schnee schmolz unter ihren Händen zu Wasser. Sie machten weiter, bis alle Wunden verschwunden waren. Schlagartig setzte sich Drago auf. Die Dämonen wichen weg und Rebecca warf sich ihm an den Hals. „Geht’s dir gut?“, wisperte sie unter Tränen, die ihr über das Gesicht liefen. „Alles gut!“, erklärte er, sah sich aber irritiert um. Zögernd kam einer der Wasserdämonen auf Aramis zu. „Verzeihung, darf ich?“ Die Antwort wartete er nicht ab sondern bewegte die Hände. Plötzlich wurde ihm eiskalt zeitgleich brannten seine Wunden. Doch kaum ließ dieses Gefühl nach traute er seinen Augen nicht. Seine Verletzungen waren verheilt. Ebenso bei Rebecca waren sie so vorgegangen, aber von Nora hielten sie sich fern. Gerade als er dies ändern wollte trat der Feuerdämon auf sie zu. Drago war auf den Füßen, also standen die Vier nun über vierzig Dämonen gegenüber. „Wer bist du?“, wollte der Feuerdämon von Aramis wissen. „Ich bin niemand!“ Diese Antwort ließ die Dämonen erneut Blicke tauschen. Drago war angespannt was Aramis nicht verstand. Es war einer der Wasserdämonen der erklärte: „Wenn du niemand wärst, warum begleiten dich dann ein Vampir, ein Werwolf und ein Luftdämon?“ „Und wieso rettest du dann einen ganzen Dämonenclan samt ihrem Fürsten?“, führte ein weiterer Feuerdämon aus. Jetzt lächelte Aramis ehe er erwiderte, dass er allein ein Niemand war, doch gemeinsam mit seinen Freunden wäre er zu außergewöhnlichem fähig. Da mischte sich Drago ein: „Er unterscheidet nicht nach Werwolf, Vampir oder Dämon. Er unterscheidet nur zwischen richtig und falsch, vollkommen unabhängig was jemand ist. Für ihn zählt nur wie jemand ist!“ Wieder tauschten sie Blicke, dann bot man ihnen an über Nacht zu bleiben. Nach kurzem Zögern nahm Aramis dieses Angebot an. Sie wurden in wunderschönen Zimmern untergebracht sowie mit allem nötigen versorgt. Es war fantastisch mal wieder eine richtige Dusche benutzen zu können. Außerdem sah das Bett traumhaft aus. Doch ehe er es sich gemütlich machen konnte kamen seinen Freunde. „Wahnsinn wie nobel das hier alles ist!“, freute sich Rebecca. Drago meinte es wäre ein großer Clan und ein äußerst wichtiger Fürst. Nora schwieg. „Wie geht es dir?“, wollte Aramis erfahren während er ihre Verletzungen musterte. Doch statt zu antworten zischte sie lediglich wütend. Also vergewisserte er sich bei den anderen Beiden, ob es ihnen gut ginge. Dies bestätigten diese. Dennoch fragte er Drago, warum er zwischendurch so angespannt war. Sehr ruhig begann Drago von der telepathischen Verbindung unter Dämonen zu erzählen. „Du meinst die können sich durch Gedanken verständigen?“, Rebecca fiel, nach Dragos Bestätigung auf ihre Frage, die Kinnlade herunter. Dennoch entschieden sie, die Zeit bis zum Morgen hier zu genießen. Aber kaum waren seine Freunde weg machte er sich auf die Suche nach den Wasserdämonen. In den Fluren traf er auf etliche Feuerdämonen. Sie machten einen großen Bogen um ihn. Er folgte Stimmen. Noch nie war er so froh dämonisch gelernt zu haben wie heute. Vorsichtig klopfte er an diese große Tür hinter der er Stimmen gehört hatte. Die Tür wurde ihm geöffnet. Tatsächlich saß hier unter anderem der Dämonenfürst gemeinsam mit den Wasserdämonen. Nach seinem Eintreten herrschte Stille, er verbeugte sich und hielt den Kopf gesenkt während er sein Anliegen vortrug. Erst nachdem er geendet hatte sah er auf ohne den Kopf zu heben. Überrascht sahen sie ihn an, dann lief einer der Wasserdämonen an ihm vorbei. Aramis folgte ihm. „Ich bin übrigens Maurice!“ „Aramis!“ Er klopfte an Noras Tür, doch da sie nicht antwortete betrat er ihre Räume gemeinsam mit Maurice. „Nora?“ Ein Moment verging, dann trat sie ihnen, ausschließlich in ein Handtuch eingewickelt, entgegen. Sie sah umwerfend aus. „Entschuldige, ich wollte, wir wollten, also ähm“, stotterte Aramis. Maurice hatte entschlossen zu Boden geblickt. „Was?“, fauchte Nora. Tief einatmend erklärte Aramis, dass er Maurice gebeten hatte sich um ihre Wunden zu kümmern. „Du hast was?“, blaffte sie. Dann herrschte eine Weile Schweigen. „Also gut, zeig was du kannst!“ Erst jetzt trat er auf Nora zu um wieder seine Hände zu bewegen. Sie bekam sogar ihre Gesichts- und Haarfarbe zurück. Zufrieden sah sie in den Spiegel. Aramis bedankte sich hierfür bei ihm ehe dieser davon ging. Also verabschiedete sich auch Aramis. Kaum im Zimmer angekommen warf er sich ins Bett. Obwohl es das bequemste war, was er seit Monaten hatte, schlief er schlecht. Ständig war er wach, bis er schließlich entschied aufzustehen. Durch Korridore streifend führte ihn sein Weg auf einen leeren Marktplatz. In der Entfernung nahm er jedoch eine Silhouette war. Langsam näherte er sich um festzustellen, dass es Nora war. Sie saß auf einer Mauer und sah zum Wald. „Alles okay?“, seine Stimme bebte, aber sie sah ihn nicht einmal an. Noch einen Moment wartete er, bevor er sich wieder zum Gehen wandte. „Zauberer“, sofort blieb er stehen. Plötzlich stand sie vor ihm, musterte ihn, setzte an, aber schwieg dann doch. Er fühlte ihren Atem auf seiner Haut, so nah war sie bei ihm. Eine Weile sahen sie sich einfach nur an. Ihm war klar wie dumm es war, aber er fühlte sich von ihr so angezogen. Natürlich war es logisch, dass es andersrum nicht so war. Was wollte eine wie sie von einem wie ihm. Dennoch wich er ihrem Blick nicht aus sondern genoss jeden Moment in ihrer Nähe. In ihren Augen hätte er versinken können. Doch sie schloss diese für einen Moment, atmete tief durch, wich einen Schritt von ihm weg ehe sie begann: „Wie machst du das? Oder viel mehr warum machst du das? Wieso traust du diesen Dämonen? Aus dir wird man einfach nicht schlau!“ Während Aramis sich noch überlegte worauf er zuerst antworten sollte lief sie bereits davon. Tief durchatmend setzte er sich auf die Mauer. Hier saß er bis er sich vor Müdigkeit fast nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Zurück im Bett schlief er endlich ein.
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