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Ruth Broucq

5 Tage Millionärin

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Inhaltsverzeichnis

Titel

5 Tage Millionärin

Statussymbole

Fantasie: geiler Sex mit zwei sachkundigen, standfesten Männern, denn zu dritt im Bett ist bestimmt besonders nett. Wünsche: Meinen Traummann zu treffen - der Gefühle kennt und auch zulässt - mir Wärme und Geborgenheit gibt- der meine Sehnsucht erfüllt - meine Wünsche und Träume versteht- mein Herz erobert und meiner einsamen, ruhelosen Seele ein Zuhause gibt.

Das Spiel beginnt.

und immer lockt das Geld.

Hübsch machen

Reichtum macht schön.

Seltsamer Heiratsantrag

Käuflich.

Zu bescheiden

Große Versprechen.

Ein Wunschauto

Reizvoll

Großzügigkeit.

Unglaubliches Glück?

Der reine Wahnsinn.

Geile Spiele

Abschied für immer

Warten und hoffen.

Skeptische Ungeduld

Voller Vorfreude

Kurios.

Umwege?

Was machen wir hier?

Bankbelege als Beweis

heiße Luft.

Märchenstunde- oder?

Rückblick auf die Männer

Welch ein Trost

Statussymbole

Das Spiel beginnt

und immer lockt das Geld

Hübsch machen

Reichtum macht schön

Seltsamer Heiratsantrag

Käuflich

Zu bescheiden

Große Versprechen

Ein Wunschauto

Reizvoll

Großzügigkeit

Unglaubliches Glück?

Der reine Wahnsinn

Geile Spiele

Abschied für immer

Warten und Hoffen

Skeptische Ungeduld

Voller Vorfreude

Kurios

Umwege?

Was machen wir hier?

Bankbelege als Beweis

Heiße Luft

Märchenstunde- oder?

Rückblick auf die Männer

Welch ein Trost

VORSICHT SUCHTGEFAHR !!! NICHTS für EGOISTEN - NUR FÜR GENIESSER ! Himmlisch spritzig - teuflisch gut- Messerscharf und Dauergeil - unersättlich und Sexsüchtig zärtlich und leidenschaftlich gefühlvoll und facettenreich griffig und kein Magermodel Sex ist mein liebstes Hobby - das brauche ich täglich darum habe ich keine Zeit für endlose Mail-Schreiberei- ich empfange dich in meiner Privat - Wohnung- und ich erwarte sexuelle Befriedigung und Diskretion - das heißt: bitte nicht direkt vor der Haustür parken- Anrufe mit Rufnummer bitte NICHT vor 10 Uhr und NICHT nach 22 Uhr !!!! Termin-Einhaltung oder zumindest rechtzeitige Absage wäre sehr nett! UND meine Herren: Ein großer Schwanz ist zwar sehr schön, aber die Schwanzgröße ALLEIN ist NICHT ausschlaggebend! Denn: Imponieren kann man(n) mir nur mit EHRLICHKEIT - FEINGEFÜHL - GROSSZÜGIGKEIT - ZUVERLÄSSIGKEIT - TAKTGEFÜHL- UND GUTEM BENEHMEN !!! NICHT mit dicken Autos, LEEREN Versprechungen und COOLEN Sprüchen!

Impressum neobooks

5 Tage Millionärin

Impressum

Copyright by:…. Ruth Broucq

42699 Solingen

Autorin3@gmail.com

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung der Autorin unzulässig.

Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Statussymbole

Eigentlich hatte ich Anfragen ähnlicher Art immer sofort konsequent abgelehnt, aber als ich an diesem kalten Samstagabend die unübliche Mail las, zögerte ich. Obwohl mir schon klar war, dass es sich um einen Spinner handeln musste, der in einem Sex-Forum wie vögeln.de solche Angebote machte, amüsierte es mich gleichzeitig, vertrieb mir die frustrierende Langeweile.

Wenn auch skeptisch, so las ich dennoch interessiert die umfangreich formulierte Nachricht, die jeder einfachen Hausfrau wie Honig runtergegangen wäre.

23.03.2013 - 20.10 h

Hallo bodytouch,

doch dein profiltext und deine bilder sind schon mehr als faszinierend und du interessierst mich sehr.

Darf ich vielleicht einen vorschlag machen, schau bitte einmal auf

mein profil, dort sind 8 bilder von mir, meinem zuhause und auf dein profiltext zurückzukommen, dort sind auch 3 autos mit drauf,

nicht als statussymbol oder protzerei, sondern ich suche ---ganz---

eigentlich wieder eine feste partnerin, da sollte man dann sehen,

dass ich nicht gerade unter hartz4 falle.

Du bist eine wunderschöne sexy frau, das mit 57 jahren, etwas

besonderes. Gerne würde ich dich mal buchen, aber vielleicht

noch mit einem zusatz, ich würde gerne in düsseldorf auf der

kö mit dir shoppen gehen und dir noch zusätzlich was kaufen,

es macht mir freude mit so einer tollen frau dahinzugehen und

freude zu schenken.

Wenn du also interesse hast, dann melde dich bitte, ich rufe

dich dann anschliessend an.

liebe grüsse micha-horst

Welch seltsamer Kerl, bietet sich an wie Sauerbier, was ein gutsituierter Gentleman eigentlich nicht nötig hätte, dachte ich, während ich mir das Profil dieses Schreibers genauer ansah.

Auch in seinem Profil mit dem verrückt-unverständlichen Namen „hotmixlove“ standen kurz und bündig die gleichen Angaben zu seinem Standard und dass er eine Luxus-Frau sucht. Keine eigenen Wünsche und Vorlieben wie es sonst in diesem Forum üblich war. Er war weder fordernd noch ordinär oder zynisch, was bei 90 Prozent der Nutzer dieser Sex-Seiten üblich war. Dafür machte er genau das was ich ebenfalls gar nicht mochte, er protzte auf seinen Fotos mit großem Haus, dicken Autos und Ferienhaus im Portugal.

Zwar sah man nicht viel von dem Haus, aber der Teil des Grundstückes, gleich an der Ruhr gelegen, und die wenigen Innenaufnahmen in der weißen Landhaus-Küche ließen auf gediegenen Reichtum schließen. Neben den drei Nobel-Karossen, einem großen silbernen Daimler, einem knallroten amerikanischen Jeep Marke Hummer und dem schwarzen Ferrari stand ein weißhaariger Mann, der leider sehr undeutlich zu sehen war. Offenbar Micha-Horst. Welch blöde Namens-Kombination.

Eben noch in der von mir akzeptierten Altersgruppe, fand ich das angegebene Alter von 58 Jahren und bei 1,82 Größe ein Gewicht von 89 kg völlig okay. Denn nur bis zu 60 Jahren war ich zum Kennen lernen bereit. Alles was älter war lehnte ich ab, weil ich nämlich konkrete Wünsche und Ansprüche bei der Partnerwahl hatte, auch wenn es nur für einmal wäre.

Alt war ich selbst, das brauchte ich nicht in meinem Bett. Denn es ging schließlich um Sex bei vögeln.de, deshalb war ich Mitglied. Zwar wollte ich es nicht gratis tun, (oder nur in ganz seltenen Fällen) sondern das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Im wahrsten Sinne. Darum hatte ich inzwischen einen sehr direkten, frech-frivolen Profiltext verfasst, der jedem Profilbesucher ganz klipp und klar meine Bedingungen und Vorstellungen verdeutlichte.

Unter dem Namen Bodytouch war zu lesen:

Fantasie: geiler Sex mit zwei sachkundigen, standfesten Männern, denn zu dritt im Bett ist bestimmt besonders nett. Wünsche: Meinen Traummann zu treffen - der Gefühle kennt und auch zulässt - mir Wärme und Geborgenheit gibt- der meine Sehnsucht erfüllt - meine Wünsche und Träume versteht- mein Herz erobert und meiner einsamen, ruhelosen Seele ein Zuhause gibt.

Mit vielen reizvollen Fotos, in Dessous, oder fast nackt mit schwarzen Overknees- Lackleder-Stiefeln, auf denen ich aber mein Gesicht hinter einem Fächer verbarg, wirkte ich wohl auf viele Männer sehr verlockend. Zumindest wurde ich häufig von vielen geilen Hengsten mit Emails bombardiert. Oft leider auch hirnloses - sinnloses blah - blah.

Wenn man mich in netter, respektvoller Form anschrieb, um mehr Info oder ein Date bat, öffnete ich gerne meine geheime Galerie um dem Interessenten auch mein Face zu präsentieren. Manchmal interessierte mich der Kunde besonders, weil seine Art zu schreiben oder seine Steckbrief-Daten mir gefielen, dann ritt mich auch schon mal der Teufel und ich sendete im Anhang ein intimeres Foto an ihn. Meist war das die Besuchs-Garantie. Seine Geilheit flammte auf, verbrannte ihn fast und brauchte ein Ventil. Das machte mir meistens großen Spaß.

Mit allen kosmetischen Tricks, der Hilfe von Botox und diversen –kleinen chirurgischen Eingriffen konnte ich mich im reifem Alter durchaus sehen lassen, ja auch mit wesentlich jüngeren Damen sogar messen. Zwar war die Altersangabe in meinem Steckbrief ein wenig gemogelt, aber die Männer schätzten mich meist auf Mitte 40. Natürlich stylte ich mich so gut es mir möglich war, so dass dank der intimen Rotlicht-Beleuchtung in meinem Chippendale- Schlafzimmer und der brennenden Geilheit des Besuchers mein kleines Speckröllchen und die Fältchen auf der Oberlippe schlichtweg übersehen wurden.

Schmunzelnd dachte ich oft: wenn ihr Kerle Kraft und Saft im Schwanz stehen habt, ist euer Gehirn wegen Blutleere außer Betrieb. Gut für mich.

Das Spiel beginnt.

Während ich vergeblich versuchte mit Vergrößerung der Fotos das Gesicht des Mannes besser zu erkennen, überlegte ich, ob es sinnvoll sei auf die komische Mail zu antworten.

Was kannst du schon verlieren, ist eh ein langweiliger Tag heute, nicht viel los im Netz, also lass dich ein bisschen belügen, vertreib dir so die Zeit und vielleicht ist das auch mal belustigend, dachte ich.

Also schrieb ich kurz Hallo Micha-Horst, du darfst mich gerne anrufen, meine Nummern stehen links unter Kontakt-Daten. Bussi Julia

Der Anruf kam so schnell, dass es mich überrumpelte.

Hallo? flötete ich in mein Festnetz-Telefon.

Hallo Julia, hier ist Micha. Das ist ja toll, dass ich dich anrufen darf und mit einer so schönen Frau sprechen kann. Du bist ganz genau die Frau, die ich schon lange suche. Endlich habe ich dich gefunden. Weißt du, ich bin seit langem alleine, meine Frau ist 2006 nach 14jähriger glücklicher Ehe tödlich verunglückt. Danach war ich zwei Jahre in einem emotionalen Loch, ich konnte so lange keine andere Frau bei mir ertragen. Und dann hatte ich mehrere unbedeutende mehr oder weniger kurze Affären. Aber das bin ich leid. Jetzt suche ich seit einiger Zeit eine neue Partnerin. Ich suche eine Luxus-Frau. Du bist ganz genau die Frau die ich mir vorgestellt habe. Ich möchte dir ein Leben in Luxus bieten. Reisen, shoppen gehen, das Leben mit mir genießen, und dabei sollst du auch sexuell frei entscheiden können mit wem du den Sex genießt. Ich finde es richtig geil, wenn meine Frau eine heiße sexy Frau ist. Nein, bitte verstehe mich nicht falsch, das macht mich heiß. Ich liebe das. Meine Frau soll alles haben und erleben was ihr Spaß macht, auch Lover haben, mit denen sie sich amüsiert. Ich mag keine scheuen Hausmütterchen, Heimchen am Herd, das ist nichts für mich. Aber zuerst möchte ich dir beweisen, dass ich kein Spinner bin. Deshalb lade ich dich ein mit mir nach Düsseldorf auf der Kö zum shoppen zu fahren. Auch wenn du mich danach eventuell nicht mehr wiedersehen willst, werde ich dir nicht böse sein. Nein, es macht mir auch Freude nur zu schenken. Weißt du, ich will nicht protzen, das magst du ja nicht, steht ja in deinem Profiltext, aber ich habe so viel Geld, das kann ich im Leben nicht mehr ausgeben. Das reicht für 10 Leben. Also überlege es dir, und dann gib mir Bescheid, ob du Lust auf shoppen hast. Okay? redete der Anrufer ohne Unterbrechung.

Ich lachte verwundert auf, antwortete schnell: Das hört sich ja alles sehr vielversprechend an, lieber Micha, aber ich muss das Gespräch leider etwas abkürzen und dich bitten, heute nicht mehr anzurufen, denn ich habe heute Übernacht-Besuch von einer 4jährigen jungen Dame, meiner Enkelin, die gleich schlafen muss und sonst wieder geweckt wird. Gib mir bitte mal etwas Bedenkzeit, ich schreibe dir dann später. Ja? Machen wir das so? Also dann, du hörst beziehungsweise du liest von mir und vielleicht bis bald. Tschüss. Danach legte ich schnell auf bevor er mich weiter zuquatschen konnte. Die Ausrede mit der Enkelin half immer.

So ein komischer Vogel, das gibt es doch nicht, der verarscht mich sicher, welcher Mann nickt schon darauf, dass seine Frau oder Partnerin sich mit anderen Männern amüsiert? Aber sein eigenartiges Angebot gefiel mir, reizte mich, ihn zu testen.

Tja, das war nun wirklich eine Überlegung wert. Zumindest käme ich mal aus dem Haus, sähe noch mal etwas anderes in exklusiver Umgebung. Nicht zu verachten, diese Aussicht. Gelangweilt und leicht frustriert war ich eh, schon allein wegen dem letzten Streit mit meinem Lover, dem vierten Aus dieser komplizierten Affäre. Dieser Mann war sowieso der Hammer an Gefühllosigkeit. Er schaffte es immer wieder mich in ein emotionales Tief zu stoßen.

Die Affäre mit Carsten ging fast seit einem Jahr mit ständigen Höhen und noch mehr Tiefen, weil er mich immer wieder brutal auf den Boden der Tatsachen holte wenn ich in träumerischen Gefühlstaumel fiel. Zwar bestätigte er mir nach jeder schönen Liebes-Stunde, die irre Einzigartigkeit unserer ungewöhnlichen sexuellen Übereinstimmung, aber kurz darauf kam dann die kalte Dusche. Als deutliche Abfuhr hatte er mir schon mehrmals geschrieben, dass er zwar nur mich und keine andere Frau begehre, aber trotzdem keine Beziehung mit mir haben wolle. Meine heißen sexuellen Höhenflüge hatten dann schnell keine Wirkung mehr, wichen tiefer Enttäuschung und depressiver Frustration.

Schon dreimal hatte ich die Affäre beenden wollen, es aber nicht lange geschafft den Kontakt zu vermeiden. Entweder von meiner oder seiner Seite wurde nach spätestens einer Woche Schweigen wieder vorsichtig angefragt wie die Stimmung sei. Während ich ihm dann schrieb: vermisst du mich auch so wie ich dich? Kam von Carsten meist per SMS die Frage: Na- hast du dich wieder beruhigt?

Schon an der unterschiedlichen Fragestellung waren die Grundeinstellung und die Schuldzuweisung an dem Streit deutlich erkennbar.

Trotzdem liebte ich diesen missmutigen Mann über alles, sehnte ich mich ständig nach ihm.

Das letzte Desaster lag erst 2 Tage zurück, an dem mein Geliebter mich tief verletzt hatte. Eigentlich wollte ich ihm lediglich die freudige Mitteilung machen, dass ich nun auch mit Whats

App leichter erreichbar sei, dabei fand ich über sein Firmen-Foto heraus, dass er mir nicht die Wahrheit gesagt, sogar absichtlich seinen Nachnamen falsch buchstabiert hatte. Als ich bei meiner Google-Recherche nähere Einzelheiten über ihn erfuhr, ihn danach fragte, reagierte er zuerst positiv. Nachdem wir ein paar kurze alberne, aber eigentlich unbedeutende Nachrichten hin und her gesandt hatten, erklärte er mir plötzlich in deutlich abweisender Form, dass er meine Gefühle niemals erwidern werde, weil eine andere Frau ihn zu sehr verletzt hatte.

Dass er mit mir genau das Gleiche machte, was ihm zwei Jahre zuvor widerfahren war, schien in nicht zu kümmern. Er nahm mir alle Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Ich war in ein riesiges Loch gefallen, war innerlich völlig zerrissen, unfähig mich daraus zu befreien. Was für ein eiskaltes Monster liebte ich da? Wie konnte ich das ändern, kam ich da wieder raus?

Bei den Ablenkungs-Versuchen über meine Sex-Profile, die ich eigentlich nur gegen Bezahlung nutzen wollte, traf mich nun durch diesen seltsamen Mann ein kleiner Lichtblick, der mir vielleicht ein wenig Freude bescheren könnte. Also schrieb ich ihm noch eine kurze Mail:

Hallo Micha- sorry wenn ich etwas kurz angebunden war, wollte nicht unfreundlich sein, danke für deinen Anruf, ich werde über dein Angebot nachdenken. Bussi Julia

Der Hinweis: Sie haben eine neue Nachricht kam umgehend und ich las:

23.03.2013 - 21.27 h

Betreff: RE: RE: dein profiltext und bilder

Hallo Julia,

danke zunächst einmal für deine nachricht. Wo wir uns zum erstenmal begegnen sollten, ich biete dir gerne an auf neutralem

boden, ich hole dich zu Hause ab und wir fahren dann nach

düsseldorf auf die kö, keine angst, deine zeit bekommst du auch

bezahlt. oder wenn du anderen vorschlag hast, dann lass es mich

wissen.

deine enkelin übernachtet bei dir, schön, es ist sicherlich auch für

dich eine bereicherung, wenn die kleine bei dir ist.

Das leben ist manchmal seltsam, ich war bis 2006 verheiratet mit

einer supertollen sexy frau, die leider tödl. verunglückt ist, dann

hatte ich 2 Jahre emotionale Sendepause und seither habe ich nur

Affären und so was ähnliches, irgendwas festes wäre schon schön,

eine Luxusfrau, die gerne shoppt, reist, auch ausgeht und mit

allen Freiheiten in jeder Hinsicht.

du bist sehr, sehr süß und sexy.

liebe grüsse Micha

Er wiederholt seine Offerte, also nutze das Angebot doch einfach, lass dich beschenken, brauchst nicht einmal etwas dafür zu tun, Ruthchen, überlegte ich und schrieb dem edlen Spender:

Hallo Micha- ja, das können wir gerne übermorgen machen, denn morgen kann ich dich nicht treffen, da habe ich noch familiäre Verpflichtungen. Bis nachmittags habe ich noch Babysitting und am Abend bin ich eingeladen. Aber den Montag halte ich gerne frei um dein Angebot anzunehmen. Schlage eine Zeit vor. Bussi Julia

und immer lockt das Geld.

Okay mein Freund, ich werde dich beim Wort nehmen, erst einmal nur nehmen ohne zu geben, das wäre doch mal eine ganz neue Erfahrung in meinem Leben. Einen Mann der mir Halt und Sicherheit gibt habe ich mir schon immer gewünscht, und wenn er noch gut betucht ist, umso besser. Vielleicht bist du ja dieser Mann. Was könnte mir besseres passieren im letzten Teil meiner Lebenszeit? Überlegte ich, fühlte jedoch untergründig noch starke Zweifel.

Die Gedanken an meine Zukunft mit Carsten konnte ich nach dessen letztem Fauxpas wohl endgültig abhaken. Dabei tat es mir in der Seele weh, wenn ich darüber nachdachte, dass ich für immer auf seine sanften Streicheleinheiten, die hitzigen Zungenspiele, die leidenschaftlichen Küsse und das unbeschreibliche Gefühl, wenn sich unsere Körper vereinigt hatten, endgültig verzichten musste. Es war eine sehr quälende Vorstellung seinen verzückt- leuchtenden Gesichtsausdruck mit seinem halb geöffneten schönen Kussmund nicht mehr sehen zu dürfen, wenn ich mich langsam auf ihn setzte und sein herrlich-hartes Glied genüsslich in mich einführte. Diese verträumte Mimik in Carstens Gesicht hatte mich immer an Dustin Hoffmann in dem Film die Reifeprüfung erinnert, der auch genau so naiv - staunend aber überglücklich die sexuelle Verführung durch die reife Frau genossen hatte.

Wenn ich also dieses Glücksgefühl mit diesem geilen Liebhaber endgültig nicht mehr erleben konnte, wollte ich für diesen Verlust wenigstens auf andere Art entschädigt werden.

Das wäre nur durch ein Leben im Luxus möglich. Wäre es das wirklich? An diesem Abend hatte ich mich weder auf das Fernsehprogramm noch auf meine Profile konzentrieren können, die trüben Gedanken wechselten sich mit Hoffnung und Zweifel ab, ließen mich ganz schwer einschlafen.

Mit dem Aufwachen kam sofort die Erinnerung an die ungewöhnliche Kontaktaufnahme zurück. Bei meinem üblichen Morgenkaffee im Bett ließ ich das ganze Geschehen noch einmal Revue passieren und schüttelte verwundert den Kopf. Nein, glauben konnte ich das erst, wenn dieser Micha-Horst auch tatsächlich am Montag käme. Erst einmal entschied ich mich dafür abzuwarten und zu zweifeln. War ja nur noch ein Tag.

Deshalb staunte ich umso mehr, als ich am späten Sonntagnachmittag die nächste Mail von hotmixlove erhielt:

24.3.2013 - 17.57 h

übrigens, falls du denkst, ich denke nicht an dich, denkst du falsch... du bist megahübsch....

Ein seltsamer Spaßvogel, entweder hat der Knabe Langeweile oder ich habe einen ungewöhnlichen Glückgriff gemacht. Wie auch immer, so ganz normal ist der Kerl nicht, dachte ich und sendete nach langer Überlegung eine Mail zurück. In einem Anfall von Leichtsinn oder Schwachsinn hängte ich ein Aktfoto von mir an. Dabei übersah ich in der oberflächlichen Betrachtung seines Profils, dass er ja Premium- Mitglied war, er das gleiche Foto ja auch in meiner Galerie hätte sehen können. Auch kam mir nicht in den Sinn, dass ich ihn noch gar nicht als Favorit gespeichert hatte, er also noch keinen Einblick in meine geheime Galerie hatte. Alles was diesen Mann betraf war so unglaublich, dass ich nur noch ein Smilie der kurzen Antwort hinzufügte.

RE 18.12 h


Einige Stunden rührte Micha-Horst sich nicht, und war daher aus meiner Gedankenwelt schon längst wieder verschwunden, weil ich mal wieder unter heftigem Liebeskummer litt und mich in meinem Schmerz suhlte. Kummer aus eigenem Verschulden, denn ich konnte es einfach nicht lassen, alle Überlegungen ausführlich per Email an Carsten zu senden. Damit riss ich die eigenen frischen Wunden ständig wieder auf, litt wie ein getretener Hund.

Immer wieder sah ich Carsten vor mir stehen, mit dem geliebten verlegen- verschmitzten Lächeln auf den Lippen, dabei fühlte ich fast die brennende Luft wenn ich ihn betrachtete, meine Augen seinen Mund fast verschlangen, bevor ich ihn umarmte, mich an ihn schmiegte und gierig seinen Geruch in mich einsaugte als könne ich damit die verlorene Zeit zurückholen.

Mitten in meiner Selbstzerfleischung sah ich die Bewegung auf dem Bildschirm, wurde auf die Ankündigung einer neuen Nachricht aufmerksam gemacht. Der neue Freier hatte mir geschrieben.

24.3.2013 - -21.43 h

danke für das tolle bild, so liebe ich dann meine frau, ich finde es

besonders erotisch und heiß, wenn sich meine frau zeigt....

du bist für mich Traumfrau.....

Aha, das Foto hatte ihm also gefallen. So, so, er hatte offensichtlich tatsächlich ein Faible für erotische Frauen. Nun ja, Geschmack bewies seine Aussage ja. Vielleicht doch irgendwo ein normaler Mann? Na ja, wenn seine Aussagen stimmten, dass seine Frau, ich wollte es lieber vorerst Partnerin nennen, bei ihm sogar sexuell alle Freiheiten behalten konnte, war er kein Normal-Otto.

Trotzt meiner Freude darüber dass er sich wieder gemeldet hatte und auch über das Kompliment, saß tief im Unterbewusstsein immer noch der Zweifel an der Einlösung seines Versprechens.

Zudem war ich gefrustet und gelangweilt weil sich die letzten Tage sehr wenig getan hatte. Eine Woche war ich aus dem kurzen Ägypten-Urlaub zurück, der mich nur Geld und Ärger gekostet hatte, von Erholung konnte, dank meiner Reisebegleitung kaum die Rede sein. Dabei hatte ich mir das so schön vorgestellt, mit meiner süßen Enkelin eine Woche Badeurlaub zu machen, aber diese ungezogene Göre hatte mich nur terrorisiert. War frech und aufmüpfig gewesen, egal welche Freude ich ihr bereitet hatte. Ergo brauchte ich nach dem anstrengenden Babysittung - Urlaub dringend Erholung. Was ich ebenfalls gebraucht hätte wäre eine sexuell ausgefüllte Woche gewesen, aber meine Freier schienen in Osterferien zu sein. Es war erschreckend ruhig, nicht gut für mich und meine Geldbörse. Weder meine Kasse noch meine Geilheit waren befriedigt worden. Blieb mir nur die Hoffnung auf die nächste Zeit, oder vielleicht auf einen solchen Glücksfall, einen Super-Freier wie diesen Micha-Horst zu treffen, der zumindest die finanziellen Bedürfnisse stillen konnte.

Schnell schickte ich ihm noch ein sehr pikantes Foto, um meine Chancen zu erhöhen.

Als ich kurz darauf schlafen ging, war ich immer noch sehr skeptisch.

Ungewöhnlich früh wurde ich nach unruhigen Träumen wach, noch halbwegs in dem frühen Urlaubs-Rhythmus gefangen und öffnete zu ebenso unnormaler früher Stunde meine Sex-Profil-Seiten.

Das gibt es doch nicht, entfuhr es mir laut. Tatsächlich hatte der Verrückte mir bereits geschrieben.

25.3.2013 – 9.11 h

Guten morgen Julia, ich freue mich sehr auf dich...

Was sollte ich machen? Sofort antworten? Nein. Ich wollte ihm nicht zeigen, dass er mich nun heiß gemacht hatte. Heiß auf einen solchen großzügigen Spender, auf den Shopping-Tag mit ihm. Nein, warten, später antworten. Zappeln lassen, dachte ich. Ich duschte in Ruhe, wusch meine Wäsche, räumte die Wohnung auf und versuchte in Ruhe zu frühstücken, was mir aber nicht gelang. Mein Magen war noch verschlossen.

Erst 2 Stunden später sendete ich eine Mail mit dem gemogelten Hinweis auf getätigte Erledigungen außer Haus.

RE 11.57 h

Hallo -bin eben nach Hause gekommen-

hab noch ein wenig zu tun, dann hübsch machen (für dich) und dann bin ich startklar- bis später

Als Erwiderung schlug er umgehend vor:

25.03. 12.19

meine süße, ist 15.00 Uhr - 16.00 Uhr in Ordnung für dich???

du hast mir echt den kopf verdreht, nochmals danke auch für das

heiße Foto auf deiner letzten Zusendung, das und 2 andere in Posterformat machen lassen und bei mir im hause aufhängen, das

wäre geil, ich bin stolz auf dich, so heiß bist du

Nun wurde es wirklich Zeit mich zurecht zu machen, deshalb sendete ich lediglich kurz die Adresse.

RE 12.25 h

Ja 15 Uhr ist ok - Rommelstraße 17

Seine Antwort kam nach zwei Minuten.

12.27

geil mein schatz so liebe ich dich auch, ich finde dich superscharf

dein man Micha

Hübsch machen

Mein Mann? Ein bissel früh, mein Herr. Wir werden sehen, dachte ich und begann mich ausgehfertig zu machen.

Gegen 14.30 klingelte mein Telfon. Auf dem Display erkannte ich bereits seine Handynummer. Als ich das Gespräch annahm hörte ich seine Stimme und im Hintergrund Fahrgeräusche:

Hallo Schatz, Julia, es tut mir leid, aber ich werde mich verspäten. Bin auf der A 3 im Stau. Hier liegt ein LKW auf der Fahrbahn und die Bergungsarbeiten dauern circa 45 Minuten, laut ADAC – Info. Ich hasse es, bin normal immer pünktlich. Aber das ist höhere Gewalt. Ich wollte dir nur eben bescheid sagen, dass ich auf dem Weg bin. Ich melde mich wenn es weiter geht. Ach und noch etwas, ich wollte dir eigentlich etwas mitbringen, war bei Douglas und hatte schon das Parfüm in der Hand, aber weil ich nicht wusste welches du gerne magst, habe ich es nicht gekauft, das machen wir dann gleich zusammen in Düsseldorf. Dann kannst du dir das selbst aussuchen. Okay? Ich freue mich auf dich Schatz. Bis gleich.

Was sollte ich antworten, außer: Kein Problem, ich warte. Bis später.

Fertig gestylt, mit meinem engen schwarzen Minikleid, was selbst meinem kühlen Ex-Lover ein Kompliment abgenötigt hatte, mit grauer Häkelweste darüber und schwarzen Lederstiefeln mit 10-Centimeter- Pfennigabsatz, betrachtete ich zufrieden mein Spiegelbild als meine Tochter klingelte.

Wo willst du denn hin? staunte Rabea als sie mich erblickte.

Selbst meine 4jährige Enkelin sagte bewundernd: Du siehst aber schick aus, Oma!

Ich lächelte geheimnisvoll als ich lapidar erklärte: Ich werde abgeholt!

Von wem und wohin? bohrte Rabea neugierig nach.

Zum shoppen auf die KÖ! ließ ich sie noch ein wenig zappeln. Es machte mir riesigen Spaß, den Spieß einmal umdrehen zu können, denn sonst bewunderte oder kritisierte ich immer Rabeas Outfit, wenn sie ausgehen wollte. Diese Variante war ungewöhnlich für sie.

Wie? Mit wem? Mensch Mama, lass dir doch nicht die Würmer aus der Nase ziehen. Erzähl mal, was ist passiert? Doch nicht mit dem Carsten? Versöhnung? Oder was? Nee, das kann nicht sein. Also, raus mit der Sprache. Drängte sie wissbegierig.

In Kurzform berichtete ich die Ereignisse der letzten beiden Tage. Tja, Maus, das kann auch passieren, dass mal Jemand mit mir shoppen gehen will. Er hat vorhin angerufen, dass es später wird, weil er im Stau steht. War ich ganz stolz, auch mal einen interessanten Mann zu kennen, einen Mann der nicht nur wegen Sex kommt, sondern mich erst einmal ausführt.

Toll Mama, find ich super. Echt. Das wäre ja mal eine große Ausnahme, einen vernünftigen Mann aus diesem Forum zu finden. Dann hoffe ich mal, dass es kein Reinfall wird. Ich wünsch dir Glück. Freute sie sich für mich.

Dass du gerade hier bist passt ganz gut, Maus. Du könntest hier bleiben und dir die Autonummer aufschreiben, schließlich kenne ich den Mann noch nicht, außer über die Mails kann ich den Kontakt nicht nachprüfen. Hast du so viel Zeit? Er müsste eigentlich jeden Moment kommen. Schlug ich sicherheitshalber vor.

Rabea nickte: Mach ich Mama. Bin ja neugierig was das für ein Typ ist. Du rufst mich aber bitte zwischendurch an, oder schreibst mir, ob alles in Ordnung ist, ok? sorgte sie sich.

Klar. Mach ich. Aber auf der Kö kann mir ja nix passieren. Winkte ich ab.

Rabea lachte: Doch, du kannst von teuren Geschäften mit tollen Klamotten erschlagen werden. Was willst du denn einkaufen? ging sie ins Detail.

Ich winkte ab, erklärte: Ich brauche keinen Fummel von Prada, ich brauch nen neuen Laptop. Das werde ich ihm sagen. Mal schauen was dann kommt. Schmunzelte ich.

Das Telefon klingelte, Micha-Horst rief an. Ich stehe jetzt hinter einem lila Auto mit dem Kennzeichen- Nummer 777 - bin ich da richtig? klang seine Stimme amüsiert.

Ok- ich komme sofort runter. Eine Minute. Versprach ich und ging noch dem Hörer in der Hand ans Fenster.

Auch meine Tochter spähte mit mir hinunter auf den großen silbernen Mercedes, der hinter unserer alten, kleinen Lila-Pause stand.

Das ist er, ich muss los, Maus. Schreib die Nummer auf und schließ die Wohnung gleich ab. Sagte ich aufgeregt während ich nervös nach Mantel und Handtasche griff. Wie sehe ich aus, Bea? fragte ich noch wobei ich schon in der offenen Dielentür stand.

Alles ok, du kannst dich sehen lassen. Geh schon! ermutigte sie mich.

Reichtum macht schön.

Als ich aus der Haustür trat, die 5 Stufen hinunter stieg und auf das pompöse Fahrzeug zuging, stieg der Mann hinter dem Steuer aus.

Er kam auf mich zu und ich erschrak so sehr, dass ich der drängenden Versuchung widerstehen musste, mich auf dem Absatz umzudrehen und ins Haus zurück zu flüchten. Stattdessen blieb ich wie angewurzelt kurz vor ihm stehen und drehte den Kopf zur Seite, als er mich mit Kuss begrüßen wollte.

Oh Schreck, war der Kerl hässlich. Frankensteins Gesellenstück. Mittlerer Größe mit leichtem Bierbauch, in dem hässlichen weiß-grauen Gesicht prangte eine ungewöhnlich große Nase und sein dünnes, schmutzig -graues Haar war zu einer altmodischen Halblang-Frisur gelegt. Zu allem Überfluss schielte der Kerl auch noch.

Obwohl ich es geschafft hatte, elegant meinen Kopf zu drehen, so dass seine Lippen meine Wange trafen, roch ich dennoch den üblen Geruch der Speisereste als mich sein Atem streifte. Selbst sein starkes Eau de Toilette konnte den Mundgeruch nicht übertünchen. Der Mann war zwar ordentlich und sauber gekleidet, aber auch das Krokodil auf dem Markenpullover verbesserte nichts an seiner Erscheinung. Trotzt seiner galanten Geste, mir die Beifahrertür zu öffnen und ins Auto zu helfen, konnte ich ihm deshalb auch keine bessere Note geben. Er war einfach ein alter unattraktiver Mann, der bei der Altersangabe 58, sicher mindestens 10 Jahre unterschlagen hatte. Aber ein Mann mit Geld, das war nicht zu übersehen.

Mein Gott, bist du hübsch. Ich freue mich mit einer so tollen Frau über die Kö zu spazieren. Sagte er.

Schön! erwiderte ich nur und musste mich zwingen ihn während der Fahrt ab und zu anzusehen, denn seine graue Gesichtshaut sah grob und runzelig aus, hätte dringender kosmetischer Behandlung bedurft. Ein angenehmer Anblick war er nicht. Schön war nur sein Auto. Er fuhr so wie er aussah, wie ein Opa, langsam auf der Straßenmitte, Verkehrsbehindernd. Er war exakt der Verkehrsteilnehmer, hinter dem ich eine Nerven- Krise bekommen hätte. Ihn störte es nicht, dass öfter mal seinetwegen gehupt wurde, er schlich mit seinem Schlachtschiff unbeeindruckt langsam Richtung Autobahn. Dabei erzählte er mir seinen Lebenslauf.

Weil er mir das wichtigste schon telefonisch erzählt hatte, hörte ich kaum hin, machte lediglich: Hm- aha- so, so und ähnliche Geräusche und achtete ängstlich auf den Straßenverkehr als könne ich damit einen Unfall verhindern.

Auch dass er seine verstorbene Frau in einem Supermarkt kennen gelernt, sie umgehend zum Essen ausgeführt und ihr schon am nächsten Tag einen Heiratsantrag gemacht hatte, interessierte mich eigentlich wenig.

Die Fahrt zerrte an meiner Geduld, denn ich hatte das Gefühl, in dem Schneckentempo nie anzukommen. Zwischendurch fragte ich mal vorsichtig: Soll ich lieber fahren? Ich kenne den Weg. Was er aber freundlich ablehnte.

Dennoch hatten wir es nach endloser Zeit endlich geschafft. Er fuhr über die mit Nobelkarossen voll geparkte Königsallee, auf der Suche nach einer Parklücke, die sich natürlich nicht fand. Nach drei Runden vergeblicher Suche entschloss er sich endlich in ein Parkhaus zu fahren.

Umständlich stieg er aus und kramte unter vielen Sachen seine Jacke und eine prall gefüllte Herren-Handtasche vom Rücksitz. Auch diese Aktion dauerte unnötig lange. Etwas alterschwach, dachte ich genervt.

Auf dem Weg zum Ausgang kamen wir an einem schwarzen Mercedes- SL Coupe vorbei und er sagte: So ein Auto schenke ich dir, das passt zu dir. Gefällt dir der Wagen?

Ja, klar. Schön! war meine ungläubige Antwort und ich dachte nur; im Moment reicht mir ein neues Notebook.

Als wir in die winterliche Kälte hinaus kamen, fragte ich fürsorglich: Ist dir nicht kalt in der dünnen Jacke? Willst du die nicht wenigstens zu machen? Du wirst dich erkälten. Ich friere wenn ich da hinsehe.

Nein, mir ist nicht kalt. Widersprach er schmunzelnd und nahm meine Hand. Komm, wir gehen da vorne in die Galaria Kaufhof, die haben eine große Parfümerie-Abteilung. Da kannst du dir einen Duft nach deinen Wünschen aussuchen.

Sein Gang war ebenso der eines Greises, leicht gebeugt und schief. Es war mir peinlich mit einem so unattraktiven Begleiter Händchenhaltend über die elegante Einkaufs-Meile zu gehen und den vielen teuer gekleideten Menschen zu begegnen. Dann noch die offene dünne Sommerjacke, die um ihn flatterte, als sei sie von seinem dicken Onkel geliehen und seine Schlabber-Jeans passten absolut nicht zu der winterlichen Kälte. Sicher passten wir nebeneinander wie Faust aufs Auge. Gut dass ich niemanden kannte und in der Gegend auch nicht bekannt war.

Wie ein dressiertes Hündchen lief er in der großen Parfümerie hinter mir her, als ich mein Lieblings-Parfüm suchte. Zielsicher griff ich dann den größeren der rosaroten Kartons mit dem herrlichen Duft und hielt es ihm strahlend entgegen: Das ist meine Duftnote, Paris von Yves St.Laurant.

Gut, möchtest du sonst noch etwas. Such dir aus was du haben möchtest. Bot er mir an, doch ich schüttelte energisch den Kopf.

Nein danke. Das ist genug! gab ich mich bescheiden, denn ich wollte etwas weitaus wichtigeres aber auch viel teureres. Den Computer.

Aber du brauchst nicht bescheiden zu sein, Schatz. Ich liebe Geldgeile Frauen. Such dir aus was dein Herz begehrt. Ich kann es mir erlauben, ich hab doch genug. Protzte er.

Kopfschüttelnd erklärte ich: Nein danke, Micha. Ich brauche nicht noch mehr teures Parfüm. Ich brauche auch kein überteuertes Kleid. Wenn du mir noch etwas schenken willst, dann kann ich dir sagen was ich dringend benötige: einen neuen Laptop. Meiner ist so alt, der hängt sich oft auf und hakt, der ist altersschwach, von 2005. Leider kann ich mir diese Ausgabe momentan nicht erlauben. Stöhnte ich und wartete gespannt auf die Antwort.

Das ist doch überhaupt kein Problem, Schatzi. Es gibt da jetzt einen ganz neuen von Sony, den bestelle ich dir bei meinem Computer-Fachmann. Der kennt sich damit aus, dann können wir auch nichts falsch machen. Den kriegst du in ein oder spätestens zwei Tagen. Dann lass uns jetzt nach anderen schönen Sachen schauen. Ich möchte dich gerne glücklich machen. Versprach er sehr selbstsicher, dass ich ihn bewundernd ansah, denn der Mann kannte sich offenbar sogar mit solchen Neuheiten bestens aus.

Zufrieden nickte ich und folgte ihm zur Kasse. Seine Geldbörse war gefüllt mit vielen verschiedenen Karten, natürlich waren mehrere davon goldene Kreditkarten. Die 82 Euro bezahlte er mit einem Lächeln, als gäbe er ein Trinkgeld.

Ganz selbstverständlich trug er das kleine Tütchen und ging erst mit mir zum Ausgang, nachdem ich ihm noch einmal bestätigt hatte, dass ich sonst nichts aus der Galeria Kaufhof brauchte.

Die Kö hinauf gehend hielt er meine Hand wie ein Liebespärchen, und erzählte weiter von sich. Dass er 4 große Autohäuser besessen hatte, die er direkt während der Wende an einen noch größeren Autohändler verkauft und mit diesem Deal auf einen Schlag einen 10-Millionen-Gewinn gemacht habe. Da er Diplom-Betriebswirt mit Jura-Ausbildung sei, habe er danach 18 Jahre in einer großen Kanzlei Insolvenz-Abwicklungen gemacht. Aber vor 2 Jahren habe er sich zur Ruhe gesetzt, denn er habe Geld genug, und er wolle die restliche Lebenszeit genießen. Aber nicht alleine, deshalb suche er seit einiger Zeit die passende Frau um wieder zu heiraten.

Und dich will ich heiraten, du bist die richtige Frau für mich und mein Luxusleben. Willst du mich heiraten? fragte er und blieb vor einem teuren Schuhgeschäft stehen.

Ich war perplex, obwohl ich es nicht hatte überhören können, dass seine Äußerungen darauf hinaus liefen. Das war ein klarer Antrag! Was sollte ich antworten? Eine Vernunft-Ehe? Mit dem Sugar-Daddy? Ich?

Seltsamer Heiratsantrag

Aus reiner Verlegenheit zeigte ich auf blaue Schuhe in der Auslage des Schaufensters und erwiderte: Sieh mal, die Schuhe sind aber schick. Blaue Sommerschuhe wollte ich schon lange kaufen, leider habe ich bisher keine gefunden die mir gefielen. Aber die da finde ich schön.

Gut, überlege es dir, du kannst mir später antworten. Entlarvte er mein Ablenkungsmanöver und ging auf mich ein: Wenn sie dir gefallen, dann lass uns hinein gehen. Ich sage es noch einmal, ich kaufe dir was du willst. Also komm! damit steuerte er auf den Eingang des Ladens zu.

Warum nicht? Dachte ich im Stillen. Wenn ich schon den Laptop im Moment nicht kriegen kann, staube ich halt noch geile Schuhe ab. Den Laden kenne ich zwar nicht. Es ist nicht Prange, aber dass die Ware teuer ist, liegt schon am exklusiven Standort. Also zuschlagen!

Er hielt mir höflich die Tür auf und ich sah mich suchend in dem großen Geschäft mit der riesigen Auswahl um. Dann ging ich auf eine Verkäuferin zu, die vornehm abwartend in geringer Entfernung stand. Als ich ihr mein Anliegen vortrug bedauerte sie, den gewünschten Schuh nicht in meiner Größe anbieten zu können, sie sah dann aber im Computer dass der Artikel in dem Zweitgeschäft, bei Prange, vorrätig sei. Mit der Artikelnummer bewaffnet gingen wir die wenigen Schritte zum Schuhhaus Prange. Der Name war ein Begriff für elegante exklusive Qualitäts-Schuhe, was weit über Düsseldorfs Grenze hinaus bekannt war.

Die zuvorkommende Bedienung in diesem Laden brachte mir sofort das Gewünschte zum anprobieren, riet mir dann aber davon ab, weil das Model für meinen Fuß zu lang geschnitten war, mein Zeh lugte nicht durch die dafür vorgesehene Öffnung.

Für 120 Euro sollte der Schuh schon gut passen, dachte ich und war ein wenig enttäuscht. Ohne aufdringlich zu wirken bot mir die gut geschulte Verkäuferin ein anderes Model in einer ähnlichen Farbe an, das zwar einen recht hohen Absatz hatte, in dem ich mich aber gleich wohl fühlte.

Auch Micha bestätigte die Eleganz des Schuhs und fand: Der passt gut zu dir. Nimm ihn. Dieses Mal fragte er allerdings nicht nach weiteren Wünschen.

Entschlossen stimmte ich zu und hielt mich dezent hinter ihm, als er der Angestellten zur Kasse folgte. Auch das Pflegespray und die roten Samt-Schuhspanner ließ ich noch mit einpacken, dann stockte mir fast der Atem als ich den Preis auf dem Kassen-Display sah. Die blauen Lack-Pumps kosteten stolze 280 Euro, insgesamt ergab sich ein Betrag von 296 Euro, den mein Sponsor mit Gelassenheit beglich. Natürlich per Kreditkarte.

Im Hinausgehen erspähte ich noch schöne Handtaschen in der Dekoration, dabei kam mir der flüchtige Gedanke, dass ich ein farblich passendes Täschchen zu den Schuhen nicht verachtet hätte. Aber ich schwieg bescheiden, wollte nicht übertreiben. Dabei dachte ich an die warnenden Worte meiner Freundin Esther, die vor Monaten meiner Tochter zur Bescheidenheit geraten hatte, als so ein verliebter alter Gockel mit Rabea zum shoppen ebenfalls zur Kö gehen wollte. Außerdem gab es für mich andere Prioritäten.

Draußen bedankte ich mich für die teuren Geschenke mit einem Kuss, bei dem ich allerdings den Mund verschlossen hielt, weshalb er dann mit seiner feuchten Zunge über mein Gesicht leckte. Der penetrante Geruch von Fäulnis streifte flüchtig an meiner Nase vorbei, dass ich die hochsteigende starke Übelkeit energisch bekämpfen musste.

Jetzt habe ich aber Hunger. Hab den ganzen Tag noch nichts gegessen. Wollen wir einen Kaffee trinken oder Abendessen? fragte mein Spender, als wir weiter die Geschäftstraße hinauf schlenderten.

Gerne, Kaffee und Kuchen fände ich jetzt köstlich, obwohl ich eigentlich abnehmen muss. Räumte ich ein.

Natürlich kam sofort der erwartete Protest mit der Frage: Du abnehmen? Nein! Wo denn? Du hast doch eine tolle Figur, Schatz!

Darauf hatte ich nur gewartet, damit ich ihm meinen Wunsch auf elegante Weise verdeutlichen konnte: Nein, das sehe ich anders. Ich könnte zufrieden sein, wenn mein Bauch nicht wäre. Dagegen muss ich unbedingt etwas tun. Aber meine ganze Gymnastik nützt nichts weil ich eine Operationsnarbe habe und die wirkt wie eine Bremse, so dass sich der Bauchspeck nicht verteilen kann. Da hilft nur Fett absaugen. Aber das ist für mich zu teuer. Ich beneide jede Frau die einen flachen Bauch hat. Stöhnte ich während ich seine Mimik beobachtete.

Kein Problem, Schatz. Wenn du das möchtest, machen wir das. Meine Frau soll alles machen, was ihr gut tut. Fett absaugen, Brüste vergrößern, alles was dir gefällt, mein Schatz. Meine verstorbene Frau hat sich auch Brust-Implantate machen lassen. Sie wollte Porno-Titten haben, ha ha ha genau so hat sie das gesagt. Sie war bei dem Dr. Gesell, seit dem kenne ich die Witwe von dem Doktor. Wir gehen schon mal zusammen zum essen wenn sie hier in der Gegend ist. Ich kenne viele Prominente aus dem Sport sowie vom Jet Set. Der König von Mallorca und seine Frau kommen mich oft besuchen. Du wirst die alle kennen lernen, Schatz. Du bist jetzt eine Frau von Welt. Sieh mal, hier ist dieser berühmte Arzt, dahin gehen wir zum Fett absaugen. Schatzi, du sollst alles haben was dein Herz begehrt, wenn du meine Frau bist. Überlegst du noch, oder willst du mich heiraten? er stoppte vor der Kö-Galerie, an deren Eingang das Firmenschild der bekannten teuren Kö-Klinik hing.

Genau das hatte ich hören wollen, aber ich zweifelte: Schön und gut Micha, aber ich kenne dich doch noch gar nicht und entschuldige bitte, aber ich weiß auch nicht ob das alles stimmt was du mir erzählst. Sei nicht böse, aber das will ich erst einmal sehen, bevor ich deinen Antrag annehme.

Ich hatte ihn an der Ehre gepackt, mit bestimmtem Ton sagte er voller Nachdruck: Nein, ich bin nicht böse. Ich verstehe dich. Selbstverständlich kann ich dir eine Bank-Bürgschaft bringen, darauf steht dann dass mein Vermögen 16,8 Millionen beträgt. Natürlich wird es keine Gütertrennung geben, denn ich habe sonst niemand der Erbberechtigt wäre. Ich habe keinerlei Verwandte, keine Kinder oder Geschwister, meine Eltern sind tot und es gibt auch keine Nichten oder Neffen. Niemand. Ich habe das Geld einer Organisation vermacht, das Testament werde ich natürlich sofort zu deinen Gunsten ändern. Du wirst alles sehen, mein Haus die Autos, das Ferienhaus und meine Konten. Aber ich werde dir noch vor unserer Heirat 250tausend auf dein Konto überweisen, damit du abgesichert bist. Man weiß ja nicht was passieren kann. So mein Schatz, jetzt werden wir erst einmal was für unser leibliches Wohl tun, komm! nahm meine Hand und zog mich ins Innere des Centers.

Ich wusste keine Antwort, fühlte mich etwas überfordert. 16,8 Millionen, das war mächtig. Wie händelt man einen Millionär? Wird ein Quasimodo, der Glöckner von Nortre Dame, durch sein Geld schöner? War ein Leben mit einem ungeliebten alten Mann auszuhalten? Warum nicht, wenn ich jede Freiheit genießen könnte, auch die sexuelle. Sicher war er so wie so impotent und ich konnte mir einen attraktiven kernigen Liebhaber halten. Vielleicht sogar Carsten? Kein übler Gedanke, einen sorglosen Lebensabend, nein mehr noch, ein Leben im Überfluss zu erleben. Aber warum wollte er mir schon vorher so viel Geld schenken? Ich war hin und hergerissen zwischen Freude, Zweifel und Geldgier.

Im Untergeschoss der Kö-Galerie hatten wir die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Gastronomischen Betrieben, die sich in der großen offenen Halle aneinander reihten. Spontan entschied ich mich für das Cafe, denn ich wollte kein großes Abendessen. Ich brauchte etwas Süßes für meine angekratzten Nerven. Dass meine sonst starken Nerven vibrierten lag an der unglaublichen Situation. Wie oft bekam eine Frau schon solche Angebote?

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132 стр. 4 иллюстрации
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9783742738271
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