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KLEINE AUSZEITEN IN DER

-EIFEL-



INHALT

EINLEITUNG

Land der Vulkane und Maare

Natur und Kultur erleben in der Eifel

1Weltkulturerbe Aachen

Geschichte und Kultur

2Viel geliebtes Monschauer Land

In der historischen Tuchmacherstadt an der Rur

3Naturpark Hohes Venn-Eifel

Wandern über urtümliche Hochmoore und Heide

4Im Nationalpark Eifel

Genuss zwischen Wald, Wasser und Wildnis

5Im Eifeler Kalkkuppenland

Römer und historische Orte

6Naturgenuss im oberen Ourtal

Im Deutsch-Belgischen Naturpark

7Entdeckungen im Prümer Land

Urlaub in der Schneifel und Hocheifel

8Land der Vulkane und Maare

Die Vulkaneifel um Gerolstein und Daun

9Vulkane, Motoren und Krimis

Hohe Eifel

10Sehnsuchtsplätze der Romantik

Rotwein und Fachwerk im Ahrtal

11Landurlaub für ermüdete Seelen

Maifeld und die Eifeler Moselberge

12Vulkanregion Laacher See

SteinZeiten, Römerwelten und Natur in der Osteifel

13Felsenland Südeifel

Im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark

14Bitburg und Bitburger Land

Die Einkaufs- und Bierstadt der Südeifel

Orts- und Sachregister

Impressum


Nicht nur in den Moselbergen gibt es enge Straßen (Ziel 11).

ZIELE IM ÜBERBLICK

Aachen

Monschauer Land

Naturpark Hohes Venn-Eifel

Nationalpark Eifel

Eifeler Kalkkuppenland

Oberes Ourtal

Prümer Land Schneifel und Hocheifel

Vulkaneifel um Gerolstein und Daun

Hohe Eifel und Nürburgring

Rotwein und Fachwerk im Ahrtal

Maifeld und die Eifeler Moselberge

Laacher See

Felsenland Südeifel

Bitburg und Bitburger Land

LAND DER VULKANE UND MAARE
Natur und Kultur erleben in der Eifel


Landschaft bei Michelsberg in den Ahrbergen (Ziel 10)


Die Eifel bietet eine Fülle an regionalen Produkten.


Herrliche Farben des Herbstes

Auch wer noch nie in der Eifel war, kennt sie vom Hörensagen als Landstrich der Maare und Vulkane. Das ist zwar korrekt, doch greift diese Charakterisierung viel zu kurz. Wer die Eifel richtig bereist, ist überrascht von der Vielfältigkeit der Landschaft, der Kultur und den Möglichkeiten zur Urlaubsgestaltung. Zwischen Ahrtal, Rhein, Mosel und Grenze im Westen erstrecken sich vulkanische Landschaften, mystische Hochmoore im Hohen Venn, Wald, Wasser und Wildnis im Nationalpark Eifel, das Eifeler Kalkkuppenland, Naturerlebnisregionen der Flusstäler, das Rotweinparadies Ahrtal und das fantastische Felsenland Südeifel. Das Kulturgut umfasst Steinzeithöhlen, Bauten der Römer, Burgen, Schlösser, Klöster und historische Fachwerkstädte, nicht wenige davon zählen zum Weltkulturerbe.

Urlauber atmen in der dünn besiedelten Eifel saubere Luft, während sie auf ausgebauten Radwegen das Land erkunden, sich auf 500 Kilometern Mountainbike-Routen austoben, in Wanderschuhen durch die Wälder und über die Höhen streifen, Fliegenfischen, einen Ausritt wagen oder in einem Biergarten den Tag mit regionalen Speisen genießen. Im Winter kommen Besucher, um die schönen Weihnachtsmärkte zu erleben oder mit den Langlaufskiern in die Loipen einzusteigen. Sehenswertes erwartet die Gäste in den geschichtsträchtigen Städten, Museen und Burgen. Die Eifel ist das Land der Burgen und somit eine Fundgrube für Romantiker und Privatforscher der Geschichte.

REISEN IN DER EIFEL

Mit einem kleinen Wohnmobil kommt man bequem überall hin. Auf kleineren Ortsverbindungsstraßen in abgelegenen Gegenden stoßen größere Wohnmobile an ihre Grenzen. Besonders Parkplätze an den Sehenswürdigkeiten und in Städten können ein Problem darstellen. Glücklich, wer ein Fahrrad oder E-Bike besitzt. In den kleinräumigen Zielgebieten lässt sich von einem Camping- oder Stellplatz aus alles gut erkunden. Gut, dass es da auch die Regionalbahnen wie zum Beispiel im Ahrtal oder im Kylltal gibt, die Wanderern auch weitere Erkundigungen ohne Wohnmobil ermöglichen. In der Saison werden auch touristische Buslinien angeboten, damit man die langen Wanderrouten schaffen kann. Anspruchsvolle Touren wie der 100 Kilometer lange Ahrsteig, der 300 Kilometer lange Eifelsteig, der 120 Kilometer lange Römerkanal-Wanderweg und der 120 Kilometer lange Radweg auf der Eifel-Höhen-Route lassen sich so organisieren (Hinweise sind in den Zielgebieten angegeben oder man bekommt in den örtlichen Touristinformationen Auskunft). Ein Kontakt zu den Touristinformationen lohnt immer, denn es stehen oft Fahrpläne, besondere Tickets und Gästekarten zur Verfügung, die Vergünstigungen bedeuten. Auch in den Städten gibt es für Touristen eigene Ticket-Angebote, beispielsweise in Aachen (avv.de).

DIE ZIELE

Die Ziele stellen Kurztrips für die Reise mit dem Wohnmobil dar. Dabei kann nach Lust und Laune zwischen Städtetouren, Naturgebieten und stiller Urlaubsgegend gewählt werden. Es sind Ziele mit Genussfaktor, Abenteuer, Natur und Erholung. Natürlich lassen sie sich auch für einen längeren Aufenthalt kombinieren.

AKTIVITÄTEN

Beispiele für Wanderungen, Kanufahrten oder Radtouren sowie empfehlenswerte Einkehrmöglichkeiten sind im Text für die schnelle Orientierung mit entsprechenden Symbolen versehen. Über weitere Freizeitmöglichkeiten geben die Touristinformationen oder entsprechenden Internetplattformen Auskunft (tourenplaner-rheinland-pfalz.de, traumpfade.info, naturwanderpark.eu, eifelsteig.de, trailpark.de, eifelzupferd.de, vulkan.bike und viele andere Seiten der Orte, Städte und Regionen).


Aussicht in das grüne Prümtal


Die Eifel ist das Land der Pferde.

BÜCHER, KARTEN UND BROSCHÜREN

Reiseführer, Wander- und Radwegkarten gibt es im Buchfachhandel (zum Beispiel die Freizeitkarten 1:50 000 der Landesvermessungsämter oder des Eifelvereins). Die örtlichen Touristinformationen und überregionalen Fremdenverkehrsämter halten eine große Menge an meist kostenlosen Informationsbroschüren und Karten bereit. Hier sind auch Informationen für spezielle Interessen zu finden wie etwa Radkarten, Übersicht der Museen und Campingplätze, Wandertipps, Erlebnisse für Kinder, Golfplätze, Wellness oder die Broschüre Eifel zu Pferd und vieles mehr. Es lohnt sich immer, bei den örtlichen Touristinformationen vorbeizuschauen oder sich Material vorab schicken zu lassen. Die zuständigen Anlaufstellen sind jeweils am Ende der Zielbeschreibungen angegeben.

INTERNET

Es gibt viele Internetplattformen, die für die Reiseplanung in die Eifel genutzt werden können. Daneben haben alle Städte und Fremdenverkehrsorte ihre eigenen Internetauftritte.

Für Anreise und Urlaubsplanung: eifel.info, eifel-direkt.de.

Für allgemeine Informationen und Führer durch die Regionen: eifelfuehrer.de, nordeifel-tourismus.de, geopark-vulkaneifel.de, gesundland-vulkaneifel.de.

BESTE JAHRESZEIT

Natürlich ist ein Urlaub in der Eifel in den Sommermonaten am schönsten, auch weil es für Aktivitäten selten zu heiß ist, denn in der Eifel herrscht eher gemäßigte Wärme. Anders ist das im warmen Ahrtal. Herrlich ist der Herbst mit seinen unvergleichlichen Farben und das Wetter kann stabiler sein als im Sommer. Wer Blumen liebt, wird sich am Frühling oder am Frühsommer orientieren. Aber auch der Winter hat seine Reize. In der Eifel gibt es Wintersportgebiete wie beispielsweise Schwarzer Mann in der Schneifel. Die Weihnachtsmärkte wie in Monschau und Aachen sind berühmt.

WETTER

Der Westen der Eifel gilt als regenreich, doch der Osten (und besonders das Ahrtal) ist eher gemäßigt. Für die aktuellen Wetteraussichten eines bestimmten Ortes benutzt man daher am besten eine der örtlichen Wetterstationen. Allgemeinere Wettervorhersagen halten einige Internetplattformen wie zum Beispiel wetteronline.de bereit.


Auch heute noch ist die Eifel großflächig landwirtschaftlich geprägt.


Leckeres Angebot in einer Bäckerei in Monschau (Ziel 2)

WANDERUNGEN UND RADTOUREN

Die Eifel ist ein herrliches Wandergebiet. Fernwanderwege, Eifelschleifen, Eifelsteig und unzählige Themenwanderwege wie etwa die fantastische Buntsandsteinroute durchziehen die Täler und Höhen. Alle Pfade sind im Gelände bestens ausgeschildert. Einige der Wandervorschläge sind dem Buch »Historische Pfade Eifel« (Bruckmann Verlag) des Verfassers entnommen, in dem sich genaue Wegbeschreibungen befinden. Viele der ausgeschilderten Radwege wurden auf stillgelegten Bahntrassen angelegt und weisen daher keine starken Steigungen auf.

REGIONALE KÜCHE

Die traditionellen Speisen in der Eifel galten lange Zeit als »Armeleuteküche«. Die Menschen waren auf die Produkte ihrer eigenen Landwirtschaft auf mageren Böden angewiesen. Zutaten aus dem Stall, vom Feld, Wald und aus dem Gemüsegarten waren und sind auch heute noch die Zutaten. »Morre-Jemöß« (Kartoffeln mit Möhren und Zwiebeln, Rippchen mit Bratwurst und Senf) oder »Döppekooche« (Topfkuchen mit den Zutaten Kartoffeln, Eier, Zwiebeln, Brötchen, Speck oder Mettwürstchen, Öl, Apfelkompott, Salz, Pfeffer und Muskat) erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit. Herzhafte Spezialitäten wie der Rheinische Sauerbraten, der Aachener Sauerbraten und die Aachener Weihnachts-Leberwurst kamen von außen als Luxus in die Eifel. Aber die Zeiten der »Armeleuteküche« sind längst vorbei. Zahlreiche Restaurants haben die traditionelle Küche neu interpretiert und heben die Vorzüge der regionalen Produkte hervor. Auf den Internetseiten eifel-exclusive.de und regionalmarke-eifel.de sind Restaurants, Rezepte, regionale Lebensmittel, Hofläden und Eifelprodukte zu finden. Auch auf Wochenmärkten findet man reichlich regionale Produkte.

GEOLOGIE

Bereits vor der alpinen Gebirgsbildung wurden die abgelagerten Sedimente des Devons und Unterkarbon verfaltet und zum Teil verschiefert (Variszisches Gebirge). Die Eifel ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges, das diesem Vorgang entspricht. Der gewachsene Fels besteht überwiegend aus Schiefer, Kalkstein, Quarzit und Sandsteinen aus der Zeit des Devons. Etwa von der Trierer Bucht bis zur Niederrheinischen Bucht erstreckte sich vor 200 Millionen Jahren in der Zeit des Jura und der Trias ein flaches Meer, das weitere Sedimente ablagerte. Die erste vulkanische Phase begann in der Eifel vor 45 Millionen Jahren. Vor fünf Millionen Jahren begann das Rheinische Schiefergebirge mit der Eifel aus der Umgebung aufzusteigen. Dadurch gruben sich Bäche und Flüsse in die flachwellige Landschaft ein und die Landschaft entwickelte sich in Richtung der heutigen Gestalt. Zur Formung der Landschaft trug dann auch die zweite vulkanische Phase bei, die vor einer Million Jahren begann. Die letzten Ausbrüche der Vulkane, bei denen die jüngsten Maare entstanden, liegen 10 000 Jahre zurück.

DIE EIFEL IM WANDEL DER GESCHICHTE

Archäologische Funde beweisen, dass bereits vor mehr als 100 000 Jahren Neandertaler in der Eifel jagten und lebten. Vor etwa 30 000 Jahren müssen Cro-Magnon-Menschen in der Eifel gewohnt haben. Noch Jahrhunderte vor Christus wanderten Kelten aus dem Osten ein und besiedelten das Ahrtal. Die Namen Eifel und Ahr sind keltischen Ursprungs. Artefakte aus Hillesheim belegen die Verhüttung von Eisen in der La-Tène-Zeit im 5. Jahrhundert vor Christus. In den Jahren 58 bis 51 vor Christus eroberte Gaius Julius Caesar Gallien, das aus dem heutigen Frankreich, Belgien, der Westschweiz und den größten Teilen des linksrheinischen Deutschlands bestand. Wegen einfallender germanischer Stämme verstärkte Rom die Militärlager entlang der Rheinlinie. Zur Römerzeit durchquerten große Fernstraßen wie die Via Agrippa zwischen Trier und Köln die Eifel. Auf den Straßen wurde in der Eifel gefördertes Blei, Galmei, Eisen, Kalk und Mühlsteine transportiert. Bei Bitburg wurde eine Eisenschmelze der Römer ausgegraben. In der Nähe der Kastelle wurden Veteranen angesiedelt, die das umliegende Land bebauten. Auf die römischen Ansiedelungen weisen die Endungen der Ortsnamen »weiler« hin, dem »villare« vom lateinischen »villa« zugrunde liegt. Im Jahr 410 zogen die Römer ihre letzten Truppen von der Rheingrenze zurück. Durch das Machtvakuum drangen ab dem 5. Jahrhundert die germanischen Großstämme der Franken in die Region ein. Das Fränkische Reich erreichte unter dem Karolinger Karl dem Großen seine größte Ausdehnung. Im Hochmittelalter war die Eifel Grenzgebiet zwischen den rivalisierenden Erzbistümern Köln und Trier, der Grafschaft Luxemburg und dem Herzogtum Jülich. Daher gibt es in der Eifel außerordentlich viele Burgen, die meist als Ruinen überliefert sind. Zerstört wurden die Burgen durch viele Kriege, die über das Land zogen, und durch französische Truppen, die zu allen möglichen Kriegsschauplätzen durch die Eifel stießen. Ab 1815 übernahm Preußen die Herrschaft über die Eifel und sie erhielt als ärmliches Randgebiet des Reiches den Namen »preußisch Sibirien«. Im Zweiten Weltkrieg brachen heftige Gefechte und Armut über die Grenzregion Eifel herein. Heute gibt der wachsende Tourismus der Eifel einigen Aufschwung.


Rastplätze sind in der Eifel genügend zu finden.


Auch im Sommer erlebt man in der Eifel Regenschauer (Ziel 12).


Landschaft bei Kommern

WELTKULTURERBE AACHEN
Geschichte und Kultur


Gesamtansicht der Südseite des Aachener Doms

1

Aachen, die Stadt Karls des Großen, besitzt bedeutende Welt-Kulturdenkmäler. Hier bauten die Römer schon vor 2 000 Jahren Badeanlagen und Kultstätten. Aachen hat heute viel Charme, gute Geschäfte, malerische Winkel sowie gemütliche Cafés und Restaurants. Die Nachbarstadt Stolberg ist eine Überraschung.

Aachen liegt im Herzen Europas und war schon zur Zeit Karls des Großen das politische, kulturelle und spirituelle Zentrum seines Reiches. Die ehemalige Reichsstadt beeindruckt heute nicht nur durch ihre geschichtlich bedeutenden Bauwerke und süße Printen. Die Bundesregierung verlieh der Stadt den Titel »Ort der Vielfalt«. Aufgrund der Grenzlage zeigen sich viele kulturelle und architektonische Einflüsse aus dem belgisch-niederländischen Raum. Ihre europäische Rolle behauptet die Stadt mit der Vergabe des internationalen Karlspreises für Verdienste um die europäische Einigung.

AACHENER GESCHICHTE

• ab 3000 v. Chr. (Neolithikum) Besiedelung durch bäuerliche Menschen

• ab 2200 v. Chr. (Bronzezeit) Ansiedlung von keltischen Stämmen

• ab 1. Jh. n. Chr. Römer wohnten an den warmen Quellen

• ab 5. Jh. n. Chr. Franken nahmen die Region ein

• ab 768 regierte Karl der Große in Aachen

• 936 wurde Otto I. zum König des Heiliges Römisches Reiches gekrönt

• 1166 erlangte Aachen durch Kaiser Friedrich Barbarossa die Stadtrechte und wurde Reichsstadt

• 13. bis 16. Jahrhundert Aachen wurde zum Zentrum der Tuch- Kupfer- und Messingherstellung

• 1656 zerstörte ein Stadtbrand fast das gesamte gotische Aachen

• 1918 Aachen blieb elf Jahre lang von belgischen Truppen besetzt

• 1944 wurde die Stadt in der Schlacht um Aachen von den Alliierten eingenommen und stark beschädigt

Die Touristinformation Aachen vermittelt neben klassischen Stadtführungen immer sonntags Themenführungen. Tickets können vorab online gebucht werden (aachen-tourismus.de/fuehrungen). Außerdem gibt es Stadtrundfahrten mit den Citybussen (citytour.de). Eine Stadtbesichtigung ist mit dem Stadtplan in der Hand auch auf eigene Faust gut durchzuführen, denn von allen Seiten können sich die Besucher am Dom orientieren. Auf einem Spaziergang von zwei Kilometern können die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entdeckt werden.

SEHENSWERTES IN AACHEN

Praktischerweise beginnen wir die Besichtigung der Altstadt am klassizistischen Elisenbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz, denn in der dort ansässigen Touristinformation bekommen Besucher einen Stadtplan. Der mondäne Elisenbrunnen aus dem 19. Jahrhundert mit dem dorischen Säulenvorbau der Wandelhalle unterstreicht den Anspruch Aachens als Kurstadt. Sprudelnde Thermalquellen mit Schwefelgehalt verbreiten ihren typischen Geruch. Bereits die Römer nutzten die heißen Quellen für ihre Thermen.

Das Klenkes-Denkmal steht nordöstlich des Elisenbrunnens am Friedrich-Wilhelm-Platz. Der erhobene kleine Finger der Figuren ist der Gruß aller Aachener. Mit dem kleinen Finger wurden in der einst florierenden Aachener Nadelindustrie unbrauchbare Nadeln »ausgeklinkt«.

Der klassizistische Elisenbrunnen bei Nacht


Das Klenkes-Denkmal erinnert an die Aachener Nadelindustrie.


Die mächtige gotische Chorhalle des Aachener Doms

Hinter dem Elisenbrunnen dehnt sich der Elisengarten aus, der mit seinen alten Bäumen im Sommer eine wohltuende Oase ist. Hier befindet sich die Keimzelle der Stadt Aachen, denn im Elisengarten wurden Siedlungsplätze aus fünf Jahrtausenden nachgewiesen. Feuersteinwerkzeuge belegen eine Benutzung des Ortes bereits in der Jungsteinzeit. Die Menschen bauten auf dem Lousberg am heutigen nördlichen Stadtrand Feuerstein ab. Vom 1. bis 4. Jahrhundert war der Elisengarten mit römischen Thermen und anderen Gebäuden bebaut. Archäologische Ausgrabungen förderten auch Artefakte aus der Zeit der Merowinger und des Mittelalters zutage. Der ovale Glasbau inmitten des Gartens gewährt Einblick in den geschichtlichen Untergrund der Stadt. An der nordwestlichen Ecke des Elisengartens zeigt der witzige Brunnen »Kreislauf des Geldes« den Weg zum Dom auf dem Münsterplatz. Der bei Kindern beliebte Puppenbrunnen mit beweglichen Figuren steht auf der Nordostseite des Doms in der Krämerstraße 27. Der Aachener Dom ist das Wahrzeichen der Stadt und wurde zusammen mit dem Domschatz als Kulturdenkmal in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Der Dom geht auf die achteckige Pfalzkapelle Karls des Großen zurück, ein Meisterwerk der karolingischen Baukunst des 8. Jahrhunderts. Von außen ist die Palastkapelle an der barocken Turmhaube zu erkennen. Umgeben ist das Oktogon von einer niedrigeren, sechzehneckigen Halle. Innen steht an der Westseite des Oktogons der aus Marmor gefertigte Thron Karls des Großen. Auf ihm wurden 30 deutsche Könige gekrönt. Anbauten aus späteren Zeiten wie die gotische Chorhalle im Osten und die vielen Kapellen umgeben den karolingischen Bau. Dadurch ist der über 1200-jährige Aachener Dom von vielen Baustilen beeinflusst. Die monumentale Chorhalle aus dem Jahr 1414 gilt mit ihren 27 Meter hohen Fenstern als Meisterwerk der gotischen Baukunst.


Der Pennsoldat schnitzt sich ein Zubrot.


Printen gibt es überall.

Inmitten der Chorhalle steht der goldene Karlsschrein aus dem Jahr 1215 mit den Gebeinen Karls des Großen und der berühmte Marienschrein. Er enthält die vier Aachener Heiligtümer, die seit dem 14. Jahrhundert alle sieben Jahre gezeigt werden. Auf der Westseite befindet sich der Domhof mit Blick auf das barocke Eingangsportal der Vorhalle und auf den neugotischen Glockenturm. Nördlich des Domhofs schließt sich der Kreuzgang aus dem Jahr 1500 an, an dessen Westseite die Domschatzkammer ist. Der Zugang ist von der Johannes-Paul-II.-Straße her. Bei dem Schatz handelt es sich um den bedeutendsten Kirchenschatz nördlich der Alpen. Bedeutende Teile sind das Lotharkreuz, die silberne, teils vergoldete Karlsbüste und der Marmorsarkophag Karls des Großen.

Südlich der Domschatzkammer steht am Fischmarkt Nummer 3 das Grashaus aus dem 13. Jahrhundert, das einst als Rathaus diente. 1886 erhielt das Gebäude sein heutiges Aussehen mit den drei Spitzbogenfenstern.


DIE ROUTE CHARLEMAGNE ist ein museales und pädagogisches Projekt, das die Macht Karls des Großen und die Stadtentwicklung Aachens in ihren europäischen Bezügen darstellt. Dom, Rathaus, Museen sowie Badekultur und Wissenschaft sind als Stationen in die Route integriert. Das Centre Charlemagne ist zentrale Anlaufstelle (centre-charlemagne.eu).

An der Nordseite des Doms befindet sich der großzügige Katschhof mit dem modernen Centre Charlemagne, ein Museum mit Exponaten der Stadtgeschichte. Die große Freitreppe führt zum Aachener Rathaus hinauf. Anstelle des Rathauses stand im 8. Jahrhundert die karolingische Pfalz. Das heutige Aachener Rathaus wurde 1349 errichtet. Darin befindet sich der Krönungsfestsaal und im Museum gibt es zudem Kopien der Reichskleinodien Reichsapfel, Reichskrone und Schwerter sowie die Handschrift des Reichsevangeliars. Das Rathaus besitzt mit dem Marktturm und dem Granusturm zwei Türme. Der Granusturm ist das einzige Bauteil der ursprünglichen Kaiserpfalz. In den romantischen Anbauten befindet sich heute ein Gasthaus.

Östlich des Katschhofes steht am Hühnermarkt 17 gegenüber dem Brunnen mit dem Hühnerdieb das Couven-Museum in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. Es wurde vom Baumeister Jakob Couven im Rokokostil umgebaut und beinhaltet eine Möbelsammlung verschiedener Epochen (couven-museum.de).

Noch ein wenig weiter östlich steht an der Straße Büchel der Bahkauvbrunnen (Bachkalb). Gemäß der Sage sprang ein Ungeheuer auf die Schultern spät heimkehrender Zecher.

Nördlich des Rathauses weitet sich der historische Marktplatz. In der Mitte steht der Karlsbrunnen, der Karl den Großen mit Reichsapfel und Zepter zeigt. Er ist der älteste Brunnen der Stadt und stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Bei schönem Wetter am Fischmarkt


Auf dem Aachener Weihnachtsmarkt

Das Haus Löwenstein aus dem 14. Jahrhundert mit den Ecktürmchen steht am Markt 39. Einst Weinhaus mit staufischen Kellergewölben, wird das Gebäude heute als Infostelle der Route Charlemagne und als Karnevalsmuseum genutzt. Am Haus Löwenstein beginnt die Pontstraße nach Norden. Im gotischen Bürgerhaus mit der Nummer 13 residiert das Internationale Zeitungsmuseum (izm.de).

Weit draußen steht an der Pontstraße die Doppeltoranlage Ponttor aus dem 13. Jahrhundert. Ebenso weit außerhalb des Zentrums, aber im Süden, ist noch das Marschiertor aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Es gehört zu den größten Stadttoren Westeuropas. Noch heute sitzt vor dem Tor ein schnitzender Pennsoldat. Das Ludwig Forum für Internationale Kunst befindet sich in der Jülicher Straße 97-109. Das im Bauhaus-Stil entworfene Gebäude wurde 1928 errichtet (ludwigforum.de).

Egal wie lange jemand die Stadtbesichtigung ausdehnt, es sollte doch immer Zeit zur Verfügung sein, ziellos durch die Gassen mit den schönen Geschäften, Cafés und Restaurants zu stromern. Übrigens steht der Aachener Weihnachtsmarkt regelmäßig in der Liste der Top 10 der European Best Chrismas Markets. Plätze und Gassen rund um den Aachener Dom und um das Rathaus verwandeln sich in ein Weihnachtsdorf.


DIE SÜSSEN AACHENER PRINTEN gibt es in verschiedenen Sorten und Härtegraden überall. Es handelt sich um ein Lebkuchengebäck mit aromatischen Gewürzen. Die Firma Lambertz hat in der Ritterstraße 9 einen Werksverkauf mit großem Parkplatz (lambertz-shop.de/werksverkauf). Der Lindt-Werksverkauf ist in der Süsterfeldstraße 130 (lindt.de/shops).

Tipp

Der Tierpark Aachen nennt sich Euregiozoo. Auf neun Hektar Fläche leben 1.000 Tiere aus 200 Arten. Eine Freude für Kinder ist der Kinderbauernhof mit Tieren zum Anfassen und natürlich das Ponyreiten. Es gibt genügend Parkplätze oder der Zoo kann direkt mit dem Bus Linie 16 angefahren werden (Obere Drimbornstraße 44, Tel. 0241/593 85, euregiozoo.de).


Idylle in Kornelimünster


Ungarnkapelle, Glockenturm und Pfalzkapelle des Aachener Doms


In der romantischen Gasse In der Schart in Stolberg


Der Ortskern von Kornelimünster


In der Klause wohnten einst Eremiten.

KORNELIMÜNSTER

Wenn auch Stadtteil von Aachen, bildet Kornelimünster mit historischem Ortskern und Abteikirche eine Extra-Anlaufstelle. 814 gründete Benedikt von Aniane das Kloster Kornelimünster an dem Flüsschen Inde. Die alte Abteikirche Sankt Kornelius wurde durch die Reliquien Ziel zahlreicher Wallfahrten, besonders während der alle sieben Jahre stattfindenden Heiligtumsfahrt. Die Kirche ist eine fünfschiffige Basilika und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken rheinischer Baukunst. Der erste Bau aus karolingischer Zeit wurde in ottonischer Zeit durch einen neuen Bau ersetzt, der im 13. Jahrhundert im gotischen Stil umgebaut wurde. Ab dem 15. Jahrhundert erfolgten einige Erweiterungen. Im 18. Jahrhundert wurde die barocke Korneliuskapelle angebaut. Das ehemalige Klostergebäude wurde im 18. Jahrhundert zu einem Barockschloss umgebaut und beherbergt heute das Kunsthaus NRW. Das Land Nordrhein-Westfalen zeigt in den prunkvollen Barocksälen Kunst von 1945 bis in die Gegenwart (Kunsthaus NRW, Abteigarten 6,52076 Aachen, Tel. 02408/64 92, kunsthaus.nrw). Bürgerhäuser des 17. und 18. Jahrhunderts prägen das Ambiente. Am Benediktusplatz Nummer 17 steht das kuriose Haus mit nur 2,42 Meter Breite. Kornelimünster besitzt eines der historisch bedeutendsten Ortsbilder im Rheinland. Auf dem Korneliusmarkt vor der Kirche findet jährlich im Juni der historische Jahrmarkt mit alten Fahrgeschäften, Gauklern und Buden statt. Zu anderen Zeiten ist auf diesem Platz ein Parkplatz, der allerdings für größere Wohnmobile nicht geeignet ist. Größeren Parkraum gibt es am neuen Friedhof am Schildchenweg. Die bessere Alternative ist der Vennbahn-Radweg, der von Aachen über Kornelimünster, Monschau und Belgien nach Luxemburg hineinführt.


DIE WANDERUNG ZUR KLAUSE und römischen Tempelanlage Varnenum entlang der idyllischen Inde beginnt im historischen Ortskern von Kornelimünster. Die Rundtour ist nur fünf Kilometer lang. Einkehr zu einem Kaffee ist an der Klause im Naturschutzgebiet Klauserwäldchen möglich.

STOLBERG

Die Kupferstadt Stolberg profitierte von den Aachener Religionsunruhen der Reformationszeit. Mit der Vertreibung der Protestanten aus Aachen verließen viele Kupferschläger die Stadt und siedelten sich im liberalen Stolberg an. Der dadurch entstandene Reichtum zeigt sich noch heute in den prächtigen Hofanlagen der Kupfermeister. Stolberg besitzt einen der bedeutendsten historischen Stadtkerne Nordrhein-Westfalens und zeigt hinter jeder Ecke der engen Gassen wie In der Schart oder am Alten Markt am Ende der Burgstraße eine weitere Überraschung. Imposantes Wahrzeichen der Kupferstadt ist die trutzige mittelalterliche Burg Stolberg. In der Torburg befindet sich ein Handwerksmuseum (museumtorburg.de). Schließlich gibt es noch das Industriemuseum Zinkhütter Hof in der Cockerillstraße 90. Es ist ein Mobilitäts- und Fahrzeugmuseum (zinkhuetterhof.de). Mit Parkplätzen ist Stolberg nicht gesegnet. Aber in nur elf Minuten fährt die Regionalbahn von Aachen nach Stolberg (stolberg-erleben.de).


Am Alten Markt in Stolberg dominiert heute die Gastronomie.


In der Sonne am Elisenbrunnen in Aachen

Auf einen Blick

Info

STADT/REGION: Aachen und Stolberg

BESTE REISEZEIT: April–Oktober

OPTIMALE REISEDAUER: 2–3 Tage

TOURISTINFO: Elisenbrunnen, Friedrich-Wilhelm-Platz, 52062 Aachen, Tel. 0241/1 80 29 50, info@aachen-tourismus.de, aachen-tourismus.de, aachen.de

STELLPLATZ BAD AACHEN

ADRESSE: Branderhofer Weg 11, 52066 Bad Aachen, Tel. 0241/99 00 09 91, mail@aachen-camping.de, aachen-camping.de

ANFAHRT: Von der A 44 Ausfahrt 3 Aachen-Brand, dann auf der Trierer Straße und Adenauerallee zum Branderhofer Weg. Aachen hat eine Umweltzone.

GPS: 50.76125 6.102889

Der ganzjährig geöffnete Stellplatz ist umgeben von Sportplätzen, Parkanlagen und Wohngebiet. Er verfügt über befestigte Parzellen mit Wasser- und Stromanschluss. Die Nutzung ist auf zwei Nächte pro Aufenthalt beschränkt. Entsorgungs- und Abfallstation, geheiztes Sanitärgebäude mit Duschen, Waschbecken und Toiletten, kleine Wiese mit Grillkamin und Pavillon, kostenfreies WiFi, morgens Brötchen- und Zeitungs-Service. Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten sind 800 Meter entfernt in Burtscheid. In die historische Altstadt Aachen sind es 2,5 Kilometer, die mit dem Fahrrad oder mit den Bussen Linie 30 und V zurückgelegt werden können (avv.de). Nach Kornelimünster sind es 8 Kilometer und nach Stolberg 12 Kilometer.

CAMPINGPLATZ VICHTBACHTAL

ADRESSE: Vichtbachstraße 10, 52159 Roetgen-Mulartshütte, Tel. 02408/51 31, camping@vichtbachtal.de, vichtbachtal.de

ANFAHRT: Von der A 44 Ausfahrt 2 Aachen-Lichtenbusch und auf der B 258 und über Rott nach Mulartshütte

GPS: 50.699361 6.221861


Der Stellplatz Bad Aachen ist ein ruhiger Ort.

Der von April bis Oktober geöffnete Wiesenplatz liegt am idyllischen Vichtbach, ist von Wald umgeben und verfügt über meist parzellierte Plätze mit Stromanschluss. Kiosk, Entsorgungs- und Abfallstation, Sanitärgebäude mit Duschen, Waschbecken, Toiletten, Waschmaschine und Trockner, kostenfreies WiFi, morgens Brötchen-Service. Einkaufsmöglichkeit befindet sich in 2 Kilometer Entfernung. Zu einem Restaurant sind es 300 Meter. Das Vichtbachtal ist Wandergebiet. Nach Aachen sind es auf dem Vennbahn-Radweg 16 Kilometer (vennbahn.eu) und 11 Kilometer auf der Straße nach Stolberg. In 1 Kilometer Entfernung ist ein Islandpferdehof (islandpferdehof-zur-pulvermuehle.de). Es besteht Busverbindung nach Aachen, Stolberg und Roetgen (avv.de). Der Platz ist guter Ausgangspunkt für Ausflüge in das Moorgebiet Hohes Venn in Belgien. Der Eifelsteig von Kornelimünster nach Trier verläuft durch Roetgen.

Ein weiterer Campingplatz ist in Roetgen in der Faulenbruchstraße 55 (camping-faulenbruch.de) und in der Bahnhofstraße in Roetgen ist ein Wohnmobilstellplatz ohne jede Infrastruktur. GPS: 50.648639 6.184778.

VIEL GELIEBTES MONSCHAUER LAND
Tuchmacherstadt an der Rur


Fachwerkhäuser in Monschau an der Rur

2

Die Fachwerkstadt Monschau gilt als Sahnestück der Nordeifel und wird entsprechend touristisch frequentiert. Urlauber lassen sich auf einem Bummel durch den 300 Jahre alten Startkern begeistern. Das Fachwerkidyll berührt die Seele durch seinen einzigartigen Charme der verwinkelten Gassen und Bauten.

MONSCHAU

Die Eifelperle Monschau liegt zwischen den Hügeln des Naturparks Hohes Venn-Eifel an dem Flüsschen Rur. Die Landschaft zählt zur schönen Rureifel, dessen kultureller Mittelpunkt das historische Monschau ist. Die Burg über der Stadt wurde ab dem 12. Jahrhundert erbaut. In der Folge entwickelte sich der Ort und bekam 1352 die Stadtrechte. Monjoye, wie damals der Ort hieß, wuchs im Dreißigjährigen Krieg durch Zuzug protestantischer Flüchtlinge aus Aachen und anderen katholischen Gegenden. Danach entwickelte sich eine Wolltuchproduktion hoher Qualität. Die Bauten des Stadtkerns aus der reichen Tuchmacherzeit des 17. und 18. Jahrhunderts wie das Rote Haus und das Haus Troistorff sind bis heute erhalten. Aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts verlor Monschau den Anschluss an die industrielle Entwicklung und die letzte Tuchfabrik schloss 1908.

SEHENSWERTES IN MONSCHAU

Monschau besitzt über 300 denkmalgeschützte Bauwerke, davon die meisten in Fachwerkbauweise. Ein Spaziergang durch die Altstadt führt zu einigen Sehenswürdigkeiten. Vom Wohnmobilstellplatz leitet der Weg in die Altstadt an der alten Tuchfabrik und am Parkplatz Burgau vorbei. In der alten Fabrik sind heute das Handwerkerdorf, die römische Glashütte und das Erlebnismuseum Lernort Natur (erlebnismuseummonschau.de) untergebracht.

Tipp

In der alten Tuchfabrik stehen auf dem Monschauer Handwerkermarkt im Stil eines Dorfplatzes Marktstände, an denen Nützliches und Tand verkauft wird. In der Glashütte erleben die Gäste, wie Glaswaren hergestellt werden. Auf der Ausstellungsfläche werden die Produkte präsentiert (10 bis 18 Uhr, Eintritt frei, glashuettemonschau.de).

500 Meter nach dem Handwerkermarkt ist in der Stadtstraße 24 die 1862 gegründete Kaffeerösterei Wilhelm Maassen mit einer herrlichen Ladeneinrichtung. Im Haus Nummer 16 bekommt man in der Touristinformation einen Stadtplan. An der evangelischen Stadtkirche mit dem Schwan als Symbol für den Reformator auf der Kirchturmspitze überqueren wir auf der Brücke die Rur. Hier öffnet sich nach links der Blick auf das Rote Haus. Das prachtvolle Patrizierhaus aus dem 18. Jahrhundert ist das Wahrzeichen der Stadt und heute ein Museum. Es wurde um 1760 von dem Tuchmacher Johann Heinrich Scheibler als Wohnhaus, Kontor und Fabrikationsstätte erbaut. Mit seiner Einrichtung in den Stilen Rokoko, Louis-seize und Empire spiegelt es den Glanz großbürgerlicher Wohnkultur wider. Eine Seltenheit ist die über drei Etagen freitragende, gewendelte Treppe aus Eichenholz. Im alten Kontor sind sämtliche Fakten rund um die Tuchmachertradition zu erfahren. Stoffmusterbücher mit 6000 Entwürfen in den verschiedensten Dekoren zeugen von der Vielfalt und Brillanz des Monschauer Tuchs um 1800 (Stiftung Scheibler-Museum, Rotes Haus, Laufenstraße 10, Tel. 02472/50 71, rotes-haus-monschau.lvr.de). Ebenfalls in der Laufenstraße steht das Haus Troistorff, das 1783 als repräsentatives Stadthaus erbaut wurde. Es ist die Vielzahl der herrlichen Fachwerkhäuser, die Monschau so berühmt und zu etwas Besonderem machen.


Neben der Stadtkirche steht das Rote Haus.


An der Stadtkirche in Monschau


In Monschau sind schöne Läden zu finden.

Von der evangelischen Stadtkirche weiter auf der Rurstraße und dann rechts ein wenig auf dem Oberen Mühlenberg, im einstigen Armenviertel der Stadt hinauf, kommen wir zu einem kleinen Weg auf der rechten Seite. Dieser Pfad führt zu herrlichen Aussichtsplätzen über der Stadt bis hinauf zur Mariakapelle. Die Kapelle befindet sich gegenüber der Burg Monschau. Der Kern der Anlage lässt sich auf das 12. Jahrhundert datieren. Die Burg ist heute mit hochkarätigen Musikveranstaltungen und anderen Darbietungen kultureller Anziehungspunkt für Jung und Alt. In der Festung befindet sich eine Jugendherberge.

Aber unten in der Stadt lässt sich noch viel mehr entdecken. Am Marktplatz steht zwischen dem großen Angebot an Gasthaustischen der Weberbrunnen, der an die armen Arbeiterfamilien und an den Reichtum der Stadt erinnert. An den Marktplatz schließt sich das historische Aukloster an. Es wurde im 18. Jahrhundert als Minoritenkloster gegründet. Heute finden darin Veranstaltungen aller Art statt. Nach dem Kloster können wir auf der Brücke über die Rur und auf der Eschbachstraße zum Marktplatz zurückgehen. Auch im Winter wird Monschau gerne besucht. Die gesamte Altstadt ist zur Zeit des beliebten Weihnachtsmarktes voller Buden und Menschen.


VON MONSCHAU INS MONSCHAUER HECKENLAND durchstreift eine Rundwanderung von 13 Kilometer das Rurtal und zwei beschauliche Bachtäler auf verträumten Wegen. Unglaublich hohe Hecken, so hoch wie Häuser, sind in Höfen im Heckenland ein besonderes Erbe. Sogar die Felder wurden traditionsgemäß mit Hecken umzogen und prägen die außergewöhnliche Kulturlandschaft. Die historische Kluckbachmühle und die grotesken Aussichtsfelsen Teufelsley und Engelsley sind weitere Höhepunkte.

In der Rurstraße


Am Marktplatz in Monschau


DAS KLOSTER REICHENSTEIN des Prämonstratenser Ordens im Naturpark Hohes Venn wurde im 12. Jahrhundert begründet und im Jahr 2007 als Benediktinerkloster wiedereröffnet. Das Kloster ist ein gutes Ziel für Wanderer und Radfahrer, liegt es doch im romantischen Rurtal mit den Felsbildungen der Perdsley und Wiselsley. Der Einstieg in den Vennbahn-Radweg befindet sich südlich von Monschau am Reichensteiner Weg und Ecke B 258 (kloster-reichenstein.de, vennbahn.eu).

Tipp

In der historischen Monschauer Senfmühle können Besucher die Produktion besichtigen und im täglich geöffneten Laden unter 22 verschiedenen Senfsorten wählen (Führungen ohne Voranmeldung: März bis Oktober Mittwoch 11 und 14 Uhr und Freitag 11 und 14 Uhr, Laufenstraße 118, Tel. 02472/22 45, senfmuehle.de).

HÖFEN IM MONSCHAUER HECKENLAND

Das Monschauer Land und das Eifelvorland bieten die besten Voraussetzungen für einen Urlaub zum Wandern und Radfahren abseits touristischer Zentren. Das Dorf Höfen im Monschauer Heckenland ist ein Idyll der ländlichen Kultur. In der Hauptstraße 96 steht das Alte Eifelhaus, ein mit Reet gedecktes Eifelhaus aus dem Jahr 1650. Heute ist darin eine Bäckerei und Café (altes-eifelhaus.de). Vom Parkplatz am Nationalparktor kommt man auf der Hauptstraße nach Norden zur Touristinformation mit Ausstellung zum Nationalpark. Ein Faltblatt zeigt den Höfener Heckenweg, der auf drei Kilometer Länge an den schönsten Fachwerkhäusern und an den außergewöhnlich hohen Hecken wie zum Beispiel in der Weiherstraße vorbeiführt.


DER NARZISSEN-WANDERWEG ist eine überregionale Berühmtheit. Meist von April bis Anfang Mai verwandeln Millionen gelbe Narzissen die Wiesen im Perlenbachtal in große Blütenteppiche. Vom Parkplatz an der Perlenbacher Mühle in Höfen folgt die 14 Kilometer lange Narzissenroute in einem Rundweg dem Fuhrtsbach und dem Perlenbach.

HÜRTGENWALD

Der Hürtgenwald im Eifelvorland erlangte im 2. Weltkrieg wegen äußerst blutiger Kämpfe mit 70 000 Toten traurige Berühmtheit. Der Westwallweg und andere Themenwege führen an zerstörten Bunkern vorbei und erinnern an die dunkle Geschichte. Aber im Hürtgenwald zeigt zum Beispiel der Bodenlehrpfad im Todtenbruch bei Vossenack herrliche Natur und am Eifelblick, mit 566 Metern höchster Punkt des Hürtgenwaldes, genießt man die Aussicht bis nach Aachen und in die Niederlande. Simonskall im Hürtgenwald ist ein liebliches, winziges Dorf in purer Naturidylle. Das Landhotel Kallbach bietet neben einem kleinen Stellplatz der Gemeinde ebenfalls einen Wohnmobilstellplatz an. Das Dorf ist bekannt wegen seinem guten Angebot der Gastronomiebetriebe.


IM MOUNTAINBIKEPARK HÜRTGENWALD können sich Mutige im Douwnhill austoben (Parkplatz Simonskaller Straße, 52393 Hürtgenwald-Vossenack, Tel. 01515/166 03 29, mtb-park-huertgenwald.de, von April bis Oktober, Tageskarte 25 €).


Schönste Fachwerkhäuser und hohe Hecken


Auf dem Bodenlehrpfad

Auf einen Blick

Info

STADT/REGION: Monschau, Monschauer Land und Voreifel

BESTE REISEZEIT: April–Oktober

OPTIMALE REISEDAUER: 1–2 Tage

TOURISTINFO: Stadtstraße 16, 52156 Monschau, Tel. 02472/804 80, touristik@monschau.de, monschau.de

STELLPLATZ MONSCHAU

ADRESSE: Biesweg, 52156 Monschau, Tel. 02472/804 80, touristik@monschau.de, monschau.de

ANFAHRT: Von der A1 Ausfahrt 113 Nettersheim und auf der L 206, B 265 und B 258 nach Monschau

GPS: 50.553917 6.232167

Die Wohnmobilstellplätze auf einem Parkplatz in einer Schleife der B 258 bieten Strom, Ver- und Entsorgungseinrichtung und WC. Der Platz ist ganzjährig nutzbar, aber auf einen Tag beschränkt. Es gibt keinen Schatten auf der Asphaltfläche. Nebenan ist ein Hallenbad. In die Altstadt mit Museen, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten sind es zu Fuß 700 Meter. Auf dem nahen Vennbahn-Radweg ist nach Norden in 30 Kilometern Aachen erreicht und nach Südwesten in 5 Kilometern das Kloster Reichenstein sowie nach Süden in 5 steilen Kilometern Höfen (vennbahn.eu).

CAMPINGPLATZ PERLENAU

ADRESSE: Perlenau 7, 52156 Monschau, Tel. 02472/41 36, familie. rasch@monschau-perlenau.de, monschau-perlenau.de

ANFAHRT: Von der A 1 Ausfahrt 113 Nettersheim und auf der L 206, B 265 und B 258 nach Monschau-Perlenau

GPS: 50.543528 6.237083

Der Campingplatz liegt direkt am Perlenbach und am Eifelsteig zwischen Monschau und Höfen und ist von Mitte Mai bis September geöffnet. Der naturnahe Platz verfügt über moderne Einrichtungen wie beheizte Sanitärräume mit Einzelwaschkabinen, Spüleinrichtungen, Waschmaschine und Trockner und Chemie- und Abwasserausguss. Ein Restaurant sorgt für das leibliche Wohl. Auf dem Eifelsteig (eifelsteig.de) am Perlenbach ist die Altstadt von Monschau mit Museen, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten zwei Kilometer entfernt und Höfen drei Kilometer. Für viele Wanderwege wie etwa den Narzissenweg ist der Platz ein guter Ausgangspunkt. Zum Einstieg in den Vennbahn-Radweg sind es zwei Kilometer (vennbahn.eu).


Der Campingplatz Perlenau ist ein naturnahes Idyll.


Restaurant auf dem Campingplatz


Höfen schmückt sich mit hohen Hecken.

STELLPLATZ ZERKALL INFOPUNKT

ADRESSE: Auel 1, 52393 Hürtgenwald-Zerkall, Tel. 092427/90 90 26, info@rureifel-tourismus.de, rureifel-tourismus.de

ANFAHRT: Von der A 1 Ausfahrt 111 Wißkirchen und auf der B 266, B 477, B 265 und L 11 nach Zerkall

GPS: 50.691306 6.454111

Die Stellplätze befinden sich auf einem teils beschatteten Wanderparkplatz an der Rurtalbahn und sind ganzjährig nutzbar. Außer WiFi wird keinerlei Einrichtung angeboten. In 100 Metern Entfernung ist der Bahnhof. Nach Nideggen sind es zu Fuß auf dem Wanderweg an der Rur drei Kilometer. Dort ist die interessante Burg Nideggen, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Der Wanderweg der phantastischen Buntsandsteinroute ist gut zu erreichen. Mit einem Kanu lässt sich auf der Rur ein intaktes Flusssystem erleben (Infopunkt Zerkall).

NATURPARK HOHES VENN-EIFEL
Wandern über urtümliche Hochmoore und Heide


Die Burg Reinhardstein wurde vor dem Verfall gerettet.

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Wer erstmals das Venn-Plateau erlebt, ist erstaunt. Der Wald gibt den Blick auf ausgedehnte Torfheiden frei, deren Farbe sich mit den Jahreszeiten verändert. Im Hohen Venn bilden sich je nach Jahres- und Tageszeit mystische Stimmungen. Moore sind auch schon immer Element für gruselige Geschichten und Mythen.

HOHES VENN

Das Hohe Venn hat viele Gesichter, die auch von den Farben der Pflanzendecke bestimmt werden. Die blaugrünen Blätter der Rauschbeere stehen im Sommer in Kontrast zu Flächen mit goldbraunem Pfeifengras, sattgrünem Straußfarn oder Schneeheide. Die bizarren Silhouetten der knorrigen Moorbirken und Ebereschen stehen über dem Rostorange des Herbstes oder über den Gelbtönen des Winters. Naturliebhaber finden in diesem originären Land botanische Raritäten. Wanderungen auf kilometerlangen Bretterstegen in einer vielfältigen Landschaft übertreffen die Erwartungen. Entstanden ist diese urige Landschaft über Jahrtausende, in denen die Westwinde ihre Regenlast abluden. Am Boden sieht man die Reste von Torfmoosen und anderen Pflanzen, die Hochmoore bilden konnten. Die Heideflächen entstanden meist durch menschliches Zutun, denn der Torf war über Jahrhunderte ein begehrter Brennstoff.

Dieses Zielgebiet umfasst nur die Landschaft des Hohen Venn im viel größeren Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel, in dem zum Beispiel auch der Nationalpark Eifel liegt. Von deutscher Seite bilden die Städte Roetgen und Monschau mit dem Stadtteil Mützenich die Tore zum Hohen Venn.

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