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Kebra Nagast

Kebra Nagast von papaapa wird unter Creative Commons Namensnennung-Nicht kommerziell-Keine Bearbeitung 4.0 International lizenziert, sofern nichts anderes angegeben ist.

2015 Edited and published by the papaapa family in Accra. The orignal text of this book is around 700 years old. The Kebra Nagast is considered by many christians and rastafarians to be an important historically reliable work.

The work on this book was based on a non-commercial idea, supported by many people. You can copy and use parts of this book for your own purpose. Please respect this work and do no not spread the complete file for free. So you will support future projects.

Kebra Nagast von papaapa wird unter Creative Commons Namensnennung Nicht kommerziell-Keine Bearbeitung 4.0 International lizenziert, sofern nichts anderes angegeben ist.

Die Arbeit an diesem Buch fand im Rahmen eines nicht kommerziellen Projektes statt. Es steht Ihnen frei Teile des Buches zu kopieren oder für Ihre persönlichen Zwecke zu verwenden. Bitte respektieren Sie die Arbeit des Editoren Teams und stellen Sie diese Buchdatei nicht als freien download bereit. Sie unterstützen damit die Arbeit an neuen Projekten.

Inhalt

  Vorwort

  Buchteil I. Erster Teil

  1. Prolog - Die Herrlichkeit der König

  2. Von der Größe der Könige

  3. Vom Königtum Adams

  4. Vom Neide

  5. Vom Königtum Seths

  6. Von den Sünden Kains

  7. Von Noah

  8. Von der Sintflut

  9. Vom Bunde Noahs

  10. Von Zion

  11. Übereinstimmung der 318 Theologen

  12. Von Kanaan

  13. Von Abraham

  14. Vom Bunde Abrahams

  15. Isaak und Jakob

  16. Von Ruben

  17. Von der Herrlichkeit Zions

  18. Wie die Patriarchen beistimmen

  19. Wo dies Buch gefunden wurde

  20. Von der Teilung der Erde

  21. Von der Königin des Südens

  22. Von Tamrin, dem Kaufmann

  23. Wie der Kaufmann nach Äthiopien zurückkehrt

  24. Wie sie sich selbst zur Reise vorbereitet

  25. Wie sie zum König Salomon kam

  26. Der König mit der Königin redet

  27. Von dem Arbeiter

  28. Wie er der Königin gebot

  29. Von den 318

  30. Von dem, was ihr der König Salomon schwor

  31. Vom Zeichen des Königs

  Buchteil II. Zweiter Teil

  32. Wie sie gebar und in ihr Land kam

  33. Wie der König von Äthiopien fortging

  34. Wie er in das Gebiet seiner Mutter kam

  35. Vom Oberfeldherrn des Königs Salomon

  36. Wie König Salomon sich mit seinem Sohn trifft

  37. Wie Salomon seinen Sohn befragt

  38. Wie der König beschließt seinen Sohn zu entsenden

  39. Wie der Sohn Salomos zum König gemacht wurde

  40. Wie der Priester Sädoq dem König David Befehl erteilt

  41. Von der Segnung der Könige

  42. Von den 10 Geboten

  43. Wo die Truppen Israels Befehl erhalten

  44. Wie es nicht geziemt, einen König zu schmähen

  45. Wie diejenigen, die entsandt wurden, weinten und einen Plan fassten

  46. Wie sie über Zion Beschluss fassten

  47. Vom Opfer Azärjäs und des Königs

  48. Wie sie Zion forttragen

  49. Wo der Vater seinen Sohn segnet

  50. Wo sie sich von seinem Vater verabschieden und die Stadt trauert

  51. Wie er zum Priester Sädoq spricht

  52. Wie der Priester Sädoq fortgeht

  53. Wie der Wagen den Äthiopiern gegeben wird

  54. Woselbst David prophezeit und Zion empfängt

  55. Wie sich die Leute von Äthiopien freuten

  56. Von der Rückkehr des Priesters Sädoq und der Übergabe des Weihgeschenkes

  57. Vom Falle des Priesters Sädoq

  58. Wie Salomon sich erhebt, sie zu töten

  59. Wie er den Ägypter, den Knecht Pharaos fragt

  60. Wie Salomon Zion betrauert

  61. Von der Rückkehr Salomons nach Jerusalem

  62. Was Salomon ihnen antwortete

  63. Wie die Großen Israels zustimmen

  64. Wie die Tochter Pharaos Salomon verführt

  65. Von der Sünde Salomons

  Buchteil III. Dritter Teil

  66. Von der Weissagung auf Christus

  67. Die Klage Salomons

  68. Von Maria

  69. Von der Frage Salomons

  70. Wie Jerobeam König wurde

  71. Von Maria der Tochter Davids

  72. Vom König von Rom

  73. Von der Trefflichkeit des Urteils Adrämis, des Königs von Rom

  74. Vom König von Medjäm

  75. Vom König von Babylon

  76. Von den falschen Zeugen.

  77. Vom König von Persien

  78. Vom König von Moab

  79. Vom König von Ainäleq

  80. Vom König der Philister

  81. Wie der Sohn Samsons den Sohn des Philisterkönigs tötete

  82. Von Abrahams Zug nach Ägypten

  83. Tom König der Ismaeliter

  84. Wie der König von Äthiopien nach Hause zurückkehrte

  85. Wie sich die Königin Makeda freut

  86. Wie Makeda ihren Sohn zum König macht

  87. Wie die Würdenträger Äthiopiens schwören

  88. Wie er seiner Mutter erzählt und wie sie ihn zum König machten

  89. Wie die Königin zu den Kindern Israels redet

  90. Wie Azärjäs die Königin und ihre Stadt preist

  91. Dies ist es, was sie essen sollen, Reines und Unreines

  92. Wie das Königtum Davids Erneuerung findet

  93. Wie die Bömer den Glauben verderbten

  94. Der erste Krieg des Königs von Äthiopien

  Buchteil IV. Vierter und letzter Teil

  95. Übereinstimmung über die Herrlichkeit des Königs von Äthiopien

  96. Von der Weissagung auf Christus

  97. Wie Israel murrt

  98. Vom Stabe Moses und Aarons

  99. Von den zwei Knechten

  100. Von den abtrünnigen Engeln

  101. Von der Allgegenwart

  102. Vom Anfang

  103. Ton den Hörnern des Altars

  104. Nochmals von der Lade und von der Rede der Häretiker

  105. Vom Glauben Abrahams

  106. Weissagung vom Kommen Christi

  107. Von seiner ruhmreichen Ankunft in Jerusalem

  108. Von der Schlechtigkeit des verderbten Juda

  109. Von seiner Kreuzigung

  110. Von seiner Auferstehung

  111. Von seiner Himmelfahrt und Wiederkunft

  112. Von den Vorbildern der Propheten in ihrer Person

  113. Vom Wagen und Feindes Bezwinger

  114. Ton der Rückkehr Zions

  115. Vom Gericht Israels

  116. Vom Wagen Äthiopiens

  117. Von dem König von Rom und dem König von Äthiopien

  Nachwort

1
Vorwort

Zur Geschichte und zum Anliegen dieser Fassung – Die Kebra Nagast oder auch „Ehre der Könige“, ist eine äthiopische Urschrift, deren Entstehung ungefähr auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Der Text, der manchen Quellen zufolge über 1.000 Jahre alt sein soll, ist nicht nur eine Inspiration für viele äthiopische Christen sondern für Rastafarians weltweit. Das Buch enthält den Bericht darüber, wie die Königin von Saba, Makeda, König Salomo traf und wie die Bundeslade nach Äthiopien kam. Die Schrift erzählt darüber hinaus die Geschichte des Volkes von Äthiopien, wie es sich von der Anbetung von Sonne und Mond abkehrte und den Gott Israels erkannte. Die Urschrift selbst ist in über hundert Kapitel unterteilt, die eng miteinander in Zusammenhang stehen. Kapitel für Kapitel wird illustriert, wie die Königin von Äthiopien zunächst mit Salomon zusammentrifft, und wie der gemeinsame Sohn Menelik dann von Äthiopien nach Jerusalem reist, wo er beschließt, die Bundeslade in das Land seiner Mutter zu bringen. Verknüpft mit vielen Mysterien beginnt eine Reise, die ein vorläufiges Ende in den sagenumwobenen Bergfesten Äthiopiens nimmt. Grundlage für die vorliegende Übersetzung sind Textteile, die ursprünglich in koptischer Sprache geschrieben und dann ins Arabische übersetzt wurden. Eine Verschmelzung von historischen und politischen Aspekten ist bei einem solchen Zyklus fast unvermeidbar. Schließlich soll nichts Geringeres aufgezeigt werden, als dass die Segnungen der salomonischen Dynastie auf das äthiopische Königshaus übergehen. Eingewoben in viele Mysterien und Offenbarungen wird abgleitet, dass die äthiopische Form der Anbetung, Gott am wohlgefälligsten sei. Die Kebra Nagast endet mit der abschließenden Prophezeiung, dass die Macht Roms durch die Macht von Äthiopien verdunkelt wird. Die Kebra Nagast ist naturgemäß ein Text, der historisch-kritisch gelesen werden muss. Ziel der vorliegenden überarbeiteten Fassung ist es, durch einfache Lesbarkeit einen interessanten geschichtlichen Zugang und die ganze Breite der Erzählung zu eröffnen. Damit ermöglichen sich allen humanistisch orientierten Glaubensrichtungen Raum zur Standortbestimmung und Reflexion. Alles in allem möchte diese überarbeitete Version aber auch ein kleiner Teil des Lichts sein, das der unbekannte Autor in der großen Schrift in zeitloser Schönheit wie folgt beschreibt:“Ich bin hinabgestiegen wie ein großer Anker von Eisen an den Schiffen die übernachten, in die Tiefe des Meeres und habe eine Leuchte empfangen, die mir leuchtete, und bin an den Tauen der Klugheit heraufgestiegen. Ich schlief in der Tiefe des Meeres, und ohne vom Wasser überwältigt zu werden, träumte ich darinnen, indem ein Stern in meinem Busen war, und ich verwunderte mich darüber, indem ich ihn festhielt und befestigte ihn am Glanz der Sonne. Ich hielt ihn fest und lasse ihn nimmer in Ewigkeit. Ich trat ein, ins Tor des Schatzhauses der Weisheit, schöpfte mir das Wasser der Erkenntnis und trat ein, in die Glut der Flamme der Sonne, sie erleuchtete mich mit ihrem Glanz, ich wappnete mich damit und ward unversehrt durch das Vertrauen auf sie, nicht nur ich, sondern alle, die auf der Spur der Weisheit wandelten, nicht nur ich, sondern alle Leute meines Landes, des Reiches von Äthiopien und nicht nur sie, sondern auch die, welche auf ihren Wegen wandeln, die Völker, die sie umgeben. Denn der Herr hat uns Samen in Zion verliehen und einen Wohnsitz in Jerusalem. Wir haben jetzt gleiches Los mit denen, die er auserwählt hat, nämlich den Samen Jakobs.“

I
Erster Teil

Einführung in die Geschichte von der Königin Makeda, wie sie nach Jerusalem kommt und König Salomon kennenlernt. Weiterhin wie König Salomon Makeda zur Frau nimmt, und diese später Jerusalem verlässt, um nach Äthiopien zurückzukehren.

1
Prolog - Die Herrlichkeit der König

Dem König Salomon und den Königen vom Thron von Axum zur Verherrlichung! Die Geschichte wie das Königreich Davids von seinem Sohne Salomon, dem König von Israel, auf das Land des Negus von Abessinien überging. Gott sah, dass Salomon nach dem Tode seines Vaters David, des Sohnes von Jesse, der über die Kinder Israels als König herrschte und in Jerusalem den Tempel Gottes plante. Nach Gottes Willen hatte Salomon mit dem Bau gewonnen und befahl von ungeheuren Stein Blöcke zu behauen. Die Arbeiter waren aber nicht im Stande die Steine zu behauen weildie Brechwerkzeuge zerbrachen. So riefen sie zum König Salomon, er möge in seiner Weisheit auf etwas sinnen das ihnen die Arbeit erleichtere. Salomon bat nun Gott den Spender der Weisheit, er möge ihm dazu eine Eingebung senden. Dann berief er Jäger und befahl ihnen, ihm das Junge eines Drachen zu verschaffen. Sie brachten ihm seinem Befehle gemäß ein Drachen Junges und Salomon ließ sogleich einen kupfernen Kessel herstellen, dessen Innenraum das erwähnte Junge bedeckte, mit drei Ellen hohen Füßen. Nun ließ er das Drachenjunge mitten im Palast niedersetzen und den Kupferkessel darüber stülpen. Aber die Flügel des Drachen guckten unter dem besagten Kessel hervor, da letzterer sich ja über der Erde erhob. Als nunder alte Drachen zu den hohen Bergen in seine Heimat kam und sein Junges nicht da war, da geriet er in Unruhe und flog auf der Erde umher, um sein Junges zu suchen. Er blickte dabei auch herab auf Jerusalem, da gewahrte er sein Junges unter dem erwähnten Kessel, fand aber nicht Mittel und Wege es wegzunehmen. Nun flog er auf gegen das Paradies Gottes, den Osten von Eden und fand unterhalb des Paradieses ein Stück hingeworfenes Holz, bereit für ihn zum Forttragen. Da trug er es in seiner großen Trauer um sein verlorenes Junges fort, ruhte nicht, bis er es nach Jerusalem brachte und warf es auf den kupfernen Kessel. Da geschah durch die Kraft Gottes ein Zeichen an diesem: Er spaltete sich in zwei Hälften und dem Drachen erschien sein Junges, er trug es fort und flog damit nach Hause. Als nun Salomon und alle Kinder Israels dies sahen, priesen sie laut den Allmächtigen, der einem unvernünftigen Fluggeschöpfe Verständnis verliehen hatte für etwas, was keine menschliche Macht zu Stande gebracht hatte. König Salomon ließ nun sofort die Steinmetzen jenes heilige, gesegnete Holz nehmen, dann das, was sie an den Steinen abspalten wollten, ausmessen, daran ein Zeichen machen und dann dort das erwähnte Holz ansetzen. Da ließen sich durch die Kraft Gottes des Allmächtigen die Steine da spalten, wo jene wollten, und diese Arbeit wurde ihnen leicht. So erkannte Salomon, dass der Allmächtige in Wahrheit den Bau des heiligen Tempels billigte. Als dann der Tempelbau fertig war, lag das besagte Holz im Vorhof, in der Säulenhalle und seitdem der Bau des Tempels zu Ende war, hörte auch die Kraft auf, die von diesem Holz ausgegangen war. Aber man ließ deshalb nicht nach es in Ehren zu halten. Als nun der gelobte Gott willens war, dass die Herrschaft Davids und seines Sohnes Salomon auf das gesegnete Land Abessinien übertragen werde, da bewog er die dortige Königin, nach Jerusalem zu reisen, um Salomonische Weisheit zu hören. Wie das heilige Evangelium berichtet: Die Königin des Südens wird sich zum Gericht erheben und wird dieses Geschlecht richten, denn sie ist von den Enden der Erde gekommen, um von Salomon zu hören. Vor alters lag nämlich die Herrschaft über Abessinien in den Händen von Königskindern dieMädchen waren. Als nun die Mutter dieser Königin mit ihr schwanger ging, da sah sie eine feiste, herrlich anzusehende Ziege, nach der blickte sie begehrlich und sagte: Wie schön ist sie doch, wie schön sind ihre Füße! Und fühlte nach Art der Schwangeren ein lebhaftes Begehren nach ihr. Als dann die erwähnte Tochter im Leibe ihrer Mutter ausgebildet war, da war ihr einer Fuß der Fuß eines Menschen, der andere aber der einer Ziege, denn groß und erhaben ist der gepriesene Schöpfer des Alls in seiner Macht! Als dann ihre Mutter diese seltsame Gestalt zur Welt gebracht hatte, sie aufgezogen hatte, und die Tochter zur Entwicklung gekommen war, da wollte sie wegen der Missbildung ihres Fußes keinen Mann heiraten und blieb bis zu ihrem Regierungsantritt Jungfrau. Als sie dann — wie oben erwähnt — den Gedanken fasste, zu Salomon zu gehen, um von seiner Weisheit zu hören, war dies in Gottes, des gepriesenen Wissen schon vorherbestimmt. Damit das Reich Davids erhalten bleibe bis zum Ende der Welt; wie David durch den Heiligen Geist von Gott sagte: „Der Herr hat David einen wahren Eid geschworen, davon wird er sich nicht wenden: Von der Frucht deiner Lenden werde ich jemanden sitzen lassen auf deinem Stuhle. Werden deine Kinder meinen Bund halten, und mein Zeugnis, das ich sie lehren werde, so sollen auch ihre Kinder auf deinem Stuhl sitzen ewiglich“. Auch außerdem gibt es noch viele Belegstellen in den Psalmen und anderwärts, die darauf hindeuten. Zugleich deutet dies aber auch darauf hin, dass das Reich den Kindern Israels entrissen wurde: Als sie den Bund brachen, sich nicht mehr an die Wahrheit hielten und nicht an den zu Erwartenden Messias glaubten, da nahm Gott die Prophetie, das Priestertum und die Herrschaft von ihnen. Als nun die besagte Königin nach Jerusalem gekommen war, und der König Salomon gehört und durch Kundschafter bestätigt hatte, dass ihr einer Fuß der Fuß einer Ziege sei, da wandte er in seiner Weisheit eine List an, um ihren Fuß zu sehn, ohne sie darum zu bitten. Er stellte seinen Thron auf dem Hofe des Tempels auf und befahl, Wasserschleusen zu öffnen, um den Tempelhof mit Wasser zu füllen. Dies geschah, und da sich vorn im Hofe das erwähnte Stück Holz befand, das der Adler vom Fuße des Paradieses gebracht hatte, so wurde es, ohne dass jemand etwas davon merkte, vom Wasser überspült wegen dessen, was in Gottes weiser Vorsehung beabsichtigt war. Als dann die Königin an die Tempelpforte geritten kam und das Wasser vorfand, wollte sie auf ihrem Reittier zum König Salomon eindringen, da machte man ihr klar, dass dies der Tempel Gottes sei und niemand ihn reitend besuche. Man ließ sie dann von ihrem Reittier absteigen, wobei sie das Gefolge, das sie bediente, stützte. Da streckte sie ihre Hand aus, hob den Saum ihres Gewandes und schürzte ihre- Kleidung über den Füßen, um ins Wasser zu waten. So erblickte Salomon ihren Fuß, ohne sie darum gebeten zu haben. Sie aber watete im Wasser im Vorhof, da berührte ihr Fuß jenes Stück Holz. Und als der wie ein Ziegenbein gestaltete Fuß das Holz berührte, da erschien die Kraft Gottes: der Ziegenfuß wurde gerade und wurde ein Menschenfuß wie sein Bruder. Sie wurde sich der Kraft, die auf sie eingewirkt hatte, sofort bewusst, große Furcht und Schrecken überkam sie, aber dann freuten sie sich und ging im Wasser weiter, bis sie zum König Salomon kam. Der empfing sie mit Freuden, erhob sich von seinem Throne, bezeugte ihr Ehren und ließ sie neben sich sitzen. Sie aber tat ihm kund, dass sie nur deshalb von den Enden der Erde zu ihm gekommen sei, um in Jerusalem anzubeten und von seiner Weisheit zu hören. Dann befragte sie ihn und sagte: „Als ich zu deinem herrlichen Reiche kam und zu Fuß im Wasser ging, während mein einer Fuß ein Ziegenfuß war, da berührte dieser mein Fuß ein trockenes Ding im Wasser und wurde dann sofort gerade wie sein Bruder, und deshalb überkam mich große Furcht und Schrecken, aber auch Freude über das, was mir durch die Barmherzigkeit des allmächtigen Gottes widerfahren ist. Sie zeigte ihm dann ihre beiden Füße. Da lobte und pries er Gott, den alleinigen Wundertäter, und gestand ihr, dass er das Wasser nur gemacht habe, bis sie sich schürzte und er ihren Fuß, den Ziegenfuß sah. Er hieß dann sogleich das Wasser zurücktreten, da erschien der Tempelhof, das Stück Holz ward sichtbar, das sie mit ihrem Fuß betreten hatte, und Salomon berichtete ihr nun dessen Geschichte. Sie aber ließ dem Holze, als sie die Sachlage erkannt hatte, Ehren widerfahren und schmückte es mit einem Nackenring aus Silber; und als sie der König Salomon dies tun sah, da schmückte auch er es mit einem solchen Silberring und ließ es im Tempel, dem Tempel des Herrn, einen Ehrenplatz einnehmen. Und es geschah, dass alle Regierungsnachfolger Salomons, die zum Gebet im Tempel Gottes kamen und diese Geschichte hörten, das bewusste Stück Holz mit Silberringen schmückten. So sammelten sich von den Tagen Salomons an bis zur Ankunft Christi an dem Holze dreißig Silberringe. Als dann Gott, dem Lob sei, willens war sein Erlösungswerk zu vollenden, und die Erlösung Adams und seiner Nachkommen aus den Händen des verfluchten Feindes welchen den Gott zu Schande machen möge, bevorstand, da kamen Judas, die Hohenpriester und das Judenvolk überein, dass er ihnen Christum ausliefere, damit sie ihn zum Tode verurteilten. Die Hohenpriester verpflichteten sich, ihm die erwähnten dreißig Silberlinge zu geben, schickten aus und ließen sich Nachts das Holz für einige Zeit bringen, nahmen davon die erwähnten Silberlinge weg und übergaben sie dem Judas. Dieser nahm sie, wie das Evangelium berichtet, an und lieferte ihnen Christus aus. Als dann der Morgen des Freitags anbrach, an dem sie Christus zum Kreuzestode verurteilten, da nahmen sie jenes Holz, ließen von einem Zimmermann ein Kreuz daraus anfertigen und kreuzigten daran den Erlöser. Dies beweist, wie richtig Chrysostomus sagte: Nur durch sein Essen von der Frucht des Baumes im Paradiese tat Adam Unrecht, und ward seines Ruhmes entblößt und wurde aus dem Paradiese vertrieben, und der Satan erhielt die Herrschaft über ihn und sein Geschlecht. Deshalb erfolgte nach dem Ratschluss Gottes auch seine Erlösung durch die Ankunft dieses Holzes vom Paradiese. Und dasselbe ward in Ehren gehalten bei den Königen, bis der König der Könige kam und daran gekreuzigt wurde und Adam und seine Nachkommen durch das Holz aus der Hand des Verfluchten erlöste, wie ihn Adam die Frucht des Holzes zum Unrecht verleitet hatte. Deshalb sprach der Prophet David im Psalm: Erzählet unter den Völkern, dass Gott Herrscher ist am Holz. Und dies Holz wurde dadurch, dass der Leib unseres Herrn daran erhöhet ward, so geehrt und ausgezeichnet, dass als man es einst auf einen Toten legte, dieser wieder auferstand. Das Kreuz ist den Königen Stütze und stärkt auch die übrigen Gläubigen bis in Ewigkeit. Was aber die erwähnten dreißig Silberlinge betrifft, so warf sie Judas nachmals den verfluchten Juden hin, und darauf erhängte er sich und schied so aus Geldgier vom Leben. Da nahmen sie die Juden und kauften darum den Acker des Töpfers, eine Begräbnisstätte der Fremden bis zum heutigen Tage. Dies zur Geschichte des Holzes! Nun wollen wir aber zu unserer Anfangserzählung von der Übertragung der Herrschaft Davids auf das Land Abessinien zurückkommen! Der König Salomon bezeigte also der Königin Ehren und ließ sie, ihr Gefolge und ihr Heer bei seinem Schloss lagern. Jeden Tag besuchte sie ihn, um seine Weisheit zu hören. Salomon aber war wahnsinnig in die Weiber verliebt ; als sich nun ihre Besuche bei ihm oft wiederholten, bekam er nach ihr Verlangen und erwartete von ihr die Erfüllung seines Wunsches. Sie aber tat ihm eine Zeit lang seinen Willen nicht, sondern sagte zu ihm: „Ich bin als Jungfrau zu dir gekommen, soll ich der Jungfernschaft verlustig zurückkehren und dadurch Schaden leiden in meinem Reiche?“. Da sagte er zu ihr: Ich werde dich ja nur als rechtmäßige Frau für mich nehmen. Ich der König, und du die Königin! Aber sie gab ihm keine befriedigende Antwort darauf. Da sprach er zu ihr: Schließe einen Vertrag mit mir, dass ich dich nur nach deinem freien Willen zum Weibe nehmen darf, und die Bedingung unter uns soll die sein: Wenn du nachts zu mir kommst, während ich auf meinem Lager bin, so sollst du mein Weib sein nach dem Recht der Könige. Da schloss sie mit ihm diesen Vertrag, indem sie sich darauf verließ, ihre Jungfräulichkeit vor ihm zu bewahren. Und dies geschah durch die Fügung des gepriesenen, erhabenen Gottes. Eine Reihe von Tagen bildete er dann ihren Verstand durch seine Weisheit und kam nicht mehr darauf zurück, die Erfüllung seiner Wünsche von ihr zu verlangen; und ihr gefiel es, dass er sie sich aus dem Sinn geschlagen. Darauf geschah es, dass er die Köche berief und ihnen befahl, für jedermann im Palast, für ihn und die Königin, zu kochen, und zwar scharfe Speisen, und gab ihnen zu diesem Zwecke aromatische, starkriechende Gewürze; und die Köche führten seinen Befehl aus. Wie die Königin nun von diesen scharfen, feurigen Speisen gegessen hatte, da verlangte sie nach kaltem Wasser und trank davon eine Menge, bei Nacht und bei Tag; aber das half ihr nichts. Als es dann in der dritten Nacht war, da erließ der König einen geheimen Befehl für alle Palastbewohner, innen und außen, dass niemand in der Nähe der besagten Königin irgend eine genügende Menge Trinkwasser lasse, und dass derjenige, der Wasser zeige oder irgend jemandem von sich Wasser gäbe, ohne weiteres Urteil getötet werden sollte und er gebot ihnen, von wem immer in der Nacht Trinkwasser gesucht werde, dem sollten sie sagen: Du findest kein Wasser außer nämlich am Kreuzesholze beim Lager des Königs. Als es nun Nacht war, da machte sich wegen der scharfen Speisen im Herzen der Königin eine furchtbare Hitze geltend und sie suchte Wasser, um zu trinken, fand aber keines, warf sich unruhig hin und her und war dem Tode nahe. Da schrie sie nach ihrem Gefolge, aber die fanden kein Wasser, das sie ihr hätten zu trinken geben können. Wegen des heftigen Durstes, der sie befallen, irrte sie nun im Palast umher nach jemandem, der Wasser habe, damit sie trinke. Aber alle Leute, die sie fragte, sagten ihr: bei deinem Reiche! du wirst nirgends Wasser finden, um die Flamme deines Durstes damit zu löschen, außer beim Lager des Königs. Da kehrte sie zu ihrer Ruhestätte zurück, aber sie konnte nicht zur Ruhe kommen und war nahe daran, dass ihr Geist ihren Körper verließ und sie ohnmächtig wurde. Da machte sie sich eilends auf und ging zu Salomon hinein, um bei ihm Wasser zu trinken. Der aber war wach, es schien nur so, als schlafe er. Nun trank sie eine Menge und löschte ihren Durst, da kehrte ihr Geist zurück und sie fühlte, wie nach dem Tode ihr Leben sich erneuerte. Als sie nun zu ihrer Ruhestätte zurückkehren wollte, da stand jener eilends auf, hielt sie zurück und sagte: „Wahrlich, jetzt bist du mir Gattin geworden nach dem Gesetz der Könige und erinnerte sie an den Vertrag, der zwischen ihm und ihr bestand. Da gab sie freiwillig, wie es vorher vereinbart war, seinem Verlangen nach. Sie wurde dann von ihm schwanger und sprach zu ihm: Ich will in mein Land und mein Reich reisen. Aber was soll ich mit meinem Kinde tun, wenn ihm Gott das Leben schenkt? Da sagte er zu ihr: Wenn es der Wille des Herrn ist und du einen Sohn gebierst, so schicke ihn, wenn er herangewachsen ist, zu mir, ich will ihn zum König machen, und er soll dein Reich erhalten. Wenn es aber eine Tochter ist, so lass sie bei dir bleiben! Da sprach sie zu ihm: Wenn ich dir nun aber deinen Sohn schicke, woran wirst du sicher erkennen, dass es dein Sohn ist?. Da gab er ihr seinen Ring und sagte zu ihr: Bewahre diesen Ring und verpflichte dich, dass du keinesfalls die folgende Bedingung vernachlässigst, die nach rechtmäßigem, bindendem Vertrage unter uns bestehen soll, und der allmächtige Gott, der Gott Abrahams, Isaacs und Jakobs und der Gott meines Vaters David sei Zeuge zwischen mir und dir: wenn du mir meinen Sohn schickst, so gib ihm meinen Ring, dass er ihn bei sich trage und ich so sicher erkenne, dass es mein Sohn ist, ihn zum König mache und dann wieder zu dir sende. Da nahm sie den bindenden Vertrag von ihm an. Sie verabschiedeten sich, und sie reiste mit ihren Truppen in ihre Heimat, umfangen vom Frieden Gottes. Als sie nun in ihr Land kam, verbrachte sie ihre Tage der Schwangerschaft und gebar dann einen Sohn; sie hatte darüber große Freude, nannte ihn nach dem Namen seines Großvaters David und ließ ihm eine ausgezeichnete Erziehung zu teil werden. Als dann dieser zum Jüngling herangewachsen war und geistige Reife erlangt hatte und weise und klug wie sein Vater war, da geschah es eines Tages, dass er seine Mutter fragte und zu ihr sprach: 0 Mutter, wer ist mein Vater? ist er am Ende schon gestorben, während ich noch klein war? Da antwortete sie ihm und sagte zu ihm: Dein Vater lebt, mein lieber Sohn es ist Salomon, der Sohn Davids, der Prophet Gottes und König von Israel. Seine Herrschaft ist in Jerusalem und ich habe das Reichssiegel deines Vaters bei mir, das für dich verwahrt ist, damit du dadurch König werdest über Abessinien. Dies ist der Wille Gottes, und von jetzt an herrsche nicht mehr ich, sondern du, der Königssohn bist König! Das gefiel ihm sehr gut, und er bezeigte ihr seine Dankbarkeit. Dann sagte sie zu ihm: Mein lieber Sohn, versieh dich mit Geschenken und Truppen und ziehe nach Jerusalem, auf dass du dort anbetest, deinen Vater, sein Reich und seine große Weisheit erschauest und er dich zum König mache nach dem Vertrage, der zwischen mir und ihm besteht, während der allmächtige Gott zwischen uns Zeuge ist. Und alsbald steckte sie ihm den Ring seines Vaters an seine rechte Hand. Da rüstete er sich nach dem Willen des gelobten Gottes aus, zog mit den Truppen und den königlichen Geschenken fort und kam nach einiger Zeit nach Jerusalem. Als nun Salomon erfuhr, dass ein König gegen ihn heranziehe, ließ er die Truppen ihm entgegen ziehen, und wie jener an das Tor des Schlosses seines Vaters Salomon kam, da wusste Salomon noch nicht sicher, dass es sein Sohn war. Der Jüngling aber sah bei seiner Ankunft das Reittier seines Vaters gesattelt und gezäumt dastehen, stieg sofort auf, ritt und tummelte es und zückte das Schwert in seiner Hand. Als nun Salomon dies erfuhr, da bedrückte es ihn, aber er ließ sich nichts anmerken; erst als sie beide zusammengetroffen waren, brachte Salomon die Sache offen zur Sprache, nämlich dass jener sein Reittier geritten und das Schwert in seiner Hand gezückt habe. Da sprach jener zu ihm: Der Eigentümer dieses Ringes hier hat mich zum König über sein Reich eingesetzt, als ich noch im Leibe meiner Mutter war, und dies ist nach dem Willen Gottes geschehen. Da nun Salomon den Ring erblickte und seiner Sache sicher war, da frohlockte er in Freuden, erhob sich von seinem Throne, umhalste ihn und rief laut: Willkommen, mein lieber Sohn Ibn-Da’üd M. Er setzte ihm sofort die Krone seines Vaters David auf und ließ ihn auf dem Throne seines Vaters David sitzen. Die Bläser stießen ins Hörn und die Herolde riefen aus: Dieser ist David, der Sohn Salomons, des Sohnes von David, König von Israel. Und es ward ruchbar und verbreitete sich unter allen Stämmen der Kinder Israels, dass dieser Sohn Salomons, der Sohn der Königin des Südens, zu seinem Vater Salomon gekommen war und dieser ihn zum Herrscher über das Reich seines Vaters David eingesetzt und gekrönt und auf seinen Thron erhoben hatte. Nun war im Tempel Gottes, den Salomon erbaut und geweiht hatte, die Bundeslade Gottes, worin sich die beiden von dem Finger Gottes beschriebenen Steintafeln befanden sowie der Stab Aarons und das Maß des Mannas mit Gold getäfelt und mit Brokat bedeckt. Da ward dem ganzen Volke Israel ein Zeichen offenbar: so oft die Priester gebetet und ihr Gebet dem Allmächtigen vorgetragen und die Gebetszeremonien beendet hatten, erhob sich die Bundeslade Gottes von der Erde, und sie erhielten dadurch die Gewissheit, dass ihr Gebet angenommen sei, wenn aber, nachdem sie die Gebetszeremonien vorgenommen hatten, sich die Arche erhob, dann erlangten sie dadurch Gewissheit, dass von ihnen oder vom Volke eine Sünde begangen war, setzten deshalb ihr Gebet zum Herrn fort, forschten nach dem, der gesündigt hatte, und taten mit ihm, was rechtens war. Und wenn sich daraufhin die Arche erhob, dann erkannten sie, dass Gott seinen Grimm von ihnen gewandt hatte. Als nun jener König, der Sohn Salomons, den Tempel des Herrn betrat, um zu beten, und er die für den Verstand so erstaunliche Tatsache erschaute, dass sich die Bundeslade Gottes erhob, da dünkte ihn dies trefflich und er fasste den Plan, die Bundeslade Gottes mit sich in sein Land zu nehmen. Er unterredete sich mit seinem Vater Salomon, dem König von Israel, und sprach zu ihm: ,Ich will die Bundeslade Gottes in meine Heimat tragen. Da sagte jener zu ihm: Das kannst du nicht tun, mein lieber Sohn; nur die Priester können sie tragen, und jeder, der sie außer den Priestern berührt, kommt sofort ums Leben, werden doch die Kinder Israels nur durch die Bundeslade Gottes vor den Feinden beschützt. Jener aber gab sich nicht zufrieden, sondern sagte zu ihm: Ich verlange von dir weder Gold noch Silber, denn in meinem Lande sammelt man das Gold in Mengen auf der Erde. Ich verlange von dir nichts anderes als die Bundeslade Gottes, dass sie mich auf meiner Reise behüte und meinem Reiche und meinen Truppen in meiner Heimat ein Beistand sei. Da sprach sein Vater zu ihm: 0 mein Sohn, wenn es mit dem Willen des allmächtigen Gottes geschieht, dass du sie fortführest, so wird dir dies leicht werden. Wenn du aber die Lade nimmst, so lass es mich nicht wissen, und wenn du sie fortführst, so nimm nicht Abschied von mir. Denn die Priester und die Ältesten der Hochburg von Israel werden mir in dieser Angelegenheit sicherlich einen Eid beim Namen Gottes auferlegen, und wenn ich beim Namen Gottes schwöre, so muss ich meinen Eid halten. Da ließ der Jüngling heimlich einen Arbeiter zu sich kommen, der machte ein Holzgestell in der Form und nach dem Maße, der Länge und der Breite der Lade; und dann tötete er des Nachts den Arbeiter. Er ließ dann noch mehrere Arbeiter kommen, die überzogen es mit Gold grade wie dies bei der Lade der Fall war, und auch diesen Arbeitern bereitete er das gleiche Schicksal wie dem ersten. Und dann bedeckte er es mit Brokat. Als er sich nun zur Abreise anschickte, wusste sein Vater, der König Salomon, nicht darum. Dagegen berief jener vier zuverlässige Priester und spiegelte ihnen vor, er wolle sie vor seiner Abreise um ihr Gebet ersuchen, unterstützte sie mit Geld, damit sie für ihn beteten, und setzte ihnen eine Bezahlung aus, damit sie immer um ihn seien. Als dann die Nacht der Abreise herangekommen war, begaben sie sich zu ihm, um sich von ihm zu verabschieden. Da führte er sie in sein Privatgemach hinein, dass sie für ihn beten sollten, und als sie sich bei ihm drinnen befanden, da legte er sie des Nachts in eiserne Fesseln und hieß die Truppen ohne Hörnerklang fortreiten. Sodann nahm er eine Anzahl seiner Diener mit sich, die Waffen in Händen trugen, ergriff die Priester, wie sie waren, in eiserne Fesseln gelegt, damit sie ihm nicht entrinnen konnten, betrat den Tempel Gottes und befahl den Priestern, die bei ihm waren, die Bundeslade Gottes fortzutragen und die ihr ähnlich gemachte Lade an ihrer Stelle zu lassen. Er zog dann samt der Lade bei Nacht fort, wobei die Priester tragen halfen, nahm aber von seinem Vater keinen Abschied und ließ ihn nichts von seiner Abreise wissen. Und dies geschah durch eine Fügung des gepriesenen, erhabenen Gottes, damit seine heilige Bundeslade, solange die Herrschaft des Geschlechts Davids währe, bewahrt bleibe bis zum Ende der Welt, wie er in dieser Hinsicht David das Versprechen gegeben hatte, er werde auf seinem Throne jemanden von der Frucht seiner Lenden sitzen lassen. So reiste denn der Jüngling, Salomons Sohn, umgeben von der göttlichen Hilfe ab. Als es nun Morgen war, da betraten die Kinder Israels und die Priester den Tempel Gottes, um nach ihrer Gewohnheit zu beten. Als aber die Priester ihre Gebetszeremonien vollendet hatten und dem Allmächtigen ihren Begehr vortrugen, da erhob sich die Arche nicht in die Höhe und rührte sich nicht von ihrer Stelle. Da sprachen sie: Man hat eine Sünde begangen, und fuhren fort zu fasten und zu beten, drei Tage lang, und forschten unter dem Volke nach dem, der ein Verbrechen begangen, fanden aber niemanden. Darauf gingen die Priester an die Lade heran – Gott!, was war das für ein Unglück, ein Schrecken und eine Trauer, als sie die Lade des Bundes und der Heiligkeit Gottes nicht mehr fanden, sondern da, wo die Lade gestanden hatte, einen leeren Platz fanden, ein Betrug! Nun erkannten sie, dass der Sohn des Königs Salomon sie weggenommen hatte. Da hielten sie denn Nachforschung in der Reihe der Priester unter den Stämmen Israels und vermochten die Priester nicht aufzufinden, die jener mit sich genommen hatte: Und dadurch, dass gerade die Priester fehlten, wurde ihnen jene Vermutung zur Gewissheit. Nun gingen die Priester und die Ältesten Israels zum König Salomon, indem sie weinten, trauerten und wehklagten über die Bundeslade Gottes und ihr Fehlen in seinem heiligen Tempel, und sprachen zu Salomon: Du hast deinem Sohne aufgetragen, die Lade fortzunehmen! Da brach er in Weinen und Wehklagen aus und legte große Trauer an den Tag und schwor ihnen, dass er jenem dazu keine Erlaubnis erteilt, von ihm nicht Abschied genommen habe und über seine Abreise nicht wisse, zu welcher Zeit sie stattgefunden habe. Da antworteten sie ihm und sprachen: Es lebe der König! Wenn dies also nicht mit deinem Willen und deiner Erlaubnis geschah, so gib uns gerüstete Truppen an die Seite, damit wir ihn verfolgen, ihm die heilige Bundeslade Gottes abnehmen und sie wieder in ihren herrlichen Tempel zurückbringen!“. Da gab er ihnen Truppen, Geldmittel und Proviant, und sie zogen aus, um jenen zu suchen, und setzten ihre Reise ununterbrochen eine Reihe von vierzig Tagen fort. Da trafen sie Kaufleute, die sich auf der Rückreise befanden und ihnen entgegenkamen, und befragten sie nach der Lade, ob sie etwa gesehen hätten. Jene antworteten ihnen darauf: Wir haben einen großen König mit seinen zahlreichen Truppen gesehen, und bei ihnen war die Bundeslade Gottes. Sie zogen schon vor langer Zeit dahin wie die Wolken, die von der Gewalt eines heftigen Windes getrieben werden, und die Leute der Gegend, die wir hinter uns ließen, erzählten uns, dass sie an jedem Tag eine Strecke von vierzig Tagereisen zurücklegten. Da kehrten jene unverrichteter Sache, gedemütigt, weinend und voll Reue zurück, ohne dass ihnen die Reue doch etwas half. Dem Jüngling aber ging, als er wohlbehalten in seine Heimat kam, seine Mutter entgegen, und dankte zu seinen Gunsten von der Regierung ab; er ward König auf dem Throne seines Vaters David, und das Reich der Abessinier gehörte auf immerdar dem Throne Davids, und die Bundeslade Gottes blieb bei ihnen. Dies ist die Geschichte von der Lade Gottes und dem Grunde, weshalb sie nach dem Lande Abessinien verpflanzt wurde. Und dies währte bis zur Geburt unseres Herrn Jesu Christi der vollbrachte sein Erlösungswerk auf Erden und erlöste Adam und seine Nachkommen und als er zum Himmel gefahren war, da verkündeten die Jünger in seinem Namen das Evangelium auf der ganzen Erde. Von dem Eunuchen aber, dem Würdenträger der Candaces, wird erzählt, dass er gen Jerusalem reiste, um dort anzubeten und bei seiner Rückkehr sandte ihm der Heilige Geist den Apostel Philippos, der Eunuch ward gläubig, ließ sich taufen, kehrte nach seiner Heimat zurück und predigte dort das Evangelium Christi. Da nahmen alle von ihm den Glauben an. Und nachmals kam zu ihnen Parmenas, einer von den Sieben, der taufte sie, erwählte für sie Priester und Diakone und bestimmte, dass ihr Metropolit zum Bistum des Evangelisten Markus gehöre. Dann erhielt sich der orthodoxe Glaube im Lande Abessinien, und die Herrschaft verbleibt dort den Nachkommen von David bis in Ewigkeit. Lob sei und Preis und Verherrlichung, Ehre und Anbetung der Heiligen Dreieinigkeit in alle Ewigkeit, Amen! Dies ist es, was sich in den Chroniken der früheren koptischen Kirchenväter fand. Gelobt sei der, der seinen Geschöpfen Einsehen und Verstand verliehen hat; und seine Gnade sei mit uns in Ewigkeit, Amen! Indem wir preisen den Herrn, den allmächtigen Vater, und seinen Sohn Jesus Christum, durch den alles geworden ist und ohne den nicht ist, was geworden ist, und den Heiligen Geist, den Parakleten, der vom Vater ausgeht und vom Sohne nimmt, einen Gott, Vater, Sohn und Heiligen Geist, glauben wir und huldigen dem Dreieinigen. Dies sind die Erklärungen und Erzählungen von der Herrlichkeit und der Größe und der Wonne, wie sie der Herr den Kindern Adams zu teil werden ließ, und insbesondere von der Größe und Herrlichkeit Zions, der Gesetzeslade Gottes, die er selbst geschaffen und gebildet hat in dem Gelasse seines Heiligtums vor aller Kreatur, Engeln und Menschen. Denn nach übereinstimmendem, gleichwertigem Beschluss haben Vater, Sohn und Heiliger Geist, die himmlische Zion zum Wohnsitz ihrer Glorie erschaffen. Es sprach der Vater zum Sohne und zum Heiligen Geiste: Lasst uns nach unserem Bild und nach unserem Gleichnisse Menschen machen! Und sie waren einstimmig und einigten sich über diesen Beschluss. Und es sprach der Sohn: Ich will den Leib Adams anziehen. Und es sprach der Heilige Geist: Ich will im Herzen der Propheten und der Gerechten wohnen. Dieser übereinstimmend beschlossene Bund ward vollzogen in Zion, dem Wohnsitz ihrer Glorie. So sprach David: Gedenke an deine Gemeinde, die du von Alters her erschaffen hast zur Erlösung deines Erbteils auf dem Berge Zion, da du auf wohnest. Und er machte Adam nach seinem Bilde und Gleichnisse, damit er den Satan samt seinen Scharen wegen seiner Hoffart austilge und an seiner Statt Adam einsetze samt den Guten, den Kindern seiner Glorie. Denn entschieden und bestimmt war der Entschluss des Herrn, da er sprach: Ich will Mensch werden und meiner ganzen Schöpfung offenbar werden, im Fleische berührter. Und am letzten der Tage wurde nach seinem Willen im Fleische von der zweiten Zion der zweite Adam geboren, das ist unser Heiland, Christus. Dies ist unser Rühmen und unser Glaube, unsere Hoffnung und unser Leben: Die himmlische Zion.

2
Von der Größe der Könige

Lasset uns denn darangehen und nachdenken und beginnen darzulegen welchen von den Königen der Erde, vom ersten bis zum letzten, wir hinsichtlich des Gesetzes und der Einrichtungen, des Ruhmes und der Größe mehr und welchen weniger verherrlichen sollen. Da stand auf Gregorius Thaumaturgus, der in eine Grube geworfen worden und wegen der Liebe zum Märtyrertum Christi 15 Jahre lang im Elend gewesen war und dieser sprach: Als ich in der Grube war, habe ich über diese Sache nachgedacht und über die Torheit des Königs von Armenien und habe gesagt, was ich mir überlegt hatte: Worin besteht der Könige Größe, in der Menge von Truppen oder im Glänze der Güter der Welt oder in der Menge von Provinzen? Nachdem ich dies gedacht, so oft mir mein Gebet Müsse gab, trieb es mich herum, immer wieder nachzudenken, und so dachte ich denn über die Grösse der Könige nach. Ich fing von vorn an.

3
Vom Königtum Adams

Und ich ging noch über Adam hinauf und sagte: Der wahre König ist der Herr, und er hat sich untergeordnet und Adam zum König gemacht über alles, was er geschaffen hat. Und um seines Ungehorsams willen hat er ihn ausgetrieben aus dem Garten durch den Betrug der Schlange, durch den Anschlag des Teufels. Bei dieser traurigen Gelegenheit wurde Cain geboren; und als Adam den Cain sah, finsteren Gesichts, böse von Ansehen, da wurde er traurig. Dann ward Abel geboren; und als Adam den Abel sah, schön von Aussehen und heiter von Antlitz, da sprach er: dieser mein Sohn ist der Erbe meines Reichs.

4
Vom Neide

Als sie nun zusammen herangewachsen waren, da beneidete der Satan Kain und senkte jenen Neid in sein Herz: erstens hegte er Neid^ wegen des Wortes unseres Vaters Adam, dass er nämlich gesagt hatte: Der von heiterem Antlitz sei, der sei Erbe meines Reichs! Und zweitens wegen seiner Schwester, deren Aussehen schön war, die zugleich mit Kain geboren aber dem Abel zur Frau gegeben worden war, wie der Herr befohlen hatte, sie sollten viel werden und die Erde füllen, die aber mit Abel geboren war, deren Antlitz glich dem Kain, und ihr Vater hatte je die eine dem anderen gegeben. Und drittens, weil beiden die Brüder opferten und der Herr das Opfer Abels freundlich aufnahm, Kains Opfer aber verabscheute. Infolge dieses Neides tötete Kain seinen Bruder Abel. Denn der Brudermord ist zuerst durch den Neid des Satans auf die Kinder Adams in die Welt gekommen. Als er nun seinen Bruder getötet hatte, da wurde er zitternd und erschrocken und verachtet bei seinem Vater und bei seinem Herrn. Dann wurde Seth geboren; Adam sah ihn an und sprach: Jetzt ist mir der Herr gnädig gewesen und hat mir das Licht meines Antlitzes gegeben, in Reue will ich ihn als Opfer darbringen, dieser ist mein Erbe. Der aber, der meinen Erben tötete, des Name soll in seiner 9ten Generation ausgetilgt werden.

5
Vom Königtum Seths

Adam entschlief und Seth wurde König in Gerechtigkeit. Dann entschlief Seth und Enos wurde König. Dann entschlief Enos und Kenan wurde König. Dann entschlief Kenan und Mahalaleel wurde König. Dann entschlief Mahalaleel und Jared wurde König. Dann entschlief Jared und Henoch wurde König in Gerechtigkeit, und fürchtete den Herrn. Und der verbarg ihm, dass er den Tod nicht schaue; und er war König in seinem Fleische im Lande der Lebendigen. Als Henoch entrückt worden war, wurde Methusalah König. Dann entschlief Methusalah und wurde Lamech König. Dann entschlief Lamech und Noah wurde König in Gerechtigkeit, und war wohlgefällig dem Herrn in all seinem Tun.

6
Von den Sünden Kains

Kain aber, jener verfluchte Mörder seines Bruders, war voller Schlechtigkeit, und ebenso seine Nachkommen, die durch ihre Schlechtigkeit den Herrn zum Zorn reizten und keine Gottesfurcht mehr vor Augen hatten und nicht bedachten, dass der Herr ihr Schöpfer sei, und nicht zu ihm beteten und sich nicht demütigten und ihn nicht anriefen und ihm nicht in Furcht dienten, sondern aßen und tranken und tanzten und spielten auf der Geige und mit Gesang, und in Unzucht, ohne Gesetz und ohne Maas und ohne Ordnung. Und es mehrte sich die Schlechtigkeit der Kinder Kains, bis sie im Übermaß ihrer Unzucht den Samen des Esels in die Stute hineingaben und der Maulesel entstand, was der Herr verboten hatte. Ebenso wie diejenigen, welche ihre gläubigen Kinder den Ungläubigen geben, und ihre Kinder werden dann ein Same von unreinen Gomorrhäern, indem die eine Hälfte von ihnen gut ist und die andere Same des Schlechten. Denjenigen aber, die dieses Übel tun, steht das Gericht bevor, und ihre Sünde bleibet fortan.

7
Von Noah

Noah aber, der Gerechte, fürchtete den Herrn und bewahrte die Gerechtigkeit und das Gesetz, das seine Väter ihm gegeben hatten. Noah, die zehnte Generation von Adam an, tat das das Gute tat und bewahrte sein Fleisch vor der Unzucht und ermahnte seine Kinder, sie sollten sich nicht vermischen mit den Kindern Kains, des hoffärtigen Gewaltherrschers, des Auflösers des Reichs. Denn der wandelte nach dem Anschlage des Teufels, der das Böse aussäte, und lehrte sie alles, was der Herr hasste: Hoffart, Großsprecherei, Eitelkeit, Verleumdung, Angeberei und Meineid. Insbesondere verunreinigten in der Schlechtigkeit ihrer Unzucht, ohne Gesetz und Ordnung, Mann am Manne einander und Weiber verübten an Weibern Schande.

8
Von der Sintflut

Dieses Tun war übel vor dem Herrn, da vernichtete er die Menschen durch das Wasser der Sintflut, das kälter als Eis war. Er öffnete die Türen des Himmels, da strömten die Gießbäche der Sintflut herab, und es öffneten sich die Quellen unter der Erde, und die Quellen der Sintflut kamen zum Vorschein auf der Erde; die Sünder gingen zu Grunde, denn sie heimsten die Frucht ihrer Strafe ein; und mit ihnen kamen alle großen und kleinen Tiere um, denn sie waren alle zur Freude und zum Ruhme Adams erschaffen worden, einige zu seiner Nahrung und einige zu seiner Freude und einige um der Namensgebung willen zur Verherrlichung seines Schöpfers, damit er sie erkenne. Wie David sprach: Und alles hast du unter seine Füße getan, um seinetwillen sind sie erschaffen worden, und um seinetwillen gingen sie zu Grunde. Mit Ausnahme von 8 Seelen, und von den reinen großen und kleinen Tieren je 7, und von den unreinen großen und kleinen Tieren je 2.

9
Vom Bunde Noahs

Danach entschlief Noah der Gerechte, und Sem wurde König in Weisheit und Gerechtigkeit; denn er war gesegnet worden von Noah, indem dieser sprach: Sei Herr deinem Bruder! Und zu Ham hatte er gesprochen: Sei Knecht deinem Bruder! Und zu Japhet hatte er gesprochen: Arbeite und sei untertänig Sem, meinem Erben! Aber auch nach der Sintflut lies der Teufel, unser Widersacher, nicht ab, die Kinder Noahs anzufeinden, sondern reizte Canaan, den Sohn Hams auf. So ward ein Usurpator, der einen Teil von dem semitischen Reiche losriss. Sie hatten nämlich die Erde unter sich geteilt, und Noah hatte sie im Namen seines Gottes schwören lassen, sie sollten die Grenzen ihrer Nachbarn nicht überschreiten und nicht Aas oder Zerrissenes essen und nicht zuchtlos Hurerei treiben, damit der Zorn des Herrn nicht wiederum eine Sintflut über sie bringe. Noah aber demütigte sich und opferte, schrie, seufzte und weinte; da redete der Herr mit ihm, und Noah sprach: Wenn du wiederum die Erde mit einer Sintflut verwüsten willst, so vertilg mich mit denen, welche umkommen! Da sprach der Herr zu ihm: Ich will mit dir einen Bund schließen, dass du deinen Kindern sagest, sie sollen nicht Aas oder Zerrissenes essen und nicht zuchtlos Hurerei treiben. Und dass andererseits ich die Erde nicht wieder mit einer Sintflut verwüste und deinen Kindern Winter und Sommer, Samen und Ernte, Herbst und Frühling gebe.

10
Von Zion

Und ich schwöre bei meinem Haupte und bei Zion, meiner Bundeslade, welche ich zu einem Gnadenstuhl und zur Erlösung des Menschengeschlechtes geschaffen habe, und will sie herabkommen lassen, in der Zukunft, deinem Samen und will gnädig aufnehmen die Opfer deiner Kinder auf Erden, und soll meine Bundeslade mit ihnen sein bis in Ewigkeit. Und wann nun eine Wolke kommt, so will ich, damit sie sich nicht fürchten und nicht meinen, es komme eine Sintflut, aus der Wohnung Zions meinen Bundesbogen herabkommen lassen, der meine Gesetzeslade bekrönt, das heißt: Den Regenbogen damit, wenn ihre Sünden viel werden, so dass wenn ich ihnen zu zürnen, ich gedenke meiner Bundeslade und dem Regenbogen und von meinem Zorn ablasse und meine Gnade sende. Mein Wort werde ich nicht vergessen, was aus meinem Munde geht, trügt nicht. Wenn auch Himmel und Erde vergehen, mein Wort wird nicht vergehen. Da antworteten die anwesenden Patriarchen dem seligen Gregorius und sprachen zu ihm: Siehe, jetzt verstehen wir klar, dass die welche Gott vor aller Schöpfung, sowohl den Engeln als vor Himmel und Erde und vor der Himmelsfeste und den Meeresgründen zur Bundeslade erschaffen hat auf Erden wandeln.

11
Übereinstimmung der 318 Theologen

Und die 318 Orthodoxen Theologen sprachen: Fürwahr, in der Tat ist die Erschaffung der Bundeslade das erste gewesen, und in deinem Worte ist keine Lüge. Es ist zuverlässig und richtig und Wahrheit und unveränderlich. Vor allem hat er Zion zum Sitz seiner Glorie erschaffen, der Beschluss seines Bundes war das Wort: Ich will anziehen den irdischen Leib Adams und offenbar werden allem, was ich mit meiner Hand und durch mein Wort erschaffen habe. Wenn aber das himmlische Zion nicht herabgekommen wäre, und er nicht den Leib Adams angezogen hätte, so wäre Gott, das Wort, nicht offenbart und unsere Erlösung nicht bewirkt worden. Das Zeugnis davon liegt in dem Abbild: Die himmlische Zion ist zu vergleichen mit der Mutter des Erlösers, Maria. Denn in der gebauten Zion waren die 10 Gebote niedergelegt, die von seinen Händen geschrieben sind, und im Leibe Marias hat er selbst gewohnt, der Schöpfer, um dessentwillen alles geworden ist.

12
Von Kanaan

Canaan war es, der einen Teil vom Reiche der Semiten losriss, indem er übertrat den Eidschwur seiner Väter, den Noah sie hatte schwören lassen. Die Söhne Canaans waren 7 starke Männer, und er nahm 7 große Städte vom semitischen Gebiet weg, siedelte dort seine Söhne an und verschaffte sich so das doppelte seines Erbanteils. In der Folge bestrafte der Herr die Söhne Kanaans und gab ihr Land den Söhnen Sems zu Erbe. Diejenigen aber, die sich in das Erbe teilten, waren die Kanaaniter und die Pheresiter und die Hiviter und die Hetiter und die Amoriter und die Jebusiter und die Gergesiter; das sind die, welche Canaan mit Gewalt vom Samen Sems abgenommen hatte. Denn es war nicht recht, die Grenzen des Reichs zu überschreiten und den Eidschwur zu verletzen, und darum gingen sie zu Grunde, und ihr Andenken erlosch, weil sie das Gebot übertreten und Götzen angebetet und Nichtgötter verehrt hatten. Nach dem Tode Sems wurde Arpachsad König, und nach dem Tode Arpachsads wurde Kainan König, und nach dem Tode Kainans wurde Salah König, und nach ihm Eber und nach ihm Peleg und nach ihm Regu und nach ihm Serug und nach ihm Nahor und nach ihm Tharah. Die machten Wahrsagegötzen und wanderten zu den Gräbern ihrer Väter und machten Bilder aus Gold, Silber und Erz. Da redete mit ihnen ein Dämon in jenen Bildern ihrer Väter und sprach zu ihnen: Du mein Sohn opfere mir deinen Sohn, den du lieb hast! Da schlachteten sie ihre Söhne und Töchter den Dämonen und vergossen reines Blut für die unreinen Dämonen.

13
Von Abraham

Tharah erzeugte einen Sohn und nannte ihn Abram. Als dieser 12 Jahre alt war, da schickte ihn sein Vater Tharah aus, dass er Götzen verkaufe. Da sprach Abram: Das ist kein hilfreicher Gott. Er trug dann die Götzen fort, um sie zu verkaufen, wie ihm sein Vater‘ geboten hatte. Zu denen aber, denen er sie verkaufen wollte, sprach er: Wollet ihr einen Gott kaufen, der nicht helfen kann, Holz und Stein und Eisen und Erz, das die Hand des Künstlers gebildet hat?. Da wollten sie ihn dem Abram nicht abkaufen, weil er selbst die Gebilde seines Vaters profaniert hatte. Als er diese nun heimtrug, lenkte er vom Wege ab und stellte sie hin, blickte sie an und sprach zu ihnen: Könnt ihr jetzt tun, was ich von euch verlange? Wenn ihr könnt, so gebt mir Brot zu essen oder Wasser zu trinken! Sie antworteten ihm nicht, sie waren ja Stein und Holz. Nun schmähte er sie, sie aber redeten nicht zu ihm. Dem einen gab er eine Ohrfeige und den andern trat er mit Füssen und einen dritten warf er hin und zertrümmerte ihn mit Steinen und sprach zu ihnen: Wenn ihr euch nicht selbst von dem erretten könnt, der euch Unbilden zufügt, und den nicht wieder schädigt, der euch schmachvoll behandelt, wie kann man euch dann Götter nennen? Vergeblich verehrt man euch als Götter, ich aber verachte euch, und ihr sollt nicht mein Gott sein! Dann wandte er sein Antlitz nach Osten, breitete seine Hände aus und sprach: Sei du mein Gott, o Herr, du Schöpfer Himmels und der Erde, der Sonne und des Mondes, des Meeres und des Festlandes, der du die Herrlichkeit des Himmels und der Erde gemacht hast, das Sichtbare und das Unsichtbare, Allschöpfer, sei du mein Gott, auf dich setze ich meine Zuversicht und von heute an außer dir auf niemand anderen. Da erschien ihm ein brennender feuriger Wagen, und Abram fürchtete sich und fiel auf sein Antlitz zur Erde. Gott richtete ihn aber auf und sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, stehe aufrecht, und benahm ihm die Furcht.

14
Vom Bunde Abrahams

Nun redete der Herr mit ihm und sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, von heute an bist du mein Knecht. Ich will mit dir und deinen Nachkommen meinen Bund aufrichten und will deinen Samen viel machen und deinen Namen sehr groß machen, und will meine Bundeslade auf die Erde herabkommen lassen 7 Generationen nach dir, und sie wird mit deinen Nachkommen wandeln und wird deinem Geschlechte die Erlösung bringen, und nachher will ich mein Wort senden zur ewigen Erlösung Adams und seiner Kinder. Nun sind aber diese deine Verwandten abtrünnig und wollen mich nicht als ihren Gott verehren, wie es sich geziemte. Du aber ziehe, damit sie dich nicht einen Tag um den anderen verführen, aus diesem Lande, dem Lande deiner Väter, in das Land, das ich dir zeigen und deinen Nachkommen nach dir geben will! Da betete Abraham den Herrn an und war seinem Gott gehorsam. Der aber sprach zu ihm: Dein Name soll Abraham sein! Gab ihm den Friedenskuss und fuhr wieder gen Himmel. Abraham aber kehrte nach Hause zurück, nahm sein Weib Sarah und zog aus und wandte sich nicht wieder zu seinem Vater und seiner Mutter und zu seinem Hause und zu seinen Verwandten, sondern verachtete dies alles um des Herrn willen, und kam in die Stadt Sälem und wohnte dort, und war König in Gerechtigkeit und übertrat das Gebot Gottes nicht. Der Herr aber segnete ihn gar sehr, bis dass er seine achtzehn tüchtigen, kriegserfahrenen Diener erwarb, die vor ihm standen und seinen Willen ausführten. Sie trugen goldene Brokatkleider, goldene Ketten um den Hals, goldene Gürtel um die Lenden und goldene Kronen auf dem Haupt, mit ihnen besiegte er seine Feinde. Er entschlief in Ehren im Herrn und war trefflicher und begnadigter als seine Vorgänger, geehrt und hochgeachtet.

15
Isaak und Jakob

Dann wurde Isaak, sein Sohn, König. Auch er übertrat das Gebot Gottes nicht und war ein an Geist und Leib, und entschlief in Ehren. Nach ihm wurde sein Sohn Jakob König, auch er übertrat das Gebot des Herrn nicht, da wurden seine Habe und seine Söhne viel, der Herr segnete ihn, und er entschlief in Ehren.

16
Von Ruben

Nach ihm übertrat Ruben, der erstgeborene Sohn Jakobs, das Gesetz des Herrn, da wurde ihm und seinen Nachkommen das Reich genommen, weil er das Weib seines Vaters geschändet hatte, denn es ist nicht recht, das Gesetz, das der Herr geboten zu übertreten. Sein Vater verfluchte ihn, und Gott zürnte ihm, er wurde geringer als seine Brüder, und seine Kinder wurden mit Krätze und Aussatz behaftet, obwohl er der erstgeborene war, wurde ihm doch das Reich entrissen, und sein jüngerer Bruder Juda wurde König, und um dessentwillen wurde er Juda genannt. Sein Same ward gesegnet, seine Regierung verlief gut, und seine Kinder wurden gesegnet. Nach ihm wurde sein Sohn Perez König, dieser entschlief, und dann wurde sein Sohn Hezron König, nach ihm sein Sohn Orni, nach ihm sein Sohn Ar am, nach ihm sein Sohn Aminadab, nach ihm sein Sohn Nahasson, nach ihm sein Sohn Selia, nach ihm sein Sohn Boas, nach ihm sein Sohn Obed und nach ihm sein Sohn Isai. Also war besagte Königsherrschaft: Der Segen des Vaters ruhte auf dem Sohne, damit dieser mit Glücksgütern gesegnet werde. Was aber die Herrschaft über Israel betrifft, so wurde nach dem Tode Isais David König in Gerechtigkeit, Redlichkeit und Milde.

17
Von der Herrlichkeit Zions

Für Zion, die Gesetzeslade Gottes, hat Gott zuerst den Himmel gegründet und hat geruht, dass sie auf Erden der Wohnsitz seiner Herrlichkeit werde. Da er das wollte, ließ er sie zur Erde herab und verlieh Moses die Kraft, dass er ein Abbild davon mache. Er sprach zu ihm: Mache einen Kasten aus unverweslichem Holz, du sollst es mit lauterem Gold überziehen und darein tun das Wort des Bundesgesetzes, die ich mit meinen Fingern geschrieben habe, auf dass sie mein Gesetz ist und so die beiden Tafeln des Bundes bewahren. Die himmlische, geistige darin, das himmlische Vorbild der Bundes- lade ist von wunderbarer Farbe und Arbeit, ähnlich dem Jaspis, dem Glanzer, dem Topas, dem Edelstein, dem Kristall und dem Licht, die Augen entzückend und den Sinn verwirrend, nach dem Gedanken des Herrn gemacht und nicht von der Hand eines menschlichen Künstlers. Sondern Er selbst hat sie zum Wohnsitze seiner Herrlichkeit erschaffen. Geistig ist sie und voll von Barmherzigkeit, himmlisch ist sie und voll von Licht. Frei ist sie und Wohnstätte der Gottheit, im Himmel wohnend und auf Erden wandelnd, bei den Menschen wohnend und bei den Engeln. Heimat der Menschen, die Erlösung und für den Heiligen Geist ein Wohnort. In ihr war auch ein goldenes Gefäß, vollgemessen mit Manna, das vom Himmel herabgekommen ist, und der Stab Aarons, der, nachdem er verdorrt war, wieder grün wurde ohne dass man ihn mit Wasser benetzte. Dieser zerbrach ihn in Stücke, da wurde er zu drei Stäben, während er doch einer war. Er überzog die Lade mit lauterem Gold und machte für sie Tragstangen und Ringe, und sie trugen sie vor dem Volke her, bis sie in das Land des Erbes brachten, das da ist Jerusalem, die Stadt Zions. Und während die Lade den Jordan überschritt und die Priester sie trugen, da stand das Wasser gleich einer Mauer still, bis alles Volk hinübergegangen war. Nachdem alles Volk hinübergegangen war, gingen die Priester hinüber, indem sie die Lade trugen, und sie setzten sie nieder in der Stadt Judas, dem Lande des Erbes. In dem Zelte des Zeugnisses wurden die Propheten über die Kinder Israel ernannt die Priester trugen den Leib Rock, um dem Zelte des Zeugnisses zu dienen, und die Hohenpriester Hessen Opfer aufsteigen, um wegen ihrer und dann auch wegen des Volkes Sünden Verzeihung zu erflehen. Gott aber gebot Mose und Aaron, heilige Gefäße für das Zelt des Zeugnisses zu fertigen, welche im Allerheiligsten aufgestellt werden sollten: Gefäße aus Gold, Becken und Kelche, Krüge und Tische, Netzwerk und Säulen-Knäufe, Lampen und Kannen, Leuchter und Guss Gefäße, den Kandelaber und seine Ringe nebst den Tragstangen, Brokatgewänder und Kleider, Kronen und Prachtgewänder, Purpur und Lederarbeiten, Teppiche und Scharlachkleider, Salben zur Salbung der Priester und Könige, purpurgetränkte Gewänder und Prachtkleider. Doppel gewirkte Teppiche und Seidenzeug, Ziegenfelle und rötliche Widderfelle, sowie Sardiosgestein, Rubinen, Saphir und Smaragd. Im Zelte des Zeugnisses, wo Zion, der Wohnsitz seiner Herrlichkeit, sich befand. Sie sollen ferner einen Schiffsbauch herrichten samt den beiden Tafeln, die von dem Finger des Herrn geschrieben waren. Zion wird auf ihnen ruhen, und du wirst dafür eine Lade aus unverweslichem Holz bauen, woselbst Zion ruhe, ihre Länge dritthalb Ellen und ihre Breite anderthalb Ellen, und wirst es mit lauterem Gold überziehen, aus- und inwendig, und wirst ihre Leiste und ihren Überzug aus reinem Gold machen und ringsherum Ringe, und wirst an ihren 4 Seiten 4 Ösen anbringen und wirst sie aus unverweslichem Holz machen und dies mit lauterem Gold überziehen, darinnen werdet ihr die Gesetzeslade tragen. Also gebot der Herr auf dem Berge Sinai dem Mose zu tun und zeigte ihm das Werk, die Einrichtung und die Farbe der Hütte, damit er es ausführe. Und Zion war geehrt und sehr groß in Israel, und war bei dem Herrn anerkannt als der wirkliche Wohnsitz seiner Herrlichkeit. Er stieg selbst herab auf den Berg seines Heiligtums und redete mit seinen Auserwählten und schaffte ihnen Recht sie zu erretten, und errettete sie aus der Hand ihrer Feinde. Er redete mit ihnen in der Wolkensäule, dass sie sein Gesetz und seinen Bund halten und in Gehorsam gegen den Herrn wandeln sollten.

18
Wie die Patriarchen beistimmen

Da antworteten sie wiederum, das Konzil der 318, und sprachen: Amen! Dies ist die Erlösung der Kinder Adams, Denn wie die Gesetzeslade des Herrn herabgekommen war, wurden sie die Leute des Hauses Gottes genannt: wie David sprach: Und seinen Wohnsitz auf Zion. Und abermals sprach aus ihm der Heilige Geist: Und hier ist meine Wohnung, denn ich habe sie auserwählet und will segnen ihre Priester und trösten ihre Armen und ich will David Samen geben in ihr, sowohl auf Erden einen, der König sein wird, als auch im Himmel, wo ein Nachkomme von ihm dem Fleische nach König sein wird auf dem Throne der Gottheit und seine Widersacher werden sich wenden zum Schemel seiner Füße und werden besiegelt werden mit seinem Siegel.

19
Wo dies Buch gefunden wurde

Da sprach der Patriarch von Rom Domitius: Ich habe unter verschiedenen Schriften und königlichen Schätzen in der Sophienkirche eine Aufzeichnung gefunden, dass das ganze Reich der Welt dem König von Rom und dem König von Äthiopien gehört.

20
Von der Teilung der Erde

Von der Hälfte Jerusalems an und von seinem Norden bis zu seinem Südosten ist der Teil des Königs von Rom, und von der Hälfte Jerusalems an, von seinem Norden bis zum Süden und bis zum westlichen Indien ist der Anteil des Königs von Äthiopien. Denn beide sind Nachkommen Sems, des Sohnes Noahs, Nachkommen Abrahams, Nachkommen Davids, Kinder Salomons. Denn Gott verlieh den Nachkommen Sems Herrlichkeit um der Segnung ihres Vaters Noah willen. Der König von Rom ist ein Sohn Salomons, und der König von Äthiopien ist der erstgeborene, ältere Sohn Salomons.

21
Von der Königin des Südens

Wie letzterer geboren wurde, das habe ich in jenem Buche aufgezeichnet gefunden. Es erwähnen ja auch die Evangelisten jenes Weib: So redete unser Herr Jesus Christus, als er das Volk der Juden, der Kreuziger, die damalige Generation, beschuldigte, und sprach: Die Königin des Südens wird am Tage des Gerichts aufstehen und mit ihnen streiten und eine Streitsache mit ihnen ausmachen und dies Geschlecht besiegen, das auf die Predigt meines Wortes nicht gehört hat denn dieselbe kam von den Enden der Erde, um Salomons Weisheit zu hören. Die erwähnte, Königin des Südens ist die Königin von Äthiopien und die Enden der Erde beziehen sich auf die Schwäche der Natur des Weibes und die Länge des Weges und die Sonnenglut auf den Hunger während der Reise und den Durst nach Wasser. Sie aber, die Königin des Südens, war sehr schön von Aussehen und Gestalt, und begabt mit Kenntnis und Einsicht, die ihr Gott verliehen hatte, dass sie nach Jerusalem gehe, um die Weisheit Salomons zu hören. Denn dies geschah nach dem Willen Gottes, und er hatte sein Wohlgefallen daran. Jene aber war sehr reich, dadurch dass ihr der Herr Ruhm und Reichtum verliehen hatte, Gold und Silber, kostbare Kleider, Kamele, Diener und Kaufleute. Diese trieben Handel für sie auf dem Meere und auf dem Festland.

22
Von Tamrin, dem Kaufmann

Nun war da ein verständiger Mann, der Chef der Kaufleute, namens Tamrin, der pflegte Kamele zu beladen und hatte an die 73 Schiffe. Damals aber war der König Salomo willens den Tempel Gottes zu bauen und schickte zu allen Kaufleuten, nach Osten und Westen, Norden und Süden. Es sollten die Kaufleute kommen und bei ihm Gold und Silber erhalten, und er solle dafür das erhalten was er zum Werke bedürfe. Da erzählte man ihm von jenem reichen äthiopischen Kaufmann, und er sandte zu ihm, er solle ihm das bringen, dessen er bedürfe: Aus dem Lande Arabien rötliches Gold und unverwesliches schwarzes Holz und Sapphir. Da ging jener Kaufmann namens Tamrin, der Kaufmann der Königin von Äthiopien, zu Salomon, und der empfing von ihm alles, was er begehrte, und gab auch dem Kaufmann, was dieser wünschte, indem er von seiner Habe noch etwas zulegte. Der Kaufmann aber war sehr verständig, und so gewahrte er die Weisheit Salomons und verwunderte sich und merkte auf, um die Antworten genau zu verstehen, die er gab, und ebenso auch sein Urteil, die Beredsamkeit seines Mundes, die Süßigkeit seiner Rede und seine Art zu gehen und zu sitzen, aufzustehen und zu handeln, seine Liebe, seine Einrichtungen, seine Tafel und sein Gesetz. Befehle erteilte Salomon mit Nachgiebigkeit und Milde. Wenn sich welche vergangen hatten, begnadigte er sie, denn er hatte sein Haus mit Weisheit und Gottesfurcht bestellt. die Törichten wies er mit Milde zurecht und den Mägden lies er Milde angedeihen, er öffnete seinen Mund in Gleichnissen, seine Rede war süßer als reiner Honig, sein ganzes Tun war wünschenswert und sein ganzes Aussehen angenehm. Denn die Weisheit ist beliebt bei den Einsichtigen und verachtet bei den Toren. Als nun jener Kaufmann dies alles sah, da erstaunte er und verwunderte sich sehr. Denn denen, die ihn zu sehen pflegten, war Salomon durchaus willkommen und war ihr Lehrmeister. Und die, die zu ihm gekommen waren, die wollten nicht wieder fortgehen und von ihm weichen wegen seiner Weisheit und Schönheit, die Süßigkeit seiner Rede war wie Wasser für den Durstenden, wie Brot für den Hungernden, wie Arznei für den Kranken, wie Kleidung für den Nackten und wie ein Vater für die Waisen. Er urteilte gerecht und war unparteiisch, er hatte Ruhm und Reichtum, den ihm Gott in reichem Maas hatte zu Teil werden lassen. Er besaß Gold und Silber, Edelsteine und kostbare Kleider und große und kleine Tiere ohne Zahl. In den Tagen des Königs Salomo war das Gold wie Erz und das Silber wie Blei, und Erz, Blei und Eisen waren zahlreich wie Rohrgewächs und die Stoppeln des Feldes, und auch Zedernholz gab es viel. So dass an Ruhm und Reichtum, an Weisheit und Gnade, die Gott ihm verliehen hatte, niemand unter den Früheren ihm gleichkam und niemand unter den Späteren ihm gleichkommen wird.

23
Wie der Kaufmann nach Äthiopien zurückkehrt

Sodann wünschte Tamrin der Kaufmann in sein Land zurückzukehren. Er ging zu Salomon, huldigte ihm, grüßte ihn und sprach zu ihm: Heil deiner Größe! Entlass mich, sodass ich in mein Land zu meiner Herrin zurückkehre denn ich habe lange verweilt beim Anblick deiner Herrlichkeit und Weisheit und bei den vielen Leckerbissen, die du mir gnädig gewährtest. Jetzt aber will ich zu meiner Herrin gehen. Ich wünschte freilich bei dir zu bleiben als einer deiner niedrigsten Knechte. Denn selig sind die welche deine Stimme hören und deinem Befehl gehorchen. Ja, ich wünschte hier zu bleiben und mich nicht von dir zu trennen, gleichwohl aber entlass mich zu meiner Herrin, wegen des Auftrags, den ich übernommen habe, damit ich ihr das Eigentum übergebe. Denn ich bin ihr Diener. Da betrat Salomon sein Haus und gab ihm alle für das Land Äthiopien erwünschten Kostbarkeiten und entsandte ihn in Frieden. Jener huldigte ihm, ging hinaus, reiste fort und kam zu seiner Herrin und übergab ihr alle die Gegenstände die er mitbrachte. Er erzählte ihr, wie er nach dem Lande Juda, nach Jerusalem, zum König Salomon gekommen sei, und alles, was er gehört und gesehen hatte, erzählte er ihr: Wie jener Rechts- Verhandlungen führte, wie er lauter redete und in allem, was er untersuchte, gerechte Gebote erteilte, wie er milde Antworten gab und kein Falsch an ihm war, wie er beaufsichtige die Arbeiter, die zu je 700 Holz-Lasten schleppten, und über die 800 Steinhauer, wie er sich bei allen Kaufleuten und Verkäufern erkundigte zum Zwecke des Kunstwerks der Weisheit und wegen der Ausführung, wie er nahm und doppelt wiedergab. Und von all seinem Kunstwerk und seiner Arbeit. Täglich erzählte er ihr von aller Weisheit Salomons: Wie er Rechtsverhandlungen führte und wie er das Rechte tat, wie er die Tafel einrichtete und wie er Gelage veranstaltete, wie er die Weisheit lehrte und wie er seinen Dienern und allen Angestellten mit Vorbedacht Befehle erteilte und sie auf sein Wort gingen, ohne dass einer den andern betrog oder das Eigentum seines Nächsten schädigte oder dass in seinen Tagen ein Räuber oder Dieb gewesen wäre. Denn er erkannte in Weisheit die, die sich vergangen hatten, er bestrafte sie und flößte ihnen Furcht ein, und sie taten dann ein Verbrechen nie zum zweiten Mal, sondern lebten in Frieden und Furcht vor dem König. Alles dies erzählte er ihr und erwähnte täglich, was er beim König gesehen hatte, und berichtete es ihr. Sie aber verwunderte sich über das, was sie von dem Kaufmanne, ihrem Diener, hörte, und gedachte in ihrem Herzen zu jenem zu gehen, sie weinte vor lauter Sehnsucht über das, was er ihr erzählte, und wünschte gar sehr zu jenem zu reisen. Also fasste den Gedanken einer Reise zu ihm, hielt es aber aber für zu weit und zu beschwerlich.Immer wieder fragte sie, und immer wieder erzählte er ihr, da verlangte sie danach und wollte gern reisen, um seine Weisheit zu hören und sein Antlitz zu sehn, ihn zu begrüßen und seiner Herrschaft zu huldigen, Sie lenkte ihren Sinn darauf, zu ihm zu reisen, denn Gott hatte ihr Herz auf die Reise gelenkt und sie danach verlangen lassen. Darauf begann sie, ihr Haus zu bestellen, ihren Knechten Befehle zu erteilen, ihre Mägde zu ermahnen und ihr Besitztum in Stand zu setzen. Sie suchte aus, was nötig zur Reise war und zum Begrüßungsgeschenk für den König, zur Spende für ihre Räte und zur Belohnung ihrer Mägde. Sie lies Kamele zusammenbringen und Maultiere, Pferde und Esel, Schiffe und Flösse, Ranzen und Reisetaschen und Trinkgefäße und Sänften. So bereitete sie sich zur Reise vor und gebot allen ihren untergebenen Würdenträgern dass sie bis in 6 Monaten reisebereit sein sollten und Reisetaschen mitnehmen und ihre Häuser bestellen sollten. Denn das Land, wohin sie zögen, sei weit entfernt.

24
Wie sie sich selbst zur Reise vorbereitet

Sie sprach zu ihnen: Höret, ihr Meinigen, meine Stimme und vernehmet meine Rede: Ich begehre Weisheit, und mein Herz sucht nach Erkenntnis, denn ich bin getroffen von der Liebe zur Weisheit und wurde gezogen von den Seilen der Erkenntnis. Denn die Weisheit ist besser als Schätze von Gold und Silber, die Weisheit ist besser als alles, was auf Erden erschaffen ist. Mit was unter dem Himmel soll man die Weisheit vergleichen? Sie ist süßer als Honig und erfreulicher als Wein, sie ist leuchtender als die Sonne und begehrenswerter als kostbare Edelsteine, sie macht fetter als Öl, satter als süße Leckerbissen und ruhmreicher als Unmengen von Gold und Silber. Sie ist eine Freudenspenderin fürs Herz, eine Lichtquelle für die Augen, Beflüglerin für die Füße, Panzer für die Brust, Helm für das Haupt, Kette für den Hals, Gürtel für die Lenden, Verkünderin für die Ohren, Unterweiserin für das Herz, Lehre für die Kenntnisreichen, Trösterin für die Klugen, Ruhmspenderin für die Suchenden. Ein Reich kann nicht bestehen ohne die Weisheit, und Reichtum kann nicht erhalten werden ohne die Weisheit. Wohin der Fuß tritt, steht er nicht fest ohne die Weisheit, und was die Zunge spricht, findet keinen Gefallen ohne die Weisheit. Die Weisheit ist besser als alle Schätze: Wer Gold und Silber anhäuft, hat keinen Nutzen ohne die Weisheit, wer aber Weisheit sammelt, dem kann sie niemand aus seinem Herzen rauben. Was die Toren sammeln, verzehren die Weisen um der Schlechtigkeit der Gottlosen willen werden die Gerechten gepriesen, und um der Fehler der Toren willen werden die Weisen geschätzt. Die Weisheit ist hoch und reich. Ich will sie lieben wie eine Mutter, und sie wird mich umfangen wie ihr Kind, ich will der Spur der Weisheit folgen, und sie wird mich ewiglich bewahren, ich will die Weisheit suchen, und sie wird fortan mir gehören, ich werde ihrer Spur folgen und von ihr nicht verstoßen werden, ich will mich auf sie stützen, und sie wird mir eine Mauer von sein, ich will meine Zuflucht zu ihr nehmen, und sie wird mir Kraft und Stärke sein, ich will mich an ihr erfreuen, und sie wird mir eine Große Gnade sein. Denn es geziemt sich, dass wir der Spur der Weisheit folgen und unsere Sohle die Schwelle der Türe der Weisheit betrete. Lasst uns sie suchen und wir werden sie finden, lasst uns sie lieben, und sie wird nicht von uns weichen, lasst uns sie verfolgen und wir werden sie finden, lasst uns sie erbitten, und wir werden sie erhalten, lasst uns ihr unser Herz zuwenden, dass wir sie niemals vergessen. Denn wenn man sich ihrer erinnert, so erinnert auch sie sich. Bei den Toren aber sollst du der Weisheit nicht gedenken, denn diese ehren sie nicht, und die Weisheit liebt auch sie nicht. Die Ehrung der Weisheit besteht in der Ehrung des Weisen und die Liebe zur Weisheit in der Liebe zum Weisen. Liebe den Weisen und weiche nicht von ihm. Durch seinen Anblick wirst du weise werden, höre auf das Auftun seines Mundes, dass du werdest wie er, blicke auf seinen Fußtritt, dass du da bleibest wo er hingetreten ist, und entferne dich nicht von ihm, damit du die Reste seiner Weisheit erhältst! Ich habe ihn schon vom Hörensagen liebgewonnen, ehe ich ihn gesehen habe. Denn der ganze Bericht von seiner Geschichte war mir ein Herzensgenuss wie das Wasser dem Lechzenden. Da antworteten ihre Würdenträger und Diener und Mägde und Räte und sprachen zu ihr: 0 Herrin, die Weisheit fehlt dir zwar nicht, denn durch deine Weisheit kommt es, dass du die Weisheit liebst, wenn du aber ziehst so wollen wir mit dir ziehen und wenn du bleibst, so wollen wir bei dir bleiben. Unser Tod sei mit deinem Tod und unser Leben mit deinem Leben! Da bereitete sie sich zur Reise mit viel Herrlichkeit und Prunk und großer Zurüstung und Vorbereitung. Denn nach dem Willen Gottes sehnte sich ihr Herz nach Jerusalem zu ziehen, um die Weisheit Salomons zu hören, denn sie hatte davon gehört und verlangte danach. Da bereitete sie sich zur Reise. Es wurden 797 Kamele beladen, und zahllose Maultiere und Esel wurden beladen. So reiste sie ab und machte sich auf den Weg, während ihr Herz auf Gott vertraute.

25
Wie sie zum König Salomon kam

Sie kam nach Jerusalem und brachte dem König viele ihm erwünschte Kostbarkeiten. Aber auch er ehrte sie und freute sich und gab ihr eine Wohnung in einem königlichen Palast nahe bei sich. Er schickte die Abend- und Morgenmahlzeit. 15 Maas Korn von feingeriebenem und mit Öl und viel Brühe gekochtem Weizenmehl, und 30 Maas zerstoßenes Weizenmehl, woraus Brot für 350 Menschen bereitet wurde, samt dem Zubehör an Porzellanplatten und 10 Mastochsen und 5 Stiere und 50 Schafe. Außerdem noch Ziegen und Hirsche und Büffel und gemästete Hähne, ferner einen Krug Wein, 60 Maas Gerät und von altem Wein. An Sängern und Sängerinnen je 25, ferner reinen Honig und sonstige Nahrung, und zwar von der Speise die er selbst zu sich nahm, und Getränke die er selbst trank. Täglich gab er ihr augenfesselnde Gewänder. Er kam zu ihr und schöpfte Trost, und sie kam zu ihm und schöpfte Trost und gewahrte seine Weisheit, sein Urteil, seine Herrlichkeit und Huld und die Süßigkeit seiner Rede. Da verwunderte sie sich in ihrem Herzen und ergötzte sich in ihrem Sinn, vergewisserte sich in Erkenntnis und erspähte mit ihren Augen, wie begehrenswert er war, und erstaunte gar sehr über das, was sie bei ihm sah und hörte: Wie vollkommen er war in Eintracht und weise an Gedanken, wie freudig in Huld und schön in der Stattlichkeit der Erscheinung, und über die Genauigkeit seiner Rede und die Beredsamkeit seiner Lippen, die Würde seiner Befehle und seine Antworten, die in Frieden, mit Gottesfurcht, erteilt wurden. All das sah sie und erstaunte über die Fülle seiner Weisheit. Nicht das geringste an seinem Wort und seiner Rede war unvollkommen, sondernalles war vollkommen, was er sprach.Er war damals mit dem Bau des Tempels des Herrn beschäftigt. Er pflegte sich zu erheben, nach rechts und links, nach vorn und hinten zu gehen und ihnen die Längen, Maas, Gewichte und Hohl Maas anzugeben. Den Schmiedekünstlern gab er die Hämmer und Brechwerkzeuge und Schwertscheiden an und den Steinmetzen zeigte er Winkel, den Kreis und die Oberfläche. Und alles geschah nach seinem Wort, niemand war seinem Worte ungehorsam, denn das Licht seines Verstandes war wie eine Leuchte in der Finsternis, und seine Weisheit war Menge wie Sand. Auch von der Sprache der Tiere und Vögel war ihm nichts verborgen, und auch die Dämonen bezwang er mit seiner Weisheit. Alles vollführte er mit der Kunst, die ihm der Herr verliehen hatte, als er zu ihm flehte. Denn er hatte nicht darum gebeten, seinen Feind zu besiegen, oder um Reichtum und Ruhm, sondern darum hatte er gebeten, dass er ihm Weisheit und Erkenntnis verleihe, um damit sein Volk zu richten, seinen Tempel zu erbauen und die Schöpfung Gottes zu schmücken, in aller Weisheit und Erkenntnis, die er ihm verliehen hatte.

26
Der König mit der Königin redet

Nun sprach die Königin Makeda zum König Salomon: Selig bist du, mein Herr, dass dir solche Weisheit und Erkenntnis verliehen wurde, ich wünschte ich wäre wie eine deiner geringsten Mägde, um deine Füsse zu waschen und deine Weisheit zu hören und deine Erkenntnis zu verstehen, deiner Herrschaft zu huldigen und mich an deiner Weisheit zu ergötzen. Wie sehr hat mir dein Antworten gefallen und die Süßigkeit deiner Stimme, die Schönheit deines Ganges und dein liebliches Sprechen! Die Beredsamkeit der Süßigkeit deiner Stimme erfreut das Herz, macht die Knochen fett, umgürtet die Herzen, schmückt die Lippen und erfüllt sie mit Dank und festigt den Tritt. Ich sehe an dir, dass deine Weisheit unendlich ist und deine Einsicht unvermindert, wie eine Leuchte in der Dunkelheit, wie ein Granatapfel im Garten und wie eine Perle im Meer; wie derMorgenstern unter den Sternen und wie das Mondlicht im Nebel, wie das Morgenrot und der Sonnenaufgang am Himmel. Ich danke dem, der mich hergeführt hat und mich hat dich sehn lassen und die Schwelle deiner Türe betreten und mich deine Stimme hören lassen. Da antwortete der König Salomon und sprach zu ihr: Weisheit und Klugheit sind aus dir selbst entsprossen. Ich besitze sie nur in soweit, als sie mir der Gott Israels verliehen hat,den ich angefleht habe und bei dem ich darum gebeten habe. Du aber hast, obwohl du den Gott Israels nicht kennst, diese Weisheit deinem Herzen entsprießen lassen, um mich zu sehn den untertänigen, den Knecht meines Gottes und den Vorstand seines Zeltes, dem ich vorstehe und diene und bei dem ich wandle, meiner Herrin, der Gesetzeslade des Gottes Israels, dem heiligen himmlischen Zion. Denn ich bin der Knecht meines Gottes und nicht ein Freier, ich diene nicht nach meinem Willen, sondern nach seinem Willen. Und dieses Wort spreche ich nicht von mir aus, sondern was er mich sprechen hieß, spreche ich, was er mir gebot, tue ich, worin er mich begünstigte, wandle ich, was er mich lehrte rede ich, worin er mich weise machte das verstehe ich. Denn da ich Staub war, hat er mich zum Leib gemacht, und da ich Wasser war, hat er mich zum verdichteten Menschen gemacht, und da ich ein kleiner Tropfen war, ein Speichel, der auf die Erde gespien wird und auf der Erde vertrocknet, hat er mich nach seinem Bilde gebildet und nach seinem Gleichnis erschaffen.

27
Von dem Arbeiter

Als er dieses zur Königin redete, da sah er einen Arbeiter der einen Stein auf dem Kopfe trug, einen Wasserschlauch auf seinem Nacken und seine Wegzehrung und seine Sandalen an seinen Lenden und hatte noch Holz in seine Hände genommen. Seine Kleider waren alt und zerrissen, Tränen träufelten von seinem Gesicht und das Wasser des Schlauches rann auf seinen Fuß. Und der Arbeiter ging vor Salomon her und als er nun einherging sprach Salomon zu ihm: Bleib stehen! Da blieb er stehen. Da wandte sich Salomon zur Königin und sprach zu ihr: Sieh diesen! Was ist mein Vorzug gegenüber diesem, was ist meine Trefflichkeit gegenüber diesem und was ist meine Herrlichkeit gegenüber einem solchen? Denn auch ich bin ein Mensch und Asche, der ich morgen werde Wurm und Gestank sein. Jetzt aber erscheine ich wie ein ewig unsterblicher. Wer würde Gott tadeln, wenn er diesem dasselbe wie mir verliehen hätte und wenn er mich zum Arbeiter wie ihn gemacht hätte? Sind wir nicht beide Lunge eines Menschen? Wie der Tod von diesem so ist auch mein Tod, und wie das Leben von diesem so ist auch mein Leben. Und dieser ist kräftiger zur Arbeit als ich denn Er gibt Stärke den Schwachen, wie er will. Dann sprach er zu ihm: Geh an deine Arbeit! Sodann sprach er abermals zur Königin: Was nützt es uns Menschenkindern, wenn wir nicht Reue und Barmherzigkeit üben auf Erden? Sind wir nicht alle eitel. Ein Gras des Feldes, das zu seiner Zeit verdorrt und das das Feuer verzehrt? Auf Erden versehen wir uns mit süßen Leckereien und köstlichen Kleidern während wir aber leben, faulen wir schon. Wir versehen uns mit Wohlgerüchen und Narden, während wir aber leben sind wir schon tot durch die Sünde und Missetaten. Während wir weise sind, sind wir doch Toren durch Ungehorsam und Schlechtigkeiten. Während wir geehrt sind, sind wir doch verachtet wegen Zauberei und Götzendienst. Ein ehrenhafter Mensch der nach dem Ebenbild Gottes erschaffen ist, wird, wenn er Gutes tut, wie Gott sein. Ein nichtswürdiger Mensch aber wird, wenn er Sünde tut, wie der Teufel sein, jener hoffärtige Teufel, der seinem Schöpfer nicht gehorchen wollte, auf dessen Pfad alle Hoffärtigen von den Menschen wandeln und mit ihm zugleich gerichtet werden. Gott aber liebt die Demütigen, die Demut üben, die wandeln auf seinem Pfade und freuen sich in seinem Reiche. Selig ist wer die Weisheit kennt, das heißt: Reue und Gottesfurcht! Als die Königin dies gehört hatte sprach sie: Wie hat mir dein Wort wohlgetan und wie hat mich deine Rede erfreut und das Auftun deines Mundes! Sage mir nun aber, wen ich anbeten soll! Wir beten nämlich die Sonne an, wie uns unsere Väter gelehrt haben denn wir sagen: die Sonne ist der König der Götter. Andere von unseren Untertanen aber beten teils Steine, teils Haine, teils Idole, teils Bilder aus Gold und Silber an. Wir aber beten die Sonne an denn sie kocht das Essen, sie erleuchtet auch die Dunkelheit und nimmt die Furcht, wir sagen zu ihr: Unser König und sagen zu ihr unser Schöpfer und verehren sie als unseren Gott. Denn niemand hat uns einen anderen Gott außer ihr verkündet. Hingegen haben wir gehört, dass ihr Israeliten einen anderen Gott habt, den wir nicht kennen. Man hat uns berichtet, dass er euch vom Himmel eine Lade herab gesandt habe und euch die Tafeln der Ordnung der Engel durch seinen Propheten Mose gegeben habe, das haben wir gehört. Er selbst steige zu euch hernieder und rede mit euch und weise euch sein Urteil und sein Gebot.

28
Wie er der Königin gebot

Da antwortete der König und sprach zu ihr: Wahrlich mit Recht beten sie den Herrn an der alles gemacht hat: Himmel und Erde, das Meer und das Trockene, Sonne und Mond, Sterne und Glanzkörper, Bäume und Steine, Tiere und Vögel, Raubtiere und Krokodile, Fische und Wale, Nilpferde und Wassereidechsen, Blitze und Donnerschläge, Wolken und Donner, Gutes und Böses. Ihn allein geziemt es sich dass wir verehren in Furcht und Zittern, in Freude und Jauchzen. Denn er ist der Herr des Alls, der Schöpfer der Engel und Menschen. Er tötet und macht lebendig, er bestraft und begnadigt. Er ist es der den Armen von der Erde aufnimmt und den Elenden aus dem Staube erhebt, der traurig und freudig macht und auf- und niedersteigen lässt. Niemand tadelt ihn, denn er ist Herr für jeden, und niemand wird zu ihm sagen: Was hast du da gemacht? Ihm gebührt Lob und Dank von Engeln und Menschen. Was aber das betrifft dass du sagtest: Er hat euch eine Gesetzeslade gegeben, so ist uns in der Tat gegeben worden die Lade des Gottes Israels, die erschaffen wurde vor aller Kreatur durch den Ratschluss seiner Herrlichkeit. Er hat uns sein Gebot herab gesandt, das er niedergeschrieben hatte damit wir sein Urteil und Gericht erkennen, welches er auf dem Berge seines Heiligtums angeordnet hat. Da sprach die Königin: Von jetzt an will ich nicht mehr die Sonne anbeten, sondern ich will den Schöpfer der Sonne anbeten, den Gott Israels. Jene Lade des Gottes Israels sei meine Herrin, für mich und meine Nachkommen und das ganze mir untertänige Reich! Darum habe ich auch Gnade gefunden vor dir und vor dem Gotte Israels, meinem Schöpfer, der mich zu dir geführt hat und mich deine Stimme hören, dein Antlitz sehn und dein Gebot verstehen lies. Dann kehrte sie nach Hause zurück, kam aber immer wieder zurück und pflegte seine Weisheit zu hören und zu Herzen zu nehmen. Auch er besuchte sie und erzählte ihr alles, worum sie ihn befragte. Sie besuchte ihn und befragte ihn, und er tat ihr alles kund, was sie wünschte. Als sie nun 6 Monate geblieben war, da wünschte sie in ihr Land zurück- zukehren und sandte zu ihm mit den Worten: Ich wünschte wohl bei dir zu bleiben, aber jetzt will ich um des gesamten Volkes willen in mein Land zurückkehren. Von dem aber, was ich gehört habe, möge Gott bewirken, dass es Frucht trage in meinem Herzen und im Herzen aller, welche mit mir zugehört haben! Denn das Ohr wird nie ausgefüllt vom Anhören und das Auge nie ausgefüllt vom Anblick deiner Weisheit. Aber nicht nur sie kam zu ihm, sondern es pflegten Viele zu kommen aus den Städten und Provinzen, von nah und fern. Denn in jenen Tagen ward an Weisheit niemand wie er gefunden. Und nicht nur die Menschen kamen zu ihm, sondern auch die Tiere und Vögel kamen zu ihm und hörten seine Rede, bewunderten seine Weisheit und redeten mit ihm und kehrten dann in ihr Land zurück, und jede Kreatur bewunderte seine Weisheit und wunderte sich über das, was es sah und hörte. Als sie nun zu ihm die Nachricht geschickt hatte, dass sie in ihr Land gehen wolle, da überlegte er in seinem Herzen und sprach bei sich: Eine so schöne Frau ist von den Enden der Erde zu mir gekommen: Was Weiß ich, vielleicht gibt mir Gott Samen in ihr. Wie es im Buche der Könige heißt: König Salomon aber war ein Liebhaber der Weiber nahm welche von den Hebräern, Ägyptern, Kanaanäern, Edomitern und Moabitern“, von Rif und Kuergue und Damaskus und Syrien. Und zwar solche, von denen man ihm sagte, sie seien schön von Gestalt. Er hatte 400 Königinnen und 600 Kebsweiber. Und dass er dies tat, war nicht etwa Unzucht, sondern die Überlegung der Weisheit, die ihm Gott verliehen hatte, und im Andenken an das, was er zu Abraham gesprochen hatte: Ich will deinen Samen viel machen wie die Sterne des Himmels und den Sand des Meeres. So sprach er in seinem Herzen: Was weiss ich,

vielleicht gibt mir Gott männliche Kinder, von jeder von ihnen eines. Deshalb handelte er weißlich so, indem er sprach: Meine Kinder werden die Städte der Feinde ererben und die Götzendiener ausrotten. Das frühere Volk aber lebte nach dem Gesetz des Fleisches. Denn es war ihnen noch nicht die Gnade des Heiligen Geistes zu teil geworden, denen nach Christus aber ward es gegeben, dass sie mit einer einzigen Frau lebten nach dem Gesetz der Ehe. Die Apostel haben ihnen eine Verordnung gegeben indem sie sprachen: Diejenigen welche Christi Leib und sein Blut empfangen haben sind alle Brüder, ihre Mutter ist die christliche Kirche und ihr Vater Gott. Zusammen mit Christus den sie empfangen haben rufen sie aus und sprechen: Vater unser im Himmel. Salomon aber war keine Verordnung gegeben in Bezug auf die Weiber und es war keine Sünde für ihn, sie zu nehmen. Den Gläubigen dagegen ist als Gesetz und Gebot gegeben, dass sie nicht viele Weiber nehmen sollen, wie Paulus sprach: Die viele Weiber nehmen bringen selbst die Strafe auf sich. Wer aber ein einziges Weib nimmt der hat keine Sünde. Aber die Ehe mit der Schwägerin haben wir gesetzlich verboten mit Bezug auf die Kindererzeugung sprachen die Apostel auf der Synode.

29
Von den 318

Und wir verordneten mit ihnen, indem wir genau wussten, was die früheren Apostel geredet haben. Wir die 318, haben den Glauben aufgerichtet und wieder aufgerichtet, während unser Herr Jesus Christus mit uns war. Er hat uns verordnet, wie wir lehren und den Glauben einrichten sollen. Der König Salomon aber schickte zu der Königin mit den Worten: Warum willst du, nachdem du hierher gekommen bist, wieder fortgehen, ohne die Rechtseinrichtung des Reichs wahrgenommen zu haben, und wie die Mahlzeit für die Auserwählten unseres Reichs gerichtet wird nach dem Vorbild der Gerechten und wie das Volk vertrieben wird nach dem Vorbild der Sünder daraus wirst du Weisheit empfangen. Folge mir also, und du wirst in meinem im Zelt sitzen, und ich werde dir Genüge tun. Du wirst auch die Rechtseinrichtung des Reichs erkennen. Denn du liebst die Weisheit, und sie wird bei dir bleiben bis an dein Ende und in Ewigkeit. Es war nämlich eine Prophezeiung aus der Rede ersichtlich. Nun sagte sie: Während ich früher töricht war, bin ich nun weise geworden dadurch, dass ich deiner Weisheit folgte, und während ich früher verstoßen war vom Gott Israels bin ich nun auserwählt worden um dieses Glaubens willen der in meinem Herzen ist. Von jetzt an will ich keinen andern Gott außer ihn verehren. Was aber das betrifft, dass du sagtest, du seist willens, mir Weisheit und Ruhm noch zu vermehren, so will ich kommen, wie du wünschest. Darüber freute sich Salomon, kleidete die Auserwählte in Ehrenkleider, vermehrte seine Tafel um das Doppelte und gebot die ganze Einrichtung seines Hauses in Stand zu setzen. An jenem Tage war das Haus des Königs Salomo hergerichtet. Dann richtete er es ordentlich zu in Herrlichkeit mit Freude und in Frieden, mit Weisheit und zärtlicher Liebe, in aller Unterwürfigkeit und Demut. Dann ward die königliche Tafel geordnet nach der Einrichtung des Reiches. Die Königin trat durch eine Hintertür ein, in Glanz und Herrlichkeit, setzte sich gegenüber, hinter ihn, dahin, wo sie alles sehen und beobachten und erkennen konnte. Sie verwunderte sich sehr über das, was sie sah und hörte, sie pries in ihrem Herzen den Gott Israels und erstaunte über die Herrlichkeit der Residenz, die sie sah. Denn sie konnte sehn, aber niemand konnte sie sehn wegen ihres Platzes, den er Salomon in Weisheit gerichtet und ausgeschmückt hatte, indem er Purpur ausbreitete und Teppiche, Moschus und Marmor und Edelsteine zurichtete, Wohlgerüche verbreitete, Myrrenöl und Cassia aussprengte und Galban und Weihrauch aufstrich. Als sie dann dieses Gemach betraten, war dessen Geruch sehr gut und schon bevor sie die Leckerbissen essen konnte, sättigte die Lieblichkeit der Düfte. Er aber schickte ihr dursterregende Speisen, mit List und Weisheit, und saure Getränke, Fische und Pfeffer als Zubehör. Dies richtete er zu und gab es der Königin, davon zu essen. Als nun die Tafel des Königs drei Mal und sieben Mal erledigt war und die Aufseher und Räte, die Knaben und Diener gegangen waren, da stand der König auf und ging zur Königin und sprach zu ihr als sie allein waren: Kose hier in Liebe bis zum Morgen! Da sprach sie zu ihm: Schwöre mir bei deinem Gotte, dem Gott Israels, dass du mir keine Gewalt antust. Wenn es sein sollte, dass ich mich nach Menschenart verleiten lasse, so werde ich als junges Mädchen auf der Reise in Not und Leid und Elend kommen.

30
Von dem, was ihr der König Salomon schwor

Da antwortete er und sprach zu ihr: Ich will dir schwören, dass ich dir keine Gewalt antue, aber schwöre auch du, dass du keinem Gegenstand in meinem Hause Gewalt antun willst! Da lachte die Königin und sprach zu ihm: Wo du doch weise bist, warum redest du wie ein Tor? Werde ich etwa stehlen oder aus dem königlichen Palast etwas rauben, was mir der König nicht gegeben hat? Glaube nicht o Herr, dass ich aus Liebe zumBesitztum hierher gekommen bin! Auch mein Reich ist reich an Schätzen wie die deinigen, und mir fehlt nichts von dem, was ich begehre. In der Tat bin ich vielmehr gekommen, um deine Weisheit zu suchen. Da sprach er zu ihr: Wenn du mich schwören heißest, so schwöre auch mir. Beiden Teilen geziemt der Schwur, auf dass sie einander kein Unrecht zufügen. Wenn du aber mich nicht schwören lassen willst, soll auch ich dich nicht zum schwören lassen. Da sprach sie zu ihm: Schwöre mir, dass du mir keine Gewalt antust, und auch ich will schwören, dass ich deinem Besitztum keine Gewalt antue. Da schwor er ihr und sie schwor es ihm. Nun bestieg der König sein Lager auf der einen Seite, und ihr richtete man ein Lager auf der anderen Seite. Dann sprach er zu dem jungen Diener: Wasche die Becken und setze einen Krug Wasser hin, während es die Königin sieht. Dann schließe die Türen und geh schlafen! Dies aber sagte er ihm in einer anderen Sprache, welche die Königin nicht verstand. Und jener tat so und ging schlafen. Der König aber schlief noch nicht, sondern stellte sich nur schlafend und spähte. Das Haus des Königs Salomon leuchtete aber des Nachts wie der Tag. Denn in Weisheit hatte er leuchtende Perlen an der Decke seines Hauses angebracht, die Sonne, Mond und Sterne darstellten. Die Königin schlief ein wenig. Als sie wieder erwachte, war ihr Mund trocken vor Durst, denn er hatte ihr in seiner Weisheit dursterregendes gegeben, sie dürstete sehr, und ihr Mund war trocken. Sie versuchte mit ihrem Mund Speichel zu ziehen, fand aber keine Feuchtigkeit. Da gedachte sie das Wasser zu trinken, spähte um sich und blickte nach dem König Salomon, der schien ihr fest zu schlafen. Er schlief aber nicht, sondern lauerte, dass sie aufstehe, um das Wasser gegen ihren Durst zu stehlen. Nun stand sie auf, indem sie mit ihren Füssen gar kein Geräusch machte, ging zu jenem Wasser in dem Becken und nahm es um das Wasser zu trinken. Bevor sie aber noch das Wasser trank, ergriff er sie bei der Hand und sprach zu ihr: Warum brichst du den Eid, den du geschworen hast: Du wollest keinem Gegenstand in meinem Hause Gewalt antun? Daantwortete sie in Furcht und sprach: Ist es ein Eidesbruch Wasser zu trinken? Da sprach der König zu ihr: Hast du etwas unter dem Himmel gesehen, das besser als Wasser ist? Da sprach sie: Ich habe gegen mich selbst gesündigt, und du bist des Eides ledig. Aber lass mich Wasser gegen meinen Durst trinken! Da sprach er zu ihr: Bin ich vielleicht deines Eides ledig, den du mich hast schwören lassen? Da sprach die Königin zu ihm: Sei des Eides ledig, aber lass mich nur Wasser trinken! Da liess er sie trinken, und nachdem sie getrunken hatte, führte er sein Begehren aus, und sie schliefen zusammen. Als nun der König Salomon eingeschlafen war, da erschien ihm eine leuchtende Sonne, die stieg herab vom Himmel und leuchtete stark über Israel. Nachdem sie dort verweilt hatte ward sie plötzlich entfernt, flog nach dem Lande Äthiopien und leuchtete dort stark bis in Ewigkeit, denn sie blieb gern dort. Und ich wartete, ob sie nach Israel zurückkehren werde, aber sie kehrte nicht zurück. Nach weiterem Warten ging ein Glanz auf, eine Sonne stieg vom Himmel herab in das Land Juda und leuchtete stärker denn zuvor. Die Israeliten aber behandelten die Sonne schlecht wegen ihrer Flamme und wandelten nicht in ihrem Licht. Und auch die Sonne verachtete die Israeliten, und diese wiederum beneideten sie, so dass kein Friede zwischen ihnen und der Sonne war. Sie erhoben ihre Hände gegen sie mit Stöcken und Messern und wollten die Sonne auslöschen, versetzten die ganze Welt in Dunkelheit durch Erdbeben und Nebel und glaubten, sie würde nie mehr aufgehen. Sie verderbten ihr Licht, fielen über sie und bewachten ihr Grabmal, wo sie hineingeworfen wurde. Sie aber kam da heraus, wo sie sie nicht vermutet hatten, und leuchtete über die ganze Welt, insbesondere aber am Ersten Meere und am Letzten Meere, über Äthiopien und Rom. Die Israeliten aber verachtete sie sehr und stieg zu ihrem früheren Thron empor. Als der König Salomon, während er schlief, dieses Gesicht gesehen hatte, da erschrak sein Herz, sein Gedanke wurde wie vom Blitz gerührt und er wachte erschrocken auf. Aber auch über die Königin verwunderte er sich, denn sie war von kräftigem Bau und großer Schönheit und rein in ihrer Jungfern Schaft. Sie hatte 6 Jahre regiert in ihrem Lande, und trotz ihrer derartigen Wonne und Herrlichkeit hatte sie ihren Leib rein erhalten. Nun sprach sie zu ihm: Entlass mich, dass ich in mein Land ziehe! Da ging er in seine Wohnung und gab ihr alle wünschenswerten Herrlichkeiten und Reichtümer, augenfesselnde schöne Kleider und alle dem Lande Äthiopien erwünschten Herrlichkeiten, Kamele und Wagen an 6000, die mit kostbaren, wünschenswerten Geräten beladen waren, Gefährte, in denen man auf dem Lande fuhr, ein Fahrzeug, das auf dem Meere fuhr, und einen Wagen, der durch die Lüfte fuhr, den er gem

31
Vom Zeichen des Königs

Da freute sie sich und zog aus, um zu reisen, und er verabschiedete sich von ihr mit grossem Prunk. Er nahm sie bei Seite, so dass sie beide allein waren, zog einen Ring von seinem kleinen Finger, gab ihm der Königin und sprach zu ihr: Nimm und vergiss mein nicht und wenn ich Samen in dir finden sollte so sei ihm dies ein Zeichen. Und wenn es ein Knabe ist, so möge er zu mir kommen! Und der Friede Gottes sei mit dir: Während ich bei dir schlief sah ich viele Gesichte im Traum, dass die Sonne in Israel aufging, dann sich entfernte, fortflog und dem Lande Äthiopien leuchtete. Weiß Gott, vielleicht wird dein Land durch dich gesegnet. Du aber halte, was ich dir gesagt habe, so dass du von ganzem Herzen den Herrn verehrest und seinen Willen tuest. Denn er straft die Hoffärtigen und begnadigt die Demütigen. Er zerstört die Sitze der Mächtigen und ehrt die Armen. Tod und Leben kommen von ihm, Reichtum und Armut werden nach seinem Willen verliehen, denn zu ihm ist alles, und niemand kann seinem Gebot und Gericht sich widersetzen, weder im Himmel noch auf Erden, weder im Meere noch in den Abgründen. Der Herr sei mit dir, zieh in Frieden!“ Und sie verabschiedeten sich.

II
Zweiter Teil

Die König erreicht ihr Land und bringt einen Sohn zur Welt dem sie den Namen Menelik gibt. Der Sohn von König Salomon und Konigin Makeda reist nach Jerusalem, um seinen Vater zu sehen. Heimlich verlässt er die Stadt mit der Bundeslade und reist auf geheimnisvolle Weise zurück in das Bergland von Äthiopien.

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Wie sie gebar und in ihr Land kam

Dann zog sie fort und kam in die Stadt Bälä-Zadisärejä, 9 Monate und 5 Tage, nachdem sie von ihm entlassen war ergriffen sie die Wehen und sie gebar ein männliches Kind und gab es der Amme mit viel Herrlichkeit und Wonne. Sie selbst aber blieb da, bis die Tage ihrer Reinigung vorüber waren, und dann kehrte sie mit großem Prunk in ihre Stadt zurück. Ihre Würdenträger, die dort zurückgeblieben waren, brachten ihrer Herrin Geschenke, ehrten sie und huldigten ihr, und alle Gaue freuten sich über ihre Rückkehr. Die Großen unter ihnen bekleidete sie mit schönen Kleidern, einigen gab ihr Gold und Silber und Hyazinth und Purpur, alle wünschenswerten Schätze gab sie. Sie richtete ihr Reich auf, und niemand übertrat ihren Befehl, denn sie liebte die Weisheit. Gott aber stärkte ihre Herrschaft. Jenes Kind aber wuchs heran, und sie nannte seinen Namen Baina-lehkem.Nun war er zwölf Jahre alt. Da fragte er die Jünglinge, die ihn erzogen, und sprach zu ihnen: Wer ist mein Vater? Da sagten sie zu ihm: Der König Salomon. Da ging er zu seiner Mutter der Königin und sprach zu ihr: 0 Königin! tu mir kund wer mein Vater ist! Da sprach die Königin Unwillen, indem sie ihn schreckte, damit er nicht zu Salomon fortgehen wolle: Warum fragst du mich nach dem Vater? Ich bin dein Vater und deine Mutter, nun frage nichts weiter! Da ging er von ihr hinaus und setzte sich. Wiederum und zum dritten Mal fragte er sie und bestürmte sie, es zu sagen. Eines Tages nun sagte sie es, indem sie sprach: Fern ist sein Land und beschwerlich der Weg dahin! Er aber, der Sohn, Baina-lehkem, war schön, seine ganze Statur, sein Körper und die Haltung seines Nackens glich Salomon, dem König, seinem Vater, seine Augen und seine Beine und seine ganze Art glichen dem König Salomon. Als er nun 22 Jahre alt war, da hatte er die ganze Kriegskunst erlernt sowie Reiten, wilde Tiere jagen und alles, was die Jugend zu tun pflegt. Da sagte er zu der Königin: Ich will gehen, das Antlitz meines Vaters zu schauen, und will danach nach dem Willen des Herrn, des Gottes Israels, hierher zurückkehren.

33
Wie der König von Äthiopien fortging

Da rief sie Tamrin, den Oberen ihrer Kaufleute, und sprach zu ihm: Bereite dich zu deiner Reise und führe diesen Jüngling denn er bestürmt mich Nacht und Tag sehr. Du wirst ihn zum König führen und ihn unversehrt hierher zurückbringen, so es dem Herrn, dem Gott Israels, gefällt. Sie rüstete nun, entsprechend ihrem Reichtum und ihrer Pracht, eine Reisezurüstung und alle Gerätschaften, die erforderlich waren für die Reise. Ferner die, die dem König als Geschenk gegeben werden sollten, und diejenigen, die eine Erquickung für die Reise bildeten. Sodann bereitete sie alles zu seiner Entlassung vor und schenkte auch den Würdenträgern, die mit ihm zogen, viele Gerätschaften, die für die Reise erforderlich waren. Sie befahl ihnen dann, dass sie ihren Sohn nicht dort lassen sollten, sondern ihn nur von Salomon zum König machen lassen sollten und ihn dann zu ihr zurückbrächten, damit er dann die Herrschaft über ihr Landausübe. Es war nämlich eine Einrichtung des Landes Äthiopien, dass ein Weib Königin war, eine Jungfrau, die keinen Mann heiratete. Sie aber sprach: Von nun an soll ein Mann aus deinem Geschlecht herrschen, und nie mehr soll ein Weib herrschen. Sondern dieses dein Geschlecht und seine Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht! Das sollst du einschreiben in die Schrift des Dokuments, in die eherne Schrift ihrer Propheten, und wirst es niederlegen im Tempel des Herrn, den du zum Gedächtnis und zur Prophetie für künftige Tage erbaust. Man soll nicht mehr die Sonne und den Schmuck des Himmels anbeten, nicht die Berge und Haine, nicht die Steine und die Bäume des Feldes, nicht die Abgründe und das, was im Wasser ist, nicht die Götzenbilder und die Bilder aus Gold, noch die Vögel, so da fliegen. Man soll keine Vorzeichen daraus ableiten und soll sie nicht göttlich verehren, diese Einrichtung soll auf ewig bestehen! Wenn aber jemand diese Einrichtung verletzt, so soll dein Same ihn richten auf ewig! Nur gib uns von dem Saume des Gewandes der heiligen, himmlischen Zion, der Bundeslade des Gesetzes Gottes, die wir begrüßen! Heil der Stärke deines Reichs und deiner leuchtenden Weisheit, die der Herr, der Gott Israels, unser Schöpfer, dir verliehen hat! Dann nahm sie ihn allein beiseite und gab ihm jenes Zeichen, das Salomon ihr gegeben hatte, nämlich den Ring von seinem Finger, damit er seinen Sohn erkenne und sich erinnere an ihre Rede und an ihr Gelöbnis, wodurch sie gelobt hatte, dass sie alle Tage ihres Lebens Gott dienen wolle, sie und ihre Untertanen mit allem, was Gott ihr gegeben. Darauf entließ sie ihn in Frieden. Sie machten sich nun auf den Weg, gingen fort und kamen nach der Gegend des Gebiets von Gäzä, dies ist eine Stadt, die der König Salomo der Königin von Äthiopien geschenkt hatte. So schrieb der Evangelist Lucas in der Apostelgeschichte, indem er sprach: Er war ein Präfekt über die ganze Gegend von Gäzä, ein Eunuch der Königin von Hendake, der da glaubte an das Wort des Apostels Lucas.

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Возрастное ограничение:
0+
Дата выхода на Литрес:
08 июля 2025
Объем:
271 стр. 2 иллюстрации
ISBN:
9783958493834
Издатель:
Правообладатель:
Bookwire
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