Читать книгу: «Dr. Barnards Kochbuch gegen Diabetes»
Dr. Neal D. Barnard & Dreena Burton
DR. NEAL BARNARDS
KOCHBUCH GEGEN DIABETES
150 Rezepte, die Diabetes ohne Medikamente heilen können – wissenschaftlich bewiesen

IMPRESSUM
Dr. Neal D. Barnard & Dreena Burton
Dr. Neal Barnards Kochbuch gegen Diabetes
150 Rezepte, die Diabetes ohne Medikamente heilen können – wissenschaftlich bewiesen
1. deutsche Auflage 2020
ISBN: 978-3-96257-183-2
© 2020, Narayana Verlag GmbH
Titel der Originalausgabe:
Dr. Neal Barnard’s Cookbook for Reversing Diabetes
150 recipes scientifically proven to reverse diabetes without drugs
© 2018 by Dr. Neal D. Barnard
Buchgestaltung: Yeon Kim
published by Rodale Wellness, Live happy. Be healthy. Get inspired.
Übersetzung aus dem Englischen: Julia Augustin
Coverlayout: © Narayana Verlag
Cover Satz: Narayana Verlag
Coverfotos: © Mitch Mandel, Rodale Images
Herausgeber:
Unimedica im Narayana Verlag GmbH,
Blumenplatz 2, D-79400 Kandern
Tel.: +49 7626 974 970-0
E-Mail: info@unimedica.de
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Die Empfehlungen in diesem Buch wurden von Autor und Verlag nach bestem Wissen erarbeitet und überprüft. Dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Weder der Autor noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

Dieses Buch widmen wir unseren Studienteilnehmern, dem Team des Physicians Committee for Responsible Medicine und unseren vielen Freunden und Kollegen, die Diabetes kontinuierlich mit aller Kraft bekämpfen.
INHALT
LESEHINWEISE
EINFÜHRUNG
VORWORT
KAPITEL 1 Diabetes rückgängig machen
KAPITEL 2 Volle Power bei jeder Mahlzeit
KAPITEL 3 Eine vollwertige und umfassende Ernährung
DIE REZEPTE
DANKSAGUNG
ÜBER DIE AUTOREN
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
INDEX
REZEPTE
FRÜHSTÜCK
Müsli für Champions
Cremiger Haferschrot
Fettarmes Knuspermüsli
Haferflocken-Beeren-Brei
Himbeer-Orangen-Pancake-Sirup
Zimtige Pancakes
Frühstücksreiskuchen
Süßkartoffel-Frühstückshappen
Amaranth-Porridge
Süßkartoffel-Toasts

Miso-Avocado-Toast
Polenta-Frühstücksküchlein
Overnight Oats mit Beeren
Zitronen-Ananas-Muffins

Kakao-Karotten-Muffins
Heidelbeer-Maismehl-Muffins
Haferbrei-Muffins
Polenta-Porridge mit Beerenwirbel
Zimtschnecken-Haferbrei
Zauberhafte Smoothie-Bowl

Beeren-»Scuffins«
Grüne Nice-Cream-Frühstücksbowl
Schnelle Quesadillas
Rühr-Blumenkohl
GETRÄNKE
Grüner Vanille-Chai-Latte
Kurkuma-Milch
Großer grüner Smoothie
Cremiger Erdbeer-Smoothie
Eiscreme-Smoothie
Zuckerfreie Limonade
Obstsaftschorle
Goji-Göttinnen-Smoothie
AUFSTRICHE UND DIPS
Einfaches Hummus
Frische Salsa
Schokoladen-Orangen-Dip
Warmer Süßkartoffeldip mit Käsenote
Avocado-Hummus
Würziges Süßkartoffel-Hummus
Cremiger Dip aus gerösteter roter Paprika
Grün-vor-Neid-Guacamole
Hummus aus grünen Kichererbsen
Baba Ghanoush aus Linsen
Asian-Fusion-Hummus
Rauchiger roter Dip
Aufgepeppte Salsa
Unwiderstehlicher Weiße-Bohnen-Dip
SOßEN, DRESSINGS, SALATE UND SANDWICHES
Unkomplizierte Bratensoße
Balsamico-Reduktion
Leichte Tahinisoße
Limetten-Dressing
Grüne-Göttin-Dressing
Mango-Hanf-Dressing
Kräftige Senf-Vinaigrette
Traumhaftes Caesar-Dressing
Power Lunch Bowl
Marokkanisches Salatdressing

Marokkanischer Bohnensalat
Avocado-Basilikum-Dressing
Griechischer Reissalat
Thun-Nicht-Salat
Chipotle-geküsster Maissalat
Bravo-Cado-Pastasalat
Caesar Salad mit Quinoa und Grünkohl
Regenbogen-Quinoa-Salat
Winterobstsalat
Sommerobstsalat
Italienischer Bohnensalat
Popeyes grüner Salat
Olivias Dinner-Salat
Croutons mit Käsenote
Gegrilltes Hummus-Sandwich
Gegrilltes Nussmus-Sandwich
Super-Grünkohl mit zerdrückten weißen Bohnen
Zerdrückte weiße Bohnen mit Spinat und sonnengetrockneten Tomaten
SUPPEN UND EINTÖPFE
Schwarze-Bohnen-Suppe mit Süßkartoffeln
Süßkartoffel-Cremesuppe mit weißen Bohnen
Linsen-Chili für Kartoffelfans
Thailändischer Mais-Süßkartoffel-Eintopf
Kräftiger Purpurroter Bohneneintopf
Suppe aus gerösteten Tomaten und Süßkartoffeln
Blumenkohl-Chili
Griechische Linsen-weiße-Bohnen-Suppe mit Oliven-Tomaten-Gremolata

Gemüse-Allerlei
Goldene Linsen-Erbsen-Suppe
Linsen-Minestrone
Blumenkohl-Bohnen-Currysuppe
Jamaikanischer Eintopf
HAUPTGERICHTE
Marinara-Soße
Marinara-Pasta mit Artischocken und Oliven
Zünftige Lasagne
Power-Pilz-Burger
Gekrönte Süßkartoffeln
BBQ-Bohnen-Burger
Einfache Linsen-Burger
Sunshine-Burger
Cremige Zitronen-Tahini-Pasta mit Spinat
Miso-Reisküchlein
Pizzateig

Pizza! Pizza!
Zweierlei Kartoffelgratin
Barbecue-Linsen
Kichererbsen-Eintopf
Pflanzenpower Pad Thai
Power-Pasta
Thailändische rote Linsen
Süßkartoffel-Shepherd’s Pie
10-Minuten-Reispfanne
Pasta mit frischem Spinat und Pesto aus sonnengetrockneten Tomaten und Kürbiskernen
Pasta Carbonara
»Southwest«-Tofu
Orangen-Tofu
Linsen-Bolognese
Edam-Avo-Pasta
Tex-Mex-Reis und Bohnen
Italienische Kichererbsen-Burger
Linsen-Pilz-Tacofüllung
Falafel aus grünen Kichererbsen

BEILAGEN
Gerösteter Zitronen-Blumenkohl
Kokos-Curry-Reis
Gebackener Tamari-Tofu
Sesam-Brokkoli
Focaccia
Unwiderstehliche Zitronen-Quinoa
Marinierte grüne Bohnen
Würzige Süßkartoffel-Pommes
Blitzschnelles Knoblauchbrot
Pilz-»Bacon«-Streifen
Süßkartoffelchips
Gegrillter Spargel
Geröstete marokkanische Kichererbsen
Teriyaki-Kichererbsen
Gebackener Blumenkohl mit Käsenote
DESSERTS
No-bake Brownie-Bissen
Gemixter Bananenkuchen
Erdbeer-Chia-Pudding

Orangen-Mango-Creme
Traumhaftes Schokoladen-Gelato
Bananenbrot-Nice-Cream
Kinderleichte Bratäpfel
Apple Crisp
Fein gesalzene Karamellsoße
Bananenbrot-Pudding
Gebackene Schoko-Bananen
Himbeer-Nice-Cream
Ananas-Bananen-Eis
Haferkekse
Mango-Nice-Cream
Kichernder Schokoladenkuchen
Magischer Schokoguss
Beeren-Cobbler
LESEHINWEISE
Dieses Programm bekämpft Diabetes auf sehr wirkungsvolle Weise. Unser Fokus liegt nicht auf Pillen oder Injektionen, sondern auf Lebensmitteln. Sie halten die köstlichste »Verordnung« in Ihren Händen, die Sie sich überhaupt vorstellen können. Eine Ernährungsumstellung kann Ihre Gesundheit auf dramatische Weise verbessern und den Diabetes sogar ganz verschwinden lassen, und zwar in jeder Hinsicht.
Doch bevor wir loslegen, sollten Sie folgende Hinweise beachten:
KONSULTIEREN SIE IHREN ARZT. • Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin darüber, dass Sie Ihre Essgewohnheiten verbessern. Eine Ernährungsumstellung ist natürlich nichts Gefährliches – ganz im Gegenteil. Sie ist außerordentlich gesund. Doch eine wirkungsstarke Ernährungsumstellung kann in Kombination mit den Medikamenten, die Sie womöglich einnehmen, zu einem zu starken Abfall Ihres Blutzuckerspiegels führen. Und Sport lässt Ihren Blutzuckerspiegel noch weiter sinken. Also beraten Sie sich gleich von Anfang an mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, damit Ihre Medikamente zum richtigen Zeitpunkt entsprechend angepasst oder ganz abgesetzt werden können.
VERWENDEN SIE EIN BLUTZUCKERMESSGERÄT. • Es hilft Ihnen dabei, Ihre Fortschritte nachzuverfolgen. Es zeigt Ihnen auch an, wann Ihr Blutzucker so stark gesunken ist, dass Ihr Arzt Ihre Medikation verringern oder sogar ganz absetzen kann.
ERNÄHREN SIE SICH UMFASSEND UND VOLLWERTIG. • Auch wenn die Lebensmittel, die Sie in diesem Buch kennenlernen, sehr nährreich sind – sogar nährreicher als die, die bei anderen Diabetes-Diäten empfohlen werden –, gibt es einige Ergänzungsmittel, die ich nachdrücklich empfehle.
• Vitamin B12 ist für gesunde Nerven und Blutzellen unverzichtbar. Es wird aber weder von Pflanzen noch von Tieren gebildet. Wenn Sie beginnen, sich pflanzenbasiert zu ernähren, sollten Sie deshalb ein B12-Ergänzungsmittel einnehmen. Das kann sowohl ein reguläres Multivitaminpräparat sein, das immer B12 enthält, oder ein spezielles B12-Ergänzungspräparat. B12-Ergänzungsmittel gibt es in Drogerien, Reformhäusern oder Apotheken. Alle diese Mittel enthalten die täglich empfohlene Menge oder sogar mehr. In Kapitel 3 gehen wir noch einmal genauer auf Vitamin B12 ein.
• Vitamin D hilft dem Körper dabei, Kalzium aus den verzehrten Lebensmitteln aufzunehmen, und schützt außerdem auch vor Krebs. In sonnigen Gefilden kann Ihr Körper dank der Sonneneinstrahlung auf Ihrer Haut all das von ihm benötigte Vitamin D selbst bilden. Wenn Sie aber in einer weniger sonnigen Gegend leben, den größten Teil Ihrer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen oder Sonnencreme benutzen, ist Ihr Vitamin-D-Wert sehr wahrscheinlich zu niedrig. Ein Ergänzungsmittel mit 2.000 IE pro Tag ist dann eine sichere und sinnvolle Maßnahme.

VERBREITEN SIE DIESE GUTEN NACHRICHTEN. • Vielleicht kennen Sie andere Menschen, die mit Diabetes, Übergewicht oder anderen Gesundheitsproblemen zu kämpfen haben. Viele Leute haben von dem Ansatz, der in diesem Buch beschrieben wird, wahrscheinlich noch nichts gehört. Es würde auch ihnen enorm helfen, wenn Sie die Informationen, die Sie hier finden, mit ihnen teilten.
Also legen wir los!

EINFÜHRUNG
Es waren Forscher der Yale University, die unser Verständnis von Diabetes revolutionierten. Damals lautete die gängige Annahme, dass Diabetes durch den Konsum von zu viel Zucker oder zu vielen kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Brot oder Kartoffeln verursacht wird. Eine nachvollziehbare Auffassung – schließlich haben Menschen mit Diabetes ja auch zu viel Zucker in ihrem Blut. Es war also völlig logisch, das Problem mit dem Konsum von zu vielen Süßigkeiten, zu vielen Softdrinks, zu viel Brot usw. in Zusammenhang zu bringen. Also wurden Hunderte Ratgeber geschrieben, die den Leuten ans Herz legten, weniger Zucker, Kartoffeln, Obst, Pasta, Bohnen und andere süße oder stärkehaltige Lebensmittel zu essen. Doch leider brachten diese Ernährungsveränderungen nicht viel.
Dank eines High-Tech-Verfahrens namens Magnetresonanzspektroskopie konnten die Yale-Forscher direkt in die Zellen von Diabetes Betroffenen hineinschauen. Was sie dort fanden, stellte unser Verständnis dieser Krankheit völlig auf den Kopf.
Das Yale-Team stieß auf mikroskopisch kleine Fettpartikel, die sich in den Muskel- und Leberzellen der Testpersonen versteckten. Dabei handelte es sich nicht um Bauch- oder Oberschenkelfett. Nein, es war Fett innerhalb der Muskel- und Leberzellen. Dieses Fett stammte von den Lebensmitteln, die die Betroffenen gegessen hatten. Es war bis in ihre Zellen vorgedrungen und hatte sich dort abgelagert. Von dort aus hinderten diese Fettpartikel den Zucker daran, in die Zellen zu gelangen. Genauer gesagt beeinträchtigten die Fettpartikel die Wirkung des Insulins – des Hormons, das den Zucker normalerweise in unsere Zellen leitet. Wenn dieser Prozess gestört wird, lagert sich der Zucker außerhalb unserer Zellen ab – in unserer Blutbahn.
Mit anderen Worten wird Diabetes nicht durch zu viel Zucker oder Kohlenhydrate verursacht, sondern durch eine Fettablagerung in unseren Zellen. Dies wiederum führt zu einer Insulinresistenz: Das Insulin zeigt keine normale Wirkung mehr. Es stellte sich übrigens auch heraus, dass sich Typ-2-Diabetes nicht mit einem Verzicht auf Kartoffeln, Brot, Obst und süße oder stärkehaltige Lebensmittel bekämpfen lässt. Stattdessen müssen wir etwas gegen die Fettablagerung in unseren Zellen tun.
Unser Forscherteam am Physicians Committee for Responsible Medicine arbeitet seit Langem an verschiedenen Möglichkeiten, um genau das zu erreichen. Wir testeten eine Ernährungsweise, die keinerlei tierische Fette und kaum Pflanzenöl enthielt. Theoretisch müsste diese zu einem Abbau der zellinternen Fettablagerungen führen. In einem direkten Vergleich mit Betroffenen von Typ-2-Diabetes stellten wir dieser fettarmen veganen Diät eine konventionelle »Diabetes-Diät« gegenüber. Die Ergebnisse waren spektakulär. Nach 22 Wochen bewirkte die vegane Diät im Vergleich zur konventionellen Diabetes-Diät eine dreimal so starke Verbesserung der Blutzuckerkontrolle. Das war umso bemerkenswerter, weil die Testpersonen mit der konventionellen Diät sorgfältig auf stark eingeschränkte Portionsgrößen achteten und bei Kohlenhydraten große Vorsicht walten ließen. Die Testpersonen aus der veganen Gruppe konnten währenddessen so viel essen, wie sie wollten – ganz ohne Einschränkungen ihrer Kalorien- oder Kohlenhydratmenge und ohne eine Begrenzung ihrer Portionsgrößen. Sie veränderten auch nichts an ihrem Aktivitätsgrad oder ihrer Medikation. Allein die Ernährungsumstellung ließ ihren Blutzuckerspiegel drastisch sinken. Darüber hinaus verbesserten sie auch noch ihre Cholesterinwerte und nahmen ab. Die pflanzenbasierte Diät stellte sich also als eine außergewöhnlich wirkungsstarke Ernährungsstrategie zur Bekämpfung von Diabetes und aller mit ihm einhergehenden gesundheitlichen Probleme heraus.
Wenn Sie bislang noch nichts von diesen wunderbaren Neuigkeiten gehört haben – oder Ihr Arzt noch nie etwas in dieser Art erwähnt hat –, mag dies damit zusammenhängen, dass die Ergebnisse unserer National Institutes of Health-Studie erst 2006 von der American Diabetes Association in der Fachzeitschrift Diabetes Care veröffentlicht wurden. Die meisten Ärzte behandeln Diabetes immer noch auf der Grundlage des medizinischen Wissens, das sie sich lange vor diesem Zeitpunkt angeeignet haben. Außerdem liegt der Fokus bei der medizinischen Ausbildung nach wie vor auf Arzneimitteln und nicht auf der Ernährung – sogar wenn es sich um Dinge wie Diabetes oder zu hohe Cholesterinwerte handelt, bei denen die Ernährungsgewohnheiten die ausschlaggebende Rolle spielen. Die Ärzteschaft konzentriert sich bei der Behandlung eher auf Medikamente, obwohl eine Ernährungsumstellung oftmals nicht nur sicherer, sondern auch wirkungsstärker und weitaus patientenfreundlicher ist.
SCHMECKT DAS GANZE ÜBERHAUPT?
Wie gefiel den Studienteilnehmern diese Ernährungsweise eigentlich? Schließlich aßen sie weder Fleisch noch Käse oder irgendwelche anderen Tierprodukte, und auch ölige Pommes und andere fettige Speisen waren gestrichen. Mochten sie das Essen oder hatten sie das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen?
Um dies beantworten zu können, befragten wir unsere Studienteilnehmer ausführlich über ihre Ernährungsumstellung. Sie meldeten uns zurück, dass dieser neue Ansatz ihr Leben veränderte, und zwar nicht nur, weil er große Wirkung zeigte. Viele von ihnen waren auch überrascht, dass sich diese Umstellung leichter als andere Diäten bewerkstelligen ließ – wesentlich leichter als das Zählen von Kalorien oder Kohlenhydratgramm. Sie waren außerdem erleichtert, dass sie keine Low-Carb-Diät mehr befolgen mussten, bei der sie sich schon beim bloßen Gedanken an eine Scheibe Brot oder eine Ofenkartoffel schuldig fühlten.
Da sie so viel essen durften, wie sie wollten, hatten sie nie Hunger. Und die große Auswahl an Gerichten und köstlichen Geschmacksrichtungen, die das Programm enthielt, ließ sie ihr Essen wirklich genießen – anders als bei den faden Diäten, die viele Teilnehmer zuvor ausprobiert hatten. Sie entdeckten neue Geschmacksrichtungen, neue Rezepte, neue Produkte und neue Restaurants. Viele nahmen diese Erfahrung weniger als Diät denn als Abenteuer wahr. Werfen Sie einen Blick auf die Rezepte in diesem Buch und Sie werden verstehen, was ich meine. Eine ganze Welt neuer Geschmackserlebnisse wartet darauf, von Ihnen entdeckt zu werden.
Doch vor allem wurden die Studienteilnehmer für ihre Mühe belohnt: Ungewollte Pfunde verschwanden ohne Sport, und ihr Medikamentenbedarf verringerte sich von Tag zu Tag. Viele berichteten, seit Jahren noch nie so viel Energie gehabt zu haben. Ihre Laborwerte verbesserten sich stetig. Und sie hatten plötzlich so stark wie noch nie das Gefühl, ihren Diabetes im Griff zu haben.
Wenn Sie also abnehmen, Ihren Diabetes bekämpfen oder andere gesundheitliche Probleme loswerden möchten, sind Sie hier genau richtig. Auf der ganzen Welt gibt es kulinarische Traditionen, die sich seit Jahrtausenden auf pflanzenbasierte Gerichte spezialisieren. Jetzt sind Sie an der Reihe. Die Rezepte in diesem Buch sind nicht nur eine köstliche Offenbarung für Ihre Geschmacksknospen, sondern auch ein wirkungsstarkes Mittel im Dienste Ihrer Gesundheit. Einige Rezepte sind spannende Variationen altbekannter Klassiker, während andere Sie in eine ganz neue Geschmackswelt entführen.
Wenn Sie mit dem Kochen beginnen, möchte ich Sie dazu ermuntern, auch andere hilfreiche Ressourcen zu Rate zu ziehen. Falls Sie »Dr. Barnards revolutionäre Methode gegen Diabetes« noch nicht gelesen haben, sollten Sie einen Blick auf die dort präsentierten detaillierten Informationen werfen. Auch meine anderen Bücher beschäftigen sich mit wichtigen Gesundheitsfragen – von der Prävention von Alzheimer bis hin zum Eliminieren chronischer Schmerzen. Meine Organisation, das Physicians Committee for Responsible Medicine, bietet eine ganze Reihe innovativer Programme und Leistungen an, über die Sie mehr auf der Webseite PCRM.org erfahren können. Dazu zählen:

• The 21-Day Vegan Kickstart, ein kostenfreies Online-Programm mit täglich neuen Rezepten, Menüs und Kochvideos, das jeden Monat neu beginnt.
• Das Food for Life-Programm, das von speziell ausgebildeten Instruktoren geleitet wird und in Dutzenden Gemeinden in den USA Ernährungs- und Kochkurse anbietet.
• Unser fortlaufendes Weiterbildungsprogramm für Ärzte, Pflegepersonal, Ernährungsberater und andere medizinische Fachkräfte sowie unsere jährlich stattfindende International Conference on Nutrition in Medicine.
• Das Barnard Medical Center, bei dem eine umfassende Ernährungseinschätzung und -beratung ein fester Bestandteil der medizinischen Versorgung ist.
Dreena Burton, die Entwicklerin der wunderbaren Rezepte in diesem Buch, hat ebenfalls eine Reihe großartiger eigener Bücher veröffentlicht. Darüber hinaus leitet sie Dreena Burton’s Plant-Powered Kitchen (dreenaburton.com).
Ich hoffe, Sie haben Spaß am Erkunden dieser neuen kulinarischen Welt und lernen viele Dinge, über die Sie sich mit anderen austauschen können. Ich wünsche Ihnen beste Gesundheit!

VORWORT
WAS BEDEUTET ES, DIABETES »UMZUKEHREN«?
2003 nahm ein Mann zu unserem Forschungsteam am Physicians Committee for Responsible Medicine Kontakt auf, weil er an einer Studie über Typ-2-Diabetes teilnehmen wollte. Seine gesamte Familie litt unter der Krankheit, und er selbst erhielt die Diagnose mit nur 31 Jahren. Zu Beginn der Studie war nicht nur sein Blutzuckerwert erhöht – er musste auch einiges an Gewicht abnehmen. Doch als er unter unserer Anleitung mit einem fettarmen und pflanzenbasierten Ernährungsprogramm begann, änderte sich alles. Sein Übergewicht schmolz förmlich dahin, und sein Blutzuckerwert sank von Tag zu Tag. Je mehr Wochen vergingen, umso besser ging es ihm. Sein Hausarzt war von seinen Fortschritten stark beeindruckt und setzte seine Diabetesmedikamente ab. Der Mann brauchte sie einfach nicht mehr. Irgendwann verbesserten sich seine Blutwerte so stark, dass sich nicht einmal die geringsten Anzeichen für einen Diabetes finden ließen. Er nahm überhaupt keine Diabetesmedikamente mehr, und sein Blutzuckerwert befand sich im völlig normalen Bereich.
Also stellte sich die Frage: Was sollen wir ihm erzählen? Auch ich hatte, so wie Sie vielleicht auch, noch gelernt, dass Diabetes unheilbar ist. Früher hieß es einfach »Einmal Diabetes, immer Diabetes«. Und trotzdem stand hier ein Mann, der jahrelang an dieser Krankheit gelitten hatte, jetzt aber keine Medikamente mehr bekam und trotzdem völlig normale Blutzuckerwerte hatte. Er hätte in jedes Krankenhaus dieser Welt marschieren können, und niemand wäre auch nur auf den Gedanken gekommen, dass er jemals Diabetes hatte. Sollten wir ihm also sagen, dass sein Diabetes verschwunden war?
Mittlerweile lässt sich diese Frage dank unserer Kollegen aus dem chirurgischen Bereich leichter beantworten. Bei Patienten, die nach adipositas-chirurgischen Eingriffen Hunderte Pfund verlieren, verschwindet der Diabetes oft. Deshalb kann sich die Ärzteschaft inzwischen besser mit der Idee anfreunden, dass sich Typ-2-Diabetes rückgängig machen lässt. Viele Ärzte haben bemerkt, dass die Bluttests von Menschen, die sehr viel Gewicht verloren oder ihre Ernährung grundlegend umgestellt haben, wieder Ergebnisse im normalen Bereich zeigen.
Doch »umkehren« ist kein medizinischer Begriff. Wenn ich von der »Umkehr von Typ-2-Diabetes« spreche, meine ich damit, dass sich der Erkrankungsprozess rückgängig machen lässt. Ein sich bisher ständig erhöhendes Körpergewicht verringert sich immer mehr. Cholesterin- und Blutdruckwerte, die sich immer weiter verschlechterten, verbessern sich wieder. Blutzuckerwerte, die sich nur sehr schwer kontrollieren ließen, beginnen ebenfalls zu sinken – oftmals so stark, dass die Medikation verringert oder ganz abgesetzt werden muss. Manchmal verbessert sich ein Typ-2-Diabetes so sehr, dass er gar nicht mehr nachweisbar ist, und auch Beschwerden wie eine schmerzhafte Neuropathie können abklingen.
Beachten Sie aber Folgendes: Typ-1-Diabetes ist etwas völlig anderes und muss kontinuierlich mit Insulin behandelt werden, egal, wie stark Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten auch verbessern. Trotzdem kann eine Ernährungsumstellung auch bei Typ-1-Diabetes hilfreich sein, wie wir später noch sehen werden.

Bei Einzelpersonen lässt sich im Vorhinein nicht voraussagen, wie stark sich ihr jeweiliger Diabetes verbessern kann. Aber Sie können damit beginnen, indem Sie es anpacken. Ich wünsche Ihnen mit diesem wirkungsvollen Programm den größtmöglichen Erfolg!
KAPITEL 1
DIABETES RÜCKGÄNGIG MACHEN

Schauen wir uns kurz einige grundlegende Dinge an: Diabetes bedeutet, dass wir zu viel Zucker in unserem Blut haben. Dieser Zucker – auch Glukose genannt – ist der Treibstoff unseres Körpers. Das ist jedenfalls seine angedachte Aufgabe. Glukose liefert uns die Energie, die wir brauchen, um unsere Muskeln zu bewegen, unser Gehirn denken und den ganzen Rest von uns die Dinge tun zu lassen, für die unser Körper geschaffen ist. Wie Benzin für Autos ist Glukose für uns der Kraftstoff, den unsere Zellen zum Funktionieren brauchen.
Wenn wir Diabetes haben, gelangt die Glukose nur schwer in unsere Zellen, wo sie eigentlich hingehört. Stattdessen sammelt sie sich in unserer Blutbahn an. Das Problem dabei ist das Insulin, ein Hormon, das in unserer Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Insulin funktioniert normalerweise wie ein Schlüssel, der die äußere Zellmembran öffnet, um die Glukose hineinzulassen. Bei Diabetes versagt das Insulin aber. Es leitet die Glukose nicht mehr so gut in die Zellen, also fehlt unserem Körper auch die Energiequelle, die er benötigt. Wir fühlen uns müde und schlapp. Noch schlimmer ist, dass die Glukose, die sich in unserer Blutbahn angesammelt hat, durch die feinen Blutgefäße unseres Herzens, unserer Augen, unserer Nieren und anderer Organe wandert und dort großen Schaden anrichten kann.
Wenn das Benzin nicht in Ihren Tank fließen kann, bleibt Ihr Auto stehen. Wenn es sich stattdessen über den Boden Ihrer ganzen Garage ergießt, kann es diesen zersetzen. Wir brauchen das Benzin aber in unserem Tank, und die Glukose in unseren Zellen. Wenn das Benzin und die Glukose nicht dort landen, wo sie hingehören, haben wir ein Problem.
DREI HAUPTTYPEN
Es gibt drei Haupttypen von Diabetes: Typ 1, Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes.
TYP-1-DIABETES wurde früher auch als Kinder- und Jugend- oder insulinabhängiger Diabetes bezeichnet. Bei diesem Krankheitsbild werden die insulinproduzierenden Zellen durch eine Autoimmunreaktion zerstört. Das bedeutet, dass Antikörper in der Blutbahn die Bauchspeicheldrüse angreifen und die Betazellen zerstören, die das Insulin bilden.
TYP-2-DIABETES ist wesentlich häufiger als Typ-1-Diabetes. Dieser Krankheitstyp wurde früher Erwachsenendiabetes oder nicht-insulinabhängiger Diabetes genannt. Allerdings tritt er in Ländern, in denen Ernährungsweisen mit viel Fleisch und Milchprodukten zu Fettleibigkeit und zur Ablagerung von Fettpartikeln in Muskel- und Leberzellen führen, auch bei vielen Jugendlichen auf.
Bei diesem Diabetestyp bildet die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin, aber die Zellen der Betroffenen reagieren nicht normal darauf, wie wir bereits weiter oben besprochen haben. Zur Überwindung dieser Insulinresistenz produziert die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin, um die Glukose in die Zellen hineinzudrängen. Doch irgendwann geht diese Fähigkeit zur Insulinproduktion verloren, und der Blutzuckerspiegel steigt.
Der SCHWANGERSCHAFTSDIABETES ähnelt dem Typ-2-Diabetes, tritt aber, wie sein Name schon verrät, während der Schwangerschaft auf. Auch wenn er danach wieder verschwindet, ist er ein Anzeichen dafür, dass sich bald ein Typ-2-Diabetes entwickeln könnte. Wie Typ-2 ist auch er durch eine Insulinresistenz charakterisiert. Dieselben Verbesserungen der Ernährungsgewohnheiten, die bei der Prävention von Typ-2-Diabetes hilfreich sind, können auch das Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes verhindern.
ESSEN UND TYP-2-DIABETES
Typ-2-Diabetes ist vor allem unter Fleischessern weit verbreitet, während er bei Menschen, die auf Fleisch verzichten, weniger häufig, und bei Menschen, die ganz auf Tierprodukte verzichten, nur selten auftritt. Wie ich bereits in der Einführung erwähnt habe, hat unser Forschungsteam am Physicians Committee for Responsible Medicine Pionierarbeit bei der Untersuchung ernährungsbasierter Ansätze zur Bekämpfung von Diabetes geleistet. In den 1990er-Jahren testeten wir im Rahmen einer kleinen Pilotstudie in Zusammenarbeit mit unseren Kollegen der Georgetown University eine fettarme vegane Diät, also eine Ernährungsweise ganz ohne Tierprodukte. Die Studiendauer war nur sehr kurz – gerade einmal 12 Wochen –, und wir hatten auch nur 13 Teilnehmer. Dennoch waren die Ergebnisse so aufsehenerregend, dass nicht nur unser, sondern auch andere Forschungsteams weitere Studien entwickelten, um diesen wirkungsstarken neuen Ernährungsansatz weiter zu erforschen. Den größten Bekanntheitsgrad erreichte unsere NIH-Studie, deren Ergebnisse 2006 von der American Diabetes Association in der Fachzeitschrift Diabetes Care veröffentlicht wurden. Bei dieser Studie war die Verbesserung des A1C – des Bluttests, der normalerweise zur Blutzuckerkontrolle durchgeführt wird – bei Testpersonen, die weiterhin wie gewohnt ihre Medikamente nahmen und ihren Aktivitätsgrad beibehielten, bei einer veganen Diät dreimal größer als bei einer konventionellen Diabetes-Diät. Der A1C verbesserte sich dabei sogar stärker als nach der Einnahme oraler Diabetesmedikamente. Follow-up-Ergebnisse zu dieser Studie wurden von dem American Journal of Clinical Nutrition, dem Journal of the American Dietetic Association und weiteren Fachzeitschriften veröffentlicht.
Wir arbeiteten später auch mit Patienten mit diabetischer Neuropathie zusammen. Bei dieser Krankheit leiden die Betroffenen in einem späteren Diabetesstadium unter erheblichen Schmerzen und mitunter auch Taubheitsgefühlen. Wir fanden heraus, dass eine fettarme, vegane Ernährungsweise nicht nur den Blutzuckerspiegel und den allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten verbessert. Sie lindert auch die schmerzhaften Symptome der Neuropathie oder lässt sie manchmal sogar ganz verschwinden, und sie verbessert die Nervenfunktion.
UND TYP-1-DIABETES?
Auch für Menschen mit Typ-1-Diabetes ist eine Ernährungsumstellung wichtig. Sie werden dadurch zwar nicht auf Insulin verzichten können, profitieren aber von zwei sehr wichtigen Verbesserungen.
Erstens kann dadurch die benötigte Insulinmenge verringert werden. Aus Gründen, die bisher noch nicht vollständig geklärt sind, können Betroffene von Typ-1-Diabetes, die mit einer fettarmen veganen Ernährung beginnen, ihren Blutzucker auch mit einer geringeren Insulinmenge als zuvor gut kontrollieren.
Zweitens kann eine Ernährungsumstellung dabei helfen, gesundheitlichen Komplikationen vorzubeugen. Diabetes greift die Blutgefäße im Herz, in den Augen und den Gliedmaßen an. Der Schaden, der durch Diabetes in den Blutgefäßen des Gehirns entsteht, mag auch erklären, warum diese Krankheit das Alzheimer-Risiko verdoppelt. Wenn Sie Typ-1-Diabetes haben, ist es äußerst wichtig, dass Sie Ihre Blutgefäße schützen. Tierische Fette oder Cholesterin sollten Sie deshalb von Ihrem Speiseplan streichen. Eine pflanzenbasierte Ernährung ist die beste Ernährungsweise für eine erfolgreiche Kontrolle des Gewichts, des Blutzuckers, des Cholesterins und des Blutdrucks, die allesamt einen großen Einfluss auf die Gesundheit Ihrer Arterien haben.
Abgesehen davon, dass bestimmte Lebensmittel bei einem bestehenden Typ-1-Diabetes sehr hilfreich sind, scheinen sie auch eine wichtige Rolle bei dessen Prävention zu spielen. 1992 veröffentlichten Wissenschaftler aus Kanada und Finnland einige bahnbrechende Erkenntnisse. Sie hatten 142 Kindern mit Typ-1-Diabetes Blutproben entnommen und dabei herausgefunden, dass jedes einzelne dieser Kinder Antikörper gegen Kuhmilchproteine in seinem Blut aufwies. Normalerweise bildet unser Körper Antikörper, um diese wie kleine Torpedos zur Abtötung eingedrungener Viren und Bakterien oder zur Zerstörung von Krebszellen einzusetzen. Doch bei diesen Kindern bildeten sich Antikörper gegen die Proteine in Milch. Diese Antikörper wendeten sich aber auch gegen die körpereigenen Bauchspeicheldrüsenzellen der Kinder und verursachten einen Diabetes. Darauf weisen zumindest die wissenschaftlichen Beweise hin. Auch andere Wissenschaftler haben sich bereits mit der Frage beschäftigt, ob ein Verzicht auf Kuhmilch das Entstehen dieser Krankheit verhindern kann.
Der logischste erste Schritt für eine Mutter wäre es also, ihr Kind selbst zu stillen. Der zweite, auf Milchprodukte zu verzichten. Das betrifft nicht nur das Kind, sondern auch die stillende Mutter, da die Milchproteine, die sie zum Beispiel in Form von Milch oder Käse zu sich nimmt, in ihre Muttermilch übergehen und so an ihr Kind weitergegeben werden können.
In diesem Buch setzen wir diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis um. Keines unserer Rezepte enthält Tierprodukte, dafür aber jede Menge gesunde Zutaten. Sie werden kein einziges Quäntchen tierischer Fette oder Cholesterin in ihnen finden, und Sie müssen sich auch keinerlei Gedanken über Kuhmilchproteine oder die Reaktion machen, die diese in Ihrem Körper auslösen könnten.
WIE LEBENSMITTEL IHRE GESUNDHEIT SCHÜTZEN
Schauen wir uns kurz an, auf welche Weise pflanzenbasierte Lebensmittel Wunder wirken.
SIE VERBESSERN DEN BLUTZUCKERWERT. • Wie wir gesehen haben, ist eine pflanzenbasierte Ernährung wesentlich wirkungsvoller als eine typische »Diabetes-Diät«. Die Diäten, die normalerweise in vielen Kliniken bei einem Typ-2-Diabetes verordnet werden, sind äußerst rückständig. Zunächst wird bei veralteten Diätmodellen versucht, den Kilos mit einer Kalorienbeschränkung zu Leibe zu rücken, meist mit 500 Kalorien weniger pro Tag. Wenn Sie also beispielsweise täglich 1.800 Kalorien aufnehmen, erlaubt Ihnen Ihre neue Diät nur noch 1.300. Den meisten Leuten vergeht dabei sehr schnell der Spaß, weil sie sich hungrig und schlapp fühlen. Außerdem verlangen solche konventionellen Diäten auch, dass Sie Ihre Kohlenhydratzufuhr begrenzen und auf einem bestimmten Niveau halten – bei jeder einzelnen Mahlzeit und an jedem einzelnen Tag. Bei einer stets konstanten Kohlenhydratzufuhr ist es nämlich leichter, blutzuckersenkende Medikamente richtig zu dosieren – so jedenfalls der Gedanke, der hinter dieser Strategie steckt. Mit anderen Worten: Sie essen bei so einer Diät nur für Ihre perfekt eingestellten Medikamente. Diese konventionellen Diäten wurden zu Zeiten entwickelt, in denen wir noch nicht über das heutige Wissen über die Ursachen von Diabetes verfügten.
Eine pflanzenbasierte Ernährung unterscheidet sich davon erheblich. Sie konzentriert sich auf die Ursache von Typ-2-Diabetes, also auf den Abbau der Fettablagerungen in den Zellen, auf die Bekämpfung der Insulinresistenz und auf ein deutliches Senken des Blutzuckerspiegels. Ihr Fokus liegt nicht auf einer optimalen Kompatibilität mit Ihren Medikamenten. Nein, ihr Ziel ist es, Ihren Medikamentenbedarf so weit wie möglich zu verringern oder die Medikamente ganz überflüssig zu machen.
SIE HELFEN BEIM ABNEHMEN. • Menschen, die sich pflanzenbasiert ernähren, sind durchschnittlich schlanker als diejenigen, die andere Essgewohnheiten haben. Jahrelang erforschten Wissenschaftler große Bevölkerungsgruppen, indem sie ihre Ernährungsgewohnheiten untersuchten und sie wogen. Besondere Aufmerksamkeit widmeten sie dabei den Siebenten-Tags-Adventisten, weil diese Bevölkerungsgruppe besonders gesundheitsbewusst lebt, auf Tabak und Alkohol verzichtet und sich oftmals vegetarisch ernährt. Die Adventistenstudien zeigten, dass eine durchschnittliche Person, die sich vegan ernährte, rund 16 Kilogramm weniger wog als ihre fleischessenden Freunde! Beim Vergleich von Fleischessern, Semi-Vegetariern, Pescetariern, Lakto-Ovo-Vegetariern und Veganern fand man heraus, dass die Leute, die sich vegan ernährten, zur einzigen Probandengruppe gehörten, deren Durchschnittsgewicht voll und ganz im gesunden Bereich lag. Ebenso zeigten Studien, dass die Leute schnell überschüssiges Gewicht verlieren, wenn sie beginnen, sich vegan und fettarm zu ernähren.
Aber wie passiert das Ganze? Warum führt eine pflanzenbasierte Ernährung dazu, dass die überflüssigen Pfunde verschwinden? Zunächst sind Obst, Gemüse, Bohnen und Getreide reich an komplexen Kohlenhydraten und enthalten nur sehr wenig Fett. Bei Käse und Fleisch ist das Gegenteil der Fall: Sie enthalten viel Fett, aber keine Kohlenhydrate. Das ist aus folgendem Grund wichtig: In jedem Gramm Fett verstecken sich ganze neun Kalorien, während es bei Kohlenhydraten nur vier Kalorien pro Gramm sind. Mit anderen Worten: Tierprodukte stecken oft voller Kalorien, pflanzliche Produkte aber nicht.
Abgesehen davon sind Obst, Gemüse, Bohnen und Vollkorngetreide auch sehr ballaststoffreich – und Ballaststoffe machen uns satt, enthalten aber keine Kalorien. In der Regel werden wir davon so voll, dass wir mit dem Essen aufhören, bevor wir es völlig übertreiben können. Fleisch hingegen ist keine Pflanze, also enthält es auch keine Ballaststoffe. Dasselbe gilt für Milchprodukte und Eier. Ballaststoffe kommen ausschließlich in Pflanzen vor. Wenn wir also Käse, Fleisch oder andere Tierprodukte essen, nehmen wir dabei jede einzelne darin steckende Kalorie auf – aber ohne irgendwelche Ballaststoffe, die uns davor bewahren, beim Essen über die Stränge zu schlagen. Im Gegensatz dazu bieten uns pflanzenbasierte Lebensmittel dank ihrer Ballaststoffe einen natürlich integrierten Schutz vor Völlerei, weil sie uns satt machen und unseren Appetit zügeln.
Zu guter Letzt zeigt unsere Forschung, dass der Stoffwechsel bei den Leuten, die mit einer fettarmen, pflanzenbasierten Ernährungsweise beginnen, nach einer Mahlzeit leicht angekurbelt wird. Das heißt, dass die Kalorien in den Stunden nach dem Frühstück, Mittag- und Abendessen schneller verbrannt werden.
All dies erklärt, warum eine fettarme, pflanzenbasierte Ernährungsweise uns dabei hilft, abzunehmen und einer späteren Gewichtszunahme vorzubeugen. Pflanzliche Lebensmittel sind nicht nur köstlich, sondern auch kalorienarm. Sie enthalten jede Menge appetitzügelnde Ballaststoffe und kurbeln die Kalorienverbrennung nach den Mahlzeiten an.
SIE SENKEN DEN CHOLESTERINSPIEGEL. • Fleisch und andere Tierprodukte enthalten Cholesterin. Wenn wir solche Lebensmittel essen, geht ein Teil dieses Cholesterins in unsere Blutbahn über und erhöht die Menge des Cholesterins, das schon vorher da war. Das kann zur Verstopfung von Arterien führen und unser Herz schädigen. Noch schlimmer ist, dass Milchprodukte, Fleisch und Eier gesättigte Fette enthalten, die unseren Cholesterinspiegel noch weiter ansteigen lassen. Die Auswirkung gesättigter Fette aus solchen Lebensmitteln ist noch größer als die des darin enthaltenen Cholesterins.
Pflanzliche Lebensmittel sind da völlig anders. Sie enthalten gar kein Cholesterin und nur sehr wenig gesättigte Fette. Dafür sind viele von ihnen reich an löslichen Ballaststoffen, die unserem Körper dabei helfen, überschüssiges Cholesterin loszuwerden.
SIE SENKEN DEN BLUTDRUCK. • Wenn sich Menschen pflanzenbasiert ernähren, sinkt ihr Blutdruck tendenziell. Wissenschaftler begründen das mit verschiedenen Faktoren: Erstens sind Pflanzen reich an Kalium, das den Blutdruck senkt. Zweitens enthalten Gemüse, Obst und andere pflanzenbasierte Lebensmittel kaum »böse« Fette. Sie machen unser Blut deshalb weniger dickflüssig oder »viskos« als Tierprodukte. Und drittens verlieren wir bei einer pflanzenbasierten Ernährung oft unerwünschtes Übergewicht, was den Blutdruck weiter sinken lässt. Im nächsten Kapitel zeigen wir Ihnen, wie Sie diese bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse in köstliche Gerichte verwandeln können.

KAPITEL 2
VOLLE POWER BEI JEDER MAHLZEIT
Metformin, das Medikament, das Patienten mit Typ-2-Diabetes am häufigsten verschrieben wird, ist nicht gerade besonders wohlschmeckend. Lassen Sie es einmal eine Weile auf Ihrer Zunge liegen, und Sie verstehen, was ich meine. Seine häufigsten Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden. Ja, es senkt den Blutzucker zu einem gewissen Grad, und es gibt sicherlich auch Menschen, denen Metformin und andere Diabetesmedikamente tatsächlich helfen. Ich möchte Ihnen also gar nicht nahelegen, es einfach abzusetzen. Doch die Lebensmittel, die Sie probieren werden, schmecken um Längen besser, und ihre kombinierte Wirkung ist wesentlich stärker, als es sich jedes orale Medikament je erträumen könnte. Außerdem sind die Nebenwirkungen von gesunden, pflanzenbasierten Lebensmitteln genau das, was Sie eigentlich wollen: eine schlankere Taille, mehr Energie und eine bessere Gesundheit.
Eine Ernährung, die Diabetes rückgängig macht, sollte sich auf die folgenden drei Dinge konzentrieren: den Verzicht auf Tierprodukte, das Verwenden einer geringstmöglichen Menge an Pflanzenölen und einen starken Fokus auf Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index (GI). Und so funktioniert es: Bei der Umsetzung dieses Plans wird Ihnen auffallen, was wir nicht tun: Wir unterwerfen uns weder einer Kalorienbeschränkung, noch verzichten wir auf Kohlenhydrate. Statt uns darauf zu konzentrieren, wie viel Sie essen, konzentrieren wir uns darauf, was Sie essen. Wir wollen, dass Sie essen, bis Sie sich satt fühlen, und dabei darauf vertrauen können, dass das Essen auf Ihrem Teller gesund ist.
Das sind die drei grundlegenden Kriterien dieser Diät:
1. EIN VERZICHT AUF TIERPRODUKTE. • Wir streichen Fleisch, Geflügel, Milchprodukte und Eier von Ihrem Speiseplan. Es wird sich also keinerlei tierisches Fett oder Cholesterin auf Ihren Teller verirren. Da alles, was Sie essen werden, pflanzlichen Ursprungs ist, stecken Ihre Gerichte voller Ballaststoffe und Vitamine – ein Riesenvorteil für Ihre Gesundheit!
»Wie, kein Fisch?«, fragen Sie sich jetzt vielleicht. Genauso ist es. Fisch ähnelt eher Fleisch als Brokkoli. Er enthält weder komplexe Kohlenhydrate noch Ballaststoffe, dafür aber Fett und Cholesterin. Manche Leute essen Fisch ja gerade deshalb, weil er so fettreich ist. Sie tun sich an Lachs gütlich, weil sie glauben, dass dessen Omega-3-Fettsäuren irgendein biologisches Wunder bewirken können. Lachs steckt tatsächlich voller Fett: Etwa 40 Prozent der Gesamtkalorien von Atlantiklachs stammen aus Fett. Königslachs besteht sogar zu mehr als 50 Prozent seiner Kalorien aus Fett. Das ist eine Menge. Und auch wenn ein Teil dieses Fetts tatsächlich Omega-3 ist, ist es der ganze andere Rest nicht. Lachs und andere Fischarten enthalten jede Menge gesättigter Fette. Und genau wie jede andere Fettart hat auch Fischfett eine hohe Kaloriendichte. Aus diesem Grund haben Lachsfans oft mit ihrem Gewicht zu kämpfen. Als Gruppe sind sie deutlich schwerer und haben ein höheres Diabetesrisiko als Menschen, die sich pflanzenbasiert ernähren.
Wenn Sie sich fragen, wie Sie ohne Milchprodukte genügend Kalzium aufnehmen, lautet die Antwort: Durch den Verzehr von grünem Blattgemüse und Bohnen. Diese enthalten nämlich reichlich davon. (Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Kapitel.)
2. EINE GERINGSTMÖGLICHE MENGE AN PFLANZENÖLEN. • Auch wenn Pflanzenöle wesentlich gesünder sind als tierische Fette, da sie normalerweise viel weniger gesättigtes Fett enthalten, sind sie trotzdem sehr kalorienreich und sollten deshalb nur sehr sparsam verwendet werden. Das heißt auch, auf fettfreie Zubereitungsmethoden umzusteigen.
3. LEBENSMITTEL MIT EINEM NIEDRIGEN GLYKÄMISCHEN INDEX. • Der glykämische Index (GI) gibt an, wie stark bestimmte Lebensmittel unseren Blutzuckerspiegel beeinflussen. Weißbrot lässt ihn zum Beispiel deutlich ansteigen, während die Reaktion bei Roggenbrot wesentlich gemäßigter und bei Pumpernickel sogar noch schwächer ausfällt. Weißbrot hat daher einen hohen und Pumpernickel einen niedrigeren GI.
Wissenschaftler haben den GI Aberhunderter verschiedener Lebensmittel getestet. Doch gehen wir die Sache ein bisschen vereinfacht an. Alles, was Sie wissen müssen, ist Folgendes:
• Essen Sie Obst statt verarbeiteter Lebensmittel, die Zucker enthalten. Ja, Obst ist süß, wirkt sich aber wesentlich sanfter auf Ihren Blutzuckerspiegel aus.
• Essen Sie statt Weißbrot lieber Roggenbrot oder Pumpernickel.
• Essen Sie statt weißen Kartoffeln lieber Süßkartoffeln.
• Essen Sie statt typischen kalten Frühstückscerealien lieber Haferbrei oder Kleieflocken.
Bohnen und grünes Blattgemüse sind niedrigglykämische Stars, da sie sich kaum auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Übrigens hat Pasta (auch Weißmehlpasta) überraschenderweise ebenfalls einen niedrigen GI, weil sie, anders als Brot, das wegen der oft verwendeten Hefe leicht und luftig ist, eine dichtere und kompaktere Konsistenz hat. Deshalb wird der natürlich darin enthaltene Zucker nur sehr langsam freigesetzt.
VIER GESUNDE LEBENSMITTELGRUPPEN
Da wir nun wissen, was wir besser von unserem Speiseplan streichen, sollten wir jetzt darüber reden, was unbedingt auf unseren Teller gehört. Bedienen Sie sich beim Zusammenstellen Ihrer Mahlzeiten aus den vier gesunden Lebensmittelgruppen: Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen und Linsen). Stellen Sie sich diese wie eine große, bunte Farbpalette vor, die Ihre Ernährungsgrundlage darstellt.
GEMÜSE • Es gibt eine unendliche Auswahl an köstlichem Gemüse. Konzentrieren Sie sich besonders auf die Familie der Kreuzblütler, zu der Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Blattkohl, Rosenkohl und noch viele andere Sorten zählen. Diese Gemüsefamilie ist nicht nur reich an gut absorbierbarem Kalzium: Wie wissenschaftliche Studien bewiesen haben, kann sie auch vor Krebs schützen.
Sie sollten ebenfalls reichlich oranges Gemüse wie Karotten oder Süßkartoffeln essen. Seine leuchtende Farbe bekommt dieses Gemüse von Betacarotin, einem darin enthaltenen wirkungsstarken Antioxidans.
Viele Leute sehen in Gemüse nur eine nebensächliche Beilage, doch bei uns steht es im Mittelpunkt jeder Mahlzeit. Warum gönnen Sie sich nicht gleich zwei oder sogar mehrere Gemüsesorten bei einer Mahlzeit, wie zum Beispiel Brokkoli und Karotten oder Süßkartoffeln und Spargel?

OBST • Obst ist das eigentliche, ursprüngliche Fastfood. Es steckt voller Vitamine und Antioxidantien und eignet sich perfekt als Snack, als Dessert oder sogar als vollständige Mahlzeit, wenn Ihnen danach ist. Mit Äpfeln, Bananen, Orangen, Pfirsichen, Birnen und anderen häufigen Sorten kennen Sie sich bereits aus. Aber erweitern Sie Ihr Spektrum doch noch ein bisschen, falls Sie es bisher noch nicht getan haben, und probieren Sie tropische Papayas und Mangos oder köstliche Beeren wie Heidelbeeren, Himbeeren oder andere Beeren. Trotz seines süßen Geschmacks hat das meiste Obst einen niedrigen GI. Wassermelonen und Ananas bilden dabei eine kleine Ausnahme. Doch da sie zum Großteil aus Wasser bestehen und keine Unmengen Zucker enthalten, können Sie sie genauso wie anderes Obst genießen.
Achten Sie bei der Auswahl von Obst und Gemüse besonders auf die Farben. Orange, Rot und Lila stehen für einen hohen Antioxidantiengehalt. (Orange für Betacarotin, Rot für Lycopin und Lila für Anthocyane.) Grünes Blattgemüse ist typischerweise reich an Eisen und Kalzium.
VOLLKORNGETREIDE • Reis, Hafer, Gerste und Dutzende anderer Getreidesorten stecken genau wie die köstlichen Lebensmittel, die aus ihnen hergestellt werden, randvoll mit gesunden komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen. Vollkorngetreide hat gesundheitsfördernde Eigenschaften, die raffiniertem Getreide fehlen. Wenn die äußere Schale eines Korns entfernt wird, verliert es seine Ballaststoffe. Das passiert zum Beispiel, wenn Naturreis zu weißem Reis oder Vollkornmehl zu Weißmehl weiterverarbeitet wird.
Doch obwohl dies so ist, entdeckten Wissenschaftler, die Weißmehlpasta untersuchten, dass diese einen überraschend gesunden GI hat – obwohl darin nur noch sehr wenige Ballaststoffe stecken. Wie gesagt liegt dies daran, dass Pasta sehr kompakt ist und nur langsam verdaut wird. Dadurch wirkt sie sich wesentlich schwächer auf den Blutzucker aus als Weißbrot, das Luftbläschen enthält. Der in Weißbrot enthaltende Zucker wird wesentlich schneller freigesetzt.
Mittlerweile gibt es einige Menschen, die sich für eine glutenfreie Ernährung entscheiden. Gluten ist ein Protein, das in Weizen, Gerste und Roggen vorkommt. Ungefähr 1 Prozent der Bevölkerung leidet an Zöliakie (einer starken Glutenunverträglichkeit) und muss daher auf diese Getreidesorten verzichten. Einige andere Menschen – wahrscheinlich einer von zehn – fühlen sich ebenfalls besser, wenn sie auf Gluten verzichten, weil ihre Verdauung dann besser funktioniert und sie sich auch geistig fitter fühlen. Die meisten Leute können Weizen, Gerste und Roggen aber problemlos essen.
HÜLSENFRÜCHTE • »Hülsenfrüchte« ist nichts weiter als ein Oberbegriff für Bohnen, Erbsen und Linsen. Pintobohnen, schwarze Bohnen, weiße Bohnen, Sojabohnen – diese einfachen Lebensmittel gehörten zu den Grundnahrungsmitteln unserer Großeltern, sind aber in letzter Zeit in Vergessenheit geraten. Holen Sie sie zurück in Ihr Leben! Sie liefern Ihnen gesundes Protein ohne lästiges Cholesterin, wertvolles Kalzium ohne gesättigte Fette und reichlich lösliche Ballaststoffe – und sie haben einen bemerkenswert niedrigen glykämischen Index.
Probieren Sie es doch einmal mit einer Linsen- oder Erbsensuppe als herzhafte Vorspeise. Pinto- oder schwarze Bohnen eignen sich fantastisch als Burrito- oder Tacofüllung, und Kichererbsen schmecken wunderbar in Salaten. Auch als Hummus auf Sandwiches oder als Dip sind sie unschlagbar. Sojabohnen lassen sich in fast alles Erdenkliche verwandeln: Von Sojamilch und -joghurt über Käse bis hin zu Bacon und Würstchen ist alles möglich. Alle diese Soja-Alternativen sind wesentlich gesünder als die Produkte, die sie ersetzen.
Übrigens – falls Sie dem »Soja ist ungesund!«-Mythos Glauben schenken, lassen Sie mich kurz einige Dinge klarstellen, um Licht in das Ganze zu bringen. Vor einem Jahrhundert entdeckten Forscher in Sojabohnen und vielen anderen Lebensmitteln spezielle Wirkstoffe, die Isoflavone. Da diese chemisch eine leichte strukturelle Ähnlichkeit mit Testosteron, Östrogen und anderen Hormonen aufwiesen, schlussfolgerten manche daraus, dass sie auch wie Hormone wirken und fruchtbarkeitsschädigend und krebsfördernd sind.
Dabei ist das Gegenteil der Fall: Sojaprodukte beeinträchtigen die Fruchtbarkeit überhaupt nicht. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2014, die die Ergebnisse von 35 Studien zusammenfasste, zeigte sogar, dass die Frauen, die die meisten Sojaprodukte konsumierten (Sojamilch, Tofu etc.), im Vergleich zu ihren Soja vermeidenden Freundinnen ein um circa 40 Prozent geringeres Brustkrebsrisiko haben. Ähnliches bestätigte auch ein Bericht, der auf den Erfahrungen von 9.514 Frauen beruhte, die zuvor wegen Brustkrebs behandelt worden waren. Diejenigen, die die meisten Sojaprodukte konsumierten, hatten im Vergleich zu denjenigen, die generell auf Soja verzichteten, ein um etwa 30 Prozent geringeres Rückfallrisiko. Und bei Männern scheinen Sojaprodukte das Risiko für Prostatakrebs zu verringern.
Sojaprodukte sind für eine gute Gesundheit nicht unbedingt unerlässlich, aber sehr praktisch. Außerdem legen die wissenschaftlichen Erkenntnisse nahe, dass sie vor Krebs schützen. Wie bereits erwähnt entwickeln Frauen, die Sojamilch, Tofu und andere Sojaprodukte konsumieren, seltener Brustkrebs. Wenn sie bereits wegen Brustkrebs behandelt wurden, scheinen Sojaprodukte ihre Überlebenschancen zu erhöhen.
VON ZUTATEN ZU KOMPLETTEN MAHLZEITEN
Gemüse, Obst, Getreide und Hülsenfrüchte sind die Grundzutaten. Auf Ihrem Teller werden sie zu schmackhaften Gerichten wie Pasta mit Artischockenherzen und geschmorten Austernpilzen, einem herzhaften Gemüse-Chili, einer Butternusskürbissuppe, kubanischen schwarzen Bohnen mit Reis und vielen anderen Köstlichkeiten.

Blättern Sie sich einfach durch die Rezepte ab Seite 19. Sie werden auf ein Caesar-Dressing stoßen, das unglaublich cremig ist, aber keinen Tropfen Tiermilch oder Öl enthält, und auch auf das leckerste Chili, das Sie jemals probiert haben. Es muss ja keiner wissen, dass sich darin auch Blumenkohl und Karotten verstecken. Oder wie wäre es mit einem Burger mit gerösteten Zwiebelringen? Wir zeigen Ihnen, wie Sie dieses Gericht auf gesunde Weise zubereiten können – ohne das geringste bisschen Fleisch oder Milchprodukte. Kosten Sie unsere Kakao-Karotten-Muffins (Seite 41) oder unseren Erdbeer-Chia-Pudding (Seite 211). Ihre Geschmacksknospen werden jubeln, während Ihr Körper immer gesünder wird.
BONUS
Noch zwei zusätzliche Hinweise:
• Essen Sie viel Rohkost. Aus irgendeinem Grund scheinen rohe gesunde Lebensmittel das Abnehmen noch stärker zu fördern. Die meisten Obstsorten schmecken roh fantastisch, ebenso wie viele Gemüsesorten. (Das gilt übrigens nicht für Brokkoli und andere Kreuzblütler, die gekocht werden sollten, um gut verdaulich zu sein.)
• Und verzichten Sie bitte nicht auf Kohlenhydrate. Einige Leute, die ständig auf Diät sind, können sich nur schwer von dem Abnehm-Dogma befreien, dass »Kohlenhydrate dick machen«. Doch wenn Sie Reis, Pasta und Süßkartoffeln von Ihrem Speiseplan streichen, verzichten Sie gerade auf die Lebensmittel, die ganze Bevölkerungen über Jahrtausende hinweg schlank und gesund bleiben ließen – und verdammen sich selbst zu einem lebenslangen Kampf gegen die Pfunde. Schnappen Sie sich einen bunten Marker in Signalfarbe und schreiben Sie auf Ihre Kühlschranktür: »Kohlenhydrate enthalten nur 4 Kalorien pro Gramm, Fett aber 9!« Und freuen Sie sich dann darauf, gesunde, kohlenhydratreiche Lebensmittel genießen zu können, die wenig Kalorien haben und Ihnen dabei helfen, schlank zu bleiben.
Im nächsten Kapitel schauen wir uns an, wie Sie sich vollwertig und umfassend ernähren. Es ist ganz leicht. Lesen Sie sich bitte auch unbedingt den Abschnitt über Vitamin B12 durch.
KAPITEL 3
EINE VOLLWERTIGE UND UMFASSENDE ERNÄHRUNG
Mahlzeiten aus Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten versorgen Ihren Körper mit allen Nährstoffen, die er braucht, und erfordern bemerkenswert wenig Aufwand bei der Menüplanung. In diesem Kapitel konzentrieren wir uns darauf, dass Sie auch alle notwendigen Nährstoffe bekommen. Das ist, wie Sie gleich sehen werden, ganz leicht. Ein Großteil dieses Kapitels soll Sie einfach nur davon überzeugen, sich keine Gedanken über Nährstoffe zu machen, die nur wenig Aufmerksamkeit benötigen – wenn überhaupt.
Trotzdem gibt es einige Dinge, über die wir sprechen sollten. Damit meine ich besonders Vitamin B12, also fangen wir gleich damit an.
VITAMIN B12 • Vitamin B12 ist für gesunde Nerven und Blutzellen unverzichtbar. Es wird aber weder von Pflanzen noch von Tieren gebildet, sondern von Bakterien. Einige Leute glauben, dass vor dem Aufkommen der modernen Hygiene die Bakterien aus dem Boden, auf den Pflanzen und auf unseren Fingern dafür sorgten, dass wir ausreichend B12-Spuren aufnahmen. Ob das stimmt, lässt sich schwer sagen. Doch heute ist das sicherlich nicht mehr der Fall.
Fleischesser nehmen Spuren von B12 auf, weil es von den Bakterien im Verdauungstrakt von Kühen gebildet wird und in deren Fleisch und Milch übergeht. Auch wir haben ähnliche Bakterien in unserem Verdauungstrakt. Allerdings glauben Wissenschaftler, dass das Vitamin B12 zu weit unten in unserem Verdauungssystem gebildet wird, um von unserem Körper absorbiert werden zu können.
Viele Leute können B12 aber gar nicht richtig über Tierprodukte absorbieren. Das hängt damit zusammen, dass B12 an Proteine gebunden ist. Wenn wir nicht genug Magensäure produzieren – vielleicht, weil wir Magensäureblocker einnehmen oder einfach nicht mehr so viel davon bilden wie früher –, sind wir vermutlich nicht in der Lage, B12 gut zu absorbieren. Abgesehen davon beeinträchtigt Metformin die B12-Absorption. Da dieses Medikament das am häufigsten verschriebene Mittel bei Typ-2-Diabetes ist, lässt sich leicht nachvollziehen, warum vor allem Menschen mit Diabetes einen B12-Mangel haben können.
Doch für dieses Problem gibt es eine Lösung: Ergänzungsmittel. Anders als das Vitamin B12, das in Tierprodukten vorkommt, lässt sich das B12 aus Ergänzungsmitteln leicht absorbieren. Die empfohlene Tagesdosis von B12 ist sehr gering – nur 2,4 Mikrogramm pro Tag bei Erwachsenen. Sämtliche Multivitamine enthalten mehr als das. In Drogerien und Apotheken gibt es auch spezielle B12-Ergänzungsmittel oder Präparate, die verschiedene B-Vitamine kombinieren. Alle diese Ergänzungsmittel eignen sich gut. Es gibt auch keine Risiken, die mit einer Überdosierung von B12 in Zusammenhang gebracht werden: Das Vitamin ist auch dann noch sicher, wenn es in hoher Dosierung eingenommen wird. Abgesehen davon werden auch einige Lebensmittel damit angereichert, zum Beispiel Frühstückscerealien, Sojamilch oder Hefeflocken. Doch um sicherzustellen, dass Sie auch die benötigte Menge aufnehmen, sollten Sie am besten regelmäßig ein B12-Ergänzungsmittel einnehmen.
VITAMIN D • Wie wir bereits besprochen haben, hilft Vitamin D unserem Körper dabei, Kalzium zu absorbieren. Es schützt uns außerdem auch vor Krebs und hat noch weitere Funktionen. Wenn unsere Haut häufig ausreichend Sonneneinstrahlung bekommt, kann unser Körper Vitamin D selbst bilden. Als unsere Vorfahren noch in Äquatorialafrika lebten, produzierten sie dank reichlich Sonne immer genug Vitamin D. Doch irgendwann beschlossen unsere rastlosen Urahnen, sich an Orten wie North Dakota, Seoul oder Oslo niederzulassen, wo es deutlich weniger Sonnenschein gibt. Ganz abgesehen davon bekommen wir auch dann nicht genug Sonne ab, wenn wir den größten Teil des Tages in geschlossenen Räumen verbringen oder Sonnencreme benutzen. Deshalb ist es sinnvoll, ein Vitamin-D-Ergänzungsmittel einzunehmen. Bis zu 2.000 IE am Tag scheinen laut der US-amerikanischen Fachgesellschaft für Endokrinologie eine sichere Dosierung zu sein.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie ein Ergänzungsmittel brauchen oder nicht, lassen Sie Ihren Vitamin-D-Wert von Ihrem Arzt bestimmen. Ohne regelmäßige Sonneneinstrahlung auf Ihrer Haut ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass Sie ein Vitamin-D-Ergänzungsmittel benötigen.

Vitamin B12 und Vitamin D sind die beiden Vitamine, bei denen Sie ernsthaft über eine Supplementierung nachdenken sollten. Ein B12-Ergänzungsmittel ist aus meiner Sicht unerlässlich, und ein Vitamin-D-Ergänzungsmittel eine sehr gute Idee.
Schauen wir uns jetzt an, wie es mit Protein, Kalzium und Eisen aussieht. Über diese Nährstoffe wird besonders häufig diskutiert, obwohl sie sich sehr einfach aufnehmen lassen.
PROTEIN • Protein übernimmt eine wichtige Funktion beim Reparieren von Körpergewebe und der Bildung verschiedener Moleküle, die der Körper braucht. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass die Proteinmenge, die wir benötigen, eigentlich überraschend gering ist. Auch wenn es gerade das Protein ist, das den Leuten vor einer Ernährungsumstellung Sorgen macht, nehmen die allermeisten von uns mehr davon auf, als wir überhaupt brauchen.
In Bohnen, Getreide und Gemüse steckt reichlich Protein. Bei Brokkoli, Spinat und anderem grünen Blattgemüse besteht der Gesamtkaloriengehalt zu circa einem Drittel oder sogar mehr aus Protein. Wenn Sie das überrascht, denken Sie einfach kurz an einen Stier, einen Elefanten oder eine Giraffe. Alle diese Tiere verdanken ihre massiven Körper ausschließlich pflanzlichem Futter.
Und gleich noch ein paar weitere Details: Sie wissen vielleicht schon, das Proteine aus Aminosäuren aufgebaut sind. Die Aminosäuren sind wie Perlen an einer Kette zu Proteinsträngen aufgereiht. Unser Körper kann einige dieser Aminosäuren selbst bilden, andere – die sogenannten essenziellen Aminosäuren – aber nicht. Diese müssen wir über unser Essen aufnehmen. Die gute Nachricht ist, dass all diese essenziellen Aminosäuren, also alle Proteinbausteine, die wir brauchen, in Pflanzen vorkommen. Wir müssen auch nicht in mühevoller Kleinarbeit bestimmte Lebensmittelgruppen miteinander kombinieren, um die eine oder andere spezielle Aminosäure zu absorbieren.
Eine normale, ausgewogene Ernährung auf der Basis von Gemüse, Obst, Bohnen und Getreide versorgt uns mit all den Aminosäuren, die wir benötigen.
Das gilt übrigens auch für Sportler. Ja, sie brauchen mehr Protein als weniger aktive Menschen, um ihren stärker belasteten Körper zu reparieren und fit zu halten. Doch eine pflanzenbasierte Ernährung liefert auch ihnen mehr als genug Protein – sogar den leistungsstärksten Athleten.
Fazit: Mit einer normalen und ausgewogenen pflanzenbasierten Ernährung bekommen Sie all das Protein, das Sie benötigen, und zwar ohne darüber nachdenken zu müssen. Genauso, wie Sie durch das bloße Atmen genug Sauerstoff einatmen, ohne ihn messen zu müssen, versorgt eine Ernährung mit pflanzlichen Lebensmitteln Sie mit all dem Protein, das Sie brauchen.
KALZIUM • Zum Aufbau gesunder Knochen und vieler anderer Dinge braucht unser Körper Kalzium. Aber dafür brauchen wir nicht das Kalzium aus Milchprodukten, zumal wir daraus auch nur ungefähr 30 Prozent absorbieren. Außerdem stecken in Milchprodukten neben Kalzium ja auch noch Laktose (eine Zuckerart), Milchfette, Hormone und jede Menge anderer Dinge, die wir nicht in unserem Körper wollen.
Grünes Blattgemüse enthält reichlich leicht absorbierbares Kalzium. Brokkoli, Grünkohl, Blattkohl, Rosenkohl und andere grüne Gemüsesorten sind randvoll damit. Und denken Sie kurz an Folgendes: Eine Kuh produziert das Kalzium, das in ihrer Milch steckt, nicht selbst. Sie frisst einfach nur das Kalzium, das in ihrem Grünfutter steckt – also im Gras. Genau das können Sie auch, aber mit einer großen Auswahl an Grünzeug, das viel besser schmeckt! Grünes Gemüse ist die beste Kalziumquelle, die Mutter Natur zu bieten hat. Nur Spinat bildet dabei eine Ausnahme: Anders als bei anderem grünen Blattgemüse lässt sich das Kalzium aus Spinat nicht besonders gut absorbieren.
Kalzium steckt auch noch in anderen pflanzlichen Lebensmitteln, vor allem Bohnen. Wenn es also um Kalzium geht, denken Sie am besten an Grünzeug und Bohnen!
EISEN • Grünzeug und Bohnen sind übrigens auch gute Eisenlieferanten. Sie wissen bereits, dass unser Körper Eisen braucht, um Hämoglobin zu bilden, das unseren roten Blutkörperchen dabei hilft, Sauerstoff zu transportieren. Diese gesunden pflanzlichen Lebensmittel enthalten jede Menge davon. Wenn Sie rotes Fleisch essen, weil Sie so ausreichend Eisen aufnehmen wollen, denken Sie daran, dass die Kuh auch ihr Eisen nicht selbst bildet. Sie nimmt es über dieselben Quellen auf, über die sie auch ihr Kalzium bekommt, nämlich über Gras und anderes Pflanzenfutter.
Für unseren Körper ist es tatsächlich besser, das Eisen direkt aus pflanzlichen Quellen und nicht aus Fleisch aufzunehmen. Warum? Das Eisen in Pflanzen wird auch nicht-hämisches Eisen genannt. Wenn unser Körper Eisen braucht, lässt sich dieses leichter absorbieren, und wenn er kein Eisen braucht, weniger leicht. Das ist deshalb wichtig, weil zu viel Eisen unser Herz und andere Organe schädigen kann.
Fleisch ist keine ideale Eisenquelle. Wenn das Eisen im Körper einer Kuh verändert wurde, wird es hämisches Eisen genannt. Da unser Körper die Absorption von hämischem Eisen nicht regulieren kann, sammelt sich bei Fleischessern im Laufe der Zeit zu viel Eisen im Körper an.
Mit Grünzeug und Bohnen stellen Sie also nicht nur Ihre Kalzium-, sondern auch Ihre Eisenversorgung sicher – und zwar in einer Form, die Ihr Körper am besten absorbieren und regulieren kann.
FETT • Bei einer gesunden Ernährung benötigen wir nur Spuren von Fett. Diese Menge lässt sich leicht über gesunde pflanzliche Nahrungsmittel aufnehmen. In Walnüssen, Sojaprodukten, Leinsamen und weiteren pflanzlichen Lebensmitteln steckt jede Menge gesundes Fett. Aber lassen Sie mich auch hier noch einmal ein Loblied auf grünes Blattgemüse singen: Es enthält zwar nicht viel Fett, doch die Spuren, die darin vorkommen, versorgen uns mit genau den gesunden Fetten, die unser Körper wirklich braucht.

Tierprodukte enthalten oftmals reichlich »böses« Fett – also die Art von gesättigtem Fett, die unseren Cholesterinspiegel ansteigen lässt und mit Alzheimer in Verbindung gebracht wird. Dieses Fett lagert sich außerdem auch in unseren Zellen ab und fördert eine Insulinresistenz.
Auch wenn die meisten pflanzlichen Lebensmittel nur geringe Fettmengen enthalten – was eine gute Sache ist –, gibt es auch ein paar Ausnahmen. Nüsse, Samen, Avocados, Oliven und Vollfett-Sojaprodukte sind fettreich. Auch wenn dieses Fett wesentlich gesünder ist als das Fett in Milchprodukten oder Fleisch (pflanzliche Öle enthalten generell wesentlich weniger gesättigtes Fett), enthält es trotzdem genauso viele Kalorien wie jedes andere Fett. Ich rate Ihnen deshalb, den Verzehr dieser fettreichen Lebensmittel auf ein Minimum zu begrenzen.
Und das ist schon alles. Essen Sie eine große Vielzahl an Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Bohnen. Verzichten Sie bei Ihrer Ernährung auf zusätzliche Fette. Nehmen Sie ein Vitamin-B12-Ergänzungsmittel ein und falls Sie nicht genug Sonne abbekommen, auch ein Vitamin-D-Präparat. Wenn Sie all das tun, ernähren Sie sich vollwertig und umfassend und nehmen alle Nährstoffe auf, die Sie brauchen.
FRÜHSTÜCK

MÜSLI FÜR CHAMPIONS
ERGIBT 4 PORTIONEN
Ein wunderbar sättigendes und vollwertiges Frühstück mit einem Hauch köstlicher Süße – das ultimative Frühstück für Champions!
ZUTATEN
170 g Haferflocken
3,5 EL Mandelmehl (oder 3 EL Hanfsamen oder gemahlene Erdmandeln als nussfreie Variante)
2 EL Sonnenblumen- oder Kürbiskerne (optional)
70 g Rosinen
½ TL Zimt
¼ TL Muskat
1 Prise Meersalz
1 großer Apfel, gerieben (siehe Hinweis)
480–
600 ml fettarme Pflanzenmilch
ZUBEREITUNG
1. Haferflocken, Mandelmehl, Kerne (falls verwendet), Rosinen, Zimt, Muskat, Salz, Apfel und 500 ml Milch in einer großen Schüssel gut verrühren.
2. Abdecken und die Mischung mehrere Stunden oder über Nacht einweichen lassen.
3. Servieren und bei Bedarf die restliche Milch einrühren, um die gewünschte Konsistenz zu erzielen.
4. Auf Wunsch mit zusätzlichem Obst garnieren.
HINWEIS: Wenn das Müsli über Nacht einweicht, fügen Sie den geriebenen Apfel am besten erst am nächsten Morgen hinzu, damit er länger frisch bleibt. Wenn Sie das Müsli im Voraus komplett zubereiten möchten, vermischen Sie den geriebenen Apfel erst mit etwas Zitronensaft, bevor Sie ihn unter das Müsli rühren. Verwenden Sie eine Apfelsorte, die nicht so schnell braun wird, wie z. B. Gala.
PRO PORTION: 304 Kalorien, 9 g Protein, 54 g Kohlenhydrate, 17 g Zucker, 7 g Gesamtfettgehalt, 20 % Fettkalorien, 7 g Ballaststoffe, 131 mg Natrium
CREMIGER HAFERSCHROT
ERGIBT 5 PORTIONEN
Im Schnellkochtopf oder in einem Instant Pot ist dieser Haferschrot schnell gekocht (sogar noch schneller, wenn Sie kochendes Wasser verwenden). Die Pflanzenmilch macht ihn extra cremig.
ZUTATEN
185 g Haferschrot
720 ml kochendes Wasser
480 ml + 80-120 ml fettarme Pflanzenmilch, pur oder mit Vanillegeschmack
1 TL Zimt
½ TL Kurkuma (optional)
¼ TL geriebenes Muskat
+ ein paar Prisen Meersalz
140 g Rosinen
1 Spritzer Kokosblüten- oder Ahornsirup (optional)
ZUBEREITUNG
1. Haferschrot, Wasser, 500 ml Pflanzenmilch, Zimt, Kurkuma, Muskat und Salz in einen Schnellkochtopf oder Instant Pot geben. Kochzeit auf 7 bis 9 Minuten stellen (siehe Hinweis). Wenn der Haferschrot weich ist, den Schnellkochtopf abstellen und den Druck natürlich entweichen lassen.
2. Deckel abnehmen, Rosinen einrühren und erneut abdecken. Die Mischung einige Minuten ziehen lassen, damit sich die Rosinen mit Flüssigkeit vollsaugen können.
3. Je nach gewünschter Konsistenz und gewünschtem Geschmack die restlichen 80 bis 125 ml Pflanzenmilch sowie etwas zusätzlichen Zimt und Sirup (falls verwendet) unterrühren.
4. In Schüsseln anrichten und servieren.
HINWEIS: Haferschrot wird im Schnellkochtopf schneller als in 7 bis 9 Minuten gar. Die erwünschte Cremigkeit stellt sich aber erst nach dieser Kochzeit ein. Wenn Sie es noch cremiger mögen, kochen Sie ihn insgesamt 10 Minuten lang.
PRO PORTION: 296 Kalorien, 9 g Protein, 58 g Kohlenhydrate, 17 g Zucker, 4 g Gesamtfettgehalt, 12 % Fettkalorien, 6 g Ballaststoffe, 181 mg Natrium
FETTARMES KNUSPERMÜSLI

ERGIBT 6 PORTIONEN
Byebye, gekauftes Knuspermüsli! Diese Version ist wesentlich gesünder und fettärmer, hat aber jede Menge Geschmack!
ZUTATEN
260 g Haferflocken
2 TL Zimt
¼ TL Meersalz
1 EL Cashew- oder Mandelmus
½ EL Melasse
160 ml brauner Reissirup
80 g Apfelmus
1 TL Vanilleextrakt
50 g Rosinen, getrocknete Cranberrys oder andere Trockenfrüchte
ZUBEREITUNG
1. Ofen auf 150 °C vorheizen. Ein großes Backblech mit Backpapier auslegen.
2. Haferflocken, Zimt und Salz in eine große Schüssel geben und gut vermischen.
3. Nussmus, Melasse, Sirup, Apfelmus und Vanilleextrakt in einen Mixer geben und glatt pürieren. In die Schüssel zu den trockenen Zutaten geben und alles gut miteinander vermengen.
4. Die Mischung auf das vorbereitete Backblech geben und 25 Minuten backen. Nach der Hälfte der Backzeit einmal umrühren.
5. Ofen ausschalten, Trockenfrüchte untermischen und das Knuspermüsli weitere 10 bis 15 Minuten im warmen Ofen lassen. Backblech aus dem Ofen nehmen und Knuspermüsli vollständig abkühlen lassen.
6. In Stücke brechen und in einen luftdichten Behälter füllen.
7. Mit Pflanzenmilch und Obst servieren oder einfach als Snack zwischendurch knabbern.
PRO PORTION: 346 Kalorien, 8 g Protein, 68 g Kohlenhydrate, 22 g Zucker, 5 g Gesamtfettgehalt, 12 % Fettkalorien, 6 g Ballaststoffe, 116 mg Natrium
HAFERFLOCKEN-BEEREN-BREI
ERGIBT 2 PORTIONEN
Ab in den Mixer, kurz durchmischen – und voilà, Ihr Frühstück ist fertig!
ZUTATEN
45 g Haferflocken
1 EL gemahlene Chiasamen
4 oder 5 Datteln, entsteint
1 Messerspitze Zimt oder Muskat
¼ TL Mandelextrakt (optional)
1 Prise Meersalz
240 ml + 2-3 EL fettarme Pflanzenmilch
165 g Himbeeren, frisch oder gefroren (siehe Hinweis)
ZUBEREITUNG
1. Haferflocken, Chiasamen, Datteln, Zimt, Mandelextrakt (falls verwendet), Salz und 240 ml Milch in einen Mixer geben. Einige Male häckseln, bis alles miteinander vermischt ist.
2. Bis auf 2 bis 3 EL alle Himbeeren hinzufügen und erneut kurz durchmixen, bis alles vermischt ist.
3. Die Mischung mit einem Teigschaber in eine Schüssel oder ein Schraubglas füllen. Restliche ganze Himbeeren unterheben.
4. Abdecken oder zuschrauben und mehrere Stunden (wenn als Snack gegessen) oder über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
5. Vor dem Essen auf Wunsch mit den restlichen 2 bis 3 EL Pflanzenmilch verdünnen.
HINWEIS: Statt Himbeeren können Sie auch gern einen Mix aus Heidelbeeren, Erdbeeren und Brombeeren verwenden – je nachdem, was Sie am liebsten mögen oder was Sie gerade zur Hand haben.
PRO PORTION: 267 Kalorien, 8 g Protein, 53 g Kohlenhydrate, 20 g Zucker, 5 g Gesamtfettgehalt, 15 % Fettkalorien, 16 g Ballaststoffe, 199 mg Natrium
HIMBEER-ORANGEN-PANCAKE-SIRUP

ERGIBT 8 PORTIONEN (250 ML)
Die Kombination aus Ahornsirup und pürierten Beeren ergibt ein farbenfrohes Pancake-Topping, das sich auch wunderbar als Dessertsoße verwenden lässt.
ZUTATEN
270 g Himbeeren, frisch oder gefroren
120 ml frisch gepresster Orangensaft (siehe Hinweis)
4,5 EL Ahornsirup
1 Prise Meersalz
ZUBEREITUNG
1. Himbeeren, Saft, Sirup und Salz in einen Mixer geben und glatt pürieren. Bei Bedarf Pausen einlegen und die Mixer-Innenwand mehrmals nach unten freischaben oder 1 bis 2 EL Wasser hinzufügen, um das Pürieren zu erleichtern.
2. Den glatt pürierten Sirup in ein luftdicht verschließbares Schraubglas oder eine Flasche geben und im Kühlschrank aufbewahren.
3. Der Sirup hält sich gekühlt ungefähr eine Woche lang.
HINWEIS: Der Orangensaft verleiht der Soße bereits so viel Süße, dass Sie gar nicht so viel Ahornsirup brauchen. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie den Geschmack der Soße mögen, verwenden Sie zunächst nur etwa 60 ml Organgensaft und passen Sie die Menge dann Ihrem eigenen Geschmack an. Fügen Sie bei Bedarf etwas mehr Ahornsirup hinzu.
Siehe Foto Seite 26.
PRO PORTION: 65 Kalorien, 1 g Protein, 16 g Kohlenhydrate, 10 g Zucker, 0,4 g Gesamtfettgehalt, 6 % Fettkalorien, 4 g Ballaststoffe, 38 mg Natrium
ZIMTIGE PANCAKES
ERGIBT 4 PORTIONEN
Diese goldbraunen, herrlich lockeren Pancakes haben eine köstliche Zimtnote.
ZUTATEN
230 g Hafermehl
2 EL Chiasamen
1 EL Backpulver
2 TL Zimt
1 Prise Meersalz
1 ½ TL Vanilleextrakt
420 ml + 60 ml fettarme Pflanzenmilch mit Vanillegeschmack
ZUBEREITUNG
1. Hafermehl, Chiasamen, Backpulver, Zimt und Salz in einer großen Schüssel vermischen. Vanilleextrakt und 420 ml Pflanzenmilch hinzufügen und mit einem Schneebesen zu einem Teig verrühren. Teig einige Minuten eindicken lassen.
2. Eine große, beschichtete Pfanne leicht mit Backspray einsprühen und auf mittlerer Flamme einige Minuten erhitzen, bis sie heiß ist. Flamme herunterstellen und die Pfanne eine Minute leer darauf heiß halten.
3. Mit einer Kelle je einen reichlichen Esslöffel Teig aus der Schüssel nehmen und in der Pfanne zu Pancakes ausbacken. Je nach Pfannengröße 2 bis 3 Pancakes pro Durchgang zubereiten. Pancakes ein paar Minuten backen, bis sich am äußeren Rand und in der Mitte kleine Bläschen bilden und die Oberfläche trocken aussieht. (Bis zur Bläschenbildung warten, da sie sich sonst nur schwer wenden lassen.) Pancakes wenden und die zweite Seite circa 1 Minute lang backen. Restlichen Teig in Pancakes verwandeln.
4. Bei Bedarf den Teig mit der restlichen Pflanzenmilch verdünnen. Dabei nach und nach je 1 EL einrühren.
PRO PORTION: 312 Kalorien, 11 g Protein, 54 g Kohlenhydrate, 5 g Zucker, 6 g Gesamtfettgehalt, 17 % Fettkalorien, 9 g Ballaststoffe, 483 mg Natrium
FRÜHSTÜCKSREISKUCHEN
ERGIBT 4 PORTIONEN
Wenn Sie bei einem Abendessen unter der Woche extra viel Reis kochen, können Sie an einem anderen Tag schnell dieses leckere Frühstück zaubern. Es eignet sich übrigens auch wunderbar als Dessert.
ZUTATEN
300 ml fettarme Pflanzenmilch mit Vanillegeschmack
1 EL gemahlene Chiasamen
430 g gekochter brauner Reis (Rundkorn)
2-2 ½ reife (aber nicht überreife) Bananen, in Scheiben geschnitten
1 gehackter Apfel
2-3 EL Rosinen (optional)
1 TL Zimt
½ TL Vanilleextrakt
¼ TL frisch geriebenes Muskat (optional)
1 Prise Meersalz
2 EL Mandelmehl (oder Erdmandelmehl als nussfreie Variante)
2 EL Kokosblütenzucker
ZUBEREITUNG
1. Ofen auf 200 °C vorheizen.
2. Milch, gemahlene Chiasamen und 200 g Reis in einem Mixer oder einer Küchenmaschine recht glatt pürieren.
3. Pürierten Mix, Bananen, Apfel, Rosinen (falls verwendet), Zimt, Vanilleextrakt, Muskat (falls verwendet), Salz und den restlichen Reis in eine große Schüssel geben und gut verrühren. Mischung in eine 20 × 20 cm große Backform geben.
4. Mandelmehl und Zucker in einer kleinen Schüssel verrühren und über die Reismischung geben.
5. Backform mit Aluminiumfolie abdecken und 15 Minuten im Ofen backen. Herausnehmen, Folie abnehmen und weitere 5 Minuten backen.
6. Aus dem Ofen nehmen, 5 bis 10 Minuten abkühlen lassen und servieren.
PRO PORTION: 334 Kalorien, 7 g Protein, 69 g Kohlenhydrate, 22 g Zucker, 5 g Gesamtfettgehalt, 12 % Fettkalorien, 7 g Ballaststoffe, 145 mg Natrium
SÜßKARTOFFEL-FRÜHSTÜCKSHAPPEN
ERGIBT 12 STÜCK
Die Süßkartoffeln verleihen diesen muffinähnlichen Snacks eine wunderbar natürliche Süße.
ZUTATEN
675 g gekochte und abgekühlte Süßkartoffeln (siehe Hinweis)
146 ml Ahornsirup
1 TL Vanilleextrakt
115 g Haferflocken
116 g Hafermehl
½ TL Zimt
½ TL Kürbiskuchengewürz (Pumpkin Pie Spice, oder ein weiterer ½ TL Zimt)
2 TL Backpulver
¼ TL Meersalz
2-3 EL Rosinen oder zuckerfreie vegane Schokotropfen (optional)
ZUBEREITUNG
1. Ofen auf 180 °C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
2. Die Süßkartoffeln in einer mittelgroßen Schüssel zerdrücken. Sirup und Vanilleextrakt hinzufügen und gut verrühren.
3. Haferflocken, Hafermehl, Zimt, Kürbiskuchengewürz (falls verwendet), Backpulver und Salz zugeben. Alles gut verrühren.
4. Rosinen oder Schokotropfen (falls verwendet) unterheben.
5. 5 bis 10 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.
6. Ungefähr 1 ½ EL große Portionen mit einem Abstand von 3 bis 5 cm auf das Backblech setzen. 17 bis 18 Minuten im Ofen backen, bzw. bis die Happen beim Andrücken fest sind.
7. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.
HINWEIS: Gekochte Süßkartoffeln auf Vorrat sind sehr praktisch. Im Kühlschrank halten sie sich 5 bis 6 Tage und können schnell in verschiedenen Rezepten verarbeitet werden. Beim Backen entfaltet sich das Süßkartoffelaroma besonders gut. Legen Sie dafür einfach ganze Süßkartoffeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und backen Sie sie bei 230 °C 40 bis 60 Minuten im Ofen, bzw. bis die Kartoffeln sehr weich sind. (Die Backzeit hängt von der Größe der Süßkartoffeln ab.)
PRO 2 HAPPEN: 251 Kalorien, 6 g Protein, 52 g Kohlenhydrate, 19 g Zucker, 2 g Gesamtfettgehalt, 8 % Fettkalorien, 5 g Ballaststoffe, 281 mg Natrium
AMARANTH-PORRIDGE

ERGIBT 2 PORTIONEN
Amaranth und Hafer- oder Mandelmehl gehen in dieser köstlichen Kreation eine leckere und sättigende Allianz ein.
ZUTATEN
5 EL Amaranth
240 ml Wasser
240 ml fettarme Pflanzenmilch mit Vanillegeschmack
¼–½ TL Zimt
+ ein paar Prisen frisch geriebenes Muskat (oder Kardamom für ein intensiveres Aroma)
1 Prise Meersalz
30 g Hafermehl (siehe Hinweis zum Ersetzen mit Mandelmehl)
1-2 EL Ahornsirup
+ frische Beeren oder anderes Obst (optional, siehe Toppings)
ZUBEREITUNG
1. Amaranth, Wasser, Pflanzenmilch, Zimt, Muskat und Salz in einen kleinen Topf auf hoher Flamme geben. Zum Kochen bringen, Flamme niedrigstellen und abgedeckt unter ein- bis zweimaligem Umrühren 25 Minuten köcheln lassen.
2. Hafermehl mit einem Schneebesen einrühren und auf niedriger Flamme 1 bis 2 weitere Minuten köcheln lassen. Rühren, bis ein dicker und cremiger Brei entsteht.
3. Flamme abstellen, nach Geschmack mit extra Zimt oder Muskat nachwürzen und nach Belieben mit Ahornsirup süßen.
4. Mit Beeren oder anderem Obst garnieren (falls verwendet) und servieren.
HINWEIS: Wenn Sie Haferprodukte nicht vertragen, versuchen Sie es mit Mandelmehl. Befolgen Sie einfach das Rezept und ersetzen Sie das Hafermehl mit 50 g + 1 bis 2 EL Mandelmehl (genug, damit der Brei eindickt). Lassen Sie den Porridge ohne Deckel unter Rühren einige Minuten auf niedriger Flamme köcheln, bis er blubbert und dick wird. Das Eindicken dauert mit Mandelmehl etwas länger als mit Hafermehl. Sie können auch noch 1 EL gemahlene Chiasamen einrühren, um den Porridge noch sämiger und nährreicher zu machen. Verfeinern Sie den Porridge nach Geschmack mit extra Zimt, Muskat und Ahornsirup oder Kokosblütensirup bzw. -zucker.
OPTIONALE TOPPINGS
+ Garnieren Sie Ihren Porridge mit Trockenfrüchten wie gehackten Datteln, Rosinen, Cranberrys, Bananen oder Aprikosen!
+ Gefrorene Beeren kühlen den heißen Porridge beim Einrühren schnell auf eine angenehme Temperatur herunter.
+ Frische Beeren oder klein geschnittene Pfirsiche oder Nektarinen sind besonders im Sommer eine köstliche Idee.
+ Im Herbst oder Winter sind klein geschnittene Äpfel oder Birnen ein leckeres Topping.
PRO PORTION: 281 Kalorien, 9 g Protein, 52 g Kohlenhydrate, 12 g Zucker, 5 g Gesamtfettgehalt, 14 % Fettkalorien, 5 g Ballaststoffe, 198 mg Natrium
SÜßKARTOFFEL-TOASTS

ERGIBT 1 PORTION
Machen Sie Ihren Frühstückstoast mit diesem wunderbar aromatischen und sättigenden Süßkartoffel-Topping zu einem genussvollen Start in den Tag! Würzen Sie ihn für ein kleines Geschmacksfeuerwerk nach Lust und Laune mit Pfeffer und Zitronensaft!
ZUTATEN
2 Scheiben gekeimtes Vollkornbrot
230 g gekochte und zerdrückte Süßkartoffel, geschält (siehe Hinweis)
½–1 TL Zitronensaft
+ ein paar Prisen Meersalz
+ frisch gemahlener Pfeffer (optional)
2 EL gewürfelte Avocado oder 1 EL schwarze Olivenscheiben
ZUBEREITUNG
1. Die Brotscheiben toasten.
2. Süßkartoffel in einer kleinen Schüssel mit Zitronensaft (Menge nach Geschmack anpassen), Salz und Pfeffer (falls verwendet) vermengen.
3. Süßkartoffelaufstrich auf die Brotscheiben streichen, mit Avocadowürfeln oder Olivenscheiben garnieren und servieren.
HINWEIS: Es ist sehr praktisch, die Süßkartoffeln schon im Voraus zu backen. Legen Sie dafür einfach ganze Süßkartoffeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und backen Sie sie bei 230 °C 40 bis 60 Minuten im Ofen, bzw. bis die Kartoffeln sehr weich sind. (Die Backzeit hängt von der Größe der Süßkartoffeln ab.) Bewahren Sie sie bis zum Gebrauch im Kühlschrank auf oder frieren Sie sie ein. Im Gefrierfach halten sie sich einige Monate.
PRO PORTION: 312 Kalorien, 8 g Protein, 59 g Kohlenhydrate, 11 g Zucker, 5 g Gesamtfettgehalt, 14 % Fettkalorien, 8 g Ballaststoffe, 1.018 mg Natrium
MISO-AVOCADO-TOAST

ERGIBT 1 PORTION
Die Misopaste macht diesen schnellen und einfachen Snack unwiderstehlich.
ZUTATEN
2 Scheiben gekeimtes Vollkornbrot (siehe Hinweis)
1-1 ½ TL Kichererbsen-Miso (oder eine andere milde Misopaste)
45 g reife Avocado, zerdrückt
1 Spritzer Zitronensaft (circa ½ TL)
+ ein paar Prisen Meersalz
1 TL Hefeflocken (optional)
+ frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, je nach Geschmack
2 dicke Scheiben reife Tomate oder 1 Handvoll gehackter Kopfsalat oder Babyspinat
ZUBEREITUNG
1. Brotscheiben toasten.
2. Je ½ TL der Misopaste auf die noch warmen Scheiben streichen. Avocado darüber geben, Zitronensaft darauf träufeln und mit Salz bestreuen. Mit Hefeflocken (falls verwendet) und Pfeffer garnieren.
3. Tomatenscheiben und Salat oder Spinat darauf schichten und servieren.
HINWEIS: Je nachdem, wie groß Ihr Hunger oder Appetit ist, reicht zum Frühstück vielleicht nur eine Scheibe. Essen Sie Ihr Miso-Brot zusammen mit frischem Obst wie bspw. einer Navelorange, frischen Beeren oder Melonenscheiben. Zum Mittagessen können Sie anstelle der Tomatenscheiben oder des Salats auch 5 EL Teriyaki-Kichererbsen (Seite 203) oder Geröstete marokkanische Kichererbsen (Seite 202) als zusätzlichen Belag verwenden und dazu einen grünen Salat oder Rohkost wie z. B. Karotten- und Gurkenstifte essen.
PRO PORTION: 250 Kalorien, 7 g Protein, 38 g Kohlenhydrate, 4 g Zucker, 8 g Gesamtfettgehalt, 28 % Fettkalorien, 6 g Ballaststoffe, 1.190 mg Natrium
POLENTA-FRÜHSTÜCKSKÜCHLEIN
ERGIBT 3 PORTIONEN
Diese Polenta-Küchlein sind ein gesundes, ausgefallenes und sehr leckeres Frühstück und eine willkommene Abwechslung zum üblichen Frühstückseinerlei.
ZUTATEN
POLENTA-GRUNDREZEPT
1 Liter Wasser
1 TL Salz
250 g Polenta
KÜCHLEIN:
+ erkaltete, feste Polenta
1 TL Zimt
120 ml Himbeer-Orangen-Pancake-Sirup (Seite 25) oder Orangen-Mango-Creme (Seite 212)
+ Bananenscheiben, frische Beeren, Pfirsich- oder Apfelspalten (optional)
ZUBEREITUNG
1. FÜR DIE POLENTA: Wasser und Salz in einen Stieltopf geben und zum Kochen bringen. Polenta mit einem Schneebesen einrühren. Flamme herunterstellen und die Polenta 10 Minuten unter regelmäßigem Rühren köcheln lassen. Herd abstellen und Polenta 15 Minuten ziehen lassen.
2. Eine Kastenform leicht mit Kochspray einsprühen und den Boden mit Backpapier auslegen. Polenta in die Form geben und glatt streichen.
3. 1 Stunde oder länger abkühlen und fest werden lassen.
4. FÜR DIE KÜCHLEIN: Eine beschichtete Pfanne auf mittlerer Flamme erhitzen.
5. Polenta aus der Form stürzen und in circa 1 cm dicke Scheiben schneiden.
6. Zimt auf einen Teller streuen und die Polentascheiben darin wenden. Überschüssigen Zimt mit einem Pinsel abbürsten.
7. Mehrere Polentascheiben in die Pfanne geben (es sei denn, Sie verwenden eine sehr große Pfanne, in der für alle Scheiben Platz ist). Unterseite der Küchlein 5 Minuten backen. Küchlein wenden und die zweite Seite 4 bis 5 Minuten backen, bis beide Seiten goldbraun sind.
8. Mit frischem Obst garnieren (falls verwendet), Himbeer-Orangen-Pancake-Sirup oder Orangen-Mango-Creme darüber geben und servieren.
PRO PORTION (MIT HIMBEER-ORANGEN-SIRUP): 227 Kalorien, 4 g Protein, 51 g Kohlenhydrate, 11 g Zucker, 1 g Gesamtfettgehalt, 4 % Fettkalorien, 6 g Ballaststoffe, 374 mg Natrium
PRO PORTION (MIT ORANGEN-MANGO-CREME): 219 Kalorien, 4 g Protein, 43 g Kohlenhydrate, 7 g Zucker, 3 g Gesamtfettgehalt, 12 % Fettkalorien, 3 g Ballaststoffe, 386 mg Natrium
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