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Michael Voss

Das Casino

Ein Ines-Erotikbuch

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

Kapitel: 1 Riva am Gardasee

Kapitel: 2 Wirklich – keine Ahnung

Kapitel: 3 Hast du Kinder?

Kapitel: 4 Na komm ich zeig es dir.

Kapitel: 5 Der nächste Tag

Kapitel: 6 Versprochen – lieferst du mich ab?

Kapitel: 7 Hast du den Schlüssel?

Kapitel: 8 Mir gefällst du so wie du bist.

Kapitel: 9 Was gibt es Neues?

Kapitel: 10 Sie kannte einen Trick

Kapitel: 11 Ich habe sie nur ertastet.

Kapitel: 12 Was hast du vor?

Kapitel: 13 Ich kenn sie schon…

Kapitel: 14 Ach so ist das!

Kapitel: 15 Da bin ich aber platt

Kapitel: 16 dann beherrsch dich halt

Kapitel: 17 Einfach geil.

Kapitel: 18 Die Florenz Idee.

Kapitel: 19 Wie läuft es mit Barbara?

Kapitel: 20 Bist du hier alleine?

Kapitel: 21 Machst du denn gerne Spielchen?

Kapitel: 22 Ach ja, und so…

Kapitel: 23 Die Sekretärin meint

Kapitel: 24 Es ist für mich ein Hobby.

Impressum neobooks

Prolog

Der exklusive Nightclub der Familie Violamonti in Mailand bietet Lebenslust und Luxus pur. Giovanni ist der Boss des Clans, aber im Hintergrund gibt es eine geheimnisvolle Frau.

„Die Dame in Rot“ zieht die Fäden und spielt mit den Menschen. Sie beherrscht ein gigantisches Imperium. Mal vergibt sie den Siegel-Ring der einen als Familienmitglied ausweißt, mal nimmt sie ihn wieder zurück. Wer sich nicht unterwirft, bekommt den Todeskuss.

Der Baumeister Manfredo, arbeitet für sie ohne zu wissen, dass sie ihn zu manipulieren versucht. Die Dame in Rot schafft eine Verbindung zu einer Frau, die ihn liebt und mal verflucht.

Es gelingt ihm nur sich von dieser Frau zu lösen, indem er sich für den Ausstieg entscheidet. Dieser Vorgang, wird schwieriger, als zuerst gedacht. Florenz soll seine neue Zukunft werden. Ein Stadtpalast zur Renovierung wird ihm angeboten. Wird er es schaffen, das Objekt zu erwerben um dort ein neues Leben zu beginnen? Wird Barbara noch an seiner Seite sein?

Kapitel: 1 Riva am Gardasee

Warum sollte ich woanders sitzen als in meinem Lieblingscafe, direkt an der See-Promenade von Riva am Gardasee? Barbara ist nur mal schnell über die Straße um in ein Geschäft zu gehen. Sie braucht dringend neue Schuhe. Ich sehe ihr nach und bin in meine Gedanken versunken. Heiraten? Vielleicht ist sie die Richtige fürs Leben. Nachdem was wir gemeinsam durchgemacht haben. Endlich in den Hafen der Ehe? Bin ich wirklich schon wieder reif dafür? Eine gescheiterte Ehe hab ich ja bereits hinter mir.

Alles Fragen, auf die ich noch keine Antwort habe.

Eine junge Dame kommt an den Tisch und fragt, ob es noch einen freien Platz gäbe. Das Café ist inzwischen bis auf den letzten Platz besetzt. „Ja klar, nehmen Sie doch Platz.“

„Mein Freund wird aber auch noch kommen, ich hoffe wir stören Sie nicht.“

„Kein Problem, meine Freundin ist gerade Schuhe kaufen, sie wird auch gleich zurück sein.“

Ein Hüne von Mensch kommt auf unseren Tisch zu. Bestimmt gute zwei Meter groß.

„Da ist er ja, mein Schatz“, meint die junge Dame schmunzelnd.

Barbara winkt von der anderen Straßenseite herüber und gibt mir zu verstehen, dass es wohl der falsche Laden war, sie geht noch zu einem anderen um die Ecke.

Wir kommen schnell ins Gespräch, sprechen über die verschiedenen Bootstypen und wie sich die Zeit verändert hat. Er ist Bootsbauer, nutzt die Gelegenheit, seinen neuen Typ hier am Gardasee vorzustellen.

„Eine reine Rennmaschine, eher unbequem, aber sehr schnell.“ Er würde sie mir gerne zeigen. Wir kommen auch auf das gestrige Unwetter zu sprechen. Er hätte es nur auf der Autobahn erlebt, sein Bootstrailer sei heftig im Wind geschaukelt. Teilweise konnte er nur in Schrittgeschwindigkeit fahren.

Barbara kommt an den Tisch, ich stelle sie vor und ihr Blick bleibt an Jochen hängen. Ich spüre, wie sie ihre innere Erregung zu verbergen versucht.

Ein Traummann, wow! Sie erzählt gleich, dass sie auch aus dem Norden kommt. Der Freundin wird das Gespräch etwas zu persönlich. Sie meint nur, „Sie kommen wohl aus den neuen Bundesländern.“

Jetzt war eine klare Linie gezogen. Ich kann förmlich Barbaras Gedanken lesen. Um die Situation zu retten, meine ich, „Es wird Zeit aufzubrechen.“

Barbaras Blick, verrät, dass sie jetzt noch eine kleine Ewigkeit hier sitzen könnte. Ich ergreife aber die Gelegenheit und stehe kurzerhand auf. Ich verabschiede mich und wünsche noch einen großen Erfolg bei der anstehen Regatter.

Barbara erhebt sich nur langsam von ihrem Sitz. „Du kannst ja nachkommen, ich gehe schon mal zum Boot.“

„Nein, ich komme auch gleich, bitte warte, vielleicht nimmst du ja die Tasche mit den Schuhen.“

„Aber sicher, gib mir die Tasche.“

„Der junge Mann hat dir aber besonders gut gefallen.“

„Ich gebe zu, so was bekommt man nicht alle Tage zu sehen“, meint Barbara.

Unser Boot wurde bereits von einem Angestellten des Hotels geputzt und war nun startklar. „Nur tanken müssen wir noch, das war so vereinbart.“

„Wir werden uns die Regatter vom See aus ansehen und vielleicht zum Mittagessen irgendwo an einem schönen Strand anlegen.“

„Gute Idee“, meint Barbara. Sie setzt sich noch einen Strohhut auf und dann legen wir ab. Wir tuckern so gemütlich vor uns hin und beobachten die Vorbereitungen für die Wettfahrt. Eine kaum überschaubare Menge toller Boote sind zum Wettkampf angetreten. Durch das Fernglas haben wir einen super Überblick. In einer halben Stunde ist Start, einige können es kaum noch erwarten und kreisen schon um die Startlinie um eine gute Position einzunehmen. Andere wiederum trainieren noch das Handling mit ihrem Boot.

„Wir sollten auch mal mit einem Segelboot eine Ausfahrt machen, hier gibt es wirklich schöne Boote zu mieten.“ Barbara kann sich dafür nicht begeistern. Sie meint: „Da liege ich lieber in der Sonne und genieße das Leben. Mit einem Glas Champus in der Hand.“

„Ich lasse dich jetzt mal ein Stückchen hinterher schwimmen.“

„Viel zu kalt“, meint Barbara. „Das ist nichts für das Kind.“

„Du willst wohl jetzt unbedingt ein Kind?“

„Warum nicht?“

„Aber ich will keinen Kinderstress, wenn es kommt gut, aber wenn es nicht kommt auch gut.“

„Ach, so siehst du dass?“ Barbara erregt sich heftig und schimpft gleich weiter:

„Wo hast Du eigentlich gedacht, dass wir mal wohnen werden? Hier steht eine dringende Frage im Raum. Wie sollen unsere Kinder mal erzogen werden? Italienisch, Deutsch, was glaubst Du denn?“

„Jetzt sprichst Du schon von Kindern. Wie viele willst Du denn?“ Meine ich.

„Auf jeden Fall einen Buben und anschließend noch ein Mädchen.“

„Hast Du schon ein Rezept, wie man das anstellt?“

„Nein dass nicht, ich hörte nur, dass man viel üben soll.“ Nun muss Barbara lachen. Dann unterbrechen wir unsere Diskussion um den Start der Boote zu beobachten. Ein Kanonenschlag, wurde zum Start gezündet. Das Feld rauscht zügig ab, schon bald haben wir sie aus den Augen verloren.

Wir tuckern noch eine Stunde in der Bucht umher. Barbara war das zu langweilig und bat mich umzukehren. Ich gab das Boot beim Vermieter zurück und schlendere nun mit Barbara gemütlich in Richtung unseres Hotels.

„Was machen wir nun eigentlich mit dem angebrochenen Tag?“, frage ich so nebenbei.

„So richtig faulenzen“, meint Barbara.

Wir beschlossen einige Läden nach einem Anzug zu durchforsten. Ich wollte einen leichten Sommeranzug. Barbara sollte ein leichtes Kostüm bekommen. Wir wollen in Brixen doch ordentlich erscheinen. Anneliese hatte uns zur gemeinsamen Besprechung wegen des Neubaus gebeten.

„Muss ich bei Anneliese eigentlich Eifersüchtig sein?“ Fragt Barbara.

„Nein, auf keinen Fall, sie ist eine echte Kameradin, du wirst mal froh um sie sein, wenn du Hilfe mit den Kindern brauchst.“

„Du Ekel, Du wirst mich doch nicht alleine mit den Kindern in Brixen sitzen lassen?“

„Aber in Italien hab ich meine Arbeit und meine Brötchengeber. Entschuldigung, mein Handy klingelt.“

„Kannst Du nicht einmal dein Handy im Hotel lassen? Niemals haben wir Ruhe davon.“

Es ist Giovanni, ich bin erstaunt und frage: „Wie geht es Dir altes Haus?“

„Wir wollen nun doch die Villa in San Remo in Angriff nehmen, da dachten wir an Dich, wehr kennt sie besser als Du?“

„Was wollt ihr denn daraus machen? Vielleicht ein Edel-Puff?“

„Aber ich bitte Dich. Es wird eine hoch herrschaftliche Villa, wir haben schon einen Käufer dafür.“

„Das hört sich gut an.“ Meine ich entspannt.

„Wann kannst Du dort sein?“

„Geht es übermorgen?“

„Ja das ginge, gegen elf an der Baustelle.“

„Abgemacht!“ Meint Giovanni.

„Wo geht es jetzt wieder hin?“, fragt Barbara genervt. - „Du willst also mit dem alten Gauner zusammen arbeiten?“ „Warum nicht, ich kenne seine Trix, davon abgesehen, er hat mich nie wirklich betrogen. Alle seine kleinen Gaunereien, hab ich schnell durchschaut. Außerdem kommen wir endlich wieder in die Wohnung, du kennst sie ja kaum noch.“

„Wir werden noch der Zugehfrau Nachricht geben, damit alles sauber ist.“

„Also das heißt wieder mal packen.“ Bei Barbara fällt die Laune in den Keller.

„Ich bin nun mal ein Zigeuner, es treibt mich immer wieder an einen anderen Platz.“

„Ich will aber endlich mal wo bleiben.“, meint Barbara.

„Wenn wir mit der Baustelle in San Remo beginnen, sind wir mindestens für ein Jahr dort.“

„Na, hoffentlich, wird es nicht länger“, entgegnet Barbara gereizt.

„Du kannst dann mit dem Mercedes deine Ausflüge machen und die Gegend kennen lernen. Oder willst Du mal wieder deine Schwester besuchen, dann bring ich dich nach München. Du kannst dann den Wagen mitnehmen und später nach San Remo nachkommen?“

„Die Idee ist nicht schlecht.“ Barbara beginnt zu lachen.

„Wie kommst Du dann weiter?“, fragt Barbara.

„Das wird sich ergeben, notfalls nehme ich einen Leihwagen.“

„Wir müssen unbedingt einen Laptop mitnehmen, damit wir immer erreichbar sind.“ „Das fehlt ja gerade noch, dass du dann am Abend vor diesem blöden Ding sitzt und E-Mail sendest.“

„Warum bist Du denn so böse, sei doch froh, wenn sich etwas tut.“

Als wir in das Hotel kommen, liegt schon Post für uns bereit. „Die zwei Briefe sind für mich“, und schon hat Barbara sie gegrapscht.

„Erwartest Du denn Liebesbriefe?“ Fragt sie mit einem Hintergedanken.

„Nein aber diese zwei sind von Betti und deshalb für mich.“

„Glaubst du etwa, es hat sich für Betti die Welt verändert?“

„Nein, sicher nicht, aber vielleicht hat sie endlich einen richtigen Freund gefunden.“ „Komm lass uns in die Lounge gehen, ich bestell uns noch einen Cognac.“

„Nein, mir lieber einen Gin Tonic. Okay?“

Wir suchen uns eine ruhige Ecke und vertiefen uns in die Post. Ein Steuerbescheid aus München, da hab ich schon lange drauf gewartet. „Sie langen ja ganz schön hin“, grummle ich vor mich hin. „Könntest du dich bitte leise mit deiner Post befassen, ich möchte nämlich lesen.“ „Vielleicht doch besser einen Cognac?“

„Lass mich jetzt endlich in Ruhe.“ Eigentlich bin ich gerade in der Stimmung sie ein wenig zu ärgern. Entschließe mich aber doch besser die Ruhe zu bewahren. Ein dickes Kuvert aus Brixen, unendlich viele Fragebogen und Verwaltungsbögen. Das hab ich nun davon, dass ich unbedingt dort bauen will.

„Betti will ihren Anteil am Objekt in Bar ausgezahlt haben.“, kommt es von Barbara.

„Ich dachte, wir wollen schweigen“, erwidere ich.

„Entschuldige, aber ich musste es sagen.“

„Will sie sich besaufen, oder was will sie damit anfangen?“

„Sie will sich eine Wohnung kaufen. Sie zieht mit einer Freundin zusammen, da die Mieten in Berlin so hoch sind, will sie lieber kaufen, statt mieten.“

„Das ist das erste Mal, dass ich sie verstehen kann. Wie geht es ihr denn sonst? Schreibst sie was von Arbeit, die sie vielleicht gefunden hat?“

„Ja sie arbeitet am Schauspielhaus, ist dort mit der Deco beschäftigt.“

„Sie wird doch nicht erwachsen werden. Lauter so ernste Sachen, dass kennt man ja eigentlich gar nicht von ihr.“

„Ja, es geschehen noch Dinge, die kann man kaum glauben. Wie willst du das regeln, ich meine das Ding mit dem Objekt?“

„Zuerst muss ich mal nachrechnen, wie viel sie bekommt.“ „Wir müssen es schätzen lassen. Verkaufen wirst du es nicht können, da müsste schon ein ganz toller Hecht vorbei kommen, mit einer ganz großen Feder am Hut.“ „Ich will es eigentlich nicht verkaufen, aber wenn es mir alleine gehört, dann bin ich frei in meiner Entscheidung. Im Moment ist es ja gut Vermietet.“

„Wie hoch schätzt du denn den Wert ein?“

„Irgendwann, waren es mal fünfzigtausend.“

„Reichsmark oder schon echtes Geld?“ Ich frotzle so dahin. Aber es gefällt ihr nicht. Sie ist sehr ernst. „Bitte verstehe, es ist mir nicht nach scherzen.“, meint sie.

„Wir werden das mit deinem Anwalt besprechen, du kannst dass selbstverständlich auch alleine machen.“

„Nein, ich will schon, dass du dabei bist. Dein Anwalt in München wird sowieso der richtige sein. Er kennt sich gut aus und ist recht geschickt, wie er durch die Verhandlungen mit der Filmproduktion bewiesen hat.“

„Du kannst dich ja mit ihm mal zusammensetzen wenn du in München bist. Was schreibt denn Betti noch so?“

„Sie hat sich wohl endgültig entschlossen mit ihrer Freundin beisammen zu bleiben. Von den Männern hat sie die Nase gestrichen voll, betont sie.“

„Aber sie war doch so glücklich mit...“

„Nein, da irrst du. Sie hat deinen Freund nur ausgenützt, sie wollte einfach nur umsorgt sein.“

„Ich versteh das schon, sie ist eben auf der Suche.“

„Aber so ist es doch immer, plötzlich findest du Plätze schön, die du vorher nicht beachtet hast.“

„Also ich mach das nun so, ich werde morgen deinen Wagen nehmen und fahre erstmal nach München, spreche mit dem Anwalt und fahre anschließend weiter nach Berlin zu Betti.

„Gut, dann nehme ich übermorgen den Zug nach San Remo. Wir sehen uns dann demnächst dort, oder nicht?“

„Doch ich komme gerne, ich kenne es ja kaum. Auch das Wetter wird dort viel besser sein.“ „Aber eine Bitte habe ich, du bringst deine Schwester nicht mit.“ „Ich verspreche es.“ Wir beschließen den Abend in einem sehr gemütlichen Restaurant zu verbringen, so mit Kerzenlicht und leiser Musik.

Schon um sechs des nächsten Morgens, spüre ich wie unruhig Barbara ist. Sie steht immer wieder auf und meint dann ganz plötzlich, ich fahre jetzt. Sie geht in das Bad und macht sich frisch und wir bestellen das Frühstück auf unser Zimmer.

Irgendwie sind wir uns die letzten Tage auf den Geist gegangen, vielleicht wurde mir auch alles zu eng. Erklären kann ich es eigentlich nicht, aber ich bin schon recht froh, mal wieder alleine zu sein.

Nach dem Frühstück, lässt Barbara den Pagen kommen, er bringt die Koffer zum Wagen. Eine Stunde später bummle ich alleine über den Marktplatz. Hier treffe ich den Bürgermeister und wir beschließen ein Café aufzusuchen.

Wir bestellen einen Capuccino mit Cognac. „Ich habe Probleme mit den Grünen im Amt.“, meint er plötzlich. – „Der Bau wird zu groß, sagen sie.“

„Dann machen wir den Anbau einfach um ein Etage niedriger, dass kommt allen entgegen. Dadurch wird das Projekt auch leichter und billiger.“ Erkläre ich ihm.

„Gute Idee, ich hätte schon viel früher mit dir reden sollen. Morgen ist Sitzung, du kommst doch?“

„Dann werde ich meine Reise verschieben müssen, aber das ist nicht einfach.

Giovanni hat alle an einen Tisch bestellt, verschieben, nein völlig unmöglich.“ Diesmal muss der Bürgermeister sich nach meinen Plänen richten und sie alleine erklären.

Das Telefon läutet. „Ja, da hab ich richtig Glück gehabt, dass ich gleich durchkomme.“ Anneliese ist am Telefon.

„Komm, mach mir nichts vor, ich weiß doch, dass du mich einfach vergessen hast. Weißt du, ich kenne dich jetzt schon so lange, dass ich bereits fühle, wenn bei dir etwas nicht stimmt. Habe ich Recht?“

„Ja, du hast ja Recht, Barbara und ich sind uns auf den Wecker gegangen.“

„Du wirst es niemals länger wie sechs Wochen mit einer Frau aushalten. Deshalb verstehen wir uns ja so gut. Wie du weißt geht es mir mit meinem Mann genauso, nur wir haben eine Abmachung, er muss dann auf den Berg.“

„Hab ich leider im Moment keinen hier. Erzähl was gibt es neues?“

„Du musst unbedingt kommen, es ist schon so weit, wir machen gerade das Fundament.“

„Wow, so wie es aussieht, komme ich erst, wenn der Rohbau steht. Ich muss morgen unbedingt nach San Remo, sie wollen die Villa nun doch umbauen.“

„Da gratuliere ich dir aber, auf dieses Projekt hast du dich doch so gefreut.“

„Ich gebe ja zu, dass ich schon enttäuscht war, als es damals abgesagt wurde. Es wird jetzt eine Luxusvilla mit vier Wohnungen, die verkauft werden sollen.

„Wieviel Kommission wirst du bekommen?“

„Ich werde es dir mal bei einer guten Flasche Wein verraten.“

„Ich werde dich beim Wort nehmen.“, meint Anneliese.

„Ich vertraue Dir, da du ja weißt auf was es mir ankommt. Wie habt ihr das mit dem Grundwasser geregelt? Es hat sich doch im Garten als Problem herausgestellt.“

„Wir machen eine Dränage. Zuerst hatten wir vor ein Biotop anzulegen, aber der Baumeister hatte mit den zu erwartenden Mücken bedenken.“

„Habt ihr gut gemacht, dass ihr dass gelassen habt.“

„Was treibst du heute Abend? Ich nähe an meinem Abendkleid, du weißt ja wir haben bald unseren Hochzeitstag.“

„Wann?“

„In vier Wochen.“

„Sag mal, welches Datum?“ „Der dreiundzwanzigste.“ Ich schreibe mir das sofort auf, aber sage natürlich nichts. „Ihr seid ja schon ewig zusammen.“

„Das müsstest du eigentlich genau wissen.“

Kapitel: 2 Wirklich – keine Ahnung

„Wirklich?“

„Stell dich nicht so an, sag bloß du hast es vergessen?“ Ich gebe vor es noch genau zu wissen, aber ich habe keine Ahnung, von was sie spricht.

Sofort krame ich mein Notizbuch heraus, um das Datum zu sichern. Da werde ich mir was einfallen lassen. Vielleicht werde ich sie einfach besuchen und überraschen. Sie ist schon eine ganz Liebe. Ich muss noch eine Weile über sie nachdenken. Beginne inzwischen mit dem Kofferpacken. Ich lasse mir von der Küche einen Brotzeitteller nach oben schicken. Ich bekomme noch die Nachricht, dass mein Zug um neun Uhr dreißig geht.

Der Zug ist bereits eine gute Stunde unterwegs, als ich mich entscheide in den Speisewagen zu gehen um einen Imbiss einzunehmen. Es ist ziemlich voll, es scheinen alle Geschäftsleute zu sein, die zu einem Kongress fahren.

Inzwischen nähern wir uns bereits Mailand. Vom Schaffner, erfahre ich, dass heute alles Verspätung hat, da in manchen Bahnhöfen gestreikt wird. Wenn es ganz schlimm kommt, nehme ich für den Rest der Reise einen Leihwagen.

Ich mach mich nicht verrückt, notfalls lasse ich mir von Giovanni einen Chauffeur schicken.

Mein Handy läutet, Barbara ist dran. Sie ist in München.

„Alles klar? Schönes Wetter?“ Sie meint, ich fehle ihr. Es wäre ohne mich in München nicht so schön.

„Jetzt gehst du in den Osterwaldgarten und gönnst dir was Gutes. Setz dich in die Sonne und trinke ein Weißbier auf mich. Ist die Wohnung in Ordnung?“

„Wie gewohnt. Sie ist schön aufgeräumt und gewienert.“

„Wenn du nach Berlin fährst, nimm bitte die zwei Umzugskartons mit, damit ich sie los bin.“

„Was soll den Betti damit?“

„Bitte sieh noch in die Garage, ob mit dem SL alles okay ist?“

„Vielleicht nehme ich ihn ja, stelle dafür den anderen hinein.“

„Untersteh dich, rühre ihn ja nicht an.“

„Mal sehen?“, kommt es etwas schnippisch zurück. „Bussi.“ Sie wird doch nicht wirklich auf die Idee kommen und den SL rausholen. Ich vergrabe mich wieder in meine Zeitung. Da kommt ein Getränkewagen vorbei und bietet diesmal auch Cognac und ähnliche Getränke an.

Da klingelt schon wieder das Handy. „Ich bin es noch mal. Ich war jetzt in der Garage, also drinnen steht er ja noch, aber er ist schrecklich verstaubt, soll ich nicht besser in die Waschstraße fahren?“

„Du lässt ihn stehen.“ Ich werde etwas laut, der Nachbar, sieht mich über den Brillenrand prüfend an.

Lächelt und meint, „immer diese Töchter. Sie hätten den Schlüssel mitnehmen sollen.“ Da fällt mir ein, ich habe ihn ja bei mir, sie kann ja gar nicht fahren, sie will mich nur ärgern.

„Du Biest, sei geküsst. Bis auf bald.“ Als sie auflegt, lacht sie noch.

Wieder das Handy, mein Nachtbar lächelt. „Ich bin es noch mal.“

„Was gibt es Liebling?“, frage ich.

„Ich bin gerade an unserem Kleiderschrank, Soll ich für dich ein paar Hemden mitnehmen?“

„Wenn du noch Platz hast. Muss aber nicht sein, ich hab hier genug.“

„Jetzt hab ich gerade unser gemeinsames Tuch in der Hand. Ich werde mir jetzt die Augen verbinden und mich auf das Bett legen. Möchtest du zuhören?“

„Barbara! Ich sitze im Zug.“

„Da wirst du wohl etwas unruhig werden?“

„Na warte, aber trotzdem viel Spaß.“ Ich lege auf.

„Na, hat sie den Wagen rausgeholt?“, fragt mein Nachbar.

„Nein, sie hat etwas anderes zum Spielen gefunden.“

„Ist sie noch sehr jung?“

„Wie ein Kind, könnte man meinen.“ Ich muss lachen. Eigentlich gefällt es mir, wie sie versucht den Kontakt zu halten. Erneut läutet es.

„Was ist denn nun wieder?“

„Anneliese, ach entschuldige. Was kann ich für dich tun.“

„Wir sind gerade an der Böschung, willst du eine Stufe oder ein sanft abfallendes Gelände, mit einem kleinen angedeuteten Hügel.“

„Keine Stufe bitte.“

„Du musst unbedingt in Kürze auftauchen, sonst gibt es die ersten Fehler.“

„Du machst das schon richtig. Es soll ja auch zu deinem Grundstück passen. Entscheide einfach, wie du es machen würdest, ich verlasse mich auf dich.“

„Servus, bis bald.“ Kaum hab ich aufgelegt, wieder das Handy.

Nicole, das ist die junge Dame, die sich um meine Wohnung kümmert. „Wie lieb dass du anrufst.“

Sie will wissen, was in den Kühlschrank muss?

„Du weißt doch, immer das gleiche.“

„Noch einen Wunsch bezüglich des Weines?“

„Wie immer. Kommst du mit Freundin, oder solo?“

„Solo!“

„Du brauchst wohl Ruhe?“

„So sieht es aus.“ Ich schalte das Handy ab. Erneut kommt der Wagen mit der Brotzeit vorbei und ich mache eine Reservierung für den Speisewagen. Nach einer viertel Stunde wird meine Nummer aufgerufen.

Mein Platz ist an einem zweier Tisch. Der Ober meint, „es macht ihnen doch nichts aus, wenn noch eine weitere Person hinzu kommt?“

„Sicher nicht.“

Auf den Tisch bewegt sich eine junge Dame zu.

„Darf ich?“ fragt sie höflich. Ich springe auf und rücke ihren Stuhl zurecht. „Vielen Dank.“ Sie sieht atemberaubend aus. Der Ober steht am Tisch und fragt nach der Bestellung.

„Sie bitte zuerst.“ Sie bestellt sich einen Roten und ein Glas Wasser und dann die Spaghetti.

„Ich nehme auch den Roten und Wasser, aber bitte die Lasagne.“

„Kommt sofort.“ Wir sehen beide aus dem Fenster. Plötzlich meint sie, „Sie müssen Künstler sein, sie haben so schmale Hände.“ Sie hat einen süßen Mund und ihr Augenaufschlag ist überwältigend.

Das Essen wird serviert. Wir stoßen mit dem Rotwein an. „Angelina“, meint sie. Ich bin ganz aus der Fassung, „Manfredo“, erwidere ich.

„Wissen sie, ich bin Modell, habe einen Auftrag und bin ziemlich nervös.“

„Dann trinken wir jetzt auf die innere Ruhe“, schlage ich ihr vor.

„Die kann ich wirklich gebrauchen. Es geht um einen sehr großen Auftrag, wenn alles klappt, gehe ich nach Amerika.“

„Das wäre aber schade, wenn Europa so eine nette Persönlichkeit verlieren würde.“ „Es ist die Chance meines Lebens“, meint Angelina. „Also, dann lassen sie uns darauf anstoßen, dass sie Erfolg haben werden. Wo findet denn die Entscheidung statt?“

„In San Remo!“

„In diesem Ort werden sie Erfolgreich sein!“, erkläre ich.

Am Bahnhof winkt bereits Nicole heftig mit den Armen um auf sich aufmerksam zu machen. Ich sehe mich noch mal um, um vielleicht irgendwo Angelina zu entdecken.

Nicole will wissen, warum ich mich immer wieder umsehe. „Suchst du jemand?“

„Nein, ich dachte ich hätte da einen Bekannten gesehen. Übrigens vielen Dank, dass du mich abholst. Aber ich hätte auch ein Taxi nehmen können.“

„Aber das macht doch nichts. Wir müssen noch schnell frisches Brot kaufen, das hab ich vergessen zu besorgen.“

Ich trete auf meine Terrasse und genieße den Ausblick. Also diese Entscheidung, damals war sicher die richtige. Ich öffne eine Flasche und setze mich hinaus, genieße den lauen Abend. Richte mir noch eine kleine Brotzeit, schade, dass Nicole nicht bleiben konnte.

Das Telefon läutet. Es ist Barbara, „Warum hast du einfach abgeschaltet? Es ist dir wirklich was entgangen.“

„Kann ich mir vorstellen.“

„Ich habe unser Tuch immer noch um.“

„Um die Augen?“

„Nein um den Hals.“

„Da bin ich aber froh.“

„Ich habe mich daran gemacht und in den Kisten gestöbert, ich werde einen großen Teil einfach entsorgen.“

„Finde ich eine kluge Entscheidung“, meine ich.

„Was soll ich denn mit den Geräten machen?“ „Musst du wissen. Ich will dich da nicht beeinflussen. Die Pläne solltest du vielleicht besser aufheben, die wirst du noch brauchen. Auch alte Fotos, vom Gebäude, solltest du noch aufbewahren.“

„Wenn du meinst, tue ich alles was wir noch brauchen können in eine Kiste.“

„Bitte stelle sie aber in die Besenkammer, bevor sie von der Putzfrau besichtigt wird.“ Wir bereden noch den nächsten Tag und wünschen uns eine gute Nacht.

Am nächsten Morgen, scheint die Sonne über San Remo, es ist ein wolkenloser Himmel.

Im Büro ist bereits hektisches Treiben. Als ich eintrete, kommt Giovanni auf mich mit einem lauten „Hallo“ zu. Wir begrüßen uns wie alte Freunde. Der alte Ärger, ist wie weggeblasen.

„Hast du schon was für den Abend vor?“

„Nein, ich bin Solo.“

„Dann musst du mitkommen. Wir werden heute Abend entscheiden, wer uns in Amerika vertreten wird.“

„Was vertreten?“, frage ich vorsichtig.

„Wir haben uns eine Parfum Firma zugelegt.“

„Wieso denn dass?“

„Es ist ein wichtiges und neues Standbein für uns.“

Pünktlich um elf beginnt Giovanni mit seiner Ansprache, erklärt, warum nun die Villa doch umgebaut wird. Danach teilen wir uns in Einzelgruppen auf um ins Detail zu gehen. Zu Mittag wird eine Kleinigkeit gereicht, um die Arbeit nicht zu unterbrechen. Gegen fünf, mahnt Giovanni zum Ende zu kommen, morgen ist auch noch ein Tag.

Er kommt zu mir und gibt mir eine Karte mit der Einladung für den Abend. Zurück im Appartement lege ich mich zuerst mal in die Wanne um zu entspannen.

Einen weißen Sommeranzug, das ist Pflicht in San Remo am Abend, also bürste ich ihn noch mal kurz aus. Ich betrachte mich mit prüfendem Blick im Spiegel, ob ich nun wirklich so gehen kann.

Okay passt, war meine Entscheidung. Ich rufe mir ein Taxi und fahre in den Palazzo der Familie von Giovanni. Seine Söhne sind auch schon da und begrüßen mich zurückhaltend. Sie haben den alten Streit noch nicht vergessen. Schließlich zogen sie damals den Kürzeren und wurden von ihrem Vater getadelt.

Wir haben noch etwas Zeit, diese vertreiben wir uns, indem wir uns einen Drink holen und im Haus auf und ab gehen. Giovanni bittet alle in den Saal zur Repräsentation seiner neuen Kollektion. Zwei Butler öffnen die großen Flügel des Portals. Er hat sich wirklich was einfallen lassen. Diverse Herren der Presse sind ebenfalls anwesend und von der Präsentation begeistert.

Als Giovanni den Raum betritt wird geklatscht. Mit Lichteffekten wird nicht gespart. Dann ertönt ein Gong. Ein Laserstrahler wird auf ein Parfumflakon gerichtet. Er beginnt mit seiner Laudatio. Nicht länger wie eine viertel Stunde nimmt er sich dafür. Dann stellt er die neuen Botschafterinnen vor. Eine für den Europavertrieb, eine andere nur für Amerika und eine für den Rest der Welt.

Eine Dame ist schöner wie die andere. Moment Mal, das ist doch Angelina. Aber für welches Gebiet ist sie denn nun zuständig? Wir werden in einen weiteren Saal gebeten. Hier ist eine lange Tafel gerichtet an der wohl gespeist wird. Ich gehe langsam um die Tafel und suche meinen Namen.

Jemand klopft mir auf die Schulter, „Wir kennen uns doch!“ Es ist Angelina.

Wir sitzen uns am Tisch gegenüber.

„Lassen sie uns auf den Abend anstoßen.“

„Gehen sie nach Amerika?“

„Noch kann ich wählen, aber eigentlich hab ich mich schon für Amerika entschieden.“

„Eine tolle Karriere erwartet sie dort. Ab Heute geht es nur noch aufwärts. Aber kämpfen werden sie müssen.“

„Das weiß ich, aber ich habe einen langen Atem. So eine Chance bekommt man nicht alle Tage. Was machen sie eigentlich hier?“

„Ich renoviere eine Villa für Giovanni.“

„Aha der Baumeister. Geht es um dieses Gebäude oder gibt es noch ein anderes?“

„Es gibt noch ein anderes, aber ganz in der Nähe. Sind sie im Hotel oder sind sie in einem der Gästezimmer im Haus untergebracht?“

„Wir sind hier im Haus. Haben sie schon die Söhne kennen gelernt?“, frage ich.

„Ja, es wurden mir beide vorgestellt. Einer wird unser Chef sein, aber ich weiß noch nicht welcher. Ab morgen wird nur noch gearbeitet, wir werden auf das neue Produkt eingeschult.“ Völlig unerwartet steht Giovanni an meiner Seite. „Na mein Junge, wie geht es, gefällt dir der Abend. Du hast ein hübsches Gegenüber. Schon einmal hast du eine hübsche junge Frau in unserem Betrieb gebracht.“

„Giovanni, wenn hab ich denn bei dir untergebracht?“

„Ich dachte Angelina käme durch dich.“

„Nein, Giovanni, wir haben uns nur gestern im Zug kennen gelernt.“

„Ach so war das, da hab ich dann was missverstanden, Roberto meinte ihr seid befreundet.“

„Keine Spur, zumindest nicht bis heute!“

„Du solltest aber mal wieder nach einer neuen Braut Ausschau halten.“

„Was meint er mit Braut und… schon mal?“, will Angelina wissen.

„Meine erste Frau war Managerin bei Giovanni.“

„Habt ihr euch getrennt?“

„Nein, sie ist verstorben. Durch einen Unfall. Aber lass uns jetzt bitte von erfreulicherem sprechen.“

„Wie lange arbeitest du schon für Giovanni?“

„Ein paar Jahre, mal mehr, mal weniger. Wir hatten auch schon mal einen richtigen Streit, aber der endete in einer ewigen Freundschaft.“

„Ist er denn schwierig?“ Will Angelina wissen.

„Sehe es mal so, wenn du immer einen Schritt weiter bist wie er oder einer seiner Söhne, dann kann dir nichts passieren.“

„Das hört sich ja an, als wären wir hier bei der Mafia.“

„Steckt nicht in jedem Italiener ein kleiner Mafiosi? Ich meine dass jetzt sympathisch und nicht negativ!“

„Es gibt sicher viele nette Mafiosi. Aber wenn bei uns in Deutschland mal einer besonders gewieft ist, ich meine, er weiß wo es langgeht, dann nennt man ihn schnell einen Gauner. Auf den Riecher kommt es an. Wenn bei mir die Nase anfängt zu Gribbeln, dann bedeutet es aufpassen. Ich höre dann besonders konzentriert zu.“

Sie lächelt mich an und meint, „Gribbelt es?“

„Sollte es?“

„Währe schön, meinst du nicht auch. Sie reicht ihr Glas über den Tisch und meint, „lass uns anstoßen.“ Sie ist nun plötzlich auf das „DU“ übergewechselt. Ich mache den Vorschlag und biete ihr das „DU“ an. Sie steht auf und geht um den Tisch.

„Wir können doch nicht einfach über den Tisch hinweg auf das „DU“ trinken.“

Wir stoßen an und dann folgt der obligatorische Kuss.

Sie küsst unwahrscheinlich, ich habe das Gefühl meine Sinne schwinden. Wow, das war heftig.

„Schon im Zug, dachte ich mir, ein netter junger Mann.“, sagt Angelina.

„Das jung kannst du ruhig weglassen.“

Kapitel: 3 Hast du Kinder?

„Hast du Kinder?“

„Nein!“

„Arbeitest du daran, ich meine hast du eine Freundin?“

„Verschiedene Bratkartoffelverhältnisse, nicht mehr!“

„Davon hab ich schon gehört. Es scheint eine Stärke der Bayern zu sein, Traditionen zu pflegen.“

„Wenn du damit die Bratkartoffeln meinst.“

„Ich dachte mehr an die Verhältnisse.“ So langsam lichten sich die Reihen. Die Herren gehen langsam zu Bett, morgen ist ein anstrengender Tag. „Dann will ich dich jetzt nicht länger vor dem schlafen gehen zurückhalten.“

„Komm ich bringe dich auf dein Zimmer.“

„Lieb von dir, aber ich muss mich noch zu Giovanni setzen, ich glaube er erwartet es.“

„Mach das. Wir sehen uns dann morgen. Vielleicht in der Mittagspause oder spätestens zum Abendessen. Du wirst ja wohl frei haben.“

„Keine Ahnung, aber sicherheitshalber gebe ich dir mal meine Handy Nummer.“

Einen Blick auf mein Handy, vier Nachrichten. Viermal Barbara.

Ich werde sie morgen Früh gleich zurück rufen, bestimmt schläft sie schon. Da läutet es erneut.

„Wo bist du denn?“

„Ich war bei Giovanni.“

„Da bist du dann abgesoffen.“

„So schlimm war es auch wieder nicht. Was gibt es denn so dringendes?“

„Ich habe jemanden mit deinem Wagen angeeckt.“

„Wie meinst du dass?“

„Na ja, ich hab nicht rechtzeitig gebremst, da bin ich ihm hintendrauf gefahren.“

„Hauptsache, dir ist nichts passiert. Okay, berichte weiter.“

„Der Wagen ist zu Mercedes gebracht worden.“

„Aha, kann ich ihn noch erkennen?“

„So schlimm ist es nicht, nur die Haube ist ein wenig eingeknickt.“

„Wo steht er bei Mercedes?“

„In München. Die Polizei wollte wissen, warum ich einen italienischen Wagen fahre. Ich habe erklärt, dass ich deine Braut bin.“

„Im Wagen sind die Versicherungsunterlagen. War dein Kontrahent sauer?“

„Und wie. Es war ein ganz neuer Audi.“

„Na, da hast du ja richtig zugeschlagen. Pass auf, ich gebe dir jetzt die Fax Nummer von Giovanni, da faxt du alles hin. Du nimmst dir bitte morgen einen Leihwagen, aber bitte auf meinen Namen, das bezahlt nämlich die Versicherung. Aber bitte nimm keinen Rolls.“

„Ist ein Golf okay?“

„Ja natürlich. Dann packst du alles um und fährst damit nach Berlin. Bist du zurück kommst, ist der Mercedes sicher fertig. Ich kenne den Meister, der wird alles regeln.“

„Ich will es hoffen, die rechte Türe ist auch nicht mehr aufgegangen.“

„Mach dir keine Sorgen, die von Mercedes machen das schon.“ „Ich bin ja so froh, dass du dich nicht aufregst.“

„Dadurch wird es auch nicht besser. Außerdem ist mir das auch schon passiert.“

Der Kaffee ist fertig, ein Crossantes ist im Kühlschrank. Nebenbei wähle ich die Nummer von Mercedes in München.

„Herr Halberschmidt bitte!“

„Ja bitte, ach sie sind der Italiener.“

„Also wie sieht es aus?“

„Ich habe mir den Wagen schon mal angesehen, wir werden etwa zehn Tage brauchen.“

„Was wird er denn kosten?“

„Nur eine Schätzung, so etwa zehntausend.“

„Okay, senden sie mir bitte das Formular, für die Freigabe, dann können sie gleich anfangen.“

Barbara will nun wissen, was los ist. „In zehn Tagen ist er fertig. Dann kannst du ihn holen.“

„Wie teuer?“

„Geht schon in Ordnung. Ich melde es der Versicherung, inzwischen lege ich es aus.“

Gegen Mittag kommt eine Sekretärin von Giovanni. „Hi, Manfredo, da ist ein Fax, du sollt es unterschreiben und ich muss es sofort zurückschicken.“

Vierzehntausend mit Mehrwertsteuer. Da hat sie aber kräftig zugeschlagen.

Ich will gerade beginnen das Formular auszufüllen, da klopft es an der Türe.

Als ich öffne, glaube ich meinen Augen nicht zu trauen. „Angelina, woher weißt du denn wo ich wohne?“

„Giovanni.“ Sie nimmt mich in den Arm.

„Du hast Ärger mit der Versicherung.“

„Was weißt du denn?“

„Giovanni.“

„Du hast also eine Freundin, wer sagt denn das?“

„Giovanni.“

„Gibt es etwas, was Giovanni nicht weiß?“

„Ich glaube nicht. Was machst du mit dem angebrochenen Abend?“

„Lass uns irgendwo gemütlich zu Abend Essen.“

„Gute Idee. Nimm eine Jacke mit, es ist kühler geworden. Erzähl, wie war dein erster Tag?“

„Wir haben über die Strategie gesprochen, über die Werbung und die Kosten die auf Giovanni zukommen werden.“

„Gefällt dir die Arbeit immer noch?“

„Ja sicher, ich habe doch Wirtschaft studiert. Habe einen Abschluss mit eins. Alle die wir uns beworben haben, mussten diese Voraussetzungen erfüllen.“

Wir schlendern durch die schmalen Gassen von San Remo. Die Laternen sind spärlich, an manchen Stellen, sieht man die Hand nicht vor den Augen. Aber ich kenne die Wege, bin sie mehrmals abgelaufen. Wir gehen in eine kleine gemütliche Bodega, hier kennen mich alle, ich bin Stammgast. Wir bestellen uns einen Teller Tapas und vorab ein kleines Bier.

Plötzlich stellt Angelina fest, dass es bereits halb eins ist. Sie wird müde und will nun zu Bett. Ich begleite sie zur Villa. Wir umarmen uns heftig. Sie meint, „ich will mit dir zusammen sein.“

Ich beginne zu überlegen. Was soll eigentlich diese neue Bekanntschaft. Ich fühle mich überrumpelt. So beschließe ich, ab morgen gehe ich auf Abstand, das nehme ich mir vor. Spätestens wenn Barbara hier ist gäbe es ja sowieso Komplikationen, die ich nicht brauche. Aber vielleicht währe ja dann Angelina schon auf dem Weg nach Amerika? Auf jeden Fall läuft mir die Sache zu schnell. So lieb sie ist, sie wird schon ihre Tücken haben. So wie ich sie ja auch habe.

Seit dem ich in San Remo bin, hab ich noch kein einziges Mal in die Tiefgarage gesehen, ob mit dem Maserati alles okay ist. Also, gehe ich schnell in den Keller. Der Wagen ist eingestaubt, aber auf dem Dach hat wohl regelmäßig eine Katze geschlafen.

Gegen Abend werde ich durch eine Waschstraße fahren. Da begegnet mir der Hausmeister. Ich frage ihn gleich, ob er mal zwischendurch die Batterie geladen hat.

„Ja selbstverständlich, ich habe es gemacht, wie sie es mir aufgetragen haben.

Auf der Baustelle hat sich der Denkmalschutz angesagt. Es sind drei Herren mit finsterer Miene. Sie haben sich schrecklich wichtig. „Darf ich die Herren in das Baubüro bitten?“

Ich mache den Vorschlag, „Wir beginnen am besten damit, uns die Pläne anzusehen.“ Die Herren haben ihre eigenen Pläne dabei. Diese Pläne sind etwa vierzig Jahre alt, die Grundlage für die Renovierung, wie sie erklären.

Das hab ich nicht so gerne, aber wir gehen sehr höflich mit einander um, zollen uns Respekt. So vergleichen wir erstmal die alten mit den neuen Plänen. Sofort stellt sich heraus, dass wohl nach dem Krieg einiges anders Renoviert wurde. Es zeichnet sich aber ein Weg ab, der wohl ein Kompromiss sein wird. Da geht die Türe auf und Angelina steht im Türrahmen.

Den Herren geht das Herz auf. Ich stelle Angelina vor und sie fragt, ob sie sich dazu setzen dürfe, sie würde auch bestimmt nichts sagen. „Aber natürlich!“, meint der Chef der Kommission. Sie rollt mit den Augen und tut so, als findet sie alles toll, was die Herren meinen. So gelingt es mir auch, so manche bauliche Auflage streichen zu lassen. Nach zwei weiteren Stunden, verabschieden sich die Herren mit den Worten,

„Sehe sie so schlimm sind wir doch gar nicht.“ Angelina lächelt die Runde und meint, „Sie sind aber auch sehr sympathisch.“

Beim Hinausgehen stolpern die Herren fast über ihre eigenen Füße, so hat sie ihnen den Kopf verdreht. Als sie gegangen sind, meint sie, „Das war doch eine gute Idee von Giovanni mich hier her zu schicken.“

„Wieso? Was war das denn?“

Giovanni hat von der Kommission gehört, meinte, „Gehen sie mal rüber und lächeln sie so schön sie können.“ Es ist eben doch ein Gauner, aber er hatte mit seiner Taktik Recht. Da kommt auch schon Giovanni zur Tür herein. „Na, wie ist es gelaufen?“ „Super, alles im grünen Bereich.“

„Schlitzohr!“, kommentiere ich sein Vorgehen.

„Wir in Italien wissen eben, wie es zu laufen hat.“ Das mit dem Kuvert wird wohl unumgänglich sein, aber es wird vielleicht nicht so dick sein müssen.“

Angelina meint, „Sie verstehe nun gar nichts mehr.“

„Musst du auch nicht, das ist Italienisch.“ Giovanni will uns beide zum Essen einladen. Wir stimmen der Einladung zu. Giovanni will wissen, ob ich den Maserati eigentlich noch hab. „Was, du hast einen Maserati?“ „Ja, von Giovanni, er bereut es noch heute, dass er ihn mir mal geschenkt hat.“

„Das stimmt nicht, ich hab gesagt, er steht dir besser.“ Wir schlendern lachend die Straße hinab und steuern geradewegs auf die Bodega zu. Ein großes Hallo ertönt, als Giovanni den Raum betritt. Er sagt nur: „Wie üblich!“ Alle wissen Bescheid. Zwei Ober zerreisen sich fast in der Luft um alles schnellstmöglich zu erledigen.

Giovanni erzählt uns, dass er dieses Lokal vor fast fünfzehn Jahren gekauft hätte, weil der alte Besitzer eine Disco daraus machen wollte.

„Das währe doch einfach schade gewesen. Seit fünfzehn Jahren ist Mario mein Pächter. Er kennt inzwischen alle meine Wünsche. Er wohnt oben drüber, so kann ich auch mal kommen, wenn meine Frau nicht mehr kochen will, oder die Köchin in Urlaub ist.“ Mario kommt an den Tisch und meint, „Dafür zahle ich keine Miete für die Wohnung. Giovanni ist mein Gönner.“

Die beiden scheinen sich schon eine kleine Ewigkeit zu kennen. Keiner darf so persönlich mit ihm sein. Giovanni würde es nicht dulden. Er ist für jeden da, aber keiner darf zu dicht an ihn heran. Man sagt, selbst seine Frau müsse immer einen gewissen Abstand zu ihm waren. Nach einer Stunde haben wir alle schon einen mächtigen in der Krone. Nur Giovanni lässt seine Schweinsäuglein kreisen.

Er sagte mal, „Am besten kannst du die Menschen kennen lernen, wenn sie einen in der Krone haben.“ Ich habe das Gefühl, er beobachtet gerade Angelina und prüft ihre Fähigkeiten. Er will wohl wissen, wie viel sie verträgt. Das ist ja bei Geschäftstreffen nicht unwichtig. Er versucht sie in den Arm zu nehmen, aber sie leistet kräftige Gegenwehr.

„Gut so meint er, dass gefällt mir. Bleib so mein Kind.“

Angelina meint, „Ich bin nicht ihr Kind.“

So hat er es gerne. „Aber zu meiner Familie gehörst du schon. Alle die für mich Arbeiten, gehören zu meiner Familie. Stimmt doch?“

Gibt mir einen Rempler mit dem Ellenbogen und sieht mich streng an.

„Ja stimmt. Kann ich bezeugen. Wir hatten aber auch schon mal Familienkrach.“ „Das muss auch sein. Sonst wird es Langweilig.“ Er sieht Angelina sehr ernst an und mein, „Du wirst die Hierarchie noch kennen lernen. Aber eines musst du wissen, Manfredo steht schon ziemlich weit oben, dass mussten auch schon meine Söhne erfahren.“

Giovanni bestellt noch den Nachtisch und meint, „Den dürft ihr alleine essen, er werde sich hier verabschieden.“ Süße Dinge hat ihm der Arzt verboten und dann blickt er Angelina tief in die Augen. Beim hinausgehen winkt er, ohne sich umzudrehen. Angelina fragt mich nach der Familie aus, aber ich erkläre ihr, dass ich nicht darüber sprechen werde.

„Nur eines vorab, reize ihn niemals. Er ist das absolute Familienoberhaupt. Er duldet auch keine Gegenargumente, außer er bittet um eine Diskussion.“

„Wo willst du denn hin? Immer noch nach Amerika?“

„Ja eigentlich schon. Es ist ein super Sprungbrett für die Zukunft.“

„Sag ihm das bloß nicht. Dann setzt er dich sofort vor die Türe. Er will dich für seine Firma aufbauen. Einmal Giovanni immer Giovanni. Bei mir ist das natürlich etwas anderes, er kann mir nicht verbieten, zwischendurch mal für einen Freund zu arbeiten.“

„Er ist auch immer darauf bedacht, das alle wichtigen Personen in seiner Firma ein gutes Leben führen können. Drogen akzeptiert er nicht. Aber das kann ich mir bei dir sowieso nicht vorstellen.“

Wir machen noch einen kleinen Spaziergang, dann lernst du San Remo ein wenig kennen. Am Wochenende machen wir mal einen Ausflug in die Umgebung.

„Aber mit dem Maserati.“, wirft Angelina ein.

„Ja klar. Er steht schon seit einigen Monaten in der Garage. Der Hausmeister kümmert sich darum.“

„Wie eng ist eigentlich deine Freundschaft zu Barbara?“

„Wenn du mich so direkt fragst, Wir haben uns über ein Objekt kennen gelernt, daraus ist dann später Freundschaft geworden. Sie hat noch eine Schwester, welche seit längere Zeit mit meinem Freund Richi in Berlin zusammen ist.“

„Lass uns noch mal zur Baustelle gehen. Ich will noch mal was kontrollieren.“ Diesmal nehmen wir einen anderen Weg, kommen von der Rückseite an die Baustelle. Von hier sieht es richtig klein aus. Einige Arbeiter sind noch da und räumen gerade zusammen. Einer pfeift durch die Finger. Ziemlich laut. Das ist ein Kompliment, er will dir sagen, „Du siehst einfach prachtvoll aus.“

„Na dann werde ich das mal so hinnehmen. Eigentlich hab ich es dick, wenn mir Arbeiter nach pfeifen.“

„Am besten du überhörst es.“

Wir gehen in das Gebäude und Angelina ist von den alten Stoff-Tapeten begeistert. „Leider muss das alles raus, der Schimmel sitzt zu tief. Aber wir werden versuchen gleichwertiges zu bekommen. Der Umbau des Treppenhauses wird am schwierigsten, da wir ja zukünftig einzelne Wohnungen haben werden. Jede bekommt so etwas zweihundert Quadratmeter.

Pass bitte auf, das Geländer ist Baufällig.“ Als wir im oberen Stockwerk angekommen sind, ist Angelina begeistert von dem tollen Rundblick. Von hier kann man weit über den Ort sehen, fast bis zum Meer.

„Mit einem Fernglas, kannst du die französische Küste erkennen.“

„Die Wohnung nehme ich! Was wird sie wohl kosten?“

„Schätze so etwa acht?“

„Achthunderttausend? Das finde ich günstig.“

„Nein, acht Millionen.“

„Ach so. Da werde ich wohl noch ein paar Jahre arbeiten müssen.“

„Nicht bei Giovanni, du wirst bei Erfolg beteiligt sein. Also streng dich an.“

Wir gehen noch auf die Dachterrasse. Jetzt haben wir auch den Blick nach hinten in die Berge. Ich mache mit dem Handy einige Fotos. Natürlich auch von Angelina. „Sei vorsichtig, wenn deine Freundin die Bilder sieht.“

„Lass uns besser wieder runtergehen, dass ist hier alles sehr baufällig.“

„Gib mir deine Hand, ich führe dich. Ich weiß wo die Balken sind, da ist es am stabilsten.“ Vorsichtig und langsam bringe ich sie wieder auf sicheren Boden.

„Na was meinst du?“, frage ich sie.

„Es wird sicher sehr schön, wenn es mal renoviert ist.“

„Es hat immer der Familie gehört, aber wir haben vor zwei Jahren den Palazzo renoviert und dann hat man diese Arbeiten zurück gestellt. Es sollte mal ein Casino werden, aber da haben die Grünen Einspruch eingelegt. Was ja auch verständlich war.“ Ich erzähle ihr noch von dem Casino in Mailand und was ich dort alles erlebt habe.

„Da müssen wir hin!“, meint sie.

„Du musst erstmal nach Amerika, das ist deine Zukunft.“

„Ich versteh schon, Mailand ist wohl mehr was für die Männer.“

„Da hast du nicht ganz Unrecht, aber Damen sind ebenfalls willkommen.“

„Für was?“

„Ich überlass es deiner Fantasie.“

„Komm lass uns in das Appartement gehen, ich richte uns einen schönen Kaffeetisch.“

Angelina bewundert den Ausblick. „Groß ist es ja nicht gerade, aber für einen Junggesellen groß genug.“

„Es hat gerademal sechzig Quadratmeter. Plus Balkon. Mir reicht es, wenn ich aufräumen muss, ist es immer noch zu groß.“ Wir lassen uns in den Liegestühlen nieder.

„Wie sieht denn deine Münchener Wohnung aus?“

„Sehr Bayrisch.“ Angelina steht auf und geht im Apartment herum und sieht sich Bilder an. „Ist das der Blick von deinem Balkon in München?“

Ich stehe auf und erkläre ihr die verschiedenen Bilder. „Was ist denn das?“

„Mein kleines Schätzchen der alte Mercedes.“

Sie entdeckt ein Foto von Anneliese, „Ist das deine Schwester?“

„Fast, eine ganz liebe Freundin. Sie lebt in Brixen. Wann immer ich Zeit habe besuche ich sie und ihren Mann.“

„Ah, sie ist verheiratet.“

„Deine Frau ist verunglückt. habe ich gehört.“

„Ja stimmt. Sie hat die Hotels von Giovanni geleitet.“

„Ach daher die alte Freundschaft.“

Inzwischen ist der Kaffee fertig ich bringe den Kuchen auf einem Tablett nach draußen. „Mit oder ohne Milch?“

„Mit bitte, vielleicht kannst du sie ein wenig quirlen.“

„Du hast es recht gemütlich eingerichtet, obwohl du ja kaum Möbel hier hast.“ „Na hör mal, ein Bett ein Schrank und einen Esstisch, das reicht ja wohl.“ Ich hab etwas untertrieben, natürlich hab ich nicht viel in eine so kleine Wohnung gesteckt. „Hast du die anderen Räume schon gesehen?“

„Nein, ich will doch nicht Neugierig sein.“

Kapitel: 4 Na komm ich zeig es dir.

„Na komm ich zeig es dir.“

„Hier ist das Gästebad.“

„Darf ich mal in den Schrank sehen?“

„Ja klar, warum nicht.“

„Na viele Gäste waren wohl noch nicht da. Ein Bademantel, ein sehr schönes Tuch. Gehört es dir?“

„Nein es ist noch von Irmi.“

„Aha, ein Doppelbett.“

„Ja klar, ich war doch Verheiratet.“

„Stimmt“ Sie setzt sich auf das Bett.

Sie zieht die Nachtischschublader auf.

„Oh entschuldige, ich mache das schon fast automatisch.“

„Bei jedem, wo du zu Besuch bist?“

„Sie wird rot. Entschuldige.“

„Nein, sieh nur hinein, es sind keine Geheimnisse.“

Sie zieht die Schublade auf. „Was haben wir denn hier?“

Ich sehe gerade zum Fenster hinaus. „Ja, was ist es denn?“

„Ein Tuch und Handschellen.“

Ich erschrecke, „Die muss wohl jemand vergessen haben.“

„Wer war denn dein letzter Gast?“

„Ich weiß es nicht mehr genau. Vielleicht war es Ingrid?“

„Hände auf den Rücken ertönt es plötzlich.“

„Was hast du vor?“

„Wirst du schon sehen.“

„Du kennst dich ja recht gut damit aus.“

„Wir hatten mal Modefotos, da bekam ich welche angelegt.“

„Hat es dir gefallen.“

„Eigentlich nicht, es waren ja so viele Leute da und ich hatte das Gefühl, sie waren alle scharf.“

„So… wie soll es weiter gehen?“

„Jetzt bist du erstmal gefesselt. Jetzt zeig mir noch den Rest der Wohnung.“

„Der Kaffee wird kalt. Wie soll ich ihn eigentlich trinken?“

„Ich werde ihn dir einflössen.“

„Ach wie lieb.“

„Mit dem Kuchen werde ich dich füttern.“

„Ich werde dir jetzt noch die Augen verbinden.“

„Meinst du nicht, dass wir uns dafür zu kurz kennen?“

„So jetzt noch das große Tuch, dann kann es nicht rutschen.“

„Ich habe den Eindruck, du hast schon mal geübt.“

„Vielleicht?“

Ich merke, dass es sehr ruhig ist.

„Angelina, wo bist du?“ Ich gehe durch die Räume und bekomme das Gefühl, als sei sie gegangen. Ich gehe vorsichtig in das Schlafzimmer, da müssen ja die Schlüssel sein.

„Wenn du den Schlüssel suchst, der liegt hier. Na hat es dich scharf gemacht?“ „Vielleicht?“

„Dann sollte ich wohl besser den Schlüssel mitnehmen, dir noch etwas Spaß gönnen.“

„Nein bitte nicht, ich habe noch Arbeit zu erledigen.“ „Okay, komm her, ich schließe auf. Weißt du, damals bei den Fotoaufnahmen, hatte sich der Fotograf den Scherz geleistet, zu behaupten, es gäbe keine Schlüssel. Ich dachte tatsächlich, ich müsse so rumlaufen.“

„Gemeiner Scherz!“

Sie muss nun plötzlich gehen, „Bringst du mich noch Heim?“

„Natürlich“ Ich gehe mal kurz in das Badezimmer.

„Bis gleich.“

Als ich zurück komme steht sie im Raum und hat sich die Augen verbunden. Ich nehme sie in die Arme und küsse sie.

„Wer sind sie mein Herr?“

„Ich bin der große Räuber.“

„Wie schön, ich liebe große Räuber.“ Sie küsst recht leidenschaftlich, aber meint dann plötzlich gehen zu müssen. „Okay, machen wir morgen weiter. Du darfst mich führen.“ Ich führe sie in den Lift, als wir unten ankommen, nimmt sie sich das Tuch von den Augen. Ich lege es ihr um den Hals.

„Als Andenken, vielleicht schläfst du dann besser.“ Ich begleite sie noch bis zum Gästehaus.

Der nächste Morgen sollte für mich sprechen, Angelina ruft an und teilt mir mit, dass sie bereits am Nachmittag mit ihren Kolleginnen und Giovanni nach Amerika fliegen müsse. „Sehen wir uns noch vor dem Abflug?“

„Ich bin voll in Terminen.“

„Wann kommst du denn zurück?“

„Giovanni meint, eine Woche bleiben wir mindestens.“

„Giovanni, ist ein Arbeitstier. Sei geküsst Liebling, also in einer Woche.“

Ich zögere noch ein wenig, bis ich auflege. Die Woche Pause wird uns gut tun. So kommen wir zum Nachdenken. Mein Vorarbeiter steht plötzlich im Raum. „Kommen sie mal kurz, da gibt es ein Problem.“ Er zeigt mir einen großen Riss in der Decke. „Das gefällt mir aber gar nicht. Da müssen wir sofort abstützen.“

„Wir müssen uns das von oben betrachten.“ Als wir im zweiten Stock eintreffen, bekommen wir erstmal einen Schreck. Quer durch den Raum ist ein Riss im alten Parkettboden.

„Den müssen wir abtragen, sehen was der Unterboden macht. Sicher ist alles morsch.“

Wir machen Fotos vom Riss und verschließen den Raum. Wir haben in einer Stunde ein Treffen mit den wichtigsten Bauleuten, da werden wir ein neues Vorgehen erörtern.

Die Fensterstürze sind ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Das wird aufwendiger wie wir dachten. Wir müssen vor allem auf die Stuckarbeiten achten, die sollen erhalten bleiben.

Inzwischen ist auch ein Restaurator für die Fresken eingetroffen. Er macht gerade Bestandsaufnahme. Seine Stirn zeigt große Sorgenfalten. „Billig wird das nicht!“, war sein erster Kommentar.

Wir treffen uns alle am runden Tisch. Die Sekretärin von Giovanni, wird kurzerhand als Bausekretärin eingeteilt und muss nun das Protokoll führen. Schon nach einer weiteren halben Stunde ist klar, mindestens ein Jahr Renovierung steht an.

„Meine Herren, was halten sie von einem gepflegten Mittagessen?“ Alles jubelt, keiner schließt sich aus. Wir reservieren einen Tisch, also in einer halben Stunde bei Marcello. Auf dem Weg zum Lokal gehe ich noch kurz in die Wohnung. Mein Telefon blinkt, also ist wohl eine Nachricht darauf. Als ich diese abhöre, erfahre ich, dass Barbara noch etwas länger in Berlin bleiben wird.

Bei Marcello sind bereits alle versammelt. Es muss noch ein Stuhl dazwischen geschoben werden. „Wir haben schon gedacht, du kommst nicht mehr.“

„Ich hab euch doch eingeladen, da kann ich doch nicht verschwinden.“ Wir ordern gleich mehrere Flaschen Wein und beschließen eine Einstandsfeier vorzunehmen.

Wir entscheiden für heute Schluss zu machen und am nächsten Morgen pünktlich wieder anzutreten.

Als ich zur Türe meines Appartements hereinkomme, läutet das Telefon. „Aha, Barbara du bist es. Ich habe schon gehört, dass du etwas länger bleiben willst.“

„Sie hat den Leihwagen zurückgegeben und sich einen Golf gekauft. Sie sei bei ihrer Schwester eingezogen, sie hat eine WG gegründet und es sind sehr lustige Typen.“ „Das finde ich gut, hast du auch schon einen Freund gefunden?“

„Woran denkst du?“, fragt Barbara.

„Gönnen wir uns doch einfach mal eine Auszeit.“ Antworte ich.

„Okay, einverstanden!“

Ich gehe zum Schreibtisch um mir den Kalender zu betrachten. Ich entscheide mich, kurzfristig nach München zu fliegen. So viel ich weiß geht morgen früh ein Flieger.

„Am Mittwoch bin ich zurück.“

Ich lasse mich vom Flughafen mit einem Taxi direkt zu Mercedes bringen. Der Meister ist gerade zu Mittag, aber sie können ihren Wagen mitnehmen.

„Ist er wirklich in Ordnung?“

„Sicher, besser wie neu.“ Ich muss lachen, dass sagen sie immer. Ich stelle mir noch den Sitz neu ein und brause davon. Tatsächlich, nichts zu merken, absolut wie neu, stelle ich fest.

Im Appartement liegt eine Menge Post. Ich überfliege sie kurz und gönne mir noch ein Bier. Der Kühlschrank ist leer.

Kaum habe ich den Balkon betreten, winkt auch schon der Nachtbar.

„Haben sie schon gehört?“

„Nein, was gibt es denn Neues?“

„Die restlichen Wohnungen, werden jetzt auch verkauft.“

„Wer sagt das?“

„Der Sohn vom Hausbesitzer. Dem Vater geht es recht schlecht und so will der Sohn die Chance nutzen, alles zu versilbern, schnell zu verkaufen.“

„Soll mich eigentlich nicht stören, ich hoffe, alle Mieter können sich zu einem Kauf entschließen.“

Ich lüfte die Wohnung durch, die Luft ist abgestanden. Die zwei Kisten sind weg, na Gott sei Dank. Barbara hat sie wohl mitgenommen. Ich sehe die Schränke durch, lasse die Türen ein wenig offen stehen. Mein Bett ist frisch überzogen, das war wohl Barbara.

Ich stecke noch meinen Computer an und sende Anneliese eine E-Mail, dass ich komme. Einen Tag wollte ich aber noch in München bleiben. Den Abend gestallte ich mir recht gemütlich, so dass ich im Wohnzimmer eine Brotzeit richte. Ich lege die Füße hoch, so schlafe ich nach dem zweiten Bierchen bereits ein.

Am nächsten morgen weckt mich ein Sonnenstrahl. Heute werde ich mal wieder in die Stadt gehen. In der Sendlingerstraße angekommen, entscheide ich mich ein Weißbier im Hacker-Pschorr zu trinken natürlich darf eine frische Brezel dazu nicht fehlen. Ich lese die Tageszeitung und mache mir nebenbei Notizen, was ich noch besorgen muss.

Nicht, dass ich diese Dinge in Italien nicht bekäme, aber es macht mir Spaß hier einzukaufen.

Ein Geschenk für Anneliese, das hab ich jetzt vergessen. Vielleicht einen schönen Ring oder ein Kettchen mit einem Anhänger. Das Wetter lädt zum Draußen sitzen ein.

Auf der Leopoldstraße suche ich mir einen Platz in einem Straßenrestaurant. Hier kann man wunderbar Leute beobachten und anschauen.

Aber nun suche ich erstmal ein Geschenk. In einer der kleinen Seitenstraßen finde ich ein Schmuckgeschäft. Der Besitzer fertigt seine Ware noch selbst an, noch ein echter Goldschmied. Es ist ein wirklicher Könner. Ich entscheide mich für einen Umhänger mit Bernstein. Ich weiß, dass sie Bernstein liebt.

Auch am nächsten Morgen meint Petrus es gut mit den Münchnern. Wolkenloser Himmel über Bayern, so klingt es aus dem Radio.

So noch das Geschirr gespült, den Koffer gepackt und ab nach Süden. Ich mache das Dach auf, und nehme Nebenstraßen um die Landschaft zu genießen. Es dauert zwar etwas länger bis ich in Garmisch ankomme. Von hier ab werde ich über die Autobahnen weiter fahren.

Ich rufe schon mal kurz durch, damit sie nicht überrascht ist. „Gut, dann stelle ich schon mal den Wein auf den Tisch.“

„Vorweg hätte ich Lust auf ein kleines Bier.“

„Ich weiß, dass musst du mir nicht extra sagen. Das lasse ich aber noch im Kühlschrank, wenn es dem Herrn Recht ist.“

„Du bist ein Schatz.“

„Das weiß ich doch.“

Das Tor ist bereits geöffnet, leise fahre ich auf dem Kiesweg zum Haus. Annelise hat mich natürlich schon vom Küchenfenster aus gesehen. Ich bin noch gar nicht so recht ausgestiegen, da steht sie schon mit meinem Bier in der Hand an der Autotüre. „So jetzt aber schnell, ich weiß doch wie dringend du es jetzt brauchst.“

„Hörst du wie es zischt? Hier ein kleines Mitbringsel, hab ich zufällig in München herumliegen sehen.“

„Jetzt hör doch auf, das ist doch nicht nötig.“

„Sei still, gib Bussi.“

Bevor wir jetzt in die Stube gehen, willst du sicher dein Grundstück sehen. Wir gehen durch die Hecke, es hat sich mittlerweile ein kleiner Trampelpfad gebildet. „Toll“, dass ist das einzige was ich so auf die Schnelle herausbringe. „Sag mal, was liegt den da?“

„Was meinst du?“

„Na da, dass sieht ja aus, als seien es Knochen.“

„Schmarren, dass hätten wir längst gesehen.“

„Habt ihr mir da zum Scherz ein Skelett eingegraben?“

„Sicher nicht. Vielleicht ist es ein Hund, der mal vergraben wurde?“

„Nein, das liegt da schon länger und ist auch größer. Außerdem ist dort noch keine Erde bewegt worden. Der Bagger ist daran vorbei geschrammt.“

„Aber der Baggerführer, der müsste es gesehen haben.“

Einen kurzen Moment denke ich, das hab ich nicht gesehen und aus. Aber das geht nicht, wir sollten schon herausfinden, was es damit auf sich hat. Vielleicht ist ja hier wirklich mal eine Leiche verscharrt worden.

„Wie tief wird es sein?“

„Ich schätze mal so drei Meter sind das bestimmt.“

„Also, machen wir nicht lange herum. Wir rufen die Feuerwehr.“

Wir nehmen noch einen großen Schluck aus der Karaffe und dann rufen wir die Feuerwehr. Eine halbe Stunde später, war nicht nur die Feuerwehr sondern auch die Polizei anwesend. Die ersten Schaulustigen finden sich ebenfalls ein. Es wird alles abgesperrt.

Der Polizeihauptwachtmeister beginnt uns zu befragen. „Also sie müssen nicht glauben, dass wir den da hingelegt haben.“ Der herbei gerufene Amtsarzt meint ein wenig witzelnd, „ich kann klar feststellen, dass er kein Lebenszeichen mehr von sich gibt.“ Alle müssen lachen.

Der Feuerwehrmeister gibt Auftrag, weiter zu graben. „Scheiße, da liegt noch ein weiteres Skelett. Das sieht nach Arbeit aus.“

Die Baustelle muss sofort geschlossen werden. Wer weiß, was hier noch alles gefunden wird. „Na fein.“ Hätte ich wohl besser nichts gesagt. Am späten Abend kommt dann die Entwarnung. Der Dorf Pfarrer lüftet das Geheimnis.

„Es hat vor etwa dreihundert Jahren ein Familiengrab gegeben. Das sei belegt.“ Außerdem gibt es Zeichnungen vom Ort, wo man das Grab erkennen kann. Das ganze Gelände hat einer Familie gehört. So haben sie ihre Angehörigen hier begraben. Erst die Schaffung des neuen Friedhofs hat eine weitere Bestattung verboten. Wir sind das Dorfgespräch Nummer eins.

„Wir werden die Gebeine im neuen Friedhof unterbringen.“, meint der Pfarrer.

Ich biete an, die Kosten für die Umbettung zu übernehmen. „Das muss nicht sein, dafür haben wir eine Kasse.“

„Aber einen Kranz, werde ich spenden. Was schreiben wir darauf?“

„Da wird uns schon noch was einfallen.“, meint Anneliese.

„Endlich angekommen“ das würde passen.

„Darüber macht man keine Witze“, ermahnt uns der Pfarrer.

Gegen Abend wird es kühl, so beschließen wir das Tor zu schließen und die Schaulustigen zu vertreiben. Den Abend verbringen wir damit, böse Witze zu machen. Anneliese meint, „Jetzt wundert mich nichts mehr, woher die Geister kamen und nach mir riefen.“

Der nächste Tag bringt Sonnenschein und ein Kaffeegeruch lässt mich langsam erwachen. „Auf deinem Grundstück stochern sie schon wieder nach Leichen.“

„Sind sie fündig geworden?“

„Sieht nicht so aus. Sie wollen noch den ganzen Tag suchen.“

Nach den Unterlagen fehlen noch welche. „Sie werden doch nicht das ganze Grundstück umgraben.“

„Wir werden sehen. Hauptsache, sie sind bis Montag fertig. Dann kommt der Bautrupp.“

„Wie lange bleibst du denn diesmal?“

„Montag muss ich ganz früh weg. Am Nachmittag muss ich in San Remo sein.“ „In drei Monaten soll der Rohbau stehen. Dann bin ich auf jeden Fall wieder hier, dann machen wir ein richtiges Richtfest. Ich richte schon mal den Tisch.“

„Nimm bitte das Geschirr aus dem Wohnzimmerschrank.“

„Ach, du meinst das „Gute“.

„Ärgere mich nicht, sonst bekommst du keinen Apfelstrudel.“

So ziehen wir uns gerne auf, wir machen dass schon seit dem wir uns kennen.

„Soll ich noch das goldene Besteck dazulegen?“

„Du Depp“, kommt es aus der Küche.

„Hast du überhaupt eines?“

„Für wen? Du weißt genau, dass ich so was hasse. Der Schah von Persien kommt eh nicht vorbei, und wenn, dann muss er wie du auch, das normale Tafelsilber benutzen.“ Wir genießen den ruhigen Nachmittag und wechseln vom Kaffee zum Wein. Reden über alte Zeiten und von Gott und den Rest der Welt.

Nachdem ich am nächsten Tag nach San Remo muss, beschließen wir, für Heute Schluss zu machen. Anneliese geht an den Schrank im Gang und kramt herum. „Warte noch einen Moment, ich will dir was mitgeben.“ Sie reicht mir ein langes Tuch. „Erinnerst du dich noch?“ Meint sie.

„Keine Ahnung?“

„Es ist jenes Tuch, was du damals verwendet hast um mir die Augen zu verbinden.“

„Du hast es tatsächlich aufgehoben?“

„Ja, und jetzt gebe ich es dir. Du kannst damit machen was du willst. Für eine andere Wette, oder so.“ Sie legt es mir noch um den Hals und wünscht eine schöne Nacht.

Kapitel: 5 Der nächste Tag

Der nächste Tag holt mich wieder in die Wirklichkeit. Schon in aller Frühe höre ich laute Gespräche unterhalb meines Fensters. Es sind die Bauarbeiter, sie machen sich lustig über den Skelett fund. Als ich aus dem Fenster sehe, kann ich beobachten wie gerade das Grundstück abgesteckt wird. Sie stecken rote und grüne Holzlatten in den Boden. Als ich Dusche, geht plötzlich das Licht aus, da haben sie wohl eine Stromleitung gekappt. Ich höre Anneliese in der Küche fluchen. „Wenigstens bis der Kaffee fertig ist, hätten sie warten können.“ Ich rufe hinunter, „nimm doch den Gaskocher.“

Es wird bestimmt ein warmer Tag, wolkenloser Himmel und dass Thermometer zeigt bereits zweiundzwanzig Grad. Mein weißer Anzug wird wohl der richtige sein. Nichts mehr zum Frühstücken im Kühlschrank, da gibt es nur das Café um die Ecke. Als ich dort ankomme, brauch ich kein Wort mehr zu sagen, es ist immer dieselbe Zeremonie, ich nehme die Tageszeitung und schon steht mein frischer Orangensaft auf dem Tisch. Sekunden später kommt auch schon mein Frühstück. „Haben sie schon gehört?“

„Nein, was gibt es Neues?“

„Eine Wand ist eingestürzt.“

„Aha, irgendwer verletzt?“

„Nein, es war ja alles gut gesichert. Beim Rangieren ist ein Lastwagen hinein gefahren.“ „Da haben wir ja wieder Glück gehabt, dann zahlt ja die Renovierung die Versicherung.“

Da kommt gerade die Sekretärin von Giovanni vorbei, ich erkundige mich, wie es ihm in Amerika geht? „In einer Woche wollen sie zurück sein. Aber so weit ich weiß läuft alles bestens.“

„Haben sie ihm schon von dem Mauereinsturz berichtet?“

„Ja, er meinte, vielleicht währe es besser gewesen, wenn die Villa in sich zusammen gefallen währe. So hätten wir kein Problem mit dem Denkmalschutz.“

„So leicht fällt dann eine Villa auch wieder nicht zusammen.“ Als sie des Weges geht, dreht sie sich noch mal um und winkt. Eine sehr gute Kraft, denke ich.

Für den Freitag vereinbaren wir gegen Abend eine kleine Feier. Einfach nur, um uns alle besser kennen zu lernen. Francesco verspricht die beste Musik aller Zeiten. Mario stellt für uns ein Abendessen zusammen, diesmal keine Pizza. Natürlich ist er auch eingeladen. Aus dem Büro von Giovanni kommen die Sekretärinnen. Schon am Nachmittag beginnt Mario den Raum auszuschmücken. Girlanden und einige Lampions. Eine große Tischdecke, die sich bei näherer Betrachtung als ein großes Werbe-Plakat herausstellt.

Jetzt hat das Gebäude seine Einweihung bekommen. Also durch Musik, kann es auf jeden Fall nicht einstürzen, haben wir alle eindeutig festgestellt. So langsam verziehen sich die Gäste und Kollegen. Das Aufräumen übernimmt die Putzkollone. Am nächsten Morgen wache ich mit einem Kopfweh auf. Es war wohl doch nicht der beste Wein, oder es war einfach eine Flasche zu viel.

Mein Kaffee läuft bereits durch die Maschine, dass Frühstück werde ich mir auf der Terrasse richten. Jetzt werde ich endlich mal in Ruhe meine Zeitung lesen. Sie liegt bereits seit vier Tagen herum, aber ich komme einfach nicht dazu, darin zu blättern. Ich blättere wahllos in dem Heft, als es plötzlich an der Türe läutet.

Das wird schon wieder so ein Zeitungsverkäufer sein. Es läutet noch mal, diesmal recht heftig. Ich gehe zur Türe und frage, wer da ist. „Mach jetzt endlich auf, ich stehe mir schon die Füße in den Bauch.“

„Du? Ich denke, du bist in Amerika.“

„Nein, wir sind gestern mal schnell rüber geflogen.“

Angelina, ist ganz außer sich, weil sie die Treppe so schnell hinauf gerannt ist. Sie fällt mir in die Arme. „Hallo mein Schatz. Wie war es?“, frage ich sie.

„Lass mich doch erstmal setzen, dann werde ich berichten. Hast du vielleicht ein Glas Wasser?“

„Ich weiß schon, mit Sprudel.“

„Du weißt es noch?“

„Na, so lange warst du auch nicht weg.“

„Ich hab versucht dich einige male zu erreichen, aber du gehst ja nie an dein Telefon.“

„Ging ja gar nicht, ich war doch in München und auf dem Rückweg noch in Brixen.“ „Entschuldige, ich hab es einfach vergessen.“

„Erzähl doch von Amerika.“

„Also gesehen hab ich soviel wie nichts. Wir sind mit dem Taxi von einem Punkt zum anderen. Das einzige, was mir auffiel, es ist sehr schmutzig. Die Straßen haben teilweise große Löcher, man muss aufpassen, auf dem Gehweg nicht in eines zu fallen.“

„Warum machen die da nichts, es wirkt alles stark herunter gekommen?“

„Da leben wir hier in Europa ja wie im Schlaraffenland. Wir sind dann noch für drei Tage nach L.A. und haben wichtige Leute getroffen. Also rein vom Vertrieb, scheint alles geglückt zu sein. Die Amis fliegen ja auf solche Mädels.“

„Wer wird denn jetzt endgültig nach Amerika gehen?“ „Es steht immer noch nicht endgültig fest. So richtig Lust hat wohl keine von uns. Alle reißen sich inzwischen um den Europa Job.“

„Das ist ja lustig, zuerst wollen alle rüber, und jetzt?“

„Vielleicht ist ja Asien besser?“

„Wo willst du denn jetzt eigentlich hin?“

„Ja, wenn ich ehrlich bin, auch nach Europa.“

„Wo wird denn die Zentrale sein, wenn es um Europa geht?“

„Giovanni ist sich noch nicht sicher. Er denkt wohl an Mailand, aber die Svenja, versucht ihn für Rom zu begeistern.“

„Ah, sie will also auch Europa Chefin werden.“

„Ja, sie ist meine große Konkurrenz.“

„Also ihr zwei steht in der engeren Wahl.“

„Giovanni will sich nächste Woche entscheiden. Mein Gefühl sagt mir, dass er Svenja lieber in Amerika haben möchte. Sie ist mehr der Amerikanische Typ. So sprach er jedenfalls, als wir in der Hotelbar in L.A. waren.“

„Und du, ganz persönlich, was willst du denn?“

„Also, wenn er mich nach Mailand schickt, ist es mir schon Recht. Rom, kenne ich nicht, aber ich glaube, ich finde mich auch dort zurecht. Morgen kommt ein Typ von der Douglas Kette, ich soll mit ihm verhandeln. Giovanni wird sich im Hintergrund halten. Er will sehen, wie ich mich anstelle.“ „Na, dass schaffst du doch prima. Oder hast du Angst vor deiner eigenen Courage?“ „Nein, wir sind in allen Details geschult. Außerdem sitzt ein Geschäftsführer dabei. Der wird dann schon einschreiten, wenn ich Blödsinn rede.“

„Dass wirst du nicht, ich weiß, du machst das ganz toll. Zu was hast du Lust? Wollen wir zum essen gehen, oder soll ich lieber Spaghetti machen? Ich habe einen sehr guten Wein eingekauft.“

„Wenn du nichts dagegen hast, würde ich lieber Daheim bleiben. Ich war ja nur auf Achse.“

„Dann mach es dir mal gemütlich im Wohnzimmer, oder willst du noch auf die Terrasse?“

„Ich kuschle mich lieber auf die Couch.“ „Mach dass, ich richte inzwischen den Esstisch und setze schon mal Wasser auf.“ „Jetzt komm erstmal zu mir auf die Couch, ich brauche dich doch zum kuscheln. Dann erzählst du mir, was in München los war.“

Als ich sie so im Arm habe und streichle, spüre ich, dass sie mir abgegangen ist. Obwohl ich sie ja kaum kenne, bin ich mir sicher, sie könnte auf Dauer die richtige sein. Ich gebe zu, es wäre mir lieber sie ginge nach Mailand, so könnt ich sie doch viel öfter sehen. Sie beginnt mich zu kitzeln und wirft sich auf mich. „So fertig wie du sagst, bist du wohl gar nicht?“

„Sei still, meine Energie ist grenzenlos, außerdem hab ich mich so auf dich gefreut.“ Ich öffne ihre Bluse und sie reißt an meiner Hose. Schon nach wenigen Sekunden liegen wir nackt auf dem Boden. Die nachmittags Sonne scheint auf ihren Körper und lässt ihn so richtig zur Geltung kommen. Jede Rundung bekommt einen besonderen Ausdruck.

„Jetzt habe ich aber mächtigen Hunger.“, kommt es plötzlich von Angelina.

Da sich Draußen dunkle Wolken zusammen brauen, decken wir den Tisch in der Essecke. Noch zwei Kerzenleuchter und einen guten Rotwein, dann kann es mit dem Essen losgehen.

Ich berichte Angelina von einem Verkaufsprospekt, der in den nächsten Tagen zum Entwurf reifen soll.

„Also, wenn wir es mal ganz nüchtern sehen, haben wir nur eine gemeinsame Zukunft und die heißt Mailand.“

„Jetzt sitzen wir hier und reden so ernst, wo wir doch so lustig begonnen haben.“ „Ich finde aber das Thema gehört auch mal erörtert. Wir wollen zwar nichts überstürzen, aber man kann ja mal darüber reden.“, meine ich.

„Also wenn wir wirklich nach Mailand gehen, dann bin ich natürlich unter direkter Beobachtung von Giovanni. Er liebt es ohne Ankündigung plötzlich vor der Türe zu stehen und das nervt ziemlich.“ Angelina merkt, dass ich es nicht so ohne weiteres akzeptiere.

„Lassen wir das Thema, ich warte bis mich Giovanni darauf anspricht.“, meine ich.

„Dann ist es vielleicht zu spät, ich glaube er wartet darauf, dass du ihn ansprichst.“, sagt Angelina.

„Hat er etwa was zu dir gesagt?“

„Wir saßen in New York an der Bar und er sinnierte, dass er es gerne sehen würde, wenn du wieder in festen Händen wärst.“

„Ach, da schau einer an, dann schickt er dich also vor.“

„Nein, entschuldige, ich glaube ich hab es jetzt verkehrt angefangen.“

„Angelina, bitte lass uns jetzt nichts überstürzen. Du weißt doch, ich liebe meine Freiheit.“

„Ich weiß. Ich suche doch nur nach einer gemeinsamen Zukunft. Ich will dich nicht verlieren, aber auch zu nichts zwingen.“

„Was wäre denn, wenn du den Job sausen lassen würdest?“, frage ich Angelina.

„Würdest du dass von mir wirklich verlangen?“

„Verlangen sicher nicht, aber ich will jetzt mal den Spies umdrehen. Ich will mal wissen, zu welchem Zugeständnis du bereit wärest.“

„Aber ich hab doch so lange auf so einen Job gehofft. Jetzt hab ich ihn, da soll ich darauf verzichten. Willst du dass wirklich?“, fragt Angelina.

„Nein, ich beleuchte die Dinge nur gerne auch mal von der anderen Seite.“

„Jetzt sei doch nicht gleich eingeschnappt. Du musst mich doch auch verstehen.“ „Bedenke doch mal den Altersunterschied.“

„Wieso? Was soll das denn jetzt, willst du mich vergraulen?“

„Drängle doch nicht so. Oder stehst du mit dem Käfig schon hinter der Türe?“

„Ich glaube ich gehe jetzt. Du hast mir jetzt den ganzen Abend verdorben.“

„Nur weil ich auch mal ein Gegenargument habe, bin ich jetzt das Ekel.“

„Ach, lass es gut sein, ich gehe.“

Angelina nimmt ihre Jacke und ist auch schon zur Türe hinaus. Hätte ich sie aufhalten sollen? Sie wollte mich einfach überrumpeln, so sehe ich es wenigstens.

Es geht mir nicht aus dem Sinn. Dass war ein Totalangriff auf meine Freiheit. Dass muss ich erstmal runterspülen. Das Telefon läutet, es ist Barbara. „Was gibt es? Hast du etwa von Berlin schon die Schnauze voll?“

„Im Gegenteil, ich will, dass du kommst.“

„Was soll ich denn in Berlin? Hast du mal Richi besucht?“

„Nein, ich glaube der ist nach Hamburg gezogen, Betti hat so was erzählt. Der ist jetzt Beamter in Hamburg, ich glaube beim Bauamt.“

„Was ist denn los mit dir, du klingst so als hättest du Ärger gehabt?“ „Nein so schlimm war es auch wieder nicht.“

„Was ist los?“

„Soll ich dich besuchen kommen?“

„Das wäre jetzt keine gute Idee, wir sind hier voll im Stress.“

„Macht dich Giovanni fertig, oder ist es wieder so eine kleine italienische Schlampe?“

„Also bitte, drück dich nicht so ordinär aus.“

„Machst du in Berlin mittlerweile was, oder gammelst du vor dich hin?“

„Ich gammle und genieße Berlin.“

„Na, da bin ich aber froh. Hast du was von deinem Gehöft gehört?“

„Nein, der Anwalt hat alles geregelt, er überweist die Miete immer pünktlich, so muss ich nicht unbedingt arbeiten.“

„Und was treibt dein Schwesterchen Betti?“

„Sie hat sich kaum verändert, sie hat gerade einen jungen Mann kennen gelernt. Gestern kam ich etwas später nach Hause, da höre ich stöhnen aus dem Waschraum. Betti meint übrigens, du fehlst ihr sehr.“

„Gibt es noch ein Thema, was wir besprechen sollten? Ich sehe nämlich gerade im Fernsehen eine Sendung über historische Ausgrabungen in Italien.“

„Du willst wohl nicht mit mir reden?“, meint Barbara.

„Im Moment wüsste ich nicht, über was wir reden sollten?“

Nach diesem Gespräch schalte ich das Handy ab. Ein weiteres Glas Rotwein und einen Fernsehkrimi ziehe ich mir noch hinein, bevor ich zu Bett gehe. Am nächsten Morgen habe ich es eilig, die Baustelle wartet schon. Wir gehen den Tagesplan durch, da taucht Giovanni unverhofft auf.

„Wie läuft es?“, will er wissen.

„Sieh selbst, wir kommen gut voran. Die Wandvertäfelungen haben wir vorsichtig demontiert und zum Restaurator gebracht.“ Giovanni möchte gerne mit mir zu Mittag essen. „Halb zwei, ist das Okay?“ „Bei Mario?“ „OK!“ Er hat eine große Mappe dabei, zuerst glaube ich es sind neue Pläne, aber es sind Photos aus Amerika. Ein Bild ist toller wie das Andere, auch Fotos von Angelina sind dabei.

„So werden wir drüben auftreten. Das meiste können wir natürlich auch in Europa verwenden.“ Er legt so ganz nebenbei ein Photo von Angelina hin. „Sieht gut aus, mehr Kommentar gebe ich nicht ab.“ Er hat es natürlich ganz bewusst hingelegt.

Er will wissen, wie es steht. „Was steht?“

„Mit euch beiden.“

„Ich kenne sie doch kaum. Ich weiß noch nicht mal, woher sie kommt. Eigentlich weiß ich gar nichts von ihr. Sie sieht gut aus, ist sehr sexy. Aber das reicht doch nicht.“

Er meint, „Er sähe es gerne, wenn ich wieder eine feste Bindung hätte. Seine Familienmitglieder seien alle in festen Händen. Das ist gut für das Geschäft. So käme mehr Ruhe in den Laden.“

„Bin ich denn schon ein Familienmitglied?“

„Ja sicher, sonst würde ich mich doch nicht so für dich einsetzen, außerdem bekommst du schon bald den Familienring.“

„Den Familienring? Ich?“

„Natürlich, ich wollte ihn dir schon vor einem Jahr übergeben, aber meine Frau meinte, „Warte noch etwas! Ich will ihn noch beobachten.“

Er will noch mal auf den Familienstreit zurückkommen, aber ich winke ab. „Lass es einfach ruhen, wühle nicht alles wieder auf.“

„Du hast ja Recht. Soll die Sache ruhen.“

„Aber bezüglich einer Partnerschaft mit Angelina, da ist ja auch ihr zukünftiger Einsatzort entscheidend.“

„Geht sie nach Mailand, so können wir einen Kontakt pflegen, bei Rom sehe ich da echte Probleme.“, meine ich.

„Ich würde sie auch lieber in Mailand sehen, da habe ich die Fäden besser in der Hand. Außerdem gibt es dort schon eine Wohnung.“

„Lass dieses Thema bitte. Pass auf Giovanni, gestern haben wir uns gestritten und im Moment ist erstmal Sendepause!“

„Ja da will ich doch gerne mal vermitteln. Sie käme jetzt gleich vorbei und er müsse ja dann leider gehen. Du verstehst schon, was ich meine.“ „Ja, du alter Kuppler.“

Tatsächlich kommt Angelina in den Raum. „Hallo, bist du mir noch böse?“

„Nein, komm schon her.“ Ich umarme sie und gebe ihr einen Kuss.

Giovanni meint, „Wir würden uns ja dann beim Essen treffen. Du kannst ja Angelina mitbringen.“

Angelina spielt kleines Kätzchen. Sie will besonders lieb sein. Da wir aber auf der Baustelle sind, bin ich eher zurückhaltend. „Komm lass uns zu Mario gehen.“

Als wir bei Mario durch die Türe gehen, kommt uns schon ein großes Hallo entgegen. Mario berichtet von dem kleinen Fest was wir in der Villa hatten. Er will Angelina ein wenig ärgern und berichtet, dass ich die halbe Nacht mit einer tollen Italienerin geflirtet habe. „Hat sie ihn wenigstens mit Heim genommen?“

Mario merkt, dass sie ihn nicht ernst nimmt und setzt noch eines drauf. „Musste sie doch gar nicht, die sind in den ersten Stock, einfach nach oben verschwunden.“

„Ah, verstehe, dann ist die Mauer eingefallen.“

Mario will wissen, mit was man sie Eifersüchtig machen kann. „Mit nichts, sie liebt mich.“

„Da kannst du erzählen was du willst, ich glaube nichts.“ Sie zeigt ihm ihren neuen Ring, den ich ihr ansteckte. „Ah, dass ist die ganz große Liebe. Dass macht er bei jeder, neuen Freundin.“ Angelina macht eine Faust und pufft ihn in die Seite.

„Sei jetzt endlich still. Zeig uns jetzt unseren Tisch du Scheusal.“ Er gibt ihr einen kleinen Freundschaftskuss auf die Wange.

„Wenn ich so etwas sage, darfst du es nicht so Ernst nehmen.“

„Das weiß ich doch.“

„Giovanni wartet schon auf euch, er sitzt drüben im Erker. Da seid ihr ungestört.“ Angelina geht auf Giovanni zu und zeigt ihm stolz ihren neuen Ring.

„Brav Manfredo!“, ist sein einziger Kommentar. Er beginnt mit den Worten, „Was haltet ihr von Mailand?“

„Mailand ist schön.“, gebe ich zurück. Angelina meint, was er damit meinen würde? „Wir werden die Zentrale nach Mailand verlegen. Ist das so, wie du es wolltest?“

Er blickt mich mit ernster Miene an. „Brav, Giovanni!“ „Jetzt liegt es aber an dir, was du daraus machst.“, meint er mit einem Augenzwinkern.

Angelina meint, „Was habt ihr euch da beide ausgeheckt?“

„Ach, weißt du, Manfredo hat noch einen Koffer in Mailand, es wird Zeit ihn auszupacken.“

„Was meinst du?“

„Das soll dir Manfredo erzählen.“ Ich gehe darauf nicht ein, tue so, als gehe mich das Gespräch nichts an.

„Welche Baustelle werden wir denn in Mailand haben?“, will ich wissen.

„Du kennst sie schon, wir werden die Villa dort erweitern, sie platzt aus allen Nähten.“

„Könnte mir gefallen.“

„Du Lump“, meint Giovanni.

„Da geht nichts, ich werde dir einen Wachhund zur Seite stellen.“

„Okay, ist ja schon gut.“

„Na, da bin ich ja gespannt, was auf mich zukommt.“ Giovanni verabschiedet sich noch bevor wir bestellt haben, er muss unbedingt Heim, seine Frau würde auf ihn mit dem Essen warten.

„Ich glaube du musst mir einiges erklären.“, meint Angelina.

„Ich wüsste nicht was? Es wird Stück für Stück ans Licht kommen, das verspreche ich dir.“

Wir bestellen, Mario setzt sich an den Tisch. „Was läuft jetzt, ich habe leider zu wenig mitbekommen. Was meint Giovanni mit Mailand?“

„Mario, wir werden es dir persönlich mitteilen, wenn alles sicher ist.“

„Ich bin aber ziemlich Neugierig.“

„Dann wirst du dich zügeln müssen. Wir schweigen.“ Er bringt einen besonders guten Wein an den Tisch, „Mein Geschenk an euch beide.“ Wir stoßen auf den heutigen Tag, „Es ist übrigens der dreiundzwanzigste, das ist ein guter Tag.“

„Wer sagt dass?“

„Es gibt gute und schlechte Tage.“ „Soll das jetzt heißen, dass wir beide nach Mailand gehen?“ „So direkt kann ich das nicht sagen, aber ich gehe mal davon aus, dass Giovanni zu seinem Wort steht. So wird auch das Architekturbüro nach Mailand verlegen.“

„Du kennst ja Mailand kaum. Oder warst du schon mal da?“

„Nein nicht richtig.“

„Es ist sehr schön, es wird dir gefallen. Es ist ein sehr modernes Bürogebäude. Es wird von den beiden Söhnen geleitet. Eine Bitte, nehme dich vor den beiden Söhnen in Acht. Du bist sehr hübsch, es könnte schon passieren, dass dir einer schöne Augen macht.“

„Ich werde wegsehen, ich verspreche es. Ich gucke nur, wenn du mir schöne Augen machst.“

Kapitel: 6 Versprochen – lieferst du mich ab?

„Versprochen?“

„Komm, wir ziehen jetzt noch ein bisschen um die Häuser.“

„Lieferst du mich dann wieder ab, oder darf ich mit zu dir?“

„Wenn du willst, dann kommst du mit zu mir.“

Auf unserem Rundgang bleiben wir noch an einer Eisdiele hängen. Wir stellen uns jeder einen leckeren Becher zusammen. Auf dem Weg zur Wohnung, füttern wir uns gegenseitig. „Eigentlich ist es schade, wenn wir hier wegziehen sollen.“

„Das tun wir sicher nicht, es wird unsere Ferienwohnung sein. Außerdem, brauche ich ja eine Bleibe, wenn ich hier arbeite.“

„Du willst also hier und in Mailand eine Wohnung haben?“, fragt Angelina. Im Bett angekommen, meint Angelina, „Wie hätte es der Herr denn gerne?“

Wir albern herum, aber zur Sache kommen wir erst viel später. Es gefällt mir, wenn sie sich von ihrer wilden Seite zeigt. Sie ist halt einfach fast zwanzig Jahre jünger, völlig unbeschwert und unbelastet. Sie hat ständig neue Ideen im Bett.

„Leg dich jetzt bitte mal ganz ruhig neben mich.“, meint sie.

„Okay, drei Minuten!“ Dann aber muss ich lachen und die Übung ist vergessen.

„Na, du Langschläfer, kommt es von rechts.“

„Wie spät ist es denn?“

„So gegen acht. Auf jeden Fall ist es hell.“

Angelina hat sich ein Chiffontuch herumgewickelt und wirkt wahnsinnig aufregend. „Ich liebe dich, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr. Ich werde dir alle Wünsche von den Augen ablesen.“

Mit ihren Händen beginnt sie meinen Körper zu bearbeiten. Streicheln, zwicken wieder streicheln.

Sie hat sich ein sehr weiches Tuch herausgesucht um mir damit die Augen zu verbinden. Nun fährt sie mit ihrer Massage fort. Als ich zu stöhnen beginne meint sie, da haben wir doch was vergessen. Hört auf, steckt mir ihr Höschen in den Mund und bindet einen Schal darüber. Nun beginnt sie von neuem mit ihrer Arbeit.

Ich stöhne und schreie, aber niemand wird es hören. Langsam beginne ich mich wieder zu beruhigen. Sie nimmt den Schal von meinem Mund. „Entschuldige, aber ich wollte doch nicht dass es alle Nachbarn hören. Wie fühlst du dich?“

„Ich bin völlig fertig!“

„So jetzt schläfst du noch ein bisschen.“ Tatsächlich schlaf ich nochmals tief und fest ein. Als ich aufwache, habe ich das Gefühl, als hätte ich alles nur geträumt.

Angelina steht an meinem Bett und meint, „Es wird Zeit, dass du endlich aufstehst.“ Ich schaue sie etwas verdutzt an. „Wie lange bist du denn schon auf?“

„Habe mich gerade fertig gemacht. Du kannst jetzt in das Bad.“

Du hast dich heute Nacht ziemlich im Bett gewälzt. Was hast du denn geträumt.“ „Etwas ganz wildes!“

„Erzähl mal, damit ich erfahre was deine geheimen Wünsche sind.“

„Vielleicht später“, ich nehme sie in den Arm und Küsse sie.

„Willst du immer noch nach Mailand?“

„Wenn du mitkommst, sofort.“

„Nächstes Wochenende fahren wir hin.“

Nach dem Frühstück begleite ich sie noch ein Stück in Richtung der Zentrale, ich schlage den Weg zur Villa ein. Ich sehe auf die Uhr und stelle fest, dass ich mich verspätet habe. Mein Vorarbeiter kommt auf mich zu und bittet um ein Gespräch in der neuen Kantine. „Was gibt es?“ „Wir brauchen einen neuen Zeitplan. Die Betonbalken kommen mit einer Woche Verspätung, die Firma ist überlastet.“, meint er.

„Das werden wir schon hinbekommen. Wir werden die Zeit nutzen und die rückwärtige Fassade abklopfen. Der Putz ist nur noch feucht und hat ziemliche Risse.“

„Sagen sie mal Chef, Giovanni war schon hier. Er meinte, es könnte sein, dass sie nach Mailand gehen.“

„Ich glaube er hat zuviel erzählt. Ich habe gestern mit ihm über die Renovierung der dortigen Villa gesprochen. Giovanni meint, sie hätten hier alles ziemlich gut im Griff. Es würde eventuell genügen, wenn sie vierzehntägig vorbei schauen würden.“ „Was meinen sie?“

„Für mich ist es ja mit einer Gehalterhöhung verbunden, die könnte ich gut gebrauchen.“

„Anfangs würde ich noch ziemlich viel hier sein, um alles zu regeln.“

„Überstürzen sie nichts, ich wäre froh, wenn sie bleiben würden.“

„Ja, aber die Gehaltserhöhung?“

„Vielleicht bekommen sie die ja auch so. Ich werde mit Giovanni sprechen.“

Das Mittagessen, wird schon wieder mal in die Kantine verlegt. Schon wieder Pizza. Als ich abends die Haustüre aufsperre, hält mir Angelina ein Sektglas entgegen.

„Wir müssen anstoßen.“

„Hast du es geschafft?“, frage ich.

„Ja, ich bin Europa-Chefin. Der neue Geschäftssitz wird Mailand sein. Giovanni hat es vor einer Stunde bekannt gegeben. Er will später noch kurz hier vorbei kommen.“

„In unserer Privatwohnung? Das hat er noch nie gemacht.“

„Es eilt, hat er gemeint.“

Ich gehe durch den Wohnraum und öffne die Balkontüre. Eine warme Luft kommt mir entgegen, der Blick zum Meer. Soll ich das alles aufgeben?

„Du gehst ungern, hab ich Recht?“, meint Angelina.

„Wir werden die Wohnung für die Ferien nutzen, vielleicht kann ja auch mal dein Bruder hier Urlaub machen.“ „Das würdest du zulassen?“

„Er wird sich doch benehmen können?“

„Was glaubst du denn, woher wir kommen. Wir sind doch keine Baraber. Meine Eltern haben uns ordentlich erzogen.“

„Ist ja schon in Ordnung.“ Da klingelt es schon.

„Das wird er sein.“ Tatsächlich, es ist Giovanni.

„Manfredo, hast du ihr schon gratuliert?“

„Wir stoßen gerade an, komm trink einen Schluck.“

Er beginnt sofort mit dem Zeitplan. „Ab Montag wird Angelina in der neuen Zentrale in Mailand sein.“

„So schnell kann ich hier nicht weg. Wir wollen am Wochenende nach Mailand.“ „Dann kannst du sie gleich dort in der neuen Wohnung einquartieren.“

Angelina verfolgt das Gespräch mit Staunen. „Welche Wohnung bitte?“

„Hast du ihr denn noch nichts erzählt? Jetzt bin ich wohl in ein Fettnäpfchen getreten.“

Ich winke ab, „Ich werde es ihr später erzählen.“

„Diese Geheimnisse bei euch Italienern, ich hasse sie.“

„Danke, dass du mich als Italiener bezeichnest.“

„Bist du doch. Dich haben sie doch nur durch Zufall in München verloren.“

„Vom Herzen bist du Italiener.“, meint Giovanni.

Er will noch wissen, wie mein Zeitplan aussieht. „Wir haben in der Villa bestimmt noch gut und gerne einen Monat zu tun, erst dann kann die Arbeit vom Vorarbeiter übernommen werden. Du musst ihm eine Gehalterhöhung geben.“

„Wenn du es meinst, dann bekommt er sie. Drei Prozent, mehr nicht.“

Giovanni verabschiedet sich und bittet mich am nächsten Morgen in seinem Büro vorbeizusehen. Er hat es eilig, seine Frau würde warten, er ginge mit ihr in die Oper. Wir setzen uns auf den Balkon und genießen den Blick und die Luft.

„Er wird dir fehlen, dass verspreche ich dir.“

„Erzähl mal von deiner Wohnung.“, meint Angelina.

„Es ist eigentlich die Wohnung von Irmi gewesen, sie war auch in der Zentrale in Mailand. Das Haus gehört Giovanni, er hat ihr die Wohnung sehr günstig verkauft und sie hat zugeschlagen.“

Angelina beginnt von ihrer Arbeit zu erzählen. Bis spät in die Nacht erklärt sie ihre Pläne und ihr Vorgehen. Sie muss sich natürlich Respekt verschaffen. Sie ist ja noch sehr jung. Wenn sie von ihrer Zukunft erzählt, spricht sie sehr aufgeregt.

Im Bett rutscht sie ganz dich an mich heran, sie hat heute Kuschelbedürfnis, wie sie meint.

Die folgenden Tage sollte nur noch Stress sein. Es ist wie zu Irmis Zeiten. Eigentlich sieht man sich nur noch im Hausgang. Aber am Freitagabend kehrt dann endlich Ruhe ein. Angelina ist schon etwas früher nach Hause gegangen und hat einen schönen Abendtisch zusammengestellt. Sie empfängt mich mit einem Bier in der Hand.

„Wie geht es denn meinem Schatz?“, frage ich.

„Giovanni macht Druck. Die Kosten für das neue Projekt sind höher, als er gedacht hatte. Das macht ihn immer nervös. Er gibt natürlich nicht zu, dass er sich verrechnet hat. Also will er jetzt in die Werbung und die Geschäfte mit seinem Produkt früher beliefern.“

Angelina hört ihn das erste Mal fluchen. Eines der Mädchen, wird er austauschen, erzählt Angelina. Sie hat sich dass alles nicht so stressig vorgestellt. Sie braucht zu lange, bis sie versteht, was er meint. Der Marketingmanager kennt keine Pause, er hat Power für zehn.

„Freust du dich schon auf Mailand?“

„Ja sicher, ich will doch sehen, wo wir in Zukunft leben werden. Es könnte übrigens sein, dass ich noch zwei oder drei Tage länger bleiben werde. Giovanni will mich einigen Personen in der Zentrale vorstellen. Mir wäre es allerdings lieber nicht direkt in der Zentrale zu sein. Ich suche mir lieber ein Büro etwas abseits.“

„Dann kann ich dich ja gar nicht besuchen. Das ist aber schade.“

„Du sollst doch arbeiten und nicht mit mir flirten.“ Nach einem erholsamen Abend, legen wir noch unsere Sachen für die Reise zurecht. Angelina will unbedingt mit dem Maserati nach Mailand fahren.

Vor allem will sie selber damit fahren. „Ich bin übrigens ein sehr schlechter Beifahrer.“ „Ach das kenne ich, mein Papa, der meinte immer es zieht im die Zehennägel hoch.“ „Ich bat ihn, sich entspannt zurück zu legen und die Schlafbrille zu verwenden. Jetzt weißt du, was dich erwartet.“

„Vergesse bitte die Schlafbrille nicht.“

„Haben wir eine?“

„Dann nehme ich halt ein Tuch mit.“ Am nächsten Morgen, es ist der Samstag. Fahren wir sehr früh los. Ich fahre den Wagen aus der Tiefgarage. „Lass mich ruhig fahren“ meint Angelina. „Du wirst sehen, es geht.“ Tatsächlich, ich bin doch wirklich erstaunt, sie fährt ohne Ruckeln und Stottern. Kaum auf der Autobahn, sie nimmt auch noch die richtige Richtung, steigt sie auf das Gaspedal. „Das gefällt mir, der zieht ja wenigstens richtig durch.“

„Ja schon, lass bitte die anderen Verkehrsteilnehmer auch noch überleben.“

Es ist ihr Auto, schon nach einer weiteren viertel Stunde, hat sie sich völlig auf den Wagen eingestellt. Sie hätte lieber in die Formel eins einsteigen sollen, als in die Parfum Branche. „Wenn du so weiter fährst, müssen wir in Kürze tanken.“

„Wie viel braucht der denn?“

„Wenn du so weiter rast, bestimmt zwanzig Liter. Aber mach dir keine Gedanken, es bezahlt Giovanni.“

„Sieh mal, da versucht sich einer mit mir anzulegen, ich glaube es ist ein Ferrari?“ „Na, dem werde ich es aber zeigen.“

„Würde ich lieber nicht, es ist nämlich die Polizei.“

„Scheiße, sie winken. Soll ich zurück winken, oder lieber langsamer werden?“

„Lass sie mal vorbei, dann wirst du sehen, was sie meinen.“

Der Polizeiwagen setzt sich vor uns und hält die Kelle raus. „Na also, rechts ran.“ Die Herren tragen eine dunkle Sonnenbrille, Hangriff an der Pistole, so kommt der Sergeant auf uns zu.

„Hallo Signorina, haben sie Papiere für dieses Auto?“

„Wo sind die denn?“, fragt Angelina.

„Da neben dir in der Tasche der Türe.“ „Einen Moment.“ Sie reicht dem Sergeant die Mappe aus Leder, „da ist alles drinnen.“ Er öffnet es langsam, und sieht in den Wagen. „Sie sind der Papa, die Tochter darf mal fahren?“

Ich gebe keine Antwort. Er blättert in den Papieren, plötzlich tritt er einen Schritt zurück, entschuldigt sich, reicht die Mappe in den Wagen „Ich wünsche eine gute Fahrt.“

„Was ist denn jetzt passiert?“

„Er hat den Briefkopf von Giovanni gesehen.“

„Ah, so läuft das bei euch.“

„Ja sicher, was hast du denn gedacht.“

Der Polizei Wagen winkt uns vorbei, hält die folgenden Fahrzeuge kurz an und macht die Bahn für Angelina frei. Er winkt uns noch fröhlich nach. Angelina will wissen, ob Giovanni wirklich so bekannt ist. „Es ist dass Familienwappen. Da haben alle, die mit Behörden etwas zu tun haben Respekt.“

„Dann sollten wir das auf das Auto kleben.“

„Da wirst du Ärger mit Giovanni bekommen. Nur er und seine Söhne haben es auf dem Wagen.“

Angelina fährt so zügig, das wir schon kurz vor Genova sind. „Fahr mal lieber etwas langsamer, sonst rast du an der Ausfahrt vorbei.“

„Wir müssen jetzt auf die Abfahrt „Mailand“ achten. Sie ist zwar nicht zu übersehen, aber wenn man zu schnell ist, ist man daran vorbei. Da kommt das Schild, es ist die E 25.“

„Ronco, da sind wir richtig. Jetzt gehen wir es aber etwas gelassener an, sonst hast du ja von der schönen Landschaft nichts.“

„Ich liebe den Wagen, so wohl hab ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.“

„Wir sollten mal auf die Tankuhr sehen, es wird Zeit. Agip, da gibt es Benzin. Dann machen wir gleich eine Pause.“

„Was schon eine Pause, jetzt bin ich gerade so richtig drin.“

„Schluss, eine Pause!“, meine ich mit Nachdruck.

„Jawohl Papa.“

„Da hat mich doch tatsächlich dieser Polizist für deinen Vater gehalten. Frechheit!“ „Dass ist doch ein Kompliment.“ „Na ja, wenn du dass so siehst.“ Zwei Stunden noch, dann sind wir da. „Also ich versteh gar nicht, was du hast, du kannst doch locker in San Remo bleiben. Das sind gerade mal vier Stunden, die mach ich auf der linken Pobacke.“

„Du schon, aber wenn mal der Verkehr so richtig dicht ist, dann fährst du in einer Schlange ohne Ende.“

„So hab ich das noch gar nicht gesehen.“, meint Angelina.

„Du wirst sehen, wenn du mal in Mailand bist, wirst du die vielen Seen in der Umgebung kennen lernen. Ich bin meist an den Luganer See gefahren. Aber auch der Comer See ist ein Traum. Da muss man nicht unbedingt ein Meer vor der Nase haben.“ Wir setzen die Fahrt etwas gemächlicher fort. Eine Stunde später sind wir vor den Toren Mailands. Wir müssen uns Richtung Settimo halten. Angelina ist die ganze Strecke alleine gefahren. „Ausfahrt Settimo, da müssen wir weg, dann noch zehn Minuten.“ Dann stehen wir vor einer wundervollen Villa. „Ist es dass?“

„Ja, ich hoffe die Wohnung ist frei, sie war nämlich vermietet. Wir lassen den Wagen besser vor dem Haus, später können wir immer noch in die Tiefgarage.“ Sicherheitshalber läute ich. Namensschild ist keines daran. Dann sperre ich auf. Alles wie neu, super sauber. Giovanni hat wohl einen Putztrupp hineingeschickt.

„Wow ist das schön hier.“

„Sieh mal die Terrasse.“, ich drücke einen Knopf und die Türe fährt zur Seite.

„Schöne Möbel, gehören die dir?“

„Ja, sicher.“ Die gesamte Wohnung ist sehr spartanisch, alles in weiß gehalten.

„Die Küche, so etwas hab ich noch nie gesehen.“ Es klopft jemand an die Türe. „Kommen sie nur herein.“ Es ist die Zugehfrau.

„Der gnädige Herr… ich hoffe ich hab alles richtig gemacht. Im Kühlschrank ist etwas zu trinken. Wird der Herr jetzt wieder hier sein?“

„Vielleicht?“

„Sie sind wohl die gnädige Frau?“

„Putzen sie hier immer?“, fragt Angelina ganz nebenbei.

„Wenn sie es wünschen.“ „Auf der Dachterrasse haben wir noch ein Schwimmbad. Im Keller, neben der Tiefgarage gibt es ein Hallenbad.“

„Dann gehe ich erstmal schwimmen.“, meint Angelina.

Ich sehe mich erstmal um, ich war ja schon ewig nicht mehr hier. Angelina, geht in das Schlafzimmer und zieht sich einen Bademantel über.

Ich gehe durch die Wohnung, es wird mir erst jetzt klar, dass es eigentlich nie meine Wohnung war. Sie ist sehr kühl, alles nur weiß, da mal ein roter Tupfer, dass war es schon. Die Wohnung ist wie neu, nirgends eine Spur von Abnützung. Ich gehe in das Schlafzimmer, öffne den Kleiderschrank, da sind ja noch Kleider von Irmi.

Ich bin Erstaunt. Dann war die Wohnung gar nicht vermietet. Eine andere Türe, die ich öffne, da sind Pullis, Unterwäsche und ihre Tücher. Die Schränke im zweiten Schlafzimmer sind leer.

Wie konnte Irmi nur in so einer sterilen Wohnung wohnen. Die Türe sperrt, Angelina kommt zurück. „Einfach irre, dass musst du gesehen haben. Ein riesiger Bildschirm. Wenn du schwimmst, läuft ein Film.“

„Ja, ein bisschen verrückt waren sie schon immer.“

„Wie viele Leute wohnen denn hier?“

„Es sind ja nur vier Parteien. Also ziemlich einsam. Irmi hat es geliebt.“

„Und du?“

„Ich war nur sehr selten hier.“

„Aber es gehört dir doch?“

„Ja, schon. Ich wollte es lieber vermieten.“

Angelina geht in das Schlafzimmer und sieht in den Schrank. „Da ist ja tatsächlich Wäsche drinnen.“

„Es ist noch Irmis Wäsche.“

Angelina wirbelt durch die Wohnung, schon nach weiteren fünf Minuten, bekommt die Wohnung Leben eingehaucht. Sie nimmt ein paar Decken aus dem Schlafzimmer und verteilt sie im Wohnzimmer. Noch ein paar Tücher, schon wirkt sie bewohnt.

Ich beginne inzwischen mit dem Tischdecken. Wir dekorieren noch ein paar Vasen. Angelina holt noch ein paar Blumen von der Terrasse und steckt diese hinein.

„Woher hat sie denn die schönen Tücher?“

„Sie war verliebt in ihre Tücher, hat bei jeder passenden Gelegenheit welche hinzu gekauft. Von mir hat sie natürlich auch welche bekommen.“

„Ach ja, ich vergaß, du bist ja ein richtiger Tücherfetischist.“

„Und du?“

„Mich darfst du darin einwickeln.“ Jetzt wo es dunkel wird, sehen wir erst den schönen Blick über die Stadt. „Also, da will ich bleiben.“, betont Angelina.

„Dann bin ich ja sehr froh. Dann hätten wir das schon mal geklärt.“

„Wie kommt man denn von hier in die Stadt?“

„Am besten nimmst du die Bahn. Die Zentrale hat zwar Parkplätze, aber der Verkehr ist tödlich. Du lebst im Stau. Es wird sich zwar nicht umgehen lassen, auch mal den Wagen zu nehmen, aber du musst auf die Zeit achten.“ Wir öffnen nun unseren ersten Wein in dieser Wohnung. Wir stoßen auf die neue Behausung an.

„Auf das wir hier glücklich werden!“ Angelina weiht die Küche ein. Brot wird aufgetaut, Schinken aus dem Kühlschrank kommt auf den Tisch. Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, dass ich die Wohnung ohne Irmi sehe.

„Alles erinnert mich an Irmi.“ Angelina meint, „Schau nicht so nachdenklich. Oder ist es für dich nicht in Ordnung.“

„Ich hätte nie gedacht, dass es mich noch so berührt.“

Spät abends gehen wir dann in unser Schlafzimmer um es einzuweihen.

Am nächsten Morgen kommt schon der erste Sonnenstrahl in unser Schlafzimmer. Beide haben wir noch die Tücher von unserem gemeinsamen Spiel um, allerdings jetzt um den Hals. Irgendwann sind sie wohl gerutscht. Wir nehmen uns in die Arme.

Aber Angelina geht erstmal in das Badezimmer. Ich werfe noch einen Blick in mein Nachtkästchen. Das kann ja wohl nicht war sein. Viagra, gleich drei Packungen.

Angelina kommt in das Zimmer. „Was hast du denn vor?“

„Da hat sich jemand einen Scherz ausgedacht.“

Sie betrachtet sich die Dinge. „Da ist noch ein Vibrator, den man wohl festmachen kann.“

„Den musst du jetzt den ganzen Tag tragen.“

„Das würde dir wohl so gefallen.“, meint Angelina.

„Wie geht das ab?“, frage ich, mit einem Blick auf mein bestes Stück.

Angelina hat mir einen Keuschheitsgürtel angelegt.

„Gar nicht, das ist ja gerade dafür da. Dass du nicht fummeln kannst.“

Kapitel: 7 Hast du den Schlüssel?

„Hast du den Schlüssel?“

„Nein warum? Ich finde es ganz praktisch. Wenn du morgen nach San Remo fährst, kommst du nicht auf dumme Gedanken.“

„Du Biest.“

Ich gehe in das Bad zum Duschen, immer wieder versuche ich mich von diesem Ding zu befreien, aber keine Chance. Angelina witzelt, „du musst halt darauf achten, dass es nicht rostet, sonst quietscht es.“

„Du bist gemein.“

Inzwischen hab ich die Hose darüber gezogen. Angelina meint, „Da sieht man aber ziemlich deutlich einen Metalring. Weißt du, ich bin ziemlich eifersüchtig, ich würde es nicht dulden, wenn ich wüsste, dass du vielleicht eine andere hast.“

„Gib zu, du hast ihn gar nicht hier gefunden, sondern schon mitgebracht.“ „Zugegeben, ich hab das Ding in Amerika gekauft. Ich hab doch mitbekommen, dass du nebenbei mit einer anderen was am laufen hast.“

„Stimmt doch gar nicht, du weißt von Barbara, ich hab also keine Geheimnisse vor dir. Lass uns jetzt gehen. Ich will dir den Club von Giovanni zeigen.“

Sie ist erstaunt, als wir an die große Pforte kommen. Ich muss meine Clubkarte zeigen. An der Gardarobe legen wir unsere Sachen ab. „Mein Schatz wie geht es dir?“ Angelina trägt immer noch den Dildo im Schritt, den ich ihr umgelegt habe.

„Schrecklich, ich muss gestehen, ich bin ständig unter Strom. Das ist Dauerschärfe ohne Ende. Ich habe das Gefühl, ich tropfe ohne unterlass.“ „Soll ich mal nachsehen?“ Wir werden in eine sehr private Suite geführt. Die Bedienung hat mich sofort wieder erkannt. „Darf ich dem Herren etwas aus unserem Sortiment zeigen?“

Angelina fragt sofort. „Du bist hier wohl Stammgast? Welches Sortiment?“

„Das sind Spielsachen.“

„Wo sind wir hier gelandet?“

„Das ist ein sehr privater Club von Giovanni.“

„Sag mal, ist das der Club, den du umbauen sollst?“

„Nicht umbauen, erweitern. Dann bist du also hier für die nächsten Wochen beschäftigt?“

„Mal sehen.“

„Na, Gott sei Dank, hab ich den Ring für dich gekauft. Den machen wir nie wieder ab, gewöhn dich gleich mal daran.“

Sie rutscht auf dem Polster ein wenig hin und her, beginnt zu stöhnen. Die Bedienung kommt von hinten und beginnt Angelina zu streicheln. Angelina fließt dahin. Sie verbindet ihr die Augen und legt ihr ein sehr weiches Tuch um den Hals. „Willst du mit mir kommen?“

„Geh ruhig, wenn du willst, dass gehört alles zum Service.“ Angelina steht auf, die Bedienung nimmt sie am Tuch und führt sie hinaus. Kaum draußen, da sitzt auch schon ein sehr hübsches Mädchen an meiner Seite. Sie streichelt meine Oberschenkel und kommt so auch an den Metalring.

„Was haben wir denn da?“

„Eine Sicherheitsbremse.“

„Deine Freundin ist aber clever. Meinem Freund hab ich auch so was verpasst. Er ist der Mann hinter der Bar. Es ist schon über ein halbes Jahr her, als ich es montierte.“ „Was macht ihr, wenn ihr mal miteinander schlafen wollt?“

„Dann mach ich es ab.“

„Aber wenn er sich weigert es wieder anzulegen?“

„Er hat keine Chance, ich mach es erst ab, wenn ich anderweitig gesichert hab. Da ist ihm der Ring lieber.“ „Was machst du?“ „Sag ich lieber nicht.“ Da kommt gerade Angelina herein. Sie trägt nun eine Maske, die ihren Kopf komplett einbezieht. Die Maske besteht aus Federn und Paietten. Der Mund ist verschlossen. Es sieht einfach umwerfend aus. Eine Schnürung am Hinterkopf verhindert das abnehmen. Ein kleines Schloss ist ebenfalls angebracht.

Das Mädchen, welches sie führt, meint zu ihrer Kollegin. „Die ist ja abgesperrt.“

„Er übrigens auch. Warum kommen die beiden in unseren Club?“

Da es sehr dunkel im Raum ist, merke ich erst jetzt, das Angelina einen Ball im Mund hat und die Hände auf dem Rücken trägt.

Das Mädchen führt sie an den Tisch und hilft ihr sich zu setzen. Sie drückt mir etwas in die Hand. „Es sind Schlüssel.“

„Ich glaube für heute hasst du genug, ich werde mal um unseren Wagen bitten.“

So wie Angelina an den Tisch kam, habe ich sie dann mit nach Hause genommen.

„Soll ich dich von allem befreien?“ Angelina schüttelt den Kopf, sie geht in das Badezimmer.

Nach zehn Minuten höre ich die Dusche. Ihr Zimmer ist verschlossen. Als sie heraus kommt, ist sie in ein großes Chiffontuch gehüllt. „Wie hast du das geschafft?“

„Ein Geheimnis“, meint sie.

Sie hat sich sogar von dem Gürtel befreit. Du kannst auftreten, als Entfesselungskünstlerin. Das hab ich alles von meinem Brüderchen gelernt.

„Am liebsten würde ich dir jetzt mal den Gürtel umschnallen“ meint sie.

„Eigentlich will ich jetzt nur noch in das Bett.“

„Lass uns doch noch ein bisschen kuscheln, mehr geht sowieso nicht.“

„Leider, da wirst du noch warten müssen.“ Ich erzähl ihr, dass die Bedienung ihrem Freund auch so was verpasst hat. „Kann ich verstehen, der sieht ja auch umwerfend aus, der hat sicher an jedem Finger eine. Da muss sie sich doch absichern.“

Sie geht nochmals in das Badezimmer. Auch ich gehe zum Duschen. Ich merke kaum noch, dass ich den Ring trage. So schnell gewöhnt man sich daran. Ich ziehe mir einen leichten Bademantel über und hole noch etwas zu trinken aus der Küche. Gut, dass wir morgen ausschlafen können. Mittlerweile ist es fast vier Uhr. Angelina hat sich inzwischen in das Bett verzogen. Ich lege mich neben sie und nehme sie in den Arm.

„Wie findest du den Club?“

„Wenn du arbeiten wirst, werde ich dich absichern, da kannst du sicher sein. Aber eines muss ich zugeben, scharf war es schon. Die Mädchen verstehen ihr Geschäft.“

„Was hat sie mit dir gemacht?“

„Ich war völlig fertig.“

„Das Geschirr um den Kopf, wie war das?“

„Ich lege es dir gerne um, wenn du willst. Gemein ist, dass es abgesperrt wird.“ „Hattest du denn einen Schlüssel?“

„Nein, da kenne ich einen Trick. Du würdest es nie schaffen.“

„Also für heute hab ich genug, lass uns schlafen.“

„Ich könnt schon wieder.“, meint Angelina am nächsten Morgen.

Angelina richtet gerade auf der Terrasse die Sonnenliegen. Eine Pause haben wir uns verdient. Die Sonne scheint inzwischen mit voller Kraft auf die Terrasse. Wir liegen nun völlig nackt draußen und lassen uns verwöhnen. Ich muss eingeschlafen sein, denn als ich wieder aufwache, ist Angelina damit beschäftigt einen kleinen Mittagstisch zurichten. Ich verspüre einen leichten Sonnenbrand.

„Du musst mich eincremen.“

Ich stelle zwischen die beiden Liegen ein Tischchen und mache die Markise heraus. Ich ziehe meinen leichten Bademantel über und mach schon mal den Sekt auf.

Ich stelle fest, wir werden uns in dieser Wohnung sehr wohl fühlen. Wir haben kein wirkliches Gegenüber, einen fantastischen Blick, und Südseite.

„Du bist zum Arbeiten in Mailand… vergiss das nicht!“

„Ja schon, aber ein bisschen Freizeit wird es schon geben.“ Wir vertrödeln den gesamten Nachmittag. „Ich könnte schon wieder“, meint Angelina.

„Darf ich mich auf dich setzen?“

„Wenn du dir davon was versprichst?“

Sie kommt von hinten an den Liegestuhl heran. Wirft einige Tücher und Schals auf meinen nackten Körper. „Damit bekommen wir das schon hin, meinst du nicht auch? Sieh mal, er rührt sich ja schon.“ Sie setzt sich auf meine Oberschenkel, „damit du mir nicht davon läufst.“

Sie nimmt eines der Tücher ganz langsam und genussvoll in die Hand, lässt es durch ihre Finger gleiten. Beginnt es zu rollen. „Bitte dein rechtes Handgelenk.“

Sie macht eine Schlaufe und bindet es an die Liege, so, dass ein langes Ende übrig bleibt. Genauso verfährt sie mit dem anderen Handgelenk.

Direkt auf meinem Bauch bindet sie die Enden zusammen. „Damit du nicht daran kommst, du verstehst.“

Sehr vorsichtig, führt sie mein Glied in ihre Höhle ein. Bis es vollends in ihr verschwindet.

„Ein wunderbares Gefühl, dass kann ich dir versprechen. Ich werde mir jetzt die Augen verbinden. Dann schwirren wir beide ab.“

Mit langsamen Bewegungen und gleichzeitigem Stöhnen kommt Rhythmus in die Sache. Ich muss eine Explosion stark unterdrücken und versuche dies so lange wie möglich hinauszuziehen. Dann aber kommt Angelina mit einem lauten Schrei zum Höhepunkt, jetzt kann auch ich alle Schleusen öffnen. „Wow, dass war toll.“ Angelina bleibt noch eine ganze Weile auf mir sitzen. Versucht wieder Luft zu bekommen. Jetzt wissen alle Nachbarn, wie wir unseren Nachmittag verbringen.

Es war mir so, als hörte ich jemand Beifallklatschen.

Angelina entschuldigt sich, sie müsse sich jetzt erstmal kalt duschen. Ein leichter Wind kommt auf und ist nun wirklich angenehm, er streicht über meinen erhitzten Körper. Ich versuche mich etwas zu bewegen, aber sie hat mich perfekt fixiert.

Sie wird gleich kommen und mich befreien. Ich spüre ein feuchtes Handtuch über meinen Bauch streichen. Damit du dich etwas erholen kannst. Mit dem leichten Wind ein sehr angenehmes Gefühl.

Sie lässt mich doch tatsächlich einfach liegen. Ich spiele noch mit dem Tuch Ende, als es sich plötzlich öffnen lässt.

„Siehst du, du hast es geschafft.“ Ich kuschle mich neben sie auf die Couch.

Angelina kommt nochmals auf den Casinobesuch zu sprechen. Ich spüre, da ist noch etwas, was sie wissen will. Sie beginnt mit der Frage, wie lange sie eigentlich vom Tisch weg war. „Ich schätze mal, es war eine gute Stunde, aber warum willst du dass wissen?“

„Für mich waren es höchstens zehn Minuten.“

„Du hast mir nie erzählt was eigentlich passiert ist. Lass mich doch an deinem erotischen Abenteuer teilnehmen.“, meine ich.

„Ich weiß nur noch, dass das Mädchen kam und mich am Tisch abholte.“

„Ja und, was ist dann passiert?“ Man hat mir die Augen verbunden und einen langen Gang entlang geführt.“

„Ja, dass weiß ich, ich habe dir noch nachgesehen und du verschwandest hinter einer Holztüre.“

„Da hat wohl der Gang begonnen. Ich weiß noch, dass mir plötzlich schwindlig wurde. Ich muss das Bewusstsein verloren haben.“

„Was war denn, als du wieder zu dir kamst?“

„Ich lag auf einem Tisch, war fixiert. Zuerst dachte ich, jetzt haben sie dich vergewaltigt. Aber dann hörte ich die Stimme einer älteren Frau.“

„Woher willst du denn wissen, dass eine Frau älter war?“

„Sie sprach mit einer etwas zittrigen Stimme, so wie halt ältere Leute reden.“

„Was geschah dann?“

„Als man merkte, dass ich zu Bewusstsein kam, setzte man mir eine Haube auf, du erinnerst dich doch noch an die Haube mit Federn?“

„Ja, damit kamst du an den Tisch. Sie liegt übrigens noch im Nebenzimmer.“ „

Ach und an eines kann ich mich auch noch erinnern, ich spürte ein Stechen hinter dem Ohr.“

„Hinter dem Ohr?“

„Ich kann mir darauf keinen Reim machen. Aber ich wollte es dir wenigstens erzählt haben.“

„Bei meinem nächsten Besuch werde ich mal Hetti fragen, was da geschieht. Aber für heute wollen wir die Sache mal vergessen.“

„Vergiss nicht, dich zu stärken, sonst fällst du mir noch vom Fleisch. Wann musst du denn morgen aufbrechen?“

„Ich werde so gegen sechs in der Früh losfahren.“

Angelina steht auf und geht in das Nebenzimmer. Als sie zurückkommt, hat sie die Maske in der Hand. „Lass mich die Maske mal anschauen.“ Lange betrachte ich mir die Machart der Maske. Auf den ersten Blick sieht sie wie eine Faschingmaske aus. Aber sie hat es in sich. Im Augenbereich, ist sie absolut dicht. Im Bereich des Mundes ist ein Knebel eingearbeitet. Die Rückseite, kann man mit einer Verschnürung verschließen. Zusätzlich sind drei Riemen angebracht, die man jeweils mit einem Schloss sichern kann. „Du bekommst es als Geschenk, wenn du den Club verlässt.“, meint Angelina. Sie verpacken sie in einem eleganten Karton. Angelina bittet mich, die Maske mal aufzusetzen. „Da musst du mir schon helfen.“ Angelina zieht mir die Maske über den Kopf. „Vorsicht, der Knebel muss noch in den Mund.“

Dann beginnt Angelina mit dem festzurren des Bandes. „Noch die Schnallen und dann die Schlösser“, meint sie. Das Material ist sehr weich und schmiegt sich dem Gesicht angenehm an. Mit meinen Händen greife ich die Maske ab. Fest verschnürt, stelle ich fest. Angelina drückt noch die Ohrenstöpsel hinein und zieht auch diesen Riemen fest. Das Gefühl ist seltsam. Nichts sehen, nichts hören und nichts sagen können.“ Angelina macht keine Anstallten mir das Ding wieder abzunehmen.

Dann aber öffnet sie die Maske und will von mir wissen, wie es war. „Eigentlich angenehm, sie ist ja sehr weich vom Material her.“

„So erging es mir auch. Ich fand es nicht als unangenehm. Das sie mich an deinen Tisch führten, hab ich natürlich nicht mitbekommen, da ich ja nichts hören konnte.“

„Okay, dann legen wir die Maske mal in das Regal zu den anderen Spielsachen, sie ist ja recht interessant und dekorativ.“

Der Montag beginnt mit einem Stau, kurz nach Genova geht nichts mehr. Es muss ein Unfall passiert sein. Ich bereite alles über mein Handy vor. Der Vorarbeiter, ist nun Gold wert, er ruft fast viertelstündlich an. Nach einer guten Stunde, geht es dann endlich weiter. Um ein Uhr bin ich dann auf der Baustelle. In Zukunft werde ich vielleicht doch besser den Zug nehmen. In der Kantine steht ein Berg von Pizza auf dem Tisch. Ich sehe schon, es wird wieder mal durchgearbeitet.

„Sie sehen ja richtig fertig aus, was haben sie denn am Wochenende getrieben?“ Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, will dies Toni wissen. Toni ist eigentlich aus Deutschland, arbeitet aber auch schon seit einigen Jahren für Giovanni. Er restauriert, die verschiedenen Hölzer. Hat eine eigene Schreinerei, die er schon mal auf einen LKW lädt und vor Ort wieder aufbaut. Wir sind so in unsere Arbeit vertieft, dass wir gar nicht merken, wie die Zeit vergeht. Es muss wohl schon gegen halb zehn sein, als Giovanni plötzlich im Raum steht. Er findet es toll, dass wir uns so für ihn angagieren. „Wenn es Freude macht, vergisst man einfach die Zeit.“, meine ich. Giovanni verspricht für den nächsten Tag mal etwas anderes wie die ewige Pizza.

„Ich werde Mario den Auftrag geben, für mein Team etwas Besonderes zu arrangieren.“ Er verlässt die Arbeitstelle mit einem fröhlichen „Tschau“.

Als ich dann in mein Appartement komme ist alles wunderschön aufgeräumt. Also um die Zugehfrau bin ich schon sehr froh. Ich hole mir noch ein Bier aus dem Kühlschrank und lasse mich vor dem Fernseher nieder.

Angelina ruft noch durch und meint, für den ersten Tag war es schon etwas heftig. „Ich umarme dich, ich freue mich schon auf das nächste Wochenende.“ Sie hat als Firmenwagen einen kleinen Fiat bekommen. Vorläufig, um wenigstens beweglich zu sein. Im Schlafzimmer finde ich noch die Tücher von unserem letzten Spiel. Die Zugehfrau hat sie ordentlich zusammengelegt. Ich lasse die Balkontüre offen, um die wunderbare Luft herein zulassen.

Geweckt werde ich durch recht lautes Maunzen. Es hat sich ein kleines Kätzchen verirrt. Sie muss wohl über die Dächer hierher gekommen zu sein. Ich richte ihr ein wenig Milch mit Wasser vermischt. Ein paar Schinken Stückchen verschlingt sie so, als hätte sie seit Tagen nichts mehr bekommen. Anschließend rollt sie sich auf die Wohnzimmercouch. Ich werde ihr einfach die Balkontüre offen lassen, so dass sie auch wieder gehen kann. Ich werde wohl etwas Trockenfutter kaufen müssen. In der Mittagspause gehe ich extra Heim, um nachzusehen, ob sie noch da ist. Als ich das Futter in eine Schale schütte, springt sie schon herbei. Sie hat sich irgendwo im Schlafzimmer einquartiert.

Auf dem Balkon sehe ich, dass sie sich auch schon ein Plätzchen für ihre Geschäftchen ausgesucht hat. Ein großer Blumenbottich schein ihr genehm zu sein. Ob das die Pflanzen so mögen, bezweifle ich. Im Hausgang treffe ich noch die Zugehfrau. Ich erzähle ihr von dem Kätzchen. Sie hat sie natürlich schon gesehen.

„Wie machen sie denn dass am Wochenende?“

„Da hab ich noch gar nicht daran gedacht. Sie werden wohl am Samstag mal vorbei schauen müssen. Wir brauchen aber noch ein Sandkästchen.“

„Ich werde es für sie besorgen. Machen sie es doch bitte auch immer sauber. Es kann natürlich auch sein, dass sie wieder weiter zieht.“

„Das glaube ich kaum“, sie spaziert durch die Wohnung, als hätte sie noch nie wo anderes gewohnt. „Rausschmeißen werde ich sie natürlich nicht.“

Als ich am Abend nach Hause komme, steht sie schon an der Türe und begrüßt mich. Ich nehme sie hoch und sie beginnt sofort zu schnurren. Sie läuft schon mal voraus und rollt sich auf der Couch. Ich sehe mal nach, ob es ein Kater ist. Nein, es ist ein Kätzchen. Wie alt wird es wohl sein? Halbes Jahr, oder älter. Keine Ahnung. Auf jeden Fall, hat sie es gut, sie schmust ohne Ende. Sie legt sich an den Hals und trappelt mit den Pfoten.

Als Angelina anruft berichte ich ihr gleich von unserem Zugang. Sie ist nicht so begeistert, da sie eine Katzenallergie hat. „Wir müssen sie wo anderes unterbringen“, meint sie.

Angelina ist im Stress, sie muss noch auf einen Empfang. Ich hab noch gar keinen Namen für meinen kleinen Neuzugang. „Wie willst du denn heißen?“ Sie sieht mich mit großen Augen an, als hätte sie mich verstanden. Also hergeben werde ich dich sicher nicht. So was Süßes hatte ich ja noch nie. Es ist ein kleines Tigerchen. Ich will gerade in das Bett gehen, da ruft noch Barbara durch. Ich berichte ihr von dem kleinen Kätzchen. Sie ist begeistert. Aber ich spüre sofort, dass etwas nicht stimmt. „Was ist denn los? Ist was mit dem Anwesen?“

„Nein ich muss operiert werden. Nächste Woche gehe ich in die Klinik.“

„Was fehlt dir denn?“

„Das sagen sie nicht, ich muss erstmal zur Beobachtung hin.“

„Möchtest du, dass ich komme?“

„Ich würde mich schon freuen.“

„Gut, ich werde es versuchen. Ich werde Giovanni klarmachen, dass ich verschiedene Dinge dort besichtigen und raussuchen muss.“

„Sag mal was ist den mit dir los? Du musst dich doch nicht rechtfertigen. Du hast immer dass gemacht, was du gerade wolltest.“

Als ich auflege, merke ich, dass Barbara ja völlig Recht hat. Ich habe mich in eine Lage gebracht, dass ich beginne, mich zu entschuldigen. Was ist geschehen? Ich habe plötzlich Stress ohne Ende. Ist es Angelina? Die mich mit ihrer Power mitreißt? Oder will ich ihr beweisen, dass ich es kann. Was kann? Zuviel Arbeiten? Sex? Vielleicht will ich es mir selbst beweisen? So geht es nicht weiter. Die zwei Wohnungen. Die Arbeit hier in San Remo.

Ich muss unbedingt nach Barbara sehen. Sie ist ein Teil von mir. Ich kann sie unmöglich alleine lassen, wenn sie Hilfe braucht. Ich werde nächste Woche nach Berlin fliegen. Ich sehe gleich mal in meinem Computer nach, welche Möglichkeiten es gibt. Ich spüre plötzlich, dass mir an Barbara mehr liegt, als ich zugeben will.

Es wird doch hoffentlich nichts Ernstes sein. Ich buche gleich über meinen Computer einen Flug für den nächsten Mittwoch. Zwei Tage werde ich schon bleiben müssen, wenigstens bis ich weiß, was ihr fehlt. Ich nehme mein Tigerchen in den Arm und erzähle ihr, was los ist. „Du musst ganz brav sein, wenn ich nicht da bin, versprichst du mir dass?“ Sie tupft mich mit ihrer Pfote am Kinn, als würde sie meinen, „Mach dir keine Sorgen, ich bin ja da.“

Mit einem Glas Wein und meinem Kätzchen lasse ich mich vor dem Fernseher nieder. Ich beginne über die letzten Wochen nachzudenken.

Ich treffe Angelina im Zug, sie macht mir schon nach zehn Minuten Avancen. Ich finde sie symphatisch und gehe darauf ein. Gut, es war vielleicht mein Fehler darauf einzugehen, aber sie gefiel mir. Gerade mal vier Wochen später, entscheidet sie mein Leben. Muss ich dass haben? Ich glaube, ich mach mich jetzt einfach mal etwas rar. Da wird Berlin die richtige Pause sein. Ich werde ihr für das nächste Wochenende absagen. Sie nimmt Besitz von der Wohnung in Mailand, ohne zu fragen, ob mir das überhaupt recht ist. Vielleicht hat ja auch Giovanni etwas nachgeholfen. Ehevermittler ist er immer schon recht gerne gewesen. Umso mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Panik beschleicht mich. Ich will nicht noch mal die gleiche Situation haben, dass sich meine Freundin in einen Mitarbeiter verliebt und ich der blöde dritte im Bunde bin.

Bei Angelina könnte genau dieses nämlich wieder passieren. Am nächsten Vormittag bekomme ich einen Anruf von der Vorzimmerdame von Angelina, sie ließe sich entschuldigen, sie müsse am nächsten Wochenende nach Rom. Es ist eine Besprechung angesagt, für weitere Werbe Maßnahmen. So hat es auch mit Irmi begonnen.

Gegen Abend ruft Angelina dann persönlich an, „Hast du meine Nachricht bekommen.“

„Ja habe ich.“

„Dann weißt du ja Bescheid. Hast du das Kätzchen abgegeben?“

„Nein, das liegt gerade in meinen Armen und lässt es sich gut gehen.“

„Du weißt, es muss weg, ich vertrage auf keinen Fall Katzen. Außerdem, machen die ja überall hin. Bitte, bis ich wieder komme, muss sie weg sein.“

„Ich werde sie fragen, was sie davon hält?“

„Wenn ich nach Mailand muss, wird sie einfach dabei sein, dass musst du doch verstehen. Sie würde ja verhungern, wenn ich sie so alleine lasse.“

„Du wirst dich entscheiden müssen, wen du von uns beiden bevorzugst.“

„Ich werde darüber nachdenken.“

„Da gibt es nichts zum nachdenken. Ich oder die Katze. Da musst du mich schon verstehen.“

„Ich verstehe.“

„Wenn du nächstes Wochenende kommst bin ich ja leider nicht da. Ich habe eine Liste mit Dingen aufgeschrieben, die du bitte besorgen musst.“

„Was ist es denn, vielleicht bringe ich es einfach aus San Remo mit.“

„Ich habe hier in Mailand einen Inneneinrichter beauftragt, verschiedene Dinge zu entfernen und zu verändern, du musst ihm unbedingt dafür eine Anzahlung geben.“ „Ich verstehe.“

„Gib mir bitte seine Telefonnummer.“

„Rafael, er ist sehr nett.“

„Ich werde mit ihm telefonieren.“

Am nächsten Morgen rufe ich Rafael an. Er spricht sehr gewandt. „Also wir haben uns entschlossen, das Wohnzimmer völlig neu zu gestalten. Das Schlafzimmer kommt ebenfalls raus. Die Küche bauen wir anschließend um.“

„An welche Summe haben sie denn so gedacht?“

Rafael überlegt kurz und meint, „ich brauche eine A-Konto Zahlung von dreihunderttausend.“

„Wie hoch wird denn die Endsumme sein?“

„So genau wissen wir dass nicht, da ja noch die Gardinen alle rauskommen.“

„Wer hat ihnen denn den Auftrag gegeben?“ „Ja ihre Frau hat alles abgezeichnet.“

„Also jetzt hören sie mal gut zu. Der Eigentümer bin ich, es ist nicht meine Frau. Wie haben sie sich das denn vorgestellt?“

„Ich brauche nur das Geld.“, meint Rafael.

„Ich verbiete ihnen auch nur einen Socken aus der Wohnung zu entfernen. Ohne meine Unterschrift geht hier gar nichts.“

„Rafael legt ohne ein Wort auf.“

Sekunden später ist Angelina am Telefon, ziemlich aufgewühlt, Ich lasse sie erstmal Dampf ablassen.

„Wie kommst du dazu, ohne mich zu fragen, die halbe Wohnung zu entsorgen? Ich bin mit der Wohnung sehr zufrieden, um sie zu vermieten, ist sie genau richtig eingerichtet. Was wir beide entscheiden, bedarf doch vorher einige Unterhaltungen. Ich lass mich doch von dir nicht einfach überrennen.“

Angelina legt auf, ohne einen weiteren Kommentar abzugeben. Eine Stunde später ruft die Putzfrau an. „Sind sie es gnädiger Herr?“

„Ja so ist es.“

„Ihre Bekannte, hat mir ihren Schlüssel gegeben. Ich werde morgen die Wohnung reinigen, soll ich die Betten abziehen?“

„Ja, machen sie dass. Ich komme erst in vierzehn Tagen.“

„Ich werde alles für sie vorbereiten.“

Von Angelina bekomme ich keine weiteren Nachrichten. Sie stellt sich beleidigt. Auch ich gebe keine weiteren Lebenszeichen von mir. Mal abwarten, wie es sich fügt. Wahrscheinlich hat sie bereits im Konzern einen jüngeren Mann kennen gelernt.

Am Mittwoch mach ich mich auf den Weg nach Berlin.

Als ich im Krankenhaus eintreffe, begegne ich Betti. „Was ist den los?“, frage ich.

„Ach die ist doch nur hysterisch, es fehlt ihr sicher gar nichts.“

„So klang das aber am Telefon nicht.“ Als ich das Zimmer komme, erkenne ich Barbara erst gar nicht. Sie liegt da, wie ein Häufchen Elend. Sie trägt die Haare ziemlich kurz. Hängt an diversen Schläuchen. „Das ist nur zur Überprüfung, meint der Arzt.“

Kurz darauf kommt schon der Arzt. „Können sie schon etwas Näheres sagen?“

„Wir sagen gar nichts, bevor wir nicht hinein gesehen haben.“

„Ja, entschuldigen sie, welchen Verdacht haben sie denn?“

„Sie erfahren es früh genug.“ Sie holen Barbara ab.

„Ich warte bis du zurück bist.“

„Betti meint, wir gehen inzwischen in die Kantine.“ Auch Betti trägt die Haare extrem kurz. „Ist das Mode in Berlin, das man sich so abrasiert?“

„Nein, es war eine Wette. Ich hatte gar keine Haare auf dem Kopf.“

„Ah, dann sind sie ja inzwischen schon wieder extrem lang.“

„Das kann man auch so sehen.“ Wir gehen in die Kantine. Kantine ist eigentlich das falsche Wort. Es ist ein richtiges Restaurant. Nur mit dem Unterschied, dass einige in den Bademänteln hier sitzen. Betti erzählt, dass Barbara ziemliche Schmerzen in der Bauchgegend hatte. So haben sie sie lieber in das Krankenhaus gebracht.

„Aber es ist nicht zufällig der Blinddarm?“

„Keine Ahnung, wo ist der denn?“

„Der Notarzt sprach etwas von sehr beunruhigend.“ Nach etwa einer Stunde gehen wir wieder auf das Zimmer. Barbara wird gerade zurück gebracht. „Na, was ist los?“ Der Arzt lächelt, „Das haben wir spätestens morgen Früh erledigt.“

„Was ist es denn?“

„Es ist eine Blinddarmreizung. Morgen Früh werden wir ihre Bekannte am Blinddarm operieren.“

„Aha, sehr beängstigend. Was habt ihr denn hier für Notärzte? Das sind doch nicht die, die in ihrer Freizeit Taxi fahren?“

„Sei nicht so bös.“ Barbara ist nun ganz erlöst und kann sogar schon wieder lachen. Sie hat eine Spritze bekommen, hat nun auch keine Schmerzen mehr. Nur zu essen bekommt sie bis morgen Früh nichts mehr. „Ein Kilo könnte ich sowieso abgeben.“

Kapitel: 8 Mir gefällst du so wie du bist.

„Mir gefällst du so, wie du bist.“

„Wo bleibst du denn für heute Nacht?“

„Ich suche mir noch ein Hotel.“

„Kommt ja gar nicht in Frage entgegnet Betti, du schläfst natürlich bei uns. Das Bett von Barbara ist ja frei.“

„Wie viele seid ihr denn, in eurer Wohngemeinschaft?“

„Drei Mädchen und drei Buben.“

„Dann hat ja jedes Mädchen einen Buben.“

„Das geht bei uns anders.“, entgegnet Betti.

„Zwei Buben gehören zusammen. Ein Bub gehört zu mir. Da hast du also falsch gedacht. Barbara ist also allein.“ Wir unterhalten uns noch eine weitere Stunde über Berlin und die Zustände in den Betten. Betti meint, „wir müssen noch einkaufen, lass uns aufbrechen.“ Barbara gibt mir einen innigen und langen Kuss.

„Ich brauch dich, dass weist du. Außerdem wollen wir noch ein Kind machen, vergiss das nicht.“

„Aber wenn du in Berlin bleibst, worin besteht der Sinn?“

„Wir werden darüber reden.“

„Also, dann gute Besserung, Tschau.“

Betti hat sich einen alten Golf zugelegt und fährt wie eine Anfängerin. Ich halte mich aber mit meinen Kommentaren zurück. Ich sage nur, „Dein Fahrstiel hat sich erheblich verbessert.“

„Fahr doch du, wenn du weißt wo wir hin müssen.“ Sie fährt in eine Gegend, von der ich nicht recht überzeugt bin. Aber viele junge Leute, wahrscheinlich die meisten leben in Wohngemeinschaften. Sie fährt zwischen zwei geparkte Fahrzeuge, so eng, dass ein Aussteigen kaum möglich ist. Sie knallt ihre Türe an den linken Wagen. „Das machen hier alle so.“, meint sie.

Ich gebe mir Mühe nicht an den rechten Wagen zu stoßen. Wir gehen bei Tengelmann, einkaufen. Es werden, sieben volle Tüten, wahrscheinlich der gesamte Wocheneinkauf. Ich bezahle und frage, ob sie noch was zu trinken benötigen würde. „Das ist das einzige, was immer da ist. Wir bestellen beim Getränkemarkt, und der kommt wöchentlich.“

Wir steigen in die vierte Etage hoch. Alles wirkt etwas abgewrackt, so als kämen morgen die Bulldozer mit der Abrissbirne. Das Treppenhaus Geländer sollte man besser nicht berühren. Die Wohnungstüre steht offen. „Hallo ich bin wieder da.“ Keine Gegenstimme. „Barbaras Zimmer ist die zweite Türe links. Mach es dir schon mal gemütlich.“ Ich bin erstaunt, sehr ordentlich, alles mit großen Tüchern abgehängt. Über dem Bett ein Baldachin aus feinen Seidentüchern.

Am Kopfende, hängen Handschellen. Einige Tücher hängen darüber. Betti kommt herein, „Na gefällt es dir?“

„Ja doch, recht ordentlich. Am besten du ruhst dich erstmal aus.“

„Die Toiletten, sind am Gang Ende. Die Damen haben die Linke. Rechts das ist die für die Buben.“

Da sehe ich dann auch schon einen der Buben. Er kommt auf mich zu, „Ich bin eine Transe und du?“

„Nimmst du jetzt die linke oder die rechte Toilette?“

„Ach, du Schertzbold.“ Gegen Abend richtet dann der andere Bub, den großen Tisch.

„Macht euch fertig, gleich gibt es Essen.“ Ich stelle mich kurz vor. Daraufhin nennen auch die anderen ihren Namen. Wenn man sie näher kennen lernt, sind es eigentlich ganz nette Typen. Egon erklärt, „Das mag ja alles recht Chaotisch wirken, aber wir haben unsere festen Riten und Gebräuche. Jeder muss mal abwaschen und alle legen für eine Putzfrau zusammen. Nach dem Essen helfen alle den Tisch abräumen und man macht es sich am Boden im Wohnzimmer gemütlich.“

Es liegen viele Kissen herum, jeder schnappt sich eines und rückt es sich zurecht. Es gibt kleine Tabletts, wo die Gläser abgestellt werden. Die Weinqualität lässt allerdings zu wünschen übrig. „Habt ihr da keine Angst, dass ihr nach dem Genuss blind werdet?“

„Unser Körper ist dagegen immun. Er hat sich daran gewöhnt.“ Wir sehen uns ein Video an, dass man sich wohl ausgeliehen hat. Betti legt sich ganz eng an meine Seite. Etwas später legt sie ihren Kopf auf meine Brust. „Ich liebe deine Brust.“, meint sie.

Ich akzeptiere es stillschweigend. Ihr derzeitiger Freund spielt gerade mit der Transe.

Nach dem Film möchte ich mich gerne zurückziehen. „Nein, so schnell geht das bei uns nicht. Jetzt kommt erstmal Flaschendrehen.“

„Aber das ist doch ein Kinderspiel.“

„Es kommt immer auf das Ergebnis an.“

„Was meint ihr?“

„Schau dir Betti an, sie wurde kahl geschoren, nachdem sie verloren hatte. Es war ihr Einsatz.“

„Also seid mir nicht böse, dass brauche ich wirklich nicht.“ Betti liegt immer noch auf meiner Brust. „Sei doch kein Spielverderber.“

„Ihr dürft nicht vergessen, ich gehe einem ordentlichen Beruf nach. Ich kann unmöglich so herum laufen.“

„Wie denn? Du brauchst ja nur einen anderen Wetteinsatz bieten.“

Die Transe meint, „Ich könnte dich ja für einen Tag als Mädchen einkleiden.“

Das finden nun alle riesig. „Ihr könnt ja machen was ihr wollt, aber nicht mit mir.“ „Ich gehe noch duschen und dann brauch ich meinen Schlaf. Seid mir nicht böse.“ Ich drücke Betti noch zärtlich und verabschiede mich. Nach dem duschen gehe ich mit der Unterwäsche in das Bett. Normalerweise schlafe ich ja nackt. Ich habe noch meine Nachttischlampe an und blättere in einer Zeitschrift, die am Bett liegt.

Betti klopft an und möchte sich noch etwas zu mir setzen. Sie beginnt mit einem langen Gespräch, erzählt noch von Erlebnissen von Mecklenburg.

Sie spielt ganz nebenbei mit einem Chiffontuch. „Ich würde dir jetzt gerne die Augen verbinden.“, meint sie. Sie setzt sich auf und schwingt sich auf meinen Bauch.

„Bitte mach mit. Ich bleibe dann auch die ganze Nacht bei dir.“

„Vielleicht will ich das aber gar nicht.“

„Ich will aber.“ Sie legt das Tuch zusammen und sieht mir in die Augen.

Als sie mit dem Zusammenlegen fertig ist, beugt sie sich über mich. Ohne weiter zu zögern, legt sie das Tuch auf meine Augen, „Sieh mal, dann schläfst du viel besser.“ Du hast es mir selber mal erzählt. Da das Tuch sehr groß ist, wickelt sie es mehrfach herum, zieht es jedes Mal ein bisschen fester.

„Na siehst du, ist doch sehr angenehm.“, meint sie. „Jetzt ist es aber gut.“

„Okay. Ich gehe gleich.“ Sie nimmt meine Hände und legt sie sich auf die Brust. „Fühl doch mal, ist das nicht schön.“

„Doch sehr schön. Du hast einen schönen Busen.“ Sie scheint ein Tuch über meine Handgelenke zu legen, auf jeden Fall spüre ich etwas Weiches. Sie führt meine Hände zu ihrem Kopf. „Nimm bitte mein Gesicht in deine Hände.“

Ein schönes Gefühl, ihren Kopf zwischen den Händen zu fühlen. Ich streichle ihr Gesicht. Ihre Haare. Plötzlich merke ich, wie sich meine Handgelenke zusammenziehen. Sie hat einen geschickten Knoten gemacht, ohne dass ich es bemerkte. Es geht sehr schnell, auf jeden Fall sind meine Gelenke fest mit einander verbunden. „Jetzt hab ich dich.“

„Was hast du vor?“

„Wirst du schon sehen.“

Mit einem Ruck werden meine Hände nach oben gezogen und sind mit der Querstange am Kopfende verbunden. Ich spüre noch, wie sich die Handschellen schließen. „Das ist nur zur Sicherheit.“ Die Handschellen scheinen fest mit dem Bettgestell verbunden zu sein, denn sie bewegen sich keinen Millimeter. Sie deckt mich zu. „Du wirst es mögen.“

„Was denn?“

„Ich werde jetzt noch deine Füße fest machen.“

Hilferufen hat wohl keinen Sinn. Am besten ich tue so, als ging mich das alles nichts an. Ich schlafe tatsächlich ein. Irgendwann wache ich auf und weiß nun nicht, ist es schon hell oder noch mitten in der Nacht. Meine Augen sind auf jeden Fall noch fest verbunden. Meine Handgelenke immer noch fest verankert. Ich gebe mich dem Schicksal hin. Ich werde wieder wach, als ich eine Hand an mir spüre. Ich werde gestreichelt. Kann aber nicht ausmachen, wer es ist. Ich stelle mich schlafend.

„Na wie hast du geschlafen?“, fragt mich Betti.

„Es geht so.“

„Ich habe dich gewonnen, ich darf jetzt mit dir machen was ich will.“, meint Betti.

„Ich werde wohl nicht gefragt?“

„Nein, das ist nicht vorgesehen.“ Sie deckt mich auf und kriecht unter das Bett. Sie reibt sich an meinem Körper, beginnt zu stöhnen. „Ich liebe dich!“

Sie reitet auf meinem Glied, als müsste sie einen Preis gewinnen. Ich kann mich kaum noch beherrschen. Dann plötzlich hält sie inne.

„Jetzt machen wir erstmal eine Pause.“, meint sie. Sie wird von irgendetwas abgelenkt, ich höre die Türe in das Schloss fallen.

Ich liege für mein Gefühl eine kleine Ewigkeit, es tut sich nichts. Ich denke, sie haben mich vergessen. Mein einziger Traum währe nun ein Badezimmer.

Der zweite Traum währe ein Taxi zum Flughafen. Ich werde ohne weiteren Kommentar losgebunden. Als ich mir das Tuch von den Augen nehme, ist niemand im Zimmer. Im Badezimmer nehme ich ein endloses Bad. Sie scheinen alle weg zu sein.

Ich setze mir einen Kaffee auf und richte mir mein Frühstück. Ich packe alle meine Sachen und bestelle mir ein Taxi. Ich werde noch im Krankenhaus vorbei fahren und dann zurück fliegen. Barbara liegt noch in der Narkose. Ich mach es mir in dem Restaurant gemütlich, nehme mir verschiedene Zeitschriften und überbrücke die Zeit, bis Barbara wieder wach ist. Da steht plötzlich Betti neben mir. „Na wie war es?“

Ich sehe sie lange an und meine, „Du kannst es wohl nie lassen?“

„Für mich war es wunderbar. Du kommst ja nie, so musste ich mir alles nehmen, was sich aufgestaut hat.“

„Okay, reden wir nicht mehr darüber.“

„Ich wollte dir noch das Tuch bringen, was du heute Nacht hattest. Es soll dich an Berlin erinnern.“ Sie wickelt es mehrfach um meinen Hals. „Lass es bitte dran, bis du wieder in San Remo bist.“ Barbara ist noch recht schwach. So sitzen wir an ihrem Bett und halten ihre Hände. Der Arzt mein, dass sie schon in wenigen Tagen entlassen werden würde. „Aber bitte nicht gleich Bäume ausreisen.“, meint er noch. Ich frage Barbara noch, ob sie schon Pläne für ihre weitere Zukunft hätte. Sie wolle sich in den nächsten Wochen entscheiden, wie es weiter gehen soll. Sie will noch wissen, ob die Autoreparatur sehr kostspielig war. „Das hat die Versicherung geregelt. Aber er ist wieder wie neu.“

„Was machen die Damen“, fragt sie etwas kleinlaut.

„Es geht so. Lassen wir doch das Thema besser.“ Nach einer weiteren halben Stunde verabschieden wir uns und ich nehme mir ein Taxi zum Flughafen. Zuerst fliege ich jetzt mal nach München, es liegt ja sowieso auf dem Weg. Nach dem es in München einen leichten Nieselregen hat, fahre ich nur in die Wohnung um nach dem Rechten zu sehen. Ich kläre das noch mit dem Weiterflug und mache erstmal ein kleines Nickerchen. Die nächste Möglichkeit nach Mailand zu kommen, ist erst am nächsten Morgen. So hab ich noch einen verregneten Abend in München. Ich gehe noch auf ein Bier in das Leopold und verziehe mich, um meinen verlorenen Schlaf nachzuholen. Auch der nächste Tag bringt außer Regen nichts Erfreuliches.

In Mailand besuche ich kurz die Wohnung, um zu sehen ob alles in Ordnung ist. Die Zugehfrau wischt gerade das Stiegenhaus. Ich bitte sie, niemanden mehr in die Wohnung zu lassen. Sie reicht mir gleich den Schlüssel, den sie von Angelina bekommen hat. In der Wohnung ist alles sehr aufgeräumt. Ich sehe in die Nachtkästchen. In der Umkleide muss eigentlich noch eine Ledertasche sein. Da werde ich alle Utensilien hineinpacken. Ich gehe nochmals durch die Wohnung, auch das Badezimmer, kontrolliere ich. Die Ledertasche verstaue ich in meinem Koffer. Ich lasse mir noch einen Mietwagen kommen und trete die Weiterreise nach San Remo an.

Es ist schon fast Mitternacht, als ich endlich vor der Haustüre stehe. Aber ich freue mich doch sehr, als ich die Wohnung aufsperre und es kommt mir mein kleines Kätzchen entgegen. Sie maunzt ohne Ende, bis ich sie endlich auf den Arm nehme, dann ist die Welt für sie wieder in Ordnung. Sie reibt ihren Kopf an meinem Kinn. Sie bekommt natürlich ein besonderes Schüsselchen mit Katzenfutter. Sie wartet schon am Bett, als ich aus dem Bad komme. Sie beginnt zu schnurren und kuschelt sich ganz eng an meine Seite.

Am nächsten Morgen ist sie wohl schon unterwegs. Erst als ich das Frühstücksgeschirr in die Küche stelle zeigt sie sich wieder. Dann kommt auch schon die Zugehfrau. Die beiden haben sich angefreundet.

Giovanni bittet mich doch mal in seinem Büro vorbei zu schauen. Wir vereinbaren uns für elf Uhr. Als ich auf die Etage von Giovanni komme sehe ich noch einen roten Mantel und eine Gestalt vorbei huschen. Der Kopf war mit einem roten Schleier bedeckt. Ein großer roter Hut verdeckt den Rest des Kopfes.

Ich bin noch etwas in meinen Gedanken. Als ich Giovanni gegenüber sitze. Ich schlürfe gerade meinen Kaffee, als er herein kommt.

Er druckst ziemlich herum, kommt nicht recht auf den Punkt. Aber ich sage es ihm direkt auf den Kopf zu. „Es ist doch wegen Angelina, ist es nicht so?“ „Ja sicher. Er hätte es gerne gesehen, wenn aus der Freundschaft mehr werden würde.“ Ich versuche ihm vorsichtig klar zu machen, dass es besser wäre, wenn er hier nicht vermitteln würde. „Es kommt wie es kommt. Mann soll nichts erzwingen.“, meine ich zu ihm.

Im Moment hat sie sowieso genug zu tun um ihre Produktlinie auf Kurs zu bringen. Ich erkläre ihm, dass ich die Wohnung wieder vermieten werde, aber den Mieter selbst finden will. Anschließend sprechen wir noch über den Club in Mailand.

„Ob er immer noch meint, dass ich ihn umbauen oder besser ausbauen soll.“

Er besteht sogar darauf. „Wir haben entschieden, dass nur du dafür zuständig sein wirst. Als Mitglied unserer Vereinigung Violamonti, kommt kein anderer für dieses Projekt in Frage.“

Deshalb meint er auch, dass es besser wäre die Wohnung nicht zu vermieten.

„Du wirst sie als Behausung brauchen.“

Zurück auf der Baustelle stelle ich fest, es läuft alles seinen geregelten Weg. Keine Hektik, keiner schimpft. Jeder hat seinen Platz, wo er seinem Mann stehen muss.

Die neuen Zeichnungen sind eingetroffen. Da stürzen wir uns natürlich sofort darauf. Sie werden über den gesamten Tisch verteilt und mit einander verglichen.

„Einfach toll. Jetzt haben wir das erste Mal auch schon eine Vorstellung wie die großen Wohnzimmer aussehen sollen. Das wird schon sehr prunkvoll. Wenn ich mir dann noch große schwere Vorhänge vorstelle. Einfach Wunderbar.“

Da liegt noch ein weiteres Kuvert dabei. „Für Manfredo.“, steht darauf.

Ich öffne es und erkenne schon, dass es Entwürfe für Mailand sind. Ich lasse sie aber im Kuvert stecken, es müssen ja nicht alle sehen, was dort gebaut werden soll. Wir beginnen mit den Markierungen in den verschiedenen Wohnungen und nehmen uns für den nächsten vor, endlich Meterstriche anzubringen. Die gesamt Höhe jeder Wohnung misst so an die drei Meter sechzig. Da kann man schon was mit anfangen. Die oberste Wohnung erhält eine Dachterrasse und eine zusätzlich Gästewohnung. Ein Lift wird eingebaut, der sogar bis in die Gästewohnung geht. Der Lift hält immer gleich in der Wohnung direkt, es gibt also kein wirkliches Stiegenhaus, nur eines für den Notfall. Mit einem spezial Schlüssel, kann also jeder Besitzer nur in seine Wohnung fahren. Zu jeder Wohnung gehören drei Tiefgaragen Plätze.

Alle Ideen werden auf einer Tafel gesammelt. Kommen sie zum tragen, wird ein Preis hierfür ausgelobt. Die Idee hierfür stammt von Giovanni. Er verteilt für gute Ideen immer Preise. Es kann auch schon mal eine Reise nach Tokio sein. Ich sammle immer meine Punkte, so erhielt ich den Maserati. Wir beschließen für diesen Tag Schluss zu machen.

Nachdem ich zu Fuß gekommen bin sehe ich noch bei Mario vorbei. Eine Lasagne, da hätte ich jetzt Appetit darauf. Er bittet mich an den Familientisch.

Hier sitzen auch schon seine Mutter und der Enkel. Die Oma will wissen, wann den jetzt endlich mal die richtige Frau käme. Sie würde gerne noch bei meiner Hochzeit dabei sein. Ich solle mich doch etwas beeilen, schließlich ist sie ja schon sechsundachtzig. Sie spricht von der Kleinen, die das letzte Mal dabei war.

„Die ist zu jung. Die soll erstmal ihre Flausen loswerden. Die macht dich doch nur verrückt“, meint sie.

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9783738035841
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