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Marie Diederich • Wurzelwerk

SELBSTVERSORGUNG

Dein eigenes

Gemüse anbauen,

mit Hühnern kuscheln,

in selbstgebackenes

Brot beißen

Für Tisi

mit Fotografien von

Marie Diederich, Janis Jean Stoye und Lorena Jursch


INHALTSVERZEICHNIS: AUF INS ABENTEUER SELBSTVERSORGUNG

Von Gemüsebeeten, Ziegen und Vorratsgläsern: Mein Weg in ein einfaches Leben

Auf der Suche nach den Wurzeln – oder: Was brauchst du eigentlich?

Lust darauf, dir den Bauch vollzuschlagen? Ab in den Garten!

Du sehnst dich nach Gesellschaft? Auf in den Stall, die Wiese, zur Weide!

Immer her mit den Einkochgläsern? Rein damit in den Vorratsschrank!

Das eigene Brot backen – oder: „Schatz, hast du heute schon den Sauerteig gefüttert?”

Dein wilder Selbstversorger*innen-Traum – jetzt geht’s an die Planung

Autark werden: Ist eine 100%ige Selbstversorgung möglich?

Der Selbstversorger*innen-Garten – oder: Dein eigener Freiluftsupermarkt, der Tag und Nacht für dich geöffnet hat

Träumen erlaubt: Erstelle deinen Anbauplan!

Wie groß soll mein Gemüsegarten sein?

Was soll rein ins persönliche Gemüseregal?

1 – Zum Starten und Eintauchen: Schnuppernäschen

2 – Ausprobieren und neu verlieben: Schwärmer*in

3 – Aufs Ganze gehen: Gemüseflüsterer*in

Auf geht’s zur Gemüse-Single-Party!

Ringel, Ringel, Reihe: So erstellst du deine Fruchtfolge

Gartenzeit = Frühlingszeit? Von wegen!

Her mit den Lückenbüßern: Gemüse für zwischendrin

Ein neues Zuhause für dein Gemüse: Beete anlegen

Wo soll ich meinen Gemüsegarten anlegen?

Freiheit für dich und deinen Boden: Gärtnern ohne Umgraben

Das wundervolle Kompostbeet

Schwarzes Gold schürfen: Wie du deinen eigenen Kompost herstellst

Der beste Ort für deinen Kompostplatz

Die richtigen Zutaten für guten Kompost – und was du besser nicht kompostieren solltest

Was Komposthaufen und Torten gemeinsam haben

Knackig warm oder einfach cool? So kontrollierst du die Temperatur in deinem Komposthaufen!

Nicht zu trocken, nicht zu nass …

Umsetzen oder nicht umsetzen?

Kleine Hände, große Ernte

Von Samenkörnern und Pflanzenbabys: Jungpflanzen ziehen und eigenes Saatgut ernten

Place to be: der richtige Platz für deine Gemüsekinder

Kuschelerde und -behausung: worin die Kleinen am liebsten wachsen

Keimt’s noch? Sicher ist sicher: die Keimprobe

Standort: Check! Zubehör: Check! Samen: Check! – Jetzt geht’s ans Pflanzen

Doppelt hält besser: Schritt für Schritt zu deinen eigenen Pflanzenbabys

Warum ich Fehler liebe – die Big 7 beim Pflanzenziehen und wie du sie vermeidest

Weil Samen nicht gleich Samen sind – wie du dich und deine Pflanzen unabhängig machst

Samen ernten, Pflanzen vermehren – keine Macht den Hybridsorten

Dich plagen Bedenken? Du glaubst, du wirst nie Selbstversorger*in werden, oder siehst du gerade das Beet vor lauter Gemüsen nicht mehr? Dann bitte einmal hier entlang …

Gemüse anbauen, bis das Beet aus allen Umrandungen platzt: Meine Lieblings-Selbstversorger*innen-Pflanzen im Porträt

Wenn du klein anfangen und Großes erleben möchtest: Schnuppernäschen

Mangold

Rote Bete

Knoblauch

Zwiebel

Radieschen

Salat

Asiasalat

Zucchini

Wenn du mal wieder mit der Zucchinikeule über den Gartenzaun winkst

Postelein

Feldsalat

Stangenbohne

Buschbohne

Dicke Bohne

Topinambur

Die Must-have-Selbstversorger*innen-Werkzeuge

Wenn du Lust auf Abwechslung im Beet hast: Schwärmer*in

Lauch

Knollensellerie

Karotte/Möhre

Tomate

Paprika

Artischocke

Spinat

Kartoffel

Grünkohl

Kohlrabi

Rosenkohl

Erbse

Gurke

Kürbis

Zuckermais

Pastinake

Wenn du dich der Herausforderung stellen willst: Gemüseflüsterer*in

Kopfkohl (Weißkohl, Rotkohl, Wirsing)

Beziehungstipps im Wirsingbeet

Brokkoli und Blumenkohl

Chicorée

Kein Garten in Sicht? So geht Balkongärtnern!

Kräuter, Kräuter, Kräuter … gehen einfach immer!

Basilikum

Rosmarin

Thymian

Hallo Würmchen! – Eine Liebeserklärung an die unglaublichsten Tiere dieser Erde

Dein kleines Eden: Der Selbstversorger*innen-Obstgarten

Einen, zwei, zehn Bäume pflanzen

Wenn’s nur so vom Himmel purzelt: Streuobstwiese

Eine klitzekleine Obstauswahl, die ich liebe

Apfel

Birne

Erdbeere

Himbeere

Ein Selbstversorger*innen-Dasein: Mulchen, düngen, gießen … aber ganz entspannt!

3-Phasen-Garten oder: Die Mühelos-Methode. So musst du kaum noch gießen und jäten!

Je mehr Mulch, desto besser!

Dünger selber machen: Gemüsefutter für die Hungrigen

Deine Gästeliste für die Beetparty – wie du rüpelhafte Allesfresser aus dem Garten kickst

Wer schnabuliert da meine Salatblätter? – Tipps gegen Schnecken

Anti-Schnecken-Held im Leo-Print: Tigerschnegel

Wenn’s beißt, saugt oder fleckig wird: gefräßige Tiere und Pflanzenkrankheiten

Gartentor auf für die entspannten Gegenspieler*innen: Nützlinge

Lass uns die Welt retten: Heute der Garten, morgen der Planet!

Auf Tuchfühlung mit Hühnern, Ziegen, Schafen

Stall und Korn: flauschige Hühner, Hähne und Küken

Ein Zuhause für deine Hühner: So sollte dein Stall aussehen

Jetzt wird aufgetischt: Was fressen Hühner?

Endlich stolze*r Hühnerbesitzer*in? Das sind deine täglichen und wöchentlichen Aufgaben

Next-level Vorratskammer: Eier haltbar machen

Warum bei Hühnern aufhören? Enten halten

Schon mal mit Hühnern geduscht?

Wiese, Milch und Käse: Ziegen halten zur Selbstversorgung

Ziegen sind zimperlich: Ein Dach über dem Kopf muss sein

Der Bock springt hoch, der Bock springt weit, warum auch nicht, er hat ja Zeit: Der richtige Zaun

Wettervorhersage fürs Wochenende: 100%ige Wahrscheinlichkeit für Melken

Melkstand-Training

Käse, Joghurt, Butter: Die Milch verarbeiten

Ohne Zicklein keine Milch

Vertretbarer Fleischkonsum: Gibt es das?

Wärme, Wolle, Spaß: Schafe

Wollkopf oder Meckerliese?

Vom Schaf zum Flauschepulli: Selber nähen war gestern! Streichle deine Kleidung, bevor die nächste Kollektion in Produktion geht …

Warum es so wichtig ist, welche Wolle du verwendest

So spinnst du eigene Wolle

Fleißige Arbeiter und protzige Königinnen: Bienen!

Selbstversorgung mit Kindern: ein ganz eigenes Aufwachsen

Lagern, haltbar machen und das ganze restliche Jahr den Sommer portionsweise vernaschen

Ab in den Dornröschenschlaf mit dir: Wie du Obst und Gemüse einlagerst

Von brodelnden Einkochkesseln und durchgebogenen Vorratsregalen: sicher einkochen

Schwedische Königinnenmarmelade

Gemüsesuppe aus dem Glas

Die absolut beste Tomatensauce einkochen

Gärt’s noch!? Sprudelnd spritzige Fermente

Wer wird denn da gleich sauer werden?

Coole Bakterien: Fermentationstalk

Regenbogen-Paprika fermentieren

Fermentierte Dillbohnen

Pinkes Sauerkraut

Frische Ernte auch im Winter!

Alles Müll! – Das kannst du laut sagen!

Fühl den Teig: Dein eigenes Brot backen

Die Basiszutaten für dein Brot

Mahle, Mühle, mahle!

Der geheimnisvolle Teig oder: Die WG in deinem Kühlschrank

Sauerteig-Starterkultur

Grundrezept Sauerteigbrot ohne Kneten

Pimp your Bread

Brötchen und Baguette: meine Lieblingsrezepte

Roggen-Honig-Brötchen

Baguette oder: ein französischer Traum

Anhang: Für alles, was du noch wissen musst, um dich in dein Selbstversorgungs-Abenteuer zu stürzen

Glossar: Ist das vielleicht Selbstversorgerisch, oder was?

Zum Weiterlesen und Reinschmökern: Literaturtipps

Wo gibt’s was? Bezugsquellen




MEIN TRAUM VON DER SELBSTVERSORGUNG: ALLES BEGANN MIT EIN PAAR FLAUSCHIGEN ZIEGEN …

„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Kleines“, sagte mein Vater und legte mir einen Arm um die Schulter. Warum sagte er das ausgerechnet jetzt? Er hatte mir doch heute Morgen schon gratuliert. Nach einem ausgiebigen Geburtstagsfrühstück und 12 ausgepusteten Kerzen (und zwar im ersten Anlauf!) waren wir zu diesem Spaziergang aufgebrochen. Und natürlich hatte ich an der Weide angehalten, an der wir jetzt standen, um die 3 wunderschönen Ziegen anzuschmachten, die neben einem Pferdeanhänger lagen und wiederkäuten.

„Das da sind deine Ziegen“, sagte meine Mutter – und ich starrte sie an. „Meine?“, hauchte ich. „Wirklich?“ Ich hüpfte vor Freude auf und ab, als ich meinen Eltern in die Arme fiel. Wer hätte gedacht, dass sie meinem endlosen Bitten erliegen und mir tatsächlich erlauben würden, Ziegen zu halten? Wie oft hatten sie mir vorgepredigt, dass wir in der Stadt wohnten, nicht auf einem Bauernhof? Und wie viele Vorträge hatten sie mir gehalten über die Verantwortung, die Tiere mit sich bringen, und dass ich einfach noch zu jung dafür sei?

Ich hatte keine Ahnung davon, wie man einen Elektrozaun ausschaltet. Mein Vater half mir, und ich stolperte über die Weide auf meine ersten eigenen Ziegen zu. Sie waren ganz zahm und ließen es geduldig über sich ergehen, dass ich eine nach der anderen in die Arme schloss und mein Gesicht in ihrem Fell vergrub. „Danke“, war das Einzige, was ich zu diesem besten aller Geschenke herausbekam. „Sie sind perfekt!“

Ich weiß nicht, woher dieser innige Wunsch kommt, meine eigene kleine Farm zu haben – er war einfach da, schon solange ich denken kann. Mein erstes Taschengeld sparte ich für ein Buch über Selbstversorgung. Ich erinnere mich auch noch lebhaft daran, wie ich die Saatguttütchen meiner Großmutter durchstöberte, jedes Mal, wenn ich bei ihr zu Besuch war. Sie füllte mir dann gerne etwas ab, und noch am selben Tag säte ich die Samen in Töpfe auf der Dachterrasse meiner Eltern.

Mein Freund, mit dem ich 7 Jahre später in unsere erste eigene Wohnung zog, hatte es nicht leicht mit mir. Nicht nur, dass ich anfing, den winzigen Garten, der zur Wohnung gehörte, in einen Gemüseacker zu verwandeln, während sich drinnen noch die Umzugskartons stapelten. Es dauerte auch nicht lange, bis ich 2 kranke Hennen anschleppte, die ich wochenlang in unserem Badezimmer aufpäppelte. Und ich bin mir nicht sicher, ob er sich im Klaren darüber war, wie oft sein Auto in den nächsten Jahren für Ziegen-Notfalltransporte würde herhalten müssen und dass die Erdschicht im Fußraum des Beifahrersitzes von nun an zum Inventar gehörte.

Als unser Sohn auf die Welt kam, hatte ich einen noch viel größeren Ansporn, unser Essen selbst anzubauen. Ich wollte, dass das, was ich ihm auftischte, wirklich, wirklich gut ist. Und was ist besser und frischer als das Gemüse, das direkt vor dem Küchenfenster wächst? Oder das leckerste Tomaten-Rührei der Welt, aus frisch gelegten Eiern, garniert mit ein paar Gartenkräutern?

Ich fing an, mir Gedanken über die Kindheit zu machen, die ich meinem Sohn ermöglichen wollte. Wäre es nicht wunderschön, wenn er seine Tage draußen an der frischen Luft verbringen, zusammen mit Tieren aufwachsen und von klein auf lernen könnte, was es bedeutet, mit der Natur zu arbeiten statt gegen sie? Ich sah ihn barfuß durch einen großen Garten flitzen, eine Möhre in der Hand, die er sich aus einem der Beete stibitzt hatte, und ein Huhn unter dem anderen Arm. Die Tatsache, dass ich nicht mehr nur für mich selbst verantwortlich war, sondern auch für ihn, feuerte meine Träume nur noch weiter an.

Auch was meinen Studienort anging, hatte ich genaue Vorstellungen: Ich wollte ökologische Landwirtschaft studieren und nichts anderes. Und tatsächlich (er ist so süß!) zog mein Freund statt nach Berlin, Leipzig oder Hamburg mit mir nach „Kleinalmerode“, ein winziges Dorf, in dem es nichts gibt außer Wald, Wiesen und eben die Landwirtschaftsuni gleich um die Ecke.

Das einzige Manko: Unsere Wohnung hatte keinen Garten, nicht einen einzigen Quadratmeter. Aber es dauerte nicht lange, bis ich die Besitzer*innen aller verwilderten Grundstücke im Umkreis ausfindig gemacht hatte, meist alte Leute, die sich nicht mehr um ihr eigenes Land kümmern konnten und deren Kinder längst in die Stadt gezogen waren. Sie waren allesamt begeistert, als ich vorschlug, dass ich diese Flächen beweiden und begärtnern und im Gegenzug pflegen könnte. So hatte ich auf einmal genug Platz, alles auszuprobieren, wovon ich immer geträumt hatte. Meine Ziegenherde wuchs, wir legten uns noch mehr Hühner zu und ich baute zum ersten Mal so viel Obst und Gemüse an, dass wir nur noch wenig zukaufen mussten. Und nach und nach fing auch mein anfangs so skeptischer Freund an, sich für Gemüse und Co. zu begeistern, sodass ich nun schon lange nicht mehr alleine im Garten arbeite, sondern wir fast alles als Familie erledigen.

Wenn mir vor 6 Jahren jemand erzählt hätte, dass wir so schnell so viel von dem, was wir essen, selbst anbauen und erzeugen würden, hätte ich ihm niemals geglaubt. Überall habe ich gelesen, man soll besser langsam anfangen und sich nicht überfordern. Und ich glaube, dass das ein wertvoller Rat ist – immerhin ist nichts frustrierender, als das Handtuch zu werfen, weil man sich zu viel vorgenommen hat. Aber dieser Rat hat meine Träume kleingehalten. Ich hatte zwar die Vision von einem wuchernden, üppigen, riesengroßen Garten, der genug Obst und Gemüse für unsere Familie abwirft, von eigenen Hühnern, selbstgebackenem Brot, Käse, Milch und Fleisch (wenn du mehr über meine Sicht auf ethischen Fleischkonsum lesen möchtest, blättere doch auf Seite 241) von eigenen Tieren. Aber ich dachte, dass Jahrzehnte vergehen würden, bis wir an diesem Punkt ankommen.

Und ta-da: Nachdem wir einfach angefangen hatten, unseren Traum umzusetzen, hat es keine 3 Jahre gedauert, bis wir genau da angekommen waren, wo ich immer sein wollte. Wir bauen unser Obst und Gemüse fast komplett selbst an, essen nur Eier von unseren eigenen Hühnern, backen unser Brot selbst, trinken nach Möglichkeit unsere eigene Milch und essen Frischkäse, Feta, Camembert, Joghurt, Eis, Wurst und Fleisch von unseren eigenen Tieren. Und das alles neben Vollzeitjob, Studium, Kind und allem, was das Leben sonst noch so bereithält. Mittlerweile ist es nämlich mein Beruf geworden, anderen Menschen zu zeigen, wie sie sich aus ihrem Garten selbst versorgen können. Und weil das mit Abstand der tollste Job der Welt ist, arbeite ich Vollzeit in unserem gemütlichen kleinen Wurzelwerk-Büro, plane Videos für meine Selbstversorger*innen-Kurse, schreibe Anleitungen (oder Bücher) und helfe meinen Kursteilnehmer*innen in Garten- oder Hühnerfragen weiter. Selbstversorgung und Vollzeitjob müssen sich also nicht widersprechen, im Gegenteil: Nach einem langen Tag im Büro sehne ich mich danach, bei dem rhythmischen „Zsch zsch“ der Milch im Melkeimer zur Ruhe zu kommen, es mir mit einem Huhn und einem guten Buch auf der Gartenbank bequem zu machen oder mit dem Erntekorb durch den Garten zu streifen und zu überlegen, was wir heute Abend kochen könnten.


In der Erde wühlen, jeden Tag unter freiem Himmel und inmitten von wuchernden Beeten verbringen? Für mich gibt es nichts Schöneres.


Schau mal, wer sich da hinter dem Ziegenstall versteckt.

Ich möchte niemandem etwas vormachen: Selbstversorgung auf diesem Level kann verdammt hart sein. Wenn dein liebevoll gehegter und gepflegter Gemüsegarten innerhalb kürzester Zeit komplett von Kaninchen abgefressen wird. Wenn du bei klirrender Kälte Eimer voll Wasser durch die Gegend schleppst, um das Trinkwasser deiner Tiere auszutauschen, das schon nach ein paar Stunden wieder einfrieren wird. Oder wenn deine geliebte Milchziege einen Tumor an der Gebärmutter hat und du nicht weißt, ob sie die Geburt der 3 Zicklein in ihrem Bauch überleben wird. Solche Momente werden kommen, daran führt kein Weg vorbei. Aber: Abgesehen von diesen Rückschlägen ist Selbstversorgung längst nicht so aufwändig, wie du es dir im Moment wahrscheinlich vorstellst. Unser Garten „kostet“ uns im Schnitt 3 Stunden Arbeit in der Woche und die Tiere ungefähr 5 Stunden. Dann fällt noch Zeit zum Haltbarmachen der Ernte an, auch die Milch will verarbeitet werden. Insgesamt kommen wir auf ca. 10 Stunden, was nicht viel ist, wenn man bedenkt, dass man sich die Arbeit eventuell auch mit anderen Familienmitgliedern aufteilen kann. Natürlich haben wir am Anfang länger gebraucht, als wir uns all die neuen Fähigkeiten aneignen mussten und im Grunde keinen Schimmer hatten, was wir eigentlich taten. Aber ich bin mir absolut sicher: Wir wären noch viel schneller an diesen Punkt gekommen, wenn wir nur genug Mut gehabt hätten bzw. den Glauben daran, dass das alles überhaupt möglich ist. Wenn ich in den letzten Jahren eine Sache gelernt habe, dann die:

Hab große Träume und trau dir zu, sie zu erreichen.

Wenn du von einem großen Garten träumst oder Tiere zur Selbstversorgung halten möchtest, dann fang an! Und zwar jetzt, nicht nächstes Jahr, wenn dein Kind in den Kindergarten kommt oder wenn du endlich in Rente gehst. Es gibt tausend Gründe, warum es „jetzt gerade nicht passt“. Aber wahrscheinlich wird dieser „richtige Zeitpunkt“, auf den du wartest, nie eintreten. Alles, was du brauchst, ist die Lust, Neues zu lernen, und genug Durchhaltevermögen, um weiterzumachen, wenn es mal hart auf hart kommt (denn das wird es ganz bestimmt!). Dann kannst du alles schaffen, was du dir vornimmst, da bin ich mir sicher!

Es gibt so viele wundervolle Gründe, sich zumindest ein Stück weit selbst zu versorgen: unsere Umwelt, unser Kopf und Körper, Unabhängigkeit, Freiheit, die Zukunft … und: ungeheuer viel Spaß. Es tut gut, zu wissen, wo das Essen herkommt, das auf dem eigenen Teller landet. Es tut gut, die Hände in die Erde zu stecken, beim Säen, Ernten, Naschen. Es tut gut, die Hühner gackern zu hören, oder ungläubig in die Blumenwiese zu lauschen, weil die Bienen summen und sammeln, bis sie nicht mehr tragen können. Es ist fantastisch, wenn sich der Duft deines frisch gebackenen Brotes im ganzen Haus ausbreitet und sich die ganze Familie in der Küche einfindet, um sich um den „Knust“ (den Anschnitt des Brotes) zu balgen. Es macht Freude, mitten im Winter ein Einkochglas aufzumachen und dir den Geschmack des Sommers zurückzuholen. Es macht stolz, Wolle am Spinnrad zu spinnen und den Kleinen eine Mütze zu stricken. Das alles bedeutet nicht nur, sich selbst zu versorgen, es bedeutet vor allem: sich selbst und das Leben neu zu entdecken und einen neuen Bezug zur Natur zu erlangen.

Mit diesem Buch möchte ich dich also an die Hand nehmen und dir zeigen, wie Selbstversorgung aussehen kann. Selbstversorgung ist zu einem Schlagwort geworden, zu einem Begriff, den man heute überall liest – und das ist gut so. Weil er uns dazu anhält, über unseren Konsum nachzudenken, über die Gesellschaft, in der wir leben. Aber er macht auch Angst. Weil Selbstversorgung ein großes Wort ist, das für viele heißt: ganz oder gar nicht.

Dabei kann Selbstversorgung ganz unterschiedlich aussehen. Und es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern deinen persönlichen Lieblingsweg zu finden. Vielleicht bist du auf der Suche nach Inspiration, welche Dinge du nach und nach selber machen kannst? Vielleicht möchtest du dein komplettes Gemüse selbst anbauen, vielleicht aber auch nur Tomaten – weil du die einfach furchtbar gerne isst? Vielleicht hast du vor, den Platz in deinem Garten endlich mit süßen Hühnern und frechen Ziegen zu teilen? Vielleicht möchtest du aber nur endlich wissen, wie du die Zucchinischwemme nächstes Jahr überlebst? Egal, wo du momentan stehst oder was dir im Kopf herumschwirrt – auf alle diese Ideen gibt es nur eine Antwort: Trau dich.


Lass dich ein auf das Abenteuer Selbstversorgung!




JEDES HUHN HAT SEINE GANZ EIGENE PERSÖNLICHKEIT.

Die große Frage, eine, die wir uns immer öfter stellen, ist die nach dem, was wir wirklich brauchen. Oder anders gesagt: Geht es nicht einfacher, können wir nicht leichter werden? Viele sehnen sich nach Entschleunigung, nach weniger. Es erdet ungemein, im Garten zu arbeiten, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen und Wind und Wetter zu spüren. Und abends am Lagerfeuer zu sitzen, ist so viel erfüllender als der nächste Serienmarathon.

Das Schöne an der Selbstversorgung, egal ob teilweise oder voll, ist die Wertschätzung, die man zurückgewinnt: für das Gemüse, Obst, überhaupt für sein Essen, für die Tiere – und für die Dinge, die wir schon so gewohnt sind, dass wir gar nicht mehr wissen, woher sie kommen oder wie sie entstehen. Frische Sommergemüse wie Tomaten und Zucchini gibt’s bei uns nur in den warmen Monaten. Was sich erst mal nach einem entbehrungsreichen Leben anhört, ist eigentlich genau das Gegenteil: Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie groß unsere Vorfreude auf die erste Tomatenernte ist. Der süße Geschmack einer selbstgezogenen Tomate ist einfach unvergleichlich. Und wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, kann eine wässrige Wintertomate, die in den kalten Monaten in einem weit entfernten Gewächshaus gewachsen ist, nicht mehr mithalten.

Auch die Hühner machen im Winter eine Legepause – wir sorgen zwar vor und machen den Sommer über Eier für den Winter haltbar, aber wenn die aufgebraucht sind, legen auch wir eine Eierpause ein und können es kaum erwarten, dass die Tage länger werden und unsere Hennen wieder anfangen zu legen (Du willst gleich mehr darüber wissen? Schau doch auf Seite 224). Das erste Ei im Jahr ist immer ein kleines Festmahl.

Wir kennen die Geschichte hinter den Lebensmitteln, die wir selbst anbauen. Wir haben das, was wir essen, mit eigenen Händen erzeugt, und das fühlt sich einfach gut an. Wer Selbstversorgung ausprobiert, wird ganz automatisch verzaubert: vom Brot, das man selbst gebacken hat, von den unterschiedlichsten Farben, in denen Hühnereier leuchten können, oder vom Geschmack selbstgezogener Karotten, den man eigentlich schon vergessen hatte. Selbstversorgung ist magisch!

Also: Was brauchen wir wirklich? Was wollen wir selbst machen und vor allem: Was können wir überhaupt selbst machen? Und was passt zu dir? Das sind die großen Fragen, die gleich zu Beginn aufkommen. Denn sich selbst zu versorgen, heißt auch planen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass du dir viel zutrauen solltest. Alles auf einmal zu wollen und sofort durchzustarten mit der Rundum-Selbstversorgung, ist aber (fast) unmöglich – zumindest, wenn man noch ganz am Anfang steht und sich all die alten Fertigkeiten und Fähigkeiten neu aneignen muss. Deswegen möchte ich dir mit diesem Kapitel helfen, zu entscheiden, wo zum Himmel du anfangen sollst, mit deinem Kopf voller Ideen und deinem Herzen voller Träume. Was braucht es für welche Teile der Selbstversorgung und wie zeitaufwändig ist das alles? Lass uns gemeinsam herausfinden, wie deine nächsten Schritte aussehen können!


Lust darauf, dir den Bauch vollzuschlagen? Ab in den Garten!

Dein erstes Gemüsebeet ist ruckzuck angelegt und mit dem richtigen Anbauplan und ein paar anfängerfreundlichen Gemüsepflanzen steht schon bald die erste Ernte an. Nach und nach kannst du dich dann auch an die anspruchsvolleren Kandidaten der Gemüsewelt herantasten und einen Regenbogen unterschiedlichster Gemüse selber anbauen – auch alte, fast vergessene Pflanzen, die man in keinem Supermarkt bekommt.

Zuerst solltest du aber an das Obst denken. Im Gegensatz zum Gemüse dauert es nämlich viele Jahre, bis ein Obstbaum Früchte trägt. Du kannst also gar nicht früh genug damit starten, deinen Obstgarten anzulegen. Vielleicht kennst du den Spruch: „Die perfekte Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.“

Ich halte es für realistisch, dass du 2 Jahre brauchst, um dich zumindest im Sommer so gut wie komplett mit Gemüse selbst zu versorgen (wenn das dein Plan ist). Das ist nämlich gar nicht so schwer, wie viele denken. Und wenn du nach und nach mehr Erfahrungen sammelst, hast du irgendwann den Dreh raus, wann du was wo pflanzen musst, damit es auch mit der ganzjährigen Gemüse-Selbstversorgung klappt. Also: Wenn du mit Beeten, Töpfen, Samen und Pflänzlein loslegen willst, lies doch gleich im Kapitel „Der Selbstversorger*innen-Garten – oder: Dein eigener Freiluftsupermarkt, der Tag und Nacht für dich geöffnet hat“ ab Seite 28 weiter.


AB IN DEN GARTEN MIT DIR! LASS UNS DIE WELT EIN BISSCHEN GRÜNER MACHEN.


MAL SCHNUPPERN: ZIEGEN KÖNNEN GANZ SCHÖN NEUGIERIG SEIN.

Du sehnst dich nach Gesellschaft? Auf in den Stall, die Wiese, zur Weide!

Wer Hühner hält, braucht keinen Fernseher. Sie sind einfach urkomisch! Und sie sind alle unterschiedlich: Es gibt die zutraulichen, die am liebsten den ganzen Tag herumgetragen werden, die neugierigen, die dir durch den ganzen Garten folgen und jeden Handgriff beobachten, und die Freiheitskämpferinnen, die in den Obstbäumen nisten und jede Gelegenheit nutzen, den Garten deiner Nachbar*innen zu plündern.

Es hat etwas Friedliches, frühmorgens in den Garten zu gehen, um die Stalltür zu öffnen. Es ist ein schöner Start in den Tag, wenn man hört, wie die Hühner voller Vorfreude gackern, sobald sie bemerken, dass du kommst. Und zu beobachten, wie sie aufgeregt über die Wiese rennen und sich auf den Komposthaufen stürzen. Oder abends leise mit ihnen zu reden, wenn sie schon alle auf ihren Stangen sitzen. Sie antworten dann mit einem zarten, fast liebevollen Gurren.

Hühner und Kaninchen sind die perfekten Selbstversorger*innen-Einsteigertiere. Sie brauchen wenig Pflege und Platz, eine überschaubare Grundausstattung, und sie sind so klein, dass selbst deine Kinder sie ohne Probleme versorgen können.

Aber auch das Melken unserer Ziegen ist eine besondere Zeit. Es ist eine große Verpflichtung, jeden Tag zur selben Uhrzeit zuhause zu sein, um zu melken. Doch ich möchte diese intime, meditative Zeit bei den Tieren nicht missen. Es ist erstaunlich, wie schnell man beim rhythmischen Spritzen der Milch in den Melkeimer nach einem hektischen Tag zur Ruhe kommt. Egal ob du Ziegen, Schafe oder Kühe melkst: Es schweißt dich mit deinen Tieren zusammen. Ich empfinde für keines unserer Tiere eine so tiefe Liebe und Verbundenheit wie für meine Milchziegen. Und das will was heißen, hier wird nämlich jedes Tier heiß und innig geliebt!

Es ist so wertvoll, nicht mehr nach einem Siegel suchen zu müssen, das deinen ethischen und ökologischen Werten entspricht. Massentierhaltung und Gammelfleisch? Nein, danke! Unsere Tiere leben ein so freies und glückliches Leben, wie wir es ihnen nur ermöglichen können. Und der einzige Lebensmittelskandal, um den wir uns sorgen müssen, ist, wenn die Hühner marodierend durch die Erdbeerbeete ziehen.

Aber: Tiere bringen immer auch Verantwortung mit sich. Sie wollen jeden Tag verpflegt werden, egal ob du krank bist, es den ganzen Tag wie aus Eimern schüttet oder der Sommerurlaub ansteht. Wenn du viel unterwegs bist, solltest du dir also eine zuverlässige „Urlaubsvertretung“ organisieren, bevor die ersten Tiere einziehen.

Hast du jetzt so richtig Lust bekommen, dich mit der Tierhaltung auseinanderzusetzen? Das kann ich gut verstehen – im Kapitel „Auf Tuchfühlung mit Hühnern, Ziegen, Schafen“ ab Seite 212 erzähle ich dir von unserem Leben mit Tieren.


Es geht doch nichts über ein Glas eingekochter Pflaumen, in dem der Sommer steckt.

Immer her mit den Einkochgläsern? Rein damit in den Vorratsschrank!

Wenn du auch im Winter und Frühling abwechslungsreich aus deinem Garten essen willst, solltest du einen Teil deiner Sommerernte haltbar machen. Natürlich gibt es eine ganze Palette von Gemüsen, die du auch im Winter essen kannst (mehr über frostige Gemüse findest du auf Seite 44), aber es ist genial, auch noch bei Schneetreiben die sommerliche Vielfalt im Schrank zu haben.

Ganz ehrlich: Die Tomaten und andere Sommergemüse, die du im Winter im Supermarkt kaufen kannst, sind nur ein schwacher Abklatsch davon, wie sie eigentlich schmecken sollten. Wie wäre es stattdessen mit einer leckeren selbstgemachten Tomatensauce, die den Sommer innerhalb von Sekunden zurückholt und deine Geschmacksknospen zum Jubeln bringt? Im Kapitel „Lagern, haltbar machen und das ganze restliche Jahr portionsweise vernaschen“ ab Seite 252 zeige ich dir, wie du Obst und Gemüse naturbelassen lagerst und deine Ernte durch Fermentieren oder Einkochen haltbar machst. Wenn deine eigene Ernte zum Haltbarmachen noch nicht ausreicht, lass dich nicht aufhalten: Besorg dir einfach eine Kiste Tomaten von einem Biobauernhof oder Marktstand in deiner Umgebung! Zur Hochsaison ist das gar nicht teuer – und du kannst das ganze Jahr über superlecker regional essen.

Das eigene Brot backen – oder: „Schatz, hast du heute schon den Sauerteig gefüttert?”

Nichts fühlt sich so sehr nach zuhause an wie der Duft von frisch gebackenem Brot. Wenn du einmal anfängst, dein eigenes Brot zu backen, ist es schwer, wieder damit aufzuhören. Allein schon, weil es so viel besser schmeckt als gekauftes Brot. Und weil Brotbacken einfach Spaß macht! Wir backen unser Brot seit 8 Jahren komplett selbst, und zwar mit Sauerteig. Woran mag es nur liegen, dass so viele Menschen glauben, mit Sauerteig zu backen sei viel zu kompliziert? Natürlich kannst du auch Hefe verwenden, aber Sauerteig ist absolut faszinierend, gesund und lecker. Und wenn du den Dreh einmal raushast, ist es nicht besonders aufwändig, richtig gutes Sauerteigbrot zu backen.

Und das Beste: Dafür brauchst du noch nicht mal einen Garten! Wenn du zurzeit (noch) gartenlos bist: Hier kannst du dich trotzdem richtig austoben! Deswegen zeige ich dir im letzten Kapitel „Fühl den Teig: Dein eigenes Brot backen“ ab Seite 284, wie du einen Sauerteigstarter ansetzt, und teile unsere besten Brotback-Rezepte mit dir.


Na, kannst du ihn schon riechen: den Duft von deinem selbstgemachten Knusperbrot?


NOTIEREN, SKIZZIEREN, AUSMALEN: DAMIT BEGINNT DEIN MASTERPLAN FÜR DIE SELBSTVERSORGUNG.

Dein wilder Selbstversorger*innen-Traum – jetzt geht’s an die Planung

Nimm dir die Zeit, dir ganz detailliert auszumalen, wo du hinwillst. Denn alles, was es braucht, um einen Traum Realität werden zu lassen, ist ein konkretes Ziel. Als wir ganz am Anfang standen, habe ich einen mehrseitigen Text über meinen „großen, mutigen Selbstversorgertraum“ geschrieben, und diese Vision hat mir ungemein dabei geholfen, all die konkreten Projekte anzugehen und „endlich mal zu machen“.

Wie sieht der Garten aus, von dem du träumst? Wie riecht es dort? Was hörst du? Wie könnte ein typischer Tagesablauf aussehen? Mit diesem Ziel vor Augen kannst du entscheiden, wann du welches Projekt angehst. Anschließend ist es nämlich Zeit für deinen ganz persönlichen Selbstversorger*innen-Actionplan. Worauf hast du am meisten Lust? Was würdest du am liebsten sofort in die Tat umsetzen? Was möchtest du nächstes Jahr erreichen? Wo willst du in 3 Jahren stehen? Wo in 5? Schreib dir deine Ziele auf (die dürfen sich natürlich auch wieder ändern – wie sagt man so schön: So ist das Leben … und das Selbstversorger*innen-Leben erst!) und erstelle dann einen Schritt-für-Schritt-Plan mit allem, was passieren muss, damit du dahin kommst, wo du hinwillst. Ich trage mir für neue Projekte sogar jeden Schritt in meinen Kalender ein, um vom Träumen ins Tun zu kommen. Und dann steht nur noch eins an: rausgehen und loslegen!


Die Sonne geht hinter dem Gemüsebeet unter. Herrlich, oder?


Autark werden: Ist eine 100%ige Selbstversorgung möglich?

Selbstversorger*in zu werden, bedeutet schon eine ganze Menge Unabhängigkeit. Mit der Selbstversorgung (egal, ob in Teilen oder ganz) beginnt auch eine Zeit, in der man sich sehr viel mehr über bestimmte Vorgänge, Angebote und Zusammenhänge Gedanken macht. Die meisten von uns werden nicht zu Selbstversorger*innen, weil sie es satthaben, eine große Auswahl an köstlichen Gemüsesorten, die rein biologisch angebaut wurden und wenig Ressourcen verbraucht haben, im Supermarktregal vorzufinden. Sondern eben, weil ihnen genau das fehlt. Und natürlich, weil es unfassbar viel Spaß macht, mit den Händen in der Erde zu wühlen, und das eigene Gemüse so gut schmeckt wie nichts anderes auf der Welt. Aber: Obst und Gemüse allein machen weder besonders satt, noch haben sie einen hohen kalorischen Nährwert. Sie sind superlecker und wichtig für eine ausgewogene Ernährung, aber die meisten von uns werden den Großteil der Kalorien, die sie zu sich nehmen, weiterhin im Laden finden, in Form von Getreide, Nudeln, Öl, Süßigkeiten … Aber was, wenn wir noch eine Schippe obendrauf legen? Ist es möglich, sich komplett autark selbst zu ernähren?

Auch wenn das nie mein Ziel war, ist es sicherlich spannend, den Gedanken einmal weiterzuspinnen. Erst mal vorweg: Es ist möglich, alle Nahrungsmittel, die man braucht, selbst zu erzeugen. Woher ich das weiß? Weil eine (ziemlich beeindruckende) Freundin von mir genau das macht. Bei ihr ist das mit einer radikalen Ernährungsumstellung einhergegangen, weg von Getreide und Zucker und hin zu mehr Kartoffeln, Nüssen und tierischen Produkten, die sie leichter selbst erzeugen kann. Natürlich ist es auch möglich, Getreide und Ölfrüchte selber anzubauen, allerdings ist das (vor allem ohne das passende Zubehör) sehr aufwändig. Ein Getreide, das ich sehr gerne anbaue, ist Hartmais, weil die Körner größer sind und im Vergleich zu vielen anderen Getreiden nicht entspelzt werden müssen. Das macht es sehr leicht, den Mais zuhause selbst weiterzuverarbeiten. Und es ist schon ein tolles Gefühl, in ein Brot zu beißen, das man im eigenen Garten angebaut hat.

Ansonsten versuche ich, weniger Getreide zu kaufen und dafür mehr mit Kartoffeln zu kochen und backen. Kartoffelbrei, Kartoffelbrot, Bratkartoffeln, Rösti, Kartoffelgratin, Kartoffelpuffer … Kartoffeln sind so vielfältig, dass sie auch dann nicht langweilig werden, wenn sie 3-mal pro Woche auf dem Teller landen. Erst recht nicht, wenn man viele verschiedene Sorten anbaut und jede davon anders schmeckt.

Was viele Menschen übersehen, wenn sie über 100%ige Selbstversorgung sprechen, ist das Tierfutter. Einige Tiere brauchen Kraftfutter, das man entweder selbst erzeugen oder kaufen muss. Am einfachsten ist es, Tiere zu halten, die mit Gras und Grünzeug vollauf zufrieden sind. Es ist problemlos möglich, Fleischziegen oder Kaninchen großzuziehen, ohne Kraftfutter zuzufüttern, auch wenn die Tiere dann langsamer wachsen. Allerdings kaufe ich für die Hühner und für die Milchziegen Kraftfutter zu, weil sie sonst schnell abmagern.

Aber um auf meine Freundin zurückzukommen: Sie ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie viel selbstversorgermäßig möglich ist, und wenn du Lust hast, zu schauen, wie weit du gehen kannst, ist das mit Sicherheit ein sehr spannendes Projekt! Meine Freundin konzentriert sich auf ihrem Hof vor allem auf diese Bereiche, weil sie die meisten Kalorien liefern bzw. satt machen: Ziegenfleisch, Ziegenmilch und -käse, Nüsse, Kartoffeln, Kürbis und Wurzelgemüse.

Und dann kann man das Ganze natürlich noch weiterdenken. Selbstversorgung ist für viele ein kulinarisches Projekt, aber sie kann noch so viel mehr bedeuten. Wie sieht das eigentlich in unseren Leben aus? In unseren Häusern, Wohnungen etc.? Und was würde wirkliche Unabhängigkeit eigentlich bedeuten? Den eigenen Strom zu erzeugen und das Haus autark zu beheizen? Die Wasserversorgung in die eigene Hand zu nehmen und das Geschäft von nun an auf der Humustoilette zu verrichten?

So schön es ist, größer zu träumen, so wichtig finde ich auch, sich nicht unter Druck zu setzen. Es muss nicht jede*r alles selber machen. Wenn du deine Tomaten komplett selbst anbaust, bist du Selbstversorger*in: Tomaten-Selbstversorger*in, und das ist absolut großartig! Selbstversorgung ist ein großes Wort, aber im Grunde soll sie doch vor allem eins: Freude bereiten! Du findest bestimmt einen guten Weg, wie viel Selbstversorgung es bei dir sein darf.


Selbstversorgung, so wie du es möchtest und wie es zu dir passt: Das ist das Ziel.




GARTEN, WIR KOMMEN! LASS UNS LOSLEGEN, UND BALD GEMEINSAM JEDE MENGE BUNTES, PRALLES GEMÜSE ERNTEN.

Gemüse einkaufen war gestern – von jetzt an wirst du stattdessen nämlich deinen persönlichen Freiluftsupermarkt hinterm Haus aufsuchen. Ganz ehrlich: Gibt es etwas Besseres, als durch Reihen voller taufrischer, üppiger Gemüse zu streichen, die du mit viel Liebe gehegt und gepflegt hast, während du überlegst, was du Leckeres daraus kochen könntest? Und den Garten mit einem Korb Gemüse wieder zu verlassen, von dem du weißt, dass es besser ist als alles, was es im Laden zu kaufen gibt?

Ich liebe den Rhythmus der Jahreszeiten. Wenn im Januar die Saatgutkataloge eintrudeln und du dich tagelang auf dem Sofa einkuschelst und Pläne für das neue Gartenjahr schmiedest. Der erste schöne Frühlingstag, an dem du endlich wieder mit der ganzen Familie an der frischen Luft arbeiten und den Garten bestellen kannst. Zu erleben, wie Jahr für Jahr aus einer Handvoll Samen ein ganzer Garten wächst. Bald sind die ersten eigenen Gurken, Tomaten und Paprika reif, auf die wir so lange hingefiebert haben und die so unvergleichlich viel besser schmecken als gekaufte! Dann ist deine Küche erfüllt vom Klappern des Einkochkessels, der im Sommer und Herbst gefühlt ohne Unterbrechung auf dem Herd steht, um all den Überfluss, den der Garten abwirft, für den Winter haltbar zu machen. Und die Ruhepause im Winter, wenn im Garten kaum noch Arbeit anfällt und Zeit ist, sich zurückzulehnen und an den ganzen Leckereien zu erfreuen, die sich mittlerweile in der Vorratskammer türmen.


Ohne Tomaten – ohne mich. Ich liebe es, die ersten reifen Früchte zu ernten und mich damit gleich in die Küche zu verziehen.

Deine Gartenmitarbeiter des Jahres: Anbauplan, Kompost und Mulch

Ich will dir nichts vormachen: Ein Gemüsegarten macht Arbeit – eine gute, unglaublich erfüllende Arbeit zwar, aber gerade, wenn du einen Job hast, Kinder und all die anderen Verpflichtungen, die das Leben so mit sich bringt, ist es manchmal schwer, genug Zeit für den Garten zu finden. Ich hatte anfangs riesengroße Ambitionen, unser Garten hat aber täglich mehrere Stunden Arbeit gefordert, was mit unserem Leben einfach nicht kompatibel war. Deswegen habe ich angefangen, zu experimentieren, wie ich unseren Garten pflegeleichter gestalten könnte, und habe schnell gemerkt, wie unglaublich nützlich Kompost und Mulch sind. Jahr für Jahr habe ich meine Techniken verbessert und erstaunliche Ergebnisse erzielt. Tatsächlich wächst in unserem Garten mittlerweile so gut wie kein Unkraut mehr, und das ganz ohne Unkrautvernichtungsmittel oder flächendeckende Mulchfolien aus Plastik. Stattdessen ahmen wir beim Gärtnern natürliche Prozesse nach und versuchen, mit der Natur zu arbeiten statt gegen sie.

Kennst du den Spruch „Traue keinem Garten, in dem kein Unkraut wächst“? Vor 6 Jahren hätte ich das noch 1:1 unterschrieben – mittlerweile bin ich aber anderer Meinung. Wenn das Unkrautrupfen erst mal wegfällt, macht das Gärtnern nämlich gleich viel mehr Spaß!

Ich habe außerdem mit immer dickeren Mulchschichten aus den unterschiedlichsten natürlichen Materialien experimentiert, vor allem angespornt von der Tatsache, dass wir keinen Wasseranschluss im Garten hatten und jeden Tropfen Gießwasser 10 Minuten lang in Kanistern durch die Gegend tragen mussten. Und siehe da: Es ist möglich, dass wir selbst in trockenen Sommern kaum gießen müssen.


Dein Wundermittel für den Garten, das du lieben lernen wirst: Mulch.

Aus diesen Erkenntnissen habe ich nach und nach mein eigenes Gartensystem entwickelt, das ich in meinen Kursen an Gartenbegeisterte weitergebe. Wenn Gießen und Jäten weitestgehend wegfallen, steht zwischen Aussaat und Ernte nämlich kaum noch Arbeit an.

Je länger ich gärtnere, desto klarer wird mir, dass 3 Sachen superwichtig sind, wenn es darum geht, bei einem Minimum an Arbeit möglichst das ganze Jahr über richtig gutes Gemüse zu ernten: ein gut durchdachter Anbauplan, die richtige Beet-Anlegetechnik und eine dicke Mulchschicht, die den Boden vor Austrocknung schützt und Unkräuter unterdrückt. In diesem Kapitel möchte ich dir Schritt für Schritt zeigen, wie du einen üppigen und pflegeleichten Gemüsegarten anlegst. Und mit einem guten Plan fängt alles an:

Träumen erlaubt: Erstelle deinen Anbauplan!

Ein gut ausgetüftelter Anbauplan hilft dir, deinen Garten so zu bepflanzen, dass dein Gemüse auf natürliche Weise gesund bleibt, Krankheiten und Schädlinge nicht von einem aufs nächste Jahr übertragen werden und du deine Beete so nutzt, dass du auf ein und derselben Fläche bis zu 3 oder 4 Ernten im Jahr einfahren kannst.

Ich kann Tage damit verbringen, über meinem Anbauplan zu brüten. Dir auszumalen, wie dein Garten im Sommer aussehen wird und welche tollen, bunten, außergewöhnlichen Gemüse du dieses Jahr ausprobieren könntest, hat einen besonderen Zauber. Gleichzeitig ist es auch gar nicht so leicht, einen Anbauplan zu erstellen, der wirklich gut durchdacht ist. Es gibt schlichtweg so viele Dinge zu beachten! Aber keine Sorge: So etwas wie einen „perfekten“ Anbauplan gibt es nicht. Es ist gut, sich an die Grundregeln der Anbauplanung zu halten, die ich dir auf den nächsten Seiten vorstelle, aber an der einen oder anderen Stelle einen Kompromiss einzugehen, ist überhaupt nicht schlimm.


Hallo ihr Süßen, alles klar bei euch? Meine Pflanzen bekommen ab und zu auch mal Streicheleinheiten.

Wie groß soll mein Gemüsegarten sein?

Die Größe deines Gartens hängt natürlich in erster Linie davon ab, was dein Garten für dich sein soll. Nicht jeder ist so verrückt wie ich und will gleich ALLES selber anbauen. Vielleicht reichen dir eine Handvoll deiner Lieblingsgemüse völlig aus – dann wären 3 kleine Beete viel sinnvoller als meine 300 m² Beetfläche.

Für die komplette Gemüse-Selbstversorgung solltest du ungefähr 60 m² Beetfläche pro Person einplanen, solange du die Kartoffeln weiterhin zukaufst. Wenn du gerade erst mit dem Gärtnern anfängst, wären 60 m² aber etwas übereifrig. Gerade in den ersten paar Gartenjahren wirst du so viel dazulernen, und – da kommst du gar nicht drum herum – auch einige Fehler machen. Deswegen ist es gut, erst mal eine überschaubare „Spielwiese“ zu begärtnern, die Jahr für Jahr mit deinen Erfahrungen mitwachsen kann.

Allen ambitionierten Gemüsegarten-Anfänger*innen mit Selbstversorger*innen-Träumen für die Zukunft würde ich fürs 1. Jahr eine Beetfläche von 20 m² empfehlen. Kleiner geht natürlich immer, und wenn du dir mehr zutraust: Nur zu, du weißt schon, mutig sein und so!

Was soll rein ins persönliche Gemüseregal?

Um deinen Gartenplan zu erstellen, solltest du zuerst einmal festlegen, welche Gemüse du anbauen möchtest (damit du dann auch einen Überblick hast, wie deine Gemüsefavoriten gehegt werden wollen, findest du die wichtigsten Fakten zu den Pflanzen ab Seite 81).

Was sind deine absoluten Lieblingsgemüse? Womit kannst du deine Familie oder Mitbewohner*innen glücklich machen? Welche Gemüse sind im Laden besonders teuer, sodass es sich finanziell lohnen würde, sie selbst anzubauen? Diese und andere Fragen können dir dabei helfen, deinen Gemüse-Wunschzettel zusammenzustellen.

Wenn du noch wenig Erfahrung im Garten hast, solltest du dir erst mal die „Quasi-Selbstläufer“ unter den Gemüsen vorknöpfen. Die Primadonnen der Gemüsewelt kannst du dir getrost für später aufheben. Aber vielleicht bist du ja auch schon ein richtiger Gemüseprofi und auf der Suche nach einer neuen Anbauherausforderung? Deshalb gibt’s hier meine Empfehlungen für alle Level und Vorlieben:



Unter www.wurzelwerk.net/quiz habe ich ein Quiz eingerichtet, mit dem ich dir helfen möchte, die richtige Gartengröße zu finden, die am besten zu dir passt.


1 — Zum Starten und Eintauchen: Schnuppernäschen

Du willst neue Erfahrungen machen, hunderte Gemüseländer auf einmal besuchen, alles kosten, was dir vor den Mund kommt – stehst aber noch am Anfang deiner Farming-Reise? Dann probier’s mit diesen Gemüsen: Mangold, Rote Bete, Zwiebel, Knoblauch, Radieschen, Salat, Zucchini, Postelein, Feldsalat, Stangenbohne, Buschbohne, Dicke Bohne oder Topinambur

Die dazugehörigen Pflanzenporträts findest du ab Seite 82.

2 — Ausprobieren und neu verlieben: Schwärmer*in

Du kennst dich bereits ein wenig mit Gemüse und Anbau aus … aber dich juckt es, noch mehr und Neues anzupflanzen? Hier sind die perfekten Kandidaten für die nächste Gartensaison: Spinat, Lauch, Karotte/Möhre, Knollensellerie, Tomate, Paprika, Kartoffel, Grünkohl, Kohlrabi, Rosenkohl, Asiasalat, Artischocke, Gurke, Kürbis, Zuckermais, Erbse oder Pastinake

Blätter auf Seite 118, um Näheres zu diesen Lieblingsgemüse-Kandidaten zu erfahren.

3 — Aufs Ganze gehen: Gemüseflüsterer*in

Du bist ein alter Hase im Gemüsegeschäft und hast schon super viel gepflanzt, geerntet, gegessen? Dann versuch dich an den Prinzessinnen im Gemüsegarten: Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Brokkoli, Blumenkohl, Chicorée

Mehr Infos zu Kohl und Konsorten findest du ab Seite 162.


Na, welche Gemüse schaffen es auf deine Beetplan-Hitliste?


FÜR DICH: EIN GEMÜSESTRAUSS AUS MANGOLD. MÖCHTEST DU WISSEN, WER SICH AM LIEBSTEN INS BEETCHEN DAZUGESELLT? LIES HIER WEITER …

Auf geht’s zur Gemüse-Single-Party!

Wenn du dir überlegt hast, welche Gemüse du anbauen möchtest, gilt es, die passenden Beetpartner*innen zu kombinieren. Das klassische Beispiel für eine solche Mischkultur ist der gemeinsame Anbau von Möhren und Zwiebeln in einem Beet. Die Möhre vertreibt die Zwiebelfliege und die Zwiebel hält die Möhrenfliege fern.

Es gibt noch viele andere Mischkultur-Kombinationen, die du in deinem Garten nutzen kannst – und die dein Gemüse ganz nebenbei und natürlich gesund halten sollen. Also los: Schau gleich rein in die Gemüse-Singlebörse!



AUBERGINE

× Ich wachse gerne neben: Blumenkohl, Brokkoli, Salat, Kohl, Spinat

× Die kommen mir nicht ins Beet: Erbsen, Paprika, Rote Bete


BOHNEN

× Ich wachse gerne neben: Kohl, Sellerie, Bohnenkraut, Gurken, Kürbis, Tomaten, Salat, Rüben, Spargel, Rhabarber, Kresse, Dill

× Die kommen mir nicht ins Beet: Bohnen, Erbsen, alles aus der Zwiebelfamilie, Fenchel


BROKKOLI UND BLUMENKOHL

× Ich wachse gerne neben: Rote Bete, Sellerie, Aubergine, Erbsen, Kartoffeln

× Die kommen mir nicht ins Beet: Zwiebeln, Kohl


ERBSEN

× Ich wachse gerne neben: Kohl, Salat, Rhabarber, Puffbohnen als Stützpflanze, Rettich, Spargel, Karotten

× Die kommen mir nicht ins Beet: Zwiebel- und Lauchgewächse, Bohnen, Kartoffeln, Tomaten


ERDBEEREN

× Ich wachse gerne neben: Buschbohnen, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln, Ringelblumen, Chrysanthemen

× Die kommen mir nicht ins Beet: Kohl


FENCHEL

× Ich wachse gerne neben: Gurken, Salat, Erbsen, Anbau nach Frühkartoffeln

× Die kommen mir nicht ins Beet: Bohnen, Tomaten, Kümmel, Paprika, Kohlrabi


GURKEN

× Ich wachse gerne neben: Dill, Bohnen, Kohl, Zwiebeln, Salat, Knoblauch, Mais, Paprika, Sellerie, Spinat

× Die kommen mir nicht ins Beet: Radieschen, Rettich, Zucchini


KAROTTEN/MÖHREN

× Ich wachse gerne neben: Zwiebel- und Lauchgewächsen, Erbsen, Radieschen, Rettich, Dill, Pfefferminze

× Die kommen mir nicht ins Beet: Sellerie


KARTOFFELN

× Ich wachse gerne neben: Bohnen, Meerrettich, Pfefferminze, Baldrian, Kohlrabi, Kapuzinerkresse, Mais

× Die kommen mir nicht ins Beet: Aubergine, Tomaten, Erbsen, Sellerie


KNOBLAUCH

× Ich wachse gerne neben: Karotten/Möhren, Erdbeeren, Salat, Gurken, Obstbäumen

× Die kommen mir nicht ins Beet: Erbsen, Bohnen, Kohl, Zwiebel, Lauch


KOHLGEWÄCHSE

× Ich wachse gerne neben: Karotten/Möhren, Erbsen, Rhabarber, Tomaten (!), Sellerie, Spinat, Kresse, Gurken, Aubergine, Mangold, Rote Bete, Pfefferminze

× Die kommen mir nicht ins Beet: andere Kohlarten, Zwiebeln, Knoblauch, Erdbeeren, Kartoffeln


KÜRBIS

× Ich wachse gerne neben: Bohnen, Mais, Zwiebeln

× Die kommen mir nicht ins Beet: Gurken, Zucchini


LAUCH

× Ich wachse gerne neben: Karotten/Möhren, Schwarzwurzeln, Kohlrabi, Erdbeeren, Salat, Tomaten, Sellerie, Pastinaken

× Die kommen mir nicht ins Beet: Rote Bete, Bohnen, Erbsen, Zwiebeln, Knoblauch


MAIS

× Ich wachse gerne neben: Bohnen, Kürbis, Gurken, Kohl, Karotten/Möhren, Pastinaken

× Die kommen mir nicht ins Beet: Sellerie, Rote Bete



Prachtexemplar und Blickfang im Garten: Gestatten, der Mais.


MANGOLD

× Ich wachse gerne neben: Karotten/Möhren, Radieschen, Kohl, Bohnen, Pastinaken

× Die kommen mir nicht ins Beet: Rote Bete, Spinat, Schwarzwurzeln


OBSTBÄUME

× Ich wachse gerne neben: Knoblauch, Kapuzinerkresse, Meerrettich

× Die kommen mir nicht ins Beet: nichts


PAPRIKA

× Ich wachse gerne neben: Tomaten, Gurken, Kohl, Karotten/Möhren

× Die kommen mir nicht ins Beet: Walnuss, Aubergine, Fenchel, Kapuzinerkresse


ROTE BETE

× Ich wachse gerne neben: Bohnen, Zwiebeln, Gurken, Salat, Knoblauch, Kohl, Lauch, Salat, Zucchini

× Die kommen mir nicht ins Beet: Spinat, Mangold, Aubergine, Kartoffeln, Lauch



Damit sich niemand in die Quere kommt, heißt es: Mischkulturen gut planen.


RADIESCHEN UND RETTICH

× Ich wachse gerne neben: Salat, Spinat, Erbsen, Karotten/Möhren, Bohnen, Kohl, Mangold, Kresse, Petersilie, Pfefferminze, Bohnen, Erbsen, Erdbeeren, Mangold

× Die kommen mir nicht ins Beet: Gurken


RHABARBER

× Ich wachse gerne neben: Kohl, Salat, Spinat, Bohnen, Erbsen

× Die kommen mir nicht ins Beet: nichts


SALAT

× Ich wachse gerne neben: Aubergine, Bohnen, Bohnenkraut, Erbsen, Rettich, Schwarzwurzeln, Rhabarber, Lauch, Knoblauch, Spargel, Ringelblumen

× Die kommen mir nicht ins Beet: Petersilie, Sellerie, Kartoffeln


SCHWARZWURZEL

× Ich wachse gerne neben: Lauch, Ringelblumen, Salat, Bohnen, Karotten/Möhren, Radieschen

× Die kommen mir nicht ins Beet: Mangold


SELLERIE

× Ich wachse gerne neben: Bohnen, Erbsen, Dill, Ringelblumen, Kohl, Tomaten, Spinat, Lauch

× Die kommen mir nicht ins Beet: Sellerie, Karotten/Möhren, Mais, Salat, Kartoffeln


SPARGEL

× Ich wachse gerne neben: Dill, Petersilie, Salat, Ringelblumen, Erbsen, Bohnen

× Die kommen mir nicht ins Beet: nichts


SPINAT

× Ich wachse gerne neben: Rhabarber, Rettich, Radieschen, Bohnen, Kohl, Kresse, Tomaten, Sellerie, Aubergine

× Die kommen mir nicht ins Beet: Rote Bete, Mangold


TOMATEN

× Ich wachse gerne neben: Salat, Kohl, Sellerie, Lauch, Bohnen, Kamille, Petersilie, Basilikum, Zwiebeln, Knoblauch

× Die kommen mir nicht ins Beet: Gurken, Fenchel, Kartoffeln, Erbsen, Walnuss


ZUCCHINI

× Ich wachse gerne neben: Bohnen, Mais, Zwiebeln

× Die kommen mir nicht ins Beet: Gurken, Kürbis


ZWIEBEL

× Ich wachse gerne neben: Karotten/Möhren, Kürbis, Erdbeeren, Tomaten, Rote Bete, Dill, Kamille, Zucchini

× Die kommen mir nicht ins Beet: Bohnen, Kartoffeln, Kohl, Erbsen, Lauchgewächse


Ringel, Ringel, Reihe: So erstellst du deine Fruchtfolge

Wenn du jedes Jahr dasselbe Gemüse auf einem Beet anbaust, haben Krankheiten und Schädlinge ein leichtes Spiel. Die meisten Schädlinge und Krankheiten können nämlich in deinen Beeten überwintern, und wenn du ihnen ihr Lieblingsgemüse im nächsten Jahr nochmal auftischst, werden deine Pflanzen gleich wieder befallen. Und weil viele Krankheiten und Schädlinge auf einzelne Pflanzenfamilien spezialisiert sind, solltest du für Abwechslung sorgen und einen Fruchtfolgeplan erstellen, der vorsieht, dass du jedes Jahr eine neue Pflanzenfamilie in deinem Beet anbaust. Je nachdem, wie hartnäckig die Krankheiten und Schädlinge einer Pflanzenfamilie sind, solltest du eine unterschiedlich lange Anbaupause einhalten.

Ein guter Fruchtfolgeplan berücksichtigt auch, dass auf einen Starkzehrer, also ein Gemüse, das eine besonders große Düngergabe bekommt, im 2. Jahr ein Mittelzehrer folgt, der die restlichen Nährstoffe nutzt. Und im 3. Jahr baust du auf diesem Beet dann Schwachzehrer an, die keinen ausgeprägten Hunger auf Dünger haben und mit den übrig gebliebenen Nährstoffen vollauf zufrieden sind.

Am besten erstellst du deinen Fruchtfolgeplan so, dass die Gemüse jedes Jahr ein Beet weiterwandern und so Jahr für Jahr reihum durch den Garten ziehen – dann musst du deinen Gartenplan im Frühling nur noch um ein Beet verschieben und die Planung ist erledigt.


Wer wird wohl nächstes Jahr in diesem Beet sprießen?

Ich zeichne zuerst meinen Garten aus der Vogelperspektive auf, mit allen Beeten. Dann teile ich die Pflanzenfamilien (die Liste findest du auf der nächsten Seite) den einzelnen Beeten zu. Kreuzblütler wie Kohl brauchen eine besonders lange Anbaupause von 6 Jahren, also belege ich von 6 Beeten nur 1 mit Kohl. Bei Salat sieht das Ganze schon viel entspannter aus, der kann auf jedem 3. Beet wachsen.

Das erfordert zugegebenermaßen einiges an Puzzle-Arbeit. Also mach es dir mit einem dampfenden Tee gemütlich und vergiss nicht, bei der Anbauplanung zu träumen, wie dein Garten in ein paar Monaten aussehen wird. Und denk dran: Den perfekten Anbauplan gibt es nicht. Je mehr „Regeln“ du einhältst, desto besser, aber hier und da einen Kompromiss einzugehen, ist ganz normal.


KREUZBLÜTLER:

6 Jahre Anbaupause (Starkzehrer) Ausnahmen sind in Klammern angegeben

× Asiasalat (Mittelzehrer)

× Blumenkohl

× Brokkoli

× Chinakohl

× Grünkohl

× Kohlrabi (Mittelzehrer)

× Pak Choi (Mittelzehrer)

× Radieschen (Schwachzehrer)

× Rettich

× Rosenkohl

× Rotkohl

× Rucola (Schwachzehrer)

× Weißkohl

× Wirsing


DOLDENBLÜTLER:

3–4 Jahre Anbaupause (Mittelzehrer)

× Knollenfenchel

× Möhre

× Pastinake

× Petersilie

× Sellerie

× Wurzelpetersilie


HÜLSENFRÜCHTE:

5–6 Jahre Anbaupause (Schwachzehrer)

× Buschbohne

× Dicke Bohne

× Erbse

× Stangenbohne


ZWIEBELGEWÄCHSE:

5 Jahre Anbaupause (Mittelzehrer)

× Knoblauch

× Lauch (Starkzehrer)

× Schalotte

× Zwiebel


GÄNSEFUSSGEWÄCHSE:

3 Jahre Anbaupause (Mittelzehrer)

× Mangold

× Rote Bete

× Spinat


KORBBLÜTLER:

3 Jahre Anbaupause (Mittelzehrer)

× Artischocke

× Chicorée

× Endivien

× Haferwurzel

× Radicchio

× Salat

× Schwarzwurzel

× Zuckerhut


NACHTSCHATTENGEWÄCHSE:

4 Jahre Anbaupause (Starkzehrer)

× Aubergine

× Kartoffel

× Paprika

× Tomate


KÜRBISGEWÄCHSE:

3–4 Jahre Anbaupause (Starkzehrer)

× Gurke

× Kürbis

× Zucchini


BALDRIANGEWÄCHSE:

4 Jahre Anbaupause (Schwachzehrer)

× Feldsalat


SÜSSGRÄSER:

3 Jahre Anbaupause (Starkzehrer)

× (Zucker-)Mais


PORTULAKGEWÄCHSE:

3 Jahre Anbaupause (Schwachzehrer)

× Postelein


WEGERICHGEWÄCHSE:

3 Jahre Anbaupause (Schwachzehrer)

× Hirschhornwegerich


WINDENGEWÄCHSE:

3 Jahre Anbaupause (Starkzehrer)

× Süßkartoffel


Gartenzeit = Frühlingszeit? Von wegen!

Im Frühling sind die Gartencenter voller Saatgutaufsteller und auf jedem Wochenmarkt biegen sich die Tische unter den Gemüsejungpflanzen, die dort verkauft werden. Das verleitet einen schnell zu der Annahme, dass man nur im Frühling säen und pflanzen muss. Wenn du aber das ganze Jahr über ernten möchtest, solltest du auch (fast) das ganze Jahr über nachsäen und pflanzen. Die Erkenntnis, dass es viel schlauer ist, Gemüse in vielen kleinen Sätzen anzubauen, hatte ich, als ich vor einigen Jahren in einem Gemüsebaubetrieb gearbeitet habe. Im professionellen Gemüsebau werden Salat, Radieschen und viele andere Gemüse von Februar bis August konsequent alle 2 Wochen nachgepflanzt, um Woche für Woche frisches Gemüse verkaufen zu können. Das ergibt auch im Hausgarten super viel Sinn. Was bringt es dir, wenn 10 Brokkoli-Köpfe auf einmal reif werden und du den Rest des Jahres Brokkoli im Laden kaufst? Stattdessen ist es doch viel schöner, kontinuierlich 1 oder 2 Exemplare auf einmal zu ernten, die du dann auch sinnvoll verwerten kannst.

Deshalb habe ich angefangen, das Konzept der gestaffelten Aussaat auch in meinem Garten umzusetzen, und siehe da: Als ich einmal ausgeklügelt hatte, welche Gemüse ich wann in welchem Abstand vorziehen, säen oder pflanzen muss, damit wir kontinuierlich ernten können, ist unser Erntekorb zu (fast) jedem Zeitpunkt im Jahr so vielfältig und bunt, als hätte ich ihn auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt gefüllt – nur, dass alles noch viel, viel besser schmeckt.


Das Wintergemüse wandert im Sommer ins Beet, damit es vor den kalten Monaten schön groß wird.

Wenn du deinen Gartenplan ausknobelst, plane also am besten versetzte Aussaaten ein, vor allem für schnellwachsende Gemüse wie Salat, Kohlrabi, Rote Bete, Radieschen und Co. Dann macht Selbstversorgung nämlich viel mehr Spaß, als wenn du ständig damit beschäftigt bist, eine Ernteschwemme zu bezwingen, während du dich nach anderen Gemüsen verzehrst, die längst abgeerntet sind.

Her mit den Lückenbüßern: Gemüse für zwischendrin

Zuletzt gilt es, die Löcher zu stopfen, die dein Anbauplan vielleicht noch aufweist. Eines deiner Beete steht bis Mitte Mai leer? Dann wäre vorher zum Beispiel noch genug Zeit für einen frühen Satz Radieschen. Und auf die Beete, die du im Herbst aberntest, könntest du wunderbar Knoblauch oder Winterzwiebeln pflanzen, oder wie wäre es mit einem Satz Feldsalat? Auf diese Weise wird dein Garten gleich viel produktiver und du kannst statt einer einzigen Ernte pro Jahr bis zu 3 oder 4 Runden Gemüse auf ein und demselben Beet anbauen.

Oft höre ich, dass man dem Boden eine Pause gönnen und ihn den Winter über brachliegen lassen soll. Doch das Gegenteil ist der Fall: Der Bewuchs schützt den Boden vor Erosion und Verschlämmung, füttert das Bodenleben, unterdrückt Beikräuter und lockert den Boden auf natürliche Weise. Deswegen solltest du immer direkt nach der Ernte das nächste Gemüse säen oder pflanzen. Falls du dein Beet eine Zeitlang nicht nutzen willst, hilft eine Gründüngung, deinen Boden zu schützen und zu verbessern, während du deine Gartenpause einlegst.


Kälteresistent: Dem Lauch macht auch ein Schneehäubchen nichts aus.

Wenn dir jetzt der Kopf raucht bei allem, was es bei der Gartenplanung zu beachten gilt, lade dir gerne meinen fertigen, von vorne bis hinten ausgeklügelten Gartenplan herunter unter: www.wurzelwerk.net/gartenplan

Ein Stückchen weiter hinten im Buch, ab Seite 81, findest du außerdem die Porträts meiner Lieblings-Selbstversorger*innen-Gemüse – darin erfährst du, wie du sie anbaust und pflegst, damit eine üppige Ernte für dich rausschaut. Aber bevor die Samen oder Pflänzlein in die Erde dürfen, gibt es einiges an Grundlagenwissen für dich: Im kommenden Kapitel geht es darum, wie du deine Beete anlegen kannst, ab Seite 53 erfährst du, wie du selbst Kompost herstellen kannst.


FREUST DU DICH SCHON AUF EINEN KUNTERBUNTEN GARTEN UND EINE SATTE ERNTE? LOS GEHT’S!

Ein neues Zuhause für dein Gemüse: Beete anlegen

Du hast jetzt so richtig Lust, sofort nach draußen zu laufen und deinen eigenen Selbstversorger*innen-Garten anzulegen? Perfekt, gleich geht’s los! Zuerst einmal stellt sich aber die Frage: Wohin mit dem Gemüsegarten?

Wo soll ich meinen Gemüsegarten anlegen?

Als Erstes solltest du dir die Zeit nehmen, einen guten Standort für deinen zukünftigen Selbstversorger*innen-Garten auszuwählen. Die wichtigsten Kriterien, um den Standort festzulegen, sind:

× Nähe zum Haus/der Wohnung

× Sonne

× ebenes Gelände oder leichter Südhang

× Windschutz

× und ein guter Boden wäre natürlich schnieke!

Woran du einen guten Gartenboden erkennst? Zunächst einmal ist es von Vorteil, wenn die Erde dort, wo du deine Beete anlegen möchtest, nicht allzu steinig ist, weil die Steine den Gemüsewurzeln später im Weg sind. Außerdem sollte der Boden nicht allzu verdichtet sein. Also die Beete besser nicht genau da anlegen, wo vorher ein Parkplatz oder Weg war. Und dann ist da natürlich die Bodenart: Das eine Extrem wäre ein sehr sandiger Boden, der sich zwar leicht erwärmt, aber sehr trocken ist, weil er kaum Wasser speichert. Das Gegenteil davon ist ein sehr schwerer, tonhaltiger Boden, der feucht ist, aber dafür nicht gut belüftet. Du kannst es dir schon denken: Der beste Boden liegt genau in der Mitte. Allerdings hast du auf die Bodenart oft keinen Einfluss und musst nehmen, was du kriegst. Zum Glück sorgt der Kompost, den wir später ausbringen, sowohl dafür, dass sich schwere Böden leichter erwärmen und durch das organische Material lockerer werden, als auch für eine bessere Wasserhaltefähigkeit bei Sandböden, sodass du beide Extreme ausgleichen kannst, wenn du Kompostbeete anlegst.

Vielleicht findest du keinen Standort, der alle der aufgeführten Kriterien zu 100 % erfüllt. Das macht nichts! Mach einfach das Beste aus dem, was du hast. Dein Garten ist eher schattig? Salat, Kohl, Spinat, Mangold und einige andere Gemüse wachsen auch im Halbschatten wunderbar! Dein Garten liegt an einem steilen Hang? Mit Terrassenbeeten kannst du trotzdem einen wundervollen Gemüsegarten anlegen! Dein Boden ist unterirdisch schlecht? Mit Hochbeeten kannst du sogar auf Asphalt gärtnern. Es gibt für alle Probleme eine Lösung, selbst wenn dein Garten auf den ersten Blick nicht nach dem perfekten Gemüseparadies aussieht.


Bodenbeete legst du am besten dort an, wo der Boden locker und die Erde nicht zu steinig ist. Ansonsten: Hochbeete gehen immer.

Freiheit für dich und deinen Boden: Gärtnern ohne Umgraben

Du hast richtig gelesen: Es geht auch wunderbar ohne Umgraben. Denn erstens ist Umgraben anstrengend und zweitens schadet es dem Bodenleben und der Struktur deines Bodens. Wusstest du, dass in einer Handvoll Gartenerde mehr Mikroorganismen leben als Menschen auf diesem Planeten? Diese winzigen Helfer, aber auch die größeren Bodentierchen wie der Regenwurm, sind für einen fruchtbaren Gemüsegarten superwichtig. Es gibt ganz unterschiedliche Bodentierchen mit jeweils unterschiedlichen Eigenschaften, Vorlieben und Lebensräumen: Einige tummeln sich in der obersten Streuschicht des Bodens, während andere fast ausschließlich in tieferen Bodenschichten leben. Beim Umgraben werden diese Bodenschichten umgedreht. Die Mikroorganismen, die in den obersten Schichten leben, werden begraben, Regenwürmer finden plötzlich kein Futter mehr, und andere Bodentierchen sterben, weil sie plötzlich an der Oberfläche sind und dort keinen Lebensraum mehr finden.

Im Biogarten ist es das oberste Gebot, das Bodenleben zu fördern – deswegen legen wir unsere Beete ohne Umgraben an. Das schont übrigens nicht nur deinen Boden, sondern auch deinen Rücken. Um unsere Beete anzulegen, bringen wir stattdessen das Lieblingsessen der Bodentierchen aus: Kompost. Der verbessert die Bodenstruktur, ernährt deine Gemüsepflanzen, hilft, Wasser zu speichern, und bindet CO2 im Boden. Win-win-win würde ich sagen! Also los, lasst uns Beete anlegen!


GUT GEMULCHT IST DEIN BODEN VOR WIND UND WETTER GESCHÜTZT.

Das wundervolle Kompostbeet

Um deine Kompostbeete anzulegen, brauchst du:

× eine Rasenkante (am besten aus Metall)

× Steine oder Holz (oder dein persönliches Lieblingsmaterial) für die Beetumrandung

× einen Spaten

× eine Schippe

× unbedruckte Pappe

× eine Menge reifen Kompost

× Holzhackschnitzel



SCHRITT 1:

Beetumrandung bauen

Egal, ob du deinen Gemüsegarten mit Steinen, Brettern, Weidenzäunchen oder einer Metallumrandung einfassen willst: Ich empfehle dir, an der Innenseite deiner Beeteinfassung entlang eine Unkrautsperre (Rasenkante – die gibt es in jedem Baumarkt) einzugraben.

Unkrautsperren sind sehr wirksame Barrieren, die dir später viel Jätarbeit ersparen. Die Gräser, die auf der umliegenden Wiese wachsen, werden nämlich nicht müde, zu versuchen, sich dein Beet zurückzuerobern. Ich verwende am liebsten Unkrautsperren aus Metall, die zwar etwas teurer, aber dafür viel langlebiger sind.

Also: Egal, für welches Rasenkanten-Material du dich entscheidest, als Allererstes legst du das Holz oder die Steine für die Beetumrandung in der Größe der Fläche, die du für deine Beete einplanst, auf. So kannst du dir schon einmal anschauen, wie das Ganze später aussehen wird – und bekommst ein Gefühl die Fläche. Dann schiebst du das Material am besten ein paar Zentimeter nach außen. Denn nun musst du mit dem Spaten ran. Du stichst einmal entlang des Beetrandes 10–15 cm tief in die Erde (das erinnert dann in etwa an einen kleinen Burggraben, oder besser gesagt an eine Burgrille).

Und schließlich verlegst du die Rasenkante in dieser Rille, sodass sie schön gerade am Innenrand deines Beetes entlang verläuft und ein paar Zentimeter aus dem Boden lugt.

Wenn du die Rasenkante um das gesamte Beet verlegt hast, füllst du die Rille mit Erde auf, damit alles gut festsitzt. Hast du für die Beetumrandung Holzstämme gewählt, kannst du diese mit kleinen Pflöcken fixieren, so verrutschen sie nicht.

Übrigens: Ich liebe Holzstämme. Wenn du bereits an dem Wohnort lebst, wo du glaubst, für immer bleiben zu wollen, wähle am besten ein langlebiges Holz. Fichte verrottet zum Beispiel relativ schnell, diese Holzart ergibt also Sinn, wenn du bereits weißt, dass du bald wieder umziehen wirst. Und Steine bieten sich sowieso als dauerhafte Beeteinfassung an, denn die bleiben dir für immer.


SCHRITT 2:

Jetzt kommt die Pappe ins Spiel

Innerhalb deiner Beetumrandung legst du jetzt die Pappe direkt auf der Wiese aus und achtest darauf, dass sich die einzelnen Stücke zu mindestens 10–15 cm überlappen (so kann das Gras nicht zwischen ihnen durchwachsen). Dafür solltest du nur unbedruckte Pappe verwenden und Kleberreste etc. vorher entfernen. Die Pappe unterdrückt Gras und andere Beikräuter und verrottet innerhalb weniger Wochen, sodass sie deinen Gemüsepflanzen nicht weiter im Weg ist.

Kleiner Tipp: Große Pappen bekommst du z. B. im Fahrradgeschäft, einfach mal nachfragen!

Wenn du keine Pappe verwenden magst, kannst du sie auch weglassen. Stattdessen bringst du einfach etwas mehr Kompost auf deinen Beeten auf. Der Nachteil daran ist allerdings: Das Unkraut kommt viel leichter zurück und stiehlt sich in deine Beete.


SCHRITT 3:

Kompost ausbringen

Jetzt bringst du eine 10–15 cm dicke Schicht Kompost auf der Pappe aus. Wenn du eigenen Kompost hergestellt hast: perfekt! Wahrscheinlich wirst du im ersten Gartenjahr aber Grünschnitt-Kompost aus dem Kompostwerk zukaufen müssen. Der lose Kompost, den du dort bekommst, kommt nicht nur ohne Plastikverpackung daher, er ist auch viel günstiger als der Kompost, den es in Säcken zu kaufen gibt. Egal ob gekaufter oder selbstgemachter Kompost: Achte unbedingt darauf, dass er reif ist und keine großen Stücke mehr enthält. Er sollte sehr fein sein und an Waldboden erinnern.


SCHRITT 4:

Wege anlegen mit Holzhackschnitzeln

Deine Beete innerhalb deiner angelegten Fläche sollten jeweils optimalerweise 120 cm breit sein, damit du auch die Beetmitte bearbeiten kannst, ohne dich zu verrenken. Deswegen sollte alle 120 cm ein ca. 40 cm breiter Weg verlaufen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Weg anzulegen. Ich halte es einfach und gebe statt Kompost einfach 10–15 cm Holzhackschnitzel auf die Pappe.

Jippie – fertig ist dein eigener Gemüsegarten! Du kannst sofort loslegen und dein Gemüse direkt in den Kompost säen oder pflanzen. Keine Sorge: Reifer Kompost ist nicht zu „scharf“ für deine Pflanzen. Ich weiß nicht, woher das Gerücht stammt, dass Kompost die Wurzeln verbrennt – aber solange er gut verrottet ist, ist das gar kein Problem. Im Gegenteil: Gemüsepflanzen lieben es, in Kompost zu wachsen. Du wirst in deinen Kompostbeeten schon im 1. Jahr eine richtig gute Ernte einfahren (und was ist motivierender als knallfrisches Gemüse, oder?).




KOMPOSTMATERIAL KANNST DU GAR NICHT GENUG HABEN. MANCHMAL SCHNORRE ICH SOGAR BEI DEN NACHBAR*INNEN.

Schwarzes Gold schürfen:Wie du deinen eigenen Kompost herstellst

Als langfristiges Ziel ist es natürlich toll, den Kompost komplett selbst herzustellen und so eigene Nährstoffkreisläufe zu schaffen. Im Komposthaufen werden die Ausgangsmaterialien von Bodenlebewesen in schwarzen Humus verwandelt. Unsere Aufgabe beim Kompostieren ist es, Bedingungen zu bereiten, unter denen diese kleinen Helfer ungestört ihrer Arbeit nachgehen können.

Der Kompost ist das Herz eines Gemüsegartens und Kompostieren ist gar nicht schwer, wenn man ein paar Grundregeln beachtet.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einen Kompost aufzusetzen:

× Schnellkomposter sind günstig und (tja, wie ihr Name schon vermuten lässt) schnell auf- und wieder abgebaut. Das Fassungsvermögen sollte mindestens 200 l betragen, damit die Rotte möglichst effektiv verläuft. Schnellkomposter mit Entladeklappe sind sehr praktisch, dann kannst du nämlich unten den fertigen Kompost entnehmen, während die jüngsten Kompostzutaten weiter oben noch fleißig kompostiert werden.

× Holzkomposter kann man zum Beispiel aus Paletten selber bauen. Eine Abdeckung ist besonders in regenreichen Regionen sinnvoll, damit nicht zu viele Nährstoffe ausgewaschen werden. Am praktischsten ist es, mindestens 2 Komposter zu haben: einen, den man frisch befüllt, und einen, in dem die alten Abfälle kompostiert werden.

× Offene Komposthaufen sollten mindestens 120 cm breit, 80 cm hoch und mehrere Meter lang sein. Das Material schichtest du so auf, dass die Seiten schräg abfallen. Weil nur große Komposthaufen effizient sind, eignen sie sich nur für sehr große Gärten, in denen viel Material anfällt. Die verschiedenen Materialien kannst du sammeln und die Miete anschließend so aufschichten, dass das Verhältnis von kohlenstoffzu stichstoffhaltigem Abfall möglichst optimal ist (Näheres dazu findest du im Unterkapitel „Was Komposthaufen und Torten gemeinsam haben“ auf Seite 56).


Ein Holzkomposter (mit Deckel) ist schnell zusammengeschraubt.

Der beste Ort für deinen Kompostplatz

Die Bodenorganismen arbeiten effizienter, wenn du deinen Kompost immer am selben Ort errichtest. Mit der Zeit siedelt sich dort das passende Bodenleben an, um einen neu angelegten Komposthaufen schnell umzusetzen. Es lohnt sich also, sich Gedanken über einen guten Kompostplatz zu machen.

Am besten geeignet ist natürlich ein zentraler Ort in deinem Garten, den du auch mit der Schubkarre gut erreichen kannst. Damit die Bodenlebewesen in den Kompost einziehen können, ist es wichtig, ihn direkt auf dem Erdboden anzulegen, nicht etwa auf Fliesen oder Stein. Außerdem sollte der Untergrund wasserdurchlässig sein, damit sich keine Staunässe bildet.

Die Rotte verläuft am effektivsten, wenn der Kompost vor Wind geschützt und leicht beschattet ist. In heißen Gegenden braucht der Komposthaufen mehr Schatten als in kühleren. Du kannst deinen Kompostplatz entweder unter Sträuchern oder Bäumen anlegen oder neue Sträucher pflanzen, mit denen du deinen Kompostplatz sehr hübsch einfassen kannst.


Der Kompost ist das Herz des Gartens und sollte möglichst zentral liegen.


Feiner Humus, vollgepackt mit Nährstoffen: Die Mikroorganismen waren fleißig!

Die richtigen Zutaten für guten Kompost – und was du besser nicht kompostieren solltest

Von Garten- und Küchenabfällen über Stroh, Rasenschnitt, Mist, Federn, Strauchschnitt, Eierschalen oder Kaffeesatz: Die allermeisten organischen Rohstoffe sind auf dem Komposthaufen gut aufgehoben. Da die Verrottung von Laub, Rinden und Holz länger dauert und der Kompost hier öfter umgesetzt werden muss, kann es praktisch sein, sie separat zu kompostieren.

Gekochte Essensreste, Fleisch, Milchprodukte und Gebäck können Ratten anziehen, deswegen verzichte ich darauf, sie zu kompostieren. Auch beim Kompostieren von Unkraut sollte man vorsichtig sein: Wurzel- oder samentragende Unkräuter gehören nur auf einen sehr heißen Kompost (über 70 °C). Liegt die Temperatur darunter, werden die Unkrautsamen und Wuzeln nicht abgetötet und du bringst sie zusammen mit dem Kompost wieder auf deinen Beeten aus.

Auch Teile von kranken Pflanzen sollten nicht auf dem Komposthaufen landen, damit sich die Krankheit nicht über den ausgebrachten Kompost im ganzen Garten ausbreitet. Kranke Pflanzen und Unkräuter kannst du entweder über die Biotonne entsorgen, oder du legst einen eigenen Komposthaufen in einer entlegenen Ecke deines Gartens an, auf dem nur die Abfälle landen, die du nicht in deinem „guten“ Kompost haben willst. Diesen Kompost kannst du später auf Blumenbeeten oder unter Obstbäumen ausbringen.

Grasschnitt sollte man vor dem Kompostieren zunächst anwelken lassen. Außerdem ist es wichtig, Grasschnitt nicht zu dick aufzubringen, weil sich sonst schnell Fäulnis bildet und der Kompost nicht mehr gut durchlüftet ist. Wenn bei dir viel Grasschnitt anfällt, solltest du ihn mit gröberem Material mischen, damit sich keine fauligen Schichten bilden.

Was Komposthaufen und Torten gemeinsam haben

Das Verhältnis von kohlenstoffhaltigen zu stickstoffhaltigen Ausgangsmaterialien spielt beim Kompostieren eine große Rolle. Dieses sogenannte C/N-Verhältnis sollte zwischen 15:1 und 20:1 liegen. Liegt es unter 15:1, drohen zu hohe Nährstoffverluste, bei einem Verhältnis von über 20:1 steht den Bodentierchen zu wenig Stickstoff zur Verfügung, um fleißig arbeiten zu können. Aber keine Sorge, du musst keine Laboranalysen machen, um guten Kompost herzustellen. Du solltest einfach darauf achten, die Materialien in ausgewogenen Schichten aufzubringen – wie bei einer Torte. Nur dass du statt Sahne, Kirschen und Schokobiskuit Küchenabfälle, Laub und Mist aufschichtest. Nicht besonders lecker, ich gebe es zu, aber die Mikroben, Regenwürmer und Kellerasseln in deinem Komposthaufen werden sicher trotzdem entzückt reinhauen.

Noch besser als das Aufschichten einzelner Materialien wäre es übrigens, die kohlenstoff- und stickstoffhaltigen Ausgangsstoffe schon bevor sie auf dem Kompost landen miteinander zu vermischen. Quasi Marmorkuchen statt Schwarzwälder Kirsch.

Kohlenstoffhaltige Materialien sind in der Regel braun: Stroh, Holzhackschnitzel, Laub, Zweige usw. zählen zu den kohlenstoffhaltigen Kompostzutaten.

Stickstoffhaltige Materialien sind meistens grün: Grasschnitt, Obst- oder Gemüseabfälle, Grünschnitt, Brennnesseln …

Die großen Ausnahmen: Kaffeesatz, Mist und Jauche sind zwar braun, enthalten aber auch viel Stickstoff.

Damit die Bodenlebewesen die Materialien besser aufschließen können, ist es wichtig, holzige oder fleischige Pflanzenteile wie Kohlstrünke oder Äste mit einer Gartenschere zu zerkleinern.

Wenn ein Komposthaufen aufgeschichtet ist, mische ich ca. 10 % tonhaltige Gartenerde oder fertigen Kompost unter die Abfälle, um den Komposthaufen mit Bodenorganismen zu „impfen“, die sich sofort an die Arbeit machen und die Abfälle in Kompost verwandeln. Das Untermischen tonhaltiger Erde hilft den Organismen außerdem, stabile Humuskomplexe zu bilden, an die die Nährstoffe gebunden sind. So läuft die Kompostierung schneller ab und die Nährstoffe werden nicht sofort ausgewaschen.

Knackig warm oder einfach cool? So kontrollierst du die Temperatur in deinem Komposthaufen!

Wer schon einmal einen Komposthaufen angelegt hat, weiß, dass die Temperatur am Anfang sehr hoch ist und dann immer weiter abfällt. Wie heiß dein Kompost wird, hängt von der Materialzusammensetzung ab. Frischer Mist wird bis zu 60 °C warm, Grasschnitt, Grünmaterial oder frische Brennnesseln heizen bis zu 80 °C auf. Untergemischte Erde hält die Temperatur niedriger.

Höhere Temperaturen töten Keime und Unkrautsamen besser ab. Allerdings sterben einige wertvolle Mikrobenstämme bei Temperaturen über 50 °C. Ein heißer Kompost ist also nicht mehr so vital und belebt und es gilt, abzuwägen, was dir wichtiger ist. Wenn du fiese Unkräuter oder kranke Pflanzenteile auf deinen Komposthaufen geworfen hast, ist eine heiße Kompostierung sinnvoll. Wenn du aber sorgsam darauf achtest, was auf den Kompost wandert und was nicht, würde ich immer zu einer kühleren Kompostierung tendieren.


SCHICHT FÜR SCHICHT ZUM KOMPOSTGLÜCK: ACHTE AUF DIE RICHTIGE MISCHUNG.

Nicht zu trocken, nicht zu nass …

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Feuchtigkeit. Ist dein Komposthaufen zu trocknen, leiden die Bodenorganismen und die Verrottung stagniert. Wenn der Kompost zu nass ist, gelangt nicht mehr genug Luft ins Innere des Haufens und er verfault. Wie feucht dein Kompost ist, kannst du leicht überprüfen: Dein Komposthaufen hat einen guten Feuchtigkeitsgehalt, wenn sich das Innere des Haufens wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt.

Wenn du von Anfang an darauf achtest, dass die aufgeschichteten Materialien einen ausgeglichenen Feuchtigkeitsgehalt haben, solltest du später keine Probleme haben. Ist dein Kompost aber zu trocken, hilft es, ihn hin und wieder zu gießen. Ein zu nasser Kompost muss umgesetzt werden. Dabei solltest du Erde und trockenes Material untermischen. Gerade in niederschlagsreichen Gegenden sollte ein Kompost immer abgedeckt sein, damit er vor Regen geschützt ist.

Die aeroben Bakterien im Komposthaufen sterben, wenn sie nicht genug Sauerstoff bekommen. Dann setzen sich anaerobe Bakterien durch und der Haufen wird stinkig und fault. Daher muss man beim Anlegen darauf achten, keine dicken Schichten Grasschnitt oder Tonerde aufzutragen, durch die kein Sauerstoff mehr ins Innere des Haufens gelangt.

Grasschnitt oder Ton sollte man entweder nur sehr dünn auftragen oder mit lockeren Materialien wie Zweigen oder Stroh mischen. Es sollten sich aber auch nicht zu große Hohlräume bilden, denn die behindern die Bodenorganismen bei ihrer Arbeit. Sperrige Äste etc. also immer gut zerkleinern und so für die perfekte Kompostkonsistenz für Bodentierchen sorgen.

Umsetzen oder nicht umsetzen?

Beim Umsetzen schichtet man die äußeren Schichten nach innen und die inneren Schichten nach außen. Dadurch erzielt man eine gleichmäßigere und vor allem schnellere Rotte. Falls du überlegst, ob du dir die Arbeit machen sollst: Das kommt darauf an, wie eilig du es hast, den fertigen Kompost in deinem Garten auszubringen. Der günstigste Zeitpunkt zum Umsetzen ist nach 3–6 Wochen, wenn der Haufen wieder kühler geworden ist.

Je nach Materialzusammensetzung, Jahreszeit und je nachdem, wie oft du deinen Komposthaufen umsetzt, dauert die Kompostierung einige Wochen oder Monate. Der Kompost ist fertig, wenn er nach Waldboden riecht. Oft sind auch dann noch vereinzelte, nicht verrottete Teile im Kompost. Die kann man mit einem Kompostsieb heraussieben und zurück auf den Haufen werfen. Diese ausgesiebten gröberen Stücke eignen sich auch wunderbar, um einen neuen Komposthaufen zu impfen.

Im Winter verlangsamen sich die Kompostierungsprozesse und kommen oft vollständig zum Stillstand. Dem kannst du entgegenwirken, indem du deinen Kompost abdeckst und ihn mit Schilfmatten, Pappe oder Stroh isolierst. Außerdem ist es sinnvoll, dem Kompost regelmäßig stickstoffhaltige Materialien wie Mist (z. B. Hühnermist) zuzuführen, die den Bodentierchen ordentlich einheizen. Auch durch das Umsetzen kannst du die Temperatur in deinem winterlichen Kompost erhöhen.

Fertiger Kompost lässt sich abgedeckt längere Zeit lagern, aber meistens ist Kompost ja ohnehin Mangelware und ruckzuck aufgebraucht. Kompost wird zu Recht als „Gold des Gärtners“ bezeichnet, und von diesem Gold kannst du gar nicht genug schürfen.


Kleine Hände, große Ernte

Mein Sohn hat sein erstes eigenes Beet bekommen, als er zweieinhalb Jahre alt war. Jetzt ist er 8 und hat mittlerweile auf 3 Beete expandiert. Wenn er mir mit „meinen“ Beeten hilft, ist er zwar auch tatkräftig bei der Sache, aber die größte Hingabe und Faszination kommt auf, wenn er sich um seine eigenen Beete kümmert. Vielleicht liegt das daran, dass er dort die absolute Freiheit hat, zu tun und zu lassen, was er will. Wenn er etwas vorhat, das garantiert nicht funktionieren wird, gebe ich ihm einen kleinen Rat, was er besser machen kann. Aber er entscheidet, was in seinem Beet wächst und passiert, denn so macht Gärtnern gleich viel mehr Spaß.

Wenn du mit Kindern gärtnerst, ist es klug, schnellwachsende und einfache Gemüse anzubauen, die bald eine erste Ernte abwerfen und Fehler großzügig verzeihen. Radieschen, Salate und Buschbohnen sind besonders kinderfreundlich, weil sie nicht nur absolut unkompliziert wachsen und lecker sind, sondern deine Kinder auch schnell erste Erfolge feiern. Aber auch Erdbeeren machen sich toll im Kinderbeet, vor allem die Sorten, die bis in den Herbst hinein Früchte tragen und immer wieder aufs Neue vernascht werden können. Mein Sohn sät und pflanzt auch super gerne Blumen, deswegen sind seine Beete oft die schönsten im ganzen Garten.

Übrigens: Nichts schmeckt so lecker wie Gemüse, das man selbst angebaut hat. Also wundere dich nicht, wenn deine kleinen Gärtner auf einmal Sachen essen, die sie vorher vehement verschmäht haben.


Gemeinsam aussäen und ernten: Das macht Spaß!


DIESE JUNGPFLANZEN SIND GROSS GENUG FÜR DEN UMZUG INS BEET – JIPPIE!

Von Samenkörnern und Pflanzenbabys: Jungpflanzen ziehen und eigenes Saatgut ernten

Wer mit der Selbstversorgung beginnt, wird früher oder später vor dieser Frage stehen: Selbst Jungpflanzen ziehen? Oder kaufen? Beides ist möglich, und das eine schließt das andere nicht aus. Aber wenn du nach und nach versuchst, selbst kleine Pflanzenkinder zu ziehen, wirst du Stück für Stück unabhängiger. Vor allem, wenn du auch spät im Jahr, wenn andere mit ihrem Garten in den Winterschlaf gehen, noch ernten willst. Denn die vielen Jungpflanzen, die im Frühjahr die Märkte überschwemmen, sind im Herbst Mangelware. Deshalb: Wieso nicht einfach ausprobieren? Je öfter du erfolgreich deine eigenen Pflänzlein in die Beetfreiheit entlässt, desto mehr Spaß bringt das Ganze. Und wenn du doch lieber vorgezogene Pflänzchen kaufst, ist das genauso gut.

Place to be: der richtige Platz für deine Gemüsekinder

Ab Januar kannst du mit dem Vorziehen der allerersten Gemüsearten beginnen. Das Wichtigste dabei ist, dass die Pflänzchen genug Licht bekommen, und so früh im Jahr sind die Tage noch sehr kurz. Deswegen ist es in den meisten Wohnungen leider gar nicht so leicht, einen geeigneten Platz zum Vorziehen zu finden.

Nachdem diverse Fensterbank-Versuche bei uns mehr oder weniger missglückt sind, sind wir auf LED-Pflanzenlichter umgestiegen, die wir über den Jungpflanzen aufhängen. Diese LED-Panels versorgen die Pflanzen mit allen Lichtfarben, die sie für ein kräftiges Wachstum benötigen. Falls du nicht in Pflanzenlichter investieren möchtest, solltest du deine Pflänzchen unbedingt an einem Südfenster vorziehen, das viel Sonne abkriegt.

Ab April kannst du deine Gemüsebabys auch in einem Gewächshaus oder Frühbeetkasten vorziehen, wenn du ihnen eine zusätzliche Wärmequelle zur Verfügung stellst. Dafür gibt es spezielle Wärmeplatten – stattdessen kannst du dein Frühbeet aber auch regelmäßig mit einer Ladung frischem Mist befüllen, der deine Pflänzchen ganz natürlich und absolut kostenlos warmhält.

Eine ordentliche Wasserdusche für die Kleinen – damit sie groß und stark werden.

Kuschelerde und -behausung: worin die Kleinen am liebsten wachsen

Du kannst fertige Anzuchterde kaufen oder selbst welche herstellen, indem du unkrautfreien, reifen Kompost und lockere Gartenerde (z. B. von einem Maulwurfshügel) zu gleichen Teilen miteinander mischst – einfacher geht’s nicht!

Ob du dein Gemüse in Eierkartons, Joghurtbechern, Tetra Paks oder in profimäßigen Anzuchtplatten vorziehst, ist ganz egal. Hauptsache, jedes deiner Pflanzgefäße hat mindestens ein Loch im Boden, durch das überschüssiges Wasser ablaufen kann. Nasse Füße mögen deine Zöglinge nämlich überhaupt nicht.

Keimt’s noch? Sicher ist sicher: die Keimprobe

Es gibt ein paar Gründe, wieso Samen nach dem Säen nicht keimen. Und die sind gar nicht so geheim. Zum Beispiel mögen es Lichtkeimer – also Samen, die nur mit Licht keimen – so gar nicht, wenn du sie zu tief in die Erde steckst. Dunkelkeimer hingegen wollen mit einer Erddecke versorgt werden, denn sie benötigen die Dunkelheit. Daneben gibt es noch solche, bei denen beide Varianten funktionieren können bzw. die z. B. mit einer kleinen Portion Erde, ungefähr in Samenkornstärke, bedeckt werden möchten. Am besten, du liest immer auf dem Samenpäckchen nach, so kannst du sichergehen, dein Saatgut richtig zu behandeln. Für einen Überblick habe ich auch bei den Pflanzenporträts ab Seite 81 angegeben, ob die Licht- oder Dunkelkeimer sind bzw. wie tief sie ca. in die Erde gesetzt werden möchten.

Denn wenn du dein Gemüse erst mal selbst vermehrst, ist es am besten, diese Info auf deinen eigenen Samentütchen zu ergänzen.

Auch die Keimtemperaturen müssen passen – Samen sind nämlich nicht anspruchslos, wenn es um ihre Umgebung geht. Zu heiß? Zu kalt? Da kann es passieren, dass sich in deiner Anzuchtschale nichts zeigt – bis auf die Erde, die du hineingegeben hast. Diese Angaben findest du ebenfalls auf den Saatguttütchen.

Und zu guter Letzt könnte es natürlich sein, dass die Samen, die du so liebevoll in Kistchen gestreut hast, gar nicht mehr keimfähig sind. Das kommt nicht allzu oft vor, weil das meiste Saatgut mehrere Jahre lang „haltbar“ ist. Pastinake und Sellerie sind allerdings etwas zickig – ihre Samen bleiben oft nur etwa ein Jahr keimfähig. Und auch, wenn du Saatgut findest, das in einer verstaubten Schublade versteckt ist oder das du vergessen hast zu beschriften: Dann ist eine Keimprobe sinnvoll.

Und so geht der Keimfähigkeitstest: Streue ein paar der Samen auf ein Küchenkrepp, befeuchte es gut und dreh die grünen Däumchen. Nach ein paar Tagen siehst du, wie viele Samen gekeimt sind. Wenn du 100 Samen gesät hast und nur 10 davon sind gekeimt, ist die Keimfähigkeit eher niedrig: Sie liegt bei 10 %. Dann musst du entweder entsprechend mehr Samen säen oder du besorgst dir frisches, neues Saatgut. Was nicht heißt, dass du 100 Samen für deine Keimprobe „opfern“ sollst, das wären bei Tomaten ja mehrere Samentütchen.


Ta-da: Gemüse-Nachwuchs für die neue Saison.

Standort: Check! Zubehör: Check! Samen: Check! – Jetzt geht’s ans Pflanzen

Am besten säst du zuerst alle Samen in ein Anzuchtschälchen (oder ein quer liegendes Tetra Pak mit Löchern im Boden) und pikierst die Pflänzchen in eigene Töpfe, sobald sie ihre ersten Laubblätter ausgebildet haben. Dieses Umpflanzen bezeichnet man in Gärtnerisch als „Pikieren“.

Beim Pikieren solltest du deine Pflänzchen statt am Stängel immer an den Blättern festhalten. Lockere die Erde mit einem kleinen Holzstäbchen und hebe das Pflänzchen heraus, möglichst ohne allzu viele Wurzeln zu beschädigen.

Tomaten und Paprika sind dir dankbar, wenn du sie im neuen Töpfchen etwas tiefer einpflanzt, weil sie so mehr Wurzeln ausbilden und stabiler stehen. Im neuen Zuhause eingetopft, solltest du deine Pflanzen gut angießen. Nur die sehr standorttreuen Kürbisgewächse mögen es nicht, umgetopft zu werden. Gurken, Melonen, Kürbisse und Zucchini solltest du also direkt in große Töpfe säen, um ihnen den Umzug zu ersparen.

Ungefähr 2 Wochen nach dem Pikieren werden die gefräßigen unter deinen Gemüsebabys hungrig. Alle Starkzehrer (schau dir dazu am besten die Liste auf Seite 43 an) solltest du daher 2 Wochen nach dem Pikieren mit einem stark verdünnten Bio-Flüssigdünger „füttern“. Mittel- und Schwachzehrer kommen normalerweise ohne Düngergaben im Jungpflanzenstadium aus.


Ich kann es kaum erwarten, euch noch weiter wachsen zu sehen.

Und dann sind deine Gemüsekinder auch schon bald alt genug, um ins Beet zu wandern. Aber Vorsicht: Wusstest du, dass Pflanzen einen Sonnenbrand bekommen können, wenn sie von einem auf den anderen Tag der prallen Sonne ausgesetzt sind? Bevor deine Gemüse-Teenager nach draußen ins Beet ziehen, solltest du sie deswegen langsam an Wind und Wetter und vor allem das pralle Sonnenlicht gewöhnen. Dafür kannst du sie am 1. Tag nach draußen in den Schatten stellen und in den Tagen darauf stundenweise auch mal in die Sonne. Nachts bleiben sie fürs Erste noch im Haus, nur in den letzten 3 Nächten bevor sie ins Beet gepflanzt werden, dürfen sie sich an einer geschützten Stelle an den Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht gewöhnen.

Im Beet angekommen, schützen wir unsere Jungpflanzen gerne mit übergestülpten Marmeladegläsern vor Schnecken und kalten Temperaturen. In so einem Mini-Gewächshaus sind die Pflanzen bestens geschützt. Bis deine Pflanzen ein stabiles Wurzelsystem entwickelt haben, solltest du den Boden nie komplett austrocknen lassen.


ES IST IMMER EIN SCHÖNER MOMENT, WENN DIE LIEBEVOLL HOCHGEPÄPPELTEN PFLÄNZCHEN ENDLICH INS FREIE DÜRFEN.


DIE SANFTE DUSCHE AUS DER BALLBRAUSE IST SCHONENDER ALS DER HARTE STRAHL AUS DER GIESSKANNE.

Doppelt hält besser: Schritt für Schritt zu deinen eigenen Pflanzenbabys

Das ging jetzt alles ein wenig schnell? Ja, so ist das manchmal mit den Pflanzen – schwupp, und schon sind sie erwachsen und damit alt genug für die Wohngemeinschaft im Beet. Damit du ein gutes Gefühl bei der Sache hast, erkläre ich noch einmal anhand von Schritt-für-Schritt-Bildern, wie das mit der Pflanzenanzucht klappt.

Ach ja: Gärtnern bedeutet immer auch Experimentieren und Ausprobieren. Wenn es also mal nicht so funktioniert wie gewollt – nicht aufgeben. Beim nächsten Mal weiß man dann meistens, was man falsch gemacht hat, und kann so richtig durchstarten.

Was du für die Jungpflanzenanzucht brauchst:

× Anzuchtschalen oder vergleichbare Behausungen (z. B. Tetra Paks etc.) und Töpfe

× Anzuchterde

× Sieb

× Pikierstäbchen

× Wasser

× Marmeladengläser oder PET-Flaschen

× eine ordentliche Portion Pflanzenliebe und ein wenig Zeit

Das Wichtigste, wenn du mit der Anzucht startest: Du solltest etwas Zeit dafür berechnen. Nicht, dass die Pflänzlein jeden Tag stundenlange Aufmerksamkeit benötigen, aber sie müssen regelmäßig gegossen, beobachtet und umsorgt werden. Wenn du also gerade zu einer Reise aufbrichst oder einen längeren Aufenthalt abseits deiner Gemüse geplant hast, solltest du die Anzucht besser verschieben – es sei denn, du hast einen fleißigen Pflanzensitter, dem du deine Keimlinge anvertraust.

Aber mal angenommen, du hast Zeit (und auch sonst alles in der oben aufgeführten Liste) – legen wir los:


SCHRITT 1:

Fülle deine Behältnisse (am besten eine größere Saatschale oder ein Kistchen) mit Anzuchterde auf und drücke die Erde ein wenig fest. Die Anzuchterde sollte bio (und ohne Torf) sein – so tust du nicht nur deinen Pflanzen, sondern auch unserem Planeten etwas Gutes.


SCHRITT 2:

Säe die Samen in die Erde, immer schön gleichmäßig, und verteile sie dünn, damit Chancengleichheit herrscht.


SCHRITT 3:

Jetzt kannst du die Samen mit einer Schicht feiner Anzuchterde bedecken. Das ist jedoch davon abhängig, ob die Pflanzen, Licht- oder Dunkelkeimer sind. Ihr Name sagt es eigentlich schon: Die einen wollen nicht eingegraben werden, die anderen schlummern am liebsten unter einer Schicht Erde (mehr dazu bei den jeweiligen Porträts ab Seite 81).


SCHRITT 4:

Wasser marsch! Aber natürlich nicht zu wild gießen, verwende am besten eine Gießkanne mit einer feinen Brause, damit du das Wasser gleichmäßig über der Erde verteilen kannst, bis sie gut angefeuchtet ist.


SCHRITT 5:

Nun stellst du die Anzuchtschale an den von dir dafür ausgewählten Platz. Verschiedene Gemüsearten und sorten keimen bei unterschiedlichen Temperaturen. Diese Information findest du auf den Samenpäckchen. Solltest du dann irgendwann Samen ernten und wieder verpflanzen (mehr dazu findest du ab Seite 73), macht es Sinn, deine eigenen Samenpäckchen mit den wichtigsten Hard Facts zu beschriften. Mehr zur Idealtemperatur für die Keimung findest du auf Seite 71.


SCHRITT 6:

Haben sich die ersten Laubblätter* gezeigt? Perfekt, denn das ist ein gutes Zeichen. Jetzt geht’s ans Pikieren: Nimm einen Pikierstab (bzw. ein anderes geeignetes Stäbchen), hebe die Pflanzen vorsichtig an den Blättern aus der Erde und setze sie in einen eigenen Topf, am besten gefüllt mit Gemüseerde. Bevor du sie in den Topf gibst, bohre mit dem Stab ein Loch in die Mitte und platziere die Pflanzen dann anschließend darin.

*Übrigens: Bei Pflanzen ist oft von Keimblättern und Laubblättern die Rede. Keimblätter sind dazu da, die Pflanze zu ernähren, solange sie noch keinen Energie- und Stoffwechsel betreiben kann. Oft speichern sie die ersten Nährstoffe für die Keimlinge. Die Keimblätter sitzen bereits im Samen und bleiben bei manchen Pflanzen (Erbse, Feuerbohne …) einfach unter der Erde, sind also zum Teil gar nicht sichtbar. Bei anderen Pflanzen durchbrechen sie die Erdoberfläche und sterben später ab (Radieschen, Kohl …). Erst im nächsten Stadium tauchen die Laubblätter auf, mit denen die Pflanze sich dann sozusagen versorgt. Wenn du also die ersten Laubblätter entdeckst und deine Pflanzen somit schon einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit gemacht haben, geht’s ans Pikieren.


SCHRITT 7:

Nun stellst du die einzelnen Töpfe an ihren neuen vorübergehenden Wohnort. Wenn es bereits warm genug ist, kannst du sie draußen aufstellen, aber: gewöhn sie langsam an das Sonnenlicht.


SCHRITT 8:

Wenn die lieben Schützlinge im neuen Zuhause angekommen sind, werden sie wieder eingegossen. Vorsichtig versteht sich. Die hungrigen Starkzehrer brauchen bereits nach 2 Wochen einen Energieboost. Füttere sie also mit einer stark verdünnten Düngergabe (wie du deinen Pflanzen einen richtigen Wachstumsschub verpasst, findest du ab Seite 201).


SCHRITT 9:

Sehen die Pflanzen gesund aus und haben bereits zwischen 4–6 Laubblätter? Zeit, das Elternhaus zu verlassen – ab mit den mittlerweile stattlichen Pflanzen ins freie Beet. Und keine Sorge, sie bleiben ja nach wie vor in deiner Nähe, nur eben ein wenig mehr auf sich allein gestellt. Aber eines ist sicher: Du kannst richtig stolz sein.


Gut zu wissen:

Ganz allgemein kann man sagen, dass die Jungpflanzenanzucht bei Gemüsen in etwa zwischen 3–4 Wochen in Anspruch nimmt. In dieser Zeit sind sie zwar pflegebedürftig, aber es ist schon ein kleines Wunder, zu beobachten, wie die grünen Pflanzen sprießen, größer und größer werden – und sich irgendwann in köstliche Gemüsefrüchte verwandeln, die später in deinem Bauch landen.



1 Anzuchttopf mit Erde füllen.


2 Samen aussäen.


3 Mit Erde bedecken.


4 + 5 Gießen und an den ausgewählten Platz stellen.


6 Die einzelnen Pflänzchen sanft pikieren und in einen eigenen Topf setzen.


7 + 8 An den ausgewählten Platz stellen und gießen.


9 Ins Freie pflanzen.


Warum ich Fehler liebe – die Big 7 beim Pflanzenziehen und wie du sie vermeidest

Fehler sind ziemlich gut, oder? Keine Angst – ich mag es nicht, wenn meine Pflänzchen eingehen oder den Kopf hängen lassen – schon gar nicht, wenn das auf meine Gärtnerinnenkappe geht. Aber: Ich verrate dir die Fehler, die ich bereits gemacht habe. Damit du sie nicht mehr machen musst. Auch ich konnte aus dem lernen, was andere verbockt – und dann mit mir geteilt – haben. Eine offene Fehlerkultur ist deshalb Kompost wert (um das Mal in Selbstversorgerisch auszudrücken) …

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442 стр. 221 иллюстрация
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9783706629218
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