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Josefine du Soulier

WOOW - was für ein Mann.

Kleine Romantisch-erotische Geschichten

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Nur ein Blick oder seltsame Wege geht die Liebe

Der Herbst der die Sonne brachte

Impressum neobooks

Nur ein Blick oder seltsame Wege geht die Liebe

Zwei junge Leute, ein Mann und eine Frau in festlicher Kleidung suchten eine Gaststätte, die es ihnen möglich machte, nicht so schnell gefunden zu werden. Sie waren schon eine Zeit lang herumgefahren. Hatten alle kleinen Ortschaften im Umkreis der grossen Stadt abgefahren, um einen günstigen Ort zu finden, der zwar auffindbar, aber nicht unbedingt gleich erkennbar war als Ort an dem die beiden warteten. Schließlich wurden sie mitten in einem kleinen Ort, direkt an der Hauptstraße fündig. Die Gaststätte erschien Ihnen ideal. Die Verbindungsstraße zur Autobahn führte direkt vorbei, zudem lag das Gasthaus mitten im Ort direkt gegenüber dem Rathausparkplatz. Es zeigte sich, dass die Gaststätte für sie wirklich ideal war. Das Auto hatten sie auf dem hintersten, dunkelsten Winkel des Parkplatzes abgestellt. Dann hatten sie in der Gaststätte weit hinten in einer Ecke Platz genommen, sich Kaffee bestellt, und warteten, was wohl kommen würde. Die Wartezeit in der Gaststätte wurde ihnen kurzweiliger als sie angenommen hatten. Die Gäste die an der Theke standen waren eindeutig die Bewohner des Dorfes, die bei einem Abendbierchen ihre Erholung suchten. Man sprach sich mit Vornamen an, unterhielt sich über vieles: über die große Politik, die Wirtschaftslage, die Arbeitgeber, die Banken. Jeder warf irgendwann ein Wort ein. Eine andere Meinung war kein Grund zum Streit. Wenn dann doch einer streitig über das Thema reden wollte, kam ein freundliches: da reden wir mal später darüber. Zuletzt sprachen sie über das Dorf und seine Bewohner, wem ging‘s nicht so gut, wer hatte Glück gehabt eben alles, was sich im Dorf ereignet hatte.

Irgendwann einmal sprachen die Männer über „den Werner“. Schnell war den beiden jungen Leuten klar, sie durften einer Diskussion über eine schon lange schwelende dörfliche Tragödie beiwohnen, die wohl schon seit einiger Zeit immer wieder "auf dem Tisch" landete. Bei der jeder die Hauptpersonen kannte, und die nicht aus Sensations-Hascherei, sondern aus wirklichem Mitgefühl angesprochen wurde. War ja ein netter Kerl der Werner, aber was die Frau anging: Obwohl sie aussah wie ein Engel, wie ein Püppchen, wie….eben klein, zierlich, blond mit wunderschönen, blauen Augen und Locken bis an die Hüfte. Damit hatte er ja wirklich Pech gehabt. Aber- naja, da hatte er sich von der äußeren Larve blenden lassen. Kommt einen schönen Tages früher nach Hause, findet seine Frau im Bett mit einem Anderen.

Nicht, dass nicht jeder von Ihnen, wenn die lose und ledig gewesen wären, mit dieser Frau angebändelt hätte. Außerdem hätte ja jeder aus dem Dorf dem Werner sagen können, dass der Kerl schon seit Zeiten jeden zweiten Tag die Frau besuchte, und man hatte schon gemunkelt, dass die drei Kinder nicht vom Werner waren. Aber er kam ja nicht mehr in den Krug ohne die Frau, da konnte man es ihm ja nicht stecken. Natürlich hatte er die Alte und ihren Galan sofort aus dem Haus befördert, und die drei Kinder zu seinen Eltern gebracht. Dann hatte er die Geschichten gehört, die man ihm vorher nicht sagen konnte. Als dann seine Frau die Kinder wieder wollte, dazu Unterhalt, liess der Werner einen Vaterschaftstest mache. Naja, jetzt wusste er wenigstens, dass der Älteste von ihm war. Schließlich war er auch bereit gewesen der Alten sein Haus zur Miete zu überlassen, damit sein Sohn mit den beiden Anderen groß werden konnte. Das verlief ja jetzt alles zufriedenstellend. Aber um ihn, den Werner, musste man sich schon Sorgen machen. Nicht, dass er sich ausweinte, oder, dass daß er eine der Frauen mitgebracht hätte, mit denen man ihn hin und wieder in der Stadt sah. Hierher zum Ratswirt mitgebracht hätte. Wenn man der Quelle aller Informationen über die Bewohner, sozusagen dem Dorf-Blättchen glauben konnte, die die Nachbarin vom Werner war, hatte er auch keine in sein Häuschen mitgebracht.

So richtig wusste keiner, was da lief. Aber einig waren sich die Zecher in einer Sache: es sah nicht gut aus für den Werner. Der musste etwas Neues haben- nicht nur eine nette Frau, nein, was seinen Kopf forderte, irgendetwas das ihn beschäftigte. Die Männer am Stammtisch und an der Theke nickten. „ Also, wenn ich das höre“, flüsterte Freddie seiner Schwester zu, „ dann würde ich am liebsten meine Ehe annullieren.“ Seine Schwester sah ihn strafend an: "Das kann ja heiter werden: noch keine 12 Stunden verheiratet und schon will er flüchten- ich werde Lenke berichten, wenn ich etwas bemerken sollte. Also, vergiss das Ganze- außerdem ist Lenke zwar auch klein und zierlich mit blauen Augen und blonden Haaren, aber sie ist doch nicht das, was man eine sexy Biene nennt. Deren Anziehungskraft besteht aus der Kombination: intellektuellen Eigenschaften und gutes Aussehen. Nicht nur auf einem wackelnden Po im Supermini.“ Der junge Mann schwieg einen Moment, schien zu überlegen, dann flüsterte er seiner Schwester zu: "Also, wenn ich‘s genau bedenke, wirkt Lenke auf mich auch mit wackelndem Po unterm Mini.“ „Knallkopf“ sagte sie und gab ihm derweilen eine Kopfnuss.

In diesem Moment kam ein hochgewachsener Mann herein, mit steinernem Gesichtsausdruck, aber wütend funkelnden Augen. Er setzte sich an einen Fenster-Tisch gleich neben der Eingangstür, gab dem Wirt ein Zeichen. Der zapfte gerade ein Bier. Stellte den Krug auf den Tresen. „Das übliche, Jonathan?“, fragte er. Der Mann nickte nur. Einer der Männer an den Tresen sah den Wirt an, streckte die Hand nach dem Bierkrug aus. Der Wirt nickte, der Mann nahm den Humpen, trug ihn zu dem Hageren an den Tisch, sagte etwas zu ihm, ging dann zurück an den Tresen. Der Mann goss das Bier in sich hinein, „Noch eines“, rief er dem Wirt zu. Viermal wiederholte sich diese Prozedur, der Hagere hatte nur eines im Sinn: Sich abzufüllen. Beim fünften Bier servierte der Wirt selbst. Mit fast väterlicher Stimme, sprach er den Kunden an.“ Jonny…“ kaum hatte den Namen gesagt, als der Mann am Tisch aufbrauste:“ Ich hab dir schon hundert Mal gesagt, nenn mich nicht Jonny, es hat sich aus gejonniet- ich heisse Jonathan.“ „ Ich weiß, Jon—athan, nur vergess ich das immer.“

Helma und ihr Bruder sahen sich an, dann unterhielten sie sich leise. Tuschelnd spekulierten sie, wer oder was der Mann wohl war. Sie waren sich einig- er war entschieden düster. Sein Gesichtsausdruck war grimmig. Dazu die schwarze Lederjacke, dunkelgraues Shirt, schwarzes Haar nach hinten gekämmt. Gelglänzende schwarze Haare, platt gedrückt. Aber man sah, dass er eigentlich Locken hatte. Genau in der Mitte hatte er die große Tolle auf seinen Kopf gedrückt, dass er aussah als hätte er Hörner, und im Nacken kräuselten sich die Haare. Sein grimmiger Gesichtsausdruck war wie versteinert. Eine Veränderung der versteinerten Miene brachte ein gelegentlicher wutentbrannter Rundblick, der häufig an Helma und Freddie hängen blieb. „Dem fehlt nur noch ein Spitzbart“, bemerkte Freddie. Helma verstand sofort was ihr Bruder meinte. Sie war sich mit ihm einig, dieser Mann sah aus wie Luzifers Zwillingsbruder.

Dann hatte das Warten ein Ende. Zwei ihrer Freunde kamen herein. "Gefunden“, jubelte der Eine. Der Andere nahm sein Handy ans Ohr, er sagte knapp:"Show zu Ende. Wir haben sie!“ Die Freunde bestellten jeder eine Cola. Freddie bezahlte, dann verließen Sie die Kneipe, verfolgt vom Blick des Düsteren. Helma selbst überlegte den ganzen Weg zurück zur Hochzeitsfeier, ob dieser düstere Mann vielleicht der Werner war, von dem die Dörfler gesprochen hatten „Wäre er das, könnte ich seine Düsternis verstehen", überlegte sie. Dann kamen sie zurück zur Hochzeitsfeier, und der Düstere war aus ihren Gedanken verschwunden.

Gott sei Dank, endlich die Ausfahrt dachte sie, während sie angestrengt durch die Scheiben starrte. Die Scheibenwischer kamen gegen den Wolkenbruch fast nicht an, aber sie hatte versprochen vor Einbruch der Nacht bei ihrem Bruder zu sein. "Bei solch einem Schweinewetter 150 km auf einen Rutsch ohne Pause, " dachte sie, während sie angestrengt versuchte durch den Sturzbach der über die Autoscheibe floss etwas zu erkennen." Was tut man nicht alles für die lieben Verwandten“, überlegte sie. Sie setzte den Blinker fuhr auf der Ausfahrt hinaus. „Noch 12 km, dann ist der Stress vorbei- ein nettes Gespräch beim Abendbrot, dann ins Bett, schlafen, kurz um 3:00 aufstehen, winken und weiterschlafen bis mindestens 7. Doch schon an der zweiten Ampel der Schnellstraße wurden ihre Gedanken durch eine herbe Enttäuschung zunichte gemacht. Rotweiß gestreifte Schilder sperrten die Straße ab, "ÜBERFLUTUNG der Bundesstraße" stand auf einem grossen, mit roten Blinklichtern umsäumten Schild, Umleitung nach M. ist ausgeschildert. Sie fluchte laut in ihr leeres Auto hinein. Dann lachte sie, dachte dabei: „Mam hätte sich über mich entsetzt, wenn sie das gehört hätte. Paps hätte seine Ohrhörer aufgesetzt und seine Lieblingsband CCR angehört, Opa hätte den Raum verlassen. Frankie (der Eine ihrer älteren Brüder der noch zu Hause wohnte) hätte sie streng angesehen. Nur Andi und Floh (ihre jüngeren Brüder) hätten gegrinst." Sie zockelte im Stau auf der Landstrasse entlang. 20km zeigte ein Schild als Limit für die erste Ortsdurchfahrt an. Es kam noch schlimmer: Im Stopp-and-Go- Gezockle ging es durch den Ort. ¾ Stunden benötigte sie für die 2km Ortsdurchfahrt. „Man könnte meinen, sämtlich Bewohner von diesem Kaff waren eben noch mal einkaufen, „ bemerkte sie ungnädig in ihr leeres Auto hinein. Wieder fuhr sie auf der Landstrasse zum nächsten Ort. Hier konnte man immerhin mit 20 durchfahren, denn die Geschäfte hatten jetzt geschlossen. Gerade als sie wieder auf die Landstrasse kam machte sich ihr Handy bemerkbar. Ihr Bruder fragte, wo sie bleibe, teilte mit, dass er jetzt ins Bett ginge. Erst als er wieder aufgelegt hatte wurde ihr der Grund für den Anruf klar. Ihr großer Bruder hatte ihr gerade mitgeteilt, dass sie möglichst leise in sein Haus gehen solle und sich hinlegen, damit er und seine Frau um 3:oo ausgeschlafen waren. Jetzt knurrte auch noch ihr Magen sie an, teilte ihr mit, dass er seit gut 10 Stunden keine Arbeit hatte. Sie wusste, er war bereit sich mit Magenschmerzen zu rächen. Der nächste Ort hieß Steinhaus. Hier hatte sie einmal mit ihrem Bruder in einer Gaststätte gesessen und darauf gewartet, dass einer ihrer Freunde sie finden würde. Damals, als ihr großer Bruder Lenke geheiratet hatte- Lenke, die verschiedene Traditionen ablehnte, und der die vereinten Geschwister ihres Ehemannes gemeinsam ein Schnippchen geschlagen hatten.

Zum Glück gab es die Gaststätte noch. Sie parkte auf dem RathausParkplatz, diese Mal ganz vorne. Das Gasthaus war fast leer, nur ein Mann stand an den Tresen, ganz vorne beim Zapfhahn. So um die Mitte dreißig, schätzte sie nach einem schnellen Blick und gut aussehendend so auf die paar Meter im Halbdunkel gesehen. Sie nahm Platz auf einem der Barhocker an einem der halbrund geschwungenen, wie eine Bar ausgebauten Seitenflügeln. Sie sah sich nicht um, nahm eilig die überschaubare Speisekarte zur Hand. Das Rauchschinkenbrot wurde angepriesen als Brot von einem Landbäcker gebacken, der Schinken vom ortsansässigen Bauern selbst geschlachtet und geraucht. Sie bestellte das Brot mit einer extra Portion Gürkchen, dazu ein Glas Wasser. Der Wirt sah sie sonderbar an, brachte ihr schließlich ein Glas Wasser aus dem Wasserhahn. Der junge Mann, der am Tresen gestanden hatte, prostete ihr zu, dann winkte er den Wirt zu sich. Die lebhaft aber leise geführte Diskussion der beiden brachte das Ergebnis, dass der Wirt ein Glas mit Rotwein vor sie hinstellte. „Von dem Herrn da drüben“ sagte er kurz. Sie hob das Glas, prostete dem Spender zu, nippte ein wenig, um dann fertig zu essen. Kaum hatte sie das Besteck abgelegt, als der junge Mann von seinem Stehplatz am Tresen zu ihr kam, fragte, ob es sie störe, wenn er neben ihr Platz nähme. Schon als er noch am Tresen gestanden hatte, hatte sie festgestellt, dass er ein großer breitschultriger Mann war, mit einer auch sonst tadellosen, durchtrainierten Figur. Aber sein Gesicht hatte sie nicht sehen können, es lag im Schatten, dazu war es von dem Lampenschirm verdeckt gewesen. Jetzt war dies Gesicht von einer Lampe angestrahlt. Schwarze, wildlockige Haare umrahmten ein männlich -kantiges Gesicht mit einem gepflegten Oberlippenbärtchen.“ WWOOOW, was für ein gutaussehender Mann, „ fuhr es ihr durch den Kopf, während sie mit der Hand ein Zeichen machte, und ihr Mund sagte:“Ich kann sie schlecht davon abhalten, sich auf einen freien Platz zu setzen.“ „Diplomatisch“, dachte er“, nur nichts zu schnell aufgeben oder sich selbstvergeben. Schon gar nicht ihre Position.“ Sie plauderten miteinander. „Sie trinken nichts von dem Wein?“ stellte er mit seiner tiefen Bass-Stimme fest, eine Stimme, die ihr bis ins Mark ging, die man sicher nicht so schnell vergaß. „Ist er nicht ihr Geschmack?“ „Nein“, lächelte sie etwas verlegen“, dass ich nicht davon trinke hat einen anderen Grund: Ich muss morgen früh um 3:00 Uhr eine Vertretungs-Stelle einnehmen- für 3 Wochen. Eine verantwortungsvolle Stelle. Da kann ich nicht mit, selbst der geringsten Menge, Restalkohol erscheinen. Generell schmeckt ja dieser Landwein aus dem französischen Jura zu einem Rauchschinken wirklich gut.“ „Sie kennt sich in Weinen aus“, dachte er „Schade“, offen erklärte er seine Enttäuschung. „Ich hatte gehofft, sie überreden zu können, dass wir heute Abend zusammen um die Häuser ziehen!“ „Also, heute bestimmt nicht- ich werde sonst als Leiche enden, wenn ich nicht bald zum Schlafen komme, damit ich um drei Uhr fit bin. Aber, was nicht ist kann ja noch werden, hat Omama immer gesagt. Ich werde drei Wochen meiner Arbeit nachgehen, danach ziehe ich gerne mit Ihnen „um die Häuser.“ „Abgemacht, „ er reichte ihr die Hand“, in genau 3 Wochen, am 17. abends um 9:00 hier ein Gläschen. Dann ziehen wir um die Häuser.“ Er nahm einen Schluck aus einem Cola Glas. „Aber etwas interessiert mich wirklich- in welcher Branche fängt man früh um drei einen neuen Job an?“ Jetzt lächelte sie ihn an, „Das ist nur der angenehmere Teil des Jobs, ich muss in dem Wohnhaus des Chefs wohnen - es steht etwas abseits. Einsam gelegen. Man muss ja nicht den Begehrlichkeiten mancher schräger Typen auch noch entgegenkommen. Der Chef mit Familie will um 3:00 in der Früh mit dem Wohnmobil los fahren.“ Er sah ihr ins Gesicht. „Was ist dann der unangenehmere Teil?“ „In der Firma des Mannes die koordinierende Leitung übernehmen.“ drückte sie sich vorsichtig aus. „Was heissen soll, ich werde nichts sagen, das jemandem mitteilt, was die Firma tut“, dachte er. „Das hört sich ja nicht sehr spezialisiert, aber sehr nach Verantwortung an.“ warf er hin. „Naja, jede Vertretung bringt eine Verantwortung mit sich.“ Sie sah auf ihre Uhr-„Liebe Güte, es ist ja schon elf.“ Sie sammelte ihre Tasche ein, bezahlte ihr Essen, stand auf. „Also, dann bis in drei Wochen“ sagte er zu ihr. „Also, dann bis in drei Wochen, „ antwortete sie, gab ihm die Hand, verließ dann den Gastraum. Der Mann nahm sein Glas, ging zuerst an eines der Fenster, von dem aus man den gegenüberliegenden Parkplatz überblicken konnte. Er sah eine Weile aus dem Fenster kehrte danach zurück an die Theke. „Du hast Dich mit ihr verabredet?“ fragte der Wirt. Der Gutaussehende nickte.“ Na, endlich.“ man hörte aus der Stimme des Wirtes Erleichterung. „Was heißt, ‚na endlich‘, ich habe bisher nicht als Mönch gelebt.“ „Aber keine hierher gebracht“ antwortete der Wirt. Während des Sprechens schien ihm eine Idee zu kommen.“ Du kennst sie?“ fragte der Wirt weiter. Der Mann schüttelte den Kopf. "Kennen ist zu viel gesagt. Ich habe sie schon gesehen, und dachte damals, „Was für eine Frau“- die möchte ich kennen lernen. Sie sah so gediegen aus, stellt genau den Typ dar, von dem man weiss, sie ist treu, zuverlässig-- eben genau das Gegenteil von…." Er hielt inne: "Aber sie war mit einem Anderen da. Ich habe gehofft, dass ich sie mal zufälligerweise sehe. --- Das einzige, was ich gerade vor etwa einem halben Jahr gesehen habe, war der Mann mit einer anderen Frau, eng umschlungen.“ Wieder trank er einen Schluck Cola." Wie kommst Du darauf, dass ich sie kenne?" fragte er. "Ach,"der Ratswirt zögerte ein wenig," für mich sah es einfach so aus, als wäret ihr vertraut miteinander, als würdet ihr auf der selben Wellenlänge laufen." aber der Gutaussehende war mit seinen Gedanken abwesend. "Jetzt weiss ich auch, warum sie nirgends zu sehen war.“ Gedankenverloren hatte er den letzten Satz eher zu sich selbst gesagt, so, dass der Ratswirt es für besser hielt, nicht auf diesen Satz einzugehen. "Auf jeden Fall freu ich mich, dass Du hier bei MIR diese Frau angesprochen hast. Wie Du gesagt hast, die wirkt wirklich sehr solide. Ich hab nämlich schon gedacht, Du hättest dein Interesse an Frauen ihrer Art verloren. “, schloss der Wirt das Gespräch mit einem Augenzwinkern ab.

Drei Wochen waren vergangen. 3 Wochen in denen Helma die kleine, aufstrebende Firma ihres Bruders Freddie führte. Ebenso kümmerte sie sich um das Haus und den Garten. Die Firma war eine Zweigstelle der Firma ihres Vaters. Sie lief schon recht erfolgreich, deshalb war man auf Helma, die in der Firma ihres Vaters in ihrer Freizeit als Zusatzkraft arbeitete, als Notdienstvertreterin gekommen. Helmas Bruder und seine Frau benötigten wirklich unbedingt einen Erholungsurlaub. Vor einem Jahr hatten sie Drillinge bekommen. Es lag in der Natur der Sache: diese beanspruchten ihre jungen Eltern in besonders hohem Maße. Schließlich hatten die Familien der Großeltern zusammen mit den jungen Eltern ein Konzept entwickelt, welches allen gerecht wurde. Zuerst einmal sollten die jungen Eltern sich in einem Kurort im Süden erholen. Die Eltern der Schwägerin sollten mitgefahren, um das junge Paar zu entlasten. Helma hielt in der Firma eine Art Notdienst aufrecht , bewohnte das ein wenig abseits liegende schmucke Häuschen der beiden, um eventuellen Begehrlichkeiten eines Diebes vorzubeugen. Jetzt war ihr Brudermit seiner Familie gerade wieder zurück gekommen: Gut gelaunt, braungebrannt- aber, man sah ihnen an, dass sie müde waren. „Legt Euch hin, ich muss morgen sowieso recht früh weg-Karie ist krank und der Chef sagt, ich soll für ihn einspringen.“ Die beiden ließen sich das nicht zweimal sagen. Helma selbst entschloss sich an diesen letzten Abend in einem guten Restaurant zu Essen, als ihr wieder das Rendezvous einfiel. Sie war gespannt, ob der „ WOOW -Mann“ sich an diese Verabredung hielt. Kurz vor 9:00 Uhr war es, als sie in die recht gut besetzte Gaststätte kam. Es war halb zehn, als sie ihr Getränk bezahlte, denn der junge Mann war noch nicht aufgetaucht. Sie hasste Unpünktlichkeit, dachte nicht im Traum daran länger zu warten. Sie ging zu ihrem Wagen, öffnete die Tür, wollte einsteigen, als sich eine schwere, große Männerhand auf ihre Schulter legte. Fast automatisch fasste sie nach der Hand, zog diese in einem vielfachgeübten Griff über ihre Schulter wobei sie ihren Körper zur Seite bog, dass das Gewicht des Angreifers sie nicht mit umreißen konnte. „Alle -Wetter“, vom Boden her drang die markante Bass Stimme an ihr Ohr“, da kann ich ja froh sein, dass ich dich nicht ernsthaft angegriffen habe- dir wollte ich nicht im dunkeln auf die Zehen treten. Was bist Du von Beruf? Bodyguard?„" Sie überlegte einen Moment. "Nein, Bodyguard kann man das nicht nennen“, antwortete sie“, es ist schon ein bisschen etwas anderes.“ „Aha, und was ist es?“ fragte er im Aufstehen, er schien jedoch keine Antwort zu erwarten, denn er sprach sogleich weiter „Tut mir leid, dass ich so spät komme, ich hatte auswärts zu arbeiten, und bin vom Verkehr aufgehalten worden.“ Während er sich entschuldigte war sie in ihr Auto eingestiegen. Sie gab ihm keine Antwort, sondern liess den Motor an, gab ihm ein Zeichen einzusteigen. Als er auf dem Beifahrersitz saß, drehte sie den Zündschlüssel, der Motor begann zu schnurren. "Wo wollen wir hinfahren?“ fragte sie ihn. Er sah an sich herunter-„…mit dieser Kleidung höchstens in die Stehbierhalle im alten Bahnhof. Aber, da ich sowieso kein Auto dabei habe, mach ich Dir einen anderen Vorschlag, Du fährst mich schnell noch zu mir nach Hause, ich mach mich frisch, zieh mich um. Dann können wir die Gegend unsicher machen." Sie sah ihn einen Moment an, durchdringend und prüfend, als wüsste sie seine Gedanken zu lesen. Dann nickte sie.

Der ursprüngliche Ort war nicht groß. Wie in vielen solcher Orte gab es einen alten Ortskern mit zwei, drei Seitenstraßen die, gesäumt von den alten Häusern, in ein Neubauviertel führten.“ Da wohne ich“, er zeigte auf das letzte der Fachwerkhäuser in einer der Seitenstraßen. Sie hielt direkt vor dem Haus an, drehte den Zündschlüssel, lehnte sich dann in ihren Sitz zurück. Er stieg aus, steckte dann wieder den Kopf herein, fragte: „Willst du nicht drinnen warten, bis ich fertig bin.“ Wieder sah sie ihn an, diesmal etwas länger. „Ich möchte wirklich gerne essen gehen“ antwortete sie. Jetzt war es an ihm sie anzustarren. „Wir fahren spätestens in 20 Minuten- ich werde kurz unter die Dusche gehen und mich dann anziehen.“ Noch immer starrte sie ihn an „Großes Indianerehrenwort.“ sagte er, hob die Hand wie zum Schwur. Sie warf den Kopf zurück und lachte, „Hough!“ antwortete sie, zog den Schlüssel ab, ging hinter ihm her, vorbei am Zaun durch eine Eingangstür in das kleine extra Häuschen rechts von dem Eingangstor. Er hielt Wort. Keine 20 Minuten später saßen sie wieder im Auto. Er war der Lotse-von den Hauptverkehrsstraßen ließ er sie abbiegen, wies sie durch kleine Seitenstraßen. In Rekordzeit durchquerten sie die Stadt.

Das Ortsschild hatten sie hinter sich gelassen, fuhren auf einem geteerten Weg zwischen Weinbergen, die auf der einen Seite einen Hügel hinaufkrochen, sowie Tabak und Maisfeldern auf der anderen Seite „Wollten wir nicht in der Stadt essen gehen“ fragte sie. „Natürlich, wir fahren noch immer durch die Stadt, in einen anderen Stadtteil." Sie überquerten die Gleise, fuhren parallel zu diesen, als eine Tankstelle vor Ihnen auftauchte- offenbar eine ehemalige Tankstelle mit Reparaturwerkstatt. Äußerlich war sie nicht verändert, aber man hörte schon vor dem Einparken laute Musik. „Guut“, erklärte er zufrieden.“ Noch Konservenmusik, also noch keine Musiker anwesend. Vielleicht können wir mit dem Essen fertig sein, bevor das Orchester kommt.“ Ohne große Umbauten hatte man aus der Tankstelle mit Reparaturwerkstatt ein Lokal gemacht. Die Hebebühne war funktionstüchtig, man konnte sie hochheben und ablassen, der ideale Platz für einen Discjockey.

Das Restaurant war der ehemalige Kassenraum, in dem ehemaligen Warenlagerraum war die Küche." Gute Idee," lobte sie, "ohne viele Umstände eine andere Funktion der Räume." "Verstehst Du etwas davon?" fragte er. "Nicht wirklich, aber dass das eine gute Idee war, daraus ein Tanzcafé zu machen kann man ja auch als Laie erkennen." Einige Personen saßen an den Esstischen. Was sie auf ihren Teller hatten, sprach für eine gute Küche. Keine auffällige Küche, kein Schnellimbiss, keine aufgeblähte Hautcuisine-Imitation, sondern gutes Essen, das dem Chef Ehre machte. Es zeigte sich, dass ihr Begleiter den Zeitablauf in dem Lokal gut zu kennen schien.

Kurz nachdem die Teller abgeräumt waren, kam eine kleine drei-Mann Band an die Hebebühne. Sie bauten ihre Instrumente auf der Plexiglasfläche auf, die auf den Hebearmen befestigt war. Dann ließen sie sich gerade so hoch heben, dass es aussah als würde jeder der Musiker mit seinem Instrument frei auf dem Lichtstrahl der am Boden befestigten Scheinwerfer schweben. Sie kündigten Country Musik an, was von den inzwischen angekommenen Besuchern mit Johlen und Klatschen beantwortet wurde. So begeistert das Publikum geklatscht hatte, so begeistert tanzten sie auch. Auch Helma und ihr Begleiter tanzten. "Du kannst gut tanzen, " lobte er in der ersten Tanzpause." Das Kompliment kannst Du meinen Brüdern machen", antwortete sie." Ich liege zwar im Alter genau zwischen den älteren und jüngeren- aber wenn es eine neue Tanzrichtung gab, haben die beiden Grossen es mit mir ausprobiert, bis sie perfekt waren, und später haben es die kleineren von mir gelernt. Es ist einfach auf diese Musik zu tanzen, sagten die beiden grossen immer zu mir, und genau so habe ich es den beiden Kleinen weitergegeben." Sie tanzten, standen in der kurzen Tanzpause an der Bar, tanzten wieder.

Sie, die kontrolliert Vernünftige im Umgang mit neuen männlichen Bekanntschaften, besonders bei dem ersten Rendezvous, hatte die Zeit vergessen. Bis ihr Blick auf ihre Armbanduhr fiel. „Du liebe Güte, ich muss nach Hause, es ist schon 3 Uhr. Um 5 heute Mittag beginnt mein Dienst, und ich muss ausgeschlafen haben.“ „Gut“ nickte er, „fahren wir.“ „Soll ich fahren?“ fragte er, „ich kenne mich besser aus hier.“ Sie nickte nur, setzte sich auf den Beifahrersitz, summte die Melodie des letzten Tanzes vor sich hin.

Ein lautes Hupen drang an ihr Ohr zog mit dem überholenden Auto auf der Fahrerseite am ihrem Fahrzeug vorbei. Sie erwachte von diesem penetrant lauten, vorbeiziehenden Hupen, nicht langsam, sondern abrupt. „Oh, wir sind noch auf der Autobahn, tut mir leid, dass ich weggenickt bin. Wo sind wir denn? „ „Kurz hinter K.“ antwortete er. Jetzt saß sie hellwach- kerzengerade in ihrem Sitz:“Du machst wohl Witze?! - Da wären wir ja schon 1 Stunde unterwegs.“ Sogar noch ein bisschen länger! Wenn Du nicht aufgewacht wärest, ich hätte Dich wecken müssen, ich weiss ja nicht, wo Du genau wohnst.“ Jetzt starrte sie ihn an, ohne sich klar zu sein, wie sie darauf reagieren sollte, dass er einfach zu ihrem Heimatort zu fahren schien. Und wo willst Du hin, hier in H?“ „Na ich dachte, wir gehen zu Dir- wo Du heut Abend um 5:00 Uhr wieder arbeiten musst, wäre es zu umständlich gewesen zu mir zu gehen. Man weiss ja nie wie der Verkehr ist, und auf einer langen Strecke ist vor allem die Verkehrslage extrem unsicher. Außerdem gibt es da noch ‚nen wichtigen Grund: Zeitdruck ist nie gut, wenn man sich gerade erst kennen gelernt hat.“ stellte er fest. Sie ließ ihren Kopf auf die Kopflehne fallen, schloss die Augen wieder. „ Ich hatte schon befürchtet Du würdest sagen: Außerdem wohne ich noch bei meinen Eltern, oder Außerdem bin ich verheiratet oder sonst etwas unangenehmes. Wer sagt denn, dass ich mit zu Dir gekommen wäre?“ „SIEHST DU, das ist ein weiterer Grund, du wärest nicht mit zu mir gekommen, ich hätte also in Deinem Auto sitzen bleiben müssen, um Dir klar zu machen, dass ich mit zu Dir komme. Das hätte nur Unmengen an Zeit gekostet: Du hättest zu mir gesagt, dass Du nicht zu mir mitgehst, weil Du arbeiten gehen musst, ich hätte gesagt, dann gehe ich mit zu Dir, du hättest mir dann verschiedene Gründe genannt warum das nicht geht, aber ich wäre nicht ausgestiegen. Also hätte die Diskussion wieder von vorne angefangen. Ich finde das wäre Zeitverschwendung gewesen- außerdem wollte ich dich nicht aufwecken. Schließlich brauchst Du ja Schlaf, wenn Du heute Abend arbeiten gehen musst.“ Sie wusste nicht ob sie lachen oder schreien sollte. „Wie rücksichtsvoll“, sie sprach mit noch immer geschlossenen Augen.“ Aber eins muss man dir lassen, du sagst wenigstens ehrlich worauf du hinauswolltest. Aber ich bin gewohnt, dass man mich mit entscheiden lässt.“ „Du hättest ja irgendetwas sagen können. Außerdem finde ich, es ist egal ob man beim ersten oder beim fünften Rendezvous miteinander schläft.“ Mit noch immer geschlossenen Augen fragte sie:“ Woher willst Du wissen, dass es weitere Rendezvous gegeben hätte.“ „Ich weiss, dass Du nicht der Typ bist, der sich auf den ersten Eindruck verlässt, Du willst es genau wissen, was ist!“ Sie hörte den Blinker ticken, öffnete die Augen ein wenig, und sah, dass er in eine Raststätte einbog. „Was machen wir hier?“ fragte sie. „Etwas zum Frühstück holen, das spare Zeit—habe ich schon festgestellt.“ „Brauche ich nicht- meine Mama wohnt im selben Haus, wenn auch nicht in derselben Wohnung. Aber sie hat mit Sicherheit meinen Kühlschrank aufgefüllt, als hätte ich 6 Kinder.“ Er ließ das Lenkrad los und lachte. „Hey, halt das Lenkrad fest- sonst müssen wir uns keine Gedanken wegen des Frühstücks machen“ warnte sie. „‘Tschuldigung, ich konnte nicht anders- vielleicht fährst Du jetzt besser.“ Sie hielten auf dem Parkplatz vor der Raststätte, wechselten die Plätze. Sie fuhr mit dem Auto einmal um das Gebäude herum, drehte auf dem grossen Parkplatz hinter dem flachen Gebäude des Raststätten- Restaurants. Sie führte ihr Auto in die entgegengesetzte Richtung auf die Einfahrt der Tankstelle zu. Weiter ging es auf einem Pfad hinter der Tankstelle vorbei an Abfallbehältern und Flaschenboxen. Unerwartet bremste sie scharf, bugsierte ihr Auto zwischen 2 Containern hindurch, überquerte einen etwas breiteren Grasstreifen. Sie kamen auf ein schmales aber geteertes Sträßchen, kamen vorbei an dem Hotel der Autobahnraststätte auf eine geteerte Straße, fuhren vorbei an dem Gebäude der Autobahnpolizei. Sie wartete an einer Ausweichstelle, bis das entgegenkommende Fahrzeug sie passiert hatte, fuhr dann vorbei an einem Friedhof in einen Wald, wo es steil bergan ging. „Ich hoffe, Du willst mich nicht hier im Wald aussetzen.“ fragte er. „I wo, aber das ist kein schlechter Gedanke für ein anderes Mal. Das ist ein Schleichweg, der uns eine gute Stunde Fahrtzeit erspart.“ Schweigsam fuhren sie noch eine kleine Strecke. Sie kamen auf einem Wendeplatz heraus, fuhren noch an ein paar ziemlich klein erscheinenden Häusern vorbei.

An dem letzten Haus vor der Kurve hielt sie an. „Wir sind da“, sagte sie einfach.“ Bitte aussteigen- der Anschlusszug fährt erst morgen Nachmittag zurück nach S.- Ich, „fügte sie im normalen Ton hinzu, „ werde jetzt unter die Dusche gehen, dann noch etwas trinken, dann gehe ich ins Bett.“ „Ein ausgezeichneter Plan“, erwiderte er“, genau das Gleiche werde ich auch tun.“ Sie waren durch einen kleinen kurzen Gang in einen großzügigen Wohnraum gekommen, von dem aus, parallel zum Gang, durch eine Vollglastüre eine Küche zu sehen war. An der Wand gegenüber von der Eingangstür waren zwei weitere Türen angebracht, beide nebeneinander an der Stelle, an der Küchenwand und eine Längswand kreuzten. Sie deutete auf die beiden Türen. „Links 2 Toiletten, eine Dusche, eine Badewanne, rechts Schlafzimmer. Ich hol uns was zu trinken. Leider hab ich kein Bier, nur Rotwein, Wasser, Cola und O-saft. Wenn Du etwas zu essen willst. Im Kühlschrank steht was." Er ging mit in die Küche, an den Kühlschrank .Ein Papier knisterte. In der einen Hand einen Teller, nett angerichtet mit belegten halben Brötchen, Gürkchen und Tomaten, in der anderen einen Zettel den er ihr auf dem Weg zur Couch übergab.“ Dein Bruder hat um 3:00 angerufen, ob Du gut angekommen bist. Da du noch nicht da bist, habe ich noch ein zweites Frühstück in den Schrank gestellt- Du weißt ja, ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.“ Ganz als wäre er hier zu Hause, hatte er sich mit einem Glas Cola und seinem Teller ins Wohnzimmer gesetzt. Was meint sie mit „Hoffnung nicht aufgegeben“ fragte er zwischen zwei Bissen, als sie im Bademantel aus dem Schlafzimmer kam, die Hand schon an der Badezimmertüre.

„Naja, „ sagte sie- „ich gehe eben Mal duschen, dann erkläre ich es Dir.“ So schnell wie er neben ihr war, hatte sie selten jemanden gesehen. „W i r gehen duschen, „ erklärte er kategorisch, hielt ihr die Türe auf, ging dann hinter ihr her in den Raum der vollständig mit weißen Kacheln gefliest war. Selbst Waschbecken, und Wanne waren eingearbeitet und gefliest. Sie legte ihren Bademantel ab, auf eine kleine Bank unter der sich eine Heizung befand, stieg dann die 2 Stufen hinab in die Wanne in der rechts und links von der Ecke je ein beweglicher Duschkopf angebracht war. Sie stellte sich genau in die Mitte zwischen die beiden Duschen, drückte rechts und links auf die Mischknöpfe, schloss die Augen hob ihre Arme dem rieselnden Wasser entgegen. Noch bevor sie die Beimischung von Duschcreme zuschalten konnte, spürte sie wie seine Hände über ihren Rücken liefen, über die Hüften nach vorne wanderten, um sie so umzudrehen. Er war mehr als einen Kopf grösser als sie, beugte sich zu ihr herunter und küsste sie, während das Wasser unentwegt über ihren Rücken rann.“ Eine schöne Frau soll man nie alleine lassen. Schon gar nicht alleine in ihr Schlafzimmer lassen, es könnte sonst sein, dass man ein unvergessliches Erlebnis verpasst.“ zitierte er. Damit hob er sie hoch, trug sie vorsichtig über die Stufen nach oben, in das Wohnzimmer auf die Couch. Er beugte sich zu ihr herab, küsste sie, alldieweil er sich vorsichtig neben sie legte. Während er neben ihr lag, spielten seine Hände virtuos auf ihrem Körper, bald waren sie an den Oberarmen, streiften die Brüste. Während er mit seinen Lippen vorsichtig die Brüste berührte, sie mit seiner Zunge anreizte, dass sie blutgefüllt anschwollen, fuhr er mit den Händen die Köperlinien entlang, verweilte auf dem Venushügel, nur um kurz darauf mit seiner Hand die Vagina zu bedecken. Erneut liefen die Hände über den Venushügel hinauf zu den Brüsten, wo diese die prall angeschwollenen braunen Hügelchen zwischen die Finger nahmen, sie vorsichtig drehten. Seine Hand lief jetzt nicht mehr nur leicht über die Haut: wie ein Klaviervirtuose spielte er mit seinen Fingern an den empfindsamen Stellen, spielte er, bis eine Welle des Zitterns über ihre Haut lief. Dies Schütteln ihres Körpers drängte sie näher an ihn heran, aus ihrem Mund kam ein verlangendes Stöhnen herausgefallen, das er sofort mit einem Kuss auffing. Zuletzt lief seine Hand nicht mehr den Köper hinauf. Seine Lippen nur noch an ihren Brüsten, bereitete seine Hand den Winkel unter dem Venushügel vor, dass die Klitoris sich in der braunrotfleischigen Vagina hervor wölbte. Breitete die Vagina soweit, dass diese sich schließlich spreizte, die vollen Schamlippen öffnete, um empfangsbereit zitternd den prall angefüllten Penis des Mannes aufzunehmen, der sie geduldig in diese leidenschaftliche Bereitschaft gebracht hatte. Bei all dem spürte sie, er nahm sie nicht einfach, sondern er gab ihr all seine Leidenschaft, die er auf sie übertragen hatte, bis sie bereit war ihre eigene Leidenschaft hinzugeben. Sie fühlte ein nicht enden wollendes, unter die Haut gehendes Wohlbefinden, das mehr war, als alles was sie bisher gefühlt hatte- mehr als jeder Orgasmus. Ein Wohlbefinden das über sie geschwappt war, sie gefangen hielt, erst langsam abebbte, als er sie schon in seinem Arm hielt, fast atemlos von dem soeben Erlebten. Eine atemlose Frauenstimme sprach in dem Zimmer- „Was war das eben?“ eine nicht weniger atemlose Männerstimme antwortete:“Das habe ich mich eben auch gefragt, es war ein Erdbeben.“ Er stützte sich auf einen Arm auf, lehnte sich über sie, küsste sie wieder. Es lag keine Forderung in diesem Kuss, allenfalls eine Bitte seine volle Hingabe aufzunehmen. Eine wohlige- freudige Zufriedenheit breitete sich in ihr aus. Sein Arm hielt sie, und sie wollte, dass es so bliebe. So lag sie- eine Weile, von der sie nicht wussten, wie lange sie gedauert hatte, von der sie beide wünschten, dass diese Zufriedenheit nie enden sollte. Ein Schnarren irgendeines Gerätes störte ihre Zweisamkeit. „Liebe Güte, das ist meine Mutter, wenn ich nicht rangehe, kommt sie herauf!“ Sie stürzte ins Schlafzimmer, „Ja, Mama, wir haben gerade noch geschlafen. (Pause) Mit anderen Worten, du würdest entschieden stören. (Pause) Ja, Mama, ich werde fragen. (Pause) Natürlich übernehme ich den Kurs von Karie heute Abend, deshalb bin ich doch früher gekommen. (Pause) Wenn wir ausgeschlafen haben, melden wir uns.“ Er war inzwischen aufgestanden und saß neben ihr auf dem Bett. Sie schüttelte sich. „Puuh, ich friere“. „Wir haben zwei Möglichkeiten das zu ändern: Wir ziehen uns an, oder wir legen uns unter diese breite Bettdecke, auf der wir sitzen.“ „Gibt noch eine dritte“, sagte sie:“ Wir rufen Mutti an und sagen ihr, dass wir den angebotenen heissen Tee gerne annehmen. „ „Also, ich bin für die zweite, „ erklärte er.“ Gut“, sagte sie, "wärme du mich unter der Bettdecke- ich muss sowieso ein wenig schlafen, um 18:00 muss ich fit sein, insgesamt bis 22Uhr Kurse führen.“ „Was für Kurse?“ fragte er. „Das siehst du dir am besten an, heute Abend. Wollen wir jetzt noch etwas schlafen?“ „ Eigentlich nicht, aber da du heute Abend arbeiten musst…“ Er liess den Rest des Satzes in der Luft hängen, zog sie an sich heran. Er küsste sie noch einmal, liess sie in seinem Arm einschlafen. Schon im Halbschlaf murmelte sie:“Das mit der Hoffnung nicht aufgeben bedeutet, dass ich noch nie einen Mann mit hierhergebracht habe“, dann war sie eingeschlafen. Als er sicher war, dass sie fest schlief, ging er in das Wohnzimmer, holte sich etwas zu lesen, setzte sich auf die Couch um sie nicht zu stören. Sie hörte nicht wie er aufstand, an das Bücherregal ging sich ein Buch herausholte. Sie hörte nicht, wie etwas später eine Türe ging, sie bemerkte nicht dass er sich anzog, wegging- sie schlief.

Sie erwachte. Noch halb schlafend drückte sie auf den Knopf ihres Weckers. „Guten Tag“ grüßt die Computerstimme", es ist 14Uhr und 4 Minuten. Wir haben Sonnenschein, und eine Temperatur von 24 Grad… Sie schaltete die Stimme aus, drehte sich um, sah, dass sie alleine war. Sie lief durch ihr Appartement, aber da gab es nichts, nicht einmal einen leeren Teller und ein Cola Glas, die darauf hingewiesen hätten, dass er hier gewesen war. Sie zuckte mit der Schulter. "Was solls, "dachte sie“, ein aufregender Mann, ein wunderbar-traumhafter Morgen - aber jetzt ist die Realität zurück.“ Sie suchte sich Kleidung aus ihrem Kleiderschrank“, ging in ihr Badezimmer, duschte sich, zog sich an. Ihre Kaffemaschine musste sie nur noch anschalten. „Bis der Kaffee durchgelaufen ist, mache ich das Schlafzimmer“, sagte sie zu sich selbst. Als das Bett wieder in Ordnung war, schaltete sie die Rollladenautomatik an, wartete bis der Rollladen oben eingerastet. Sie war auf dem Wege hinauszugehen, als ihr Telefon schnarrte. Das Display zeigte an, dass es ihre Mutter war. Sie hatte wenig Lust ihrer Mutter zu erklären, dass sie alleine war, aber das penetrante Klingeln hörte nicht auf. Seufzend hob sie den Hörer ab. „Helma, Liebling, bist Du wach? Etwas Unglaubliches ist geschehen, wirklich", die Stimme ihrer Mutter klang atemlos - aufgeregt", das glaubst Du nicht, wirklich nicht, Vater hat gesprochen. Jowe hat ihn gefragt, ob er DER Wallert wäre, der diese Hanganlagen entworfen hätte, Vater hat ihn einen Moment angesehen, dann hat er zu Jowe gesagt:' Was verstehen sie von dieser Hanganlage, junger Mann?' Wir alle waren platt. Wir haben ihn dann einfach Sprechen lassen. Vater hat Jowe gefragt, ob er der ist, der vor einem Jahr den Preis für seine Entwürfe zur Verwertung alter Firmengebäude bekommen hat." "Ist ja schon gut Mama. Ich habe schon verstanden dass Opa nach seinem Schlaganfall vor einem Jahr endlich angefangen hat etwas Verständliches zu sprechen. Aber wer oder was ist Jowe?“ „Aber…aber, „ stotterte ihre Mutter. Der Hörer wurde aufgelegt. Helma starrte das Telefon an, wollte gerade wieder aus dem Schlafzimmer gehen, als das Gerät wieder klingelte. Dieses Mal rief es aus dem Arbeitszimmer ihres Vaters an. „Ja“, sagte sie in den Hörer. „Hallo, Liebe“ klang die Bass -Stimme in ihr Ohr“, deine Mutter kam vorhin, wollte mit mir plaudern und lud mich zum Essen ein. Dabei entdeckte ich, dass ich in einem von den berühmten Wallert Häusern gelandet bin, dadurch habe ich mich etwas aufgehalten. Ich werde in 3 Minuten bei Dir sein.“ Im Wohnraum ließ sie sich auf die Couch fallen, „Mama“, seufzte sie-„immer aktiv, wenn sie etwas will“. Sie versuchte einen Gedanken zu fassen- was ihr nicht gelang, denn in ihrem Kopf schien eine Endlosschleife zu laufen: „Die Realität ist: er ist noch da.“ Noch bevor die drei Minuten zu Ende waren, schob sich der Teil des Bücherregals, der auf der Tür in das Treppenhaus befestigt war, im Halbkreis nach innen. Das gab den Blick auf einen Treppenabsatz frei, auf dem er stand- wenig romantisch einen Korb in der einen Hand, indem sich zwei Wärmetöpfchen befanden. „Ich soll von Deiner Mutter ausrichten, dass sie nicht wusste, was Du heute essen würdest.“ Er stellte den Korb auf den Boden, zog sie vom Stuhl hoch und küsste sie. „Schade, dass Du wach bist“, äußerte er, „ ich hatte es mir so schön vorgestellt dich aufzuwecken.“ „Oh, ich befinde mich sowieso gerade mitten in einem Traum, wenn es dir helfen würde könnte ich mich ja wieder hinlegen, auf mein Bett, und Du kannst versuchen mich zu wecken!“ Sie ging in ihr Schlafzimmer, ließ sich, beide Arme ausgebreitet rückwärts auf ihr Bett fallen, blieb so liegen. Er blieb in der Türe stehen. „Ich glaube ich träume auch- aber irgendetwas stimmt an diesem Traum nicht.“ Sie rollte herum auf den Bauch, stützte sich auf ihre Arme. „Was stimmt an mir nicht?“ fragte sie mit empörter Stimme.“ Ich hab nicht von Dir gesprochen, sondern von meinem Traum.“ Er entledigte sich seines T- Shirts, ging auf das Bett zu, legte sich neben sie, auf den Rücken. „Der stimmt im Moment noch nicht mit der Realität überein. Aber“, setzte er munter fort“, das bekommen wir schon hin.“ Er griff mit beiden Armen nach ihren Schultern, zog sie zu sich herab. Immer noch einen Arm um ihre Schulter, zog er ihren Kopf mit der anderen Hand herab und küsste sie. Während er sie küsste, schob er seinen Arm um ihre Schultern herum, dass er sie beide mit einer Bewegung so drehte, daß ihr Oberkörper unter seinem lag. „So, genau so fängt mein Traum an „, erklärte er mit halblauter Stimme.“ Soll ich Dir zeigen, wie er weitergeht?“ „ Ich weiss nicht, ob die Zeit dafür reicht! Schließlich muss ich in 2 Stunden top fit den Kurs führen.“ „Was heißt hier Zeit- die Leute können ja ¼ Stündchen warten.“ Mit diesem Satz übernahmen seine Hände eindeutig die Führung für die nächste Zeit. Er hielt sie in seinem Arm und küsste sie- er gab ihr und sich viel Zeit. Zum entblättern ihres Oberkörpers benötigte er nur eine Hand, während er sie mit dem anderen Arm noch immer hielt. Langsam glitten seine Hände von ihrem Nacken aus über ihren Rücken. Wie ein genialer Virtuose am Klavier, spielte eine seiner Hände nun auf ihrem Rücken, glitt nach oben und nach unten. Verweilte an verschiedenen Stellen, dass ihr Schauer um Schauer über den Rücken lief. Während dessen die andere Hand ihr Shirt nach oben streifte, schob er mit einem Streicheln die Jogginghose soweit nach unten, daß sie diese mit einer leichten Bewegung der Füße abstreifen konnte. Seine Lippen wanderten langsam über ihre Schulter nach unten, während er selbst sich seiner Kleider entledigte. Ihr Körper zitterte in dem Wunsch mehr und mehr von dieser Zärtlichkeit zu erhalten. Gleichzeitig hatte sie den Wunsch ihn zu berühren. Eine Hand streifte sein Haar, während sie ihre andere Hand zärtlich über seinen Rücken streichen ließ. Er war mit seinen Lippen an ihren Brüsten angekommen, berührte sanft mit seiner Zunge die Spitzen, die sofort zu kleinen Bergen anschwollen und sie fast zwangen, ihren Venushügel nach vorne zu schieben, um den Schamlippen die Möglichkeit zu geben, sich vorzubereiten. Seine Lippen liefen leicht und spielerisch über ihren Körper, bis zur Körpermitte, von wo aus das spielerisch über- ihren- Körper- Gleiten von seinen Händen übernommen wurde. Wieder war er mit seinen Lippen an ihren Brüsten, während die Hände sich schmeichelnd über den Venusberg hinweg schoben, die Klitoris in ihrer rotbraunprallen Vulva kurz umschmeichelte, damit diese mit den vollen Schamlippen aufblühte. Ihr Körper wollte diese Spannung nicht mehr ertragen, schüttelte sich leicht, hob das Becken an, das sich an seine Lenden drückte. Sein vor Erregung erigierter Penis drang durch diese Bewegung in sie ein. Sie öffnete sich ihm, in wildem Rhythmus immer wieder, immer stärker in sich selbst pulsierend und zuckend. Immer schneller kam sie ihm entgegen, immer tiefer drang er in sie ein, immer intensiver wurde ihr Stöhnen. Aber sie brachte keine zusammenhängenden Töne heraus. Nur ein gelegentlich entfliehender kleiner Schrei der Wollust, ein „Bleib,“ ein Stöhnen dem man die Lust anhörte. Ein lautkeuchendes Atmen endete schließlich in einem kurzen „Jetzt“ aus seinem Mund. Ein tief hineinstoßen des Penis in sie, das ihr Körper mit einem wilden Stakkato an kleinen Stößen beantwortete, wobei sich ihr Becken anhob, ihre Klitoris sich zwischen den Schamlippen hinaus wölbte, dennoch Platz liess, den, sich in kurzen Stößen zum Ende findenden, Penis völlig zu umschließen. Bis er ruhig auf ihr liegen blieb, um das wilde Zucken ihrer noch immer prallen, rotbraun-feucht glänzenden Vagina bis zum Ende des nicht enden wollenden Orgasmus auskosten zu können, der in einem wilden Aufbäumen ihres Körpers und einem Stöhnen schließlich doch endete. Schwer atmend lag sie da, er lag neben ihr, hielt sie mit seinen Armen umschlungen, als befürchte er, daß sie ihm entschlüpfen würde. Dennoch: Es war klar, so wollten sie ihr Eins-Sein genießen, diese absolute Harmonie der Einheit dieser vergangenen Minuten nachfühlen, auskosten. „Es kommt mir vor dass ich Dich seit tausend Jahren kenne“. Fast unhörbar hatte ihre Stimme geklungen „Ich kenne DICH“, sagte er plötzlich, „seit einer Ewigkeit kenne ich Dich, und ich glaube, ich habe auf Dich gewartet.“ Sie sagte nichts, schmiegte sich jedoch enger an ihn. Er presste sie nun stärker an sich. „Ich meine es ernst“, er küsste sie auf ihr Haar, ihre Stirn, „Ich meine es nicht esoterisch, nicht metaphorisch. Ich war an einem Punkt, ganz weit unten, ich hatte mich selbst verloren. Ich habe dich gesehen, konnte Dich beobachten, und stellte fest: solche Frauen gibt es auch noch. Ich wollte eine Frau wie Dich kennen lernen, aber ich wusste, dass ich mich erst wieder selbst finden musste. Es war nicht leicht. Dann habe ich die Frau gesucht, die so auf mich wirkt wie Du damals. Ich habe gesucht, gesucht und gesucht und doch nicht gefunden. Annähernd an Dich, ja, aber irgendwo fehlte etwas in meinem Inneren. Am Ende der Suche geschah es, das Unmögliche. Du kamst wieder zur Tür beim „Alten Ratswirt“ herein. Diesmal konnte ich Dich ansprechen. Wenn Du nicht wieder zur Verabredung nach 3 Wochen gekommen wärest- ich hätte Dich mit Hilfe Deiner Autonummer gesucht. Dann erst dieser Abend Gestern. Er hat mir gezeigt, Du bist genau so wie ich es dachte. Deshalb war ich so aufdringlich-ich hoffe, Du bereust es nicht.“ Sie hatte still in seinem Arm gelegen, sich nicht bewegt. Noch immer ihren Kopf an seiner Schulter fragte sie.“ Du hast eben gesagt ich bin wieder zur Tür hereingekommen- hast Du mich beim ersten Mal hereinkommen sehen?“ „ Nein“, antwortet er“, ich habe Dich hinausgehen sehen. Ich dachte, ‚ Was für eine Frau, aber leider schon vergeben‘. Aber ich wusste auch, wenn ich eine Frau wie Dich kennen lernen wollte, musste ich erst wieder der Alte werden.“ Wieder schwiegen sie eine kleine Weile. „Den Mann mit dem Du damals zusammen warst, ich habe ihn öfter gesehen, mit einer anderen Frau, zuletzt war sie schwanger. Seit ich bei Deinen Eltern war, weiss ich, er ist Dein Bruder. Aber damals dachte ich, ihr seid ein Paar. Ihr habt so harmonisch gewirkt, ihr habt Euch so offensichtlich gut verstanden. Ich dachte, ihr wäret als Brautpaar aus eurer eigenen Hochzeit abgehauen. Es war wie eine Erkenntnis. ‚Es gibt auch solche Frauen, die wirklich Kumpel sind‘, war mein Gedanke. Gleichzeitig war mir klar, dass ich mich für eine solche Frau nicht durchhängen lassen darf.“ Sie richtete sich auf, sah ihn an. „Jowe- das bist Du, Jonathan Werner.“ Sie liess sich zurücksinken. „ Fast richtig“, jetzt streifte er ihr Haar aus ihrem Gesicht, küsste sie leicht „Jowe stimmt, und Jonathan auch, aber ich heisse Wernigsmeier, allerdings nennt man mich im Dorf Werner.“ Sie lag ganz ruhig in seinem Arm „Du hast alleine am Tisch gesessen, damals, düster und finster hast Du ausgesehen- wie der Teufel. Ich weiss auch, warum- die Leute haben vorher über Dich gesprochen. Allerdings waren Freddie und ich uns nicht klar, dass Du das warst über den sie sprachen.“ Wieder lag sie still in seinem Arm, nur ihre Hand zeichnete Kreise auf seinen Brustkorb. „Ich bin froh, dass unser Verhalten Dir den Anstoß gegeben hat, wieder Du selbst zu sein.“ „Und ich erst“, antwortete er einfach.“ Aber ich habe bis heute nicht klar gesehen, warum das damals war. Was war da mit Entführung?“ Sie kicherte. „Das war mal wieder so eine Idee, wie sie nur in unserer Familie entstehen konnte. Meine Schwägerin, Lenke wollte nicht, dass wir ihren Brautschuh versteigern und nicht mitmachen wenn wir sie als Braut entführen- sie fand das albern. Da haben wir beschlossen, daß wir den Bräutigam entführen- es war ein großer Jux!“ Er lächelte, dann sprach er weiter „Das Wichtigste habe ich Dir noch nicht gesagt. Als ich wieder zurück war, in mir, in meiner eigenen Person. Alles abgeworfen hatte, was ich mir aufgezwungen hatte, um den Kindern eine gute Familie zu bieten- da fiel auch der Wunsch ab, mich zu betäuben. Als ich wieder auf den Füssen stand, habe ich Frauen wie dich gesucht- ich habe solche Frauen auch getroffen, aber es war nie das, was mich von den Füßen riss. Meist hatten wir irgendwann einmal Sex, aber da war kein Herzklopfen bis zum Hals, kein Wunsch sie im Arm zu halten. Es war einfach eine Pflichtübung, weil man sich lang genug kannte. Dann tauchst Du wieder beim Ratswirt auf. Ich habe Dich sofort wieder erkannt, nach 3 Jahren- ich hatte Sorge, ob du dich auf ein Gespräch einlassen würdest. Ob wir miteinander sprechen konnten, ich hatte sofort den Wunsch mit Dir auszugehen, Dich danach mit nach Hause zu nehmen, sofort und auf der Stelle. Dabei ging mir ein Licht auf. Du, deine Person und nicht irgendeine andere mit den gleichen Prämissen war das, was in mir damals den Wunsch ausgelöst hat, nicht mehr der zu sein, zu dem ich mutiert war. Ich hatte mich schlicht und einfach in Dich verguckt- schon vor 3 Jahren.“ Wieder streiften seine Lippen ihre Wangen, aber er schien auf etwas zu warten. „Drei Jahre? Da kann ich nicht mithalten. Von mir aus ist das mit dem Verliebst sein höchstens 10 Stunden, vorher war das…..“ sie schwieg. „ Was war das vorher“, fragte er.

In diesem Moment läutete das Telefon, ihre Mutter fragte: „Willst Du heute nicht mit uns Kaffee trinken, bevor du runter gehst.“ „Mama hat gerufen und ich muss jetzt zum Kaffeetrinken.- gehst Du mit runter?“ „Selbstverständlich, Liebe.“ Während des Anziehens fragte sie ihn. „Nicht, dass ich es nicht schön finde, aber warum sagst Du immer Liebe, nicht Liebling, mein Liebling, Schatz oder so etwas.“ „Das beantworte ich Dir, wenn Du sagst, was es vor dem Verliebt-Sein war.“ „Interesse? -würde das genügen?“ „Äußerst Unbefriedigend. Ich seh deinen Augen an, dass du etwas zu verbergen hast.“ „Hab ich nicht“, kam es wie aus einer Pistole geschossen. „Viel zu schnell geantwortet“, kommentierte er.“ Aber ich bin sicher ich erfahre das noch bevor ich Dich mit zu meinen Eltern nehme.“ „ Was bedeutet „Mit zu meinen Eltern nehme“- ich meine welchen Zeitpunkt meinst Du?“ „Das Gleiche wie bei Dir ‚ Hoffnung nicht aufgegeben‘- meine Eltern haben seit einigen Jahren keine Frau mehr bei mir gesehen- sie werden sich freuen Dich kennen zu lernen.“ „OH“, mehr sagte sie nicht. Sie ging zum Türen- Regal, griff nach einem der Bücher, das die Attrappe über dem Türknopf war. Sie öffnete die Türe, stand schon auf dem Podest des Treppenhauses, machte eine Kopfbewegung, die ihn herbeiwinkte. Er ging an ihr vorbei, wartete bis sie die Türe geschlossen hatte, nahm dann ihre Hand. Hand in Hand stiegen sie die Treppe hinunter. „Es begeistert mich schon wieder. Ein so durchdachtes Haus in Hanglage zu bauen, an dem selbst die Feuertreppe genutzt werden kann- genial.“ „ Besonders hier. Wir haben hier im Winter oft Schnee, dass wir fast nicht aus dem Haus kommen. Diese beiden Treppen, die eine außen von Terrasse zu Terrasse, die andere Innen als Feuertreppe. Soweit ich das beurteilen kann, ist das schon selten. Dennoch: Du wirst es nicht glauben, aber das Thema ist weitestgehend kein Thema bei uns,- da keiner von uns was mit Bauwesen zu tun hat, geschweige denn Architekt ist, ist auch keiner sauer.

„So“, sie zeigte auf eine blaufarbige Metalltüre“, wenn wir diese Pforte durchschreiten sehen wir das Allerheiligste der Familie Wallert- die „Gute Stube“ meiner Ur -Ur Großeltern. Für mich ist das ein Museum, aber vielleicht bekomme ich auch irgendwann einmal so ein Gefühl wie mein Opa, wenn ich diesen Raum sehe. „Sie betraten einen grossen Raum, In der Mitte des Raumes stand ein runder großer Tisch, gedeckt für 12 Personen um den Nachmittags- Kaffee zu trinken, umgeben von den typischen Stühlen der Chippendale- Epoche, zwei Schränke, die man zu dieser Zeit Kredenz nannte standen an den Seitenwänden. Auf der Fläche des einen standen ein Kuchen und eine Torte, die, wie Helma erklärte in Wirklichkeit aus Holz waren, aber absolut echt aussahen. Auf der Fläche des anderen eine große Kaffeekanne, daneben ein Ungetüm aus Kupfer. Es hatte die eine Form fast wie R2D2, der Roboter aus dem "Krieg der Sterne", mit einem Schneckenförmigen Ende. Dies 'Etwas' stand auf einem Sockel dem deutlich anzusehen war, dass es ein elektrischer Uralt- Kocher war. „Kaffeemaschine- alt, sehr alt, wurde schon 150 Mal repariert, seit ich denken kann. Aber sonderbarer Weise, will keiner aus unserer Familie auf dies Gerät verzichten. Ich auch nicht- es gehört zu dieser Stelle. Wenn Du die Wallert Anlage theoretisch kennst, weißt Du, daß dieses dritte Stockwerk der ursprüngliche Wallerthof war, und KEINER würde dies verändern. Lieber hat mein Opa diese Häuschen erfunden, anstatt das alte Haus abzureißen. Die Häuschen darunter und darüber sind sozusagen das Einweckglas, in dem das Haus konserviert ist.“ „ Hast du den Vergleich von deinem Großvater?“ lachte er. „Nein, und er sollte ihn auch möglichst nicht erfahren- ich glaube er wäre sauer- weil er sich immer bemüht hat uns diese Geschichte mit Stützen und anderen bautechnischen Begriffen genau zu erklären.“ „Ich werde schweigen wie ein Grab.“ Sie hatten die Tür geöffnet und waren in das Treppenhaus getreten, das sich durch eine Treppe auszeichnete, die mindestens so alt war wie die Möbel in der guten Stube. „ Wir dürfen nicht allzu spät zum Kaffee kommen, es kann hier passieren, dass die drei Männer den gesamten Kuchen aufgegessen haben. Also: Nicht aufhalten- das kannst Du alles später noch untersuchen, wenn wir uns den Bauch vollgeschlagen haben.“ Sie stiegen die Treppe hinauf in das zweite Stockwerk des alten Hauses. Gegenüber dem Treppen-Endes gab es eine alte Kassetten-Türe mit den üblichen zwei Kassetten. Sie traten durch diese ein, in einen Raum, den er am Vormittag so nicht gesehen hatte: Es war eine große Wohnküche in der geschickt die alten Möbel mit neuen kombiniert waren. Auch hier stand ein alter Tisch in der Mitte des Raumes. Aber dieser war entgegen der Guten Stube im Untergeschoss einfach gefertigt. 4 runde Pfosten als Tischbeine, ein Rahmen zum Auflegen der Tischplatte in Schiffsplanken ähnlicher Stärke, im Rahmen 2 Schubladen untergebracht. Auch die Stühle waren urig -robust, entsprechend dem Geschirr. Eine große, weiße Kaffeekanne mit roten Punkten hob sich von dem restlichen Kaffeegeschirr ab, das rot mit weißen Punkten war. Neben der Kaffeekanne stand ein Kuchen der Marke „Selbstgebacken“ auf dem Tisch. Sie waren die Ersten, aber kaum hatten sie sich gesetzt als aus den beiden Türen rechts und links die Familie hereinkam, so, als hätten sie hinter den Türen gelauscht, bis die beiden Ankömmlinge saßen. Das Kaffeetrinken verlief harmonisch, der interessierte Großvater unterhielt sich mit Jowe über sein Konzept der Nutzung verlassener, kleinerer Industriebauten, Der Vater unterhielt sich mit seiner Tochter darüber, wer heute zu den Kursen geladen war, die Mutter warf ab und zu ein Wort ein, und die kleinen Brüder alberten herum und feixten, wenn Jowe seine Hand auf Helmas Hand legte. „OH, weh, schon halb sechs“, meldete sich die Mutter plötzlich. „Hilfst Du mir noch schnell abräumen, Helma? Und ihr zwei geht mal durchs Haus und sammelt die Papierkörbe ein.“ wandte sie sich an die Söhne. Helma half abräumen, ging mit in die Koch- und Spülküche, wo die Frauen ein wenig plauderten. „Ich habe mit Freddie und Lenke gesprochen, sie waren sehr zufrieden mit deiner Arbeit. Als ich Lenke erzählte, daß Du, ganz entgegen Deiner sonstigen Gewohnheit wirklich und wahrhaftig einen Mann mit nach Hause gebracht hast, sagte die: ‚Also doch ein „WWOOOW“- Mann. Ich habe mir etwas Ähnliches gewünscht, mich aber auch schon gefragt, ob sie sich noch an die Verabredung erinnert.' “ Jowe war auf dem Weg zur Küche gewesen, als dieser Satz fiel. Er drehte sich um setzte sich wieder auf seinen Stuhl. Helmas Vater blinzelte ihm zu, ihr Großvater räusperte sich laut, sagte dann: „Gut, an was für einem Projekt arbeitest Du jetzt?“ Jowe schien einen Moment zu überlegen. „Arbeits- beziehungsweise Bautechnisch, oder Privat?“ fragte er. „Gibt es auch ein Privat-Bautechnisch?“ wollte Helmas Vater wissen. Diesmal überlegte Jowe nicht.“ Das hängt von Helma ab!“ Fast gleichzeitig sprachen Vater und Großvater. „ Das ist nun auch wieder gut.“ erklärte der Vater, „Genau so soll es sein!“ kam vom Großvater. Man hörte das Summen der Spülmaschine, die beiden Frauen kamen in den Raum zurück. „Avanti, avanti, „ scheuchte die Mutter Helma, „die ersten Leute werden schon warten.“ „Noch 5 Minuten Zeit „erklärte der Vater.“ Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige“, belehrte der Großvater, „das habe ich Dir aber schon erklärt, als Du noch im Kindergarten warst, Helmuth!“ „Wie gut, daß er jetzt über das Alter hinaus ist“, warf die Mutter ein- und ihr zwei geht jetzt besser in die Seminarräume." Sie standen schon in der Tür, wollten diese schließen „Halt, „ die Stimme des Großvaters war jetzt sehr bestimmend“, ich frage mich die ganze Zeit: Wie lange kennt ihr Euch eigentlich schon?“ „Helma lächelte verlegen.“ Ich“, antwortete Jowe bestimmt“, kenne Helma schon seit 3 Jahren- und gerade heute habe ich festgestellt, ich war vom ersten Moment an in sie verliebt.“ - Damit schloss er die Tür, und ließ die Familie mit ihren Spekulationen alleine. Es war 21:00, die Kursteilnehmer kamen in die sogenannte Cafeteria zur „Nachlese“, wie Helmas Vater diese letzte Stunde des abendlichen Kurses betitelt hatte. In der ersten Stunde hatten sie trainiert: Angriffe abwehren- zwei gegen zwei, zwei gegen 4. Helma korrigierte, zeigte wie es besser ging. Dann Einsatz eines Abwehrgerätes, Sprühen mit einem abwaschbaren Farbspray anstelle von Pfefferspray. Einsatz eines Knüppels, Abwehr verschiedener Gefahrenquellen z.b. Schlagwerkzeuge. Danach konnten die Leute duschen, anschließend wurden verschiedene Vorfälle analysiert. Die aus den Zeitungen, aus der eigenen Erfahrung. Nicht zuletzt die Situationen die hätten eskalieren können wurden eingehend analysiert, dann wurde eine bessere Strategie erarbeitet. Sie nannten es die 3 W-Fragen: Was wäre wenn? In der Nachlese sprach man über die Ereignisse der letzten 4 Wochen , wo man etwas verbessern könnte, wo man etwas kürzer treten könnte, wo ein häufigeres Auftreten angebracht wäre und so weiter. „ Erstaunlich, daß die Leute zu so was in ihrer Freizeit kommen. „ stellte Jowe fest, als sie wieder die Stufen zu Helmas Wohnung hochgehen. „ Ne, nicht, „ antwortete Helma“, nicht erstaunlich- wir bezahlen unseren Leuten die Fortbildung ,4 Stunden 1x im Monat. Das ist nötig, denn sie sind nicht nur gut ausgebildet, sondern auch im Training bei möglichen Standard- Situationen. Würden diese nicht trainiert, könnte es vorkommen, dass sie aus dem Gedächtnis verschwinden. Wenn sie überfallen werden, und diese Situationen nicht trainiert haben, kann sie das das Leben kosten. Zudem hätten wir dann einen fachkompetenten Mitarbeiter verloren." Er überlegte „Und was bewacht ihr?“ „Ungewöhnliche Objekte.“ „Und was ist das?“ Jetzt suchte ihr ein Beispiel überlegte aber nur kurz. „Stell Dir vor, Deine 90 jährige Mutter entschließt sich plötzlich ihr Elternhaus, ein Forsthaus am Ende eines Matschweges zu beziehen und bringt ihre Einrichtung aus dem 16. Jahrhundert mit, hat Schmuck für eine Million Euro im Nachttischchen und erzählt in der Stadt allen Bekannten wie wunderbar einsam das ist. Da säßen dann 2 Leute von uns herum, beobachteten die Umgebung, und wenn irgendwo irgendwas nicht in Ordnung ist, schalten sie Flutlicht an, sichten jede Ecke, bevor dann einer von den Wachen alles persönlich in Augenschein nimmt. Wenn dann etwas unklar ist, werden Einsatzkollegen gerufen.- Und jetzt bin ich müde!“

In Helmas Appartement war der Kühlschrank wieder aufgefüllt, so entschlossen sie sich erst mal zu duschen, dann zu essen-„ „Alles Weitere gibt sich von selbst, „ erklärte Jowe. Während des Essens unterhielten sie sich über den „Kurs“. „Kein Wunder, dass Du mich gestern Abend so durch die Gegend gewirbelt hast- aber haben die Leute denn so ein Training nötig?“ „Weiss ich nicht, „ Helma war ehrlich, „aber die Mitarbeiter erinnern sich dann einfacher an Stress-Situationen, die wir ja dann besprechen. Reden ist ungeheuer wichtig in diesem Zusammenhang: es passieren weniger Fehler.“ „ Ja, verstehe ich, daß man das nächste Mal alles bespricht ist das eine Muss. Aber hätten wir jetzt nicht etwas anderes vorgehabt?“ „Ich wüsste nicht was? Wenn man davon absieht, dass ich schlafen wollte.“ „Gut, geben wir deinem Wunsch nach- suchen wir das Bett auf.“ Sie sah ihm ins Gesicht. „Das Funkeln in deinen Augen will mir gar nicht gefallen.“ „Und warum Nicht?“ fragte er im harmlosen Ton“ Es hat etwas von dem Spinne- Fliege Satz.“ „Stirnrunzelnd sah er sie an.“ Kennst du den Satz nicht? " Fragte sie“ Treten sie ein, sagte die Spinne zur Fliege, ich habe sie zu meinem Abendessen erwartet.“ "Oh“, er war aufgestanden hatte sie hochgehoben, trug sie ins Schlafzimmer, "ich habe mir das als Nachspeise aufgehoben.“

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