Читать книгу: «Unsere 6 Dimensionale Welt»

(1) Die sechsdimensionale Welt – eine allegorische Darstellung.
Rechts: der physikalische Raum; die Zeit verläuft von unten nach oben, links: der imaginäre Raum der Ideen. Menschen (z. B. Plato, da Vinci, Kopernikus, Newton, Planck, Lee und Yang) sehen und erkennen das Räumliche. Einstein blickt nach unten und erkennt die Zeit als Anteil der Welt; Heim sieht nach links; er erkennt die 5. und 6. Dimension als zur Welt gehörend. In der Ideenwelt befinden sich geistige (janusköpfige) Wesen, die besonders mit altägyptischen Priestern die dreidimensionale Welt beeinflussten.
Bildnachweis: gemalt von Illobrand v. Ludwiger: „Die 6-dimensionale Welt“

© Verlag KOMPLETT-MEDIA GmbH
2012, München/Grünwald
www.der-wissens-verlag.de
ISBN: 978-3-8312-0390-1
Lektorat: Alvo von Alvensleben, Freiburg
Veronika Mayer, München
Design Cover: Heike Collip, Pfronten
Satz: Pinsker Druck und Medien, Mainburg
Dieses Werk sowie alle darin enthaltenen einzelnen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Verlages. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.
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Illobrand von Ludwiger
UNSERE 6 DIMENSIONALE WELT
WISSENSCHAFTSVERSTÄNDNIS VON MAGIE, MYSTIK UND ALCHEMIE
Inhaltsverzeichnis
I. Magie als Herausforderung der Wissenschaft
1. Wissenschaft und die unverstandenen psycho-physischen Wechselwirkungen, demonstriert am Fall Uri Geller
2. Das magische Weltbild in vorindustriellen Gesellschaften
3. Wie Schamanen, Medien und Magier ihr Wissen begründen
4. Magische Bewirkungen durch Fernsuggestionen
5. Belege für die Wirkungen echter Magie
6. Angeborene, erworbene und von Transpersonen verliehene magische Fähigkeiten
(1) Magier, die mit ihrer Gabe geboren werden
(2) Magier, die ihre Fähigkeiten erlernt haben
(3) Magier, die von einer außerpersönlichen Instanz geleitet werden
7. Afrikanische und indische Magie
(1) Zauberpraktiken in Afrika
(2) Zauberei in Südamerika
(3) Magische Riten in Indien, Tibet und in der Mongolei
II. Systeme der Ritualmagie
1. Die abendländische Magie – Theorie und Praxis
2. Die jüdische Kabbala als Grundlage von Mystik und Magie
3. Die Magie des Abramelin von Worms
4. Das System der Henochischen Magie von Dr. John Dee
5. Große Magier (Levi, Crowley, Bardon)
III. Systeme der praktischen Magie
1. Die Sigillen-Magie nach Austin Osman Spare
2. Die Chaos-Magie von Pete Carroll
IV. Psychologische Wirkungsweise magischer Manipulationen
V. Magie als Möglichkeit 6-dimensionaler Wesen
1. Bewusstseinsmodelle (Leib-Seele-Problem)
2. Die Dimensionen der 6-dimensionalen Welt
3. Die Syntrometrie
4. Ideen-Komplexe – Aktivitäten (x5, x6) – als Ursache der „Vitalenergie“ (Prana, Od..)
(1) Definitionen geistiger Prozesse
(2) Definitionen in der Syntrometrie (der Synthese physikalischer und geistiger Vorgänge)
(3) Paranormales Geschehen in der 6-dimensionalen Syntrometrie
VI. Mystik
1. Christliche Mystik
2. Jüdische Mystik
3. Der Sufismus
4. Dao – die chinesische Mystik
5. Zen-Buddhismus
VII. Alchemie als Gegensatz zur Chemie
1. Belege für die Realität historischer Transmutationen
2. Das philosophische Weltbild der königlichen Kunst
3. Die Herstellung des „philosophischen Steins“
4. Deutung des alchemistischen Prozesses im 6-dimensionalen Weltbild
Literatur
Personenregister
Sachregister
I. Magie als Herausforderung der Wissenschaft
1. Wissenschaft und die unverstandenen psycho-physischen Wechselwirkungen, demonstriert am Fall Uri Geller
In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erschütterte ein junger Israeli, namens Uri Geller, die theoretischen Grundmauern der Wissenschaft als er behauptete, Gesetze der Physik allein durch seinen Willen aus den Angeln heben zu können, was er dann auch in vierzehn der renommiertesten wissenschaftlichen Instituten der Welt (beispielsweise im Stanford Research Institute, SRI) unter Beweis stellte. (Nature 1974) Wissenschaftler, die dies verfolgten, waren entsetzt. Im wissenschaftlichen Weltbild ist es ausgeschlossen, dass der menschliche Geist irgendeinen Einfluss auf physikalische Prozesse ausüben kann. Für die weltweit millionenfach bezeugten Beeinflussungen materieller Objekte durch den quirligen Entertainer, der nachgewiesenermaßen auch Gedanken anderer lesen konnte, gab es keine rationale Erklärung.
Glücklicherweise kamen der Wissenschaft in ihrer Notsituation Gralsritter der reinen Lehre zu Hilfe, professionelle Leute-Täuscher, wie der Bühnenzauberer James Randi, die einige dieser Phänomene als Tricks erklären konnten. Geller wurde sogar als „Betrüger“ diffamiert, weil er zu behaupten wagte, dass er bei seinen Vorstellungen keine der üblichen Bühnentricks verwende. Diese Freiheit zur Denunziation ist bei Skeptikern üblich. Man versucht, durch Rufmord am Verursacher, die Phänomene aus der Welt zu schaffen.
Andreas Hergovich, der die paranormal erzeugten und mit physikalischen Messapparaturen registrierten Phänomene als Glaubensprozesse in seinem Buch „Der Glaube an PSI – Die Psychologie paranormaler Überzeugungen“ (2001) erklären möchte – als wäre das Ablesen von Messinstrumenten eine Glaubenssache – nennt Geller gleich fünfmal einen Betrüger (Seiten 138, 140, 143, 148) und einmal einen Schwindler (Seite 139), freilich ohne auch nur ein einziges Mal eine Quelle für einen nachgewiesenen Betrug anzugeben!
Hergovich behauptet auch, dass Geller „alles versucht“ hätte, „um Skeptiker bzw. Zauberkünstler von seinen Darbietungen fernzuhalten“. Das ist aber nicht die Wahrheit, wie ein Blick in die Literatur zeigt. Immerhin haben mindestens acht Bühnenzauberer bzw. Straßenmagier, darunter drei Mitglieder der Society of American Magicians, zu Protokoll gegeben, dass Geller nicht mit normalen Tricks arbeitet. Die Angriffe und Unterstellungen kommen nur von Trickkünstlern, die Geller nicht persönlich getestet haben, sondern ihre Urteile „von weitem“ abgegeben haben.
Dass Geller den „Scharlatan, Lügner, Dieb und gemeinen Fälscher“ Randi (Randi über Randi), zitiert in Margolis (1998), S.191) nicht zu Tests eingeladen hat, ist nach allen den Beschimpfungen durch Mr. Zwinge (alias „Randi“) allzu verständlich. Randi wurde immer dann geholt, wenn Forschungsinstitute etwas zu merkwürdige Anomalien entdeckt hatten. So hat Randi 1988 „nachgewiesen“, dass die Wissenschaftler an einem Pariser Forschungsinstitut ihre Experimente (Davenas et al. 1988) „betrügerisch“ vorgenommen hätten (Maddox, Randi, Steward 1988). Jede Richtigstellung durch den Forschungsleiter Benveniste im Wissenschaftsmagazin Nature wurde vom Herausgeber Maddox untersagt. (Schiff 1997). Zum ersten Mal hatte ein professioneller Leutetäuscher eine Gruppe seriös arbeitender Wissenschaftler als Betrüger denunziert.
Der wissenschaftliche Mainstream duldete das, weil es gegen eine Entdeckung auf dem Gebiet der homöopathischen Vorgänge ging, die von vornherein als „unwissenschaftlich“ deklariert wurde und wird.
Auch die wissenschaftlichen Parapsychologen hat Geller verwirrt. Denn nach allen Erfahrungen gilt die Timmsche „Unwahrscheinlichkeitsregel“, nach welcher hohe stabile PSI-Leistungen der allgemeinen Erfahrung widersprechen und den Verdacht auf Betrug nahe legen (Timm 1981). Gellers paranormale Leistungen waren einfach zu gut, so gut, wie sie nur ein professioneller Bühnenzauberer hervorbringen kann!
Die meisten Wissenschaftler, die Geller in ihren Labors untersuchten, nahmen daher auch die Hilfe von Bühnenmagiern in Anspruch. Die Anwendung eines Tricks oder Betrug wurde Geller niemals nachgewiesen! Weil die Trickkünstler jedoch die meisten von Geller öffentlich zur Schau gestellten Darbietungen (Verbiegen von Gegenständen, Gedankenlesen, blindes Autofahren u.a.m.) mittels Tricks nachahmen können, wird behauptet (Kurtz 1985), so und nicht anders hätte es Geller ebenfalls angestellt, ohne dass man sich von der Richtigkeit dieser Annahme wirklich überzeugt hätte.
Daher findet man in der Literatur die Behauptung, Geller verwende Tricks, bei neun Bühnenmagiern, die Geller nur auf Videos gesehen, aber ihn nicht selbst überprüft haben: Eytan Ayalon aus Israel (Christopher 1975), James Randi, USA (Randi 1972/82), Roni Schachnaey, Israel (Puharich 1975), Guy Bavli, USA, und Ian Rowland und David Berglas, England (Margolis 1999), G. Majax, Paris und D. Marx & A. Kammann (Hergovich 2001) sowie Don Coolican, London (Christopher 1975).
Einzig Don Coolican, der den „Biegetrick“ Gellers öffentlich „entlarvte“, suchte Geller auf, um seine Theorie des Löffelbiegens mit Geller zu überprüfen. (Dazu musste Geller sich bis auf die Unterhose entkleiden, sich abduschen und an Körperöffnungen untersuchen lassen. Sodann sollte er die mitgebrachten Objekte mit Gedankenkraft physikalisch beeinflussen, was auch gelang). Unter diesen Bedingungen hätte das kein professioneller Trickkünstler zustande gebracht. Seither war Coolican von der Echtheit des „Geller-Effekts“ überzeugt, wie auch andere zunächst skeptische Zauberkünstler, die mit Geller experimentiert haben: Leo Leslie aus Dänemark, der Geller 16 mal testete, David Blain und Ben Robinson, USA (Margolis 1999), Artur Zorka, Abb Dickson und William E. Cox, USA (Panati 1976).
William Cox lernte ich anlässlich der Parascience Conference 1977 in London kennen, wo er uns berichtete, dass Geller Dinge zustande brachte, die nicht mit Tricks bewirkt werden können. Übrigens war Russell Targ, der Geller am Stanford Research Institute untersuchte, ebenfalls Amateurzauberer. Er wusste, worauf man bei den Experimenten zu achten hatte. Man sollte meinen, dass das Urteil der Zauberkünstler, die mit Geller persönlich experimentiert hatten, jeden überzeugen müsste, dass Geller keine Tricks anwendet. Doch weil zu viel auf dem Spiel steht, glaubt die Öffentlichkeit und der wissenschaftliche Mainstream eher den Zauberkünstlern, die Vermutungen äußern, als den Untersuchern, weil deren Behauptungen in das Weltbild passen.
In einer feindlichen Atmosphäre gelang Geller nichts Außergewöhnliches (beispielsweise bei Jonny Carson in einer NBC Tonight-Show 1975), was die Skeptiker vermuten ließ, dass die strengen Kontrollen Schuld daran waren, dass er „seine Tricks“ nicht ausspielen konnte. Die Parapsychologen, die wissen, dass paranormale Leistungen auch durch die Psyche der Teilnehmenden mit beeinflusst werden, sehen dies geradezu als eine Bestätigung von Gellers Gabe an.
Randi nutzte diese Kenntnis aus, um Geller 10.000 $ anzubieten, wenn er seine „angebliche“ Fähigkeit vor ihm demonstrieren würde, wohl wissend, dass seine Anwesenheit jeden paranormalen Effekt erstickt.
Dieses Missverständnis bei vielen Wissenschaftlern zieht sich durch die gesamte Geschichte der Parapsychologie: Skeptiker fordern strenge Kontrollen, unter denen erfahrungsgemäß gerade keine Phänomene produziert werden können. Es gibt ein Unschärfeprinzip, wonach das Produkt aus Phänomenstärke und Kontrollbedingung eine Konstante bilden. Der Wert diese Konstante richtet sich nach dem Grad des Wohlwollens aller Teilnehmer.
Uri Geller hatte niemals vor, sich in wissenschaftlichen Instituten untersuchen zu lassen. Er wollte, wie er sagte, nur Geld machen und berühmt werden. (Geller 1975) Ob man ihm seine paranormale Begabung glaubte oder nicht, spielte für ihn keine Rolle. Wissenschaftler beurteilen Gellers Verhalten allerdings anders. Prof. Taylor vom Kings College der Universität London, der ein begeisterter Verteidiger der Geller-Phänomene gewesen war (Taylor 1975), wurde einer seiner Feinde, weil er sich nicht nochmals in seinem Institut untersuchen lassen wollte. Gellers Verhalten wird verständlich, wenn man weiß, dass er sich im Jahre 1974 in 14 Instituten untersuchen ließ, die ihm seine Auslagen für Anreise und Unterkunft nicht immer bezahlten und ihre Untersuchungsergebnisse für sich behielten. Erst im Jahre 1976 wurden deren Untersuchungen in den „Geller Papers – Scientific Observations on the Paranormal Powers of Uri Geller“ (Panati 1976) veröffentlicht. Wie der Titel bereits erkennen lässt, bestätigt dieses Buch die paranormalen Fähigkeiten Gellers. Kaum jemand kümmert sich allerdings um die Meinung der Wissenschaftler. Wenn es um Anomalien in der Wissenschaft geht, glaubt man viel lieber den professionellen Täuschern als den Wissenschaftlern.
Um einmal vorzuführen, welche Institute Geller damals eingeladen hatten und durch wen er untersucht wurde, sollen sie kurz genannt werden (Panati 1976):
Stanford Research Institute (SRI), 8 Wochen 1973: Dr. H. Puthoff & Dr. R. Targ
Naval Surface Weapon Center, Silver Spring, Maryland; 1974: Dr. Eldon Byrd
Kent State University, Ohio, 1974: Dr. Wilbur Franklin
Lawrence Livermore Laboratory, California; 1974: Dr. Ronald S. Hawk
University of California, Los Angeles; 1974: Prof. Thelma Moss
Western Kentucky University, Bowling Green, 1974: Dr. Thomas P. Coohill
Birkbeck College, University of London, 1974: Prof. J. Hasted & Prof. D. Bohm
Kings College, University of London, 1975: Prof. John G. Taylor
Cambridge University; 1975: Dr. Ted Bastin
Institute for Parapsychology, Durham, NC; 1974: William E. Cox
Occult Investigators Committee, Atlanta GA; 1974: Artur Zorka
New Horizons Research Foundation, Toronto, Kanada; 1975: Dr. A.R.G. Owen
Institute of Noetic Sciences, Palo Alto, CA; 1974: Dr. B. O’Regan
South African Institute for Parapsychology, Johannesburg; 1974: Dr. E. A. Price
Inst. f. Grenzg. d. Psych. u. Psychohygiene, Freiburg, 1976: Prof. Hans Bender & Prof. Hans Betz


(2) Im Jahre 1973 wurde Uri Geller von mehreren Instituten (hier in den INSERM Telemetrie Laboratorien in Suresnes, Frankreich) mit allen zur Verfügung stehenden Kontrollinstrumenten getestet und verursachte auch dann noch paranormale Effekte. Kein professioneller Zauberkünstler kann unter solchen Bedingungen „Tricks“ zeigen, um den „Geller-Effekt“ nachzuahmen.
Bildnachweis: Margolis, J., 1998: Uri Geller – Magician or Mystic? S. 117; New York: Welcome Rain Publishers
Die lauten Vermutungen und Unterstellungen durch professionelle Zauberkünstler der Skeptiker-Vereinigung SCICOP über „Gellers Tricks“ konnten das physikalische Weltbild wieder etwas zurechtrücken. Das unter Mitwirkung großer Zeitschriften wie dem Time Magazine, in dem der Leser-Täuscher Leon Jarov das Buch von Randi „The Magic of Uri Geller“ (1974) vorstellte, als einen „vernichtenden Schlag gegen die Pseudowissenschaft Parapsychologie“ überhaupt. Jarov hatte zwar die Ergebnisse der Untersuchungen von Wissenschaftlern über den Wundermann nicht gelesen, war sich jedoch seiner Verantwortung gegenüber den Lesern bewusst, dem irrationalen Glauben einen Riegel vorschieben zu müssen. Denn dieser führe, so argumentierte er, zu Faschismus und Holocaust!
Martin Gardner, Berufszweifler und Mitglied der Skeptikervereinigung CSICOP, begründete die Ablehnung Gellers in „Scientific American“ folgendermaßen: „Der Glaube an den Okkultismus schafft ein Klima für Demagogen. Ich denke, genau das ist in Nazi-Deutschland passiert, bevor Hitler an die Macht kam.“ Und Stefan Kanfer pflichtete Gardner in der Märzausgabe 1974 der Time bei: „Das Stanford Research Institute (SRI) gehört zerbombt, denn es hat paranormale Forschungen angestellt. Genau so begann der Faschismus.“
Der Soziologe O‘Keefe meint: „Der Enthusiasmus der Wissenschaftler kühlte sich ab, als Behauptungen publik wurden, dass einige der involvierten Wissenschaftler auch Scientologen waren (Wilhelm 1976), und dass das Institut [gemeint ist das SRI] für seinen „this-gun-for-hire“-Think Tank bekannt ist, das „blackmoney“-Forschungsaufträge erhält.“
Ein einziger, Dr. Hal Puthoff, war tatsächlich eine kurze Zeit bei den Scientologen gewesen und wieder ausgetreten. Er ist als fähiger Physiker und Leiter des Institute for Advanced Studies in Austin, Texas, international bekannt. Am SRI wurden auch Experimente mit Remote Viewing durchgeführt, was nichts Ehrenrühriges ist. Die Arbeiten der anderen Institute erwähnt O‘Keefe mit keiner Silbe! Dies kennzeichnet die Vorgehensweise der Skeptiker recht deutlich.
Die Wissenschaftler am SRI halten Videofilme, welche einige unglaubliche Phänomene mit Geller bestätigen (Materialisation einer Stoppuhr), wohlweislich unter Verschluss, „um nicht vom Campus vertrieben zu werden“ (wie mir Hal Puthoff 1997 erklärte). Denn der Wissenschaft geht es nicht in erster Linie um Wahrheit, sondern um Gewissheit. Dazu gehört das theoretische Verständnis einer Sachlage. Diese ist natürlich bei paranormalen Fakten zurzeit nicht gegeben.
In der ersten Ausgabe der CSICOP-Zeitschrift The Skeptical Inquirer fragte sich dessen Herausgeber: „Sind wir im Begriff, von den wissenschaftlichen Grundvorstellungen der Rationalität, der leidenschaftslosen Untersuchung anhand der Beweismittel und seriöser Experimente abzurücken, die unsere moderne Zivilisation zu dem gemacht haben, was sie ist?“
Den SRI-Forschern wurde damit unseriöses Experimentieren unterstellt. Dabei wollten die Wissenschaftler im SRI zunächst nur die Fakten mit wissenschaftlichen Methoden feststellen, aber keinesfalls das Phänomen selbst gleich wissenschaftlich untersuchen. Dies ist nach dem Kanon der Wissenschaft auch gar nicht möglich. Wissenschaftliche Experimente mit Phänomenen müssen nicht nur wiederholbar, sondern auch objektivierbar sein, also von jedem Menschen gleich ausgeführt oder erzeugt werden können und gleiche Ergebnisse liefern.
Alle paranormalen Phänomene hängen aber von den Fähigkeiten eines Subjektes ab, was der Wissenschaftlichkeitsforderung widerspricht. Es gibt zwar auch eine Geisteswissenschaft. In ihr wird jedoch der physikalische Bereich nicht beeinflusst und Experimente werden sowieso nicht gemacht. Bei Phänomenen, die psychosomatisch oder paranormal sind, wo scheinbar Geist auf Materie einwirkt, wird der rein geisteswissenschaftliche Bereich verlassen.
Bei paranormalen Phänomenen kann es sich – sollten deren Fakten einwandfrei erwiesen sein – nur um „Kunst“ handeln und nicht um wissenschaftliche Fakten, so wie Produkte von Künstlern beispielsweise im optischen oder akustischen Bereich (Malerei, Musik) immer nur einen subjektiven Wert haben, obwohl sie im Physikalischen wirken.
Der „Geller-Effekt“ (Geller & Playfair 1986) ist inzwischen vergessen. Doch es ist zu erwarten (bzw. zu befürchten), dass demnächst ein „next Uri Geller“ auftaucht, der unsere rationale Weltvorstellung wiederum durcheinander würfeln wird! Tatsächlich gibt es heute viele Kinder überall in der Welt, die ebenfalls in der Lage sind, Metallstäbe – selbst hinter Glasscheiben (!) – allein durch ihren Willen zu verbiegen. Die Ergebnisse der Untersuchungen am Birkbeck College in London durch Prof. Hasted (1981) werden allerdings von der Presse nicht mehr wahr- oder ernstgenommen. Das paranormale Metallbiegen ist seither kein sehr seltenes Phänomen mehr. Aber es wird, wie bei PSI-Gegnern üblich, als Zaubertrick bezeichnet oder absichtlich übersehen.
Uri Geller hat übrigens mit paranormaler Gold- und Öl-Suche Millionen verdient und taucht gelegentlich in Fernseh-Shows mit albernen Darbietungen auf, um sein unstillbares Geltungsbedürfnis zu befriedigen. Er will tatsächlich nur einfach Geld machen und berühmt bleiben. Was die Wissenschaft und Trickkünstler von ihm halten, interessiert ihn nicht.
Inzwischen sind begabte echte Magier bekannt geworden, die weit wirkmächtigere Begabungen besitzen als Geller. Nur war Geller derjenige, der seine Fähigkeiten immer wieder öffentlich demonstriert hat. Kaum jemandem in Europa ist der Name Thomas Green Couthinho bekannt. Der 1946 geborene Brasilianer wurde unter streng kontrollierten Laborbedingungen vom Präsidenten der Parapsychologischen Vereinigung Brasiliens, Dr. Mario Machado und von dessen Frau, der Physikerin Dr. Gloria Machado, sowie dem Physiker Dr. Vaz Carvalho untersucht.
Couthinho kann nicht nur Metalle verbiegen, sondern er verwandelt die Materialien auch noch allein durch seinen Willen (beispielsweise einen Baumwollgürtel in einen metallischen). Er lässt Gegenstände schweben, lädt Batterien ohne Anschluss ans Stromnetz auf und lässt Gegenstände in Früchten verschwinden. Beispielsweise hat er unter Kontrollbedingungen eine Münze in einer Zitrone verschwinden lassen, ohne eine Öffnung des Eindringens zu hinterlassen, die dann auf natürlichem Weg von Institutsangehörigen wieder heraus geholt wurde. Er verwandelte eine Orangenschale in eine Münze, zwei Streichhölzer in Nägel und ein Stück Karotte in eine Olive. Dr. Carvalho bestätigt, dass er gesehen hätte, wie Couthinho eine gewöhnliche Münze in der Hand seiner Frau in eine Goldmünze verwandelt hatte usw. (Esotera 1979)
Der Sanitätskaufmann Claus Rahn aus Bremerhaven verbiegt und bewegt Gegenstände, ohne sie zu berühren. Allerdings sind seine Fähigkeiten nicht so zuverlässig abrufbar wie bei Geller. Rahn wurde 1976 vom Freiburger Institut für Parapsychologie und im physikalischen Institut der Universität München untersucht, worüber der Spiegel am 12.07.1976 positiv berichtete. Gegenstände hinter der Glaswand einer Vitrine begannen unter seiner gedanklichen Wirkung zu rotieren, Löffel hüpften vom Labortisch usw. Der professionelle Zauberkünstler Robert Mayr bestätigte schriftlich, dass er „bei der PK-Bewegung des Löffels keinerlei Täuschung und Betrug feststellen konnte“ und „das Treffen mit Rahn gibt mir keine Veranlassung, den Besitz seiner PK-Kräfte in Frage zu stellen.“ (Crevoisier 2012)
Es gibt keine Theorie, die Gellers oder Couthinhos Phänomene zulassen würde. Nach einem eisernen Grundsatz, der Einstein zugeschrieben wird, bestimmt die Theorie, was beobachtet werden kann. Dieser Grundsatz wäre vollkommen richtig, wenn wir bereits alle Phänomene beobachtet hätten, und wenn die Wissenschaft schon alles erklärt hätte, was allgemeines Wissen ist, beispielsweise Bewusstsein, Kugelblitze, runde Irrlichter – von paranormalen Erscheinungen ganz zu schweigen.
Für diese Beobachtungen gibt es jedoch keine Theorie; trotzdem existieren sie. Wissenschaft kann daher nicht für alles zuständig sein, was existiert. Für qualitative Belange im menschlichen Leben, Gefühle, Liebe, Hoffnung, will sie das auch gar nicht sein. Anders verhält es sich, wenn physikalische Wirkungen keine physikalische Ursache haben, sondern von der menschlichen Psyche auszugehen scheinen. Sollen Beobachtungen physikalischer Wirkungen, für die es keine physikalischen Ursachen zu geben scheint, und die scheinbar von der menschlichen Psyche ausgehen, verworfen werden, weil eine Theorie fehlt? Man sollte es wie Galilei halten, der alle Beobachtungen für wichtiger hielt als die sie erklärenden Theorien. Denn Fakten gehören zur Wirklichkeit, Theorien sichern nur deren Kausalitätszusammenhänge ab.
Wenn die zur Zeit noch unverstandenen Phänomene ernstgenommen werden, bedeutet das nicht, dass auch das magische Weltbild mit all seinem Aberglauben übernommen werden soll, sondern nur Berichte über Wirkungen als Ergebnis von magischen Handlungen, die als Fakten gesammelt eine Phänomenologie der Eigenschaften liefern, und uns zur Erweiterung des wissenschaftlichen Weltbildes zwingen könnten. Mit der pragmatischen Entwicklung der Phänomenologie wird versucht, die wesentlichen und unterliegenden Strukturen oder Konstituenten zu ermitteln, welche die Art der Erfahrungen charakterisieren.
Skeptiker unterstellen einem pragmatischen Wissenschaftler, der paranormale Phänomene vorurteilsfrei studiert, dass er auch gleich ein „magisches Weltbild“ vertreten würde (Zunse 1985). Sie schließen von sich auf andere, nämlich, dass sie keine anormalen Phänomene akzeptieren, weil sie in ihrem weltanschaulich gebundenen scientistischen Modell nicht vorkommen dürfen. Skeptiker sind theoriegeleitet, pragmatische Wissenschaftler Phänomen-orientiert.
Paranormale Phänomene, behauptet James McClenon, seien „Phänomene mit niedrigem ontologischen Status“, sie hätten eine relativ niedrige Realität. Außerdem würden sie einige der metaphysischen Fundamente der Wissenschaft verletzen (McClenon 1982). Na und? Die Entdeckung des Atomkernzerfalls hatte seinerzeit auch wissenschaftliche Fundamente ins Wanken gebracht. Nach McClenon sollte man solche Phänomene, nach guter alter Tradition menschlichen Verhaltens, einfach vergessen.
Neue physikalische Phänomene seien anders zu bewerten als neue paraphysikalische, meinen viele Wissenschaftler. Darin äußert sich eine metaphysische Angst, meint der Psychiater Stanislaw Grof:
Sie „beruht auf der Tatsache, dass solche Erfahrungen grundsätzliche Glaubenssätze über die Natur der Wirklichkeit in Frage stellen und untergraben. Wenn die Grundannahmen, die unser tägliches Handeln bestimmen, bedroht werden, ist es meist sehr viel leichter, die Existenz der Wahrnehmung zu leugnen, als dem zu vertrauen, was wir erlebt haben und es anzunehmen. Wenn wir uns also entscheiden müssen, ob wir eine neue Weltsicht annehmen oder unsere Ängste beschwichtigen wollen, wählen wir oft letzteres.“
(Grof & Bennett 1997)
Wir wollen versuchen, die wirklich auftretenden, nachweisbaren Prozesse in „abergläubischen Handlungen“ herauszufiltern, um nicht „das Kind mit dem Bade“ auszuschütten.
2. Das magische Weltbild in vorindustriellen Gesellschaften
Das magische Weltbild beherrschte die Vorstellungen der Menschen bis hinein ins Mittelalter und bestimmt noch heute die Religionen vieler Nationen in den Drittweltländern.
Seit der Mensch begann, sich über seine Umwelt Gedanken zu machen, versuchte er, die Naturgewalten mit seinem Schicksal durch Magie zu versöhnen. Über die magischen Vorstellung der alten Ägypter, Israeliten und Orientalen sowie der Griechen, Römer und Germanen haben die Enzyklopädisten Joseph Ennemoser 1844 und Karl Kiesewetter 1896 umfangreiche Bücher geschrieben (Ennemoser 1844/1966), (Kiesewetter 1896/1976). Wir wollen an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.
Von der vulgären Volksmagie, die in diesem magischen Weltbild ausgeübt wird, muss die hohe oder zeremonielle Magie unterschieden werden, die sehr wohl unabhängig vom magischen Weltbild ausgeübt wird, und mit der wir uns später einzig befassen werden.
Über die Volksmagie äußert sich der Ethnologe und Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie (WGFP) Klaus Müller wie folgt (Müller 1998/1999):
„Eine Kluft tut sich auf zwischen empiriegesättigter Rationalität und dem Sumpf von Dummgläubigkeit, Zauberwahn und ‚Dreckapotheke‘, der uns schaudern macht.“
Magie stellt ein phylogenetisches Relikt aus der Frühzeit der menschlichen Geistesgeschichte dar.
Als der Mensch die kausalen Zusammenhänge der Naturphänomene noch nicht begriff, bildete er diese durch „symbolische Verknüpfungen“ ab, was im krassen Gegensatz zur naturalistischen Weltsicht der Moderne steht, die von streng rationalen, kausallogischen Schlussfolgerungen geleitet wird.
Die Auffassung von der Reliktnatur und Rückständigkeit magischen Denkens (Lehmann 1908) wird von nahezu allen Wissenschaftlern geteilt.
„Magie erfüllt psychische und soziale Entlastungsfunktionen: In kritischen bedrohlichen Situationen entängstigt sie die Verzweifelten, täuscht ihnen die Lösungsmöglichkeit vor, stärkt so das Vertrauen in die eigene Kraft, stiftet Optimismus und Hoffnung. Der Wunsch ist dabei der Vater der Zuversicht.“
(Ahrend-Schulte & Hoffmann 1996)
Für Sigmund Freud ist das magische ein neurotisches Weltbild, ein neurotischer Spross des Mythos, was man an den magischen Texten der alten Hochkulturen, besonders der altägyptischen und griechisch-ägyptischen ablesen könne. „Für Wilde und Zwangsneurotiker ist nicht die Realität des Erlebens, sondern das Denken ausschlaggebend“, meinte er in „Totem und Tabu“ (Freud 1913/1974). Als Hauptquelle für seine Auffassung nennt er den Juristen James Georg Frazer (1854-1941), der beginnend im Jahre 1915 eine monumentale Studie über Magie und Religionen verschiedener Völker in unterschiedlichen Zeiten erarbeitet hat (Frazer 1915/1977).
Wie Freud so war auch Frazer der Ansicht, dass Religion das große Hindernis einer lückenlosen Wissenschaftlichkeit sei. Diese „Illusion“ wollten Frazer und Freud zerstören. In Frazers Augen sind jegliche magischen Handlungen unnütz und Dummheiten. Erfolgreiche Aktionen werden von Frazer nicht erwähnt geschweige denn diskutiert. Er schreibt:
„Jene negativen Regeln, welche wir Tabu nennen, sind genauso unnütz und wertlos, wie jene positiven, die wir Zauberei nennen. Beides sind nur entgegengesetzte Seiten oder Pole eines großen verhängnisvollen Irrtums, eine irrige Auffassung von der Ideenassoziation. Wenn wir dem gesamten falschen System den Namen Magie geben, und zwar theoretische als auch praktische Magie unterscheiden, so lässt sich das Tabu definieren als die negative Seite der praktischen Magie.“
(Frazer 1915, S. 26, Bd.I)
Magie sei die Ausgeburt einer „niedrigen Stufe von Geistesentwicklung“ aus der „Kinderstube der menschlichen Gesellschaft.“
Bronislav Malinowski meint allerdings, dass nur wenige von Frazers theoretischen Ergebnissen „so wie sie da stehen“, aufrechterhalten werden können. (Malinowski 1954)
Der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951) kritisiert Frazers Werk „Der goldene Zweig“ ebenfalls „...dass alle diese Gebräuche sozusagen als Dummheiten dargestellt werden“ und die „Anschauungen als Irrtümer erscheinen“, das werde nie eigentlich plausibel und bleibe unbefriedigend. Magisches Denken generell als Dummheit zu bezeichnen, wäre nicht unproblematisch, da jeder von uns gewisse irrationale Momente aufweise und wir somit alle zu „Patienten“ würden.
Magie sei der Boden normaler Vorstellungsbildung und Verhaltenssteuerung, von dem sich rationales Denken und Handeln eher schaumkronenförmig abhebt. Ihre Beständigkeit könnte ebenso gut neurologisch bedingt sein wie auf immer wieder bewährter Erfahrung beruhen. (Wittgenstein 1979)
Nach Claude Lévi-Strauss schließen sich Wissenschaft und Magie einander nicht aus. Sie ließen sich eher als zwei qualitativ verschiedenartige, einander jedoch stetig durchdringende „strategische Ebenen“ der Erkenntnis begreifen. Und sie seien mit gleichem Recht zeitgemäß. (Lévi-Strauss 1989)
Eine ontogenetische Parallele zum magischen Denken stellt das kindliche Denken dar. Der Philosoph Jean Gebser (1905-1973) zeigt, wie die Phylogenese des menschlichen Bewusstseins bei der Entwicklung eines jeden Menschen kurz wiederholt wird.
Aus einer archaischen Phase, in der das Kind sich noch völlig eins mit seiner Umgebung und mit seiner Mutter erlebt, entwickelt sich die magische Weltsicht. Das Kind bezieht jedes Ereignis in seiner Umgebung auf sich, empfindet alle Dinge als belebt und glaubt, dass sein Wollen sich unmittelbar erfüllt. Nach dieser Phase, mit rd. 5 Jahren, geht das Bewusstsein über in die mythische Phase. Die Dinge werden als völlig vom Ich getrennt erfahren. Das Kind glaubt sich von einer unsichtbaren Welt umgeben, in der Engel, Dämonen und märchenhafte Gestalten leben. Die Welt wird noch überwiegend als zweidimensional empfunden. Die perspektivische Sicht und das Bewusstsein für die dreidimensionale Räumlichkeit setzen erst mit dem rationalen Denken auf einer „mentalen“ intellektuellen Ebene ein, was sich jeweils in zeichnerischen Darstellungen der Umgebung erkennen lässt. Magisches Denken sei demnach als Stammesentwicklung der Psyche für den Menschen unvermeidlich. (Gebser 1953)
Der frühe Mensch erfand für Naturvorgänge Verursacher im Unsichtbaren, um allem Umweltgeschehen eine Bedeutung zuzuteilen. Er glaubte, dass er durch Anrufen unsichtbarer Kräfte, Ahnen und Götter die Geschicke seiner Stammesgesellschaft und sein eigenes Schicksal beeinflussen könne.
„Magie hat die Funktion, den Optimismus der Menschen zu ritualisieren und seinen Glauben an den Sieg der Hoffnung über die Furcht zu stärken.“
(Malinowski 1954)
Im magischen Denken existieren drei Grundkräfte: die Lebenskraft oder Vitalseele, die allen belebten Wesen (Pflanzen, Tieren Menschen) innewohnt, die Naturkräfte Feuer, Wasser, Wind und harte Materialien, sowie spirituelle Kräfte in Gestalt von „Freiseelen“ und Geistmächten. Freiseelen sind spirituelle Mächte, die sich kraft gedanklicher Konzentration vom Körper lösen können und (im Todesfall) lösen müssen. Lebens- und Naturkräfte können ineinander überführt werden (krafthaltige Materialien, Quellen oder besondere Orte können die Lebenskraft des Menschen stärken; Blut und Knochen werden als Düngemittel verwendet...)
Die Wirkungsweise magischen Handelns beruht auf folgenden Prinzipien:
1) Herstellen von Kausalitätsbeziehungen durch Verknüpfen von Ähnlichem oder Verwandtem, um eine möglichst nahtlose Kontinuität zu stiften. Frazer definiert „Kontaktmagie“:„Dinge die einmal in Berührung standen (etwa ein Kleidungsstück und der Mensch, der es trug), bleiben miteinander verbunden und wirken, auch wenn der Kontakt unterbrochen ist, über beliebige Distanzen hinweg aufeinander ein. Ähnliches bewirkt Ähnliches bzw. eine Wirkung ähnelt ihrer Ursache.“ (Frazer 1963)
2) Imitation und Annäherung durch Nachahmung des Verhaltens, der Gesten, der Sprache und der Namenswahl des „Vorbildes,“ um Ähnlichkeit und Verträglichkeit zu erzeugen. Frazer bezeichnet dies als „imaginative“ oder „Analogmagie“.
3) Auseinander- bzw. Fernhalten von Nicht-Zusammengehörigem (Distinktionsprinzip) (beispielsweise das Verbot der Heirat fremder Stammesangehöriger).
Die Annahme, dass Systeme Energie und Information allein aufgrund ihrer Ähnlichkeit oder Beziehung in Raum und Zeit austauschen könnten, widerspricht natürlich den Erkenntnissen der Wissenschaft. (Zunse & Jones 1989) Vielleicht sollte man besser sagen, der „heutigen“ Wissenschaft. Das entscheiden allein die physikalisch nachweisbaren Wirkungen.
Die Vielfalt der Wahrnehmungen wird reduziert durch die vereinfachte Darstellung einzelner prägnanter Eigenschaften eines Komplexes, um es anschaulicher und fassbarer erscheinen zu lassen (Fixierung durch Formalisierung als geometrische Zeichen, magische Redefiguren, Tänze...)
Magie wurde immer dann angewandt, wenn Ereignisse mit unsicherem Ausgang bevorstanden (Jagden, Vermählungen, Kriege...), um Ängste abzuwehren und den Erhalt sowie die Identität der Gruppe zu sichern.
Zur erfolgreichen Gestaltung der Riten, mussten besondere Voraussetzungen erfüllt werden. Der Schamane, Magier oder Medizinmann musste sich in einen „überalltäglichen“ Zustand versetzen, wie ihn Klaus Müller (1998/99) bezeichnet. Er musste fasten, sexuell enthaltsam sein und sich konzentriert auf das Vorhaben ausrichten. Die Vorbereitungen mussten an speziellen Orten erfolgen (in Höhlen, auf Kreuzwegen, bei Heiligtümern...) und wenn möglich, zu besonderen Zeiten vorgenommen werden (Mitternacht, Dämmerung, Neujahr...). Bei der Zeremonie wurden Mittel überalltäglicher Art verwendet (Blut, Körpersekrete, mineralische und tierische Substanzen und Hölzer mit eingeritzten bedeutsamen Zeichen...) Außerdem musste der Zauberer seinen Wunsch kundtun - durch Sprechen von Formeln, Pantomimen, Gestik, Tanz und Gesang.
Der magisch denkende Mensch war überzeugt, dass die übergewöhnliche Wirkkraft des magischen Handelns qualitative Veränderungsprozesse zur Folge hätte. Das wird wohl auch häufig der Fall gewesen sein, sonst hätte man das vergebliche Handeln bald eingestellt. (Beispielsweise Versuche, in kriegerischen Auseinandersetzungen feindliche Kämpfer allein durch Magie auszuschalten).
Was uns interessiert, ist das Hervorbringen von paranormalen Phänomenen durch magisches Handeln. Der Skeptiker Leonhard Zunse lehnt – wie alle seine Gefolgsleute - die Existenz paranormaler Phänomene ganz ab, mit folgender Begründung:
„Argumente und Gegenargumente über die Wiederholbarkeit von Experimenten, Betrug, die Natur des Dekline-Effekts, den Einfluss des Experimentators auf die experimentellen Ergebnisse und die Notwendigkeit für eine kongeniale Atmosphäre um Psi-Demonstrationen erfolgreich zu machen, sind viele Male wiederholt worden, ohne zu irgendeiner Lösung des Streitfalles geführt zu haben.“ (Zunse 1985)
Der Glaube daran, dass sich paranormale Prozesse tatsächlich ereignen, ist für Zunse krankhaft:
„Der psychopathologische Zustand kann den Denkprozess in einem Grade entstellen, wo Phantasie und damit magisches Denken kausales Denken ersetzt.“
Magie, Okkultismus, Spiritismus und Anomalistik werden gleichgesetzt, und jede weitere Beschäftigung damit abgelehnt. (Zunse & Jones 1989)
Klaus Müller erkennt dagegen in der rigorosen Verachtung magischen Denkens die Haltung eines Eurozentrismus:
„Wir haben die bislang höchste Stufe der Erkenntnis erklommen; neue Theorien sind empirisch wohlbeständig, sie bilden die Wirklichkeit zutreffend ab. Was davon abweicht oder ihm widerspricht, muss atavistisches Sperrgut aus den Tiefenschichten frühzeitlich magischen ‚prälogischen‘ Naturverständnisses sein, wie es heute daher nur mehr bei Wilden, Kindern, Ungebildeten und Geistesgestörten fortlebt, oder ist schlichtweg falsch, die Schattenfrucht des Irrationalismus.“ (Müller 1998/99)
3. Wie Schamanen, Medien und Magier ihr Wissen begründen
Die Menschen, die in Gesellschaften mit überwiegend magischem Denken leben, haben in der Regel keine eigenen Erlebnisse, die ihnen das Weltbild bestätigen. Sie glauben den wenigen exponierten Gestalten ihrer Gemeinschaft, welche besondere Kräfte zu haben scheinen, mit denen sie hexen und heilen können und die vorgeben, ihre Fähigkeiten von Fremdseelen oder „Freiseelen“ zu erhalten, also von unsichtbaren Wesen (Verstorbene, Geister oder Götter), die dem Schamanen oder Medizinmann paranormale Kräfte übertragen und Botschaften übermitteln.
Menschen, die keinerlei magische Handlungen vornehmen möchten, aber ebenfalls Botschaften von Unsichtbaren erhalten, werden, da sie zwischen den Unsichtbaren und den Menschen vermitteln, seit der Aufklärung in Europa als „Medien“ bezeichnet. In den USA hat sich die Bezeichnung „Channel“ durchgesetzt und „Channeling“ für die Übermittlung der bewusst gehörten oder im Trance-Zustand bei Bewusstlosigkeit empfangenen Ansprachen. David Siegel meint, dass Channeling eine Art Selbsthypnose sei:
„Die betreffenden Menschen befinden sich in einem hypnotisch veränderten Zustand, der ihnen aufgrund interner oder externer Störungen Zugriff auf Botschaften eines Transmitters oder Operateurs erlaubt, zu denen sie unter normalen mentalen Bedingungen nicht Zugriff hätten. Hypnotisch induzierte Halluzinationen können Dinge erzeugen, die Andere nicht sehen können, oder Dinge verschwinden lassen, die Andere sehen.“
(Siegel 1978)
Es ist nicht einfach festzustellen, wer die unsichtbare Quelle der Informationen ist. Die Meinungen gehen darüber weit auseinander und reichen von Geistesgestörtheit über aufsteigende Persönlichkeitsinhalte des Unterbewusstseins der Medien bis hin zu Fremdpsychen (Verstorbene, Dämonen, Engel, Götter, Außerirdische...). Zunächst soll untersucht werden, inwieweit die psychiatrische Interpretation das Channeling erklären kann.
Nach Auffassung der Psychiater handelt es sich bei Channels oder Medien definitionsgemäß um pathologische Personen.
Im Handbuch mentaler Abweichungen „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ DSM, das von der American Psychiatric Association in Washington herausgegeben wird, ist definiert, welche Eigenschaften eine Person aufweisen muss, um als nicht normal bezeichnet zu werden. (DSM 1986, 1994)
Wahnvorstellungen und Halluzinationen:
„Falscher Glaube, basierend auf unrichtiger Schlussfolgerung über die äußere Realität, der gegen das, was alle anderen glauben aufrechterhalten wird und gegen das, was sich unstrittig und offensichtlich als Gegenteil erwiesen hat.“
„Wahnvorstellung, kontrolliert zu werden und dass Gefühle, Impulse, Gedanken oder Aktionen erfahren werden als seien sie unter der Kontrolle einer externen Macht und nicht unter eigener Kontrolle.“
Nach Definition im DSM III (1986) wird jedoch eingeschränkt, „...dass dies nicht die Überzeugung einschließe, man handle als ein Agent Gottes.“
Dieser Widerspruch ist wohl einigen Psychiatern aufgefallen. Daher wurde – wie John Klimo feststellte - der Bezug auf Gott im DSM IV (1994) ausgelassen. Weiter wird im DSM IV definiert:
Größenwahn:
„Diese Haltung äußert sich in geistigem Selbstwertgefühl, Macht, sowie Kenntnis, Identität oder spezieller Beziehung zu einer Gottheit oder zu einer berühmten Person.“
„Überzeugung, dass man ein großes spezielles (aber von Anderen unbemerktes) Talent besitzt oder eine Einsicht oder eine große Entdeckung gemacht hätte... etwa mit einem religiösen Inhalt. Die Person glaubt, dass sie eine spezielle Botschaft von einer Gottheit bekäme.“
Halluzination:
„Sinneswahrnehmung, die den zwingenden Eindruck macht, von einer wirklichen Wahrnehmung zu stammen, die aber ohne eine äußere Stimulation des relevanten Sinnesorgans erscheint...dies schließt die Wahrnehmung von Schall – meistens Stimmen – ein.“
Schizophrenie:
„Bizarre Wahnvorstellungen, körperlicher, größenwahnsinniger, religiöser oder anderer Wahn; Gehörhalluzinationen, Störungen der Wahrnehmung, Gedankenverwirrung oder Sinnesstörungen des Selbst.“
„Schizophrene Individuen können eine Vielfalt von ungewöhnlichen oder sonderbaren Ansichten ausdrücken, die nicht von wahnhaften Ausmaßen sind (z.B. Ideen im Zusammenhang mit magischem Denken). Sie können auf ungewöhnlichen Wahrnehmungserfahrungen beruhen (z.B. Wahrnehmung der Anwesenheit einer unsichtbaren Person oder der Macht bei Abwesenheit von geschaffenen Halluzinationen).“
Schizotype Persönlichkeitsstörung:
Von neun Merkmalen seien drei genannt: „Sonderbarer Glaube oder magisches Denken, das das Verhalten beeinflusst und mit Subkulturnormen inkonsistent ist (z.B. Aberglauben, Glauben an Hellsehen, Telepathie oder an den‚ 6. Sinn‘...).“
„Ungewöhnliche Wahrnehmungserfahrungen, einschließlich körperlicher Illusionen...“
„Sonderbares Denken und Sprechen (z.B. vage, umständlich, metaphorisch, überkompliziert oder stereotyp).“
Nach diesen Definitionen werden Medien bzw. Channels von vornherein und völlig undifferenziert von Mainstream-Psychiatern als pathologische Personen angesehen, auch wenn sie sonst völlig normale, mental gesunde, angesehene und im Berufsleben stehende Menschen sind! Auch berühmte und als völlig normal empfundene Menschen wie Luther, Theresa von Avila und Churchill, C.G. Jung haben innere Stimmen gehört. (Alschuler 1987) Diese Personen erleben etwas, das andere nicht erfahren und werden gelegentlich von externen geistigen Mächten kontrolliert. Weil sie sich diese Phänomene erklären möchten, haben sie selbstverständlich abweichende, gelegentlich auch sonderbare Gedanken zu deren Erklärung, glauben auch, einen sechsten Sinn zu haben.
Den Glauben an die Existenz paranormaler Phänomene in das Gebiet mentaler Störungen einzuordnen, gelingt nur solchen „Wissenschaftlern“, die nicht zu einer Differenzierung imstande sind und die deren gelegentliches Auftreten ausschließen.
„Man muss in der Tat wissenschaftlich sein,“ schreibt William James, (1909) „um so völlig blind und ignorant zu sein, solche Möglichkeit überhaupt nicht in Erwägung zu ziehen.“
Der Psychiater Stanislaw Grof weiß um die Relativität des Begriffs „Normalität“. Die Kriterien für mentale Gesundheit und Normalität sind relativ und kulturgebunden.
Bei spiritistischen Handlungen, wie dem Channeling, kommt es häufig zu mentalen Störungen in Form von Besessenheiten, die das Ich „bekämpfen.“ Das Medium leidet dann unter einer „mediumistischen Psychose.“
Es handelt sich nach Bender (1936) dabei jedoch keineswegs um schizophrene Zustandsbilder einer Ich-Störung, sondern eher um psychogene hysterische Ich-Störungen. Die beim Channeling häufig auftretenden pathologischen Formen sind keine Spaltungsformen der Persönlichkeit, sondern allenfalls mediumistische Psychosen.
Gefühle und Ideen tendieren dazu, sich spontan in symbolischer Form zu repräsentieren. Dieser Prozess des Autosymbolismus, der Fluss unbekannten Materials in symbolischen Manifestationen ist nach Silberer (1971) ein ganz normaler nichtproblematischer Prozess und kein pathologischer, wie Freud meinte. Die auftretende Transpersönlichkeit bildet sich nach Jolande Jacobi aus den symbolischen Wirkungsformen archetypischer Gegebenheiten nach C.G. Jung.
Das Symbol kann „als Ausdruck eines gleichsam hinter ihm verborgenen Komplexes, sich dem Ich-Bewusstsein als fremdes Gegenüber feindlich entgegenstellen, sich von ihm abspalten und eine Dissoziation in der Psyche hervorrufen. Damit wird es zu einer autonomen Teilpsyche, die sich in Form von ‚Geistern‘, Halluzinationen usw., d.h. in neurotischen und psychotischen Symptomen aller Art bemerkbar macht.“ (Jacobi 1957)
Das hat alle Merkmale einer hysterischen, jedoch nicht einer schizophrenen Ich-Störung. Allerdings können bei Patienten auch Mischformen beider auftreten.
„Bei vielen, völlig gesunden Menschen kann man mittels der spiritistischen Praktiken ‚automatische‘ intelligente Produktionen erzielen, die als ichfremd und der willkürlichen Steuerung unzugänglich erlebt werden. Es äußert sich ein verselbständigtes, unterbewusstes‘ Denken.“
(Bender 1966)
Diese „dissoziierten“ psychischen Bereiche (nach Pierre Janet) haben eine Tendenz zur Personifikation, die als Geister, Dämonen und Engel erfahren werden können. Eine Einordnung dieser ‚Sinnestäuschungen‘ in die hysterischen Störungen ist nach R. Henneberg nur mit Zwang möglich, weil die meisten unter einer „mediumistischen Psychose“ Leidenden keine hysterischen Symptome im engeren Sinne aufweisen und für den Anfall von Geistesstörung auch keine Amnesie besteht. (Henneberg 1919)
Schizophrenien und mediumistischen Psychosen sind – phänomenologisch betrachtet – die Erscheinungen einer „gestörten Selbstführung“ gemeinsam.
Bei der Schizophrenie kommt es aber „zu einer tiefgreifenden Wandlung des Daseins im Sinne einer Selbstentmachtung und Unterwerfung unter eine fremde Macht“ einer Person (Binswanger 1957). Die „Entmachtung des Willens-Ichs“ ist bei Schizophrenen organisch pathologisch bedingt; bei mediumistischen Psychosen hingegen hat sie hysterische Ursachen.
Die von mediumistischen Störungen Heimgesuchten haben eine „verständliche, ableitbare, reversible funktionelle Desintegration der Persönlichkeit.“ (Bender 1966) Ein Medium sucht Zuschauer, ist nach außen gekehrt und zeigt geistige Kontaktbereitschaft. Der Schizophrene ist dagegen in sich gekehrt, autistisch und kapselt sich ab.
Nur bei Besessenheiten kann man von psychogenen (hysterischen) Ich-Störungen reden.
Bei automatischen Produktionen bei erhaltenem und tätigem Wachbewusstsein kann von einer „Vergewaltigung des Ich“ keine Rede sein. Diese medial begabten Personen zeigen, nach Bender, völlig gesunde Züge, sie sind lebhaft, zeigen übersteigerten Kontakt, unfestgelegte Persönlichkeitswerte, starke Suggestibilität und Nachahmungsbereitschaft bis zur unbewussten Identifikation.
In besonders schlimmen psychischen Ausnahmesituationen (z.B. Missbrauchs-Fällen), kann es zur Aufspaltung der Persönlichkeit kommen, Multiple Persönlichkeitsstörung (Multiple Personality Disorder, MPD, oder neuerdings Dissociative Identity Disorder, DID). Verschiedene Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Charakteren, Interessen und Kenntnissen halten das Ich des betreffenden Menschen besetzt. Wenn es erforderlich ist, können Menschen andere Persönlichkeiten erzeugen, um sich selbst gegen Traumata zu verteidigen und somit dem kulturellen Druck nachzugeben oder um die Erwartungen des Psychologen, der Medien oder des Exorzisten zu erfüllen.
95% aller dieser Fälle haben eine Geschichte mit Kindheitstrauma, gewöhnlich eine Kombination von emotionalem, physischem und sexuellem Missbrauch. (Findings 1985) MPD-Patienten im Alter von unter 12 Jahren besitzen zu 75% mindestens eine Teilpersonalität.
Einige Psychologen meinen nun, dass channelnde Personen unter einer Persönlichkeitsspaltung leiden. John Klimo gibt jedoch zu bedenken:
„Solange die Mehrheit der Channels in jeder Hinsicht normal funktional sind und stark definierte Egos besitzen, sollte man sie nicht als psychotisch oder weniger formal als gestört, geisteskrank oder verrückt bezeichnen.“ (Klimo 1998, S.264)
Übrigens ist auch keine der gechannelten Quellen unter 12 Jahren alt, im Gegensatz zu MPD-Patienten. (Royers 1989)
Medium zu sein ist also keine Geisteskrankheit. Diese Personen leiden i.a. auch nicht unter einer Psychose oder Persönlichkeitsspaltung, sondern sie besitzen die seltene Gabe, andere als die normalen Bewusstseinsinhalte aktivieren zu können und Informationen aus anderen Bewusstseinsschichten zu bekommen. In seiner Dissertation 1990 untersuchte Charles Millar 139 mentale Medien. In 91% der Fälle fühlten sich diese von inneren Stimmen geleitet und mehr als 90% von ihnen erklärten, diese Stimmen wären positiv und nützlich für ihr Leben gewesen. (Klimo 1998, S. 289)
Einem Menschen im besonderen Bewusstseinszustand der Trance offenbaren sich, wie erwähnt, im Allgemeinen unterbewusste Gedächtnisinhalte, die nicht als eigenes Erleben, sondern als die einer anderen Persönlichkeit, der Trancepersönlichkeit, interpretiert werden. Es ist schwierig, unbewusste Manifestationen der eigenen Psyche von Manifestationen einer Fremdpsyche zu unterscheiden.
Nicht alle Medien sind der Überzeugung, dass die von ihnen wahrgenommenen „Geist-Führer“ Fremdpsychen sind. Eileen J. Garrett (1892-1970) beispielsweise war ein sehr gutes Medium. Sie schrieb vier Novellen medial, gründete 1951 die Parapsychology Foundation in den USA. Ihre „Kontroll-Geister“ nannten sich Abdul Latif, Uvani, Tahoteh und Ramah. Doch sie glaubte niemals, dass es sich bei den Geistern um etwas anderes handele als um Projektionen von verselbständigten Personen aus ihrem eigenen Unterbewusstsein. (A. und J. Berger 1991)
Im Jahre 1959 untersuchte A. van Kaam neun Jahre lang 500 Menschen mit der Fähigkeit zur außersinnlichen Wahrnehmung menschlicher Gestalten, die für andere unsichtbar waren. (van Kaam 1959) Er stellte charakteristische Eigenschaften der untersuchten Sensitiven zusammen:
Alle Medien oder Sensitiven, die er untersucht hatte, waren davon überzeugt, die Quelle für ihre Wahrnehmung seien separate autonome Wesen und sie selbst Empfänger von Informationen dieser Quelle. Alle Sensitiven sprachen über positive Gefühle nach einem Kontakt mit der Quelle, d.h. sie fassten dies als einen hilfreichen Dienst für andere und für sich selbst auf.
Eine erste wichtigste Konsequenz wäre die Möglichkeit, dass Bewusstseinsvorgänge nicht unbedingt an die Gehirnaktivität gekoppelt sein müssten, so dass eine leibfreie Existenz der Persona fortgesetzt werden könnte. Alle Religionen der Welt, jegliche Erfahrung sämtlicher Kulturen sind von dieser Möglichkeit überzeugt. Von philosophischer Seite wird dieses Wissen von Gerda Lier auf 1.400 Seiten ausführlich bestätigt (Lier 2010). Die gesammelten Erfahrungsberichte des Arztes Dr. Emil Mattiesen liefern auf 1.280 Seiten derartig viele Berichte (Erscheinungen Verstorbener, Nahtoderlebnisse, außerkörperliche Wahrnehmungen, orts- und personengebundener Spuk) in kritischer Darstellung, dass den Leser die Beweisführung nicht nur sehr schnell überzeugt, sondern in ihrer Ausführlichkeit zunehmend lästig wird (Mattiesen 1936 und 1939).
Neuere Untersuchungen von Kardiologen über Nahtoterlebnisse besonders von Patienten, die sich trotz völliger Einstellung jeglicher Gehirnstromaktivität (die Definition für den klinischen Tod) nach einer Reanimation wieder an Erlebnisse während diese Zustands erinnern konnten, zwingen zu der Annahme, dass das Bewusstsein trotz einer Todesphase wach erhalten bleibt. (van Lommel 2011) (Servaty & Nicolay 2010)
Nahtoderlebnisse ähneln sehr stark außerkörperlichen Erfahrungen (AKE). Diese seit langem als „Astralreisen“ bezeichneten außerkörperlichen Erfahrungen des Bewusstseins wurden schon früh wissenschaftlich untersucht. Hornell Hart bestätigte 1954 an der Duke University 165 Fälle echter Exkursionen. Er stellte fest, dass es sich dabei nicht um Projektionen oder um Halluzinationen handelte, wie Louisa Rhine glaubte, diese verwickelten Prozesse kurzerhand erklären zu können (Rhine 1961). Hart ist der Ansicht, dass es sich bei dem „Astralkörper,“ der sich vom Körper entfernt und der dessen Bewusstsein trägt, um ein geistiges Ich handelt, das von einer „feinstofflichen Hülle“ umgeben ist. (Hart 1954)
In der Zwischenzeit ist die Zahl der Menschen mit außerkörperlichen Erfahrungen und Berichte darüber explosionsartig angestiegen. AKEs wurden beispielsweise von Robert A. Monroe (1972), Sylvan Muldoon (2000) und William Buhlman (2010) beschrieben und werden an speziellen Instituten vielen Schülern beigebracht. Diese bewussten Erfahrungen der Trennung des Bewusstseins vom Körper, die mit dem Dämmerbewusstsein des Schlafzustands nichts zu tun haben, führen bei allen Astralreisenden zu einer persönlichen Bestätigung ihrer Unsterblichkeit.
Buhlman hat zwischen den Jahren 1996 und 2001 aus mehr als 30 Ländern rd. 16.000 Berichte von Menschen mit einer AKE erhalten. In 24% der AKEs sind die Personen dabei verstorbenen Angehörigen begegnet – vorbei an den Verboten der Wissenschaft, den Vorschriften der Kirchen und den ewig zu spät kommenden Erklärungen der Philosophen und heraus aus dem einkerkernden vierdimensionalen Gefängnis der Raumzeit und ihren Wärtern, den professionellen Skeptikern. (Buhlman 2001)
Dass es sich bei außerkörperlichen Erfahrungen nicht nur um vom Unterbewusstsein ausgehende Halluzinationen handelt, wie dies Morton Price vermutete (Price 1910), beweisen beispielsweise die bereits im Jahre 1909 durchgeführten Experimente von Prof. Baraduc in Paris. Er arbeitete mit zwei mentalen Medien, von denen das eine in seinem Institut blieb und das andere sich in einer eine halbe Stunde Fußweg entfernten Wohnung befand, umgeben von einer Gruppe von Wissenschaftlern. Baraduc erteilte seinem mentalen Medium unter Hypnose den Auftrag, seinen Körper zu verlassen und in die Wohnung des anderen zu gehen und dort die Schale einer Waage herabzudrücken. Das dort befindliche mentale Medium sollte beobachten, was passiert. Kurz nach 10 Uhr sah dieses Medium eine Gestalt durchs Fenster ins Zimmer kommen. Alle anderen Anwesenden sahen sie nicht, bemerkten aber, wie plötzlich die Waagschalen lebhaft zu schwanken begannen. (Baraduc 1909) Ähnliche Experimente werden noch heute am Monroe-Institut durchgeführt.
Das Austreten des „Astralkörpers“ ist auch schon von sensitiven Beobachtern bemerkt worden.
So wurde H. Crossen von einem Freund berichtet, er hätte einmal in Weimar gemeinsam mit einem Fremden in einem Zimmer übernachtet und sei aufgewacht, weil der Wind einen Fensterladen gegen die Wand scheppern ließ. Dann hätte er zu seinem Zimmernachbarn hinübergesehen und eine schwach leuchtende Wolke über dessen Gestalt wahrgenommen, die sich zum Kopf und zu den Füßen hin auszubreiten begann. Schließlich nahm sie eine grauschimmernde, menschliche Gestalt an, erhob sich und eilte durch die geschlossene Tür hinaus. Der Zeuge ging zum Bett des Zimmernachbarn und fand diesen schlafend, starr, wie tot. Nach etwa 20 Minuten, in denen der Zeuge kein Auge zugetan hatte, erschien die helle Gestalt wieder und verschwand über dem Körper des Schlafenden. Am folgenden Tag erklärte der Fremde, dass er eine bewusste außerkörperliche Reise angetreten hatte. (Crossen 1926)
Erscheinungen Verstorbener (Osis & Haraldsson 1977) werden von manchen Parapsychologen als Halluzination der Zeugen gedeutet, wenn das Unterbewusstsein die Gestalt des Verstorbenen „in die Lücke des nicht mehr vorhandenen geliebten Menschen“ im Wohnraum projiziert. Das soll nur im Falle des Vermissens eines Angehörigen durch dessen Tod, nicht aber bei Vermissen eines in weite Ferne gezogenen erfolgen. Warum der Verlust des Angehörigen, der fortgezogen ist, nicht ebenfalls zu Halluzinationen führen sollte, wird nicht begründet. In der Tat gibt es aber auch Phantome Lebender, die bewusst in einer außerkörperlichen Projektion oder unbewusst als Astralwanderer Zeugen erscheinen können (Gurney, Myers & Podmore 1890).
Aus dieser Untersuchung soll ein Beispiel zeigen, dass der Doppelgänger bzw. Astralkörper eines Menschen auch von mehr als einer Person gesehen werden kann.
An einem Sonntagabend in London, im November 1881 entschloss sich ein gewisser Herr S. B., der über den starken Einfluss den der menschliche Wille auszuüben vermag, die ihm bekannten jungen Mädchen L. und E. Verity (25 und 11 Jahre alt) in Gedanken aufzusuchen, die 3 Meilen von ihm entfernt wohnten. Er legte sich gegen 1 Uhr schlafen und konzentrierte sich auf die Beiden. Am kommenden Donnerstag besuchte er sie, ohne noch an seinen Versuch gedacht zu haben. Die ältere Dame erzählte ihm, dass sie vergangenen Sonntag nachts gegen 1 Uhr sehr erschreckt gewesen wäre, weil sie ihn an ihrem Bett stehen gesehen hätte. Sie hätte laut aufgeschrien, als die Erscheinung nähergekommen wäre und hätte dadurch ihre jüngere Schwester geweckt, die die Erscheinung ebenfalls gesehen hätte. Dieser Fall ist gründlich recherchiert worden. Mr. S. B. war ganz überrascht, hatte er doch nicht an einen Erfolg seines Versuchs geglaubt. Er schreibt:
„Außer der höchsten Anspannung meiner Willenskraft bot ich hier noch eine andere Anstrengung auf, die ich nicht mit Worten beschreiben kann. Ich verspürte so einen geheimnisvollen Einfluss, der meinen ganzen Körper erfasste, und fühlte klar, dass ich mit Hilfe irgendeiner mir bis jetzt noch unbekannten Kraft arbeitete, die ich seit jener Zeit in gewissen Fällen auf Wunsch wirken lassen kann.“ (S. 88)
Damit deutet S.B. das Gefühl einer außerkörperlichen Erfahrung an, die er nur kurz vor dem Einschlafen aktivieren konnte. Out-of-Body-Erfahrungen (OOBE) sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass das nicht nur das Wahrnehmungsvermögen, sondern auch der Astralkörper vom Körper unabhängig agieren kann. Damit wird auch der Fortbestand des körperlosen Bewusstseins wahrscheinlich.
Botschaften Verstorbener, die ihren Angehörigen über mentale Medien ihre Identität übermitteln, sind für die Betroffenen subjektiv hinreichende Beweise.
Die professionellen Parapsychologen erklären jedoch einfach, dass es nur unterbewusste Produktionen der mentalen Medien gäbe. Denn gelegentlich meldet sich eine noch lebende Person, die von den Anwesenden als ein Verstorbener gedeutet wird. Beispielsweise hat S.G. Soal in seinen Sitzungen mit Blanche Cooper Kundgebungen des ihm bekannten Gordon Davis erlebt, der sich als verstorben ausgab, sich aber in Wirklichkeit bei bester Gesundheit befand. (Dessoir 1966) Parapsychologen erklären dies mit hellseherischen Fähigkeiten des Mediums oder eines der Anwesenden.
Bei „Drop-in“-Kommunikatoren handelt es sich um Kundgebungen von Fremdpsychen, die dem Medium und niemandem der Anwesenden zu deren Lebzeiten bekannt waren. Daher scheidet die telepathische Hypothese aus. Wenn sich die Angaben zur Person bestätigen lassen, scheint der Beweis für die Existenz dieser Fremdpsyche als Quelle der Information erbracht zu sein.
Eine gründlich recherchierte Sammlung solcher Fälle wurde von Dr. Alan Gauld, einem ehemaligen Präsidenten der Society for Psychical Research (SPR) veröffentlicht. (Gauld 1971) Er berichtet von 240 Kommunikatoren, die sich in einem Kreis von Medien während 470 Sitzungen gezeigt haben. In 37 Fällen handelte es sich um Personen, die allen Anwesenden unbekannt waren. Einige Angaben, die gemacht wurden, konnten nicht verifiziert werden, doch der überwiegende Teil dieser Drop-ins lieferte überzeugende Identitätsbeweise.
Wenn auch vieles dafür spricht, dass die Drop-in-Persönlichkeit ein Verstorbener ist, so kann die Identität noch immer durch falsche Aussagen erfunden sein. Fälle von lügenden Drop-ins wurden von Joe Fisher diskutiert. (Fisher 2001)
Es ist daher unerlässlich, einen lückenlosen Identitätserweis einer vermeintlichen Fremdpsyche zu verlangen, wenn man sichergehen will, nicht betrogen zu werden. Dessoir war der Ansicht, dass in medialen Durchgaben ausschließlich minderwertige Informationen zutage gefördert werden. (Dessoir 1917/1931) Inzwischen liegen aber sehr viele intelligente und künstlerische Produktionen vor, welche die Kenntnisse und Fähigkeiten des Mediums bei weitem übertreffen. Parapsychologen meinen, es in diesen Fällen mit einer „Super-ASW“ zu tun zu haben, also mit ganz außergewöhnlichen außersinnlichen Wahrnehmungen. Das Medium holt sich besondere Fähigkeiten (wie Klavierspielen, fremde Sprachkenntnisse, künstlerische Begabungen) „kryptemnestisch,“ d.h. durch Stehlen dieser Fähigkeiten von Anderen oder von einem globalen kosmischen Gedächtnis (Akashachronik) durch das klauende Unterbewusste.
Kann das aber Leistungen wie die des brasilianischen Psychologen Luiz Antonio Gasparetto erklären, der viele Bilder in sehr kurzer Zeit im Stile verstorbener großer Maler anfertigt, noch dazu im Dunkeln und mit beiden Händen (oder mit seinen Füßen) gleichzeitig zwei Bilder malend? Die Bilder gleichen den Stilrichtungen von Picasso, Rembrandt, Dürer, van Gogh Lautrec und anderen berühmten Malern, und sind von allerhöchster künstlerischer Qualität. (Grof 2008) In einer Fernsehsendung der BBC malte Gasparetto 1978 innerhalb von 75 Minuten 21 „alte Meister“ auf Leinwände.
In England fertigte Matthew Manning ebenfalls viele Bilder im Stil alter Meister an. (Manning 1974)
Die Engländerin Rosemary Brown (1916-2001) hat, ohne ausreichende Fähigkeiten im Klavierspielen zu haben, circa 1.000 zum Teil schwierige Kompositionen nach Diktat berühmter verstorbener Komponisten niedergeschrieben. Selbst die Skeptiker des „Spiegel“ hatte das verblüfft.
(Spiegel, Nr. 28, vom 6. Juli 1970, S. 138). Leonard Bernstein spielte von ihr nach gechanneltem Diktat niedergeschriebene Klavier-Kompositionen. Ihre Musik wurde in Konzerten aufgeführt. Viele Stücke wurden als schön, manche als sehr schwierig zu spielen bewertet. (Zsolnay 1971)
Brasiliens berühmtester medialer Schreiber Francisco Candido („Chico“) Xavier hat in den 1970er Jahren rund 130 Bücher geschrieben, die er von 56 verstorbenen Literaten portugiesischer Sprache erhalten haben will. Sein bekanntestes Buch „Nosso Lar“ (Unser Heim) umfasst allein 2.459 Seiten, und die 421 Seiten dicke „Gedichtesammlung aus dem Jenseits“ enthält 259 Gedichte. (Salomon 2004, 2005)
In Deutschland hat das voll bewusst schreibende Dichter- Medium „Aglaja Salomon“ von ihrem 15. Lebensjahr an neun Jahre lang mehr als 4.000 Gedichte und mehr als 500 philosophische Essays berühmter deutsche Dichter zu Papier gebracht (z.B. Salomon, A. 2004, 2005).
Die einfache Hausfrau Pearl Curran aus St. Louis begann in den 1920er Jahren Bücher einer angeblich 1649 in Dorsetshire, England, geborenen Frau namens Patience Worth zu schreiben, die behauptete, nach Amerika ausgewandert und dort von Indianern getötet worden zu sein. Sie schrieb sechs historische Novellen und 2500 Gedichte medial, in denen eine erstaunlich tiefe Kenntnis historischer Fakten zutage trat, was das Wissen von Mrs. Curran bei weitem übertraf. (Prince 1927, Roy 1996)
Der britische Psychologe Alan Gauld, Herausgeber des Journal und der Proceedings of the Society for Psychical Research und Autor des Buches „Mediumship and Survival“ (nach Ian Stevenson das beste Buch zum Thema der Unsterblichkeitsfrage) stellt fest:
„Die bemerkenswerteste Tatsache über den Beweis für das Überleben, der von dem Phänomen der mentalen Medien gebracht wird, ist vielleicht deren Menge. Das Material, das zu diesem Thema allein in den Proceedings der SPR publiziert wurde, würde ein oder zwei Dutzend dicke Bände füllen. Es muss natürlich darauf hingewiesen werden, dass auf diesem Gebiet Qualität bei weitem mehr zählt als Quantität.“ (Gauld 1977)
Den eindrucksvollsten Beweis für das Überleben des Todes stellen die Kreuz-Korrespondenzen dar. (Fontana 2005) Wen diese Phänomene nicht überzeugen, den wird auch kein anderes überzeugen können (weder Erscheinungen, Materialisationen, Nahtoderlebnisse, außerkörperliche Wahrnehmungen, Reinkarnationserlebnisse oder Stimmen der Instrumentalen Transkommunikation). (Senkowski 1983 und 1989)
Der Mitbegründer der SPR im Jahre 1882, Frederick Myers (1843-1901), hatte die Hauptaufgabe der SPR in der Untersuchung der Frage nach der bewussten Fortexistenz des Menschen nach seinem Tode gesehen, wie er in seinem Hauptwerk “Human Personality and its Survival of Bodily Death“ (1903) ausführt. Gemeinsam mit weiteren führenden Mitgliedern der Londoner SPR, Henry Sidgwick (1838-1900) und Edmund Gurney (1850-1888) wollten sie den SPR-Mitgliedern nach ihrem Tode den Beweis für ihre Fortexistenz liefern und erdachten sich ein Puzzle aus komplexen poetischen Texten, das von verschiedenen guten Medien in Indien, in den USA und in England aufgenommen werden sollte, die sich nicht kannten. Die Textbruchstücke waren für jede der sieben weiblichen Medien unverständlich und ergaben erst einen Sinn, als die Teile von Mitgliedern der SPR in London zusammengesetzt wurden. Aber auch dort waren die in Griechisch und Latein gehaltenen Texte nur den wenigen Leuten verständlich, die sich in griechischer Mythologie auskannten, was zu Meyers Studiengebiet gezählt hatte. Als 1910 und 1912 die Professoren Henry Butcher und A.W. Verrall verstarben, gesellten sich auch diese zur Gruppe der korrespondierenden verstorbenen Klassizisten. Die Durchgaben erfolgten über drei Jahrzehnte hindurch (ab 1901 bis 1930).
Bei den Medien handelte es sich um Margaret Verrall und deren Tochter Helen Verrall, Alice Kippling („Mrs. Holland“) in Indien, der Friedensrichterin Mrs. Coombe-Tennant („Mrs. Willett“), Edith Lyttelton („Mrs. King“), Rosalie Thompson und Leonora Piper. Zwar diskutierte Frank Podmore, dass Verrall bestimmte Dinge, mit denen sie sich selbst ausführlich beschäftigt hatte, unbewusst in die Texte einfließen ließ (Podmore 1910), doch als nach deren Tod die betreffenden Begriffe weiterhin in den Texten auftraten, war Podmores Einwand nicht mehr aufrechtzuerhalten.
Betrug und Telepathie waren somit ausgeschlossen und Super-ASW im höchsten Grade unwahrscheinlich. (Saltmarsh1938) (Roy 1996) Aber auch Kreuzkorrespondenzen konnten nicht alle Wissenschaftler von der Unsterblichkeit der Seele überzeugen. Es scheint ein Gesetz zu gelten, das nach dem großen Psychologen William James benannt ist. Das „James-Gesetz“ lautet (Wilson 1985):
„Uns wird gerade so viel und genug offenbart, um die Überzeugbaren zu überzeugen, aber die Skeptiker noch Skeptiker bleiben zu lassen.“
Oder
„Zweifel und Gewissheit müssen sich die Waage halten“.
Die Foundation for Mind-Body Research in Los Altos, Kalifornien, rief im Sommer 1986 das „Challenger Research Project“ ins Leben. Am 28. Januar 1986 waren sieben Menschen an Bord der Challenger beim Reentry-Manöver durch eine Explosion ums Leben gekommen. Über gute mentale Medien (Jennie Love und Regina Ochoa) wollte eine Gruppe von Wissenschaftlern (William C. Gaugh, John Klimo, Robert L. Shacklett) mit den verunglückten Mitgliedern der Besatzung Kontakt aufnehmen, um die näheren Umstände ihres Todes und Einzelheiten ihres ehemaligen Privatlebens zu erfahren. Das gelang auch und die Besatzungsmitglieder erklärten recht deutlich, dass sie nicht durch die Explosion getötet wurden, sondern erst beim Aufprall auf die Wasseroberfläche, was im Gegensatz zur ersten Verlautbarung der NASA stand, wonach alle bei der Explosion getötet wurden. Das Vertrauen in die medialen Durchgaben wuchs, als anlässlich einer NASA-Pressekonferenz in Washington D.C. die Nachricht bekanntgemacht wurde, die am 29.07.1986 im „San Francisco Chronicle“ verbreitet wurde, wonach die Challenger-Crew die Explosion noch überlebt hätte. (Klimo 1998, S. 284)
Im 20. Jahrhundert konnte noch niemand daran denken, die Frage nach dem Fortleben mit wissenschaftlichen Methoden an Universitäten untersuchen zu wollen. In dem vorherrschenden Materialismus-Konzept war ein Fortleben nach dem Tode von vornherein ausgeschlossen. Da gab es nichts mehr zu untersuchen. Erst um die Jahrtausendwende gelang es dem Psychologen und Neurologen Prof. Gary E. Schwartz, dieses Problem an die Universität von Arizona zu holen und experimentell zu untersuchen. (Schwartz 2002)
Es ist zwar nicht möglich, physikalische Beweise für das Überleben der bewussten Persona zu liefern. Doch Schwartz analysierte die Qualität der medialen Informationen, die von fünf begabten amerikanischen mentalen Medien einigen Probanden („Sittern“) übermittelt wurden, indem er die Inhalte formalisierte, zusammenstellte, auf Richtigkeit hin bewerten ließ und sie solchen gegenüber stellte, die von nicht medial begabten Kontrollpersonen unter gleichen Bedingungen geliefert wurden.
Die mentalen Medien und die Sitter wurden an Geräte zur Aufnahme von Elektroenzephalogrammen und der Herztätigkeit angeschlossen. Optisch wurden sie durch einen Wandschirm voneinander getrennt. Auf alle Fragen der Medien durften die Sitter nur mit „ja“ oder „nein“ antworten, um rückwirkende Informationen zu vermeiden. Schließlich wurden auch Sitzungen veranstaltet, bei denen die Sitter anwesend waren, aber völlig stumm blieben.
Als Ergebnis wurden bei der Kontrollgruppe im Mittel 36% zutreffende Informationen über Lebende und Verstorbene gegeben. Bei den Medien lag die Trefferquote allerdings bei 83%. Die statistische Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Abweichung der Werte der Kontrollgruppe gegenüber denen der Medien rein zufällig ist, beträgt eins zu zehn Millionen. (Schwartz, Russeck, Nelson & Barentsen 2001)
Schwartz und seine Arbeitsgruppe sehen dies als ersten „wissenschaftlichen Beweis für das Leben nach dem Tode“ an. Doch müssen noch weitere Experimente diese Aussage in den kommenden Jahren bestätigen, was nur eine Frage der Zeit sein dürfte!
Diese medialen Leistungen legen die Überzeugung nahe, dass der bewusste kreative Geist den physischen Tod überlebt und einen Willen zu geistiger Betätigung besitzt.
Es wird unter wissenschaftlichen Parapsychologen aber weiter darüber gestritten, ob die Trance-Botschaften allein aus dem Unterbewusstsein eines Mediums stammen, also animistisch zu verstehen sind, oder ob darüber hinaus auch fremdpsychische Entitäten auftreten können, was die Ansicht der Spiritisten bzw. Spiritualisten ist. Die scheinbaren Fremdpsychen werden von Animisten mit einer Super-ASW erklärt, die dem Occamschen Einfachheitsprinzip widerspricht. (Das Unterbewusste soll dieser Ansicht nach seine Informationen telepathisch aus den Gedächtnisinhalten irgendwo lebender Personen, die ihnen nicht bekannt sind, über Verstorbene abgreifen und als eigenständige Persönlichkeiten vorspielen...).
Weltanschaulich macht es natürlich einen enormen Unterschied, zu wissen, ob die Stimmen ausschließlich aus dem eigenen Unbewussten im Verbund mit Super-ASW kommen oder ob die menschliche Psyche von leibfreien bewussten Wesen besetzt werden kann. Der Psychologe Charles Tart äußert sich aufgrund langer Erfahrungen mit transpsychologischen Zuständen dazu wie folgt:
„Ich befinde mich in diesen zwei Extremen: Ich würde weder sagen, dass der Beweis zeigt, alles sei Unsinn und es ist alles nur das Unbewusste, noch würde ich sagen dass man die Existenz irgendeiner dieser Wesen bestätigen könnte.“ (Tart 1975)
Aber das sagte er vor mehr als 30 Jahren, als es die Experimente von Schwartz noch nicht gab!
Schon C.G. Jung war der Ansicht, dass die „Geister-Hypothese“ in der Praxis bessere Ergebnisse liefern würde als alle anderen. (Jung 1973)
Die meisten Wissenschaftler, die sich mit transpersonaler Psychologie beschäftigt haben, wissen, dass viele Phänomene auf die Existenz von Fremdpsychen hinweisen. Dies offen auszusprechen bedeutet jedoch, dass es leibfreie Strukturen mit Bewusstsein geben muss, was aber in der physikalischen Raumzeit allein nicht denkbar ist. Daher kann ein vierdimensionales Weltbild nur eine animistische Theorie paranormaler Phänomene gestatten. Es sei denn, man ist Psychiater, dann wird überhaupt nichts dergleichen für objektiv wahr gehalten. Sinnvolle Informationen mentaler Medien gibt es ihrer Meinung überhaupt nicht. Die Protokolle werden daher nicht zur Kenntnis genommen.
Leibfreie Fremdpsychen setzen mindestens eine weitere Existenzebene oder Dimension neben der Raumzeit voraus. Vor einer solchen Erweiterung unseres Weltbildes fürchten sich die meisten Menschen, weil das Unbekannte immer unheimlich ist und die neue Erkenntnis unabsehbare Konsequenzen für alle Lebensbereiche hätte.
Wie Channeling zustande kommt, ist theoretisch noch nicht geklärt. Erzeugen lässt sich dieser Zustand beispielsweise durch LSD-Einnahme. Das hat der Psychiater Stanislaw Grof zu Therapiezwecken verwendet. „Das LSD-Subjekt kann z.B. in einen Zustand einer mediumistischen Trance geraten, automatische Texte schreiben und in fremden Sprachen reden“, so Grof. (Grof 1976)
Grof fand unter seinen LSD-Subjekten einige, die Begegnungen mit Astralkörpern von Verstorbenen hatten und solche, die alle Anzeichen einer Geister-Besessenheit zeigten.
Leider wird das Channeln nicht von wissenschaftlich geschulten Menschen überwacht. Jede Hausfrau kann sich durch automatisches Schreiben oder „Oui-ja-Board“-Praktiken zum Medium entwickeln. Doch das unvorsichtige Experimentieren birgt die Gefahr in sich, dass die veränderten Bewusstseinszustände zu mentalen Störungen bis zum totalen Zusammenbruch führen können.
„Durch Oui-ja-Board-Praktiken wird der unbekannte geistige Abschaum angezogen“, weiß Stoker Hunt (Hunt 1985) Außerdem besteht nach Arthur Hastings immer das Risiko, dass die gechannelte Information ungenau, irreführend und trügerisch ist. (Hastings 1991)
Das Medium Jessica Lansing channelte den ehemaligen Physikprofessor Oliver J. Lodge (1851-1940), der 1894 eine Art Radioempfänger entwickelt hatte und 1902 in den Adelsstand erhoben wurde. Unter anderem warnte er Novizen vor der hohen Wahrscheinlichkeit, dass das eigene Unterbewusste und die Wunscherfüllungs-Aktivität durch automatisches Schreiben und Oui-ja-Board wirken. Wie auch vor ihm schon andere, warnt er außerdem vor der Anwesenheit negativer, gefährlicher Geister, die durch die Suche nach Channeling-Erfahrungen herangezogen werden können. (Leichtman 1979)
Der bedeutende schwedische Ingenieur-Wissenschaftler Emanuel Swedenborg (1688-1772), Herausgeber der ersten schwedischen wissenschaftlichen Zeitschrift (1715) war der erste Wissenschaftler, der Einsicht in die geistige Welt erhalten hat. Swedenborg sprach neun Sprachen, veröffentlichte 20 wissenschaftliche Werke und war in ganz Europa hoch geschätzt. Seit seinem 46. Lebensjahr verkehrte er mit Verstorbenen und war somit der eigentliche Begründer des Spiritismus.
Er besaß hellseherische Fähigkeiten und machte außerkörperliche Erfahrungen. Auch er warnte bereits vor der Beschäftigung mit Geistern und deren Informationen, wenn deren Identität nicht feststehen sollte.
„Nehmen Sie sich in Acht, “ antwortete Swedenborg seinem Freund Robsahm auf die Frage, ob nicht auch andere Menschen mediale Kundgebungen erfahren könnten, „das ist der kürzeste Weg zum Narrenhaus.“ (de Geymüller 1936). Und vor den vielen unbekannten Verstorbenen, welche die Medien geistig von sich abhängig machen wollen, warnte er:
„Wenn Geister mit dem Menschen zu sprechen beginnen, soll man ihnen nicht glauben, weil fast alles, was sie sagen von ihnen erfunden ist, und weil sie lügen...“
„Die Geister sind außerordentlich darauf aus, Geschichten zu erfinden, und wenn irgendetwas zum Gesprächsgegenstand gemacht wird, meinen sie auf dem Laufenden mit allem zu sein, was das angeht, und sie geben alle umschichtig ihre auseinander gehenden Meinungen ab, wie wenn sie die gerechten Gewährsmänner wären...“
„Die Geister können, wenn sie es wünschen, den Menschen so überzeugen, dass es der Herr sei, der da spricht und befiehlt, dass der Mensch es kaum lassen kann, zu glauben und zu gehorchen.“
(Swedenborg 1722)
Andrew Jackson Davis (1826-1910), Begründer des philosophischen Spiritualismus in den USA, hatte 1844 eine Vision der Erscheinung von Swedenborg und erklärte über die Begegnung mit Geistern der Verstorbenen:
„Wir erlauben ihnen nur, unsere Lehrer zu werden aber nicht unsere Meister, dass wir sie als unsere Kameraden akzeptieren, sie aber nicht als Götter anbeten.“
(zitiert nach Doyle 1926)
Gechannelte Offenbarungen sind allesamt mit äußerster Vorsicht zu genießen. In diesen Ansprachen äußern sich zumeist Geister mit Phantasienamen über Dinge, die weder nachprüfbar sind, weit zurückliegen oder sich erst in ferner Zukunft ereignen. Trotzdem gibt es unter den vielen Schriften einige, die brauchbare und vernünftige Informationen enthalten. Das Herausfinden solcher Informationen aus einem Wust von salbungsvoll vorgetragenen Allgemeinweisheiten widerstrebt jedem exakten Wissenschaftler zutiefst. Doch befinden wir uns hier auf dem Gebiet qualitativer Strukturen, die mit einer anderen Art logischen Denkens angegangen werden müssen.
Manche Medien sind der Überzeugung, Gott selbst zu channeln. Diese so genannten „Vatermedien“ haben eine so naive Vorstellung von dem Begriff Gott, dass sie diesen Foppgeist – wer immer es ist – tatsächlich ernstnehmen und in Demut platte Lebensweisheiten zu Papier bringen. Einige Namen dieser Vatermedien sind Joseph S. Benner (1941/1985), Ruth Montgomery (1971), Jean Dixson (1973), Neal Donald Walsch (1995), Arthur Funning (1996), Andrew Ramer (1997) und Gabriele Witteck (1980)
Auch Jesus wird gechannelt (Benjamin Creme 1980). Aus Angst vor dieser vermeintlichen Autorität verbietet das Medium sich und seinen Anhängern, Identitätsbeweise (beispielsweise Heilungen auszuführen) zu verlangen.
Einige Religionen erfolgten aufgrund von medial empfangenen Botschaften. Trance wurde im alten Ägypten von den Priestern zum Erreichen mystischer Zustände und zur Zwiesprache mit den Göttern eingesetzt. Der Psychologe Robert Masters führte mit seinen Studenten folgenden Versuch durch: Unter Hypnose konnten einige von ihnen die ägyptische Löwengöttin Sechmet herbei rufen bzw. channeln. Später verglich Masters die empfangenen Berichte mit historischen Dokumenten über die Eigenschaften von Sechmet. Die relative Gleichheit der Informationen führte Masters zu der Überzeugung, dass derselbe Gott oder Archetyp, der schon tausende von Jahren zuvor gechannelt wurde, auch heute noch gechannelt werden kann (Interview zwischen Masters und Klimo 1998).
Channeln ist ein neuer Ausdruck für eine Jahrtausende alte Tradition. Etwa 1.000 v. Chr. verbreitete sich der Monotheismus. Moses wirkte als Medium für „Jahwe“. Dieselbe Stimme sprach auch zu Abraham und führte ihn nach Kanaan. Der Prophet Mohammed erhielt seine Lehre im Traum und im Wachsein durch eine Stimme, nachdem ihm „Gabriel“ leiblich erschienen war.
Bereits Pythagoras (um 570 v.Chr.) hielt in seiner Sekte Séancen ab, wobei als Oui-ja-Board „ein mystisches Tischchen auf Rädern“ auf Buchstaben zufuhr, die der Philosoph und sein Jünger Philolans lasen und die Sätze dem Auditorium als Offenbarungen einer unsichtbaren Welt mitteilten.
Platon (427-378 v. Chr.) zitiert im „Theagetes“ eine vertrauliche Mitteilung von Sokrates (470-399 v. Chr.): „Durch die Gunst der Götter wurde ich seit meiner Kindheit begleitet von einem halbgöttlichen Wesen, dessen Stimme mir von Zeit zu Zeit davon abriet, gewisse Unternehmungen auszuführen, die mir aber niemals vorschrieb, was ich tun sollte.“
Das Tibetanische Totenbuch und die Veden, die alten Schriften des Hinduismus sollen von Medien empfangen worden sein. (Klimo 1998)
Im Mittelalter, dem Zeitalter der spirituellen Anarchie, des Aberglaubens und der Angst verschwiegen die Menschen wohlweislich ihre Kontakte zu Unsichtbaren. Erst Swedenborg eröffnete in Europa den Zugang zu unsichtbaren Bereichen der Welt erneut.
Aber erst 1848, als die Fox-Geschwister in Hydesville, New York, die Klopfzeichen eines in ihrem Haus Verstorbenen zu einem Informationssystem ausbauten, begann sich der Spiritismus auszubreiten und erreichte 1850 durch Schriften von Allan Kardec in Paris auch Europa.
1870 fühlte der Zahnarzt John Ballou Newbrough in New York während des Schreibens eine Hand auf seiner Schulter und eine Stimme sagte zu ihm: „Wach auf, Doktor.“ Der Raum wurde mehr und mehr mit Säulen aus Licht erhellt. In diesem Licht sieht Dr. Newbrough eine große Anzahl schöner Gestalten. Es wird ihm bedeutet, sich zehn Jahre lang geistig zu reinigen, bevor er ein großes Werk mit den Wesen beginnen kann. Nach dieser Zeit der Vorbereitung begann er, medial inspiriert, das Buch „OAHASPE“ zu schreiben, einen rd. 900 Seiten dicken Wälzer, der 1882 veröffentlicht wurde.
Mit dieser Schrift begannen die Publikationen des Offenbarungsspiritismus.
Helena Petrowna Blavatsky (1831-1891) gründete 1882 die Theosophische Gesellschaft. Die Lehren erhielt Mme Blavatsky angeblich von in Tibet lebenden Meistern, die einen übernatürlichen Lebensstandard erreicht hätten. Sie teilen mit, wie die Verhältnisse der Seele nach dem Tode sind und wie sich diese wieder reinkarnieren wird. Es gebe sieben aufsteigende Existenzebenen im Jenseits, die aus ätherischen, subtilen Energien bestehen sollen. Die Meister sollen angeblich alles können und wissen, doch haben sie die Menschen noch nie vor Unheil gewarnt, ihnen irgendwie beigestanden oder ihnen bedeutende Entdeckungen mitgeteilt. Über einen dieser Meister aus Tibet oder einen, der sich für sie ausgab, „Djwhal Khul“, äußerte sich Mme Blavatsky gegenüber Dr. Hartlaub vertraulich:
„Es ist furchtbar, dass mir zuweilen ein Mahatma erscheint, den ich für den wahren Meister halte, während ich später zu meinem Entsetzen erkennen muss, dass es ein Dämon war, der sich unter seiner Maske verbarg.“ (zitiert von Gustav Meyrink in Laarss 1922)
Wenn sich aber die Meister nicht zeigten, wie soll man entscheiden, ob der erschienene Dämon nicht wirklich der Meister Djwhal Khul gewesen war?
In einem Brief an Solowjew soll Blavatsky 1886 angegeben haben, dass die Meister „Koot Hoomi“ und „Morya“ Produkte ihres Unterbewusstseins gewesen sein könnten. (Passian 1991)
Dieser „Tibeter“ gab sich auch dem luziden Medium Alice Ann Bailey (geb. Le Trobe-Bateman) (1880-1949) zu erkennen und diktierte ihr eine große Anzahl außerordentlich umfangreicher Bücher. In ihren Schriften befindet sich gegenüber denen von Blavatsky wenig Neues, außer, dass die baldige Wiederkunft Christi angekündigt wird. Der Tibeter Djwhal Khul erschien auch dem Medium Elisabeth Clare, die 1973 starb.
Einer der von Alice Bailey gechannelten Meister nennt sich „Hilarion.“ Dieser meldete sich auch bei Maurice B. Cook, der elf Bücher über die Offenbarungen schrieb. In „Dark Robes, Dark Brothers“ (1981) wird vor den negativen Kräften gewarnt, die den spirituellen Fortschritt der Menschheit behindern wollen. Zwei Ärzte erreichten bei ihren Patienten Heilungen, als sie Rezepte nach Vorgaben von Hilarion anwendeten.
Wenn alle gechannelten Mitteilungen nur so unverbindliche Beschreibungen der Zustände der Seele im Jenseits wären, könnte man sämtliche gechannelten Offenbarungen vergessen. Doch gelegentlich werden auch interessante und zutreffende Voraussagen geliefert, wie die von dem „Tibeter Phylos“, der sich 1886 bei Frederick S. Oliver am Mount Shasta in Kalifornien gemeldet hat. Im Alter von 20 Jahren begann Oliver luzide, also bei vollem Bewusstsein, beim Licht einer Lampe oder bei völliger Dunkelheit Botschaften zu schreiben, in denen die Zustände auf Erden in ferner Zukunft geschildert werden.
Phylos will in Atlantis gelebt haben und gibt Oliver eine Beschreibung dieser angeblichen Landmasse, die sich im Atlantischen Ozean befunden haben soll. Das kann aber nicht sein, wenn man sich die Reliefkarte des Meeresbodens ansieht, der heute genau kartografiert ist. Auch wenn vor 12.000 eine riesige Insel Jahren im Atlantik versunken sein sollte, würde man sie als Erhebung noch immer am Meeresboden erkennen können. Trotz dieser Unstimmigkeit werden von „Phylos“ nicht nur Flugzeuge, Raketen, Zeppeline sowie drahtlose Übertragung von Bild und Ton beschrieben (S. 73), sondern auch Radioastronomie (er sagt dazu „Elektrostellarskop“, S. 25) (Oliver 1905/2008).
Dann beschreibt er auch Verkehrsmittel der fernen Zukunft: Spindelförmige Fahrzeuge, die sowohl unter Wasser fahren wie auch in die Atmosphäre fliegen können und erhellte Räume, in denen keine Lichtquelle zu erkennen ist. Andere Beschreibungen lassen sich als Motorräder, sprechende Schreibmaschinen und Stimmenerkennende Computer sowie Video-Aufzeichnungen und Laser interpretieren. (Klimo 1998)
Große, seriöse mentale Medien meiden die Öffentlichkeit und liefern tiefgreifende Informationen. Die Parapsychologen Albert v. Schrenck-Notzing und Fanny Moser haben in den 1920er Jahren den Psychotherapeuten und Graphologen Oskar R. Schlag (1907-1990) in Zürich untersucht und mehrere paranormale Phänomene in dessen Gegenwart feststellen können (Lichterscheinungen, Klopfgeräusche in den Wänden, Psychokinese u.a.). An seinen Séancen nahmen unter anderen der Tiefenpsychologe Carl Gustav Jung, der Philosoph Rudolf Bernoulli und der Psychiater Eugen Bleuler teil.
Im Jahre 1926 empfing Schlag erstmals die verbalen Botschaften eines hohen Wesens, das sich „Atma“ nannte und sich als eine „psychoenergetische Kraft“ bezeichnete. Die Sitzungsteilnehmer fassten die Transpersönlichkeit auf als die Erschaffung einer Persönlichkeit aus dem kollektiven Unbewussten der Anwesenden mit ihren Kenntnissen, Vorurteilen und Charaktereigenschaften.
Im Laufe von 30 Jahren entstand ein gewaltiger Berg von Sitzungsprotokollen, die nach dem Tode Oskar Schlags veröffentlicht werden sollten. Damit haben die Mitglieder der Oskar Schlag Stiftung 1998 begonnen. (Schlag 1998) Ihm sollten 21 weitere Bände folgen. Bei einem Umfang von je 500 Seiten Text macht dies insgesamt rund 10.500 Seiten. Die Texte enthalten die Beschreibungen verschiedener Initiationswege, Yoga, Kabbala, Alchemie, durch deren Verständnis und Befolgung der Leser zur Einweihung oder Initiation (im Jungschen Sinne) gebracht werden soll. Völlig frei von gelegentlichen Fehlinterpretationen sind die Texte nicht. Aber insgesamt ist das Studium eine Lebensaufgabe. Eine Textprobe, wahllos herausgegriffen:
„Die Götter waren Menschen; und alle Menschen können Götter werden, doch nur aus freier Wahl und wissend. Denn wer sich blindlings leiten lässt, wird zu bequem, und das ist Menschenvorrecht! Und noch eins sei Euch mit auf Euren Weg gegeben: Wenn der Schüler reif ist, kommt der Lehrer! Das innere Muss sei Euch Gesetz des Handelns, nicht äußeres Sollen!“
(Schlag 1998, S. 10)
Hier eine Textprobe über den alchemistischen Prozess der „Abwaschung“ und „Reinigung,“ dessen symbolische Bedeutung den in Alchemie Belesenen verständlich ist:
„Die Teile, die aus der Teilung entstanden sind, werden durchdrungen vom Wasser der Schlange, von den Wassern der Taube. Nieder fällt in der Retorte das, was aufstieg – als Tau und wäscht den König und die Königin in der Retorte. Wohlverstanden: Teile. Jeder einzelne Teil wird umspült von den Wassern des aufwärts strömenden Jordans...“ (Schlag 1996, S. 220)
Oskar Schlag hat eine der umfangreichsten Bibliotheken der Welt über okkulte und hermetische Literatur zusammengetragen, die sich heute in der Züricher Zentralbibliothek befindet.
Die Auflage der Seth-Bücher geht in die Millionen. Die Dichterin Jane Roberts (1929-1984) begann 1963 mit ihrem Mann als Trance-Medium den verstorbenen Soldaten „Frank Withers“ zu channeln. Nach der vierten Oui-ja-Board Sitzung identifizierte sich dieser als „Seth“, der zum bekanntesten gechannelten Wesen der Neuzeit wurde. Fünf der Bücher mit dem „Seth Material“ von Jane Roberts wurden Bestseller. Seth erklärt, dass der Mensch ein mehrdimensionales Wesen sei, dass er sich seine eigene Realität erzeuge, viele Inkarnationen erfahre und da alles in ewiger und unendlicher Gegenwart geschehe, könne er seine eigene Vergangenheit und Zukunft sowie auch sich selbst gestalten.
Jane Roberts war überzeugt, dass Seth kein Teil ihres Unterbewusstseins ist. „Er repräsentiert den größeren Teil der Psyche, aus dem unsere eigene Art Bewusstsein hervorgeht.“ (Roberts 1979)
Seth bezeichnet sich selbst als „Energie-Essenz-Personalität“.
Mit der Lehre Seths identisch ist die von „Ramtha.“ Er soll dem Medium Judy Z. Knight (geb. Hampton) in Roswell im hellen Sonnenlicht als eine große Gestalt erschienen sein und ihr gesagt haben: „Ich bin Ramtha der Erleuchtete. Ich bin gekommen, um dir über die Notlage zu helfen, “ woraufhin Judy Knight das Bewusstsein verlor. Nachdem Shirley McLaine über Ramtha in ihrem Buch „Dancing in the Light“ berichtet hatte, wurde Judy Knight zur Millionärin. Denn viele Leute zahlen für eine Sitzung (mit im Durchschnitt 700 Teilnehmern) bei ihr 400 $ und kaufen Video- und Tonaufzeichnungen der gechannelten Ansprachen. Ramtha behauptet, vor 35.000 Jahren in Atlantis gelebt zu haben. Aufgrund seiner Warnung vor bevorstehenden Naturkatastrophen zog Judy Knight nach Yelm in Washington. Nach einer Meldung in der New York Times vom November 1986 folgten ihr rund 1.500 Menschen nach Yelm.
Manche Geister behaupten, dass sie aus einer Vielzahl von „alten Seelen-Fragmenten“ zusammengesetzt seien, wie beispielsweise „Michael“, der hauptsächlich von Jessika Lansing, aber auch von vielen anderen Medien, gechannelt wird. Nach 20 Jahren empfangener Offenbarungen von Michael antwortete Jessika Lansing auf die Frage eines Wissenschaftlers, ob sie Michael glauben würde. Ihre Antwort: „Manchmal“. (Hoodwin 1995)
Auch „The Urantia Book“ von Anonymus, das in den 1930er Jahren erschienen ist und von der Urantia Foundation 1955/1981 wieder neu aufgelegt wurde, soll von vielen Wesen geschrieben worden sein. Dieses Buch ist 2.100 Seiten dick! Der Arzt Dr. William Sadler, Professor an der Universität von Chicago, hat das betreffende Medium seit 1911 achtzehn Jahre lang in rund 250 Sitzungen kritisch begleitet und festgestellt, dass die Informationen, die angeblich von einer außerirdischen Quelle stammen sollten, mit Sicherheit nicht vom Unterbewussten des Mediums selbst kommen konnten. (Sadler 1929)
„Lazaris“, der von Jach Pursel gechannelt wird, soll ebenfalls aus einer Gruppe von Wesen bestehen, die jedoch niemals Menschen gewesen seien.
Das beste Beispiel für gechanneltes Wissen soll nach Ansicht des Philosophen Jean Houston der vom Postangestellten zum Farmer gewechselte Jen Carey in Missouri mit den Botschaften von „Raphael“ liefern. (Carey 1982)
Ruth Norman channelt den großen Physiker Nikola Tesla. Inzwischen sind 13 Bände mit dessen Botschaften unter dem Titel „Tesla Speaks“ Erschienen. Aber auch andere große Geister aus Philosophie und Wissenschaft melden sich angeblich bei ihr (Plato, Sokrates, Kopernicus, Kepler, Newton, Einstein...). (Klimo 1998) Niemand wurde von den Sitzungsteilnehmern allerdings auf seine Identität hin überprüft.
Doppelt unsicher und unüberprüfbar ist die Identität von gechannelten „Außerirdischen.“ Einmal ist es fraglich, ob Außerirdische überhaupt in unserer Logik denken und sprechen können und zum anderen muss der Adressat für deren Botschaften überzeugt sein, dass die Quelle sich so einfach in menschliche Psychen einklinken und sie besetzen kann. Diesen Zweifel hat auch Robert Anton Wilson, der ebenfalls meint, dass es fraglich sei, „ob es wirklich einen ASW-Kanal gibt, durch welchen man sein Nervensystem durch Metaprogrammierung darauf abstimmen kann.“ (Wilson 1977)
Da die Insassen von Unbekannten Flugobjekten bereits mehrere tausend Mal auf Erden landen gesehen wurden (Vallée 1969, Phillips 1985) ist nicht einzusehen, dass sie den Menschen ausgerechnet über den Umweg eines Mediums Nachrichten mitteilen sollten, wenn sie dies – wenn sie wollten – ganz leicht im leiblichen Körper tun könnten. Die lebendigen Außerirdischen verweigern aber jede Art von ausführlicher Konversation mit uns. Erst recht müssen sämtliche gechannelten Botschaften als Fälschungen interpretiert werden!
Selbst wenn ein mentales Medium fließend „die Sprache der Außerirdischen“ zu sprechen scheint, darf man nicht davon ausgehen, dass die Botschaften tatsächlich von Wesen anderer Planeten stammen, wie es vielleicht behauptet. Zu Ende des 19. Jahrhunderts verblüffte das mentales Medium „Hélène Smith“ (Catherine Elise Müller) (1861-1929) Wissenschaftler mit ihren Trance- Niederschriften. Der Psychologe Prof. Theodore Flournoy studierte das Medium und seine gechannelten Produkte.
Angeblich meldeten sich Marie Antoinette und eine indische Prinzessin. Hélène Smith schrieb Mitteilungen im ihr unbekannten Sanskrit. Im Jahr 1896 tauchte die Transperson „Mann vom Mars“ auf, die die Verhältnisse auf seinem Planeten in einer eigenartigen Sprache („Marssprache“) schilderte und Landschaften durch das Medium zeichnen ließ. Flournoy analysierte die Phonetik und Schrift, die grammatischen Formen, die Konstruktion und Syntax, sowie Vokabular und Stil. Die Marssprache zeigte alle Anzeichen einer echten Sprache. Schließlich fand Flournoy heraus, dass diese Kunstsprache eine Erfindung des Unterbewussten des Mediums gewesen war, denn sie besaß mehrere Anlehnungen an das Französische, die Muttersprache von Hélène Smith (Grammatik und Konstruktion waren gleich). (Flournoy 1914)
Wenn bereits ganze Sprachsysteme vom Unterbewusstsein erfunden werden können, sollte man dann nicht auch erwarten können, dass dieses historische Gestalten „mit großen Namen“ und deren Taten erfinden kann? Und wer war eigentlich der Betrüger: des Mediums Unterbewusstsein oder eine Fremdpsyche, die sich der verborgenen Kenntnisse des Mediums bediente? Und warum werden das Medium und der Forscherkreis überhaupt an der Nase herum geführt?
Irgendeine Persönlichkeit will Aufmerksamkeit erheischen und bindet die Menschen durch ein sehr aufwendiges Phantasieprodukt, vielleicht um so seelische Kräfte von den Sitzungsteilnehmern abziehen zu können. Oder handelte es sich nur um einen „kosmischen Clown“, der Spaß an der Verwirrung der Leute hatte?
Das Unterbewusste von Hélène Smith war wohl kaum in der Lage, das fertige Sprachprodukt sofort fehlerfrei und ausgereift beim ersten Auftritt des „Marsmenschen“ wiederzugeben. Und doch scheinen sich Teile ihrer französischen Sprachkenntnisse darin wieder zu finden. Die wahrscheinlichste Deutung ist die, dass eine (möglicherweise französische) Fremdpsyche die sprachliche und zeichnerische Mars-Phantasie lange Zeit vorbereitet hat und durch das Medium channelte.
Es ist anzunehmen, dass antike Göttergestalten, die vor Jahrhunderten durch die Aufmerksamkeit der sie anbetenden Menschen psychische Nahrung erhielten, auch heute noch Beter aktivieren möchten. Die babylonische Göttin Ischtar oder Astarte, die in Alten Testament als der gewaltige Dämon Aschtaroth genannt wird und Göttin der Fruchtbarkeit war (nicht zu verwechseln mit der Schirmherrin der Liebe und Treue, dem Engel Ischtaroth), scheint heute als außerirdischer „Raumschiffkommandant“ „Ashtar“ oder „Ashtar Sheran“ Gefolgsleute hinter sich zu bringen. (Davidson 1967)
In Deutschland wurde er von H. Speer in Berlin gechannelt (Speer 1956). Aber auch anderswo auf der Welt wird Ashtar gechannelt, von Daniel Fry, George van Tassel und Eric Klein (Klimo 1998) und in neuerer Zeit von Tuella (1982). Ashtars Raumflotte beobachtet die Erde. Er sei vom Konzil der 7 Lichtstrahlen zur Erde gesandt worden und warnt vor Kernwaffen.
Bereits seit dem Aufkommen der spiritistischen Bewegung warnten Andrew Jackson Davis und Joseph Cummings vor „bösen Außerirdischen“, die „Diakka“ genannt wurden. (Truesdell 1883)
Sie sollten irgendwo in der Himmelsregion des Sternbildes Großer Drachen hausen. Dieses Gebiet sollte eine Ausdehnung von 1.803.026 Erdradien haben und ein totales Chaos darstellen. Milliarden Geister anderer Sonnen sollen sich dort aufhalten. Gleißend helle runde Lichter erscheinen dort und verwandeln sich in schwarze Bälle oder verschwinden einfach. Alle erdenklichen Formen wogen dort durcheinander, verkündete Davis.
Solche unkontrollierten Behauptungen fanden Gläubige. Der „transzendente Kommunikationskanal“ ist für viele Menschen schon Beweis genug für die Echtheit der Informationsinhalte. Auch der Umstand, dass die psychischen Projektionen guter Medien handfeste physikalische Wirkungen verursachen, lässt bei unkritischen Zeugen den Zweifel an der Relativität des nur Projizierten verschwinden.
Manche „Außerirdische“ kommen vom Planeten Essassani (Medium Darryl Anka), andere von Arcturus (Medien Norma J. Milanovich und José Argüelles) oder von Zeta Reticuli (Milanowich), (Argüelles), (Royal & Priest 1992).
Seit Beginn der 1990er Jahre kommen die gechannelten Transpersonen von den Plejaden.
Einige der sie channelnden Medien sind: Jani King (1991), Nina Jenice (1992), Barbara Marciniak (1992), (Barbara Marciniak & Tera Thomas (1995), Barbara Hand Clow (1995) und Amora Quan Yin (1996).
Diese Beispiele sollen einen Überblick über das geben, was sensitiven Menschen begegnen kann, wenn sie sich durch Einnahme anderer Bewusstseinszustände aktiv oder passiv Einflüssen aus der geistigen Welt öffnen. Medien, Schamanen, Magier und Medizinmänner begegnen sowohl Persönlichkeitsstrukturen ihres eigenen Unbewussten, als auch Verstorbenen und Wesen aus archetypischen Bewusstseins-Bereichen. Die Beschränkung der Kontakte auf Inhalte allein des eigenen Unterbewusstseins, so wie es professionelle Parapsychologen behaupten, geht rigoros an den Fakten vorbei.
4. Magische Bewirkungen durch Fernsuggestionen
Kein Wissenschaftler, der seine Karriere nicht gefährden will, nimmt das Tabu-Wort Magie in den Mund, wenn er die Phänomene der Wirklichkeit aufzählt. Mächtige Tabus behindern das Denken und die Forschung. Dabei sind bereits ganz alltägliche Wirkungen, die auch jeden Wissenschaftler treffen können, wie das Gefühl, von hinten angestarrt zu werden, durch wissenschaftliche Theorien bisher nicht zu erklären und als magisch zu bezeichnen, weil hier ein Subjekt ein anderes allein durch seinen Willen aus der Ferne zu sensorischen Reaktionen zwingt. Bereits die leicht zu demonstrierenden und überall wiederholbaren Experimente, können von niemandem mehr ernsthaft angezweifelt werden, nachdem seit 1990 weltweit viele Versuche durchgeführt wurden, durch eine Abfolge von Anstarren einer Person und Wegschauen die hochsignifikante Beeinflussung der Menschen durch bewusstes Anstarren als nicht zufälliger Effekt bestätigt werden konnte. Die Wahrscheinlichkeit dass die Fähigkeit, Blicke zu spüren, durch reinen Zufall entstehen könnte, lag bei Versuchen mit mehr als 18.700 Beobachter-Testpersonen-Paaren 1995 in Amsterdam bei 1 zu einer Milliarde. (Sheldrake 1997, S.310). Sheldrake erklärt (Sheldrake 2006):
„Der Blick wirkt auch dann noch, wenn er durch Fenster und durch Spiegel reflektiert wird. Die Testpersonen können wahrnehmen, aus welcher Richtung sie angestarrt werden, was auch der Alltagserfahrung entspricht. Blicke beeinflussen Menschen sogar durch Fernsehüberwachungsanlagen – selbst dann, wenn ihnen nicht bewusst ist, dass sie angeschaut werden.“
Und Sheldrake zieht aus diesen Experimenten den Schluss:
„Wenn das Gefühl des Angestarrtwerdens real ist, wie es den Anschein hat, dann stellt es einige der fundamentalen Doktrinen des Rationalismus in Frage... Es verweist auf nichts Geringeres als auf ein neues Verständnis der Natur des Geistes.“ (S. 218)
Wenn unsere Aufmerksamkeit auf etwas von uns entferntem gerichtet wird, erstrecke sich unserer Geist gleichsam nach außen, um sich mit dem fernen Objekt zu verbinden.
„Ich behaupte“, schreibt Sheldrake, „dass das Sehfeld des Beobachters mit dem Feld interagiert, das die angestarrte Person umgibt.“ (S. 274)
Ein Morphisches Feld soll von allen belebten Wesen ausgehen. Dabei ist Sheldrake bewusst, dass es eigentlich kein „Feld“ sein kann, da dessen Stärke ja mit der Entfernung nach einem Potenzgesetz abnehmen muss. Das ist sicher nicht der Fall. Die Wirkungen sind entfernungsunabhängig, wie Berichte belegen und wie Experimente mit Fernsehübertragungen angestarrter Personen im Nah- und im Fernbereich (beispielsweise zwischen London und London und zwischen London und Australien) belegen könnten. Sheldrake weiß aber nicht, was er stattdessen einführen sollte:
„Manche Menschen mögen das Wort ‚Feld‘ vielleicht lieber nicht verwenden, sondern vielmehr Begriffe wie Schwingungen, Energieströme, Ch‘i oder nichtlokale Quanteneffekte, die den Beobachter mit dem verbinden, was er beobachtet. Aber welche Begriffe man auch bevorzugt - das Gefühl angestarrt zu werden muss auf einem Einfluss des Schauenden auf die angeschaute Person, auf einer nach außen gerichteten Projektion vonEinflüssen beruhen. Dieses Gefühl offenbart, dass der Geist durch die Kraft der Aufmerksamkeit mit der Welt jenseits des Körpers verbunden ist.“ (S. 275)
Sheldrakes Ziel ist es, den formbildenden Einfluss in der Natur aufzuzeigen, der die Eigenschaft hat, sich entwickelnde Organismen, geistige Tätigkeiten, Gesellschaften zu gestalten und zu beweisen, dass er ein immanentes Gedächtnis hat. Er gibt seiner Hypothese die Struktur der morphischen Felder, die in der Biologie auf die Idee der morphogenetischen Felder und Resonanzen als Basis des Gedächtnisses beruht.
Psychologische Resonanz-Experimente zur Prüfung der Existenz der morphischen Resonanz sind negativ ausgefallen. (Ertel 1997)
Der Kernphysiker Hans-Peter Dürr über Sheldrakes Experimente zum Gefühl des Angestarrtwerdens (Dürr 1997)
„Wenn man etwas hat, was sich wiederholen lässt und was normale Menschen machen können, dann erzwingt es eine Diskussion darüber, . . . dann muss man sich damit wissenschaftlich auseinandersetzen.“ (S. 321)
Diese Experimente können gerade noch von „normalen Menschen“ ausgeführt werden. Die Objektivitätsforderung der Wissenschaft, wonach ein Experiment von jedem Menschen mit gleichem Ergebnis durchgeführt werden muss, unabhängig von seinen psychischen Fähigkeiten, ist aber schon dann nicht mehr erfüllt, wenn ein begabter Hypnotiseur eine Testperson nicht bloß anstarrt, um deren Aufmerksamkeit zu erzwingen, sondern wenn er die Person in Gedanken dazu bringt, handfeste physiologische Reaktionen zu zeigen.
Das versuchte beispielsweise der Hypnotiseur W. Greiner nach dem Ersten Weltkrieg mit einer befreundeten Dame. Sie saß mehrere Meter entfernt vor ihm auf einem Stuhl. Nach einigen Minuten der Konzentration auf die Dame durch Greiner ließ diese ihre Arme vom Schoß gleiten und fiel in eine kataleptische Starre, so wie es Greiner gewollt hatte (Greiner 1920).
In Anwesenheit einer Gesellschaft führte Greiner auch erfolgreich Fernhypnosen durch. Einem Freund, der einige Häuser von seiner Wohnung entfernt wohnte, erteilte er den fernhypnotischen Befehl, in tiefen Schlaf zu fallen. Anschließend verlangte er, sein Freund solle zu ihm kommen. Nach einigen Minuten kam Greiners Freund, der sich noch immer in einem Trance-Zustand befand. Nach der Wach-Suggestion erklärte dieser: „Ich saß am Tisch und las die Zeitung. Plötzlich wurde ich ganz müde und schlief ein.“ An weiteres konnte er sich nicht erinnern.
Eigentlich ist Fern-Hypnose nicht der richtige Begriff. Denn bei der Hypnose handelt es sich um die Einleitung einer Wirkung auf Menschen und Tiere durch Reize, Wort- und Suggestivreize und durch bestimmte taktile Reize. (Völgyesi 1963) Aber bei „Fernhypnosen“ werden keine physikalisch nachweisbaren Reize ausgetauscht. Hier zeigt sich bereits etwas dem Begriffe nach Magisches.
Bereits James Esdaile beschrieb erfolgreiche „hypnotische“ Beeinflussungen aus großer Distanz. Der Begründer der dynamischen Psychiatrie Pierre Janet beschrieb die Experimente seines Kollegen Dr. Gibert in Le Havre, der 1885 und 1886 fünfundzwanzigmal versuchte, die Testperson Leonie aus der Distanz zu hypnotisieren, wobei er 19 mal erfolgreich war. (Janet 1886)
Auch der russische Arzt L.L.Vasiliev wiederholte in den 1970er Jahren solche Experimente mit Fernhypnose. Zu bestimmten randomisierten Zeiten konzentrierte er sich auf eine entfernt wohnende Testperson und versuchte diese, in Schlaf zu versetzen. Die Testperson und er selbst wurden dabei jeweils von Mitarbeitern kontrolliert. Die Versuche verliefen so erfolgreich, dass Vasiliev seine Testpersonen in Faraday-Käfige setzen ließ, um zu testen, ob elektromagnetischen Wellen bei der hypnotischen Informationsübertragung eine Rolle spielen könnten. Das war nicht der Fall. (Vasiliev 1976)
Das Phänomen der Fernhypnose ist noch immer ungeklärt. Der Hypnotiseur muss zunächst eine Muster-Kommunikation mit der Zielperson herstellen, d.h. die Vorstellung ihres Bildes von der Person, das Muster, muss an die tatsächliche Gestalt adaptiert werden. Danach kann eine Kommunikation irgendwelcher Art (als Erregung bestimmter neuronaler Bereiche) in der Testperson erfolgen.
Psychologen gehen davon aus, dass der Hypnotisierte als Kommunikation einen visuellen oder akustischen Kontakt zum Hypnotiseur haben muss und dass die kognitive Funktion des Gehirns von der dominanten linken Hälfte zur rechten Gehirnhälfte des Hypnotisierten verschoben wird. (Graham & Perniacano 1979) Dem Hypnotiseur wird erlaubt, durch Befehle die Tätigkeit seiner linken Hirnhälfte zu übernehmen, um von dort aus die dem Hypnotisierten unbewussten Handlungen auszuführen. Der Hypnotiseur steht über den Blickkontakt mit der Testperson in direkter Kommunikation. Wie jedoch die Muster-Kommunikation bei entfernten Testpersonen hergestellt wird, kann nicht erklärt werden. Im Falle des Angestarrt-Werdens, bleibt die Art der Kommunikation rätselhaft.
Daher lehnten und lehnen viele Wissenschaftler das Phänomen der Fernhypnose als nicht bewiesen ab, denn hier äußert sich eine Fernwirkung oder Nichtlokalität einer Einflussnahme durch den Geist auf das Gehirn eines Anderen. Und das sei nach Meinung des berühmten Physikers Herrmann Helmholtz „völlig unmöglich.“ (zitiert in Heywood 1961)
Die Entdeckung des künstlichen Somnambulismus, wie man die Hypnose damals nannte, wurde erstmals 1784 von Armand Chastenet, dem Marquis de Puységur, einem Mitarbeiter von Franz Mesmer, beschrieben. Bereits damals wurden sämtliche Phänomene des Hypnotismus entdeckt, wie Katalepsie, Amnesie, Analgesie, Halluzinationen, posthypnotische Phänomene, Unempfindlichkeit. Dr. Elliotson führte in den 1840er Jahren an einem Londoner Hospital die ersten Operationen durch, bei denen die Patienten durch Hypnose anästhesiert waren. (Elliotson 1843)
Sein Kollege Dr. James Esdaile nahm zehn Jahre später in Indien einige hundert Operationen mit hypnotischer Anästhesie vor, wobei die Patienten keinerlei Schmerz verspürt hatten. (Esdaile 1846/1975) Physiologische Wirkungen unter Hypnose können auch auf Distanz erzielt werden.
Hundert Jahre nach Esdailes und Elliotsons Behandlungen unter hypnotischer Amnesie führten der Psychologe William Braud und die Anthropologin Marilyn Schlitz 13 Studien mit 62 „Beeinflussern“, 271 Testpersonen und 4 Versuchsleitern an der Mind Science Foundation in San Antonio, Texas, durch, welche den Beweis lieferten, dass eine Person zumindest die Hautfunktion einer anderen auf eine Distanz hin willentlich beeinflussen kann, wenn verschiedene Visualisierungen und Feedbacks ihrer Targets verwendet werden. (Braid & Schlitz 1989)
Jeder Mensch kann nach einigem Training in die Lage versetzt werden, sich selbst gedanklich physiologisch zu beeinflussen, sich so auch zu heilen. Das Training kann z.B. durch gedankliche Rückkopplung über die Beobachtung der Hirnstromaktivität erfolgen. Diese Biofeedback-Experimente haben bewiesen, dass es möglich ist, unter einem gewissen Grad freiwilliger Kontrolle jeden physiologischen Prozess unter Kontrolle zu bringen, kontinuierlich zu verstärken, zu überwachen und aufzuzeichnen. (Green & Green 1977)
An die Wirksamkeit von Hypnose glaubt heute die überwiegende Mehrheit der Menschen. Wie oben gezeigt, sind diese Phänomene aber bereits erste Hinweise auf die Realität magischer Bewirkungen.
Vielleicht wird es dem Leser nun leichter fallen, auch magische Wirkungen zu akzeptieren. Doch „jeder zeigt seine Schmerzgrenze zwischen dem, was er noch zu glauben bereit ist, und dem, was er für baren Unsinn hält, an einer anderen Stelle,“ stellt der Physiker Dürr fest (Dürr 1997, S. 240).
5. Belege für die Wirkungen echter Magie
Es wurde bereits festgestellt, dass der Mensch in psychischen Ausnahmesituationen Zugriff zu Informationen bekommen kann, die von Fremdpsychen geliefert werden. Alle Magier arbeiten mit eigenen seelischen Kräften und mit der Unterstützung von Fremdpsychen. Im Folgenden werden einige der glaubwürdigsten historischen und zeitgenössischen Berichte aus den Gebieten der Magie, Mystik und Alchemie untersucht, um zunächst einen Überblick über die Phänomenologie zu bekommen. Diese hermetischen Wissenschaften galten einst als Geheimwissenschaften der Priester, werden heute jedoch von der breiten Öffentlichkeit und Wissenschaft als abergläubischer Unsinn oder Taschenspielerei von Ignoranten, Scharlatanen und geistig Unterbelichteten abgetan.
Seit Jahrtausenden vereinigte sich in der Magie der Wille mit dem Intellekt im leidenschaftlichen Verlangen der Menschen nach übersinnlicher Erkenntnis. Auch die überwältigenden Ergebnisse der Wissenschaft seit der Aufklärung können die Überzeugung der Menschen nicht ändern, dass es noch andere Daseinsebenen gibt als die, von der ihm seine Sinne berichten. Die hermetische Wissenschaft ist eine Methode, über die Erscheinungswelt hinauszugelangen und die Wirklichkeit hinter den Erscheinungen zu erreichen. Daher sollte niemand, der den Menschen wirklich erkennen will, das Studium der hermetischen Wissenschaft versäumen, wie sehr ihre oberflächlichen Absurditäten ihn auch abstoßen mögen.
Magie ist die Kunst und die Fähigkeit, mit den Mitteln der Imagination, der Intuition und der Willenskraft gezielte Veränderungen im Bewusstsein und in der Umgebung zu bewirken und dies sowohl auf spirituellmentaler als auch auf materiellkausaler Ebene.
Die Basis des magischen Denkens besteht in einer Art Sinnvermutung. Ihr folgt meist der Wunsch, mit dem Wissen um diesen Sinn Macht zu haben über die Natur und über die Menschen.
Es gibt in allen Kulturen drei Grundannahmen in der Magie:
1) die Annahme nichtmaterieller Ideenkomplexe oder „Lebensenergie“, „Od“, „Prana“, „Orgon“, „Ch‘i“,
2) die unbegrenzte Macht des disziplinierten menschlichen Willens und
3) die Lehre von der Analogie oder unmittelbaren Entsprechung von Schein und Wirklichkeit.
Mit dem Einsteinschen Theorie-Grundsatz hat die Wissenschaft seit der Aufklärung enorme Fortschritte gemacht und abergläubische Vorstellungen des Mittelalters über Wirkungen von Magie, Mystik, Alchemie und Astrologie aus dem rationalen Bild von der Welt ausgeschlossen. Die primitiven Vorstellungen und Hypothesen der in diesem Glauben verhafteten Laien waren so falsch und unhaltbar, ihre Produkte so bescheiden und zweifelhaft, dass aus dem mittelalterlichen Wissensbereich der „magia naturalis“ nur noch die kausal beschreibbare Naturwissenschaft übriggeblieben ist.
Alles, was nicht messbar und berechenbar ist, hat nach Descartes in der rationalen materiellen Beschreibung der Welt nichts zu suchen. Das Geistige, das Imaginative, das Bewusstseinsphänomen, sie wurden zu Epiphänomenen und schließlich als Fiktionen der Wirklichkeit abgewertet. Eine Wechselwirkung zwischen der „res extensa“ und der „res cogitans“ wurde ausgeschlossen.
Trotzdem gab und gibt es immer wieder Beobachtungen von Wirkungen in der physikalischen Welt, die allein auf einen menschlichen Geist als Verursacher zurückzuführen sind. Diese Fakten mussten zwangsläufig angezweifelt werden, zumal die vorgebrachten Erklärungen reiner Unsinn zu sein schienen: Magier meinten, das Wetter beeinflussen, Menschen verhexen und Kranke allein durch Besprechungen heilen zu können; Alchemisten glaubten, aus Blei Gold machen zu können, Astrologen wollten aus der Stellung der Sterne Ereignisse vorherbestimmen. Das muss doch alles wissenschaftlicher Unsinn sein...
Natürlich muss versucht werden, alle neu entdeckten und gesicherten Fakten in ein Gesamtverständnis der Welt einzufügen. Wenn dies nicht im alten Weltbild gelingt, muss es erweitert werden. Tut man es nicht, so werden die Menschen immer wieder durch solche Phänomene überrascht und verunsichert. Eine Verunsicherung der Menschen will die Wissenschaft ja gerade vermeiden. Ihre Entdeckungen sollen Sicherheit bringen und Ängste vom Menschen fernhalten.
Die Skeptiker glauben, dass die Bekämpfung neuer, nicht sofort erklärbarer Beobachtungen und die Erhaltung von Gewissheit dem Menschen besser täten, als sie mit unverstandenen Fakten im Ungewissen zu lassen. Daher ihr erbitterter Kampf gegen alles Paranormale, das sie als irrational bezeichnen. Eine andere Wissenschaftler-Gruppe vertritt dagegen die Meinung, dass alle Beobachtungen und menschlichen Erfahrungen auf Faktizität hin überprüft und im bestätigten Fall ins Weltbild eingeordnet werden sollten.
Geller, dem sämtliche Zauberkünstler, die ihn untersuchten, paranormale Fähigkeiten bescheinigten, hat, ohne das zu wollen, zur Klärung der Fronten beigetragen: hier die Skeptiker als Verteidiger von Gewissheit – dort Verteidiger der als wahr erkannten, aber unverstandenen Fakten.
Nicht nur Entertainer haben die Gewissheit des physikalischen Weltbildes ins Wanken gebracht, sondern auch die bedeutendsten Physiker mit ihren Fähigkeiten selbst:
Unter Physikern ist der „Pauli-Effekt“ bekannt. Der Physik-Nobelpreisträger Wolfgang Pauli setzte von ihm nicht zu kontrollierende psychische Kräfte frei, die handfeste Auswirkungen im physikalischen Bereich hatten. George Gamow schrieb, dass Pauli nur ein Laboratorium zu betreten brauchte und die Geräte und Instrumente versagten, zerbrachen oder begannen zu brennen. Man schwieg darüber. War der Physiker nun ein Zauberer, vielleicht sogar ein schwarzmagischer, weil nur destruktive Wirkungen von ihm ausgingen? (Pietschmann 1995)
Wenn man dem Pauli-Effekt Glauben schenkt, muss man wohl auch denjenigen Ethnologen glauben, die Zauberpraktiken bei den Naturvölkern bezeugt haben.
Skeptiker gehen davon aus, dass sämtliche Phänomene der Wirklichkeit heute bekannt und verstanden sind. Daher glauben sie an keine der Anomalien, die paranormale Fakten darstellen. Sie wünschen sich die Wirklichkeit zurecht, indem sie nur das für möglich halten, was theoretisch erklärt werden kann. Sehen sie etwas „Unglaubliches“, dann erfinden sie aus Feigheit vor den weltanschaulichen Konsequenzen irgendeine Erklärung dafür, sei sie noch so albern, weil ihnen diese nach dem Occamschen Einfachheits-Prinzip immer noch mehr einleuchtet, als „Unmögliches“ für Tatsache zu halten. Das Weltbild des Skeptikers ist sehr eingeschränkt, bleibt aber ohne Überraschungen und Rätsel.
Dieser Weltsicht fühlen sich alle großen Nachrichtenmedien verpflichtet: Die Leser oder Zuschauer dürfen nicht noch weiter verunsichert werden, als sie es bereits durch Terroristen, Finanzpolitik und Klimakatastrophen sind. Skeptiker sein heißt, einem weltanschaulichen Glaubensprinzip zu huldigen. Und Gläubige lassen sich durch Fakten nicht überzeugen. Während die orthodoxen Skeptiker ihre Vermutung verteidigten, dass Geller nur trickst und keinerlei paranormale Fähigkeiten besitzt, nahmen kreative Menschen das „Geller-Phänomen“ ernst und suchten es in jedem Menschen zu entwickeln.
In den 1980er Jahren führte Jack Houck von der Michigan State University Parties durch, zu denen er Dutzende Menschen einlud, um mit ihnen spielerisch Löffel durch Gedankenkraft zu verbiegen, was schließlich – nach einiger Zeit – auch gelang. Jetzt war der „Geller-Effekt“ nichts Einmaliges mehr. Und der an Multipler Sklerose leidende Gary Sinclair, der erfolgreich an solchen Parties teilgenommen hatte, versuchte, sich mit eben dieser Gedankenkraft selbst zu heilen, was ihm auch gelang. Jahre später, nun als Therapeut ausgebildet, begann er, die Fähigkeit des Metallverbiegens auch anderen Menschen beizubringen. Jeder, dem die Fähigkeit, Löffel zu verbiegen 1.500 $ wert ist, kann sich diese von Sinclair beibringen lassen, vorausgesetzt, er erhält noch Platz auf dessen Warteliste. (Playfair 1999) Metalle verbiegen durch Gedankenkraft ist demnach so erlernbar wie Radfahren oder Schwimmen.
Schon immer haben Magier behauptet, dass wir nur dadurch keine paranormalen Prozesse ausführen können, weil uns die Zuversicht fehlt, dass es funktionieren wird (Leadbeater 1911).
Der Magier Frater V. D. spricht von einem „eingebauten Rationalismus-Skeptizismus“, der uns hemmt, „unmögliche“ Wünsche zu realisieren. (V. D. 1985) Und der Magier Phil Hine schreibt:
„Eine der mächtigsten ‚Kräfte‘, die der Magier entwickelt, ist eine gewisse Haltung – ein Grad selbstüberzeugter und selbstbewusster Zuversicht“ (Hine 1995)
Für Skeptiker ist so etwas reiner Unsinn. Wenn das Unmögliche scheinbar trotzdem gelänge, wird behauptet, es wird betrogen oder der Betreffende leidet unter Selbstbetrug. Prokop und Wimmer (1976) waren der Meinung, „dass alle Personen, die an Teilbereiche des Okkultismus glauben, entweder an ‚Soziopathie/ Psychopathie‘, ‚Schizophrenie‘, ‚Epilepsie‘ oder ‚Minderbegabtheit‘ leiden.“
Dessen ungeachtet sehen sich viele Wissenschaftler nun mit der Frage konfrontiert, wie Geist-Materie-Wirkungen theoretisch verstanden werden könnten.
Der „Geller-Effekt“ war nur der Auslöser. Paranormale Phänomene erweisen sich zunehmend als Fakten. Diese Phänomene reichen über unser gegenwärtiges wissenschaftliches Verständnis weit hinaus. Vordringlich ist immer die mit wissenschaftlichen Methoden herzustellende Sicherung der Faktizität eines Phänomens; mögliche Erklärungen sind zunächst zweitrangig. Das unterscheidet den kritischen von einem skeptischen Wissenschaftler. Guy L. Playfair schreibt:
„Auf vielen Gebieten hat die Wissenschaft es vorgezogen, sich um Antworten zu drücken, zum Beispiel, wenn es um die Grenzen des Geistig-Seelischen und dessen mögliches Überleben des körperlichen Todes geht...
Da war ein junger talentierter Unterhalter, der im Sinne solcher ‚aseptisch‘ vorgesetzten Magie behauptete, ‚wirkliche, das heißt echte Magie‘ zu betreiben. Mit diesem Anspruch lud er den Zorn der Berufsillusionisten, die sich gern eben auch ‚Magier‘ nennen, auf sich, denn er behauptete ja nicht weniger, als das wirklich zu können, was sie mit Tricks vorgaukeln würden. Zudem brachte er eine Menge Wissenschaftler gegen sich auf, indem durch ihn verdeutlicht wurde, dass PSI-Phänomene sich den Untersuchungsmethoden gegenwärtiger Wissenschaft weitgehend entziehen.“
(Geller & Playfair 1986)
Der sehr kritische Journalist Jonathan Margolis stellt fest:
„Die professionellen Skeptiker scheinen mir dogmatischer zu sein als die überwiegende Menge der Wissenschaftler. Ich vermute, dass die Skeptiker in hundert Jahren im Rückblick eher wie abergläubische Primitive erscheinen, die das große Bild nicht erkannten, denn als Prometheusgleiche Lichtbringer in ein Zeitalter zunehmender paranormaler Finsternis.“
(Margolis 1999)
Außer skeptischen Wissenschaftlern, Soziologen und Journalisten sind überraschenderweise auch die Kirchenvertreter gegen das Untersuchen magischer und mystischer Erscheinungen. Diese kennen sie zwar von ihrem Religionsstifter und von den Heiligen. Von nicht kirchlich gebundenen Menschen sollten ihrer Ansicht nach keine „Wunder“ verursacht werden können. Doch von den Avataren, den inkarnierten Göttern, wie beispielsweise Jesus und Sai Baba, soll hier nicht die Rede sein, sondern von einfachen Menschen, welche die Gabe der Magie von Geburt an oder durch Erlernen erhalten haben.
„Es trifft den Lebensnerv der katholischen Anstaltskirche,“ schreibt Alain Godet in seiner Dissertation (1982), „denn: wird das Seelenheil gleichsam durch eine magische Naturtechnik für jeden individuell und sozusagen demokratisch erreichbar, so wird der Anspruch der Kirche als bestellte Verwalterin des ‚thesaurus salutis‘ obsolet.“
Die dem magischen Weltentwurf zugrunde liegenden individualisierenden und demokratisierenden Tendenzen kann der Machtapparat Anstaltskirche nicht tolerieren. Godet:
„Die katholische Kirche hatte dem Glauben mancherlei Zeremonien und sichtbare Heilswirkungen beigelegt, die zwar leicht als Veräußerungen und kryptomagische Veranstaltungen zu bemerken waren, aber nichtsdestoweniger den christlichen Glauben als solchen objektivierten und absicherten. Der Glaube der Reformierten aber, der ein rein persönlicher Glaube in und an Gott war, konnte im Grunde durch ein äußeres Kriterium gar nicht mehr bestätigt werden.“ Durch den entmythologisierenden Bultmann wurden auch die letzten magischen und mystischen Glaubensinhalte des Neuen Testaments ausgeräumt und der Glaube dem „modernen Denken“ angepasst. Nach Julius Evola (1985) zeichnet sich das Christentum als eine der einseitigsten priesterlichen Überlieferungen aus und hat sich dann so weit in dieser Richtung fortentwickelt, dass es beinahe vollständig als eine einfache Religion ohne jede Esoterik geendet hat. Es wird auf Rationales reduziert und psychologisiert und „der modernen Zeit angepasst.“
„Kirchen, vor allem die evangelische, “ stellt Hans-Peter Dürr fest, „entzaubern den Glauben selbst. Kleingemahlen durch die Mühle der Aufklärung versuchen sie eine Schadensbegrenzung dadurch zu erreichen, dass sie sagen, alles sei doch nur symbolisch zu verstehen.“ (Dürr 2001)
Dabei enthält die Bibel mehrere Stellen, an denen von magischen Handlungen der Heiligen die Rede ist, beispielsweise in 1. Könige 18, 41-46: Der Prophet Elias rettete die Ernte durch Regenzauber. Oder im Neuen Testament: Der Zauberer Simon Magus zeigt dem Kaiser Nero, dass er fliegen kann. Petrus überbietet dessen Kräfte, indem er ihn abstürzen lässt, wobei sich Simon beide Beine bricht.
Seit Thomas von Aquin wurde alle Magie als teuflisch verdammt. Noch heute glauben die meisten Menschen, dass Magie nichts anderes als Schadenszauber durch Verhexung bedeutet, weil Reisende und Missionare aus Ländern mit primitiven Einwohnern weniger über Heilungen, sondern fast ausschließlich über bösartige Anwendungen der Magie durch Eingeborene berichteten. Auch die Hexenverbrennungen durch die Inquisition im Mittelalter, die zur Genüge bekannt sind, werden von einigen Klerikern mit der Reaktion auf Schadenszauberer begründet.
Arthur Schopenhauer (1788-1860) schreibt:
„Der grausame Eifer, mit welchem zu allen Zeiten die Kirche die Magie verfolgt hat, scheint nicht bloß auf den oft mit ihr verbundenen Absichten, noch auf der vorausgesetzten Rolle des Teufels dabei zu beruhen, sondern z.T. hervorzugehen aus einer dunklen Ahnung und Besorgnis, dass die Magie die Urkraft an ihre richtige Quelle zurück verlege; während die Kirche ihr eine Stelle außerhalb der Natur angewiesen hatte.“
(Schopenhauer 1874/ 2000)
Dabei hat selbst die Wissenschaft ihren Ursprung in der Magie. Sie war die erste, die nach sichtbaren und verborgenen Kräften der Natur forschte. Alle Naturwissenschaft war den frühen Griechen gleichbedeutend mit Götterwissenschaft, und alle Naturereignisse waren Götterhandlungen. (Wetzel 1980) Götter und Dämonen des Polytheismus waren, wenigstens zum größten Teil, personifizierte Naturkräfte. (Schopenhauer 1847/ 2000)
Magie galt in der alten Tradition als die höchste Weisheit und die Mutter aller Kultur. Ursprünglich als eine Geheimwissenschaft in den Händen von Priestern, degenerierte sie in den Händen von Ignoranten und Scharlatanen zu einem abergläubischen Unsinn und zur Taschenspielerei. Verfolgt von der Kirche wurde die Hohe Magie nur in verschwindend kleinen esoterischen Zirkeln fortgeführt.
Die Basis des magischen Denkens liegt in einer Art Sinnvermutung. Ihr folgt meist der Wunsch, mit dem Wissen um diesen Sinn Macht über die Natur und über die Menschen zu haben. Sinnvermutung erteilt der Welt einen Zauber – Wissenschaft entzaubert.
Bis spät ins Mittelalter hinein wurden Naturphänomene gemeinsam mit magischen Erscheinungen als „magia naturalis“ behandelt. Erst im 18. Jahrhundert fiel eine Entscheidung, die das Nebeneinander von wissenschaftlichen und magischen Theorien beendete. Seither kümmern sich Wissenschaftler nicht mehr um Magier und umgekehrt. Entsprechend dem Descarteschen Dualismus beanspruchen die Vertreter beider Richtungen, die Welt richtig zu erkennen. Karl-Heinz Göttert (2002) stellt ein seit einigen Jahrzehnten anhaltendes Umdenken fest: „Neben dem reinen Wissenschaftler und dem Magiegläubigen traten jene Zwitterwesen auf, die an beidem teilhaben wollten: die Doppeltgebildeten statt der Halbgebildeten.“
Verstand man früher unter Magie die Anrufung unsichtbarer Mächte, um diese zu Wirkungen in der sichtbaren Welt zu veranlassen, wird Magie heute als „Veränderung realer Wahrscheinlichkeiten mit psychischen Mitteln“ definiert. (z.B. Douval 1955, Otremba 1992, Escher 1996, Pollak-Rudin 2010) Eine genauere Definition gibt der praktizierende Magier Frater V. D.:
„Magie ist die Kunst, die Wissenschaft und die Fähigkeit, mit den Mitteln der Imagination, der Intuition und der Willenskraft gezielte Veränderungen in Bewusstsein und Umgebung zu bewirken, und dies sowohl auf spirituellmentaler als auch auf materiellkausaler Ebene.“(V. D. 1984)
„Magie arbeitet mit dem viel feineren Gespinst unterschiedlichster Zeitqualitäten und scheinbarer Akausalitäten, in einem Universum also, in dem das Symbol einen ebensolchen Wirklichkeitscharakter besitzt wie die stoffliche Materie. Magie ist das Steuern von Zufällen.“ (V. D. 1983a)
„Magie besteht nach Francis King, Steven Skinner und William Gray aus einer Veränderung der Wahrnehmung bzw. des Bewusstseinszustands, mit deren Hilfe schließlich auch Effekte auf der rein materiellen, physischen Ebene erzielt werden können. Durch erweiterte Sinneswahrnehmung gelangen wir über die Wahrnehmung von Sinnzusammenhängen zur Sinnfindung.“
(V. D. 1983b)
Oft sehen magische Operationen wie Zufälle aus. (Ich spreche dann immer von „arg strapazierten Zufällen“) „Magie ist ungemein aufwendig und funktioniert genau so oft auch nicht, oder erst viel später, wenn man es gar nicht mehr erwartet,“ erklärt der Magier Emil Stejnar (2003). „Oder das Gewünschte realisiert sich, hat aber ganz andere Folgen als erhofft.“
Das magische Weltbild beruht auf der Annahme, dass der Raumzeit der sichtbaren, greifbaren stofflichen Welt noch eine „feinstoffliche, geistige Daseinsform“ überlagert ist, und es möglich ist, von einer Ebene auf die andere einzuwirken. (Stejnar 2003)
In vielen Fällen geht die magische Bewirkung über in eine mediale, d.h. passive Haltung des Bewirkenden. Ein physikalisches Medium will nichts bewirken, ist rein passiv und lässt sich benutzen, entweder durch sein eigenes Unterbewusstsein, Spaltenpersönlichkeiten oder Fremdpsychen. Ein Magier bewirkt aktiv und bewusst. Ein Medium lässt passiv durch sich wirken.
Besonders häufig ist bei medial begabten Personen eine automatische Betätigung, beispielsweise automatisches Schreiben, Malen oder Komponieren. Die meisten Trancemedien merken nicht, dass sich eine Spaltpersönlichkeit aus dem eigenen Unbewussten manifestiert und „Offenbarungen“ channelt, wie wenn diese von einer Fremdpsyche kämen.
Der Parapsychologe Dobberkau ließ sich zu einem Medium ausbilden und schilderte, was er im Übergang zum Trance-Zustand in einer Séance erlebte. Kurz bevor er sein Bewusstsein verlor, empfand er die Wünsche der anwesenden Teilnehmer wie einen hypnotischen Zwang, Antworten auf ihre unausgesprochenen Fragen zu geben. Er hätte sogar einem Druck nachgeben können und mit der Stimme eines verstorbenen Verwandten eines der Anwesenden sprechen und diesen vollkommen echt imitieren können. Die Teilnehmer hätten die Äußerungen dann als die des Geistes des Verstorbenen interpretieren müssen.
Auf diese Weise sind viele Offenbarungen der Medien missverständlich aber beglückt von den Séance-Teilnehmern aufgenommen worden. Im Offenbarungsspiritismus haben sich nicht nur Verstorbene, sondern auch „Gott-Vater“ bei so genannten Vatermedien und „Außerirdische“ gemeldet. In keinem Fall sollten die Teilnehmer einer Sitzung auf Beweise für die Identität des „Geistes“ verzichten. Echte Fremdpsychen versuchen solche Beweise auch zu liefern. Das ist kein Misstrauen gegenüber Fremden, sondern eine ganz normale Vorsichtsmaßnahme gegen Lügen.
Bei luziden Medien, also Medien, die nicht in den Zustand eines getrübten Bewusstseins fallen, ist die Gefahr, auf falsche Geister hereinzufallen, weniger gegeben, da sie im Zustand hellen Bewusstseins das Wahrgenommene kontrollieren und beurteilen können. Luzide Medien geben einer Fremdpsyche die Möglichkeit, sich ihrer Hände zu bedienen, um zu malen, Noten und Texte zu schreiben. Anhand der Qualität dieser Produktionen lassen sich dann Intelligenz, Talent und Befähigung einer Fremdpsyche einschätzen und deren außerkörperliche Existenz bestätigen.
Über die paranormalen Leistungen von Medien (Materialisationen, Dematerialisationen, Levitationen, Unverwundbarkeit, direkte Stimme) soll an dieser Stelle nicht berichtet werden. Es ist nur wichtig zu wissen, dass manche Magier auch Medien waren bzw. sind, dass sie also sowohl im passiven Zustand als auch durch ihren Willen paranormale Wirkungen erzeugen können.
Ob im passiven Zustand eines Mediums das eigene Unbewusste oder eine Fremdpsyche den Willen hat, etwas zu bewirken, muss in jedem Fall gesondert festgestellt werden.
Bis zur Schaustellung magischer Fähigkeiten in der Öffentlichkeit durch Uri Geller blieben echte Magier stets im Verborgenen. Wo magische Darbietungen gezeigt wurden, handelte es sich ausschließlich um Bühnen-Zauberkunst. In Indien kennt man die Fakir-Magie als Tricks, beispielsweise das „Mangobaum-Wunder.“ Im „Seiltrick“ arbeitet der Fakir mit Hypnose in Form einer Massensuggestion, indem Illusionen ins Bewusstsein der Zuschauer projiziert werden (McGill 1977).
Im Unterschied zu den Zaubermärchen unserer Kindheit und den kitschigen Harry Potter-Geschichten ereigneten sich magische Akte in der Geschichte nur sehr selten. Einige bekanntere Beispiele seien genannt:
Von glaubwürdigen Zeugen wird versichert, dass der Bischof von Regensburg, Albertus Magnus (1193-1280), im Winter einen schneebedeckten in einen trockenen, mit duftenden Blumen bedeckten Tisch verwandelt habe. Auch soll er einen unsichtbaren Diener gehabt haben, der ihn mit seinem ständigen Gerede so nervte, dass ihn Albertus Magnus wieder zerstört hat. (Peyn 1990)
Der „doctor mirabilis“ Roger Bacon (1214-1294), der aus der Erfahrungswissenschaft den Begriff des Naturgesetzes ableitete und der scholastischen Methode das Erfahrungs- und Quellenstudium entgegenstellte, definierte die Magie als „praktische Metaphysik“ (Evola 1985).
Nach Martin Luther ließ der Abt von Sponheim, Johannes Tritemius (1462-1516) vor Kaiser Maximilian einige Kriegsherren der Vergangenheit sichtbar erscheinen.
Der Advokat und Redner der Stadt Metz, Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim (1486-1535), der ab 1524 drei Jahre lang auch Hausarzt der Königin-Mutter Herzogin von Savoyen war, reiste viel in Frankreich, Deutschland und Holland. Er schrieb die umfangreichen „Magische Werke“ (Nettesheim 1985) als „Geheime Philosophie.“ Einst soll in dessen Abwesenheit einer seiner Schüler aus diesem Zauberbuch einen Dämon beschworen haben, wobei er – vielleicht vor Schreck – starb.
Als Agrippa den Toten fand, soll er den Dämon nochmals beschworen und ihn in den Körper des Schülers gezwungen haben. Der auf magische Weise wiederbelebte Schüler taumelte dann mit Agrippa zum Marktplatz, wo er vor aller Augen nochmals verstarb. Wahrscheinlich ist dies nicht mehr als eine Sage. (Rinne 1982).
Zu seinen Lebzeiten war Philippus Theophrastus Bombastus Paracelsus von Hohenheim (1493-1541) wenig berühmt. Als Wander- und Wunderarzt zog er durch Europa. Er war der erste, der chemische Substanzen zur Behandlung von Krankheiten einführte. Paracelsus schrieb über Magie und Alchemie. Er erklärt: „Ein starker Glaube und eine mächtige Vorstellungskraft sind die zwei Säulen, welche das Tor des Tempels der Magie stützen.“
Im Gegensatz zu ihm war Dr. John Dee (1527-1608) bereits Zeit seines Lebens berühmt,als einer der bedeutendsten Gelehrten Englands. Er fertigte Landkarten von Grönland und Nordamerika an und war maßgeblich an den Planungen zur Niederwerfung der Spanischen Armada beteiligt. 1555 wurde er in London für kurze Zeit wegen Ausübung der Magie eingekerkert. Mit einem ehemaligen, wegen Unterschlagung verurteilten Notar, Edward Kelly (1555-1597), begann er, Engelwesen zu beschwören (Casaubonus 1659 und 1970). Diese Wesen diktierten den beiden ein System, mit dem man die Engel in einer Sprache zitieren kann, wie sie bereits Henoch erfahren hatte (später mehr darüber).
In neuerer Zeit wurde die Magie durch die Bücher des Ex-Abbé Alphonse-Louis Constant („Eliphas Levi“) wiederbelebt. Levi (1810-1875) schrieb rd. 200 Bücher und experimentierte auch mit magischen Ritualen. Seine bedeutendsten Werke sind „Dogme de la Haute Magie“ (Levi 1884/ deutsch: 1975) und „Rituel de la Haute Magie“ (Levi 1856/ deutsch: 1975). In Deutschland erinnerten Goethe und Novalis an einen „Magischen Idealismus.“ 1857 schrieb der Arzt Dr. Heinrich Schindler „Das magische Geistesleben“, und 1891 erschien Dr. Carl du Prels „Die Magie als Naturwissenschaft.“ In ihnen äußert du Prel die Vermutung, dass magische Wirkungen durch eine von Frhr. v. Reichenbach entdeckte „Kraft“, die er „Od“ nannte, bewirkt wird.
Der bedeutendste Magier des 20. Jahrhunderts war der Dichter Aleister Crowley (1875-1947), der zeitlebens hart an sich arbeitete, studierte und experimentierte und die bis dahin wichtigsten Werke zum Verständnis der Magie verfasste, in 10 Bänden „Equinox“, „Magie in Theorie und Praxis“ (Crowley 1970) und in vielen weiteren Schriften.
Moderne Systeme der Magie wurden von Austin Osman Spare (1886-1954) mit „The Book of Pleasure“ (Spare 1913) und Pete J. Carroll eingeführt, in „Liber Null“ (Carroll 1980) und „Liber Kaos“ (1994)
Das ist nur eine Auswahl der bedeutendsten Magier und ihrer wichtigsten Werke. Die Parapsychologie befasst sich nicht mit Magie: „Dem wissenschaftlichen Grundsatz verpflichtet, ist sie streng an den rationalen Bereich gebunden, kann nie in das Nichtrationale eindringen, sondern lediglich beschreiben und katalogisieren. Die Grenzüberschreitung findet nicht statt.“ (Wichmann 1982)
6. Angeborene, erworbene und von Transpsychen verliehene magische Fähigkeiten
In der Untersuchung der Gabe und Fähigkeit magischen Wirkens sind mehrere Phänomene und Ursachen zu unterscheiden: Es gibt Menschen mit magischen Fähigkeiten, die sie passiv besitzen, ohne sie willentlich anzuwenden. Das sind die Medien und Mystiker, über die später noch berichtet wird. Die andere Gruppe bilden die aktiven Magier, die ihre Fähigkeiten anwenden und demonstrieren:
(1) Magier, die mit ihrer Gabe geboren werden,
(2) Magier, die ihre Fähigkeiten erlernt haben.
(3) Magier, die von einer außerpersönlichen Instanz geleitet werden
Zu (1): Angeborene magische Fähigkeiten
1.1 Grigorij Rasputin
Zu den bekanntesten Personen mit magischen Kräften zählt zweifellos der Wandermönch oder Staretz Grigorij Jewtimowitsch Rasputin (1871-1916) aus Prokowskoje bei Tobolsk in Sibirien. Er war kein Heiliger, kein Asket, kein Mystiker, sondern ein von inneren Dämonen getriebener Mensch, mit einem tief religiösen Glauben. Rasputin war der Ansicht, dass Sexualität eine göttliche Gabe wäre, die man zügellos ausleben sollte. (Maria Rasputin 1934/70)
Seine speziellen Fähigkeiten zeigten sich schon in seiner Kindheit. Als ein Pferd seines Vaters lahmte, umarmte Grigorij dessen Bein und wünschte Heilung, die dann auch spontan erfolgte. Er wusste auch immer, wenn ein Besuch bevorstand, konnte den Tod eines Menschen im Dorf voraussehen und kannte die Gedanken der Anwesenden. Mit 14 Jahren entdeckte er die Religion, die ihm bald zur Besessenheit wurde. Durch sein ausgezeichnetes Gedächtnis konnte er ganze Passagen aus der Bibel nach einmaligem Anhören auswendig aufsagen.
Als er 16 Jahre alt war, traf er auf eine Frau mit blutenden Wunden. Er legte ihr seine Hände auf und bemerkte erstmals, dass er allein durch seinen Willen und durch sein Gebet den Blutfluss stoppen und die Wunden schließen konnte. Mit 18 Jahren erlebte er während der Arbeit auf dem Felde eine helle Lichterscheinung, die eine in weite Gewänder gekleidete Dame umhüllte, die er als die heilige „Jungfrau von Kasan“ identifizierte.
Rasputin hoffte zeitlebens, diese Dame wiederzusehen und führte seine Kräfte auf deren Unterstützung zurück. Er heiratete jung, hatte vier Kinder, von denen ein Junge früh starb. Plötzlich hatte er eine innere Eingebung mit der Aufforderung, auf die Wanderschaft zu gehen. Vier Jahre lang hörte seine Familie nichts von ihm. In Sibirien wurde er durch einige seiner Heilerfolge bekannt. Er besuchte die Klöster in Athos und fuhr nach Jerusalem. Schließlich kam er für längere Zeit wieder nach Prokowskoje.
Als der an der Bluterkrankheit leidende Zarewitsch Alexej schwer erkrankt war und die Ärzte nicht zu helfen wussten, wurde Rasputin nach St. Petersburg geholt, wo er Alexejs Blutungen stillen konnte. Die Zarenfamilie behielt ihn am Hofe. Die höfische Gesellschaft bemerkte mit Argwohn den zunehmenden Einfluss, den Rasputin auf die Zarenfamilie hatte. Man bemerkte, dass er die Handlungen der Menschen nach seinem Willen beeinflussen konnte.
Bemerkenswert ist der Bericht einer Hofdame und Diplomatengattin, die anlässlich eines Hofmahles in Peterhof neben ihn gesetzt worden war. Diese Dame verabscheute Rasputin und dessen Lebenswandel zutiefst und kehrte ihm ihren Rücken zu. Da hörte sie ihn flüstern: „Küssen Sie meine Hand, Madame!“ Entrüstet blickte sie ihn an und sah in seine Augen. Und wie unter einem hypnotischen Zwang musste sie ihm seine Hand küssen. (Fürstin Karadja 1933) Dieser Bericht steht im Widerspruch zu der allgemeinen Auffassung, dass kein Hypnotiseur Menschen gegen ihren Willen zu Handlungen zwingen könne.
Die Hofgesellschaft zwang Zar und Zarin, sich von Rasputin zu trennen, und dieser fuhr wieder zurück nach Sibirien.
Am 20. September 1912 verletzte sich der Zarewitsch in Grodno so schwer, dass er zu sterben drohte. Wieder waren die Ärzte machtlos. Zur gleichen Zeit ahnte Rasputin in Prokowskoje, dass dem Zarensohn etwas Schlimmes zugestoßen war. Zeugen berichten, dass Rasputin auf die Knie fiel, irgendetwas zu sehen schien und sagte: „Ich werde ihn mit Gottes Hilfe retten“. Dann betete er lange.
In Grodno war es 21 Uhr, als die Ärzte sahen, dass Alexej aus der Ohnmacht erwachte und sagte: „Väterchen Grigorij war bei mir...Er hat mich bei der Hand genommen und mich die Straße zu Euch zurück geführt. Seine furchtbaren Schmerzen waren wie weggeblasen, und die Blutungen hatten aufgehört. (Leute 1977)
1.2 Herbeiwünschen von Personen
Ein Beispiel für den ersten Fall stellt Barton Stay (1811-1886) dar. Er konnte Kranke durch „Hand auflegen“ oder aus der Ferne durch seinen starken Willen heilen. Mit 18 Jahren wünschte er beispielsweise, seine Cousine Liddy möge ihn aufsuchen. Sie kam und stieg eine Leiter hinauf zum Fenster seines Zimmers.
Seine Erbschaft brachte er sehr schnell durch und hatte Schulden. Seine Überzeugungskraft war aber so groß, dass alle Gläubiger, die er aufgesucht hatte, ihm seine Schulden erließen und ihm noch weiter Kredite gaben, so dass er sogar ein neues Haus in London erwerben konnte. Er gewann eine Wette, wonach er in einen Löwenkäfig gehen wollte, um einen Löwen zu beruhigen. Der Löwe war vor ihm ängstlich zurückgewichen. Mit dem gewonnenen Geld der Wette zahlte er die Kredite zurück. (Schrödter 1957)
Auch Wolfgang v. Goethe konnte sich, wenn er lange Spaziergänge machte, seine Freundin herbeiwünschen. Er dachte solange an das Mädchen bis sie ihm entgegenkam. Das Mädchen sagte zu Goethe; „Ich konnte mir nicht helfen. Ich musste hier her.“ (Eckermann o.J.)
1.3 Stalins Magier
Ein großer Hellseher und Magier war Wolfgang Messing (1899-1974), der als Jude in einem kleinen Ort in Polen geboren wurde und später von Warschau über Berlin, Wien, Budapest und Paris nach Indien reiste. Er sah alle wichtigen politischen Ereignisse voraus, (die Zukunft der Juden, Niederlagen der deutschen Wehrmacht, den Ausbruch und das Ende des Krieges usw.) konnte aber keine Auskunft über sein eigenes Schicksal erhalten.
Messing zeigte einem Schaffner einst ein leeres Blatt, als dieser seine Fahrkarte sehen wollte. Der Schaffner knipste das leere Blatt und wünschte gute Reise. Als er einmal verhaftet wurde, ließ er die Wärter nur eine leere Zelle sehen, die Messing verließ.
In Russland prüfte Stalin seine Fähigkeiten, indem er ihm auftrug, von einer Bank 100.000 Rubel auf irgendeine Weise zu beschaffen. Messing zeigte dem Bankbeamten ein leeres Blatt Papier. Der Beamte stempelte es ab und zahlte das gewünschte Geld aus. Er konnte die Gedanken der Menschen lesen und diesen bestimmte Aufträge fernhypnotisch erteilen. (Küppers 2002)
1.4: Dr. Gustavo Rol
Seit 1927 demonstrierte der Jurist Dr. Gustavo Adolfo Rol aus Turin seine magischen Fähigkeiten. Wissenschaftlichen Untersuchungen stellte er sich leider niemals zur Verfügung, doch ist die Zahl der Zeugen und deren Reputation so groß, dass seine Gabe als erwiesen angesehen werden muss.
Nachdem der Parapsychologe Dr. Massimo Inardi ihn 1975 erlebt hatte, schrieb er über ihn:
„Wenn man mit Rol arbeitet, hat man den Eindruck, einem Phänomen gegenüberzustehen, dass auf einer grenzenlosen Begabung fußt, ohne Dimensionen, ohne Grenzen. Man fühlt sich klein gegenüber den Dingen, die etwas Übersinnliches, sogar etwas ‚Nicht-Menschliches‘ an sich haben.“ (Ventano 1980)
Der Journalist Renzo Allegri saß beispielsweise einmal mit Rol in einem Restaurant, um ihn zu interviewen. Während des Gesprächs bedeutete Rol dem Journalisten, das Tischtuch am benachbarten Tisch im Auge zu behalten. Kaum darauf aufmerksam gemacht, wurde auf dem Tischtuch - zum Erstaunen des dort sitzendes Gastes - eine Schrift mit einem nicht besonders anständigen Kraftausdruck sichtbar.
Rol agierte viel mit Spielkarten, allerdings nicht wie Bühnenmagier, sondern er berührte die Karten niemals selbst und ließ seine Gäste die Aktionen mit immer neu gekauften, noch verpackten Kartensätzen ausführen. Das hatte den Vorzug, dass ein Betrug so gut wie ausgeschlossen werden konnte.
Der Zauberkünstler Pitigrilli besuchte Rol in den 1960er Jahren. Er hatte zuvor drei Kartenspiele gekauft, die er nun bei sich trug. Rol forderte ihn auf, aus einem der frisch verpackten Kartenspiele eine Karte heraus zu nehmen. Pitigrilli legte die Kreuz-9 auf den Tisch. Dann verlangte Rol, dass Pitigrilli irgendetwas mit seinem Bleistift in die Luft „schreiben“ sollte. Der zeichnete mit einer Handbewegung seinen Namen. Darauf erschien Pitigrillis Unterschrift mit Bleistift geschrieben auf der Karte Kreuz-9.
Der Turiner Maler Enrico Gec hatte von sechs auf dem Tisch von Rol liegenden verpackten Spielkarten einen Packen in die Hand genommen. Rol sagte, Gec möge die Formel: „Hemma Hana iagei“ sprechen. Als dieser das tat, „explodierte“ der Kartenpack in seiner Hand und die Karten fielen zu Boden. Gec sollte eine von den Karten aufheben. Es war die Pique-10. „In welche Karte soll ich sie verwandeln?“ fragte ihn Rol. In Herz-Ass, verlangte Gec. „Halten Sie die Zehn fest und wiederholen Sie die Formel“ befahl Rol. Gec wurde blass als er sah, wie sich die Karte in seiner Hand verfärbte, grau wurde und sich ein rosa Fleck in der Mitte zu bilden begann, der sich weiter zum Herz-Symbol verwandelte. Alle Karten wurden eingesammelt. Im Kartenpack fehlte die Pique-10, und es befanden sich nun zwei Herz-Asse im Spiel.
Dieses Experiment war eines „des 3. Grades,“ und Rol selbst war unsicher, ob das zu zeigen erlaubt gewesen war und „Ihn“ nicht erzürnt haben könnte. Daher bat er eine der anwesenden Damen, sie möge irgendeines der vielen tausend in den Regalen stehenden Bücher aussuchen. Dann sollte sie drei Karten auswählen und daraus eine Zahl bilden. Diese Zahl sollte die Seitenzahl angeben, die sie in dem ausgewählten Buch aufschlagen sollte. Auf der ersten Zeile stand der Satz: „Er hatte ihn wirklich erzürnt.“ Das konnten alle Anwesenden nachlesen. Gustavo Rol erklärte, dass nicht er, sondern ein Anderer die Verwandlung der Karten ausführen würde.
Der Regisseur Frederico Fellini und die Schriftsteller Leo Talamonti und Donato Piantanida trafen Rol einst in einer Hotelhalle. Rol bemerkte Fellinis neue Schuhe und fragte ihn, ob er verärgert wäre, wenn er, Rol, einen der Schuhe beschädigen würde. Als Fellini verneinte, ertönte ein lauter Schlag. Rol bat Talamonti, seinen Fuß anzuheben. Unter dessen Schuhabsatz klebte die Hälfte des Gummiabsatzes, der bei Fellinis Schuh fehlte. (Pitigrilli 1970)
1.5: Silvio Meier
Ein weiteres Beispiel für eine besondere Begabung stellt Silvio Meyer aus Bern dar. In den 1970/1980er Jahren konnte auch er wie Uri Geller Gabeln verbiegen und Uhren an Kirchtürmen allein durch seinen Willen stoppen. Bekannt wurde, dass er einen Papierring einen Stanniolring durchdringen ließ. Prof. Hans Bender erzählte anlässlich eines Physik-Seminars 1980 im MPI Garching, an dem ich teilnahm, dass Silvio auf Wunsch seiner Freunde das Seil eines Floßes, auf dem sie sich befanden, lockern sollte. Das klappte nicht. Doch einige Tage später stand in der Zeitung, dass ein Seil genau dieses Floßes gerissen war und den Flößer durch den Ruck ins Wasser geschleudert hatte, so dass dieser ertrank. Silvio fühlte sich dafür verantwortlich und wollte nicht weiter mit Bender arbeiten. (Abbildung 4)

(4a) Ein Papierrahmen wurde von einem dünnen Aluminiumrahmen durch den Willen des Berners Silvio Meier durchdrungen.
Bildnachweis: Internet: Silvio Meier – Transwelten (von W. Schiebeler)

(4b) Silvio Meier demonstriert das paranormale Gabelbiegen.
Bildnachweis: Internet: Silvio Meier – Transwelten (von W. Schiebeler)
1.6: Burkhard Heims Experiment mit dem Autor
Der Physiker Burkhard Heim machte 1975 ein magisches Experiment mit dem Autor. Er hatte mich mit seiner Frau besucht. Es war ein schöner Sommertag und ich machte den Vorschlag, nach Salzburg zu fahren. Die Fahrt verlief planmäßig. Nur in den Straßen in Salzburg gab es kein Weiterkommen. Deshalb fragte ich, ob Heims nicht lieber zum Mondsee fahren würden, als länger im Stau in der Stadt zu stehen. Sie willigten ein. Vom Mondsee war es nur ein kurzer Weg zum Wolfgangsee. Heims waren damit einverstanden, dass wir auch noch dorthin fahren sollten. Später, um 22 Uhr zu Hause in Feldkirchen rief Heims Pflegetochter aus Northeim an und fragte Herrn Heim, ob es geklappt hätte. Herr Heim hatte seiner Pflegetochter vor seiner Reise zu mir gesagt, er wollte versuchen mich dazu zu bewegen, mit ihm zum Wolfgangsee zu fahren, was ich ursprünglich nicht vorgehabt hatte. Das war ein Fall von magischer Situationsbeeinflussung.
1.7: Eine bayerische Magierin
Auch Frauen können angeborene magische Fähigkeiten besitzen. Eine mir bekannte Dame G. im Alter von Ende Dreißig, konnte bereits im Alter von 12 Jahren ihre Freundinnen damit verblüffen, dass sich Türen auf ihren Wunsch hin von selbst öffneten. Sie projizierte Verhaltensweisen in die Köpfe Fremder, so dass diese unsinnige Handlungen ausführen mussten, so wie sie es wollte. Sie sieht Ereignisse und Schicksale der Menschen voraus (auch Morde), und findet Vermisste.
Vor unbedachten Emotionen muss sie sich in Acht nehmen, sonst fallen Glühbirnen und elektrische Geräte aus, Flaschen fliegen von den Regalen und lästige Fliegen fallen - zu Staub gewordenauf den Tisch. Defekte Geräte (Auto, Radio, Kühlschrank, Feuerzeug) funktionieren wieder, nachdem sie sich einige Zeit lang auf sie konzentriert. Sie kann Menschen heilen und erfolgreich beraten. Dabei meint sie, dass ihr hilfreiche Engel (Gabriel) und Jesus helfen, die sie in Visionen erschaut hat. (persönliche Mitteilungen)
zu (2): Erlernte magische Fähigkeiten
2.1 Ludwig Staudenmaiers mediumistisch/magische Experimente
Zur zweiten Gruppe gehören Menschen, die sich durch jahrelange strenge geistige Arbeit zu Magiern ausgebildet haben.
Der Professor für Chemie Ludwig Staudenmaier (1864-1933) war der erste, der die Wirkung magischer Kräfte in einem wissenschaftlichen Experiment überprüfen wollte. Seine Erfahrungen teilte er der Öffentlichkeit 1912 in seinem Buch „Die Magie als experimentelle Naturwissenschaft“ mit. (Staudenmaier 1968)
Er hatte bis zu seinem 36. Lebensjahr keinerlei mediale Fähigkeiten besessen und wollte diese nun durch eigene Übungen erwerben. Im Jahre 1901 setzte er sich einige Tage mit Bleistift und Papier an seinen Schreibtisch und wartete darauf, dass seine Hand von selbst zu schreiben beginnen würde. Zunächst schrieb seine Hand mühsam irgendwelche belanglosen Wörter. Aber nach zwei Wochen ging das Schreiben leichter und wurde verständlich. Eine gechannelte Person meldete sich: „Juli Norne ist da.“ Er schrieb die üblichen medialen Offenbarungen. Schließlich hörte er auch, was geschrieben werden sollte und verzichtete auf das Schreiben zugunsten der „inneren Stimme“.
Die Aussagen entsprachen vielfach nicht der Wahrheit.
Akustische Halluzinationen stellten sich bei Staudenmaier ein, die von einem subjektiven Empfinden zur objektiven Wahrnehmbarkeit wurden. Das Klopfen in der Wand wurde auch von seiner Mutter gehört. Spukeffekte setzten ein: Einmal wurden von unsichtbarer Hand alle Semmeln vom Tisch gefegt. Dann begannen Gesichtshalluzinationen. Staudenmaier stellten sich Personifikationen vor, die aussahen wie Napoleon, der deutsche Kaiser und ein Gummiball, der sich „Rundkopf“ nannte. Mehrere Jahre lang litt Staudenmaier unter Belästigungen durch diabolische Personifikationen eines „Bockfußes“ und eines „Pferdefußes.“
Staudenmaier selbst erkannte, dass der Schlüssel zum Verständnis der magischen Phänomene Halluzinationen und das Unterbewusste sind, und dass es freiwillige und Zwangshalluzinationen gibt. Die Informationskanäle nennt Hans Bender „Steigrohre des Unterbewusstens“.
Doch Staudenmaier stellt auch fest, dass die Halluzinationen zunächst subjektiver Art sind, sich jedoch soweit treiben lassen, dass sie objektiv und real werden können (S. 46)
Wenn die Tätigkeit des Unterbewussten zu lebhaft wird, drängt es dem bewussten Ich Zwangsvorstellungen auf, was zu pathologischen Zuständen führt. Das Unterbewusstsein kann sich in eine Anzahl von Teilpersönlichkeiten mit Sondergedächtnis und Sonderstreben aufspalten. Staudenmaier hat damit ganz bewusst multiple Persönlichkeitsstörungen (MPD) bei sich ausgelöst.
Zur Hervorbringung der Phänomene war eine gespannte Aufmerksamkeit und Konzentration der Gedanken erforderlich. Staudenmaier (S. 127):
„Wenn der Wind die Zweige bewegte, schienen Mörderhände nach mir zu greifen, unheimliche, schreckliche Gestalten mit gezücktem Messer mir zu drohen, schwarze finstere Gesellen mir aufzulauern; kurz die Wirkung war derart, dass ich es bald vorzog, diese Art von Medialität nicht weiter auszubilden.“
Dies ist alles noch keine Magie, denn „unter Magie versteht man seit alters her die Kunst, außerordentliche und wunderbare Wirkungen hervorzubringen, welche mit den bekannten Naturkräften oder vermittelst der im Menschen wohnenden bekannten Fähigkeiten nicht zu erreichen sind.“
Doch nach dieser Einübung in die Bewusstmachung unterbewusster Aktivitäten gelang es Staudenmaier schließlich, willentlich durch Bewegungsvorstellungen Fernwirkungen hervorzubringen und „größere Energiemengen über die Hand und über diese hinaus zu treiben, bis sich der Gegenstand bewegte“ sowie durch „halluzinatorisches Kopieren einer optischen Vorlage reale Halluzinationen“ zu erzeugen. (S. 53) Unter „Energiemengen“ versteht Staudenmaier das von Frhr. v. Reichenbach (1788-1869) so bezeichnete „Od,“ eine Art Lebensenergie, die vom menschlichen Körper ausgestrahlt wird, wie sensitive Personen festgestellt hatten.
Staudenmaier experimentierte 20 Jahre lang. Doch Naturwissenschaft kann die Magie nicht werden, wie er gehofft hatte, denn ihre Phänomene, wie die oben geschilderten, sind völlig von der Person des Ausübenden abhängig und daher subjektiv, obwohl sie objektiv demonstriert werden können.
Ein Neophyt oder angehender Magier muss seine Fähigkeiten nicht unbedingt über die Aktivierung des Unbewussten erlangen. Es gibt auch andere Wege, beispielsweise über Körper- und Willensbeherrschung, Konzentration und Gedankenstille, die in fernöstlichen Techniken gelehrt werden.
2.2 Frater Tiberianus
Zur zweiten Gruppe gehören Menschen, die sich durch jahrelange strenge geistige Arbeit zu Magiern ausgebildet haben, beispielsweise Frater Tiberianus, der in Göttingen lebte. Mit 19 Jahren hatte er in Madras Hatha-Yoga-Übungen bis zur Vollkommenheit geübt. Tiberianus gab 1950 einem völlig Erblindeten dessen Sehkraft zurück, brachte viele Apporte, konnte nur mit seiner Vorstellungskraft Symbole auf Fenster und Kachelöfen einbrennen. Er beherrschte auch die Psychokinese und las die Gedanken entfernt Wohnender (dem Heilpraktiker Geyer fielen am 15. Juni 1969 Ampullen ins Zimmer, die genau zu der Behandlung eines wartenden Patienten passten). Der Schriftsteller E.-M. Körner und Mathematikprofessor G. Lyra berichteten mir unabhängig voneinander unglaubliche Erlebnisse mit ihm, wollten mir aber dessen bürgerlichen Namen nicht nennen. Tiberianus teilte mir am 15. März 1974 auf einem Zettel mit: „Lieber Geistesfreund, werde endlich Innen wach!“
2.3 Der Schamane Apu Kuntur
Einer meiner Freunde, „Apu Kuntur,“ hat sich durch magische Selbstschulung zu einem Magier und Schamanen entwickelt, der nicht nur sein Empfindungsvermögen bewusst außerhalb seines Körpers versetzen, sondern auch mit geistigen Wesenheiten kommunizieren und Wetterverhältnisse beeinflussen kann. (Apu Kuntur 2010)
2.4 Yoga-Meister Swami Rama
Wie bekannt, gibt es in Indien Yoga-Lehrer, die den Schülern des Hatha-Yoga Siddis, also magische Kräfte, beibringen können. Ein solcher ausgebildeter Meister ist Swami Rama. Die Ärzte Elmer und Alice Green von der Menninger Stiftung in Topeka, Kansas, experimentierten 1970 mit ihm und stellten unter anderem fest, dass Rama willentlich die Temperatur seiner Hände innerhalb von Minuten um 6° C ab- und wieder ansteigen lassen konnte. Seinen Herzschlag senkte er in Sekunden von 90 auf 60 pro Minute.
Er bewegte Gegenstände ohne sie zu berühren, produzierte innerhalb von Sekunden Zysten in Muskeln und löste diese wieder auf. Als er in Chicago auf einer Bühne über Chakren redete, wurde er fotografiert. Die Fotos zeigten leuchtende Chakren. (Green, 1977) Swami Rama ist ein Beispiel dafür, dass große Yogis nicht auch moralisch hochstehende Menschen sein müssen. So soll er in den 1970er und 80er Jahren mehrere seiner ihm anvertrauten Schülerinnen vergewaltigt haben. (Webster 1990)
Zu (3): Magische Wirkungen, die überwiegend von Fremdpsychen ausgehen
3.1 Maître Philippe de Lyon
Ein Beispiel für die dritte Gruppe ist ein ganz außergewöhnlicher Mann mit Namen Anthelme Nizier Philippe (1849-1905), der in Lyon lebte und selbstlos vielen Menschen geholfen hat. 22 Jahre lang besuchten ihn jeden Tag bis zu 200 Kranke, von denen jeden Tag rd. 10 Unheilbare geheilt wurden (Blinde, Gelähmte, Krüppel). Nur Wohlhabende zahlten etwas für die Behandlung. Ein Diener nahm dieses Geld entgegen und verteilte es an Arme weiter.
Maître Philippe, wie er genannt wurde, sah Ereignisse in Vergangenheit und in Zukunft. Er materialisierte Geld, bezahlte die Miete für 53 arme Lyoner Bürger und konnte sich unsichtbar machen. Zar Nikolaus II. schenkte ihm ein Auto. Auf dem Markt holte er aus zwei Eiern goldene Louisdors heraus.
Seine Kräfte führte er auf seinen „Freund“ zurück. Er ließ durchblicken, wer dieser Freund war: Maître Phillipe hatte angeblich in einem früheren Leben zu den Jüngern Jesu gehört. Er führte ein normales Leben ohne Askese. Mehrmals wurde er „wegen illegaler Ausübung der Medizin“ verurteilt. (Marthaler 2009)
Wie kann man feststellen, welche Persönlichkeit einen Mystiker oder Magier leitet? Bei mentalen Medien lässt sich aus der Qualität der gechannelten Kunstwerke (Malerei, Kompositionen, Gedichte,...) oder aus der Genauigkeit der Informationen die Identität der Quelle bestätigen und ermitteln, ob es sich um verstorbene Künstler oder um unsichtbare weise Intelligenzen handelt. Im Falle von physikalischen Medien und Magiern stellen Heilungen ganz außerordentlicher Art den Beweis für die Identität eines hohen Meisters dar.
Wenn Maître Philippe behauptet, er hätte große Heilige als Helfer, so muss man ihm glauben, wenn durch deren Hilfe Tote wieder auferweckt werden, wie beispielsweise 1866 in La Gorge du Loup. Nachdem ein Kind in seiner Nachbarschaft gestorben und in einem Sarg aufbewahrt worden war, trat Maître Philippe an den Sarg und forderte die Tote auf, sich zu erheben. Das Kind tat dies und war fortan gesund. (Marthaler 2009, S. 105)
Um dem Arzt Dr. Encousse („Papus“) zu zeigen, wie ein Toter wiedererweckt werden kann, wählte er einen der Anwesenden aus, bewirkte bei diesem einen Herzstillstand, so dieser tot um fiel. Nach einigen Minuten wurde der Klient von Philippe wieder ins Leben zurück geholt und war vollkommen gesund.
(Abbildung 3)

(3) Maître Philippe de Lyon (1849-1905) heilte fast jeden Tag rund 10 unheilbar Kranke (Blinde, Lahme, Krüppel,...), materialisierte Münzen, bezahlte die Mieten für 53 arme Bürger und war am Zarenhof als Heiler tätig.
Bildnachweis: Miers, H. E., 1970: Lexikon des Geheimwissens, S.317; Freiburg i. Br.: Bauer
3.2 Daskalos, der Magier von Strovolos
Er stehe mit dem Teufel im Bunde, warfen ihm die abergläubischen Einwohner auf Zypern vor, als der „Magier von Strovolos“ begann, Kranke zu heilen. Viele Menschen setzen magische Fähigkeiten mit teuflischen Kräften gleich. Sie erkennen nicht, dass „der Böse“ nach Definition überhaupt nicht zu heilen imstande ist, sondern nur zerstören und lügen kann.
In Strovolos bei Nikosia lebte der Geistheiler Spyros Sathider (1913-1988), den seine Schüler Daskolos (Lehrer) nannten. Daskolos besaß seit seiner Kindheit „übernatürliche Kräfte“. Mit zehn Jahren war er einmal in den Löwenkäfig einer Zirkustruppe eingedrungen und hatte dort völlig furchtlos mit den mächtigen Katzen gespielt. Später lernte er, sich durch starke Konzentration geistig an andere Orte zu begeben und dort physikalische Wirkungen hervorzurufen (beispielsweise eine verlorene Schere vor dem Suchenden fliegen und in die Erde rammen zu lassen). Es wird berichtet, er habe auch Bohnen tanzen und fliegen lassen können. Zweige eines Ölbaumes und eines Rosenstrauchs soll er in Messing-Zweige transformiert haben.
Daskalos bezeichnete sich selbst als einen Heiler und Psychotherapeuten. Bei Heilungen wurde ihm von dem unsichtbaren „Yohannan“ (dem Evangelisten Johannes) und einem Meister „Hilarion“, der im Sudan als Wiederverkörperung des heiligen Petrus leben sollte, geholfen. Diese Helfer bewirkten Heilungen mit Daskalos Kräften. Seine Fähigkeiten hätte er bereits in einem früheren Leben erworben und in sein jetziges Leben mitgebracht. Der amerikanische Soziologieprofessor Kyriakos C. Markides suchte Daskalos mehrere Male in Zypern auf und war Zeuge mancher Heilungen durch ihn. (Markides 2011)
Daskalos‘ Lehre bestand aus einer Mischung von christlicher Mystik und indischer Religion, besonders der Reinkarnationslehre. In seiner Lehre werden drei Gottesbegriffe unterschieden:
Das Absolute Geistige ist das Unnahbare und Nichterfassbare. Davon sind der Christus-Logos und der Heilige Geist Teile, wobei der Christos-Logos die Existenz von Selbstbewusstsein (Persönlichkeiten) und die personifizierte Gottheit (Avatare) ermöglicht, und der Heilige Geist als dynamischer Teil des Absoluten ein unpersönliches Überbewusstsein darstellt, das der Mensch prinzipiell erreichen kann.
Seinem Besucher Markides erklärte Daskalos: „Um die grobstoffliche Materie zu beeinflussen, musst du von einer höheren Dimension aus tätig werden.“ (Er meinte damit wohl eine höhere Ebene in einer anderen Dimension).
In den Handlungen des Daskalos sehen wir, dass Magier mit einer paranormalen Begabung geboren werden, die von einer Fremdpersönlichkeit (z.B. für Heilungen) verwendet werden kann.
3.3 Wer führte Uri Geller?
Maître Philippe und Daskalos Sathider erklärten, ihre Fähigkeiten von Jesus bzw. von dem Evangelisten Johannes erhalten zu haben. Als Beweis dafür können wie deren außergewöhnliche Heilungen anerkennen. Im Gegensatz zu diesen haben sich die Führer des Uri Geller nicht durch ähnliche Handlungen ausgewiesen. Ihre Absichten, den Menschen helfen zu wollen, haben sie nicht erfüllt! Aber wer waren die unsichtbaren Mächte, die hinter Gellers Aktionen standen?
Uri Geller hat die Wissenschaftler am Stanford Research Institute (SRI) damit verwirrt, dass er ihnen gleich bei seinem ersten Besuch erklärte, seine Kräfte kämen von der Macht Außerirdischer.
Im Alter von drei Jahren hätte er, als er im benachbarten Garten spielte, zunächst ein Objekt in der Luft fliegen sehen, das einer riesigen Schüssel glich. Plötzlich stand unter dem schwebenden Objekt eine lichte menschliche Gestalt, die ihn durch einen Lichtstrahl zu Boden geworfen habe. Als er nach einiger Zeit der Bewusstlosigkeit wieder aufgewacht war, lief er weinend zur Mutter ins Haus und berichtete ihr das Vorgefallene. Mutter Geller glaubte ihrem Sohn nichts. Sie war nur überrascht, dass Uri danach mehrere Stunden lang schlief. Das fliegende Objekt deutet auf ein UFO hin, nicht aber auf einen Extraterrestrischen!
Immerhin werden auch Hypothesen über Zeitreisende und Ultraterrestrische als Insassen von UFOs diskutiert (Keel 1970, Vallée 1975, v. Ludwiger 2009).
Bis zu seinem 24. Lebensjahr glaubte Geller, Außerirdische hätten ihm die Fähigkeit gegeben, mit Gedankenkraft Wirkungen in der physikalischen Welt hervorzubringen, um dies so vielen Menschen wie möglich zu demonstrieren, damit sie erkennen, dass Geist auf Materie einwirken könne. So erklärte er sich seinen Drang, auf der Bühne die Menschen begeistern zu wollen. Denn ohne Zuschauer, zu Hause, sind ihm keine paranormalen Bewirkungen gelungen! Eine andere „Einwirkung Außerirdischer“ hatte er nicht empfunden. UFOs oder deren Insassen begegneten ihm nicht.
Das änderte sich, als ihn der amerikanische Arzt und geniale Elektroniker Dr. Andrija Puharich 1971 in Tel Aviv besuchte und ihn überredete, sich wissenschaftlichen Untersuchungen zu stellen. Weil es – wie Geller dachte – seine Aufgabe wäre, so viele Menschen und besonders Wissenschaftler unter ihnen von seiner Fähigkeit zu überzeugen, nicht aber von Labor zu Labor zu tingeln und sich als „Ginny-Pig“ ausbeuten zu lassen, lehnte er Puharichs Ansinnen vehement ab.
Ob hinter den Anweisungen für ihn allerdings wirklich Außerirdische standen, lässt sich nicht ermitteln. Jedenfalls haben sie nicht deutlich auf sich aufmerksam gemacht. Doch gerade dies behauptete Puharich.
Bereits im Jahre 1952 hatte er nämlich in Maine mit mehreren Leuten an einer Séance mit dem Inder Dr. Vinod teilgenommen, in der sich Stoff materialisiert haben soll, aus dem sich jeder der Anwesenden eine Schnur nehmen und um die Schulter legen sollte. Das Medium Vinod erklärte, dass durch ihn Abgesandte „der Neun“ sprächen, die sich als Extraterrestische darstellten, welche die geistige Evolution der Menschen der Erde voranbringen wollten. Einen Beweis dafür, dass sie UFO-Insassen wären, lieferten sie nicht.
Wer immer sich hinter den „Neun“ verbarg: Puharich trug sie in Gedanken mit zu Geller. Eine Fremdpsyche drängte Geller am 29.11.1971, sich einer Hypnose durch Puharich auszusetzen und gab sich als denjenigen „Außerirdischen“ aus, der Geller 1949 im arabischen Garten mit einem „Lichtstrahl“ „programmiert“ hätte. Sie seien neun Prinzipien oder Persönlichkeiten, die aus dem Weltall kämen, um den Menschen zu helfen. Die roboterartige Stimme kam irgendwoher aus dem Raum („direkte Stimme“) und gehörte nicht zu Geller (bei Dr. Vinod hatten die Neun noch akzentfreies Englisch gesprochen!)
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