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Gabriele Frankemölle
Petrina Engelke

AMERICAN
Christmas
Die schönsten Rezepte & Traditionen für eine
echt amerikanische Weihnachtszeit

INHALT
Vorwort
THANKSGIVING
Amerikas großer Familienfeiertag
Perfect Roast Turkey
Salmon with Pumpkin Crust
Turkey Breast with Cider Glaze
Maple Butter Carrots
Cornbread & Southern Cornbread Stuffing
Cranberry Sauce
Green Bean Casserole
Party Potatoes
Pumpkin Pie
Frozen Peanut Butter Cups
Von einer, die auszog, einen Riesenvogel zu braten
FRIENDSGIVING
Mitbring-Essen mit der Wahlverwandtschaft
Mac and Cheese
Three Bean Salad
Autumn Beef Stew
Apple Crumble im Glas
PRESIDENTIAL TURKEY PARDON
Der Braten lebt
Portobello Wellington
DAS GROSSE WEIHNACHTSGESCHÄFT
Von Black Friday bis Giving Tuesday
Tuna Melt Sandwich
Coney Island Chili Dogs
Red Velvet Cake
SEASON’S GREETINGS
Post von der Familie
Cranberry Liqueur
Pistachio & Dulce de Leche Fudge
Schmuck aus der Natur
DECK THE HALLS
Weihnachtsschmuck auf Amerikanisch
Christmas Wreath
Christmas Tree Snack
DAS GEHEIMNIS DER WEIHNACHTSGURKE
Warum grünt es so grün am Weihnachtsbaum?
Smoked Salmon Cucumber Salad
HOLIDAY LIGHTS
Leuchtende Vorweihnachtszeit
Apple Cider Punch
Hot Chocolate
CHANUKKA
Das andere Lichterfest
Latkes & Lox
CHRISTMAS TREE HUNT
Die Axt im Tannenwald
Clam Chowder
Coffee Chili
Butternut Squash Soup
Spiced Brownies
SANTA CLAUS
Der durch den Schornstein kommt
Chocolate Chip Cookies
RUDOLPH THE RED-NOSED REINDEER
Ein Weihnachtswunder für den Außenseiter
Rudolph Reindeer Cookies
ADVENT AUF DER COUCH
Es weihnachtet im Fernsehen
Turkey Broccoli Casserole
Banana Pudding
Tomato Soup & Grilled Cheese Sandwiches
UNTERWEGS IM ADVENT
Vom musikalischen Rundgang bis zum Plätzchentausch
Gingerbread Men (and Women)
Cream Cheese Christmas Cookies
Maple Bourbon Eggnog
Eggnog Cheesecake
Orange Cider Hot Toddy – three ways
CHRISTMAS DAY
Weihnachten feiern in den USA
Cranberry Mimosas
Cinnamon Swirl Bread
French Toast
Buttermilk Pancakes
Breakfast Casserole
Honey Glazed Ham
Holiday Roasted Vegetables
Wedge Salad with Blue Cheese Dressing
Hasselback Sweet Potatoes
Cranberry Trifle
KWANZAA
Afroamerikanische Festtage
Sweet Potato Peanut Soup
Jerk Chicken
Jollof Rice
Coconut Cake
NEW YEAR’S EVE
Silvester in Amerika
New Year’s Charcuterie Board
Cocktail Meatballs from scratch
NEW YEAR’S DAY POLAR PLUNGE
Eiskalt ins neue Jahr
Brain Freeze
Hoppin’ John
Register der Rezepte
Über die Autorinnen
Bildnachweis
VORWORT
Was macht die Gurke am Weihnachtsbaum? Warum isst der US-Präsident den Truthahn nicht, den er geschenkt bekommt? Und wieso gibt es in den USA so viele Schlafanzüge mit weihnachtlichen Motiven? Das alles haben auch wir uns lange gefragt. Erst bei der Arbeit an diesem Buch ist uns dann klar geworden: Es sind die Feiertage, die die besten Ideen hervorbringen – und auch die kuriosesten.
Die Familie kommt zusammen, es wird (zu)viel gegessen und Nostalgie hat Saison: Das haben die USA und Deutschland gemeinsam, wenn es um die Feiertage geht. Wir schreiben bewusst »Feiertage«, und nicht »Weihnachten«, denn da fängt es mit den Unterschieden schon an: In den letzten Wochen des Jahres feiern US-Familien viel mehr als nur Weihnachten.
Den Anfang macht Thanksgiving, für viele gehört außerdem Chanukka oder Kwanzaa dazu. Die Rezepte und Bräuche, die mit diesen Feiertagen verbunden sind, folgen den Geschmäckern von mehr als 330 Millionen Menschen; jeder siebte von ihnen ist im Ausland geboren. Sie kochen im Schneegestöber von Minnesota oder in der trockenen Hitze Arizonas, sie ziehen black-eyed peas im Garten oder kaufen sie in Dosen, und alte Familienrezepte entziffern sie auf Englisch, Spanisch oder Mandarin. So beruht dieses Buch auf einem ganzen Kontinent von Gerichten und Geschichten, auch wenn der Schwerpunkt im amerikanischen Winter Wonderland liegt: in Neuengland.
Für dieses Buch gingen wir auf die Suche nach regionalen und saisonalen Spezialitäten, die in den USA über die Feiertage gern gegessen werden, und fanden auch scheinbar »unfestliche« Traditionsgerichte. Einige davon hatte die eine von uns – Gabi Frankemölle – bereits 1985 während eines Austauschjahrs gesammelt, heute kocht sie im Münsterland amerikanisch. Immer wieder reist sie in die USA, um Neues zu entdecken. Die andere von uns – Petrina Engelke – »mariniert« im American Way of Life, seit sie 2010 in den Nordosten der USA gezogen ist. Dort schreibt sie über die Kultur und Politik des Landes – und über Menschen wie die Erfinderin des Chocolate Chip Cookies.
Die Arbeitsteilung für »American Christmas« war also klar. Bei Gabi schmorte zu Ostern ein 8-Kilo-Truthahn – unter Lockdown-Bedingungen für ein Publikum von zwei Personen. In Petrinas Stammbibliothek wunderte sich unterdessen das Personal, warum sie ausgerechnet im Frühjahr stapelweise Weihnachtsbücher auslieh. Unsägliche Verse über die Weihnachtsgurke, die davon inspiriert waren, hätten Ihnen glatt den Appetit verderben können. Deshalb kam die bessere Version davon in dieses Buch. Vielleicht ist das typisch Amerikanisch: Erst mal machen, dann verbessern.
Nach all den transatlantischen Zooms unseres virtuellen Buchteams steht jetzt nur noch ein aus: unser erstes gemeinsames »echtes« Festessen. Wir hoffen, dass unser Buch auch in Ihnen den Wunsch weckt, sich gute Gesellschaft einzuladen und amerikanisch zu feiern: vielfältig, fröhlich und immer bereit, eine neue Tradition zu starten.

Thanksgiving
AMERIKAS GROSSER FAMILIENFEIERTAG

Weihnachten ist in den USA eigentlich nur der Nachklapp: Die amerikanische Feiertagssaison beginnt schon am vierten Donnerstag im November. Thanksgiving ist der wichtigste Familienfeiertag im ganzen Jahr und bringt einen Gutteil des Landes auf die Straßen und Flughäfen. Der Tag vor Thanksgiving gilt als der Hauptreisetag des Jahres. Dann brechen die Menschen auf zu ihren Familien, die sie teilweise seit einem Jahr nicht mehr gesehen haben.
Am Feiertag selbst dreht sich fast alles ums Essen. Zunächst muss ein gigantischer Truthahn in den Ofen und dann möglichst rechtzeitig auf den Tisch, dazu ein halber Regenbogen an Beilagen: Rote Cranberry-Sauce, oranger Kürbiskuchen, gelber Kartoffelbrei und Grüne-Bohnen-Auflauf sind nur einige der typischen Gerichte. So manche Amerikaner*innen glauben, das alles beruhe auf einem fröhlichen Festmahl im Jahr nach der Ankunft der Mayflower: Zusammen mit den hilfreichen indigenen Völkern, die in Deutschland meist Indianer*innen genannt werden, hätten die englischen Siedler*innen ihre allererste amerikanische Ernte bei Braten und Kuchen gefeiert. Das klingt wunderbar, ist aber nicht wahr.
Die Geschichte des ersten Thanksgiving
Das Missverständnis beginnt schon mit den vermeintlich traditionellen Speisen: 1621 gab es in der Kolonie von Plymouth weder Kartoffeln noch Butter noch Mehl. Die Mayflower war auch nicht das erste europäische Schiff, das im heutigen Massachusetts anlegte. Einige der dort lebenden Wampanoag sprachen aufgrund früherer Kontakte zu Briten bereits Englisch. Sie schlossen mit den 100 Mayflower-Ankömmlingen einen Verteidigungspakt und zeigten ihnen, wie die einheimischen Pflanzen angebaut werden – aber zu deren erstem Erntefest waren sie nicht eingeladen. Dutzende Wampanoag-Männer marschierten kampfbereit zu der kleinen Kolonie, als sie von dort Schüsse hörten. Statt eines Kriegs war dort ein Festmahl mit Freudengeböller im Gange. Die Wampanoag blieben und steuerten mehrere Rehe zur Festtafel bei, die Stimmung war allerdings angespannt. Friedliches Beisammensein hatten die Siedler*innen auch beim ersten offiziellen Day of Thanksgiving nicht im Sinn. Im Jahr 1637 feierten sie damit ein Massaker: Englische Soldaten hatten mehr als 700 Menschen vom Volk der Pequot umgebracht – einschließlich der Frauen und Kinder.
Mit dem National Day of Mourning erinnern die indigenen Völker der USA an ihre Ahnen, die von den Ankömmlingen aus Europa vor 400 Jahren umgebracht wurden. In Plymouth veranstalten die Wampanoag dazu am vierten Donnerstag im November einen Trauer- und Protestmarsch. Abgesehen von diesem Tag feiert der Ort pauschal die Ankunft der Siedler*innen auf der Mayflower. Seit einigen Jahren aber beginnen manche Schulen, von der zuckersüßen Darstellung des »First Thanksgiving« abzurücken.
Wie Thanksgiving zum Feiertag wurde
Wie konnte dieser ganze Irrglaube überhaupt entstehen? Wie auch bei anderen vermeintlichen »Traditionen« in den USA, haben einzelne Menschen die Mär von Thanksgiving vorangetrieben; doch die erste Geige spielt dabei der Zeitgeist. Die Mitte des 19. Jahrhunderts war eine verwirrende Zeit. Die aufkeimende Industrialisierung und Verstädterung stellten das Leben vieler Amerikaner*innen auf den Kopf, Wissenschaft hinterfragte die religiöse Ordnung, neue Geldquellen wie Eisenbahnbau und Ölförderung überholten Pelzhandel und Landwirtschaft. Neue, schnellere Verkehrs- und Kommunikationswege verbanden zuvor isolierte Regionen und brachten zutage, was im Rest des Landes vor sich ging. Die Sklaverei wurde zur zentralen Frage. Es kamen Zweifel auf, ob sich die Vereinigten Staaten wirklich vereinigen lassen.
Diese vielfältigen Veränderungen entfachten eine tiefe Sehnsucht nach der guten alten Zeit. Und genau an dieser Kreuzung von Fortschritt und Nostalgie entstand das Thanksgiving, das die USA bis heute feiern. Das Ideal einer am Herd versammelten Familie war genau das passende Vorbild für ein Land, das Spaltung überwinden wollte. Und wer hätte dieses Bild besser zeichnen können als die Frau, die mit einer Illustrierten häusliche Trends setzte?
Die Mutter von Thanksgiving
Sarah Josepha Hale leitete über Jahrzehnte das meistgelesene Magazin der USA, sie überzeugte US-Bräute von einer Hochzeit in Weiß und die US-Regierung von einem Feiertag namens Thanksgiving. Die Vorzüge eines solchen Festtags beschwor Hale ab 1837 in Leitartikeln, Gedichten und herbstlichen Rezepten: Truthahnbraten mit stuffing sollte den Amerikaner*innen Thanksgiving buchstäblich schmackhaft machen. Zu diesem Hauptakt empfahl Hale unbedingt mehrere Gemüsebeilagen und Sauce, zum Nachtisch Pumpkin Pie und weitere Leckereien. Als i-Tüpfelchen gab sie in ihren Kochbüchern Tipps, die auch heute noch hilfreich sind, zum Beispiel: Bratenschneiden braucht Übung. Ein Massaker auf dem Teller sähe nicht nur peinlich aus, es könnten auch die besten Teile im Müll landen, warnte Hale mit Blick auf den Thanksgiving-Truthahn.
Obendrein ging Sarah Hale jahrzehntelang den mächtigen Männern ihrer Zeit auf die Nerven: Gouverneuren, Kongressabgeordneten und Präsidenten. Auf einen ihrer Briefe reagierte US-Präsident Abraham Lincoln. Am 3. Oktober 1863 erklärte er den letzten Donnerstag im November zu einem »Day of Thanksgiving and Praise«. Seine Begründung: Mitten in einem Bürgerkrieg beispiellosen Ausmaßes solle sich das amerikanische Volk Zeit für Dankbarkeit nehmen.
Dankbarkeit und Dampf ablassen
Bis heute gehören Spannungen zu Thanksgiving. Am Esstisch treffen oft verschiedene Persönlichkeiten und Ansichten aufeinander, und mit den Filterblasen der sozialen Netzwerke erscheint es manchen, die Fronten seien verhärtet wie nie. Die politische Spaltung der Gesellschaft zieht sich auch durch Familien. Entsprechend befassen sich Lifestyle-Magazine mit den Fragen, wie am Esstisch mit den rassistischen Sprüchen des Onkels oder der Stichelei der Schwägerin umzugehen ist.
Dampf ablassen können Streithähne beim Football. Seit ihrer Gründung hat die National Football League (NFL) an Thanksgiving Spiele angesetzt, und so läuft an diesem Tag in vielen Häusern der Fernseher. Heimspiele der Detroit Lions beginnen mittags, nachmittags folgen die Dallas Cowboys. Seit 2006 ist ein drittes Spiel am Abend hinzugekommen, bei dem jedes erdenkliche Team der Liga antreten kann. Dabei können die Familienmitglieder nicht nur über Spielzüge diskutieren, auch modisch gibt der Football an Thanksgiving Gesprächsstoff her:
Die Spieler treten meist in nostalgischen Trikots an. Auch eine andere Thanksgiving-Tradition bringt die Familien trotz aller Unterschiede zusammen: das Dankesagen. Oft gehört es zum Festessen dazu, reihum zu bekunden, wofür man in diesem Jahr dankbar ist. Irgendjemand erwähnt dabei dann meist auch das leckere Essen.
Perfect Roast Turkey
DER KLASSISCHE FESTTAGSBRATEN, SAFTIG & ZART
Was macht den Truthahn zum Perfect Roast Turkey? Das Bad in einer Würzlake. Es sorgt dafür, dass das Fleisch saftig bleibt – genauso wie die »Decke« über dem Truthahn während zwei Dritteln der Garzeit. Bitte denken Sie daran, den Auftauprozess rechtzeitig zu starten, wenn Sie einen tiefgefrorenen Truthahn zubereiten. Das kann Tage dauern und muss im Kühlschrank erfolgen.
Ergibt 12 Portionen
Für die Würzlake
6 l Wasser
225 g Salz
200 g Zucker
3 Zwiebeln, geschält und grob gehackt
2 Lauchstangen, geputzt und grob gehackt
3 Karotten, geputzt und grob gehackt
2 Stangen Staudensellerie, grob gehackt
3 Lorbeerblätter
6 Zweige Thymian
1 EL schwarze Pfefferkörner
Für den Truthahn
1 küchenfertiger Truthahn von 6–7 Kilo Gewicht
200 g Butter, geschmolzen
400 ml Weißwein
1 saubere Mullwindel (oder Geschirrtuch)
4 EL weiche Butter
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung
Bitte beachten: Die Zubereitung beginnt am Tag zuvor!
Für die Würzlake die Hälfte des Wassers mit Salz und Zucker aufkochen, dann vom Herd nehmen. Das vorbereitete Gemüse, die Gewürze und das restliche Wasser hinzugeben und vollkommen abkühlen lassen. Die Brühe in einen (supersauberen!) passenden Eimer füllen. Den Truthahn waschen, abtupfen und mit der Brustseite nach unten hineinlegen. Abdecken (mit Deckel oder mit Folie) und über Nacht oder maximal 24 Stunden kalt stellen.
Den Truthahn am Tag der Zubereitung aus der Lake nehmen und mit Küchentüchern trocknen. 1 Stunde bei Raumtemperatur stehen lassen. Währenddessen die Füllung (falls gewünscht, siehe Seite 25) zubereiten. Ofen auf 210 °C Ober-/Unterhitze vorheizen, Backblech auf die untere Schiene schieben.
Die geschmolzene Butter und den Wein in einer großen Schüssel verrühren, die Mullwindel (bzw. das Geschirrtuch) hineinlegen und sich vollsaugen lassen.
Den Truthahn mit der Brustseite nach oben auf das Backofengitter setzen. Die Leibeshöhle salzen und pfeffern und locker mit der Füllung füllen (falls verwendet). Die Beine zusammenbinden, die Flügel unterklappen. Den Truthahn mit etwas weicher Butter bestreichen, salzen und pfeffern. Dann die gefaltete Mullwindel über den Truthahn legen, sodass alles bedeckt ist.
Den Rost mit dem Truthahn über ein Backblech in den Backofen schieben und 30 Minuten bei 210 °C garen, dann die Temperatur auf 165 °C heruntersetzen. Truthahn etwa 2 weitere Stunden garen und dabei alle 30 Minuten mit dem restlichen Butter-Wein-Gemisch begießen. Das Tuch wird dabei braun – aber nicht schwarz, wenn Sie es immer gut durchfeuchten.


Für die Sauce
50 g Butter (alternativ abgeschöpftes Fett des Truthahns)
1 Möhre, geputzt und gehackt
2 Stangen Staudensellerie, geputzt und gehackt
1 Lauchstange, geputzt und gehackt
1 Zwiebel, grob gewürfelt
getrockneter Thymian und Rosmarin nach Geschmack
1 Lorbeerblatt
5 schwarze Pfefferkörner
½ Bund glatte Petersilie, grob gehackt
125 ml Weißwein
3 EL Weizenmehl
Salz und frisch gemahlener weißer Pfeffer
Nach 2,5 Stunden das Tuch abnehmen, den Truthahn wieder gründlich buttern und weitere 1–2 Stunden braten. Wird die Haut zu dunkel, mit Alufolie abdecken. Der Truthahn ist gar, wenn ein Bratenthermometer am dicksten Teil des Schenkels (nicht den Knochen berühren) 80–85 °C anzeigt.
Während des Garens die Sauce vorbereiten: Das Gemüse in der Butter oder etwas abgeschöpftem Truthahnbratenfett in einem separaten Topf schön braun anbraten. Gewürze und Petersilie dazugeben, den Wein und 1 l Wasser angießen und alles so lange einkochen lassen, bis noch etwa 500 ml Fond vorhanden sind, dann beiseitestellen.
Den fertig gebratenen Truthahn auf eine Platte heben, mit Folie abdecken und etwas ruhen lassen. Währenddessen den Saucenfond pürieren und (falls gewünscht) mit dem entfetteten Bratensatz des Truthahns verlängern. Mehl in 100 ml Wasser anrühren und nach und nach so viel von der Paste in den kochenden Saucenansatz einrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
Den Truthahn auf eine große Platte heben und am Tisch tranchieren.

Salmon with Pumpkin Crust
HERBSTLICHES FISCHGERICHT, GANZ EINFACH ZUZUBEREITEN
Lachsfilets werden mit einer Masse aus fein geraspeltem Kürbis, Lauch und Gewürzen überbacken – das sieht beeindruckend aus, schmeckt toll und gelingt auch Anfänger*innen, die sich an »große Braten« nicht herantrauen. Lachs mit Kürbiskruste ist außerdem eine gute Idee fürs »Thanksgiving for two«, weil sich die Portionszahl problemlos reduzieren lässt. Versuchen Sie das mal mit einem Truthahn!
Ergibt 6 Portionen
1 Zwiebel
1 Stange Lauch
2 EL Öl
250 g Hokkaido-Kürbisfleisch (geputzt gewogen)
150 g saure Sahne
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Chiliflocken (optional)
6 Lachsfilets (jeweils etwa 125 g, falls tiefgefroren: aufgetaut)
3 EL Zitronensaft
75 g geriebener kräftiger Käse (Cheddar oder alter Gouda)
Zubereitung
Die Zwiebel abziehen und ganz fein hacken. Den Lauch waschen, putzen, der Länge nach halbieren und fein in halbe Ringe schneiden. Beides im Öl etwa 2–3 Minuten anschwitzen.
Währenddessen das Kürbisfleisch auf dem Gemüsehobel grob raspeln, zur Zwiebelmasse geben und weitere 5 Minuten garen. Die saure Sahne einrühren und alles kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken, falls gewünscht auch mit Chiliflocken.
Die Lachsfilets trockentupfen, mit Zitronensaft einreiben, kräftig salzen und pfeffern.
Eine ausreichend große Auflaufform ausfetten, den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Lachsfilets hineinlegen und mit der Kürbismasse bestreichen. Den Käse darüberstreuen und den Fisch auf der mittleren Schiene etwa 20–25 Minuten garen.
Tipp
Die Garzeit hängt davon ab, wie dick die
Fischfilets sind: Je dünner, desto kürzer garen.
Der Fisch ist gar, wenn er sich mit der Gabel
ganz leicht zerteilen lässt.

Turkey Breast with Cider Glaze
FESTTAGSBRATEN FÜR DIE KLEINERE RUNDE
Ein ganzer Truthahn überfordert die Kleinfamilie hoffnungslos. Da bietet es sich an, zum Festessen nur eine Putenbrust zuzubereiten und diese wie einen typischen Truthahn zu würzen. Das magere Putenfleisch wird allerdings sehr schnell trocken. Daher messe ich bei diesem Fleischstück immer die Kerntemperatur mit einem einsteckbaren Thermometer. Hat der Braten 78–80 °C erreicht, ist er gar und saftig. Man kann ihn dann gut in Alufolie gewickelt bei 80 °C warm halten.
Ergibt 8 Portionen
200 ml Apfelwein (Cidre/Hard Cider) oder Apfelsaft
100 ml Ahornsirup
100 g Butter
je ½ TL getrockneter Majoran und Thymian
etwas abgeriebene Zitronenschale
Salz und frisch gemahlener weißer Pfeffer
1 Truthahnbrust (2–2,5 kg, ohne Haut und Knochen)
Zubereitung
Apfelwein und Ahornsirup in einem Topf auf ein Drittel einkochen. Butter, Gewürze und Zitronenabrieb dazugeben, verrühren und alles kühlen, bis die Masse wieder fest wird. Fleisch mit dem Buttermix einreiben, kräftig salzen und pfeffern, in eine Brat- oder Auflaufform setzen.
Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Fleisch auf der zweiten Schiene von unten knapp 2 Stunden braten, bis die Kerntemperatur 80 °C beträgt. Dabei immer wieder mit der heruntergetropften Butter bestreichen. Falls das Fleisch zu dunkel werden sollte, mit Alufolie abdecken.
Braten vor dem Aufschneiden 10 Minuten ruhen lassen.
Tipp
Stressfrei finde ich auch die Zubereitung nach
der Niedrigtemperatur-Methode: Dabei wird
die Putenbrust gewürzt, rundum (wirklich
überall!) sehr kräftig etwa 10 Minuten an-
gebraten und mit dem Buttermix bestrichen.
Dann kommt sie in einer vorgewärmten
Auflaufform bei 80 °C Ober-/Unterhitze etwa
4,5–5 Stunden in den vorgeheizten Backofen.

Maple Butter Carrots
SÜSSLICH-WÜRZIGE BEILAGE
So wird aus simplen Karotten eine tolle Beilage nach Art der USA: Geben Sie Ahornsirup und viel gehackte Petersilie zum gedünsteten Gemüse.
Ergibt 12 Portionen
12 große Karotten (etwa 1.200 g)
2–3 EL Ahornsirup
2–3 EL Butter
Salz und frisch gemahlener weißer Pfeffer
gehackte Petersilie
Zubereitung
Karotten schälen, längs vierteln und in etwa 3 cm lange Stifte schneiden. In kräftig gesalzenem Wasser etwa 10–15 Minuten weich kochen (sie sollen noch nicht zerfallen). Dann in einem Sieb abgießen und zurück in den Topf füllen.
Ahornsirup und Butter über die Karotten geben und alles gut mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen, mit gehackter Petersilie garnieren.
Tipp
Die Karotten lassen sich am Vortag zubereiten
und später wieder aufwärmen. So können sie
gut auch für einen größeren Kreis von Gästen
zubereitet werden.
Cornbread & Southern Cornbread Stuffing
NUR ALS TRUTHAHNFÜLLUNG VIEL ZU SCHADE
Wie wichtig kann schon eine Füllung (»stuffing«) zum Truthahn sein? In den USA ist sie unverzichtbar! Manchmal wird sogar nur der geringere Teil der würzigen Masse in den Vogel gestopft, der größere landet in einer Auflaufform als zusätzliche Beilage. Die ist – in diesem Fall – Südstaaten-inspiriert: Süß-salziges Maisbrot (»cornbread«) wird mit Speck, Staudensellerie und Pekannüssen kombiniert.
Ergibt 6 Portionen (genug für einen 6-Kilo-Truthahn oder eine Auflaufform)
Für das Maisbrot
1 Ei
250 ml Buttermilch
50 g geschmolzene Butter
½ TL Salz
2 EL Zucker
je 1 gestrichener TL Backpulver und Natron
120 g feines gelbes Maismehl (Polenta)
150 g Weizenmehl
Für die Füllung
1 fertig gebackenes Maisbrot (siehe oben)
50 g Walnuss- oder Pekannusskerne, gehackt
8 Scheiben Frühstücksspeck
1 Stange Lauch
2 Stangen Staudensellerie
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
½ TL getrockneter Thymian
1 Ei
250 ml Geflügelbrühe (auch instant)
½ Bund Petersilie, gehackt
Zubereitung
Für das Maisbrot das Ei in einer Schüssel verschlagen, Buttermilch und Butter dazugeben und gut verrühren. In einer weiteren Schüssel die trockenen Zutaten vermischen, die Flüssigkeit dazugeben und alles kurz (!) zu einem glatten Teig rühren.
Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Kuchenform (rund: 20–22 cm Durchmesser, eckig: 20–23 cm Seitenlänge) fetten. Teig einfüllen und etwa 20–25 Minuten auf der zweiten Schiene von unten backen. Auf einem Rost abkühlen lassen.
Das Maisbrot grob in eine große Schüssel krümeln, die gehackten Nüsse darübergeben.
Speck würfeln und in einer Pfanne auslassen, Lauch und Staudensellerie dazugeben und das Gemüse bei mittlerer Temperatur weich garen. Mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen. Masse abkühlen lassen.
Für die Füllung das Gemüse und das verschlagene Ei zum Maisbrot geben, alles vorsichtig mit so viel Geflügelbrühe mischen, dass sich eine etwas feuchte Masse ergibt, es sollte aber keine Flüssigkeit heraussickern.
Die Füllung locker in den Truthahn füllen und garen, alternativ dazu separat in einer leicht gefetteten Auflaufform 35 Minuten bei 200 °C Ober-/Unterhitze auf der zweiten Schiene von unten backen.
Tipp
Ist es Ihnen zu mühsam, extra »cornbread«
zu backen, können Sie auch 250 g Baguette
vom Vortag in kleine Stücke zerrupfen und für
die Füllung verwenden.

Cranberry Sauce
SÜSS-SÄUERLICHES FRUCHTKOMPOTT
Cranberry Sauce ist keine pikante Sauce im eigentlichen Sinn, sondern eher ein Fruchtkompott – genau wie die Preiselbeeren, die es in der deutschen Küche zu gebackenem Käse oder Wildfleisch gibt. Herb-süß-säuerliche Cranberry Sauce ist eine der typischen Beilagen zum Truthahn. Üblicherweise werden immer nur wenige Teelöffel davon gegessen, so bleibt meist etwas von der Sauce übrig – worüber ich mich wirklich freue! Denn Cranberry Sauce schmeckt wunderbar zu Käsekuchen (siehe Seite 156) oder wird für den Cranberry Trifle (Seite 187) verwendet.
Ergibt 12 Portionen
350 ml Apfelwein (Hard Cider/Cidre) oder Apfelsaft
100–150 g feiner Zucker
2 Stangen Zimt
2 Stück unbehandelte Orangenschale (Fingerlänge)
2 Gewürznelken
200 g frische oder Tiefkühl-Cranberrys (keine getrockneten!)
Zubereitung
Apfelwein mit Zucker und Gewürzen aufsetzen und 5 Minuten bei schwacher Temperatur köcheln lassen.
Die Gewürze entnehmen und die Cranberrys hinzugeben. Weiter etwa 10 Minuten kochen lassen, bis alle Beeren erst zerplatzen und dann zerfallen.
Heiß in eine oder mehrere sterilisierte Gläschen abfüllen und sofort mit Deckeln fest verschließen. Kalt zum Truthahn servieren.
Green Bean Casserole
CREMIGER BOHNEN-PILZ-AUFLAUF
Als ich Green Bean Casserole in den USA zum ersten Mal gegessen habe, hat mich das Gericht nicht überzeugt: Dosenbohnen mit Pilzsuppe aus der Dose drüber. Im Ernst? Dabei lässt sich diese klassische Truthahnbeilage auch ohne großen Aufwand »from scratch« zubereiten. Das Ergebnis ist ein köstlicher, wohlig-wärmender Gemüseauflauf, den auch Vegetarier*innen schätzen. Dass Bohnen und Pilze so gut zusammenpassen, hat mich wirklich überrascht!
Ergibt 6 Portionen
1 EL Butter
1 Zwiebel, fein gehackt
250 g frische Champignons, geputzt, in Scheibchen
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
750 g Prinzessbohnen, tiefgekühlt
40 g Butter
40 g Weizenmehl
450–500 ml Milch gemahlene Muskatnuss Zwiebelsalz
50–75 g frisch geriebener Parmesan
Optional zum Bestreuen
25 g Paniermehl
25 g Röstzwiebeln
Zubereitung
Die Butter in einem großen Topf zerlassen, Zwiebel und Pilze darin unter Rühren einige Minuten anbraten, bis die Pilze keine Flüssigkeit mehr abgeben. Mit Salz und etwas Pfeffer würzen und beiseitestellen.
Die Bohnen in reichlich Salzwasser kurz blanchieren, bis sie gerade gar sind. In kaltem Wasser abschrecken, abtropfen lassen und ebenfalls beiseitestellen.
40 g Butter in einem großen Topf schmelzen, das Mehl hineingeben und mit einem Schneebesen kräftig rühren, 1–2 Minuten köcheln lassen. Dann nach und nach unter ständigem Rühren die Milch dazugießen, bis eine nicht zu dünne Mehlschwitze entstanden ist. Diese kräftig mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Zwiebelsalz abschmecken und die Hälfte des Käses einrühren.
Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen; eine Auflaufform ausfetten.
Pilze und Bohnen vorsichtig unter die Sauce mischen und die Masse in die Auflaufform füllen. Mit dem restlichen Käse und (falls gewünscht) mit Paniermehl und Zwiebeln bestreuen. Die Form mit Alufolie abdecken.
Den Auflauf bei 175 °C 20 Minuten auf mittlerer Schiene garen, dann die Alufolie abnehmen und bei 200 °C 15 Minuten weitergaren, bis der Auflauf leicht gebräunt ist.
Ganz heiß direkt aus der Form servieren.

Party Potatoes
GOURMET-KARTOFFELPÜREE, DAS WARTEZEIT VERTRÄGT
Wenn der Truthahn im Ofen brät und zig Beilagen zuzubereiten sind, sollten die »mashed potatoes« nicht auch noch Arbeit machen. Daher gibt es bei mir zu Thanksgiving oder Weihnachten diese Party Potatoes. Sie sind durch Frischkäse und Crème fraîche besonders cremig und lassen sich lange in einer Auflaufform warm halten oder später wieder aufwärmen.
Ergibt 6–8 Portionen
1 kg mehligkochende Kartoffeln, geschält
50 g Frischkäse
200 g Crème fraîche
100–150 ml Milch
1 TL Zwiebelsalz oder -granulat
1 Prise Knoblauchsalz
Salz und frisch gemahlener weißer Pfeffer
Butterflöckchen (optional)
Zubereitung
Kartoffeln in grobe Stücke schneiden und in einem Topf in Salzwasser etwa 20 Minuten weich kochen.
Die garen Kartoffeln abgießen und in einer großen Schüssel sehr fein stampfen. Alle restlichen Zutaten hinzufügen und gut unterrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Das Püree kräftig mit den Gewürzen abschmecken.
Eine große Auflaufform ausfetten. Die Kartoffelmasse hineinfüllen und mit einem Löffelrücken wolkig verstreichen. Falls gewünscht, Butterflöckchen daraufsetzen.
An dieser Stelle das Püree abgedeckt kalt stellen und später zusammen mit dem Truthahn für etwa 45 Minuten in den Ofen schieben (175 °C Ober-/Unterhitze), bis die Masse hellbraun geworden ist. Oder das Kartoffelpüree sofort backen, dann braucht es etwa 30 Minuten im Ofen. Wird es danach nicht sofort serviert, die Form mit Alufolie abdecken und bei 80–90 °C bis zu 2 Stunden warm halten.
Tipp
Wer Wert auf schöne Optik legt, behält
einen Teil der Masse zurück, füllt sie in einen
Spritzbeutel und spritzt Sterne auf die
Oberfläche des Pürees.

Pumpkin Pie
KNUSPRIGER KUCHEN MIT KÜRBISFÜLLUNG
Lange Jahre kannte ich Kürbis nur süßsauer eingelegt (und fand ihn schrecklich). Demzufolge schreckte mich auch der Gedanke an Kürbiskuchen, als der mir zu meinem ersten Thanksgiving als USA-Austauschstudentin angekündigt wurde. Welche Überraschung, als der Pumpkin Pie dann zum Dessert vor mir stand: Knusprige, wenig süße Teighülle, dafür aber mit cremiger und umso süßerer und zimtiger Füllung. Mhmmm!
Ergibt 12 Stücke
Mürbeteig
250 g Weizenmehl
½ TL Backpulver
75 g Zucker
1 kleines Ei
125 g Butter, kalt
Füllung
500 g geputzter Hokkaido- oder Butternut-Kürbis (alternativ dazu 1 Dose Kürbispüree, 400 g)
100–125 g brauner Zucker
1 gestrichener EL Pumpkin Pie Spice (Kürbiskuchen-Gewürz, alternativ dazu eine Gewürzmischung aus je ½ TL Ingwer und Muskatnuss, 1 TL Zimt und 1 Prise gemahlene Gewürznelken)
2 EL Zuckerrübensirup
3 Eier
250 ml flüssige Sahne
Zum Garnieren
Schlagsahne, gehackte Walnusskerne
Zubereitung
Für den Mürbeteig alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Händen oder den Knethaken des Mixers schnell zu einem Teig verkneten. Zu einer Kugel formen und 1 Stunde abgedeckt kalt stellen. Eine Springform (24–26 cm Durchmesser) oder eine feuerfeste Pie-Form leicht fetten.
Den Teig dünn ausrollen und die Backform damit auskleiden. Dabei einen Rand von etwa 3 cm Höhe formen. Den Teig in der Form wieder kalt stellen.
Für die Füllung den Kürbis (Hokkaido-Kürbis muss nicht geschält werden) in Würfel schneiden und diese in wenig Wasser andünsten, bis sie ganz weich sind. Den Kürbis gut abtropfen lassen, pürieren, 400 g abmessen und kalt stellen.
Dann das Kürbispüree und die restlichen Zutaten für die Füllung mit einem Schneebesen in einer Schüssel glatt rühren und in die Backform gießen.
Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Kuchen etwa 45 Minuten in der Mitte des Backofens backen. In der Form auf einem Gitter abkühlen lassen. Erst ganz erkaltet mit Sahnetupfen verzieren und anschneiden.
Tipp
Falls Teig übrig bleibt, kleine Plätzchen daraus
ausstechen, separat mitbacken und den
Pie damit verzieren.

Frozen Peanut Butter Cups
ERDNUSS- & SCHOKOLADEN-HALBGEFRORENES
Dieses Halbgefrorene ist sozusagen Snickers in Eisform. Ich serviere dieses Dessert, das sich wunderbar vorbereiten lässt, in kleinen Gläschen – denn Sahne, Erdnussbutter und Schokolade sind schon mächtig mächtig.
Ergibt 8–10 Gläschen
Für die Erdnusscreme
125 g Frischkäse, vollfett
125 g Erdnussbutter
50 g brauner Zucker
1 TL Vanilleextrakt
200 ml Sahne
Für die Schokoladenganache
75 g Zartbitter-Kuvertüre
100 ml Sahne
Sonstiges
8 Oreo-Kekse, zerbröselt
2 EL gehackte Erdnusskerne zum Garnieren
Zubereitung
Für die Erdnusscreme Frischkäse, Erdnussbutter und Zucker in eine Schüssel geben und etwa 1 Stunde Raumtemperatur annehmen lassen, dann alles kurz mit dem Mixer glatt rühren und Vanilleextrakt und flüssige Sahne unterrühren.
Währenddessen 8–10 kleine Gläschen bereitstellen und die zerbröselten Oreo-Kekse darauf verteilen.
Die Creme in die Gläschen geben und diese für 1 Stunde ins Tiefkühlfach stellen.
Währenddessen für die Schokoladenganache die Kuvertüre mit der Sahne in einen kleinen Topf geben und vorsichtig erwärmen. Die Kuvertüre unter Rühren in der Sahne schmelzen und gut miteinander verrühren. Dann jeweils etwa 1 EL der Schokoganache auf die angefrostete Erdnusscreme geben, mit gehackten Nüssen bestreuen. Die Gläschen in eine passende Backform oder Schüssel setzen, mit Alufolie oder Frischhaltefolie abdecken und erneut einfrieren.
Das Halbgefrorene eine Viertelstunde vor dem Servieren aus dem Gefrierfach nehmen und leicht antauen lassen. Es hält sich bis zu 4 Wochen im Gefrierfach.

Von einer, die auszog, einen Riesenvogel zu braten
Sie träumen von einem Turkey Dinner nach amerikanischer Art, mit einem XXL-Truthahn als grandiosem Mittelpunkt der Tafel? So wie auf dem ikonischen Bild »Freedom from Want« von Norman Rockwell zu sehen? Nun, zu Ehren unseres Austauschschülers aus Charleston hatte ich mir seinerzeit die Mühe gemacht, das idyllische Bild nachzustellen. Doch als ebenso spektakulär wie der 14,4 Kilogramm schwere Freilandtruthahn erwiesen sich die Herausforderungen, die der Riesenvogel mit sich brachte. »Riesenvogel«, das bedeutet: ein Truthahn von zehn Kilogramm und mehr; bei einer Babypute von drei bis Kilogramm braucht Sie das nicht groß zu kümmern, bei einem Braten von fünf bis zehn Kilogramm sollten Sie es schon im Hinterkopf behalten.
Herausforderung 1: Die Tiefkühl-Phase. Bringen Sie den Riesenputer in Ihrem Gefrierfach unter? Bei meinem Tiefkühler lassen sich die Böden nicht verstellen. Also amputierte ich dem im Oktober beim Bauern frisch geschlachteten Vogel zunächst Unterschenkel, Bürzel und Flügel (er hätte sonst nicht mal in den Backofen gepasst!) und lagerte ihn bis zu Thanksgiving in die Truhe meiner Mutter aus.
Herausforderung 2: Die Auftauphase. Sie dauert bei einem XXL-Vogel vier bis fünf Tage und muss im Kühlschrank erfolgen, bei Zimmertemperatur entwickelt sich eine Bakterienbrutstätte. Ist Ihr Kühlschrank also groß genug für den Vogel und wo lassen Sie all die anderen empfindlichen, auf Vorrat gekauften Lebensmittel, die dort auch noch gekühlt werden sollen? Ich habe zum Glück einen Zweitkühlschrank in der Garage zur Verfügung.
Herausforderung 3: Die Marinierphase. Das ist der Zeitpunkt, an dem Sie den Truthahn in Lake einlegen (wie im Rezept auf Seite 16). Haben Sie ein Behältnis, in das zehn Liter Brühe und 14 Kilogramm Truthahn passen? Und passt das alles noch in den Kühlschrank? Der Rieseneimer, den ich mir ausgesucht hatte, erwies sich als zu klein; ich habe schließlich eine (neue) Tierfuttertonne mit Deckel gekauft und diese mit kochendem Wasser ausgespült.
Herausforderung 4: Das Gewicht. Truthahn, Lake und Behälter wiegen zusammen vermutlich 30 Kilogramm. Unsanft in den Kühlschrank gesetzt, kann schon mal der Sicherheitsglas-Boden im Kühlschrank durchbrechen. Und im Backofen rasselt beim Herausziehen von Blech und Puter schnell die Fettpfanne aus der Halterung. Was das bedeutet, können Sie sich bestimmt vorstellen!
Herausforderung 5: Die Garzeit. 5 Stunden 30 Minuten dürfte die Garzeit schon betragen, bei einem Truthahn von zwölf Kilogramm (nach Entfernen der Flügel und Schenkel) und 160 °C Backofen-Temperatur. 30 Minuten Ruhephase vor dem Anschneiden sollten mitgedacht sein. Wer also mittags essen möchte, sollte um sechs Uhr aufstehen, 60 Minuten warten, bis der Truthahn Zimmertemperatur erreicht hat, bereitet inzwischen die Füllung zu, füllt das Tier und schiebt es um kurz nach sieben Uhr in den Ofen.
Herausforderung 6: Alles aufessen! Auch das ist ein XXL-Erlebnis – aber es gibt in diesem Buch ja auch genug Ideen zur Resteverwertung …
Friendsgiving
MITBRING-ESSEN MIT DER WAHLVERWANDTSCHAFT

Die Mischung aus »friends« und »thanksgiving« sagt es bereits: Bei dieser Feier ersetzen Freund*innen die bucklige Verwandtschaft. Man trifft sich zu Friendsgiving um oder an Thanksgiving zu einem großen Mahl, zu dem jeder Gast eine Speise beisteuert – potluck heißt diese Art der Arbeitsteilung.
Viele der klassischen Beilagen für ein Thanksgiving-Dinner lassen sich gut vorab zubereiten, verpacken und mitbringen. Nur das Truthahnbraten fällt stets den Gastgeber*innen zu – ein kochend heißer, mehrere Kilogramm schwerer Vogel lässt sich eben nur schwerlich von Haus zu Haus verfrachten. Dieser Braten – oder seine Alternative – belegt dann aber auch den Ofen und die Küche. Deshalb gilt es als sehr unhöflich, zum Friendsgiving mit noch ungegarten Zutaten vor der Tür zu stehen.
Um zu vermeiden, dass drei von vier Gästen Mac and Cheese zubereiten, verschicken so manche Gastgeber*innen gleich mit der Einladung eine Liste. Dort tragen die Gäste die vorgesehenen Gerichte ein. Sie bringen oft auch zusätzliche Servierschüsseln, Geschirr, Stühle und Dekoration mit. Bei den Getränken stehen Wein und Bier im Vordergrund, seltener Cocktails. Viele finden es zudem wichtig, mindestens ein leckeres alkoholfreies Getränk einzuplanen – generell findet sich in den USA oft eine diskrete Rücksicht auf Schwangere und trockene Alkoholsüchtige.
Das alles klingt nach einem lang erprobten Brauch. Doch der Begriff Friendsgiving erscheint erst im Jahr 2007 in sozialen Netzwerken, erhält aber zunächst wenig Aufmerksamkeit. Der Wandel kommt mit einer auf Friendsgiving bezogenen Werbung für Baileys, einen irischen Sahnelikör, Ende 2011. Zur gleichen Zeit veranstalteten die Real Housewives of New Jersey in der gleichnamigen Kult-Reality-Show ein Friendsgiving. In den wenigen Jahren, die seither vergangen sind, hat sich das Konzept nicht nur durchgesetzt, sondern bereits gewandelt: von der Alternative zu Thanksgiving zum Extrafesttag. Viele feiern ihn am Wochenende vor Thanksgiving – mit der Option, gleich etwas für den Familienfeiertag mit vorzukochen. Für diejenigen, die zu Thanksgiving nicht zu ihrer Familie reisen können oder wollen, ist Friendsgiving eine Möglichkeit, trotzdem in schöner Runde zu feiern. Hinzu kommt, dass sich von Generation zu Generation das Einkommen verändert hat: Ein ausladendes Festessen können sich viele jüngere US-Bürger*innen nicht leisten, ein Potluck-Dinner dagegen verteilt die Last. Andere proben die Rolle als Gastgeber*in lieber erst mal mit nachsichtigen Gleichaltrigen, ehe sie sich Omas Urteil stellen. Das kann auch gründlich schiefgehen. Doch Geschichten von Truthähnen, die nach drei Football-Spielen noch roh sind, binden manche Freund*innen erst zu einer eingeschworenen Gemeinschaft. Die rettenden Kartoffelchips bleiben natürlich ihr Geheimnis.
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