Читать книгу: «Chinesische Steinheilkunde»
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
Grundlagen der chinesischen Heilkunst
Das Wechselspiel von Yin und Yang
Die fundamentalen Substanzen des Körpers
Die fünf Elemente – Wu Xing
Die Organuhr
Die Meridiane – Jing Luo
Die sieben Hauptchakras
Entstehung von Krankheiten
Die Heilkraft der Steine
Farbwirkung
Kristallstruktur
Entstehung
Steinformen-Variationen
Mineralstoffe und Spurenelemente
Heilsteine von A bis Z
Achat
Amazonit
Amethyst
Apatit
Aquamarin
Aragonit
Aventurin-Quarz
Baryt
Bergkristall
Bernstein
Beryll
Calcit
Chrysopras
Diamant
Falkenauge
Feueropal
Fluorit
Granat
Jade
Jaspis
Karneol
Koralle
Labradorit
Lapislazuli
Malachit
Moldavit
Mondstein
Onyx
Opal
Peridot
Perle
Pyrit
Rauchquarz
Rosenquarz
Rubin
Saphir
Smaragd
Sodalith
Tigerauge
Tigereisen
Topas
Türkis
Turmalin
Versteinertes Holz
Zinkit
Zirkon

Anwendung von Heilsteinen
Entladen, Reinigen und Aufladen
Auswahl des richtigen Steins
Innerliche Anwendung
Einnahme von Heilsteinwasser
Einnahme von Elixieren
Äußerliche Anwendung
Auftragen von Heilsteinwasser und Elixieren
Wickel und Umschläge
Heilstein-Cremes
Badekuren mit Heilsteinen
Tragen von Heilsteinen
Auflegen von Heilsteinen nach der Organuhr
Aufenthalt in einem Steinkreis
Aufstellen von Heilsteinen im Umfeld
Meditation mit Heilsteinen
Akupressur mit Heilsteinen
Chinesische Heilmassage mit Edelsteinöl
Beschwerden und passende Heilsteine
Atemsystem
Bewegungsapparat
Blut
Drüsen
Gehirn
Gynäkologie
Haare
Haut
Herz-Kreislauf-System
Infektionskrankheiten
Nervensystem und Seele
Sinnesorgane
Urogenitalsystem
Verdauungssystem
Zähne

Danksagung
Impressum
Weitere Veröffentlichungen von Li Wu
Stichwortregister
Vorwort
Steine können die unterschiedlichsten Formen und Farben haben. Sie faszinieren durch ihre unvergleichliche Schönheit und haben eine unfassbare Anziehungskraft. Man möchte sie in die Hand nehmen, ihre Oberfläche berühren oder die verschiedenen Strukturen mit dem Blick abtasten und erforschen.
Sie schmückten Herrscher wie Pharaonen, Kaiser und Päpste, wurden den Göttern geopfert, um sie milde zu stimmen, und sind mit vielen mystischen Legenden verbunden. In China erfreut man sich seit vielen Tausend Jahren an bizarr geformten Gartensteinen oder den sogenannten Gongshi (= Gelehrtensteine). Sie symbolisieren Dauerhaftigkeit und Ewigkeit.
Die starke Ausstrahlungskraft, die Steine auf Menschen ausüben, ist nicht nur ihrer besonderen Ästhetik zu verdanken. In ihnen sind Energien angesammelt, die sie an ihr Umfeld abgeben und die heilende Wirkungen in unserem Organismus, aber auch in Geist und Seele entfalten. Aus diesem Grund haben sie seit Jahrtausenden einen festen Platz in traditionellen medizinischen Systemen wie beispielsweise der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Dieses Buch vermittelt Ihnen wertvolles Wissen über die Lehre der chinesischen Heilkunst, die tief in der chinesischen Philosophie verankert ist. Darüber hinaus werden Sie mit den heilsamen Wirkungen von Steinen vertraut gemacht und erhalten einen Leitfaden für deren Anwendung.
Öffnen Sie sich für die einzigartige Kraft von Heilsteinen und bringen Sie Körper, Seele und Geist mit Natur und Kosmos in Einklang.
Prof. TCM (Univ. Yunnan) Li Wu
Dr. Natalie Lauer
Caroline Baronin de Liser
Einleitung
Viele Tausend Jahre, bevor die Schulmedizin – und mit ihr die Pharmazie – Einzug hielt, beriefen sich die alten Kulturen auf die heilende Kraft der Natur, mit der wir seit jeher im stofflichen sowie im feinstofflichen Austausch stehen.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und in vielen anderen ehrwürdigen medizinischen Systemen ist dieses Prinzip bis heute lebendig. Man geht davon aus, dass die feinstoffliche Energie Qi den Kosmos sowie die gesamte Natur mit all ihren Objekten und Phänomen durchdringt. Dabei beeinflusst das uns umgebende Qi Körper, Geist und Seele.
Die chinesische Lehre fußt auf uralten Überlieferungen über die Wirkung von Substanzen aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralreich auf die Lebensenergie, die unseren Körper durchströmt. So wird die älteste chinesische Materia Medica über Ackerbau und Heilpflanzen dem Kaiser Shen Nong zugeschrieben, der um 2800 v. Chr. gelebt haben soll. Sie ist unter der Bezeichnung Shen Nong Ben Cao Jing bekannt und widmet unter anderem der Verwendung und den medizinischen Eigenschaften von Steinen einige Texte.
Wie Heilkräuter enthalten Steine chemische Komponenten, die über spezifische medizinische Wirkeigenschaften verfügen. Darüber hinaus geben sie aber auch Energien an uns ab, die unter bestimmten Bedingungen unser körpereigenes Qi günstig aber auch schädlich beeinträchtigen können. Verschiedene Faktoren wie Qualität, Größe, Form, Farbe, Bildungsprinzip, Kristallsystem und chemische Zusammensetzung des Steins spielen für dessen energetische Ausstrahlung eine wichtige Rolle.
Unter Berücksichtigung der genannten Eigenschaften macht sich die TCM die Energien der Heilsteine zunutze und setzt sie zur Behandlung verschiedener Krankheits- und Beschwerdebilder ein. Da gemäß der chinesischen Lehre Körper, Geist und Seele untrennbar voneinander sind, folgt die Therapie einem ganzheitlichen Ansatz. Es werden keine Symptome bekämpft, vielmehr gilt es, den freien Fluss der Lebensenergie Qi wiederherzustellen, die allen psychischen und physischen Abläufen, allen Körperfunktionen und Organsystemen übergeordnet ist. Denn wenn diese blockiert ist und den Körper nicht mehr ungehindert durchströmen kann, entwickeln sich Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten.
Blockaden des Energiesystems kann man auf unterschiedliche Weise behandeln. Bei einer Therapie mit Heilsteinen können die ausgewählten Energieträger entweder am Körper getragen werden oder auf die betroffenen Körperregionen aufgelegt werden. Hierbei ist die Orientierung an der Organuhr sinnvoll, die Zeiten besonderer Aktivität der Funktionskreise angibt, in welchen die betreffenden Organe besonders empfänglich für die Energien der Heilsteine sind. Aber auch Akupressur mit Heilsteinen, Massagen mit Heilsteinöl, Meditation mit Heilsteinen oder das Aufstellen von Heilsteinen im nahen Umfeld harmonisiert die Lebensenergie Qi. Mit Heilsteinen energetisierte Cremes und Heilsteinwasser sowie Elixiere sorgen äußerlich angewendet (z.B. Wickel und Umschläge, Badekuren) für Wohlbefinden. Bei innerlicher Einnahme haben Letztere eine sehr intensive Wirkung, da die Energien dann den gesamten Organismus durchfluten.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin gehört das Heilen mit Steinen zum medizinischen Wissen.
Wenngleich Heilsteintherapien ganz erstaunliche Erfolge aufweisen und bei bestimmten Indikationen gute Wegbegleiter sind, sind auch ihnen Grenzen gesetzt und sie können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen.

Grundlagen der chinesischen Heilkunst
Neben dem Konfuzianismus und dem Buddhismus wirkte sich der Daoismus entscheidend auf China aus. Seine Ursprünge werden in das 4. Jahrhundert vor unserer Zeitschreibung datiert. Das fundamentalste Werk hierzu ist das Daodejing (Tao Te King). Die Schrift wird dem sagenumwobenen Laotse zugeschrieben, der im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben soll und dessen Biografie bis heute umstritten ist. Seine Spruchsammlung mystischer Aphorismen ist wahrscheinlich erst um 400 v. Chr. entstanden. Gemäß daoistischer Vorstellung ist der Mensch neben Himmel und Erde Teil einer kosmischen Ordnung, und der Quell körperlicher Gesundheit ist die Harmonie zwischen Mensch und Natur.
Das Wechselspiel von Yin und Yang
Das Prinzip von Yin und Yang ist tief in der chinesischen Philosophie verankert, seine Ursprünge sind mindestens bis ins 11. Jahrhundert v. Chr. zurückzuverfolgen. Im I-Ging (Yì Jīng), das auch unter der Bezeichnung Das Buch der Wandlungen bekannt ist, wird anhand einer Sammlung von Strichzeichen das Konzept des sich immer wieder neu formenden Gleichgewichts des Gegensatzpaares beschrieben. Dabei steht alles in einem Zusammenspiel und ist einem kontinuierlichen Wandel unterzogen. Das gilt für den universell existierenden Makrokosmos ebenso wie für den Mikrokosmos eines jeden Geschöpfes. Das Wirken der beiden Kräfte ist allgegenwärtig und bestimmt unser Leben.
Die dualen Gegensätze Yin und Yang sind eng miteinander verwoben, bedingen sich gegenseitig und gehen auseinander hervor. Sie verkörpern zwei Phasen einer zyklischen Bewegung, bei welcher das eine dem anderen immer entgegenstrebt. Steigt Yin, sinkt Yang und andersherum. Ein absolutes Yin oder Yang existiert nicht. Wenn der Tag vorübergeht, kommt die Nacht und diese mündet schließlich wieder in den Tag, dabei sind die Übergänge fließend.
Ursprünglich stellen die beiden Schriftzeichen für Yin und Yang die Schattenbzw. die Sonnenseite des Hügels dar. Yin steht unter anderem für Mond, Nacht, Dunkelheit, Winter, Herbst, Ruhe, Kälte, Regen, Alter, Tod, Passivität und für das Weibliche. Im Gegensatz dazu verkörpert Yang Sonne, Tag, Helligkeit, Sommer, Frühling, Feuer, Wind, Jugend, Wachstum, Aktivität und das Männliche.
Das Wissen des Gelben Kaisers
Das Buch des Gelben Kaisers (Huang Di Nei Jing) zählt zu den wichtigsten und ältesten überlieferten Standardwerken der Traditionellen Chinesischen Medizin. Es enthält insgesamt 81 Abhandlungen unbekannter Autoren, die in einem Zeitraum von etwa 400 Jahren zu einem Gesamtwerk kombiniert wurden, und liefert kostbare Informationen zu diagnostischen und therapeutischen Verfahren. Dieses wertvolle Wissen wird dem Leser in Form von Frage- und Antwortdialogen zwischen dem Gelben Kaiser Huang Di und seinem Arzt Chi Po vermittelt.
Yin und Yang im menschlichen Körper
Auch der menschliche Körper folgt dem Muster der beiden Pole. So werden alle Körperteile, Organe und deren Funktionen jeweils nach Yin oder Yang klassifiziert.
Die Vorderseite sowie die rechte Seite des Körpers, das Körperinnere, der Unterkörper und die Zang-Organe (Lunge, Niere, Milz, Leber, Herz) präsentieren Yin. Hingegen werden die Rückseite sowie die linke Seite des Körpers, das Körperäußere, der Oberkörper und die Fu-Organe (Harnblase, Magen, Gallenblase, Dickdarm und Dünndarm) Yang zugeordnet.
Befindet sich das System in einer dynamischen Balance und sind Yin und Yang ausgewogen, bedeutet das Gesundheit. Eine Disharmonie führt schließlich zu Krankheit. Um diesen Einklang zu bewahren oder wiederherzustellen, leitet der TCM-Arzt verschiedene Prozesse ein, die je nach Bedarf Yin oder Yang fördern.
Chronische sowie degenerative Erkrankungen weisen auf ein Übermaß von Yin hin. Typische Symptome sind eine blasse Zunge, klarer Urin, weicher Stuhlgang, blasses Gesicht, Schläfrigkeit, Antriebslosigkeit und ein schleichender Krankheitsbeginn. Patienten leiden in der Regel unter einem unangenehmen Kältegefühl und haben das Bedürfnis nach Wärme.
Hingegen sind akute Zustände ein Indiz für überschüssiges Yang. Die Krankheitsprozesse gehen meist mit Entzündungen einher. Die Zunge ist häufig rot oder gelb belegt, der Urin ist dunkel und stark konzentriert. Verstopfung, Schlaflosigkeit und Unruhe sind nicht selten, das Gesicht ist gerötet, Hitzesymptome treten auf, und die Krankheit äußert sich sehr plötzlich.

Das Yin-Yang-Symbol Taijitu verkörpert das sensible Zusammenspiel der Kräfte. Ein absolutes Yin oder Yang existiert nicht. Das Symbol verdeutlicht die Anlegung der Geburt des Yin im Yang und andersherum.
Die fundamentalen Substanzen des Körpers
Zwischen dem Gegensatzpaar Yin und Yang fließt die Lebensenergie Qi. Sie gehört neben der Vitalessenz (Jing), den Säften (Jin-Ye), dem Blut (Xue) sowie der Vitalität (Shen) zu den fünf Grundsubstanzen, die den Organismus durchdringen. Diese Substanzen bestimmen die Lebensfunktionen und wirken auf Körper, Geist und Seele. Bei einem gesunden Menschen befinden sie sich im Sinne der Yin-Yang-Theorie im Einklang.
Urkraft und Lebensenergie – Qi
Qi ist die Vereinheitlichung von Materie und Energie. Es ist eine Urkraft, die den Ursprung und die Quelle allen materiellen und spirituellen Lebens darstellt. Qi umhüllt und erfüllt nicht nur das Universum, sondern auch die Natur und all ihre Lebewesen.
Im menschlichen Körper ist die Lebensenergie Qi die grundlegende Substanz für alle Funktionsabläufe. Sie schützt den Körper, regelt das Wachstum und steuert die körperliche sowie geistige Aktivität. Qi strömt über die Meridiane (Leitbahnen mit zahlreichen Verbindungspunkten) nach unten, oben, außen sowie innen und schafft so eine Verbindung zwischen den körperlichen Strukturen und ihren jeweiligen Funktionen.
Quellen des Qi
Das Qi setzt sich aus zwei Arten zusammen: das ererbte Qi (Ursprungs-Qi) wird während der Zeugung von den Eltern an das Kind abgegeben, baut sich im Laufe des Lebens ab und kann nicht wiederhergestellt werden. Es sammelt sich im Nierenmeridian und ist für das individuelle Wachstum und die Entwicklung zuständig. Bei dem anderen Qi handelt es sich um das sogenannte Sammel-Zong-Qi, das sich aus Atem- und Nahrungs-Qi zusammensetzt. Die Milz produziert aus der über den Magen aufgenommenen Nahrung (und Flüssigkeit) das Nahrungs-Qi, das anschließend zur Lunge aufsteigt und sich mit dem in der Lunge aus der Atemluft extrahierten Atem-Qi vereint. Das Sammel-Zong-Qi wird im späteren Verlauf mithilfe des Ursprungs-Qi zum Wahren-Zhen-Qi „veredelt“, das der ersten Stufe des körpereigenen Qis entspricht.
„Qi formt den menschlichen Körper genauso, wie Wasser zu Eis wird. So wie Wasser friert, um zu Eis zu werden, so ballt sich auch das Qi zusammen, um den menschlichen Körper zu formen“, schrieb einst der chinesische Arzt Wang Chong (27–97 n. Chr.).
Harmonische Funktionen
Die Lebensenergie erfüllt Funktionen auf physischer sowie mentaler Ebene:
→ Qi schützt vor externen, pathogenen Einflüssen.
→ Qi spendet dem Körper Energie. Es ist für das Wachstum, die Entwicklung, alle physiologischen Aktivitäten, die Blutzirkulation sowie für die morphologische Ordnung der Organe verantwortlich.
→ Qi wärmt den Körper.
Ein frei und harmonisch fließendes Qi spendet Vitalität, Lebensfreude und sorgt für Wohlbefinden und Gesundheit. Gerät es ins Stocken, kommt es zu gesundheitlichen Störungen und häufig zu physischen oder psychischen Erkrankungen.
Disharmonische Funktionen
Wenn sich das Qi staut und nicht mehr unbeschwert fließen kann, ist es nicht mehr in der Lage, seine Funktionen zu erfüllen. Schmerzen sind die Folge. Um dem entgegenzuwirken, muss das Qi harmonisiert werden. Verschiedene Leitsymptome für eine Qi-Stauung sind:
→ Ausstrahlende Schmerzen in der rechten Oberbauchgegend im oberen Rippenbogenbereich, Stimmungsschwankungen (Leber-Qi-Stauung)
→ Blähungen, ziehende und starke Schmerzen im Unterbauch (Dünndarm-Qi-Stauung)
Wenn ausreichend Qi vorhanden ist und es frei fließt, ist der Mensch gesund.
Eine Sonderform der Stagnation ist das sogenannte Rebellierende Qi. Das bedeutet, das Qi fließt gegenläufig der üblichen Flussrichtung.
→ Husten und Asthma (Rebellierendes Lungen-Qi)
→ Schlafstörungen und mentale Störungen (Rebellierendes Herz-Qi)
→ Übelkeit und Erbrechen (Rebellierendes Magen-Qi).
→ Durchfall (Rebellierendes Milz-Qi)
→ Asthma (Rebellierendes Nieren-Qi)
→ Menstruationsstörungen, Kopfschmerz und Schwindel, Gastritis und Verdauungsstörungen (Rebellierendes Leber-Qi)
Liegt ein Qi-Mangel vor, kann das Qi den Körper nicht mehr ausreichend wärmen, schützen und mit Energie versorgen. Das Qi muss in einem solchen Fall tonisiert werden. Hinweise auf einen Mangel sind unter anderem:
→ Schreckhaftigkeit und Ängstlichkeit (Gallenblasen-Qi-Mangel)
→ Kurzatmigkeit und Husten (Lungen-Qi-Mangel)
→ Mattigkeit und Appetitmangel (Milz-Qi-Mangel)
→ Herzrhythmusstörung und Schlaflosigkeit (Herz-Qi-Mangel)
→ Vermehrtes nächtliches Wasserlassen und vorzeitiger Samenerguss (Nieren-Qi-Mangel)
→ Morgenmüdigkeit (Magen-Qi-Mangel).
Ist das Qi nicht mehr vorhanden, tritt gemäß der chinesischen Vorstellung der Tod ein.
Mehr als fassbare Flüssigkeit – Xue
In der Traditionellen Chinesischen Medizin hat Blut eine andere Bedeutung als in der westlichen Medizin. Es birgt zugleich einen materiellen sowie einen immateriellen Aspekt. Xue erfüllt energetische Funktionen und ist untrennbar mit dem Qi verbunden, das ihm Leben einflößt. Ein altes chinesisches Sprichwort erörtert den Zusammenhang von Blut-Xue und Qi folgendermaßen:
„Qi ist der Befehlshaber des Blutes – das Blut ist die Mutter des Qi.“
Während Qi den gesamten Körper durchströmt, fließt Xue in den Blutgefäßen und den Meridianen. Da in der chinesischen Lehre die Funktion wichtiger als die anatomische Präzision ist, werden die Leitbahnen nicht streng differenziert.
Milz, Herz und Leber sind hier von besonderer Bedeutung. Die Milz leitet das Blut, während das Herz für die gleichmäßige Zirkulation verantwortlich ist. Die Leber speichert überschüssiges Blut und kontrolliert es, wenn der Körper ruht.
Quellen des Xue
Nur wenn ausreichend Qi vorhanden ist, kann genügend Blut-Xue gebildet, gespeichert und abtransportiert werden. Xue wird unter Beteiligung von Magen, Milz und Herz aus Nahrung gewonnen. Dabei bildet die Milz aus der im Magen verdauten Nahrung eine klare Essenz, die vom Milz-Qi aufwärts zur Lunge befördert wird. Diese Essenz wird während des Transports in die Lungen vom Nahrungs-Qi in Blut umgewandelt. Dieser Prozess kann allerdings nur optimal ablaufen, wenn ausreichend Jing (siehe Seite 17) vorhanden ist. Entsprechend ist auch die Niere in den Aufbau von Blut involviert. Bei einem Blut-Xue-Mangel müssen deshalb auch immer Milz und Niere gestärkt werden, um die Blutproduktion anzukurbeln und wieder in Balance zu bringen. Auch Leberstörungen können die Blutqualität beeinflussen, weshalb auch diesem Organ im Zuge der Blutgesundheit Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.
Harmonische Funktionen
Xue wird als Yin-Aspekt der Körperregionen betrachtet. Neben Qi ist es die materielle Basis sämtlicher Lebensvorgänge. Ist Xue gestört, wirkt sich das ungünstig auf alle Funktionskreise und Leitbahnen aus.
→ Xue regelt die Menstruation.
→ Xue nährt, bewahrt und befeuchtet die Organe und den Organismus.
→ Xue befeuchtet den Körper.
→ Xue beherbergt den Geist Shen.
Xue erfüllt auch energetische Funktionen im Sinne der Yin-Yang-Theorie.
Disharmonische Funktionen
Eine Blut-Stauung kann an der Körperfläche und in den äußerlich liegenden Meridianen (Biao) ebenso auftreten wie im Körperinneren (Li). Äußerliche BlutStauungen werden durch disharmonierende Faktoren verursacht. Auch ein Qioder Blutmangel kann die Ursache hierfür sein. Blut-Stagnationen machen sich wie Qi-Stauungen durch Schmerz bemerkbar. Um das Problem zu beseitigen, muss der ungestörte Blutfluss wiederhergestellt werden. Folgende Symptome treten unter anderem bei einer inneren Blut-Stauung auf:
→ Erbrechen von Blut, stechender Schmerz in der Bauchregion zwischen Rippenbogen und Bauchnabel (Magen-Blut-Stauung)
→ Palpitationen (als unangenehm wahrgenommener Herzschlag), purpurfarbene Verfärbung der Zunge, Schmerzen in der Herzgegend, Schlafstörungen (Herz-Blut-Stauung)
→ Dunkles und zähes Menstruationsblut, stechende Schmerzen in der Oberbauchgegend im Rippenbogenbereich (Leber-Blut-Stauung)
Darüber hinaus kann auch ein Blut-Mangel vorherrschen. Ist dies der Fall, kann Blut-Xue seine nährende und befeuchtende Funktion nicht mehr erfüllen. Um diesen Mangel zu beheben, muss Blut-Xue tonisiert werden. Ausdruck eines Mangels ist:
→ Ausbleiben der Menstruation, zu starke Menstruationsblutung, blasses Gesicht, blasse Zunge (Leber-Blut-Mangel)
→ Vergesslichkeit, Apathie, Schlaflosigkeit, dünne Zunge (Herz-Blut-Mangel)
Wurzel des Lebens – Jing
Jing ist die angeborene, konstitutionelle Lebensenergie des Menschen, die in dem Nieren-Shen gespeichert wird. Die feinstoffliche Substanz bildet die Quelle von Yin und Yang im Organismus und trägt daher beide Pole in sich. Sie ist die Wurzel des Lebens und stellt die Basis für Fortpflanzung, Entwicklung und Tod dar. Je nach Entwicklungsstadium des Körpers dient Jing unterschiedlichen Prozessen: Bis zur Jugend wird es für die Reifung der Organe benötigt, danach erhält es die Organfunktion und wird für die Fortpflanzung gebraucht. Im Laufe des Lebens wird die ursprüngliche Jing-Essenz immer weniger. Aus diesem Grund wird mit dem Alter die Organfunktion schwächer und die Fortpflanzungsfähigkeit nimmt ab. Ist kein Jing mehr vorhanden, tritt schließlich der Tod ein.
Quellen des Jing
Die Vitalessenz aus zwei unterschiedlichen Quellen bezogen: Das vorgeburtliche Jing ist auch unter dem Begriff Vorhimmel-Essenz (Xian Tian) bekannt. Es entsteht bei der Zeugung aus Eizelle und Spermium. Dieses individuelle Jing begründet die Konstitution sowie das spezifische Entwicklungspotenzial des Individuums und kann nicht erneuert werden. Die Nachhimmel-Essenz (Hou Tian) ist das nachgeburtliche Jing. Es entsteht aus Nahrung und Atmung.
Harmonische Funktionen
Die Jing-Essenz bildet die Grundlage für mentale Funktionen. Sie verfügt sowohl über Yangals auch über Yin-Funktionen. Ihr Yang-Aspekt bildet die stoffliche Grundlage für das Nieren-Yang; er wärmt und nährt alle anderen Organe. Aus diesem Grund spielt Jing eine große Rolle für die Bereitstellung, Verteilung und Umwandlung aller Arten von Qi. Der Yin-Aspekt des Jing stellt die Voraussetzung für den Aufbau von Blut, Gehirn, Mark, Knochen und Sperma dar. Er steuert die Wachstums-, Entwicklungs- und Fortpflanzungsprozesse.
Disharmonische Funktionen
Sofern ein Jing-Mangel vorliegt, muss die Essenz adstringiert (zusammengezogen) werden, da sie ihre Funktionen sonst nicht mehr erfüllen kann. In der Regel macht sich ein solcher Mangel durch die folgenden Symptome bemerkbar:
→ Impotenz und Sterilität
→ Vorzeitige Alterung
→ Knochenerkrankungen
→ Nierenschwäche
→ Wachstumsstörungen
→ Schwache Konstitution
→ Mentale Störungen
Die Körpersäfte – Jin-Ye
Die Säfte zählen zur Gruppe der Yin-Substanzen und sind Qi, Xue und Jing untergeordnet. Jin-Ye bezeichnet alle Körperflüssigkeiten, darunter Inkrete, Sekrete und Exkrete sowie interstitielle Flüssigkeiten. Einzig Blut-Xue wird nicht als Körperflüssigkeit klassifiziert, da es im Gegensatz zu den Säften Jin-Ye nicht nur den Körper nährt und befeuchtet, sondern auch den Geist Shen beherbergt und mit dem Yin-Qi zirkuliert. Die Körpersäfte werden in leichte, klare Flüssigkeiten (Jin) und in schwere, trübe Säfte (Ye) unterteilt.
Harmonische Funktionen
Die leichten, klaren Flüssigkeiten repräsentieren den Yang-Aspekt. Sie wärmen, nähren und befeuchten Haut und Muskeln. Die schweren, dickflüssigen und trüben Säfte haben einen Yin-Aspekt und ernähren Organe, Gehirn, Mark, Gelenke sowie Körperöffnungen.
Disharmonische Funktionen
Bei einem Fülle-Zustand der Jin-Ye entwickeln sich Ödeme, die je nach OrganFunktionsstörung unterschiedlich lokalisiert sein können:
→ Ödeme im Bereich des Oberkörpers (Schleim-Nässe in der Lunge/Beeinträchtigung der Lungenfunktion; die Lunge sendet die Körperflüssigkeiten nicht zur Niere und verteilt sie nicht.)
→ Ödeme an den Beinen (Nieren-Yang-Mangel/Beeinträchtigung der Nierenfunktion; die Niere regelt den Wasserhaushalt nicht mehr.)
→ Ödeme in der Bauchregion (Milz-Yang-Mangel/Beeinträchtigung der Milzfunktion; die Milz wandelt die Nahrungssäfte nicht mehr angemessen um.)
Bei einer Degenerierung der Jin-Ye spricht man in der Traditionellen Chinesischen Medizin von Schleim. Dementsprechend treten häufig mit Schleim assoziierte Krankheiten auf. Sie können sich unter anderem in den folgenden Ausprägungen manifestieren:
→ Lunge: Schleimauswurf, z.B. in Verbindung mit Asthma oder Bronchitis
→ Fettgewebe: Adipositas
→ Haut: Geschwollene Lymphknoten, Kropf, Geschwulste, Knoten im subkutanen Gewebe
→ Galle und Niere: Steinbildung (verfestigter Schleim)
→ Meridiane: Epilepsie, Lähmung, Schlaganfall
→ Geist: Geisteskrankheiten und mentale Störungen
Shen ist untrennbar mit der allumfassenden Kraft des Kosmos verbunden.
Ein Jin-Ye-Mangel geht mit Symptomen von Austrocknung einher. Ursachen sind Durchfall, Erbrechen, übermäßiges Schwitzen sowie die inadäquate Umwandlung von Säften aus der Nahrung.
Der nährende Geist – Shen
Am schwierigsten ist wohl Shen erfassbar. Er ist die Energie des Kosmos, die nur dem Menschen angehört, und hat seinen Sitz im Herzen. Dieses Denkmodell entspricht im Grunde auch den westlichen Vorstellungen des Geistes. So finden sich in unserem täglichen Sprachgebrauch auch heute noch Redewendungen wie „mir ist das Herz in die Hose gerutscht “ oder „ich habe Herzblut vergossen“ und „sie sind ein Herz und eine Seele“.
Shen steuert Gefühle, Denken, Bewusstsein und Unterbewusstsein. Er ist untrennbar mit Qi und Jing verbunden. Befinden sich die anderen beiden Substanzen im Gleichgewicht, ist auch Shen in Balance und der Mensch ist beispielsweise psychisch belastbar, kann klar denken, hat eine starke Urteilskraft und Glanz in den Augen. Ist das Gegenteil der Fall, wird Shen schwach. Dies äußert sich in psychotischen oder neurotischen Symptomen. Bei einer absoluten Leere von Shen kommt es zu Apathie oder zum Verlust der Lebensfreude.
Da in der chinesischen Medizin-Theorie nicht zwischen den Ebenen von Körper, Geist und Seele unterschieden wird, können Störungen des Shen durch Ernährung, Bewegung oder beispielsweise mit Akupressur mittels Heilsteinen behandelt werden.

Das Element Wasser entspricht in der Organlehre den Nieren.
Die fünf Elemente – Wu Xing
Die fünf Elemente (auch fünf Wandlungsphasen genannt) wurden erstmals von Zou Yan (4. Jh. v. Chr.) als philosophische Lehre formuliert und stützen sich auf die Naturmetapher. Ihre Wurzeln sind in der chinesischen Sicht des Kosmos zu finden. Sie verkörpern dynamische Prozesse in der Natur sowie im Menschen und ihnen schwingt das Wechselspiel von Yin und Yang mit.
So sind die fünf Elemente einem stetigen Kreislauf unterzogen, der sich zum Beispiel in den Jahreszeiten, der Tageszeit, dem Pflanzenwachstum, dem Klima, dem Geschmack, einem Gefühl, der Farbe oder auch in einem Yin-Organ (Zang) sowie in einem Yang-Organ (Fu) offenbart. Im Körper fließt die Lebensenergie von einer Wandlungsphase in die nächste. Dabei werden alle Dinge den fünf abstrakten Grundfaktoren Erde, Metall, Wasser, Holz und Feuer zugeordnet. Es existieren unzählige symbolische Entsprechungen für die fünf Elemente.
So beinhaltet das Holz das Wachstum und steht beispielsweise für Osten, Frühling und Gallenblase. Das Feuer verkörpert Begeisterung und Lebensfreude und wird unter anderem mit Süden, Sommer und Harnblase assoziiert. Die Erde ist das Sinnbild für Beständigkeit und Klarheit. Ihr werden Mitte, Spätsommer und Magen zugeordnet. Metall repräsentiert Begierde und Eitelkeit. Ihm entsprechen Westen, Herbst und Dickdarm. Das Wasser steht für Konzentration, Wandlung, Unabhängigkeit und Flexibilität. Es beinhaltet unter anderem Norden, Winter sowie Harnblase.
| Einteilung nach den fünf Elementen | |||||
| Element | Holz | Feuer | Erde | Metall | Wasser |
| Geschmack | Sauer | Herb/bitter | Süß | Scharf | Salzig |
| Geruch | Ätzend | Verbrannt | Zusagend | Faulig | Verwittert |
| Gefühl | Wut | Freude | Befangenheit | Kummer | Angst |
| Farbe | Blau/Grün | Rot | Gelb | Weiß | Schwarz |
| Laut | Schreien | Lachen | Singen | Weinen | Seufzen |
| Himmelsrichtung | Osten | Süden | Mitte | Westen | Norden |
| Jahreszeit | Frühling | Sommer | Spätsommer | Herbst | Winter |
| Lebensphase | Kind | Jugendlicher | Erwachsener | Gereifter Erwachsener | Alter Mensch |
| Sinnesorgan | Augen | Zunge | Mund | Nase | Ohren |
| Gewebe | Augen | Blutbahnen | Muskeln | Haut | Knochen |
| Yin-Organ | Leber | Herz | Milz | Lunge | Nieren |
| Yang-Organ | Gallenblase | Dünndarm | Magen | Dickdarm | Harnblase |
Das Elemente-System besteht aus Durchgangs- und Bewegungsphasen. Sie beschreiben zeitliche Abläufe und zyklische Strukturen. Nichts ist konstant, sondern alles befindet sich im stetigen Wandel innerhalb der phasisch ablaufenden Vorgänge. Dabei beeinflusst jeder Durchlauf eines Prozesses die Ausgangslage für den anschließenden Turnus. Das bedeutet, es findet keine monotone Wiederholung statt, sondern vielmehr eine Evolution.
Die Elemente bringen sich gegenseitig hervor, kontrollieren und überwältigen sich. Sie stehen deshalb in einer innigen Wechselbeziehung zueinander. Dabei sorgen vier Zyklen für die Balance der fünf Elemente: der Erschaffungszyklus, der Kontrollzyklus, der Erschöpfungszyklus und der Schädigungszyklus.
Der Erschaffungszyklus (Sheng-Zyklus)
Im Erschaffungszyklus erzeugt, nährt und unterstützt ein Element das nächste:
→ Feuer benötigt Holz, um brennen zu können.
→ Durch das Feuer entsteht Asche, die die Erde mit Nährstoffen anreichert.
→ Die Erde bringt Metalle und Mineralien hervor.
→ Metalle und Mineralien bereichern das Wasser.
→ Wasser lässt die Pflanzenwelt (Holz) gedeihen.

Ist ein Element zu schwach, kann es das nächste nicht mehr adäquat ernähren und eine Disharmonie entsteht. Verschiedene Kontrollmechanismen verhindern, dass die Energie der Wandlungsphasen außer Balance gerät.
Der Erschöpfungszyklus (Cheng-Zyklus)
Im Erschöpfungszyklus entzieht jedes Element dem vorhegehenden Energie und gewinnt somit an Stärke:
→ Feuer vernichtet Holz.
→ Holz nimmt Wasser auf.
→ Wasser zerstört Metall.
→ Metall entzieht der Erde Mineralien.
→ Erde erstickt Feuer.

Der Kontrollzyklus (Ke-Zyklus)
Da Mangel und Überfluss den Kreislauf schädigen würden, kontrollieren sich die Elemente gegenseitig und sorgen so für Gleichgewicht:
→ Wasser löscht das Feuer.
→ Feuer deformiert Metall.
→ Metall spaltet (Axt) oder zerkleinert (Säge) Holz.
→ Holz entzieht der Erde Nährstoffe.
→ Wälder (Holz) wirken beispielsweise Bodenerosionen entgegen.
→ Die Erde nimmt Wasser auf.

Der Schädigungszyklus (Wu-Zyklus)
Wie die Bezeichnung bereits verrät, gilt der Schädigungszyklus als zerstörerisch. Hier wird das kontrollierende Element von seinem „Schützling“ dominiert:
→ Wasser überschwemmt die Erde.
→ Die Erde zerstört das Holz.
→ Holz macht Metall stumpf.
→ Metall nimmt das Feuer auf.
→ Feuer lässt Wasser verdampfen.


Die Energie des Feuers wärmt und erhellt. Gewinnt sie allerdings zu viel Durchsetzungsfähigkeit, verschlingt sie alles um sich herum.
Die Organuhr
Der menschliche Körper verfügt über zwölf Hauptmeridiane (siehe „Die Meridiane – Jing Luo“, Seite 25). Ein Tag besteht aus zweimal zwölf Stunden. Wiederum wird jedes Organ einer bestimmten Doppelstunde zugeordnet. Die Aufteilung in einen Zweistundentakt basiert auf den zwölf Erdenzweigen, einem alten chinesischen Nummerierungssystem. Jede Nummer ist dabei einem Tierkreiszeichen zugeordnet und findet zugleich seine Yin- oder YangEntsprechung. Darüber hinaus stehen die Erdenzweige für die Bezeichnung der Jahre in einem 12er-Zyklus sowie für eine bestimmte Himmelsrichtung (bei einer 30°-Einteilung). Sie beeinflussen neben dem Wetter und den klimatischen Prozessen generell das Leben auf der Erde. Entsprechend wirken sie sich auch auf die Persönlichkeit der in ihrem Zeichen Geborenen aus, da den unterschiedlichen Zeitabschnitten spezifische Eigenschaften und Zyklen zugeschrieben werden. Demnach rekrutieren die Aufteilung der Organe in einen 24-Stunden-Rhythmus sowie die paarweise Anordnung der Organe und Meridiane auf altchinesischen astrologischen und astronomischen Beobachtungen. Doch welche Auswirkung hat diese Einteilung auf unseren Organismus?
Die Organuhr: Jeder Zeitabschnitt trägt einen spezifischen Namen, und es sind ihm u.a. jeweils ein Tierkreiszeichen sowie zwei Organe zugeordnet, von denen sich eines in der Hochphase (äußerer Ring) und das andere in der Ruhephase (2. Ring von außen) befindet. Beispielsweise ist die Leber zwischen 1 und 3 Uhr besonders aktiv und der Dünndarm am Tiefpunkt seiner Leistung. Dieser Zeitabschnitt wird mit dem Tierkreiszeichen Büffel in Verbindung gebracht und heißt Chou. Im Sommerhalbjahr (Zeitumstellung) müssen die genannten Zeiten um jeweils eine Stunde angepasst werden.

Die Lebensenergie zirkuliert stetig in unserem Körper. Dabei fließt das Qi im 24-Stunden-Rhythmus für eine Dauer von jeweils zwei Stunden besonders intensiv durch einen bestimmten Meridian und durch das ihm zugeordnete Organ.
Sofern Organe eine Störung aufweisen, verstärken sich die Beschwerden während der Maximalzeiten (Symptome für Disharmonien der verschiedenen Meridiane bzw. Organe siehe im nachfolgenden Kapitel). Deshalb empfiehlt es sich, therapeutische Maßnahmen während der Hochphase eines Organs durchzuführen. So ist beispielsweise der günstigste Zeitpunkt für eine Akupressur zur Stärkung des Herzens vor 13 Uhr.
Da während der Ruhephasen das Qi nur schwach durch die jeweilige Leitbahn und das ihr entsprechende Organ strömt, entfalten Behandlungen hier eine geringere Heilwirkung.

Der Aquamarin sorgt für innere Balance, Ruhe und Gelassenheit.
Die Meridiane – Jing Luo
Die Meridiane werden im chinesischen Jing Luo genannt. Dabei steht „Jing“ für Kette oder vertikaler Faden beim Weben. „Luo“ bedeutet so viel wie Schuss oder horizontaler Faden beim Weben. Da es sich um Energie-Leitbahnen des Körpers handelt, hat man sich im Westen in Anlehnung an die Geografie auf die Bezeichnung Meridiane geeinigt.
Diese unsichtbaren Leitbahnen durchziehen den Körper netzartig, durch sie zirkuliert das Qi. Liegt bei einem der Meridiane eine Störung vor, staut oder blockiert dies das Qi, und es kann nicht mehr frei fließen. Eine Schädigung der Gesundheit ist die Folge.
Das Strömungsgebiet der Leitbahnen befindet sich flach unter der Haut im Unterhautzellgewebe. Hier bilden sie eine Einheit mit den inneren Organen und der Körperoberfläche. Jeder Meridian verfügt über spezifische Akupunkturpunkte, die sogenannten Zugangspunkte, Höhlen oder Energiewirbel. Mittels dieser Körperpunkte kann auf das gesamte energetische System des Menschen eingewirkt werden. Auftretende Beschwerden können so beispielsweise durch Akupunktur sowie durch Akupressur mit oder ohne Heilsteine reguliert werden.
Die zwölf Hauptleitbahnen (Jing Mai) sind über ihre jeweiligen Anfangs- (in den Händen) und Endpunkte (in den Füßen) miteinander verbunden. Sie verlaufen in Längslinien am Körper entlang und sind an die fünf Yin-Organe, den Herzbeutel (Perikard) und die sechs Yang-Organe gekoppelt (siehe „Das Wechselspiel von Yin und Yang“, ab Seite 10). Dabei setzt sich jeder Funktionskreis aus einem Yin- und Yang-Organ-Paar zusammen.
Darüber hinaus gibt es zusätzlich acht Sondermeridiane (Jing Bie). Sie stehen nicht mit den Organen in Verbindung und nur zwei von ihnen verfügen über Reizpunkte (Lenkergefäß und Dienergefäß). Ihre Aufgabe ist es, Qi-Mangel oder -Überschuss in den Hauptleitbahnen auszugleichen.
Meridianpaare
| Yin-Meridian | Yang-Meridian |
| Lungenmeridian | Dickdarmmeridian |
| Milz-Pankreas-Meridian | Magenmeridian |
| Herzmeridian | Dünndarmmeridian |
| Nierenmeridian | Blasenmeridian |
| Perikardmeridian | Dreifacher-Erwärmer-Meridian |
| Lebermeridian | Gallenblasenmeridian |
Der Lungenmeridian
Der Lungenmeridian reguliert die Abwehr und verarbeitet aus der Luft gewonnenes Qi. Atemwegsbeschwerden sowie Kopf- und Rückenschmerzen kann über diesen Funktionskreis entgegengewirkt werden.
Der Lungenmeridian beginnt im mittleren Teil der Bauchhöhle, verläuft abwärts und stößt im Körperinneren auf den Dickdarm. Hier macht die Leitbahn kehrt und schwenkt wieder nach oben, durchquert das Zwerchfell und bahnt sich durch die Lungenflügel. Von dort wandert sie bis zur Kehle und dringt unterhalb des Schlüsselbeins an der seitlichen Brustwand zur Körperoberfläche hervor. Schließlich erstreckt sie sich über die innere Seite des Oberarmes entlang bis zum Handgelenk und endet dort außen an der Wurzel des Daumennagels. Ein zweiter Zweig des Lungenmeridians spaltet sich über dem Handgelenk ab und verläuft an der Handaußenseite bis zur äußeren Seite des Zeigefingers. Dort begegnet der Zweig der Dickdarmleitbahn.
Disharmonische Funktionen
Bei einer Störung treten folgende Symptome auf:
→ Atemstörungen
→ Husten
→ Hitzegefühle
→ Schulterprobleme
→ Harndrang
→ Bronchitis
→ Asthma
→ Allergien
→ Nackenverspannungen
→ Heiserkeit
→ Niesen
Wichtige Reizpunkte
❶ LU 1 Zhong Fu („Versammlungshalle der Mitte“): Einen Daumenbreit unterhalb des Schlüsselbeins, am äußeren Rand, sechs Daumenbreit seitlich der Körpermitte; reguliert das Lungen-Qi.
❷ LU 5 Chize („Teich der Elle“): In der Ellenbogenbeugefalte am radialen Punkt der Bizepssehne; stimuliert die Wasserzirkulation und löst Schleim aus der Lunge. Optimiert den Harnfluss; wirkt sich günstig auf die Sehnen aus.
❸ LU 6 Kongzui („Tiefe des Lochs“): An der radialen Seite des Unterarmes sieben Daumenbreit vom Handgelenk entfernt; wichtiger Punkt bei Bronchitis und Asthma, reguliert Schwitzen.
❹ LU 7 Lieque („Fehler in der Reihe“): Zwei Finger oberhalb der Handgelenksbeugefalte auf der Daumenseite; wirkt auf die Atmungsorgane und empfiehlt sich auch bei Problemen in der Nacken- und Halsregion.
Funktionskreis Lunge (Yin)
Aus Sicht der TCM herrscht die Lunge über die Atmung und die Lebensenergie; sie verbindet das äußere Qi mit dem inneren Qi und leitet es durch den Körper. Gleichzeitig ist die Lunge für das Abwehr-Qi zuständig und schützt uns vor Krankheiten. Ihr Partnermeridian ist der Funktionskreis Dickdarm (Yang).
Der Dickdarmmeridian
Über den Dickdarmmeridian lassen sich Blockierungen oder Schmerzen in den Sinnesorganen, Zahnschmerzen, Schulterschmerzen und Tennisellenbogen günstig beeinflussen.
Er entspringt an der Zeigefingerspitze und wandert über die äußere Seite des Zeigefingers durch die Vertiefung zwischen den Daumensehnen. Von dort führt die Leitbahn die Unterarmaußenseite entlang bis zur seitlichen Ellenbogenfalte. An der Oberarmaußenseite erstreckt sie sich bis zum höchsten Schulterpunkt. Hier gabelt sich der Dickdarmmeridian. Ein Zweig zieht sich im Körperinneren entlang, passiert die Lunge und durchstreift das Zwerchfell. Dann wandert er weiter bis zum Dickdarm. Der zweite Zweig verläuft auf der Körperoberfläche bis zum Hals. Von dort gelangt er zur Wange, um dann im Inneren weiter zu den unteren Zähnen und dem Zahnfleisch zu führen. Danach erreicht er wieder die Oberfläche und kurvt über Oberlippe zu seinem Endpunkt auf der gegenüberliegenden Seite neben der Nase.
Disharmonische Funktionen
Bei einer Störung treten folgende Symptome auf:
→ Blähungen
→ Magengeschwüre
→ Verstopfung
→ Migräne
→ Ruhelosigkeit
→ Verspannungen
→ Tennisarm
→ Hämorrhoiden
→ Menstruationsbeschwerden
→ müde Beine
→ Dickdarmentzündungen, -krämpfe
→ Mundgeruch
→ Gedächtnisstörungen
→ Zahnschmerzen
Wichtige Reizpunkte
❶ DI 4 Hegu („Das geschlossene Tal“): Am Ende der Daumenfalte zwischen Zeigefinger und Daumen; lindert Erkrankungen im Kopfbereich und Schmerzen im gesamten Körper (wichtigster analgetischer Punkt), wirkt Verstopfungen entgegen.
❷ DI 11 Quchi („Der gebogene Graben“): Bei rechtwinkliger Beugung des Gelenks am Ende der äußeren Beugefalte des Ellenbogens; Tonisierungspunkt, eliminiert Hitze und Wind der Extremitäten.
❸ DI 20 Yingxian („Den Geruch willkommen heißen“): In der Nasolabialfalte, auf der Höhe der Mitte des seitlichen Nasenflügelrandes; öffnet die Nase und vertreibt Wind aus dem Gesicht.
Funktionskreis Dickdarm (Yang)
Der Dickdarm ergänzt durch den Transport und die Ausscheidung von Abfallstoffen die Aufgaben der Lunge: Er entsorgt, was uns belastet und daran hindert, Neues aufzunehmen. Ist seine Funktion gestört, bleiben giftige Substanzen im Körper zurück, die uns körperlich wie seelisch krank machen können.
Der Magenmeridian
Dieser Meridian ist für die Regelung des Menstruationszyklus sowie der Eierstockfunktionen der Frau zuständig. Darüber hinaus beeinflusst er das Wechselspiel zwischen den Verdauungsorganen.
Der Magenmeridian beginnt neben der Nase. Er verläuft bis zur Nasenwurzel und stößt im inneren Augenwinkel auf den Blasenmeridian. Unterhalb des Auges erreicht er die Oberfläche und zieht sich seitlich abwärts die Nase entlang. Dann führt er in das obere Zahnfleisch. Dort umläuft er die Lippen und wandert am unteren Kieferknochen entlang. Dann zieht er sich vor dem Ohr direkt bis zur Schläfe hinauf, um sich am Unterkiefer zu verzweigen. Während von dort aus ein Zweig im Körperinneren durch das Zwerchfell verläuft und auf den Magen und danach auf die Milz trifft, verbleibt der zweite Zweig an der Körperoberfläche. Er durchläuft die Kehle, wandert über den Hals zur Brust bis hin zum Bauch, um in der Leiste zu enden. Der innere Zweig bildet sich am Magenende neu und wandert an der Bauchhöhle nach unten. Dort verschmilzt er wieder mit dem äußeren Zweig. Der Magenmeridian führt über den Oberschenkel zur äußeren Knieseite und bis zur Fußspitze. Er endet an der zweiten Zehe. Unterhalb des Knies spaltet sich ein anderer Ast ab, der an der äußeren Seite der mittleren Zehe endet. Ein weiterer Zweig verläuft vom Rist aus zur Innenseite der großen Zehe. Hier verschmilzt er sich mit dem Milz-Pankreas-Meridian.
Disharmonische Funktionen
Bei einer Störung treten folgende Symptome auf:
→ Blutarmut
→ Oberbauchschmerzen
→ Sodbrennen
→ Müdigkeit
→ Migräne
→ nächtliches Zähneknirschen
→ Nebenhöhlenleiden
→ Zyklusstörungen
→ Übersäuerung
→ Müdigkeit, Erschöpfung
Wichtige Reizpunkte
❶ MA 6 Jiache („Kieferwagen“): Bei geschlossenem Kiefer am höchsten Punkt des Masseter (Kaumuskel, der am Jochbogen entspringt), beseitigt Blockaden aus dem Meridian, lindert Schwellungen im Wangenbereich, Zahnschmerzen, Anspannung und Schmerzen im Kiefer.
❷ MA 25 Tianshu („Himmlischer Drehpunkt“): Zwei Daumenbreit seitlich vom Nabel; bei Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Reguliert Magen, Milz und Darm.
Funktionskreis Magen (Yang)
Der Magen wirkt an der Bildung des Nahrungs-Qi mit. Störungen des Magens führen zu körperlichen Beschwerden wie Sodbrennen und Erbrechen, jedoch auch zu einer verlangsamten Aufnahme von Informationen und Emotionen – der Funktionskreis ist auch für die „seelischgeistige Nahrung“ zuständig.
Der Milz-Pankreas-Meridian
Im Milz-Pankreas-Meridian wird Qi gespeichert und gehütet. Darüber hinaus wird es von dort aus an den gesamten Organismus abgegeben.
Der Meridian beginnt an der Innenseite der großen Zehe und führt entlang der Fußinnenseite bis vor den Fußknöchel. Dort wandert er über die hintere Seite des Unterschenkels zur Innenseite des Unterschenkels bis zur Knieinnenseite und zieht sich weiter bis zum Oberschenkel. Am Oberschenkelende verläuft er in Richtung Schambereich und stößt bis zur Bauchhöhle hervor. Dann zweigt er sich auf. Ein Nebenzweig durchläuft vom Magen aus das Zwerchfell und wandert von dort aus zum Herzen. An dieser Stelle verschmilzt er mit dem Herzmeridian. Der Hauptzweig verläuft an der Bauchoberfläche hinauf zur Brust und bahnt sich dort seinen Weg in das Körperinnere vor. An der Kehle entlang wandert er dann zur Zungenwurzel.
Disharmonische Funktionen
Bei einer Störung treten folgende Symptome auf:
→ Bindegewebsschwäche
→ Schlafstörungen
→ Übelkeit
→ Gemütsschwankungen
→ Durchblutungsstörungen
→ Konzentrationsschwäche
→ Depression
→ Erkrankungen in den Lymphgefäßen
→ Speichelmangel
→ Schwere und Kraftlosigkeit in den Gliedern
→ Abgeschlagenheit
→ Infektionen
Wichtige Reizpunkte
❶ MP 6 Sanyinjiao („Kreuzung der drei Yin-Meridiane“): An der Unterschenkel-Innenseite, drei Daumenbreit oberhalb des höchsten Punktes des Innenknöchels an der Hinterkante des Schienbeins; wirkungsvoll bei Erkrankungen von Nieren und Leber, tonisierende Wirkung bei chronischer Müdigkeit, wichtiger Punkt bei urogenitalen Störungen.
❷ MP 9 Yinlingquan („Quelle am Yin-Grabhügel“): Zur Mitte des Beines auf der Vertiefung am Unterrand des Gelenkfortsatzes auf Höhe des Schienbeinhöckers; lindert Schwellungen der unteren Extremitäten, vertreibt Feuchtigkeit und Wasseransammlungen im Unterleib; wirkt gegen Ödeme, Unterleibsentzündungen sowie Vaginalpilz und -ausfluss.
❸ MP 18 Tianxi („Schluchtenbach des Himmels“): Seitlich der Körpermittellinie im Bereich zwischen der vierten und fünften Rippe auf Brustwarzenhöhe; hilfreich bei Thoraxschmerzen, Husten und Atemnot.
Funktionskreis Milz-Pankreas (Yin)
Die Milz gilt als Quelle der Vitalessenz Jing (siehe Seite 17) und als wichtigstes Verdauungsorgan, da sie die Lebensenergie Qi aus der Nahrung extrahiert und verteilt. Im geistig-seelischen Bereich trennt sie Klares von Trübem und Reines von Unreinem. Ihr Partnermeridian ist der Funktionskreis Magen (Yang).
Der Herzmeridian
Der Herzmeridian ist für das Kreislaufsystem und dessen Regulation zuständig. Das Herz gewährleistet durch sein Pumpen die Versorgung aller Organe und steuert das Gehirn. Fließt das Qi in diesem Funktionskreis gleichmäßig, durchströmt uns innere Ruhe und Klarheit.
Er besteht aus drei Ästen, deren innerer Verlauf im Herzen beginnt. Ein Ast verläuft durch das Zwerchfell bis zum Dünndarm. Der zweite Ast erstreckt sich seitlich der Kehle entlang, wandert dann zum Mundwinkel und von dort aus zum Auge. Der dritte Zweig führt vom Herzen zur Lunge und stößt auf Achselhöhe zur Körperoberfläche hervor. Von hier aus zieht er sich am inneren Oberarm entlang, stößt auf den Ellenbogen, verläuft dann am inneren Unterarm weiter und durchzieht Handgelenk und Handinnenfläche. Die Leitbahn endet an der inneren Spitze des kleinen Fingers. Hier verschmilzt der Zweig mit dem Dünndarmmeridian.
Disharmonische Funktionen
Folgende Symptome weisen auf eine Störung hin:
→ Nachtschweiß
→ Herzprobleme
→ allgemeines Kältegefühl
→ Unruhe
→ Ängstlichkeit
→ Blutdruckschwankungen
→ Kurzatmigkeit
→ Nervosität
→ Schwindel
→ Herzflimmern
→ Sprachprobleme
→ Blässe
→ Brustschmerzen
→ Zahnfleischbluten
→ Schlaflosigkeit
Wichtige Reizpunkte
❶ H 1 Jiquan („Pol-Quelle“): Im Mittelpunkt der Achselhöhlen; ordnet Qi und nährt das Herz-Yin, ist hilfreich bei Durchblutungsstörungen im vorderen Bereich der Beine, Schulterlahmheit, Appetitlosigkeit und Müdigkeit.
❷ H 3 Shaohai („Meer der Shao-Leitbahn“): Zwischen dem inneren Ende Ellenbogenfalte und der Knochenvorwölbung auf der dem Körper zugewendeten Seite des Oberarmknochens; beruhigt Herz und Geist, wirkt gegen Ellenbogenschmerzen.
❸ H 7 Shenmen („Tor des Geistes“): Am Ende der Handgelenksbeugefalte auf der Kleinfingerseite, neben der Beugesehne; beruhigt die Psyche und wirkt gegen Nervosität, Schlaflosigkeit, psychische Erregungszustände, Angstzustände und Herzrhythmusstörungen.
Funktionskreis Herz (Yin)
Das Herz gilt als Herrscher aller Funktionskreise; es regiert die Blutzirkulation, beherbergt den Geist (Shen) und durchdringt den Körper mit Bewusstsein, Spiritualität und Emotionen. Ein harmonischer Fluss des Herz-Qi verleiht innere Ruhe und Klarheit. Ihm ist als Partner das Yang-Organ Dünndarm zugeordnet.
Der Dünndarmmeridian
Der Dünndarmmeridian ist Yang zugeordnet. Er regelt die Verdauung und Verteilung der Nährstoffe aus der Nahrung. Da sein Partnerorgan das Herz ist, hilft er, einen klaren Geist zu bewahren.
Dieser Meridian beginnt an der äußeren Spitze des kleinen Fingers. Dann durchzieht er die Handfläche und wandert weiter entlang der Hinterseite des Unterarms, führt an der äußeren Seite des Oberarms weiter und verläuft über die Schulter. Von dort erstreckt er sich bis zum höchsten Punkt des Rückens und trifft auf das Lenkergefäß, wo sich die Leitbahn gabelt. Ein Ast wandert zum Hals, verläuft seitlich bis zur Wange entlang und bahnt sich den Weg zum äußeren Augenwinkel. Von dort aus führt er zum Ohr. Im Wangenbereich verzweigt sich der Zweig. Ein kleiner Ast geht zum inneren Augenwinkel. Der zweite Zweig durchquert Herz, Zwerchfell und Magen.
Disharmonische Funktionen
Bei Störungen treten folgende Symptome auf:
→ Starke Ausdünstungen
→ Atembeschwerden
→ Rückenschmerzen
→ Durchfall
→ Schweißfüße
→ Darmkrämpfe
→ Menstruationsbeschwerden
→ Verdauungsbeschwerden
→ Einschlafstörungen
→ Unruhe
→ Schmerzen im Verlauf des Meridians (Handgelenke, Ellenbogen, Schultern, Hals und Nacken)
Wichtige Reizpunkte
❶ DÜ 6 Yang Lao („Pflege des Alters“): An der Rückseite des Unterarms in einer Vertiefung über und seitlich des Außenknöchels; wirkt günstig auf Sehkraft und Hören, bei Verdauungsbeschwerden, Kreuzschmerzen und rheumatoiden Schmerzen.
❷ DÜ 10 Naoshu („Shu-Punkt des Oberarms“): In der Vertiefung unterhalb der Schultergräte (quer über die Rückenfläche des Schulterblatts laufende Knochenleiste); wirkt bei Funktionsstörungen und Schmerzen der Schulter- und Oberarmregion.
❸ DÜ 19 Tinggong („Palast des Hörens“): Bei leicht geöffnetem Mund in der Mulde zwischen der kleinen Knorpelmasse an der Ohrmuschel am Eingang des Gehörkanals (Tragus) und dem Gelenkfortsatz am aufsteigenden Ast des Unterkiefers; hilft bei Kieferfunktionsstörungen und bei Ohrenproblemen.
Funktionskreis Dünndarm (Yang)
Der Dünndarm schützt die Herz-Energie, indem er deren überschüssige Hitze ausleitet. Er trennt die vom Magen kommenden Reststoffe und leitet „Reines“ an die Milz weiter, „Unreines“ an den Dickdarm zur Ausscheidung. Ähnlich sortiert er unsere Eindrücke und Gedanken in nützliche und schädliche.
Der Blasenmeridian
Seelischer Druck wirkt sich negativ auf den Blasenmeridian aus; hier manifestieren sich daher nicht nur physische, sondern auch psychische Probleme.
Der Blasenmeridian entspringt am inneren Augenwinkel. Er verläuft entlang der Stirn bis zum Scheitelpunkt des Kopfes. Dort gabelt sich ein kleiner Ast ab. Dieser zieht sich bis ins Gehirn. Der Hauptzweig durchstreift den Hinterkopf und verzweigt sich im Nacken. Ein Zweig wandert dabei zur Basis des Nackens und von dort aus weiter parallel zur Wirbelsäule das Rückrat entlang. Im Bereich des Nabels verzweigt er sich erneut. Ein Ast kreuzt Nieren und Harnblase, während der andere über das Schulterblatt wandert und parallel zum zuvor beschriebenen Zweig am Rückgrat entlang läuft. Am Gesäß schwenkt die Leitbahn gemeinsam mit dem anderen Ast zur Hinterseite des Oberschenkels und sie vereinen sich auf Höhe der Kniekehle. Die verschmolzenen Leitbahnen kurven dann über die hintere Seite des Unterschenkels zum Fußaußenknöchel und führen schließlich zur äußeren Seite der kleinen Zehenspitze. An dieser Stelle vereint sich die Leitbahn mit dem Nierenmeridian.
Disharmonische Funktionen
Folgende Symptome weisen auf eine Störung des Blasenmeridians hin:
→ Arthritis
→ Rheuma
→ Krümmung der Wirbelsäule
→ Prostatabeschwerden
→ Kieferhöhlenentzündungen
→ Blasenprobleme
→ Kopfschmerz
→ Unterleibsprobleme
→ Hormonelle Störungen
→ Rückenverspannungen
Wichtige Reizpunkte
❶ B 2 Zanzhu („Bambus sammeln“): Am inneren Ende der Augenbraue; wirkungsvoll bei Augenproblemen (z.B. Fehlsichtigkeit, getrübte Sicht, Tränenfluss, Augenrötung, Augenschmerzen und Augenjucken), Kopfschmerz, Nasen- und Rachenbeschwerden.
❷ B 10 Tianzhu („Himmelssäule“): Einen Fingerbreit unterhalb der Schädelbasis auf den Muskelsträngen, einen Fingerbreit seitlich von der Nackenmitte; hilfreich bei Schlafstörungen, starkem Kopfschmerz und Schmerzen sowie Beschwerden in Nacken, Schulter und Rücken.
❸ B 28 Pangguangshu („Transportpunkt der Blase“): Eineinhalb Daumenbreit seitlich der Mittellinie auf Höhe der zweiten Sakralöffnung; reguliert die Blase, hilft bei Urogenitalerkrankungen und Menstruationsstörungen.
Funktionskreis Blase (Yang)
Die Blase nimmt den von den Nieren (Partnerorgan) abfließenden Urin auf und sorgt für die Ausscheidung von harnpflichtigen Substanzen, Giften sowie die Absonderung aller übrigen Abfallstoffe. Ein starker Blasenmeridian befähigt uns, entschieden im Sinne unserer Wünsche und Ziele zu handeln.
Der Nierenmeridian
In den Nieren wird die Vitalessenz Jing gespeichert. Sie sind demnach ein Leben lang von großer Bedeutung für die Vitalität, Kraft und Gesundheit.
Der Nierenmeridian beginnt an der unteren Seite der kleinen Zehe und verläuft über die Fußsohle bis zum Rist. Anschließend schwenkt er um den inneren Fußgelenkknöchel und wandert über die innere Unterschenkelseite zur Kniekehle. Hier führt der Meridian hinauf zum Oberschenkel und dringt im Schoß in das Körperinnere ein. Von den Nieren aus wandert er zur Harnblase und stößt oberhalb des Schambeins wieder an die Körperoberfläche. Dann kreuzt er Bauch und Brust und zieht sich weiter nach oben. Oberhalb des Schambeins entspringt ein zweiter Ast aus den Nieren. Dieser verläuft zur Leber, trifft auf das Zwerchfell, die Lungenflügel sowie die Kehle und wandert bis zur Zungenwurzel. In der Lunge ist ein kleiner Ast verortet. Er bahnt sich seinen Weg zum Herzen und verschmilzt in der Brust mit dem Perikardmeridian.
Disharmonische Funktionen
Bei Störungen im Nierenmeridian können folgende Symptome auftreten:
→ Atembeschwerden
→ Schwellungen
→ Übermut
→ Depressionen
→ Ödeme
→ Kälteempfindlichkeit
→ dunkle Augenringe
→ Akne, Ekzeme
→ Schreckhaftigkeit
→ Verstopfung
→ Häufiger nächtlicher Harndrang
→ Ohrinfektionen
→ Herzprobleme
→ bleiche Gesichtsfarbe
→ Gynäkologische Erkrankungen, sexuelle Dysfunktionen
Wichtige Reizpunkte
❶ N 1 Yongquan („Die sprudelnde Quelle“): Auf der Fußsohle in der Vertiefung in der Mitte der Fußballen; tonisiert und harmonisiert das Nieren-Qi, bewährt zur Behandlung von Ängstlichkeit, Vergesslichkeit, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Fieber, Müdigkeit, Krämpfen und Impotenz.
❶ N 3 Taixi („Großer Bach“): Auf der Mitte der Verbindungslinie zwischen Innenknöchel und der Achilles-Sehne; bei Asthma, Husten, Libidoverlust, Unfruchtbarkeit, Zahnschmerzen, Schlafsucht und Schlaflosigkeit.
❶ N 27 Shufu („Versammlungshalle der Einflussnahme“): Zwischen 1. Rippe und Schlüsselbein, zwei Daumen breit seitlich der Mittellinie; wirkungsvoll bei Husten, Asthma, Übelkeit und Brechreiz sowie Brustschmerz.
Funktionskreis Nieren (Yin)
Aus Sicht der TCM sind die Nieren der Sitz unserer ererbten Konstitution, hier ist das kostbare Ursprungs-Qi bzw. das Jing gespeichert. Die Nieren steuern Wachstum und Entwicklung ebenso wie den Alterungsprozess und die Fortpflanzung. Ihr Partnermeridian ist der Funktionskreis Blase (Yang).
Der Perikardmeridian
Der Perikardmeridian (auch Herzbeutelmeridian bzw. Kreislauf-Sexualität-Meridian genannt) unterstützt die Herzfunktion. Er bewahrt das Herz vor Reibung mit anderen Organen sowie vor Entzündungen. Darüber hinaus können Schmerzen im Oberbauch und im Brustkorb über diese Leitbahn günstig beeinflusst werden.
Diese Leitbahn beginnt im Perikard (Herzbeutel). Von dort aus wandert sie zum Zwerchfell und verbindet die drei Teile des Dreifachen Erwärmers (oberer, mittlerer und unterer Teil).
Ein zweiter Zweig bahnt sich bis zur Brust und erreicht hier an der Außenseite die Körperoberfläche. Dann kurvt er um die Achselhöhle und zieht sich an der Innenseite des Oberarms entlang. Im Bereich der Armbeuge erstreckt er sich über den Unterarm bis zur Handinnenfläche und verläuft weiter bis zur Mittelfingerspitze, wo sie schließlich endet In der Handfläche gabelt sich ein kleiner Ast ab, der sich auf der Ringfingerspitze mit dem Dreifachen-Erwärmer-Meridian vereint.
Disharmonische Funktionen
Herrschen Störungen im Perikardmeridian vor, können folgende Symptome auftreten:
→ Kreislaufstörungen
→ Ischiasschmerzen
→ Schlafstörungen
→ Herzrasen, Herzschmerzen
→ Neurosen, Nervosität, Depressionen
→ Brust- oder Brustkorbschmerzen
→ Hohlkreuz
→ Schulterverspannungen
→ Probleme mit den Geschlechtsorganen, Menstruationskrämpfe, Potenzprobleme
Wichtige Reizpunkte
❶ PE 1 Tianchi („Himmelsteich“): Am Brustkorb im vierten Rippenzwischenraum, zwei Daumenbreit seitlich der Brustwarze nach außen; bei physischen und psychischen Erschöpfungszuständen.
❷ PE 6 Neiguan („Der innere Pass“): Seitlich der Handfalte, vier Querfinger oberhalb in der Mitte der Sehnen; wirkungsvoll bei Magenproblemen, Übelkeit und Erbrechen.
❸ PE 8 Laogong („Der Arbeitspalast“): Auf der Handfläche bei locker geschlossener Faust zwischen Mittelfinger und Ringfinger; behebt Magen-Darm-Störungen, wirkt stimmungsaufhellend und luststeigernd.
Funktionskreis Perikard (Yin)
Das Perikard, der Herzbeutel, umhüllt und schützt das Herz, daher wird es in der TCM auch als „Tor des Geistes“ oder „Wächter des Herzes“ bezeichnet. Als Yin-Organkreis des Elements Feuer sorgt das Perikard für Freude und hält die Emotionen im Gleichgewicht. Sein Partner ist der Dreifache Erwärmer.
Der Dreifacher-Erwärmer-Meridian
Der Dreifacher-Erwärmer hat in der Anatomie der westlichen Medizin keine Entsprechung und wird demnach dort nicht zu den Organen gezählt. Er beeinflusst sämtliche Organe und wird in der TCM auch die Straße des Ursprungs-Qi genannt.
Diese Leitbahn hat ihren Anfang an der Außenseite des Ringfingers. Von dort aus wandert sie zum Handrücken und weiter über das Handgelenk zum Unterarm. Am Ellenbogen führt sie zur Hinterseite des Oberarms und erstreckt sich bis zur Schulter hinauf. Unterhalb des Schlüsselbeins gabelt sich der Meridian. Ein Zweig dringt in das Körperinnere hervor, durchläuft die Brust, passiert Herzbeutel und Zwerchfell. Danach vereint er die drei Teile des Dreifachen Erwärmers (oberer, mittlerer und unterer Teil). Der zweite Ast verweilt auf der Körperaußenseite und zieht sich am Hals entlang. Danach wandert er bis zum oberen Rand des Ohrs und umläuft im Körperinneren die Gesichtshälfte. Ein kurzer Ast ist hinter dem Ohr lokalisiert. Er durchzieht das Hörorgan und stößt vor dem Ohr angekommen wieder auf die Körperoberfläche. Dann führt er zum äußeren Augenbrauenende und verschmilzt mit dem Gallenblasenmeridian.
Disharmonische Funktionen
Folgende Symptome weisen auf Störungen des Dreifachen-Erwärmer-Meridians hin:
→ Allergien, Asthma
→ Infektionsanfälligkeit
→ Wetterfühligkeit
→ Verdauungsstörungen
→ Niedriger Blutdruck
→ Nebennierenstörungen
→ Tinnitus
→ Schilddrüsenprobleme, Hormonstörungen
→ Nesselausschläge
→ Bauch- und Unterleibsschmerzen
→ Morgenmüdigkeit
→ Zahnfleischprobleme
Wichtige Reizpunkte
❶ 3E 5 Waiguan („Der äußere Pass“): Oberhalb des Handrückens, zwei Daumenbreit von der Handgelenksfalte in Richtung Ellenbogen; stärkt Schultern und Ellenbogen, wirkt bei Kopf-, Ohren- und Nackenschmerzen.
❷ 3E 17 Yifeng („Der Vorhang im Wind“): Hinter den Ohrläppchen; wirkt bei Ohrenschmerzen.
❸ 3E 21 Ermen („Das Ohrtor“): In der Vertiefung am Ohransatz; hilfreich bei Zahn-, Ohren- und Gesichtsbeschwerden. Auch bei Beschwerden am Kniegelenk empfiehlt sich eine Behandlung dieses Punktes.
Funktionskreis Dreifacher Erwärmer (Yang)
Dem Dreifacher Erwärmer ist keine anatomische Organstruktur zuordenbar. Er regelt das Zusammenspiel des oberen (Brusthöhle), mittleren (Bauchhöhle) und unteren „Brenners“ (Beckenhöhle) – diese stellen die inneren Quellen des Qi dar – und sorgt für einen harmonischen Ablauf aller Prozesse im Körper.
Der Gallenblasenmeridian
Diese Leitbahn reguliert die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen.
Der Gallenblasenmeridian beginnt am äußeren Augenwinkel und besteht aus zwei Zweigen. Ein Zweig verläuft an der Körperoberfläche zickzackförmig am Kopf entlang, geht dann hinter das Ohr und hinab bis zum Scheitelpunkt der Schulter. Im Bereich der Achselhöhle führt er über die Rippen bis zum Hüftbereich. Der zweite Ast wandert im Körperinneren über die Wange zu Hals, Brust, Leber und Gallenblase. An der Bauchunterseite stößt die Leitbahn an die Körperoberfläche und verschmilzt im Hüftbereich mit dem ersten Zweig. Der vereinte Meridian wandert dann über die Außenseite des Oberschenkels hinab zum Knie und von dort aus zum vorderen Bereich des Unterschenkels. Über den äußeren Fußknöchel zieht er sich schließlich bis zum Rist und endet auf der Spitze der zweiten Zehe. Auf dem Rist gabelt sich ein kleiner Zweig ab, der über den Fuß bis zur großen Zehe führt und sich dort mit dem Lebermeridian verbindet.
Disharmonische Funktionen
Störungen des Gallenblasenmeridians machen sich durch folgende Symptome bemerkbar:
→ Inneres Frösteln
→ Hautausschläge
→ Appetitmangel
→ Knieschmerzen
→ Müdigkeit
→ Koliken, Verstopfung, Übelkeit
→ Sehstörungen, Augenbeschwerden
→ Reizbarkeit, Überempfindlichkeit
Wichtige Reizpunkte
❶ GB 2 Tinghui („Hören können“): Bei leicht geöffnetem Mund in einer Vertiefung vor dem Ohr; bei Ohrenbeschwerden wie beispielsweise Tinnitus, Schwerhörigkeit, Ohrenschmerz mit Eiterfluss, Ohrenentzündungen. Dieser Punkt hat sich auch für die Behandlung von Krämpfen der Kaumuskulatur und Zahnschmerzen bewährt.
❷ GB 20 Fengchi („Windteich“): Eine Handbreit hinter dem Ohrläppchen in einer Mulde zwischen den Ansätzen der Nackenmuskulatur. Vertreibt Hitze und wirkt deshalb fiebersenkend. Bei infektiösen Erkrankungen, Sehstörungen und Gehörstörungen (z.B. Gehörverlust oder Schwerhörigkeit), Nasenbluten, Schlafstörungen und verstopfter Nase.
❸ GB 34 Yanglingquan („Quelle am sonnenbeschienenen Hügel“): In der Mulde vor dem Kopf des Wadenbeins; wirkungsvoll bei Ischialgie, Gallensteinen, Bluthochdruck, Übelkeit, Migräne, Brustdruck und Schulterschmerz.
Funktionskreis Gallenblase (Yang)
Aus Sicht der TCM ist die Gallenblase ihrem Partnermeridian Leber untergeordnet und unterstützt dessen weitreichende Aufgaben. Das Qi der Gallenblase bestärkt uns in unserer Entschlusskraft – während die Leber den Entwurfsplan vorlegt – und gibt uns den Mut, auch einmal neue Wege einzuschlagen.
Der Lebermeridian
Der Lebermeridian steuert die Urteilskraft und die Fähigkeit zu planen. Darüber hinaus leistet er einen bedeutenden Beitrag bei der Gewinnung von Energie, die für körperliche Leistungen benötigt wird, und kräftigt die Immunabwehr.
Dieser Meridian entspringt auf der Spitze der großen Zehe und wandert über den Rist bis zum Fußgelenkinnenknöchel. Von dort aus zieht er sich an der inneren Unterschenkelseite über das Knie und den inneren Oberschenkel zum Schoß. Hier schwenkt er um die äußeren Genitalien und tritt im Bereich des Unterbauchs in das Körperinnere ein, um dort zur Leber zu steigen und schließlich die Gallenblase zu durchqueren. An den unteren Rippen angelangt, verzweigt sich die Leitbahn mehrfach und kreuzt den Lungenmeridian. Ein Ast verläuft entlang der Luftröhre zur Kehle und über das Auge die Stirn hinauf zum Scheitelpunkt des Kopfes. Im Bereich der Wange gabelt sich ein Zweig ab und umläuft die Innenseite der Lippen.
Disharmonische Funktionen
Bei einer Störung des Lebermeridians können folgende Symptome auftreten:
→ Brechreiz
→ Hautprobleme
→ Schulterprobleme
→ Schluckbeschwerden
→ Augenprobleme
→ Durchfall
→ Stoffwechselstörungen
→ Nervosität, Antriebslosigkeit
→ Rheuma
→ Menstruationsbeschwerden
Wichtige Reizpunkte
❶ LE 3 Taichong („Der große Impuls“): Zwischen den Enden der Mittelfußknochen der großen und der zweiten Zehe. Reguliert die Menstruation, dämpft Wutanfälle und reduziert angestauten Groll. Bei Unterleibsschmerzen, Schlaflosigkeit, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen.
❷ LE 5 Ligou („Muschelrinne“): An der Innenseite des Unterschenkels, fünf Daumenbreit oberhalb der größten Vorwölbung des Innenknöchels, zwischen der Hinterkante des Schienbeins und dem langen Zehenbeuger; wirkt stimmungsaufhellend. Bei urogenitalen Erkrankungen und Beschwerden, sexuellen Störungen, Erkrankungen von Leber und Gallenblase, Angstgefühlen und nervösem Herzklopfen.
❸ LE 13 Zhangmen („Abschnittstor“): Vor dem freien Ende der elften Rippe; bei Leber- und Gallenblasenerkrankungen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Erbrechen, Husten und Asthma.
Funktionskreis Leber(Yin)
Die Leber ist das wichtigste Stoffwechselorgan, zuständig für die Entgiftung des Körpers und die Produktion lebenswichtiger Proteine. Die TCM sieht sie als „Haus der Seele“; sie ist unsere kreative Kraft und hilft uns, klug zu handeln und unsere Pläne zu verwirklichen. Ihr Partner ist die Gallenblase (Yang).
Das Dienergefäß
Das Dienergefäß (auch Konzeptionsgefäß) kontrolliert die sechs Yin-Meridiane.
Es entspringt in der Beckenhöhle und dringt am Damm zur Körperoberfläche vor. Von hier aus wandert die Leitbahn zum Schoß und schließlich zur Bauchmitte. Dann durchstreift sie Brust, Kehle und Unterkiefer und kurvt im Körperinneren um den Mund herum. Hier gabelt sie sich in zwei Äste, die zu den Augen gehen.
Disharmonische Funktionen
Bei Störungen können folgende Symptome in Erscheinung treten:
→ Schmerzen im Becken- und Brustkorbbereich
Wichtige Reizpunkte
❶ KG 4 Guanyuan („Die umschlossene Ursprungsenergie“): Drei Daumenbreit unterhalb des Nabels; bei Plazentaretention, Menstruationsstörungen und Harninkontinenz.
❷ KG 12 Zhongwan („Mitte des Magens“): Vier Daumenbreit oberhalb des Nabels.; bewährter Punkt zur Behandlung von Appetitlosigkeit, Angstzuständen, blutigem Durchfall, Verdauungsproblemen, Magenbeschwerden, Erbrechen und saurem Aufstoßen.
❸ KG 24 Chengjiang („Flüssigkeiten auffangen, Breifänger“): In der Mitte der Mentolabialfalte (Falte zwischen Mundwinkel und Kinn); wirksam bei Augenerkrankungen.


Außerordentliche Gefäße
Die TCM kennt acht „Außerordentliche Gefäße“, darunter werden jedoch nur dem Dienergefäß (Ren Mai) und dem Lenkergefäß (Du Mai) eigene Reizpunkte zugeordnet. Die beiden zentralen, in der Medianebene des Körpers verlaufenden Leitbahnen bilden das Herz des Meridiansystems.
Das Lenkergefäß
Das Lenkergefäß stellt eine Verbindung zwischen allen Yang-Meridianen her und gleicht deren Energien aus. Es hat Einfluss auf die Nerven-, Muskel- und Wirbelsäulenfunktionen. Darüber hinaus verleiht es innere Festigkeit und Selbstsicherheit. Vor allem Symptome von Krankheiten des Zentralen Nervensystems oder eine steife Wirbelsäule können hervorragend über diesen Meridian behandelt werden.
Dieser Sondermeridian hat seinen Anfangspunkt in der Beckenhöhle. Ein Ast führt durch das Körperinnere hinauf zu den Nieren. Ein zweiter Zweig wandert ebenfalls im Körperinneren abwärts und stößt zwischen den äußeren Genitalien und dem Anus an die Körperoberfläche. Hier erstreckt er sich über die Spitze des Steißbeins zur Wirbelsäule und wandert bis zum Kopf, wo er das Gehirn durchquert. Der Hauptast zieht sich über den Scheitel des Schädels entlang und verläuft über die Stirn hinunter zur Nase. Er endet schließlich im oberen Zahnfleisch.
Disharmonische Funktionen
Liegt eine Störung des Lenkergefäßes vor, äußert sich dies durch:
→ Unfruchtbarkeit
→ Rückenschmerzen
→ Kreislaufschwäche, Ohnmachtsanfälle
→ Hämorrhoiden
→ Nackenverspannungen

Wichtige Reizpunkte
❶ LG 4 Mingmen („Pforte des Lebens“): Unterhalb des Dornfortsatzes des zweiten Lendenwirbelkörpers; bei verspannter Rückenmuskulatur, Hämorrhoiden, Unterleibsschmerzen, Impotenz, schwacher Libido und grippalen Infekten.
❷ LG 14 Dazhui („Großer Wirbel“): Unterhalb des Dornfortsatzes des siebten Halswirbelkörpers; stärkt den Nierenfunktionskreis. Wirkungsvoll bei Kraftlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Rückenverspannungen, Fieber, Husten und Bronchitis.
❸ LG 20 Baihui („Hundert Zusammenkünfte“): Auf der Fontanelle; fördert klares Denken und beruhigt den Geist. Bei Schlaflosigkeit, Kopfschmerz und Schwindel.

Die sieben Hauptchakras

Die chinesische Lehre geht davon aus, dass die Lebensenergie Qi durch die Meridiane strömt. Durch diese werden alle sieben Hauptchakras miteinander verbunden. Chakras sind feinstoffliche Energiezentren. Sie befinden sich sowohl innerhalb als auch außerhalb des Körpers und sitzen an den Hauptverzweigungen des Nervensystems. Die Hauptchakras sind entlang der Wirbelsäule angeordnet und werden von unten nach oben gezählt. Metaphysische und biophysische Energien werden in ihnen gesammelt und umgewandelt.
Sie können die sieben Hauptchakras durch das Auflegen von Heilsteinen aktivieren und so einen bedeutenden Beitrag für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden leisten. Hierbei stimuliert die individuelle Schwingung des jeweiligen Heilsteins (siehe hierzu „Die Heilkraft der Steine“ ab Seite 75) die Schwingungsfrequenz des ihm zugeordneten Chakras. Die Farbe eines Heilsteins steht unmittelbar in Verbindung mit dessen Schwingung, weshalb auch sie entscheidend für die Intensität der Chakra-Aktivierung ist. Am günstigsten ist dabei das direkte Platzieren des Heilsteins in der gewünschten Chakra-Region. Auch die Einnahme von Edelstein-Essenzen kann die Energiezentren beleben.
So lokalisieren Sie die Lage Ihrer Chakras
Binden Sie einen Faden an einen handelsüblichen Metallring. Halten Sie diesen an den Bereich des Körpers, den Sie überprüfen möchten. Befindet er sich in unmittelbarer Nähe zu einem Chakra, beginnt er durch die von dort ausströmende Energie kleine Kreise zu ziehen. Die Kreise vergrößern sich, je mehr Sie sich dem Zentrum des Chakras nähern.
Vorsicht!
Bei ernsthaften Erkrankungen oder Beschwerden sollte unbedingt eine medizinische Behandlung durch einen Arzt erfolgen. Eine Chakra-Aktivierung dient in solchen Fällen nur als unterstützende Maßnahme.
Das Wurzel-Chakra

Das Wurzel-Chakra ist auch unter den Bezeichnungen „Erstes Chakra“ oder „Basis-Chakra“ bekannt. Es ist dem Element Erde und dem ätherischen Körper zugeordnet. Seine Drüsen-Entsprechung hat es in den Nebennieren, die Adrenalin, Kortisol und Noradrenalin generieren. Da die genannten Hormone die Blutzirkulation regulieren, haben sie einen direkten Einfluss auf die Lebensfunktion.
Das Wurzel-Chakra dient als Basis für alle anderen Chakras und sitzt am Beckenboden. Dabei ist es mit dem Steißbein verbunden und befindet sich zwischen Damm und Anus. Mit seiner Energie versorgt es den gesamten Beckenbereich (Anus, Rektum, Dickdarm, Mastdarm, Enddarm, Ischiasnerv und Prostata). Zusätzlich beeinflusst dieses Chakra die Qualität des Blutes sowie den Zellaufbau und ist für die Ausscheidung von Abfallstoffen verantwortlich.
Ihm werden alle festen Elemente des Körpers zugeordnet: Wirbelsäule, Knochen, Gelenke, Nägel und Zähne. Darüber hinaus wirkt das Wurzel-Chakra auf die unteren Extremitäten.
Harmonische Funktionen
Das Wurzel-Chakra spendet Lebenskraft, Sicherheit und Lebenswillen. Es hilft uns dabei, den vielen Aufgaben des Lebens gerecht zu werden. Ist es harmonisch, verleiht es uns ein Gefühl von Erdung, Ausgeglichenheit und seelische Stabilität. Darüber hinaus fördert es Urvertrauen, Gelassenheit und Zufriedenheit. Menschen mit einem ausgeprägten Wurzel-Chakra zeichnen sich durch ein starkes Selbstbewusstsein sowie durch ein positives Körperbewusstsein aus. Sie weisen häufig einen erfüllten Lebensweg auf, üben einen passenden Beruf aus und führen ein intaktes Familienbzw. Beziehungsleben.
Disharmonische Funktionen
Sofern eine einseitige Betonung des Wurzel-Chakras vorherrscht, verliert der Mensch die Bodenhaftung. In der Folge nimmt er egoistische Züge an, wird gierig, geizig und neigt zu Aggressionen. Er konsumiert alles im Übermaß – seien es materielle Güter, Sex oder auch Nahrungs- und Genussmittel. Auf der körperlichen Ebene äußert sich eine Überfunktion des Wurzel-Chakras in Form von Darmbeschwerden, Hämorrhoiden, Verstopfung, Krampfadern sowie extremen Blutdruckwerten.
Eine Unterfunktion macht sich auf der seelischen Seite häufig durch Depressionen, Unsicherheit, Überlebensangst, mangelndes Selbstvertrauen und Verlust der Lebensfreude bemerkbar. Man fühlt sich erschöpft und ist träge. Im Körper führt dies zu Prostatabeschwerden, Problemen im Lendenwirbelbereich (Ischias, Hexenschuss, Bandscheibenvorfall), Blasen- und Nierenbeschwerden und einer geschwächten Immunfunktion.

Der Rosenquarz hilft, seelisches Leid zu lindern, schenkt Vertrauen und erleichtert das Loslassen.
Heilsteine für das Wurzel-Chakra
Die Farben dieses Chakras sind Hellrot bis Dunkelrot, weshalb die Heilsteine Achat (rot), Granat, Jaspis (rot), Rosenquarz, Hämatit und Rubin besonders gut zu ihm passen.
Aber auch andere Heilsteine von roter Farbe können dieses Chakra günstig beeinflussen.
Heilanwendung für das Wurzel-Chakra
Störungen im Wurzel-Chakra lassen sich durch das Tragen von Heilsteinen am Körper (siehe Seite 181), das Aufstellen der Steine in der unmittelbaren Umgebung (siehe Seite 183) oder mit der folgenden Heilanwendung lindern bzw. eliminieren:
→ Setzen Sie sich entspannt auf einen Stuhl und schließen Sie Ihre Augen. Umschließen Sie den Heilstein Ihrer Wahl mit Ihren Händen und reiben Sie beide Handflächen aneinander, bis sich diese warm anfühlen und voller Energie sind.
→ Platzieren Sie Ihren Heilstein anschließend auf Ihrem Steißbein und fixieren Sie ihn dort mit Ihren beiden Händen. Dabei weisen die Fingerspitzen nach unten.
→ Atmen Sie einige Male tief ein und aus. Mit jedem Atemzug nehmen Sie die Kraft des Heilsteins auf. Lassen Sie bei jedem Ausatmen diese Energie über das Steißbein in Ihr Wurzel-Chakra strömen.
→ Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Wurzel-Chakra ist von der roten Energie des Heilsteins erfüllt, führen Sie die Hände mitsamt dem Stein wieder nach vorne und legen sie in ihrem Schoß ab.
→ Nun atmen Sie ein paar Mal ruhig durch, öffnen die Augen und kehren in den Alltag zurück.
Das Sakral-Chakra

Das Sakral-Chakra ist mit dem emotionalen Körper verbunden und wird dem Wasser zugeordnet. Man nennt es auch „Zweites Chakra“, „Sexual-Chakra“ oder „Milz-Chakra“. Es liegt in der Kreuzbeingegend und befindet sich zwischen Nabel und Geschlechtsorganen. Seine Energie strömt durch den gesamten Beckenraum und erfüllt alle Organe im Unterleib. Da dieses Chakra den Keimdrüsen entspricht, nährt und schützt es die weiblichen sowie die männlichen Fortpflanzungsorgane. Nieren, Harnleiter, Harnblase, Harnröhre und Geschlechtsorgane stehen unter seinem Einfluss. Das Sakral-Chakra fördert die Blutreinigung durch die Nieren und ist für die Ausscheidung von Körperflüssigkeiten und Toxinen zuständig. Darüber hinaus bewahrt es vor Stillstand. Auf der seelischen Ebene manifestiert sich die reinigende und läuternde Eigenschaft dieses Chakras in der Fähigkeit des Loslassens.
Es verkörpert den Ursprung des Schöpferischen, unsere Verbindung zur Lebendigkeit, Sinnlichkeit und Sexualität. Das Sakral-Chakra ist von Bedeutung für das Empfinden und Ausdrücken von Gefühlen. Außerdem ist ihm die weibliche Yin-Energie zu eigen, weshalb es beim Mann die feminine Seite fördert.
Harmonische Funktionen
Ein starkes Sakral-Chakra äußert sich in Kreativität, Ideenreichtum, Offenheit, Leidenschaft und Lebensfreude. Scham oder Schuld kennen Menschen mit einem betonten Sakral-Chakra nicht. Ihr Umgang mit der eigenen Sexualität ist authentisch. Sie lieben Erotik und sind leidenschaftlich, weshalb sie meist eine positive Beziehung zu ihren Liebespartnern führen. Darüber hinaus erfüllen sie ihre körperlichen und menschlichen Bedürfnisse mit freudiger Selbstverständlichkeit. Auch wirkt sich die Harmonie dieses Energiezentrums günstig auf die Begeisterungsfähigkeit aus, die so ausgeprägt sein kann, dass sie sich häufig als ansteckend erweist.
Disharmonische Funktionen
Bei einer Überbetonung des Sakral-Chakras hat das Bedürfnis nach Befriedigung häufig Priorität, und es kann zu sexuellen Ausschweifungen (Nymphomanie) kommen. Es ergeben sich auch häufig Unsicherheiten und Probleme im Umgang mit anderen Menschen.
Meistens tritt jedoch eine Unterversorgung des Sakral-Chakras auf, die oft auf ein liebloses und lustfeindliches Elternhaus zurückzuführen ist. In diesem Fall fällt es den Betroffenen schwer, Gefühlen und Bedürfnissen Ausdruck zu verleihen. Sie plagen sich mit Selbstwertdefiziten und innerer Gefühlskälte. Auf körperlicher Ebene beeinträchtigt ein schwaches Sakral-Chakra die Nieren- und Harnblasenfunktion. Dies führt unter anderem zur Ansammlung von Toxinen im Organismus, die dann überwiegend über die Haut ausgeschieden werden müssen. In der Folge entwickeln sich häufig Ekzeme und Hautreizungen. Die mangelnde Entgiftung des Körpers führt zu einer Überbelastung der Lymphe. Da bei einem schwachen Sakral-Chakra die Regulierung der Fortpflanzungsorgane nicht mehr optimal gewährleistet werden kann, treten bei Frauen nicht selten Eierstockerkrankungen, Zyklusstörungen und Menstruationsbeschwerden auf, und Männer leiden unter oftmals erheblichen Potenzstörungen.
Heilsteine für das Sakral-Chakra
Die Farbe Orange steht für Freude, Energie sowie Aktivität und wird mit dem Sakral-Chakra in Verbindung gebracht. Entsprechend kann es mittels orangefarbener Steine stimuliert werden: Aventurin, Beryll, Feueropal, oranger Jaspis, Karneol, Koralle und orangefarbener Mondstein.
Heilanwendung für das Sakral-Chakra
Bei einem geschwächten Sakral-Chakra können Sie einen der empfohlenen Heilsteine entweder als Anhänger an einer Kette (siehe Seite 181) tragen, sie in Ihrer Umgebung platzieren (siehe Seite 183) oder folgende Heilanwendung einmal täglich durchführen:
→ Legen Sie sich entspannt auf den Rücken und schließen Sie Ihre Augen. Reiben Sie beide Handflächen so lange aneinander, bis sie sich warm anfühlen und voller Energie sind.
→ Nehmen Sie nun den Heilstein und platzieren Sie ihn etwa drei Fingerbreit unterhalb des Nabels. Bedecken Sie ihn mit Ihren Händen.
→ Atmen Sie einige Male tief ein und aus. Mit jedem Atemzug nehmen Sie die Kraft des Heilsteins auf. Lassen Sie bei jedem Ausatmen diese Energie über die Kreuzbeingegend in Ihr Sakral-Chakra strömen.
→ Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Sakral-Chakra ist von der orangefarbenen Energie des Heilsteins erfüllt, atmen Sie noch ein paar Mal ruhig durch, öffnen die Augen und kehren in den Alltag zurück.

Der Karneol spendet Lebensfreude und Vitalität.
Das Nabel-Chakra

Das Nabel-Chakra wird auch als „Drittes Chakra“, „Solarplexus-Chakra“, „Leber- oder Magen-Chakra“ sowie „Persönlichkeits-Chakra“ bezeichnet. Sein Element ist Feuer, und es ist im Bereich des Magens lokalisiert - etwa auf halbem Weg zwischen Nabel und Brustbein.
Die Drüse des Nabel-Chakras ist die Bauchspeicheldrüse. Sie ist für die Verdauung von Bedeutung, da sie Enzyme produziert, die für den Eiweiß- und Fettstoffwechsel zuständig sind. Darüber hinaus schüttet sie lebenswichtiges Insulin aus. Entsprechend besteht die Hauptaufgabe des Nabel-Chakras darin, die Verdauungsprozesse im Körper zu steuern. Zudem beeinflusst es Milz, vegetatives Nervensystem und Bauchspeicheldrüse. Außerdem versorgt das Sakral-Chakra die Organe in seiner unmittelbaren Umgebung (Magen, Dünndarm, Milz, Gallenblase, Leber) mit Energie.
Die Themen Macht, Kraft und Lebendigkeit sind mit diesem Chakra verbunden. Sie manifestieren sich im Optimalfall in Integrität, Selbstbewusstsein, Klarheit und Handlungsfähigkeit. Da hier alle Facetten der Emotion zu Hause sind, beinhaltet das Chakra auch Wut, Manipulation und Dominanz.
Harmonische Funktionen
Ist das Nabel-Chakra gut entwickelt, zeigt sich das in einer ausgeprägten Persönlichkeit und in einem festen Willen. Man vertraut seinem Instinkt, strotzt vor Tatendrang, ist persistent und stabil. In Stresssituationen reagiert man ruhig und besonnen. Menschen mit einem harmonischen Nabel-Chakra zeichnen sich durch Mitgefühl und Sensibilität sowie durch Selbstdisziplin und der Fähigkeit zur Selbstreflexion aus. Sie haben einen gesunden Stoffwechsel und einen tiefen Schlaf.
Disharmonische Funktionen
Überforderung, Verzweiflung, Selbstmitleid, Angst und Wut weisen auf ein schwaches Nabel-Chakra hin. Das Leben scheint sinnlos und voller Hindernisse. Betroffene nehmen leicht eine Opferrolle ein und verlieren jedweden Lebensmut. Sie haben ihr Selbstwertgefühl eingebüßt und geraten häufig in Abhängigkeiten. Auf körperlicher Ebene äußert sich ein Energiemangel in diesem Chakra in Form von Dysfunktionen der Speicheldrüsen bzw. Bauchspeicheldrüse, Erkrankungen der Verdauungsorgane, Stoffwechselstörungen und Essstörungen.
Überschüssige Energie im Nabel-Chakra verursacht Neid, übertriebenes Bedürfnis nach Bestätigung, unkontrollierte Wutausbrüche, übermäßigen Ehrgeiz und Machtbesessenheit.
Bernstein kann das Nabel-Chakra öffnen, hat aber auch eine günstige Wirkung auf das Wurzel-Chakra.
Heilsteine für das Nabel-Chakra
Gelb und Gold sind die Farben des Nabel-Chakras. Passende Heilsteine sind gelber Bernstein, Calcit, Topas und gelber Turmalin.
Aber auch andere Heilsteine von gelber oder goldener Farbe können dieses Chakra günstig beeinflussen.
Heilanwendung für das Nabel-Chakra
Bei einem Energiemangel im Nabel-Chakra helfen als Anhänger getragene Heilsteine (siehe Seite 181) oder das Aufstellen von Heilsteinen in Ihrer Umgebung (siehe Seite 183). Besonders wirksam ist auch die tägliche Ausübung folgender Heilübung:
→ Legen Sie sich bequem und entspannt auf den Rücken und schließen Sie Ihre Augen.
→ Reiben Sie beide Handflächen so lange aneinander, bis sie sich warm anfühlen und voller Energie sind.
→ Nehmen Sie nun den Heilstein und platzieren Sie ihn im Magenbereich. Bedecken Sie den Stein dann mit Ihren energiegeladenen Händen.
→ Atmen Sie einige Male tief ein und aus. Mit jedem Atemzug nehmen Sie die Kraft des Heilsteins auf. Lassen Sie bei jedem Ausatmen diese Energie über die Magen-Gegend in Ihr Nabel-Chakra strömen.
→ Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Nabel-Chakra ist von der gelben Energie des Heilsteins erfüllt, atmen Sie noch ein paar Mal ruhig durch, öffnen die Augen und kehren in den Alltag zurück.
Das Herz-Chakra

Diese Chakra ist auch als „Brust-Chakra“ oder „Viertes Chakra“ bekannt. Es wird dem Element Luft zugeordnet und sitzt im Astralkörper. Es ist nach vorne geöffnet und in der Brustmitte auf Höhe des Herzens verortet.
Das Herz-Chakra verbindet die unteren drei Chakras, die in körperlicher und emotionaler Hinsicht mit den oberen drei Chakras, in denen das höhere menschliche Bewusstsein seinen Sitz hat, die Grundlage unseres Lebens darstellen.
Es verarbeitet emotionale Erfahrungen wie Liebe, Schmerz, Dankbarkeit, Trauer, Mitgefühl oder Hingabe und ist die Quelle bedingungsloser und universeller Liebe.
Seine Aufgabe ist es, den gesamten Brustkorb und die dort lokalisierten Organe zu stärken und zu beleben. Das Herz-Chakra spendet dem Herzen Energie, die es für die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des gesamten Organismus benötigt. Dieser Energiewirbel spielt zudem eine wichtige Rolle bei der Atmung, da er unmittelbar mit dem unteren Lungenbereich und den Bronchien verbunden ist. Das Herz-Chakra beeinflusst aufgrund seiner Beziehung zur Thymusdrüse die Immunfunktion, das Wachstum und das Lymphsystem. Darüber hinaus unterliegen diesem Chakra Kreislauf, Blut, Schultern, Arme, Hände, Brustwirbelsäule und der obere Rücken.
Harmonische Funktionen
Menschen mit einem stark ausgeprägten Herz-Chakra sind herzlich, gesellig und frei von jeglicher Art von Egoismus. Sie übernehmen gerne Verantwortung, sind für andere da, können Nähe zulassen und geben, verfügen über ein gesundes Maß an Selbstliebe und zeichnen sich durch Toleranz aus. Ein geöffnetes Herz-Chakra weckt die Freude an Theater, Kunst, Poesie, Musik sowie an der Schönheit der Natur. Eine aufrechte Haltung ist ebenso ein Indiz für einen harmonischen Energiefluss in diesem Chakra.
Disharmonische Funktionen
Übertriebene Nächstenliebe (Helfersyndrom) weist auf ein Übermaß an Energie in diesem Chakra hin. Blockaden äußern sich in Form von mangelndem Einfühlungsvermögen, Lieblosigkeit und Intoleranz. Körperliche Manifestationen von Blockaden sind Herzbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, erhöhte Cholesterinwerte, Durchblutungsstörungen, Atemwegserkrankungen wie Husten, Asthma und Bronchitis. Lungenentzündungen, Angina Pectoris, Arteriosklerose können die Folge eines unterbetonten Herz-Chakras sein. Da dieses Chakra auch Hände, Arme und Schultern versorgt, können bei einer Unterfunktion Schulterverspannungen und -schmerzen sowie rheumatische Beschwerden in den Extremitäten auftreten. Bei einem gestörten Energiefluss sind Allergien und eine geschwächte Immunfunktion nicht selten.
Heilsteine für das Herz-Chakra
Aufgrund seiner grünen Farbe passen die Heilsteine Saphir, Smaragd, Aventurin und Jade hervorragend zum Herz-Chakra.
Heilanwendung für das Herz-Chakra
Um das Herz-Chakra zu harmonisieren, können Sie einen der empfohlenen Steine als Anhänger tragen (siehe Seite 181) oder sie in Ihrer nahen Umgebung aufstellen (siehe Seite 183), beispielsweise auf Ihrem Schreibtisch oder auf Ihrem Nachtkästchen. Außerdem ist die nachfolgende Heilübung hilfreich:
→ Legen Sie sich entspannt auf den Rücken und schließen Sie Ihre Augen. Reiben Sie beide Handflächen so lange aneinander, bis sie sich warm anfühlen und voller Energie sind.
→ Nehmen Sie nun den Heilstein und platzieren Sie ihn auf Ihrem Herzen. Umschließen Sie ihn mit Ihren energiegeladenen Händen.
→ Atmen Sie einige Male tief ein und aus. Mit jedem Atemzug nehmen Sie die Kraft des Heilsteins auf. Lassen Sie bei jedem Ausatmen diese Energie über die Herz-Gegend in Ihr Herz-Chakra strömen.
→ Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Herz-Chakra ist von der grünen Energie des Heilsteins erfüllt, atmen Sie noch ein paar Mal ruhig durch, öffnen die Augen und kehren in den Alltag zurück.

Der Smaragd vermittelt Verständnis für die eigenen Lebensumstände und fördert Selbstliebe.
Das Hals-Chakra

Das Hals-Chakra (auch „Kehl-Chakra“, „Ausdrucks-Chakra“ oder „Fünftes Chakra“ genannt) wird dem Element Äther zugeordnet und befindet sich im Bereich der Halswirbelsäule in Höhe des Kehlkopfs. Es steuert alle Abläufe in Kehle, Hals und Mund und versorgt
Halswirbelsäule, Speise- und Luftröhre sowie Nacken und Schultern mit Energie. Es beeinflusst Gehör, Atmung und den Klang der Stimme. Das Hals-Chakra entspricht der Schilddrüse, die eine wichtige Rolle für das Wachstum des Skeletts und das aller Organe einnimmt. Darüber hinaus ist sie für den Hormonkreislauf und den Stoffwechsel bedeutend.
Die Themen dieses Chakras sind Kommunikation, Integrität und Authentizität. Es ermöglicht uns Selbstausdruck, den Zugang zur eigenen Intuition und lässt uns in Kontakt mit anderen treten. Auch stellt es das Fundament für das Wachstum unseres Intellekts dar. Da das Hals-Chakra das Herz-Chakra mit dem Stirn-Chakra verbindet, fungiert es als Mittler zwischen Liebe und dem höheren Verstand.
Harmonische Funktionen
Bei einem geöffneten Hals-Chakra lassen sich Gedanken, Gefühle und Ansichten problemlos ausdrücken. Solche Menschen sind gute Zuhörer und in der Lage, andere Haltungen nachzuvollziehen. Sie sind offen, kreativ und lassen sich gerne inspirieren. Auch stehen sie zu ihren Schwächen ebenso wie zu ihren Stärken. Ein ausgeprägtes Hals-Chakra fördert die Authentizität und die Integrität mit der eigenen Seele.
Disharmonische Funktionen
Auf seelisch-geistiger Ebene kann eine Blockade in diesem Chakra den Kommunikationsfähigkeiten sowie der Bildung einer eigenen Haltung im Weg stehen. Übertriebene Schüchternheit, Realitätsflucht und mangelnde Ausdrucksfähigkeit treten häufig bei einer Unterfunktion in Erscheinung. Außerdem verschließen sich Betroffene oft vor ihrem Umfeld und zeigen ihr wahres Wesen nicht. Sie haben Angst vor Kritik, negativen Reaktionen und vor Kontrollverlust.
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