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Inhalt
Vorwort
DAS ZENTRUM
Beachvolleyball am Brandenburger Strand
Senhoog: Urlaub im Luxus-Friesenstil
Alte Friesenstube: Gastlichkeit unter Reet
GLÜCKSWEG
Durch die Dünen von Westerland nach List
Musikmuschel: Konzerte mit Meeresrauschen
Mit Schlickpackung den Alltag hinter sich lassen
Sonnenuntergang mit »Sundowner«
Kitesurfen: nur Fliegen ist schöner!
Widerborstig: Bürstenhaus Redecker
Glück im Unglück: die Sylter Tafel hilft
Meeresluft-Tummelplatz für kleine Piraten
Nicht nur Sonne, Meer und Sand
GLÜCKSTHEMA
Strandkörbe, Wohlfühloasen im Sand
Alles bio im Teehaus Janssen
Der eiskalte Sprung ins neue Jahr
Manege frei! Zirkusartist für einen Tag
Strandrutsche statt Treppen in Wenningstedt
Konzerte in der Friesenkapelle
GLÜCK ZUM VERSCHENKEN
Die Sylter Rose: ein Rundum-Glücksbringer
Lila Wunder: Braderuper Heide
Sternschnuppenfeuerwerk am Weißen Kliff
Sylter Bauern- und Kräutergarten
DER NORDEN
Uwe-Düne: Sandige Attraktion mit Weitblick
Sonnenuntergang am Roten Kliff
Kampener Kunstpfad
GLÜCKSWEG
Auf zur Kaperfahrt mit der »Gret Palucca«
Glücklich ist, wer tanzt: Club Rotes Kliff
Manne Pahl: Gute-Laune-Treffpunkt
Kampen Jazz: alles handgemacht!
Dichter Dschungel an der Vogelkoje
In jeder Welle hängt ein nackter Arsch
Wer zuerst kommt, schleckt zuerst!
Lister Weststrand: auf dem Dünenweg
Ellenbogen, der feinste Sandstrand von Sylt
Zum Verlieben: Voigts Alte Backstube
Alte Tonnenhalle: Sylts Einkaufszentrum
Lass uns heute mal »goschen«
GLÜCKSTHEMA
Sonne, Strand und Wellen: der Sound der Insel
Aus Abfall Gold machen
Sylter Royal, geliebte Eindringlinge
Ruhige See, gigantische Brecher
Im Reich der wandernden Riesen
Glück zum Löffeln: der Sylter Suppenwagen
Sturmraum: Orkane auch bei Windstärke 0
DER SÜDEN
Piepshow: Zugvögel im Rantumbecken
Himmel, Erde, Meer: Restaurant Coast
Gut, besser, Söl’ring Hof
Glück zum Lutschen
GLÜCKSWEG
Wanderung durch das Watt vor Hörnum
Schwitzen auf Friesisch, natürlich mit Nordseeblick
Gemütlich. Ehrlich. Norddeutsch locker.
Kunst in der Abfüllhalle
Sansibar, die berühmteste Strandhütte der Insel
Hochprozentiger Anteilsschein vom Glück
Kaffeerösterei Sylt: ein unwiderstehlicher Duft
Glück kann auch vergänglich sein
Sylter Muscheln: Bistro direkt am Hafen
Sommersonnenwende am Sylter Südkap
GLÜCKSTHEMA
Erst mal eine gute Tasse Tee
Langes Literaturwochenende
Unterwasserjäger mit Kulleraugen
Budersand: Golfen mit Meerblick
Die Glühwürmchen der Nordsee
Rückenfinne ahoi: Schweinswale beobachten
Hörnums Leuchtturm: was für eine Aussicht!
Eine Arche im Wattenmeer
DER OSTEN
Altfriesisches Haus: taffe Frauen, allein zu Haus
Glück im Glas: die Lust am guten Leben
St. Severin: Seefahrerkirche mit Promi-Friedhof
Lebensqualität, die nachwächst
GLÜCKSWEG
Per Fahrrad von Rantum nach Morsum
TOP 5
Restaurants
Bars
Strandrestaurants
TOP 10
Cafés
Hotels
Sternekoch schmiert Butterbrote
Ziegenfrischkäse, der cremige Star
Weihnachten ohne Weihnachtsbaum?
Sommerabendtraum am Benen-Diken-Hof
Wollknäuel auf vier Beinen
Sommerlicher Bikertreff: Kleine Teestube
Hoch zu Ross den Ring aufspießen
Winter ade: Biikebrennen auf Sylt
GLÜCKSWEG
Wanderung am Morsum-Kliff
Vom Glück, in der Gegenwart zu leben
Das Morsum-Kliff am Morgen
Heidetriathlon am Morsum-Kliff
»Moin moin«, alles frisch vom Hansenhof
Der Duft der Insel: Sylter Seifen Manufaktur
Fru, mok de Dör op, de Rummelpott will rin!
Kerniges Schwarzbrot, prächtige Torten
Eine Bahnfahrt durch die Nordsee
GLÜCK ZUM MITNEHMEN
Register nach Themen
Impressum
Vorwort
Kann man eine Insel lieben? Bei Sylt fällt vielen die Antwort leicht. So vielfältig und reizvoll präsentiert sich das langgezogene friesische Eiland am Rande der Nordsee. Nicht umsonst ist Deutschlands nördlichste Insel auch als »Königin der Nordsee« bekannt, mit insgesamt 40 Kilometer langen traumhaften Sandstränden allein an der Westküste und fünf dekorativen Leuchttürmen. Klar, dass Sylt eine Insel für Liebhaber einsamer Naturlandschaften ist. Aber auch Partylöwen, Feinschmecker, Shoppingfans und Wasserratten finden hier ihre besonderen Glücksmomente.
Im Jahr1855 zählte die Inselhauptstadt Westerland nur 500 Einwohner und nicht einmal 100 Badegäste. In Kürze dürfte die Zahl der jährlichen Inselübernachtungen von Urlaubern die magische Fünf-Millionen-Marke überspringen. Kein Wunder, denn auf Sylt kann jeder seinen besonderen Glücksort finden: beim Baden oder Krabbenpulen, beim Einkaufen in den exklusiven Boutiquen von Kampen oder im Hofladen bei Morsum. Für Kenner ist Sylts wahrer Luxus ohnehin die umwerfende Natur.
Viele glückliche Momente auf Sylt
Ihr
Axel Pinck

Das Zentrum:
Westerland, Wenningstedt-Braderup, Tinnum, Munkmarsch
In der Inselmetropole Westerland kommen alle Besucher an, die mit dem Zug anreisen. Sie besitzt einen vor allem im Sommer geschäftigen kleinen Flugplatz. Das traditionelle Seebad mit kostenlosen Konzerten an der Strandpromenade ist mit seinen Einkaufspassagen ein Eldorado für Shoppingfans, aber auch für Nachtschwärmer. Neben zahlreichen Bars, Clubs und Restaurants gibt es diverse moderne Übernachtungsquartiere in allen Preislagen. Naturliebhaber zieht es hingegen in die ausgedehnte Heidelandschaft bei Wenningstedt-Braderup, die sich gleich nördlich des Familienbads bis zur Wattseite der Insel erstreckt.

Beachvolleyball
AM BRANDENBURGER STRAND
Fun Beach: einfach in der Sonne liegen oder sich ordentlich auspowern.
Hier ist im Sommer jeden Tag etwas los, zumindest bis Ende August. Von 11 bis 18 Uhr geht es beim Strandübergang vom Westerländer Campingplatz ordentlich zur Sache. Einige Animateure übernehmen die Organisation und kassieren von den Interessenten ein Pfand (zum Beispiel einen Ausweis) für ausgeliehene Sportgeräte wie Bälle, Frisbees oder Boulekugeln. Das war’s schon an Bürokratie.
Jetzt geht’s los! Man kann überall dort mitmachen, wo noch jemand im Team fehlt, oder auf den im Sand abgesteckten Fußball- oder Volleyballfeldern an einem der täglichen Turniere teilnehmen. Coole Sommerrhythmen sorgen zusätzlich für gute Laune. Wer besonders gut ist, kann sich für das große Beachvolleyballturnier auf insgesamt vier Feldern qualifizieren, das von einer bekannten Eismarke gesponsert wird.
Der Brandenburger Strand ist eine wahrhaftig tolle Location, noch dazu direkt am Meer. Das Angebot ist kostenfrei und schon mit der Gästekarte bezahlt. Und wer sich so richtig ausgepowert hat, kann sich anschließend gleich in die erfrischende Brandung der Nordsee stürzen.

GLÜCKSVERSTÄRKER
Aufgepasst! Wer Ende September in Westerland ist, kann ein Sportevent der Extraklasse erleben. Beim Windsurf World Cup Sylt staunen bis zu 200 000 Zuschauer am Brandenburger Strand über die akrobatischen Kapriolen der Starkwindsurfer.
windsurfworldcup.de
Insel Sylt Tourismus-Service, Brandenburger Strand, 25980 Westerland/Sylt, Tel. 046 51/99 80, www.insel-sylt.de/straende-auf-sylt/fun-beach
Senhoog:
URLAUB IM LUXUS-FRIESENSTIL
Inselglück mit Meeresrauschen und Strandkorb im eigenen Garten.
Den Nordseewellen lauschen, die salzige Luft schmecken und abends ein Gläschen Rotwein aus dem gut gefüllten Weinkühlschrank genießen. In den beiden Senhoog-Ferienhäusern »Leuchtturmseele« und »Salzwasserherz« erleben Urlauber pures Inselglück. Drinnen erwarten sie friesisch-nordische Gemütlichkeit mit Delfter Kacheln und dänischen Designermöbeln. Wer gern selbst kocht, kann sich in einer hellen Einbauküche mit Kochinsel und Super-Entsafter austoben.
Sylt ist für Outdoorsportler wie gemacht. Mit endlosen Stränden für Dauerläufe und lange Spaziergänge, Fahrradwegen für Biker oder natürlich der Nordsee für Wasserratten. Wer sich lieber dichter am Ferienhaus aufhält, findet im Garten ein professionelles WillGym-Gerät oder drinnen Yogamatten und TRX-Bänder für vielseitige Fitnessübungen. Zur Entspannung und zum gesunden Durchschwitzen kann man sich danach in das private Saunahäuschen auf dem Grundstück zurückziehen.
Selbst wer mit kleineren Kindern anreist, benötigt nur kleines Gepäck. Denn vom Kinderbett bis zum Babyfon steht den Gästen alles für einen perfekten Urlaub bereit.
Senhoog, Lerchenweg 14, 25980 Westerland/Sylt, Tel. 04 65/18 86 59 04, www.senhoog.com/de/sylt
Alte Friesenstube:
GASTLICHKEIT UNTER REET
Traditionelle Gerichte und Modernes, aber alles in Sylter Platt.
Hier kommt »Nordfreesische Pannfisch« frisch und lecker auf den Teller, aber auch »See-Duevel-Stücken im Serranoschinken-Övertrecker«. Beim ersten Gericht erwarten einen unterschiedliche kleine Fischfilets aus der Pfanne mit grober Senfsoße, dazu Bratkartoffeln und ein grüner Salat, beim zweiten Filets vom Seeteufel im Serranoschinken-Mantel mit Tomaten-Risotto. Auch wer kein Sylter Platt versteht – das ist bei den meisten Gästen der Fall –, muss nicht verhungern. Die nette Bedienung kann übersetzen.
Die Stimmung ist jedenfalls bestens und man darf glücklich sein, überhaupt in dem traditionellen Haus mit tief heruntergezogenem Reetdach sitzen zu können. Schließlich stammt die älteste, aus Lehm und Muschelkalk erbaute Kate von Westerland aus dem Jahre 1648 und hat so manches Unwetter und viele Ortssanierungen glücklich überstanden. Handgefertigte Delfter Wandkacheln, historische Kapitänsbilder und alter Hausrat dekorieren die verwinkelten Gaststuben und machen den Restaurantbesuch gleichzeitig zu einer kleinen Reise in die Sylter Tradition.
Alte Friesenstube, Gaadt 4, 25980 Westerland/Sylt, Tel. 046 51/12 28, www.altefriesenstube.de, Di–So 17.30–23 Uhr
Durch die Dünen
VON WESTERLAND NACH LIST
Glücklich, wer Sylt in frischer Seeluft mit dem Fahrrad entdeckt.
Rund 250 Kilometer ausgebaute Fahrradwege durch die herrliche Natur fordern geradezu heraus, in den Sattel zu steigen und sich auf Tour zu begeben. Steigungen sind hier unbekannt, allenfalls bei Gegenwind kommen die niedrigeren Gänge zum Einsatz. Für die gut 17 Kilometer von Westerland nach List sollte man eine gute Stunde Fahrzeit einkalkulieren, hinzu kommen kleine Pausen mit Panoramablick oder belebendem Kaffee.
Ein guter Startpunkt ist der Parkplatz hinter dem Brandenburger Strand. Der windgeschützte Fahrradweg führt hinter den Dünen parallel zum Nordseestrand nach Wenningstedt. Vorbei an der Nordseeklinik, der Sylt4Fun-Arena und Gosch am Kliff (S. 92) ist Wenningstedt mit dem Dorfteich, der Friesenkapelle (S. 42) und dem Steinzeitgrab Denghoog (S. 42) schnell erreicht. Weiter geht es immer geradeaus Richtung Kampen. Von rechts grüßt der schwarz-weiß gestreifte Leuchtturm »Langer Christian« herüber. Von links die 52,50 Meter hohe Uwe-Düne (S. 56). Die frühere Trasse der Inselbahn führt in sanften Kurven durch die hügelige Dünenlandschaft. Kurz vor List kreuzt der Radweg die Listlandstraße und passiert die spektakuläre Lister Wanderdüne. Eine kurze Strecke noch, vorbei an Voigts Alter Backstube (S. 80) und der Sylter Eismanufaktur (S. 73). Und schon ist das neue Riesenrad am Lister Hafen in Sicht, das Ziel der Fahrradtour.
Wer zu müde Beine für den Rückweg hat, findet bei den Linienbussen Fahrradträger für fünf Bikes, außerdem ist der Taxi Service Henke (Tel. 046 51/66 99) auf Fahrradtransporte eingerichtet.

GLÜCKSVERSTÄRKER
Bei Fahrradtouren kommt der Wind ja prinzipiell gern von vorn. Doch zum Glück kann man sich auf Sylt Rückenwind auch ausleihen. Die E-Bikes mit praktischem Gepäckkorb sind alle ausgerüstet mit einem kräftigen Brose- oder Bosch-Antrieb.
E-Bike Sturmflotte, Stephanstr. 8, 25980 Westerland/Sylt, www.ebikesturmflotte.com, Mo–Sa 9–18 Uhr
Musikmuschel: Konzerte
MIT MEERESRAUSCHEN
»Musik am Meer« von Pop über Gospel bis Klassik seit 70 Jahren.
Bereits 1879 gab es an der Westerländer Kurpromenade einen ersten hölzernen Pavillon, in dem Konzerte stattfanden. Zahlreiche Male wurde er Opfer von Sturmfluten, doch die Sylter bauten ihn immer wieder auf. Auch den ersten, im Jahr 1922 gebauten Pavillon in Muschelform holte sich die Nordsee bei einer Sturmflut vor mehr als 100 Jahren. Die heutige Musikmuschel erfreut ihre sommerlichen Gäste nun schon seit 1949. Die Zuschauer sitzen wie in einem Amphitheater auf Bänken und ansteigenden Stufen.
Wenn die »Holiday Party Band« oder wechselnde Gastensembles vom Shanty-Chor bis zum DJ mit Blick auf die Wellen und den weiten Horizont aufspielen, gibt es oft kein Halten mehr – es wird geschunkelt, gewippt und getanzt. Die abendlichen »Arien am Meer« mit international bekannten Gesangssolisten und den Musikern des Kammerorchesters »Camerata Budapest« bieten mit der untergehenden Sonne als Kulisse fast jedes Jahr ganz besondere Sylt-Momente. Ein echtes Plus: Konzerte, Gottesdienste und Tanzabende sind bei Vorlage der Gästekarte kostenlos.



GLÜCKSVERSTÄRKER
Seit mehr als 20 Jahren kann man sich auf Mario Witt verlassen. Die Crêperie am Meer befindet sich genau dort, wo die Friedrichstraße auf die Kurpromenade trifft. Hier versorgt er Surfer, Strandurlauber und Passanten mit frischen, leckeren Crêpes, süß oder herzhaft, und frisch gebrautem Kaffee. Gratis dazu gibt es einen fantastischen Blick auf die Nordsee.
Crêperie am Meer, Kurpromenade 1, 25980 Westerland/Sylt, Tel. 046 51/20 18 89, www.creperie-am-meer.de, Fr–Mi 10–17 Uhr, im Sommer länger
Musikmuschel, Kurpromenade, Zugang über Friedrichstraße oder Strandstraße, 25980 Westerland/Sylt,Tel. 046 51/99 80, www.insel-sylt.de/musik-am-meer
Mit Schlickpackung den
ALLTAG HINTER SICH LASSEN
Einen besonderen Wohlfühlmoment im Syltness Center genießen.
Wer hat als kleines Kind nicht gerne im Schlamm und Schlick gespielt und sich dabei glücklich gefühlt? Auf Sylt darf man das auch als Erwachsener. Das Day Spa »Syltness Center« in Westerland räumt schnell mit Vorurteilen auf. Schlick ist deutlich mehr als schlichter »Dreck«. Echter Sylter Heilschlick wird direkt aus größeren Tiefen des Wattenmeeres vor Sylt gewonnen. Er ist prallvoll mit gesunden Inhaltsstoffen, vor allem mit lebenswichtigen Mineralien wie Kalzium, Kalium, Phosphor und Schwefel. Auf rund 40 Grad erwärmt und in Kombination mit dem natürlichen Salzgehalt des Meeres entfaltet sich seine wohltuende Kraft.
Der besonders feinkörnige Meeresschlick enthält einen hohen Anteil an organischem Material und das Zehnfache an Mineralstoffen im Vergleich zu Meerwasser. Außerdem kann der enthaltene Ton sehr gut Wärme speichern, was ideal bei allen Erkrankungen des Bewegungsapparates ist. Auf Sylt wird der Heilschlick mit größter Sorgfalt aufbereitet und kann als Naturprodukt ohne künstliche Zusatzstoffe seine Wirkung entfalten. Er kurbelt auf angenehm entspannende Art und Weise den Stoffwechsel sowie die Regenerationskräfte der Haut an und wirkt entzündungshemmend.
Wer sich etwas besonders Gutes tun möchte, bucht im Syltness Center die Anwendung »Schlick im Softpack«. Dabei wird warmer Heilschlick auf den Körper aufgetragen und mit einer Folie umhüllt. Wie schwerelos in einer Wasserliege liegend spürt man, wie sich Körper und Geist nach und nach entspannen.
Syltness Center, Dr.-Nicolas-Str. 3, 25980 Westerland/Sylt, Tel. 046 51/99 81 12, www.syltnesscenter.de, Mo–Sa geöffnet
Sonnenuntergang
MIT »SUNDOWNER«
Wenn die Sonne langsam im Meer versinkt, schlägt die »Goldene Stunde«.
Jeden Abend ist der Sonnenuntergang anders, aber jeden Abend einfach schön. Einmal ist der ganze Himmel in zartes Rosa getaucht, dann malt die Sonne gelbe und rote Streifen in die Wolkenfelder. Kurz bevor sie am Horizont untertaucht, erscheint der Himmel noch einmal in besonders spektakulären Farben. Die letzten Sonnenstrahlen glitzern reflektierend im weiten Meer, das sich bis zum Horizont erstreckt. Das Rote Kliff bei Kampen wird in warmes Licht getaucht und macht seinem Namen alle Ehre.
Viele lieben es, einfach verträumt übers Wasser zu schauen, wenn sich die Sonne bis zum nächsten Tag von Sylt verabschiedet. Für andere wird es ein besonderer Moment, wenn das Himmelsspektakel mit einem gepflegten Drink zusammenkommt. An Möglichkeiten für einen »Sundowner«, einst »Dämmerschoppen« genannt, besteht an Sylts Westküste kein Mangel. Man kann in zahlreichen Beachbars und Restaurants einkehren.

GLÜCKSVERSTÄRKER
Von der Terrasse des Restaurants BeachHouse kann man mit einem Glas Rotwein oder einem Secco rosé der untergehenden Sonne zuprosten.
BeachHouse, Käpt’n-Christiansen-Str. 41a, 25980 Westerland/Sylt, Tel. 046 51/288 78, beachhouse-sylt.de, Mi–So ab 11.30 Uhr
Kitesurfen:
NUR FLIEGEN IST SCHÖNER!
Sie jagen mit ihren Boards über die Wellen und fliegen durch die Luft.
Für Kitesurfer ist der Tanz auf und über dem Wasser das Größte. Sie flitzen mit atemberaubender Geschwindigkeit über die Wellenkämme und schießen unvermittelt mit ihrem Board salto- und pirouettenschlagend durch die Luft. Den leidenschaftlichen Sportlern kann der Nordseewind für ihre Kapriolen nicht stark genug sein. Da ist die Sylter Westküste natürlich ein ideales Revier.
Übrigens: Auch wer kein Supersportler ist, kann Kitesurfen erlernen. Nach etwas Theorie und einigen Übungen mit den Trainern der Surfschule Westerland geht es schnell ins Wasser. Zu Beginn sind allerdings gute Nerven gefragt, denn der Fall vom Board ist zunächst vorprogrammiert. Schnell merkt man jedoch, wie viel Spaß dieser Sport macht, und mag das einzigartige Glücksgefühl des Schwebens über dem Wasser nicht mehr missen.
Surfschule Westerland, Brandenburger Str. 15, 25980 Westerland/Sylt, Tel. 046 51/271 72, www.sunsetbeach.de/surfschule-westerland, tgl. 10–23 Uhr
Restaurants
TOP 5

1 Bodendorf’s, Tinnum Kulinarische Höhepunkte in entspannter Atmosphäre, dazu eine souveräne Weinbegleitung, machen Holger Bodendorfs Restaurant zum Treffpunkt der Foodies.
www.landhaus-stricker.de
2 Odin Deli, Kampen Sylter Klassiker in entspannter Atmosphäre, dazu eine nette Terrasse. Die offene Küche zaubert auch afrikanische Gerichte.
odin-deli.com
3 Oma Wilma, Keitum Auf der monatlich wechselnden Karte findet man tolle Sylter Heimatküche. Gegessen wird in einem restaurierten Keitumer Kapitänshaus. Nette Sommerterrasse, moderat kalkulierte Weinkarte, herzliche Bedienung.
omawilma.de
4 goldgelb, Westerland Morgens exzellentes Frühstück, später Kaffee und Kuchen, noch etwas später köstliche Weine und abends schmackhafte Gerichte nach dem Motto »casual fine dining«.
www.goldgelb-sylt.de
5 STRÆND, Hörnum Originelles Dünenrestaurant direkt am Campingplatz mit einfallsreicher, guter Küche und bester Laune. Ein Ort, um sich wie zu Hause zu fühlen.
www.straend-sylt.de
Widerborstig:
BÜRSTENHAUS REDECKER
Es gibt sie noch, die guten Dinge! Praktische Helfer für Haus und Hof.
Der Laden in der noblen Friedrichstraße von Westerland wirkt wie aus der Zeit gefallen. Alle Produkte sind sorgfältig verarbeitet, überwiegend von Hand und aus Naturprodukten hergestellt. Die Bürstenmanufaktur gibt es schon seit mehr als 85 Jahren, damals fertigte Friedel Redecker seine ersten Bürsten. Die dritte Familiengeneration hat Produktion und Vertrieb auf moderne Beine gestellt, ohne die Tradition zu vergessen.
Bei 180–220 Grad quasi karamellisiert, ist der Eschenholzgriff der Badebürste zuverlässig wasserabweisend. Der Holzkörper der Gemüsebürste ist mit unterschiedlichen Naturfibern besteckt: Die grobe dunkle Seite eignet sich perfekt für unempfindliche Gemüsesorten, die helle und feine Seite für empfindlichere. Und der Stiefelknecht aus wetterfestem geölten Eichenholz könnte fast als Kunstobjekt durchgehen. Regen kann ihm nichts anhaben und der Standfuß passt zuverlässig auf die Trittfläche. Die vielen Dutzend Produkte sind darauf ausgelegt, dem zufriedenen Käufer lange Zeit zu dienen. Ein Glück, dass es so etwas noch gibt!
Bürstenhaus Redecker, Friedrich-str. 16, 25980 Westerland/Sylt, Tel. 046 51/889 50 70, www.redecker.de, www.buerstenwelt.de, Mo–Fr 10–18, Sa bis 16, So 11–17 Uhr
Glück im Unglück:
DIE SYLTER TAFEL HILFT
Unbürokratische Unterstützung für Bedürftige, kostenlos und anonym.
Jeden Tag werden auf Sylt Lebensmittel weggeworfen. Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern, Waren aus dem Supermarkt, deren Mindesthaltbarkeitsdatum demnächst abläuft, am Vortag gebackenes Brot und nicht verkaufte Mahlzeiten aus Restaurants. Gleichzeitig gibt es trotz nicht weniger wohlhabender Gäste und Einwohner auch Sylter, die unterhalb der Armutsgrenze leben, deren Rente zum Leben kaum ausreicht. Es gibt Kinder, deren Eltern auf Hartz IV angewiesen sind.
Viele Insulaner rufen regelmäßig bei der Tafel an und bringen haltbare Lebensmittel wie Reis, Nudeln oder Kaffee vorbei. Diverse Betriebe haben aus eigenen Beständen Taschen und Stoffbeutel für die Essensausgabe gespendet, die vor allem in »Corona-Zeiten« aus hygienischen Gründen nur einmal verwendet werden können. Auch renommierte Sternerestaurants, etwa der Söl’ring Hof (S. 106) in Rantum oder die Gastronomie des Hotels Budersand (S. 131) in Hörnum, haben die Tafelausgaben mehrmals mit köstlich zubereiteten, fertigen Mahlzeiten, eingeschweißt und angeliefert zur Ausgabe, unterstützt.
Ein Team von Freiwilligen organisiert die Lebensmittelhilfe zweimal pro Woche und veranstaltet regelmäßig einen »Klönschnack« in gemütlicher Runde.
Sylter Tafel e. V., Geschwister-Scholl-Weg 2, 25980 Westerland/Sylt, www.sylter-tafel.de
Meeresluft-Tummelplatz
FÜR KLEINE PIRATEN
Villa Kunterbunt: Kinderglück mit Riesenhüpfkissen bei der Promenade.
Basteln, Geschichten hören oder einfach herumtoben und mit neuen Freunden spielen. Wer mit der Familie Urlaub auf Sylt macht, kann sich von Montag bis Freitag ab 10 Uhr für einige Stunden von den Eltern erholen. Die dürfen sich in der Zeit zum Beispiel im Syltness Center (S. 20) nebenan entspannen. In der Villa Kunterbunt, Pippi Langstrumpfs »Kinder an die Macht«-Domizil, ist Langeweile ein Fremdwort und das Glück vorprogrammiert.
Wikingertreff mit Verkleidung und Schatzsuche, Sportangebote am Strand unter Aufsicht erfahrener Betreuer und mit Blick auf die wilde Nordsee. Drinnen können die Kids in gemütlichen Räumen Bilder malen, T-Shirts designen und sich selber schminken. An Ostern, Halloween oder Weihnachten entstehen bei besonderen Bastelevents mit Pinsel, Farbe, Schere und Kleber die tollsten Dekorationen. Dazu liegt der luftigste – und dazu noch kostenlose – Spielplatz des Nordens mit Leuchtturmrutsche und Piratenkletterschiff im Vorgarten der Villa Kunterbunt direkt an der oberen Strandpromenade von Westerland.
Villa Kunterbunt, Obere Promenade, 25980 Westerland/Sylt, www.insel-sylt.de/villa-kunterbunt, Mai–Okt. Mo–Fr 10–17, Nov.–April 10–15 Uhr, mit gültiger Gästekarte Betreuungsgebühr 15 Euro pro Kind ab 3 Jahren (bis zu 3 Stunden), jede weitere Stunde 5 Euro
Nicht nur Sonne,
MEER UND SAND
Sylter Wäldchen – eine lauschig grüne Idylle gleich hinter den Dünen.
Spaziergänge durch schattige Küstenwälder, auch das gibt es auf der Nordseeinsel Sylt. Doch noch nicht sehr lange. 1767 wurden erste Bäume rund um die Entenfanganlage »Vogelkoje« gepflanzt. Noch gut 100 Jahre später fand man Bäume häufiger als Dekoration in Vorgärten. Kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert ließ der »Heidekulturverein Westerland« den Friedrichshain im Norden von Westerland anlegen, mit Hunderten widerstandsfähiger Nadelbäume.
Inzwischen können Spaziergänger auf verschiedenen Wegen durch einen idyllischen, 20 Hektar großen lichten Mischwald schlendern. Eine Waldhütte mit rustikalen Bänken und Tischen lädt zum Picknick in der Natur ein. Ganz in der Nähe der Dünenlandschaft an der Nordseeküste ziehen Jogger ihre Bahnen durch das grüne Biotop. Im Sommer bietet die Gemeinde Sylt Erkundungstouren durch den von Menschen geschaffenen Wald an, in dem noch Spuren der früheren bäuerlichen Nutzung, alte Entwässerungsgräben, mit Hecken bewachsene Erdwälle und Überreste von Alleen auszumachen sind.

GLÜCKSVERSTÄRKER
Es ist einfach herrlich, wenn nach einem Waldspaziergang das Café Waldidyll, wie aus einem der Grimms Märchen entsprungen, auftaucht. Die beleuchtete Glasvitrine mit hausgebackenem Kuchen verführt zu süßen Sünden – einfach lecker!
Café Waldidyll, Norderstr. 82, 25980 Westerland/Sylt, Tel. 046 51/224 57, www.cafe-waldidyll.de, Frühstück, warme Küche Di–So 12–20 Uhr, nachmittags Kaffee und Kuchen
Sylter Wäldchen Friedrichshain, Waldstraße, 25980 Westerland/Sylt, tgl. freier Zugang
Strandkörbe,
WOHLFÜHLOASEN IM SAND
Die besten Plätze am Strand – im Windschatten und mit Sonnenschutz.
Kuschelig sind die Strandkörbe alle. Besonders bei Sonnenuntergang mit einem Gläschen Wein in der Hand. Viele Bücher wurden schon in ihnen gelesen, manche Stunde verträumt. In eine Wolldecke gehüllt, betrachtet man selbst bei ungemütlichem Wetter die Welt wie aus einem schützenden Kokon. Ja, die Strandkörbe sind äußerst beliebt und so bequem, dass viele abends eigentlich gar nicht mehr aufstehen und nach Hause gehen möchten.
Wer sicher sein will, einen der mit blau-weiß gestreiftem Markisenstoff ausgeschlagenen Zweisitzer am Urlaubsstrand nutzen zu können, sollte rechtzeitig vor Anreise reservieren (ca. 50–65 Euro pro Woche). Mehrere Tausend Strandkörbe warten an allen Stränden zwischen List und Hörnum auf ihre Liebhaber.

GLÜCKSVERSTÄRKER
Wer sich das Urlaubsfeeling auf den heimischen Balkon oder in den Garten mitnehmen will, kann bei Herstellern in Norddeutschland sein Lieblingsexemplar ordern. Billiger geht’s bei der jährlichen Strandkorbversteigerung. Nach zehn Jahren Nutzung kann man Mitte Oktober im Erlebniszentrum Naturgewalten (S. 98) in List auf die Exemplare bieten. Das Mindestgebot liegt bei 85 Euro.
www.sylt.de/veranstaltungen/strandkorbversteigerung
Alles bio
IM TEEHAUS JANSSEN
Friesisches Nationalgetränk und viel mehr – Tassen voller Glück.
Alles bio? Na ja, fast alles. Ernst Janssen setzt sich schon seit mehr als drei Jahrzehnten für ein gepflegtes Angebot zertifizierter Bio-Tees ein. Er verkauft köstliche, glücklich machende Teemischungen aus erntefrischen, handgepflückten Rohstoffen und veranstaltet regelmäßig Teeseminare mit großer Verkostung unter dem Motto »Tee wirkt«. Er ist ein Experte, der nicht nur alles über Anbau, Sortenkunde und Teegeschichte weiß, sondern gleichzeitig humorvoll und kurzweilig den besonderen Genuss verschiedener Teesorten und -mischungen vermittelt.
Rund 200 Tees werden nach hauseigenen Rezepturen zusammengestellt, darunter die »Grüne Welle«, eine besondere Mischung aus Frühlings-Grüntee und Kräutern, die nicht nur toll schmeckt, sondern gleichzeitig dem Körper wohltut. Köstlich und gleichzeitig beste »Gehirnnahrung« ist der Tee »Sylter Sanfte Brise« aus belebendem Weißen Tee aus China mit Kräutern aus dem griechischen Taygetos-Gebirge. Der »Gaba Oolong« schmeckt nach dem Essen besonders gut und gilt in Japan sogar als »Anti-Aging-Tee«.
Teehaus Jansen, Strandstr. 28, 25980 Westerland/Sylt, Tel. 046 51/29 98 11, www.teehaus-janssen.de, Mo–Fr 10–18, Sa bis 14 Uhr
Der eiskalte Sprung
INS NEUE JAHR
Schnatter, bibber« – keine Chance für Katerstimmung.
It’s showtime in Wenningstedt! Der erste Tag des Jahres ist angebrochen. Es ist kalt, diesig, und von Westen weht eine steife Brise. Dennoch füllen sich Strand und Promenade schon am späten Vormittag mit Tausenden eingemummelten Urlaubern und Einheimischen, die Köpfe und Ohren geschützt durch wärmende Kapuzen oder dicke Pudelmützen. Flatterband markiert eine breite Gasse für die unerschrockenen Neujahrsschwimmer.
Pünktlich um 14 Uhr fällt der Startschuss und schon rasen 120 Wagemutige kreischend unter Beifall und Anfeuerungsrufen der Zuschauer in Richtung Nordseebrandung. Der Fantasie beim Outfit scheinen keine Grenzen gesetzt. Die meisten kommen »ganz normal« in Badeanzug oder Shorts, doch es sind auch Weihnachtsmänner in roter Badehose dabei, Wikinger mit Helm, Poseidon ist zu sehen – mit einen gefährlich anmutenden Dreizack (aus Plastik) in der Hand –, Batman und Superman, sogar eine Dame im Dirndl. Einige haben es sich beim Kostüm einfach gemacht und sind trotzdem mutig. Schließlich sind sie in paradiesischer Nacktheit als Adam und Eva unterwegs. Luft und frostig-kaltes Wasser geben sich mit drei Grad (plus) nicht viel. Eine erfrischende Angelegenheit, die etwaigen Silvester-Kater schlagartig vergessen macht, und gleichzeitig ein im wahrsten Sinne des Wortes cooler Start ins neue Jahr.
Wer es gewagt und sich überwunden hat, ist nach dem kalten Bad glücklich. »Davon habe ich schon immer geträumt«, sagt einer und eine andere Unerschrockene spürt in der Aufregung die Kälte gar nicht mehr. Nicht nur Schaulustige, auch Warmduscher sind herzlich willkommen, aber natürlich erst nach dem eisig-erfrischenden Badegang. Die warme Dusche und ein belebendes Heißgetränk mit oder ohne Schuss gibt’s danach zum Aufwärmen.
Anmeldung bei Tourismus-Service Wenningstedt-Braderup, Strand-str. 25, 25996 Wenningstedt-Braderup/Sylt, Tel. 046 51/44 70, www.wenningstedt.de
Manege frei!
ZIRKUSARTIST FÜR EINEN TAG
Zirkusluft schnuppern, als Akrobat auftreten, Applaus genießen.
Vorhang auf, die große wöchentliche Show beginnt. Die jungen Artisten haben die Woche über tüchtig trainiert und zeigen den begeisterten Eltern, Geschwistern und anderen Zuschauern ihre neu erlernten Zirkuskunststücke. Einige laufen auf einem langsam rollenden Riesenball, andere balancieren auf einer recht schmalen Stange quer über das Manegenrund. Zwei Naturtalente am Trapez bringen die Zuschauer zum Staunen, alles gut gesichert von den Profis des Inselcircus Mignon. Wer schon drei bis sechs Jahre alt ist, gehört zu den »Flöhen«. Die dürfen jeden Mittwoch beim Schnupperprogramm mitmachen. Sechs- bis Zwölfjährige, die »Kids«, üben sich zum Beispiel im Jonglieren oder Zaubern. Die 12- bis 16-jährigen»Teens« trainieren schon wie die richtigen Artisten.
Siebeneinhalb Sommerwochen schlägt der Inselcircus Mignon seine Zelte in Wenningstedt auf und das schon seit mehr als 20 Jahren. Zirkusdirektorin Hanna Kliewer, von Haus aus eigentlich Modedesignerin, hat den anstrengenden und gleichzeitig erfüllenden Job vor einigen Jahren von ihrem Vater übernommen. Für sie ist es Ehrensache, dass sie alle rund 400 Zirkuskostüme selbst entwirft. Die Sylter Gäste und auch die Einheimischen lieben ihren Zirkus, der in der Sommersaison 30 Shows veranstaltet und 1000 Kursteilnehmer betreut. Täglich besuchen mehr als 300 Urlauber und Insulaner den Zirkus als Zuschauer oder nehmen an einem der vielen kleineren Programme teil. Auch für Stärkung ist gesorgt, in der Mignon Cantine, einem Familienrestaurant mit Mittagstisch und Abendkarte.
Wer bei einer der Abendshows die strahlenden Gesichter der Eltern und Kinder gesehen hat, weiß, das Glück der Welt kann man auch im Staub der Manege finden.

Inselcircus Mignon, Kampener Weg, 25996 Wenningstedt-Braderup/Sylt, Tel. 046 51/29 94 99, inselcircus.de/sylt, unterschiedliche Kosten, je nach Programm, vom Schnuppern (25 Euro) bis zum Komplettprogramm für eine Woche inkl. Übernachtung (490 Euro)
Strandrutsche statt
TREPPEN IN WENNINGSTEDT
Bei Grün geht es in einem Rutsch direkt auf den Sandstrand.
Wenn das mal keine super Abkürzung ist! Wer in Wenningstedt an den Strand will, kann sich das Treppengehen (66 Treppenstufen) sparen. Am nördlichen Teil der Promenade auf halber Höhe der 40 Meter langen Strandtreppe schwingt man sich in die glänzende Metallröhre und landet in Nullkommanichts mit den Füßen im Sand. So einfach ist das!
Wenn die Ampel am Zugang zur Rutsche auf Grün springt, darf gerutscht werden. In der Hochsaison ist es tatsächlich besser, den Zugang zur Rutsche mit einer Ampel zu regeln, damit es im Tunnel keine Zusammenstöße und Staus gibt. Altersgrenzen gibt es, aber nur in etwa. Wer mindestens sechs Jahre alt ist, darf alleine rutschen. Kleinere Kinder müssen von einem Erwachsenen begleitet werden. Nach oben ist kein Alterslimit festgelegt. In der Tat sind meist die Kinder auf den besonderen Rutschspaß aus, doch regelmäßig trauen sich auch wagemutige Erwachsene auf die Schnellbahn an den hier besonders breiten Strand. Gut, dass der Durchmesser der silbrig glänzenden Röhrenrutsche recht großzügig bemessen ist.
Doch der vor wenigen Jahren rekonstruierte zehn Meter breite und abends beleuchtete Strandzugang nicht weit von »Gosch am Kliff« (S. 92) und dem Kursaal Wenningstedt hat noch mehr zu bieten, um die 26 Meter Gefälle zwischen Kliffkante und Sandstrand stressfrei zu überbrücken. Besucher, die mit einem Kinderwagen oder einem Rollstuhl unterwegs oder nicht mehr gut zu Fuß sind, können den bequemen Treppenlift gleich neben der Rutsche nutzen. Außerdem wurden mehrere Stufen der beiden äußeren Treppen zu komfortablen Sitzpodesten umfunktioniert, sogar mit Sitzkissen. Und dann wartet natürlich noch der Nordseeblick auf Besucher des Wenningstedter Hauptstrands. Nichts wie hin!

Strandübergang Wenningstedt, Strandstr. 27, 25996 Wenningstedt/ Sylt
Konzerte
IN DER FRIESENKAPELLE
»What a Wonderful World« – Lebenslieder vom Altar.
Die getragenen kraftvollen Harmonien des bekannten englischen Kirchenliedes »Amazing Grace« füllen den kleinen Kirchenraum der Friesenkapelle von Wenningstedt. Die »Island Voices«, der Gospelchor der Norddörfer Kirchengemeinden auf Sylt, geben eines ihrer beliebten Konzerte. Der gemischte Chor von rund zweieinhalb Dutzend Sängerinnen und Sängern passt kaum in den Altarbereich. Auch die Zuschauerbänke sind gut gefüllt. Doch nicht nur die »Insel-Stimmen« sind in dem Kirchlein zu hören, auch ein eher ruhiger »Tribute to Leonard Cohen« oder rockige Beatles-Revival-Events finden hier statt. Eine Orgelvesper mit Werken von Bach und Brahms findet in der roten Backsteinkirche im Norden von Wenningstedt ebenfalls große Resonanz.
»Gottes Wohnzimmer« heißt die Kapelle bei den Insulanern, und einen gemütlichen Eindruck macht sie in der Tat. Die Wand hinter dem Altar dekorieren Wandfliesen mit blauen Mustern und maritimen Motiven, nach alten Vorlagen in Delft handgefertigt. Wer während eines Konzertes nach oben schaut, wird sich an den mehreren Dutzend farbenprächtigen Kassettenbildern des Halbtonnendaches kaum sattsehen können. Ein Kronleuchter erleuchtet den Raum, ein Votivschiff betont die Seefahrertradition der Insel, ebenso das Relief eines Wikingerschiffes.
Unterhalb der Deckengemälde zieht sich das Vaterunser im sylterfriesischen Söl’ring-Dialekt als umlaufendes Spruchband an den Innenwänden entlang:
»Üüs Hemels Faarer,
let Din Noom bi üüs uur helig.
Tö üüs let kum Din Rik,
Din Wel let üüs dö welig …«
In der Kapelle herrscht eine ganz besonders inspirierende Atmosphäre für Zuhörer und Künstler. Doch auch von draußen kann sie sich sehen lassen. Aus rotem Ziegelstein gebaut, liegt sie direkt am Dorfteich. Ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt ist der »Spielplatz an der Friesenkapelle«.
Übrigens: Wer die Kirchengemeinde unterstützen möchte, kann dies auf gemütliche Weise tun, indem er die sehr moderne zweistöckige Ferienwohnung »Üüs Serk Uuning« mietet. Die Stiftung der Kirchengemeinde hat einen Teil ihres Kapitals in das Apartment investiert.

GLÜCKSVERSTÄRKER
Kaum zu glauben, aber das Steinzeitgrab Denghoog gleich neben der Friesenkapelle ist rund 5000 Jahre alt. Und imposant ist es auch, seine Deck- und Randsteine wiegen je bis zu 18 Tonnen. Durch einen sechs Meter langen Gang oder eine Dachöffnung erreichen Besucher die rund 15 Quadratmeter große Grabkammer.
Steinzeitgrab Denghoog, An der Friesenkapelle, 25996 Wenningstedt/Sylt, Tel. 01 70/697 16 87, soelringmuseen.de/steinzeitgrab-denghoog
Friesenkapelle, Bi Kiar 9, 25996 Wenningstedt-Braderup/Sylt, Tel. 046 51/836 29 64, friesenkapelle.de, www.kirchenwohnung-sylt.de
Glück zum Verschenken






»Jünne« heißt der knallrote plüschige Hummer mit Knopfaugen, der bei Jürgen Gosch aus der Brusttasche guckt. Man kann ihn zwar nicht essen, aber kaufen, zum Beispiel am Gosch-Stand in der Tonnenhalle in List oder online. Ein sylttypisches, kuschliges Präsent für Kids!
gosch.de

Über ein prozenthaltiges Mitbringsel vom Sylter-Trading Kontor in Rantum freuen sich die Lieben zu Hause bestimmt. Angeboten werden hier nicht nur Whiskys, Gin und Rum, sondern auch verschiedene Tee- und Kaffeesorten. Bei der exklusiven Sylter Trading Rum 3er-MiniBox, mit je 5-cl-Flaschen, stammt der Rum aus Jamaika, Nicaragua und Guyana.
sylter-trading.de

In einer unscheinbaren früheren Backsteinscheune in Braderup werden heute handgearbeitete Lederwaren angeboten. Ein Geruch von Leder erfüllt den großen Raum. In der Manufaktur Lederwerkstatt Sylt werden Lederjacken, Taschen, Sandalen und Gürtel von Hand gefertigt. Ein persönlich ausgewähltes Unikat erfreut den Schenkenden ebenso wie den Beschenkten.
www.manufaktur-sylt.de

Auf Sylt sind Schafe fast überall anzutreffen, etwa auf den Wiesen und Deichen. Wer auf Salami steht, der freut sich sicherlich über die lecker-schmackhafte Schafsalami Sheep of Sylt Määhttwurst«. Das Fleisch dafür stammt von Tieren aus kontrolliert biologischer Haltung. Außerdem im Sortiment sind lustige Sheep-of-Sylt-Tassen. Erhältlich unter anderem im Hansenhof Sylt (S. 178) in Morsum oder online im Shop von Sheep of Sylt.
sheep-of-sylt.de
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