Читать книгу: «Reise Know-How Reiseführer Marokko»

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Ein Freilichtmuseum voller Leben und Schätze:

die Altstadt von Fès steht unter dem Schutz der UNESCO | 177

Skurrile Felsformationen und bemalte Berge:

Rundfahrten in der Umgebung von Tafraoute | 405, 407, 408

Imposant und reich an Geschichte(n):

die „Straße der Kasbahs“ | 632

Der höchste Gipfel Nordafrikas:

Bergsteigen im Massiv des Djabal Toubkal | 568

Zwei Städte mit ganz eigenem Flair:

das andalusisch anmutende Asilah und die Künstler- und Surferstadt Essaouira | 234, 352

Ein Platz, wie er faszinierender nicht sein kann:

der Djamâa el-Fna in Marrakesch | 481, 482

Wüstenlandschaften, Palmenoasen und ursprüngliche Dörfer: zwischen Guelmim und Tata | 431ff.

Ein Weltkulturerbe aus Lehm: Ksar Aït Benhaddou | 585

Zu den höchsten Sanddünen: Fahrt zum Erg Chebbi | 704

Marokkanische und römische Geschichte:

die Stadt Moulay Idris und die Ruinen von Volubilis | 159, 160

Vorwort

Marokko ist wegen seiner Nähe zu Europa, seiner kulturellen Sehenswürdigkeiten von römischen Ruinen bis zu maurischen Monumenten, der orientalischen Traditionen und seiner Naturschönheiten zum Urlaubsland prädestiniert. Besonders die landschaftliche Vielfalt Marokkos mit Sand- und Kiesstränden, Wäldern und Seen, Bergen und Schluchten, Wüsten und Oasen ist unvergleichlich. „Maghreb el Aksa“ – wie das Land bei den Arabern heißt – bietet Individual-, Pauschal- und Aktivurlaubern abwechslungsreiche Reisemöglichkeiten zu allen Jahreszeiten.

Dieses Buch wendet sich in erster Linie an aktive Reisende, die das Land individuell kennenlernen wollen, sei es mit dem eigenen Auto, im Mietwagen, als Motorrad-, Geländewagen-, Wohnmobilfahrer oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch Wanderer, Radfahrer und Rucksackreisende sollen sich angesprochen fühlen. Mit diesem umfangreichen Reiseführer versuchen wir das nahezu Unmögliche: mit zahllosen Detailinformationen die Ansprüche aller Reisender erfüllen. Außerdem sollen vielfältige Hintergrundinformationen Wissen über Land und Leute vermitteln, um die Kultur, die Menschen und ihre Probleme besser zu verstehen.

Die vorliegende 14. Auflage wurde komplett durchgesehen und aktualisiert. Das Land ist in elf Regionen bzw. Kapitel gegliedert, die alle relevanten Informationen zu den jeweiligen Destinationen enthalten: Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten, Unterkünfte, Restaurants, Verkehrsmittel etc. Häufig befahrene bzw. besonders lohnenswerte Routen beschreiben wir detailliert mit Kilometerangaben und GPS-Koordinaten. Strecken, die nur mit dem Geländewagen befahrbar sind, werden im Buch als „4x4-Routen“ ausgewiesen. In den letzten 15 Jahren wurden (und werden) sehr viele Pisten – auch in der Wüste und in den Bergen – asphaltiert, sodass die meisten schönen Routen inzwischen auch für Pkw problemlos befahrbar sind.

Marokko ist kein einfaches Reiseland. Viele touristische Einrichtungen auf dem Land – oft Familienbetriebe – erfüllen nach wie vor nicht die europäischen Ansprüche an Komfort und Sauberkeit. Obwohl Marokko so nah an Europa liegt und sich enorm entwickelt hat, blieben die orientalische Lebensweise und Mentalität weitgehend erhalten.

Marokko polarisiert – nach der ersten Reise heißt es oft „einmal und nie wieder“ oder „einmal und immer wieder“! Deshalb geben wir neben praktischen Informationen zur Vorbereitung und Durchführung der Reise auch Verhaltenstipps, wie man sich im bisweilen „nervigen“ Marokko am besten zurechtfindet – vom Umgang mit Schleppern bis zum Handeln auf dem Suq.

Islamistische Terroranschläge sorgten in den letzten Jahren für zunehmende Unsicherheit in Europa und Verunsicherung bei Touristen, die eine Reise in ein islamisches Land planen. König Mohamed VI. und die marokkanische Bevölkerung reagieren ebenso entsetzt auf den Terror wie die Europäer und drücken ihre Solidarität aus. Touristen werden in Marokko nach wie vor überall mit einem freundlichen „Marhaba“ oder „Bienvenue“ willkommen geheißen. Die Terrorgefahr ist inzwischen weltweit allgegenwärtig und sollte uns nicht davon abhalten, Reisen zu unternehmen. Wachsamkeit und Unvoreingenommenheit können dabei durchaus Hand in Hand gehen.

Wir hoffen, es gefällt Ihnen in Marokko ebenso gut wie uns, und wünschen Ihnen eine gute und erlebnisreiche Reise!

Ihre Astrid und Erika Därr

Inhalt

Vorwort

Verzeichnis der Exkurse

Kartenverzeichnis

Steckbrief Marokko

Hinweise zur Benutzung

Die Regionen im Überblick

Reiserouten und Touren

Marokko: Zu jeder Zeit

Fünf Orte für den Altstadt-Bummel

Fünf architektonische Highlights

Fünf Orte zum Wandern

Fünf Orte zum Baden, Surfen und Entspannen

1 Tanger, Rif und Mittelmeerküste

Überblick

Tanger

Von Tanger nach Tétouan

Entlang der Mittelmeerküste nach Tétouan

F’nideq

M’diq

Martil

Tétouan

Von Tétouan nach Chefchaouen

Von Tétouan nach Al Hoceima

Et Tleta des Oued Laou

Nationalpark Al Hoceima

Chefchaouen

Von Chefchaouen nach Al Hoceima

Issaguen (ehem. Ketama)

Von Chefchaouen über Ouezzane nach Fès

Ouezzane

Von Issaguen über Targuist bzw. Taounate nach Fès

2 Der Nordosten

Überblick

Al Hoceima

Von Al Hoceima nach Nador und Melilla

Von Al Hoceima nach Taza

Nador

Von Nador nach Saïdia

Saïdia

Von Nador über Berkane nach Oujda

Berkane

Ausflug in die Beni-Snassen-Berge und die Zegzel-Schlucht

Von Nador nach Guercif

Guercif

Oujda

Von Oujda in den Süden nach Bouarfa

Von Oujda über Taourirt nach Guercif

Von Guercif nach Midelt

3 Mittlerer Atlas, Fès und Meknès

Überblick

Meknès

Von Meknès nach Moulay Idris und Volubilis

Moulay Idris

Volubilis (Oualili)

Von Volubilis bzw. Moulay Idris nach Fès

Fès

Von Fès über Imouzzer Kandar nach Ifrane

Imouzzer Kandar

Ifrane

Von Fès über Sefrou nach Ifrane

Bhalil

Sefrou

Abstecher zum Dayet Aoua

Von Fès über Sefrou, Boulemane und Zeida nach Midelt

Von Ifrane nach Azrou

Azrou

Von Azrou über Timahdite nach Midelt

Midelt

Von Azrou über Ain Leuh, Sources Oum er-Rbia und Aguelmame Azigza nach Khénifra

Khénifra

Von Khénifra über Zeida nach Midelt

4x4-Route: Von Zeida über Cirque de Jaffar (Djabal Ayachi) nach Midelt

Von Khénifra über Kasba Tadla nach Beni-Mellal

El Ksiba

Kasba Tadla

Beni-Mellal

Taza

Von Taza über den Nationalpark Djabal Tazzeka nach Fès

Nationalpark Djabal Tazzeka

Grotte (Gouffre) Friouato

Sidi Harazem

Von Taza über Merhaoua, Djabal Bou Iblane und Bir Tam Tam nach Fès

4 Die nördliche Atlantikküste

Überblick

Asilah

Von Asilah nach Larache

Larache

Von Larache nach Kénitra

Moulay Bousselham

Kénitra

Rabat und Salé

Von Rabat nach Casablanca

Mohammedia

Casablanca

Von Casablanca nach El Jadida

Azemmour

El Jadida

Von El Jadida nach Safi

Oualidia

Safi

5 Agadir und mittlere Atlantikküste

Überblick

Agadir

Von Agadir nach Immouzzer

Abstecher nach Tikki und zum Bienenhaus von Inzerki

Von Agadir nach Essaouira

Taghazoute

Abstecher nach Immesouane Plage

Sidi Kaouki

Essaouira

Von Essaouira nach Safi

6 Sous, Anti-Atlas und südliche Atlantikküste

Überblick

Von Agadir nach Taroudannt

Taroudannt

Ausflug zur Oase Tiout

Von Agadir nach Tafraoute

Tizourgane

Abstecher zum Maison traditionelle in Oumesnat

Tafraoute

Von Tafraoute über Igherm nach Taroudannt

Abstecher zum Agadir Tasguent

Von Tafraoute nach Tiznit

Tiznit

Von Tiznit über den Massa-Nationalpark nach Agadir

Abstecher zum Nationalpark Oued Massa

Von Tiznit über Bou Izakarne nach Tata

Ausflug nach Amtoudi zum Agadir Id Aïssa

4x4-Abstecher zur Oase Tadakoust

Abstecher nach Aït Rahal

Von Foum-el-Hassane (Fam el Hism) über Assa nach Guelmim

Assa

Tata

Von Tata über Foum-Zguid nach Tazenakht

Tissint

Foum-Zguid

Von Tata über Igherm nach Taliouine

Von Tiznit nach Guelmim

Guelmim

Von Guelmim zum Plage Blanche

4x4-Route: Von Fort Bou Jerif über Foum Assaka zum Plage Blanche

Von Tiznit über Sidi Ifni nach Guelmim

Mirleft

Legzira

Sidi Ifni

Von Guelmim nach Laâyoune

Tan-Tan

El Ouatia

Tarfaya

Laâyoune

Von Laâyoune nach Dakhla

Boujdour

Dakhla

Von Dakhla zur mauretanischen Grenze

7 Marrakesch

Überblick

Geschichte

Sehenswertes

Praktische Informationen

Ausflüge

8 Der nördliche Hohe Atlas

Überblick

Von Marrakesch zu den Ouzoud-Wasserfällen und dem Stausee Bin-el-Ouidane

Ouzoud

Azilal

Stausee Bin-el-Ouidane

Von Azilal nach Demnate, Demnate

Von Demnate über den Tizi-n-Outfi nach Ouarzazate

Von Azilal ins Aït-Bougoumez-Tal

Agouti

4x4-Route: Von Beni Mellal über den Tizi-n-Ilissi ins Aït-Bougoumez-Tal

Abstecher nach Anergui (über El Had)

Von Marrakesch nach Amizmiz

Von Marrakesch ins Ourika-Tal und nach Oukaïmeden

Anima Garden

Le Paradis du Safran

Jardin Bio-Aromatique Nectarome

Variante 1: nach Setti-Fatma

Variante 2: nach Oukaïmeden

Von Marrakesch über den Tizi-n-Test nach Taroudannt

Moulay Brahim

Asni

Imlil

Ouirgane

Tin Mal (Tin Mel)

Von Marrakesch über den Tizi-n-Tichka nach Ouarzazate

Telouèt

Aït Benhaddou

9 Ouarzazate und Drâa-Tal

Überblick

Ouarzazate

Von Ouarzazate über Agdz nach Zagora

Agd(e)z

Tamnougalte

Zagora

Von Zagora nach M’hamid

Tamegroute

M’hamid

4x4-Route: Von M’hamid über den Erg Chegaga nach Foum-Zguid

Source Sacrée Oum Lâalag

10 Straße der Kasbahs und südlicher Hoher Atlas

Überblick

Von Ouarzazate über Taliouine nach Taroudannt

Tazenakht

Taliouine

Von Ouarzazate nach Tinerhir

Skoura

El Kelâa M’gouna

Boumalne du Dadès

Tinerhir

Von Boumalne du Dadès in die Dadès-Schlucht

4x4-Route: Von Msemrir nach Imilchil

Imilchil

Von Imilchil über Tassent nach Anergui

Von Tinerhir durch die Todrha-Schlucht nach Imilchil

Von Tinerhir über Goulmima nach Errachidia

Ksar El Khorbat

Tinejdad (Ferkla)

Goulmima

Errachidia

Von Goulmima über Amellago nach Aït Hani

11 Der Südosten und das Tafilalet

Überblick

Von Midelt nach Errachidia

Von Errachidia über Boudnib nach Figuig

Abstecher zur Olivenfarm

Bouarfa

Figuig

Von Errachidia über Erfoud nach Rissani

Source Bleue de Meski

Erfoud (Arfoud)

Rissani

Von Rissani nach Merzouga

Merzouga

Von Erfoud nach Merzouga

4x4-Route: Von Merzouga über Taouz nach Zagora

Von Erfoud nach Tinejdad

Von Rissani über Tazzarine und Nekob ins Drâa-Tal

Alnif, Tazzarine

Nekob

Von Nekob über den Tizi-n-Tazazert nach Boumalne du Dadès

4x4-Route: Vom Tizi-n-Tazazert über Iknioun nach Tinerhir

12 Praktische Tipps A–Z

Als Gast in Marokko

Anreise

Ausrüstung

Barrierefreies Reisen

Diplomatische Vertretungen

Drogen

Ein- und Ausreise

Elektrizität

Essen und Trinken

Feiertage

Geld und Finanzen

Gesundheit

Informationen

Kinder auf Reise

Notfälle

Öffnungszeiten

Post

Reiseveranstalter und Rundreisen

Reisezeit

Schwule und Lesben

Sicherheit

Souvenirs

Sport

Sprache, Telefon und Internet

Trinkgeld

Uhrzeit

Unterkunft und Camping

Unterwegs in Marokko/Verkehrsmittel

Verhaltenstipps

Versicherungen

13 Land und Leute

Geografie

Klima

Geschichte und Politik

Wirtschaft

Bevölkerung und Sozialwesen

Religion

Kunst und Kultur

Pflanzen- und Tierwelt

Nationalparks und Naturreservate

14 Anhang

Sprachhilfe

Reisegesundheitsinformationen

Glossar

Literatur

Landkarten

Register

Fotonachweis

Die Autorinnen

Exkurse

Tanger, Rif und Mittelmeerküste

Leben in Tétouan

Der Nordosten

Eine Bahnstrecke mitten durch die Wüste – der „Oriental“

Mittlerer Atlas, Fès und Meknès

Heilige Klänge aus aller Welt – das Festival des Musiques Sacrées du Monde / von Stefan Franzen

Vorsicht beim Fossilienkauf – falsch oder echt? / von Dr. Frank Becker

Die nördliche Atlantikküste

Das internationale Kulturfestival von Asilah

Asilahs Strände

G. Rohlfs und Leo Africanus berichten über Rabat

Agadir und mittlere Atlantikküste

Rhani Krija – Weltmusik-Percussionist mit Wurzeln in Mogador / von Norbert Schmidt

Sous, Anti-Atlas und südliche Atlantikküste

Speicherburgen im Anti-Atlas / von marokko-erfahren.de

Der Arganbaum und das Arganienöl / von Prof. Herbert Popp

Der vergessene Krieg in der Westsahara

Marrakesch

Im Meer der Sinnlichkeit – der Djamâa el-Fna in Marrakesch / von Christoph Leisten

Das neue Marrakesch – die Touristifizierung des Mythos von 1001 Nacht / von Prof. Dr. Anton Escher und Dr. Sandra Petermann

Der nördliche Hohe Atlas

Bergsteigen im Djabal-Toubkal-Gebiet

Ouarzazate und das Drâa-Tal

Eine Schule für traditionelle Lehmarchitektur / von Manfred Fahnert

Tamnougalte – die Geschichte einer Kasbah und viel mehr … / von Muriel Brunswig

Der Südosten und das Tafilalet

Das Tafilalet

Kunst in der Wüste

Trekking im Djabal Saghro

Praktische Tipps A–Z

Kleines „Flug-Know-how“

Die Suqs (Souks)

Buchungsportale

Touristenknigge

Land und Leute

König Mohamed VI.

Das Hammam – eine orientalische Institution

Die Situation der Frau in Marokko / von Muriel Brunswig

Marrakesch und Hollywood / von Dr. Stefan Zimmermann und Prof. Dr. Anton Escher

Straßenhunde in Marokko

Hinweis

Die Internet- und E-Mail-Adressen in diesem Buch können – bedingt durch den Zeilenumbruch – so getrennt werden, dass ein Trennstrich erscheint, der nicht zur Adresse gehören muss!

Karten


Marokko Umschlag vorn und hinten

Die Regionen im Überblick

Reiserouten und Touren

Übersichts-/Kapitelkarten

Tanger, Rif und Mittelmeerküste

Der Nordosten

Mittlerer Atlas, Fès und Meknès

Die nördliche Atlantikküste

Agadir und mittlere Atlantikküste

Sous, Anti-Atlas und südliche Atlantikküste

Nördlicher Hoher Atlas

Ouarzazate und das Drâa-Tal

Die Straße der Kasbahs

Der Südosten und das Tafilalet

Stadtpläne und sonstige Karten

Agadir

Agadir Founty-Viertel

Agadir Großraum

Agadir Inezgane

Agadir Zentrum

Agdz

Al Hoceima

Al Hoceima Nationalpark

Asilah

Aghbalou N’Kerdous

Casablanca

Casablanca Zentrum

Chefchaouen

Dakhla

El Jadida

Erfoud

Errachidia

Essaouira

Essaouira Medina

Fès

Fès el-Bali (Medina)

Fès Neustadt

Fès – Umgebung der Kairaouyine-Moschee

Guelmim Zentrum

Hoher Atlas Ost

Ifrane

Laâyoune

Lixus

Marrakesch

Marrakesch Guéliz und Hivernage

Marrakesch Nördliche Medina

Marrakesch Südliche Medina

Massa-Nationalpark

Meknès

Meknès Medina

Meknès Neustadt

Merzouga und Umgebung

Midelt

Nador

Ouarzazate

Oujda

Palmeraie du Todrha

Rabat

Rabat – Ruinen von Chellah

Rabat Umgebung

Rabat Zentrum und Medina

Region Ifrane – Azrou

Region Nekob – Tizi-n-Tazazert

Rissani

Rosental

Safi

Salé

Sidi Ifni

Tafilalet

Tafraoute

Tafraoute und Ammelntal

Tanger

Tanger Medina

Tanger Umgebung

Tan-Tan

Taroudannt

Taza

Tétouan

Tinerhir

Tiznit

Trekking rund um den Toubkal

Volubilis

Zagora

Steckbrief Marokko

Lage: Marokko erstreckt sich zwischen dem 23. und 36. Breitengrad und zwischen dem 1. und 16. Längengrad. Begrenzt wird das Land vom Mittelmeer im Norden, vom Atlantik im Westen, im Süden von Mauretanien.

Größe: 458.730 km2, mit dem Gebiet der Westsahara ca. 710.850 km2; diese wird von Marokko als nationales Territorium beansprucht und verwaltet; Eingliederung des nördlichen Teils 1975 und des südlichen Teils 1979.

Staatsform: konstitutionelle Monarchie mit sehr weitreichenden Zuständigkeiten des Königs und Zweikammerparlament; staatliche Unabhängigkeit seit 1956; König ist seit 1999 Mohamed VI., Premierminister seit 2017 Saad-Eddine El Othmani von der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD).

Bevölkerung: 35 Millionen, inkl. Gebiet der Westsahara; Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner pro km2 (mit Westsahara); Bevölkerungswachstum: ca. 1,2%; Bevölkerungsverteilung: 40% Landbevölkerung, 60% Stadtbevölkerung.

Lebenserwartung: 75,8 Jahre.

Analphabetenrate: insgesamt rund 30%, bei Frauen ca. 42% (!).

Arbeitslosigkeit: landesweit rund 10%.

Religion: ca. 98% sunnitische Moslems (der Islam ist Staatsreligion); jüdische (ca. 3000) und christliche (ca. 23.000) Minderheiten.

Sprachen: offizielle Landessprachen sind Arabisch und die Berbersprachen (Tamzight); sehr verbreitet ist Französisch als Handels- und teilweise als Bildungs- und zweite Amtssprache; in den nördlichen Regionen zwischen Mittelmeer und Rif und in der Westsahara wird von der älteren Bevölkerung Spanisch gesprochen.

Währung: Dirham; Wechselkurs Anfang 2020: 1 DH = 0,09 Euro, 1 Euro = 10,58 DH, 1 DH = 0,10 SFr, 1 SFr = 9,71 DH

Bruttoinlandsprodukt (BIP): ca. 120 Mrd. US$ (2018) = pro Einwohner: ca. 3400 US$.

Auslandsschulden: 64 Mrd. US-$ (2018).

Inflationsrate: 2,8% (2018).

Wichtigste Städte (offizielle Einwohnerzahlen nach „Le Maroc en chiffres 2018“):

Agadir: 700.000, mit Inezgane/Aït Melloul 1,1 Mio.

Casablanca: über 3 Mio.

Fès: 1,6 Mio.

Kénitra: 650.000

Marrakesch: 1 Mio.

Meknès: 690.000

Nador: 165.000

Oujda: 500.000

Rabat (mit Salé; Hauptstadt): 1,5 Mio.

Safi: 310.000

Tanger (mit Asilah): 1,1 Mio.

Tétouan: 400.000

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen: UN (United Nations); Union für den Mittelmeerraum; Union des Arabischen Maghreb; ECA (Economic Commission for Africa); FAO (Food and Agriculture Organization); IWF (Internationaler Währungsfond); Weltbank; GATT/WTO (Welthandelsabkommen); Arabische Liga; Islamische Konferenz; OSZE-Partnerland. Marokko ist als einziges afrikanisches Land wegen des ungeklärten Status der Westsahara nicht in der Afrikanischen Union (AU).

Maßsystem: metrisch.

Uhrzeit: MEZ minus 1 Stunde (während der Zeit, in der sich marokk. und deutsche Sommerzeit nicht überschneiden, minus 2 Std.).

Strom: 220 V, kein Adapter notwendig.

Hinweis zum Straßennetz

In den letzten Jahrzehnten wurden die offiziellen Straßennummerierungen immer wieder geändert. Seit 2018 gilt wieder ein neues Nummernsystem. Dessen Umsetzung vor Ort (auf Schildern, Karten etc.) kann jedoch Jahre dauern, sodass in diesem Reiseführer die alte Nummerierung der Straßen (nach dem System N = Nationalstraße, R = Regionalroute) beibehalten wurde, um Verwirrung zu vermeiden. Apple und Google Maps verwendeten 2019 weiter die alten Nummern und Bezeichnungen, OpenStreetMaps z.T. die neuen (RN = Nationalstraße).

Hinweise zur Benutzung

Eine Anmerkung zur Problematik der Transkription: In diesem Buch wird versucht, arabische Begriffe und historische Personen in der allgemein verbindlichen Übertragung (Transkription) der arabischen Sprache in die lateinische Schrift wiederzugeben. Diese weicht von den französischen Schreibweisen ab, die in Marokko – neben den offiziellen arabischen Schreibweisen – häufig benutzt werden. Ortsnamen wurden deshalb meist in der französischen Schreibweise beibehalten (z.B. „ou“ statt „u“), außer die offizielle Transkription ist unmissverständlich. Bei Ortsbezeichnungen wurden meist die Namen aus der Michelin-Karte verwendet, es sei denn, eine abweichende Schreibweise ist in Marokko gebräuchlicher. Trotzdem ist eine konsequente Vereinheitlichung kaum durchführbar.

Vor allem bei dem Mischlaut „gh“ bzw. „rh“, den unser Alphabet nicht kennt, ist eine gültige Übertragung nicht möglich. Ein Ort wie „Tinerhir“ wird häufig mit „Tinghir“, der Berg „Irhil M’goun“ als „Ighil M’goun“, das „Oued Rheris“ als „Oued Gheris“ bezeichnet. Beide Varianten sind richtig. Auch Vokale wie a und e oder u und o werden für ein und denselben Ort verwendet, da es im Arabischen nur Anfangsvokale gibt und die Vokale als ein Art Zwischenlaut zwischen den beiden uns üblichen Ausspracheformen verwendet werden. Der Artikel „el“ bzw. „al“ oder „er“ bzw. „ar“ wird häufig Ortsnamen vorangestellt und „verschmilzt“ immer mehr mit diesem: So wird aus Er Rachidia Errachidia bzw. Arrachidia, aus Er Foud Erfoud bzw. Arfoud, aus der Straße La Attarine in Essaouira die Straße Lattarine. Sie werden selbst in Marokko kaum eine Karte finden, in der alle Straßennamen und Ortsbezeichnungen einheitlich geschrieben sind. Wir bitten daher, mögliche unterschiedliche Schreibweisen innerhalb des Buches zu entschuldigen.

Unterkünfte: Preiskategorien

Luxushotel/-gästehaus: mehr als 1600 DH

Gehobene Mittel-/Oberklasse: 800–1600 DH

Mittelklassehotel/-gästehaus: 400–800 DH

Einfaches Hotel/Gästehaus: 200–400 DH

Sehr einfaches Hotel/Billigunterkunft oder Bivouac/Nomadenzelt: 50–200 DH

Saisoneinteilung

Hauptsaison: Anfang Juli bis Anfang Sept., Ostern und Weihnachten; höchste Preise in den Hotels.

Zwischensaison: Anfang April bis Ende Juni und Mitte September bis Ende Oktober; günstige Hotelpreise, wenig Betrieb.

Nebensaison: November bis Mitte Dezember und Mitte Januar bis März; niedrigste Hotelpreise.

Nicht verpassen!

In jedem Kapitel sind einige (touristische) Highlights hervorgehoben – man erkennt sie an der gelben Hinterlegung.

UNSER TIPP: Besonders empfehlenswerte Unterkünfte, Restaurants und sonstige Tipps der Autorinnen sind entsprechend gekennzeichnet.

Der Schmetterling zeigt an, wo man besonders gut Natur erleben oder Angebote im Bereich des nachhaltigen Tourismus finden kann.

Sonstiges

4 Die Ziffern in den farbigen Kästchen bei den praktischen Informationen zu den Orten verweisen auf den jeweiligen Legendeneintrag im entsprechenden Stadtplan.

Updates nach Redaktionsschluss: Auf der Produktseite dieses Reiseführers im Internetshop des Verlages finden sich zusätzliche Informationen und wichtige Änderungen.

Manche „Nicht-Autofahrer“ werden von den Routenbeschreibungen irritiert sein, da hier viel von Straßen(zuständen), Kilometern und GPS-Daten die Rede ist. Wir haben diese Form der Beschreibung gewählt, da viele Autofahrer und Busreisende nicht von einem Ort ausgehend kreisförmig (oder gar in alphabetischer Reihenfolge) das Umland bereisen, sondern sich meist von Zielpunkt zu Zielpunkt in bestimmten Richtungen bewegen und auch entlang der Strecken Interessantes zu sehen ist. Wer auf den beschriebenen Pisten mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen will, muss mit einem Sammeltaxi oder der Pritsche eines Lastwagens vorliebnehmen und viel Zeit und Geduld mitbringen. Nur mit Geländewagen befahrbare Routen sind als „4x4-Routen“ ausgewiesen. Die Angabe der GPS-Koordinaten erfolgt nach dem Kartendatum WGS 84 im Format Grad, Minuten, Kommaminuten.

In diesem Reiseführer sind Verbindungen für öffentliche Verkehrsmittel und Unterkünfte aller Preisklassen genannt, auch einfache Herbergen auf dem Land und Backpacker-Unterkünfte in den Touristenstädten, sodass auch Rucksackreisende einen großen Nutzen aus den Informationen ziehen.

Es ist unmöglich, alle Busverbindungen und Abfahrtszeiten aufzulisten, denn der Fahrplan der Buslinien wechselt häufig. Deshalb konzentrieren wir uns auf die Angabe der Abfahrten von CTM, der verlässlichsten Gesellschaft mit den komfortabelsten Bussen.

Bei den Stadtplänen der Medinas (Altstädte) haben wir uns Mühe gegeben, das Labyrinth an Gassen möglichst übersichtlich abzubilden. Gerade bei großen Altstädten wie Marrakesch und Fès ist es unmöglich, alle kleinen (Sack-)Gassen richtig darzustellen – dafür bräuchte man einen großen Faltplan für jede Stadt. Die Pläne können also nur zur groben Orientierung dienen – Verirren gehört in den Souks einfach dazu. Mit Hilfe von Offline-Karten (z.B. Maps.me) kann man inzwischen auch ganz gut mit dem Smartphone durch die Gassen navigieren.

Die Regionen im Überblick

1 Tanger, Rif und Mittelmeerküste 32

Der Norden Marokkos mit der 500 km langen Mittelmeerküste und dem Rif-Gebirge ist im Vergleich zur Atlantikküste und dem Süden Marokkos touristisch wenig entwickelt. Abgesehen von den Badezentren um Martil (S. 75) zwischen Ceuta und Tétouan sind die herrlichen Buchten nur selten von ausländischen Touristen besucht. Die legendäre Stadt Tanger (S. 36), die Altstadt von Tétouan (UNESCO-Weltkulturerbe, S. 76) mit spanischer Kolonialarchitektur und maurischen Monumenten sowie Chefchaouen (S. 98) mit seinen weiß-blauen Gassen in grüner Bergkulisse lohnen unbedingt einen Besuch. Im Al-Hoceima-Nationalpark (S. 94) kann man schöne Wanderungen zwischen Bergen und dem Meer unternehmen.

2 Der Nordosten 110

In den Landesteil östlich von AI Hoceima verirren sich ausländische Touristen nur selten. Neben Baden an den schönen Mittelmeerstränden kann man im ursprünglichen Hinterland, wie z.B. in den Beni-Snassen-Bergen, auf Entdeckungstour gehen. Die Städte Nador (S. 120) und Saïdia (S. 127) sind durch die Fährverbindungen von Alméria nach Melilla (span.) bzw. Nador und von Sète nach Nador gut an Europa angebunden. Die Sandstrände von Saïdia sind im Sommer beliebtes Ferienziel der Marokkaner.

3 Mittlerer Atlas, Fès und Meknès 142

Der Mittlere Atlas bildet das grüne Herz Marokkos: Zedern- und Steineichenwälder, Seen und Hochplateaus, Obstbäume und schneebedeckte Gipfel bieten eine abwechslungsreiche Kulisse für Ausflüge zu Fuß oder mit dem Auto. Kulturelle Highlights sind die Altstädte von Fès (S. 165) und Meknès (S. 146) sowie die gut erhaltenen römischen Ruinen von Volubilis (S. 160) – alle drei zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

4 Die nördliche Atlantikküste 230

Lange, viel frequentierte Sandstrände und geschäftige Großstädte prägen die Atlantikküste zwischen Asilah und Safi. Während die Wirtschaftsmetropole Casablanca (S. 276) kaum einen Besuch lohnt, lädt die ruhige Hauptstadt Rabat (S. 251) zu einem Bummel durch die Kasbah Oudaia und die beschauliche Medina ein. Die Altstadt von El Jadida (S. 297) aus portugiesischer Zeit zählt zum Weltkulturerbe, auch die malerische Künstlerstadt Asilah (S. 234) mit vielen stilvollen Gästehäusern lohnt unbedingt einen Besuch.

5 Agadir und mittlere Atlantikküste 310

Agadir (S. 314), das Badezentrum des Landes, hat keine historischen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Doch dank seiner guten Verkehrsanbindung eignet sich die moderne Stadt gut als Ausgangspunkt für Touren im Süden. Die schönen Atlantikstrände nördlich von Agadir, z.B. Sidi Kaouki (S. 349), sind ein Eldorado für Wind-, Body- und Kitesurfer. Das einzigartige Flair des Künstler-, Surfer- und Fischerstädtchens Essaouira (S. 352), das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, genießt man am besten in einem der Gästehäuser in der Altstadt.

6 Sous, Anti-Atlas und südliche Atlantikküste 376

Das fruchtbare Sous-Tal trennt den Hohen Atlas vom Anti-Atlas, dem südlichsten Gebirgszug der Atlaskette, dessen Gipfel bis zu 2300 m hoch aufragen. Zwischen kargen Granitbergen, z.B. in der Umgebung von Tafraoute (S. 395), Palmenoasen und alten Lehmdörfern lässt es sich wunderbar wandern, biken und klettern. Vogelliebhaber finden im Nationalpark Oued Massa (S. 422) am Atlantik ein Paradies vor. An den Stränden um Sidi Ifni (S. 451) tummeln sich Surfer in den Wellen. Südlich von Guelmim (S. 441) beginnt die endlose Weite der Sahara.

7 Marrakesch 474

In Marrakesch, dem Zentrum Südmarokkos, locken quirlige Märkte, prachtvolle Paläste, Gaukler und Geschichtenerzähler, schicke Gästehäuser, Bars und Restaurants – wohl in kaum einer anderen Stadt kann man die Gegensätze zwischen orientalischer Tradition und modernem Lebensstil so hautnah erleben wie in dieser Metropole, die inzwischen rund eine Million Einwohner hat. Highlights sind u.a. der legendäre Djamâa el-Fna (S. 481) mit seinen Akrobaten, Schlangenbeschwörern und allabendlichen Essensständen, die Souks (S. 485) bzw. verwinkelten Gassen der Altstadt, wo es einfach alles zu kaufen gibt, und die Medersa Ben Youssef (S. 491), eine ehemalige Hochschule für islamische Theologie aus dem 14. Jh., ein Meisterwerk maurischer Architektur.

8 Der nördliche Hohe Atlas 532

Zwei Straßenpässe mit tollem Ausblick führen über das höchste Gebirge Nordafrikas in den wüstenhaften Süden. Ob zu Fuß, per Mountainbike oder mit Ski – im Hohen Atlas können sich Aktive austoben. Die Berge und Täler laden zu ausgedehnten Wanderungen und Trekkingtouren ein, z.B. bei Agouti (S. 548) oder Imlil (S. 567). Auf den Gipfeln bis über 4000 m Höhe liegt von Dezember bis März Schnee, im Sommer herrschen angenehme Temperaturen. Die schroffe Bergwelt durchziehen fruchtbare Flusstäler, in denen Berberdörfer aus Stein und Lehm über grünen Terrassenfeldern an den Hängen kleben. Mit den Ouzoud-Wasserfällen (S. 538) finden sich in der Region die höchsten Wasserfälle ganz Marokkos. In den beeindruckenden Kasbahs von Telouèt (S. 580) und Aït Benhaddou (S. 585) lernt man authentische Berberarchitektur kennen. Die Moschee Tin Mal (S. 577) war die Geburtsstätte der Almohaden-Dynastie und ist mit der Moschee Hassan II. (in Casablanca) das einzige Gotteshaus in Marokko, das Nicht-Muslime betreten dürfen.

9 Ouarzazate und Drâa-Tal 590

Der sogenannte Große Süden (Le Grand Sud) ist das Land der mächtigen Ksour und Kasbahs aus Lehm, der Oasen und Wüstenlandschaften – hier sieht Marokko aus, wie man es aus Touristenprospekten kennt. Ouarzazate (S. 594) ist das Hollywood Marokkos und die Touristenmetropole des Südens. Hier starten Touren ins Drâa-Tal, z.B. nach Agdz (S. 604). In den wunderschönen Palmenoasen des Drâa-Tals streift man durch ursprüngliche Ksour (Lehmdörfer) und lernt traditionelle Bewässerungstechniken kennen. Die Sanddünen des Erg Chegaga erreicht man am gemütlichsten mit Kamelen: In drei Tagen geht es von M’hamid (S. 625) bis zu den Dünen. In der Region steht eine der ältesten Lehmburgen Marokkos, die teilweise renovierte Kasbah Tamnougalte (S. 608).

10 Straße der Kasbahs und südlicher Hoher Atlas 632

Zwischen der im Frühjahr schneebedeckten Gipfelkette des Hohen Atlas im Norden und der braunen Steinwüste des Djabal Saghro im Süden verläuft die „Straße der (1001) Kasbahs“ nach Nordosten und durchquert dabei spektakuläre Landschaften, vorbei an zahlreichen festungsartigen Lehmburgen und -dörfern, z.B. Boumalne du Dadès (S. 649). Von Boumalne sollte man einen Ausflug in die Dadès-Schlucht mit ihren roten Felsformationen nicht verpassen. Von Tinerhir führt eine Asphaltstraße durch die Todrha-Schlucht bis nach Imilchil (S. 665) im zentralen Hohen Atlas; hier sind schöne Wanderungen in der Bergwelt und an den Seen möglich. Skoura (S. 641) ist eine idyllische Palmenoase, die zur Entspannung einlädt. Der letzte, weniger besuchte Teil der Straße der Kasbahs führt von Tinerhir durch karge Wüstenlandschaft bis nach Errachidia.

11 Der Südosten und das Tafilalet 678

Im dünn besiedelten und infrastrukturell kaum entwickelten Südosten Marokkos zwischen Plateau du Rekkam, Aïn Beni Mathar und Figuig sind Touristen fast unbekannt. Nomaden ziehen mit ihren Tieren durch die kargen Wüstenlandschaften und Halfagrassteppen. In der Bilderbuchoase Figuig (S. 687) im äußersten Südosten des Landes lernt man das uralte Bewässerungssystem der Foggaras kennen. Das Tafilalet weiter südwestlich ist das größte zusammenhängende Oasengebiet Marokkos und Heimatregion der bis heute herrschenden Alawiten-Dynastie. In der Wüstenoase Erfoud (S. 693) kann man sich in eine Werkstatt begeben und zusehen, wie uralte Fossiliensteine zu Tischplatten und Schalen verarbeitet werden. Eine der schönsten Trekkingrouten in Marokko führt in fünf Tagen quer durch die eindrucksvolle Bergkulisse des Djabal Saghro (S. 728) bis nach Nekob. Bei Merzouga (S. 704) befindet sich das größte und von Touristen viel besuchte Dünengebiet Marokkos, der Erg Chebbi: Bis zu 200 m hoch türmen sich die Sandmassen und heben sich golden schimmernd gegen die schwarze Steinwüste und den blauen Himmel ab.

Reiserouten und Touren
Verkehrsmittel

Marokko lässt sich sehr gut auf eigene Faust bereisen, egal ob man mit dem Campingmobil oder Pkw/Geländewagen von Europa (Fährüberfahrt von Spanien oder Italien) anreist, sich einen Mietwagen vor Ort nimmt (ca. 30 €/Tag) oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. Das Asphaltstraßennetz ist sehr gut ausgebaut, sodass man mit einem Kleinwagen problemlos alle Highlights erreicht und auch abseits der Touristenströme schöne Routen findet. Gleichzeitig bleibt noch genug Raum für abenteuerliche Touren mit dem 4x4-Wagen auf abgelegenen Pistenstrecken in den Bergen und der Wüste. Die großen Städte im Norden (Tanger, Rabat, Casablanca, Fès, Oujda) erreicht man am bequemsten und schnellsten per Zug (südlichster Bahnhof ist Marrakesch). Kleinere Orte und die Ziele südlich des Hohen Atlas kann man gut mit den zuverlässigen, modernen CTM- oder Supratours-Bussen (und den weniger verlässlichen Bussen anderer Gesellschaften) ansteuern. Ansonsten gelangt man mit Sammeltaxis (bis zu 6 Pers.) und Minibussen in fast jedes Dorf, muss dann allerdings mehr Geduld mitbringen.


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Oase Tadakoust nahe Icht in Südmarokko

Wegen der Größe und Vielfältigkeit des Landes sollte man sich unbedingt genug Zeit nehmen und gerade bei einer individuellen Reise nicht versuchen, in zwei Wochen alles von Nord nach Süd abzuklappern, sondern sich lieber für einen Landesteil entscheiden. Es gibt überall so viel zu sehen, dass man besser nicht taggenau durchplant, sondern die Flexibilität behält, auch mal an einem Ort oder in einer Region länger zu bleiben, wenn es einem dort gut gefällt.

Reiseberatung

Afrika-Neulingen fällt es manchmal schwer zu beurteilen, welche Landesteile sich wie bzw. mit welchen Verkehrsmitteln am besten bereisen lassen, die passenden Reiseziele und -zeit für die eigenen Interessen auszuwählen und die Sicherheitslage einzuschätzen. Die Autorin Astrid Därr ist seit früher Kindheit in ganz Marokko und Afrika unterwegs – mit dem eigenen Fahrzeug, mit Bus und Bahn und als Reiseleiterin von Trekking- und Wandertouren, häufig auch als allein reisende Frau. Bei Interesse an einer individuellen Reiseberatung und -planung können Leser mit der Autorin Kontakt aufnehmen: www.daerr.net, web@daerr.net (Beratung gegen Honorar, Terminvereinbarung notwendig).

Routenvorschläge

Die vorgeschlagenen Routen führen durch verschiedene Landesteile und sind straff geplant – an vielen Orten kann man wesentlich mehr Zeit verbringen. Um nicht in Stress zu geraten, sollte man unbedingt zusätzliche Erholungs- bzw. „Puffer“-Tage einkalkulieren.

Die klassische Rundreise (Königsstädte)

Dauer: mind. 2 Wochen

Transport: mit dem eigenen Auto bzw. Mietwagen oder mit Bus und Bahn

Ausgangspunkt: Casablanca oder Marrakesch

Reisezeit: September bis Juni

Diese Route zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Marokkos wird von den meisten Reiseveranstaltern in nur 10 Tagen angeboten, jedoch mit sehr straffem Programm.

1. Tag: Casablanca, Besichtigung der Moschee Hassan II.

2./3. Tag: Fahrt zur Königsstadt und Hauptstadt Rabat (Zug, Küstenstraße oder Autobahn), Besichtigungspunkte: Medina, Kasbah des Oudaïas, Königspalast, Mausoleum Mohammed V. und Hassanturm.

4./5. Tag: Fahrt nach Meknès (Zug oder Autobahn), Besichtigungspunkte: Cité impériale, Mausoleum Moulay Idriss, Heri es-Souani, Stadtmauer. Bei der Anfahrt oder auf der Weiterfahrt lohnt sich ein Besuch der heiligen Stadt Moulay Idriss und der römischen Ruinen von Volubilis. Dafür ist ein weiterer Tag notwendig.

6./7./8. Tag: Weiterfahrt nach Fès, der dritten Königsstadt (Zug, Bus oder mit dem Auto), Besichtigungspunkte: Fès el-Bali und Fès el-Djedid mit den Souks, Medersen, Mellah, Königspalast etc. am ersten Tag, am zweiten Tag Neustadt, Rundfahrt um die Stadtmauer, Besuch der Töpfer. Fakultativer Ausflug in den Mittleren Atlas (Azrou, Ifrane oder Sefrou, Bhalil).

9. Tag: Weiterfahrt nach Beni-Mellal über Azrou, mit Abstecher nach Ifrane (Zedernwald).

10. Tag: Weiterfahrt nach Marrakesch mit Abstecher (Selbstfahrer) zum Stausee Bin el Ouidane und den Ouzoud-Wasserfällen.

11./12. Tag: Marrakesch mit Besichtigung der Souks und Monumente in der Medina plus Museen und Gärten.

13./14. Tag: Rückreise nach Casablanca (Autobahn oder Zug), Rückflug.

Wenn man in Marrakesch startet, fährt man erst nach Casablanca und Rabat und setzt die Reise wie oben vorgeschlagen fort.

Tour im großen Süden

Dauer: mind. 2 Wochen

Transport: mit dem eigenen Auto bzw. Mietwagen oder mit dem Bus

Ausgangspunkt: Marrakesch

Reisezeit: September bis November, März bis Juni. Bei Reise in den Wintermonaten Dezember bis März können die Pässe über den Hohen Atlas verschneit sein und Minustemperaturen die Reise sehr ungemütlich machen.

Diese Tour verbindet die wichtigsten Highlights im Süden: von der spektakulären Fahrt über den Hohen Atlas, entlang der „Straße der Kasbahs“ mit ihren Lehmburgen, Flussoasen und Schluchten, sowie zu den Dünen des Erg Chebbi bei Merzouga.

1./2. Tag: Anreise und Besichtigung von Marrakesch.

3./4. Tag: Fahrt über den Tizi-n-Tichka-Pass über den Hohen Atlas nach Ouarzazate (Bus oder Auto) mit Stopp in Aït Benhaddou (Kasbahs, UNESCO-Weltkulturerbe) und Telouèt (nur Selbstfahrer). In Ouarzazate Besuch der Kasbah Taourirt und der Filmstudios.

5. Tag: Fahrt entlang der „Straße der Kasbahs“ nach Skoura und Boulmane de Dadès, Ausflug in die Dadès-Schlucht mit ihren Felsformationen. Evtl. zwei Nächte in Skoura oder in der Dadès-Schlucht.

6. bis 8. Tag: Fahrt über Tinerhir (Ausflug in die Todhra-Schlucht), Tinejdad (Besichtigung Ksar el Khorbat, Quellen von Lalla Mimouna), Errachidia und Rissani nach Merzouga in die Sandwüste. Mit eigenem Fahrzeug und genug Zeit Dreischluchtenrundfahrt über Tamtatouchte, Aït Hani, Ammelago und Goulmima (zusätzlicher Tag).


9./10. Tag: Merzouga, Sandwüste Erg Chebbi, Kameltour oder zwei Nächte im Hotel oder einem Wüstencamp.

11./12. Tag: Fahrt über Rissani nach Alnif (Fossilien), Tazzarine (ursprüngliche Oase) und Nekob (Kasbahs und Palmenoase), Ausflug ins Massiv des Djabal Saghro (Bab’n’Ali) und evtl. Wanderung (dann zwei Nächte in Nekob).

13. Tag: Fahrt ins Drâa-Tal nach Zagora oder M’hamid mit Wüsten- bzw. Kameltour (zusätzlich 1–2 Tage).

14. Tag: Rückfahrt durch das Drâa-Tal (Besichtigungspunkte: Töpferwerkstätten und Bibliothek von Tamegroute, Kasbah von Tamougalte, Oasengärten von Agdz) nach Ouarzazate und Marrakesch.

Anti-Atlas-Rundreise

Dauer: mind. 2 Wochen bei Ausgangspunkt Marrakesch, bei Ausgangspunkt Agadir 1 Woche bis 14 Tage (mit Badeaufenthalt in Agadir)

Reisezeit: September bis November, Februar bis Juni (Ausgangs-/Endpunkt Marrakesch), September bis Juni (Ausgangs-/Endpunkt Agadir)

Der Anti-Atlas mit seinen schroffen Granitbergen, Palmenoasen, Terrassenfeldern und ursprünglichen Berberdörfern wird vergleichsweise wenig von Touristen besucht – besonders schön ist es hier im Februar zur Mandelblüte. An der Straße zwischen Foum-Zguid und Tata erlebt man weite Wüstenlandschaften. Bei An-/Rückreise von Agadir beginnt man in umgekehrter Reihenfolge und tritt die Rückfahrt nicht über die Atlaspässe an, sondern fährt von Ouarzazate über Taliounie zurück nach Agadir.

1. bis 3. Tag: Marrakesch (Medina mit Souks und Monumenten, Gärten, Museen).

4. Tag: Fahrt über den den Tizi-n-Tichka-Pass und Telouèt – Aït Benhaddou (Selbstfahrer) nach Ouarzazate oder über den Tizi-n-Test-Pass nach Taroudannt.


5. Tag: Fahrt von Ouarzazate über Tazenakht (Teppichkooperativen) und Taliouine (Safrananbau) nach Tata oder auf der malerischen Strecke nach Foum-Zguid (weiter über Tissint nach Tata, 1–2 Tage zusätzlich).

6./7. Tag: Fahrt durch schöne Wüstenlandschaft von Tata über Icht und Tarhijt zur Speicherburg Id Aissa in Amtoudi. Bergstrecke über Ida Oussemlal nach Tafraoute (Selbstfahrer) oder über Bou Izakarne und Tiznit (Medina-Besichtigung) nach Tafraoute in den zentralen Anti-Atlas.

8./9. Tag: Touren und Wanderungen in der Granitfelsenlandschaft von Tafraoute und Umgebung (Ammelntal, Schlucht von Aït Mansour).

10. Tag: Fahrt über Aït Baha nach Taroudannt, auf dem Weg Besichtigung von Tizourgane.

11. Tag: Taroudannt (Stadtbesichtigung) und Weiterfahrt nach Agadir.

12. Tag: Agadir (Strand, Ausflug an die nördlichen Strände und ins „Paradise Valley“), evtl. Rückreise von Agadir.

13. Tag: Rückfahrt nach Marrakesch (bei ausreichend Zeit über Essaouira, mind. 1 Tag zusätzlich dort).

14. Tag: Rückflug von Marrakesch.

Die große Marokko-Reise

Dauer: mind. 4 (besser 6) Wochen

Transport: mit dem eigenen Auto bzw. Mietwagen oder mit dem Bus (und Zug, nicht alle Strecken)

Ausgangspunkt: Tanger (bei Anreise mit dem Flugzeug in Casablanca)

Reisezeit: ganzjährig (im Winter Einschränkungen wegen Schnee im Atlas und niedrigen Temperaturen)

Wer die ganze Vielfalt Marokkos von der Atlantik- und Mittelmeerküste über die Oasen und Wüsten des Südens, die Berge des Hohen Atlas, die Zedernwälder des Mittleren Atlas und die Königsstädte kennen lernen möchte, plant diese große Runde – am besten mit dem Camper/Wohnmobil. Auf dieser langen Tour sollte man zeitlich flexibel bleiben, daher geben wir nur ungefähre Angaben über die Reisetage pro Routenabschnitt an.



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Auf den Bastionsmauern von Essaouira

3–4 Tage entlang der Atlantikküste Tanger – Asilah – Rabat – Casablanca – El Jadida – Safi – Essaouira bis nach Agadir.

3–4 Tage von Agadir über Tiznit in den Anti-Atlas (Tafraoute und Umgebung), nach Taroudannt und zurück nach Agadir.

4 Tage bis 1 Woche von Agadir über den Sous- bzw. Oued-Massa-Nationalpark, Mirhleft, Legzira, Sidi Ifni (Abstecher Plage Blanche), Guelmim nach Tan-Tan.

5 Tage bis 1 Woche von Guelmim über Bou Izakarne, Tata, Icht (Ausflug nach Tadakoust), Tissint, Foum-Zguid (Wüstentour Erg Chegaga) nach Zagora.

4 Tage Zagora (Drâa-Tal) – Agdz (Ausflug Tamnougalte) – Nekob (Ausflug Djabal Saghro oder direkt nach Boulmane du Dadès abkürzen) – Tazzarine – Alnif – Rissani – Merzouga (Ausflug Erg Chebbi).

3–4 Tage von Merzouga über Erfoud – Tinjedad (Kunst in der Wüste, Ksar el Khorbat) – Goulmima – Dreischluchtenrundfahrt (Ammelago – Aït Hani – Todhra-Schlucht) bis Tinerhir und in die Dadès-Schlucht, weiter über Skoura nach Ouarzazate. Bei 6 Wochen Zeit Weiterfahrt oder Abstecher von Aït Hani nach Imilchil und El Ksiba – Khenifra (s.u.).

2 Tage von Ouarzazate über Aït Benhaddou – Telouèt – Tizi-n-Tichka nach Marrakesch.

3–5 Tage von Marrakesch über die Ouzoud-Wasserfälle – Demnate (Dinosaurier-Abdrücke, Naturbrücke) – Aït-Bougoumez-Tal (Wandern) nach Azilal (bei 6 Wochen Zeit), ansonsten von den Ouzoud-Wasserfällen weiter nach Beni-Mellal und Khénifra in den Mittleren Atlas (Source Oum R’Bia).

3–5 Tage von Azrou und Ifrane im Mittleren Atlas nach Meknès und Fès.

2 Tage von Fès über Taza (NP Djabal Tazzeka) an die Mittelmeerküste nach Al Hoceima oder im Winter über Guercif nach Nador (weniger Berge und kein Schnee). Wer mit eigenem Fahrzeug unterwegs ist, kann von Nador aus nach Frankreich bzw. Melilla nach Spanien mit der Fähre übersetzen.

3 Tage von Al Hoceima (Nationalpark) über Kalah Iris und El Tleta des Oued Laou ins Rif-Gebirge nach Chefchaouen und Tétouan, weiter nach Tanger (Rückreise).

Mit dem Geländewagen abseits der Hauptrouten

Dauer: mind. 4–6 Wochen

Transport: mit eigenem 4x4-Wagen, Enduro oder robustem Campingbus mit Bodenfreiheit oder per Mountainbike

Reisezeit: Wer sich auf den Süden beschränkt, kann auch im Winter fahren und sollte den Sommer meiden (große Hitze). Einige Strecken im Hohen und z.T. im Mittleren Atlas sind oft erst ab Mai bis November befahrbar (Schnee).

Der Zeitrahmen dieser abenteuerlichen Tour abseits der Touristenströme über Bergpässe, durch Schluchten und (Stein-/Sand-)Wüsten hängt davon ab, wie lange man sich an den Orten aufhält und wie viele Ruhetage man einlegt. Wir geben daher keine Zeitangaben. Man kann (je nach Jahreszeit) beliebig einzelne Abschnitte auslassen, anders kombinieren oder sich auf den Süden beschränken. Viele 4x4-Routen sind in diesem Buch beschrieben oder im Offroad-Reiseführer von Sabine und Burkhard Koch (www.pistenkuh.de).

Route: Mit der Fähre geht es zum Hafen Tanger-Med, weiter entlang der Mittelmeerküste nach Nador, über die Zegzel-Schlucht durch die Beni-Snassen-Berge nach Oujda, Aïn Benimathar oder Taourirt und von dort weiter in südliche Richtung nach Tendrara. Von Debdou oder Aïn Beni Mathar kann man auf zahlreichen Pisten über das kahle Plateau de Rekkam (Wellblech) fahren, das noch einige einsame Gegenden und Offroad-Strecken bietet. Wer schnell vorwärts kommen will, wählt die Asphaltstraße und macht immer wieder Abstecher ins Hinterland. Weiter führt die Route nach Bouarfa und Figuig, von dort aus Richtung Boudenib die direkte Strecke nach Mengoub wählen. In Mengoub besteht die Möglichkeit, entweder auf Asphalt nach Beni Tajjite oder auf Piste (nördlich herum) zur Farm von Thomas Friedrich zu gelangen; von hier bieten sich zahlreiche Offroad-Ausflüge an. Weiter nach Boudenib und Meski (Source bleue) nach Merzouga in den Erg Chebbi. Wüstenerfahrene können sich in den Dünen austoben oder der Erg Chebbi wird östlich umfahren.


Eine alternative Route von Norden führt von Guercif in den Mittleren Atlas zum Djabal Bou Iblane nach Boulemane oder Missour bzw. über Taza nach Süden. Die teilweise asphaltierte Strecke durchs Hochgebirge führt beim Tizi-Bou Zabel wieder zusammen; sie ist frühestens ab Mai befahrbar. Wer die südöstliche Ecke über Bouarfa, Figuig auslässt, kann über Missour oder Boulemane nach Midelt zum Cirque de Jaffar und nördlich des Djabal Ayachi bis Imilchil fahren. Von dort geht’s über Tassent (Asphalt) nach Anergui, in die Aït-Melloul-Schlucht (Piste), an der Cathédrale des Roches vorbei nach Zaouiat Ahansal, weiter ins Aït-Bougoummez-Tal und über Aït Bou-Oulli nach Demnate. Alternativ gibt es eine neue Piste vom Aït-Bougoummez-Tal (Agouti) am Djabal M’goun vorbei nach Süden bis Bou Thrarar im Rosental.

Von Demante gibt es eine wunderschöne Route durch das Tessaout-Tal nach Ouarzazate oder Skoura an der „Straße der Kasbahs“. Von hier bietet es sich für ambitionierte Offroader an, erst gar nicht bis Skoura, sondern von Toundoute nach Bou Thrarar und Aït Youl in die Dadès-Schlucht zu fahren. Von dort weiter nach Msemrir und hinüber zur Todhra-Schlucht, in Tamtattouchte weiter durch die Amellago-Schlucht nach Goulmima oder Rich. Ab Rich könnten die beiden Routen wieder zusammenführen (s.o.). Ab Goulmima weiter in die Region Fezna (viele Offroad-Strecken im Hinterland an der Plaine de Marrha oder am Djabal Oughnat).

Weiter geht die Fahrt nach Merzouga in den Erg Chebbi und nach Taouz. Von Taouz gelangt man auf einer wunderschönen Wüstenstrecke über Hassi Ouzina, Remlia bis Tafraout (Hassi Fougani). Ab hier kann man auf Asphalt nach Alnif fahren oder auf Piste einen Abstecher ins Drâa-Tal (Tagounite) machen.

Ab M’hamid führt eine der beliebtesten Offroad-Strecken entlang der Sanddünen des Erg Chegaga und über die Lehmebene des Lac Iriki nach Foum-Zguid.

Von dort über Tissint bietet sich ein Abstecher nach Aguinane (Asphalt) an. Ab dort über holprige Serpentinenpiste nach Taliouine und weiter über Igherm zurück nach Tata.

Von Tata fährt man in den Anti-Atlas nach Tafraoute (meist Asphalt) und durch die Aït-Mansour-Schlucht nach Aït-Herbil. Weiter geht’s auf Asphalt (Abstecher nach Amtoudi) bis Guelmim.

In der weiten Hügellandschaft im Hinterland von Guelmim führen Pisten scheinbar in alle Richtungen ins Nirgendwo. Eine lohnende Piste (Abstecher) schlängelt sich durch das Bergland zwischen Guelmim, Aouinet Torkoz, Assa und Ayoun du Drâa bis Ksar Tafnidilt. Wer noch nicht genug hat, fährt in Richtung Drâa-Mündung entlang des Atlantiks oder im zerklüften Drâa-Tal herum.

Zurück geht’s über Aoreora, Plage Blanche, Foum Assaka, Fort Bou Jerif nach Sidi Ifni.

An der Atlantikküste bieten sich im östlichen Hinterland von Essaouira noch Pistenstrecken, ebenso um Sidi Kaouki und Cap Tafelney (in Richtung Agadir).

Rückreise von Guelmim über Agadir und Casablanca auf Asphaltstraße nach Tanger.


FÜNF ORTE FÜR DEN ALTSTADT-BUMMEL


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Tétouan | 76

Die weiße Altstadt von Tétouan, umgeben von den grünen Bergen des Rif, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bei einem Bummel durch das Ensanche-Viertel und die Medina gibt es sowohl maurische Monumente als auch spanische Kolonialarchitektur zu bewundern. Im Gassenlabyrinth kann man sich treiben lassen, über die Souks (Märkte) schlendern und das marokkanische Alltagsleben beobachten – und trifft dabei fast keine anderen Touristen.


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Chefchaouen | 98

Im Gegensatz zu Tétouan gehört Chefchaouen im Rif-Gebirge schon eher zu den Touristenzielen. Das liegt am einzigartigen andalusischen Flair des malerischen Städtchens (UNESCO-Weltkulturerbe) mit seinen blau-weißen Gebäuden, die sich über einen Berghang erstrecken. Einen Bummel durch die Altstadt kann man beliebig mit einer Wanderung im wunderschönen Umland verbinden. In einem Café am Platz Outa el Hammam sitzt man mitten im Geschehen.


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Fès el-Bali | 177

Die Altstadt von Fès (UNESCO-Weltkulturerbe) ist die größte des Landes, und so könnte man wochenlang durch das Labyrinth an Markt-, Wohn- und Sackgassen spazieren und hätte immer noch nicht alles erkundet. Einige Teile der Medina wurden renoviert, der besondere Charme der uralten Stadt (9. Jh.) blieb erhalten. In den nach Handwerkszweigen gegliederten Vierteln kann man den Meistern bei der Arbeit zusehen und direkt einkaufen: Weber, Töpfer, Gerber, Färber, Drechsler, Ziselierer, Schneider …


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Taroudannt | 381

In Taroudannt südlich des Hohen Atlas herrscht im Vergleich zu Marrakesch herrlich wenig Touristenbetrieb. Die Altstadt umgibt eine beeindruckende Lehmmauer aus dem 16. Jh., in den Souks kann man ungestört bummeln und das Markttreiben beobachten. Taroudannt ist bekannt für seine handwerklichen Arbeiten, vor allem den Silberschmuck. Wer’s romantisch mag, nimmt sich eine Pferdekutsche zur Erkundung der Stadt.


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Essaouira | 352

Den Fischern beim Entladen ihres Fangs zusehen, von den Festungsmauern den Sonnenuntergang über dem Atlantik beobachten, durch die hellen Gassen flanieren und raffinierte Thujenholzarbeiten shoppen, auf einer Dachterrasse mit Meerblick sitzen oder mit dem Surfbrett über die Wellen zischen – die blau-weiße Künstler-, Fischer- und Surferstadt bietet für jeden etwas. Dank der stetigen Brise herrschen auch im Sommer angenehme Temperaturen.

FÜNF ARCHITEKTONISCHE HIGHLIGHTS


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Römische Ruinen von Volubilis | 160

Das Staatsgebiet des heutigen Marokko war einst Teil der römischen Provinz Mauretania Tingitana. Volubilis (UNESCO-Weltkulturerbe) liegt nördlich von Meknès und erlebte seine Blütezeit im 2. und 3. Jh. n. Chr. Aus dieser Zeit stammen die heute noch gut erhaltenen Bodenmosaike, die Thermen, die Basilika, das Kapitol und der Caracalla-Triumphbogen. Am schönsten ist ein Besuch der Ruinenstätte im Frühjahr, wenn rundum alles blüht und grünt.


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Kasbahs in Telouèt und Aït Benhaddou | 580, 585

Neben der maurischen Architektur gibt es im Süden Marokkos eindrucksvolle Beispiele der Berberarchitektur zu bestaunen. Die mehrstöckigen Lehmburgen (Kasbahs) dienten früher als Wohn-, Schutz- und Herrschaftsburgen für die Gemeinschaft eines Stammes in einer Region. Besonders eindrucksvoll sind die Kasbahs von Aït Benhaddou (UNESCO-Weltkulturerbe) und die von Telouèt, die der Pascha el-Glaoui im Inneren mit maurischem Dekor verschönerte.


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Stadtpaläste und Koranschulen in Fès | 165

Fès ist die älteste der vier Königsstädte und gilt als spirituelles Zentrum des Landes. Zudem ist sie die Stadt des Kunsthandwerks, nirgendwo sonst findet man feinere Stuckarbeiten, Zedernholzschnitzereien und Mosaike. In der Medina verbergen sich Paläste wie aus 1001 Nacht, in vielen von ihnen kann man speisen oder wohnen. Maurische Architektur in Vollendung zeigen auch die vielen Moscheen, Zaouias und Koranschulen (allen voran die Medersa Bou Inania, 14. Jh.) sowie die Karayouine-Moschee (9. Jh.).


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Lehmburg von Tamnougalte | 608, 610

Die Kasbah von Tamnougalte liegt in einer malerischen, von Wüstenbergen umgegeben Palmenoase im Drâa-Tal südlich von Ouarzazate. Hier kontrollierte seit dem 17. Jh. der lokale Qaid (Gouverneur) den Karawanenweg in Richtung Timbuktu. Die Nachkommen des damaligen Qaids renovierten einen Teil des großen Lehmkomplexes und richteten darin ein sehr sehenswertes Museum und nettes Gästehaus ein.


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Speicherburg von Amtoudi | 425

Der Agadir Id Aïssa thront imposant auf einem Hügel über der Flussoase von Amtoudi im südlichen Anti-Atlas. Von hier oben genießt man nicht nur einen grandiosen Ausblick, sondern erhält auch einen Einblick in die Tradition der aus Schichtsteinen errichteten Speicherburgen, in denen die Menschen der Region ihre Wertgegenstände und Ernteerträge lagerten und bei Stammeskonflikten Zuflucht suchten.

FÜNF ORTE ZUM WANDERN


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Aït-Bougoumez-Tal | 535, 541, 547, 553

Das „Tal der Glückseligen“ versteckt sich östlich von Marrakesch am Fuße des zweithöchsten Gipfels des Hohen Atlas, des Djabal M’goun (4071 m). Im Winter liegt hier Schnee, ab etwa Mai kehrt der Frühling ein und es sind herrliche Wanderungen, u.a. zu ursprünglichen Lehmdörfern, möglich. Ambitionierte Bergwanderer besteigen den Gipfel des M’goun oder überqueren den Hohen Atlas bis zur Straße der Kasbahs. In Agouti und Tabant finden sich Herbergen, qualifizierte Führer und Gepäckmulis.


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Nationalpark Djabal Toubkal | 567, 568

Imlil südlich von Marrakesch im zentralen Hohen Atlas ist Ausgangspunkt für die Besteigung des Djabal Toubkal, des höchsten Gipfels Nordafrikas (4167 m). Der Ort im malerischen Mizane-Tal eignet sich sowohl als Ausgangspunkt für einfache Spaziergänge als auch als „Base Camp“ für die zwei- bis dreitägige Toubkal-Besteigung. Daneben liegen weitere interessante 4000er-Gipfel, die man im Winter auch mit Tourenski erklimmen und im „Atlas-Firn“ abfahren kann.


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Djabal Saghro | 728

Bizarre Felstürme, eindrucksvolle Tafelberge, tiefe Schluchten und grüne Flusstäler kontrastieren mit dem blauen Himmel. Im Frühjahr überzieht ein Blütenteppich das braun-schwarze Gebirge südlich der Straße der Kasbahs. Man erkundet den Djabal Saghro entweder vom Dorf Tagdilt (südlich von Boumalne du Dadès) aus oder vom Kasbahdorf Nekob. Bei der nahe gelegenen Formation Bab-n-Ali beginnen Tagestouren in einzigartiger Kulisse.


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Erg Chegaga | 626

Der Erg Chegaga westlich von M’hamid (Drâa-Tal) ist neben dem Erg Chebbi das zweite größere Sanddünengebiet Marokkos. Das Sandmeer kann man im Gegensatz zum Erg Chebbi nur per Geländewagen oder Kamel erreichen. In Ouled Driss und M’hamid kann man (Kamel-)Touren von ein paar Stunden bis zu mehreren Tagen buchen, inklusive Übernachtung im Zeltcamp (Bivouac) sowie Lagerfeuerromantik unterm Sternenhimmel.


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Tafraoute | 395

Rot-braune Granitberge, an deren Hängen Berberdörfer aus Lehm und Stein kleben, darunter saftig grüne Palmenoasen. Rund um Tafraoute in Zentrum des Anti-Atlas breitet sich eine bizarre Felslandschaft aus, in der Wanderungen jeder Schwierigkeit möglich sind: von der anstrengenden Besteigung des Djabal Lekst (2359 m) bis zum Spaziergang im Aït-Mansour-Tal oder zwischen den knallbunt bemalten Felsen (Les Peintures) von Jean Vérame.

FÜNF ORTE ZUM BADEN, SURFEN UND ENTSPANNEN


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Al Hoceima und Umgebung | 115

Schon die Fahrt auf der N 16 von Tétouan in Richtung Al Hoceima ist spektakulär. Malerische Buchten unterbrechen die grünen Berge des Rifs, deren steile Hänge bis zum Mittelmeer reichen. Als Unterkunft bieten sich Ferienwohnungen an, zur Entspannung lange Spaziergänge an dunklen Sandstränden und für die Aktiveren Wanderungen im nahe gelegenen Nationalpark Al Hoceima in den Bergen und an der Küste.


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Oualidia | 302

Im vorwiegend von Marokkanern im Hochsommer viel besuchten Ferienort südlich von El Jadida ist außerhalb der Saison nur wenig los. An der lang gezogenen, türkisblauen Lagune kann man zahlreiche Wasservögel beobachten, Bootstouren und Strandspaziergänge unternehmen und natürlich baden. Dazu gibt’s frische Austern aus der Lagune in jedem Restaurant.


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Sidi Kaouki | 349

In diesem kleinen Ort südlich von Essaouira herrscht eine besonders relaxte Atmosphäre. Im Winter treffen sich hier Wind- und Kitesurfer auf den Wellen des kalten Atlantiks. Surfer und Traveller finden Unterkunft in einigen sympathischen Gästehäusern. Am Sandstrand kann man in Richtung Norden und Süden endlose Spaziergänge unternehmen oder auf dem Rücken eines Pferdes oder Kamels zu einem Ausflug starten.


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Taghazoute | 346

Der Küstenstreifen nördlich von Agadir ist zwar auch nicht mehr einsam und wird zunehmend touristisch erschlossen, aber man findet hier noch immer wunderschöne Sandstrände wie etwa in Imourane, Taghazoute, Imiouaddar (Paradis Plage) und Immesouane. Die Gegend ist ein Paradies für Surfer, die hier diverse Surfschulen und -unterkünfte finden.


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Mirleft | 448

Auch Mirleft südlich von Agadir ist unter Wellenreitern bekannt. Der Ort selbst hat außer hübscher Surferherbergen und chilliger Cafés nicht viel zu bieten, aber die Buchten, Klippen und Strände rundum sind sehr schön. Außerdem kann man einen lohnenden Ausflug zu den roten Natursteinbögen am Strand von Legzira und zum kolonial geprägten Städtchen Sidi Ifni unternehmen.


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Tanger, die marokkanische Metropole am Mittelmeer

Im touristisch wenig entwickelten Norden Marokkos lohnen neben den Badezentren um Martil vor allem die legendäre Stadt Tanger, die Altstadt von Tétouan und Chefchaouen mit seinen weiß-blauen Gassen vor grüner Bergkulisse einen Besuch.

1 Tanger, Rif und Mittelmeerküste

Überblick

Chefchaouen

Chefchaouen – Issaguen – Al Hoceima

Chefchaouen – Ouezzane – Fès

Issaguen – Targuist bzw. Taounate – Fès

Tanger

Tanger – Tétouan

Tanger – Tétouan (entlang der Mittelmeerküste)

Tétouan

Tétouan – Al Hoceima

Tétouan – Chefchaouen

ÜBERBLICK

Tanger – einst schäbige und verfallene Hafenstadt – erstrahlt in neuem Glanz. In der Medina entstanden stilvolle Riads (Gästehäuser) in mediterran anmutenden weißen Häusern. Eine palmengesäumte Promenade zieht sich entlang des Sandstrandes, vorbei an Cafés, Luxushotels und Beachclubs mit Pools und nächtlichen Partys. Die Neustadt spiegelt noch immer die internationale Vergangenheit wider, mit spanischen, italienischen und französischen Elementen. Der moderne Fährhafen Tanger-Med und Direktflüge aus Deutschland machen Tanger zum wichtigsten Touristenzentrum des Nordens und Ausgangspunkt zur Erkundung der Region.

Die Häfen von Tanger und Ceuta ermöglichen eine bequeme und schnelle Anreise (nur 35 Min. Überfahrt von Tarifa) per Fähre mit dem eigenen Fahrzeug von Südspanien nach Nordmarokko.

NICHT VERPASSEN!

Tanger – ein Bummel durch die quirlige Altstadt | 48

Tétouan – maurische und spanische Architektur in der Medina | 83

Am Mittelmeer – Baden in einer der malerischen Buchten | 92

Nationalpark Al Hoceima – wandern zwischen Klippen und Meer | 94

Chefchaouen – malerische Gassen in der blau-weißen Stadt im Rif | 98

Diese Tipps erkennt man an der gelben Hinterlegung.

König Mohamed VI. ist im Gegensatz zu seinem Vater Hassan II. dem Norden des Landes zugetan, und so entwickelten sich in den letzten zehn Jahren die Verkehrs- und die touristische Infrastruktur enorm. Lokale Tourismusprojekte bemühen sich um die Etablierung eines ökologisch und sozial verträglichen Tourismus in der Region Nador-Oujda-Al Hoceima.

Das grüne Rif-Gebirge mit z.T. steil zum Mittelmeer abfallenden Klippen, die eine malerische Kulisse für die Badebuchten bilden, sowie seinen kurven- und panoramareichen Straßen durchs Landesinnere besuchen nur wenige Touristen. Immer noch eilt dem Rif sein Ruf als Drogendestination voraus. Zahlreiche (international unterstützte) Entwicklungsprogramme bemühen sich darum, den Bauern eine Alternative zum Cannabisanbau zu bieten. Gendarmerieposten und Militär bewachen zwischen Tétouan und El Jebah die Küste, um Drogen- und Menschenschmuggel zu verhindern. Für Touristen hat sich die Lage dadurch deutlich entspannt – Verfolgungsjagden von Drogenhändlern o.Ä. gehören der Vergangenheit an. Trotz der Investitionen der letzten zehn Jahre fühlen sich die Rif-Berber noch in vielerlei Hinsicht vom Staat vernachlässigt, was sich in Protestbewegungen in Al Hoceima bemerkbar gemacht hat (vgl. Kapitel zum Nordosten). Reisende sind davon jedoch nicht betroffen.

Im Rif kann man Wanderungen und Mountainbike-Touren mit grandiosen Ausblicken unternehmen und in kleinen Herbergen (Gîtes) übernachten. In den wildromantischen Felsbuchten mit türkisblauem Wasser (besonders zwischen Tétouan und El Jebah) lässt es sich ungestört baden und relaxen und – nach Rückfrage bei den Kontrollposten! – auch am Strand übernachten.

Tanger

Tanger liegt zwischen Atlantik und Mittelmeer im äußersten Nordwesten Marokkos. An der schmalsten Stelle der Straße von Gibraltar trennen den afrikanischen Kontinent nur 14 km Luftlinie von Europa. Vom spanischen Tarifa düsen sechsmal täglich Schnellboote in nur 30 Minuten in die marokkanische Metropole am Meer hinüber. Die von Hügeln begrenzte Bucht von Tanger umgibt ein weißes Häusermeer mit rund 950.000 Einwohnern. Südwestlich der Stadt erstrecken sich Pinienwälder und endlose weiße Sandstrände. Im Westen markiert das Cap Spartel den nordwestlichsten Punkt Afrikas und die Einfahrt in die Straße von Gibraltar. Tanger ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, an die im Osten die Provinz Tétouan und im Süden die Provinz Larache anschließen.


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Blick über Tanger und seinen Stadtstrand

„Tor zu Afrika“, „Die weiße Stadt“, „Stadt der Künstler“, „Die legendäre Stadt“ – Tanger trägt viele Titel. Für viele Touristen, die mit der Fähre ankommen, ist „Tanjah“ (sprich: „Tanscha“) die erste afrikanische Stadt, die sie zu Gesicht bekommen. Die Festungsanlagen der Altstadt, einst von den portugiesischen Eroberern errichtet, thronen seit mehr als 500 Jahren über den Meeresklippen von Tanger. Im 19. Jahrhundert entstanden neue Wohn- und Verwaltungsviertel außerhalb der Stadtmauern für die wachsende internationale Gesellschaft aus Diplomaten und Migranten. Tanger war zu dieser Zeit das diplomatische Zentrum des Landes. 1923 wurde Tanger zur Internationalen Zone erklärt und von acht Staaten verwaltet: Frankreich, Spanien, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Portugal, Schweden und Italien. Dank der Zollfreiheit erlebte Tanger eine wirtschaftliche Blütezeit, zugleich boomte das Geschäft mit geschmuggelter Ware. Nach dem Zweiten Weltkrieg existierten 19 ausländische Konsulate in der Stadt. In den 1940er und -50er Jahren wurde Tanger von vielen Aussteigern als „freizügigste Stadt Europas“ bezeichnet – die Metropole zwischen Europa und Afrika zeigte sich damals offener als die meisten europäischen Städte und galt als sicherer Hafen für Exzentriker, Aussteiger und Homosexuelle aus aller Welt. Mit der Unabhängigkeit Marokkos im Jahr 1956 endete die Zeit der Internationalen Zone und damit die große Freizügigkeit. Die Anziehungskraft Tangers auf Schriftsteller, insbesondere die „Beatniks“, und Künstler blieb jedoch erhalten: Paul und Jane Bowles, Tennessee Williams, William S. Burroughs, Jean Genet, Jack Kerouac, Truman Capote, Henri Matisse u.v.m. fanden hier Inspiration und Ideen für ihre Werke.

Die international geprägte Vergangenheit Tangers lässt sich bis heute in der Stadtstruktur ablesen: Im Zentrum der Medina (Altstadt) befinden sich eine spanische Kirche (Iglesia de la Purísima) und die Amerikanische Gesandtschaft, das heutige Old American Legation Museum. Das San-Francisco-Viertel (in der Neustadt) umfasst verschiedene italienische und spanische Institutionen – das italienische Konsulat etwa ist im Palais Moulay Hafid untergebracht. Weitere europäische Einrichtungen sind die anglikanische St. Andrew’s Church mit Gräbern bekannter Europäer in unmittelbarer Nähe zum alten Marktplatz, dem Grand Socco, der Deutsche Friedhof im Mendoubia-Park und der Jüdische Friedhof vor den Mauern der Altstadt. Bis heute gibt es in Tanger eine spanische und eine amerikanische Schule.


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Fischerboote im Hafen von Tanger

Geschichte

Der Legende nach hat Antäus, Sohn Neptuns und der Erdgöttin Gäa, die Stadt gegründet. Herkules spaltete an dieser Stelle die Erde und schuf so die Meerenge von Gibraltar, wo Mittelmeer und Atlantik ihre Gewässer vermischen. Tanger ist das wahre Eingangstor Marokkos, täglich verbinden es mehrere Fähren mit Algeciras, Gibraltar und Tarifa. Zuerst war es eine schlichte Berbersiedlung, Tinigi oder Tinigis genannt. Der Name stammt aus der Berberspache Tamazight und wurde aus zwei Silben, tin und igi, zusammengesetzt. Tin bedeutet „die, diejenige“, Igi „hoch, Höhe“, eingedeutscht also „die Hohe“ bzw. „die Hohe Stadt“. Dieser Begriff wurde unter den Einheimischen beibehalten; auf Marokkanisch-Arabisch heißt die Stadt „Tanga al-alya“, französisch Tanger. Unter den Phöniziern hieß sie auch „Stadt der Lagune“ und war blühender Handelsplatz und reiche karthagische Kolonie. Zum ersten Mal in der Geschichtsschreibung erwähnt wurde Tanger erst im 4. Jh. vor Chr. von Hekaitos von Milet, unter anderem auch wegen seiner Tradition, Fische einzusalzen und daraus eine köstliche Fischpaste (Garum) zu bereiten.

Tanger (Tinigis) gehörte seit 146 v.Chr. (dem Jahr der Zerstörung Karthagos) zu Mauretania, einem von Rom unterstützten Berber-Königreich. Der Berberkönig Juba II., in Rom erzogener und von Kaiser Augustus eingesetzter Herrscher von Mauretania Tingitana, pflegte rege Beziehungen zum Römischen Reich. Tanger wurde wichtiger Handelsstützpunkt und Roms Einfallstor zum Hinterland von Mauretania Tingitana. Nach der Ermordung von Ptolemäus, dem Sohn Jubas II., durch Caligula gab es Berberaufstände im ganzen Land, so auch in Tanger. Die Stadt wurde 38 v.Chr. unter römische Verwaltung gestellt und in die römische Provinz Hispania eingegliedert. Sie war deshalb vom Rest des Berberreiches abgekapselt und selbst nach der Angliederung Mauretanias ans Römische Reich (40–45 n.Chr.) verhältnismäßig unabhängig. Damals war Volubilis die Hauptstadt, zu Ende des 3. Jh. wurde Tanger dann als wichtiges Handelszentrum Hauptstadt der römischen Provinz Mauretania Tingitana.

429 wurde Tanger vom Vandalenkönig Geiserich erobert, ihm aber von den Legionen Justinians wieder entrissen und innerhalb des Byzantinischen Reiches der Provinz Mauretania Caesarea zugeschlagen.

Zu Anfang des 8. Jh. fiel Tanger an den Bekehrer und arabischen Feldherren Musa Ibn Nusair, der die Islamisierung einleitete. In der Folge wurde es zum Spielball arabischer Herrschergechlechter, so der Idrissiden unter dem Führer Idris Ben Abdallah, der vor den Abassiden aus dem Orient flüchtete und zum ersten König Marokkos wurde, und den Umayyaden.

Ein Jahrhundert später, 958, gewannen die tunesischen Fatimiden die Oberhand. Die in den Bergen versteckten Idrissiden wurden endgültig von den Umayyaden verjagt, die die Macht über die Stadt erlangten. 1075 wurde die Stadt von den Almoraviden, 70 Jahre später von den Almohaden übernommen. Ein weiteres Zwischenspiel in der Eroberung der Stadt gaben die tunesischen Fatimiden, bevor die Meriniden 1274 Tanger in ihre Gewalt brachten.

Im 14. Jh. war die Stadt zu einem wichtigen Handelsplatz für die Seemächte im Mittelmeer geworden, und manche begehrlichen Herrscheraugen richteten sich auf Tanger. 1437 eroberten es die Portugiesen, und im Jahre 1578 ging es durch Erbfolge in den Besitz der Spanier und 1643 wieder auf die Portugiesen über. 1661 fiel Tanger durch die Eheschließung der portugiesischen Prinzessin Catarina von Bragança mit Karl II. als Mitgift an England. Unter den Briten konnte sich die Stadt gut entwickeln, nach Uneinigkeiten des englischen Königs Karl II. mit seinem Parlament kam es aber zum Rückzug der britischen Truppen.

Aufgrund der sechsjährigen Belagerung durch Moulay Ismail, der von den Spaniern unterstützt wurde, war Tanger ohnehin vom Hinterland abgeschnitten und konnte durch Belagerung der Spanier vom Meer her den Hafen nicht mehr nutzen, sodass der Handel seitdem an Bedeutung verloren hatte. 1684 konnte Moulay Ismail in Tanger einziehen, die Engländer rückten ab, zerstörten vorher aber die alten Befestigungsmauern und brannten die Innenstadt nieder.

1790 musste die Stadt spanischen Angriffen trotzen, 1844 versuchten die Franzosen die Stadt zu erobern. Da sich Ende des 19. Jh. Marokko immer mehr von Europa abkapselte, ja sogar ein Verbot für Ausländer aussprach, das Land zu bereisen, wurde Tanger der einzige Platz, an dem sich ausländische Diplomaten niederlassen konnten. Immer mehr Europäer siedelten sich an, die Engländer kümmerten sich um den Bau sanitärer Anlagen, und es gelang ihnen innerhalb kurzer Zeit, in der Stadtverwaltung wichtige Posten zu besetzen, bis der Sultan bald kaum mehr etwas zu sagen hatte. Deutschland unterhielt schon seit 1870 Handelsbeziehungen zu Marokko und war ebenfalls konsularisch in Tanger vertreten. Kaiser Wilhelm II. setzte sich bei seinem Besuch 1905 in Tanger für eine weitere Unabhängigkeit Marokkos ein. Trotzdem wurden Marokko und auch Tanger 1912 französisches Protektoratsgebiet.

1923 erklärte man Tanger zur internationalen Zone, acht Staaten einschließlich Marokko verwalteten nun die Stadt. Wirtschaftlich und politisch wurde sie international, militärisch aber neutral. Durch diesen Schritt erlebte Tanger eine wirtschaftliche Blüte, avancierte zum Freihandelsplatz und beliebten Stützpunkt für internationale Geldmärkte und Firmen. Mit dem regen Warenhandel wurde Tanger aber auch zum Umschlagplatz für Rauschgift und Alkohol und erwarb sich dadurch einen zwielichtigen Ruf.

Von 1940–45 war Tanger spanisch besetzt. Mit Erlangung der Unabhängigkeit und der Vereinigung Marokkos kam die Stadt am 29. Oktober 1956 zum scherifischen Reich zurück, die Privilegien wurden aufgehoben, lediglich der Hafen war noch Freihandelszone mit zahlreichen internationalen Textilfabriken. Durch Industrialisierung und Förderung des Tourismus wollte sich Tanger einen bescheidenen Wohlstand erhalten, die Hoffnungen waren aber trügerisch: Die Textilbranche, die sich einige Zeit mit Aufträgen für die europäischen Anrainerstaaten über Wasser halten konnte, verlor viele Aufträge an Billiglohnländer. Der Tourismus verlor durch den schlechten Ruf der Stadt deutlich an Terrain. Außerdem wurde Tanger wegen der Nähe zum Rif Umschlagplatz für den Hasch- und Kiffhandel und für den Schwarzmarkt mit der spanischen Enklave Ceuta. In den letzten zehn Jahren entwickelte sich Tanger jedoch wirtschaftlich und touristisch enorm, sodass sich die Stadt inzwischen in einem neuen Licht präsentiert.

Orientierung

Die Orientierung in der Stadt fällt relativ leicht. Ganz im Norden erhebt sich die ummauerte Altstadt (Medina) mit dem Kasbah-Viertel. Im Vergleich zu Marrakesch oder Fès ist die Medina recht klein und man findet sich im Sackgassen-Labyrinth nach einer Weile ganz gut zurecht. Der Grand Socco, Verkehrsknotenpunkt und zentraler Platz, markiert den Eingang in die Medina. Die breite Gasse Rue as Siaghins führt vom Grand Socco Richtung Osten zum Petit Socco, dem Zentrum der Altstadt mit mehreren Cafés.

Östlich der Stadtmauern schließt sich die nagelneue Tanja Marina Bay an. Der alte Fährhafen wurde in einen modernen Hafen für Jachten und Kreuzfahrtschiffe umgewandelt, einschließlich Restaurants, Cafés und Boutiquen.

Südlich der Altstadt erstreckt sich die Neustadt (Ville Nouvelle) mit ihren Hauptachsen Boulevard Pasteur, Avenue Mohamed V. und dem 5 km langen Strandboulevard entlang der Av. Mohamed VI.

Westlich der Altstadt bzw. des Kasbah-Viertels liegt das Marshan-Viertel mit seinen prächtigen Kolonialvillen, den Phönizischen Gräbern und dem Marshan-Palast. Noch weiter westlich Richtung Cap Spartel erhebt sich Vieille Montagne, ein nobles Villenviertel mit fantastischem Ausblick auf das weiße Häusermeer der Stadt.

Der Flughafen von Tanger liegt 12 km südwestlich der Stadt, der Hauptbahnhof Tanger-Ville befindet sich etwas südöstlich des Zentrums beim Place Maghreb Arabe. Eine Autobahn verbindet Tanger mit dem neuen Hafen Tanger-Med und den südlichen Küstenstädten Larache, Rabat und Casablanca.

Sehenswertes
Rund um den Grand Socco

Der Grand Socco bildet das Herz der alten Stadt: Er ist Verkehrsknotenpunkt, Treffpunkt der Einheimischen und Schnittpunkt zwischen Neustadt und Medina. Rund um den Platz befinden sich einige interessante Sehenswürdigkeiten, sodass es sich anbietet, einen Stadtbummel hier zu beginnen.

Grand Socco (Zoco Grande)

Der Grand Socco oder Zoco Grande heißt offiziell Place du 9 Avril 1949 – nach dem Tag, an dem König Mohamed V. die Unabhängigkeit Marokkos ausrief. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er jedoch immer der „Große Marktplatz“ Tangers bleiben.

Bis zum Ende des 19. Jh. war der Grand Socco nichts anderes als ein leerer Platz vor den Stadtmauern, auf dem religiöse und weltliche Feste gefeiert wurden. Außerdem fand hier zweimal wöchentlich ein großer Markt statt, auf dem die Bauern der umliegenden Dörfer ihre Waren verkauften. In der französischen Kolonialzeit, zu Beginn des 20. Jh., begannen die neuen Stadtviertel rund um den Grand Socco zu wachsen. Der Platz diente weiterhin als Marktplatz der Rifbauern. In den letzten Jahrzehnten war der Grand Socco in erster Linie ein lauter und hässlicher Verkehrsknotenpunkt an der Grenze zwischen Neustadt und Medina. Erst vor wenigen Jahren erhielt der Platz ein neues, schönes Gesicht mit hohen Palmen, Bänken, Rasenflächen und einem nachts beleuchteten Springbrunnen in der Mitte. Besonders auffällig ist die Moschee Sidi Bou Abid auf der Westseite des Platzes, die 1917 errichtet wurde. Das erdrote Minarett schmücken bunte Kacheln und Mosaike.

Übernachtung

3Camping Miramonte

7El Minzah Hotel

13El Djenina

14Marco Polo

24Ibis Tanger City Center

Essen und Trinken

1Café Hafa

2La Posada del Hafa

4Casa d'Italia

5Relais de Paris

8Grand Café de Paris

18La Grande Poste

25La Gelateria

26Panorama

Nachtleben

15555 Marina Bay

27Havana Beach Club

29Casino

30Nyx Piano Bar

Einkaufen/Sonstiges

6Bazar Tindouf

9Dialogpunkt Deutsch

10Librairie Les Insolites

11Librairie des Colonnes

12Hispamaroc Voyages

16Marjane (ex Acima)

17Galerie de Velasco

19Hertz

20Amine Car

21Bricoma

22Carrefour

23Marjane-Supermakt

Übernachtung

2La Tangerina

4Dar Nour

13Le Balcon de Tanger

14The Melting Pot Hostel

15Dar Jameel

21Dar 23

Nachtleben

3Nord-Pinus Tanger

9Les Fils du Détroit

Essen und Trinken

5Café à l'Anglaise

6Café Colon

7Hamadi

8Bab al Madina

10Le Salon Bleu

11Le Nabab

18Restaurant Andalus

19Café Tingis

22Le Saveur de Poisson

Einkaufen/Sonstiges

1Galerie Volubilis

16Bleu de Fès

17Boutique Majid

20Boutique Volubilis

23Calypso Tour

Von allen Seiten des Platzes führen sternförmig Straßen ab: Die Rue de la Liberté führt Richtung Süden zum Place de France und ins Zentrum der Neustadt; die Rue d’Angleterre und die Rue Sidi Bou Abid im Südwesten führen Richtung St. Andrew’s Church und Place Koweit; die nach Westen abgehende Rue Sidi Bouarrakia führt zum Palais Moulay Hafid und weiteren italienischen Institutionen zwischen Av. Sidi Mohamed Ben Abdallah und Av. Hassan I.; auf der Rue d’Italie kann man nach Norden Richtung Kasbah-Viertel spazieren; die Rue Salah Idine el Ayoubi im Osten windet sich hinab zum alten Hafen und zur Strandpromenade an der Av. Mohamed I.

Im traditionsreichen Gebäude des Cinéma du Rif an der Südseite des Grand Socco ist heute das Kulturzentrum Cinémathèque de Tanger untergebracht. Hier kann man sich abends einen französischsprachigen Kinofilm ansehen oder im jugendlich-alternativ angehauchten Café einen Softdrink genießen.

Der Grand Socco hat auch nach der Neugestaltung seine soziale Funktion bewahren können: Abends trifft sich hier die halbe Stadt zum Flanieren, Plaudern und Einkaufen.

Rue d’Italie

Durch einen Torbogen im Norden des Grand Socco, das Bab el Fahs, erreicht man die Rue d’Italie, die Richtung Bab Kasbah und Marshan-Viertel führt. Wie ein Relikt europäischer Geschichte verläuft die Straße entlang der Stadtmauer zwischen der Altstadt und der Neustadt.

Zunächst spaziert man vorbei am Mendoubia-Park auf der linken und dem Stadttor Bab Rahbat Zraa auf der rechten Seite. Die prächtigen Fassaden der spanischen Häuser aus dem späten 19. Jh. machen die Rue d’Italie zur wohl schönsten Straße der Stadt. Im Gegensatz zu den Gebäuden in einer typischen arabischen Altstadt haben diese große Fenster und Balkone zur Außenseite hin. Hier lebten in der ersten Hälfte des 20. Jh. viele Italiener und Juden.

Am Tor Bab Jdid findet jeden Tag ein Gemüsemarkt statt – besonders auffällig sind die Rifbäuerinnen mit ihren Strohhüten und gestreiften Wolltüchern.

Im Café Colon (vgl. „Essen und Trinken“) trafen sich einst Schriftsteller, Schmuggler und Drogenhändler. Heute ist das Café im Erdgeschoss eines schönen Kolonialgebäudes ein traditionelles Männercafé wie viele andere in Marokko und für allein reisende Frauen nicht geeignet. Weiter steil aufwärts entlang der gepflasterten Rue Kasbah findet man in zahlreichen Pâtisserien leckeres marokkanisches Gebäck.

Mendoubia und Mendoubia-Park

An der Nordwestseite des Grand Socco liegt, angrenzend an die Rue de Bouarrakia, die Mendoubia – das Gebäude trägt diesen Namen, weil es während der Zeit der Internationalen Zone die Residenz des Mendoub war. Dieser fungierte als Vertreter des marokkanischen Sultans. In dem Haus war bis 1945 auch die deutsche Botschaft untergebracht. Die Mendoubia kann nicht besichtigt werden.

Der Mendoubia-Park mit Eukalyptusbäumen und Palmen erstreckt sich hinter der Mendoubia westlich von der Rue d’Italie über den Hügel aufwärts. Männer schlafen tagsüber im Schatten der Bäume, Familien flanieren abends durch den Park. Leider liegt an manchen Stellen viel Müll herum, dennoch findet man hier etwas Ruhe im Grünen.

Im Nordteil des Parks, Richtung Av. Hassan II., liegen die Reste von über 100 Jahre alten deutschen Gräbern. Ein Gedenkstein aus Marmor weist in deutscher Sprache darauf hin, dass hier, im ehemaligen „Garten der Gesandtschaft des Deutschen Kaiserreichs“, die in Tanger verstorbenen Deutschen begraben sind. Die wenigen verbliebenen Grabsteine (z.B. der des Postdirektors Paul Schmücker, gest. 1906, oder der von Otto Wilhelm Tiefen, Kanzler der Kaiserlich-Deutschen Ministerresidentur, gest. 1884) dienen nun als Gedenkstätte. Ein weißer Obelisk am Nordende des Parks in Richtung Av. Hassan I. weist auf das Grab von Doktor Severo Cenarro (gest. 1898) hin: Der spanische Arzt war Berater des städtischen Gesundheitsamtes und Initiator der 1883 gegründeten Hygienekommission von Tanger.

Auf der Rückseite der Mendoubia kann man eine mit einer Krone geschmückte Kanone aus dem Jahr 1722 bewundern. Im Südteil des Parks, zur Rue Sidi Bouarrakia hin, verbergen sich muslimische Gräber im Pinienhain.

St. Andrew’s Church

Im herrlich verwilderten Garten der englischen Kirche fühlt man sich wie in einer Oase inmitten der Stadt. Unter Bougainvilleen, Feigenbäumen, Palmen und Pinien liegen die verwitterten Grabsteine des Friedhofs. Hier ruhen illustre Persönlichkeiten wie der Times-Korrespondent Walter B. Harris (1866–1933). Die 1880 erbaute St. Andrew’s Church wirkt mit ihrem grünen Ziegeldach und dem maurischen Dekor von außen eher wie eine Moschee; sie dient aber noch heute als anglikanisches Gotteshaus.

Info: Rue d’Angleterre, Stadtbusse Nr. 4, 5, 6, 15, Gottesdienst jeden So 11–12 Uhr, dann keine Besichtigung möglich.

Grand Hôtel Villa de France

Die weiße Villa mit Palmengarten stand über 20 Jahre lang leer und verfiel. Im Jahr 2014 wurde sie als exklusives Luxushotel wiedereröffnet. Im ehrwürdigen Grand Hôtel Villa de France mietete sich einst Henri Matisse (1869–1954) ein. Hier malte er 1912 die Aussicht aus dem Fenster von seinem Zimmer Nr. 35. Zu Ehren des Malers wurde nun ein Matisse-Zimmer eingerichtet. Außerdem logierten in der Villa de France so berühmte Gäste wie Paul und Jane Bowles, Gertrude Stein und Tennesse Williams.


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Früher eine Institution und seit 2014 wieder in Betrieb: Luxushotel Villa de France

Info: Ecke Rue d’Angleterre/Rue de Hollande, Stadtbusse Nr. 4, 5, 6, 15, www.leroyal.com.

Jüdischer Friedhof (Cimetière Juif)

Der Jüdische Friedhof verbirgt sich hinter einer weißen Mauer direkt gegenüber dem Bab Mérican – dieses Stadttor markiert den Eingang zur Medina und den Zugang zum Old American Legation Museum. Ein schwarzes Metalltor führt auf den Friedhof. Das Tor ist nicht immer geöffnet; in diesem Fall sollte man anklopfen und der Wärterfamilie ein kleines Trinkgeld geben.

Auf dem Friedhof genießt man nach dem Gedränge und Marktgeschrei in der Rue Salah Idine el Ayoubi herrliche Ruhe. Zwischen Palmen, Feigenbäumen und Zypressen liegen die Marmorsarkophage mit hebräischen Inschriften kreuz und quer verteilt. Die Grabsteine wurden teilweise recht plump „renoviert“, einbetoniert und weiß angestrichen.

Auf dem großen verwilderten Gelände mit Blick aufs Meer herrscht eine verwunschene, fast meditative Atmosphäre – herrlich zum Durchatmen und Herumspazieren. Die meisten Gräber stammen aus dem 19. Jh. und vom Anfang des 20. Jh. Über ihre Geschichte ist bislang wenig bekannt.

Info: Ecke Rue Portugal/Rue Salah Idine el Ayoubi; Eintritt: frei (ca. 10 DH/Pers. Trinkgeld für den Wärter).

In der Medina (Altstadt)

Die Altstadt umgibt eine Stadtmauer mit mehreren Eingangstoren (Bab) und Bastionen (Borj). Im Inneren besteht sie aus einem für Europäer nur schwer durchschaubaren Labyrinth aus Hauptgassen und davon abzweigenden Seiten- und Sackgassen.

Die Sackgassen mit den Hauseingängen zählen schon zum privaten Bereich der Bewohner des Viertels. Von außen wirken die Mauern und Gassen einer typischen arabischen Altstadt fensterlos und düster. Die traditionellen Hofhäuser orientieren sich nach innen zum Hof, in den von oben Tageslicht einfällt.


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Gemüsehändler in der Altstadt (Medina)

In den Hauptgassen herrscht Markttreiben – in den nach Branchen sortierten Souks, den Geschäfts- und Handwerksvierteln, kaufen die Einheimischen alles für den täglichen Gebrauch: von Lebensmitteln, Dschellabas und Schuhen bis zur Teekanne. In der im Vergleich zu Marrakesch und Fès recht kleinen Medina von Tanger findet man sich dank der zweisprachigen Schilder in den Gassen ganz gut zurecht. Die ummauerte Kasbah ist das älteste Viertel der Stadt und gehört zur Medina.

Rue as Siaghin

Das Stadttor Bab el Fahs am nordöstlichen Ende des Grand Socco führt auf die Rue as Siaghin, über die man in die Medina gelangt. Die gepflasterte Gasse verbindet den Grand Socco außerhalb der Stadtmauern mit dem Petit Socco im Inneren der Altstadt.

Besonders abends herrscht hier Hochbetrieb: Familien flanieren die Gasse rauf und runter, trinken Tee oder kaufen in den vielen Läden Kleider, Uhren und allerlei Krimskrams ein. Touristen finden in der Rue as Siaghin Wechselstuben und Souvenirshops. Die geschäftige Hauptgasse der Medina geht bis auf römische Zeiten zurück – der Decumanus Maximus (die Hauptorientierungsachse) verlief von Westen nach Osten quer durch die römische Stadt Tingis, wie Tanger früher hieß. Der heutige Petit Socco befindet sich genau an der Stelle, wo sich damals das Forum befand. Die Bezeichnung „Siaghin“ geht auf die Silberschmieden zurück, die früher in der Gasse angesiedelt waren. Entlang der gesamten Rue as Siaghin reihen sich Häuser aus der Kolonialzeit mit schmiedeeisernen Balkonen und großen Fenstern aneinander – völlig untypisch für marokkanische Altstädte, in denen sich die fensterlosen Häuser sonst nach innen zum Hof orientieren.

Etwa auf halber Höhe zwischen Grand und Petit Socco befindet sich die Iglesia de la Purísima mit weißrosafarbenem Anstrich (51, Rue as Siaghin). Der spanische Franziskanermönch José Lerchundi ließ die „Kirche der Unbefleckten Empfängnis“ 1880 errichten. Das katholische Gotteshaus mitsamt Glockenturm ist das einzige seiner Art inmitten einer marokkanischen Altstadt. Heute leben Schwestern vom Orden der Mutter Teresa („Missionarinnen der Nächstenliebe“) hier, die sich besonders für alleinstehende Mütter und Straßenkinder in Tanger engagieren. Tanger ist seit 1956 Sitz des Erzbistums, das heute nur noch rund 2500 Gläubige zählt.

Petit Socco

Der Petit Socco (arab. Souk Dahkel) markiert das Herz der Medina – er war früher der zentrale Marktplatz. In Tangers Zeit als Internationale Zone befanden sich hier die wichtigsten Banken, das legendäre Hotel Fuentes und das spanische Telegrafenamt. Bis in die 1930er Jahre bildete der Petit Socco das Zentrum von Handel und Stadtleben in Tanger. Später verlagerte sich der Stadtkern in die neuen Viertel außerhalb der Stadtmauern.

Seit Anfang des 20. Jh. ist der „Kleine Platz“, wie er übersetzt heißt, für seine traditionellen Cafés bekannt, in denen sich zur Blütezeit Tangers die illustre internationale Gesellschaft aus Diplomaten, Künstlern, Autoren, Schmugglern und Drogendealern traf. Heute sitzen hier Marokkaner auf den Terrassen, schlürfen thé à la menthe, rauchen und plaudern. Eines der Lokale ist das Café Tingis (vgl. „Essen und Trinken“), das im Erdgeschoss eines weißgelb gestrichenen Kolonialgebäudes mit europäischer Architektur untergebracht ist. Im Café Centrale bleiben meist auch allein reisende Frauen ungestört.

Gleich hinter dem Petit Socco links, an der Einmündung zur Rue de la Marine, befindet sich das Gebäude der Alten Bank von Marokko (Antiguo Banco de Marruecos) mit seinen großen Mashrabiya-Fenstern (Gitterfenster aus gedrechseltem Holz) und einem typisch maurischen Portal. Auch das einst luxuriöse Hotel Fuentes – in dem Charles Camille Saint-Saëns (1835–1921) den „Danse Macabre“ komponierte – existiert noch. Es befindet sich auf der Südseite des Petit Socco, gegenüber dem Café Centrale. Die heute sehr einfache Pension ist aber nicht zu empfehlen.

Old American Legation Museum

Die American Legation war das erste amerikanische Staatsmonument außerhalb der USA. Heute ist in den sehenswerten Gebäuden der Amerikanischen Gesandtschaft ein Museum untergebracht, das Tangers Zeit als Internationale Zone und die Geschichte der amerikanisch-marokkanischen Beziehungen dokumentiert.

Marokko war 1777 das erste Land, das offiziell die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika anerkannte. Sultan Moulay Slimane (um 1760–1822) schenkte das prächtige Hofhaus auf der Ostseite der Gasse im Jahr 1821 dem damaligen amerikanischen Präsidenten James Monroe als Zeichen der amerikanisch-marokkanischen Freundschaft. Das Gebäude auf der Westseite wurde 70 Jahre später angebaut. Bis zur marokkanischen Unabhängigkeit 1956, als die ausländischen Vertretungen in die neue Hauptstadt Rabat zogen, war hier die Amerikanische Gesandschaft untergebracht. Heute dient das Tangier American Legation Institute for Moroccan Studies als Museum, Kulturzentrum und Bibliothek.

Die Tour durch das Museum startet im Obergeschoss auf der Westseite der Rue d’Amérique. In originalgetreu mit Antiquitäten eingerichteten Salons sind historische Skizzen, Ölgemälde und alte Dokumente ausgestellt. Hier herrscht das ehrwürdige Ambiente einer Kolonialvilla.

Ganz anders sieht es aus, wenn man über den Balkon in das ältere Gebäude auf der anderen Gassenseite wechselt. Die Räume gruppieren sich um einen duftenden Hofgarten mit Springbrunnen. Im Inneren kann man typische Elemente maurischer Palastarchitektur bewundern: Mosaike, Stuck, Zedernholzdecken und gedrechselte Fenstergitter. Zwei Vitrinen zeigen einen Teil der Zinnsoldatensammlung, die früher im Musée Forbes (heute Palast Dar el Mendoubia) untergebracht war. Zwei Zimmer im Erdgeschoss widmen sich dem US-amerikanischen Schriftsteller Paul Bowles (1910–1999), der in Tanger lebte.

Zurück im Erdgeschoss des ersten Gebäudeteils geht es durch die Bibliothek, in der es englischsprachige Literatur über Tanger zu kaufen gibt. Außerdem findet man hier einen Austellungssaal mit marokkanischer Kunst des 20. h.

Am Ausgang wartet eine Spendenbox auf den Besucher – so kann man zum Erhalt dieses Denkmals der amerikanisch-marokkanischen Freundschaft beitragen.

Info: 8, Rue d’Amérique, www.legation.org, Tel. 0539 93 53 17, geöffnet: Mo bis Fr 10–17 Uhr, Sa 10–15 Uhr, Eintritt: 20 DH.

Wegbeschreibung: Das Old American Legation Museum erreicht man am besten von der Rue Portugal durch das Stadttor Bab Mérican. Oder man läuft vom Petit Socco durch die Gassen (Rue Ouezzane, Rue Kadi Tensamani) südwärts. Das Museum befindet sich in zwei Gebäuden beiderseits der Rue d’Amérique, die im Obergeschoss miteinander verbunden sind.

Große Moschee (Jamaa Kebira)

Marschiert man vom Petit Socco weiter geradeaus die Rue de la Marine hinunter, so fällt nach weniger als 100 m das prächtige Eingangsportal der Großen Moschee auf der rechten Seite ins Auge. Das rechteckige Minarett schmücken die für islamische Heiligtümer typischen grünen Kacheln. Sultan Moulay Ismail (um 1645–1727) ließ die Moschee im 17. Jh. errichten, später wurde sie mehrfach erweitert und renoviert.

Die Gasse endet wenige Meter weiter vor den Treppenstufen zur Bastion Borj al Hajoui neben dem Stadttor Bab Marsa. In der kleinen Festung stehen zwei massive, aufs Meer gerichtete Kanonen aus dem 19. Jh. Von der erhöhten Plattform blickt man auf Fischer- und Jachthafen. Geht man an der Großen Moschee rechts die Rue Dar Dbagh hinunter, so erreicht man das Bab Dar Dbagh. Von diesem kleinen Stadttor geht es hinab zum alten Hafen und zur Rue du Portugal.

Hotel Continental

Von der Bastion Borj al Hajoui in der Gasse Rue de la Marine (später Rue Dar Baroud) entlang der Stadtmauer nordwärts gehend, erreicht man nach wenigen Minuten das 1856 eröffnete einstige Luxushotel (36, Rue Dar Baroud). Die Zimmer wirken inzwischen ziemlich angestaubt und renovierungsbedürftig – die Lage und die Aussicht über den alten Hafen und das Meer sind aber immer noch großartig. In der Lobby herrscht nostalgisches Ambiente; man entdeckt einige skurrile Antiquitäten. Sehenswert ist der Frühstückssalon im Stil eines maurischen Palastes mit Stuck und Mosaiken. Auf der Terrasse kann man bei einem Tee oder Orangensaft die Aussicht auf den Hafen und die Meeresbrise genießen. Im hoteleigenen Souvenirshop findet man hübsches marokkanisches Kunsthandwerk. Eine Übernachtung lohnt sich nicht.

Grab von Ibn Battouta

Ibn Battouta (oder Battuta, 1304 bis ca. 1368) war einer der berühmtesten muslimischen Forschungsreisenden und Gelehrten der Welt. Er brach 1325 auf eine Pilgerfahrt von Tanger nach Mekka auf; später erkundete Battouta fast die gesamte islamisch geprägte Welt – mehr als 120.000 km von Spanien über Indien und die Malediven bis in den Sudan legte er dabei zurück. Anschließend verfasste er eine Reisebeschreibung über seine Abenteuer.

Sein Grab liegt inmitten der Medina. An der Unterseite des weißen Grabmals mit grünem Ziegeldach befindet sich ein Brunnen. Von oben kann man durch ein Loch in der meist verschlossenen Tür ins Innere schauen. Nachmittags stehen die Chancen am besten, dass der Schlüsselhalter das Tor öffnet.


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In Tanger wurde und wird viel investiert

Wegbeschreibung: Das Grab von Ibn Battouta findet man am leichtesten, wenn man durch das Stadttor Bab Gzenaya in die Medina marschiert, dann links in die Rue Gzenaya abbiegt und schließlich die enge Rue Ibn Battouta über Treppenstufen bergauf geht; nach einigen Kurven ist man am Ziel angelangt.

Kasbah-Viertel

Die Kasbah ist ein von Mauern umgebenes historisches Festungs- und Wohnviertel. Sie thront im Nordwesten der Altstadt an höchster Stelle über den anderen Vierteln. Im alten Sultanspalast befindet sich eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt: das Kasbah-Museum.

An der Stelle der heutigen Kasbah (Zitadelle bzw. Festung) errichtete wahrscheinlich schon der Kalif von Córdoba, Abd ar-Rahman II. (um 889–961), eine Festung, um sich gegen die schiitischen Fatimiden zu schützen. Der Aufbau des Kasbah-Viertels geht auf die portugiesische Besatzung zwischen 1464 und 1661 zurück. Sultan Moulay Ismail (um 1645–1727) ließ die heutige Kasbah später wiederaufbauen, nachdem er Tanger 1684 von den Engländern zurückerobert hatte.

Drei Stadttore führen in das Kasbah-Viertel: das unschöne, grau betonierte Bab Haha im Osten, das kleine Bab el Assa mit einem hübschem Mosaik-Springbrunnen (Seqaya Bab el Assa) im Südosten und das große Bab Kasbah im Westen. Das Bab Kasbah erreicht man vom Grand Socco über die Rue d’Italie und die Rue Kasbah zu Fuß oder mit dem Taxi. Die anderen Stadttore führen von den Gassen der Medina ins Kasbah-Viertel und sind nicht mit dem Auto zugänglich.

Rund um das Bab Kasbah

Das Bab Kasbah („Festungstor“), auch bekannt als Bab Marshan, ist das größte Eingangstor in das Kasbah-Viertel. Vor dem Tor kann man sich an einer Infotafel mit Karte einen guten Überblick über die gesamte Altstadt (Medina) verschaffen.

Die Kanonenplattformen der Bastion Borj Ben Amar auf beiden Seiten des Bab Kasbah zeugen von der einstigen militärischen Funktion der Kasbah. Die nördliche Plattform entstand mit großer Wahrscheinlichkeit zur Zeit der englischen Besatzung Tangers in den Jahren 1662 bis 1684.

Läuft man durch das Tor, steht man auf dem Place du Tabor Espagnol (mit Parkplatz); ab hier geht es nur noch zu Fuß in die Gassen der Medina, die mit dem Auto nicht zugänglich sind. Auf der Südseite des Platzes zweigen auf der Höhe eines imposanten Gummibaumes die Gassen zu den Wohnvierteln ab. Hier gelangt man auch zum Gästehaus Dar Nour (vgl. „Unterkunft“).

Auf der Nordseite des Platzes erhebt sich das abgesperrte, verfallende Festungsgebäude Borj Naam. Die Festung entstand im 18. Jh. und diente zur Verteidigung der Stadt gegen Angriffe von der Seeseite. Zwei 20-Tonnen-Armstrong-Kanonen sind stets auf die Straße von Gibraltar gerichtet.

Von hier verläuft die Rue Riad Sultan direkt an der alten Stadtmauer, vorbei an den Gästehäusern La Tangerina (vgl. „Unterkunft“) und Nord-Pinus Tanger (mit empfehlenswerter Bar; vgl. „Nachtleben“).

Die Gasse führt direkt unter dem Obergeschoss des Sultanspalastes (dem heutigen Kasbah-Museum) hindurch. Eine Wandaufschrift neben einem maurischen Portal weist auf das einst legendäre Café Le Détroit hin (ein Besuch lohnt sich jedoch nicht). Ein paar Schritte weiter öffnet sich die Gasse zum Place du Méchouar.

Place du Méchouar

Um den großen gepflasterten Platz (mit Parkplatz), der auch Place de la Kasbah genannt wird, gruppieren sich die historisch bedeutenden Gebäude der Kasbah. Von der Medina kommend, erreicht man den Place du Méchouar (weitere Schreibweise: Place du Mechoir) entweder durch das Bab Haha oder das Bab el Assa. Durch das Bab el Assa („Tor der Peitschen“) wurden früher die Gefangenen mit Peitschen zum Gefängnis getrieben. Durch das Gittertor des 1920 erbauten Bab Bhar („Tor des Meeres“) hat man – wie der Name schon vermuten lässt – einen tollen Blick aufs Meer.

Auf der Ostseite des Platzes fällt zunächst das große zinnenbewehrte Gebäude des alten Gefängnisses auf, das nicht besichtigt werden kann. Gleich daneben schließt sich die Schatzkammer (Bit el Mal) in einem von Palmen flankierten Haus mit Arkaden an. Auf der Südseite liegt der ehemalige Justizpalast mit schönen Marmorsäulen – hier findet sich heute ein kleiner Teesalon, in dem sich abends häufig die andalusischen Musiker von Les Fils du Détroit (vgl. „Nachtleben“) zum Musizieren treffen.

Biegt man bei der Boutique rechts um die Ecke, so erreicht man den Eingang zum Kasbah-Museum. Links dahinter erhebt sich das achteckige, von bunten Kacheln geschmückte Backstein-Minarett der Kasbah-Moschee (Jamaa Kasbah). Die Moschee wurde wahrscheinlich im 17. Jh. errichtet und danach mehrfach restauriert.

Biegt man hier in die Rue Ibn Abbou ein, so gelangt man zur Zaouia Sidi Ahmed Boukouja, einem weißgrünen Gebäude mit Kuppeldach. Henri Matisse verewigte die Zaouia, in der die sterblichen Überreste des Korangelehrten Sidi Ahmed Boukouja ruhen, auf einem Gemälde. Von der Zaouia kann man durch die Wohnviertel zurück zum Bab Kasbah gehen.

Musée de la Kasbah (Dar el Makhzen)

Die weißen, fensterlosen Außenmauern lassen die Pracht im Inneren des alten Sultanspalastes nicht erahnen. Doch ein Besuch des Museums im Dar el Makhzen („Haus des Herrschers“ bzw. „Haus der Regierung“) lohnt sich allein schon, um die aufwendige maurische Architektur zu bewundern: Bodenmosaike, Stuckverzierungen, Bogengänge, Zedernholzschnitzereien und Springbrunnen – die Sultane sparten an nichts.

An derselben Stelle stand bereits ein Gouverneurspalast, als die Portugiesen 1464–1661 und die Briten 1662–1684 in Tanger herrschten. Der bis heute erhaltene Palast wurde gemäß einer Inschrift in den Jahren 1737/38 von Pascha Ahmed Ben Ali Rifi erbaut. Die Sultane Moulay Slimane und Moulay Hassan ließen den Palast im 19. Jh. mehrmals umbauen. Zuletzt residierte hier Sultan Moulay Hafid im Jahr 1912.

Heute beherbergt der alte Palast das Musée de la Kasbah. Im Gegensatz zu vielen anderen Museen in Marokko ist das Kasbah-Museum recht modern aufgemacht: Tafeln in spanischer, französischer und arabischer Sprache erläutern die Exponate.

Im ersten Ausstellungsraum gleich rechts neben dem Eingang stehen schwere verschließbare Holztruhen, die einst als Tresore dienten. Hier sollte man unbedingt den Kopf in den Nacken legen und die kunstvoll bemalte und geschnitzte Kuppel aus Zedernholz bestaunen.

Als Nächstes betritt man den offenen Arkadenhof mit weißen Marmorsäulen, Springbrunnen und Flügeltüren aus Zedernholz, die in die umliegenden Salons führen. Die Ausstellungsräume in den Salons widmen sich der Geschichte der Region und handeln von der Steinzeit über die Römerzeit bis zur Islamisierung, von der portugiesischen Besatzung Tangers und der Befreiung durch die Alaouiten.

Im angrenzenden Hofhaus (Dar Chorfa) informieren große Schautafeln über die Handelsrouten und -güter der letzten Jahrhunderte. In der Mitte des Innenhofs liegt das beeindruckende Bodenmosaik „Navigation de Vénus“ („Seefahrt der Venus“) aus der Römerstadt Volubilis in der Nähe von Meknès. Das Obergeschoss widmet sich traditionellen Beerdigungsriten und -zeremonien.

Letzte Station der Besichtigung ist der herrliche, etwas verwilderte Sultansgarten (Riad) mit Mandarinen- und Feigenbäumen, Bougainvilleen, Palmen und Zypressen.

Info: Musée de la Kasbah, Pl. du Méchouar, geöffnet: tägl. außer Di 10–18 Uhr, Eintritt: 20 DH.

Die Neustadt (Ville Nouvelle, Boukhachkhach)

Die Neustadt mit ihren Boulevards, Cafés, Hotels und Shops wächst seit dem 19. Jh. rund um die Altstadt. In den Außenbezirken reichen die Wohn- und Gewerbegebiete immer weiter in die Peripherie. Die Hauptgeschäftsstraßen der Neustadt sind der Boulevard Pasteur und dessen Verlängerung, die Av. Mohamed V., sowie die Rue du Mexique, die parallel zur Rue de la Belgique in Richtung Place de France verläuft.

Rue de la Liberté und Place de France

Die Rue de la Liberté führt vom Place de France zum Grand Socco – sie ist also die Verbindung zwischen dem Zentrum der Neustadt und dem Eingang zur Medina. Besonders am Abend herrscht zwischen Grand Socco und Place de France Hochbetrieb, wenn die Stadtbewohner bummeln gehen oder sich einen Snack bei den vielen einfachen Restaurants holen.

An der Rue de la Liberté liegen bekannte Galerien wie das Centre Culturel Ibn Khaldoun und die Galerie Delacroix, in denen wechselnde Ausstellungen marokkanischer Künstler zu sehen sind. Nicht verpassen sollte man einen Blick in den Innenhof des Traditionshotels El Minzah (vgl. „Unterkunft“). Bei einem abendlichen Drink in der zum Hotel gehörenden Caid’s Piano Bar lässt sich etwas Nostalgie schnuppern.

Der Place de France geht auf die 1920er Jahre zurück und besteht heute aus einem kleinen Kreisverkehr mit Mini-Springbrunnen. Verantwortlich für den Namen ist das französische Konsulat, das auf der Westseite des Platzes in einer prächtigen Kolonialvilla von 1929 residiert.

Auf eine bewegte Geschichte kann das 1920 eröffnete Gran Café de Paris (vgl. „Essen und Trinken“) zurückblicken, das sich am Place de France befindet: Hier tranken schon Literaturgrößen wie Paul Bowles, William S. Burroughs, Truman Capote und Tennessee Williams ihren Tee.


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In der Neustadt von Tanger

Läuft man vom Place de France auf der Rue de Fès südwärts, so kreuzt man die Rue du Mexique, eine der wichtigsten Geschäftsstraßen der Neustadt. Abends lässt sich hier reges Treiben beobachten: Die Einheimischen gehen in den Bekleidungs- und Schuhläden shoppen und essen Schawarma oder Pizza an den unzähligen Fast-Food-Buden.

Boulevard Pasteur und Mur des Paresseux

Der Boulevard Pasteur ist eine der Hauptgeschäftstraßen der Neustadt. Hier reihen sich Läden für jeglichen Bedarf aneinander; hier befindet sich auch die Tourismusinformation (Délégation du Tourisme). Die Buchhandlung Librairie des Colonnes (vgl. „Einkaufen“) ist seit 1949 eine Institution in Marokko.

Die 1909 erbaute Mur des Paresseux („Faulenzermauer“) am Boulevard Pasteur gehört zu den Lieblingsorten der Bewohner von Tanger. An dieser Aussichtsterrasse trifft sich spätnachmittags und abends Alt und Jung, um den Ausblick auf die Bucht und über den Ozean bis nach Spanien zu genießen. Kinder posieren auf den vier aufs Meer gerichteten Bronzekanonen für ein Foto, die Mütter sitzen auf der Mauer und plaudern. Unmittelbar darunter liegt ein kleiner, gepfleger Park mit Bänken.

Der Boulevard Pasteur geht im Osten in die Av. Mohamed V. über, an der einige Banken, die Hauptpost und der Supermarkt Marjane (vgl. „Einkaufen“) angesiedelt sind.

Gran Teatro Cervantes

Die Jugendstilfassade des Gran Teatro Cervantes war einmal eines der bekanntesten Motive von Tanger. Das Opernhaus, ein Geschenk des reichen Spaniers Manuel Peña an seine Frau Esperanza Orellana, wurde 1913 eröffnet und bot Platz für 1400 Zuschauer. Zu seiner Blütezeit traten hier berühmte Opernstars, etwa der Italiener Enrico Caruso (1873–1921), und spanische Sänger wie Antonio Machín, Lola Flores und Imperio Argentia auf.

Leider führt das Theater seit den 1990er Jahren ein trauriges Schattendasein und verfällt immer mehr. 2019 sah es so aus, als würden sich die spanischen und marokkanischen Behörden einigen, das Theater endlich zu renovieren – wie die Kosten von 3–5 Millionen Euro aufgebracht werden sollen, ist jedoch weiter unklar.

Wegbeschreibung: Das Theater erreicht man entweder, indem man von der Rue Salah Idine el Ayoubi in die Rue Anoual abbiegt oder indem man vom Place de France auf der Rue Anoual abwärts spaziert.

Die Bucht von Tanger

Die Av. Mohamed VI. säumt die Bucht von Tanger von der neuen Marina mit Fischerhafen im Norden entlang des öffentlichen Sandstrands bis zu den Luxushotels südlich des Stadtzentrums.

Fischerhafen und Tanja Marina Bay

Im Juni 2018 eröffnete der König nach mehreren Jahren Bauzeit den modernen Fischerhafen sowie erste Teile der neuen Marina, in der sowohl private Jachten als auch Kreuzfahrtschiffe anlegen. Die Marina soll nicht nur als kommerzieller Hafen, sondern auch als „port de plaisance“ dienen: mit Konferenzzentrum, Restaurants und Cafés, Shopping Mall und einem großen Parkhaus. Der einst so charmante alte Hafen an dieser Stelle ist verschwunden.

Wegbeschreibung: Von der Medina erreicht man die Marina durch das Bab Marsa abwärts gehend, dann über den Parkplatz unterhalb des Hotels Continental Richtung Hafen oder einfach entlang der Av. Mohamed VI. nordwärts.

Renschhausen-Komplex (Terraza Renschhausen)

Der Platz mit dem hübschen Häuserensemble im spanischen Kolonialstil gehört zu den schönsten der Stadt. Er liegt direkt gegenüber der alten Bahnhofshalle an der nördlichen Av. Mohamed VI. Spanische Stadtplaner ließen den Komplex in den 1930er Jahren an der damaligen Av. d’Espagne errichten. Hier waren einst das spanische Konsulat und – in unmittelbarer Nähe zum Hafen – die Vertretungen aller großen Schifffahrtsunternehmen untergebracht. Heute liegen Cafés und Fährbüros im Untergeschoss. Die Palmen, die noch heute den Platz zieren, wurden vom Marquis von Casa-Riera gestiftet und damals eigens aus Alicante importiert.

Info: Av. Mohamed VI., zwischen Rue du Portugal und Rue Salah Idine el Ayoubi, unterhalb des Jüdischen Friedhofs.

Avenue Mohamed VI.

Tangers Strandboulevard verläuft von der Marina im Norden entlang der Bucht in Richtung Cap Malabata. Die Avenue wurde in den letzten Jahren in einen schmucken Boulevard mit Palmen und Strandpromenade verwandelt und Richtung Norden um die Altstadt herum verlängert. Entlang der Av. Mohamed VI. reihen sich die Beachclubs (vgl. „Nachtleben“) mit bunter Leuchtreklame und Sonnenterrassen aneinander. Hier herrscht im Sommer Hochbetrieb mit Partystimmung.

Auf der anderen Straßenseite erheben sich mehrstöckige Sterne-Hotels bekannter Ketten. Verschiedene Eisdielen laden an der Ecke Av. Mohamed VI./Av. Beethoven nahe dem Hotel Atlas Almohades zum Eisschlemmen ein.

Weiter südöstlich Richtung Cap Malabata liegt am ersten Kreisverkehr eine auffällige Villa mit Türmchen – die alte Tabakfabrik von Tanger. Hinter dem zweiten Kreisverkehr folgen der obligatorische McDonald’s und etwa 3 km außerhalb des Zentrums schließlich das Casino de Tanger (vgl. „Nachtleben“) sowie das luxuriöse Hotel Mövenpick mit traumhafter Poollandschaft und SPA-Bereich.

Direkt gegenüber dem Kasino versteckt sich hinter einer weißen Mauer mit Hufeisenportal der verwilderte Palmengarten der Villa Harris. Der Zutritt ist offiziell nicht erlaubt. Manchmal jedoch erklärt sich der Parkwächter an der Straße dazu bereit, Touristen gegen ein kleines Trinkgeld durch das Gelände zu führen. Die Villa Harris war einst die Residenz des Times-Korrespondenten Walter B. Harris (1866–1933), der auf dem Friedhof der St. Andrew’s Church begraben liegt. Nach seinem Tod wurde die schöne, im maurischen Stil erbaute Villa zunächst als Kasino genutzt und dann in eine Club-Med-Ferienanlage umfunktioniert. Seit deren Schließung erobert sich die Natur das Gelände zurück.

Hinter dem Hotel Mövenpick führt die Straße vorbei an neuen Apartmentblocks und dem Aquapark M’nar hinauf zum Cap Malabata.

Anfahrt: Stadtbus Nr. 13 fährt die gesamte Av. Mohamed VI. ab.

Stadtstrand (Plage Municipale)

Der breite, weitgehend saubere Sandstrand von Tanger erstreckt sich auf einer Länge von 6 km parallel zur Av. Mohamed VI. Auf Höhe der Av. Beethoven und des Hotels Atlas Almohades steht ein kleiner Turm der Wasserwacht mit öffentlichen Toiletten und einem kleinen Park.

Im Winter und Frühjahr wirkt der Strand wie ausgestorben und die meisten Clubs haben tagsüber geschlossen. Doch im Sommer tobt hier das Leben: Die Beachclubs (vgl. „Nachtleben“) werben mit Leuchtreklame und Videoclips für die nächste Party mit marokkanischen und international bekannten DJs. Am Strand spielen Jugendliche Fußball, voll bekleidete Mütter sitzen plaudernd im Sand, während ihre Kinder baden, fliegende Händler verkaufen Eis und billige Armbanduhren.

Der erste Beachclub eröffnete bereits 1938, die meisten anderen entstanden in den 1950er Jahren. Sie besaßen damals allesamt einen privaten Strandabschnitt. Heute ist der Strand öffentlich zugänglich, aber viele der Beachclubs locken mit einem eigenen Pool im ummauerten Außenbereich Gäste an. Hier ertönt den ganzen Tag Partymusik und junge Marokkaner amüsieren sich in Shorts und Bikini, während die meisten marokkanischen Frauen am öffentlichen Strand angezogen bleiben. Für einige Pools muss Eintritt gezahlt werden, als Ausländer wird man oft kostenlos eingelassen. Abends verwandeln sich die Clubs in Partyzonen, mit reichlich Alkoholkonsum. Den meisten Beachclubs ist ein Restaurant mit Terrasse getrennt vom Partyareal angeschlossen.

Männer können am öffentlichen Strand von Tanger recht ungestört baden. Touristinnen sollten besser in männlicher Begleitung kommen oder in einem der Clubs im Pool baden – es wird sonst nicht lange dauern, bis sich ein „Verehrer“ einfindet.

Anfahrt: Stadtbus Nr. 13 fährt entlang der Av. Mohamed VI.

Das San-Francisco-Viertel

Das San-Francisco-Viertel erstreckt sich westlich des Grand Socco Richtung Place Koweit. Die heutige Rue Sidi Bou Abid hieß früher Rue de San Francisco.

Galerie d’Art Contemporain

Die Galerie für Zeitgenössische Kunst ist in der großen Villa des ehemaligen britischen Konsulats untergebracht, die Anfang des 20. Jh. erbaut wurde. Sie zeigt in wechselnden Ausstellungen Werke marokkanischer Künstler der Gegenwart und Gemälde des 20. Jh.


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Strandleben am Plage Municipal

Gegenüber der Galerie, auf der Südseite der Rue d’Angleterre, fällt ein Pavillon mit Springbrunnen ins Auge. Das Monument ist dem bevollmächtigten Gesandten Großbritanniens, Sir Reginald Lister, gewidmet, der hier 1911 starb.

Info: 52, Rue d’Angleterre, Stadtbusse Nr. 4, 5, 6, 15, geöffnet: Di bis So 9–13 und 15–18 Uhr, Eintritt: 70 DH.

Catedral del Espíritu Santo

Die spanische Kathedrale des Heiligen Geistes ist keine Schönheit: Die schlichte, eckige Architektur aus Beton galt in den 1950er Jahren – als das Gotteshaus gebaut wurde – als modern. Auffällig ist der 45 m hohe weiße Kirchturm, der heute allerdings vom Minarett der Moschee Mohamed V. überragt wird. Die hohen, bunten Glasfenster im Inneren der Kirche sind gotisch angehaucht.

Info: Ecke Rue Sidi Bou Abid/Av. Hassan II., Stadtbus Nr. 14, Gottesdienst: Mo bis Fr 19 Uhr, So 11 Uhr.

Moschee Mohamed V.

Bis 1961 war der Kirchturm der spanischen Catedral del Espíritu Santo der auffälligste Orientierungspunkt in der Neustadt. Dies änderte sich, als ein kuwaitischer Scheich beschloss, in unmittelbarer Nähe zur Kathedrale eine Moschee zu errichten und so die moslemische Dominanz zu demonstrieren. Nun thront die 1983 fertiggestellte Moschee vor einer beeindruckenden, von Palmen gesäumten Promenade am Ende der Rue de la Belgique (für Nicht-Moslems nicht zu besichtigen).

Die Moschee ist König Mohamed V. (1909–1961), dem Großvater des heute regierenden Monarchen Mohamed VI., gewidmet. Das prächtig ornamentierte Eingangsportal, die Arkaden mit Hufeisenbögen und das grüne Ziegeldach sind typische Elemente der marokkanischen Sakralarchitektur.

Der zentrale Platz, an dem sich die Av. Sidi Bou Abid, die Rue de la Belgique, die Av. Sidi Mohamed Ben Abdallah und die Av. al Habib Bourguiba treffen, wurde zu Ehren des edlen Stifters in Place Koweit umbenannt.

Info: Ecke Rue de la Belgique/Pl. Koweit, Stadtbusse Nr. 2, 5 und 17.

Palais Moulay Hafid

Der Palast liegt etwas abseits der Av. Hassan II. hinter einer Freifläche an der Rue Benchimol. Er wurde 1912 für den Alaouitensultan Moulay Hafid (1876–1937) errichtet, der sich nach seiner erzwungenen Abdankung in die Internationale Zone von Tanger zurückzog und bald ins Exil nach Spanien floh, sodass er nie in seinem Palast lebte.

1927 ging der Moulay-Hafid-Palast in den Besitz der italienischen Regierung über. Er heißt seitdem Palast der italienischen Institutionen (Palacio Instituciónes Italianas), weil darin bis 1987 eine italienische Schule und eine Kulturstätte untergebracht waren und ein Teil des Gebäudes heute Sitz des italienischen Konsulats ist.

Von der prächtigen spanisch-maurischen Architektur mit Hofgärten, Springbrunnen, Arkaden, Mosaiken, Stuckverzierungen und Zedernholzarbeiten ist von außen leider nicht viel zu sehen. Die Innenräume des Palastes können eventuell zu den Öffnungszeiten des italienischen Konsulats besichtigt werden. Im Erdgeschoss auf der Südseite des Palastes kann man auf der hübschen Veranda des Restaurants Casa d’Italia (vgl. „Essen und Trinken“) Pizza und Pasta genießen.

Info: Rue Benchimol, parallel zur Av. Hassan II. Das italienische Konsulat ist Mo bis Sa 9.30–13 Uhr geöffnet. Dort kann man um Erlaubnis für eine Besichtigung des Palastes bitten.

Das Marshan-Viertel

Das Marshan-Viertel grenzt westlich an die Kasbah und erstreckt sich parallel zur nördlichen Küstenlinie. Das Wohnviertel entstand Mitte des 19. Jh. außerhalb der Stadtmauern der Medina, als immer mehr europäische Migranten nach Tanger zogen. Noch heute findet man im Marshan-Viertel viele Prunkvillen mit prächtigen Palmengärten.

Phönizische Gräber (Tombeaux Phéniciens)

Im Jahr 1965 entdeckte man an den Klippen westlich der Kasbah eine punische Grabstätte. Archäologen legten rund 100 Gräber mit punischen und römischen Gegenständen frei. Die jüngsten Gräber stammen aus dem 4. Jh. Für Touristen sind die Gräber wenig spektakulär: Am Felshang oberhalb der Route de la Plage Mercala, die parallel zum Meer verläuft, erkennt man nicht viel mehr als ein paar rechteckige Löcher im Stein. Immerhin kann man hier schön auf Felsen in der Sonne sitzen und den Blick über das Meer schweifen lassen. Auch Einheimische kommen gerne hierher, um das Panorama zu genießen.

Wegbeschreibung: Vom Bab Kasbah geht es bergab und an der nächsten Kreuzung entlang der Rue Assad Ibn Farrat bergauf durch die Wohnviertel. Einige hundert Meter weiter – die Straße heißt nun Rue du Marshan – folgt links ein kleiner Park. Direkt gegenüber, auf der rechten Seite, zweigt eine gepflasterte, von Säulen flankierte Gasse ab, die bergab bis zu den Phönizischen Gräbern führt.

Anfahrt: Stadtbus Nr. 14 hält am Stadion an der Av. Haj Mohamed Tazi und an der Rue du Marshan.

Marshan-Palast (Palais Royal)

Vom Café Hafa (s. „Essen und Trinken“) hält man sich rechts. Entlang der Av. Haj Mohamed Tazi mit dem städtischen Stadion geht man westwärts und erreicht ein großes Parkgelände mit Wachposten. Hinter dem hohen Zaun verbirgt sich der Marshan-Palast, in dem der König residiert, wenn er die Stadt besucht. Er ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Durch den Zaun kann man einen Blick auf den schönen Garten und den Palast erhaschen. Die Wachposten sollte man besser nicht fotografieren.

Anfahrt: Stadtbus Nr. 14 (s. „Phönizische Gräber“).

Palast Dar el Mendoub

Nur wenige Schritte vom Marshan-Palast entfernt liegt der von zwei hohen Palmen flankierte Palast Dar el Mendoub („Haus des Mendoub“) auf der rechten Seite der Avenue Haj Mohamed Tazi.

Zu Zeiten der Internationalen Zone wurde der Sultan durch einen Mendoub (Hochkommissar) vertreten, der früher in der Mendoubia residierte und einen französischen Berater hatte. Der Mendoub Mohamed Tazi ließ diesen Palast 1929 errichten.

1970 kaufte der amerikanische Verleger und Millionär Malcolm Forbes (1919–1990) das Haus. Er ließ vier Nachbarhäuser abreißen, um den Park der Villa zu vergrößern. Bis zu seinem Tod konnten Touristen im Musée Forbes im Erdgeschoss der Villa seine Privatsammlung von rund 300.000 Bleisoldaten bewundern. Heute gehört der Palast wieder der marokkanischen Regierung und wird als Gästehaus für Besucher genutzt – er ist nicht öffentlich zugänglich. Ein Teil von Forbes Zinnsoldatensammlung ist nun im Old American Legation Museum untergebracht.

In der Umgebung reihen sich viele prächtige Villen mit wunderschönen Gärten aneinander – im Gegensatz zur Medina und manch anderer Ecke in Tanger ist hier alles top gepflegt, sauber und herrlich ruhig.

Anfahrt: Stadtbus Nr. 14 (s. „Phönizische Gräber“).

Sehenswertes außerhalb des Zentrums
Christlicher Friedhof (Cimetière Chrétien)

Der Christliche Friedhof von Tanger liegt etwa 5 km außerhalb des Zentrums. Er geht auf Tangers Zeit als Internationale Zone in der ersten Hälfte des 20. Jh. zurück, als mehrere Tausend Europäer in der Stadt lebten. Bei einem Spaziergang über das verwilderte Gelände mit prachtvollen Marmorgruften im hohen Gras sowie von Efeu überwucherten Gräbern unter Palmen und Zypressen fühlt man sich wie in einer anderen Welt. In der Mitte thront eine alte Aussegnungshalle mit Arkaden. Der Friedhof wirkt, als wäre er schon vor Jahrzehnten in Vergessenheit geraten. Neuere Grabinschriften verraten aber, dass hier heute noch Bestattungen abgehalten werden.

Anfahrt: Vom Pl. Koweit auf der Av. al Habib Bourguiba (später Av. Sidi Amar und Rue Nador) gelangt man stadtauswärts bis zum Kreisverkehr gegenüber des Reitclubs (Royal Club Équestre). Der Friedhof befindet sich hinter einer maroden, weißen Mauer. Stadtbus Nr. 5 fährt auch hierher.

Vieille Montagne

Das Nobelviertel „Alter Berg“ erhebt sich im Westen über Tanger. Elegante Villen mit herrlichen Gärten voller Bougainvilleen, Palmen und Pinien dehnen sich auf den Hängen von „La Montagne“ aus. Es bietet sich eine fantastische Sicht über das Meer und die weißen Häuser der Stadt. Der Kontrast zur ärmlich wirkenden Medina könnte nicht größer sein.

Wer einmal Luxus schnuppern möchte, besucht das herrschaftliche Hotel Villa Joséphine im Kolonialstil. Die ehemalige Residenz von Walter Harris und des Paschas Thami el Glaoui liegt in einem paradiesischen Palmengarten mit Pool.

Info: Villa Joséphine, 231, Rue Sidi Mesmoudi, Vieille Montagne, www.villajosephine-tanger.com, Tel. 0539 33 45 35.

Anfahrt: Über die Route de la Montagne; entweder fährt man auf der Av. Mohamed VI. vom alten Hafen entlang der Nordküste Richtung Westen oder vom Pl. Koweit auf der Av. al Habib Bourguiba stadtauswärts und nach dem Kreisel mit dem Christlichen Friedhof vor dem Marjane-Supermarkt (ex Acima) rechts bergauf. Man kann auch Stadtbus Nr. 5 nehmen.

Praktische Informationen
Informationen für Touristen

Délégation du Tourisme, 29, Bd. Pasteur, direkt gegenüber vom Hôtel de Paris, Tel. 0539 94 80 50. Bis auf einen Stadtplan und die Broschüre „Tanger-Tétouan Pocket“ in französischer Sprache gibt es hier nicht viel zu holen.

www.villajosephine-tanger.com – offizielle Website des Tourismusamtes mit Infos zu Hotels, Restaurants, Shopping, Sehenswürdigkeiten etc. (engl., franz., span.).

www.tangerpocket.com – digitale Version der Broschüre „Tanger-Tétouan Pocket“ (franz.), s.u..

http://tanger.madeinmedina.com – zahllose Adressen von Restaurants, Hotels, Discos, Reisebüros und Shops, aber auch einige gute Infos zu Sehenswürdigkeiten und News rund um die Stadt (engl., franz.).

Am Zeitschriftenkiosk neben der Hauptpost an der Av. Mohamed V. gibt es marokkanische Tageszeitungen (arab. und franz.), einige deutsche Zeitungen sowie viele französischsprachige Zeitschriften zu kaufen.

Einen sehr guten Stadtplan bekommt man in der Buchhandlung Librairie des Colonnes (vgl. „Einkaufen“). Die Buchhandlung verkauft auch das englische Buch „Tangier and its Surroundings, Assilah and Chefchaouen“ von Joan Ramón Roca mit interessanten Hintergrundinfos, praktischen Tipps und detaillierten Kartenausschnitten.

In den meisten Gästehäusern liegt die hilfreiche, monatlich erscheinende Broschüre „Tanger-Tétouan Pocket“ aus. Das Magazin (französisch) enthält Veranstaltungstipps und viele Adressen (digitale Version s.o.).

Unterkunft

Man hat die Wahl zwischen Hotels, Gästehäusern (Maisons d’Hôtes) und Riads. Die Preise variieren häufig je nach Saison. Absolute Hauptsaison in Tanger sind die Monate Juli und August.

Oberklasse (Plan S. 42)

7 El Minzah Hotel, 85, Rue de la Liberté, zwischen Pl. de France und Grand Socco, Neustadt, www.leroyal.com, Tel. 0539 33 34 44. Wunderschönes Luxushotel im Stil eines maurischen Palastes, mit Arkaden-Innenhof, Pool im Palmengarten mit Meerblick, marokkanischem und internationalem Restaurant, nostalgischem Flair in Caid’s Piano Bar und modernem SPA-Bereich im Anbau. Seit der Eröffnung 1930 besuchten zahlreiche Prominente und Künstler aus aller Welt das Traditionshotel. WLAN.

Mittelklasse

21 Dar 23 (Plan S. 44), 23, Rue Curro las Once, vom Café Centrale am Petit Socco die Gasse gegenüber aufwärts gehen, dann auf der linken Seite (kein Türschild), Medina, Buchung des ganzen Hauses über www.airbnb.com. Peter Cheung aus Hongkong hat die drei Suiten in seinem feinen Gästehaus mit handverlesenem Kunsthandwerk aus Marokko und dem südlichen Afrika eingerichtet.

15 Dar Jameel (Plan S. 44), 6, Rue Mohamed Bergach, hinter dem Hotel Continental links in die Quergasse, Medina, http://magicmaroc.com, Tel. 0539 33 46 80. In diesem alten Stadtpalast mit Stuck an den Wänden und Decken leuchtet alles in Pastelltönen – kombiniert mit Abbildern von Hindugöttern schon etwas kitschig angehaucht. Die Dachterrasse und die Zimmer ganz oben bieten einen tollen Ausblick. Schöne Tadelakt-Bäder. WLAN.

4 Dar Nour (Plan S. 44), 20, Rue Gourna, Kasbah-Viertel, www.darnour.com, Mobil 0662 11 27 24. Das älteste Gästehaus von Tanger überzeugt mit künstlerischem Flair und individuell gestalteten Suiten. Neben reichlich Lesestoff in Form von Bildbänden und Romanen findet man hier Entspannung auf der herrlichen Dachterrasse, wo auch das üppige Frühstück serviert wird.

UNSER TIPP: 2 La Tangerina- (Plan S. 44), 19, Rue Riad Sultan, Kasbah-Viertel, www.latangerina.com, Tel. 0539 94 77 31. Alle (großen) Zimmer und Suiten in diesem wunderbaren Hofhaus, zum Teil mit Privatterrasse oder Balkon, sind unterschiedlich gestaltet und mit originellen Antiquitäten ausgestattet. Die oberen Zimmer gewähren einen einmaligen Ausblick über die Stadtmauer aufs Wasser. Die deutsch-marokkanischen Eigentümer Jürgen und Farida haben ein Händchen für schlichte, originelle Gestaltung mit kolonialem Touch. Paradiesisch ist die Dachterrasse mit Topfpflanzen, Meerblick, Polsterecke und Sonnenliegen. Der kleine, originalgetreu renovierte Hammam verspricht totale Entspannung und ist auch Nichtgästen für 250 DH zugänglich. WLAN, Alkohollizenz.

24 Ibis Tanger City Center (Plan S. 42), Offshore Plaza, direkt gegenüber dem Hauptbahnhof Tanger-Ville, Neustadt, www.ibis.com, Tel. 0539 32 85 50. Angenehmes Mittelklassehotel der Accor-Gruppe, komfortable DZ mit Klimaanlage. Pool, WLAN und bewachter Parkplatz. Auch fünf barrierefreie Zimmer.

13 Le Balcon de Tanger (Plan S. 44), 28, Rue Bouhachem, Medina, www.lebalcondetanger.com, Tel. 0539 94 82 13. Edles Gästehaus inmitten der Medina – hier ist alles perfekt gestylt, in einem Mix aus modernen und marokkanischen Elementen. Unter französischer Führung, augestattet mit großen Panoramafenstern Richtung Mittelmeer und toller Dachterrasse auf zwei Ebenen. Helle, sehr schön ausgestattete DZ mit Klimaanlage und Heizung, die meisten verfügen über Meerblick.

Günstig

13 El Djenina (Plan S. 42), 8, Rue Antaki, neben dem Marco Polo Hotel, Neustadt, www.hoteleldjenina.com, Tel. 0539 94 22 44. Zentrale Lage nahe der Medina, der Av. Mohamed I. und dem Strand. Mittelklassehotel mit hellen, sauberen Zimmern, ausgestattet mit TV und guten Bädern, z.T. mit Balkon. Aufzug vorhanden. WLAN.

14 Marco Polo (Plan S. 42), 2, Rue Antaki, Neustadt, www.marco-polo.ma, Tel. 0539 94 11 24. Typisch marokkanisches Mitteklassehotel mit 33 Zimmern, etwas eingeklemmt zwischen höheren Häusern an der verkehrsreichen Av. Mohamed VI. Zentrale Lage in der Nähe des Strandes, einfache und ordentliche DZ mit Sat-TV und Klimaanlage, z.T. etwas verraucht. Mit Restaurant und Bar.

14 The Melting Pot Hostel (Plan S. 44), 3, Rue Tsouli, Medina, Tel. 0539 33 15 08. Einfache Backpacker-Unterkunft mit schöner Dachterrasse, Gemeinschaftsküche, gutem Frühstücksbüffet, WLAN. Es gibt Schlafsäle und DZ, saubere Duschen/WC am Gang. Buchung z.B. über www.hostelworld.com.

Camping

3 Camping Miramonte (Plan S. 42), N 35°47,493’, W 05°49,961’, im Norden der Stadt im Viertel Dradeb, erreichbar über die Route de la Plage entlang der Av. Mohamed VI. in Richtung Nordwesten, www.campingmiramonte.com. Der Platz war längere Zeit geschlossen, hatte aber Mitte 2019 wieder geöffnet. Die Zufahrt zum Camping ist sehr steil und nicht für alle Fahrzeuge zu schaffen. Der Platz liegt schön und ruhig am Hang in einem schattigen Garten mit Eukalyptusbäumen und Palmen. Die Sanitäranlagen sind nicht immer gepflegt. Restaurant mit Panoramaterrasse und Pool oberhalb des Areals, es stehen auch ordentliche Bungalows zur Verfügung.

Camping Achakar, in direkter Nähe der Herkulesgrotte (ggü. Hotel Le Mirage am Kreisel, N 35°45,554’, W 05°56,247’). Der Platz ist seit 2017 geschlossen. Wohnmobilisten können eventuell am dortigen bewachten Parkplatz übernachten.

Wohnmobilisten finden auch auf dem Parkplatz unterhalb des Hotels Continental am Rande der Medina einen Stellplatz (Av. Mohamed VI.). Auch im Wald Richtung Cap Spartel (vgl. Ausflüge) findet man Stellplätze.

Essen und Trinken
Restaurants

4 Casa d’Italia (Plan S. 42), im Palais Moulay Hafid, Rue Benchimol, in der Nähe der Av. Hassan I., Neustadt, Tel. 0539 93 63 48, tägl. außer Di mittags und abends. Gutes italienisches Restaurant mit hübscher, schattiger Veranda, großer Pasta-Auswahl, Fleisch- und Fischgerichten. Der Pizzaofen wird erst abends eingeheizt. Alkohollizenz, Parkplatz vor der Tür.

7 Hamadi (Plan S. 44), 2, Rue Kasbah, zwischen Grand Socco und Bab Kasbah außerhalb der Mauern der Medina, Tel. 0539 93 45 14, tägl. 11–16 Uhr, 19–23 Uhr. Altes Stadthaus mit Flair und Polsterkissen, in dem zu andalusischer Live-Musik allerlei marokkanische Speisen serviert werden, etwa Fisch, Tajine und Couscous.

2 La Posada del Hafa (Plan S. 42), 28, Av. Hadj Mohamed Tazi, Marshan, nahe Café Hafa (s.u.), Tel. 0539 37 22 03, tgl. 12–24 Uhr. Liebhaber von Fischgerichten und Meeresfrüchten kommen hier voll auf ihre Kosten. Man kann den Köchen bei der Zubereitung in der offenen Küche zuschauen. Sehr schönes Ambiente, günstige Preise.

11 Le Nabab (Plan S. 44), 4, Rue Zaouia al Kadiria, nahe der Kasbah, Kasbah-Viertel, Mobil 0661 44 22 20, nur abends geöffnet. Dieser alte Stadtpalast wurde in ein schickes Restaurant im modernen Orientstyle verwandelt. Hier treffen sich vor allem Ausländer zu einem Abendessen mit Jazzuntermalung. Typisch marokkanische Küche (Tajine, Couscous, Gericht ca. 100 DH). Alkohollizenz.

26 Panorama (Plan S. 42), Av. Mohamed VI., am Ende der Strandpromenade (links der Straße zum Cap Malabata), Tel. 0539 46 331. Großes, modernes Restaurant mit Terrasse und schönem Ausblick auf den Strand.

UNSER TIPP: 22 Le Saveur de Poisson (Plan S. 44), Escalier Waller, Treppengasse neben der Rue de la Liberté, Neustadt, Tel. 0539 33 63 26, tägl. außer Mi 12–16 und 19–23 Uhr. Im kleinen, einfachen Gastraum direkt neben der Küche fühlt man sich wie ein einer Seemannskneipe. Hier kommt immer das gleiche Vier-Gänge-Menü auf den Tisch: Nüsse, Harissa (scharfe Würzpaste), Brot und Oliven als Vorspeise, Fischsuppe, Meeresfrüchte-Tajine, gegrillter Fisch und Brochettes (gegrillte Fleischspieße), eine Nachspeise, Tee und unbegrenzt frischer Saft. Alles wird in Tongefäßen gegart und mit Holzlöffel- und gabel serviert. Sowohl Touristen als auch Einheimische lieben die urige Atmosphäre, den schnellen Service und das gute Essen – deshalb unbedingt immer reservieren! Menü 200 DH.

5 Relais de Paris (Plan S. 42), 42, Rue de Hollande, im OG des Complexe Dawliz, Neustadt, www.relaisdeparis.com, Tel. 0539 33 18 19. Hier gibt es französische Küche (Fisch und Fleisch) zu gehobenen Preisen; eine Empfehlung ist die Kräutersoße nach Hausrezept. Aufmerksamer Service, vornehmes Ambiente, Terrasse mit Meerblick, Alkoholausschank. Kreditkarte wird akzeptiert.

18 Restaurant Andalus (Plan S. 44), direkt am Petit Socco, Medina. Günstiges, gutes und schnelles Essen.

Cafés, Eiscafés und Pâtisserien

Auf der Rue Kasbah, nahe dem Bab Kasbah außerhalb der Medina, reihen sich mehrere kleine Pâtisserien aneinander, die leckeres marokkanisches Gebäck feilbieten.

8 Bab al Madina (Plan S. 44), 28, Rue d’Italie, beim Bab Gzenaya. Pâtisserie und Café mit köstlichem marokkanischen Gebäck, auch zum Mitnehmen. Bei einheimischen Familien sehr beliebt.

5 Café à l’Anglaise (Plan S. 44), 37, Rue de la Kasbah, tägl. 9.30–21 Uhr. In diesem Café mit originellem Shabby-Chic-Interieur gibt es leckere, frische Gerichte wie Salate, Fisch und Tajines.

6 Café Colon (Plan S. 44), Rue d’Italie, zwischen Bab Kasbah und Grand Socco. Klassisches Männercafé (für allein reisende Frauen ungeeignet) in einem Kolonialgebäude am Rande der Altstadt. Hier trafen sich einst die Beatnik-Schriftsteller. Heute ist vom alten Charme nicht mehr viel zu spüren, aber man kann gut das Straßentreiben beobachten.

1 Café Hafa (Plan S. 42), in einer Nebengasse der Av. Mohamed Tazi, Marshan-Viertel. Das 1921 eröffnete Café war einst der Lieblingsplatz von Paul Bowles, der dort Kif rauchte und seine Werke schrieb. Tolle Aussicht auf die Straße von Gibraltar von den Terrassen, sehr einfache Ausstattung mit Plastikstühlen, v.a. von Männern besucht.

19 Café Tingis (Plan S. 44), Petit Socco, Medina. Altehrwürdiges Café in der Altstadt, in dem schon die internationale Gesellschaft der 1930er Jahre einen thé à la menthe schlürfte.

8 Gran Café de Paris (Plan S. 42), Pl. de France, Neustadt. Das Straßencafé nach französischem Vorbild hat eine lange Geschichte und war schon zu Zeiten der Internationalen Zone Treffpunkt von Künstlern und Literaten.

25 La Gelateria (Plan S. 42), Ecke Av. Mohamed VI./Av. Beethoven, gegenüber vom Hotel Atlas Almohades, Neustadt, Tel. 0539 37 90 05. Eisdiele und Café mit Meerblick durch das Panoramafenster. Kuchen und Torten, Frühstück, Salate, Tajine, Pizza, Panini, Sandwiches (ab 40 DH), Smoothies und Eisbecher (ab 45 DH). Leider oft verraucht. Weitere Filiale am Pl. Koweit.

18 La Grande Poste (Plan S. 42), Ecke Av. Mohamed V./Av. Abou Alaa, ggü. der Hauptpost, Neustadt. Beliebte Pâtisserie mit großer Brot-, Kuchen- und Gebäckauswahl sowie marokkanischen Pfannkuchen. Café im OG.

UNSER TIPP: 10 Le Salon Bleu (Plan S. 44), 71, Rue Amra, vom Pl. du Méchouar durch das Tor Bab Haha in die erste Gasse rechts, Kasbah-Viertel, Tel. 0539 37 16 18, tägl. 11.30–21.45 Uhr. Dieses hübsche, liebevoll in Blau und Weiß gestaltete Café ist in einem alten Stadthaus direkt an der Kasbah-Mauer untergebracht. Schöne Aussicht vom kleinen Balkon. Kaffee, Tee, Säfte, Gebäck, kleine Salatgerichte, Tajine und süße Leckereien.

Nachtleben
Clubs und Casino (Plan S. 42)

Zum Feiern und Tanzen geht man in einen der Beachclubs an der Av. Mohamed VI. Momentan „in“ sind 15 555 Marina Bay (www.beachclub555.com, tägl. 23–5 Uhr) und 27 Havana Beach Club (tägl. 19–5 Uhr). Der Eintritt liegt bei ca. 200 DH inklusive einem Getränk.

29 An der Route de Malabata, direkt neben dem Hotel Mövenpick (Av. Mohamed VI.), gibt es ein Casino (www.casinotanger.ma).

Bars

3 Nord-Pinus Tanger (Plan S. 44), 11, Rue Riad Sultan, Kasbah-Viertel, www.nord-pinus-tanger.com, Mobil 0661 22 81 40, für Nicht-Hotelgäste tägl. 11–23 Uhr geöffnet. Der Blick schweift über das Meer bis nach Spanien, während man auf einer der chilligen Dachterrassen einen Sundowner genießt. Im Inneren der ehemaligen Pascharesidenz – heute Luxushotel, Restaurant und Bar – herrscht nostalgisches Palastambiente mit Stuck und Marmorsäulen. Vom vollverglasten Restaurant hat man ein ebenso grandioses Panorama.

30 Nyx Piano Bar, im Mövenpick-Hotel (Plan S. 42), tägl. 18–1 Uhr. Das schwarz-weiße Design der Bar wirkt futuristisch. Zahlungskräftiges Publikum, alkoholische Getränke aller Art zum entsprechenden Preis, große Tapas-Auswahl, Musik von Jazz und Funk bis Salsa.

Theater, Kino und Musik (Plan S. 44)

Cinémathèque de Tanger, im ehemaligen Cinéma Rif am Grand Socco, www.cinemathequedetanger.com, Tel. 0539 93 46 83, Mo und im Ramadan geschlossen, Eintritt: 25 DH. In diesem Kulturzentrum finden regelmäßig Themenabende mit internationalen (auch kritischen) Filmen statt. Das angeschlossene Café ist ein beliebter Treffpunkt junger Alternativer.


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An Cafés, Eisdielen und Restaurants herrscht in Tanger kein Mangel

9 Les Fils du Détroit, Pl. du Méchouar, Kasbah-Viertel. In einer winzigen Teestube spielen fast jeden Abend die Musiker des Cercle de Musique Arabo-Andalouse andalusisch gefärbte Musik.

Théâtre Darna, 48, Rue Salah Idine el Ayoubi, Neustadt, nahe dem Grand Socco neben der alten spanischen Schule Escuelas Españolas Alfonso XIII., www.facebook.com/theatredarna. Die Künstlergruppe „Dakirat al Mostakbal – Mémoires d’Avenir“ wird von der Association Darna unterstützt, die sich für mittellose Frauen und Kinder in Tanger einsetzt. Die Gruppe setzt sich u. a. aus sozial benachteiligten Jugendlichen zusammen, die dort Theater und Akrobatik lernen. Die eingeübten Stücke werden im Théâtre Darna und bei Gastspielen in anderen marokkanischen Städten aufgeführt.

Einkaufen
Bücher (Plan S. 42)

11 Librairie des Colonnes, 54, Bd. Pasteur, Neustadt, www.librairie-des-colonnes.com, Tel. 0539 93 69 55, Mo bis Sa 10–13 und 15–20 Uhr. Eine der traditionsreichsten und bestsortierten Buchhandlungen des Landes, die bereits seit 1949 besteht. Umfangreiches Angebot an Literatur über Tanger und ganz Marokko in arabischer, englischer und französischer Sprache. Hier gibt es auch einen guten Stadtplan von Tanger. Regelmäßige Literaturveranstaltungen.

10 Librairie Les Insolites, 28, Av. Khalid Ibn Oualid, Neustadt, Mo bis Sa 10–17 Uhr. Bunt-verspieltes Café und Buchhandlung mit marokkanischer und französischer Literatur über Marokko und Tanger.

Mode, Souvenirs und Kunsthandwerk

Diverse Andenken und eine große Auswahl an Kunsthandwerk findet man in der Rue des Almohades inmitten der Medina – man geht einfach beim Café Tingis am Petit Socco nordwärts. Traditionelle Kaftans und Dschellabas in allen Größen und Farben verkaufen die Läden in der Rue Nasiria, einer Seitengasse der Rue as Siaghin zwischen Grand Socco und Petit Socco.

6 Bazar Tindouf (Plan S. 42), 64, Rue de la Liberté, gebenüber vom Hotel El Minzah, Neustadt, Tel. 0539 93 15 25, Mo bis Sa 10–19 Uhr. Der Laden ist bis zur Decke vollgestopft mit Lampen, Vasen, Keramik, Möbeln, Bildern, Schmuck, Skulpturen, Teppichen etc. aus Marokko und ganz Afrika. Hier lässt es sich stundenlang stöbern. Unaufdringliche Verkäufer, die Preise sind verhandelbar.

16 Bleu de Fès (Plan S. 44), 65, Rue des Almohades, Medina. Edle Berberteppiche und anderes hochwertiges Kunsthandwerk aus Marokko.

17 Boutique Majid (Plan S. 44), 66, Rue des Almohades, Medina, www.boutiquemajid.com. Hier gibt es einige außergewöhnliche, z.T. antike Stücke zu entdecken.

20 Boutique Volubilis (Plan S. 44), 15, Petit Socco, Medina, Tel. 0539 93 13 62. Hochwertiges Kunsthandwerk, Keramik und Kleidung von Lederpantoffeln bis zu Kaftans.

1 Galerie Volubilis (Plan S. 44), 6, Sidi Ahmed Boukouja, Kasbah-Viertel, Di bis So 10.30–13 und 15.30–19 Uhr. Schöne Postkarten und Poster mit historischen Motiven; wechselnde Ausstellungen marokkanischer Künstler.

17 Galerie de Velasco (Plan S. 42), 26, Av. Mohamed V., Neustadt. Hier lassen sich exquisite Sammlerstücke wie alte Vasen, Möbel und andere Antiquitäten erstehen.

Galerie Delacroix (Plan S. 42), 86, Rue de la Liberté. Wechselausstellungen von Künstlern aus ganz Marokko. Je nach Ausstellung kann man auch Kunstwerke kaufen.

Lebensmittel

Gewürze gibt es im Marché Central, in den Läden entlang der Rue Salah Idine el Ayoubi und bei den traditionellen Apotheken (herboristeries) an der Rue d’Italie zwischen Bab Rahbat Zraa und Bab Gzenaya.

16 Marjane (ex Acima) (Plan S. 42), Av. Mohamed V., im Komplex Tanger Boulevard, schräg gegenüber vom Hotel Tanjah Flandria, Neustadt. In diesem Supermarkt gibt es alles, was sich das Europäerherz wünscht, inkl. marokkanischer Spezialitäten wie Oliven, Arganöl, Gewürze etc.

21 Bricoma (Plan S. 42), vom Zentrum 7 km stadtauswärts Richtung Flughafen und Larache (N 35°44,156’, W 05°51, 620’), tägl. 8.30–20.30 Uhr. Riesiger Supermarkt im Neubauviertel nahe des Stadions.

22 Carrefour (Plan S. 42), vom Zentrum 5 km stadtauswärts Richtung Flughafen und Larache, nahe McDonald’s, tägl. 8.30–22 Uhr. Auch Alkoholverkauf.

23 Marjane (Plan S. 42), Route de Larache. Riesiger Supermarkt nach französischem Vorbild. Neben Lebensmitteln gibt es auch Konsumgüter (u.a. Elektronik).

Märkte (Plan S. 44)

Marché Central (Zentralmarkt), zwischen dem Eingang zur Medina an der Rue as Siaghin und der südlich abzweigenden Rue Salah Idine el Ayoubi. Am Westende des Grand Socco liegt der Zentralmarkt. Die Gerüche und Farben, das Gedrängel und Stimmengewirr wirken vor allem für Orientneulinge überwältigend. Hier gibt es alles, was man essen kann: Gewürze, Obst, Gemüse und Fleisch.

Marché de Poisson (Fischmarkt), Rue Salah Idine el Ayoubi, angrenzend an die Mauern der Medina. Folgt man der Hauptgasse durch den Zentralmarkt, so gelangt man direkt in die Fischmarkthalle. Besonders vormittags kann man hier begutachten, was die Fischer so alles aus dem Meer gezogen haben.

Markt der Rifbäuerinnen, Ecke Rue Sidi Bou Abid/Rue d’Angleterre, Neustadt. Entlang der Mauer der St. Andrew’s Church herrscht jeden Sonntag und Donnerstag buntes Markttreiben. Dann verkaufen die Rifbäuerinnen der Umgebung allerlei Gemüse, Obst, Minze, Käse etc.

Mercado de la Yutia, Eingang von der Rue Sidi Bou Abid, Neustadt. Hinter der Moschee Sidi Bou Abid am Grand Socco liegt der Korb- und Keramikmarkt. In dem überdachten Gelände verkaufen Händler Pflanzen, Keramik- und Korbwaren sowie günstige Tajine-Tontöpfe.

Casabarata-Markt, Bd. Moulay Abdelhafid. Grands Taxis (Sammeltaxis) fahren zur Moschee Casabarata am Bd. Moulay Abdelhafid (ca. 50 DH); von dort erreicht man den Markt direkt hinter der Moschee in wenigen Schritten zu Fuß. Im riesigen, ummauerten Marktgelände findet man Abteilungen für neue und gebrauchte Kleidung, Möbel, Lebensmittel, Elektronik, Sanitärbedarf, Fahrräder etc. Donnerstags und samstags findet rundum ein großer Flohmarkt statt – dann kann man hier auch skurille und wertvolle Antiquitäten finden.

Internet, Post und Banken

In den meisten Gästehäusern und Hotels steht den Gästen kostenloses WLAN zur Verfügung.

Hauptpost, 52, Bd. Mohamed V. Weitere Poststellen und Banken mit Geldautomat finden sich im gesamten Stadtgebiet. Auch im Hafen gibt es Banken zum Rücktausch von Dirham.

Kultureinrichtungen

Cinémathèque de Tanger, das renovierte Cinéma Rif am Grand Socco wirkt außen immer noch etwas abgewrackt, innen wurde es zum bunten Künstlercafé mit alternativem Publikum umgestaltet.

9 Dialogpunkt Deutsch (Plan S. 42), 11, Rue de la Belgique, Galerie Cervantes, 1. Stock, www.goethe.de/dialogpunkte, Tel. 0539 37 33 90, Mo bis Fr 10–13 und 16–19 Uhr. Im Dialogpunkt Deutsch des Goethe-Instituts (Association germano-marocaine du Nord) finden Kulturveranstaltungen (z.B. Filmabende), Ausstellungen und Konzerte statt. In der Bibliothek findet man neben deutscher Literatur auch Bücher über die Geschichte Tangers und Marokkos sowie ein historisches Bildarchiv der Stadt.

Sport und Wellness

M’nar Park, Route de Malabata, außerhalb des Zentrums Richtung Cap Malabata, erreichbar mit Bus, Taxi oder Bus Nr. 6, www.mnarpark.ma, tägl. 9–18 Uhr (nur im Sommer). Der große Vergnügungspark liegt auf einem Hügel mit tollem Ausblick auf die Bucht. Diverse Fahrgeschäfte inklusive Riesenrad und Achterbahn im Pinienhain; Wasserpark mit Rutschen und Pools. Eintritt: Erwachsene 200 DH, Kinder 120 DH.

Mövenpick SPA, im Hotel Mövenpick, Route de Malabata, auf der Av. Mohamed VI. stadtauswärts, Tel. 0539 32 93 00. Hammam mit getrenntem Männer- und Frauenbereich. Professionelle Gesichts- und Körperbehandlungen, Massagen, Maniküre etc. Auch Gäste, die nicht im Hotel übernachten, können gegen Bezahlung die Poollandschaft des Hotels nutzen.


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Auf dem Fischmarkt (Marché de Poisson)

Taxis

Die blauen Petits Taxis verkehren innerhalb der Stadt und nehmen bis zu drei Fahrgäste mit. Die meisten Taxifahrer in Tanger sind ehrlich und schalten ohne Murren das Taxameter (compteur) ein. Falls der Fahrer sich weigert, das Taxameter zu benutzen, muss man den Preis unbedingt vorher aushandeln. Eine Taxifahrt im Zentrum kostet normalerweise maximal 20 DH. Wenn schon Fahrgäste im Taxi sitzen, teilt man sich die Fahrkosten.

Die beigefarbenen Grands Taxis (Mercedes-Limousinen) übernehmen weite Strecken. Ein Taxi zum Flughafen kostet tagsüber 150 DH, nachts 200 DH (offizieller Festpreis). Die Fahrt vom Zentrum zum Flughafen dauert – je nach Verkehr – normalerweise nicht länger als 30 Minuten. Haltestellen befinden sich am Hauptbahnhof (Neustadt), an der Rue d’Italie, Ecke Rue Hassan und an der Rue de Hollande (vor der Grand Villa de France).

Stadtbusse

Im Zentrum, im Marshan-Viertel und Richtung Cap Malabata verkehren innerstädtische Busse der Verkehrsgesellschaft ALSA – das System ist jedoch ohne Arabischkenntnisse praktisch undurchschaubar. Es gibt zwar Bushaltestellen, aber an diesen sind weder ein Fahrplan noch die Buslinien oder der Name der Haltestelle angeschrieben. Am besten man gibt dem Busfahrer beim Einsteigen Bescheid, wo man aussteigen möchte. Die meisten Busse fahren an der Rue d’Angleterre in der Nähe des Grand Socco ab (Einzelticket ca. 4 DH). Schneller, bequemer und mitunter auch günstiger geht es häufig mit dem Taxi.

Busliniennetz von ALSA: www.alsa.ma.

Fernverkehrsbusse

Der Busbahnhof (franz. gare routière, CTM und andere Buslinien) von Tanger liegt etwas abseits südlich des Zentrums am Place de la Ligue Arabe (langer Fußmarsch ins Zentrum der Neustadt, besser Taxi nehmen). Nach Asilah und Casablanca fährt man schneller und bequemer mit dem Zug.

CTM-Busse: www.ctm.ma, Tel. 0800 09 00 30.

Verbindungen und Preise (CTM)

Casablanca: 4x tägl., Fahrzeit 5½ Std., ca. 100 DH.

Asilah: diverse Buslinien etwa alle 30 Min., 30 Min. bis 1 Std. Fahrzeit, ca. 20 DH.

Tétouan: 6x tägl. CTM-Bus, andere Privatbusse alle 30 Min., zwischen 45 und 120 Min. Fahrzeit, ab 20 DH.

Chefchaouen: 2x tägl. mit CTM, 45 DH, 2 Std. Fahrzeit; mehrmals täglich mit anderen Buslinien.

Nador (über Al Hoceima): 2x tägl. (Nachtbusse), ab 165 DH, 10 Std. Fahrzeit.

Oujda: 1x tägl. (Nachtbus), 250 DH, 10 Std.

Fès: 5x tägl. (drei Nachbtusse), ab 115 DH, ca. 7 Std.

Die meisten Privatbuslinien sind billiger als CTM, aber nicht so komfortabel und wesentlich unfall- und pannengefährdeter. Vom alten Hafen fährt stündlich in der Zeit zwischen 6 und 22 Uhr ein Shuttlebus (Navette) zum neuen Hafen Tanger-Med; mit Fährticket ist der Transfer umsonst.

Bahn

Alle Zugverbindungen starten vom Hauptbahnhof Tanger-Ville in der Neustadt (Ville Nouvelle) südlich der Av. Mohamed VI. am Place de la Ligue Arabe. Der Bahnhof Tanger-Morora in der Vorstadt wurde Ende 2018 geschlossen. Vor dem Hauptbahnhof halten Petits und Grands Taxis. Ein Petit Taxi zur Medina bzw. ins Zentrum kostet ca. 10 DH (Taxameter einschalten lassen). Wer spätabends ankommt und eine Unterkunft in unmittelbarer Umgebung des Bahnhofs sucht, kann im Hotel Ibis Moussafir einchecken.

Von Tanger ist der Zug die schnellste und bequemste Art, nach Rabat, Casablanca, Meknès, Fès, Oujda und Marrakesch zu gelangen. Seit Ende 2018 verbindet der hochmoderne Zug „Al Boraq“ alle zwei Stunden Tanger mit Casablanca via Kenitra und Rabat – und ist mit einer Spitzengeschwindigkeit von 320 km/h schneller als jeder ICE in Deutschland!

Infos und Ticketkauf unter www.oncf-voyages.ma sowie unter der Hotline 0890 20 30 40.

Verbindungen und Preise (2. Klasse)

Asilah: 4x tägl. ohne Umsteigen, 16 DH, ca. 40 Min.

Meknès – Fès: 3x tägl. nach Meknès 49 DH, 4 Std., 4x tägl. ohne Umsteigen nach Fès 49 DH, 4½ Std., mit Umsteigen in Kenitra nach Fes 4x tägl., 165 DH, 3¼ Std.

Rabat – Casablanca: 5x tägl. (1x mit Umsteigen in Kenitra, 3x mit Umsteigen in Sidi Kacem, 1x direkt), nach Rabat ab 100 DH, zwischen 1½ und 4 Std., 7x tägl. ohne Umsteigen mit dem Schnellzug „Al Boraq“ nach Casablanca, 224 DH, ca. 2 Std.

Oujda: 2x tägl. (einmal mit Umsteigen in Kenitra, 1x direkt), 149 DH, 10–11 Std.

Marrakesch: 5x über Casablanca, 3x über Sidi Kacem und ein Nachtdirektzug (Abfahrt 23.20 Uhr), ab 148 DH, 6½ Std. über Casablanca, 8¾ Std. über Sidi Kacem, mit dem Nachtzug 9½ Std. (650 DH im Liegewagen); von Marrakesch Busanschluss zu allen Zielen im Süden.

El Jadida: 4x tägl. (mit Umsteigen in Casablanca), davon 2x tägl. weiter nach Safi (200 DH), bis El Jadida 160 DH, 6½ Std.

Fähren

Von/nach Tanger verkehren Fähren von/nach Algeciras, Barcelona, Genua und Sète. Seit 2010 fahren alle Fähren vom neuen Hafen Tanger-Med (N 35°52,73’, E 50°30,50’) ab bzw. kommen dort an. Der Hafen liegt ca. 40 km nordöstlich bei Ksar es Seghir und ist mit dem Shuttlebus ab Tanger Ville erreichbar.

Ankunft im Hafen: Am alten Fährhafen in der Stadt kommen nur noch die Fähren nach Tarifa an, alle anderen Verbindungen gehen vom 25 km außerhalb an der Mittelmeerküste liegenden Hafen Tanger-Med ab. Mit der Fähre angekommene Autoreisende folgen im Hafen der Beschilderung und fahren entweder auf der (mautpflichtigen) Autobahn A 4 oder auf der Schnellstraße entlang der Küste bis nach Tanger. Eine landschaftlich schönere Strecke führt über Ksar es Seghir und das Cap Malabata die Küste entlang. Wer spät im Hafen ankommt, kann auf dem Parkplatz im Hafenbereich (bei den Ticketbüros) nach Erledigung aller Formalitäten problemlos im Auto übernachten (Toiletten und kleines Restaurant vorhanden).


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Das Kasbah-Museum, eine der Hauptattraktionen in Tanger

Abreise vom Hafen: Autofahrer folgen im Hafen der Beschilderung „Automobile Acces“, kaufen beim Parkplatz ein Ticket bei den Fährgesellschaften und erhalten eine „carte d’embarquément“. Anschließend wird der Pass bei der Polizei gestempelt und man fährt durch die Radaranlage, dann kontrolliert der Zoll noch einmal das Fahrzeug. Kurz vor der Einfahrt in die Fähre müssen nochmals der Pass und die „carte d’embarquément“ vorgezeigt werden. Zur rechtzeitigen Erledigung aller Formalitäten sollte man mind. 3 Std. vor Abfahrt im Hafen ankommen. Die Formalitäten sind normalerweise relativ schnell und unkompliziert zu erledigen.

Fußgänger, die mit dem Bus anreisen, steigen direkt im Tanger-Med Port Center (Gare Maritime) aus, wo sie am Ticketschalter der Fährgesellschaften ebenfalls eine „carte d’embarquement“ erhalten. Anschließend wird der Pass von der Polizei gestempelt und der Zoll kontrolliert evtl. das Gepäck. Der Shuttlebus bringt die Passagiere dann direkt zum Abfahrtskai.

Tickets für die Fähren kauft man am besten direkt bei den Schaltern der Fährgesellschaften im Hafen. Dort sind sie billiger als z.B. in den Reisebüros im alten Hafen von Tanger.

Im Hafengelände gibt es mehrere Banken und Restaurants.

Infos zum Hafen Tanger-Med: Hotline 0801 00 50 60, www.tangermed-passagers.com.

Fährverbindungen: vgl. „Praktische Tipps A–Z“ unter „Anreise“.

Fährgesellschaften

Africa Morocco Link, www.aml.ma, Tel. 0539 32 22 53

Balearia, Tel. 0539 93 44 63, www.balearia.com.

FRS, Tel. 0539 94 26 12, 93 10 10, www.frs.ma.

Grandi Navi Veloci, Tel. 0539 93 12 07, www.gnv.it.

Intershipping, 18, Rue al Farabi und im Hafen, Tel. 0539 33 31 00.

Trasmediterranea, Av. Youssef Ibn Tachfine, Immeuble Côte d’Or N° 5, Tanger, Tel. 0801 00 35 36, www.trasmediterranea.es.

Flugverbindungen

Der sehr übersichtliche, moderne Flughafen von Tanger (Aéroport Tanger Ibn Battouta) liegt etwa 12 km außerhalb des Zentrums im Südwesten der Stadt. Hier gibt es Wechselbüros, eine Bank mit Geldautomat, einen Postschalter und Vertreter der großen Mietwagenfirmen.

Ryan Air, TuyFly und Eurowings steuern Tanger von einigen europäischen Flughäfen (saisonal) direkt an. Royal Air Maroc (RAM) fliegt täglich von Casablanca nach Tanger.

Grand Taxi vom/zum Flughafen vgl. „Taxis“. Billiger geht es mit den Stadtbuslinien 1 und 2 (ab Gare Routière/Busbahnhof) in ein Dorf in der Nähe des Flughafens (Boukhalef), man muss dann jedoch noch 4–5 km laufen, was mit Gepäck mehr als mühsam ist.

Royal Air Maroc (RAM), 1, Place de la France, Tel. 0539 37 95 03.

Notfall/Medizinische Versorgung
Apotheken

Die Adressen der Bereitschaftsapotheken (pharmacie de garde) sind unter www.infopoint.ma/pharmacies-degarde und in den Tageszeitungen zu finden.

Pharmacie Pasteur, 2, Pl. de France, Neustadt, Tel. 0539 93 24 22.

Krankenhäuser

Rettungsdienst (Notruf): Tel. 15 oder 150.

Clinique Assalam, 10, Av. de la Paix (Av. Assalam), Tel. 0539 32 25 58. Privatklinik mit Notaufnahme.

Clinique Croissant Rouge, 6, Rue al Mansour Eddahbi, Tel. 0539 94 69 76. Klinik des Roten Kreuzes.

Hôpital Espagnol, Rue de l’Hôpital Espagnol, zwischen Rue Haroun Er Rachid und Rue Mahatma Ghandi, Tel. 0539 93 10 18.

Hôpital Italien, 104, Av. Sidi Bouarrakia, Tel. 0539 93 12 88.

Hôpital Mohamed V., Av. Moulay Rachid, südwestlich vom Pl. Koweit und vom spanischen Konsulat, Tel. 0539 93 44 22, 93 24 44.

Polizei

Polizei-Notruf: Tel. 190.

Sûreté Nationale, das Polizeihauptquartier befindet sich an der Ecke Av. Mohamed I./Rue Salah Idine el Ayoubi, Tel. 0539 93 24 01.

Rund ums Auto
Autoverleih

Der Preis für einen Kleinwagen liegt bei ungefähr 500 DH pro Tag. Folgende Autovermieter in Tanger sind empfehlenswert:

20 Amine Car (Plan S. 42), 43, Av. Mohamed V., 1. Stock, Tanger, www.aminecar.pro.ma, Tel. 0539 94 40 50.

23 Calypso Tour (Plan S. 44), 71, Rue de la Liberté, Tanger, www.calypsotanger.com, Tel. 0539 37 20 20. Autovermietung, Buchung von Fährtickets, Stadttouren etc.

19 Hertz (Plan S. 42), 36, Av. Mohamed V., schräg gegenüber der Hauptpost, Tel. 0539 32 21 65; weitere Filiale am Flughafen.

12 Hispamaroc Voyages (Plan S. 42), 2, Av. al Jabha al Ouatani/Ecke Bd. Pasteur, hinter dem Hotel Rembrandt, Tel. 0539 94 84 48, Mobil 0600 07 78 00. Fähr- und Flugtickets, lokale Sixt-Vertretung für Mietwagen.

Werkstätten

Mehrere Werkstätten liegen an der Route de Tétouan (Zone Industrielle). Die großen Autovertretungen (z.B. von Landrover, MAN, Volvo etc.) befinden sich ca. 10 km stadtauswärts in Richtung Flughafen und Larache, ebenso die Reifenhändler von Pirelli und Bridgestone.

Lafayette, 27, Rue Mohamed Abdou (Samuel Pepys) und Route de Rabat (5 km außerhalb), Tel. 0539 93 28 87, 93 86 31.

Parken

Für bewachte Parkplätze muss eine Tages- oder Stundengebühr an den Parkplatzwächter entrichtet werden (5–10 DH/Tag). Ein bewachter Parkplatz befindet sich in einem Hinterhof der Rue du Portugal, unterhalb des Bab Méricain.

Veranstaltungen und Festivals

Festival National du Film in Tanger, Januar/Februar; Infos auf der Website des Centre Cinématographique Morocain: www.ccm.ma.

Salon International des Livres et des Arts, internationale Buch- und Kunstmesse im April.

Tanger Tarab, internationales Volksmusikfestival im Juni; weitere Infos unter www.tarabtanger.com.

Tanjazz, fünftägiges Jazzfestival im September mit vielen Konzerten internationaler Musiker; weitere Infos unter www.tanjazz.org.

Tanja Latina, Festival lateinamerikanischer Musik von Samba bis Salsa im November.

Ausflüge

Wer dem städtischen Trubel entkommen und ein bisschen Natur genießen möchte, sollte unbedingt einen Ausflug in die schöne Umgebung von Tanger unternehmen.

Am Cap Spartel westlich der Stadt fließen Atlantik und Mittelmeer zusammen. Südlich davon erstrecken sich herrliche Sandstrände und duftender Pinienwald im Hinterland. Für einen Tagesausflug mietet man sich am besten ein Auto oder ein Grand Taxi (Preis für den gesamten Tag aushandeln).

Forêt Perdicaris

Der Pinienwald und der Aussichtspunkt R’Milat westlich von Vieille Montagne sind ein beliebtes Ausflugsziel der Städter. Ein gepflasterter Rundweg von 1,5 km Länge und mehrere Forstwege führen durch das naturbelassene Waldschutzgebiet mit Pinien, Korkeichen und Algerischen Eichen. Der Harzduft, das Vogelgezwitscher und die frische Luft wirken nach dem Aufenthalt in der Stadt wahre Wunder.

Leider trübt Müll an den Picknickplätzen etwas die Idylle. An einigen Stellen kann man den Ausblick aufs Meer genießen. Beim Parkplatz mit Reitkamelen und Polizeiposten, direkt neben dem Eingangstor in den Wald, liegt das Café R’Milat mit Gartenterrasse und Blick über die Stadt. Links neben dem Eingang zum Wald kann man eine Asphaltstraße hinunterspazieren und erreicht nach etwa 1 km den Aussichtspunkt R’Milat. Die Straße endet an einem Parkplatz mit Grillbuden. Die Pinien verstellen ein wenig die Sicht auf die Klippen in den türkisfarbenen Wogen des Atlantiks.

Anfahrt: Vom Pl. Koweit ca. 7 km auf der Av. al Habib Bourguiba Richtung Golfclub, dann weiter bergauf Richtung Cap Spartel, an der T-Kreuzung rechts. Anfahrt auch über Vieille Montagne möglich. Stadtbus Nr. 5 fährt ebenfalls hierher.

Cap Spartel

Das Kap mit seinem markanten Leuchtturm bildet den nordwestlichsten Punkt Afrikas. Hoch über den Klippen, am Zusammenfluss von Atlantik und Mittelmeer, genießt man ein herrliches Panorama.

Der gelbe Leuchtturm, der über den Klippen des Meeres thront, wurde 1864 errichtet, nachdem das brasilianische Marineschiff „Dona Isabel“ 1860 vor dem Kap auf Grund gelaufen war. Der Leuchtturm ist immer noch in Betrieb – offiziell haben Besucher keinen Zutritt zum Gelände, aber gegen ein kleines Trinkgeld (ca. 20 DH/Pers.) öffnet der freundliche Wärter häufig doch das Tor. Von der Aussichtsplattform hinter dem Leuchtturm eröffnet sich ein fantastischer Ausblick auf die Felsküste. Angeblich saßen hier schon die Beatles und Bob Marley bei einem Minztee und genossen das Panorama.

Ein Spaziergang im Forêt Perdicaris lässt sich optimal mit einem Besuch des Cap Spartel verbinden. Dort gibt es einen bewachten Parkplatz, Souvenirhändler und das Café-Restaurant Cap Spartel.

Anfahrt: Das Cap Spartel liegt ca. 16 km vom Zentrum Tangers (Pl. Koweit) entfernt. Vom Pl. Koweit ca. 7 km auf der Av. al Habib Bourguiba Richtung Golfclub, dann weiter bergauf, an der T-Kreuzung links abbiegen. Eine Asphaltstraße führt am Marshan-Palast vorbei durch den Pinienwald, nach ca. 9 km folgt rechts eine Abzweigung zum Cap Spartel. Es fährt kein Bus zum Cap Spartel (Bus Nr. 5 endet in R’Milat).

Grottes d’Hercule (Herkulesgrotte)

Gemäß griechischer und römischer Mythologie soll sich Herkules (griech. Herakles) zur Rast in die Kalksteinhöhle zurückgezogen haben, nachdem er seine „zwölf Arbeiten“ erledigt hatte, darunter das Ausmisten der Rinderställe des Augias.

Der Eingang zur Höhle liegt links unterhalb eines Parkplatzes, der von vielen Terrassencafés umgeben ist. In der Vorzeit wurde die Grotte zum Kalkabbau genutzt und so weiter ausgehöhlt. Heute warten Souvenirhändler im Inneren. Eine Öffnung im Fels gibt den Blick auf die Brandung frei: Ihre Form erinnert mit etwas Fantasie an den Umriss von Afrika.

In der Nähe der Grotte befinden sich die Ruinen der Römersiedlung Cotta, die auf das 3. Jh. v.Chr. bis ins 3. Jh. n.Chr. zurückgehen. In Cotta wurden die Grundmauern eines Tempels, einer Therme und einer Garum-Fabrik freigelegt. Die beliebte salzige Fischsoße Garum wurde damals teuer gehandelt. Die Ruinenstätte ist nicht zugänglich.

Anfahrt: Die Herkulesgrotte liegt ca. 20 km vom Zentrum Tangers (Pl. Koweit) entfernt. Man fährt dieselbe Strecke wie zum Cap Spartel, dann die Straße weiter bergab an der Küste entlang. Oder man folgt der vierspurigen Straße Richtung Flughafen/Larache und biegt bei einem Kreisverkehr nach ca. 8 km rechts Richtung Westen ab (beschildert „Grottes d’Hercule“). Beim Kreisverkehr vor dem Hotel Le Mirage (4,5 km nach Cap Spartel) geht es rechts zu den Grottes d’Hercule. Eintritt: 60 DH.

Plage Sidi Kacem

Der unverbaute und lange Sandstrand lädt zum Entspannen ein; man kann Liegen und Sonnenschirme mieten. Hier befindet sich ein beliebtes Wochenendziel vor allem für die in Tanger lebenden Ausländer: das mediterrane Restaurant L’Océan. Die frei laufenden Tiere im Restaurantgarten, der lange Sandstrand und das nur etwa 50 m weiter an der Straße gelegene Poolrestaurant La Piscine machen Sidi Kacem zu einem idealen Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Rund 3 km weiter südlich thront die Zaouia Sidi Kacem auf einem Hügel über der Küste. Anhänger der gleichnamigen muslimischen Bruderschaft pilgern regelmäßig zu diesem kleinen Heiligtum.

Anfahrt: Der Strand liegt ca. 25 km vom Zentrum Tangers (Pl. Koweit) entfernt. Man fährt dieselbe Strecke wie zur Herkulesgrotte. Beim Kreisel vor dem Hotel Le Mirage geht es links Richtung Rabat. Am nächsten unbeschilderten Abzweig biegt man rechts Richtung Meer ab. Nach ca. 5 km erstreckt sich der Plage Sidi Kacem rechts von der Straße.


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Das Cap Spartel mit seinem Leuchtturm ist der nordwestlichste Punkt Afrikas

Restaurant La Piscine, Plage Sidi Kacem, Tel. 0539 93 55 82, tägl. 10–1 Uhr. Restaurant und Pool am Strand, abends Barbetrieb.

Restaurant L’Océan, Plage Sidi Kacem, www.oceanplagetanger.com, Tel. 0539 33 81 37, tägl. 12–17 Uhr. Von der herrlichen Terrasse schweift der Blick übers Meer und den Strand. Im Garten laufen Kaninchen, ein Schafbock und eine Ente frei herum. Auf der Speisekarte stehen gute Salate und Vorspeisen sowie überteuerte Fisch- und Meeresfrüchtegerichte (ca. 200 DH). An kalten Wintertagen kann man sich an den Ofen im Innenraum zurückziehen.

Cap Malabata und Ksar es Seghir

Ein Ausflug Richtung Cap Malabata ca. 6 km nordöstlich von Tanger lohnt vor allem wegen des Ausblicks vom Leuchtturm auf die Bucht von Tanger. Am Kap thront eine mittelalterlich anmutende Festungsruine auf einem Felsen, angeblich im 20. Jh. von einem reichen Marokkaner erbaut. An der Stichstraße zum Kap, die an einem Parkplatz vor dem (gesperrten) Leuchtturm endet, liegt das Restaurant Captain Cap Malabata mit Garten und Meerblick (sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, WLAN, großer Parkplatz).

Eine Weiterfahrt entlang der Küste nach Ksar es Seghir und Ceuta bietet schöne Ausblicke auf das Mittelmeer. Obwohl viel gebaut wurde, gibt es noch ab und zu die Möglichkeit, wild zu campen oder auf einer Stichstraße zum Strand zu gelangen, z.B. beim kleinen Ort Oued Siraj (5 km hinter dem Abzweig zum Cap Malabata) oder bei Tarifa Beach, kurz hinter dem netten Hotel Tarifa Beach, das sich für eine erste oder letzte Übernachtung vor dem Fährhafen Tanger-Med anbietet.

31 km hinter Tanger bzw. 25 km vom Zentrum Tanger ist Ksar es Seghir erreicht. In dem lebhaften Ort gibt es eine ringförmige Festungsanlage, die einzige dieser Art in Nordafrika. Der Ort war immer ein wichtiger Truppenstützpunkt und Ausgangspunkt für Eroberungsfeldzüge. Bereits nach dem Tod des marokkanischen Staatsgründers Idriss I. (809 n.Chr.) wurde wegen der Auseinandersetzungen mit den Ummayaden und Fatimiden die erste befestigte Anlage errichtet, welche dann unter dem Almohadenherrscher Yaqub al Mansur 1192 ausgebaut wurde. Von hier aus begann der „heilige Krieg“ gegen die Christen in Spanien. 1458 eroberten die Portugiesen die Festung, konnten sie aber nur bis 1550 halten. Der ringförmige Wall ist gut zu erkennen, allerdings ist die almohadische Festungsanlage teilweise von einem Pinienwäldchen überwuchtert. Die Reste der Stadtmauer im Ort stammen aus der Portugiesenzeit.

Die Straße Richtung Hafen, die Autobahn und die Schnellstraße von Tanger münden 25 km hinter Tanger (4 km hinter Ksar es Seghir) bei einem Kreisverkehr ein. Hier findet man weitere Ticketbüros für die Fähren nach Spanien. Nach 2 km ist bei einem weiteren Kreisverkehr die Zufahrt zum Hafen erreicht (Schild „Car Access“ beachten).

Anfahrt: Die Av. Mohamed VI. führt stadtauswärts in Richtung Osten (Ksar es Seghir) durch Vororte mit vielen Neubauten. Kurz vor dem Abzweig links zum Kap liegt der Freizeitpark M’nar mit Schwimmbad an der Straße (vgl. Sport und Wellness). Stadtbus Nr. 16 fährt von der Av. Atlas und dem Gare Routière bis zum Freizeitpark M’nar. Eintritt Ksar es Seghir: 60 DH.

Asilah

Nur 46 km südlich von Tanger fühlt man sich in den blau-weißen Gassen der Künstlerstadt Asilah weit weg vom Trubel der Metropole. In Asilah gibt es zwar nicht viel zu besichtigen, aber die entspannte Atmosphäre, der Sandstrand und das andalusische Flair verleiten dazu, sich länger als eine Nacht in einem der hübschen Gästehäuser in der Medina einzumieten. Stadtbeschreibung Asilah vgl. Kapitel „Die nördliche Atlantikküste“.

Anfahrt: Asilah ist von Tanger aus am schnellsten über die mautpflichtige Autobahn zu erreichen. Schöner und panoramareicher ist die Fahrt entlang der Küstenstraße N 1. Nicht-motorisierte Reisende können auch mit dem Zug anreisen. Der Bahnhof von Asilah liegt jedoch etwa 2 km nördlich der Stadt, sodass man einen längeren Fußmarsch oder eine Taxifahrt einkalkulieren muss.

Cromlech von M’Soura

Dieser megalithische Steinkreis liegt auf einem Hügel etwa 18 km südöstlich von Asilah bzw. ca. 70 km südlich von Tanger. Nähere Beschreibung vgl. bei Larache im Kapitel „Die nördliche Atlantikküste“.

Anfahrt: Man erreicht den Cromlech am einfachsten über die Autobahn Richtung Larache (Ausfahrt „Tétouan-Sebta“, dann auf die R 417).

Von Tanger nach Tétouan

55 km, N 2.

Die gute Hauptverbindungsstrecke von Tanger nach Tétouan (N 2) führt durch hügelige Landschaft mit Kornfeldern, Agaven und Feigenkakteen. Ein Ausflug nach Tétouan lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn man eigentlich plant, weiter entlang der Atlantikküste oder nach Fès zu reisen.

Ständig Busse (CTM und andere Privatbuslinien) ab Tanger (siehe dort).

Vom Place de la Ligue Arabe (Busbahnhof) geht es auf der vierspurigen N 2 südwärts. Vorbei am Bahnhof Tanger-Morora verlässt man die Stadt und kreuzt nach ca. 13 km (ab Place de la Ligue Arabe) die Autobahn Richtung Hafen Tanger-Med. Nach ca. 27 km mündet bei einem Kreisverkehr die R 417 von Larache ein. Die Straße führt weiter bergauf durch sehr schöne Gebirgslandschaft mit Pinienwäldern. Nach einer Passhöhe weicht der Wald Feldern, dann geht es am Stausee Ajras vorbei. Nach ca. 55 km ist Tétouan erreicht (zur Stadtbeschreibung siehe weiter unten).

Entlang der Mittelmeerküste nach Tétouan

Ca. 65 km (über Cabo Negro, Martil), N 16 und N 13.

Diese Route bietet sich für Reisende an, die im großen Fährhafen Tanger-Med ankommen und weiter entlang der touristisch erschlossenen Mittelmeerstrände ins Rif fahren möchten. Von F’nideq führen eine Autobahn sowie die sehr gut ausgebaute N 13 bis nach Tétouan.

An der Kreuzung von N 16 und N 13 Richtung Sebta (Ceuta) verkehren Taxis zur Grenze bzw. weiter nach Tétouan. Von F’nideq fahren stündlich Busse nach Tétouan.

Eine Autobahn verbindet Tanger bzw. die Atlantikküste mit dem neuen Tiefseehafen Tanger-Med. Vom Hafen führt die Schnellstraße N 16 in Richtung Tétouan hinauf auf die Küstenkordillere. An den Hängen entstanden zahlreiche Windenergieanlagen.

Die N 16 entfernt sich von der Küste und schlängelt sich – mit tollem Blick aufs Mittelmeer – bis zur Passhöhe des Djabal Musa empor. Nach insgesamt 22 km (vom Hafen) bzw. 24 km vom Gate 3 des Hafens (Fähren von/nach Algeciras) mündet die Straße an einem Kreisverkehr bei F’nideq in die Hauptverbindungsstrecke Tétouan – Sebta (Ceuta) N 13 ein.

Grenzübertritt nach Sebta (Ceuta): Außer für die Fährüberfahrt zum spanischen Festland (Algeciras) gibt es keinen Grund, hier die Grenze zu übertreten und die spanische Exklave zu besuchen. Die Grenze darf mit einem Mietwagen aus Marokko nicht überquert werden. Von der Grenze sind es noch ca. 2 km bis nach Sebta (Ceuta).

An der spanisch-marokkanischen Grenze warten Schlepper, die gegen (meist überhöhtes) Trinkgeld bei der Abfertigung helfen. Die Formalitäten sind aber einfach und schnell alleine zu schaffen! Reihen Sie sich mit dem Fahrzeug in einer der vier Reihen der Abfertigungshalle ein. Im ersten blauen Häuschen mit Fenstern werden die Passformalitäten erledigt, im zweiten Häuschen mit dem Schild „Enregistrement des véhicules“ die Zollformalitäten fürs Fahrzeug. Hier erhält man auch jeweils die Ein-/Ausreisezettel (fiches) und das grüne Zollpapier fürs Kfz. Beide Papiere werden am jeweiligen Schalter gestempelt. Nach einer meist flüchtigen Fahrzeugkontrolle darf man auch schon weiterfahren.

Folgt man weiter der N 13, so erreicht man den expandierenden Ferienort F’nideq.

F’nideq

In F’nideq gibt es alle Versorgungsmöglichkeiten (Bank, Tankstelle, Restaurants etc.). An der Hauptstraße in Richtung Restinga-Smir und Tétouan reiht sich rechter Hand ein Souvenir- und Marktstand an den anderen. Auf der linken Seite säumt eine gepflegte Strandpromenade den Ort. Folgt man der Beschilderung nach Tétouan, erreicht man nach 2 km einen Kreisverkehr mit dem Hotel Corniche.

Die Grand-Taxi-Haltestelle liegt direkt an der Straße kurz vor F’nideq im Vorort Hay Bab Sebta. Sammeltaxis fahren in die ganze Umgebung (z.B. zur Grenze und nach Tétouan). Der Busbahnhof liegt von Ceuta kommend rechts kurz nach dem Kreisverkehr (s.o.) hinter mehreren Wohnblocks. Es fahren fast stündlich Busse nach Tétouan (ca. 45 Min. Fahrzeit).

Unterkunft

Unterkunft findet man in den beiden komfortablen Hotels Ibis (am nördlichen Stadtrand, Route de Ceuta, Tel. 0531 06 05 66, www.ibis.com, Garten mit Pool, schöne Aussicht aufs Meer, Parkhaus in der Nähe, klimatisierte DZ) und La Corniche (Av. Mohamed V., Tel. 0539 97 61 63, klimatisierte Zimmer, z.T. mit Meerblick).

Weiterfahrt nach Tétouan

Von F’nideq führt eine Autobahn nach Tétouan, die wenige Kilometer von der Küste entfernt die Ortschaften M’diq und Martil umgeht. Die vierspurige Straße N 13 führt jedoch weiter am Meer entlang und erreicht nach 4 km den Plage Riffyene. Auf den nächsten Kilometern folgen viele schicke Neubauviertel und Oberklassehotels wie das Luxusresort Banyan Tree Resort (www.banyantree.com, 6 km von F’nideq). Die nördliche Mittelmeerküste bis Martil – auch bekannt als Tamouda Bay – wurde in den letzten zwei Jahrzehnten komplett touristisch erschlossen und erinnert mit den vielen Hotels und der touristischen Infrastruktur zum Surfen, Segeln, Baden etc. mehr an Spanien als an Marokko. Die meisten Hotels können günstig über entsprechende Portale im Internet gebucht werden.

11 km hinter F’nideq sind die Residence Jawhara Smir (große Anlage mit Selbstversorger-Apartments, Pool, Tennis, WLAN) und das Hotel Marina Smir Thalasso & SPA erreicht. Die Marina des Ferienorts Restinga Smir (www.marinasmirhotel.com) bietet mit einem Jachthafen, Hotels, Restaurants und einem Aquapark alle Annehmlichkeiten für Badeurlauber. Wenige Kilometer nach der Kabila Plage passiert man den Königspalast und das palastartige Gebäude des Sofitel-Hotels.

Am Kreisverkehr bei km 22 (ab F’nideq) bzw. 44 km ab Tanger-Med geht es geradeaus weiter auf der Landstraße nach Martil und Mdiq (rechts geht’s auf die Autobahn). M’diq ist ca. 2 km weiter erreicht.

M’diq

Der herausgeputzte Ferienort expandiert zusehends – auch hier entstehen immer mehr (Fisch-)Restaurants und Hotels, vor allem für betuchte Marokkaner, die hier ihre Sommerferien verbringen. Neben dem schönen langen Sandstrand und der Promenade, die zum Flanieren einlädt, gibt es einen Fischer- und einen modernen Jachthafen. Der Royal Jachting Club organisiert jährlich im Juli die touristische Semaine Nautique Internationale de M’diq (SNIM) mit Regattas. König Mohamed VI. kommt im Sommer regelmäßig zu Besuch in seinen Palast bei M’diq.

Es fahren Grands Taxis und Busse nach Tétouan und zur Grenze bzw. nach F’nideq.

Unterkunft/Essen und Trinken

Unterkunft findet man in vielen 4-Sterne-Hotels entlang der Küste (s.o.) oder im Golden Beach Hotel (Tel. 0539 97 50 77, www.golden-beachhotel.com, mit Pool, direkt am Strand, klimatisierte Zimmer, WLAN).

Wohnmobile können am Parkplatz direkt an der Promenade über Nacht bleiben (N 35°41.466’, W 05°19.583’).

Für ein Mittagessen empfiehlt sich das Blue Sky Restaurant neben der Banque Populaire (u.a. Pizza). Außerdem gibt es zahlreiche (Eis-)Cafés im Zentrum mit Fußgängerzone direkt am Ende der Strandpromenade.

Abstecher zu einem Aussichtspunkt

Beim ersten Kreisverkehr hinter M’diq (ggü. Restaurant Dos Mares) führt eine kleine Straße hinauf zu einem Militärgelände mit Richtfunkantennen und einem kleinen Picknickplatz im Secteur Forestière Kouidat. Dort endet die Asphaltstraße. Auf einer etwas holprigen Piste kann man am ersten Militärgelände vorbei (links) und weiter in Richtung Radaranlagen fahren. Hier bietet sich ein fantastischer Ausblick auf M’diq und das Rif – bei klarem Wetter sogar bis hinüber nach Spanien. Bei einer Gabelung kurz nach dem ersten Militärgelände geht es rechts zu einer kleinen Aussichtsplattform (N 35°40,461’, W 05°18,776’). Man kann die Straße auch hinaufwandern (je nach Startpunkt und Kondition 1–2 Std.).

Weiterfahrt nach Tétouan

Etwa 2 km hinter M’diq geht es an einem Kreisverkehr links nach Cabo Negro und Martil (geradeaus direkt weiter nach Tétouan). Auch entlang der kleineren Straße nach Martil entstehen überall Ferien- und Apartmentanlagen. Kein Wunder, denn hier erstreckt sich ein schöner Sandstrand vor der Silhouette des grünen Rif-Gebirges.

Bei km 47 (1 km nach dem Abzweig) liegt rechts der Straße das sehr hübsche Hotel La Ferma mit exzellentem Restaurant, Pool, Reiterhof und Wohnmobilstellplatz (ohne Strom, aber mit WC-Entsorgung, 60 DH/Nacht, Tel. 0539 97 80 75, N 35°39,985’, W 05°18,419’). Der Besitzer Frank, ein sehr talentierter Zeichner, erfreut seine Gäste mit Rat und Tat sowie schnell skizzierten Karikaturen.

1 km weiter geht es in einem Kreisverkehr rechts nach Martil und geradeaus nach Cabo Negro. Eine Stichstraße führt zum Club Med Yasmina (Tel. 0539 97 82 02, www.clubmed.de, schöner Strand).

Bei km 51 liegt der Royal Golf de Cabo Negro (18-Loch-Golfplatz) links der Straße, 2 km weiter ist Martil erreicht (km 53 ab Tanger-Med).

Martil

Martil ist ein schmucker Ferienort mit Sandstrand und einer Promenade mit vielen Cafés und Restaurants (manche nur im Sommer geöffnet). In der Hochsaison in den Sommermonaten herrscht besonders abends reger Trubel, wenn sich Jung und Alt auf der Corniche (Küstenstraße) tummeln. Am Ende der Corniche gibt es einen bewachten Parkplatz (24 Std. geöffnet).

Von der Küstenstraße führt rechts (von M’diq kommend) eine kleine Zufahrtspiste zum Camping Al Boustane (N 35°37,721’, W 05°16,662’): Der recht große Platz mit vielen Schatten spendenden Bäumen und Stellplätzen mit Strom ist meist gepflegt, die einfachen sanitären Anlagen sind jedoch in der Hochsaison (August) überlastet. Pluspunkte sind die Strandnähe (wenige Minuten zu Fuß) und das hübsche, gute Terrassenrestaurant Al Boustane. WLAN an der Rezeption.

Von Martil besteht eine gute Busverbindung nach Tétouan, außerdem fahren Sammeltaxis (ca. 30 Min.).

Unterkunft

Etoile de la Mer, Av. Moulay Hassan, Tel. 0539 97 90 58, freundlich und gepflegt, manche Zimmer mit Balkon, Strandnähe.

Hotel Omeya, am Ortsende an der Corniche, Tel. 0539 68 88 88, www.hotel-omeya.com. Im Sommer oft volles 3-Sterne-Hotel mit klimatisierten Zimmern mit Balkon, z.T. Meerblick. WLAN, Restaurant und Jazz-Club.

Camping, siehe oben.

Weiterfahrt nach Tétouan

Folgt man in Martil der Beschilderung nach Tétouan, so mündet man nach 4 km an einem großen Kreisverkehr wieder in die vierspurige Schnellstraße (N 13) ein. Nach etwa fünf weiteren Kilometern ist schließlich das Zentrum von Tétouan erreicht.

Tétouan

Tétouan, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, liegt nur etwa 11 km von der Mittelmeerküste entfernt auf etwa 90 m Höhe am Fuße des Höhenzugs Djabal Dersa (541 m) und am Ufer des Flusses Oued Martil. Im Norden und Süden umschließen die Berge des Rif das weiße Häusermeer – vor allem an klaren Tagen im Frühjahr eine herrlich anzuschauende Kulisse. In der Stadt leben fast 400.000 Menschen – wegen ihrer Schönheit trägt sie auch den Beinamen „Die weiße Taube“ (la colombe blanche).

Die Nähe zum spanischen Festland bemerkt der Reisende schon daran, dass die Bewohner des Nordens häufig besser spanisch als französisch sprechen. Das ist auch historisch begründet. Nachdem Sultan Moulay Ismail (um 1645–1727) auf die Förderung der Handelsbeziehungen mit Europa setzte, strömten Anfang des 17. Jh. viele Kaufleute und Händler aus Spanien in die Siedlung nahe dem Meer. 1860 nahm Spanien das berüchtigte Piratennest ein. Von 1912 bis zur Unabhängigkeit im Jahr 1956 war Tétouan die Residenzstadt der spanischen Protektoratszone in Nordmarokko. Heute macht sich der andalusische Einfluss noch deutlich in Architektur und Musik bemerkbar. Tétouan pflegt außerdem intensive Handelsbeziehungen zur heutigen spanischen Exklave Ceuta, die etwa 40 km weiter nördlich an der Mittelmeerküste Nordafrikas liegt.

Tétouan ist nicht nur für seine beeindruckende spanisch-maurische Architektur, sondern – ähnlich wie die Königsstadt Fès – auch als Stadt der Künstler und Handwerker bekannt. Der spanische Maler Mariano Bertucci gründete bereits 1945 die Hochschule für Schöne Künste, die seit 1994 Institut der Schönen Künste (Institut National des Beaux-Arts) heißt. Hier lernen Studenten u.a. die Kunst des Comiczeichnens. Seit 2004 ist Tétouan zudem Veranstaltungsort eines internationalen Comicfestivals (Festival International de la Bande Dessinée). Die Kunsthandwerksschule École des Métiers d’Arts im prachtvollen Palast Dar Sanaa zeigt in ihren Ausstellungsräumen die Vielfalt des marokkanischen Kunsthandwerks: Mosaikkunst (Zellij bzw. Zellige), Holzmalerei, Lederbearbeitung und Stickerei aus Tétouan zählen zu den besten und raffiniertesten des Landes.

Wer länger in Nordmarokko weilt, sollte auch die Umgebung von Tétouan erkunden: Der nächste Sandstrand liegt nur etwa 11 km entfernt in der Nähe des Ferienortes Martil. Entlang der gesamten Mittelmeerküste zwischen Martil und Ceuta, bekannt als Tamuda Bay, entstanden in den letzten Jahren zahlreiche Ferienresorts für den Strandtourismus.

Geschichte

3. Jh. v.Chr.: Die Phönizier gründen Tamuda Oppidum, den Vorläufer Tétouans. Die Römer zerstören die Siedlung und richten dort im 2. Jh. ein Militärlager ein. Die Ruinenstätte von Tamuda liegt 5 km südlich von Tétouan.

10. bis 12. Jh.: Verschiedene arabische Schriftsteller erwähnen eine Siedlung an der Stelle der heutigen Stadt.

1286: Sultan Abu Youssouf Yacoub al Marini errichtet erstmals eine Kasbah (Festung), die noch heute an gleicher Stelle besteht.

1307: Die Meriniden bauen oberhalb einer Berbersiedlung die befestigte Stadt Tétouan, um die Rebellen aus dem Rif-Gebirge zu kontrollieren. Wegen ihrer Nähe zum Meer entwickelt sich Tétouan zum Seeräuberstützpunkt.

1399: Heinrich II. von Kastilien (1379–1406) zerstört die inzwischen als Piratennest berüchtigte Stadt fast vollständig. Die Bewohner werden gefangen genommen, getötet oder vertrieben.

1492: Nach dem Fall von Granada verlassen viele Muslime und Juden Südspanien. Die andalusischen Flüchtlinge bauen unter Führung von Sidi Ali al Mandri die Stadt mit ihren Befestigungen (Kasbah, Stadtmauern) wieder auf. Es folgt ein wirtschaftlicher Aufschwung.

16./17. Jh.: Die Stadt erlebt eine Blütezeit als Handelszentrum. Aus Spanien vertriebene Morisken (zum Christentum konvertierte Mauren) kommen nach Tétouan. Die Medina wird erweitert – die heutigen Altstadtviertel gehen auf diese Zeit zurück.

1860–1862: Die Spanier besetzen Tétouan.

1913: Die Stadt fällt erneut unter spanische Administration. Bis zur Unabhängigkeit Marokkos im Jahr 1956 ist Tétouan Residenzstadt des spanischen Protektorats in Nordmarokko. Der Nationalist Abdelkhalek Torres (1910–1970) kämpft gegen die spanische Kolonialmacht.

1956: Ende des französischen Protektorats (seit 1912). Marokko wird unter König Mohamed V. unabhängig.

1997: Die Medina von Tétouan wird von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Orientierung

Tétouan gliedert sich grob in drei Teile: die Neustadt, das Ensanche-Viertel (das alte Kolonialviertel) und die Medina (arabische Altstadt). Die seit der Unabhängigkeit gewachsene Neustadt (Ville Nouvelle) erstreckt sich östlich und westlich der Medina. Sie wird von der Hauptstraße N 13 Richtung Martil bzw. N 16 Richtung Oued Laou sowie der Av. Hassan II. (am Südrand der Medina) durchzogen.


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Tétouan zeigt viel andalusischen Einfluss

Leben in Tétouan

Im Gegensatz zu vielen Ecken in Tanger wirkt Tétouan rundum sauber und aufgeräumt – die prächtigen Kolonialgebäude des spanisch geprägten Ensanche-Viertels erstrahlen in frischem Anstrich, die Kulturdenkmäler in der Medina wurden renoviert und mit mehrsprachigen Schildern versehen. Bis auf seltene Ausnahmen bleibt man in Tétouan meistens unbelästigt von aufdringlichen Händlern oder illegalen Stadtführern. Auch allein reisende Frauen fühlen sich in Tétouan mit großer Wahrscheinlichkeit auf Anhieb wohl.

Verirrt man sich einmal im Gassengewirr der Medina – was Neuankömmlingen zwangsläufig passieren wird –, findet sich immer ein hilfsbereiter Stadtbewohner, der den richtigen Weg weist. Auf jeden Fall sollte man sich darauf einstellen, mit Zeichensprache zu kommunizieren, denn nur wenige Einheimische sprechen französisch oder gar englisch, vor allem in der Medina. Am besten kommt man mit Spanisch über die Runden – ansonsten nur mit Arabisch.


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Wegen der Nähe zum Rif-Gebirge (Cannabisanbau) kann es durchaus vorkommen, dass junge Touristen von Haschischhändlern angesprochen werden. Vorsicht ist vor allem bei vermeintlich freundschaftlich gemeinten Einladungen von selbst ernannten „Studenten“ geboten.

Die meisten Touristen, die Tétouan besuchen, kommen aus dem eigenen Land, nur ca. 30% aus dem Ausland, vorwiegend aus Spanien und Frankreich. Tétouan ist bis heute nicht touristisch geprägt, und genau das macht – neben der spanisch-maurischen Architektur – den besonderen Reiz der Stadt aus.

In der Medina findet man, im Gegensatz zu beispielsweise Marrakesch, keine zu Souvenirmeilen umgewandelten Touristengassen. Hier kann man noch das ursprüngliche Alltagsleben einer arabischen Stadt beobachten: In den Souks verkaufen traditionell gekleidete Rifbäuerinnen Gemüse, um die Ecke drechseln Schreiner Fenstergitter, ein paar Schritte weiter in einer anderen Gasse kann man bergeweise Teekannen und Töpfe erstehen. Die Straße vor dem Centro Cultural Español und dem zugehörigen Cine Español verwandelt sich abends in einen riesigen Kleider- und Schuhmarkt. Und in den Cafés rund um den Place Hassan II. spielen die Männer Würfel- und Kartenspiele.

Tétouan profitiert zwar vom wachsenden Mittelmeertourismus in der Tamuda Bay zwischen den Städten Martil und Ceuta, aber seine Wirtschaft beruht hauptsächlich auf dem Handel und der Industrie. Vorwiegend werden Textilien, Steine und Ziegel sowie Zement gefertigt. Das Umland wird landwirtschaftlich genutzt, dort wachsen vor allem Olivenbäume für die Olivenölproduktion.

Die Ville Nouvelle bietet keine besonderen Sehenswürdigkeiten.

Das Ensanche-Viertel mit spanischer Kolonialarchitektur liegt westlich der Medina, zwischen Place Moulay el Mehdi, Av. Mohamed V. und dem Königspalast. Vor dem Eingang zur Medina, am Place Hassan II., thront der Königspalast (Palais Royal, Dar el Makhzen), den der amtierende König Mohamed VI. mit seiner Gefolgschaft regelmäßig besucht. Vom Place Hassan II. spaziert man durch einen kleinen Torbogen rechts neben dem Königspalast – dem Bab er Rouah („Tor der Winde“) – ins Herz der arabischen Altstadt.

Die kleine Medina von Tétouan ist eine der schönsten in Marokko und eine der beeindruckendsten in ganz Nordafrika. Seit 1997 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist umgeben von einer 5 km langen Stadtmauer mit sieben Toren. In den schmalen Gassen der Altstadt lässt man sich am besten einfach treiben – früher oder später verliert man ohnehin die Orientierung. Hier gilt es, das orientalische Leben, die bunten Märkte, das Stimmengewirr und die fremden Gerüche auf sich wirken zu lassen. In den Souks sind alle Handwerkszweige vertreten: Kupfer- und Silberschmiede, Tischler, Gerber, Töpfer, Babuschenmacher, Schneider etc. Die von Natursteinen umrahmten, weiß gekalkten Torbögen über den Gassen geben der Medina ein besonders malerisches Gesicht.

Dreisprachige Hinweistafeln auf Arabisch, Spanisch und Englisch informieren über die historischen Bauwerke in der Medina und erleichtern die Orientierung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Medinas in Marokko und anderswo sind in Tétouan sogar viele Gassen mit einem Straßenschild versehen.

Sehenswertes
Ensanche-Viertel (Spanisches Viertel)

Die Kolonialarchitektur im spanischen Viertel mit seinen Art-déco- und Barockelementen steht im starken Kontrast zur orientalischen Medina. Die Ensanche entstand in der ersten Hälfte des 20. Jh., als Tétouan die Hauptstadt des spanischen Protektorats in Nordmarokko war. „Ensanche“ bedeutet auf Spanisch „Außenbezirk“ oder „Stadterweiterung“ – und in der Tat erweiterte die spanische Kolonialregierung die islamische Altstadt um ein europäisches Viertel mit Gärten, öffentlichen Plätzen und Boulevards.

Place Moulay el Mehdi

Der Place Moulay el Mehdi liegt im Zentrum des Spanischen Viertels und ist ein guter Ausgangspunkt für einen Stadtbummel. Den begrünten Kreisverkehr schmücken eine große Fontäne und hohe Palmen. Von hier führen die Hauptstraßen sternförmig ab – zu Stoßzeiten kommt es an diesem Verkehrsknotenpunkt schon mal zu Staus. An der Westseite fällt sofort die katholische Kirche Notre Dame de la Victoire mit ockerfarbenem Anstrich auf; sie wurde 1919 gebaut. Hier finden noch regelmäßig Gottesdienste für die christliche Gemeinde statt. Meist sind die Pforten verschlossen, sodass die Kirche nur von außen zu betrachten ist.

An der Nordostseite – dort, wo die Avenue Mohamed V. abzweigt – liegen das Hauptpostamt und das spanische Konsulat (Consulado General de España) in einem prächtigen Kolonialgebäude.

Avenue Mohamed V.

Die wohl schönste Straße des Ensanche-Viertels ist die gepflasterte Fußgängerzone Av. Mohamed V., die vom Place Moulay el Mehdi ostwärts zum Place al Jala verläuft. Bis zu fünfstöckige weiße Kolonialhäuser mit geschmückten Fassaden, hübschen Erkern, grünen Fensterläden und schmiedeisernen Balkonen säumen die Prachtstraße.

Die meisten Häuser wurden renoviert und sind in einem guten Zustand. Im Erdgeschoss reihen sich Banken, Wechselstuben und Straßencafés aneinander. An der Ecke zur Av. Youssef Ibn Tachfine befindet sich die Touristeninformation (Office du Tourisme). Parallel zur Av. Mohamed V. verläuft die Av. Mohamed Torres Richtung Place Hassan II. Am Ende der Straße thront das prachtvolle, reich verzierte Gebäude des Centro Cultural Español (vgl. „Unterhaltung und Kultur“) mit dem Cine Español nebenan. Abends, wenn die Händler ihre Klapptische aufbauen, türmen sich Kleider- und Schuhberge vor dem Kulturzentrum.

Einkaufen/Sonstiges

1Grande Pharmacie du Nord

2Supermarché Maghreb Al Arabi

4Cafés Carrion

5Cafés Luna

13Marjane

15Dar Lebbadi

16Carrefour

18Ensemble Artisanal

Übernachtung

8Hotel Africa

9El Reducto

10Blanco Riad

11Dar Rehla

12El Yacouta

14Dar Nqiba by HB Hostels

17Ferma Jebala

Essen und Trinken

3Birjiss

5Cafés Luna

6Restinga

7La Union

9El Reducto

Direkt gegenüber, an der Ecke Av. Mohamed Torres/Av. Mohamed el Khatib, steht ein mehrstöckiges Wohnhaus mit achteckigem Eckturm, das Edificio de la Equitativa („Gebäude der Gerechten“). Im Erdgeschoss dieses ehemaligen Versicherungsgebäudes aus den 1940er Jahren befindet sich ein einfaches Straßencafé. Blickt man nach oben, entdeckt man in einem Bogenfenster im Turm eine Frauenfigur aus Backstein.

Musée d’Archéologie

Das Archäologische Museum existiert seit 1939 und zeigt Exponate aus der präislamischen Vergangenheit der Region, als das westliche Nordafrika zur römischen Provinz Mauretania Tingitana zählte.

Im Garten vor dem Museum finden sich islamische Grabstelen sowie Bauteile und Amphoren aus römischen Ruinenstätten in Marokko. Im Vestibül befindet sich das eindrucksvolle Mosaik „Drei Grazien“ aus der Ruinenstätte Lixus im Nordwesten Marokkos, das aus dem 2. Jh. v. Chr. stammt.

Im ersten Saal des Erdgeschosses sind Artefakte aus der Umgebung von Tétouan ausgestellt, z.T. Steinwerkzeug und alte Keramiken. Der zweite Saal dokumentiert die römischen Mosaike der Ruinenstätte Lixus, darunter figürliche Darstellungen von Venus und Adonis sowie Mars und Rhea Silvia. Die Vitrinen im Obergeschoss zeigen Fundstücke aus der römischen Siedlung Tamuda aus dem 4. Jh. v.Chr.: Schmuck, Keramik, Küchenutensilien, Bronzegegenstände etc. Tamuda liegt rund 5 km südlich von Tétouan.

Trotz der interessanten Ausstellungstücke wirkt das Museum etwas vernachlässigt und angestaubt.

Info: 2, Av. Mohamed Ben Hesain/Pl. al Jala, Mo bis Fr 10–18 Uhr, Eintritt: 10 DH.


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Blick auf den Turm des Dar Tair

Place Hassan II.

Nur wenige Schritte vom Place al Jala und dem Musée d’Archéologie entfernt liegt der ovale Paradeplatz Place Hassan II. am östlichen Ende der Av. Mohamed V. In manchen Stadtplänen heißt er auch Place el Feddane oder Place el Méchouar Said. Vier Springbrunnen und hohe Säulen zur Beflaggung umrahmen den großen Platz, der häufig mit Gitterzäunen abgesperrt ist, wenn Königsbesuch erwartet wird.

Das neben dem Königspalast auffälligste Gebäude ist sicher der zinnenbewehrte Turm des Dar Tair. Das „Haus des Vogels“ steht auf der Südseite des Platzes, ganz oben im Turm thront eine Bronzestatue mit einem Mann, der mit einem Adler kämpft.

Der heutige Königspalast (Palais Royal, Dar el Makhzen) war einst Sitz des Kalifen, der hier zu Zeiten des spanischen Protektorats als Vertreter des Sultans residierte. Der Palast wurde im 17. Jh. unter Sultan Moulay Ismail erbaut und 1948 restauriert. Touristen dürfen das Palais Royal nur von außen bewundern. Der Zutritt ist verboten, die Tore werden von Palastgarden bewacht.

Der Königspalast markiert den Übergang vom europäischen Viertel zur Medina (Altstadt). Rechts daneben führt das kleine Tor Bab er Rouah in die Souks, die Geschäfts- und Handwerkerviertel der Stadt. Südöstlich des Platzes liegt die Mellah – das historische Judenviertel befindet sich in den marokkanischen Städten traditionell in unmittelbarer Nähe des Sultanspalastes.

Die Medina (Altstadt)

Die Medina von Tétouan steht seit 1997 auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO. Der andalusische Einfluss auf Architektur und Kultur der Stadt begann bereits im 15. Jh., als Tausende Andalusier nach Nordmarokko flüchteten und Tétouan wiederaufbauten.

Die Medina von Tétouan ist zwar eine der kleinsten Marokkos, dafür aber – mit nur wenigen baulichen Veränderungen in den letzten Jahrhunderten – eine der authentischsten und intaktesten Altstädte des Landes. Sie ist umgeben von einer 5 km langen Stadtmauer mit sieben Stadttoren (Bab) und mehreren Wachtürmen (Borj).

Einige Hauptgassen führen als Querverbindungen von Bab zu Bab durch die Altstadt und bieten Zugang zu öffentlichen Plätzen sowie zu Medersas (islamischen Hochschulen), Moscheen, Hammams, Funduqs (Karawansereien) und Zaouias (islamischen Heiligtümern). Entlang der größeren Gassen spielen sich auch das Handwerk und der Handel ab. Die Souks gliedern sich dabei traditionell nach Handwerkszünften und Handelssparten. Nebengassen führen in die Wohnviertel, kleine Sackgassen zu den Eingängen der Häuser.

Die typischen arabischen Hofhäuser mit fensterlosen, kahlen Außenmauern öffnen sich nach innen zum Hof, in dessen Mitte häufig ein Brunnen plätschert. In Tétouan gab es schon im 15. Jh. eine Kanalisation aus unterirdischen Rohrleitungen, die das Wasser von den Quellen am Höhenzug Djebel Dersa zu den öffentlichen Brunnen, Dampfbädern, Moscheen und Fontänen in den Hofhäusern leiteten. Noch heute werden einige Brunnen von diesen antiken Kanälen bewässert.

Ein Rundgang durch die Medina beginnt man am besten am kleinen Tor Bab er Rouah („Tor der Winde“) südlich des Königspalastes, also am östlichen Ende des großen Paradeplatzes Place Hassan II.

Die Mellah

Biegt man noch vor dem Bab er Rouah rechts in die Gasse el Quds (später Rue Haifa) Richtung Süden ab, so erreicht man die Mellah, das alte Judenviertel, das sich in allen marokkanischen Städten in der Nähe des Sultanspalastes befindet.

Hier siedelten sich ab 1492 die aus Andalusien vertriebenen Juden an. Die Mellah in ihrer jetzigen Form ließ Sultan Moulay Slimane (um 1760–1822) ab 1807 errichten. Im Gegensatz zu den Hofhäusern in den arabisch-islamischen Vierteln besitzen die Wohngebäude hier Balkone, Erker und Außenfenster.

In der Gasse el Quds verkaufen Händler jede Menge leckere Datteln und Nüsse – ein idealer Snack und eine optimale Stärkung für den Citybummel. Am Ende der Gasse, die nun Rue Haifa heißt, ragt das weiße Minarett der erst 1980 erbauten Moschee Al-Andalus in den Himmel.

In dem ruhigen Wohnviertel erinnern heutzutage nur noch wenige Straßennamen wie Gaza und Haifa sowie die Bauweise der Häuser an die Zeit, als noch vorwiegend Juden das Viertel besiedelten. Heute leben kaum noch Juden in der Mellah. Interessierte können sich die 1889 errichtete Synagoge Isaac Bengualid (7, Rue Isaac Bengualid) zeigen lassen. Am besten, man fragt sich in der Umgebung der Synagoge nach einer Person durch, die einem die Tür öffnen kann.

Die Souks

Die Souks sind das geschäftige Handels- und Handwerkszentrum Tétouans. Das kleine Tor Bab er Rouah mit seinem hübschen Backsteinbogen links neben dem Königspalast führt ins Viertel der Goldjuweliere. Direkt hinter dem Tor sollte man einen Blick in den schönen Innenhof der Gewerkschaft Union Marocaine du Travail auf der rechten Seite werfen. Hinter dem Bab er Rouah reihen sich unter dem schattigen Arkadendach der Gasse Ahmed Torres die Läden der Goldhändler aneinander.

An der nächsten Kreuzung geht es links in die Gasse el Kazdarin, auf der man nach wenigen Schritten einen kleinen Platz mit Bäumen erreicht, den Souk el Hout al Kedim mit dem Fisch- und Fleischmarkt. Hier verkaufen Händler neben Lebensmitteln auch die typischen rot-weiß und manchmal blau gestreiften Wolltücher der Rifbauern (mendil).

Vom Platz führt die kleine Gasse Jamaa el Kasbah durch einen Torbogen unter der mächtigen Mauer in die alte Kasbah von Tétouan. Dieses Festungsviertel, ursprünglich 1286 von der Berberdynastie der Meriniden errichtet, wurde im späten 15. Jh. von Sidi Ali al Mandri, der als Begründer Tétouans gilt und die Stadt lange regierte, umgebaut. Damals erhielt die Kasbah ihre heutige Form.

Folgt man der Gasse Yamaa el Kasbah einmal um die Ecke links, so läuft man direkt an der Kasbah-Moschee vorbei. Ihr Eingang befindet sich am Souk el Hout; Nicht-Muslime haben jedoch keinen Zutritt. Die Moschee wurde ebenfalls im 15. Jh. unter Sidi Ali al Mandri erbaut.

Einmal um die Moschee herumspaziert, durch einen Backsteinbogen, findet man in der nächsten Gasse auf der linken Seite den Backofen Horno el Kasbah. Er stammt aus dem 15. Jh. und war der erste der Stadt. Solch ein Backofen und die zugehörige Bäckerei sind Teil der typischen Quartierausstattung einer islamischen Altstadt. Denn jedes Wohnviertel verfügt über eine eigene Infrastruktur mit einer kleinen Moschee, einem Souk, einer Bäckerei, einem Trinkbrunnen und einem Hammam.

Durch einen überdachten Gang geht es links auf den Place Ghersa Kebira; hier befindet sich der große Textiliensouk. In den vielen Läden werden hauptsächlich westliche Shirts, Hosen und industriell gefertigte Teppiche angeboten. Auf der Westseite des Platzes befindet sich das auffällige Eingangsportal zur Medersa Loukach (s.u.).

Von dort geht es rechts weiter entlang der Gasse el Kazdarin nordwärts. Hier reihen sich Läden mit Babuschen (Lederpantoffeln), Ledertaschen und -gürteln aneinander. Es empfiehlt sich, einen Blick in die Sackgasse Derb Chorfa Ouazan auf der linken Seite zu werfen: Dort stehen mehrere historische Hofhäuser dicht nebeneinander, in denen im 18. Jh. wichtige Persönlichkeiten der Stadt lebten. Schilder an den Türen informieren über ihre Geschichte. Wer anklopft, darf vielleicht einen Blick ins Innere werfen.

Weiter entlang der Hauptgasse (die Fortsetzung der el Kazdarin heißt Rue el Mkadem) Richtung Norden erreicht man den Souk el Foqui – hier hängt der Duft von Gewürzen und traditionellen Heilmitteln in der Luft.

Rechts weiter gehend, passiert man das Eingangsportal des islamischen Heiligtums Zaouia Sidi Ali Baraka von 1708 und gelangt durch das Tischlerviertel schließlich zum nördlichen Stadttor Bab Mkabar. Gegenüber dem Tor fallen sofort die prachtvollen Steinmetzarbeiten am Eingangsportal der Zaouia al Harrakia auf. Das Heiligtum wurde 1828/29 von Sidi Mohamed el Harrak gegründet. Der Sufist und Poet starb 1845 in Tétouan und liegt in dieser Zaouia begraben.

Ein kleiner Durchgang gegenüber der Zaouia und rechts vom Bab Mkabar führt in einen Gerberhof. Hier gerben und färben die Männer seit dem 15. Jh. in fast unveränderter Technik Ziegen- und Schafsleder in großen Bottichen. Dieser mittelalterlich anmutende Anblick, verbunden mit Schmutz und Gestank, ist nichts für empfindliche Naturen.

Mit dem Bab Mkabar hat man das nördliche Ende der Medina errreicht. Jenseits des Stadttors, außerhalb der Stadtmauer, erstreckt sich ein riesiger islamischer Friedhof mit von Pflanzen überwucherten Grabsteinen den Hang hinauf.

Medersa Loukach (Musée du Patrimoine Religieux)

Die renovierte Medersa gilt als Musterbeispiel einer alten islamischen Hochschule. Das heutige Museum beeindruckt nicht nur mit seiner typisch maurischen Hofhausarchitektur, sondern zeigt auch interessante religiöse Exponate aus ganz Nordmarokko.

Die islamische Medersa mit angeschlossener Moschee wurde 1758 von Sultan Sidi Mohamed Ibn Abdallah (1710–1790) und Kaid Omar Loukach gegründet – ein Kaid ist im Maghreb ein Führer mit Herrscherbefugnissen. In den marokkanischen Medersen beschäftigten sich die Studenten aus der Region nicht nur mit islamischer Religionswissenschaft, sondern auch mit Recht und Literatur. Die Hochschulen dienten gleichzeitig als Studentenwohnheim.

Seit 2004 ist in der gekonnt renovierten prächtigen Medersa ein Religionsmuseum untergebracht. Hier kann man die typische Architektur eines traditionellen Hofhauses, des Riads, bewundern: Den zum Himmel offenen Innenhof mit Orangenbäumen und Springbrunnen umgibt ein Arkadengang. An den Seiten befinden sich die Eingänge zu den ehemaligen kleinen Studentenzimmern, die nun als Ausstellungsräume dienen.


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In den Souks

Im Erdgeschoss findet man antike religiöse Gegenstände wie hölzerne Gebetstafeln und Minbars (Gebetskanzeln) sowie religiöse Schriften, etwa einen auf 1604 datierten Koran aus der Großen Moschee in Taza, einer Stadt im Rif-Gebirge. Die Ausstellungsräume im Obergeschoss widmen sich den Themen Zeit (mit antiken Uhren aus verschiedenen marokkanischen Städten) und Zaouias (islamische Heiligtümer). Fotos und alte Bauelemente dokumentieren den Zustand der Medersa vor ihrer Renovierung. Wegen der unmittelbaren Nachbarschaft zum Königspalast darf die Dachterrasse mit Ausblick nur betreten werden, wenn der König nicht in der Stadt weilt.

Info: am Place Ghersa Kebira, Di bis So 10–17 Uhr, Eintritt: 10 DH.

Wegbeschreibung: Vom Pl. Hassan II. gelangt man durch das Bab er Rouah in die Medina (Gasse Ahmed Torres); an der nächsten Kreuzung links in die Gasse el Kazdarin, am kleinen Platz Souk el Hout geradeaus weiter, nach ca. 50 m rechts zum Markt Ghersa Kebira, an dessen Westseite der Eingang zu dem Museum liegt.

Entlang der Stadtmauer

Die Häuser der Medina liegen oberhalb eines Felsabbruchs eng an der Stadtmauer. Unterhalb des Felsabbruchs führt ein Weg durch den Jardin Moulay Rachid. Mehrere kleine Stadttore führen ins Innere der Medina.

Vom Place Moulay el Mehdi abwärts gehend, erreicht man die Av. Moulay Abass mit einer schönen Aussicht auf das weiße Häusermeer von Tétouan und die Berge im Süden. Eine breite Treppe führt hinunter bis zur palmengesäumten Av. Hassan II.

Läuft man weiter entlang der Av. Moulay Abass, die in die Av. Hassan I. übergeht, fällt links oberhalb der Straße ein weißes Kuppelgebäude mit schönem Torbogen ins Auge: Es ist der Marché Central, auf dem vor allem am Vormittag reger Betrieb herrscht.

Unterhalb des Felsabbruchs, auf dem die Mauern der Medina thronen, führt eine hübsche Fußgängerpromenade durch den kleinen Jardin Moulay Rachid, der sich parallel zur verkehrsreichen Av. Hassan I. erstreckt. Im Volksmund heißt diese grüne Oase zwischen Neu- und Altstadt Riad al Ochak, „Garten der Verliebten“. Hier kann man zwischen Blumenbeeten, alten Bäumen und Springbrunnen etwas Ruhe und Entspannung finden.

Nur wenige Schritte weiter liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Av. Hassan I. ein auffälliges weißgrünes Gebäude – mit seinen Türmchen wirkt der Alte Bahnhof eher wie eine kleine Burg. Hier entstand in den letzten Jahren ein Zentrum für moderne Kunst (Centre d’art moderne, Di bis Sa 9–19 Uhr, Eintritt: 60 DH).

Vom Alten Bahnhof geht es wieder durch den Jardin Moulay Rachid. Direkt am Café Riad Ouchal vorbei führt eine Treppe aufwärts zum Bab Remouz; das verfallende Stadttor wurde Anfang des 16. Jh. errichtet. An der Mauer oberhalb reihen sich Kanonen aneinander. Vom Tor geht es erneut abwärts und entlang der Stadtmauer bis zu einem weiteren Eingang in die Medina.

Weiter durch den Park unterhalb des Felshangs erreicht man schließlich den Eingang zum Musée d’Ethnographie (s.u.) kurz vor dem beeindruckenden Bab Oqla.

Bab Oqla

Das wohl schönste Stadttor der Medina ist das ockerfarbene, zu Beginn des 16. Jh. erbaute Bab Oqla (auch Bab Okla) an der Ecke Av. Mohamed Amezian/Av. Lamfadal Afilal. An dessen Innenseite liegt ein schöner, mit Mosaiken verzierter Trinkwasserbrunnen. Hier findet jeden Tag ein Obst- und Gemüsemarkt statt. In unmittelbarer Nachbarschaft des Tors liegen zwei wichtige Sehenswürdigkeiten der Stadt: das Musée d’Ethnographie und die École des Métiers d’Arts.

Musée d’Ethnographie

Das Ethnografische Museum gleich südlich des Bab Oqla gibt es bereits seit 1948 an diesem Platz. Es ist in einer historischen Festung untergebracht, die der Alaouitensultan Moulay Abderrahman 1830/31 errichten ließ. Wie in den übrigen Museen der Stadt sind auch hier Touristen nicht alltäglich: Der Kassenwärter sperrt auf, knipst die Lichter in den Räumen an und nach dem Besuch wieder aus.

Das Erdgeschoss widmet sich dem Kunsthandwerk, das in der Region eine lange Tradition hat. Es werden Keramikarbeiten aus der Königsstadt Fès und der Oued-Laou-Region (Mittelmeerküste), Werkzeuge zur Lederverarbeitung sowie alte Eisen- und Bronzegegenstände aus Tétouan ausgestellt.

Im Obergeschoss fühlt man sich wie in einem orientalischen Palast mit seinen typischen Architekturmerkmalen: Zedernholzdecken, Mosaike und Rundbögen. Hier bewundert man wertvollen, in Tétouan gefertigten Schmuck aus dem 19. und 20. Jh. Geradezu glamourös wirken die bestickten Kaftane und klassische Hochzeitsgewänder des 19. Jh. Weitere Vitrinen stellen traditionelle Musikinstrumente vor. Der zentrale Raum im Obergeschoss zeigt die typische Ausstattung eines marokkanischen Salons: umlaufende Sitzpolster auf Teppichen, niedrige Tische, bemalte Holztruhen etc.

Der Orangenbaumgarten mit Blick auf die Kunsthandwerksschule École des Métiers d’Arts gegenüber wirkt etwas ungepflegt. Sehenswert sind die gusseisernen Kanonen auf der Mauer.

Info: 65, Bab Oqla, Eingang über die Stadtmauer an der Av. Mohamed Amezian, Tel. 0539 97 05 05, Di bis Sa 10–18 Uhr, im Ramadan bis 15 Uhr, Eintritt: 10 DH.

École des Métiers d’Arts

An der Kunsthandwerksschule direkt gegenüber des Stadttors Bab Oqla lernen Studenten aus ganz Nordmarokko die marokkanischen Kunsthandwerkstechniken: von Kalligrafie und Kunstschmiedearbeiten über Intarsienkunst, Stickerei und Lederbearbeitung bis zum Teppichknüpfen. Die Schule, untergebracht im Stadtpalast Dar Sanaa, wurde 1925 gegründet, um das andalusisch-marokkanische Kunsthandwerk als kulturelles Erbe des Landes und der Stadt Tétouan zu bewahren.

Interessierte Touristen können die Schule besuchen und den Studenten bei der Arbeit zusehen. Im Ramadan herrscht kein Lehrbetrieb, aber allein die Architektur des prächtigen andalusisch-maurischen Palastes ist sehr sehenswert. Die Arkadensäulen im Innenhof schmücken prächtige Mosaike, die Decke zieren Zedernholzschnitzereien. Vitrinen um den Innenhof zeigen besonders filigran gearbeitetes Kunsthandwerk: Keramik, Silberschmuck, Dolche, Stickereien, Lederwaren und Intarsienarbeiten (Holzdekoration). Besonders bemerkenswert sind die kunstvoll bemalten Holztüren und -decken in diesem typisch gestalteten Stadtpalast.

In den Ausstellungsräumen im Obergeschoss findet man verschiedene Werke der Studenten: Kalligrafien, Holzmöbel, Lampen, Spiegel, Ziselierarbeiten (Metallbearbeitung) und Stickwaren wie Tücher, Dschellabas und Kissen. Man sollte unbedingt einen Blick in den herrlichen Garten mit Palmen, Orangenbäumen, Oleander, Bananen und einem Mosaikbrunnen werfen.

Info: Av. Mohamed Amezian, Di bis Sa 10–18 Uhr, Eintritt: 10 DH.

Praktische Informationen
Informationen für Touristen

Office du Tourisme, 30, Av. Mohamed V., in der Nähe des Pl. Moulay el Mehdi, Ensanche-Viertel, Tel. 0539 96 19 15/16. Leider ist im Saal im EG häufig niemand anzutreffen, dann einfach die Treppe nach oben gehen und an einem der Büros klopfen.

In einigen touristischen Einrichtungen sowie Hotels und Gästehäusern liegt die hilfreiche, monatlich erscheinende französischsprachige Broschüre „Tanger-Tétouan Pocket“ mit Veranstaltungstipps und vielen Adressen aus (digital unter www.tangerpocket.com).

Unterkunft

Zur Zimmerausstattung vieler Unterkünfte in Tétouan gehört zwar eine Heizung, aber keine Klimaanlage. Diese wird allerdings in Anbetracht des angenehmen Bergklimas selbst im Hochsommer nur selten gebraucht.

Mittelklasse

10 Blanco Riad, 25, Rue Zaouia Kadiria, Medina, www.blancoriad.com, Tel. 0539 70 42 02. Das wunderschöne Hofhaus mit weißen Arkadengängen, Stuckverzierungen, Springbrunnen und rotem Natursteinboden ist schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Die in den traditionellen Salons untergebrachten Zimmer verbinden marokkanischen Stil mit zeitgemäßem Design: Es gibt moderne Bäder mit Fossilienwaschbecken, Satelliten-TV (deutsche Sender) und Klimaanlage. In der großen Suite „Aicha“ fühlt man sich wie in 1001 Nacht. Dachterrasse mit Ausblick, Frühstücksterrasse im Hinterhof, feines Restaurant (Essen auf Bestellung), kleine Boutique. Günstige Lage am Rande der Medina in unmittelbarer Nähe des Pl. Hassan II. WLAN.

11 Dar Rehla, 3, Rue Habibi, Seitengasse der Rue Niyarin, Quartier Tranqat, Medina, Tel. 0539 71 17 68, www.darrehla.net. Fünf eher modern als traditionell gestaltete Zimmer mit Bad gruppieren sich um den Innenhof eines alten Stadthauses mitten in den Souks. Dachterrasse mit Ausblick. WLAN.

12 El Yacouta, km 2, Route de Ceuta (außerhalb Richtung Ceuta), Tel. 0539 99 69 79, www.hotelyacouta.com. Ordentliches und freundliches Mittelklassehotel im altmodisch-marokkanischen Stil, mit Pool.

9 El Reducto, 38, Rue Zaouia Kadiria, nur ca. 100 m vom Blanco Riad auf der rechten Seite, Medina, www.elreducto.com, Tel. 0539 96 81 20. Der ehemalige Palast eines spanischen Premierministers mit üppigen Stuck- und Zedernholzschnitzereien im Innenhof und den gold-grünen Fliesen wirkt beinahe etwas kitschig. Die originellen Zimmer sind im gleichen Stil eingerichtet und atmen arabische Palastatmosphäre. Auf der Dachterrasse laden schattige Polsterecken zum Relaxen ein. Sehr gute marokkanische Küche gibt es im gleichnamigen Restaurant (vgl. „Essen und Trinken“).

Günstig

In der Gasse Caid Ahmed (vom Platz beim Königspalast nördlich abzweigend) reihen sich mehrere sehr einfache Travellerhotels aneinander.

14 Dar Nqiba by HB Hostels, 3, Rue Slaoui, Jamaa Kbir, Medina. Das Haus aus dem 18. Jh. nahe der Großen Moschee im Herzen der Medina wurde zu einer gepflegten Traveller-Unterkunft umgestaltet. Zwei gemischte Schlafsäle (mit je 8 Betten), einfaches (kleines) Bad/WC am Gang, WLAN, nette Dachterrasse.

17 Ferma Jebala, Halouma, Route Torreta, Douar Kitan, etwa 8 km südlich von Tétouan (von der N 16 Richtung Oued Laou rechts auf die Route Torreta abbiegen), Mobil 0631 53 92 52, http://fermajebalatetouan.com. Diese Ecolodge auf einem ruhigen Farmgelände hat hübsche Bungalows mit Bad und Terrasse sowie Ausblick auf die Berge des Rifs; außerdem gibt es drei Doppelzimmer und einen Schlafsaal (15 Euro/Nacht, Gemeinschaftsbad). Pool, Parkplatz, WLAN.

8 Hotel Africa, 17, Rue Caid Ahmed, Gasse westlich des Königspalastes und des Pl. Hassan II., Medina, Tel. 0539 70 15 20, Mobil 0604 66 94, www.hotelafrica.org. Sehr einfache Budget-Unterkunft mit sauberen Duschen und Toiletten auf dem Gang, Dachterrasse mit Blick auf den Königspalast und die Berge. Der freundliche Besitzer spricht ein bisschen deutsch und raucht gerne marokkanische Pfeife (sebsi).

Essen und Trinken

In den Cafés rund um den Paradeplatz Place Hassan II. sitzen hauptsächlich einheimische Männer, rauchen, trinken Tee oder spielen Würfel- und Brettspiele. Allein reisende Frauen sollten diese Lokale eher meiden, denn die arabischen Cafés sind traditionell den Männern vorbehalten. In den modernen Cafés an der Av. Mohamed V. sind Frauen besser aufgehoben.

3 Birjiss, 36, Av. Mohamed V., Ensanche-Viertel, Tel. 0539 71 22 22. Stets gut besuchtes günstiges Schnellrestaurant, das farbenfroh und gemütlich eingerichtet ist. Auf der Karte stehen Pizza, Spaghetti, Sandwiches, Brochettes (gegrillte Fleischspieße) und Salate.

5 5 Cafés Luna, 1, Av. 10 Mai/Pl. Moulay el Mehdi, Ensanche-Viertel. Kombination aus Laden und Straßencafé mit verschiedenen Kaffeesorten der in Nordmarokko populären Marke „Cafés Luna“ – ein tolles Mitbringsel für Kaffeeliebhaber.

9 El Reducto, 38, Rue Zaouia Kadiria, Medina (vgl. „Unterkunft“), tägl. 11–16 und 19–23 Uhr. Im Innenhof des Palastes, das auch als Gästehaus fungiert, genießt man hervorragendes Couscous und Tajine in plüschiger Atmosphäre. Kulinarischer Tipp: Fleisch-Tajine mit Mandeln und Pflaumen (Tajine au Viande avec Pruneaux et Amandes). Mittleres Preisniveau, Alkoholausschank.

7 La Union, im Hinterhof an der Südseite des Pl. al Jala, Zugang durch die Arkaden oder über die Av. Mohamed Torres gegenüber vom Centro Cultural Español (Instituto Cervantes). In diesem einfachen Restaurant unter roten Markisen herrscht abends ab 20 Uhr Hochbetrieb. Hier sitzen zwar nur Männer, aber Touristinnen bleiben unbelästigt. Simple, schmackhafte und schnelle Gerichte zu sehr günstigen Preisen.

6 Restinga, 21, Av. Mohamed V./Ecke Sidi Mandri, Ensanche-Viertel, tägl. ab 12 Uhr. Die Plastikstühle des einfachen, aber ordentlichen Restaurants verstecken sich im Hinterhof unter einem Baum. Hier bekommt man große Portionen von leckerem Hühnchen, Couscous, Brochettes (gegrillte Fleischspieße) sowie Fisch mit Pommes oder Reis (ab 40 DH). Flotter Service und Bierausschank.

Einkaufen

4 Cafés Carrion, 4, Av. Mohamed Torres, Ensanche-Viertel, www.cafescarrion.net. Nostalgischer, kleiner Laden der ältesten Kafeerösterei Marokkos, der verschiedene Kaffeesorten in Bohnenform oder gemahlen offeriert.

15 Dar Lebbadi, 40, Derb Jannoui, nahe der Großen Moschee, Medina, Tel. 0539 97 38 56, tägl. 9–20 Uhr. Der prachtvolle Palast von 1903 wurde in einen Teppich- und Souvenirladen umfunktioniert. Es gibt Keramik, Teegläser, Babuschen (Lederpantoffeln), Teppiche etc. Die aufgeklebten Preise sind verhandelbar. Sehenswert, auch wenn man nichts kauft.

18 Ensemble Artisanal, Ecke Av. Hassan V./Av. Hassan I., Neustadt, tägl. 8–20 Uhr. In der großen Verkaufshalle gibt es eine riesige Auswahl an marokkanischem Kunsthandwerk zu Festpreisen.

Marché Central, zwischen Av. Oued el Makhzen (Hintereingang) und Av. Hassan I. (großes weißes Gebäude mit Bogentor). Im Zentralmarkt gibt es Obst, Gemüse, Fisch, Gewürze, kurz: alles, was das Herz begehrt. In den Gassen rundherum werden Datteln verkauft.

2 Supermarché Maghreb Al Arabi, Pl. al Adala, Neustadt, Mo bis Sa 9–23 Uhr, So 9–11 Uhr. Kleiner Supermarkt, in dem man auch Mitbringsel wie Kaffee aus Tétouan, Arganöl und Amlou (leckere Arganölpaste mit Honig und Mandeln) bekommt.


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Hoteleinrichtung im El Reducto

13 Marjane, ca. 6 km außerhalb an der N 13 Richtung Ceuta/F’nideq, tägl. 9–22 Uhr. Großer Supermarkt, ideale Versorgungsstation für Camper. Kein Alkohol.

16 Carrefour, Av. Casablanca (am Kreisverkehr, wo die N 16 nach Oued Laou und die N 13 nach Tanger abgeht), tägl. 8–21 Uhr. Großer Markt der französischen Kette. Alkoholverkauf getrennt vom Supermarkt mit separatem Eingang.

Unterhaltung und Kultur

In den Cafés im Norden des Place Hassan II., unmittelbar vor dem Königspalast, herrscht jeden Abend lustiges Treiben: Männer sitzen zusammen und amüsieren sich bei Domino, Brett- und Würfelspielen. Kontaktfreudige (männliche) Touristen dürfen sicher mal mitspielen.

In Tétouan gibt es – anders als in Tanger – kein ausgeprägtes Nachtleben und weder Bars noch Clubs. Für Reisende, die des Spanischen mächtig sind, empfiehlt sich ein Besuch im Kino (Cine Español) des Centro Cultural Español, hier laufen täglich spanischsprachige Filme.

Centro Cultural Español (Instituto Cervantes), 3, Av. Mohamed Torres, www.tetuan.cervantes.es, Tel. 0539 96 70 56. Hier dreht sich alles um die spanische Sprache: Angeboten werden Spanischkurse und Kulturveranstaltungen, es gibt eine Bibliothek mit Lehrbüchern sowie spanischer und lateinamerikanischer Literatur.

Taxis

Die Petits Taxis in Tétouan sind gelb. Die Taxifahrer schalten in der Regel das Taxameter ein, sodass eine Fahrt im Stadtgebiet nicht mehr als 30 DH kosten sollte. Haltestelle an der Ecke Bd. Moukaouama/Av. Sidi el Mendri.

Die blauen Grands Taxis (Sammeltaxis) für Fahrten in die Umgebung oder nach Tanger nehmen bis zu fünf Personen mit. Sie halten z.B. im Ensanche-Viertel, an den beiden Busbahnhöfen (s.u.), in der Av. Maarakat Anoual und in der Av. Moulay Abbas.

Stadtbusse

In der Neustadt entlang der Av. Hassan I. und in den Vierteln östlich der Medina verkehren Stadtbusse. Die Sehenswürdigkeiten im Ensanche-Viertel und in der Medina kann man jedoch alle zu Fuß erreichen, sodass man eigentlich keinen Bus braucht.

Fernverkehrsbusse

Der zentrale Busbahnhof (gare routière) für die meisten Privatbuslinien liegt im Süden der Stadt an der Umgehungsstraße Richtung Tanger und Chefchaouen, Tel. 0539 99 30 41. Der CTM-Busbahnhof liegt an der Av. Hassan II. in einer großen Halle unterhalb der Medina (Altstadt) und des Ensanche-Viertels. Wer hier ankommt und zur Medina möchte, marschiert am besten gleich die breite Treppe auf der anderen Straßenseite hinauf zum großen Kuppelgebäude des Marktes und an diesem vorbei Richtung Königspalast (Place Hassan II.).

Verbindungen und Preise

Rabat – Casablanca: 6x tägl. CTM-Busse, nach Rabat ab 4 Std., ab 70 DH, nach Casablanca ab 5¾ Std., ab 90 DH; vom Bahnhof Casa-Port fahren Züge zum Airport.

Tanger: 6x tägl. mit CTM, ca. 1½ Std., 25 DH.

Asilah: Es gibt keine CTM-Busse, man muss also entweder über Tanger oder Larache reisen (Bus 4x tägl.) oder den Supratours-Bus nehmen (4x tägl. vom CTM-Busbahnhof zum Bahnhof von Asilah).

Chefchaouen: 7x tägl. mit CTM, ab 45 Min., 25 DH.

Larache: 4x tägl. mit CTM, ab 1¾ Std., ab 35 DH.

Al Hoceima – Nador: 2x tägl. (frühmorgens und spätabends) mit CTM, nach Al Hoceima ca. 7 Std., 115 DH, nach Nador ca. 10 Std., 145 DH.

Tiznit: 1x tägl. (nachmittags) mit CTM, 370 DH, Fahrzeit ca. 14 Std.

Fès: 7x tägl. mit CTM, ab 100 DH, 10x tägl. mit anderen Privatbussen, Fahrzeit ca. 5 Std.

Viele weitere Verbindungen mit verschiedenen Privatbuslinien vom Gare routière.

Sonstiges
Parken

Für bewachte Parkplätze muss eine Tages- oder Stundengebühr an den Parkplatzwächter entrichtet werden. Am Park nahe des Stadttors Bab Tout (Eingang zur Medina) gibt es einen großen Parkplatz (8 DH für die erste Stunde, 4 DH für jede weitere).

Apotheke

1 Grande Pharmacie du Nord, 11, Av. Mohamed V., Ensanche-Viertel, Tel. 0539 96 22 07.

Apothekendienst Tétouan: Tel. 0539 96 62 39.

Krankenhäuser

Rettungsdienst (Notruf): Tel. 15 oder 150.

Notfalldienst Tétouan: Tel. 177.

Hôpital Civil, Av. Abdelkhalek Torres, Route Martil, außerhalb des Zentrums, Tel. 0539 97 24 30.

Klinik des Roten Kreuzes, Rue du Croissant Rouge, Neustadt, Tel. 0539 70 13 10.

Polizei

Sûreté Nationale (Polizei-Hauptquartier), Av. Hassan II., Tel. 0539 70 29 62.

Post und Banken

Die Hauptpost liegt am Place Moulay el Mehdi/Ecke Av. Prince Héritier.

Mehrere Banken sind in der Av. Mohamed V. anzutreffen.

Feste/Veranstaltungen

Festival International du Cinéma Méditerranée, internationales Filmfestival im März; Infos unter https://festivaltetouan.org.

Festival du Luth, dreitägiges Musikfestival im Mai.

Festival International de la Bande Dessinée, Comicfestival im April.

Festival du Court Métrage Méditerranée, Kurzfilmfestival im Oktober, www.ccm.ma.

Ausflüge

Von Tétouan bieten sich Ausflüge zu den Stränden an der nördlichen Mittelmeerküste (Tamouda Bay) bei Martil, Cabo Negro, M’diq und F’nideq an (vgl. vorhergehende Route). Dafür mietet man sich entweder ein Grand Taxi für den ganzen Tag an oder nimmt ein Sammeltaxi ab Av. Moulay Abbas. Außerdem verkehren fast stündlich Busse nach F’nideq. Sehr lohnenswerte Ausflugsziele sind auch das weißblaue Städtchen Chefchaouen im Rif-Gebirge (siehe weiter unten) sowie Asilah an der Atlantikküste (vgl. „Die nördliche Atlantikküste“). Wer sich für Archäologie interessiert, kann auf dem Weg nach Asilah den Cromlech von M’Soura besichtigen – der Ring aus 167 Monolithen liegt ca. 18 km südöstlich von Asilah (vgl. bei Asilah „Ausflüge“).

Von Tétouan nach Chefchaouen

60 km ab Tétouan, N 2.

Eine gute Asphaltstraße führt durch abwechslungsreiche Landschaft mit herrlichen Ausblicken auf die Berge, mit kleinen Dörfern, Olivenhainen und im Frühjahr sattgrünen Feldern. In den Ausläufern des Rif-Gebirges gibt es Nadel- und Eichenwälder, viele Vögel und Wildschweine. Alternativ kann auch die N 16 bis Oued Laou und von dort weiter nach Chefchaouen gewählt werden.

Mehrmals täglich Busverbindung nach Chefchaouen (siehe bei Tétouan).

4 km hinter Tétouan zweigt links die Straße nach Chefchaouen, Ouezzane und Fès ab (N 2), geradeaus geht es nach Tanger.

52 km nach Tétouan führt links die Asphaltstraße nach Oued Laou (zur N 16, vgl. nächste Route) ab. 2 km weiter geht es links nach Chefchaouen, die Straße trifft bei Derdara wieder auf die N 2. Geradeaus gelangen Eilige direkt nach Ouezzane (N 13) bzw. nach Ketama (N 2) – ein Abstecher nach Chefchaouen lohnt sich aber auf jeden Fall.

Nach 60 km ist das Städtchen Chefchaouen erreicht (siehe weiter unten). Hier beginnt der Hauptkamm des Rif-Gebirges. In seiner Gesamtheit reicht das Rif von Tanger bis zum Oued Moulouya, in den Karten und der Literatur wird jedoch deutlich zwischen dem Bergzug Djabal Tanger, der sich vom Atlantik bis nach Chefchaouen erstreckt, und dem Kerngebirge des Rif (Ar-Rif) ab Chefchaouen unterschieden.

Von Tétouan entlang der Küste nach Al Hoceima

236 km (ohne Abstecher), N 16.

Die Asphaltstraße ist bis Nador breit ausgebaut. Die Strecke ist landschaftlich grandios! Über viele Kilometer bieten sich tolle Ausblicke von der Steilküste hinunter zum Meer, aber leider gibt es abseits der Orte kaum Möglichkeiten, ans Wasser zu kommen. Ab Tharga thront ab und zu ein Gendarmerieposten auf einem Felsen über dem Meer, auch in den Flussmündungen bei den Orten sind Gendarmen postiert – sie sollen den Menschen- und Drogenschmuggel nach Spanien verhindern. Belästigung durch Drogenhändler gibt es hier keine. Im Al-Hoceima-Nationalpark können Naturliebhaber Wanderungen unternehmen und Vögel beobachten.

Von mancher Flussmündung gelangt man auf die der Steilküste vorgelagerten Strände. Manchmal verbietet das Militär Camping am Strand, an der Strandpromenade in größeren Orten werden Wohnmobile jedoch akzeptiert.

Es verkehren Busse und Sammeltaxis (vgl. bei Tétouan) nach Oued Laou und Al Hoceima. Der Bus fährt nicht nach Kalah Iris.

Tétouan auf der Av. Abdelkhalek Torres (Verlängerung der Av. Hassan I.) in Richtung Osten (Martil, Cabo Negro) verlassen. 4 km hinter dem Zentrum geht es an einem Kreisverkehr rechts nach Oued Laou/Tanger ab. Erst Richtung Westen fahren, dann bei km 6 an einem weiteren Kreisel links nach Oued Laou abbiegen (beschildert „N 16/Al Hoceima“, nach Tanger weiter geradeaus, N 35°33,891’, W 05°21,232’).

Die Route führt durch Siedlungen und hügelige Landschaft mit Feigenkakteen und Getreidefeldern, im Frühjahr grünt und blüht es.

Bei km 18 ist der Ort Azla (Markt und Cafés) an einer malerischen Kiesbucht mit türkisfarbenem Wasser erreicht.

4 km darauf folgt Oued Amsa, ein expandierender Küstenort mit dem schönen Sandstrand Plage Amsa. Es reihen sich weitere kleine Ortschaften entlang der Route. Im Bereich von Flussmündungen verläuft die Straße landeinwärts, um dann in einem weiten Bogen wieder bergauf in die Küstenkordillere zum Cap Manzari zu führen.

24 km hinter Tétouan zieht sich der Ort Sidi Kacem (mit hübscher Bucht) die Straße entlang. Danach geht es wieder bergauf durch Pinienwald. Bei km 30 ist die Bucht von Tamrabet erreicht. Auf den folgenden Kilometern führt die Straße kurvig bergauf und -ab zu Dörfern an Flussmündungen mit schönen Buchten. Immer wieder bieten sich herrliche Ausblicke.

Bei km 42 führt eine Straße hinunter zum breiten Sandstrand von Oued Laou, auf den man bereits 1 km vorher von der Route hinunterschauen kann. Eine palmengesäumte Strandpromenade führt zum Ortszentrum.

Nach insgesamt 48 km ist Et Tleta de Oued Laou erreicht.

Et Tleta des Oued Laou

Der Ferien- und Fischerort liegt an einem langen, schönen Sand- und Kiesstrand mit Strandpromenade, umgeben von Mais- und Getreidefeldern. Im Hinterland erheben sich die Berge des Rifs. Die idyllische Lage wissen reiche Marokkaner zu schätzen und so entstehen hier immer mehr Ferienapartments. Außerhalb der Saison (Juni bis Sept.) ist es sehr ruhig. In den Restaurants an der Promenade und beim Markt kann man günstige Tajine und Fischgerichte probieren. Im Zentrum des Orts (bei der Moschee) befinden sich der Grand-Taxi-Standplatz, der Souk, eine Bank und die Post. Im Sommer findet in Oued Laou das Festival Al Lama mit Folklore-Shows statt. Dienstag ist Markttag.

Unterkunft

Unterkunft im einfachen Hotel Oued Laou, Av. Al Massira, N 35°27,054’, W 05°05,541’, nur im Sommer geöffnet, Zimmer z.T. mit Meerblick.

Mit dem Wohnmobil kann man auf den Parkplätzen entlang der Strandpromenade (z.B. am nördlichen Ende) oder bei den Cafés ein Stück weiter unterhalb der Felsen über Nacht stehen bleiben.

Weiterfahrt nach Al Hoceima

In Oued Laou geht es beim Souk- und Campingplatz-Schild rechts ab landeinwärts. 4 km hinter Oued Laou (km 53) liegt eine Tankstelle an einer Kreuzung (N 35°26,103’, W 05°06,610’): Rechts geht es nach Tanger und Tétouan, links nach Al Hoceima und Chefchaouen.

1 km weiter biegt die Straße bei einem Kreisverkehr links nach Al Hoceima und El Jebah landeinwärts ab, geradeaus geht es nach Chefchaouen (vgl. folgende Variante).

Variante: Von Oued Laou nach Chefchaouen

Diese landschaftlich sehr schöne Strecke führt über eine Distanz von 42 km entlang des Oued Laou durch Bergland mit einer imposanten Schlucht sowie Pinien, Korkeichen, Wacholder-, Feigen- und Lorbeerbäumen. Der Oued Laou ist ein richtiger Gebirgsfluss mit einigen Badegumpen. Ca. 11 km vor Chefchaouen mündet diese Route wieder in die Hauptverbindungsstrecke Tétouan – Chefchaouen ein (N 2, vgl. vorhergehende Route).

9 km nach der Kreuzung liegt links der einfache Camping Le Coral mit Café/Restaurant auf einem kleinen Farmgelände (N 35°22,748’, W 05°10,360’).

Die Straße führt entlang des Flusses (rechter Hand der Straße), dessen Tal sich bald zu einer Schlucht verengt. In den Eichenwäldern links der Route kann man gelegentlich Makakenaffen beobachten.

21 km nach dem Abzweig bei Oued Laou liegt rechts der Straße idyllisch direkt am Fluss (kleine, nicht asphaltierte Zufahrt kurz nach km-Stein 22) ein Picknickplatz. Hier gibt es eine kleine Gîte d’étape (einfache Herberge mit zwei Zimmern, N 35°17,951’, W 05°12,927’), auch Camping ist möglich. In einem kleinen Staubecken am Fluss kann man herrlich baden.

Die Straße schlängelt sich weiter bergauf. Bei km 26 liegt die nette Refuge de Kailat (Chailat) am Rande der Ortschaft Taghazoute auf der rechten Seite. Das Campinggelände besteht nur aus zwei Parkplätzen gegenüber der Herberge; die Auffahrt ist ziemlich steil und für Wohnmobile nicht geeignet.

Bei km 36 erreicht man den Stausee Thailat, der oft trocken liegt. Nach etwa 40 km mündet diese Route in die Straße Tétouan – Ouezzane ein (N 13, beschildert, links abbiegen). Nach knappen 5 km erreicht man den Abzweig nach Chefchaouen auf die R 412.

Weiterfahrt nach Al Hoceima

Folgt man an der Kreuzung hinter Oued Laou (s.o., km 54) weiter der N 16, so überquert man kurz hinter dem Kreisverkehr auf einer Brücke den breiten Oued Laou.

Bei (Gesamt-)km 58 liegt der Ort Kaa Ashras mit Tankstelle und Straßencafés (Souk am Samstag) an der Route.

Bei km 66 folgt der beschauliche Ort Targha in einer von Felsen umrahmten Bucht. Die Cafés und das Strandcenter mit Duschen/WC nutzen vor allem marokkanische Urlauber. Auf den weiteren Kilometern finden sich herrliche kleine Badeplätze – leider fehlt es an Parkplätzen. Auf einer Felskuppe thront eine vom Militär besetzte Festung.

Bei km 78, nach einem Abzweig zum Dorf Stehat und einer Ziz-Tankstelle, führt die Straße ein Stück landeinwärts entlang des breiten Tals des Oued Bouchia.

83 km hinter Tétouan liegt der Ort Bou Ahmed an der Mündung des Oued Bouchia ins Mittelmeer. Sehenswert ist der Dienstagsmarkt mit den Rifbäuerinnen in traditioneller Tracht (Strohhut und weißschwarz oder rot gestreifte Wollbekleidung). Das Mündungsgebiet mit Obstbäumen und Feldern zeigt sich selbst im Hochsommer tiefgrün. Ein paar Kilometer weiter befindet sich der Camping Chmâla etwa 500 m abseits der N 16 direkt am Meer.

Die Straße schlängelt sich in vielen Kehren ins Gebirge hinauf und wieder bergab zu Dörfern und Buchten.

Bei km 129 führt rechts eine schmale Asphaltstraße nach Bab Berred ins Herz des Rif. Von hier kann man weiter über kleine Straßen in Richtung N 2, der Hauptverbindungsstrecke Tétouan – Al Hoceima, gelangen.

Weiter geht es über die Brücke nach El Jebha, das bei km 132 erreicht ist. Das Fischerstädtchen mit blau-weißen Häusern (Tankstelle, kleine Restaurants/Cafés, sehr einfaches Hotel Bensaleh beim Fischerhafen, Markt am Dienstag) liegt an einem langen, grauen Sandstrand mit ins Meer ragenden Steilklippen. Im August findet das Moussem Sidi Yahia Roudani statt. Es lohnt sich ein Bootsausflug (Fischer fragen) oder ein Fußmarsch (am Ortsende auf einer Piste Richtung Norden zum Funkmasten aufwärts, dann wieder runter ans Meer) zur malerischen, kreisförmigen Bucht Plage de Maresdar.

Von El Jebha führt die gut ausgebaute Küstenstraße N 16 über Torres de Alcalá (Al Qala) bis nach Al Hoceima. Ab El Jebha schlängelt sich die Route zunächst durch ein zerklüftetes Kiesgelände und dann durch sehr schöne, einsame Berglandschaft mit wenigen Gehöften.

Bei km 167 (27 km hinter El Jebha) liegt das Dorf Oued Feltouh an einem Flussbett. Weiter geht es durch ursprüngliche Dörfer wie Oued Taourirt und Oued Fedhel.

Bei km 192 (60 km nach El Jebha) ist eine große Kreuzung erreicht. Links biegt man nach Torres de Alcalá (Al Qala, 4 km) und Kalah Iris ab, rechts nach Beni Boufrah (schöner Markt am Donnerstag) und weiter nach Targuist (N 2).

Übernachtung

1Herberge

Aussichtspunkt

Nationalpark Al Hoceima

Am obigen Abzweig links führt die kleine Straße direkt in den Parc National d’Al Hoceima zum Ort Kalah Iris. Die gesamte Küste zwischen Torres de Alcalá und Al Hoceima mitsamt der Unterwasserwelt und des Bokkoya-Massivs (Kalksteinberge bis 747 m Höhe) im Hinterland wurde 2004 zum Nationalpark erklärt. Auf insgesamt 485 km2 Fläche bietet der Park einen Schutzraum für zahlreiche Vogelarten und Meereslebewesen wie Fischadler, Steinadler, Habichtsadler, Rötelfalken, Korallenmöwen, Steppenmöwen, Pottwale, Gemeine Delfine, Große Tümmler und die sehr seltenen Mönchsrobben (Monachus monachus). In den Gewässern vor der Küste fanden Biologen mehr als 100 Fischarten und Edelkorallen-Kolonien (Corallium rubrum). Im hügeligen, semi-ariden Hinterland wachsen Thujen, Aleppokiefern, Oleaster (wild wachsender Ölbaum), Johannisbrotbäume, Kermes-Eichen, Steineichen, Zwergpalmen und Jujube (Chinesische Dattel).

Der Park liegt in einem tektonisch sehr aktiven Gebiet, hier treffen die europäische und die afrikanische Platte aufeinander. Fast täglich gibt es (von den Menschen unbemerkte) kleine Erdstöße, es kam aber auch schon zu großen Erdbeben z.B. in Al Hoceima.

Im Rahmen einer Zusammenarbeit der deutschen GIZ und der marokkanischen Regierung zur Entwicklung des ländlichen Tourismus soll der Ökotourismus in der Region gefördert werden (Einrichtung von einfachen Herbergen und Wanderwegen), allerdings hat sich bisher wenig getan. Die einzigartige Küstenlandschaft und die Unterwasserwelt hätten großes touristisches Potenzial – wenn es denn genutzt werden und die Fördergelder nicht in falschen Taschen landen würden … Erschwerend kommt hinzu, dass die Mittelmeerküste wegen der vorgelagerten spanischen Inseln (Militärhoheit der Spanier) und wegen des Problems der illegalen Migration als besonders sensibles Gebiet gilt. Außer Kalah Iris und Torres de Alcalá ist ein Großteil des Nationalparks nur durch (4x4-)Pisten erschlossen. Auf den Pfaden erreicht man zu Fuß oder per Mountainbike einsame, von steilen Klippen gesäumte Buchten und Berberdörfer.

Praktische Informationen

Information: Auf den Internetseiten der IUC (International Union for the Conservation of Nature) steht der gute, farbige Pflanzen- und Tierführer „Faune et Flore du Parc National d’Al Hoceima“ als PDF zum Download bereit: www.iucn.org (Suchformular nutzen). Weitere Infos erhält man bei der Touristeninformation in Al Hoceima.

Ein empfehlenswerter (Wander-)Führer für den Nationalpark ist der sehr freundliche und kompetente Biologe und Bergführer Abdellah Messaoudi (Mobil 0673 22 91 22), ferner Hakim Messaoudi (Mobil 0661 86 95 97, hakim.messaoudi@gmail.com). Auch mehrtägige Trekkings können organisiert werden.

Bisher steuern keine öffentlichen Verkehrsmittel den Nationalpark an. Unmotorisierte Reisende nehmen entweder in Al Hoceima den Bus nach El Jebha und steigen an der Kreuzung aus oder mieten ein Grand Taxi für sich allein. Evtl. kann man auch mit einer der Herbergen (Gîtes) einen Transfer oder eine geführte Tour in den Park arrangieren.

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Blick auf die spanische Festung Torres de Alcalá im Nationalpark Al Hoceima

Der erste Ort, den man nach dem Abzweig Richtung Nationalpark erreicht, ist Torres de Alcalá (Al Qala, ca. 1 km).

Torres de Alcalá (Al Qala)

Oberhalb dieses kleinen Ortes an einer Flussmündung thronen die Ruinen zweier Türme (span. „torres“) auf einem Felsvorsprung. Die Ursprünge des Ortes gehen auf das mittelalterliche Badis zurück, das weiter im Osten in einer malerischen Bucht mit der vorgelagerten spanischen Festung Peñón de Velez de la Gomera liegt. Badis war im 14. Jh. ein wichtiger Hafen für die Stadt Fès; Schiffe aus Genua, Venedig und Marseille landeten hier an, um Handel mit der damals wichtigsten Stadt in Nordafrika zu treiben. Von hier führten Karawanenstraßen weiter nach Fès. Die vorgelagerte, durch einen Sandstreifen mit dem Festland verbundene Insel Peñón de Velez de la Gomera wurde im 16. Jh. von den Türken besetzt und ein wichtiger Seeräuberstützpunkt. Von hier starteten sie zahlreiche Beutezüge nach Spanien und brachten viele tausend christliche Gefangene als Sklaven nach Algerien. Die Spanier stellten danach ein Söldnerheer aus 50.000 Mann zusammen und besiegten die Türken und auch die verbündeten Berber in Badis, das danach dem Erdboden gleichgemacht wurde. Von der einst blühenden Stadt Badis ist heute nur noch ein kleines Dorf übrig sowie diverse Ruinen von Wehrtürmen auf den Hängen vor dem Mittelmeer. Während der Protektoratszeit wurde die Insel von den Spaniern als Strafgefangenenlager benutzt. Heute ist sie Stützpunkt einiger spanischer Soldaten, die von Melilla und Ceuta aus versorgt werden. Da die kleinen Inseln alle in spanischem Besitz sind, kann man weder zum Tauchen noch mit Ruder- oder Segelboot weite Ausflüge aufs Meer machen (außer mit eigener Jacht und internationaler Zulassung).

Wanderung

Man kann von Torres in etwa 3 Stunden (hin und zurück) entlang der Küstenberge nach Badis wandern oder es mit dem Geländewagen ansteuern. Die 4,7 km lange Tour beginnt direkt im Ort. Eine Piste führt in Richtung Osten den Berghang hinauf zu einem Haus mit Richtfunkantennen. Von dort geht es immer ostwärts am Hang entlang. Im Frühjahr bzw. Frühsommer bilden die Farbtupfer der Blumen, die grüne Macchia und das türkisblaue Meer eine herrliche Kulisse. Nach etwa 1 Stunde Marsch sieht man bereits die imposante Festung Peñón de Velez de la Gomera auf einer kleinen Halbinsel liegen (vom spanischen Militär besetzt und nicht zu besichtigen). Auf der Wanderung begegnet man allenfalls ein paar Schaf- oder Ziegenhirten. Am Kiesstrand von Badis vor der Festung auf marokkanischem Hoheitsgebiet kann man(n) baden, frau wird jedoch von den Soldaten gleich durchs Fernrohr in Augenschein genommen. Ansonsten muss man sich den Strand nur mit ein paar marokkanischen Fischern teilen.

Praktische Informationen

An Infrastruktur gibt es in Torres nicht viel mehr als ein Café und einige kleine Läden. Unterkunft findet man in den geräumigen, aber etwas angestaubten Ferienwohnungen von Jalil El Hayar (sehr gut deutsch sprechender Stadtführer aus Fès, s. dort): Voranmeldung unter Jalil El Hayar, Mobil 0661 17 39 97, jalil.el.hayar@gmail.com, oder im Lebensmittelladen fragen. Außerdem können Wanderer in den zu Fuß erreichbaren Gîtes in den Nachbarorten übernachten: z.B. Gîte Rural Taoussart bei Rouadi (gitetaoussart@yahoo.fr, Mobil 0677 28 82 72), Gîte d’Adouz in Douar Ikhantouren (ikanthouren@yahoo.fr, Mobil 0667 49 61 85) oder Gîte Tahounil im Dorf Taounil (Mobil 0667 65 90 47, picadetouanil@yahoo.com).

Kalah Iris

Der Fischerort liegt 4 km von Torres entfernt im Gebiet des Al-Hoceima-Nationalparks. Die dunkelsandigen Strände um Kalah Iris sind reizvoller als der Kiesstrand von Torres. Jedoch hat auch der Strand von Kalah Iris durch die Erweiterung des Fischerhafens viel von seinem Charme eingebüßt. In der Nebensaison ist es hier ruhig und der Blick über den Hafen und die vorgelagerten Felsinselchen sehr schön. Nach Plänen des Tourismusministeriums sollte der Fischerort schon vor Jahren zu einem touristischen Zentrum ausgebaut werden; 2016 wurde dann bekannt, dass große Summen der Investitionsgelder veruntreut wurden … Der Campingplatz Cala Iris in wunderschöner Lage ist sehr empfehlenswert (Mobil 0662 03 67 18, N 35°08,996’, W 04°22,602’). Guten Fisch und Salat gibt es im Restaurant du Port. Von Al Hoceima fahren Grands Taxis nach Kalah Iris (ca. 25 DH).

Weiterfahrt nach Al Hoceima

Von der Kreuzung bei km 192 weiter nach Al Hoceima (ohne Abstecher) verläuft die breite N 16 einige Kilometer von der Küste entfernt im Inland. Nur ab und zu hat man Ausblick aufs Meer oder kleine Stichstraßen bzw. Pisten führen zu den Küstendörfern.

Bei km 202 (etwa 11 km hinter der Kreuzung) führt ein Abzweig rechts nach Snada mit Ruinen einer alten Festung, die auf Moulay Ismail (17. Jh.) zurückgehen soll. Knappe 9 km weiter, bei km 211, folgt das Straßendorf Rouadi (Sonntagsmarkt). Von hier führt eine Piste in den Al-Hoceima-Nationalpark und zu drei Gîtes (vgl. oben).

Bei km 217 erreicht man einen Kreisverkehr; geradeaus weiter nach Al Hoceima. Nach einem weiteren Kilometer geht es links über Izemmouren in insgesamt 16 km nach Al Hoceima. Dies ist die landschaftlich schönere Strecke, die nahe des Meeres verläuft. Geradeaus sind es 18 km über Ajdir nach Al Hoceima. Vom Ort Ajdir führt eine vierspurige Straße nach Al Hoceima, das nach insgesamt 236 km ab Tétouan erreicht ist.

Chefchaouen

Chefchaouen (sprich: Tschauen) ist nach dem Djabal Ech Chaouen benannt, der aus den Doppelgipfeln Djabal Kelaa oder Tissoukou (2050 m) und Djabal Meggou (1116 m) besteht. Shuf bedeutet im Arabischen „Schau“, Chaouen (Accawen) im Berberischen „Hörner“ – das bezieht sich darauf, dass die beiden Gipfel wie (Schafs-)Hörner wirken, Chefchaouen bedeutet also frei übersetzt „Schau Dir die Hörner an!“ (bzw. die Bergspitzen).

Das Städtchen hat etwa 43.000 Einwohner und genießt den Ruf, Wasser im Überfluss zu haben – deshalb trägt es auch den Beinamen „Brunnenstadt“. Chefchaouen gehörte über 30 Jahre zum spanischen Territorium, auch heute noch sprechen hier mehr Menschen spanisch als französisch. Mit seinen sechs Moscheen und der altertümlichen Festung in ihrer Mitte ist Chefchaouen eine fromme Stadt. Ihr Gründer Moulay Ali Ben Rashid war ein Nachfahre des Propheten, sein Mausoleum am Place El Aïn ist Wallfahrtsziel für die Bewohner der Umgebung.

Chefchaouen ist dank seiner schönen Lage im Rif-Gebirge und wegen seiner malerischen Gassen mit den blau-weiß gekalkten Häusern besonders sehenswert. Vor allem junge ausländische Touristen lockt das Städtchen an. Aus den vielen Cafés und Restaurants ertönen Reggae und Rai, die Souvenirshops und Kunsthandwerksläden haben ihr Angebot auf das internationale Publikum ausgerichtet, in den Gassen der Medina eröffnen immer mehr stilvolle Gästehäuser. Hier kann man ein paar schöne Tage mit Bummeln, Entspannen und Teetrinken oder Wanderungen in den umliegenden Bergen verbringen.

Geschichte

Die Stadt wurde 1471 von Moulay ibn Rashid für die aus Spanien und den spanisch besetzten Städten Tanger und Ceuta geflüchteten Moslems gegründet, war aber auch als Verteidigungsposten gegen die Portugiesen gedacht. Ein weiterer großer Ansturm maurischer Flüchtlinge ergoss sich 1492, nach der christlichen Eroberung Granadas, nach Chefchaouen und gab der Stadt das typisch andalusische Aussehen. Die zweite Flüchtlingswelle von ebenfalls aus Spanien vertriebenen Moslems und Juden erreichte die Stadt 1609.

Übernachtung

1Camping Azilane

2Atlas Chaouen

3Dar Gabriel

4Casa Perleta

5Casa La Palma

6Dar Echchaouen

7Hotel Alkhalifa

9Hostal Gernika

10Hotel Casa Miguel

11Lina Ryad & SPA

12Dar Terrae

14Casa Hassan

16Dar Baibou

18Mauritania

20Dar Annasr

22Auberge Dardara

25Hotel Parador

26Aline Hostel

Einkaufen

24Ensemble Artisanal

Essen und Trinken

8Aladdin

13Chez Fouad

15Tissemlal

17Café Clock

21Chez Aziz

23Pizzeria Mandala

1561 kam Chefchaouen unter saaditische Herrschaft und blieb bis 1912 unter scherifischer Herrschaft. Im 16./17. Jh. erlebte Chefchaouen eine geistige Blüte und wurde zu einem der größten Lehrzentren in Nordmarokko. Der große Sultan Moulay Ismail (1672–1727) baute die Stadt aus und errichtete hier seinen Sultanspalast (Dar el Makhzen) und die Kasbah.

Für Christen war die Stadt bis 1920 verbotenes Territorium. 1883 war es dem Saharaforscher und Pater Charles de Foucauld gelungen, als Moslem verkleidet bis zu dem abgeschlossenen Ort vorzudringen.

1912 wurde Chefchaouen dem spanisch besetzten Gebiet einverleibt, konnte aber erst 1920 von den Spaniern erobert werden. Es wurde bereits wenige Monate danach von dem legendären Rebellenführer der Rifis, Abd el Krim el Khattabi, zurückerobert. Jahrelang diente Abd el Krim die Stadt als strategischer Stützpunkt im Kampf gegen Spanien und Frankreich. Ein grausamer Krieg entbrannte, sogar Luftangriffe wurden auf die Stadt geflogen. Ohne die Hilfe der Franzosen, die deutsches Giftgas einsetzten, wären die Spanier wahrscheinlich aus dem nördlichen Teil Marokkos im Rifkrieg durch Abd el Krim vertrieben worden. 1926 gelang es den Spaniern und Franzosen, die Rif-Berber zu besiegen und die Stadt definitiv in das spanische Verwaltungsgebiet einzugliedern.

Erst im Jahr 1956 wurde mit der Unabhängigkeit das ganze Gebiet wieder marokkanisch. Heute, nach der Unabhängigkeit Marokkos, sind von den ehemals 90.000 Spaniern (einschließlich Soldaten und Beamten) nur noch etwa 3500 in Marokko zurückgeblieben.

Sehenswertes

Der Umweg über die Stadt – die Hauptroute führt an Chefchaouen vorbei – lohnt, denn in der auf die Hügel gebauten Medina sind noch viele arabische und andalusische Elemente erhalten. Die Altstadt setzt sich aus einem arabischen und einem andalusischen Viertel zusammen. Die Häuser ziehen sich entlang enger Gassen den Berghang hinauf, die Türen der weiß und blau getünchten Häuser sind ebenfalls blau gestrichen – angeblich ist in der Farbe ein Mittel enthalten, das Mücken und Fliegen abhält. Dieser Kontrast aus Schneeweiß und Himmelblau verleiht dem Ort ein einzigartiges, andalusisches Flair.

Zentrum der Altstadt sind der schattige Place Outa el Hammam mit zahlreichen Cafés und Restaurants sowie der östlich anschließende Place el Makhzen. An den Platz Outa el Hammam grenzt die Kasbah bzw. Alcazaba aus dem 15. Jh. mit ihrem maurisch-andalusischen Garten. Die Reste des Dar el Makhzen, des Sultanspalastes von Moulay Ismail aus der Merinidenzeit (17. Jh.), sind ebenfalls im Kasbahkomplex zu besichtigen. In den Gebäuden ist ein Ethnografisches Museum (Musée de la Kasbah, tägl. außer Di 9–13 und 15–18.30 Uhr, Eintritt: 60 DH) untergebracht. Vom Patio kann man auf den Turm steigen, von wo sich ein schöner Ausblick bietet. Die Kasbah war um 1925 das Hauptquartier des Rebellenführers Abd el Krim el Khattabi.

Östlich des Place el Makhzen befindet sich die Teppichweberei (links vom Hotel Parador). Die Weber stellen Decken und braune Djellabas her, wie sie die Bergbewohner im Rif tragen. Chefchaouen ist eine Stadt des Kunsthandwerks und so werden überall in den Gassen kunsthandwerkliche Arbeiten angeboten. Die Lederverarbeitung ist hier ebenso wie in Tétouan stark vertreten, und aus dem Zedern- und Eichenholz aus dem Gebirge werden Möbel gefertigt.

Im Südosten des Place Outa el Hammam liegt die Große Moschee (Grande Mosquée) aus der Zeit des Stadtgründers Ben Rashid (15. Jh.); bemerkenswert ist das achteckige Minarett der Moschee.

Im Souika-Viertel nördlich des Place Outa el Hammam befindet sich die Zaouia (Grabmoschee und Heiligtum) von Moulay Ali Ben Rashid.

Außerhalb der Stadtmauern nahe dem Bab el Ansar liegt die Quelle des Oued Laou, Ras el-Ma, mit mehreren gefassten Brunnen und einem Wasserfall am Fuß der Berge. Im Frühjahr stürzt das Wasser als reißender Gebirgsbach bergab, doch auch im Sommer fließt noch viel Wasser. Man kann nahe dem Bab el Ansar den Oued Laou auf einer Brücke überqueren und am östlichen Ufer den Fluss entlang abwärts wandern.

Montags und donnerstags findet auf dem Marktgelände am Rande der Neustadt, kurz vor dem Eingang zur Medina zwischen Av. Abd el Krim al Kattabi und Av. Hassan II., ein sehenswerter Wochenmarkt statt. Die Rifbäuerinnen mit ihren mit Wolltroddeln verzierten Strohhüten und gestreiften Tüchern sind besonders hübsch anzusehen.

Praktische Informationen
Unterkunft

Wie in den meisten marokkanischen Altstädten eröffnen auch in Chefchaouen ständig neue Gästehäuser in renovierten Riads. Je nach Jahreszeit und Auslastung sind die Preise evtl. verhandelbar. Im Winter kann es sehr kalt werden, sodass in den einfachen Unterkünften ein Schlafsack nützlich ist. Die meisten Hotels/Gästehäuser haben keine Heizung. Die Riads in der Medina sind nicht mit dem Auto zugänglich, daher sollten Autofahrer besser eine Unterkunft außerhalb der Medinamauern wählen.

Oberklasse

11 Lina Ryad & SPA, Av. Hassan I., Quartier Andalous, Medina, Mobil 0645 06 99 03, 0660 23 99 06, www.linariad.com. Sehr komfortabler Riad mit 17 Zimmern im modernen Orientstil, passend zur Stadt in blau-weiß gestaltet, mit TV, z.T. mit Balkon und Bergblick. Sehr freundlicher Service, gutes Frühstück, Dachterrasse mit Ausblick, WLAN. Toller SPA mit Indoor-Pool und Hammam.

Mittelklasse

2 Atlas Chaouen, Rue Sidi Abdelhamid (an der Straße R 412 Richtung Ouezzane), Tel. 0539 98 61 36. Das hübsche Mittelklassehotel (3 Sterne) verdient in erster Linie wegen der wunderbaren Aussicht Erwähnung – in einem Gästehaus wohnt man ansonsten stilvoller. Klimatisierte Zimmer mit Sat-TV, Restaurant und Nachtclub (Alkoholausschank), große Panoramaterrasse mit Pool.

22 Auberge Dardara (mit HP), Tel. 0539 70 70 07, Mobil 0661 15 05 03, 10 km außerhalb an der Straße nach Al Hoceima. Schönes Landhaus mit gemütlichen Zimmern, Restaurant mit Zutaten aus eigener Produktion, Ausritte und Wanderungen in die schöne Umgebung möglich.

UNSER TIPP: 4 Casa Perleta, nahe Bab el Souk, Medina, Tel. 0539 98 89 79, Mobil 0671 56 66 96, www.casaperleta.com. Sehr schöner Riad mit acht Zimmern unterschiedlicher Größe und kleinem, gemütlichen Innenhof. Von der Dachterrasse hat man einen herrlichen Blick auf die Altstadt. Die sehr freundliche, englisch sprechende Spanierin Begonia betreut die Gäste. Organisation von Wanderungen in die Umgebung möglich. Bewachtes Parken am Bab el Souk (3 Gehminuten entfernt).

14 Casa Hassan, 16 Dar Baibou (mit HP), 22, Rue Targui (nahe Outa el Hammam), Tel. 0539 98 61 53, www.casahassan.com. Die empfehlenswerten Gästehäuser (unter gleicher Führung) liegen nebeneinander und sind sehr schön traditionell gestaltet. Im EG des kleineren Casa Hassan befindet sich das gute Restaurant Tissemlal. Geräumige DZ mit Bad (z.T. mit AC), mit Fenster zur Gasse manchmal laut. Casa Hassan ist mehr im künstlerisch-alternativen Stil gehalten, Dar Baibou eher rustikal.

5 Casa La Palma, 52, Hay Mtilaa, Quartier Andalous, Tel. 0539 98 83 56. Sehr hübsches Gästehaus in der nördlichen Medina, bei Anruf Abholung vom Bab Mahrouk oder Hotel Atlas Chaouen. Farbenfrohe, liebevoll gestaltete Zimmer, sehr freundliche Gastgeber Carlos und Ana. Dachterrasse mit Aussicht, sehr gutes Frühstück. WLAN.

6 Dar Echchaouen, Ras el Ma, östlich der Medina nahe Ras el Ma, Tel. 0539 98 78 24, www.darechchaouen.com. Gästehaus in ruhiger Lage mit Blick auf die Medina, stilvollen Zimmern (mit Klimaanlage/Heizung), gutem Essen, freundlichem Service und Parkplatz. Es gibt sogar einen Pool. WLAN.

3 Dar Gabriel, nahe Bab el Souk, Medina, Tel. 0539 98 92 44, www.dargabriel.com. Kleines Hofhaus inmitten der Medina mit sieben Zimmern, freundlicher Empfang, toller Blick von der Dachterrasse. WLAN, geführte Wanderungen in die Umgebung (z.B. Akchour, vgl. „Ausflüge“).


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Chefchaouen, ein bezauberndes Städtchen

12 Dar Terrae, Av. Hassan I., M’daka, Medina, Tel. 0539 98 75 98, Mobil 0670 46 53 70, www.darterrae.com. Kleines, einfaches und bunt-verspieltes Gästehaus des Italieners Cosima. Nette Frühstücksterrasse auf dem Dach. Sechs Zimmer mit Bad.

7 Hotel Alkhalifa, Av. Ras el Ma (östlich der Medina), Tel. 0539 88 26 64, www.hotel-alkhalifa.com. Das Gästehaus liegt ruhig etwas abseits der zentralen Medina (ca. 15 Min. Fußmarsch). Schöner Ausblick auf die Stadt und die Berge, Zimmer mit Heizung, TV und WLAN. Parkmöglichkeit. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen.

10 Hotel Casa Miguel, Av. Hassan I., Medina, Tel. 0539 88 26 45, www.hotelcasamiguel.com. Kleines Gästehaus in einem 1890 errichteten, mit marokkanischem Kunsthandwerk dekorierten Riad im Zentrum der Medina. Hübsche und saubere Zimmer, manche etwas klein.

25 Hotel Parador, Place el Makhzen, Tel. 0539 98 63 24, 98 61 36, www.hotel-parador.com. Das zentral gelegene Hotel wirkt altmodisch-verstaubt, die Zimmer im neuen Trakt sind besser ausgestattet (mit TV und AC). Im Winter geheizter Pool, Panoramaterrasse mit toller Aussicht, bewachter Parkplatz, Alkoholausschank.

Günstig

26 Aline Hostel, Av. Sidi Ahmed el Uafi (von der Kasbah Richtung Fluss/Osten), Tel. 0539 98 74 21. Kleines, sauberes Hostel mit Mehrbettzimmern, sauberem Gemeinschaftsbad, Dachterrasse und einfachem Frühstück. WLAN, Gepäckaufbewahrung. Buchung über www.hostelworld.com möglich.

20 Dar Annasr, Av. Maghreb Arabi, nahe dem Busbahnhof (N 35°10,083’, W 05°16,549’), Tel. 0539 98 90 34, www.darannasr.com. Sechs marokkanisch gestaltete (Familien-)Zimmer mit Klimaanlage und Bad, Dachterrasse mit Ausblick, ruhig und freundlich. Bewachtes Parken und Stellmöglichkeit für Wohnmobile. WLAN.

9 Hostal Gernika, Rue Ibn Askar, Tel. 0539 98 74 34, hostalgernika@hotmail.com. Sehr saubere Herberge mit einfacher, farbenfroher Ausstattung und sehr herzlicher spanischsprachiger Betreiberin. Gutes Frühstück, tolle Dachterrasse, auch allein reisende Frauen fühlen sich hier wohl.

18 Mauritania, 44, Rue Qadi Alami, in der Medina, Tel. 0539 98 61 84. Sehr einfaches, sauberes Hostel mit Schlafsälen (Du/WC auf dem Flur), hübschem Innenhof, Dachterrasse und marokkanischem Salon. Das Haus war eine der ersten Traveller-Unterkünfte in Chefchaouen. Buchung über www.hostelworld.com möglich.

Camping

1 Camping Azilane, Rue Sidi Abd el Hamed, Tel. 0539 98 69 79, Mobil 0661 62 74 20, vom Pl. Mohamed V. in Richtung Tétouan, dann dem Wegweiser zum Hotel Atlas bergauf folgen (N 35°10,531’, W 05°15,990’, z.T. beschildert mit „Camping Municipale“). Der Platz liegt schön in einem Pinienhain (viel Schatten, Stellplätze mit Strom, WLAN verfügbar, Waschmaschine). Die sanitären Anlagen sind sauber, aber sehr einfach bzw. einige Duschen kaputt und das warme Wasser funktioniert oft nicht. Ein gepflasterter Fußweg führt hinab in die Medina: Der Aufstieg mit Gepäck ist ziemlich mühselig (viele Treppen, 15 Min., besser ein Taxi nehmen).

Stellplätze für Wohnmobile gibt es auch beim 20 Dar Annasr (s.o.), außerdem kann man am Parkplatz zwischen Fluss und Medina über Nacht bleiben (N 35°09.959’, W 05°15.695’).

Wild campen (auch mit dem Wohnmobil) ist in und um Chefchaouen nicht empfehlenswert. Wohnmobilisten können an dem großen Platz rechts oberhalb des Campingplatzes unbelästigt stehen bleiben.

Essen und Trinken

Am Place Outa el Hammam reihen sich Cafés und Straßenrestaurants mit hübschem Blick auf die Kasbah aneinander. Sie unterscheiden sich kaum in Preis und Angebot (Tajine ca. 40 DH).

8 Aladdin, 17, Rue Targui (Place Outa el Hammam). Beliebtes, gemütliches Restaurant auf drei Etagen, von der Dachterrasse toller Ausblick auf den Platz (besonders schön bei Sonnenuntergang), freundlicher Service.

17 Café Clock, 3, Derb Tijani, Hay Souk, Tel. 0539 98 87 88, www.cafeclock.com, tägl. 9–23 Uhr. Das erste Café Clock in der Medina von Fès wurde schnell zu einer Institution, nach einer Filiale in Marrakesch öffnete das Kulturcafé nun auch in Chefchaouen seine Türen. Regelmäßige Live-Konzerte, Jam-Sessions, Workshops, Sprachkurse u.v.m., dazu gutes und frisches Essen (vom Frühstück bis zum Kamelburger, auch vegetarisch).

21 Chez Aziz, 13, Av. Hassan II. Empfehlenswerte Pâtisserie mit Café: Pizza, feines Gebäck und Fruchtsäfte.

13 Chez Fouad, unterhalb der Av. Hassan I. Das gute, günstige Essen (40 DH/Hauptgericht) ist auch bei Locals beliebt; eigene Bäckerei im Untergeschoss.

23 Pizzeria Mandala, Av. Hassan II./Ecke Sebanin, Tel. 0539 88 28 08, www.pizzeriamandala.com. Wer genug hat von Tajine & Co., genießt hier gute und günstige Pizza oder Pasta.

15 Tissemlal, 22, Rue Targui (Casa Hassan nahe Place Outa el Hammam). Im gemütlichen Innenhof eines alten Stadthauses gibt es sehr gute marokkanische Küche zu vernünftigen Preisen.

Einkaufen

In den Gassen der Medina rund um den Place Outa el Hammam bieten zahllose Souvenirgeschäfte marokkanisches Kunsthandwerk an – hier ist Handeln angesagt. Chefchaouen ist für seine Webteppiche und -stoffe bekannt. Auch im 24 Ensemble Artisanal am Place el Makhzen gibt es schönes Kunsthandwerk zu kaufen.

Lebensmittel kauft man am frischesten auf dem zentralen Markt an der Av. Hassan II. (Neustadt) ein. Montags und donnerstags ist Wochenmarkt, zu dem die Rifbauern der Umgebung kommen (vgl. „Sehenswertes“).

Busse und Taxis

Der Busbahnhof für alle Linien liegt im Süden der Stadt (Verlängerung der Av. Mohamed V., Taxis dorthin ab Place el Makhzen). Da die Busse meist aus anderen Städten kommen und nur einen Stopp in Chefchaouen einlegen, sollte man rechtzeitig seinen Sitzplatz reservieren.

Verbindungen und Preise

Casablanca: 1x tägl. CTM (morgens), 165 DH, 6 Std. Fahrzeit, Privatbusse mehrmals tägl.

Rabat: 1x tägl. CTM, 125 DH, Privatbusse ca. 5x tägl., Fahrzeit 4½–5 Std.

Tanger: 2x tägl. CTM (aus Nador kommend), 45 DH, fast 3 Std. Fahrzeit, Privatbusse ca. 6x tägl.

Tétouan: 6x tägl. CTM (Weiterfahrt nach Fès), ca. 25 DH, ca. 20 DH, ca. 1 Std. Fahrzeit; Privatbusse fahren ständig.

Nador: 2x tägl. CTM (frühmorgens und spätabends), 125 DH, Fahrzeit ca. 10 Std.

Al Hoceima: 2x tägl. CTM (frühmorgens und spätabends), 90 DH, Fahrzeit 6 Std.

Targuist: 2x tägl. CTM (frühmorgens und spätabends), 60 DH, Fahrzeit ca. 4 Std.

Fès: 5x tägl. CTM (aus Tétouan kommend), 75 DH, Fahrzeit ca. 4½ Std., Privatbusse mehrmals tägl.

Meknès: Privatbusse 3- bis 4x tägl., ca. 70 DH, Fahrzeit ca. 6 Std.; bei manchen Linien muss man in Sidi Kacem umsteigen.

Ein Taxi innerhalb des Stadtgebiets kostet max. 15 DH (zum Camping). Petits Taxis warten am Pl. el Makhzen. Grands Taxis Richtung Süden fahren beim Marktplatz in der Neustadt ab (Av. Abdelkrim al Kattabi), Grands Taxis nach Tétouan unterhalb des Pl. Mohamed V. (ca. 30 DH, 1 Std. Fahrzeit).

Sonstiges

Banken mit Geldautomat gibt es an der Av. Hassan II. und am Place Outa el Hammam in der Medina.

Die Hauptpost befindet sich an der Av. Hassan II. in der Neustadt.

Ein bewachter Parkplatz liegt in der Av. Abd el Krim al Kattabi, Ecke Sidi Serifi (neben der Taxistation und dem überdachten Marktgelände). Parken ist außerdem am Place Makhzen und am Bab el Souk möglich.

Ausflug: Parc National de Talassemtane

Der bergige, 589 km2 große Talassemtane-Nationalpark mit herrlichen Tannen-, Zedern- und Kiefernwäldern liegt vor den Toren von Chefchaouen in nur etwa 16 Kilometern Entfernung. Im Schutzgebiet wurden 1380 Pflanzenarten gezählt, zur Macchia-Vegetation gehören u.a. Wacholder, Eiben und Stechpalmen. Hier sind schöne (Berg-)Wanderungen und auch mehrtägige Trekkingtouren möglich, z.B. vom Park bis zur Mittelmeerküste. Mit etwas Glück kann man Berberaffen beobachten, außerdem leben hier über 110 Vogelarten. Den Park durchzieht der Fluss El Kelaa, der in den letzten Jahren als Ausflugsziel marokkanischer Familien immer beliebter wurde. Ein Wanderweg (ca. 2 Std., bei Regen nicht zu empfehlen, gute Schuhe!) mit schönen Ausblicken führt vom Parkplatz in Akchour durch eine Schlucht entlang des Flusses bis zum Akchour-Wasserfall (ca. 3 Std.). In den Gumpen kann man baden, an Imbissbuden Tee trinken oder etwas essen.

Ein weitere Attraktion ist die „Gottesbrücke“, ein Steinbogen aus rotem Fels, der sich über den Fluss spannt. Die Gipfel Djabal Tissouka und Djabal Lakraa können bestiegen werden.

Wer ein bisschen die Ruhe in der Natur genießen möchte, nimmt sich ein Zimmer in der toll gelegenen Ermitage d’Akchour (Tel. 0620 37 73 69, www.akchourermitage.com).

Den Park erreicht man mit dem Auto über die P 4105 nach Talembote bzw. Akchour (ca. 30 km) oder in Richtung Azilane (ca. 16 km) und Afeska. Von Chefchaouen kann man sich auch ein Grand Taxi nehmen.

Die meisten Gästehäuser in Chefchaouen vermitteln Führer oder Touren. Ein umfangreiches Wanderprogramm bietet Fatima mit Familie, die auch eine Gîte im Dorf Zaouiya Habteene betreibt (Mobil 0672 74 33 47, www.gitetalassemtane.com).

Von Chefchaouen über Issaguen nach Al Hoceima

230 km, R 412 und N 2.

Die Asphaltstraße führt durch Eichen- und Zedernwälder sowie Nussbaum- und Olivenhaine bis auf 1600 m Höhe. Wenn nicht gerade Nebel die Landschaft einhüllt, bieten sich tolle Ausblicke. Im Winter liegt hier Schnee, und auch im Mai kann bei schlechtem Wetter das Thermometer noch auf frostige 5°C sinken. An den Gehöften auf dem Weg kann man beobachten, wie traditionelle Ölmühlen noch von Eseln angetrieben werden.

Gute Busverbindungen (mit CTM und Privatbuslinien mehrmals täglich, vgl. bei Chefchaouen).

Gelegentlich gibt es noch Anmache von Kiff-Händlern, die am Straßenrand warten oder mit dem Auto unvermittelt vor einem stehen bleiben, um Drogen anzubieten. Kaufen Sie nichts! Es gab in der Vergangenheit immer wieder Fälle von Europäern, die wegen Rauschgiftbesitzes in marokkanischen Gefängnissen einsaßen.

Chefchaouen Richtung Osten (Av. Melilla) verlassen und nach 5 km bei einem Kreisverkehr auf die R 412 in Richtung Süden (Ouezzane) abbiegen. 6 km nach dem Kreisverkehr (bzw. 11 km hinter der Stadt) mündet die Straße in die Hauptverbindungsstrecke N 2 von Tétouan nach Ouezzane bzw. Meknès – links weiter in Richtung Meknès. An der Kreuzung nur 700 m weiter führt die N 2 links weiter nach Ketama, Bab Berred und Al Hoceima (rechts nach Fès, N 13).

Die Straße verläuft durch Zedern- und Eichenwälder und erreicht etwa bei km 27 Bab Taza, einen großen Ort mit allen Versorgungsmöglichkeiten. Rechts liegt nach etwa 82 km der größere Ort Bab Berret unterhalb einer Passhöhe auf 1240 m Höhe.

Etwa 6 km weiter mündet die (schlechte) Strecke von El Jebha und El Had ein (Schild „El Jebha 55 km“, N 34°58,737’, W 04°46,240’). Bei km 97 sind Bab Besen und eine weitere Passhöhe von 1600 m erreicht. Weiter geht es bergab durch sehr schönen Zedernwald.

21 km nach Bab Besen folgt Issaguen (Ketama), km 119. Hier zweigt die R 509 (Route de l’Unité) rechts nach Fès (156 km) ab.

Issaguen (ehem. Ketama)

Die wichtigste Stadt des Rif-Gebirges wurde auf Geheiß König Mohameds VI. umbenannt und trägt jetzt einen Berbernamen. Der Ort liegt auf 1200 m Höhe zwischen Quellen, Bächen, Feldern und Zedernwald. Ketama war in der französischen Protektoratszeit ein beliebter Luftkurort – einige Gebäude und Erholungszentren aus dieser Zeit zeugen davon. Heute ist Issaguen das Zentrum des Rifs und damit auch der Cannabis-Anbauregion. Abgesehen von der schönen Lage ist die Stadt für Touristen uninteressant und lohnt keinen Aufenthalt. Um etwaige Anmache von Kiffhändlern zu vermeiden, fährt man besser durch. Für Skitourengeher lohnt es sich, das 8 km entfernte Tleta-Ketama anzusteuern, um den Djabal Tidiquin (Tidighine, 2448 m) zu besteigen.

Weiterfahrt nach Al Hoceima

Die weitere (ausgefranste und löchrige) Strecke führt über karge Berghänge mit Steineichen, dann vorbei an Hanf- und Getreidefeldern, Aprikosen- und Feigenbäumen.

Etwa 37 km nach Issaguen (km 165) führt links eine Straße nach Beni Boufrah, Torres de Alcalá und Kalah Iris (siehe vorhergehende Route), geradeaus geht es weiter nach Al Hoceima und Nador. Etwa 3 km unterhalb der Hauptstraße rechts (südlich) liegt Targuist, ein größerer Ort mit Tankstellen und mehreren Cafés/Restaurants. Die Stadt hat historische Bedeutung, denn hierher zog sich Abd al-Krim Khattabi (1882–1963) in der Schlussphase seines Widerstandes gegen die Kolonialmächte zurück und musste sich 1926 den Franzosen ergeben. Wenn man den Ort durchquert, trifft man etwas oberhalb des Marktes und des Krankenhauses bei einer Tankstelle wieder auf die N2.

Bei km 167, ca. 700 m hinter einer Shell-Tankstelle, zweigt rechts die RNB 850 in Richtung Fès/Taounate ab. Diese Strecke führt über Beni Bounsar, Khalfa, Zabarart durch Berge und Pinienwald bis zur Straße N 8 nach Taounate (94 km bis Taounate, 86 km bis zur Kreuzung). Dies ist aus der anderen Richtung die kürzere Verbindung von Fès nach Kalah Iris zum Mittelmeer.

In Richtung Al Hoceima führt die verkehrsreiche, breite Straße durch geschäftige Orte wie Beni Hadifa (km 189, mit Tankstelle und Geldautomat) und Beni Abdellah (km 200). Von hier gibt es eine direkte Verbindung zur N 2 nach Nador, die nicht über Al Hoceima führt.


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Unterwegs im Rif-Gebirge

17 km hinter Beni Abdellah geht es an einer Kreuzung links nach Beni Boufrah und Kalah Iris (N 16). Knappe 3 km weiter führt ein Abzweig links über Izemmouren nach Al Hoceima (geradeaus nach Nador, Melilla und Oujda oder über Ajdir nach Al Hoceima). Wir fahren links, bis bei km 224 Izemmouren erreicht ist. Wenige Kilometer danach bietet sich ein toller Blick auf die Bucht von Al Hoceima und die westlich gelegenen Strände Tala Youssef und Plage Sabadilla. Die Straße führt weitere 6 km durch Vororte bergab bis ins Zentrum von Al Hoceima (118 km nach Issaguen, 236 km ab Chefchaouen). Beschreibung der Stadt siehe oben.

Von Chefchaouen über Ouezzane nach Fès

199 bzw. 205 km, R 412 und N 13.

Die landschaftlich schöne Hauptverbindungsstrecke (meist guter Asphalt) führt vorbei an Olivenhainen, Korkeichen- und Nadelwäldern und bietet herrliche Ausblicke auf das Rif-Gebirge. Keinerlei Belästigung durch Kiffhändler.

Mehrmals täglich Busverbindung nach Ouezzane bzw. Fès (siehe bei Chefchaouen).

Chefchaouen Richtung Osten (Av. Melilla) verlassen und nach 5 km bei einem Kreisverkehr auf die R 412 in Richtung Süden (Ouezzane) abbiegen. 6 km nach dem Kreisverkehr (bzw. 11 km hinter der Stadt) mündet die Straße in die Hauptverbindungsstrecke N 2 von Tétouan nach Ouezzane bzw. Meknès – links weiter in Richtung Meknès. An der Kreuzung nur 700 m weiter führt die N 2 links ins Rif-Gebirge in Richtung Ketama (vgl. vorherige Route) – rechts weiter Richtung Ouezzane und Fès (N 13) auf hügeliger Strecke. Entlang der Route wird Honig zum Verkauf angeboten, bei den Ölmühlen kann man gutes Olivenöl direkt einkaufen.

Nach 31 km ist die Pont de Loukkos erreicht, hier verlief einst die Grenze des spanischen Protektorats zum französischen Territorium. Die Straße führt weiter durch teilweise dichten Wald und landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Hungrige können sich an einem der Café-Restaurants an der Strecke den Magen füllen. An der Kreuzung bei km 73 ist Ouezzane erreicht; die hier beschriebene Strecke geht links weiter in Richtung Fès – Meknès.

Ouezzane

Die expandierende Stadt mit fast 60.000 Einwohnern liegt in 320 m Höhe und schmiegt sich an den Hang des Djabal Bou Hellal (609 m). Ouezzane ist Sitz des Oberhauptes der weit verbreiteten Sufi-Bruderschaft der Taiba und gilt deshalb als heilige Stadt. Sie ist nach Moulay Idriss zweitwichtigster Wallfahrtsort im Land. Ebenso war Ouezzane früher ein heiliger Ort für die marokkanischen Juden, die im Mai zu dem nördlich gelegenen Friedhof Azien zum Grab des Rabbi Ben Amrane pilgerten.

Für den Reisenden bietet Ouezzane keine großartigen Sehenswürdigkeiten. Für Rucksackreisende ist die Stadt evtl. Zwischenstation auf dem Weg nach Fès (Busse von Tètouan und Chefchaouen). Der östliche Stadtteil mit der Zaouia-Moschee mit achteckigem Minarett ist der interessantere. Die von Moulay Abdellah (einem Prophetennachkommen, also Scherif) 1727 gegründete Zaouia Ouazzanie des Taiba-Ordens befindet sich in der Nähe. Alle Heiligtümer – die Zaouia-Moschee, die Mausoleen von Moulay Abdellah und von Sidi Haj Larbi – sind Vorzeigebeispiele maurischer Architektur.

Vom heiligen Bezirk ist es nicht weit zum Suq mit den berühmten Rif-Stoffen aus Schafswolle, aus denen Djellabas gefertigt werden. Markttag ist der Donnerstag.

Unterkunft

Motel Rif, ca. 4 km an der Straße Richtung Fès (gut ausgeschildert), Tel. 0537 90 71 72, www.motelrif.com. Blauer Flachbau mit Gartenanlage, klimatisierten Zimmern (mit Bad oder Du/WC am Gang) und Apartments (mit Küche) sowie Pool und Restaurant (Menü 80 DH). Es gibt Wohnmobil-Stellplätze (Zelten nicht möglich, saubere Du/WCs, Entsorgungsmöglichkeit). Die Bio-Lebensmittel für die Speisen (gut und reichlich) im Restaurant werden auf dem eigenen Farmgelände angebaut.

Außerdem mehrere einfache Unterkünfte am Pl. de l’Indépendance im Zentrum am Rand der Medina.

15 km östlich von Ouezzane an der R 408 befindet sich der Camping Panorama (in der Stadt ausgeschildert).

Busse

Busbahnhof am Place de l’Indépendance.

Die (CTM- und anderen Privat-) Busse stoppen hier auf dem Weg von Tanger oder Tétouan nach Fès. CTM fährt 3x tägl. nach Tétouan (2.45 Std. Fahrzeit), 4x tägl. nach Chefchaouen (1 Std.), 4x tägl. nach Fès (3 Std.), 2x tägl. nach Tanger (4 Std.), und 1x tägl. nach Rabat (ca. 3 Std.).

Weiterfahrt nach Fès

An der Kreuzung bei km 74 (3 km hinter Ouezzane, N 34°46,97’, W 05°32,72’) bieten sich zwei Varianten nach Fès: rechts entlang der Hauptstraße über Aïn-Defali und Nzala-des-Beni-Ammar (N 13, 144 km) oder links nach Mjâara – mit Umwegen über Piste entlang der Barrage (Stausee) Al Wahda – und über Karia-Bah-Mohamed nach Fès (R 408 und R 501, vgl. Variante weiter unten).

Folgt man der Hauptstraße N 13 in Richtung Fès, gelangt man bei km 104 nach Aïn Defali, durchfährt bei km 118 den Ort Jorf el Melah (hier zweigt ebenfalls eine Straße zum Wahda-Stausse ab, vgl. Variante unten) und überquert bei km 121 das Oued Ouerrha und 17 km weiter den Fluss Sebou.

Durch landwirtschaftliches Gebiet ohne große Attraktionen erreicht man bei km 150 Nzala des Beni Ammar, wo man nach Moulay Idris (vgl. im Kapitel zum Mittleren Atlas) abbiegen kann.

Nach weiteren 40 km, bei km 199, ist die Stadtmauer von Fès erreicht (noch 5 km bis ins Zentrum). Stadtbeschreibung Fès vgl. Kapitel „Der Mittlere Atlas, Fès und Mèknes“.

Variante: Von Ouezzane über Barrage Al Wahda nach Fès

132 km Asphaltstraße (z.T. schmal und ausgefranst). Diese Variante ist landschaftlich schöner, aber langsamer als die Fahrt auf der N 13.

An der Kreuzung bei km 68 links in Richtung Mjâara zum Stausee fahren. Die kurvige Strecke führt durch hügelige Landschaft mit Olivenhainen und Weizenfeldern, dazwischen liegen Bauerngehöfte. Ab und an durchbrechen kleine Waldstücke die Felder. Nach knapp 20 km geht es rechts weiter, links führt ein Abzweig zum Dorf Zouimi. Die Straße führt bei km 40 durch das Dorf Aïn Djori mit Tankstelle, Grillbude und Cafés.

Ca. 5 km weiter geht’s an einer Kreuzung rechts nach Sidi Kacem, Meknès und nach Rabat zur Autobahn, geradeaus nach Mjâara (knapp 5 km). Kurz nach dem Ort ist die Staumauer der Barrage Al Wahda erreicht. Ein 88 m hoher Staudamm staut seit 1996 das Wasser des Oued Ouerrha zu einem großen See. Der gesamte Bereich des Staudamms ist militärisch gesichert und mit einer Betonmauer abgesperrt. Das Dorf Fès-el-Bali versank damals komplett im Wasser, die Bewohner wurden umgesiedelt. Der weitere Verlauf der Straße ist deshalb recht unübersichtlich.

Bei km 67 liegt der Wallfahrtsort Moulay Bouchta malerisch zwischen den Hängen des Djabal Amergou (681 m). Nach 5 km folgt ein Dorf mit Tankstelle.

An der Kreuzung bei km 82 (N 34°22, 369’, W 05°09,464’) geht es geradeaus weiter nach Fès, rechts nach Karia-Ba-Mohamed (6 km, Tankstelle) und links nach Aïn Aicha.

Bei km 92, 500 m nach einem weiteren Abzweig nach Karia-Ba-Mohamed, führt die alte Pont du Sebou über den Fluss Sebou.

Bei km 108 folgt der große Ort Souk es Sebt und etwa bei km 125 Sidi Ahmed Bernoussi. Die Strecke führt weiterhin durch Hügelland mit Olivenhainen. 3 km weiter geht es rechts Richtung Fès. Von Fès kommend zeigt die Beschilderung nach Ouezzane und Karia-Ba-Mohamed.

Bei ca. km 132 mündet diese Strecke nahe dem Hotel Merinides am Rand von Fès in die Umgehungsstraße (Beschilderung in Gegenrichtung „Ouezzane, Karia Ba Mohamed“).

Von Issaguen über Targuist bzw. Taounate nach Fès

170 km von Issaguen (R 509, N 8), 172 km von Targuist (N 2, N 8).

Die schmale Straße mit vielen Serpentinen (z.T. Schlaglöcher) schlängelt sich von Issaguen bergauf und bergab durch schöne Gebirgslandschaft. Auch die kurvige Strecke über Targuist (vgl. Variante unten) ist sehr reizvoll. Ortsbeschreibung von Ketama vgl. Route „Von Chefchaouen über Issaguen nach Al Hoceima“.

Gute Busverbindungen von Issaguen oder Targuist nach Al Hoceima und Fès.

Nach knappen 18 km hinter Issaguen erreicht man Tleta-Ketama. Der Ort liegt umgeben von Feldern, Zedern- und Pinienwäldern in schöner Gebirgsgegend. Von hier kann man zum Gipfel des 2448 m hohen Mont Tidighine (sprich: Tidirin) aufbrechen.


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Im Rif zwischen Targuist und Fès

Die gesamte weitere Strecke nach Fès ist kurvig, aber gut befahrbar und verläuft durch hübsche Landschaft mit Öl-, Maulbeer-, Feigen-, Quitten- und Granatapfelbäumen. Ab und zu sieht man von Eseln angetriebene Ölmühlen. Etwa bei km 36 durchquert man den Bergort Suq-el-Had-de-Ikauen. Die weitere Route verläuft durch zerklüftete Täler mit steilen Berghängen, an denen Häuser kleben; weiße Moscheen krönen die Bergkuppen. Korkeichen und Steineichen, Olivenbäume, aber auch Hanffelder säumen den Weg.

Nach knapp 72 km ist der größere Ort Khalalfa (bzw. Khalfa) erreicht. Östlich des Ortes trifft man auf die Strecke von Targuist kommend (N 8); vgl. Variante.

Variante: Von Targuist nach Fès

An der N 2 von Issaguen in Richtung Al Hoceima liegt Targuist unterhalb der Hauptstraße. 1–2 km nach dem Ort erreicht man eine Shell-Tankstelle an der N 2 und biegt 500 m weiter rechts in Richtung Fès – Tahounate ab.

Kurz darauf folgt ein Kreisverkehr; man biegt bei den Schildern „Beni Bounsar“ und „Khalalfa“ nach Süden ab. Es geht bergauf durch Pinienwald; nach etwa 7 km folgt ein weiterer Wegweiser in Richtung Fès. Nach 27 km ist Beni Nasser bzw. Beni Bounsar erreicht. Die nun sehr kurvige Strecke führt durch sehr schöne Berglandschaft mit Pinien und Zedern.

Der große Ort Zabarart liegt nach ca. 62 km ab der Kreuzung an der Straße (Wegweiser nach Khalalfa, 17 km). Nach 9 km erreicht man den Abzweig nach Taharout (rechts bzw. Westen); weiter geradeaus, bis nach 5 km (ca. km 76) die Kreuzung mit der Hauptroute nach Issaguen folgt (beschildert „Ketama, Khalalfa“). Es geht links (nach Osten) weiter in Richtung Fès und Tahounate. Auf der weiteren Strecke müssen mit dieser Variante etwa 2 km auf die unten genannten Kilometer-Angaben addiert werden.

Weiterfahrt nach Fès

Weiter auf der Strecke von Issaguen nach Fès kommt man nach ca. 90 km in der hübschen Kleinstadt Taounate an. Unterkunft bietet das preiswerte, ordentliche Hotel Du Lac im Zentrum (Tel. 0535 68 93 67, Zimmer mit Bad und AC, bewachter Parkplatz in Seitenstraße oberhalb). Der alte Ortskern liegt malerisch an einer Bergkuppe. An der Ortsausfahrt etwa 5 km vom Zentrum trifft man auf das hübsche Rose Hotel (Tel. 0535 62 79 12).

Bei Taounate endet das Rif-Gebirge, Polizeikontrollen nach Rauschgift sind möglich. Auf breiter Straße geht es durch eine sanfte Hügellandschaft mit Olivenbäumen und Getreidefeldern in Richtung Fès bergab.

Bei ca. km 100 erreicht man Aïn Aïcha, einen großen Ort in schöner Lage am Fluss Ouerrha (Werra). Nach rechts (Westen) führt ein Abzweig nach Ourzarh und zur Barrage Al Wahda, dem größten Staussee Marokkos (siehe vorhergehende Route). 2 km hinter Aïn-Aïcha führt eine Brücke über die Ouerrha.

Bei km 125 zweigt links eine Straße nach Tissa ab, das für sein Pferdefest mit Reiterspielen bekannt ist (Festival traditionnel du Cheval, Oktober). Die Straße führt durch hügelige Landschaft am Fluss Inaouen bzw. später Sebou entlang (viele Vögel im Frühjahr).

Bei km 159 kann man zwei eindrucksvolle Norias (Holzwasserräder) im Fluss Sebou entdecken, ein weiteres folgt 5 km darauf. Bei km 165 bzw. 167 geht es an einer Kreuzung links nach Taza und Oujda, geradeaus weiter nach Fès. Nach 3 km ist die Stadtmauer im Norden bzw. nach 5 km das nördliche Stadttor Bab Guissa (Parkplatz) bei km 170 erreicht. Stadtbeschreibung Fès vgl. Kapitel „Der Mittlere Atlas, Fès und Mèknes)“.


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Karge Landschaft auf dem Weg nach Nador

In den Landesteil östlich von Al Hoceima verirren sich ausländische Touristen nur selten. Neben Baden an den schönen Mittelmeerstränden kann man im ursprünglichen Hinterland – z.B. in den Beni-Snassen-Bergen – auf Entdeckungstour gehen.

2 Der Nordosten

Überblick

Al Hoceima

Al Hoceima – Nador und Melilla

Al Hoceima – Taza

Guercif – Midelt

Nador

Nador – Berkane – Oujda

Nador – Guercif

Nador – Saïdia

Oujda

Oujda – Bouarfa

Oujda – Taourirt – Guercif

Saïdia

ÜBERBLICK

Mit der Ausweisung des Nationalparks Al Hoceima im Jahr 2004 wurde die Berg- und Küstenlandschaft zwischen Kalah Iris und Al Hoceima – eine der schönsten Regionen an der nordafrikanischen Mittelmeerküste – unter Schutz gestellt. Die langsame Erschließung mit Wanderwegen und Herbergen soll die Region für Touristen interessanter machen (vgl. Kapitel „Tanger, Rif und Mittelmeerküste“). Auch die Gegend weiter östlich bis Nador und südöstlich bis hinunter nach Figuig sollte ab 2011 mit Hilfe der deutschen GIZ für den Ökotourismus gerüstet werden, doch leider verliefen die meisten Projekte im Sand oder blieben im Anfangsstadium stecken. Der Nordosten Marokkos bietet somit noch viel Potenzial für Entdecker, die abseits der Touristenströme unterwegs sein möchten.

NICHT VERPASSEN!

Al Hoceima – die Strände der Umgebung | 115

Mont Gourougou – Picknickplätze mit Affenbesuch und Meerblick | 125

Mündung des Moulouya – seltene Vögel beobachten | 126

Beni-Snassen-Berge und Zegzel-Schlucht – blühende Berglandschaften mit Grotten und Wanderwegen abseits vom Touristenrummel | 131

Diese Tipps erkennt man an der gelben Hinterlegung.

Al Hoceima ist im Sommer ein beliebter Badeort der Marokkaner und lohnt vor allem wegen seiner herrlichen Badebuchten in der Umgebung einen Besuch. Die Region um Nador und Saidia ist durch die Fähranbindung von Almeria nach Melilla (span.) bzw. Nador und von Sète nach Nador gut an Europa angebunden. Auch eine Bahnlinie verbindet Tanger, Casablanca und Fès mit Nador, sodass man schnell und bequem in den Nordosten gelangen kann. Nador hat sich in den letzten Jahren unglaublich entwickelt. Die moderne Küstenstadt verfügt über eine gute Infrastruktur und ist noch weitgehend vom Tourismus unberührt geblieben. Ein riesiges Problem sind jedoch die gestrandeten schwarzafrikanischen Flüchtlinge, die in der Umgebung Nadors bis zum Grenzort Beni Enzar in notdürftigen Verschlägen, Höhlen oder Zelten hausen – in der Hoffnung, eines Tages mit einem Boot über das Mittelmeer überzusetzen oder den Sprung über den Zaun in die spanische Exklave Melilla zu schaffen. Die Kriminalität wächst, da die Flüchtlinge keinerlei Unterstützung vom Staat oder der ansässigen Bevölkerung erhalten. Die touristische Vermarktung der schönen Gebiete rund um das Gabelkap fällt daher schwer und Wohnmobiltouristen werden von der Polizei bzw. dem Militär häufig von der Küste vertrieben.

In Saïdia entstand ein riesiges Ferienresort mit luxuriösen Hotels und langen Sandstränden, die in den Sommermonaten vor allem einheimische Badeurlauber bevölkern. Die nahe algerische Grenze ist geschlossen.

Von Berkane südlich von Saïdia lohnt sich ein Ausflug in die Beni-Snassen-Berge und die Zegzel-Schlucht. Südlich von Ain Benimathar ist in der Wüste eines der größten Solarkraftwerke Marokkos entstanden. Von der modernen Großstadt Oujda im äußersten Nordosten Marokkos führt eine Asphaltstraße in die Wüste nach Figuig, wo man im Gegensatz zum Tafilalet und Drâa-Tal noch ursprüngliches Oasenleben abseits aller Touristenströme erleben kann (vgl. Kapitel zum Südosten).


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Al Hoceima blickt von einem Plateauberg aufs Meer

Al Hoceima

Die moderne Stadt (in der Berbersprache Tarafit oder Tayzut genannt) mit etwa 100.000 Einwohnern thront auf einem Plateauberg über dem Meer und zieht sich hinunter bis in die geschützte Bucht von Al Hoceima. Sie befindet sich in einem tektonisch sehr aktiven Gebiet, in dem die europäische und afrikanische Kontinentalplatte aufeinandertreffen – seit 1994 gab es mehrere Erdbeben, das schwerste 2004 mit über 800 Toten.

Al Hoceima bzw. seine Umgebung ist vor allem für den Badetourismus interessant. Entlang der Küste reihen sich hübsche, aber nicht ganz saubere – nur durch einige Felsen voneinander getrennte – Strände mit dunklem Vulkansand aneinander. Nördlich des Stadtstrandes Plage Quemado schließt der Fischerhafen an. Im Rahmen des touristischen Masterplans „Vision 2015“ der Regierung wurde vor einigen Jahren die Hauptgeschäftsstraße Bd. Mohamed V. (mit Hotels, Banken, Restaurants) verschönert und der zentrale Place Mohamed VI. neu angelegt. Internationale Touristen besuchen die Gegend nach wie vor selten, doch im Sommer sind die Strände und Straßen voll mit marokkanischen Urlaubern.

Anlässlich des Todes eines Fischers nach Auseinandersetzungen mit der Polizei kam es Ende 2016 zu Protesten der Bevölkerung, die auch internationale Medienaufmerksamkeit erhielten. Die Bevölkerung demonstrierte u.a. gegen die Vernachlässigung der Rif-Region bezüglich der Infrastrukturentwicklung und der medizinischen Versorgung. Bei Ermittlungen, die von den Protesten angestoßen wurden, stellte sich heraus, dass Entwicklungsgelder für die Region veruntreut wurden. Daraufhin mussten in der Verwaltung und bei der Polizei viele Beamte ihre Koffer packen. Da sich die Proteste bis in die Hauptstadt ausweiteten, rückte das Problem der Korruption als politisches Thema wieder in den Vordergrund.

Interessante historische Bauwerke kann Al Hoceima nicht bieten, da die Stadt erst 1926 von spanischen Soldaten als Stützpunkt gegründet wurde. Es gibt in Al Hoceima bzw. seiner Umgebung (Nationalpark Al Hoceima) einige bis zu 400 Jahre alte Ruinen, die durchaus einen Besuch lohnen. Auf der vorgelagerten Insel Peñón de Alhucemas konnten sich schon vor 250 Jahren die Spanier festsetzen und eine Festung errichten (kein Zutritt).

Wer sich für den Fischfang interessiert, kann den Fischerhafen nördlich der Plage Quemado besuchen. Markttag in Al Hoceima ist der Dienstag.

Strände

Der Stadtstrand Plage Quemado direkt unterhalb des Zentrums wurde leider mit wenig ansehnlichen Hotelanlagen verbaut. Im Sommer drängeln sich marokkanische Urlauber am Strand, während zwischen Oktober und Mai hier kaum jemand anzutreffen ist. Das Aktivitätenprogramm beschränkt sich auf Motor- und Tretbootfahren. Das Auto parkt man am besten im Hafen und marschiert von dort zum Strand oder über die Treppen vom Place Mohamed V. abwärts.

Weniger besucht als die Plage Quemado sind die schönen, außerhalb gelegenen Strände Thara (Tala) Youssef (langer schwarzer Sandstrand mit nur im Sommer geöffneten Cafés, Chafarinas Beach Club), Sabadilla (Strandpromenade und Cafés, Parkplätze) sowie die durch den Marineposten abgetrennte Felsbucht Plage Almoud (mit Sandstrand, N 35°14,669’, W 03°57,934’). Die letztgenannten Strände kann man bequem mit dem Stadtbus vom Bd. Mohamed V. in Richtung Izemmouren erreichen, eine Haltestelle liegt direkt oberhalb der Bucht. An den Parkplätzen ist auch eine Übernachtung mit dem Wohnmobil möglich. Die Toiletten und Strandduschen sind jedoch nur im Sommer geöffnet. Am besten erreicht man diese Strände, wenn man der breit ausgebauten, palmengesäumten Küstenstraße nach Westen folgt.

Übernachtung

1Chafarinas Beach Club

2Mira Palace

3La Perla

5Suites Hotel Mohamed V.

7Al Khouzama

8Mercure Quemado Resort

10Villa Florido

11Casa Paca, La Perla Bleu

Essen und Trinken

4Club Nautique

6Café Estrella, Café Nejma

9Espace Miramar

Weitere schöne Badestrände wenige Kilometer südlich sind Cala Bonita, Isly, Sfiha und Espalmadero sowie die Bucht von Ajdir. Diese Strände erreicht man am besten mit dem Grand Taxi. Auch ein Stadtbus fährt vom Bd. Mohamed V. in Richtung Ajdir.

Praktische Informationen
Informationen für Touristen

Délégation du Tourisme, Rue Al Hamra (Straße zum Busbahnhof), Cala Bonita, Tel. 0539 98 11 85. Hier erhält man Infos zur Stadt und zum Nationalpark Al Hoceima.

Association Rif pour le Tourisme Rural (ARDTR), 130, Bd. Abdelkrim el Khattabi, Hay el Manzah, Tel. 0539 98 43 11. In einem Schulgebäude mit der Aufschrift „Fondation Mohamed VI de Promotion des oeuvres sociales de l’éducation-formation“ findet man den Schulleiter und Vorsitzenden der ARDTR. Er gibt gerne Informationen zum Al-Hoceima-Nationalpark und kann Ausflüge mit Übernachtung in einer Gîte organisieren.

Unterkunft
Oberklasse

8 Mercure Quemado Resort, direkt am Stadtstrand, Tel. 0539 84 22 00, www.accorhotels.com. Komfortables 4-Sterne-Hotel mit 121 modernen Zimmern/Suiten/Apartments mit AC, TV, Minibar, WLAN und z.T. Balkon mit Meerblick. Pool, Hammam und Massageangebot. Restaurant mit internationaler Küche.

2 Mira Palace, Espace Mirador, Tel. 0539 84 00 84, 84 12 86, www.hotel-mirapalace.com. Glitzerndes, modernes 4-Sterne-Hotel mit komfortablen Zimmern, tollem Meerblick, Pool und eigenem Parkplatz.

5 Suites Hotel Mohamed V., Place Mohamed VI., am Stadtstrand Quemado, Tel. 0539 98 22 34. Der früher hässliche Betonklotz wurde komplett renoviert und in ein 4-Sterne-Hotel ohne marokkanisches Flair, aber mit europäischem Komfort umgewandelt. Die großzügigen Zimmer mit Balkon punkten mit tollem Blick auf die Bucht.

Mittelklasse

11 Casa Paca, Plage Sfiha (ca. 4 km östlich vom Zentrum, Richtung Ajdir, Wegweisung „Plage Sfiha“ beachten), Tel. 0539 80 27 32, www.casapacamarruecos.com. Schönes Gästehaus in herrlicher Lage mit Strandblick, allseits gelobt für Essen, Frühstück, Zimmer (mit Meerblick) und Personal. Nur wenige Gehminuten zum Strand.

1 Chafarinas Beach Club, 5 km westlich am Strand Thara Youssef (Richtung Izemmouren), Tel. 0539 84 16 05, chafarinasbeach@menara.ma. Die Bungalowanlage (mit AC, Restaurant/Bar, Pool, Sportangebot und bewachtem Parkplatz) entspricht nicht mehr 4-Sterne-Niveau, eignet sich aber dank ihrer Lage gut zur Erkundung der Stadt.

3 La Perla, Av. Tarik Ibnou Ziad (nahe dem Zentrum, gegenüber dem Sportstadion), Tel. 0539 98 45 13. Mehrstöckiges Mittelklassehotel mit Glasfassade, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, 30 klimatisierte Zimmer und Suiten, Restaurant mit Pizza und Fischgerichten. WLAN.

Günstig

UNSER TIPP: 10 Villa Florido-, 40, Place du Rif, Tel. 0539 84 08 47, www.florido.alhoceima.com. Das gepflegte Traditionshotel (seit 1929) ist in einem Art-déco-Haus unmittelbar im Zentrum untergebracht. Zimmer mit Bad und TV (z.T. mit Balkon), Cafeteria mit günstigem Frühstück im EG. WLAN, Organisation von Wander-, Schnorchel- und Bootstouren möglich. Rucksacktouristen sind willkommen.

7 Al Khouzama, Ecke Rue Al Mouahidine/Rue Al-Andalous (Parallelstraße zur Av. Mohamed V., N 35°14,563’, W 03°55,817’), Tel. 0539 98 56 69. Beliebtes Travellerhotel, alle (nicht immer sauberen) Zimmer mit Bad. Billardraum, bewachter Parkplatz, WLAN.

11 La Perla Bleu, am Kreisverkehr nahe dem Busbahnhof, 3 km östlich vom Zentrum und 1 km östlich vom Strand Cala Bonita, Mobil 0677 75 59 85, perla.bleue@gmail.com. Nettes, kleines 2-Sterne-Hotel mit sauberen Zimmern, ins Zentrum sind es etwa 15 Minuten zu Fuß.

Billige, sehr einfache Hotels finden Traveller zwischen dem Place du Rif und dem Markt (für allein reisende Frauen eher nicht zu empfehlen).

Camping

Wildcamping-Möglichkeit evtl. am Kiesstrand östlich der Stadt: Von der Hauptstraße nach Nador in Richtung Friedhof abbiegen und auf einer Piste entlang eines Bachbettes bis zum Strand fahren. Stellplätze für Wohnmobile auf den Parkplätzen an den Stränden Almou und Sabadilla.

Eine Abfüllstation, an der man Gasflaschen erhalten oder auffüllen kann, gibt es bei Salam Gaz bei Izemmouren, N 35°10,741’, W 03°39,633’.

Essen und Trinken

Am Place du Rif und rund um die Place Mohamed V. findet man diverse Restaurants und Imbisse.

6 Café Estrella, Bd. Mohamed V. Großes Café mit Süßspeisen und herrlichem Blick auf die Bucht. Auch gleichnamiges Restaurant nebenan mit guten Grillspeisen.

6 Café Nejma, Bd. Mohamed V. (direkt neben dem Estrella). Toller Ausblick auf die Bucht von der hübschen Terrasse, etwas gemütlicher als das Estrella.

4 Club Nautique, im Fischerhafen, Tel. 0539 98 14 61. In diesem in die Jahre gekommenen Restaurant neben dem Fischmarkt mit Terrasse (ohne Ausblick), schnellem Service und Alkoholausschank kommen fangfrischer Fisch und Calamari zu recht günstigen Preisen auf den Tisch.

UNSER TIPP: 9 Espace Miramar, Rue Moulay Ismail, Tel. 0539 98 42 42. Der Restaurantkomplex mit mehreren Terrassen über dem Meer und herrlichem Ausblick auf den Quemado-Strand und den Fährhafen ist ein beliebter Treffpunkt. Zu essen gibt es Pizza, Fisch und marokkanische Spezialitäten. Abendunterhaltung mit Amazigh-(Berber-) und Gitarrenmusik.

Taxis/Sammeltaxis

Ein Standplatz für Petits Taxis befindet sich am Pl. Mohamed V. Die Grands Taxis fahren am Busbahnhof (s.u.) ab. Ein Sammeltaxi zum Plage Sfiha kostet ca. 15 DH/Pers.

Busse

Der Busbahnhof liegt ca. 1,5 km außerhalb des Zentrums im Süden an der Straße in Richtung Ajdir (P 5211), nahe des Abzweigs zur Plage Cala Bonita.

Verbindungen und Preise

Nador: 2x tägl. mit CTM, 3 Std. Fahrzeit, 50 DH.

Taza – Casablanca: 1x tägl. mit CTM (morgens und Nachtbus), 12 Std. Fahrzeit, 200 DH; nach Taza ca. 4 Std. Fahrzeit, 65 DH.

Fès – Meknès – Rabat: 1x tägl. mit CTM (morgens und Nachtbus), 10 Std., ca. 170 DH; nach Fès ca. 6 Std., 110 DH; nach Meknès ca. 7½ Std., 130 DH.

Chefchaouen – Tétouan: 2x tägl. mit CTM (mittags und Nachtbus), 115 DH, 7–8 Std.; nach Chefchaouen 1x täglich, ca. 6 Std., 90 DH; weitere Privatbusse mehrmals täglich (Weiterfahrt nach Tanger).

Tanger: 1x tägl. mit CTM (Nachtbus), etwa 7½ Std., 140 DH.

El Jebah: mehrmals täglich mit Privatbuslinien.

Fähren

Vom Hafen nördlich der Plage Quemado verkehren unregelmäßig Fähren der Gesellschaft Naviera Armas nach Motril (Granada). Mehr Informationen vgl. „Praktische Tipps A–Z/Anreise/Fähren“.

Sonstiges

Mehrere Banken finden sich am Bd. Mohamed V.

Die Hauptpost liegt an der Av. Moulay Idriss Akhbar.

Feste/Veranstaltungen

Festival méditerranéen d’Al Hoceima, einwöchiges Musikfestival im August.

Moussem des Amandes (Mandelfest), Cercle d’Ajdir, Anfang August.

Ausflüge

Von der Stadt lohnen sich Ausflüge in den Nationalpark Al Hoceima (vgl. „Von Tétouan entlang der Küste nach Al Hoceima“) und zu den Stränden der Umgebung. Rucksackreisende haben es in Al Hoceima jedoch schwer: Um in den Nationalpark oder zu den Stränden außerhalb zu gelangen, bleibt meist nur die Möglichkeit, ein Grand Taxi zu mieten.

Die Agentur Rif Croisières (Mobil 0641 59 98 94, www.rifcroisieres.com) bietet Bootstouren vom Hafen in Al Hoceima zu schönen Buchten an (1½ Std. ca. 150 DH/Pers.).

Von Al Hoceima nach Nador und Melilla

140 km, N 16 entlang der Küste.

Die breite, gut ausgebaute N 16 ist landschaftlich schöner als die vierspurig ausgebaute Hauptverbindungsstrecke Richtung Osten (N 2). Sie führt meist küstennah bis Nador und von dort weiter nach Melilla – immer wieder bieten sich Badegelegenheiten in hübschen Buchten.

Gute Busverbindung bis Nador und zur Grenze Beni Enzar. Ab Segangane bzw. Gare Sud führt eine Bahnlinie bis Beni Enzar (von Taourirt und Fès kommend).

Von Al Hoceima auf der vierspurigen Straße Richtung Nador geht es ca. 1 km nach dem Zentrum bei einem Kreisverkehr links ab zum hübschen kleinen Strand Cala Bonita. Wenig später folgt der Abzweig zur Plage Isly vor der Brücke über den Oued Isly. Wieder 2 km weiter (6 km hinter Al Hoceima) geht es links zur Plage Sfiha ab, einem schön gelegenen schwarzen Sandstrand (2,5 km).

Bei ca. km 7 erreicht man den großen Ort Ajdir mit einer T-Kreuzung (N 35°14,049’, W 03°55,425’): links weiter nach Nador, rechts nach Tétouan und Fès. Hinter Ajdir bietet sich ein schöner Ausblick auf die spanische Felsinsel Peñón de Alhucemas vor der Küste.

10 km hinter Al Hoceima geht es an einer Kreuzung links auf der Küstenstraße N 16 weiter Richtung Nador (rechts auf der N 2 Richtung Kassita/Taza). Bei km 12 führt ein weiterer Abzweig zur Plage Sfiha, 4 km weiter zur Plage Souani mit Eukalyptus- und Pinienwald (evtl. Wildcampingmöglichkeit).

Durch relativ dicht besiedeltes Gebiet geht es vorbei an der Mündung des Oued Nekor mit kleinem Wäldchen bis Oued Tighza, das nach gut 34 km erreicht ist (Kiesbucht).

Nach ca. 45 km folgen einige schwarzsandige Meeresbuchten. Bei ca. km 52 liegt ein langer schöner Sandstrand an der Mündung des Oued Assekrane.

Nach etwa 57 km lädt die Raststätte Aire de Repos de Taghazine zu einer Pause ein. 1 km weiter folgt der Ort Taghazine. Hinter Port Sidi Hussain (kleiner Fischerhafen) und einer Brücke (km 63) führt die Straße etwa 16 km an der wenige hundert Meter entfernten Steilküste entlang (schöne Aussicht).

Etwa 94 km hinter Al Hoceima liegt links das Motel Delta Kert (Tel. 0536 34 7171, www.moteldeltakert.com) mit schönem Ausblick auf die darunterliegende Bucht; Wohnmobile, Radfahrer und Motorradreisende sind dort allerdings weniger willkommen. Bei der Mündung des Oued Kert und einer hübschen Bucht endet die Provinz Driouch und die Straße führt weg von der Küste in Richtung Segangane und Nador.

21 km nach dem Motel und knapp 115 km von Al Hoceima entfernt erreicht man den Abzweig zum Hotel Mont Vert und nach Gourougou (vgl. Stadtbeschreibung Nador). 800 m weiter folgt ein Kreisverkehr, an dem es rechts nach Saïdia und links weiter nach Nador geht. Bei km 118 ist Segangane erreicht, ein großer Ort, der fast nahtlos mit Nador verschmilzt; an der Kreuzung links halten.

Nach weiteren 6 km geht es auf vierspuriger Straße vorbei am Gare du Sud. Bis Nador – etwa 125 km hinter Al Hoceima – folgen diverse Abzweige Richtung Arkmane Plage, Saïdia etc. Stadtbeschreibung Nador s.u.

Kurz hinter Nador Richtung Melilla folgt ein Polizei-/Militärkontrollpunkt. 9 km hinter Nador (ca. km 135) ist die Grenze bei Beni Enzar erreicht. Dort befindet sich die Endstation der Eisenbahnlinie, die Fès/Casablanca mit Nador und Beni Enzar verbindet. Auch ein Stadtbus verkehrt zwischen Nador und der Grenze. Der Sammeltaxistandplatz liegt in einem ummauerten Gelände hinter dem Café Miramar. Die Wartezeiten an der Grenze können v.a. zu Ferienzeiten lang sein. Wohnmobiltouristen sollten sich hier auf gründliche Kontrollen einstellen bzw. noch vor dem Zoll ihr Fahrzeug selbst inspizieren, da es Flüchtlingen immer wieder gelingt, unter oder auf das Fahrzeug zu gelangen, um damit nach Melilla ins Hoheitsgebiet der EU zu kommen.

3 km hinter der Grenze, etwa bei km 138 ab Al Hoceima, ist Melilla erreicht (Hotels und weitere touristische Infos unter www.melillaturismo.com). Acciona Trasmediterranea verkehrt von Melilla nach Almeria (vgl. „Praktische Tipps A–Z/Anreise“).

Wichtig: Wer in Melilla die Fähre erreichen will, sollte unbedingt auf die Zeitverschiebung achten. Etwa zwischen April und Oktober (je nach marokkanischer Sommerzeit) ist es in Melilla schon zwei Stunden, im Winter eine Stunde später. Wenn der Ramadan in den Sommer fällt (im Ramadan ist die Sommerzeit außer Kraft gesetzt), dann gibt es nur eine Stunde Zeitunterschied.

Von Al Hoceima nach Taza

N 2, R 505, 141 km.

Die Straße wurde mittlerweile bis Taza vierspurig ausgebaut und führt kurvig durch die Berge und Wälder des Rif. Sie eignet sich gut als Verbindungsstrecke für eine Weiterfahrt in den Mittleren Atlas (Tazeka-Nationalpark) und nach Fès.

Wer von Al Hoceima direkt Richtung Süden nach Taza fahren möchte, wählt die N 2 Richtung Kassita. Die N 2 führt an Im-Zouren vorbei und erreicht nach einigen Kilometern die Staumauer des Oued Nekor, der zum Stausee Mohamed Abd el Krim aufgestaut wurde. Die kurvige Bergstrecke führt ca. 20 km nach dem Abzweig bergab und erreicht nach etwa 2 km die Brücke über den Oued Nekor.

Danach geht es wieder bergauf und -ab durch eine schöne Schlucht und einen Pass mit Pinienwald, bis nach ca. 42 km Kassita, ein ärmliches Dorf, erreicht ist. Von dort führt die Straße (R 505) durch eine karge Bergregion auf 20 km hinauf zum Dorf Tizi Ouzli auf der Passhöhe (Tankstelle, Bank, Läden). Nach weiteren 9 km erreicht man wieder eine Passhöhe.

37 km hinter Kassita folgt eine Kreuzung, an der es links weiter nach Taza geht (61 km), rechts nach Boured. Weiter Richtung Taza. Nach 2 km ist Aknoul erreicht. Der große Ort (u.a. Tankstelle und Bank) liegt in einem Flusstal mit Olivenhainen und Pinienwäldern.

Hinter Aknoul führt die Route entlang eines idyllischen Flusstals. An der Kreuzung 16 km hinter Aknoul geht es links nach Saka und weiter geradeaus nach Taza. Nach weiteren 7 km führt ein Abzweig rechts nach Taineste. Wir fahren auf vierspuriger Strecke geradeaus weiter entlang eines kargen Flusstals Richtung Taza. Die große Kreuzung zur Autobahn Fès – Oujda (A 12) ist bei N 34°13,802’, W 03°59,737’ erreicht; rechts weiter nach Taza und Fès. Nach einem weiteren Kilometer auf der A 12 biegt man bei einem Kreisverkehr links Richtung Bab Boudir, Jebel Tazekka und Haut Taza (Altstadt) ab. Vorbei am Supermarkt Marjane erreicht man 4 km weiter das Palais Municipal, das Rathaus von Taza. Stadtbeschreibung Taza vgl. Kapitel „Mittlerer Atlas, Fès und Meknès“.

Nador

Nador ist eine moderne Industrie- und Hafenstadt (Stahlproduktion) mit etwa 165.000 Einwohnern an der Lagune des Sebhka Bou (Bu) Areg. Die Bevölkerung ist vorwiegend berberischen Ursprungs (Tamazight). Im Hafen befindet sich eine 20 ha große Freihandelszone, die Stadt ist mit mehreren Bahnhöfen (Gare du Sud bei Segangane, Gare Nador Ville im Zentrum, Beni Enzar am Hafen bzw. nahe der Grenze) an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Auch einige Fluglinien steuern die Stadt an.

Mehr als 20% der marokkanischen Migranten in Europa stammen aus der Region Oriental, also aus Nador, Oujda und Umgebung – der deutsch sprechende Bevölkerungsanteil in Nador ist deshalb erstaunlich hoch.

Bislang war Nador für den europäischen Touristen fast nur als Versorgungsstation bei Ankunft in Marokko mit der Fähre interessant. Das Handelszentrum hat keine besonderen Sehenswürdigkeiten zu bieten, eignet sich aber als Ausgangspunkt für Touren ins schöne Hinterland, ins Rif und an die Mittelmeerküste. Entlang der Nador vorgelagerten Salzwasserlagune Mar Chica wird in touristische Großprojekte investiert – u.a. sollen eine Marina, Hotels und ein Golfplatz entstehen.

Das vor einigen Jahren aufgepeppte Zentrum der Stadt befindet sich östlich der Schnellstraße N 15 bzw. N 19. Die palmengesäumte Hauptstraße Av. Mohamed V. führt vom Place de la Libération zur Strandpromenade (Corniche) von Nador, an der sich zahlreiche Cafés und Restaurants aneinanderreihen. Vom Kai legen kleine Ausflugsboote in die Lagune ab. Auch das bergige Hinterland, das Kap Ferkhana (Drei-Gabel-Kap) und der Mont Gourougou mit Picknickplätzen und einer kleinen Berberaffenpopulation sind für Touristen interessant. Von den Anhöhen hat man herrliche Ausblicke auf die Stadt und die benachbarte Enklave Melilla.

Praktische Informationen
Informationen für Touristen

Délégation régionale du Tourisme, 57, Rue Segangane und 88, Bd. Ibn Rochd, Tel. 0536 33 03 48, dtnador@menara.ma.

Unterkunft
Oberklasse

5 Mercure Nador Rif, 1, Av. Ibn Tachfine, Tel. 0536 32 85 00, www.accorhotels.com. Modern durchgestyltes 4-Sterne-Haus mit dem zu erwartenden Komfort. Klimatisierte Zimmer mit Balkon (z.T. mit Meerblick), großer Pool, Restaurant, Bar und Nachtclub, WLAN. Das freundliche Personal spricht englisch. Günstige Buchung über www.booking.com.


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Blick vom Mont Gourougou auf Nador

Übernachtung

1Annakhil

4Méditerranée

5Mercure Nador Rif

7Le Mont Vert

8Barcelona

9L’Aéroport

13Babel

14Geranio

Essen und Trinken

4Méditerranée

6Romero

12Bella Italia

15Victoria

Sonstiges

2Ketama Voyages

3Royal Air Maroc

10Marjane-Supermarkt

11Kabdani Voyages

Mittelklasse

1 Annakhil, 185, Bd. de Tanger, Tel. 0536 33 58 67, hotelannakhil@gmail.com. Typisch marokkanisch gestaltetes, angenehmes 3-Sterne-Hotel in zentraler Lage mit 39 Zimmern mit TV, AC und Kühlschrank. Parkplatz vorhanden, Restaurant und viel besuchte Bar. WLAN.

13 Babel, 105, Av. Mohamed VI., Tel. 0536 60 69 01. 3-Sterne-Hotel mit klimatisierten und gepflegten Zimmern. Restaurant, bewachter Parkplatz, freundliches Personal. WLAN.

9 L’Aéroport, Lotissement 40, N 22 Lot Al Matar, Tel. 0536 38 17 22. Kitschig-marokkanisch gestaltetes Mittelklassehotel einige Kilometer südlich des Zentrums (20 km zum Flughafen), komfortable Zimmer (AC und TV) und eigener Parkplatz. WLAN.

7 Le Mont Vert-, Azrou Hamar Gourougou Zeghangane (an der Strecke zum Mont Gourougou, s. „Ausflüge“), Tel. 0536 35 17 09, www.lemontvert.com. Die Hotelanlage mit gehobenem Mittelklasse-Standard in herrlicher Lage hat ansprechende Zimmer mit Meerblick, einen Pool im großen Garten und sehr freundliches Personal. WLAN.

Günstig

4 Méditerranée-, 2–4, Av. Youssef Ben Tachfine/My. Hassan I., Tel. 0536 60 64 15, hotel.mediterranee@gmail.com. Eines der besten (unteren) Mittelklasse-Hotels der Stadt: guter Service, gutes Restaurant, saubere Zimmer, z.T. mit Balkon und Meerblick. WLAN.

8 Barcelona, Mont Aroui, Bd. Hassan II., Tel. 0536 36 15 74. Nur etwa 5 Taxi-Min. vom Flughafen entfernt (zu Fuß 30 Min.). Sauber, freundlich, preiswert.

14 Geranio, 16, Rue No. 20, Quartier Khattabi, Tel. 0536 60 28 28. Preiswertes Hotel mit 30 sauberen, aber (zur Straße hin) lauten Zimmern mit kleinem Bad in der Nähe des Busbahnhofs.

Camping

Wildcampen ist evtl. an der Strandpromenade in Arkmane Plage oder beim dortigen Hotel möglich. Wohnmobilisten finden auch am Nordende der Strandpromenade in Nador (nahe kleiner Marina und McDonald’s) sowie auf diversen Picknickplätzen am Mont Gourougou und am Gabelkap einen Stellplatz. Man sollte sich jedoch vorher vergewissern, ob dort Flüchtlinge in Zelten oder provisorischen Hütten hausen.

Wohnmobilisten finden Stellplätze an den diversen Picknickplätzen am Mont Gourougou und am Gabelkap.


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Außenanlage des Hotels Le Mont Vert

Essen und Trinken

Zahlreiche Restaurants und Cafés befinden sich an der Uferpromenade, entlang der Av. Mohamed V. und in der Av. Youssef Ben Tachfine (südlich der Av. Mohamed V.).

12 Bella Italia, 158, Av. des F.A.R., Tel. 0536 60 66 62. Zentrale Lage, leckere Pasta und Pizza, aber auch Fischgerichte.

4 Méditerranée, im gleichnamigen Hotel (s.o.). Gutes Essen ab 70 DH pro Gericht.

6 Romero, 48/50, Av. Youssef Ben Tachfine, Tel. 0536 33 27 77. Beliebtes Restaurant mit sehr guter internationaler Küche und Seafood, mittlere Preislage.

15 Victoria, 392, Bd. Hassan II. Eines der nettesten Café-Restaurants in Nador mit gutem Gebäck und Kuchen.

Einkaufen

10 Marjane-Supermarkt und Centre Commercial im Südwesten der Stadt, gut ausgeschildert von der Schnellstraße N19 nach Selouane im Viertel Taouima. Hier findet man fast alles, was das (europäische) Herz begehrt.

Eine große Auswahl an Dingen des täglichen Bedarfs und landestypische Gebrauchsgegenstände gibt es auf dem Markt (Suq) im Complexe Commercial im Zentrum in der Av. Hassan II. (der Hauptverbindungsstraße zwischen Selouane und Nador, von Süden kommend rechts).

Taxis

Der Gare Routière für Sammeltaxis und Busse (beschildert) befindet sich östlich der Haupteinfahrtsstraße nach Nador in der Av. des F.A.R. Ein Sammeltaxi zur Grenze bzw. zum Hafen kostet ca. 10 DH/Pers. (15 Min.), nach Al Hoceima 65 DH (2 Std.), nach Oujda 60 DH (2 Std.). Ein Taxi zum Flughafen findet man ebenfalls am Busbahnhof für ca. 200 DH.

Busse

Gare Routière an der Av. des F.A.R. gegenüber der Polizei und nahe der Strandpromenade. Hier fahren die Busse zur Grenze ab (Linie 19, stündliche Abfahrt), auch Sammeltaxis (s.o.).

Supratours (Bahnbus), 28, Av. Mohamed VI., Tel. 0536 60 72 62.

Der CTM-Busbahnhof befindet sich an der Hauptstraße nach Beni Enzar (beim Hotel de la Marine).

Verbindungen und Preise (CTM)

Al Hoceima: 2x tägl., 50 DH, ca. 3 Std. Fahrzeit.

Tanger: Nachtbus, 12 Std. Fahrzeit, 165–215 DH.

Fès – Rabat – Casablanca: 2x tägl. (Nachtbus und mittags), bis Casablanca ca. 200 DH, bis Fès 115–120 DH, bis Rabat 170 DH; bis Fès ca. 5 Std. Fahrzeit, bis Rabat ca. 8 Std., bis Casablanca ca. 10 Std.

Fès – Meknès – Tanger: 2x tägl. (Nachtbus und mittags), ca. 165–215 DH, bis Fès 115–120 DH, bis Meknès 135 DH; bis Tanger ca. 12 Std. Fahrzeit, bis Fès ca. 5 Std., bis Meknès ca. 7 Std.

Tétouan: 2x tägl. (vormittags und Nachtbus), 11 Std. Fahrzeit, 145 DH.

Weitere Buslinien nach Oujda, Saidia (ca. 35 DH), ins Rif und die kleineren Städte.

Bahn

Der Hauptbahnhof Nador Ville liegt an der Rue de Tanger gegenüber der Strandpromenade. Weitere Bahnhöfe (Nador Sud) nahe Zeghangane (Segangane) und im Norden beim Hafen Beni Enzar nahe der Grenze zu Melilla.

Verbindungen und Preise

Taza – Fès – Casablanca: 2x tägl., meist Umsteigen in Fès bzw. Taourirt notwendig; bis Casablanca 196 DH (2. Kl.), 10 Std., bis Fès 113 DH (2. Kl.), 6 Std. Fahrzeit.

Beni Nzar Port (Beni Enzar nahe der Grenze): 4x tägl., 10 DH 2. Kl., 15 Min. Fahrzeit

Taourirt: 2x tägl., 20 DH (2. Kl.), 1¾ Std. Fahrzeit; am Knotenpunkt Taourirt muss man in Richtung Casablanca (s.o.), Oujda (1x tägl., 70 DH, 4 Std. ab Nador) und Guercif, Taza umsteigen.

Fähren

Der Hafen von Nador liegt 10 km außerhalb in Beni Enzar kurz vor der Grenze. Trasmediterranea (www.trasmediterranea.es) verkehrt zur Hauptsaison täglich von Beni Enzar nach Almeria (ca. 6 Std. Fahrzeit). Zu den Verbindungen vgl. auch „Praktische Tipps A–Z/Anreise/Fähren“.

Flugverbindungen

Der Flughafen befindet sich in El Aroui 20 km südlich der Stadt, Tel. 0536 36 10 75.

3 Royal Air Maroc (45, Bd. Mohamed V., Tel. 0536 60 57 76) fliegt mehrmals wöchentlich nach Casablanca.

Internationale Flüge gibt es mit Ryan Air ab/nach Frankfurt/Hahn oder Düsseldorf/Weeze.

Rund ums Auto
Autoverleih

Akloud Car, 28, Nouvelle Route Beni Enzar (ggü. Café Siglo XXI), Mobil 0658 20 00 20, www.akloud-car.com.

Hertz, am Flughafen, Tel. 0536 68 38 02.

Werkstätten

Eine Mercedes-Werkstatt liegt an der Straße Richtung Oujda/Al Hoceima.

Autoersatzteile einiger deutscher Fahrzeuge (und Werkstattempfehlungen) sind über Abdelaziz Azdoufal (Mobil 0661 36 45 88, azdoufalinox@gmail.com) erhältlich. Abdelaziz ist in Frankfurt aufgewachsen und spricht sehr gut deutsch.

Reisebüros/-veranstalter

Die Buchung von Flug- und Fährtickets, Flughafentransfers etc. sind u.a. bei den beiden folgenden Anbietern möglich:

2 Ketama Voyages, 55, Bd. Mohamed V., Tel. 0536 60 61 91, 60 70 62, ketamavoyage@hotmail.fr.

11 Kabdani Voyages, 338, Bd. Al Massira, Tel. 0536 60 11 434, www.kabdani.ma.

Feste/Veranstaltungen

Moussem Zaouia Sidi Benaissa, in Hay Isabenène (Stadt Nador), 12. Rabia I.

Moussem Alawia, im Duar El Oumal bei Segangane, 19. Rabia I.

Moussem Moulay Slimane, in Ouled Haddou Rahar bei Selouane, im Oktober.

Ausflüge
Zum Mont Gourougou und Drei-Gabel-Kap (Cap des Trois Fourches)

Dieser Ausflug führt zum Mont Gourougou, einem 900 m hohen Bergzug vulkanischen Ursprungs, und weiter ans Drei-Gabel-Kap. Es bieten sich wunderbare Ausblicke aufs Meer und das Hinterland. Mit etwas Glück kann man Affen beobachten. Für die Fahrt braucht man ein Fahrzeug, nicht-motorisierte Reisende können sich in Nador ein Grand Taxi für den Tag mieten.

Am Kreisverkehr im Zentrum von Nador (Place de la Libération) in Richtung Westen (R 610/N 16, beschildert nach Zeghangane, Beni Boufrah und Nador Gare du Sud) abbiegen. Nach 7 km ist Zeghangane erreicht; 2 km hinter Zeghangane und 9 km hinter Nador mündet die Route in die Straße nach Al Hoceima ein (N16) – rechts weiter und gleich wieder rechts (Norden, P 6209) in Richtung Farkhana – Gourougou den Berg hochfahren.

2 km nach dem Abzweig liegt links das Hotel Le Mont Vert (vgl. „Nador/Unterkunft“), kurz darauf rechts führt ein Pistenabzweig in Richtung des Hotels Azzaifun.

18 km hinter Nador (9 km vom Abzweig) erreicht man den Abzweig zum Picknickplatz und Aussichtspunkt Tazrouda (2 km, 20 km von Nador). Die dortige Maison Ecologique bzw. Site d’Intérêt biologique de Gourougou weihte der König im Jahr 2010 ein. Hier wurden 5400 ha Land – davon 1800 ha Wald mit Aleppo-Kiefern, Thuyen, Zypressen, Eukalyptus, Eichen, Pistazien und Duftkasuarinen – als Bio-Reservat ausgewiesen. Im Gebiet leben u.a. Wildschweine, Füchse, Makaken-Affen, Igel und Stachelschweine. Auf Tafeln werden Flora und Fauna der Region erklärt. Außerdem gibt es einen Spielplatz, Picknickplätze sowie Aussichtsplattformen, von denen sich ein herrliches Panorama ins Umland, aufs Meer und Nador bietet.

2 km weiter befindet sich ein weiterer Aussichtspunkt und 3 km weiter geht es links auf einem kurzen Abzweig zum Kalaat Tazrouda, dem Turm von Abd el Kader, dem bekannten Freiheitskämpfer des Rif-Gebirges.

Entlang der Strecke bietet sich immer wieder ein tolles Panorama mit den beiden Städten Nador und Melilla und deren Häfen. 33 km hinter dem Kreisverkehr (ca. 26 km vom Abzweig) gabelt sich die Straße und führt links weiter nach Farkhana (Cercle Guelaia); hier findet im August der Moussem Zaouia Kadiria statt.

In Richtung Beni Enzar rechts weiter fahren, nach einem weiteren Kilometer liegt links das Restaurant El Balcon. Kurz darauf führt links (nach Norden) eine Straße zum Gabelkap, die hinter der Grenze zu Melilla bergauf durch reizvolle Landschaft in Richtung Kap und Charrane (mit Leuchtturm, schlechte Piste dorthin) führt. Auf dieser Straße ist nach ca. 30 km das Drei-Gabel-Kap (Cap des Trois Fourches) mit sehr schönen Badebuchten erreicht. Nach Beni Enzar (bzw. Nzar) und zur Grenze nach Melilla geht es rechts (nach Osten) weiter, nach ca. 1 km mündet man kurz vor der Grenze in die Hauptstraße Nador – Beni Enzar ein.

Von Nador nach Saïdia

Ca. 80 km, N 16.

Die gut ausgebaute Asphaltstraße N 16 durch hügeliges und dünn bewachsenes Gebiet bietet bis auf einige hübsche Strände wenig Höhepunkte. Die Route verläuft ohne Steigungen an der Küste entlang. Auffällig sind die runden, zum Teil mit Lehm oder Fischernetzen abgedeckten Getreidehaufen entlang der Straße. Vogelliebhaber finden im Naturschutzgebiet an der Moulouya-Mündung (im kleinen Delta nördlich der Brücke) Beobachtungsmöglichkeiten. Am letzten Küstenabschnitt vor Saïdia, an einem langen Sandstrand, befindet sich das Ferienresort Mediterrania Saïdia mit Marina, Golfplatz, Einkaufszentrum und Luxushotels

Busverbindungen von Nador und Oujda nach Saïdia.

Die Grenze nach Algerien ist geschlossen.

Am Kreisverkehr im Zentrum von Nador (Place de la Libération) in Richtung Selouane halten (vierspurige Ausfallstraße). Alternativ ist es möglich, in Richtung Hafen (links) und auf der Strandstraße entlang der Lagune bis Kariat Arkmane zu fahren.

Geradeaus in Richtung Selouane folgt nach 5 km ein weiterer Kreisverkehr, links geht es nach Saïdia und Oujda, rechts nach Al Hoceima und geradeaus nach Selouane – links weiter. Bei km 18 passiert man den Ort Arkmane links der Schnellstraße. 1 km weiter zweigt links eine Straße nach Arkmane Plage ab, das bei km 20 erreicht ist.

Der Strandort Arkmane Plage besteht vorwiegend aus Ferien- und Wochenendhäusern reicher Marokkaner. Die Strandpromenade zieht sich am Rande eines kleinen Eukalyptushaines in Richtung Osten das Meer entlang. Es gibt einige Cafés, die meist nur im Sommer geöffnet haben. Der lange Sandstrand ist ziemlich vermüllt. Wohnmobilisten finden neben der Polizeistation auf einem schattigen Parkplatz einen sicheren Stellplatz.

Zurück am Abzweig bzw. Kreisverkehr 1 km weiter, geht es entlang der Schnellstraße ostwärts. Nach 26 km (insgesamt km 46) folgt eine Raststätte mit Tankstelle. Bei km 52 ist wieder ein Kreisverkehr erreicht, wir fahren links nach Ras el-Ma, geradeaus geht es nach Saïdia.

Der kleine Strand- und Fischerort Ras el-Ma (Ras Qebdana) ist nach 1 km erreicht. Im Bereich des Fischerhafens gibt es einige Restaurants, in denen man den Fang des Tages probieren kann. Auf einem großen Parkplatz bei der Strandpromenade können Wohnmobilisten mit Erlaubnis der „Force Auxiliaire“ übernachten.

Bei km 58 ist das Cap de l’Eau (bzw. Ras Qebdane) mit der gleichnamigen Auberge mit Restaurant erreicht. Vom Ort kann man wieder auf die Schnellstraße nach Saïdia oder Zaio gelangen bzw. nahe der Küste entlang weiter nach Osten fahren.

Bei km 63 führt eine Brücke über die Moulouya (übersetzt „die Gewundene“), mit 550 km der längste Fluss Marokkos. Naturinteressierte haben im Vogelschutzgebiet an der Flussmündung (Site d’intérêt biologique et écologique de la Moulouya) die Möglichkeit, zahlreiche Vogelarten, wie z.B. Marmelenten, Korallenmöwen und Flamingos, zu beobachten. Auf den vorgelagerten Islas Chafarinas (spanisch, kein Zutritt) leben Mönchsrobben. Im Mündungsgebiet des Moulouya kann man Wanderungen am endlosen Sandstrand unternehmen und baden gehen.

1 km hinter der Brücke (km 64) erreicht man bei einem Kreisverkehr wieder die Schnellstraße, auf der es rechts nach Oujda und Saïdia Zentrum geht, links entlang der Küste zum Resort Mediterrania Saïdia, das man nach 4 km bei Gesamt-km 68 erreicht (vgl. bei Saïdia). Die Stadt Saïdia liegt etwa 10 km weiter im Osten.


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Menschenleerer Strand bei Saïdia

Saïdia

Saïdia, nur 15 km von der algerischen Grenze entfernt, war schon immer ein beliebter marokkanischer Badeort. Seit 2009 wird die bisher kaum von ausländischen Touristen besuchte Kleinstadt im Rahmen des „Plan Azur“ zur Tourismusentwicklung und der Erschließung der Mittelmeerküste rund um Saïdia zum internationalen Tourismuszentrum ausgebaut. Saïdia hat einen sehr schönen – im Bereich der Luxushotels auch sauberen – Sandstrand mit Promenade (Corniche), der sich einige Kilometer in Richtung Westen hinzieht. Im Umkreis entstehen immer mehr noble Villen und Apartments – viele wohlhabende Marokkaner haben hier Ferienhäuser. Im Sommer (Hauptsaison ist August) finden zahlreiche Veranstaltungen, auch Rai-Konzerte, statt. Dann kommen auch viele junge Marokkaner nach Saïdia und richten sich für mehrere Wochen auf den brechend vollen Campingplätzen ein. In der Altstadt von Saïdia hat sich noch nicht viel geändert, und es bedarf noch einiger Verschönerungen, bis Saïdia wirklich die Ausstrahlung einer pulsierenden Mittelmeer-Urlaubsstadt hat.

Das Resort Mediterrania Saïdia besteht aus einer langen Strandpromenade, einem Jachthafen, einem Golfplatz, Luxushotels, teuren Wohnungen und Villen sowie Restaurants, Boutiquen und einem Marjane-Supermarkt. Regionalbusse verbinden das Umland mit dem Ferienresort.

Praktische Informationen
Unterkunft

In den hochpreisigen Hotels lässt sich mit traumhaftem Meerblick, tollen Gartenanlagen und feinem Sandstrand Urlaub machen. In der Stadt mangelt es an Mittelklassehotels, in den letzten Jahren entstanden nur Hotels der Luxusklasse am Strand. Die Luxushotels bucht man am günstigsten im Internet (z.B. www.booking.com). Die Zimmerpreise sind stark saisonabhängig. Die meisten marokkanischen Urlauber mieten sich Apartments oder bleiben auf den Campingplätzen.

Oberklasse

Be Live Collection, Station Balnéaire Mediterrania Saïdia, Tel. 0536 63 33 66, www.belivehotels.com. 5-Sterne-All-inclusive-Resort mit langem Privatstrand und allem Komfort. Schicke Zimmer mit Sat-TV und Balkon mit Meerblick. Pool, Spa und Fitnesscenter. Restaurant mit guter mediterraner Küche. Tennisplätze, Golfplatz in unmittelbarer Umgebung.

Iberostar Saïdia, Station Balnéaire Mediterrania Saïdia, Tel. 0536 63 00 09/10, www.iberostar.com. Exzellentes 5-Sterne-Hotel in schöner Lage nicht weit vom Strand, 485 stilvoll und luxuriös ausgestattete Zimmer im marokkanischen Stil (mit Pool- oder Meerblick), große Poollandschaft, Fitnessraum und Animation.

Mittelklasse

Bellington Appart Hotel, Bd. Hassan II., Ecke Rue Dakhla, Tel. 0536 62 47 47. Recht neues Mittelklassehotel in Strandnähe ohne besonderen Charme, aber mit guter, moderner Ausstattung. Saubere Zimmer/Apartments mit AC, z.T. mit Kühlschrank und Küche. Parkplätze vorhanden, WLAN, gutes Restaurant.

Günstig

Hanour, Place du 20 Août, Tel. 0536 62 51 15, 62 50 05. Ordentliches Hotel im Zentrum nahe dem Strand, 18 Zimmer mit Bad. Bar und Disco (daher kann es laut werden).

Camping

Al Boustane, am westlichen Ortsrand nahe beim Strand. Schattiger, gut ausgestatteter Platz mit warmen Duschen. Im Sommer überfüllt, dann läuft überall um die Sanitärbereiche das Wasser ins Gelände. Es gibt auch Bungalows zu mieten, die Preise sind aber zu hoch. Oktober bis Mai geschlossen.

L’Amazone, Bd. Hassan II., direkt am Meer, nahe Al Boustane. Vom Strand nur durch die Straße getrenntes, ummauertes und schattiges Gelände mit Tor. Auch im Winter geöffnet. Toilettenentsorgung möglich, Stromanschlüsse vorhanden. Man kann sich im Café nebenan anmelden, falls am Platz niemand ist. Teuer und z.T. laut vom benachbarten Club.

Wohnmobilfahrer finden auf dem bewachten Parkplatz des Marjane-Supermarkts in der Station Balnéaire Mediterrania Saïdia einen sicheren Stellplatz.

Essen und Trinken

Viele Restaurants mit Fisch, Meeresfrüchten, Pizza und den üblichen Gerichten auf der Speisekarte befinden sich im Bereich der Strandpromenade beim Place du 20 Août, z.B. das Restaurant Boussif schräg gegenüber vom Hotel Hanour.

Verkehrsmittel

Busse verschiedener Linien verkehren mehrmals täglich nach Oujda (CTM 1x tägl., 30 DH, 2 Std.) und Berkane (½ Std., 20 DH). Auch Sammeltaxis fahren mehrmalstäglich. Der Gare Routière (Busbahnhof und Haltestelle der Grands Taxis) befindet sich beim Souk/Marktgelände an der Av. des F.A.R.

Die Hotels organsieren einen Transfer zum Flughafen Oujda oder Nador.

Bahnverbindung von Nador aus.

Die Grenze zu Algerien ist geschlossen!

Feste/Veranstaltungen

Moussem Sidi Ahmed, in Berkane, im September.

Festival du Rai et des arts populaires, Musikfestival im August.

Weiterfahrt nach Oujda

Von Saïdia geht es auf guter Straße über Ahfir nach Oujda (40 km), man kann aber auch direkt über Berkane fahren und die Rundfahrt über die Berge von Beni-Snassen in die Zegzel-Schlucht wählen (ca. 30 km Umweg, vgl. nächste Route). An der Straße entlang der algerischen Grenze wird Schmuggel-Sprit in Flaschen verkauft.

Von Nador über Berkane nach Oujda

140 km, N 16 und N 2.

Gute Asphaltstraße. Diese Route lohnt sich, wenn man einen Abstecher in die Berge von Beni-Snassen und die Zegzel-Schlucht unternimmt. Von Oujda bietet sich die Weiterfahrt nach Fès oder auf einsamer Wüstenstrecke nach Figuig in den Südosten an.

Busverbindung von Nador über Berkane nach Oujda.

Ab dem Kreiseverkehr im Zentrum von Nador erreicht man nach 12 km auf zweispuriger Straße Selouane. Dort zweigt die gut ausgebaute N 2 ab. An Industrie- und Wohnvierteln sowie der Universität von Selouane vorbei sind es 38 km bis Zaio, einem lebhaften Ort. 2 km vor Zaio kann man rechts zum Stausee Mohamed V. und in Richtung Taourirt und Fès abbiegen. Bei Saf-Saf (9 km weiter) geht es über den Fluss Moulouya weiter durch intensiv landwirtschaftlich genutztes Gebiet bis nach Berkane, das bei km 80 erreicht ist.


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Storchennester bekommt man in Marokko oft zu Gesicht

Berkane

Die Provinzhauptstadt zählt etwa 100.000 Einwohner und hat vor allem als Landwirtschaftszentrum für den Orangenanbau Bedeutung. Die Stadt bietet alle Versorgungsmöglichkeiten, aber aus touristischer Sicht wenig. Interessant ist, dass in der Gegend über 1000 Arganienbäume wachsen – diese seltenen Eisenholzbäume sind eigentlich nur im wärmeren Süden Marokkos heimisch (vgl. Exkurs im Kapitel „Sous, Anti-Atlas und südliche Atlantikküste“).

Von der N 2 zweigt in Berkane eine Straße nach Saïdia (s.o., 24 km) ab. Lohnend ist ein Ausflug in die Zegzel-Schlucht (s.u.).

Praktische Informationen

Eine Info-Broschüre mit Karte sowie Informationen zur Zegzel-Schlucht gibt es bei der Association Homme et Environnement, 30, Rue de Tanger, Hay el Hassani, Berkane, Tel. 0536 61 02 89.

Unterkunft finden Touristen im Mittelklassehotel Zaki, Route d’Oujda, Tel. 0536 61 34 52, oder in der hübschen Gîte Karima auf einer Orangenfarm 5 km außerhalb (Route Madagh, Mobil 0661 13 63 51, www.gitekarima.com, mit Pool, Hammam, WLAN).

Es gibt viele Cafés im Ort, die auch Snacks oder Pizza servieren.

Ein Nachtbus von CTM (Haltestelle westlich des Hauptplatzes) fährt über Fès (135 DH, 6½ Std.) nach Rabat (210 DH, 9½ Std.) und Casablanca (240 DH, ca. 11½ Std. Fahrzeit). Auch nach Oujda verkehrt 1x täglich ein CTM-Bus (30 DH, 105 Min.). Weitere Buslinien und Sammeltaxis fahren nahe der Tankstelle im Zentrum ab. Taxis und Busse nach Tafoghalt (Taforalt) in die Zegzel-Schlucht halten bei der Großen Moschee.


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Ökotourismus in der Zegzel-Schlucht: Ferme el Ahmadi

Ausflug in die Beni-Snassen-Berge und die Zegzel-Schlucht

Diese insgesamt 42 km lange Rundfahrt führt über Taforalt, die Kamelgrotte (Grotte du Chameau) und die Zegzel-Schlucht zurück nach Berkane. Reisende ohne fahrbaren Untersatz können von Berkane ein Sammeltaxi nach Taforalt nehmen oder ein Grand Taxi für den Ausflug anmieten (ca. 300 DH/halber Tag). Die Berge von Beni-Snassen sind Ausläufer des Mittleren Atlas und als Nationalpark deklariert, sie erheben sich 20 km südlich von Berkane.

Das Gebiet mit reicher Flora und Fauna (Wildschweine, Schildkröten, Füchse, Schakale, Schlangen usw.) ist weltberühmt für die prähistorischen Funde in der „Grotte des Pigeons“. Den Namen erhielt die Höhle wegen der vielen Tauben, die hier nisten (für Besucher geschlossen). Die meisten Funde aus dem Paläolithikum sind zwischen 40.000 und 100.000 Jahre alt und umfassen die weltweit ältesten Schmuckfunde (vgl. „Land und Leute/Geschichte“), Pfeilspitzen, Tonscherben, Tier- und menschliche Knochen. Seit 1932 fand man hier 180 menschliche Skelette. Am bekanntesten ist der „Homme de Tafoghalt“, an dessen Schädel vor 12.000 Jahren eine Trapanation (eine Bohrung in die Schädeldecke) vorgenommen wurde – die erste bekannte Schädeloperation am Menschen.

Die Rundfahrt beginnt in Berkane: Von Saïdia kommend fährt man beim Kreisverkehr in Richtung Nador auf der N 2 10 km nach Westen. Die Schnellstraße wird gequert, der Wegweisung nach Tafoghalt (Taforalt) geradeaus folgend. Eine ausgefranste Asphaltstraße führt bergauf. 9 km nach dem Abzweig erreicht man einen Parkplatz mit schöner Aussicht, nach einem weiteren Kilometer durch schönen Aleppokieferwald (10 km ab Abzweig) zweigt links die Straße in die schöne Zegzel-Schlucht ab. Wir fahren jedoch zunächst geradeaus nach Tafoghalt.

1 km nach der Gabelung zur Zegzel-Schlucht in Richtung Tafoghalt erreicht man einen Parkplatz mit Rastplatz an einer Quelle. Tafoghalt (Taforalt) ist eine europäisch anmutende Stadt mit rosa Reihenhäuschen. Der Taforalt Club (Mobil 0662 04 51 19, www.taforaltclub.com) mit schönem Pool, Restaurant und Garten lädt zu einer Pause ein (Poolbenutzung auch für Nichtgäste gegen Eintritt). Nebenan liegt die dazugehörige gemütliche Herberge Auberge de Taforalt im Berberstil mit höhlenartigen Zimmern, Familienzimmern und Nomadenzelten auf Terrassen. Kurz zuvor (ca. 500 m nördlich) weist ein Schild zur netten, einfachen Herberge Gîte Tagma (Mobil 0661 10 53 73, as.hee@menara.ma.) in ruhiger Lage im Douar Lahmsar, die von der Association Homme et Environnement in Berkane (s.o.) betrieben wird. Man erreicht sie auf einer 3,5 km langen Wanderung oder auf schmaler Straße bzw. auf Wunsch auch auf dem Esel.

Die Straße von Tafoghalt in Richtung Süden führt nach Sidi Bouhria, El Ayoun und auf schlechter Strecke nach Oujda (53 km). Besser ist die Strecke rechts 20 km nach Berkane (s.o.) und von dort nach Oujda (insgesamt 60 km).

Zunächst geht es von Tafoghalt 1 km zurück an die Gabelung zur Zegzel-Schlucht. Hier zweigt rechts (von Berkane kommend links nach Osten) die schmale Straße (beschildert mit „Zegzel“) ab. In der fruchtbaren Region wachsen Bananen, Granatäpfel, Opuntien, Feigen- und Mispelbäume entlang des Flusses. Es liegen immer wieder Rast- und Picknickplätze an der Strecke, Rund- und Wanderwege sind ausgeschildert. 5 km hinter Tafoghalt geht links der Circuit de Tizizemmour (Wanderweg) ab.

Nach weiteren 3 km (8 km von Taforalt) führt rechts ein Abzweig nach Zegzel und links zur Grotte du Chameau, der Kamelgrotte, die man nach 200 m erreicht. Die beeindruckenden Trichterhöhlen und Grotten sind abgesperrt. Man kann nur in den vorderen Bereich der Höhle steigen, aus der ein kleiner Wasserfall aus einem Becken im Höhleneingang sprudelt und sich in den darunterliegenden Fluss ergießt. Der Fluss bildet immer wieder Gumpen, in denen man Wasserschildkröten beobachten kann. Die Höhle kann evtl. mit einem Führer besichtigt werden (über die Association Homme et Environnement in Berkane, s.o.). Da die Grotten von Flussläufen durchzogen und manchmal sehr eng sind, bleibt dieses Abenteuer aber Spaläologen vorbehalten.

Zurück zum letzten Abzweig folgt nun die eigentliche Zegzel-Schlucht, in der die steilen Felswände der Beni-Snassen-Berge nahe aneinander rücken. Ein Schild weist nach Berkane (12 km). Etwa 500 m dahinter liegt auf der linken (gegenüberliegenden) Flussseite ein sehr nettes Ausflugsrestaurant mit einfachen Zimmern (auch Camping möglich, allerdings ohne Auto) auf der Ferme el Ahmadi (Mobil 0653 85 28 89). Das nur über eine Hängebrücke erreichbare Haus mit zwei Terrassen liegt oberhalb des Flusses und wurde von Herrn Ahmadi und seiner Familie aus Natursteinen gebaut. Im liebevoll gestalteten Garten gibt es ein Kinderschwimmbecken und viele schattige Sitzgelegenheiten zwischen Bäumen und Bananenstauden. Köstliche Tajine wird auf Bestellung frisch zubereitet.

12 km weiter (Gesamt-km 42) ist Berkane erreicht.

Von Berkane sind es noch 23 km auf der gut ausgebauten N 2 zum Grenzort Ahfir (Grenze zu Algerien geschlossen). Von dort geht es weiter nach Süden bis Oujda (37 km ab Ahfir, 60 km ab Berkane).

Von Nador nach Guercif

135 km, N 15, kurze Abschnitte auf N 2 und N 6.

Gute, breit ausgebaute Hauptverbindungsstrecke. Der Bus folgt nicht exakt dieser Strecke, sondern verkehrt über Nador – Taourirt und Taourirt – Fès bzw. bietet Anschluss an die Bahn Taourirt – Taza – Fès.

Von Nador geht es auf einer vierspurigen Schnellstraße durch dicht besiedelte Gegend mit vielen Industrieanlagen. An der Stadtausfahrt von Nador beim Kreisverkehr hält man sich südlich (Richtung Selouane), rechts geht es nach Segangane (auf der N 16).

Bei km 11 gibt es einen Abzweig nach Selouane. Die Schnellstraße führt an dem großen Ort vorbei. Am Kreuzungspunkt zur Straße Oujda – Al Hoceima – Tétouan geht es rechts weiter auf der Schnellstraße (N 2) in Richtung Taza – Al Aroui und Flughafen, der nach ca. 1 km rechter Hand liegt. Der große Ort El Arou(w)i ist bei km 19 erreicht. Bei km 24 geht es links auf die N 15 weiter in Richtung Guercif durch hügeliges, trockenes Bergland.

42 km von Nador überquert man die Passhöhe Col de Regada (490 m). Wenige Kilometer danach führt rechts eine Straße zum Stausee Guerrouaou. Weiter auf der Hauptroute geht es durch eine hügelige, dünn besiedelte Landschaft mit baumhohen Agaven und Kakteen, dann über eine Ebene mit Feldern bis zu den östlichen Rif-Ausläufern beim kleinen Ort Saka (km 85).

134 km hinter Nador mündet die N 15 in die N 6 ein: rechts weiter nach Guercif, Taza, Fès. Links geht es nach Oujda.

Nur 1 km weiter folgt Guercif.

Guercif

Die Provinzhauptstadt mit etwa 90.000 Einwohnern hat keine besonderen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Durchreisende können sich hier mit allen Lebensmitteln, Treibstoff etc. versorgen. Markttag ist der Dienstag.

Praktische Informationen

Das Hotel Atlas Guercif in der Av. Moulay Youssef (Route d’Oujda, Tel. 0535 20 09 18) hat ein Restaurant, einen Privatparkplatz, WLAN sowie klimatisierte Zimmer mit Bad und TV zu bieten. In Richtung Taza am Ortsende links (beschildert) gibt es einen einfachen Campingplatz (schlechte sanitäre Anlagen) mit wenig Schatten, nebenan Pool und Café-Restaurant.

Busse fahren mehrmals täglich in Richtung Taza, Fès, Rabat und Oujda. Züge fahren nach Fès (über Taza) 4x täglich (3 Std., ab 63 DH, 2. Kl.), nach Oujda 4x am Tag (2½ Std., ab 52 DH, 2. Kl.).

Weiterfahrt: Von Guercif führt eine gute Überlandstraße (N 6) durch leicht hügelige Erosionslandschaft bis Taza (ca. 160 km); schneller geht es auf der Autobahn A 2 (mautpflichtig). Wer flott in den Süden gelangen möchte, wählt die N 15 über Missour nach Midelt (vgl. „Von Guercif nach Midelt“ am Ende dieses Kapitels), die am südöstlichen Rand des Mittleren Atlas entlangführt. Entdeckungslustige, die in einsame Gebirgslandschaften vordringen möchten, nehmen von Guercif die einspurige, ausgefranste Asphaltstraße in Richtung Süden nach Berkine (anfangs entlang des Oued Moulouya) und zum Djabal Bou Iblane (vgl. Kapitel „Mittlerer Atlas, Fès und Meknès“, Route „Von Taza über Merhaoua, Djabal Bou Iblane und Bir Tam Tam nach Fès“).

Oujda

Die Grenzstadt zu Algerien (12 km) mit überwiegend arabischstämmiger Bevölkerung war im Laufe der Jahrhunderte von beiden Staaten stark umkämpft. Die ursprünglich von einer Stadtmauer aus dem 13. Jh. umgebene Medina ist nur noch sehr klein und wird von der Neustadt fast erdrückt. Oujda zählt rund 500.000 Einwohner und prosperiert erheblich dank der Kohleminen von Jerarda. Im Rahmen eines Wirtschaftsplans für die Region Oriental entstand seit 2011 beim Flughafen ein Technopole (Technologiepark) – Investoren erhielten steuerliche Anreize und staatliche Zuschüsse. Für europäische Investoren sind die Nähe zu Europa und die Lage nur 50 km vom Mittelmeer vorteilhaft. Im Rahmen der touristischen Erschließung der Mittelmeerküste bei Saïdia ist auch die Infrastruktur rund um Oujda verbessert worden. 2010 eröffnete ein neuer Flughafen mit Inlands- sowie Direktverbindungen nach Paris und Brüssel. Oujda hat keine großartigen Sehenswürdigkeiten zu bieten und wird bislang nur sehr wenig von ausländischen Touristen besucht. Gerade deshalb ist es eine sehr angenehme Stadt, ideal für den Marokkoeinstieg!

Geschichte

Gegründet wurde die Stadt im Jahr 994 von den Zeneten, einem Nomadenstamm aus Maghroua, unter ihrem Führer Ziri ibn Attia. Auf die Zeneten folgten die Almoraviden, dann die Almohaden und Meriniden. Der Merinidenkönig Abu Yussef erneuerte die Stadt 1297 und ließ die Stadtmauern sowie die Kasbah und die große Moschee bauen.

Den Meriniden folgten die Zyaniten aus Algerien, später kämpften die Saadier, Alawiden und Türken um die Stadt. Moulay Slimane entriss sie den Türken, musste sie aber 1844 an die Franzosen abtreten. Anschließend wurde Oujda wieder mehrmals geräumt und erst 1907 endgültig von Frankreich besetzt. Während der französischen Protektoratszeit war Oujda eine wichtige Garnisonsstadt und Sitz der Fremdenlegion. Im Algerienkrieg ließen sich zahlreiche algerische Flüchtlinge in Oujda nieder. Auch jetzt leben in Oujda noch etwa 20.000 Algerier.

Sehenswertes

Von den Befestigungsmauern und alten Gebäuden ist außer drei Toren kaum etwas erhalten. Zwischen den Toren Bab Sidi Abd al Wahab, dem ältesten Tor Oujdas aus dem 13. Jh., auf dem früher die abgeschlagenen Köpfe der Feinde ausgestellt waren, und dem Bab Gharbi im Park Lalla Mariem (Heilige Maria) liegt ein kleines Ethnografisches Museum. In der Altstadt steht noch die große Moschee aus dem 13. Jh., außerdem eine wunderschöne versteckte Medersa aus dem Jahr 1335 sowie der Wassermarkt (Suq al Ma), auf dem in vergangenen Zeiten den Gärtnern zu horrenden Preisen Wasser verkauft wurde. An den Suq al Ma schließt sich die 13 Kissaria an, der gedeckte Suq von Oujda mit einem vielfältigen Warenangebot und zahlreichen Handwerksbetrieben. Da besonders die Medersa sehr schwer zu finden ist, lohnt sich ein Führer oder ein Besuch der Touristeninformation für eine genaue Wegbeschreibung.

Der Besuch des von Christen, Juden und Moslems gleichermaßen verehrten Grabmals des Sidi Yahia und weiterer Marabuts sowie der Brunnen des Sidi Yahia (nach dem Volksglauben Johannes der Täufer), 6 km südwestlich der Stadt, ist lohnenswert (die Quellen sind angeblich trocken, lästige Kinder). In der Nähe befindet sich die Houris-Höhle, in der die guten Geister aus dem Jenseits leben, die jeden frommen Moslem behüten und dessen gute Taten rühmen. Hier findet Ende August/Anfang September ein großer Moussem statt.

Übernachtung

1Relax Oujda

6Ibis Moussafir

7Atlas Terminus & Spa

9Royal

10Hotel des Lilas

12La Concorde

14Dar al Fassia

Essen und Trinken

3Times Square Café

5Le Dauphin

8McDonald’s

11Comme Chez Soi

Einkaufen/Sonstiges

2Marjane-Supermarkt

4Wilaya Tours

9Oujda Voyages

13Kissaria

Eine Bahnstrecke mitten durch die Wüste – der „Oriental“

„La compagnie des chemin de fer Méditerrané - Niger“ begann in der französischen Protektoratszeit, in den 1920er Jahren, mit dem Bau der Bahnlinie von Oujda nach Süden mitten durch die östlichen Saharagebiete Marokkos. Ganz Westafrika war zu dieser Zeit französisches Kolonialgebiet. Um das französische Kolonialreich erschließen und besser kontrollieren zu können, plante man den Bau der Bahnlinie bis Niamey im heutigen Staat Niger.

Gleich hinter Oujda sieht man bei einem Bahntunnel am Berg die Jahreszahl 1930. Nach 278 km liegen heute noch Weichen, welche die Bahnlinie aufspalten: Ein Zugstrang führt nach Bouarfa und ist noch immer in Betrieb; die nach Westen führenden Schienen verfallen und führten weiter südlich bis Béchar im heutigen Algerien. Durch den Unabhängigkeitskrieg in Algerien und den Verlust des französischen Kolonialreiches wurde die Bahnline nie fertiggestellt.

Seit der Unabhängigkeit von Marokko und Algerien und wegen der Differenzen beider Staaten bezüglich der Westsahara wurde die Bahnlinie nach Béchar aufgegeben und die Grenze geschlossen. Die Aufspaltung der Bahnlinie und die verfallende Trasse in Richtung Béchar kann man gut an der Einmündung der Strecke von Errachidia kurz vor Bouarfa an der Straße sehen.

Die heute noch genutzte Bahnstrecke bis Bouarfa ist 304,5 km lang und führt durch dünn besiedelte Wüstenlandschaft mit Trockenoueds und kleinen Sanddünen. Sie diente lange Zeit dem Transport von Erzen; der Güterverkehr wurde erst eingestellt, als die Ausbeutung der Lagerstätten unrentabel wurde.

2001 erkannte der schweizerische Unternehmer Edi Kunz das touristische Potenzial der Strecke. Seitdem organisiert er zweimal jährlich spezielle Rundreisen mit der Bahn, bei der auch ein Tag im Salonwagen des „Oriental“ auf dem Programm steht. Besonders spektakulär wurde der „Oriental“ im James-Bond-Film „Spectre“ in Szene gesetzt. Leider kann man den Zug nur in Verbindung mit einer Rundreise buchen.

Infos: http://supratravel.com/ reisevoschlage/details-30-Der-Wustenzug-ORIENTAL-DESERT-EXPRESS oder www.trainmaroc.com/der_wüstenzug-65-pr.html, Mobil 0041 179 56 60 (Edi Kunz)

Mittlerweile kann man den Zug auch über andere Anbieter in Form einer Rundreise buchen, z.B. beim Veranstalter „Marokko erleben“ (www.marokko-urlaub.com) oder über Bahnreisen Sutter (www.bahnen.info).


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Praktische Informationen
Informationen für Touristen

Administration du Tourisme, Place du 16 Août, Tel. 0536 68 56 31.

Alle wichtigen Stellen der Stadt wie Flugbüros, Post, Banken und großen Läden liegen am Bd. Mohamed V.

Wer länger in Oujda weilt, kann dem Institut Français de L’Orient (9 & 11, Lot. Chabab, Al Qods, Tel. 0536 68 44 04, https://if-maroc.org/oujda/), das ein vielfältiges Kulturprogramm anbietet, einen Besuch abstatten.

Unterkunft
Oberklasse

7 Atlas Terminus & Spa, Bd. Zerktouni bzw. Place de la Gare, Tel. 0536 71 10 10, www.atlas5stars.com. Modern ausgestattetes Luxushotel in der Nähe von Bahnhof und Medina. Die Zimmer direkt am Swimmingpool sind die schönsten.

Mittelklasse

6 Ibis Moussafir, Bd. Abdellah Chefchaouni, Place de la Gare, Tel. 0536 68 82 02, www.ibis.com. Gut ausgestattetes, recht günstiges Ibis-Hotel am Bahnhof (evtl. laut), nur 5 Min. von der Medina entfernt, mit Pool, klimatisierte Zimmer, WLAN, Frühstücksbüffet.

14 Dar al Fassia, Rue Tifelt, Hay el Amal, Oujda, Tel. 0536 68 68 15 oder Mobil 0651 96 00 95. Sehr freundliches, typisch marokkanisch gestaltetes Gästehaus in zentraler Lage. Klimatisierte Zimmer mit Bad, sehr gutes Frühstück.

1 Relax Oujda, Tel. 0538 90 39 03, Parc d’activité Commerciale Marjane (N 2 stadtauswärts in Richtung Saïdia, nahe Marjane Supermarché), www.relaxmaroc.com. Mittelklassehotel mit modern ausgestatteten Zimmern mit TV, WLAN, Klimaanlage. Freundlich, ruhig und sauber. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Günstig

10 Hotel des Lilas, Rue Jamal Al Afghani, Tel. 0536 68 08 40. Ordentliches, freundliches Hotel, zentral und ruhig gelegen. WLAN.

12 La Concorde, 57, Bd. Mohamed V./Driss ben Bouchaib, Tel. 0536 68 23 28. Zentral gelegenes 2-Sterne-Hotel, gutes Restaurant, Bar/Café mit Terrasse direkt am Bd. Mohamed V., bewachtes Parken möglich.

9 Royal, 13, Bd. Zerktouni, Tel. 0536 68 22 84. Kleines, freundliches und sehr zentral gelegenes Budgethotel mit sauberen Zimmern und Tiefgarage.

Essen und Trinken

Die größte Auswahl an Restaurants findet man entlang des Bd. Mohamed V.

11 Comme Chez Soi, 8, Rue Sijilmassa, Tel. 0536 68 60 79. Das beste Restaurant in der Stadt, die Fleisch- und Fischgerichte – es gibt auch Pizza – sind nicht ganz billig (ca. 100 DH), aber ihren Preis wert. Alkoholausschank (französische Weine).

5 Le Dauphin, 38, Rue de Berkane, Tel. 0536 50 50 80. Gediegenes Restaurant mit Alkoholausschank, sehr guten Fischgerichten und französischer Küche.

3 Times Square Café, 62, Bd. Ahfir Mohammadi. Modernes Straßencafé mit Snacks, Eis und Gebäck.

8 Am Place du 3 Mars (Kreisverkehr zwischen Bahnhof und Gare Routière) gibt es einen McDonald’s.

Einkaufen

2 Es gibt in Oujda einen Marjane-Supermarkt (Bd. Prince Moulay el Hassan, im Norden in Richtung Flughafen/Saïdia, N 2) mit allen (europäischen) Lebensmitteln und Waren für den täglichen Bedarf.

Taxis/Sammeltaxis

Sammeltaxis (Haltestelle beim Gare Routière nahe Place du 3 Mars) fahren Richtung Berkane – Nador – Figuig und in alle wichtigen Orte der Umgebung. Die roten Petits Taxis fahren im Stadtbereich für ca. 20 DH (Taxameter).

Busse

Das CTM-Büro liegt nahe Place 16 Août, Rue Sidi Brahim, Tel. 0536 68 20 47. Gegenüber befindet sich auch das Büro von Transport Ghazala, wo man Fahrkarten für die Sat- und Trans-Ghazala-Busse bekommt.

Der Gare Routière liegt südlich des Bahnhofs nahe dem Kreisverkehr, von dem die N 6 (nach Taourirt) und die N 17 stadtauswärts führen (nahe Place du 3 Mars).

Verbindungen und Preise

Casablanca (über Taza, Fès, Meknès, Rabat): 3x tägl. CTM (davon zwei Nachtbusse), 5 Std. Fahrzeit, 120 DH; weitere Verbindungen mit Trans Ghazala.

Tanger (über Taza, Fès, Rabat): 2x tägl. CTM (vormittags und Nachtbus), 12 Std. Fahrzeit, 210 DH.

Andere Buslinien fahren u.a. täglich nach Figuig (ca. 7 Std., 100 DH), Taza (ca. 80 DH, 2½ Std.), Nador (ca. 50 DH, 3 Std.) und Berkane (20 DH, 1 Std.).

Bahn

Der Bahnhof (Tel. 0536 68 27 01) liegt im Westen der Stadt am Place de la Gare.

Verbindungen und Preise

Taza – Fès – Rabat – Casablanca – Marrakesch: 2x tägl. (Verbindung nach Marrakesch nur morgens und abends, mit Umsteigen in Fès bzw. Casablanca); nach Fès (4x tägl.) ca. 3½ Std. Fahrzeit, 69 DH (2. Kl.); nach Rabat (4x tägl.) ca. 7 Std., 137 DH; nach Casablanca (4x tägl.) ca. 8 Std., 166 DH; nach Marrakesch 245 DH.

Tanger: 3x tägl., 9 Std., ab 190 DH.

Wer eine besondere Zugfahrt durch die Wüste erleben möchte, sollte ein Ticket für den Oriental Desert Express bis Aïn Benimathar buchen (s. Exkurs oben). Diese Tour kann man mit einer Rundreise bis Fès oder durch den Süden verbinden. Veranstalter ist Suprateam Travel aus Tinerhir: Tel. 0524 83 29 89, www.supratravel.com.

Flugverbindungen

Der Flughafen Oujda Les Angades liegt etwa 12 km außerhalb in nordwestlicher Richtung (Route de Rabat), Tel. 0536 68 32 61. Ein Grand Taxi zum Flughafen kostet 150 DH.

Royal Air Maroc, Vertretung am Flughafen, Tel. 0536 70 92 60.

Inlandsflüge: täglich nach Casablanca, von dort weitere nationale Verbindungen.

Internationale Flüge: JetAirFly, Easy Jet und Transavia fliegen nach Brüssel und Paris. Verbindungen nach Europa sonst nur über Casablanca mit Royal Air Maroc.

Rund ums Auto
Autoverleih

Avis, am Flughafen und am Bd. Moulay Ismail, Tel. 0536 70 16 16.

Budget, am Bahnhof und am Flughafen, Mobil 0660 17 41 20, Tel. 0532 11 00 40.

Europcar, am Flughafen, Tel. 0536 70 44 16.

Hertz, am Flughafen, Tel. 0536 68 38 02, www.hertz.ma.

Dinsky Car, 30, Bd. Mohamed V., Imm. Excellence Etg. 6, Tel. 0536 71 20 57, www.oujda-voiture.com. Große Auswahl an Modellen, auch 4x4 (Dacia Duster).

Sonstiges

Werkstatt: Oriental Garage Assistance, 46, Bd. El Alaouine, Hay Al Mohammadi, Tel. 0536 68 67 95.

Ein bewachter Parkplatz (24 Std.) steht am Bahnhof zur Verfügung.

Notfall/Medizinische Versorgung

Polizei: Tel. 190.

Hauptpolizeiwache: Place de la Victoire.

Feuerwehr: Tel. 150.

Klinik: Hôpital Al Farabi, Av. Idris al Akbar, Tel. 0536 68 27 05.

Allgemeinmediziner: Dr. Kaouachi Samiya, Bd. Zerktouni/Bab Al Gharbi, Imm. BCM, Tel. 0536 68 24 53.

Schwimmen

Ein großes öffentliches Schwimmbad befindet sich im Parc Lalla Aicha, auch der Pool im Hotel Ibis kann gegen Gebühr von jedermann genutzt werden.

Reisebüros

9 Oujda Voyages, Ecke Bd. Mohamed V./Av. Allal Ben Abdellah, Tel. 0536 68 93 33, www.oujdavoyages.com.

4 Wilaya Tours, Bd. Mohamed V., Residence Safae, Tel. 0536 70 67 03, www.wilayatours.com. Bietet auch Wanderungen in der Region Zegzel, Tafoughalt an.

Feste/Veranstaltungen

Festival El Gharnati, Musikfestival mit traditionell marokkanisch-andalusischer Musik, meist im Herbst.

Moussem Sidi Yahia, im gleichnamigen Ort 6 km südlich von Oujda, verschiebt sich mit dem Mondkalender. Der wichtigste Moussem in der Gegend (und einer der bedeutendsten des Landes) ist Anziehungspunkt für Gläubige aus allen Regionen. Den Heiligen Sidi Yahia Ben Younes verehren nicht nur Moslems sondern auch Juden und Christen. Zum Moussem finden auch Reiterspiele (Fantasias) statt. Das Grab der Wallfahrtsstätte selbst ist für Moslems nicht zugänglich. Von außen kann man das Marabut jedoch besichtigen und auch am Moussem teilnehmen.

Moussem Sidi Driss, in Oujda am gleichnamigen Marabut, im Oktober.

Moussem Sidi Ben Abdellah, Ende August/Anfang September.

Weitere 40 Moussems zu allen Jahreszeiten, vor allem im August und September in den Bezirken Taourirt, Berkane, Taforalt.

Weiterreise nach Algerien

Seit 1994 ist die Grenze geschlossen, um die Infiltration islamischer Fundamentalisten nach Marokko zu verhindern. Der Dauerstreit über die Westsahara und den Grenzverlauf zwischen beiden Ländern im Süden ist ein weiterer Grund, warum die Grenzen seit 1975 nur wenige Jahre geöffnet waren.

Von Oujda in den Süden nach Bouarfa

260 km, N 17.

Gute Asphaltstraße. Diese Route bietet sich an, wenn man schnell in die Wüste und zu den Oasen (Figuig) im Südosten gelangen möchte.

Busverbindung bzw. Zug bis Bouarfa (siehe Oujda). Kontrollposten vor größeren Orten.

Die N 17 Richtung Bouarfa biegt am Kreisverkehr bei McDonald’s (Place du 3 Mars) südlich des Zentrums ab. Nach Verlassen der Stadt geht es durch karge Landschaften mit kleinen Dörfern, bis bei km 26 Guenfouda erreicht ist, ein Weiler mit zerfallenem Kohlebergwerk und Tankstellen. Danach führt die Route erst durch hügeliges, oft karges Gebiet, dann geht es durch teils aufgeforstete und abwechslungsreichere Berglandschaft.

Bei km 45 erreicht man den Col de Jerada (Jerada-Pass, 1100 m), 1 km danach zweigt rechts eine Asphaltstraße nach Jerada zu den bedeutendsten Kohlebergwerken in Marokko ab. Hier in den Bergen westlich von Jerada gibt es einige Gîtes (Herberge), die für Wanderer oder auch für eine Nacht auf der Durchreise geeignet sind.

Bei km 74 folgt intensiv bewässertes, landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Rechts der Straße fließt der Oued Za.

Aïn Benimathar mit allen Versorgungsmöglichkeiten und Markt am Montag ist nach ca. 80 km erreicht. Im Westen des großen Ortes liegt die Quelle (franz. source) Ras-al-Aïn, die den Oued Za speist. Nahe Aïn Benimathar liegt ein großes Solarkraftwerk, das für Marokko umweltfreundliche Energie erzeugt.

Bei Aïn Benimathar führt ein Abzweig (Asphaltstraße) rechts (Westen, R 606) über das Plateau du Rekkam Richtung Outat Oulad al Hadj und Missour. Vor Outat Oulad al Hadj trifft man auf die Asphaltstraße nach Missour/Midelt (N 15). Links (Osten) führt ein Abzweig in Richtung Algerien und El Arish (34 km bis zur geschlossenen Grenze).

Weiter in Richtung Bouarfa (nach Süden) führt die Strecke über El Terarid durch öde Steppenlandschaft bis Tendrara.

Bei km 192 führt rechts eine Asphaltstraße nach Matarka (103 km, N 33°04,227’, W 02°00,197’) und von dort weiter über das Plateau du Rekkam auf Piste nach Debdou und Taourirt (weitere 163 km durch Halbwüste).

Nach etwa 195 km ist Tendrara in 1500 m Höhe erreicht (Markt am Donnerstag, Tankstelle, Bank). Von Tendrara kann man auf einsamer Asphaltstraße (N 19) Richtung Plateau du Rekkam, Outat Oulad al Hadj (über R 606, s.o.) und Debdou fahren.

Weiter verläuft die Route durch leicht hügelige Wüsten-/Steppenlandschaft.

Bei km 255 erreicht man die Bahnlinie und die ersten Gebäude (Tonnengewölbebauten aus der Kolonialzeit) von Bouarfa, einem Mangan-Minenort (1200 m) am Fuße des Djabal Bouarfa. Der Hauptort ist 5 km weiter bei km 260 erreicht. Ortsbeschreibung und Weiterführung der Route nach Figuig siehe Kapitel zum Südosten.

Von Oujda über Taourirt nach Guercif

156 km, N 6.

Gute Asphaltstraße. Ab Guercif bietet sich die Weiterfahrt auf der verkehrsreichen N 15 nach Süden (Midelt) oder nach Taza und Fès an (vgl. Kapitel zum Mittleren Atlas). Die schnellste Route führt über die mautpflichtige Autobahn A 2 nach Fès.

Bus/Bahn von Oujda (s. dort) nach Guercif.

Am Kreisverkehr mit der McDonald’s-Filiale südlich des Zentrums (Place du 3 Mars) Richtung Taza abbiegen. Die gute Straße führt über eine Ebene nach El Aioun (km 56). Bei Gesamt-km 106 folgt der große Ort Taourirt (Bank, Tankstellen, Hotel). Es gibt mehrmals täglich Zugverbindungen nach Oujda, Fès und Meknès (s. dort). Busverbindungen bestehen nach Nador, Taza, Guercif, Fès und Missour. Hier findet Mitte Mai der Moussem Sidi Boukhiar statt. Im Zentrum zweigt südwärts eine Straße Richtung Debdou, zum Plateau von Rekkam und auf einsamer Strecke weiter nach Tendrara ab (N 19, vgl. vorhergehende Route). In der kargen Tafelberglandschaft des Plateau du Rekkam können Offroader auf unzähligen, relativ einsamen Pisten ihren Spaß haben.

Weiter auf der Hauptstrecke Richtung Guercif zweigt bei km 112 rechts die N 19 nach Nador und zum Stausee Mohamed V. ab. Die Straße führt westlich des Stausees entlang.

Ohne Abstecher erreichen wir bei km 152 den Abzweig zur N 15 nach Süden in Richtung Missour (vgl. nächste Route). Geradeaus geht es in 4 km nach Guercif (Ortsbeschreibung vgl. Route „Von Nador nach Guercif“).

Von Guercif nach Midelt

255 km, N 15.

Gute Asphaltstraße. Die Route ist als schnelle Strecke nach Süden oder im Winter zur Umgehung der großen Pässe geeignet, es herrscht jedoch viel Verkehr.

Bus von Guercif nach Missour, weiter dann ab Missour Richtung Midelt.

4 km östlich von Guercif (N 6 Richtung Oujda) zweigt die N 15 in Richtung Süden nach Missour ab. Rechts weiter, bis nach 32 km (ab Abzweig) Mahirija erreicht ist. Links erstreckt sich das Bergland von Debdou, eine Straße nach Rchida zweigt ab. Hier entdeckt man immer wieder Überreste aus der französischen Kolonialzeit, z.B. Forts und Kasernen, Friedhöfe, Viadukte und Brücken. Die semiaride Landschaft (Tafelberge) wird ab und zu durch Trockenflussbette – Zuläufe zum Oued Moulouya – unterbrochen.

Etwa bei km 85 liegt rechts das Dorf Oulad Jerrar bzw. Fritissa und Beni Ayadet auf der anderen Seite des Moulouya (sprich: Muluja) am Rande des Mittleren Atlas mit den Gipfeln des Djabal Bou Naceur (2700 m) und Djabal Gaberaal.

Bei km 99 zweigt links die R 606 Richtung Plateau du Rekkam und Aïn Benimathar ab (vgl. Route „Von Oujda in den Süden nach Bouarfa“).

Rechts liegen in einigen Kilometern Entfernung die schönen Palmenoasen von Oulad Rezzag (Piste dorthin) am Fluss. Entlang des Moulouya gibt es im Kiesbett (etwas mühsam zu erreichen, einige Kilometer abseits der Straße) wunderschöne Plätze zum Campen.

Etwa 124 km nach der Kreuzung bei Guercif folgt das Oasendorf Outad Oulad al Hadj. Hier finden im September die Moussems Moulay Yaqub Ben Shel und Sidi Tissaf statt.

Weiter führt die Route durch flache, eintönige Steppe.

3 km weiter kann man bei einem kleinen Ort nach Oulad Ali abzweigen und mit Geländewagen einen abenteuerlichen Abstecher auf Pisten in das abgelegene Gebiet des Djabal Bou Naceur unternehmen. Die Berge sind von der Strecke Outad Oulad al Hadj – Missour nur schwach im Westen zu erkennen. Man ahnt auf dieser öden Strecke nicht, dass nur 20 km entfernt schroffe Gebirgslandschaften mit wunderschönen Berberdörfern und Zedernwäldern liegen.

Bei km 165 ist die Kleinstadt Missour erreicht. Die Bevölkerung ist freundlich, es bieten sich alle Versorgungsmöglichkeiten. Ein Dach über dem Kopf findet man im altmodischen und renovierungsbedürftigen Hotel Baroudi (Bd. El Bassatine, am Ortseingang von Oulad Ali kommend). Busse fahren nach Boulemane, Fès, Midelt.

Variante: Missour – Enjil – Zeida

Auf dieser Strecke (P 5108) kann man relativ schnell nach Fès oder in den Mittleren Atlas gelangen (vgl. Kapitel zum Mittleren Atlas).

Von Missour zunächst auf der N15 weiter in Richtung Süden bis zu einer Kreuzung nach 5 km (rechts geht es nach Enjil und Midelt, links nach Talsinnt). Bei km 8 folgt ein weiterer Abzweig, rechts geht’s nach Boulemane, links nach Midelt (rechts weiter). Die weitere Strecke führt durch öde, kaum bewachsene Gegend mit Plateaubergen.

Nach 60 km folgt der kleine Ort Enjil. Nach weiteren 10 km (km 70) trifft man auf eine Gabelung: rechts nach Fès, links nach Midelt auf der R 503 – links weiterfahren.

Bei km 100 liegt ein kleiner Ort rechts der Straße in einer Senke. Die Landschaft wird grüner, auch Ackerbau wird betrieben. Die Ausläufer des Mittleren Atlas erscheinen am Horizont.

Nach 118 km mündet die Straße Ifrane – Midelt (N 13) ein, nach weiteren 2 km erreichen wir den Ort Bouloujoul.

Bei Gesamt-km 127 folgt das Straßendorf Zeida (Abzweig rechts nach Khénifra, links nach Midelt, vgl. Kapitel zum Mittleren Atlas).

Weiterfahrt nach Midelt

Von Missour weiter auf der Hauptstrecke folgen vor Tamdafelt herrlich grüne Oasen zwischen vielfältig geformten rotbraunen Felsen. Das grüne Flusstal des Moulouya steht in starkem Kontrast zur Wüstenlandschaft ringsum.

Der Ort Tamdafelt ist nach insgesamt 200 km erreicht. Auf den weiteren Kilometern folgen einige zerfallene Lehmdörfer und Reste von Festungen wie das Bordj Saida und das Bordj Ksabi rechter Hand.

Nach insgesamt 245 km ist die Hauptstraße N 13 (Azrou – Errachidia) erreicht, rechts weiter. Von hier sind es noch 10 km bis Midelt (vgl. Kapitel zum Mittleren Atlas).


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Das Gerberviertel Chouwara in Fès

Der Mittlere Atlas bildet das grüne Herz Marokkos und bietet eine abwechslungsreiche Kulisse für Entdeckungstouren zu Fuß oder mit dem Auto. Kulturelle Highlights sind die Altstädte von Fès und Meknès sowie die römischen Ruinen von Volubilis.

3 Mittlerer Atlas, Fès und Meknès

Überblick

Azrou

Azrou – Aïn Leuh, Sources Oum er-Rbia und Aguelmame Azigza – Khénifra

Azrou – Timahdite – Midelt

Beni-Mellal

Fès

Fès – Imouzzer Kandar – Ifrane

Fès – Sefrou, Boulemane und Zeida – Midelt

Fès – Sefrou – Ifrane

Ifrane

Ifrane – Azrou

Khénifra

Khénifra – Kasba Tadla – Beni-Mellal

Khénifra – Zeida – Midelt

Meknès

Meknès – Moulay Idris und Volubilis

Midelt

Moulay Idris

Taza

Taza – Merhaoua, Djabal Bou Iblane und Bir Tam Tam – Fès

Taza – Nationalpark Djabal Tazzeka – Fès

Tizi Bou Zabel (Djabal Bou Iblane) – Boulemane (4x4-Variante)

Volubilis bzw. Moulay Idris – Fès

Volubilis (Oualili)

Zeida – Cirque de Jaffar (Djebel Ayachi) – Midelt (4x4-Route)

ÜBERBLICK

Der Mittlere Atlas wird im Vergleich zum Hohen Atlas relativ selten von Touristen besucht, fehlen doch spektakuläre Schluchten, Palmen und Kasbahs. Auch als Wandergebiet ist der Mittlere Atlas noch wenig bekannt. Schade, denn die Region ist nicht ohne Grund das bevorzugte Ausflugsgebiet der Stadtbevölkerung von Fès und Meknès und bietet für Wanderer abwechslungsreiche Eindrücke. Die Umgebung von Ifrane, Azrou, Imouzzer hat Mittelgebirgscharakter, dort plätschern Bäche zwischen grünen Wiesen und Obstbäumen, leben Berberaffen in uralten Zedernwäldern, und grün-blaue Seen laden zum Baden ein. Diese Region sollten Sie auch abseits der Hauptwege gründlich bereisen, denn hier kommen Naturfreunde voll auf ihre Kosten, und zum Wildcampen gibt es zahlreiche romantische Stellplätze.

NICHT VERPASSEN!

Meknès – auf den Spuren des prunksüchtigen Sultans in der Cité Impériale | 151

Moulay Idris – Aussicht und Stimmung des heiligen Ortes genießen | 159

Volubilis – ein Spaziergang durch die römische Ruinenstätte | 160

Fès – Koranschulen, Stadtpaläste und uraltes Handwerk in Fès el-Bali | 177

Azrou – durch Zedernwälder spazieren und Berberaffen beobachten | 205

Nationalpark Djabal Tazzeka – einsame Wanderungen zwischen grünen Bergen | 225

Diese Tipps erkennt man an der gelben Hinterlegung.

Der Mittlere Atlas kann aber auch mit zerklüfteten Hochgebirgslandschaften im Osten (Djabal Bou Iblane, 3081 m, bzw. Djabal Bou Naceur, 3340 m) und Süden im Übergang zum Hohen Atlas (Djabal Ayachi, 3747 m) aufwarten. Hier finden nicht nur Mountainbiker und Offroader jede Menge einsamer Routen, sondern im Winter/Frühjahr können auch Skitourengeher ihrer Leidenschaft frönen. Auf den kargen Hochplateaus des Mittleren Atlas schlagen Halbnomaden im Sommer ihre schwarzen Wollzelte auf. Sie betreiben Wanderweidewirtschaft, d.h. sie ziehen nur im Sommer mit ihrem Vieh über die Weideflächen in höheren Lagen, im Winter bleiben sie sesshaft an einem Ort. Einige Nomaden leben unter ärmlichsten Bedingungen (mit Zelten und Holzverschlägen) sogar ganzjährig auf den Hochebenen.

Von Dezember bis März sind die Höhen des Mittleren Atlas schneebedeckt, manchmal liegt in den Hochgebirgszonen über 2300 m auch noch im Mai Schnee, was bei der Reiseplanung zu berücksichtigen ist.

Mit den Königsstädten Meknès und Fès (beide UNESCO-Weltkulturerbe), dem Wallfahrtsort Moulay Idris und den sehr gut erhaltenen römischen Ruinen von Volubilis (ebenfalls Weltkulturerbe) kann dieses Gebiet zudem mit unvergleichlichen kulturellen Höhepunkten aufwarten.

Meknès

Meknès liegt auf einer Hochebene 550 m über dem Meer und zählt zu den vier Königsstädten Marokkos. Die Stadt mit rund 690.000 Einwohnern besteht aus zwei Teilen, die durch den Fluss Boufekrane voneinander getrennt sind. Meknès ist ein wichtiges Handwerks- und Handelszentrum in einem der landwirtschaftlich reichsten Gebiete des Landes mit einem gesunden, milden Klima über das ganze Jahr. Die nationale Landwirtschaftsschule und zahlreiche Nahrungsmittelindustriebetriebe befinden sich hier. Die Stadt ist außerdem bekannt für seine Weine, die durchaus die Qualität guter französischer Landweine erreichen. Nach dem Abzug der französischen Winzer nach der Unabhängigkeit wurden die Weingüter vom Staat übernommen und die Anbauflächen verkleinert – Hauptabnehmer ist nach wie vor Frankreich. Die bekanntesten Marken sind Ksar, Guerrouane und Les Trois Domaines, vorwiegend Rotund Roséweine, die von Meknès Vins vertrieben werden (siehe „Einkaufen/Wein“).

Der relative Wohlstand der Region macht sich auch in der Stadt bemerkbar. Die Neustadt und ihre Bewohner wirken modern und dem Westen gegenüber sehr aufgeschlossen. In der Medina hingegen überwiegt wie in den meisten Altstädten Marokkos die traditionelle Kleidung und Lebenseinstellung.

Meknès wird von Touristen nicht so stark frequentiert wie Fès, hat aber eine Menge historischer Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Altstadt zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. In Meknès bleibt man im Gegensatz zu Fès meist unbehelligt von Schleppern – hier kann man in aller Ruhe auf Entdeckungstour gehen. Die Menschen sind sehr freundlich.

Geschichte

Meknès verdankt seinen Namen dem Stamm der Meknèssa, die vom Osten her kommend Anfang des 10. Jh. an den Ufern des Flusses siedelten. Die almoravidische Festung Tagrart, die Yussuf ibn Tashfin 1063 erbauen ließ, bildet den Mittelpunkt der Stadt. Die Almohaden als Nachfolger der Almoraviden, richteten ein Wasserversorgungsnetz ein.

Unter den Meriniden wurde die Stadt beträchtlich vergrößert, aber erst unter dem Alawitenherrscher Moulay Ismail (1672–1727) erlebte Meknès seine Blütezeit. Moulay Ismail wurde wegen seiner Grausamkeit und Prunksucht, aber auch als Baumeister bekannt. Der „Ludwig XIV. Marokkos“, wie er oft genannt wird, ließ mit Hilfe von 30.000 Sklaven Gärten, Stadtmauern von 40 km Länge und Paläste von gewaltigen Ausmaßen bauen. So fanden in den riesigen Stallungen 12.000 Pferde Platz, und die Getreidespeicher hatten die Dimensionen einer Kathedrale. Im ganzen Land ließ er 76 Festungen bauen und vertrieb mit seiner 150.000 Mann starken Armee die Engländer aus Tanger und die Spanier aus Larache und Mehdia. Selbst die Türken konnte er im Osten des Reiches aufhalten. Moulay Ismail hatte angeblich 500 Frauen und ca. 800 Söhne, die Mädchen wurden wie üblich nicht gezählt.

Nach dem Tod Moulay Ismails verlegten seine Nachfolger die Königsresidenz nach Fès. Während der Kämpfe um die Nachfolge wurden die Paläste von Meknès zerstört. Das Erdbeben von 1755 trug zur weiteren Verwüstung der Stadt bei.

Erst nach 1912 kam Meknès wieder entscheidende Bedeutung zu, als es zu einem der wichtigsten landwirtschaftlichen Zentren Marokkos wurde.

Sehenswertes

Meknès ist dreigeteilt: in die Neustadt (Ville nouvelle), die Altstadt (Medina) mit den Suqs und in die 4 ha große Cité impériale, die Königsstadt, deren Monumentalbauten von Moulay Idris errichtet wurden. Am besten nimmt man sich zwei Tage Zeit, notfalls reicht auch je ein halber Tag für die Medina bzw. Ville impérale. Ein Stadtrundgang beginnt am Place el Hedim (N 33°53,607’, W 05°33,974’, öffentliche Toiletten am Platz).


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Im Mausoleum von Moulay Ismail

Übernachtung

1Transatlantique

2Jugendherberge (Auberge de Jeunesse)

3Menzeh Dalia

5Zaki Suites Hotel

Einkaufen

4Marjane-Supermarkt

6Carrefour-Supermarkt

7Les Celliers de Meknès

8Marjane-Supermarkt

Übernachtung

1Riad Idrissi

3Riad El Ma

4Ryad Bahia

6Riad Felloussia

9Palais Didi

Essen und Trinken

2Zitouna

5Mille et Une Nuits

10Le Collier de la Colombe

11Le Relais de Paris

Einkaufen

7Palais des Idrissides (Teppiche)

8Markthallen

Die Medina (Altstadt)

Der 200 x 100 m große Place El Hedim am Rande der Medina ist das lebhafte Zentrum der Straßenhändler, Treffpunkt der Einheimischen und wichtigster Orientierungspunkt in der Stadt. Dort erhebt sich auch das berühmteste Tor Marokkos, das Bab El Mansour. Das mit kostbaren Keramikfliesen und Reliefs ausgeschmückte dreibogige Tor wurde 1732 vollendet. Hier wurden früher Gerichtsverhandlungen abgehalten und die Köpfe der Hingerichteten ausgestellt.

Am nördlichen Ende des Place El Hedim befindet sich der 1882 erbaute Dar Jamai, in dem das Museum für marokkanische Volkskunst untergebracht ist (z.Z. wegen Renovierung geschlossen, sonst tägl. außer Di geöffnet, Eintritt 70 DH). Der sehr schön ausgestattete ehemalige Wesirspalast zeigt vorbildhaft die maurische Palastarchitektur. Auch die antiken Ausstellungsstücke (Kleidung, Waffen, Einrichtungsgegenstände, Schmuck und Dinge des täglichen Lebens) sind sehr sehenswert. Während der Zeit des französischen Protektorats diente der Dar Jamai als Hospital, seit 1920 ist dort das Museum eingerichtet.

Gleich an der Westseite des Place El Hedim, in dem Gebäude hinter den Imbissständen, lohnen die Markthallen einen Besuch. Hier türmen sich Obst und Gemüse, eingelegte Zitronen, verschiedenste Olivenvariationen, Gewürze und vieles mehr.

Nördlich des Platzes beginnt die Medina mit den Suqs (franz. Souk): der Korbflechtersuq, der Schmuck- und Stoffmarkt, im Nordwesten am Bab El Jedid finden sich die Musikinstrumentenhändler und zahlreiche andere Geschäfte und Handwerksbetriebe. Die Suqs von Meknès sind noch recht ursprünglich und wenig touristisch. In den Markthallen (Kissaria) kaufen die Einheimischen Textilien, Haushaltswaren und allen möglichen Krimskrams für den täglichen Bedarf. Die Mosquée Nejjarine, die älteste Moschee von Meknès, stammt aus dem 10. Jh. und liegt in der Nejjarine-Gasse, die zum Suq Ed Dlala führt, wo außer freitags jeden Nachmittag Teppiche und Decken verkauft werden.

Von dort gelangt man weiter zur Medersa Bou Inania (tägl. außer Di 9.30–13 und 14–18.30 Uhr, an Feiertagen geschlossen, Eintritt: 70 DH), einem der bedeutendsten islamischen Bauwerke der Stadt. Sie wurde unter dem Merinidensultan Abu el Hassan errichtet und von seinem Sohn Fariz I. Abu Ainan (1336–50/56) vollendet. Der Innenhof mit Reinigungsbrunnen ist mit sehr schönen Fliesen und Holzschnitzereien ausgestattet. Das obere Geschoss, das von einer zedernholzgeschnitzten Galerie zum Innenhof hin begrenzt wird, beherbergt die winzigen Zellen der Koranschüler. Die Medersa (Medrese) wurde im 16. Jh. um ein theologisches Institut erweitert. Von der Dachterrasse genießt man einen schönen Ausblick.

Nahebei (südlich) erhebt sich Jemaa el Kebir (Grande Mosquée), die große Moschee mit zwölf Eingängen (17. Jh.). Sie bildet den Mittelpunkt der Altstadt und ist ein guter Orientierungspunkt, falls man sich im Gassengewirr verläuft. Von dort kommt man wieder zurück zum Place el Hedim, an dem sich abends auch einige Gaukler versammeln, um Einheimische und Touristen zu unterhalten.

Wer sich nun vom Stadtbummel erholen will, kann sich im kleinen Park El Haboul im Osten der Medina unter großen Bäumen ausruhen. Die Wasserbecken im Park werden durch den vorbeifließenden Oued Boufekrane (sprich: Wed Bufkran) gespeist. Hier gibt es auch eine Freilichtbühne, wo jährlich Ende Juni/Anfang Juli im Rahmen des Festival National du Théâtre Aufführungen stattfinden. Auf der anderen Seite des Oued Boufekrane befinden sich das öffentliche Schwimmbad und ein kleiner Zoo. Über die lebhafte Av. Moulay Ismail gelangt man von hier in die Neustadt.

Cité Impériale

Die sogenannte Cité Impériale (Königsstadt) ließ der prunksüchtige Alaouiten-Herrscher Moulay Ismail im 17. Jh. von Tausenden Sklaven als neues Regierungsviertel mit Palästen, Gärten, Moscheen, Pferdeställen und dunklen Verliesen errichten (vgl. Geschichte).

Vom Place el Hedim gelangt man durch das Bab El Mansour zum Platz Lalla Aouda (mit Moschee), dem früheren Aufmarschplatz der schwarzen Garden, einem riesigen Heer von schwarzafrikanischen Sklaven, deren Loyalität sich Moulay Ismail sicherte, indem er sie heiraten ließ und dadurch für die natürliche Vermehrung seiner Truppen sorgte. Zum Ende seiner Herrschaft soll dieses Heer über 150.000 Mann umfasst haben. Links (südwestlich) an den Platz anschließend liegt der Qubbet Khayattine bzw. as-Sufara, ein Pavillon, in dem Moulay Ismail ausländische Botschafter empfing. Rechts vom Pavillon führt eine Treppe in die riesigen unterirdischen Gefängnisse (Prison des Chrétiens, tägl. 9.30–17 Uhr, an Feiertagen geschlossen, Eintritt: 70 DH). Im „Christengefängnis“ warteten einst angeblich bis zu 40.000 Gefangene auf ihre Befreiung: Christen, die bei Kämpfen mit Briten, Spaniern und Franzosen gefangen genommen wurden, aber auch marokkanische Aufwiegler, Straftäter und Piraten der Bou-Reg-Reg-Republik. Einige von ihnen wurden als Sklaven verkauft oder mussten Fronarbeit bei der Errichtung der Prunkbauten Moulay Ismails leisten. Mittlerweile wird jedoch angezweifelt, ob es sich bei den unterirdischen Hallen tatsächlich um Gefängnisse gehandelt hat – neuere Theorien sprechen von einem Lebensmittellager.

In der Nähe lag am Bab Filala das eigentliche Palastgelände. Dort befand sich der Palast Dar el Kebira, die Hauptresidenz Moulay Ismails aus 20 Gebäuden. Nun erhebt sich auf den Ruinen ein Wohnviertel, das noch den gleichen Namen trägt.

Südlich vom Place Lalla Aouda und dem Bab Mansour gelangt man zum Bab er Rih (Tor des Windes) und zum Mausoleum und der Grabmoschee Moulay Ismails aus dem 17. Jh. (im Sommer 2019 wegen Renovierung geschlossen, sonst tägl. 9–12 und 15–18 Uhr, Eintritt: 70 DH). Durch die relativ schlichten Vorräume gelangt man zum kunstvoll in maurischem Stil ausgestatteten Mausoleum, von dessen Eingang man einen Blick in den Grabraum mit Sarkophag werfen kann.

Das Mausoleum liegt an einer 10 m breiten Straße von 1 km Länge, die von wuchtigen Mauern umgeben ist. Hinter diesen Mauern verbirgt sich der Königspalast Dar El Makhzen, erbaut Ende des 18. Jh. (keine Besichtigung möglich). Der Palast des ehemaligen Sultans Mohamed Ben Abdallah, Dar el Beida (18. Jh.), in dem heute eine Militärakademie untergebracht ist (keine Besichtigung möglich), schließt sich im Süden an. Nahebei liegen die Pferdeställe Haras der Militärakademie, die man besuchen kann (So geschlossen).

Zur Vorderseite des Königspalastes mit den Palastwachen und weiter zu den Pferdeställen von Moulay Ismail gelangt man, wenn man die Mauerstraße nach Südosten bis zum Gelände der Gartenbauschule (Jardins d’Horticulture) läuft und dort nach rechts durch ein Tor am Königspalast vorbei nach Westen geht (s. Beschilderung). Ca. 500 m der Mauer folgend, erreicht man die Überreste des Heri el Mansour bzw. Heri Es Souani (tägl. 9–17 Uhr, Eintritt: 70 DH), ein riesiger Getreidespeicher aus dem 17. Jh. mit den Ausmaßen einer Kathedrale (12 m hoch, 23 Schiffe), und die ehemaligen Pferdeställe des Moulay Ismail (Jemma Roua = Stallmoschee). Die Ställe hatten eine Ausdehnung von 5 km und waren von Kanälen zur Tränkung der über 12.000 Pferde durchzogen. Aus riesigen Zisternen wurde über hölzerne Wasserräder (Norias) Wasser nach oben zu den Kanälen geschafft. Die Anlage trägt deshalb auch den Namen Dar el Ma bzw. Borj el Ma („Haus des Wassers“ bzw. „Wasserburg“). Das riesige Wasserbecken Aguedal bzw. Sihridjes-Souani (400 m Länge, 100 m Breite und 4 m Tiefe) diente angeblich den 500 Konkubinen Moulay Ismails als Bade- und Vergnügungsbecken, wahrscheinlich aber eher zur Bewässerung bzw. Tränkung der Pferde.

Rund um die Mauern der Medina

Wer nach der Besichtigung der Cité Impériale und der Medina noch Ausdauer hat, kann vom Parc El Haboul (s.o.) entlang des Bd. Haboul und der Altstadtmauer bis zum Bab Tizimi (Mittelpunkt des Töpferviertels) und zum Bab Berdain, dem Tor der Sattler (Ende 17. Jh.), laufen. Vom Bab Berdain geht es vorbei am Friedhof Sidi Ben Aissa mit der Qubba (Grabmal) des Marabuts Mohamed Ben Aissa. Er war der Gründer der Aissaouna-Sekte, einer Sufi-Bruderschaft, und ist der Schutzpatron der Gaukler, Schlangenbeschwörer und Tänzer. Jedes Jahr zu seinem Moussem (siehe „Feste“) finden sich hier Pilger aus dem ganzen Land ein.

Entlang der Mauern gelangt man zum Tor Bab el Khemis (17. Jh.) und durch die Mellah (Judenviertel) zum Stadtteil Beni M’hamed (im Süden der Mellah), wo man die Medersa (Koranschule) Jamaa er Rouah besichtigen kann. Von Süden her nähert man sich dann durch das Stadtviertel Zitouine wieder der Königsstadt (Cité Impériale) und gelangt am Dar el Ma und Königspalast vorbei wieder zur Medina.

Alternativ ist eine Umfahrung der Altstadt entlang der Mauern bis zur Cité Impériale mit dem Auto, der Kutsche (ca. 150 DH) oder dem Taxi möglich, um die Ausmaße der riesigen Königsstadt zu ermessen.

Praktische Informationen
Informationen für Touristen

O.N.M.T., 27, Place Administrative, Tel. 0535 52 44 26.

Zahllose Adressen (Hotels, Restaurants, Bars, Shopping etc.) unter https://meknes.madeinmedina.com.

Offizielle Stadtführer: Sehr empfehlenswert sind die deutschsprachigen Führer Said Fares (Mobil 0663 69 05 14), Idriss Megran (Mobil 0661 98 60 72) und Frau Itimad Chbihi (Mobil 0661 15 97 28).

Unterkunft
Oberklasse

3 Menzeh Dalia (Plan S. 148), Domaine Izmar, an der N 6 Richtung Rabat, Tel. 0535 46 85 95, www.hotelmenzehdalia.com. Sehr gepflegtes 4-Sterne-Hotel mit 145 klimatisierten, geräumigen Zimmern mit Sat-TV, Minibar, Safe etc. und Balkon zum Garten. Restaurant, Bar und Nightclub, Hammam, 300-m2-Pool im Garten. WLAN. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Buchung online.

9 Palais Didi (Plan S. 150), 7, Dar Lakbira (neben Mausoleum Moulay Ismail, Abholung der Gäste möglich), Medina, Tel. 0535 55 85 90, www.palaisdidi.com. In diesem prachtvollen Riad aus dem 17. Jh. sind acht komfortable Zimmer im OG (etwas dunkel) und fünf tolle Suiten (mit Jacuzzi) im EG untergebracht. Ruhige und angenehme Atmosphäre, WLAN, bewachter Parkplatz.

1 Transatlantique (Plan S. 148), Rue Al Mariniyine, Tel. 0535 52 50 50, www.transatlantique.ma. Traditionsreiches (seit 1927), inzwischen leider ziemlich angestaubtes 4-Sterne-Hotel mit großem Park, Tennisplatz, Pool und toller Aussicht auf die Stadt. 120 klimatisierte, maurisch gestaltete Zimmer (kein 4-Sterne-Standard) mit TV in zwei Trakten. Bewachter Parkplatz.

5 Zaki Suites Hotel (Plan S. 148), Av. Bir Anzerane, Tel. 0535 51 41 49, www.zakisuiteshotel.com. Das Traditionshotel oberhalb des Oued Boufekrane gegenüber den Altstadtmauern wurde komplett renoviert und bietet 185 elegante, geräumige Zimmer (mit Apartments und Suiten), z.T. mit Terrasse oder Balkon. Palmengarten mit Pool, SPA, Bar und Disco.


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Markthalle in der Medina

Übernachtung

1Ibis Meknès

4Palace

5Hôtel de Nice

6Majestic

7Akouas

8Belle Vue

Essen und Trinken

3La Coupole

Sonstiges

2Meknès Car

9Tarik Essalam Car

Mittelklasse

7 Akouas (Plan S. 154), 27, Rue Amir Abdelkader, Neustadt, Tel. 0535 51 59 67/68, www.hotelakouas.com. Gesichtsloses 3-Sterne-Hotel in Bahnhofsnähe mit 50 Zimmern (z.T. laut) mit Sat-TV und Klimaanlage/Heizung. Pool, Bar und Nachtclub, schöner Blick von der Dachterrasse. WLAN.

8 Belle Vue (Plan S. 154), 21, Av. des F.A.R., Neustadt, Tel. 0535 51 26 95, www.n.hotelbellevue.ma. Relativ neues 3-Sterne-Hotel in zentraler Lage mit sehr modern ausgestatteten Zimmern mit TV und AC. SPA mit Hammam, (europäische) Sauna, Massage und Kosmetikanwendungen. WLAN, bewachtes Parken vor dem Hotel möglich.

5 Hôtel de Nice (Plan S. 154), 10, Rue d’Accra, Neustadt, Tel. 0535 52 03 18. Älteres 3-Sterne-Hotel in zentraler Lage mit sauberen (z.T. kleinen) Zimmern. Bar und Restaurant mit sehr gutem Frühstück. WLAN.

1 Ibis Meknès (Plan S. 154), Av. des F.A.R, Neustadt, Tel. 0535 40 41 41, www.accorhotels.com. Das modern gestaltete und ausgestattete Mittelklassehotel mit Pool liegt zentral in Gehweite zwischen Neustadt und Medina und verfügt über 104 klimatisierte DZ mit TV. Eigener Parkplatz, Frühstücksbuffet und WLAN. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

3 Riad El Ma (Plan S. 150), 4, Derb Sidi Besri, in der Nähe der Großen Moschee, Mobil 0661 51 48 24, www.riad-el-ma.com. Die hilfsbereite und charmante Amina kümmert sich um die Gäste. Sechs sehr hübsche Zimmer mit Bad, sehr gute Küche, kleiner Pool auf der Dachterrasse. Vorher anrufen und sich hinführen lassen.

6 Riad Felloussia (Plan S. 150), 23, Derb Hammam Jdid, Bab Aissi, Medina, Tel. 0535 53 08 40 (bei Anruf Abholung vom Bab Mansour), www.riadfelloussia.com. Sehr hübscher Riad unter Leitung eines netten französischen Paares mit zwei Kindern. Vier unterschiedlich traditionell gestaltete Suiten zum Innenhof, angenehme Atmosphäre, Dachterrasse mit Ausblick.

UNSER TIPP: 4 Ryad Bahia- (Plan S. 150), Derb Sekkaya, Tiberbarine, Medina, Tel. 0535 55 45 41, Mobil 0662 08 28 64, www.ryad-bahia.com. Vom Place El Hedim in die Souk-Gasse (Torbogen) links neben dem Mosaikbrunnen einbiegen, an der V-Gabelung dann rechts (hinter dem Museum gelegen, beschildert). Hübsches Familienhaus des sehr netten Paares Bouchra und Abdellatif, die vorher als Stadtführer tätig waren und auf Anfrage gerne durch die Medina führen. Sieben Zimmer (davon zwei Mini-Suiten und eine Familiensuite), gemütliche Atmosphäre, wunderschöne Dachterrasse auf mehreren Ebenen, gutes Essen. Bewachtes Parken nahebei, Abholung möglich.

Günstig

Beim Place El Hedim, in der Av. Mohamed V. und nahe der Kreuzung zur Av. des F.A.R., in der Rue Dar Smen und in der Rue Rouamazin findet man Hotels aller Preisklassen. Bei den sehr einfachen Unterkünften ist der Preis manchmal verhandelbar.

2 Jugendherberge (Auberge de Jeunesse) (Plan S. 148), Av. Okba Ben Nafi, beim Stade municipale (Sportstadion) in der Neustadt (etwas näher am Bahnhof Amir als am Hauptbahnhof), Tel. 0535 52 46 98, aubergejeune_meknes @hotmail.fr. Der Beschilderung „Hotel Transatlantique“ bergauf folgen, an einem der vielen Kreisverkehre liegt die Jugendherberge gleich links. Saubere Mehrbettzimmer (ab 7 Euro/Pers., nach Geschlechtern getrennt) sowie Doppel- und Familienzimmer (15–26 Euro), Kochgelegenheit, Gepäckaufbewahrung möglich. Geöffnet wochentags 8–10, 13–16 und 19–22 Uhr, sonn- und feiertags 10–17 Uhr.

6 Majestic (Plan S. 154), 19, Bd. Mohamed V., Neustadt, nur ca. 100 m vom Bahnhof Amir Abdelkader, Tel. 0535 52 20 35, 52 03 07, www.hotelmajesticmeknes.ma. Etwas besseres, freundliches Travellerhotel mit sauberen Zimmern mit und ohne Bad. Zur Straße hin laut, Zimmer zum Innenhof ruhiger. WLAN, bewachter Parkplatz.

4 Palace (Plan S. 154), 11, Rue Ghana, Neustadt, Tel. 0535 52 04 07 oder 40 04 68, in Gehdistanz zum Bahnhof Amir Abdelkader. Das von außen wenig ansprechende Hotel ist eine der besseren Optionen unter den Billigunterkünften: große, saubere Zimmer mit Bad, aber alter Einrichtung, recht gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. WLAN, sicheres Parken möglich.

1 Riad Idrissi (Plan S. 150), 20, Derb Lalla Sti Hennou, Medina, Mobil 0613 72 82 16. Das freundliche Hostel in einem traditionellen Stadthaus hat zwölf Zimmer mit Klimaanlage und WC/Dusche um den Hof, einen marokkanischen Salon zum Relaxen und eine schöne Dachterrasse mit Ausblick. WLAN, gutes Frühstück. Buchung über www.booking.com oder www.hostelworld.com.

Camping

Etwa auf halber Strecke zwischen Meknès und Volubilis liegt der Campingplatz Zerhoune Belle Vue (Hinweisschild an der N 13); vgl. folgende Route.

Am Parkplatz an der Stadtmauer nahe dem Bab Mansour finden Wohnmobile einen Stellplatz.

Essen und Trinken

Preiswerte Restaurants und Cafés findet man vor allem um den Place El Hedim, in der Rue Dar es Smen und in der Rue Rouamazin. Sehr günstiges Essen gibt es rings um die Av. Hassan II. und in den Nebenstraßen (Rue Ghana in der Neustadt) in Grilllokalen (rotisseries).

Ein 3-Gänge-Menü in den nachfolgend genannten besseren Restaurants kostet zwischen 120 und 250 DH.

3 La Coupole (Plan S. 154), Rue Ghana/Av. Hassan II., Tel. 0535 52 24 38. Traditionsreiches Restaurant und beliebte Bar mit marokkanischer und internationaler Küche, zentrale Lage, Alkoholausschank.

10 Le Collier de la Colombe (Plan S. 150), 67, Rue Driba, Medina (vom Place Lalla Aouda ausgeschildert, nahe Hotel Maroc), Tel. 0535 55 50 41, http://lecollierdelacolombe.com. In diesem hübschen Riad kommt exzellente marokkanische Küche im Restaurant auf der Dachterrasse (toller Ausblick) oder in einem der Patios auf den Tisch. Alkoholausschank. Reservierung dringend empfohlen.

11 Le Relais de Paris (Plan S. 150), 46, Rue Oqba Ibn Nafia, Tel. 0535 51 54 88, www.relaisdeparis.com. Sehr gute französische Küche (Fleisch und Fisch), Panoramaterrasse und Garten.

5 Mille et Une Nuits (Plan S. 150), Place el Hedim, Tel. 0535 55 90 02. Hier isst man in authentischer Atmosphäre in einem renovierten Riad einer freundlichen Familie, die sehr leckere marokkanische Gerichte frisch zubereitet (etwas Wartezeit).

2 Zitouna (Plan S. 150), 44, Jamaa Zitouna, Medina (bei der Moschee Zitouna), Tel. 0535 53 02 8. Typisch marokkanische Atmosphäre und Küche in einem traditionellen Stadthaus der Medina.

Einkaufen
Teppiche

7 Palais des Idrissides (Plan S. 150), 11, Rue Kermouni, in der Nähe der Großen Moschee in der Medina. In diesem alten Stadtpalast eines Koranschullehrers mit kunstvoll geschnitzten Holzdecken ist ein Teppichladen mit großer Auswahl untergebracht. Erklärungen auf Deutsch und Englisch, Besichtigung kostenlos (Trinkgeld).

Lebensmittel

Gut mit Lebensmitteln kann man sich in der Medina in den 8 Markthallen am Place el Hedim (Plan S. 150) und in der Neustadt am Zentralmarkt eindecken (Marché Central, in einer Nebenstraße der Av. Hassan II., Plan S. 154). Außerhalb befinden sich saubere öffentliche Toiletten und ein bewachter Parkplatz.

Markttag ist in Meknès der Mittwoch.

(Plan S. 148) Die größte Auswahl an (europäischen) Lebensmitteln gibt es im 8 Marjane-Supermarkt nahe dem Bahnhof (Rue Ibn Battouta, tägl. 9–22 Uhr, N 33°54.138’, W 05°32.209’). Ein weiterer 4 Marjane-Markt liegt im Süden bei der N 6 (N 33°51.296’, W 05°34.856’). Ein 6 Carrefour-Supermarkt befindet sich südlich der Av. F.A.R. und des Bahnhofs beim Stadion (Av. Nehru, N 33°54,138’, W 05°32,209’); dort gibt es auch Alkohol zu kaufen.

Wein (Plan S. 148)

Für Weinliebhaber lohnt sich der Besuch von Château Roslane der 7 Weinkellerei Les Celliers de Meknès (11, Rue Ibn Khaldoun, Voranmeldung 14 Tage im Voraus unter Tel. 0535 52 03 60, www.roslaneboutiquehotel.com). Dort kann man die Weinberge besichtigen, sich die Herstellung des Weins erklären lassen und guten marokkanischen Wein einkaufen.

Campinggas

Gasflaschen-Füllung bei Ismailia Gaz, km 9 an der R.P. 21 in Richtung El Hajeb, Tel. 0535 55 09 68. Weitere Gaslieferanten (Metapole, Sogazi) sind im Industrieviertel Sidi Bouzekri zu finden.

Nachtleben

Die Bars und Night Clubs der großen Hotels (s.o.) sind immer gut besucht. Beliebt ist auch die Bar im Restaurant La Coupole.

Notfall/Medizinische Versorgung

Ambulanz: Tel. 150.

Polizei: Tel. 190, Esplanade de la Foire (auf dem Messegelände).

Krankenhäuser: Hôpital Mohamed V., Av. Zerktouni, Tel. 0535 52 11 34; Hôpital Militaire Moulay Ismail, Bd. El Hansali, Tel. 0535 51 73 95/97; Hôpital Sidi Said, Quartier Sidi Said, Tel. 0535 53 49 29.

Post und Banken

Hauptpost an der Place Administrative.

Banken mit Geldautomat finden sich im gesamten Stadtgebiet.

Taxis/Sammeltaxis

Grands Taxis stehen in der Neustadt vor dem CTM-Bahnhof und in der Altstadt neben dem Place el Hedim.

Petits Taxis fahren z.B. ab dem Place el Hedim und vom Marché Central in der Neustadt. Auf das Einschalten des Taxameters bestehen!

Sammeltaxis: in der Neustadt gegenüber der Polizei und nahe der Tankstelle an der Av. Hassan II., am Übergang zur Av. Moulay Ismail (Volubilis bzw. Moulay Idris, Moulay Yaqub); am Rande der Medina beim Bab el Khemis sowie beim Bab el Mahrouk. Ein Platz im Sammeltaxi nach Volubilis oder Moulay Idriss kostet etwa 10 DH.

Pferdedroschken warten am Place el Hedim beim Bab el Mansour.

Busse

Stadtbusse (www.citybusmeknes.ma) starten ab dem Bab Znine el Abidine (beim Place El Hedim) und in der Av. Hassan II. nahe Hôtel Rif. Stadtbus Nr. 15 fährt vom Gare Routière (Busbahnhof) mehrmals täglich nach Moulay Idriss (7 DH), Bus Nr. 20 von der Av. Hassan II. zum Marjane-Supermarkt im Süden der Stadt.

Der CTM-Bahnhof liegt an der Av. des F.A.R. Richtung Fès (dort keine Gepäckaufbewahrung möglich).

CTM-Büro, 43, Av. des F.A.R., Tel. 0535 51 46 18.

Der Busbahnhof Gare Routière Sidi Said für weitere Buslinien liegt am Bab el Khemis linker Hand (stadtauswärts) der Straße nach Rabat. Einige Linien halten auch am Bab el Jedid im Nordwesten der Medina.

CTM-Verbindungen und Preise

Agadir: CTM 1x tägl. (Nachtbus), 12 Std. Fahrzeit, 285 DH.

Rabat – Casablanca: CTM 7x tägl., bis Rabat, ab 2¼ Std. Fahrzeit, ab 40 DH; 6x tägl. bis Casablanca, 3½ Std. Fahrzeit, ab 85 DH.

Fès: 14x tägl. (erster Bus um 2.15 Uhr nachts, letzter um 20.40 Uhr, 1 Std. Fahrzeit, ab 25 DH) mit CTM, weitere Busse stündlich mit anderen Buslinien, Fahrzeit ca. 1 Std., 25 DH. Von Fès bestehen Verbindungen ins ganze Land.

Moulay Idris: stündlich mit verschiedenen Buslinien (1 Std. Fahrzeit).

Erfoud: 1x tägl. (Nachtbus), ca. 8 Std., 140 DH.

Andere Busgesellschaften fahren noch diverse weitere Städte an.

Bahn

Eine Zugreise nach Rabat, Marrakesch, Oujda, Tanger etc. ist bequemer und schneller als mit dem Bus.

Der Hauptbahnhof liegt an der Av. de la Gare (Seitenstraße der Av. des F.A.R.).

Der zweite Bahnhof Amir Abdelkader befindet sich weiter nördlich und näher am Zentrum als der Hauptbahnhof

Bahnauskunft: Tel. 0890 20 30 40 (2,88 DH/Min.).

Verbindungen und Preise

Fès: 17x tägl. (2 Uhr morgens bis 23.30 Uhr), 20 DH, ca. 35 Min. Fahrzeit.

Oujda: 5x tägl., ab 6½ Std. Fahrzeit, ab 74 DH.

Tanger: 9x tägl., Fahrzeit ca. 4 Std., ab 49 DH.

Rabat: 13x tägl., Fahrzeit ca. 2 Std., ab 49 DH.

Casablanca: 13x tägl., Fahrzeit ca. 3 Std., ab 49 DH.

Marrakesch: 7x tägl., Fahrzeit 6 Std., 174 DH.

Flugverbindungen

Royal Air Maroc (RAM), 7, Av. Mohamed V./Av. Hassan II., Tel. 0535 52 09 63. Abflug vom Flughafen Fès (s. dort), die Flüge der RAM führen über Casablanca, daher fährt man zu den meisten Zielen besser mit dem Zug.

Rund ums Auto
Autoverleih (Plan S. 154)

2 Meknès Car, Ecke Bd. Hassan II./Rue Safi, Imm. Lakhssas VN, Tel. 0535 51 20 74, www.meknescar.net.

9 Tarik Essalam Car, 13, Av. Zitoune Latourane, Res. Ghourfa 2, Mobil 0667 18 75 22, www.salamcar.com.

Werkstätten

Auto- (u.a. Renault, Mercedes, Isuzu, Mitsubishi, Opel, Fiat) und Reifenhändler (z.B. Pirelli) liegen an der Av. Bir Anzerane stadtauswärts in Richtung El Hajeb in einem großen Gewerbegebiet.

Auto Speedy, N 6 Richtung Rabat, am Marjane-Parkplatz, Tel. 05 35 46 93 26.

Centre Pièces Auto (Ersatzteile), 1, Rue Nador, Tel. 0535 52 09 23.

Mécanique Auto Boutiour, 10, Rue Tunis, Tel. 0535 52 19 58.

Parken

Bewachte Parkplätze u.a. südwestlich vom Place el Hedim beim Bab Znine el Abidine, neben dem Busbahnhof für Privatlinien, am Bd. Haboul, am Bab Mansour und beim Hotel Transatlantique.

Sport/Aktivitäten
Schwimmen

Piscine Municipale, Eingang am Carrefour Amir Abdelkader am Parc el Haboul, Nähe Bd. Circulaire.

U.a. steht das Pool im Hotel Transatlantique auch Gästen, die nicht im Haus übernachten, offen (gegen Eintrittsgeld).

Golf

Royal Golf Club Meknès (9-Loch-Platz), Jnane Bahraouia, Bab Belkari, Tel. 0535 53 07 53.

Reiten

Club d’Equitation Farah, Renate Erroudani, Sidi Mellah d’Khissa (an der Straße nach Fès, Abzweig beim Café Aldin), Tel. 0535 54 88 44, Mobil (Rena, deutschsprachige Schweizerin) 0661 53 98 13, www.clubfarah.com. Kurze Reitausflüge und mehrtägige Reiterreisen.

Feste/Veranstaltungen

Der wichtigste Moussem des Landes findet im September im Ort Moulay Idris zu Ehren Moulay Idris’ I. statt (siehe Route B 1).

Moussem Sidi Chbani, Moussem Sidi El Ghazi und Moussem Ouled Sidi Cheikh, alle in der Umgebung von Meknès (verschieben sich mit dem islamischen Jahr).

Moussem Sidi Ben Aissa (Cheikh el Kamel), Commune el Ismailia, islamischer Monat 12 Rabia I. Bei diesem bekannten Fest, zu dem Pilger aus dem ganzen Land eintreffen, führen Mitglieder der Aissaouna-Sekte ekstatische Tänze (Tanz der Derwische) vor.

Fantasia-Festspiele (Reiterspiele) im Sept.

Festival National du Théâtre im Juli, Aufführungen u.a. im Parc El Haboul.

Semaine de l’Artisanat (Kunstwoche), den jährlich wechselnden Termin im Touristenbüro erfragen.

Ausflüge

Von Meknès fahren fast stündlich Busse nach Moulay Idris (siehe nachfolgende Route). Etwas schneller sind Sammeltaxis (s.o.).

Von Moulay Idris nach Volubilis (siehe nachfolgende Route) kann man zu Fuß gehen (2,5 km, schöner, aber schattenloser Weg), ein Taxi nehmen oder sich als Gruppe ein Sammeltaxi mieten.

Weiterfahrt
Nach Rabat

Die schnellste Route von Meknès führt in etwa 140 km über die Autobahn A 2 (mautpflichtig) nach Rabat. Die alternative Landstraße N 6 verläuft durch flaches Landwirtschaftsgebiet über die Stadt Khemisset (Zentrum der Khemisset-Teppiche) bis zur Küste. 92 km hinter Meknès passiert man das Waldgebiet Fôret de la Mamora, wo vor allem Korkeichen wachsen.

Nach Azrou bzw. Ifrane

Von Meknès führt die gut ausgebaute N 13 in etwa 68 km nach Azrou. Bis zum großen Ort Boufekrane verläuft die Route durch dicht besiedeltes Landwirtschaftsgebiet. Die gepflegte Kleinstadt El Hajeb mit Spitzgiebelhäusern bietet alle Versorgungsmöglichkeiten (Marjane-Supermarkt am Stadtrand Richtung Meknès) und ist etwa 33 km hinter Meknès erreicht. Die quirlige Altstadt liegt links der Hauptstraße. Markt ist am Montag. Unterkunft bietet das Hotel Mandar Hada mit Garten (an der N 13 stadtauswärts Richtung Meknès). Von El Hajeb kann man auf guter Straße durch Eichen- und Zedernwald direkt nach Ifrane gelangen. Etwa 49 km südlich von Meknès führt die Straße über die Passhöhe Passage d’Ito (Mineralienverkäufer) und weiter über ein karstiges Hochplateau (eine erloschene Lavalandschaft, in der man noch vereinzelt Restkrater ausmachen kann) mit Wacholderbäumen und vereinzelten Steineichen. Nach weiteren 11 km passiert man das stillgelegte Hotel Maroc Adamus, das auf seinem Dach zehn Storchennestern Platz bietet. Bei km 53 liegt eine große Tankstelle/Raststätte mit Motel rechter Hand der Straße. Nach weiteren 3 km beim Abzweig nach Ben Smim ist das Marktgelände von Azrou erreicht (Souk am Dienstag).

1 km weiter (km 59) befindet sich die Gîte Takchmirte rechts. An der dortigen Kreuzung kann man gleich links zur Straße nach Ifrane und zum Camping abbiegen (vgl. Azrou) oder rechts direkt ins Zentrum von Azrou fahren.

Von Meknès nach Moulay Idris und Volubilis

28 km, N 13.

Die Asphaltstraße führt durch reizvolle Hügellandschaft mit Zedern, Olivenhainen und Steineichen. Wer von Meknès auf dem schnellsten Weg nach Fès fahren möchte, sollte die Autobahn benutzen (mautpflichtig).

Busse und Sammeltaxis ab Meknès (s.o.). Von Moulay Idris kann man zu Fuß (ca. 3 km) nach Volubilis laufen.

Auf der N 13 Richtung Sidi Kacem fahren. Nach etwa 10 km ab Meknès-Neustadt biegt man an einem Kreisverkehr nach Norden Richtung Moulay Idris/Volubilis ab. Nach 16 km (6 km ab Kreisverkehr) liegt der in die Jahre gekommene Campingplatz Zerhoune Belle Vue etwas abseits rechts der Straße (Hinweisschild, 18 km von Volubilis/8,5 km von Moulay Idris, N 34°00,878’, W 05°33,716’, Mobil 0663 56 98 56). Der Platz ist terrassenförmig auf einem Gartengelände angelegt. Die Sanitäranlagen sind einfach, aber meist sauber (nur kaltes Wasser). An der Hauptstraße unterhalb des Platzes gibt es eine Bushaltestelle (Bus nach Meknès).

An der Kreuzung bei km 24 geht es rechts nach Moulay Idris.

Moulay Idris

Moulay Idris (auch Moulay Idriss geschrieben) liegt zwischen grünen Hügeln eingebettet und ist wohl die älteste Stadt Marokkos. Moulay Idris (Idris Ben Abdellah) gründete sie im Jahr 788; er ist zugleich Gründer des marokkanischen Königreiches (s.a. „Land und Leute/Geschichte“). Moulay Idris war auf der Flucht vor dem Abassidenherrscher Harun el Rashid, der ihn später vergiften ließ. Die Stadt ist terrassenförmig auf einem Gebirgssattel am Fuße des Djabal Zerhoun angelegt und von weiten Ölbaumpflanzungen umgeben. Früher durfte kein Ungläubiger diese heilige Stadt betreten, vor allem Juden nicht.

Manche Marokkaner unternehmen drei Pilgerfahrten nach Moulay Idris, um damit eine Hadj nach Mekka zu ersetzen, da diese für die meisten Marokkaner zu teuer ist. Natürlich bleibt Mekka das erstrangige Pilgerziel, denn eine Wallfahrt nach Moulay Idris zählt offiziell nicht als Hadj, zudem ist Heiligenverehrung im wahabitischen Islam nicht zulässig.

Moulay Idris ruht in einem Grab aus weißen Steintafeln. Im Heiligtum befindet sich ein Replikat der Kaaba. Ende August findet vor den Toren der Stadt ein großes Moussem mit Fantasia zu Ehren des „Moulay“ („Großer Heiliger“) statt, verbunden mit der Opferung von Schafen und Ziegen vor dem Qaid.

Sehenswertes

Besonders bemerkenswert ist der runde Moscheeturm der Jemaa Sidi-n-Tizi. Er ist ringsum bedeckt mit Koransuren in weißer Kufischrift auf grün glasiertem Untergrund, die den Segen Mohameds erbeten. Diese Inschriften findet man auch am Minarett zum Heiligtum Moulay Idris. Das zylindrische Minarett der Sidi-n-Tizi-Moschee ist das einzige dieser Art im Maghreb. Am leichtesten kann man zur Moschee gelangen, wenn man auf der P7014 in Richtung Nzala des Beni Ammar bis ans obere Ende der Stadt läuft bzw. fährt und dort parkt. Bei der Post kann man den Moscheeturm bereits gut sehen und den Weg leicht finden. Hier im oberen Teil der Stadt, dem Khiber-Viertel, hat man von einer Terrasse nahe der Moschee einen sehr schönen Blick über den unteren Teil von Moulay Idris mit dem Heiligtum – die Zaouia des Moulay Idris. Im Khiber-Viertel befinden sich auch das Mausoleum und die Moschee des Sidi Abdallah Hajjam, dessen Grabmal der Zeit Moulay Ismails entstammt und aus Steinen des antiken Volubilis erbaut wurde.

Die Grabmoschee des Moulay Idris im unteren Teil der Stadt ist mit grün glasierten Dachziegeln gedeckt. Der heilige Bezirk beginnt am Platz des Grünen Marsches, Sahat Massira el Khadra, mit Cafés, Verkaufsständen (z.B. für köstlichen Nougat) und Läden mit Devotionalien. Durch Arkadengewölbe gelangt man zum Eingang des Heiligtums mit einer Reihe von Ständen, an denen bunte Kerzen verkauft werden. Dort liegen Amulette aus Messingblech, allerhand Spezereien und Räucherwerk (Weihrauch). Es werden Helua (Süßigkeiten) verkauft, flaches, rundes Berberbrot; außerdem gibt es Körbe voller Früchte mit Feigen, Datteln, Rosinen, Walnüssen und Bündeln frischer Minze.

Ein dreitoriges Mosaikportal mit grünglasierten Dachziegeln führt in das Heiligtum hinein. Hier vor der Zaouia mit der Koranschule, dem Grabmal, der Moschee und den Pilgerräumen beginnt der Horm – der Sperrbezirk, den Ungläubige nicht betreten dürfen. Die derzeitige Ausstattung und Architektur der Zaouia geht auf die Zeit Moulay Ismails (1672–1727) zurück.

Zur Weiterfahrt nach Fès vgl. die Routenbeschreibung im Anschluss an Volubilis.

Praktische Informationen
Unterkunft

Dar Zerhoune, 42, Derb Zouak, Mobil 0642 24 77 93, www.darzerhoune.com. Freundliche Herberge mit sehr hübsch marokkanisch gestalteten Zimmern mit eigenem Bad. Schöne Terrasse mit Aussicht, WLAN. Das Restaurant auf der Dachterrasse ist auch für Gäste, die nicht übernachten, geöffnet (Voranmeldung empfohlen).

Diyar Timnay, 7, Rue L, Aïn Rjal (erreichbar über eine kleine Treppengasse neben dem Grand-Taxi-Stand), Tel. 0535 54 44 00, amzday@menara.ma.com. In diesem sauberen und günstigen Hotel mit Restaurant wird man herzlich empfangen. DZ, Dreier- und Viererzimmer (z.T. klimatisiert) mit Bad. WLAN.

El Kasaba, Bab Kasbah No. 32 (in der Kasbah über dem oberen Zugang zum Heiligtum), Tel. 0667 99 16 16, www.hotelelkasaba.com. Saubere und hübsche Pension der netten Familie Senhaji, bewachter Parkplatz unterhalb der Kasbah, acht marokkanisch gestaltete Zimmer mit Bad, WLAN verfügbar. Assia bereitet auf Bestellung exzellente Tajine (auch vegetarisch) zu oder gibt einen marokkanischen Kochkurs.

Ein weiteres Hotel gibt es in Volubilis (s.u.).

Essen und Trinken

EL Baraka, 22, Aïn Smen-Khiber, Tel. 0535 54 41 84. Schönes marokkanisches Restaurant im traditionellen Stil an der Straße nach Volubilis im Khiber-Viertel. Gericht etwa 80 DH.

Markttag ist der Samstag.

Busse/Sammeltaxis

Busbahnhof, Parkplatz und Taxiabfahrtsplatz im Zentrum. Dort fahren stündlich Busse nach Meknès (der letzte um 18.45 Uhr), ein Sammeltaxi nach Meknès kostet ca. 20 DH. Nach Volubilis kann man sich ein Grand Taxi mieten, das dort ca. 1 Std. bis zum Ende der Besichtigung wartet, oder den Bus bzw. ein Sammeltaxi bis zur Kreuzung unterhalb von Volubilis nehmen.

Volubilis (Oualili)

Die römischen Ruinen von Volubilis (arabisch Oualili, sprich: Walili) liegen nur 4,5 km von Moulay Idris entfernt und zählen seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Ruinenstadt ist bekannt für ihre fantastischen Mosaiken (s.u.). Man kann das Ausgrabungsgelände ab Moulay Idris gut zu Fuß erreichen (ca. 45 Min.), wandert dann allerdings entlang der Hauptstraße (beschildert).

Am schönsten ist ein Besuch der (z.T. verwilderten) Ruinenstätte im Frühjahr, wenn rundum alles blüht und grünt. Leider sind die wertvollen Mosaike ungeschützt Wind und Wetter ausgesetzt.

Der Eintritt kostet 70 DH (Kinder 30 DH), wer möchte, kann einen Führer engagieren (ca. 150 DH für 1 Stunde). Das Gelände kann man aber auch problemlos auf eigene Faust erkunden, z.B. anhand der Nummerierung im Plan (siehe nächste Seite). Tafeln auf Französisch und Englisch an einzelnen Gebäuden geben Basisinformationen. Das Freilichtmuseum, das sich jahrelang im Bau befand, hat inzwischen offiziell eröffnet. Neben dem Eingang liegt ein einfaches Café-Restaurant. Auf dem Weg durch die Ruinen Sonnenschutz, Wasser und Kopfbedeckung nicht vergessen!

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1791 стр. 402 иллюстрации
ISBN:
9783831746576
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