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Anno Dazumal
Wahn-Sinn!
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Sterben tut weh
Auf der Suche
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Auflösungen
Impressum neobooks
Sterben tut weh
Es klingelte. George Pfusch, ein hoher Beamter des Verteidigungsministeriums, öffnete. „Guten Abend. Was kann ich für Sie tun?“ wollte er wissen. „Ich bin Ihr Killer“, antwortete ein schwarz gekleideter Mann. „Ah ja. Na, dann kommen Sie doch bitte herein! Ich muß schon sagen, eine vorzügliche Kleiderauswahl. Also, wollen Sie erst noch etwas trinken, oder mich gleich umbringen?“ Der Mann zog ein Maschinengewehr hinter seinem Rücken hervor. „Ah, ich sehe schon, Sie wollen sofort zur Sache kommen. Also, Herr Killer, ich erkläre Ihnen jetzt mal, was Sie zu tun haben: Ich stelle mich vor die Wand und Sie erschießen mich. Haben Sie das verstanden?“ „Natürlich. Ich bin ja nicht blöd. Aber warum sind Sie denn so ruhig? Das verstehe ich nicht. Sonst laufen meine Opfer vor mir weg oder schreien fürchterlich.“ „Na ja, ich bin halt auch nicht blöd. So, fangen wir endlich an. Ich kann es kaum erwarten, bis Sie mir den ersten Schuß setzen.“ „Meinetwegen.“ Der Killer drückte ab. „Fürchterlich. Sie haben ja meilenweit vorbei geschossen. Das war ja ewig weit vom Herz und vom Kopf entfernt. Versuchen Sie es gleich noch mal!“ verlangte Pfusch. Aber auch der zweite Schuß war nicht viel besser. Zwar hatte Pfusch nun zwei Löcher in seinem Bauch, jedoch nicht an lebensbedrohlichen Stellen, so daß er schimpfte: „Was sind Sie denn für ein Amateur? Ihr Killer werdet auch immer schlechter. Das ist doch wirklich eine Zumutung. So, jetzt ballern Sie Ihr ganzes Magazin leer und wenn ich dann immer noch nicht tot bin, dann geht es Ihnen an den Kragen!“ Daraufhin schoß der Killer eine Maschinengewehrsalve ab und auf einmal fiel Pfusch auf den Boden. „So, das hätten wir“, meinte der Killer zufrieden und wollte gehen. „Halt! Wo wollen Sie denn hin? Ich bin doch noch gar nicht tot“, winselte Pfusch. „Was!“ Der Killer schrie entsetzt auf. Tatsächlich. Langsam erhob sich Pfusch wieder und kam sogar auf die Beine. Er machte natürlich keinen sonderlich gesunden Eindruck mehr, aber auf alle Fälle war er ganz sicher noch nicht tot. Wütend riß er sich das blutverschmierte Hemd vom Leib, nahm ein Messer in die Hand und ritzte sich einen Kreis um die Stelle, wo sich sein Herz befand. Dann gab er das Messer seinem Killer. „Wenn ich noch die Kraft hätte, dann würde ich mich bei Ihrer Mafia beschweren. Ungeheuerlich, daß die einen Anfänger zu mir schickt. Das ist mir noch nie passiert. So, jetzt nehmen Sie das Messer und stechen Sie es mir ins Herz!“ befahl Pfusch. „Aber das kann ich nicht. Dafür habe ich keine Ausbildung“, jammerte der Killer. „So schwer ist das nicht. Stellen Sie sich nicht so an und vergessen Sie nicht, daß Sie ein Killer und kein Bulle sind!“ „Also gut. Ich versuche es.“ Der Killer nahm das Messer und rammte es Pfusch voll in die Rippen. „Du Idiot! Das ist doch nicht das Herz. In den Kreis solltest Du stechen. Ich fasse es einfach nicht. Das kann doch wohl nicht so schwer sein!“ brüllte Pfusch wütend. „Wissen Sie, das macht mir keinen Spaß mehr. Ich verschwinde jetzt“, erklärte der Killer genervt. „Nein! Das dürfen Sie nicht! Sie dürfen erst verschwinden wenn ich tot bin!“ „Wer sagt das?“ „Die Menschlichkeit.“ „Die kenne ich nicht.“ „Dann rufen Sie wenigstens meinen Beintolygen an.“ „Wozu?“ „Damit er mir den letzten Ölwechsel verpaßt.“ „Na gut, das kann ich machen.“ Der Killer griff zum Telefon. Als sich am anderen Ende der Leitung eine Scientologin meldete, sprach er: „Ja, hallo. Der Herr Pfusch hätte gerne seinen letzten Ölwechsel.“ „Wird sofort erledigt“, bemerkte die Frau, jedoch hätte der Killer nie gedacht, daß das so schnell gehen würde. Gerade als er sich mit einem blutigen Händedruck von seinem Opfer verabschieden wollte, klingelte es bereits. Der Killer öffnete. „Einen wunderschönen guten Abend. Ich komme von Beintolygo. Na, wo ist denn unser Geldhai, der gleich seine letzten Kröten ausspuckt?“ „Der liegt da drin in seiner Blutlache.“ „Sehr schön. Dann macht er uns sicher ein paar Zugeständnisse. Dürfte ich erfahren wer Sie sind?“ „Ich bin doch kein Idiot“, erwähnte der Killer und verschwand. „Kain Idiot. Den Namen muß ich mir unbedingt notieren. Könnte ja sein, daß er den Mörder gesehen hat“, murmelte der Beintolyge, bevor er sich zu seinem Patienten aufmachte.
„Hallo, Herr Pfusch. Sie haben nach mir gerufen.“ „Ja, gut, daß Sie kommen. Ich muß nämlich mal ganz dringend aufs Klo und komm nicht mehr hoch.“ „Das macht doch nichts. Verrichten Sie Ihr Geschäft einfach hier. Dadurch wird das Blut ein bißchen flüssiger.“ „Sie sind wohl ein Witzbold? Haben Sie auch alles für den letzten Ölwechsel dabei?“ „Natürlich. So, jetzt werde ich erst einmal die Geldablaßschraube öffnen. Wo ist Ihr Tresor?“ „Welcher? Guter Mann, alleine in diesem Haus habe ich 30 Tresore. Sie müssen da schon etwas genauer werden.“ „Hören Sie, Herr Pfusch! Spucken Sie sofort die Kombinationen für alle Tresore aus, weil das sonst mit dem letzten Ölwechsel nichts wird. Wir müssen Sie nämlich jetzt auf der Stelle von allen materiellen Gütern befreien, damit Sie völlig frei bei John Dubhard auftauchen können. Außerdem ist es Ihre Pflicht unsere Gemeinde zu unterstützen.“ „Aber ich bin doch noch gar nicht tot.“ „Kein Problem. Das können wir sofort ändern“, stellte der Beintolyge klar und zog eine Spritze hervor. Im selben Augenblick klingelte es. Der Killer stand noch einmal vor der Tür. „Entschuldigen Sie die Störung, aber ich habe hier versehentlich ein paar Fingerabdrücke liegen lassen“, erzählte er und ging ins Haus. Dort wischte er seine Fingerabdrücke sorgfältig weg, wobei er vom Beintolygen genau beobachtet wurde. „Sagen Sie mal, wissen Sie, wer den Mann hier so zugerichtet hat?“ wollte der Beintolyge wissen. „Wie kommen Sie denn darauf? Ich bin hier nur der Putzmann“, entgegnete der Killer und zog von dannen. „Ja wie lange dauert das denn noch? Soll ich mir hier vielleicht eine Lungenentzündung holen!“ schimpfte Pfusch, der nach wie vor in seiner Blutlache lag. „Ich komme schon“, beruhigte ihn der Beintolyge, doch auch dieses Mal schaffte er es nicht, die Todesspritze zu verabreichen, da es wieder an der Türe klingelte. „Na, was haben Sie diesmal vergessen? Ihren Wischmob?“ rief der Beintolyge wütend, als er die Tür öffnete. Einen winzigen Moment später ging sein Mund auf, den er vor lauter Überraschung nicht mehr zu brachte. Vor ihm standen drei Polizisten. In der Mitte ein äußerst kleiner Mann mit Halbglatze, dem man sofort ansah, daß er das Kommando innehatte. Daneben ein fast zwei Meter großer Schlaks, den wohl schon ein leichter Windstoß umgeweht hätte. Auf der anderen Seite stand eine Frau, die größer als ihr Boß, aber doch viel kleiner als ihr Kollege war. Einen geradezu lächerlichen Anblick bot dieses Polizistentrio, was auch dem Beintolygen auffiel. „Guten Abend. Wir sind von der Polizei. Es soll hier einen Mord gegeben haben“, behauptete der kleine Mann. „Da irren Sie sich. Herr Pfusch ist nämlich noch gar nicht tot“, erwiderte der Beintolyge. „Super!“ riefen die drei Polizisten und stürmten in das Haus. Vor Pfusch angekommen, begannen sie sofort, auf ihn zu schießen, bis sie der Beintolyge daran hinderte. „Aber meine Damen und Herren! Sie können doch diesen schwer verletzten Mann nicht einfach erschießen“, tadelte er sie. „Natürlich können wir das. Man hat uns einen Mord gemeldet und da haben wir auch das Recht und die Pflicht, einen Toten anzutreffen“, erläuterte der Chef des Polizeiteams. „Dürfte ich bitte Ihren Namen erfahren?“ bat der Beintolyge. „Mensch, quatsch nicht! Die sollen weiter schießen! Oh ja! Immer voll in die Eingeweide!“ stöhnte Pfusch, weshalb er verwunderte Blicke erntete. „Also, ich bin Will Minton, die Bohnenstange neben mir ist Chris Cleverson und die Schlampe neben Ihnen nennt sich Ronya Darling“, stellte der kleine Polizist sich und seine Mitarbeiter vor. „Einen Augenblick! Ich bin Kapitän, ich stelle hier die Fragen. Wer sind Sie und was machen Sie hier?“ fiel ihm plötzlich ein. „Ich bin Ernie Darmstrong, offizieller Leichenbegatter von Beintolygo. Man hat mich gerufen, damit ich dem Halbtoten hier den letzten Ölwechsel verpasse.“ „Aha. Aber das verstehe ich nicht. Den kann er doch bei einer Tankstelle viel billiger haben.“ „Schon. Doch dazu müßte er ja sein Auto mitnehmen. Und glauben Sie, daß der in seinem Zustand noch Auto fahren kann?“ „Nein, bestimmt nicht. Also sind Sie schon mal nicht der Mörder, weil wir Beintolygen ja in unserem Land nicht strafrechtlich verfolgen dürfen. Müssen wir uns halt einen Anderen suchen. Haben Sie Vorschläge, Herr Darmstrong?“ „Selbstverständlich. Als ich hier ankam, Sie glauben ja gar nicht wie schnell ich kommen kann, da hat mir so ein Mann die Tür aufgemacht, der hatte so ein ganz langes Ding.“ „Hören Sie, Ihre Schweinereien können Sie mir erzählen, wenn ich in der Kneipe bin. Jetzt bin ich aber im Dienst und darauf sollten Sie Rücksicht nehmen“, bat Minton und nahm einen tiefen Schluck aus seiner Schnapsflasche. „Also gut. Der Mann hatte ein großes Gewehr und hat gesagt, sein Name wäre Kain Idiot. Komischer Name, finden Sie nicht?“ „Allerdings. Kann aber auch ein Kotwort sein. Deshalb stinkt es hier wahrscheinlich auch so fürchterlich. Machen Sie weiter!“ Der Beintolyge ging wieder zu Pfusch und bearbeitete jenen. „Herr Pfusch, bereuen Sie nun alle Ihre Sünden und nennen Sie mir Ihre Steuerverstecke! Wo sind Ihre Schweizer Konten?“ „In der Schweiz“, röchelte Pfusch, dem es zwar immer schlechter ging, was aber nicht bedeutete, daß er dem Tod nahe war. „Halt! Ich will, daß Sie weiter erzählen! Und Sie, Darling, nehmen gefälligst Ihren Mund aus Cleversons Hose!“ befahl Minton. „Aber Chef, ich will ihm doch nur zeigen, wie unser ehemaliger Präsident gearbeitet hat“, verteidigte sie sich. „Ach so. Das ist natürlich etwas Anderes. Wenn Sie fertig sind, dann kommen Sie bitte zu mir und machen dasselbe. Meine Dogge hat nämlich immer Migräne.“ „Na ja, wenig später ist der Mann wieder gekommen und hat ein bißchen sauber gemacht. Ich habe ihn gefragt, wer er ist und da hat er gesagt er wäre der Putzmann“, berichtete Darmstrong. „Also, Herr Beintolyge, behalten Sie Ihr Wissen bitte für sich. Es wäre nämlich ein Skandal wenn herauskommen würde, daß Herr Pfusch einen Putzmann bei sich engagiert hat“, glaubte Minton. „Das verstehe ich nicht.“ „Na Sie wissen schon, von wegen Gleichberechtigung und so. Das geht ja inzwischen schon so weit, daß man mindestens 50 Prozent Frauen einstellen muß und das ist gar nicht so leicht, für die alle eine Stellung zu finden.“ „Na ja, dazu braucht es halt Perversion und Phantasie. Also, ich muß los. Mein Biber zeigt nämlich an, daß in unserer Waschanlage jemand eine Gehirnwäsche braucht. Sollten Sie mich mal als Zeugen brauchen, dann rufen Sie an. Aber nicht, daß Sie sich bei den Zeugen Johaves melden“, warnte sie der Beintolyge und verließ das Haus. „Endlich ist er weg“, meinte Minton erleichtert, um dann fortzufahren: „Also Leute, Ihr wißt was Ihr in der Polizistenschule gelernt habt. An die Arbeit!“ Sofort machten sich die Staatsdiener ans Werk. Während Pfusch in einem wahren Blutsee lag, bearbeiteten sie mit Bunsenbrennern und Brecheisen seine Tresore. Minuten später kamen sie mit fünf Koffern voller Bargeld zurück. „Das hat sich heute wirklich gelohnt“, freute sich Minton. „Aber was machen wir mit ihm? Wir können ihn doch nicht so einfach hier liegenlassen“, murmelte Darling. „Sie sollten Ihr kleines Köpfchen nicht zum Denken benutzen, sondern dazu, wohin man einen Schlagstock stecken kann. Aber Sie haben Recht. Der zappelt noch, also lebt er“, stellte Minton fest, zog seine Dienstpistole hervor und schoß dem Halbtoten zweimal in den Kopf. „So, das wäre erledigt“, gab er zufrieden grinsend von sich. Fassungslos standen Cleverson und Darling da. „Sie haben den Mann umgebracht“, stammelte Cleverson. „Na na, nicht so mitfühlend. Das war Sterbehilfe. Der Kerl war doch noch mehr durchlöchert als ein Schweizer Käse. Aus dem war doch die Luft raus“, konterte Minton. „Trotzdem haben Sie ihn getötet. Das war Mord und Mord ist bei uns verboten.“ „Mensch Cleverson, Sie gehen mir auf den Sack! Der Kerl war schon fast tot. Ich wollte nur nicht warten und zuschauen wie er langsam vor sich hin siecht. Das war sehr menschenfreundlich von mir.“ „Chef, wir Polizisten dürfen niemanden ohne Grund erschießen.“ „Oh oh.“ „Was heißt oh oh?“ „Cleverson, ich glaube Sie haben Recht. So ein Gesetz gibt es tatsächlich. Dann paßt mal gut auf, Ihr Beiden! Wir nehmen uns jetzt die fünf Millionen Dollar, Ihr habt nichts gesehen und im Revier sagen wir, wir hätten eine ganz heiße Spur zu dem Mörder, die wir unbedingt verfolgen müssen. Klar?“ Seine Untergebenen nickten.
Wenig später wurde von allen Fernsehsendern gemeldet, daß der bekannte Beamte aus dem Verteidigungsministerium, George Pfusch, ermordet worden war. Besonders zeichnete sich bei der Berichterstattung über solche weltbewegenden Ereignisse der Fernsehkanal WBD aus, dessen vollständiger Name wohl „Wir blicken dem Tod ins Gesicht“ gewesen sein dürfte. Der Starreporter des Kanals, Arnold Stalljunge, meldete sich mit aufgeregter Stimme. „Meine Damen und Herren. Hinter mir sehen Sie den Friedhof von San Diego. Davor demonstrieren gut 2000 Menschen für das Recht auf den Tod.“ In Wahrheit standen zwar nur gut 50 Besoffene vor dem Friedhofstor, die irgend etwas lallten, doch das störte Stalljunge wenig. „Hören Sie die Freudengesänge der Demonstranten. Sie rufen „Einer geht noch, einer geht noch rein“, obwohl ihnen der Totengräber hoch und eilig versichert hat, daß in einen normalen Sarg nicht mehr als eine Person paßt. Allerdings haben die Demonstranten in einem Selbstversuch eindrucksvoll bewiesen, daß in einen normalen Sarg sogar drei Erwachsene passen. Leider hat man zu diesem Versuch keine Toten hergenommen, so daß die drei vor Kurzem noch lebenden freiwilligen Versuchsmenschen erstickt sind. Natürlich hat der Totengräber fürchterlich geschimpft, aber das ist ja sein Job, oder? Warum ich Ihnen das alles sage, meine Damen und Herren? In wenigen Minuten wird hier der Sarg mit der Leiche von George Pfusch auftauchen. Ja, jener berühmte George Pfusch, dem es gelungen ist dafür zu sorgen, daß unser Verteidigungsminister die Zustimmung gegeben hat, halb Afghanistan zu zerstören. Gut, wir haben ziemlich viele Zivilisten umgebracht und keine Terroristen getroffen, aber was soll’s? Schließlich sind wir Amerikaner, oder nicht? Also, jener George Pfusch ist ermordet worden und alle gehen davon aus, daß die Eslimastin dahinter stecken. Eigentlich wollte ich versuchen, extra für unseren Kanal ein Exklusivinterview mit der Leiche von Pfusch zu führen, aber leider haben seine Anwälte das verboten. Bemerkenswert zu erwähnen ist vielleicht, daß an die 150 Leichen aus ihrem Grab gestiegen sind, um den Neuankömmling willkommen zu heißen. Es soll um Mitternacht eine große Willkommensparty auf dem Friedhof gefeiert werden, weshalb die Kirche 400 Liter puren Alkohol zur Verfügung gestellt hat. Kommen wir nun zu einem Mann, der behauptet, zu wissen, wer denn unseren lieben Pfusch umgebracht hat. Aus Datenschutzgründen dürfen wir den Namen des Mannes nicht einblenden, aber als Entschädigung dafür wird er uns sein Gesicht zeigen.“ So tauchte also vor der Kamera ein weiterer Mann auf, der alles Andere als einen vertrauenswürdigen Eindruck machte. „Sie sagen, Sie kennen den Mörder von Pfusch?“ „Das ist richtig.“ „Wer ist es?“ „Kommen Sie mir nicht auf die Tour! Das hat mich die Polizei auch schon gefragt. Ich klappere jetzt erst einmal alle Fernsehsender ab und erzähle es dann dem, der am meisten bietet.“ „Also gut. 1000 Dollar.“ „Daß ich nicht lache.“ „Ja dann lachen Sie halt. 900.“ „Na also, es geht doch. Ist aber immer noch zuviel.“ „Oh, Sie treiben mich in den Ruin. 750, das ist mein letztes Angebot.“ „Einverstanden, Herr Stalljunge. Mehr ist diese Information auch nicht wert. Also, erst einmal her mit dem Geld.“ Stalljunge überreichte ihm einen Scheck, auf dem ein kleiner Fußballer aus Plastik stand. „Was soll denn das?“ wunderte sich der Informant. „Das ist ein Abwehrspieler. Er soll den Scheck decken, Sie verstehen? Jetzt raus mit der Sprache!“ „Also gut, der Mörder von Pfusch ist J.O. Sompsin.“ „Ach Leute, was soll der Mist? Habt Ihr mir wieder so einen Spaßvogel geschickt? Wir können doch den Mann nicht für alles verantwortlich machen. Verschwinden Sie, Sie Betrüger!“ befahl Stalljunge wütend. Danach wandte er sich wieder an die Fernsehzuschauer: „Meine lieben Damen und Herren! Wie Sie wissen zeigen alle Fernsehanstalten Standbilder von dem toten George Pfusch. Wir haben solche Schweinereien nicht nötig. Als ob wir uns mit gewaltverherrlichenden Bildern bei Ihnen einschleimen müßten. Nein, wir haben den durchlöcherten, blutgetränkten Mann in bewegten Bildern und in Nahaufnahme! Das gibt es nur hier.“
Etwas Anderes gab es bei Beintolygo. Nämlich jede Menge Ärger. „Wo ist dieser verdammte Darmstrong?“ brüllte der Chef. Jener tauchte wenig später auf. „Darmstrong, Sie sind ein Vollidiot!“ „Worum geht es?“ „Sie waren doch bei Pfusch zum letzten Ölwechsel?“ „Richtig.“ „Und wo ist das ganze Geld?“ „In seinen 30 Tresoren.“ „Eben nicht. Unsere Leute waren dort und alles was Sie gefunden haben waren leere Tresore und ein paar wichtige Akten von vielen Nackten. Wo ist das Geld?“ „Keine Ahnung. Als ich gegangen bin, waren nur noch die drei Polizisten und Pfusch dort.“ „Wie oft habe ich Euch schon gewarnt, daß Ihr der Polizei nicht trauen dürft? Ich habe Euch doch vorgerechnet, daß Polizisten sehr wenig verdienen, so daß die Gefahr sehr groß ist, daß sie sich bei ein paar reichen Leichen bedienen. Denkt halt mit, Leute!“ „Wie denn? Ich hatte erst gestern wieder eine Säuberung in meinem Gehirn.“ „Tut mir leid, dann war das mein Fehler. Aber das ist jetzt schon das vierte Mal in den letzten zwei Wochen, daß uns die Polizisten die Kohle wegschnappen. Da gibt es nur noch eine Lösung.“ „Sollen wir sie etwa alle umbringen?“ „Quatsch, Du Vollidiot! Wir werden die Polizei unterwandern und dafür sorgen, daß alle Beintolygen Polizisten werden, ach was, umgekehrt natürlich. Und Du wirst damit beginnen!“ „Wie das?“ „Du meldest Dich jetzt bei diesem Kapitän und erzählst ihm, daß Dir noch etwas ganz Wichtiges eingefallen ist. Und wenn Du ihn weich gequatscht hast, dann läßt Du ihn eine Beitrittserklärung für Beintolygo unterschreiben.“ „Aber was mache ich, wenn er nicht will?“ „Du sollst es ja nicht mit ihm treiben, der Bulle soll nur unterschreiben.“ „Seit wann können denn Bullen schreiben?“ „Also manchmal frage ich mich wirklich ob es richtig ist, daß wir Euer Gehirn entleeren. Aber wenn wir es nicht machen würden, dann hätten wir ja keine Mitglieder mehr.“ „Was! Kastrieren wollt Ihr uns auch noch!“ „Nein, Darmstrong, keine Panik. Außerdem wissen Sie ja auch, daß das bei Ihnen überhaupt nichts bringen würde. Also, noch einmal ganz langsam, damit auch leere Gehirne mitkommen: Sie gehen zu diesem Minton, erzählen ihm ein paar Sachen, die er noch nicht weiß, es ist ganz egal ob Sie was erfinden oder nicht und dann halten Sie ihm die Beitrittserklärung unter die Nase.“ „Hoffentlich muß er nicht niesen.“ „Verschwinde, Du Vollidiot! Wie konnte ich Dich nur zum Leichenbegatter machen?“ „Ach du Scheiße. Jetzt wo Sie es sagen. Ich habe ihm zwar den letzten Ölwechsel verabreicht, ihn aber nicht begattet. Ich dachte, das muß ich nur bei Frauen machen.“ „Um Himmels Willen. Da geht uns wieder ein Geschäft flöten. Was ist denn das für eine Organisation in diesem Laden? Natürlich muß man zu einem Mann eine Frau schicken, wir sind ja hier nicht in San Francisco. Meine Güte, Ihr seid so blöd, daß man Euch schlachten müßte, wenn man Euch nicht so toll melken könnte. Also, Du nimmst eine schöne Frau von uns mit, wenn Du zu dem Kapitän gehst, klar?“ „Ja, aber warum muß ich sie denn mitnehmen? Nehmen würde ich sie viel lieber.“ „Das geht aber nicht. Und jetzt stell Dich nicht so blöd an! Wir sind hier bei Beintolygo und nicht in einem Luxusbordell. Und wenn hier gefickt wird, bestimme immer noch ich.“ „Ach so ist das. Endlich wird mir das mal erklärt. Ich finde es aber nicht in Ordnung, daß nur Sie Spaß haben.“ „Hör mal, ich bin hier der Boß. Noch ein paar solche Sprüche und Du kommst in den Schwitzkasten. Du weißt schon, in diesen kleinen Kasten, in den normalerweise nur Dein Kopf passen würde, aber ich verspreche Dir, daß wir Deinen ganzen Körper hinein bekommen, so klein werde ich Dich machen, wenn Du jetzt nicht sofort verschwindest und Deine Mission erfüllst.“ Da lief Darmstrong sofort los, knallte jedoch voll an die geschlossene Tür. „Meine Güte! Hat man Dir denn nicht einmal einprogrammiert, daß man Türen öffnen muß, wenn man durch sie durch will?“ wunderte sich der Chef. „Doch, schon. Leider ist meine Gehirnkapazität längst überlastet und da verliere ich für jede neue Information eine alte.“ „Es wäre wohl doch besser, wenn wir mit Robotern arbeiten würden“, dachte sich der Boß, bevor er seinen Untertan mit einem Fußtritt durch die Tür beförderte.
Der Killer, der den lustigen bürgerlichen Namen Claude Verdammt innehatte, saß inzwischen in einem alten Kleinwagen, der mit Tempo 75 auf der Landstraße vor sich hin tuckerte. Auf einmal sah Verdammt eine Polizeistreife, die ihm gebot anzuhalten. Verdammt hielt an, bekannte: „Tut mir leid, ich nehme keine Anhalter mit“ und fuhr weiter. Eine halbe Minute später wurde er von zwei Polizeiautos überholt und mußte wenig später noch einmal anhalten. „Entschuldigen Sie, guter Mann, wir haben da ein Problem. Wir sind hier auf der Suche nach einem Mann, der nicht nur aus dem Gefängnis ausgebrochen ist, sondern auch im Gefängnis erbrochen hat und da wollten wir Sie fragen, ob Sie nicht Lust hätten, dieser Mann zu sein“, erläuterte ein Polizist. Für einen Augenblick grinste Verdammt, bevor er antwortete. „Es tut mir leid, Leute, aber ich finde, Ihr solltet schon den Richtigen finden und einsperren.“ „Ach was! Das fällt doch eh nicht auf. Wir brauchen Sie nur ein bißchen verändern. Geben Sie sich doch einen Ruck! Sie haben eine kostenlose Unterkunft, freien Zugang zu sämtlichen Pornokanälen, ein luxuriöses Hallenbad, eine junge Direktorin, die alle Wünsche der Häftlinge und Polizisten erfüllt und nur noch eine dreimonatige Haftstrafe zu verbüßen.“ „Ja, sagen Sie mal, wenn der Kerl nur noch drei Monate sitzen mußte, warum ist er dann abgehaun?“ „Na ja, also, nach diesen drei Monaten hätte er ein Grillfest veranstalten sollen.“ „Na und? Da ist doch nichts dabei.“ „Das sehen wir genauso. Aber er wollte sich anscheinend partout nicht grillen lassen.“ „Ach so sieht das aus, Leute. Ich soll also auf den elektrischen Stuhl.“ „Na klar. So etwas erlebt man nur einmal, das sollte man sich nicht entgehen lassen. Ist auch nicht weiter schlimm, sondern ganz schnell vorbei.“ „Nein, so etwas mache ich nicht.“ „Bitte, bitte. Alle Wärter und Polizisten haben sich schon so auf den Braten gefreut.“ „Was?“ „Stellen Sie sich doch nicht dümmer als Sie sind! Sie glauben doch nicht etwa, daß wir Verbrecher grillen und sie dann einäschern. Die werden natürlich verspeist. Jeder von uns bekommt da ein großes Stück davon ab.“ „Ah, jetzt verstehe ich, warum es in der letzten Zeit immer mehr Todesurteile gibt.“ „Natürlich. Wir dürfen schließlich nicht verhungern. So, kommen Sie bitte mit!“ „Nein, ich will nicht gegrillt werden. Ich habe nichts getan.“ „Was, arbeitslos auch noch? Das haben wir gern. Nichts tun, aber nicht gegrillt werden wollen. Wer soll denn das noch verstehen? Als Arbeitsloser haben Sie doch hier eh keine Zukunft. So werden Sie wenigstens berühmt.“ „Nein, ich will nicht.“ „Verdammt!“ „Ja?“ „Ich meinte nicht Sie.“ „Oh doch! Schließlich haben Sie meinen Namen genannt.“ „Hab ich nicht.“ „Ham Sie schon.“ „Moment, das Problem ist gleich gelöst. Geben Sie mir doch bitte mal Ihren Personalausweis!“ Verdammt reichte ihm das Papier. „Tatsächlich. Claude Verdammt. Verdammt!“ „Sehn Sie? Hab ich mal wieder Recht gehabt. Und jetzt lassen Sie mich bitte weiterfahren, sonst springt mein Auto nicht mehr an.“ „Ich kann Sie nicht weiterfahren lassen. Sie sind jetzt schon der Zehnte, den wir anhalten und niemand bisher will gegrillt werden. Das brauchen wir uns nicht bieten lassen. Sie kommen mit in den Knast. Aus, Ende.“ Da ließ Verdammt seinen Wagen an und fuhr davon. Ein Polizist hatte nicht aufgepaßt und kam deswegen voll unter die Räder. „Also, der Reifenluftdruck von dem seiner Kiste ist voll in Ordnung“, konstatierte ein Polizist sachlich, als er auf den schwer verletzten Polizisten blickte, der da auf der Straße lag. „Da bist Du platt, was“, meinte eine Polizistin zu ihrem überfahrenen Kollegen. „Was machen wir jetzt, Leute? Rufen wir einen Krankenwagen oder fahren wir zu einer Kneipe?“ wollte einer der Polizisten wissen. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Da die Polizisten so durstig waren, daß sie nicht einmal mehr die Zeit gefunden hatten, den platten Kollegen von der Straße abzukratzen, wurde der noch einige Male überfahren, bis er schließlich endgültig tot war. Derweil war Verdammt auf dem Weg nach Nirgendwo. Doch dorthin kam er nicht, weil er den Weg nicht fand und es keinen Wegweiser gab, der die Kilometerzahl dorthin angab. So fuhr er gemütlich vor sich hin, mit einem MG im Kofferraum.
„Guten Morgen, Cleverson, guten Morgen, Darling!“ rief Minton, als er zur Tür des Polizeireviers hereinkam. „Scheiße, der Alte!“ zischten jene beiden erschrocken und warfen schnell ihren Joint in den Abfall. „Komisch, heute liegt so ein frischer Duft in der Luft. Der hat so etwas Befreiendes. Darling, kommen Sie doch mal her und lassen Sie mich die Sachen mit Ihnen machen, die mich meine Frau nicht machen läßt.“ „Aber Chef.“ „Stellen Sie sich nicht an wie ein Schulmädchen! Ich verlange ja nur, daß Sie meine Wäsche bügeln.“ „Ach so. Aber sollten wir nicht den Mörder von Pfusch suchen?“ „Wieso denn? Wir kennen ihn doch“, entgegnete Cleverson grinsend. „Halten Sie den Mund! Wie Sie wissen habe ich gute Kontakte zur Mafia, also überlegen Sie sich gut was Sie sagen! Sonst können Sie bald nicht mal mehr Ihren Mund aufmachen!“ stellte Minton klar. „Sie haben Recht, Chef. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Als ich gestern Cleverson einen geblasen habe, da habe ich danach eine Stunde lang den Mund nicht mehr aufgekriegt, weil alles so verklebt war. Ich bin dafür, daß alle Männer, die keinen Geschlechtsverkehr haben, Ihr Sperma der Firma Juhu zur Verfügung stellen“, bekannte Darling. „Schon gut. Vergessen Sie nicht, daß wir hier keine Werbung machen dürfen. Außer für uns natürlich“, wies Minton sie zurecht. „Schade. Ich habe da gestern so einen leckeren Hamburger bei Birger Kung gegessen und das darf ich also nicht mehr erzählen?“ ärgerte sich Cleverson stockend. „Cleverson, halten Sie den Mund! Ich muß nachdenken“, verkündete Minton. „Sollte ich da nicht lieber reden, damit nicht auffällt, daß Ihnen nichts einfällt?“ „So, das reicht jetzt!“ schrie Minton und zog seinen Schlagstock hervor. „Wie Sie wollen. Auf ins Gefecht!“ brüllte Cleverson und zog ebenfalls seinen Schlagstock hervor. Es entstand ein spannendes Duell, bei dem beide Kämpfer jede Menge Hiebe abbekamen. Inzwischen hatten sich an den Bürofenstern viele andere Polizisten versammelt, die mehrheitlich Cleverson anfeuerten und zwar mit Rufen wie „In die Eier von dem Sack!“ und „Zieh ihm die Pupillen aus den Augenhöhlen!“ Darling beobachtete das kriegerische Treiben gemütlich von einem Sessel aus, bevor sie auf ihre Uhr schaute und bemerkte, daß die erste Runde vorbei war. Deshalb läutete sie mit einer Kuhglocke, doch das half nichts. Nach wie vor lieferten sich Kapitän Minton und sein Befehlsempfänger Cleverson ein erbittertes Duell. Da blieb Darling nichts Anderes übrig, als einen Warnschuß abzugeben. Das tat sie dann auch. Erst nachdem der Querschläger in Minton sein Ziel gefunden hatte, weshalb der zu Boden ging, war der Kampf zu Ende. Begeistert grölten die zuschauenden Polizisten und zogen kurz darauf wieder ab. „Vielen Dank, Darling! Jetzt habe ich endlich einen Grund, mich in der Krankenabteilung zu melden. Das heißt, daß ich mich an diese geile Krankenschwester ranmachen kann, was ich schon immer tun wollte“, freute sich Minton und humpelte davon. Darling hatte ihm in den Fuß geschossen. „Hoffentlich hat das für mich keine Konsequenzen“, wünschte sie sich ein wenig verzweifelt. „Ach was! Du hast hier eine sichere Stellung. Und wenn Dich Minton nicht mehr braucht, weil er ab sofort an der Krankenschwester rummacht, dann kommst Du halt in einer anderen Abteilung unter. Kümmern wir uns jetzt aber endlich wieder um unsere Aufgaben als gute Polizisten, die in diesem Land für Recht und Ordnung sorgen. Ich finde, wir sollten Minton erpressen. Er hat Pfusch erschossen und mittlerweile gibt es 15000 Dollar für Hinweise, die zur Ergreifung des Mörders führen.“ „Nein, wir warten bis sie bei 250000 sind.“ „Das dauert doch viel zu lange. Nicht, daß zufällig wer anders herausfindet, daß Minton der Mörder ist.“ „Vergiß nicht, daß wir auch auf Pfusch geschossen haben.“ „Ja, aber das war doch nur Spaß.“ „Es kann aber genauso sein, daß eine von unseren Kugeln schuld am Tod von Pfusch ist. Was machen wir dann?“ „Wir laufen Amok und ballern alles um, was sich uns in den Weg stellt.“ „Oh ja, der alte Polizistentraum. Ist schon gemein. Da haben wir so ein Schießeisen am Oberschenkel hängen und sollten nur in Notwehr ballern. Einfach lächerlich.“
Es war soweit. Tausende von Trauergästen hatten sich auf einem Friedhof in San Diego versammelt, um dort George Pfusch einen ehrenvollen Abschied zu erweisen. Um die feierliche Stimmung nicht stören zu lassen, bat Pfarrer Donald Regen zu Beginn um vollste Ruhe, Aufmerksamkeit und Konzentration. „Meine Damen und Herren! Herzlich willkommen zu unserem Trauergottesdienst, der heute im Freien stattfinden wird, weil in der Kirche jede Menge gefährliche Dealer herumlungern. Ich freue mich, daß Sie so zahlreich erschienen sind, wenngleich ich mir nicht sicher bin, ob das nur daran liegt, daß ich Sie alle doppelt sehe. Eine Bitte an die Leichenschänder da drüben, die soeben einen Sarg aufgebrochen haben: Kommen Sie bitte später wieder! So, dann wollen wir diesen ehrenwerten Mann mal mit aller Würde unter die Erde bringen. Ja, meine Damen und Herren, George Pfusch wurde ermordet. Er könnte noch leben, wenn ihn nicht jemand umgebracht hätte. Ich gehe mal nicht davon aus, daß der Mörder heute unter uns ist, aber ich hoffe, daß wir ihn bald finden werden. Wir sind zwar Christen, was jedoch nicht heißt, daß wir diesem Schwein, das unseren lieben Herrn Pfusch umgebracht hat, nicht die Pest an den Hals wünschen dürfen. George Pfusch war ein sehr pflichtbewußter Mensch, über alle Kritiker und Zweifler erhaben, entschied er immer genau das Richtige. Wir bräuchten mehr von dieser Sorte.“ Auf einmal schmiß Pfarrer Regen den Zettel, auf dem das alles stand, weg und behauptete: „So, genug geschleimt für heute. Wollen wir mal zur Sache kommen: Man soll ja über Tote nichts Schlechtes sagen, aber ein paar Dinge will ich dennoch klarstellen: Pfusch war eines der größten Schweine, die es je gab. Korrupt von Kopf bis Fuß, pervers und versaut ohne Ende, von unzähligen Süchten und Trieben beherrscht, ein verbitterter, knauseriger Geizkragen, der sich nur um sich gekümmert hat. Jetzt geht es mir besser. Wir wissen alle, was für Gerüchte über den Toten im Umlauf waren und die gab es völlig zurecht. Ich will jetzt nicht von den unzähligen Momenten sprechen, in denen Pfusch den Bordellbesuch dem Kirchenbesuch vorzog, nein, das sind ja noch die kleinen Sünden. Wenigstens war er ein überzeugter Amerikaner.“ Nun hörte man die Verwandten von Pfusch laut schluchzen, was Regen ziemlich erregte. „Heult nur! Seid froh, daß der alte Sack endlich tot ist! Der hat sich über die Kirche lustig gemacht und Gott verhöhnt. An kleine Kinder hat er Maschinenpistolen austeilen lassen, ach, das ist ja in diesem Land erlaubt. Nur wegen ihm müssen wir jeden Tag Angst haben bombardiert zu werden. Und Sie, Frau Pfusch, wissen ganz genau, daß ich die Wahrheit sage. Ihr Mann war nichts weiter als eine arrogante, selbstherrliche Drecksau, die geglaubt hat, sie wäre allein auf dieser Welt. Nein, damit meine ich weniger die fünf Männer und Frauen, die er absichtlich mit dem Auto überfahren hat, sondern schon eher die 23 Hunde und Katzen, die er bei brütender Hitze auf seinen Kleinbus gebunden hat, bis sie verdurstet sind. Dieser Mann war ganz bestimmt kein Engel und wenn ich seine Sünden auf Papier niederschreiben würde, dann würde ich in drei Jahren nicht fertig werden. Schaun wir also, daß wir diesen schrecklichen Menschen so schnell wie möglich verscharren, bevor er noch aufwacht.“ Nicht nur die Trauergäste, auch die Sargträger, warfen dem Pfarrer verwunderte Blicke zu. „Was glotzt Ihr denn so? Schmeißt das Holzding ins Loch und haut ein paar Eimer Sand drauf!“ rief Regen. Danach ging er zur Witwe. „Herzlichen Glückwunsch!“ Da begann sie wieder zu weinen. „Na was denn? Der hat Sie doch dauernd verprügelt und vergewaltigt. Wieso heulen Sie denn?“ „Natürlich hat er mich schlecht behandelt, aber er war doch auch nur ein Mensch.“ „Solche Ausreden gelten nicht. Also ich muß schon sagen, ich finde das sehr mutig von Ihnen, daß Sie einen Killer engagiert haben, um dieses Monster zu erledigen.“ „Herr Pfarrer, was reden Sie da? Ich habe damit nichts zu tun.“ „Mir können Sie es ruhig sagen. Sie wissen schon, ich bin der mit dem Leichtgeheimnis. Außerdem habe ich schon so viele Krimis gesehen und meistens war es die gedemütigte Ehefrau. Da haben Sie heute Glück, daß keine Polizisten hier sind. Die haben nämlich gesagt, Sie hätten Wichtigeres zu tun. Einkaufen oder so.“ Auf einmal kam ein starker Mann auf Regen zu. „Was fällt Ihnen ein, meinen Bruder so zu beschimpfen?“ schrie er wütend. „Moment mal! Ich habe mich sehr zurückgehalten. Ich habe nichts von den Kokaingeschäften und vom Menschenhandel Ihres Bruders gesagt. Außerdem habe ich der Gemeinde auch verschwiegen, daß Pfusch ein führender Kopf von Beintolygo war und daß er minderjährige Kinder verführt hat“, verkündete Regen über das Mikrofon. Daraufhin liefen die Leute zum Grab und spuckten in das große Loch hinein. „Hey Leute, laßt das! Es reicht! Ihr habt das ganze Grab unter Wasser gesetzt. Da kann ich ja drin schwimmen“, schimpfte Regen, als er sah, welche Folgen das Gespucke hatte. „Entschuldigung. Ich komme von Beintolygo und soll überprüfen, ob der Tote nicht noch ein paar Wertgegenstände bei sich hatte“, teilte ein junger Mann Regen mit. „Da muß ich Sie enttäuschen. Das Meiste hat sich die Polizei unter den Nagel gerissen und den Rest haben sich meine Ministranten geholt.“ „Schade“, bedauerte der Beintolyge und ging wieder. „Mensch Leute! Wartet doch mit dem Haschischrauchen bis der ganze Mist vorbei ist!“ rief Regen ein paar alten Männern und Frauen zu, die sich während der Feier einen Dübel gebaut hatten. Reumütig blickten sie zu Boden. „Also. Wir sind ja Christen, was auch immer das sein mag und darum hoffen wir, daß Pfusch Eintritt in Gottes Reich findet und wenn es der Lieferanteneingang ist. Natürlich wünschen wir uns alle in Wirklichkeit, daß er in der Hölle brennen soll, aber das darf ich ja nicht sagen. Während der Mesner das Wasser aus dem Grab pumpt, singen wir das beliebte Lied „Zeit um hau ab zu sagen“. Danach wird in der Kneipe nebenan eine Sauforgie zu Ehren des Toten stattfinden, zu der ich Sie alle sehr herzlich einladen will. Ach, beinahe hätte ich vergessen, die beiden Leute von der CIA zu begrüßen, die sich extra die Mühe gemacht haben, hierher zu kommen. Ja, ich meine den Herrn mit Hut, der neben der Dame mit den zwei großen ... Augen steht. Gut, das wär’s eigentlich von mir. Ich hoffe, Ihr hattet alle ein bißchen Spaß und habt Euch nicht allzusehr gelangweilt. Ich will darauf hinweisen, daß Sie keine Blumen hier lassen sollten, weil es sein könnte, daß ein paar Drogenabhängige das Zeug rauchen, weil sie nichts Anderes finden. Und jetzt geht hin in die Friteuse, äh, in Frieden natürlich“, sprach Pfarrer Regen. Langsam löste sich die Versammlung auf. Während sich der Pfarrer verzog, um hinter einem Busch sein Geschäft zu verrichten, machte sich ein Regierungsvertreter auf den Weg zum Rednerpult, um ein paar Worte über den Verstorbenen zu verlieren. „Ich möchte Pfarrer Regen für seine freundlichen Worte danken. Eigentlich habe ich denen nichts mehr hinzuzufügen, aber wir von der Regierung sind ja so verlogen, daß wir so tun müssen, als würde uns der Tod von George Pfusch schwer treffen. Tut er aber nicht. Dumm ist nur, daß seine Frau Anspruch auf eine Menge Geld hat, die natürlich Ihr Steuerzahler berappen müßt. Das heißt, daß sie sich ein schönes Leben machen kann, während Ihr Tag für Tag unter miserablen Bedingungen schuften werdet. Doch so ist das halt bei uns. George Pfusch hat zweifellos große Verdienste für unser Land, nur leider sind mir die alle entfallen. Mist, gerade fällt mir ein, daß ich 1000 Dollar bekommen habe, damit ich ihn lobe, aber ich weiß nun wirklich nicht, was ich über diesen Mann Positives sagen könnte. Oh doch! Wir werden den Mörder natürlich jagen und finden. Schließlich sind wir hier in Amerika. Wie bei jedem Mord geben wir auch diesmal den Eslimastin die Schuld und werden den Mord wie immer vergelten. Ohrenschmalz um Ohrenschmalz, Rotzpopel um Rotzpopel. Da kennen wir nichts. Das wär’s eigentlich von mir gewesen. Ich finde wir sollten dem lieben Gott danken, daß er uns von diesem Scheusal erlöst hat, welches nicht nur fürchterlich häßlich war, sondern auch ziemlich übel gerochen hat. Ich bin gespannt, wie lange es der Herrgott mit dem Kerl aushält. Ach was, der kommt ja eh in die Hölle. Also, freßt, sauft und freut Euch, daß Pfusch endlich tot ist!“
Mit jenen Worten hatte sich natürlich auch der Sprecher der Regierung sehr verdächtig gemacht. Jedoch war weit und breit kein Polizist, so daß keine Konsequenzen folgten. Schließlich hatte die Polizei wahrlich wichtigere Dinge zu tun. „Also, wir brauchen ein Sondereinsatzkommando, das nach dem Mörder von Pfusch fahndet“, stellte Polizeichef Clyde Eisenklauer fest. Mißmutiges Gemurmel war von den Polizisten zu hören. „Heißt das, daß wir wieder raus auf die Straße müssen? Mit Leuten reden, Spuren untersuchen und Ausweise kontrollieren?“ fragte ein Polizist enttäuscht. „Leider ja. Mir wäre es auch lieber, wenn wir den ganzen Tag hier sitzen und Karten spielen könnten, aber dafür werden wir nicht bezahlt. Zumindest offiziell nicht. Wir werden also jetzt ausknobeln, wer sich auf die Suche nach dem Mörder von Pfusch macht“, entschied Eisenklauer. Cleverson und Darling grinsten sich an. Sie kannten den Mörder bereits. „Was gibt es denn da zu grinsen?“ erkundigte sich Eisenklauer. „Na ja, wir haben da eine heiße Spur“, antwortete Cleverson. „Ihre Tuntengeschichten interessieren mich nicht. Sagen Sie mir, was das mit dem Fall zu tun hat!“ „Wir sind dem Mörder auf den Fersen.“ „Tatsächlich? Davon wußte ich ja noch gar nichts. Das bedeutet also, daß er keine Schuhe anhat. Cleverson und Darling, Sie werden Teil des Sondereinsatzkommandos sein. Damit steht auch fest, daß Kapitän Minton mit von der Partie ist, weil er der Chef der Beiden ist.“ „Der macht ja mal wieder den Bock zum Gärtner“, flüsterte Darling Cleverson zu. Jener nickte. „Hier wird nicht geflüstert. Sollte das noch einmal vorkommen, dann werden Sie verwanzt. Also gut, damit haben wir schon drei. Für das Sondereinsatzkommando brauchen wir aber mindestens 50 Leute. Wer hat denn Lust?“ fragte Eisenklauer in die Runde. Alle schauten weg, um nicht aufzufallen. Niemand meldete sich. „Na gut, dann eben nicht. Ist eh eine Schweinerei, daß wir den Mörder von diesem Arschloch suchen müssen. Wenn es nach mir ginge, würde der, der den arroganten Drecksack umgebracht hat, eine Belohnung von ein paar Millionen Dollar bekommen“, gab Eisenklauer von sich. Minton stand strahlend auf. Gerade wollte er seine Tat gestehen, als ihm plötzlich einfiel, daß Eisenklauer nicht der Präsident, sondern nur einer von vielen Polizeichefs war. „Was ist denn, Minton? Haben Sie mir etwas zu sagen?“ wollte jener wissen. „Nein, ich kann es nur nicht erwarten, endlich den Mörder zu fassen“, antwortete Minton. „Das wäre aber das erste Mal. Wissen Sie, Minton, ich halte nicht viel von Ihnen. Sie haben so komische Ermittlungsmethoden, die ich einfach nicht begreife. Andererseits verstehe ich auch nicht, warum man Sie damals zum Kapitän befördert hat. Aber gerade deshalb sind Sie für diesen Job genau der Richtige. Es wird mir sehr viel Freude machen, Sie zum Sündenbock abzustempeln“, gestand Eisenklauer unter dem Gelächter der Polizisten. „So Leute, genug gelacht. Vor zehn Minuten habe ich erfahren, daß aus Kolumbien ein paar Tonnen frisches Kokain hierher unterwegs sind.“ Beifall kam auf. „Aber bitte haltet Euch ein bißchen zurück. Es macht nämlich keinen guten Eindruck, wenn Ihr den Zollbeamten am Flughafen jedesmal den Stoff aus den Händen reißt, um sofort zu probieren, wie das Zeug schmeckt. Ich brauche Euch wohl nicht darauf aufmerksam machen, daß dieses Kokain süchtig macht?“ erkundigte sich Eisenklauer. Alle schüttelten den Kopf. „Darum verstehe ich es immer weniger, warum wir bei der letzten Polizistendurchsuchung insgesamt 34 Kilo Kokain gefunden haben. Man könnte fast meinen, Ihr wärt alle zur Polizei gegangen, weil Ihr dort den Stoff umsonst bekommt. Das würde ich nicht für Euch hoffen. Vergeßt nicht, daß Ihr den Stoff mir geben müßt, damit ich ihn zur Vernichtung freigebe.“ „Warum wird denn das Zeug immer vernichtet? Das ist doch unsinnig“, behauptete ein Polizist. Seine Kollegen nickten. „Keine Sorge. Vernichtet wird es nur offiziell. In Wahrheit verkaufen wir es weiter. Was glaubt Ihr was es da für eine Nachfrage gibt? Damit finanzieren wir den Staatshaushalt, den Geheimdienst und ein paar Atomwaffen“, erläuterte Eisenklauer. Seine Leute klatschten. Es war wirklich toll, Polizist zu sein.
Der Killer hatte sich inzwischen in einem Hotel in Los Angeles niedergelassen, welches er sich nur deswegen leisten konnte, weil er schon einen Vorschuß erhalten hatte. Nun wollte er sich das restliche Geld holen und rief deshalb seinen Auftraggeber an. „Ja, hallo. Hier spricht Doktor Kaltfuß. Die Operation ist gelungen, der Patient ist auf dem Weg in die Verwesung“, berichtete er seinem Geldgeber. „Sehr gut. Aber ich brauche Beweise“, stellte eine verstellte Stimme klar. „Beweise sind scheiße. Haben Sie denn nicht die Beerdigung gesehen?“ „Schon. Doch das bedeutet nichts. Bringen Sie mir ein Körperteil von Pfuschs Leiche mit, dann kriegen Sie Ihr restliches Geld.“ „Sie sind mir vielleicht ein Spinner. Mal davon abgesehen, daß ich Sie anrufen muß, wo doch dabei alle mithören können. Das hätten Sie mir vorher sagen müssen, daß Sie ein Teil von der Leiche wollen. Ich fahre dort nicht mehr hin und mache das Grab auf.“ „Gut, dann kriegen Sie halt auch kein Geld.“ „Sie wollen mich übers Ohr hauen. Aber ich schlage zurück. Geben Sie mir Ihre Adresse, damit ich Sie aufsuchen kann.“ „Trottel! So blöd bin ich nicht. Außerdem hast Du eh schon genug Geld bekommen.“ „Sie haben ja keine Ahnung wie teuer hier alles ist. Von meinen 50000 Dollar sind mir gerade noch 15000 geblieben.“ „Selber schuld. Nicht mein Problem.“ „Arschloch.“ Wütend knallte der Killer die Gabel auf den Hörer. Das hatte er nun davon. Job erledigt, aber keine Bezahlung. Was nun? Es dauerte nicht lange, bis er einen Einfall hatte. „Ja, hallo Harpune. Ich bin’s, Flipper. Ja, ich habe da ein paar Kröten, die ich ins Wasser schmeißen wollte“, erzählte der Killer seinem Gesprächspartner am Telefon. „Sehr gut. Du weißt ja wo Du mich findest.“ Eine halbe Stunde später tauchte der Killer, der sich inzwischen eine neue Garderobe zugelegt hatte, vor einem Hochhaus auf, das ein wahrer Prachtbau war. Ein großes Firmenschild war an der Türe angebracht, welches jedem Interessierten klarmachte, daß sich in dem monumentalen Gebäude ein Autohändler niedergelassen hatte. Der Killer betrat das Gebäude und stieg in den Aufzug. „Hallo Flipper. Bis gleich“, sagte darin eine Stimme und fünf Sekunden später stand er seinem alten Kumpel gegenüber. „Mensch, wie lange ist das jetzt her?“ fragte ein Mann mit Sonnenbrille und frisch gegeelten Haaren. „Na ja, vor einem halben Jahr habe ich mich selbständig gemacht“, erinnerte sich der Killer. „Stimmt. Wie läuft denn das Geschäft?“ „Na ja, man killt sich so durch. Doch momentan bin ich wahnsinnig sauer. Du hast doch bestimmt das vom Pfusch gehört.“ „Na klar. Warst Du das?“ „Natürlich. Aber man hat mich betrogen. Ich habe nur 50000 statt der ausgemachten 200000 bekommen.“ „Wie oft habe ich Dir gesagt, daß Du mit der Regierung keine Geschäfte machen sollst?“ „Wieso mit der Regierung? Ich weiß doch gar nicht wer mein Auftraggeber ist. Jedenfalls habe ich hier noch 12000 Mücken und ich wollte Dich fragen, ob ich die bei Dir waschen kann.“ „Klar, komm mit!“ Der Mann führte den Killer in einen kleinen Raum, in dem eine Waschmaschine stand. „Also, Du legst das Geld da rein, drückst den Knopf hier und dann wartest Du ein paar Minuten. Danach mußt Du halt alles wieder schön trocknen.“ „Mach ich. Echt super, so eine Geldwäsche. Danke“, freute sich der Killer und machte sich ans Werk, während ihm sein Freund noch eine Frage stellte: „Willst Du nicht wieder ins Geschäft einsteigen? Bei mir natürlich. Ich meine, wir waren doch ein gutes Team.“ „Schon. Aber es hat mich immer gestört, daß Du mich gezwungen hast, die Frauen erst zu töten und dann zu nehmen. Das war nicht sehr nett.“ „Ach ja, die alten Jugendsünden. Komm, machen wir einen Neuanfang!“ „Ich weiß nicht so recht. Weißt Du, seit ich selbständig bin, läuft das Geschäft viel besser. Man ist einfach ungebundener.“ „Also gut, mein Freund. Auf Dich ist eine Belohnung von 20000 Dollar ausgesetzt. Und Du weißt, daß ich mir gern ein bißchen Geld ohne Mühe verdiene. Also, überleg Dir gut was Du tust.“ „Du erpreßt mich? Hätte ich mir denken können. Einverstanden, aber unter zwei Bedingungen: Du hilfst mir meinen Auftraggeber zu finden und sagst mir endlich wie Du heißt. Ich will nämlich der einzige Anonyme hier sein.“
Der Killer, der ja bekanntlich gar nicht der Mörder war, hatte also einen Spießgesellen gefunden, während der wahre Mörder Jagd auf den Killer machte. Unberührt von diesem ganzen Verwirrspiel lag Mary Mohnroh an ihrem Swimmingpool und warf abwechselnd ein Stöckchen und ihren Hund hinein. „Komm schon, Stöckchen! Hol den Bello!“ rief sie, aber das Holzstück machte keinerlei Anstalten. Plötzlich tauchte ihr Bruder bei ihr auf. „Na Mary, spielst Du wieder mit Bello?“ fragte er grinsend, als er den nassen Hund sah, der sich verärgert schüttelte. „Ja, aber es ist komisch. Bello holt das Stöckchen, aber das Stöckchen holt den Hund einfach nicht“, beschwerte sich Mary. „Das wird schon noch. Du hast dem Hund das Stöckchenholen beigebracht, also wirst Du auch dem Stöckchen das Hundholen beibringen.“ „Na hoffentlich. Du sag mal, da hat doch vor ein paar Minuten das Telefon geklingelt. Wer war denn dran?“ „Ach, nur der Killer. Der wollte doch tatsächlich die restlichen 150000 haben.“ „Und? Willst Du sie ihm geben?“ „Nein. Ich habe ihm gesagt er soll mir ein Teil der Leiche bringen.“ „Ha ha! Gut gemacht. Aber was ist, wenn er das macht?“ „Und wenn schon? Er weiß nicht wo wir wohnen, er weiß nicht wer wir sind und er kann nicht beweisen, daß das Teil von Pfuschs Leiche ist.“ „Toll! Also ich finde das echt lustig. Ich hätte nie gedacht, daß das so einfach ist. Weißt Du noch, wie alles angefangen hat?“ „Natürlich, Mary. Erst haben wir uns dieses Ganovenblatt gekauft, in dem professionelle Killer ihre Dienste anbieten. Dann haben wir einen angeheuert und Mami und Papi umbringen lassen, damit wir endlich alleine im Swimmingpool schwimmen können. Und weil uns das soviel Spaß gemacht hat, haben wir gleich noch einen Killer angeheuert, der dann den Pfusch umgebracht hat.“ „Aber wie hast Du das gemacht, als Du dem Killer die 50000 gezahlt hast? Hat er Dich da nicht gesehen?“ „Ach Mary, Du bist und bleibst ein Dummchen. Ich habe das Geld doch einfach auf das Konto des Killers überwiesen.“ „Ach so. Ist das für den denn nicht riskant, wenn er Dir seine Kontonummer gibt?“ „Ach was! Außerdem wird in diesem Land so viel Geld hin und her bewegt, daß unseres gar nicht auffällt.“ „Gut. Aber ich weiß nicht. Ich finde das schon übertrieben, daß wir 50000 Dollar ausgegeben haben, nur um diesen Pfusch umzubringen.“ „Wo ist das Problem? Wir wissen doch eh nicht, wohin mit den vielen Millionen. Außerdem macht das Spaß, wenn man blöde Leute umbringen läßt und noch dazu kann ich die 50000 von der Steuer absetzen.“ „Prima. Aber was ist, wenn man uns auf die Schliche kommt? Ich weiß noch ganz genau wie mißtrauisch uns die Polizisten angeschaut haben, als wir ihnen sagten, daß der Hund unsere Eltern aufgefressen hat.“ „Das hätten wir nicht tun sollen. Deswegen ist Lassie auf den elektrischen Stuhl gekommen. Aber Schwamm drüber! Wir haben jetzt ja Bello.“ „Genau. Trotzdem schnüffelt in letzter Zeit immer öfter so eine braune Dogge hier herum. Ich glaube, das ist ein Polizeihund.“ „Möglich. Also, kein Wort wenn die Dogge in der Nähe ist. Wir wissen ja, daß Polizeihunde Wanzen bei sich haben.“ „Ja genau. Manche haben aber auch Flöhe.“ „Stimmt, Mary. So, wen lassen wir denn als nächstes umbringen? Wie wäre es mit dem Besitzer von Mocrosift?“ „Laß doch den armen Phil Aids in Ruhe! Der ist schon gestraft genug. Außerdem finde ich, daß wir mit unserem Geld nützlichere Dinge machen sollten, als nur Leute umbringen zu lassen.“ „Woran hast Du denn dabei gedacht?“ „Na ja, wir sollten Entführer engagieren. Die könnten dann reiche Leute entführen und ein Lösegeld erpressen. Wir hätten viel Spaß und würden noch dazu eine Menge Gewinn machen.“ „Mary, Du bist wirklich fies. Deine Idee hat was für sich, aber so gemein wollen wir doch nicht sein. Schließlich sind auch wir reich und es wäre doch peinlich, wenn man uns deswegen entführen würde. Wo sind eigentlich unsere Leibwächter?“ „Ach, die machen gerade Hasenjagd.“ „Also eins sag ich Dir: Irgendwann müssen wir ihnen das abgewöhnen. Sonst stirbt ja noch die ganze Stadt aus.“ „Du hast Recht. Wenn sie die jungen Frauen wenigstens nur vergewaltigen, aber nicht auch noch erschießen würden.“
Fernab von solch grausamen Taten machten sich die drei Kämpfer für das Gute an die Arbeit. Es war tatsächlich so, daß das Sondereinsatzkommando, welches den Mörder von George Pfusch finden sollte, gerade mal aus drei Leuten bestand, unter denen noch dazu der wirkliche Mörder war. Geil, oder? Jedenfalls hielt Minton eine kleine Ansprache, mit der er seine beiden Mitstreiter motivieren wollte. „Kümmert Euch nicht darum was die Anderen sagen! Gut, ich gebe ja zu, daß uns die Kollegen und Kolleginnen nicht mehr leiden können, seit wir ihnen allen Reizgas in die Unterhose gesprüht haben, aber das ist schon lange her. Denkt Euch auch nichts dabei, daß niemand mit uns zusammenarbeiten will. Schließlich sind wir die Einzigen, die richtig mit diesem Fall vertraut sind. Gleich zu Beginn möchte ich mir verbitten, daß Ihr blöde Andeutungen macht, von wegen ich wäre der Mörder und so. Das bleibt für immer unser Geheimnis und ich kann Euch nur raten, es auch so zu behandeln. Auf alle Fälle werden wir nun den Killer suchen. Dazu benötigt man viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen“, behauptete Minton. „Herr Minton, da ist ein Anruf von Frau Pfusch für Sie“, teilte ihm eine junge Polizistin mit. „Jetzt nicht. Sagen Sie der blöden Kuh, daß sie mich jetzt nicht stören soll. Ich muß mich noch früh genug mit ihr abgeben!“ brüllte er, bevor er freundlich fortfuhr: „Also, wo war ich stehen geblieben?“ „Auf meinem Fuß“, bemerkte Darling grimmig. „Na na, nicht so zickig. Sonst werde ich Ihnen zeigen, was noch stehen bleiben kann. Wir werden also zunächst in der Verwandtschaft nach dem Killer suchen. Halt, was rede ich da schon wieder für einen Schwachsinn?“ wunderte sich Minton. „Genau das habe ich mir auch gerade gedacht“, stellte Cleverson erfreut fest. „Ruhe! Wir werden das alles systematisch angehen. Wir suchen ja nicht nur einen Killer, sondern auch einen Auftraggeber.“ „Moment! Kann es nicht auch eine Killerin sein?“ warf Darling ein. „Halten Sie sich doch bitte mit Ihrem Feminismus ein bißchen zurück, ja! Ihr Frauen könnt doch nicht einmal mit dem Bügeleisen richtig umgehen, wie sollt Ihr da mit einem Schießeisen umgehen können?“ erkundigte sich Minton. „Also ich kann bügeln.“ „Tatsächlich? Und warum haut mir meine Frau das Bügeleisen immer auf den Kopf?“ „Vielleicht weil Sie ein Idiot sind?“ „Gut möglich. Daran habe ich bisher noch gar nicht gedacht. Also, es gibt da Gerüchte, daß Eslimastin die Auftraggeber sein könnten. Was bedeutet das, Cleverson?“ wollte Minton wissen. „Daß wir zunächst alle Neger und Araber umlegen?“ „Fast. Erst einmal muß ich dazu sagen, daß wir als Polizisten nicht auf Gerüchte hören sollten. Aber da wir in diesem Fall keine anderen Beweise oder Zeugen haben, klammern wir uns lieber daran, bevor wir überhaupt nicht weiter kommen. Bedauerlicherweise gibt es auch vertrauliche Hinweise, nach denen die Regierung ihre Finger im Spiel gehabt haben soll.“ „Also diese Regierung muß doch überall hinlangen“, murmelte Darling. „Behalten Sie Ihre Weisheiten für sich! Ihnen ist natürlich klar, daß wir diesen Hinweisen nicht nachgehen werden. Wir werden uns zunächst um vier verdächtige Kreise kümmern. Einmal um die Verwandtschaft von Pfusch, dann um die Eslimastin und außerdem um Beintolygo. Ich persönlich finde es ja höchst bedenklich, daß einer der führenden Männer unseres Landes Mitglied in einer wirtschaftlich orientierten Sekte ist, aber das habe ich nicht zu beurteilen. Außerdem ist ja Beintolygo momentan voll in und darum sind auch alle in Beintolygo drin.“ „Chef, Sie reden ja so, als ob Beintolygo eine Frau wäre“, tadelte Cleverson. „Können Sie denn immer nur an das Eine denken? Na ja, was ich von der Sekte gehört habe, geht es da streng diktatorisch zu, also genauso wie hier bei uns. Nur der oberste Boß kriegt sie alle. Gut, das ist nicht das Thema. Das wären also unsere vier verdächtigen Kreise.“ „Das waren aber nur drei“, entgegnete Darling. „Was reden Sie denn da? Glauben Sie etwa ich könnte nicht bis vier zählen? Unverschämtheit! Lassen Sie mich nachzählen! Mist, Sie haben Recht. Aber das bleibt unter uns. Hat mir wohl doch geschadet, daß ich letzte Nacht in der Hundehütte schlafen mußte.“
Nachdem Minton diese Bemerkung gemacht hatte, platzte Darmstrong ins Büro hinein. „Ach, der Beintolyge mit der Droge. Na Darmstrong, alles warm im Darm?“ fragte Minton grinsend. „Aber natürlich. Gut, daß ich Sie treffe. Mir sind nämlich noch ein paar wichtige Dinge eingefallen.“ „Immer noch besser als wenn Sie ausfallend werden. Also, legen Sie los!“ „Das sind vertrauliche Informationen, die kann ich Ihnen nur unter vier Augen mitteilen.“ „Also gut. Darling, Cleverson! Machen Sie Ihre Augen zu!“ „Jetzt bin ich beruhigt. Wie Sie bestimmt schon herausgefunden haben, gehörte Pfusch zur Führungsriege von Beintolygo. Darum haben wir uns gedacht, daß wir mit Ihnen zusammenarbeiten sollten, damit wir den Mörder schneller finden.“ „Ich weiß nicht so recht, Herr Darmstrong. Immerhin handelt es sich bei uns um ehrliche Polizisten, die streng nach Recht und Ordnung leben, während es sich bei Beintolygo um ein skrupelloses Wirtschaftsunternehmen handelt, das nur an Macht und Geld interessiert ist.“ „Das haben Sie jetzt aber nett gesagt, Will. Aber so groß sind die Unterschiede zwischen uns gar nicht. Genauso wie Ihr legen auch wir großen Wert auf Folter, Manipulation und Gehirnwäsche.“ „Wo Sie Recht haben, haben Sie Recht. Aber trotzdem. Es macht sich nicht gut in der Öffentlichkeit, wenn wir mit Euch zusammenarbeiten.“ „Stimmt, das hätte ich fast vergessen. Ihr könntet einen schmerzhaften Popularitätsschub erhalten. Zieren Sie sich doch nicht so! Das machen Sie doch sonst auch nicht. Zum Beispiel bei Ihren Besuchen in exotischen Häusern, wo Sie armen Frauen, die nichts zu anziehen haben, Ihre körperliche Wärme schenken“, erklärte Darmstrong und legte drei Fotos auf den Tisch, die Minton in höchst verfänglichen Positionen zeigten. „Donnerwetter, Chef! Nicht schlecht für so einen alten Knacker. Herr Darmstrong, Ronya und ich hätten davon gerne ein paar Abzüge. Sie wissen schon, falls uns der Chef mal auf die Nerven geht“, ließ Cleverson verlauten. „Kein Problem. Wir haben bereits alle Beintolygen damit ausgerüstet, falls sie mal mit Herrn Minton zu tun haben. Gut, ich glaube wir sind uns einig. Dürfte ich Sie alle Drei zu einem Einführungsseminar morgen Abend einladen?“ fragte Darmstrong. Auf einmal war Minton wieder ganz der Alte. „Au ja! Was wird denn eingeführt?“ forschte er. „Sie. In unsere Lehre.“ „Ach, etwas Anderes wäre mir lieber. Na ja, jetzt machen Sie mal halblang. Hier bin immer noch ich der Boß. Wir kommen wann wir wollen. Das haben wir schon im Biologieunterricht gelernt. Herr Darmstrong, bitte gehen Sie ins Nebenzimmer. Dort wird Sie bald jemand vernehmen. Ich habe meinen Mitarbeitern noch ein paar Anweisungen zu erteilen“, stellte Minton klar. Darmstrong schnitt ein paar Grimassen, weshalb Darling und Cleverson lachen mußten. „So, passen Sie gut auf. Wir haben also vier, nein, drei verdächtige Kreise, was bedeutet, daß eine Menge Arbeit auf uns zukommt. Ich werde mich persönlich um die Verwandtschaft des Ermordeten kümmern. Das heißt, ich werde zunächst seine Frau aufknöpfen, ich meinte natürlich ich werde sie mir vorknöpfen. Sie, Cleverson, kümmern sich um die Eslimastin und Darling wird ihre Nase in die Kirche von Beintolygo stecken. Aber nur die Nase, keine anderen Körperteile, klar?“ „Aber ich will nicht zu den Eslimastin. Die verstehen alle keinen Spaß und schauen immer so grimmig“, jammerte Cleverson. „Das liegt an Ihrer Art von Humor, Chris. Nicht jeder Eslimast findet es lustig wenn Sie ihm eine Stange Dynamit in den Mund stecken und dann die Lunte anzünden.“ „Aber ich habe sie doch noch rechtzeitig ausgemacht.“ „Schon. Jedoch nur weil Sie im letzten Augenblick bemerkt hatten, daß eine Gasleitung in der Nähe war.“ „Stimmt. Doch ich hatte damit großen Erfolg. Erstens hat der Mann danach drei Morde gestanden, die er gar nicht begangen hat und außerdem habe ich mit meiner Tat der Wissenschaft einen großen Dienst erwiesen.“ „Das müssen Sie mir näher erklären.“ „Also gut.“ Cleverson ging auf Minton zu. „So hab ich das nicht gemeint“, schimpfte jener. „Ich verstehe. Na ja, ich habe allen auf der Welt gezeigt, daß sogar ein dunkelhäutiger Araber ganz weiß im Gesicht werden kann“, machte Cleverson deutlich.
Becci Penneknie war Privatdetektivin. Sie hatte ein kleines Büro in San Diego und war der Typ von Frau, der sehr gut für Kinder geeignet war. Und zwar für Kinder mit Spielzeugautos. Das lag daran, daß ihr braungebrannter Körper sehr viele Kurven und noch dazu vier Hügel besaß, weshalb das Ganze als gute Rennstrecke durchging. Als Höhepunkt muß man natürlich den Tunnel nennen, der leider nicht beleuchtet war. Bevor ich wegen pornographischer Schreiberei und Aufruf zum Geschlechtsverkehr angezeigt werde, wieder zurück zu unserer Geschichte: Becci saß müde in ihrem Sessel, als plötzlich das Telefon klingelte. Sie nahm den Hörer ab und sagte: „Penneknie!“ „Ja, hallo, hier spricht Kate Pfusch. Ich bin die Frau von George Pfusch.“ „Ach nein? Erst mal herzliches Beileid. Was kann ich für Sie tun?“ „Sie sind doch Privatdetektivin?“ „Ja. Gut, ich kann dieses Wort zwar bisher noch nicht schreiben, aber das tut nichts zur Sache. Wie kann ich Ihnen helfen?“ „Ich will, daß Sie herausfinden, wer meinen Mann umgebracht hat.“ „Aber darum kümmert sich doch bereits die Polizei.“ „Ach, Sie wissen doch, daß die nichts zustande bringt. Auf die ist kein Verlaß. Bitte machen Sie das!“ „Und warum wollen Sie wissen, wer Ihren Mann wie ein Sieb durchlöchert hat?“ „Ich muß mich doch bei demjenigen bedanken. Nun bin ich endlich frei und habe keine Probleme mehr. Außerdem bin ich jetzt steinreich und kann machen was ich will. Ich finde, daß ich das dem Mörder meines Mannes schuldig bin.“ „Wie Sie meinen. Also, wann kann ich Sie treffen?“ „Wieso wollen Sie mich treffen? Das ist unmöglich. Niemand darf erfahren, daß ich nach dem Mörder suche.“ „Aber ich will doch meine Auftraggeberin kennenlernen. Außerdem wollte ich mir so einen Überblick über Ihre Verwandtschaft verschaffen.“ „Was erlauben Sie sich! Wollen Sie damit andeuten, daß irgend jemand aus meinem Bekanntenkreis den Auftrag gegeben hat?“ „Nicht nur das. Vielleicht sogar geschossen. In meinem Beruf kann man nichts ausschließen. Hören Sie, Frau Pfusch, wir haben es hier mit einem Mörder zu tun, der über 30 Schüsse in den Körper Ihres Mannes gefeuert hat, die Schüsse, die vorbei gingen, gar nicht mitgerechnet. Entweder handelt es sich also beim Täter um einen Geisteskranken, oder um jemanden, der eine ungeheuerliche Wut auf Ihren Mann hatte. Und für Letzteres kommen laut Statistik meist nur enge Bekannte oder Verwandte in Frage.“ „Lassen Sie meine Familie aus dem Spiel! Wenn Sie meine Verwandten befragen, dann erfahren die ja, daß ich nach dem Mörder suche und das sollen sie nicht. Also, suchen Sie den Mörder überall, nur nicht bei mir.“ „Sie reden ja so, als ob Sie Ihren Mann erschossen hätten.“ „Würde ich Sie dann anrufen?“ „Natürlich. So hätten Sie ein Alibi und alle getäuscht.“ „Zugegeben, Ihre Argumentation hat was für sich. Das Problem ist nur, daß ich meinen Mann nicht umgebracht habe. Ich hätte mich nämlich nicht so dumm angestellt, sondern ihn mit einem Schuß erledigt.“ „Was macht Sie da so sicher?“ „Ich kann schießen.“ „Das glaube ich Ihnen. Aber vielleicht wollte der Mörder oder die Mörderin Ihren Mann mit den vielen Schüssen foltern?“ „Hören Sie mal, Frau Penneknie! Ich und mein Mann haben regelmäßig Sado Maso praktiziert. Wir wissen wie man sich foltert und dazu gehören bestimmt keine Schüsse aus einem Maschinengewehr.“ „Moment! Woher wissen Sie mit was für einer Waffe geschossen wurde?“ „Stellen Sie sich vor, so weit ist die Polizei schon gekommen. Ich befürchte, daß sie auch bald zu mir kommen wird um mich zu vernehmen. Da muß ich dann wieder die trauernde Witwe spielen, damit ich nicht verdächtig wirke. Also, noch einmal zusammengefaßt: Sie bringen mir den Mörder und ich gebe Ihnen dafür 100000 Dollar.“ „Finden Sie nicht, daß der Mörder eines so wichtigen Mannes mehr wert ist?“ „Nein. Schließlich will ich mein Geld nicht zum Fenster hinaus schmeißen.“ „Ich weise Sie aber darauf hin, daß ich ein Honorar von 200 Dollar am Tag bekomme.“ „Einverstanden. Aber ich will nicht, daß Sie den ganzen Tag nur faul herumliegen, sondern etwas für mein Geld tun.“ Erschrocken sprang Becci aus ihrem Sessel. So schlimm hatte sie sich Arbeit nicht vorgestellt.
„Cleverson, ich erkläre es Ihnen jetzt zum vierten und damit zum allerletzten Mal: Sie werden in einer halben Stunde mit dem Flugzeug nach New York fliegen“, ließ Minton völlig entnervt von sich hören. „Und was mache ich in New York?“ fragte Cleverson. „Sie mischen sich unter die fundamentalen Eslimastin.“ „Und woran erkenne ich die?“ „Das sind Leute, die gerne unsere Nationalflagge verbrennen und lauter solche Scherze machen.“ „Oh oh! Ich will aber noch nicht sterben.“ „Sie werden nicht sterben. Das würde Ihnen so passen. Den ganzen Tag nur vor sich hin verfaulen und nichts tun. Nicht mit mir. Wie Sie wissen erkennt man den Eslimastin an sich an zwei Merkmalen. An der Bombe in seinem Koffer und an seinem großen ...“ „Also Chef, Sie sind doch wirklich ein Ferkel. Sie wissen doch, daß ich auf Frauen stehe.“ „Lassen Sie mich ausreden, Sie Perversling! An seinem großen Bart natürlich! Was haben Sie denn gedacht?“ „Also, äh, eigentlich ...“ „Schnauze! Da Sie ja die Bombe in seinem Koffer nicht sehen können, müssen Sie sich an dem Bart orientieren.“ „Heißt das, daß jeder Mann mit Vollbart ein Eslimast ist?“ „Natürlich nicht. Eslimastin haben grundsätzlich eine dunklere Hautfarbe. Das liegt daran, daß sie ...“ „Sich Schuhcreme ins Gesicht schmieren, weil sie sich einen Strandurlaub nicht leisten können.“ „Halten Sie doch endlich mal den Mund! Das liegt daran, daß sie Araber sind. Cleverson, ich halte das mit Ihnen nicht länger aus. Sie werden mir jetzt ganz genau zuhören und nicht mehr dazwischen reden, verstanden? Sie fliegen jetzt in einem Flugzeug nach New York. Wenn Sie dort sind, dann lassen Sie sich mit einem Taxi zum ehemaligen World Trade Center bringen, aber nicht vergessen, daß Sie sich eine Quittung für die Taxikosten geben lassen, damit Sie das absetzen können. Wir wollen ja unserem Staat kein Geld schenken, oder? Vor der Ruine werden Sie sicherlich viele Touristen finden, die Fotos davon machen. Sie stellen sich zu denen dazu und versuchen unauffällig herauszufinden, ob sich denn auch Eslimastin in der Nähe aufhalten. Sollte das der Fall sein, dann gehen Sie zu dem Mann hin und stellen sich als Freund vor. Hierzu habe ich Ihnen einen Karon geklaut, mit dem Sie ein bißchen Eindruck schinden können. Lesen Sie sich das Buch ein bißchen im Flugzeug durch, weil es ja sein könnte, daß Sie ein paar Sachen gefragt werden und da wäre es peinlich, wenn Sie nichts wissen. Das Buch ist natürlich in originalem Arabisch geschrieben.“ „Ich kann aber kein Arabisch.“ „Ich habe Ihnen doch gesagt, daß Sie nicht dazwischen reden sollen. Dann lernen Sie es halt. Meine Güte, muß man Ihnen denn alles sagen? Wir sind doch hier nicht im Kindergarten! Sie versuchen also, Anschluß an die Eslimastin zu finden und tun so, als ob Sie einer von ihnen wären.“ „Also soll ich mir auch einen Bart wachsen lassen?“ „Ja. Außerdem lassen Sie Ihren Polizeiausweis hier, weil Ihnen der eher schaden als nützen würde. Gut. Wenn Sie erst einmal in der Organisation drin sind, dann machen Sie sich an die Arbeit, was bedeutet, daß Sie Nachforschungen anstellen, ob die Eslimastin etwas mit dem Mord an Pfusch zu tun haben. Nun wird Ihnen Ihre jahrelange Ausbildung nützlich sein, mit der es Ihnen gelingen sollte, den Eslimastin diskret einige Informationen zu entlocken, die sie nicht jedem geben würden. Das wäre es von mir. Ich wünsche Ihnen einen guten Flug. Versuchen Sie heil zurückzukommen und wenn nicht, dann wünsche ich Ihnen einen erlebnisreichen Tod“, verabschiedete Minton Cleverson. Jener zitterte wie Espenlaub und wankte langsam zur Tür hinaus. „So, und ich werde mich jetzt mal an die Witwe ranmachen“, dachte sich Minton vergnügt, doch das blieb er nur kurz. Es klingelte nämlich das Telefon und am anderen Ende der Leitung war Eisenklauer. „Hören Sie zu, Minton! Uns ist da ein kleines Mißgeschick unterlaufen. Wir haben vergessen, Pfusch zu obduzieren, bevor er begraben wurde.“ „Und was heißt das?“ „Daß wir ihn noch mal ausbuddeln müssen.“ „Darüber wird sich der Totengräber aber nicht freuen.“ „Kann uns egal sein. Machen Sie ihm Beine!“ „Wieso? Hat er etwa keine? Sonst noch was?“ „Ja. Fahren Sie mit der Leiche ins Krankenhaus und reden Sie dort mit dem Doktor!“
Minton war nicht sonderlich erfreut über diese Anweisung, doch er hatte sich ihr zu fügen. Mit Blaulicht fuhr er zum Friedhof. Das machte er allzu gerne, weil er so überall Vorfahrt hatte, auch wenn er es gar nicht eilig hatte. Auf dem Friedhof lungerten mal wieder einige Drogenabhängige herum, die sich, als sie Minton erblickten, sofort in die Büsche verzogen. „So lob ich mir das. Aus meinen Augenwinkeln mit dem Pack“, brummte jener zufrieden, bevor er dem Totengräber, der gerade ein Loch machte, auf die Schulter klopfte. „Was ist?“ brummelte der verärgert. „Guter Mann, ich habe eine Arbeit für Sie. Sie müssen das Grab von Herrn Pfusch aufmachen“, berichtete Minton. „Du mußt doch die Schwindsucht im Hirn haben! Hör mal, ich hab das Ding vorgestern ausgebuddelt und gestern hat man es wieder zugeschüttet. Da glaubst Du doch wohl nicht, daß ich so blöd bin und es wieder aufgrabe.“ „Oh doch, das wirst Du! Polizeilicher Befehl.“ „Und warum, wenn ich fragen darf? Habt Ihr wohl Euern Schnaps im Sarg liegen lassen?“ „Dazu darf ich nichts sagen.“ „Das hab ich gern. Erst schnell unter die Erde mit dem Kerl und dann wieder rausholen. Oder ist Euch eingefallen, daß er vielleicht noch lebt? Macht Euch keine Hoffnungen. Ein Kollege von mir hat mal ausprobiert wie lange man es in einem Sarg aushält. Leider konnte er nicht mehr klopfen, als ihm die Luft zu wenig wurde. Tja, so ist das Leben. Weißt Du was, Du Staatsdiener? Buddel den Kerl doch selber aus!“ „Ich bin Polizist.“ „Soll das heißen, daß Du nichts arbeiten brauchst? Nerven habt Ihr. Bin ich froh, daß ich noch ein paar Lehrlinge hier habe, die völlig umsonst für mich arbeiten. Die sind froh wenn sie was zu tun haben und nicht den ganzen Tag herumliegen brauchen. Hey Joe, Al, Brad! Kommt mal raus und grabt den Neuen aus! Ihr wißt schon, diesen Pfusch!“ rief der Totengräber. Sekunden später traute Minton seinen Augen nicht mehr. Er sah drei Skelette aus verschiedenen Gräbern kommen. „Kommt mal her! Ich will Euch diesen Polizisten hier vorstellen. Er gehört zum Sondereinsatzkommando für Dummheit. Erst haben sie den Pfusch ins Grab geschmissen und jetzt sollen wir ihn wieder rausholen. Verrückt, oder?“ Die drei Skelette klapperten mit ihren Köpfen, was wohl ein Nicken bedeuten sollte. Man sah deutlich, daß Minton Angst hatte. „Meine Güte, Du brauchst ja eine Windel“, meinte der Totengräber zu ihm, die Nase rümpfend. Darüber lachten die drei Skelette ausgiebig, bevor sie sich an die Arbeit machten. „Sagen Sie mir, daß das nicht echt ist. Das sind doch nur Marionetten, oder es ist ein anderer Trick“, redete sich Minton verzweifelt ein. „Nein, nein, Kumpel, da irrst Du Dich. Das sind drei von über viertausend Leichen, die hier vor sich hin gammeln. Ich finde es super von ihnen, daß sie mir ab und an zur Hand gehen, vor allem wenn Leute wie Sie kommen und so verrückte Anweisungen geben.“ „Sagen Sie mal, können denn alle Leichen aus ihrem Grab heraus?“ „Nein. Die Meisten wollen mir nicht helfen und darum habe ich sie sicher verwahrt. Andere verwesen schneller, die sind mir auch egal. Aber die Drei hier sind meine besten Helfer. Schau nur, die sind schon fast beim Sarg angelangt. Was wollt Ihr eigentlich mit der Leiche vom Pfusch?“ „Wir müssen sie noch einmal untersuchen.“ „Gib’s doch zu! Ihr habt sie bisher noch fast gar nicht untersucht.“ „Das ist eine Unterstellung, die ich entschieden zurückweise.“ „Das ist die Wahrheit.“ „Was sagen denn die Drogenabhängigen dazu, daß es hier spukt?“ „Die sind begeistert. Sie sind mit den Dreien perdu und haben jede Menge Spaß zusammen. So, da ist Ihre Leiche, Herr Polizist. Und das nächste Mal sorgen Sie bitte dafür, daß so etwas nicht mehr vorkommt“, verlangte der Totengräber. „Das verspreche ich Ihnen“, stammelte Minton, warf einen letzten Blick auf die drei Skelette, die da munter vor sich her klapperten und wollte mit dem Sarg gehen. „Verdammt! Alleine schaffe ich ihn nicht!“ schimpfte Minton, als er den Sarg heben wollte. „Joe, hilf doch dem Polizisten und trag den Sarg mit zu seinem Wagen“, bat der Totengräber ein Skelett, welches seinen Wunsch sofort erfüllte. Minton hatte ein komisches Gefühl, als er mit einem Skelett einen Sarg zu seinem Auto trug, aber komischerweise schafften sie es.
Fast hätte er dem Gerippe ein Trinkgeld gegeben, doch gerade noch fiel ihm ein, daß jenes wohl keines mehr brauchen würde. „Gut, daß Du ihn mitnimmst. Den brauchen wir nicht mehr. Der bringt überhaupt keine Stimmung bei den Leichenparties“, sagte das Skelett plötzlich deutlich vernehmbar. Danach verschwand es wieder im Friedhof. Minton schwitzte. So etwas hatte er noch nie erlebt. Und das auch noch am hellichten Tag. Es dauerte eine Weile bis er sich beruhigt hatte. Inzwischen war er bei einem Krankenhaus eingetroffen und hatte zwei Pfleger gebeten, den Sarg zur Obduktion zu bringen. „Guten Tag! Eigentlich sollte sich ein Gerichtsmediziner um die Leiche kümmern, aber es ist gerade keiner da und darum werde ich das übernehmen. Gestatten, Doktor Tod!“ stellte sich ein Arzt vor, als Minton im Keller angekommen war. „Ist das nicht ein merkwürdiger Name?“ wunderte er sich. „Na ja, ich kann damit leben. Meine Patienten weniger. Aber da ich auf der Intensivstation behandle, hat es den Vorteil, daß sich die Leute schon auf ihr Ende vorbereiten können.“ „Ihr Name bedeutet aber nicht, daß Sie die Leute umbringen.“ „Wo denken Sie hin?“ Der Arzt lachte. „Das würde mir nichts bringen. Am meisten kassiere ich doch wenn sie leben und ich sie schröpfen kann. So, dann wollen wir uns die Sache mal anschauen“, verkündete Doktor Tod und öffnete den Sarg. Eine Weile betrachtete er grinsend die Leiche von Pfusch, bevor er sich an Minton wandte: „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Erst die schlechte: Dieser Mann ist zweifelsfrei tot. Jetzt die gute: Wir können einige seiner Organe an die Organmafia verscherbeln.“ „Wie denn? Der Kerl ist doch vollkommen durchsiebt“, warf Minton ein. „Das macht nichts. Die Organmafia nimmt alles. Auch fehlerhafte Organe.“ „Moment! Wir wollen schon, daß Sie erst einmal alle Kugeln aus ihm herausmachen und uns dann sagen können, welche Kugel ihn tödlich verletzt hat.“ „Ansprüche stellen Sie, einfach unglaublich. Schaun Sie sich den doch mal an! Der hat weit mehr als 30 Einschüsse. Bis ich die ganzen Kugeln oder Patronen herausen habe, das dauert ja tagelang. Da müßte ich ja am Ende sogar arbeiten. Das können Sie nicht von mir verlangen. Obwohl, warten Sie! Hier oben hat der Tote zwei schöne Einschüsse im Kopf. Ich bin überzeugt davon, daß die seinen Tod verursacht haben. So, sind Sie jetzt zufrieden?“ „Nein. Aber sagen Sie, warum ist denn hier so ein fürchterlicher Gestank?“ „Wie ich schon sagte: Der Tote ist tot. Das haben Tote so an sich, daß sie nicht nur tot sind, sondern auch stinken. Wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf, nach Ihrem Geruch zu urteilen müßten Sie auch schon tot sein.“ „Ich habe mir nur vor Angst in die Hose geschissen. Nein, so riecht kein Toter.“ „Was wollen Sie denn noch? Alle Toten riechen anders. Na gut, meinetwegen können wir genauer nachschauen“, bemerkte Doktor Tod ungeduldig und hob Pfuschs Arme in die Höhe, so daß man an seinen Achseln riechen konnte. „Ich hab es doch gewußt. Von da kommt der Gestank“, behauptete Minton. „Wie Sie meinen“, murmelte der Arzt und zerriß den Pullover des Toten. Zwischen dessen Achselhöhlen wimmelte es nur so von Bakterien, Spinnen und anderen kleinen Tierchen, die sich sichtlich wohl fühlten. „Donnerwetter! Das ist ja hier ein richtiges Feuchtbiotop!“ entfuhr es Doktor Tod. „Sehen Sie, ich hatte Recht“, stellte Minton zufrieden fest. „Ja wenn das so ist, dann werden wir den Toten noch genauer unter die Lupe nehmen. Bringen Sie mir mal bitte meine Videokamera! Vielleicht kann ich aus diesen Szenen einen Horrorfilm basteln. Ein durchlöcherter Toter ist ja nichts Besonderes in unserem Land, aber einer, der so anziehend für Insekten aller Art ist, schon.“ „Vielleicht liegt das daran, daß er Mitglied bei Beintolygo war.“ „Nein. Das bin ich auch, das hat damit nichts zu tun. So, lassen Sie mich jetzt bitte allein. Ich habe heute noch nichts gegessen und da will ich mir ...“ „Ich verstehe schon, Doktor Tod. Sie wollen sich die Insekten schmecken lassen.“ „Überhaupt nichts verstehen Sie. Wen interessieren denn die Insekten? Die haben mir höchstens das Zerlegen erleichtert. Jetzt lasse ich mir die Menschenleiche schmecken.“ Da lief Minton so schnell er konnte davon.
Währenddessen saß Cleverson im Flugzeug, das auf dem Weg nach New York war. „Sie wünschen?“ fragte ihn eine Stewardeß freundlich. „Einen Ventilator. Es stinkt ja fürchterlich hier“, beschwerte sich Cleverson. „Tut mir leid, dagegen können wir nichts machen. Schließlich fliegen Sie ja mit Schiss Air.“ „Ich dachte immer, daß die Fluggesellschaft Schwiss Air heißt.“ „Ja, so war es auch. Aber seit dem Flugzeugabsturz haben bei uns alle die Hosen voll.“ „Dagegen habe ich ein Mittel. Sie brauchen sich nur frische Unterwäsche anziehen.“ „Sie sind wohl ein Komiker? Darf ich Ihnen etwas zu stinken, äh, zu trinken anbieten?“ „Nein danke. Aber da fällt mir was ein. Wenn hier alle die Hosen voll haben, dann sitzen Pilot und Kopilot wohl im Kackpit.“ Das Gelächter der in der Nähe sitzenden Leute bewies Cleverson, daß er einen tollen Witz gemacht hatte, doch als er sich als Polizist zu erkennen gab, hatte niemand mehr Interesse an ihm. Darum unterhielt sich Cleverson wieder mit der Stewardeß, die beruflich gezwungen war, ihm zuzuhören. „Sagen Sie mal, wissen Sie denn jetzt schon, warum das Flugzeug damals abgestürzt ist?“ erkundigte er sich. „Nein.“ „Aber ich. Wie war das mit dem vielen Rauch im Cockpit? Da hat sich wohl der Pilot damals nicht beherrschen können und während des Fluges eine gequalmt. Bin ich nicht komisch?“ „Ich finde nicht, daß man über so etwas Witze machen sollte.“ „Das sagen Sie doch auch nur, weil Sie für die Firma arbeiten. Sonst würden Sie herzhaft mitlachen. Aber keine Angst! Ich verpetze Sie schon nicht.“ Irgendwann hielt es die Stewardeß doch nicht mehr aus, so daß sich Cleverson wieder mit sich selbst beschäftigen mußte. Das konnte er natürlich nicht und darum widmete er sich seinem Nachbarn, welcher ein schwergewichtiger Mann war, der laut vor sich hin schnarchte. „Sie brauchen sicher keine Schwimmweste“, nuschelte Cleverson und nahm sich das Ding. „Was machen Sie da?“ Der Dicke war aufgewacht. „Ach, ich wollte nur schauen, ob Ihre Schwimmweste auch den gesetzlichen Vorschriften entspricht.“ „Von wegen! Klauen wollten Sie das Ding!“ „Schämen Sie sich nicht, einen Polizisten des Diebstahls zu bezichtigen?“ rief Cleverson mit gespieltem Entsetzen. Als aber daraufhin Rufe wie „Scheiß Bullen!“ oder „Grüne Monster!“ laut wurden, gab er die Schwimmweste wieder kleinlaut zurück. Jedoch gehörte Cleverson zu den Menschen, die einfach immer irgend etwas tun müssen und so begann er auf einmal, mit seiner Hand Musik zu machen. Das begann damit, daß er sich zunächst selbst abwatschte, bis ihm bewußt wurde, daß es viel mehr Spaß machte, andere abzuwatschen. Augenblicke später war eine Schlägerei im Gange. Alle prügelten auf Cleverson ein, weil der sie geschlagen hatte und so kam das Flugzeug in arge Schwierigkeiten, weil sich etliche Passagiere von Ihren Plätzen erhoben hatten. Erst nachdem der Kapitän mit einer Notlandung in Halifax gedroht hatte, beruhigten sich die Gemüter wieder und von ein paar bösen Blicken abgesehen blieb Cleverson wohlbehalten. Jedoch hatte er immer noch nicht genug. Nachdem er es mit einigen Grimassen versucht hatte, stülpte er sich eine Papiertüte über den Kopf. Da reichte es seinem Nachbarn. Mit einem harten Schwinger schickte er den Polizisten ins Reich der Träume, aus dem jener erst wieder aufwachte, als man bereits in New York gelandet war. Cleverson ließ sich mit einem Taxi zum World Trade Center fahren, jedoch sah er weit und breit keine Eslimastin. Statt dessen wurde er von einem Drogenabhängigen angesprochen. „Hey Alter, hast Du Stoff?“ „Sie müssen mich verwechseln. Ich bin Polizist“, klärte ihn Cleverson auf. „Um so besser. Dann kannst Du ja noch mehr liefern.“ „Richtig. Du hast Glück, daß ich ein Kilo mitgenommen habe. Das Gute ist ja, daß wir Polizisten uns nicht gegenseitig nach Drogen durchsuchen müssen. Sonst würden wir alle im Knast landen. Also, mit 500 Dollar für das Gramm bist Du dabei.“ „Das ist ja Wucher. Ihr Bullen seid Schweine. Erst zieht Ihr uns das Geld aus der Tasche und dann buchtet Ihr uns ein, wenn wir uns Geld beschaffen, damit wir Eure Preise zahlen können.“ „Tja, es kommt halt drauf an, auf welcher Seite man steht.“
Unser Killer hatte also seine Selbständigkeit aufgegeben müssen und wurde nun wieder von anderer Seite mit Aufträgen versorgt. „Weißt Du, ich glaube es ist besser, wenn Du erst einmal nicht in Erscheinung trittst. Schließlich hast Du einen bekannten Mann umgebracht“, erläuterte sein alter, neuer Geschäftspartner. „Aber was soll ich denn sonst tun? Ich kann doch nicht den ganzen Tag hier herum sitzen.“ „Also ich kenne viele Leute die das können. Rollstuhlfahrer zum Beispiel. Oder Hausfrauen. Die glotzen den ganzen Tag in die Kiste und vergessen alles drum herum. Deshalb auch die häufigen Wohnungsbrände in der letzten Zeit.“ „Nein, wir werden uns jetzt meinen Auftraggeber schnappen und das Geld holen, das mir noch zusteht. Ich bekomme noch 150000 Dollar. Meinetwegen kannst Du 50000 davon haben.“ „Einverstanden. Das hört sich gut an. Also, was weißt Du von Deinem Auftraggeber?“ „Es ist ein Mann. Er hat seine Stimme verstellt, aber ich glaube, daß er ein Mitglied der Regierung ist.“ „Na toll. Sollen wir uns etwa den Präsidenten vorknöpfen oder den ganzen Kongreß?“ „Nein, die haben genug mit sich zu tun. Ich bräuchte ja eigentlich nur zur Bank gehen und mir einen Auszug holen.“ „Und warum hast Du das noch nicht gemacht?“ „Keine Zeit. Du weißt ja, als flüchtiger Killer hat man ziemlich viel Streß. Die ganzen Termine und Orte, an denen man sich nicht blicken lassen darf.“ „Wem sagst Du das? Also, besorg Dir gefälligst Deinen Auszug und dann komm wieder hierher!“ So machte sich der Killer auf den Weg zur Bank. Dort mußte er hinter einer alten Frau warten, die sehr lange brauchte, bis sie ihre Karte für den Automaten gefunden hatte. „Beeil Dich, Oma, ich habe erst vor ein paar Tagen jemanden umgebracht“, warnte sie der Killer. Da drehte sie sich um und er erschrak. Sie hatte eine Pistole auf ihn gerichtet. „Und ich habe erst vor einer halben Stunde jemanden umgebracht. War so ein Handtaschendieb, der einfach nicht locker lassen wollte. Da hab ich ihn abgeknallt und der Polizei was von Notwehr erzählt. Da haben sie mich gelobt und mir gratuliert. Also, sei bloß vorsichtig!“ Erschrocken war der Killer ein Stück zurückgewichen. „Nicht schlecht“, dachte er sich. Zehn Minuten später konnte er endlich an den Automaten, doch dessen Auskunft riß ihn zu wilden Flüchen hin. Wütend marschierte er in die Firma. „Was hast Du denn?“ wunderte sich sein Partner, als er den grimmigen Gesichtsausdruck des Killers sah. „Da steht nur was von Spende drauf und von so einer Hilfsorganisation. Mein Auftraggeber ist wirklich gerissen.“ „Komisch. Ich habe gar nicht gewußt, daß Du zu den Bedürftigen gehörst, die von der Gichthilfe Geld bekommen. Ach ja, ich habe auch noch eine schlechte Nachricht für Dich: Man hat die Belohnung für Deine Festnahme erhöht. Das heißt, daß ich jetzt 75000 will.“ „Frechheit. Was hab ich nur für einen Scheißjob? Jetzt finde ich nie heraus, wer mir mein Geld nicht gibt!“ „Oh doch! Wir brauchen uns doch nur erkundigen, wem diese Hilfsorganisation gehört und schon wissen wir, wer Dein Auftraggeber ist.“ „Stimmt eigentlich. Gut, daß Du nicht soviel Scheiße im Kopf hast wie ich. Hast Du mir meine Strümpfe besorgt?“ „Ja, aber jetzt erklär mir doch bitte mal, wozu Du Damenstrümpfe brauchst.“ „Zum Anziehen natürlich. Was guckst Du denn so? Es sind halt mal nicht alle Menschen gleich.“ „Weißt Du, ich habe da ein paar tolle Ideen: Wir sollten unsere Morde filmen und dann ins Fernsehen bringen. Außerdem könnte ich dazu prima Werbung machen. Du weißt schon was ich meine. Nach dem Motto: Dieser Mord wurde Ihnen präsentiert von Frod. Echt super, findest Du nicht? Und dann als Zusatz: Und sollten Sie mal nicht die passende Maschinenpistole für einen Mord dabei haben, dann fahren Sie einfach mit dem Auto drüber. Das ist nicht anstrengend und macht noch dazu jede Menge Spaß. Was hältst Du davon?“ „Ich weiß nicht. Damit würden wir ja den Staatsanwälten das Beweismaterial frei Haus liefern.“ „Hab Dich nicht so! Als ob die uns erwischen würden. Die haben keine Fingerabdrücke von uns und beim Morden haben sie uns auch noch nie ertappt.“ „Stimmt. Das war echt eine tolle Idee von Dir, daß wir uns gestern unsere Fingerabdrücke aboperieren haben lassen.“
„Herzlich willkommen bei Beintolygo! Entschuldigen Sie bitte den kleinen Zwischenfall mit der Leibesvisitation. Unser Türsteher wollte halt auch mal etwas Fleisch zwischen den Fingern haben“, gestand Darmstrong etwas beschämt. „Aber wenigstens paßt der Name zu ihm. Bei dem hat in der Tat Einiges gestanden“, stellte Darling trocken fest. „Na ja, ich hätte ihm vielleicht nicht Ihren Namen sagen sollen. Da hat er wohl etwas falsch verstanden und geglaubt er müsse Ihnen zeigen, wie man Ihren Nachnamen noch interpretieren kann.“ „Schon gut. Immer noch besser als gar kein Sex. Würden Sie mich bitte zu Ihrem Chef führen?“ „Das geht jetzt nicht. Der unterrichtet gerade unsere Kleinen.“ „Das ist aber lieb. Warum darf ich das nicht sehen?“ „Na ja, er mag es nicht, wenn er dabei gestört wird. Er gibt sich den Kindern mit voller Hingabe hin und das kann auch schon manchmal etwas weh tun.“ „Was ich da höre erschreckt mich. Er schändet doch nicht etwa die Kinder?“ „Ach was! Das ist doch nur Menschenmüll, den wir hier haben, der ist es gar nicht wert, daß man ihn vergewohltätigt. Nein, es spritzt nur ein bißchen Blut, damit die Kinder merken, daß man als Beintolyge immer voll konzentriert sein muß um glücklich zu werden. Vor uns sehen Sie ein Gemälde von John Dubhard.“ „Ich wußte gar nicht, daß der so schön malen konnte.“ „Ich auch nicht. Na ja, Ihnen als normal Denkende kann ich es ja sagen, obwohl ich es nicht darf: Wir haben damals einen Picasso geklaut und Dubhard hat ganz einfach seine Unterschrift drunter gesetzt.“ „Und was soll das bitteschön bringen?“ „Wir sollen glauben, daß Dubhard vollkommen war. Natürlich wissen auch wir, daß er nicht mehr als ein normaler Mensch war, aber Manche glauben diesen Mist wirklich. So, kommen wir nun zu unserem Turnzimmer.“ Darmstrong öffnete die Tür. „Du meine Güte! Warum bewegen sich die Leute da drin nicht?“ „Das ist ein Standbild.“ „Unsinn. Die sind alle tot!“ „Tatsächlich? Na ja, jetzt wo Sie es sagen. Da sollte man vielleicht mal lüften. Scheint mir so, als ob die jemand vergessen hätte.“ „Aber das ist doch kein Turnzimmer, das hier ist ja die reinste Folterkammer!“ „Was haben Sie denn gedacht? Hat alles psychologische Gründe. Unsere Mitglieder gehen natürlich lieber in ein Turnzimmer als in eine Folterkammer, darum dieser falsche Name.“ „Nicht schlecht. Wir haben so etwas nicht nötig. Bei uns wird sofort drauf los geprügelt.“ „Ich weiß, Frau Darling und das schätzen wir Beintolygen auch so an der Polizei. Gut, kommen wir nun zu einem ganz interessanten Raum, dem Isolationszimmer.“ „Aber das ist doch kein Zimmer. Da paßt ja kein Mensch rein.“ „Sie haben ja gar keine Ahnung. Unser Rekord liegt bei vier Sündern, die wir mal da rein gequetscht haben. Und jeder von denen hatte mehr als 70 Kilo.“ „Davon müssen Sie uns einen Bauplan geben. Ich glaube mit diesem Zimmer könnten wir viele Geständnisse herauspressen, im wahrsten Sinne des Wortes.“ „Ihr schwarzer Humor gefällt mir. Und nun darf ich Ihnen das Herzstück unserer Einrichtung präsentieren: Den Waschraum. Hier finden Gehirnwäsche, Biering, Hauditing und all die anderen tollen Sachen statt, von denen niemand von uns so recht weiß, was sie eigentlich bedeuten. Wenn Sie Interesse haben, dann kann ich Sie mal anschließen. Bin gespannt wieviel Prozent Ihres Gehirns Sie nutzen.“ „Wir sind Polizisten, also würde ich sagen 30 Prozent.“ „Sie belieben schon wieder zu scherzen. Ich kenne mich in solchen Fragen aus und würde sagen höchstens drei.“ „Moment mal! Den Normalbürgern erzählen Sie aber immer was davon, daß die nur zehn Prozent Ihres Gehirns nutzen.“ „So ist es. Sie aber gehören zu den Polizisten.“ „Frechheit! Wir leisten viel mehr als alle Anderen.“ „Irrtum. Wenn man sich die Aufklärungsquote der Polizei anschaut und regelmäßig beobachtet, wie sich viele Polizisten auf die falsche Fährte locken lassen, dann weiß man, daß sie Ihre Gehirnzellen nur dazu haben, um sie durch Alkoholgenuß abzutöten.“ „Wenn Sie so schlau sind, dann sagen Sie mir doch, wer diesen Pfusch umgebracht hat.“ „So legen Sie mich nicht herein. Mein Gehirn ist frisch gewaschen. Nur soviel: Ich weiß, daß Sie den Mörder kennen.“ Darling erblaßte.
„Hey, ich finde das wirklich nicht gut was Du machst. Warum erzählst Du lauter wildfremden Leuten, daß ich eine besondere Persönlichkeit bin?“ beschwerte sich der Killer bei seinem Geschäftspartner. „Ich will die Leute neugierig machen. Sei doch froh! Ich könnte ihnen genausogut sagen, daß Du der Mörder von Pfusch bist.“ „Was hättest Du davon?“ „Eine Menge Geld und außerdem müßte ich nicht immer Angst haben, daß Du mich umbringst.“ „Aber das würde ich doch nie tun. Ich bringe nur Leute um, wenn ich dafür bezahlt werde.“ „Gut so. Jedenfalls habe ich ein paar gute Informanten, bei denen man wichtige Nachrichten schon für ein paar Dollar bekommt. Curd zum Beispiel.“ „Meinst Du etwa den Penner an der Ecke?“ „Ja.“ „Der hat doch keine Ahnung von irgendwas. Wenn er etwas wüßte, dann würde er doch nicht hier betteln.“ „Alles Tarnung. In Wirklichkeit arbeitet er für den Geheimdienst, aber das darf natürlich niemand wissen. Hallo Curd. Ich habe da mal eine Frage.“ „Und ich habe eine Antwort. Die bekommst Du aber nur wenn Du dafür bezahlst.“ „So wie immer halt. Hast Du denn eine Idee, wer dem Killer von Pfusch den Auftrag gegeben haben könnte?“ „Natürlich. Kostet 100 Dollar.“ „Du warst aber auch schon mal billiger.“ „Tja, die Nutten waren auch schon mal williger. Tut mir wirklich leid, aber in den Bordellen hat es einen enormen Preisanstieg gegeben und da mußte ich natürlich nachziehen.“ „Klar. Also, was hast Du zu bieten?“ „Hey, ich verkaufe hier Informationen und nicht mich. Es gibt ja da jede Menge Theorien. Die Einen glauben, es wäre seine Frau gewesen, Andere halten an den Eslimastin fest, wieder Andere schieben alles auf Beintolygo, aber auf die Wahrheit kommt mal wieder niemand. Es gab da vor Kurzem einen Doppelmord. Ein reiches Ehepaar wurde umgebracht und auf einmal waren die beiden Kinder von diesen Leuten natürlich steinreich. Na ja, die sind jung und wollen Spaß, da kommen sie schon auf so manch verrückte Idee.“ „Willst Du mir damit sagen, daß ein paar Verrückte die Auftraggeber waren, die nichts Besseres mit ihrem Geld anzufangen gewußt haben?“ „Nein, die sind nicht verrückt. Nur haben sie überhaupt nichts mit Pfusch zu tun.“ „Curd, ich bin sehr enttäuscht von Dir. Früher konnte man sich auf Deine Informationen noch verlassen. Wenn wenigstens etwas Wahres dran wäre. Na ja, gib mir wenigstens die Adresse von diesem Geschwisterpaar, damit die 100 Dollar nicht völlig umsonst waren.“ „Du bist ein Trottel. Wenn ich die Adresse hätte, wäre ich schon selber zu denen hingegangen.“ „Ich weiß, daß Du weißt wo sie wohnen. Raus mit der Sprache!“ „Nein. Ich bin ein armer Bettler und sage nur Dinge, die der Wahrheit entsprechen.“ „Hör mal, mein Freund, wenn Du jetzt nicht gleich sagst wo die Zwei wohnen, dann schreie ich ganz laut, daß Du für den Geheimdienst arbeitest.“ „Spitzenwitz. So bringst Du die Leute wenigstens zum Lachen.“ Nun mischte sich auch der Killer ein. „Hören Sie! Wollen Sie denn ewig in der Scheiße sitzen?“ „Was wollen Sie denn? Sie sind wohl die Verstärkung. Man gewöhnt sich an diesen Hundekot, glauben Sie’s mir. Außerdem schmeckt das Zeug gar nicht mal so schlecht. Enthält viele Vitamine und Nährstoffe.“ „Halt den Mund! Beantworte unsere Fragen!“ „Einverstanden. Aber erst müßt Ihr mir zwei Fragen beantworten. Was frißt Papier und kann nicht scheißen?“ „Der Reißwolf.“ „Richtig. Würde sonst ja wohl Scheißwolf heißen. Die zweite Frage habt Ihr aber falsch beantwortet.“ „Welche zweite Frage?“ „Alzheimer auch noch, was? So und jetzt verpißt Euch. Ihr vertreibt mir die ganze Kundschaft.“ Da zeigte der Killer dem Penner den Mittelfinger, weshalb der die Zunge herausstreckte. „Da! Schnell! Er hat einen Zettel auf der Zunge. Bestimmt eine Information!“ schrie der Partner des Killers, doch bevor der Killer sich jene beschaffen konnte, hatte der Penner den Zettel bereits verschluckt. „Tja Leute, mein Fax funktioniert heute wieder gut. War aber keine wichtige Nachricht, darum habe ich sie gleich in den Müll geworfen“, behauptete er. Wütend verdrückten sich die beiden Sucher, die nun zwar etwas schlauer waren, was ihnen aber nicht sonderlich nützte. „Sogar von Pennern wird man schon verarscht!“ schimpfte der Killer.
„Halt! Darf ich mal Ihren Ausweis sehen?“ fragte Cleverson einen Mann, der ihm verdächtig vorkam. „Natürlich“, erwähnte jener und gab ihm das Teil. „Mist! Damit habe ich nicht gerechnet. Was mache ich jetzt?“ murmelte Cleverson verlegen, bevor er weiterforschte: „Was haben Sie da in Ihrem Koffer?“ „Papiere.“ „Ah! Mich können Sie nicht täuschen. Papierbomben! Sie sind verhaftet!“ „Entschuldigen Sie mal! Ich weiß ja nicht welche Milch Sie heute zum Frühstück getrunken haben, oder ob Sie einen Weinkeller bei sich zu Hause besitzen. Jedenfalls bin ich ein Geschäftsmann und habe nichts zu verbergen.“ „Sehr schön. Dann ziehen Sie sich mal aus!“ „Wie bitte?“ „Na, Sie sagten doch Sie hätten nichts zu verbergen. Das will ich sehen.“ „Sie sind vielleicht ein Spaßvogel. Was wollen Sie überhaupt von mir?“ „Das darf ich Ihnen aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Aber, weil Sie es sind: Ich verdächtige Sie ein eslimascher Terrorist zu sein.“ „Ha ha ha ha ha ha ha! Ich bin Amerikaner, Mann! Schau, ich hab nicht mal einen Bart!“ „Aber einen Koffer.“ „Ist das denn so schlimm?“ „Ja. Es macht Sie sehr verdächtig.“ „Ihr Polizisten werdet doch immer durchgedrehter. Jetzt wird man schon zum Terroristen gestempelt, nur weil man einen Koffer bei sich hat.“ „Vorsicht ist besser als Nachtschicht. Also, Koffer aufmachen!“ „Ist das Ihr Ernst?“ „Natürlich. Ich bin ja kein Spastiker. Nur ein kleiner Scherz. Sie können froh sein, daß ich nicht von der Rauschgiftfahndung bin. Die Kollegen dort sind so süchtig nach ihrem Stoff, daß sie x-beliebige Leute auf der Straße überall durchsuchen, bis sie etwas gefunden haben. Da bin ich noch harmlos dagegen.“ „Kann ich jetzt gehen?“ „Nein, erst wird das Köfferchen aufgemacht.“ „Also gut, aber ich warne Sie.“ „Ja was haben wir denn da? Handschellen und Peitschen. Guter Mann, Sie sind festgenommen.“ „Wieso? Das sind doch meine Privatsachen.“ „Mich können Sie nicht aufs Kreuz legen. Es steht doch wohl ganz eindeutig fest, daß Sie eine Polizeistation ausgeraubt haben. Wie sonst kämen Sie in den Besitz von Handschellen und Peitschen?“ „Ganz einfach: Ich habe mir die Sachen in einem Sexshop gekauft.“ „Das wagen Sie mir auch noch zu sagen! Sie verkehren in einem Sexshop? Unerhört.“ „Na, nur nicht auf einmal moralisch werden. Ich habe dort schon viele Polizisten getroffen.“ „Das ist etwas Anderes. Die ermitteln dort gegen die Pornofabrikanten.“ „Das ist mir aber nicht so vorgekommen, als sie gejohlt und gegrölt haben, die Darstellerin solle sich nicht so zickig anstellen und ihre Muschi beben lassen.“ „Alles Tarnung. Schließlich müssen sich die Verdächtigen sicher fühlen.“ „Quatsch! So, jetzt wissen Sie was in meinem Koffer ist. Kann ich jetzt endlich weiter? Sonst verpasse ich wegen Ihnen noch einen wichtigen Termin.“ „Ich finde, das ist die Sache wert. Nicht jeden Tag hat man das Glück, so einen netten und aufgeschlossenen Polizisten wie mich zu treffen. Sie dürfen erst weiter, wenn Sie mir sagen, wo ich ein paar Eslimastin finde.“ „Siehst Du die drei Jugendlichen, die gerade der alten Frau die Handtasche über den Kopf knallen? Das sind Araber, die helfen Ihnen bestimmt weiter, oder sie bringen Sie um.“ „Vielen Dank.“ Daraufhin machte sich Cleverson auf den Weg zu besagten Jugendlichen. Jene waren nach wie vor damit beschäftigt die alte Frau zu mißhandeln, was die Leute aber nicht weiter zu interessieren schien. „Aufhören! Das dürft Ihr nicht! Ich werde Euch jetzt einmal zeigen, wie man mit alten Frauen umgeht!“ rief Cleverson. Lässig verschränkten die Jugendlichen ihre Arme und grinsten. „Dann mal los, Bulle!“ bemerkte einer von ihnen herablassend. „Also, wir als Bürger dieses Landes sind zu Respekt und Mitmenschlichkeit aufgefordert. Das gilt auch für Sie. Wenn Sie also schon unbedingt einen Handtaschendiebstahl durchführen wollen, dann dürfen Sie sich nicht so amateurhaft anstellen. Sie dürfen der alten Frau überhaupt keine Möglichkeit geben sich zu wehren. Dazu nimmt man am besten ein mit Chloroform getränktes Taschentuch und hält es ihr über die Nase.“ Cleverson tat genau das und Augenblicke später ging die alte Frau betäubt zu Boden. „So, Jungs, geht es viel einfacher und ohne Probleme. Hier, Eure Handtasche“, ließ Cleverson von sich hören und gab ihnen die Tasche der alten Frau. „Aber wenn ich Euch das nächste Mal bei so etwas erwische, dann setzt es was!“ rief er ihnen zu. Auf einmal fiel ihm ein, warum er eigentlich gekommen war, weshalb er umkehrte. „Sagt mal, wißt Ihr wo die nächste Moschee hier ist?“ „Klar, aber wieso willst Du das wissen?“ entgegnete einer der Jugendlichen. „Ich interessiere mich sehr für den Islam.“ „Spitzel wollen wir nicht.“ „Ich bin kein Spitzel, ich bin spitze. Sogar einen Karon habe ich mir gekauft.“ „Das hat nichts zu sagen. Sag uns erst was Du willst!“ „Also gut. Ich will mich in Eure Gemeinde einschleichen um herauszufinden, ob welche von Euch mit dem Mord an Pfusch etwas zu tun haben.“ „Es geht doch, Alter. Kein Problem. Komm mit! Wir bringen Dich hin!“ So einfach hatte sich Cleverson das alles nun wahrlich nicht vorgestellt. „Ich weiß nicht. Vielleicht ist das eine Falle“, zögerte er. „Red keinen Blödsinn! Erst wolltest Du zu den Eslimastin und jetzt bekommst Du Schiß, oder was?“ Cleverson dachte an seine stattliche Pension, die in Gefahr war, sollte er sich weigern, so daß er den drei Handtaschendieben folgte. Schon ziemlich bald waren sie vor einer Moschee angekommen. Daneben war ein Haus, vor dem ein gut bewaffneter Mann mit Bart und dunklerer Haut stand. „Wie heißt das Losungswort?“ fragte er die Jugendlichen. „Lahal ißt Scheiße, damit es zu Gold wird“, antwortete einer von ihnen. Sie konnten passieren. „Moment mal! Wieso sagst Du, daß Lahal Scheiße ist? Ich denke er ist Euer Gott“, wunderte sich Cleverson. „Ach, das verstehst Du nicht. So, das hier ist Achmed. Er heißt zwar nicht so, aber das ist sein Spitzname. Er ist einer unserer führenden Eslimastin. Achmed, dieser Mann hat uns beigebracht wie man Handtaschen am sichersten stiehlt. Er ist zwar ein Bulle, aber sonst ganz in Ordnung. Er hat ein paar Fragen“, berichtete ein Jugendlicher. „Hervorragend, ganz toll. Endlich mal ein Polizist, der sich für uns interessiert. Nicht immer diese langweiligen Leute vom Geheimdienst. Kommen Sie doch mit! Wir haben viel zu besprechen“, freute sich Achmed, nahm Cleverson beim Arm und zog ihn in ein großes Zimmer. „Fragen Sie alles was Sie wissen wollen!“ forderte Achmed den Polizisten auf. „Habt Ihr Pfusch umgebracht?“ „Leider nein.“ „Gut, dann kann ich ja wieder gehen.“ „Nein, bleiben Sie. Ich könnte Sie doch auch belügen.“ „Hmh, stimmt. Also habt Ihr Pfusch doch umgebracht.“ „Nein. Sie fangen das völlig falsch an. Mit Ihren Fragen bringen Sie nur sich selbst in Bedrängnis und kommen nicht weiter. Wissen Sie, wir haben für unsere Befragungen wissenschaftlich erprobte Methoden entwickelt, die immer wirken.“ „Tatsächlich? Also wahre Meisterwerke der Rhetorik.“ „Unsinn. Schlagstock und Peitsche. Dazu noch die Streckbank und ein paar Daumenschrauben. Das genügt, um jedes Schweigen zu brechen.“ „Auch das Schweigen der Lämmer?“ „Das auch.“ „Unglaublich. Aber ich kann Sie doch jetzt nicht einfach verprügeln, bis Sie mir die Wahrheit sagen.“ „Warum denn nicht? Mir würde das sehr gut gefallen.“ „Nein, Achmed, wir Polizisten prügeln grundsätzlich nur, wenn es nicht erwünscht ist. Was haben Sie gestern Abend gemacht?“ „Ach, ich war im Nebenzimmer und habe ein paar Bomben gebaut. Wieso wollen Sie das wissen? Der Mord war doch ein paar Tage eher.“ „Hat mich nur privat interessiert. Wollte mal hören was so ein Eslimast am Abend macht. Funktioniert die Bombe denn auch?“ „Klar. Soll ich zeigen?“ „Vielleicht ein andermal. Was wollte ich jetzt sagen?“ „So wird das nichts. Sie kommen einfach nicht von der Stelle. Ich glaube, ich muß Ihnen ein bißchen weiterhelfen. Wieso fragen Sie mich denn nicht, was ich von Pfusch halte?“ „Na ja, was halten Sie von Pfusch?“ „Sehen Sie, es geht doch. Pfusch war unser größter Feind und ein großes Arschloch. Na, klingelt’s?“ „Nein. Ich schalte mein Handy grundsätzlich ab. Sonst könnte mich ja der Chef erreichen. Ja, da kann ich Ihnen nur zustimmen. Pfusch war wirklich ein großes Arschloch.“ „Was sind Sie denn für ein Polizist? So etwas dürfen Sie sich denken, aber doch nicht sagen.“ „Wieso denn? Sie haben es doch auch gesagt.“ „Das ist etwas Anderes. Ich bin ein Verdächtiger, Sie sind der Ermittler.“ „Nein wirklich? Das haben Sie aber schön gesagt. Danke. Und was nun?“ „Jetzt könnten Sie mich fragen, ob wir Pfusch umbringen wollten.“ „Gute Idee. Beantworten Sie auf der Stelle Ihre Frage!“ „Ja, wir hatten schon alles vorbereitet. Aber wer zuerst kommt, killt zuerst.“ „Richtig. Also sind Sie unschuldig und ich kann gehen.“ „Bleiben Sie doch! Haben Sie nicht gehört, daß wir ihn auch umbringen wollten? Das ist ein geplanter Mord. So etwas ist strafbar.“ „Echt? Davon wußte ich ja gar nichts. Da hab ich wohl die Ausbildung ein bißchen verschlafen. Trotzdem sind Sie sauber. Allein Ihre frisch gewaschenen Augen.“ „Ich habe geweint.“ „Was! Aber warum denn?“ „Weil uns jemand zuvorgekommen ist.“ „Immer dran denken: Die Letzten werden die Ersten sein. Ach, halt, das steht ja in der Bebil, das betrifft Sie ja gar nicht. Übrigens kann ich in Sachen Verhaftung leider nichts für Sie tun. Wenn wir alle einsperren würden, die jemanden umbringen wollen, dann wären unsere Gefängnisse die Städte.“ „Na ja, ich weiß was Sie meinen. Jedoch hatten wir alles ganz genau geplant. Die Tat, die Mordwaffe war beschafft und lauter kleine Details haben wir untereinander abgesprochen. Ich finde schon, daß wir dafür eine Belohnung, oder zumindest Anerkennung bekommen sollten.“ „Ganz meine Meinung. Ich finde es sehr lobenswert, daß Sie sich so mit Leib und Seele dem Terror widmen. Als Polizist ist mir das ein wichtiges Anliegen, daß Sie immer Arbeit haben, weil mein Job an Ihrem hängt.“ „Sie sind ja so nett. Dennoch müssen Sie als Polizist noch viel lernen. Fragen Sie mich doch mal, was wir als Nächstes vorhaben!“ „Nein, das will ich gar nicht wissen. Ihr habt Euch bestimmt wieder soviel Mühe mit der Vorbereitung eines ganz tollen Verbrechens gegeben, da will ich nicht informiert darüber sein, weil es ja sonst langweilig wird.“ „Wie Recht Sie haben. Andererseits haben wir einen zu großen Vorteil, wenn Sie gar nichts davon wissen. Wir wollen Chicago in die Luft jagen.“ „Das ist eine schlechte Wahl. Dort ist es viel zu windig, da könnten Sie sich eine Erkältung holen. Dürfte ich Miami empfehlen? Viel angenehmere Temperaturen, da macht das Arbeiten auch mehr Spaß.“ „Auch wieder wahr. Wissen Sie, wenn Sie kein Polizist wären, dann könnten wir Sie hier sehr gut gebrauchen.“ „Das Angebot ehrt mich. Vielleicht kommt der Tag, an dem ich es annehme. Ich hoffe, daß ich Ihnen weiterhelfen konnte.“ „Vielen Dank. Ach, Herr Polizist, eines würde mich noch interessieren: Wen halten Sie eigentlich für den Mörder?“ „Tut mir leid, aber das darf ich nicht sagen. Ich habe das Glück, daß ich mehr weiß als ich sage, aber das hilft mir nichts. Ich will es mal so formulieren: Wir suchen das Auto, das bei uns in der Garage steht.“ „Verarschen dürfen Sie mich nicht. Das würde ja bedeuten, daß ein Polizist der Mörder war.“ „Wer weiß? Jedenfalls habe ich nichts gesagt. Wir suchen vor allem nach dem Mann, der Pfusch eigentlich ermorden sollte, es aber dann nicht fertiggebracht hat. Gut, daß wir wenig später zur Stelle waren.“ „Und was ist mit den Auftraggebern? Habt Ihr da schon eine heiße Spur?“ „Mein Chef mag keine Schwulen. Er verläßt sich auf kalte Spuren. So weit denken wir noch gar nicht. Wir verlassen uns da ganz auf unsere Verprügelungskünste. Wenn wir erst den Killer haben, dann finden wir auch den Auftraggeber“, versprach Cleverson und stand auf. „Warten Sie bitte noch! Ich habe da ein Geschenk für Sie“, ließ Achmed verlauten und gab dem Polizisten eine Schachtel, in der etwas drin war. „Was ist das?“ erkundigte sich Cleverson. „Ein Sprengsatz zum Selberbasteln. Leider kann ich Ihnen nur die Kinderausführung geben, weil alle anderen Sprengsätze gebraucht werden. Aber ich bin mir sicher, daß es Ihnen damit genausoviel Spaß machen wird.“ „Oh ja! Ich wollte schon immer meine eigene Bombe basteln. Wo soll ich sie hochgehen lassen?“ „Einen Moment! Hier haben Sie eine Landkarte von Amerika. Die weißen Kreise sind die Stellen, an denen wir bald einen Anschlag verüben werden. Also dort sollten Sie sie nicht unbedingt zünden, weil das Verschwendung wäre.“ „Ich verstehe. Vielen Dank und macht es gut.“ „Ja, Sie auch.“ Sie umarmten sich und nahmen gerührt voneinander Abschied.
Becci hatte ganz andere Sorgen. Sie hatte absolut keine Ahnung, wo sie mit ihrer Recherche beginnen sollte. Eigentlich war sie nur Detektivin geworden, um selbständig zu sein und sich den Tag selbst einteilen zu können. Doch nun brauchte sie dringend einen großen Erfolg, um Werbung für sich zu machen. „Wo würde eine richtige Detektivin anfangen? Bei der Familie des Ermordeten natürlich. Aber genau das hat mir meine Auftraggeberin ja verboten. So was Blödes. Na ja, auch egal. Es gibt ja noch genügend andere Verdächtige. Vielleicht sollte ich zunächst der Regierung ein wenig auf den Zahn fühlen“, dachte sie sich. Wenig später tauchte sie in einem Büro auf, in dem sich ein Abgeordneter gerade von den Sorgen des Alltags erholte. Als er Becci sah, ging es ihm natürlich noch besser. Mit einer katzenartigen Geschwindigkeit, die man ihm gar nicht zugetraut hätte, zog er seinen Bauch ein und streckte seine Brust raus. „Was kann ich für Sie tun?“ wollte er lächelnd wissen. „Ich bräuchte eine Auskunft.“ „Ich auch. Sind die echt?“ „Wer?“ „Na Ihre beiden Milchkugeln.“ „So hat meine Brüste noch nie jemand genannt. Natürlich sind die echt. Aber darum geht es doch gar nicht.“ „Oh doch! Das ist von elementarer Bedeutung. Sie könnten ja damit eine Molkerei aufmachen.“ „Wenn Sie nicht der Milchmann sind, Milchbubi.“ „Nicht frech werden, mein Mäuschen. Ich bin verheiratet.“ „Gut für mich. Dann können Sie ja Ihren Kran wieder etwas zurückfahren, oder?“ „Was meinen Sie?“ „Sie sollen Ihren Schwanz einziehen. Ich kann es nämlich nicht leiden, wenn ich mit einem Mann sprechen soll, der dauernd einen Ständer hat.“ „Dafür kann ich nichts. Immer noch besser als impotent.“ „Nein. Lieber impotent, denn da kann man die Antenne seit Vaigra bei Bedarf ausfahren lassen und nicht andauernd.“ „Das sehe ich anders. Außerdem bin ich in der Regierung.“ „Ja, aber nicht in der Eregierung.“ „Worum geht es?“ „Ich wollte wissen, ob noch eine Praktikantinnenstelle im Weißen Haus frei ist.“ „Wenn Sie es wissen wollten, warum fragen Sie mich dann?“ „Ich will es immer noch wissen.“ „Verstehe. Tut mir leid. Seit dem kleinen Zwischenfall damals nehmen wir keine Praktikantinnen mehr.“ „Sie sind aber wirklich ein Ferkel.“ „Na ja, das ist doch auch die Höhe. Da nimmt sich der mächtigste, also der potenteste Mann der Welt, die Zeit und Muse, einer kleinen, unbedeutenden Praktikantin die Gelegenheit zur Berührung des Allerheiligsten zu geben und dann das. Wenn sie wenigstens ihren Mund gehalten hätte, aber anscheinend hat er sie nicht oft genug blasen lassen.“ „Behalten Sie Ihre Schweinereien für sich! Wie kann man denn dann an Mitglieder der Regierung herankommen?“ „Was wollen Sie denn von denen?“ „Ach, ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Andrea Grease von den San Diego News und will eine Reportage über die wichtigsten Vertreter der Regierung schreiben.“ „Das wird nicht einfach werden. Aber Sie haben Glück. Ich stehe auf pralle Brüste, ich meine natürlich auf wißbegierige Journalistinnen und da bin ich bereit, Ihnen die eine oder andere Auskunft zu geben. Fangen wir an!“ „Welche Aufgaben hatte George Pfusch?“ „Jetzt haben Sie sich verraten. Ich habe mir doch gleich gedacht, daß da etwas nicht stimmt. Sie sind keine Journalistin, weil die Zeitungen nur Frauen mit weniger auffälligen Rundungen einstellen. Sie sind bestimmt eine verdeckte Ermittlerin.“ „Falsch. Ich bin Privatdetektivin und suche den Mörder von George Pfusch.“ „Na prima. Da können wir ja von nun an zusammenarbeiten. Wir von der Regierung sind natürlich auch daran interessiert, den Mörder zu finden.“ „Was war Pfusch für ein Mensch?“ „Stellen Sie doch nicht so selten dämliche Fragen! Er war ein Kerl wie alle Anderen. Hat sich gern in Bordellen rumgetrieben, so wie wir alle hier. Hat auch schon mal ein paar Dollar für besondere Dienste kassiert.“ „Er wurde also bestochen.“ „Nein, er hat sich lieber stechen lassen. Wissen Sie, unser George war keinem sexuellen Experiment abgeneigt. Ich glaube, der hätte es sogar mit einer Sau getrieben, wenn das nicht verboten bei uns wäre. Jedenfalls war er ein sehr guter Mann, der viel für unser Land getan hat. Seine Art bei der Bekämpfung des Terrorismus war wirklich vorbildhaft. Dank ihm wissen wir jetzt endlich, daß es viel besser ist, Soldaten aus anderen Ländern in den Krieg zu schicken, weil die dann draufgehen. Nur falls uns unsere eigene Jugend mal wieder fürchterlich nerven sollte, dann wird sie natürlich auch in den Kampf geschickt. George Pfusch hatte für alle ein offenes Ohr, vor allem für alle Drogenabhängigen. Denen hat er sehr oft einen Freundschaftspreis gemacht. Ich hoffe jetzt einfach mal für Sie, daß Sie wirklich keine Journalistin sind, denn wenn ich das, was ich Ihnen jetzt sage, morgen in der Zeitung lese, dann werden Sie sehr schnell merken, was Todesqualen sind.“ „Schon gut. Ich habe nicht vor zu sterben. Wer glauben Sie, daß Pfusch umgebracht haben könnte?“ „Diese Frage erübrigt sich doch, dummes Kind. Wichtig zu wissen wäre, wer ihn umgebracht hat. Offiziell müssen wir natürlich auf die Eslimastin zeigen, aber die waren es dieses Mal wahrscheinlich nicht. Beintolygo darf bei uns nicht verfolgt werden, also müssen wir den Täter an anderer Stelle suchen. Ich persönlich tippe auf eine der Nutten. Es war ja bekannt, daß George nicht immer das bezahlte, was er bestellt hatte. Sie wissen bestimmt was ich meine. Manchmal hat er drei Frauen zu sich, aber nicht bei sich kommen lassen, weil er schon nach eineinhalb Frauen nicht mehr konnte. Da hat es öfter Streit gegeben, weil er nur für die Frauen bezahlen wollte, die er auch durchgeschüttelt hatte, Sie verstehen? Jedenfalls waren die Mädchen nicht immer allzu gut auf ihn zu sprechen.“ „Aber ich bitte Sie. Prostituierte haben in diesem Land ein höheres Einkommen als die Durchschnittsbevölkerung. Von denen bringt keine einen so wichtigen Mann wegen ein paar Dollar um.“ „Woher wollen Sie das wissen? Junge Frau, dazu muß ich hinzufügen, daß Sie die finanziellen Möglichkeiten amerikanischer Schlampen weit überschätzen. Sicherlich hat so eine Nutte keine Steuerabgaben, doch andererseits muß sie die Hälfte ihres Lohns ihrem Beschützer geben und auch die Mafia holt sich gerne ein Stück vom großen Kuchen. Ich spreche da aus Erfahrung, weil ich ja da auch mit drin stecke. Ach, das sollten Sie eigentlich gar nicht erfahren. Ist ja auch egal. Natürlich könnte es auch seine Frau gewesen sein, die verhindern wollte, daß er sich eine Kokainfarm zulegt.“ „Eine Kokainfarm?“ „Selbstverständlich. Was glauben Sie, warum wir die Drogenfelder in Kolumbien vernichten lassen? Damit unsere Gewächse größere Chancen auf dem Markt haben. Wir können die gleiche Qualität bieten, doch nur wir allein verlangen einen viel höheren Preis.“ „Also das finde ich ja unverschämt. Ihr nennt doch diese Drogen illegal und jagt die Verkäufer und Käufer.“ „Na klar. Alles nur, um die Öffentlichkeit zu täuschen. Die Leute im Land dürfen natürlich nicht erfahren, daß von jedem Kilo Kokain, das seinen Besitzer wechselt, der Staat mindestens ein Viertel des Preises kassiert.“ „Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß dieses Geld in den Staatskassen landet.“ „Absolut richtig. Es wäre moralisch falsch, wenn wir dieses schmutzige Geld in die Staatskasse schmeißen würden. Darum nehmen wir es, damit es nicht in die falschen Hände gerät. Augenblick mal! Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, als ob Sie mich hier an den Pranger stellen wollen. Das weise ich entschieden zurück. Wenn diese Schweine vom Kongreß nicht alle Büros von uns Abgeordneten mit Videokameras ausgestattet hätten, dann würde ich Sie nun zur demütigen Buße auffordern.“ „Das kann ich mir vorstellen.“ „Sehr schön. Treiben wir es miteinander in der Phantasie. Immer noch besser als nichts.“ „Nein danke. Ich habe heute schon gegessen und will nicht kotzen. Sie sagen also, daß die Regierung nichts mit dem Mord an Pfusch zu tun hat.“ „So ist es. Was hätten wir von seinem Tod? Außer daß wir jetzt öfter in den Puff können, weil er den Weg freigemacht hat. Nein, wir sind unschuldig. Ich weiß, das haben schon viele behauptet, vor allem wir, doch dieses Mal stimmt es wirklich. Denke ich mir zumindest. Schließlich weiß bei uns die rechte Hand nicht, was die linke tut.“ „Also gut, da muß ich Ihnen wohl glauben. Dummes Zeug. Das bedeutet, daß ich den Mörder woanders suchen muß. Schon wieder Arbeit. Das nervt langsam“, gab Becci zu und verließ das große Büro.
„Also langsam habe ich es endgültig satt. Das war jetzt schon der fünfte Mann, der sich als Mörder von Pfusch ausgegeben hat und sich stellen wollte“, schimpfte Eisenklauer. „War vielleicht doch keine so gute Idee die Fangprämie auf 100000 Dollar zu erhöhen“, vermutete Minton. „Was reden Sie denn da? Das hat doch damit nichts zu tun. Tatsache ist allerdings, daß es den Leuten in unseren Gefängnissen wohl viel zu gut geht. Wie sonst kann ich es mir erklären, daß alle freiwillig ins Gefängnis wollen?“ „Die wollen doch nur das Geld.“ „Sie haben Recht, Minton. Wir müssen im Knast wieder die Sklaverei einführen. Jawohl, so wie früher. Die guten alten Zeiten, als sich der Neger noch dafür entschuldigte daß er schwarz ist und einen nicht verprügelte weil man weiß ist. Aber das allein reicht noch nicht. Auch die Ernährung sollten wir verändern. Mir scheint es, als hätten die Häftlinge an den toten Ratten mit Zuckerguß ihren Geschmack gefunden.“ „Das kann ich aber auch verstehen, Chef. Richtig zubereitet sind sie eine wahre Delikatesse.“ „Ich weiß, Minton, ich weiß. Doch für mich persönlich geht nichts über zwei gebratene Geiereier.“ „Geiereier?“ „Ja, Geiereier. Was glauben Sie wie man danach wieder kann?“ „Ficken?“ „Nein, jetzt nicht. Wir sind im Dienst und außerdem strahlen Sie keine Erotik aus.“ „Ich meinte, ob man mit diesen Geiereiern ficken kann.“ „Weiß ich nicht. Hab ich nicht ausprobiert. Ich hab nämlich noch meine eigenen. Scheißen kann man vielleicht, wenn man die Dinger gefressen hat. Einfach himmlisch.“ „Geschmackssache.“ „Ach was, Minton! Ein guter Furz ist keinem schnurz. Mit dem richtigen Aroma versehen und alle Kenner schnalzen mit der Zunge.“ „Ja, aber dafür schnalzen alle Laien mit der Lunge.“ „Solche Sachen muß man als pensionierter Hosenscheißer in Kauf nehmen. So, kommen wir wieder zu unserem Thema! Die Haftbedingungen sind zu gut. Wir machen es den Häftlingen viel zu leicht. Der Rundgang im Hof darf nicht länger Freigang heißen, das müssen Strafrunden werden, die die laufen müssen, bei denen wir keine Drogen gefunden haben. Ungeheuerlich sowas! Die blockieren total unsere Wirtschaft, indem sie keine Drogen kaufen. Sagen, sie hätten kein Geld. Na und? Wozu sitzen sie denn im Knast? Da müssen sie doch wissen, wie man sich Kröten beschafft.“ „Kröten stehen aber unter Naturschutz, Chef.“ „Ach Minton, wenn Sie nur nicht so schrecklich pingelig wären. Manchmal glaube ich, daß Sie sogar Ihrer Frau den Beischlaf verweigern, wenn sie mal ein Körnchen im Auge hat.“ „Kümmern Sie sich um Ihren eigenen Dreck!“ „Sie haben Nerven. Das versuche ich nun schon seit 25 Jahren, aber ich werde einfach nicht fertig. Schlimmer noch, es wird immer mehr.“ „Da sehen Sie mal, was Sie für Scheiße bauen.“ „Aber ich bitte Sie, Minton, das ist doch unsere Pflicht als gute Staatsdiener. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir unbestechlich, nett und gerecht wären?“ „Keine Ahnung. Kommt ganz darauf an welchen Zug wir nehmen.“ Das Telefon klingelte. „Minton, heben Sie ab!“ „Ich kann doch gar nicht fliegen.“ „Den Hörer, Sie Intelligenzbestie. Und wenn es meine Frau ist, dann sagen Sie ihr, daß ich da bin. Dann legt sie sofort wieder auf.“ „Hallo, hier spricht die Polizei.“ „Ja, schönen guten Tag. Huspen mein Name. Ich wollte mich um die Stelle als Killer von Pfusch bewerben. Wie sieht’s aus, ist die noch frei?“ fragte ein Mann. „Ja, schon, aber was soll denn das?“ „Hervorragend. Ich kann in einer halben Stunde bei Ihnen sein.“ „Warum machen Sie das?“ „Ich weiß doch, daß die Polizei so schnell wie möglich einen Täter braucht. Na ja, ich habe momentan keinen Job und da hab ich mir gedacht, antworte ich halt auf Ihre Annonce.“ „Welche Annonce?“ „Na hören Sie mal! Die war doch in allen Zeitungen. Da stand was davon, daß Sie einen Mörder suchen.“ „Guter Mann, das war ein Steckbrief. Der ist dazu da, um die Bevölkerung um ihre Mithilfe zu bitten. Natürlich suchen wir den Mörder, aber es ist wohl sehr unwahrscheinlich, daß er von sich aus bei uns anruft und sich stellt.“ „Eben. Genau das hab ich mir auch gedacht. Deshalb habe ich Mitleid mit Euch armen Schweinen gekriegt und mir gedacht, es wäre uns allen geholfen, wenn ich den Mörder mache.“ „Das können Sie vergessen!“
„Na Mary, was machst Du denn Schönes?“ wollte ihr Bruder von ihr wissen. Sie hatte dreckige Klamotten an und schimpfte: „So ein Betrug! So ein hundsgemeiner Betrug!“ „Aber Du bist ja völlig dreckig. Sag mal, warum liegt denn das Auto auf dem Dach?“ „Eine Schweinerei, was die mir da erzählt haben. Die wollten mich nur verarschen. Da haben sie mir was von einer tollen Sportart berichtet und ich hab mir gedacht, jawohl, das kann ich auch. Und jetzt so ein Reinfall!“ „Ganz langsam. Worum geht es eigentlich? Was für eine Sportart?“ „Golf natürlich. Die haben behauptet, daß man beim Golf ein Ding in ein Loch bringen muß. Aber das geht nicht. Erstens ist dieses Auto viel zu schwer und zweitens gibt es keine so großen Löcher.“ „Oh doch, die gibt es. In Deinem Hirn zum Beispiel. Die Sportart heißt doch nur Golf, hat aber mit dem Auto überhaupt nichts zu tun. Beim Golfspielen muß man einen Ball in ein Loch schlagen.“ „Das ist dann aber Ballquälerei.“ „Stimmt. Das müssen wir sofort Emnasty International melden. Wir können es nicht zulassen, daß in unserer humanen Gesellschaft Golfbälle geschlagen werden. Schließlich hat man die Prügelstrafe abgeschafft.“ „Genau. Wir leben schon in einem tollen Land. Es gibt keine Prügelstrafe, aber eine Todesstrafe. Als ob der Tod nicht so schlimm wäre.“ „Egal. Aber dann müßten wir ja Football, Tennis und Eishockey auch verbieten. Sogar Baseball. Überall werden Bälle oder Scheiben geschlagen.“ „Hilft alles nichts. In solchen Sachen muß man hart bleiben. Was ist wichtiger? Eine Sportart oder das unversehrte Leben eines Balles?“ „Wenn ich mir Deine flachen Brüste so anschaue, dann doch die Sportart.“ „Schweinerei! Ich weiß gar nicht was Du hast. Würde ich mir die Dinger aufpumpen, dann wärst Du auch zufrieden, obwohl sie nicht echt wären.“ „Tja, so ist das halt. Es kommt nur auf das Äußere an. Glaubst Du etwa, daß wir Männer auf pralle Brüste stehen, weil da Milch drin ist?“ „Reden wir von was Anderem: Wir sind jung, wir sind reich, wir brauchen nichts arbeiten und verdienen trotzdem Geld. Nie gedacht, daß das Leben so schön sein kann. Aber auch verdammt langweilig.“ „Und wie! Alle Anderen gehen in die Schule oder in eine Arbeit oder sitzen unter einer Brücke, die haben alle was zu tun. Nur wir nicht. Also sollten wir wieder mal etwas anstellen.“ „Was machen wir dieses Mal? Wieder einen Auftragsmord?“ „Nein, nicht immer dasselbe. Wie wäre es denn mit so einem kleinen Hochwasser?“ „Und was soll das bringen?“ „Die Leute könnten nicht zur Arbeit und würden sich genauso langweilen wie wir.“ „Toll. Bringt uns aber nichts, weil uns dann immer noch langweilig ist. Wir bräuchten was Besseres. Genau. Wir klauen unseren Leibwächtern die Kanonen.“ „Ach nein. An denen spiele ich doch so gern rum. Drogen schmecken mir auch schon lang nicht mehr. Es ist schon irgendwie grausam. Da sind wir völlig frei und ungebunden und trotzdem gefesselt.“ „Das ist es. Wir machen wieder so lustige Fesselspiele!“ „Oh ja! Mit Peitschen und heißem Fett. Das macht Spaß.“ Begeistert begaben sie sich ins Haus, wo sie wenig später ein Zimmer betraten, in dem bereits alles vorbereitet war. „Unsere kleine Folterkammer“, meinte Mary lächelnd. „Hier ist es wirklich am schönsten. Nur Deinen Kopf haue ich nicht mehr gegen die Wand, weil es sonst noch größere Folgeschäden gibt“, glaubte ihr Bruder. „Aber das hat mir immer am besten gefallen. Mit voller Wucht gegen den Beton. Weißt Du was? Ich zünde Dich jetzt an.“ Mary dachte nicht lange nach, nahm einen Flammenwerfer zur Hand und steckte ihren Bruder in Brand. Der begann fürchterlich zu schreien und wie wild durch das Zimmer zu rasen. „Oh ist das heiß!“ brüllte er. „Siehst Du? Ich wußte doch, daß es Dir gefällt. Hey, Du wirst ja ganz rot. Donnerwetter, Du brennst echt wie Zunder. Na ja, bevor Du mir verkohlst, mache ich Dich lieber naß.“ Sekunden später ergoß sich ein feuchter Wasserstrahl über das brennende Haupt ihres Bruders, jedoch brannte der weiter. „Oh oh! Ich sollte wohl besser die Feuerwehr rufen“, bemerkte sie, während er aus dem Haus stürmte und in den Swimmingpool sprang. „Du blöde Schlampe! Willst Du mich umbringen!“ schrie er darin. „Was denn? War doch ein schönes Feuerwerk.“
„Kommen wir nun zum Prunkstück unseres Gebäudes: Das ist natürlich der Tresor“, erzählte Darmstrong und öffnete eine Tür. „Wow, ist der groß“, staunte Darling. „Natürlich. Darin befinden sich die Einnahmen unserer Kirche. So halten wir die Leute bei uns. Freiwillig würden sie nicht bleiben, also müssen wir Druck machen. Es gibt nämlich welche, die nicht auf unsere Gehirnentleerung ansprechen. Wie wäre es denn, wenn man mit Ihnen so ein kleines Hauditing machen würde?“ „Jetzt nicht, ich bin im Dienst. Außerdem muß ich da erst meine Mami fragen, ob ich das überhaupt darf.“ „Ich bitte Sie, Sie sind doch erwachsen.“ „Nur auf dem Papier. Den Rest erledigt meine Mutter. Die bekommt sogar noch Geld vom Staat für mich.“ „Nicht schlecht. Solche Abzocker können wir hier gut gebrauchen. Wissen Sie, wir von Beintolygo wollen ja unbedingt die Polizei unterwandern und da haben wir uns gedacht, daß Sie uns sicherlich ein paar gute Tips geben könnten.“ „Kein Problem. Es gibt bei uns viele undichte Stellen. Der Hausmeister kommt nicht mal mit dem Reparieren hinterher. Fast jeder Polizist hat seine eigenen Affären und Skandale, so daß man sie problemlos erpressen kann. Auf diese Art und Weise bin auch ich zur Polizei gekommen. Ich war arbeitslos, hatte keine Perspektive und da ging ich eines Nachts durch die Stadt. Auf einmal tauchte ein Polizist bei mir auf und wich mir nicht mehr von der Seite. Als ich ihn fragte was er wolle, sagte er, er wolle mich vor Vergewaltigern beschützen. Es waren aber keine in der Nähe und da wurde er aufdringlich. Ich habe ihn deswegen zur Rede gestellt und er hat gesagt, daß er mich besser kennen müsse, um mich leichter beschützen zu können. Da wußte ich was er wollte und schaffte es zu meinem Glück noch, ihn zu mir nach Hause zu schleppen. Dort nahm ich unseren Sex auf und brachte das Video zur Polizei. Zwei Tage später wurde ich eingestellt.“ „Nicht schlecht. War er denn wenigstens gut?“ „Nein. Hätte er seinen Polizeiknüppel nicht dabei gehabt, wäre überhaupt nichts gegangen. Ich glaube aber, daß sie den genau deswegen haben. Ganz ehrlich: Hätte dieser Mann in jener Nacht keine Uniform angehabt, dann hätte ich ihn für einen Vergewaltiger gehalten. Halt, damit beleidige ich ja die guten Vergewaltiger, die es wirklich drauf haben. So, genug von mir gequasselt. Hallo, hier bin ich. Wieso starren Sie immer auf meine Brüste?“ „Was?“ „Ich spreche mit dem Mund.“ „Na und? Ich schaue das an, was mir gefällt. Außerdem höre ich Sie ja.“ „Machen Sie sich keine Hoffnungen. Drehen wir den Spieß mal um: Ich stelle die Fragen, Sie geben die Antworten.“ „Sie sind ja eine richtige Domina.“ „Haben Sie eine Ahnung. Wenn ich eine wäre, dann hätte ich Ihnen schon einen Zigarettenstummel ins Auge gedrückt, weil Sie meine Titten so begaffen.“ „Ich hätte da auch einen Stummel.“ „Jetzt nicht. Ich hatte erst vor acht Wochen Sex, das hat mir gereicht. So, fangen wir an: Was hat Pfusch bei Euch gemacht?“ „Gepfuscht natürlich. Nein, jetzt aber Ernst beiseite: Pfusch war unser Beitrag zur Unterwanderung der Behörden.“ „Was soll denn der ganze Scheiß? Wir sind hier in Amerika, da gibt es überhaupt nichts zu unterwandern. Beintolygo ist für uns eine wichtige gesellschaftliche Gruppe, ohne die es nicht geht. Das wissen sogar wir von der Polizei. Also, was hat Pfusch so gemacht?“ „Das müssen Sie schon seine Freunde in der Regierung fragen. Uns hat er jedenfalls eine Menge Geld gebracht und mit dafür gesorgt, daß wir strafrechtlich nicht verfolgt werden können. Pfusch war ein guter Mann. Er hatte selbst einen Plan ausgearbeitet, wie wir die Weltherrschaft erreichen können. Vielleicht hat jemand diesen Plan gefunden und ihn deshalb umgebracht.“ „Alles nur Vermutungen. Könnte es nicht sein, daß ihn jemand aus Ihrer Gruppe umgebracht hat?“ „Ich habe meine Gruppe unter Kontrolle. Außerdem bringt Ihnen das alles eh nichts. Sie dürfen sowieso keine Beintolygen verhaften, also müssen Sie schon woanders nach dem Täter suchen. Wir machen das schließlich auch.“ „Habe ich das richtig gehört? Sie suchen ebenfalls den Täter?“ „Selbstverständlich. Ein Beintolyge, der umgebracht wurde, muß gerächt werden. Wir werden nicht ruhen bis wir den Mörder finden und wenn wir dafür alle Menschen umbringen müssen.“ „Hört sich gut an. Endlich mal jemand, der von seiner Aufgabe überzeugt ist. Leute wie Sie braucht unser Land. Aber daß eines klar ist: Sollten Sie den Mörder vor uns finden, dann wird er schön in eine Kiste gepackt, gut verschnürt und uns zugeschickt. Unsere Adresse finden Sie an allen Postämtern und Straßenschildern.“ „Das interessiert uns nicht. Sollten wir den Mörder finden, werden wir ihn erstmal binden, danach bekommt er einen Hirncrashkurs, den er nicht so leicht verkraften wird. Alles Andere wird sich zeigen. Wir diskutieren momentan darüber, ob wir ihn vierteilen, in Salzsäure auflösen, kochen oder vielleicht doch in kleine Scheiben schneiden sollen.“ „Sie sind vielleicht dumm. Für so etwas haben wir doch den elektrischen Stuhl.“ „Was wollen Sie denn mit dem elektrischen Stuhl? Der schreckt doch heutzutage niemanden mehr ab. Echte Folter ist angesagt. Der elektrische Stuhl ist an Harmlosigkeit nicht mehr zu überbieten. Wie sonst erklären Sie es sich, daß es nach wie vor eine so hohe Anzahl von Gewaltverbrechen im Land gibt? Immer noch werden Leute umgebracht, obwohl die Mörder wissen, daß sie dafür auch getötet werden. Ich finde, daß die Regierung da etwas moderner werden sollte. So bin ich dafür, daß alle Kinder einmal in den ersten Schuljahren auf einem elektrischen Stuhl probesitzen sollten, damit er ihnen später nicht so fremd vorkommt. Wir aber wollen ja verhindern, daß jemals wieder ein Beintolyge umgebracht wird. Und deshalb müssen wir den Leuten klarmachen was mit ihnen geschieht, sollten sie so etwas tun. Schließlich ist es eine Todsünde, einen Beintolygen zu töten.“ „Da sind wir uns mal wieder einig. Ehrlich gesagt habe ich meinen Job schon lange satt. Am Anfang war es ja noch ganz schön, als sich jeder Schwanz persönlich vorgestellt hat, aber inzwischen nervt das nur noch.“ „Sie sagten doch, daß Sie seit acht Wochen keinen Sex mehr gehabt haben.“ „So ist es. Ich unterscheide ja zwischen Sex und Vergewaltigung. Wenn ich nach jeder Vergewaltigung eine Anzeige aufgeben würde, dann hätte die Polizei dauernd was zu tun. Aber das wäre ja peinlich, wenn sich die Polizisten selbst verhaften müßten.“ „Sehen Sie, da haben es wir bei Beintolygo viel besser. Bei uns wird man nur von einer Person vergewaltigt, das heißt, nur wenn man eine Frau ist.“ „Wenn Mann eine Frau ist. Treibt es Ihr Chef etwa nur mit Transvestiten?“ „Nein. Nicht nur. Doch mehr darf ich Ihnen dazu nicht sagen, weil ich ja der geistlichen Schweigepflicht unterliege.“ „So so. Na gut. Wenn Sie mir ein paar Tips geben können, dann tun Sie das bitte.“ „Sie sollten keinen Büstenhalter mehr tragen, dann müssen die Männer, die Sie vergewaltigen, nicht so lange rumwurschteln, sondern haben direkten Zugriff. Außerdem sollten Sie sich rote Slips kaufen, weil es dann nicht auffällt, wenn Sie Ihre Periode haben.“ „Ich habe jetzt eigentlich was Anderes gemeint. In Bezug auf den Mörder.“ „Ach ja, der Mörder. Richten Sie ihm schöne Grüße aus und sagen Sie ihm, er soll mal vorbeikommen.“ Darling errötete. „Wie kommen Sie denn darauf?“ „Ich habe Ihnen doch schon gesagt, daß ich überzeugt davon bin, daß Sie den Mörder kennen und ich habe in den letzten Minuten meine Meinung nicht geändert. Ich finde es schon lustig, was Sie da machen. Sie tun so, als ob Sie den Mörder suchen würden, obwohl Sie in Wahrheit nur den suchen, der so schlecht geschossen hat.“ „Richtig. Der Kandidat hat 100 Punkte. Jetzt müßten Sie nur noch wissen wer der Mörder war und schon könnten Sie den Jackpot knacken.“ „Will ich gar nicht. Das Geld würde eh alles im Tresor landen. Aber Sie könnten sich damit ein schönes Leben machen. Überlegen Sie sich nur: Ein Sonnenaufgang an einem Strand. Und das Tag für Tag. Sagen Sie nicht, daß Sie davon nie geträumt haben.“ „Doch, das sage ich.“ „Mist! Wieder nichts mit der Telepathie. Was sind denn dann Ihre Wünsche?“ „Ich wünsche mir einen Vibrator, der den Müll rausträgt.“ „Sie können wohl nie genug kriegen. Sich erst vergewaltigen lassen und dann das noch. Sind Sie denn mit den normalen Vibratoren nicht zufrieden?“ „Nein, da sind immer die Batterien gleich alle.“
„Ach ja, damit Du Bescheid weißt. Ich habe Dich beim Glücksrad angemeldet“, erzählte der Geschäftspartner dem Killer. „Ich will aber nicht beim Glücksrad mitspielen.“ „Brauchst Du auch nicht. Du bist der Begriff, der gesucht wird.“ „Und wie heißt die Frage?“ „Keine Ahnung, das muß erst noch geklärt werden. Jedenfalls wollen die nach der Runde ein Interview mit Dir machen. Ich will, daß Du Dich gut darauf vorbereitest, damit Du uns nicht blamierst. Schließlich sollst Du ja auch für meine Firma Werbung machen.“ „Und was ist dabei für mich drin?“ „Eine Herabsetzung meiner Geldforderungen auf 60000 Dollar.“ „Einverstanden. Aber eines sage ich Dir: Sollte irgendwie der Mord an Pfusch im Gespräch auftauchen, dann sind unsere geschäftlichen Verbindungen auf der Stelle beendet.“ „Das würde Dir so passen. Nichts da. Wir bleiben ein Team, weil ich Dich sonst verpfeife und mir die Belohnung greife, Du Pfeife! Ich bin hier der Boß und Du machst was ich Dir sage.“ „Du bist ja noch schlimmer als meine Ex.“ „Wieso?“ „Die hat den ganzen Tag von mir verlangt, daß ich ihr ein Kreuzworträtsel auf den Rücken tätowiere.“ „Wozu soll denn das gut sein?“ „Sie hoffte, daß sie als erster Mensch auf dem Rücken Augen bekommt.“ „Was soll der Scheiß?“ „Dazu muß ich etwas weiter ausholen.“ „Au! Warum schlägst Du mich?“ „Tut mir leid. Sie hatte da so eine Theorie, nach der man auf dem Rücken Augen bekommen würde, sobald darauf etwas Interessantes stehen würde. Tja und da mußte es halt ein Kreuzworträtsel sein.“ „Und wie ist es weitergegangen?“ „Na ja, ich habe ihr ein Kreuzworträtsel aufgemalt und dann haben wir gewartet. Stunden, Tage, Vollmonde. Irgendwann meinte ich, daß ihre Theorie falsch wäre. Da hat sie zu schreien angefangen und behauptet, daß ich ein viel zu leichtes Kreuzworträtsel gemacht hätte. Na ja, danach habe ich ein viel schwereres Kreuzworträtsel gemacht.“ „Was bedeutet das?“ „Sie war das Kreuz. Ich habe sie gekreuzigt, weil ich ihr Geplärre nicht mehr ertragen habe. Aber das war ein Fehler. Am Kreuz hat sie noch lauter geschrien. Als dann die Nachbarn geschrien haben, daß sie aufhören solle zu singen, habe ich ihr Knoblauch ins Maul gesteckt. Daran ist sie erstickt und ich wäre fast erstunken. Deshalb habe ich das Fenster aufgemacht, aber das war auch verkehrt. Nach ein paar Tagen ist nämlich ihr Verwesungsgeruch abgezogen und durch die Stadt geflogen. Man hat mich wegen Geruchsbelästigung angezeigt und seitdem ist das Fenster zu.“ „Wann war das?“ „Vor einem Jahr. Ach du Scheiße, die hängt ja immer noch am Kreuz.“ „Das glaubst Du doch selber nicht.“ „Doch, natürlich. Vor zwei Wochen ist der Mietvertrag abgelaufen und ich habe die letzte Rate bezahlt. Da hat mir mein Vermieter mitgeteilt, daß nach mir eine religiöse Familie in meine Wohnung einziehen würde und darum hat er mich gebeten, daß ich den lebensgroßen Jesus dort lassen solle.“ „Seit wann hat Jesus Brüste?“ „Mir egal. Der hat das nicht gecheckt und bis es diese Familie kapiert, ist es schon verjährt. Allerdings hat sich mein Vermieter gewundert, warum es bei mir so stinkt. Da habe ich ihm gesagt, daß das daran liegt, daß er soviel Scheiße redet und dann hat er gelacht und meine Kündigung zerrissen. Daraufhin habe ich gelacht und ihn zerrissen. Natürlich nur ein kleines bißchen. Er hat es überlebt und mir sogar verziehn, glaube ich.“ „Woher weißt Du das?“ „Ich vermute es nur. Schließlich ist es ja kein Zuckerschlecken seit zwei Wochen im Koma zu liegen. Aber der ist selber schuld. Wieso legt er sich mit mir an?“ „Schon gut, ich habe verstanden. Ich sollte mich lieber von Dir trennen.“ „Ach was! Eigentlich bin ich ja überzeugter Pazifist. Nur manchmal muß ich ein paar Leute umbringen. Einmal weil es zum Beruf gehört und zum Anderen weil das Krote Reuz auf das Blut meiner Opfer angewiesen ist.“ „Du arbeitest für das Krote Reuz?“ „Nur so nebenbei. Bringt auch noch ein paar Dollar extra ein. Für den Liter zahlen die momentan acht Dollar. Leider sind die Preise im Moment ziemlich weit unten, weil es doch sehr viele Berufskiller gibt, die dem Kroten Reuz ihr frisch gezapftes Blut liefern. Aber am schlimmsten sind ja die, die ihren eigenen Blutmix mischen und verkaufen.“
Für Will Minton kamen nun die angenehmen Seiten des Lebens. Er durfte endlich die Witwe des Verstorbenen aufsuchen, was er mit großer Freude tat. „Guten Tag, Frau Pfusch. Erst einmal wollte ich Ihnen mein herzliches Beileid ausdrücken“, begann er. „Na ja, immer noch besser als einen Pickel. Ich weiß, daß Sie ein Polizist sind, denn kein falscher Bulle hat so eine dreckige Uniform.“ „Die ist doch sauber.“ „Schaun Sie sich mal die Gegend um Ihren Reißverschluß an. Entweder schneit es dort um diese Jahreszeit, oder Sie haben leichte Orientierungsprobleme beim Onanieren.“ „Pah! So etwas habe ich doch nicht nötig. Ich habe genügend Leute, die mir Rechenschaft ablegen müssen und wenn ich mit ihnen nicht zufrieden bin, dann müssen Sie mir beweisen, daß Sie mit Ihrem Mund nicht nur reden können.“ „Sie sind ja ein richtig perverses Schwein. Herzlich willkommen. Womit kann ich Ihnen dienen?“ „Das ist die richtige Einstellung. Wie Sie wissen suchen wir den Mörder Ihres Mannes.“ „Und was wollen Sie da von mir?“ „Sex. Harten, geilen, endlosen Sex. Aber das muß noch ein bißchen warten. Ich habe meinen Gehaltsscheck noch nicht bekommen, bin im Moment fast pleite und kann mir deshalb keine Potenzpillen kaufen.“ „Aber das haben Sie doch nicht nötig. Sie haben doch so einen großen Knüppel.“ „Schon. Doch wissen Sie, ich mache es schon lieber mit meinem eigenen Teil. Der Knüppel gehört dem Staat. Genug pervertiert. Kommen wir endlich zur Sache: Wer hat Ihren Mann umgebracht? Waren es Sie, Sie oder vielleicht Sie?“ „Nein, nein, nein. Da muß ich Sie leider enttäuschen.“ „Besser Sie enttäuschen mich jetzt als später im Bett.“ „Ich bitte Sie. Ich bin frisch verwitwet, was bedeutet, daß ich in der ersten Woche nach dem Tod meines Mannes keinen Geschlechtsverkehr haben darf.“ „Kein Problem. Ich zeige Ihnen ein paar besonders staatliche Stellungen und wir nennen das Ganze dann Verkehrsunterricht.“ „Ich weiß nicht. Irgendwas läuft da verkehrt. Meine Gebärmutter hüpft vor Freude wenn Sie Ihr ekliges Gesicht sieht, aber mein Verstand sagt mir ich sollte die Finger von Ihnen lassen, weil Sie verheiratet sind.“ „Ach was! Gut, ich habe auch so einen Trauerschein, aber eigentlich bin ich schon geschieden.“ „Das zählt hier nicht. Sie wissen doch was passiert, wenn man in diesem Land einen verheirateten Mann des nichtehelichen Geschlechtsverkehrs überführt?“ „Klar weiß ich das. Er wird Präsident. Sie haben Recht, das will ich auf gar keinen Fall. Wer war denn jetzt der Mörder Ihres Mannes?“ „Wissen Sie, darüber habe ich auch schon nachgedacht? Darum habe ich einfach mal eine Liste mit den Namen von all den Leuten aufgeschrieben, die einen Grund gehabt hätten, meinen Mann umzubringen. Hier ist sie.“ Frau Pfusch übergab Minton einen dicken Aktenordner. „Ist das alles?“ fragte der. „Wo denken Sie hin? Das sind alle, deren Nachname mit einem A beginnt. Ich dachte, das reicht erstmal.“ „Natürlich. Aber was mache ich, wenn der Mörder mit einem Z beginnt?“ „Von hinten anfangen.“ „Oh ja, gute Idee. Runter mit der Hose und Beine breit!“ „Herr Polizist, Sie wissen doch gar nicht wie das ist. Wollen Sie tatsächlich dorthin, wo schon so viele Andere vor Ihnen gewesen sind?“ „Klar. Das bedeutet, daß es bei Ihnen Qualität gibt.“ „Vielen Dank. Jetzt geht es aber noch nicht. Momentan finden gerade wichtige Arbeiten in meinem Darm statt und ich will nicht, daß Sie danach Dreck am Stecken haben.“ „Keine Sorge. Davon habe ich mehr als genug. Aber wenn es so viele Verdächtige gibt, dann brauchen wir ja Jahre, bis wir den Mörder finden.“ Es war schon lustig. Minton, der wahre Mörder von Pfusch, tat so, als wäre er der gute Polizist, der vor einem riesigen Berg steht und nicht weiß wie er rauf kommt. Momentan drückte ihn aber das Verlangen und er wollte ganz woanders rauf. Da sich jede/r denken kann, was gemeint ist, lassen wir nähere Details außen vor und widmen uns wieder der frommen Unterhaltung der beiden Menschen. „Wie wäre es denn, wenn wir die Öffentlichkeit bitten würden, daß sie in diesem Fall hilft?“ „Unmöglich. Stellen Sie sich vor, irgend so ein stinknormaler Bürger würde den Mörder finden. Furchtbar! Dann würden die Leute sagen, daß sie keine Polizei mehr brauchen und das wäre unser aller Ende. Nein, auch wenn es zwei Jahrzehnte dauert, ich werde nicht ruhen, bis der Mörder Ihres Gatten hinter Schloß und Riegel ist.“ „Kann man denn da nicht dem Mörder ein bißchen entgegenkommen? Immerhin hat er mit seiner Tat vielen Menschen eine große Freude gemacht. Es war ja nun wirklich nicht so, daß mein Mann ein Engel war. Schon eher das Gegenteil.“ „Ein Bengel also. Na ja, mein Bengel meldet sich auch immer stärker zu Wort und wenn ich ihm nicht bald gebe was er will, dann wird er zu randalieren anfangen.“ „Behalten Sie Ihre Freudentropfen für sich! Hier geht es um wichtigere Dinge. Vielleicht sollte ich doch in der Zeitung inserieren und den Mörder auffordern, sich bei mir zu melden.“ „Ich bitte Sie. So etwas funktioniert doch auf gar keinen Fall. Einfach lächerlich. So eine Idee kann doch nur von einer Frau kommen. Welcher Mörder ist denn so blöd und fällt auf so etwas herein? Außerdem: Wie wollen Sie ihn denn locken?“ „Mit 100000 Dollar.“ „Einverstanden. Her mit dem Geld!“ „Ach, Sie sind einfach zu komisch. Sie haben doch nicht meinen Mann umgebracht.“ „Woher wollen Sie das wissen?“ „Sie können ja nicht mal schießen.“ „Oh doch, das kann ich. Zumindest leere Sprüche in den Wind. Überlassen Sie die Suche nach dem Mörder Ihres Mannes uns, Frau Pfusch. Das ist eine Sache für Profis.“ „Und wie viele von diesen Profis arbeiten an diesem Fall?“ „Drei.“ „Drei? Doch soviel.“ „Ja, da haben Sie Recht, das ist schon rekordverdächtig. Nicht einmal Dennekys Mörder hatte so viele Verfolger.“ „Aber da finden Sie den Mörder doch nie.“ „Genau darum geht es. Wir teilen so wenig Polizisten für die Suche ein, die tun alles was in ihrer Macht steht und am Ende sind alle aus dem Schneider.“ „Der Mörder aber auch.“ „Das ist ja der Sinn der Sache. Unser neues Mörderschutzprogramm zur Entlastung der elektrischen Stühle.“ „Wäre es da nicht sinnvoller, neue zu bauen?“ „Aber nicht doch. Da ist doch so eine elektrische Eisenbahn viel schöner. Jedenfalls kann ich Ihnen versichern, daß ich nicht ruhen werde, bis wir den Mörder gefunden haben. Aber jetzt habe ich Feierabend. Das heißt, ich bin außer Dienst und absolut spitz. Wie wäre es denn mit einer Nummer, damit vertreibe ich Dir Deinen Kummer.“ „Ich habe aber gar keinen Kummer.“ „Dann mach ich Dir einen. Wo warst Du überhaupt an dem Abend, als Dein Mann ermordet wurde? Ich habe niemanden im Haus entdeckt.“ „Seit wann dürfen Sie mich duzen?“ „Nach Dienstschluß darf ich alles.“ „Na, na. An die Gesetze müssen auch Sie sich halten.“ „Falsch gedacht. Also, wo waren Sie?“ „Ihre Dienstzeit ist doch zu Ende. Was soll dann diese Frage?“ „Reine Neugierde.“ „Na gut. Ich war bei einer Freundin.“ „Super. Fahren wir hin und dann gibt’s einen flotten Dreier.“ „Nein, lieber nicht. Meine Freundin steht nicht auf Polizisten.“ „Aber mein Schwanz steht auch bei ihr. Kleine Kostprobe gefällig?“ „Nein, bitte nicht. Wenn Sie keine Fragen mehr an mich haben, dann gehen Sie bitte.“ „Oh, ich habe noch so viele Fragen. Welche Größe haben Ihre Ohrringe?“ „Was geht Sie das an?“ „Keine Ahnung. Aber solange ich Fragen stelle, darf ich bleiben.“ „Das reicht. Schaun Sie lieber, daß Sie den Mörder meines Mannes finden. Bevor Sie ihn einsperren, bringen Sie ihn bitte noch bei mir vorbei.“ „Wozu?“ „Ich will mich bei ihm für seine Tat bedanken.“ „Keine Ursache.“ „Doch nicht bei Ihnen. Sie sind doch nur ein kleiner Bulle.“ „Oh nein. Ich bin ein ausgewachsener Zuchtbulle mit den besten Werten. Alles tiptop in Schuß bei mir. So jemanden wie mich kriegen Sie nie wieder, glauben Sie mir. Also, verpassen Sie nicht diese einmalige Gelegenheit, sich ein bißchen Feuer ins Haus zu holen.“ „Jetzt haben Sie aber genug Werbung für sich gemacht.“ „Nein, das reicht noch lange nicht. Ich werde den Eindruck nicht los, daß Sie die Auftraggeberin dieses Mordes waren.“ „Unsinn. Wie kommen Sie denn darauf?“ „Man könnte meinen, daß Sie jetzt glücklicher sind. Hat das denn nicht etwas mit dem Tod Ihres George zu tun?“ „Nein, überhaupt nicht. Ehrlich gesagt ärgere ich mich, daß ich nicht auf diese tolle Idee gekommen bin, ihn umbringen zu lassen. Leider hab ich nie so wundervolle Absichten. Na ja, Hauptsache, es hat sich jemand meiner erbarmt.“
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