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DR. SARAH BALLANTYNE

& ALAENA HABER

Heilende

Küche

Über 175 Paleo-Rezepte gegen

Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes

und Autoimmunerkrankungen

– vollwertig, schnell für jedes Budget

Rezeptfotos von Alaena Haber


Impressum

Alaena Haber, Dr. Sarah Ballantyne

Heilende Küche

Über 175 Paleo-Rezepte gegen Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes und Autoimmunerkrankungen – vollwertig, schnell und für jedes Budget

1. deutsche Auflage 2021

ISBN: 978-3-96257-207-5

© 2021 Narayana Verlag GmbH

Titel der Originalausgabe:

The healing kitchen

175+ Quick & Easy Paleo Recipes to Help You Thrive

Copyright © 2015 Alaena Haber and Sarah Ballantyne

All Rights Reserved.

Published by arrangement with the original publisher,

Victory Belt Publishing Inc. c/o Simon & Schuster, Inc.

Übersetzung aus dem Englischen: Simone Fischer

Rezeptfotografien: Alaena Haber, außer folgende:

Sarah Ballantyne (Salatsuppe)

Meagan Klementowski (Pfirsich-Grünkohl-Sommersalat,

Carnitas aus Rind- oder Schweinefleisch)

Portrait Fotografie von Dawn Brewer und Meagan Klementowski

Satz: Linda Brummack

Coverlayout: © Nicole Laka, www.nima-typografik.de

Coverabbildungen: © Gleaminvisible, © Olga Zakharova

Herausgeber:

Unimedica im Narayana Verlag GmbH,

Blumenplatz 2, D-79400 Kandern

Tel.: +49 7626 974 970–0

E-Mail: info@unimedica.de

www.unimedica.de

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Die Empfehlungen in diesem Buch wurden von Autorinnen und Verlag nach bestem Wissen erarbeitet und überprüft. Dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Weder der Autor noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

Für Jeff und David,

alias unsere fantastischen Ehemänner.

Unsere Gesundheit wäre ohne eure Liebe

und Unterstützung nicht möglich – ohne euch

würde es dieses Buch nicht geben.


Inhaltsverzeichnis

Alaenas Geschichte

Sarahs Geschichte

Einleitung

KAPITEL 1 Was ist gesunde Ernährung?

Das Problem mit den US-Ernährungsrichtlinien

Eine bessere Art zu essen

Ist das die Steinzeit-Ernährung?

Grundlegendes über Nährstoffe

Funktionelle Lebensmittel

Die dunkle Seite der Lebensmittel

Das Gute gegen das Schlechte abwägen

KAPITEL 2 Heilung durch Nahrung

Wie können Lebensmittel Entzündungen reduzieren?

Eliminierung und Wiedereinführung

Weitere wichtige Faktoren

KAPITEL 3 Die richtige Ernährung

Die Lebensmittelgruppen der heilenden Küche

Erlaubte Lebensmittel

Nicht erlaubte Lebensmittel

Lebensmittelqualität

Einkaufen

Essen mit kleinem Budget

Zurück in die Küche

Unterwegs essen

Verwandeln Sie Ihre Küche in eine heilende Küche

Zutaten austauschen

Kräuter, Gewürze und Gewürzmischungen

Reste neu erfinden

Multitasking in der Küche

Batch Cooking

Ran ans Kochen (und Heilen)!

KAPITEL 4 Essenspläne und mehr!

Allgemeiner Essensplan Nr. 1

Allgemeiner Essensplan Nr. 2

Allgemeiner Essensplan Nr. 3

Allgemeiner Essensplan Nr. 4

One-Pot-Essensplan für Leute, die nicht gerne abwaschen

5-Zutaten-oder-weniger-Essensplan für Leute, die es etwas einfacher mögen

20-Minuten-oder-weniger-Essensplan für Leute, die keine Kochfans sind

On-the-go-Essensplan für Vielbeschäftigte

Familienfavoriten – auch für Kinder!

Essensreste neu erfunden: für Leute, die Abwechslung mögen

Batch Cooking Essensplan Nr. 1

Batch Cooking Essensplan Nr. 2

KAPITEL 5 Basisgerichte


Worcestersauce

Knoblauchsauce

Karamellisierte Zwiebeln

Gerösteter Knoblauch

Knochenbrühe

Griechisches Dressing

Honig-Balsamico-Dressing

Erdbeer-Limetten-Dressing

Caesar Dressing

Knoblauch-Dill-Ranch-Dressing

Einfacher Beilagensalat

Avocado-Mayonnaise

Süße Marinara-Sauce

Köstliche Bolognese

Tzatziki

Schnelles Pesto

Mango-Guacamole

Koriander-Chimichurri

Würzige Carolina-Barbecuesauce

Blumenkohl-Sauce

Dünner Pizzaboden

Kochbananen-Wraps

Gewürzmischungen

KAPITEL 6 Frühstücksgerichte


Antioxidativer Frühstückssmoothie

Würziger Kürbis-Smoothie

Hühnchen-Röstis

Knoblauch-Kräuter-Frühstücksfrikadellen

Amerikanische Frühstücksfrikadellen

Mit Speck umwickelte Apfel-Zimt-Fleischbällchen

Speck-Kräuter-Frikadellen

Frische Kräutersauce

Frühstücksfrikadellen-Sandwich mit Sauce

Pancakes aus dem Ofen

Zimt-Rosinen-Porridge

Gebackenes Karotten-Bananenbrot-Porridge

Kandierter Würzspeck

Wohlfühl-Frühstücksauflauf

Cremige Caesar-Rinderhack-Pfanne

Griechische Lammpfanne

Knusprige Lachspfanne

Ollies variable Frühstückspfanne

KAPITEL 7 Suppen und Salate

Heilende Basissuppe

Hamburger-Eintopf

Lachssuppe mit Speck

Geröstete Fenchel-Pastinaken-Suppe mit Zitrustopping

Kürbis-Chili

Hühnchen-»Tortilla«-Suppe

»Käsige« Brokkolisuppe

Wassermelonen-Gazpacho

Herzhafter heilender Rindfleischeintopf

New England Muschelsuppe

Salatsuppe

Caesar Salat

Antipasti-Salat

Süß-rauchiger Wellness-Salat

Grillhähnchen-Souvlaki-Salat

Wurzelgemüse-Rucola-Salat

Fenchel-Mandarinen-Salat

Hähnchen-Erdbeer-Salat

Frischer Thunfischsalat

Feigen-und-Grünkohl-Salat mit Kokos

Pfirsich-Grünkohl-Sommersalat

Räucherlachs-Kartoffelsalat

Getreidefreies Taboulé

Grüner Thai-Mango-Salat

Tropischer Brokkolisalat

KAPITEL 8 Einfache Hauptgerichte


Rinderpastete

Westküsten-Burritos mit Gurken-Pico-de-Gallo

Rinderbrust mit Sauce

Carnitas aus Rind- oder Schweinefleisch

Taco-Fest

Grillsteak mit Gurkennudeln

Kräuter-Hackbraten mit karamellisierten Zwiebeln

Süßer & herzhafter Shepherd’s Pie

Entzündungshemmende Fleischbällchen

Mediterrane Lammfleischbällchen

Spaghetti mit Fleischsauce

Rindfleisch-Pilz-Risotto

Burger

Karibisches Schweinefleisch

Rosmarin & Schinken Stromboli

Hawaiianisches Pulled Pork

BBQ Pulled Pork

Schweinelende mit Knoblauch und Rosmarinkruste

Schnelle Shanghai-Pfanne

Zimt-Schweinefleisch mit Apfelmus

Hausgemachtes Apfelmus

Schinken-Ananas-Pizza

Schinken-&-Feigen-Pizza

Mojo Pulled Chicken

Backhähnchen

Hühnchen-Nudeln mit Pesto

Honig-Knoblauch-Hähnchenkeulen

Süßkartoffeln gefüllt mit Pulled-Chicken-Mango-Guacamole

Teriyaki-Huhn mit gebratenem Reis

Hähnchenfilets mit Kokosnusskruste und Ananas-Dip

Klassisches Brathähnchen

Rosinen-Fleischbällchen

Pesto-Hühnchen-Pizza

Spinat-Knoblauch-Pizza

Oliven-Butternuss-Reis mit Lamm

Lachs mit Speck-Dattelkruste

Blumenkohlpüree mit Garnelen

Gebratene Garnelennudeln mit weißer Sauce

Wildlachs mit gerösteten Himbeeren


KAPITEL 9 Einfache Beilagen


Spaghettikürbis-Nudeln

Karibischer Kochbananenreis

Käse-Makkaroni

Karotten-Pilaw mit Zitrone & Petersilie

Spinat mit Zwiebelgemüse & Zitrone

Süßkartoffel-Grünkohl-»Reis«-Salat

Würzige Karotten

Libanesisches Rindfleisch mit Pastinakenreis

Knoblauch-Tostones

Cremige Kräuterpilze

Cremiger Süßkartoffelauflauf mit Speck

Pommes

Gerösteter Rosenkohl mit Speck und Zimt

Zimtiges Karottenpüree

Würziger afrikanischer Grünkohl

Geröstete Süßkartoffeln mit Tapenade

Cremiges Kartoffelpüree

Mit Speck umwickelte Zimtäpfel

Geröstetes Wurzelgemüse mit Knoblauchsauce

Chinesische Salatpfanne

Gerösteter Blumenkohl mit Speck und Spinat

Gerösteter Kohl mit Balsamico-Honig-Reduktion

Gerösteter Knoblauch-Brokkoli

Gerösteter Ingwer-Spargel

KAPITEL 10 Leckere Snacks

Knackiges Trail Mix Granola

Knuspriges Grünkohl-Granola

Truthahn-Jerky

Pulled Pork Tostones

Jakobsmuscheln im Speckmantel

Lachs-Süßkartoffel-Horsd’œuvre

Hummus aus geröstetem Knoblauch & Kürbis

Artischocken-Baba-Ghanoush

Orangen-Oliven-Tapenade

Räucherlachs-Aufstrich

Kirsch-Balsamico-Paté

Knoblauch-Thymian-Cracker

Herzhafter Hähnchensalat mit Crackern

Zitronen-Ingwer-Energiekugeln

Knusperriegel

Mango-Kokos-Fruchtgummis

Kirsch-Limetten-Fruchtgummis

Granatapfel-Birnen-Fruchtgummis

Erdbeer-Kiwi-Fruchtgummis

KAPITEL 11 Durstlöscher


Rote Sangria

Moscow Mule

Wassermelonen-Limetten-Agua-Fresca

Erdbeer-Limonaden-Schorle

Minztee Mojito

Citrus Fizz

Ahorn-Mokka

KAPITEL 12 Köstliche Leckereien


Datteln mit Ganache-Füllung

Heißer Fudge & Ganache

Zitronenmakronen ohne Backen

Warme Bananen mit Dattelkaramellsauce

Erdbeer-Milchshake

Zimt-Bananen-Eis

Süßkartoffeleiscreme

Trüffelfudge-Eis am Stiel

Cremiges Kokoseis mit gerösteten Kokosraspeln

Freundschaftskuchen mit Zimt-Honig-Frosting

Gelatine-»Ei«

Zimt-Honig-Frosting

Johannisbrot-Mousse-Frosting

Kürbisrolle mit Clementinencreme

Kirschkuchen-Riegel

Apfel-Crumble

Karamellisierte Feigen mit Zitrone & Vanille

Kokos-Panna-Cotta mit karamellisierten Feigen

»Schokoladen«-Ingwerpudding

Geröstete Erdbeeren

ANHANG

Ressourcen

Schneller Rezeptüberblick zum Nachschlagen

Danksagungen

Rezeptindex

Stimmen zum Buch

Index

Alaenas Geschichte


Ich möchte, dass der Begriff »heilendeErnährung« neu definiert wird. Neben demguten Geschmack steht er für die Heilung undden Reichtum, die beide durch eine Ernährungmit echten Nahrungsmitteln erreicht werden.

Wenn Sie durch dieses Buch blättern, erkennen Sie wahrscheinlich schnell, dass ich eine absolute Gemüseliebhaberin bin, dass ich mineralstoffreiche, frische Kräuter dem getrockneten Zeug vorziehe und dass ich glaube, dass eine heilende Ernährung nicht zeitaufwendig sein muss. Vor allem ist es mein Ziel, Lebensmittel auf eine wundersame Art und Weise als Medizin einzusetzen, die eigentlich gar nicht so wundersam ist.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Zubereitung und der Genuss einer großen Vielfalt nährstoffreicher Lebensmittel uns die benötigte körperliche und geistige Energie gibt, um die Ziele zu erreichen, die wir uns persönlich setzen. Ich habe das in meinem eigenen Leben gesehen: Während meiner erst siebenundzwanzig Jahre hatte ich eine Reihe von, wie ich es nenne, »gesundheitlichen Problemchen«, die die meisten Menschen erst in späteren Jahren durchmachen, und ich habe erlebt, wie eine Umstellung der Ernährungsweise die Gesundheit völlig verändern kann.

Ich wurde im August 1988 in Montreal als erstes Kind eines Zwillingspärchens geboren. Meine Eltern haben mir erzählt, dass ich strampelnd, schreiend und heulend auf die Welt kam, während meine Schwester Olivia die Welt wie ein »friedlicher Engel« betrat. Daran hat sich nicht viel geändert. Ich war von Anfang an ein energiegeladenes Mädchen, und das brachte mich in der Schule in Schwierigkeiten. Ich redete zu viel, wollte die ganze Zeit spielen und dachte mit sechs Jahren, ich hätte das Leben begriffen, während alle Erwachsenen zu sehr damit beschäftigt waren, die Regeln zu befolgen. In den Elterngesprächen lobten meine Lehrer meine Bereitschaft, anderen zu helfen, fügten aber hinzu, dass es nicht so hilfreich sei wie ich dachte, die Aufgaben anderer Schülerinnen und Schüler für sie zu erledigen. Ups. Man kann wohl doch zu viel des Guten tun. Ich wollte von klein auf etwas Besonderes leisten. Der zweite Platz hätte genauso gut der letzte sein können, und ein Anteil von 95 Prozent an richtigen Lösungen in einem Mathe-Test ließ noch Raum für Verbesserungen. Diese selbst gesetzten hohen Erwartungen begleiteten mich durch meine Jugend, und mit ihnen kamen unweigerlich Enttäuschungen und Stress.

Ich glaube wirklich, dass die Entwicklung meiner Autoimmunkrankheit sehr viel mit diesen übertriebenen Ambitionen zu tun hat. Bei einer typischen Neunzehnjährigen in ihrem zweiten College-Jahr sollte keine Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert werden. Und es sollte in diesem Alter auch nicht zu erwarten sein, dass sie die schlimmsten Schilddrüsenprobleme durchmacht, die man sich vorstellen kann. Anfälle von Fieber, Hautausschläge und Verdauungskrankheiten sollten nicht die ersten Dinge sein, an die man sich als Dreiundzwanzigjährige erinnert. Und eine junge Frau sollte sich auch nicht vor ihrem Hochzeitstag fürchten, weil sie Angst hat, dass sie ganz unvorhergesehene Schwellungen im Gesicht und an den Händen entwickelt, die den Moment ruinieren könnten, in dem der Bräutigam ihr den Ring an den Finger steckt. Warum also entwickelt eine aktive junge Frau eine Autoimmunkrankheit, die sich so äußert, dass sie die ganze Person schwächt? Es gibt offensichtlich eine genetische Komponente, wie bei vielen Krankheiten. Aber ohne einen umweltbedingten Auslöser wird die genetische Veranlagung in aller Regel nicht zum Ausbruch kommen. Ich bin fest davon überzeugt, dass körperlicher Stress und die Nichtbewältigung der täglichen Stressfaktoren des Lebens bei mir die Entwicklung von Hashimoto ausgelöst haben.

Nichts kann einen lebhaften Teenager stärker in seiner Entwicklung ausbremsen als eine voll ausgeprägte Schilddrüsenerkrankung. Ich war auf einmal nicht mehr länger unbesiegbar. Ich verlor meine Energie, meinen Elan, meine Persönlichkeit und meine Furchtlosigkeit. Stattdessen lebte ich in Angst. Ich hatte Angst, dass es schlimmer werden würde, Angst, dass ich niemals das ganze Gewicht verlieren würde, das ich zugenommen hatte; dann hatte ich Angst, dass ich das Gewicht, das ich danach aufgrund einer Unterernährung abgenommen hatte, nicht mehr zurückgewinnen würde. Und ich hatte Angst, dass meine Gefühle abgestumpft und verkümmert bleiben würden und ich nie wieder unbekümmert lachen würde. Das klingt dramatisch, aber wenn man eine Krankheit hat, die jede Zelle des Körpers betrifft, fühlt man sich wirklich hoffnungslos, wenn sich die Dinge gar nicht oder nur zum Schlechteren ändern.

Auf dem Höhepunkt meiner Krankheit im Alter von vierundzwanzig Jahren fand ich endlich einen Arzt (nachdem ich schon viel zu viele andere Ärzte aufgesucht hatte), der mir darin zustimmte, dass die Ernährung die Heilung beeinflussen könnte. Er machte mich mit der Paleo-Ernährung vertraut. Mit meiner typischen Art, die Dinge entweder richtig oder gar nicht anzupacken, ging ich anschließend nach Hause und warf sämtliche Vollkornnudeln, Haferflocken und den fettarmen Käse weg. Und ich habe es nie bereut. Die täglichen Kopfschmerzen, die ich seit meinem dritten Lebensjahr hatte, waren endlich kein Normalzustand mehr, und die intensiven Schmerzen im unteren Rückenbereich, die ich abends immer empfand, waren plötzlich verschwunden. Mir wurde klar, dass ich wahrscheinlich fast meine gesamte Kindheit lang glutenintolerant gewesen war. Nie hatte es eine Erklärung für all die Infektionen, Ekzeme, Hautausschläge und Verdauungsprobleme gegeben, die ich während meiner Kindheit und Jugend hatte. Und nun wusste ich endlich, was los war.

Die traditionelle Paleo-Ernährung beseitigte etwa die Hälfte meiner quälenden täglichen Symptome, aber mein drastischer Gewichtsverlust und meine heftigen Darmschmerzen ließen mich noch lange Zeit online nach einer Antwort suchen. Irgendwann stolperte ich über das Autoimmun-Protokoll. Dieses führte mich zu Sarahs Website, auf der sie eine Reihe von Artikeln über ihre Version des Protokolls veröffentlichte, die sie den Paleo-Ansatz nannte. Nachdem ich ein paar davon gelesen hatte, entrümpelte ich direkt meinen Kühlschrank und meine Speisekammer von allen Eiern, Nüssen, Samen, von Kaffee und Nachtschattengewächsen. Innerhalb weniger Wochen verschwanden meine Magenschmerzen, meine Verdauung regulierte sich und meine Stimmung wurde stabil. Im Laufe eines Jahres wurde meine hormonelle Gesundheit wiederhergestellt, und mein Gewicht nahm um die Menge, die ich durch meine Krankheit verloren hatte, wieder zu.

Aber als meine Ernährungsumstellung meine Symptome verbesserte, wurde mir klar, dass es mir nie zu 100 Prozent besser gehen würde, wenn ich nicht ein weiteres Übel an der Wurzel packen würde: Ich musste aufhören, perfekt sein zu wollen. Denn das verursachte nur Stress bei mir. Ich begann mir zu erlauben, in jeder Hinsicht unvollkommen zu sein – bei meinen Beziehungen, meinem Körper, meinem Schreiben und meiner Karriere. Und schließlich entdeckte ich wieder Freude an dem, was immer am wichtigsten gewesen war: meine Familie, mein Hund, meine Freunde und das Vorhaben, anderen zu helfen. Sobald ich mich darauf konzentrierte, Ernährung und Stressbewältigung miteinander zu verbinden, verbesserte sich mein Wohlbefinden drastisch, und ich konnte endlich sagen, dass ich einen Zustand wirklicher Gesundheit erreicht hatte. Innerlich und äußerlich. Ich möchte Sie ermutigen, aus meiner Geschichte zu lernen. Sie können nicht vollständig geheilt werden, egal wie viel gutes Essen auf Ihrem Teller liegt, wenn Sie den emotionalen Stress in Ihrem Leben nicht angehen.

Gibt es also ein glückliches Ende für all dies? Ja! Ich bin symptomfrei von all den lebensbedrohlichen Problemen, die meine frühen und mittleren Zwanzigerjahre durchzogen. Meine Kreativität in der Küche ist explodiert, als ich all die erstaunlichen Möglichkeiten entdeckte, wie man die einfachen Produkte von Mutter Erde in köstliche, nahrhafte Gerichte verwandeln kann. Das Beste daran ist, dass ich durch die Paleo-Ernährung gelernt habe, meinen Körper auf einer sehr tiefen Ebene zu verstehen. Ich weiß, durch welche Nahrungsmittel ich mich am besten fühle, und ich weiß, bei welchen ich wieder ein paar Tage nachts Probleme haben und nicht schlafen können werde. Dieses Wissen hilft mir enorm dabei, meinen Beschwerden vorzubeugen und meine Gesundheit zu erhalten.

Jedes der über 175 Rezepte in diesem Buch wurde entwickelt, um Ihnen auf die gleiche Weise zu helfen – um Ihnen zu zeigen, wie Ernährung Ihnen dabei helfen kann, sich besser zu fühlen, und wie sie in Kombination mit Stressbewältigung, körperlicher Aktivität und anderen Veränderungen des Lebensstils zu optimaler Gesundheit führt. Deshalb ermutige ich Sie alle, dieses Buch mit einem offenen Geist zu erforschen. Erinnern Sie sich, dass ich sagte, dass ich immer anderen helfen will? Ich habe diese Rezepte nicht für mich geschrieben, vielmehr habe ich sie für Sie geschrieben. Ich hoffe, dass die Fülle und Lebendigkeit eines Vollwertkost-Lebensstils bald Ihre Küche bereichern wird und dass Sie nicht jeden Tag mit Angst leben werden – sondern mit der Fähigkeit, alles zu erreichen, was Sie sich wünschen.

Sarahs Geschichte


Ich möchte der Allgemeinheit diegesundheitswissenschaftliche Grundlageund die praktischen Ressourcen zurVerfügung stellen, die sie benötigt, umdie beste Wahl der Nahrungsmittel füreine optimale Gesundheit zu treffen.

Die meisten Menschen würden das Wort leidenschaftlich benutzen, um mich zu beschreiben (neben einigen anderen Wörtern wie Streberin, Nerd und nerdige Streberin). Zwei meiner größten Leidenschaften sind die Verbesserung der wissenschaftlichen Kompetenz der Menschen und die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit, die meiner Meinung nach miteinander einhergehen. Das größte Hindernis für eine Wende in der epidemischen Verbreitung chronischer Krankheiten in unserer Gesellschaft sehe ich darin, dass die meisten von uns nicht über die grundlegenden wissenschaftlichen Kenntnisse verfügen, um die besten Entscheidungen zu treffen und diese motiviert umsetzen zu können. Daher habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, den Menschen beim Wiedererlangen ihrer Gesundheit zu helfen, indem ich eine wissenschaftlich fundierte Form von Gesundheitserziehung anbiete.

Diese Leidenschaft hat ihre Ursprünge in meiner persönlichen Geschichte mit schweren gesundheitlichen Problemen und in meiner eigenen wissenschaftlichen Ausbildung. Diese Ausbildung habe ich in Bezug auf meine eigene Gesundheit völlig ignoriert – bis mein Zustand so schlimm wurde, dass ich zur Aufgabe meiner wissenschaftlichen Karriere gezwungen war.

Ich bin als Kind jedes Mal im Auto eingeschlafen, wenn wir an irgendeinen Ort fuhren, der mehr als ein paar Kilometer entfernt war. Ich fand es eigentlich immer schön, aufzuwachen und festzustellen, dass wir bereits am Ziel waren. Meine Familie und ich dachten, dass ich »einfach nur ein guter Schläfer« sei. Aber viel zu schlafen war nicht mein einziges Symptom. Im Alter von sieben Jahren wurde ich bereits gehänselt, weil ich das »dicke Kind« war. Ich kam extrem früh in die Pubertät, kurz nach meinem zehnten Geburtstag, als ich zudem aufhörte zu wachsen. Ich hatte den größten Teil meines Lebens Probleme mit Verstopfung und hatte während meiner Teenager- und Zwanzigerjahre mit leichten Depressionen und Angstzuständen zu kämpfen. An meinem zwanzigsten Geburtstag war ich krankhaft fettleibig, was so weit ging, dass ich mit Ende zwanzig mein Höchstgewicht von fast 136 Kilo erreicht hatte. Von meinem siebten Lebensjahr an fing ich mir jede Krankheit ein, die im Umlauf war – und wenn gerade nichts grassierte, hatte ich zumindest eine Halsentzündung. Von der Pubertät an hatte ich immer trockene Haut, Akne, extreme Schuppen, dünnes Haar, Augenbrauen, die sich zyklisch ausdünnten und dann wieder nachwuchsen, und immer mal wieder Hautausschläge und allergische Reaktionen auf Dinge, die ich berührte. Ich weiß nicht mehr, wann es begann, dass meine Gelenke und Muskeln schmerzten und sich steif anfühlten, aber mit Ende zwanzig hatte ich wiederholte Belastungsverletzungen, das Karpaltunnelsyndrom und entwickelte eine frühe Arthritis. Mit achtzehn hatte ich bereits eine seltene, aber mich stark schwächende Migräne, und mit fünfundzwanzig entwickelte ich schweres Erwachsenen-Asthma. Bei mir wurden das Reizdarmsyndrom, gastroösophageale Refluxkrankheit, Ekzeme, Psoriasis und eine Hauterkrankung namens Lichen planus diagnostiziert. Doch keines dieser Symptome oder Leiden war schwerwiegend. Es war eine Ansammlung von Ärgernissen, Dinge, die meine Ärzte einfach abtaten (oder schlicht mit Schmerzmitteln, Steroiden, Bronchodilatatoren oder Abführmitteln behandelten) und viele Beschwerden, die ich meinen Ärzten gegenüber nicht einmal zu erwähnen wagte. Mein Blutdruck war grenzwertig hoch, meine Blutzuckerwerte waren grenzwertig diabetisch, und mein LDL-Cholesterin lag knapp über dem Normalbereich. Wirklich über dem Grenzbereich lag nichts, aber ich war in keinster Weise gesund.

Dass ich in meinen frühen Jahren immer müde und anfällig für Krankheiten war, hielt mich besser aus Schwierigkeiten heraus, als es jeder Hausarrest gekonnt hätte. Unter der Woche, wenn Schule war, ging ich freiwillig um acht Uhr abends ins Bett und schlief auf dem Schulweg im Bus, anstatt mit den anderen Kindern meines Alters Poker zu spielen. Und anstatt in der Pause herumzurennen oder mit den Rauchern abzuhängen, zog ich es vor, mir einen ruhigen Ort zu suchen, an dem ich meine Hausaufgaben machte. Zum Unfug-Machen war ich viel zu müde. In Verbindung mit einer gewissen angeborenen Streberhaftigkeit und meinem Ehrgeiz führte dies dazu, dass sich meine Energie auf die Schularbeiten und auf das Geigenspiel konzentrierte. Da ich es gar nicht anderes kannte, arbeitete ich hart, obwohl ich mich die meiste Zeit weder vom Antrieb her noch rein körperlich wohlfühlte. Eigentlich führte mein ständiges Unwohlsein zu einem dickköpfigen Drang, noch härter zu arbeiten. Ja, sogar zu der Entschlossenheit, absolut alles dafür zu tun, um bei allem, was ich mir vornahm, erfolgreich zu sein. Und es führte zu der Gewohnheit, mir immer neue Wege zu suchen.

Ich begann meine akademische Laufbahn auf dem Gebiet der Physik und erwarb 1999 einen Bachelor of Science mit Auszeichnung an der University of Victoria, Kanada. Im Alter von sechsundzwanzig Jahren promovierte ich 2003 an der University of Western Ontario, Kanada, in medizinischer Biophysik und verbrachte die nächsten vier Jahre als Postdoktorandin in der medizinischen Forschung; zuerst in der kardiologischen Abteilung des St. Michael’s Hospital in Toronto und dann in der Abteilung für Zellbiologie an der Universität von Arizona.

Während meiner Ausbildung und Forschungslaufbahn wechselte ich wiederholt das Fachgebiet – von Physik zu medizinischer Biophysik, dann zu Physiologie und weiter zu Zellbiologie. Meine Schwerpunkte reichten von Immunologie über Gefäßgesundheit, Gentherapie bis hin zu Krebsbiologie. Die spezifischen Ziele meiner Forschung erstreckten sich von der einfachen Verbesserung des grundlegenden wissenschaftlichen Verständnisses eines bestimmten Systems bis hin zu medizinischer Forschung, die präklinische und klinische Studien einschloss. Ja, ich mag unkonventionelle und ziemlich weitreichende berufliche Veränderungen. Normalerweise baut jeder Schritt in einer akademischen Laufbahn auf dem Wissen und der Erfahrung auf, die in den vorangegangenen Schritten erlernt wurden. So wie ich es gemacht habe, hatte ich zwar jedes Mal, wenn ich einen neuen Abschluss machte oder eine neue Position antrat, Erfahrungen, auf die ich zurückgreifen konnte. Ich musste mir aber immer einen ganzen Bachelorstudiengang an Wissen beibringen und neue Labor- und Versuchstechniken erlernen, um weiterhin qualitativ hochwertige Forschung auf dem Niveau betreiben zu können, das ich von mir selbst erwartete.

Trotz dieser zusätzlichen Hürde habe ich während meiner akademischen Laufbahn eine Vielzahl von Auszeichnungen erhalten, darunter Auszeichnungen für herausragende Forschungsleistungen, viele Stipendien und Forschungsstipendien und sogar ein eigenes Forschungsbudget. Ich war in diesen Jahren sehr produktiv, veröffentlichte vierzehn Arbeiten in von Fachkollegen begutachteten wissenschaftlichen Zeitschriften (darunter sieben Arbeiten als Hauptautorin, von denen einige auch heute noch häufig zitiert werden) und referierte auf fünfundzwanzig internationalen Konferenzen.

Aber meine akademische Karriere wurde frühzeitig beendet. Obwohl ich es noch nicht wusste, litt ich zusätzlich zu den beiden sekundären Autoimmunkrankheiten, die meine Haut betreffen (Psoriasis und Lichen planus), auch an Hashimoto-Thyreoiditis und Fibromyalgie. Als ich dreißig Jahre alt war, am Ende meines zweiten Postdoktorandenstipendiums, wurde meine erste Tochter geboren, und mein Körper konnte plötzlich den Anforderungen meiner gerade beginnenden akademischen Laufbahn nicht mehr standhalten. Ich war krank und nicht mehr dazu in der Lage, ein Gleichgewicht zwischen meinen Ambitionen als Wissenschaftlerin und meinen Ambitionen als Mutter zu finden. Daher traf ich die Entscheidung, zu Hause bei meinem Kind zu bleiben und meine akademische Karriere auf Eis zu legen. Ja, eine weitere unkonventionelle Entscheidung.

Zu Hause bei meinen Töchtern zu bleiben (drei Jahre später bekam ich eine weitere Tochter) gab mir den Raum, den ich brauchte, um mich auf meine Gesundheit zu konzentrieren. Ich nahm 45 Kilo ab, wurde fit und lebte glücklich und zufrieden bis an mein Lebensende – na ja, oder auch nicht. Ich nahm zwar 45 Kilo ab und wurde körperlich aktiv, aber obwohl sich mein Blutzuckerspiegel und mein Blutdruck verbesserten, blieb es um die anderen Dinge schlecht bestellt. Ich empfand eine tiefe Frustration darüber, dass ich immer dünner und dünner wurde und mich dabei zunehmend schlechter fühlte – was sich darin äußerte, dass mein Energieniveau sank, meine Kopfschmerzen immer häufiger wurden, meine Gelenke sich jeden Morgen steif und wund anfühlten und meine Haut so viele Probleme aufwies, dass sie auch immer schlechter aussah. Und genau das motivierte mich dazu, tiefer zu graben und meinen wissenschaftlichen Hintergrund und meine breite Wissensbasis auf das Problem meiner Gesundheit anzuwenden – was mich schließlich zur Paleo-Ernährung und zum Autoimmun-Protokoll brachte.

Innerhalb von zwei Wochen nach der Umstellung auf eine Paleo-Ernährung konnte ich sechs verschreibungspflichtige Medikamente absetzen, von denen ich eines seit zwölf Jahren eingenommen hatte. Die weitere Optimierung meiner Ernährung mit der Anwendung des Autoimmun-Protokolls ermöglichte es mir, meine Autoimmunkrankheiten in Remission zu bringen: Mein Gewicht stabilisierte sich, meine Haut verbesserte sich, mein Energieniveau stieg an, mein Körper schmerzte nicht mehr ständig, und die Symptome, die ich fast drei Jahrzehnte lang hatte ertragen müssen, verschwanden. Daher muss ich wohl kaum erwähnen, dass meine schnelle gesundheitliche Verbesserung mich von der Heilkraft der richtigen Lebensmittel überzeugt hat.

Dass ich eine Lösung für meine Gesundheitsprobleme gefunden hatte, entfachte ein Feuer in mir. Vor allem, da die Lösung einfach nur darin bestand, die von mir eingenommenen Nahrungsmittel zu ändern. Ich konnte mich anschließend mit meinem Wissen nicht einfach nur zurücklehnen und mich meiner besseren Gesundheit erfreuen; ich musste es der Welt mitteilen und anderen helfen, die dasselbe durchmachten wie ich. Deswegen startete ich meinen Blog The Paleo Mom, in dem ich all meine Interessen kombinieren konnte: Wissenschaft, Gesundheit, Kochen und Kunst. Ich machte es zu meiner Aufgabe, darüber aufzuklären, dass es zwei verschiedene Arten von Lebensmitteln gibt: Einige Lebensmittel können die Gesundheit unterstützen, weil sie eine Fülle und Vielfalt an essenziellen und nicht essenziellen Nährstoffen liefern. Andere hingegen können die Gesundheit untergraben, weil sie das Darmmikrobiom stören, Hormone dysregulieren oder Entzündungen hervorrufen. Ich wollte die Menschen dabei unterstützen, zu verstehen, wie Schlaf, Stress und körperliche Aktivität die gesundheitliche Balance beeinflussen. Und – was vielleicht noch wichtiger war – ich wollte Ressourcen schaffen, damit die Menschen ihre Entscheidungen zur Verbesserung der Gesundheit auch tatsächlich umsetzen konnten.

Und so ist nun die Heilende Küche entstanden, mein drittes Buch, das sich mit dem Paleo-Autoimmun-Protokoll befasst. Das Ziel dieses Buches ist es, eine gesunde Ernährung so unkompliziert, budgetfreundlich, schnell und einfach wie möglich zu gestalten. Und ich hätte mir keine bessere Mitautorin und Partnerin für dieses Projekt wünschen können. Alaena und ich haben ein Meisterwerk geschaffen, das keine von uns allein hätte schaffen können. Und ich bin mir ganz sicher, dass Sie nicht nur begeistert sein werden, weil die hier enthaltenen Rezepte eine gute Gesundheit fördern, sondern dass Sie sie auch wegen ihres Geschmacks lieben werden.

Einleitung


Chronische Krankheiten sind in unserer Gesellschaft eine regelrechte Epidemie. Mehr als die Hälfte aller Amerikaner nimmt zwei oder mehr verschreibungspflichtige Medikamente ein, und etwa ein Fünftel von uns nimmt täglich mindestens fünf verschiedene von Ärzten verschriebene Medikamente ein. Das ist nicht normal. Wir sollten nicht so krank sein, dass wir jeden Tag mehrere Medikamente brauchen, um irgendwie durch den Tag zu kommen. Wir sollten nicht so ungesund sein.

Vor nicht allzu langer Zeit waren die Menschen noch wesentlich gesünder. Die Häufigkeit fast aller chronischen Gesundheitsprobleme – wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit, Diabetes, Asthma, Allergien, Autoimmunkrankheiten und sogar Krebs – nimmt seit Jahrzehnten zu. Die Zahl der chronischen Gesundheitsprobleme ist so hoch, dass heutzutage mehr Menschen ungesund als gesund sind. Was hat sich also verändert?

Die Antwort lautet: Es hat sich sehr viel verändert. Die Lebensmittel, die wir heute essen, sind nicht mehr die gleichen wie die, die die Menschen vor fünfzig Jahren gegessen haben, bei Weitem nicht mehr. Unsere Nahrung ist raffinierter, manipulierter, vorverpackter und suchterzeugender als je zuvor – und dabei auch noch weniger nahrhaft.

Wir verbringen weniger Zeit mit dem Kochen unseres eigenen Essens und verbrauchen wesentlich mehr Kalorien als früher. Und wir neigen dazu, Lebensmittel nach ihrer Schmackhaftigkeit und nicht nach ihrem Nährwert auszuwählen. Außerdem sind wir gestresster, schlafen weniger, üben mehr sitzende Tätigkeiten aus und verbringen mehr Zeit in Innenräumen als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. All diese Dinge tragen zu einer schlechten Gesundheit bei. Denken Sie darüber mal einen Moment nach. Das sind alles Dinge, über die wir die Kontrolle haben. Wir können verschiedene Lebensmittel auswählen. Wir können proaktiv in Bezug auf unsere Lebensgewohnheiten sein. Und indem wir hier und da unsere Entscheidungen anpassen, können wir das Blatt unserer persönlichen Gesundheit und der Gesundheit unserer Gesellschaft wenden.

»Gute Gesundheit entsteht durch eine Reihe kleiner Veränderungen, von denen jede einzelne einen kleinen Beitrag zu einer großen Verbesserung leistet.«

Es ist leicht, sich einzubilden, dass unsere eigene Gesundheit außerhalb unserer Kontrolle liege – wir geben unserer Genetik oder unserer Umwelt die Schuld, wir sagen, dass es in unserer Familie liege, unsere Ärzte sagen uns, dass es einfach nur Pech sei und dass niemand wisse, warum eine Person eine bestimmte Krankheit bekomme, während die nächste gesund bleibe. Aber in Wahrheit haben wir die Kontrolle: Es liegt fast vollständig in unserer Macht, unsere Gesundheit zu verändern und zu verbessern. Und dies beginnt damit, dass wir gesunde Entscheidungen treffen.

Solche gesunden Entscheidungen zu treffen, muss gar nicht schwer sein, und es muss auch nicht bedeuten, dass Sie auf Ihre Lieblingsspeisen verzichten müssen. (Dieses Buch wird dafür sorgen!) Sie müssen nicht um fünf Uhr morgens aufstehen, um zu trainieren, und Sie müssen auch nicht Ihren Job kündigen, um Stress abzubauen. Gute Gesundheit entsteht durch eine Reihe kleiner Veränderungen, von denen jede einzelne einen kleinen Beitrag zu einer großen Verbesserung leistet. Wenn Sie all diese kleinen Veränderungen zusammenzählen, kommt es Ihnen vielleicht so vor, als würden Sie Ihre Ernährung und Ihren Lebensstil vollständig überarbeiten. Aber diese Veränderung wird sich insgesamt gut an Ihr Leben anpassen, und nicht umgekehrt. Und natürlich können Sie dieses Ziel in Angriff nehmen, indem Sie behutsam von Zeit zu Zeit eine kleine Veränderung nach der anderen vornehmen.

Zuerst muss man verstehen, was die besten Optionen für die eigene Gesundheit sind. Wir stecken in einer Gesellschaft fest, in der die meisten von uns jeden Tag Entscheidungen treffen, die unsere Gesundheit beeinträchtigen. Das reicht bis zu dem Punkt, dass wir Medikamente brauchen, um durch den Tag zu kommen. Doch es könnte Sie überraschen, was alles zu diesen schlechten Entscheidungen gehört. Es ist leicht zu erkennen, dass es eine schlechte Wahl für die Gesundheit ist, den ganzen Tag auf der Couch zu sitzen und nichts als Brathähnchen und Schokoriegel zu essen. Schon schwieriger ist es, Entscheidungen, die unter die Kategorie »so ist das Leben« fallen, als ungesund zu erkennen. Dazu gehört beispielsweise, morgens das Frühstück auszulassen, um zur Arbeit zu hetzen, weil man ja einen langen Arbeitsweg hat, auf dem Heimweg vom Fußballtraining einen Salat und ein Sandwich aus dem Drive-in zu kaufen oder lange aufzubleiben, um Game of Thrones zu sehen, wenn die Kinder endlich im Bett sind. All diese Entscheidungen sind der Gesundheit nicht zuträglich. Sie alle verursachen Stress in unserem Körper und tragen zu Entzündungen und einem unausgeglichenen Hormonhaushalt bei, was beides zu Krankheiten führen kann. Vielleicht haben wir beim Verzehr eines Salats und eines Sandwichs aus Mehrkornbrot das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein, doch diese Lebensmittel versorgen unseren Körper nicht mit den Nährstoffen, die er wirklich braucht. Es ist schon eine Herausforderung, uns auf die Vorstellung einzulassen, dass solche alltäglichen Entscheidungen schlecht für uns sein können. Doch noch viel schwieriger ist es, anzuerkennen, dass einige der als gesund geltenden Dinge zum aktuellen Anstieg chronischer Krankheiten beitragen. Dazu gehören zum Beispiel der Verzehr von Vollkornprodukten und fettarmem Joghurt oder das Training für einen Marathonlauf. Kaum etwas ist so frustrierend wie die Erkenntnis, dass unser Wissen über das Abnehmen und Fitwerden in weiten Teilen schlichtweg falsch ist. Das gilt auch für unsere Meinungen über die Art und Weise, wie man ein glücklicheres, gesünderes und längeres Leben führt.

»Kaum etwas ist so frustrierend wie die Erkenntnis, dass unser Wissen über das Abnehmen und Fitwerden in weiten Teilen schlichtweg falsch ist. Das gilt auch für unsere Meinungen über die Art und Weise, wie man ein glücklicheres, gesünderes und längeres Leben führt.«

Um gesund zu werden, sind zwei Dinge erforderlich: Man muss verstehen, was zu tun ist – und dann muss man es auch tatsächlich tun. Die meisten von uns glauben zu wissen, was zu tun ist, finden aber die Umsetzung einfach zu schwierig. In Wahrheit ist das, was man uns als gesund verkauft, nicht optimal für unseren Körper. Und wahrscheinlich fällt es uns so schwer, diesen Gesundheitsratschlägen zu folgen, weil sie einfach nicht effektiv sind. Warum sollten wir weiterhin etwas Schwieriges tun, wenn wir uns dadurch nicht besser fühlen?

Dieses Buch befasst sich mit beiden Seiten dieses Problems.

Was Sie in diesem Buch erwartet

Bevor wir mit den Rezepten beginnen, erklären wir zu Beginn dieses Buches, warum die angeblich gesunde Ernährung gar nicht gesund ist. Außerdem zeigen wir, was ein wirklich gesunder, nährstofforientierter Ansatz bedeutet. Nein, wir werden nicht auf wissenschaftliche Details eingehen (dazu können Sie Sarahs Buch Die Paläo-Therapie lesen!). Aber es ist wichtig, ein grundlegendes Verständnis dafür zu bekommen, warum diese Lebensmittelauswahl für eine gute Gesundheit notwendig ist. Danach sehen wir uns die beste Auswahl an Nahrungsmitteln für Personen an, die an einer chronischen Krankheit leiden. An diesem Beispiel erklären wir, wie die Ernährung tatsächlich die Heilung fördern kann.

Schließlich werden wir untersuchen, was es im Alltag bedeutet, Entscheidungen für gesunde Lebensmittel zu treffen. Eine der größten Hürden für eine Veränderung unserer Essgewohnheiten besteht darin, dass wir mehr Zeit zum Einkaufen und Kochen aufwenden müssen. Tatsache ist jedoch, dass vorverarbeitete Lebensmittel – ob es sich nun um das Drive-in des Fast-Food-Restaurants oder die Feinkosttheke im Lebensmittelgeschäft handelt – selten die beste Option sind (mehr dazu lesen Sie auf Seite 52). Die Heilende Küche wird Ihnen helfen, sich zu organisieren, vorauszuplanen und sich in der Komplexität dieser Ernährungs- und Lebensart zurechtzufinden. In diesem Buch finden Sie zwölf Essenspläne mit Einkaufslisten und Dutzende von hilfreichen Tabellen, Listen, Tipps und Tricks, die alle dazu beitragen sollen, gesundes Essen einfach, praktisch und erschwinglich zu machen.

Und natürlich stehen Ihnen im zweiten Teil dieses Buches über 175 köstliche Rezepte zur Auswahl. Wir haben besonders darauf geachtet, dass diese Rezepte einfach zuzubereiten, schnell vorzubereiten sowie preisgünstig sind und dass alltägliche Zutaten verwendet werden, die Sie in den meisten Lebensmittelgeschäften finden können – und das alles, ohne am Geschmack zu sparen. Wenn man einen gesunden Ernährungsplan einhalten möchte, ist es wichtig, das Essen genießen zu können. Und darum kümmern wir uns!

Die Rezepte in diesem Buch sind nach der Art der Gerichte angeordnet: Basisgerichte, Frühstücksgerichte, Suppen und Salate, einfache Hauptgerichte, einfache Beilagen, leckere Snacks, Durstlöscher und köstliche Leckereien. Zusätzlich haben wir die Rezepte mit einigen praktischen Symbolen gekennzeichnet. Dadurch können Sie diejenigen, die besonders schnell und einfach zuzubereiten sind, leicht finden.

5 Zutaten oder weniger

20 Minuten oder schneller

Ohne Kochen

One-Pot-Gerichte

Resteküche

Bei jedem Rezept finden Sie jeweils eine Angabe über die Anzahl der Portionen, die durchschnittliche Zubereitungs- und Kochzeit sowie die Gesamtzeit, die Sie benötigen. Damit können Sie die Zubereitung gut vorausplanen. Sie erhalten auch Vorschläge für Rezeptkombinationen, da einige Dinge zusammen einfach fantastisch schmecken. In den Rezepten selbst finden Sie Tipps, Infos für mögliche Vorbereitungen, Ideen zum Anrichten, Anleitungen zum Aufbewahren und Aufwärmen sowie Ideen dazu, wie Sie ein Gericht mit verschiedenen Zutaten abändern können.

Doch bevor wir uns dem heilenden Kochen widmen, schauen wir uns zunächst einmal an, was gesunde Ernährung eigentlich ist. Wenn Sie erst einmal ein gründlicheres Verständnis für die gesündesten Optionen entwickelt haben, erkennen Sie leicht, wie wirkungsvoll die richtigen Lebensmittel sein können, um unsere Gesundheit wiederzuerlangen!

KAPITEL 1
Was ist gesunde Ernährung?


Das Problem mit den US-Ernährungsrichtlinien

Eine bessere Art zu essen

Ist das die Steinzeit-Ernährung?

Grundlegendes über Nährstoffe

Funktionelle Lebensmittel

Die dunkle Seite der Lebensmittel

Das Gute gegen das Schlechte abwägen

Wir sind es gewohnt, darüber nachzudenken, wie Essen mit dem Gewicht zusammenhängt: Wenn man zu viel von den falschen Dingen isst, wird man übergewichtig; wenn man die richtige Menge der richtigen Dinge isst, verliert man Gewicht. Aber Gesundheit beinhaltet so viel mehr als nur ein paar Kilo abzunehmen. Und unser Essen hat einen viel tief greifenderen Einfluss auf die Gesundheit als nur die Frage, ob man einen etwas zu großen Bauchumfang hat.

Die Nahrung liefert alle Bausteine, aus denen jede Zelle, jedes Gewebe, jedes Organ und jede Struktur in unserem Körper besteht. Die Nahrung liefert zudem alle Rohstoffe für die Millionen von chemischen Reaktionen, die in jedem Moment in unserem Körper ablaufen. Und die Nahrung liefert die Energie, die wir zum Leben brauchen. Wenn man so darüber nachdenkt, kann man leicht erkennen, wie wichtig die richtige Ernährung für die Gesundheit ist. Denn ohne all die Bausteine, Rohstoffe und Energie, die unser Körper braucht, um normal (und gesund!) zu funktionieren, kann er gar nicht frei von Krankheiten bleiben.

Wenn wir unsere Lebensmittelauswahl auf der Grundlage der besten Rohstoffe für unseren Körper treffen, haben wir einen sogenannten Mikronährstoff-Fokus in der Ernährung. Mikronährstoffe sind chemische Stoffe in Lebensmitteln, die für das Leben und die Gesundheit unerlässlich sind, von denen wir aber nur relativ geringe Mengen benötigen. Dazu gehören Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe (Antioxidantien und vitaminähnliche Chemikalien, die in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen), essenzielle Aminosäuren (die Bausteine von Proteinen) und essenzielle Fettsäuren (die Bausteine von Fetten, die auch zur Herstellung essenzieller Strukturen in jeder Zelle, wie der äußeren Zellmembran, verwendet werden). Im Gegensatz dazu sind Makronährstoffe die Bestandteile der Nahrung, die die Energie liefern, die wir in größeren Mengen benötigen: Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Das Kennzeichen jeder gesunden Ernährung ist eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen. Das bedeutet, dass wir uns jeden Tag mit allen Bausteinen und Rohstoffen versorgen müssen, die unser Körper braucht. Dabei gibt es mehr als nur einen Weg, eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen zu erreichen. Und nirgendwo wird dies so deutlich wie in Jäger-und-Sammler-Kulturen sowie traditionellen Zivilisationen.

»Ohne all die Bausteine, Rohstoffe und Energie, die unser Körper braucht, um normal (und gesund!) zu funktionieren, kann er gar nicht frei von Krankheiten bleiben.«

Je nachdem, wo auf der Welt diese Personengruppen leben, unterscheiden sich ihre traditionellen Ernährungsgewohnheiten drastisch – und damit auch das Verhältnis von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten in ihrer Ernährung. Mit anderen Worten: Der Anteil an tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln ist unterschiedlich. Diese Kulturen sind in der Regel äußerst gesund und weisen keine der chronischen Krankheiten auf, die uns in den Ländern der Ersten Welt plagen (wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes). Zum Beispiel haben die Kitavanen, die auf einer der Inseln Papua-Neuguineas leben und eine Ernährung zu sich nehmen, die reich an stärkehaltigen Knollen, Obst, Kokosnuss und Meeresfrüchten ist, praktisch keine Inzidenz von ischämischen Herzkrankheiten oder Schlaganfällen. Und das, obwohl fast 80 Prozent von ihnen rauchen! Die traditionelle Ernährung der Inuit unterscheidet sich stark von der der Kitavanen: Ihre Nahrung ist reich an tierischen Nahrungsmitteln und gesättigten Fetten. Dennoch ist die Prävalenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen außerordentlich niedrig. Einer der Hauptfaktoren für diese gute Gesundheit ist eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen. Diese Kulturen zeigen, dass der menschliche Körper mit einem breiten Spektrum von Makronährstoffanteilen gedeihen kann, sofern wir alle benötigten Mikronährstoffe in jeweils ausreichender Menge zu uns nehmen.

Das Problem mit den US-Ernährungsrichtlinien

In der Vergangenheit lagen in den staatlichen Ernährungsrichtlinien in den USA die Mikronährstoffe nicht im Fokus. Auch die aktuellen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung bleiben weit hinter dem Ziel zurück.

Anstatt Lebensmittel auf der Grundlage der enthaltenen Mikronährstoffe in Gruppen einzuteilen, werden die Lebensmittelgruppen in den aktuellen Richtlinien danach gruppiert, wie die Lebensmittel hergestellt werden. So werden z. B. Gemüsesorten, die sich hinsichtlich der enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe, sekundären Pflanzenstoffe und Ballaststoffe stark unterscheiden, in einen Topf geworfen, und zwar sowohl auf der Grundlage der landwirtschaftlichen Anbaumethoden als auch auf der Grundlage sehr breiter botanischer Klassifikationen. Bis 1992 wurde Gemüse zusammen mit Obst klassifiziert, obwohl Obst eigentlich von ganz anderen Pflanzenarten stammt und verschiedene Obstsorten zudem große Unterschiede in den Nährstoffen aufweisen! Im Anschluss an eine Einteilung all dieser Nahrungsmittel in ein oder zwei Lebensmittelgruppen empfehlen die Richtlinien, dass wir »den Regenbogen essen« sollen. Das Konzept, eine Vielzahl von Früchten und Gemüse in verschiedenen Farben zu essen, ist ausgezeichnet – die Pigmente, die den Pflanzen ihre Farben geben, sind ebenfalls Mikronährstoffe. Daher ist der Verzehr vieler verschiedenfarbiger Gemüse- und Obstsorten eine gute Möglichkeit, sicherzustellen, dass man die volle Menge an Nährstoffen erhält, die pflanzliche Nahrungsmittel liefern. Aus Sicht der öffentlichen Gesundheit wäre es jedoch weitaus sinnvoller, Obst und Gemüse nach Farben in vier Gruppen zu unterteilen: blau und violett, grün und gelb, rot und orange sowie weiß. Der tägliche Verzehr von ein bis drei Portionen aus jeder Farbgruppe würde zu einer weitaus besseren Aufnahme von Mikronährstoffen führen. Die US-Ernährungsrichtlinien fassen auch Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen zusammen, basierend darauf, dass sie alle Proteine enthalten. Es ist zwar gut, dass Nährstoffe in Betracht gezogen werden. Aber Protein ist ein Makronährstoff, und es wäre viel sinnvoller, sich auf die Mikronährstoffe zu konzentrieren. Proteine auf pflanzlicher Basis sind sehr schwer verdaulich und enthalten nicht alle Aminosäuren, die unser Körper benötigt (deshalb werden sie als unvollständige Proteine bezeichnet). Dennoch werden sie gleichwertig wie Fleisch, Fisch und Eier behandelt, die für unseren Körper viel nützlicher sind. Dieses Zugeständnis an die Vegetarier ist aus sozialer Sicht äußerst respektvoll und freundlich, aber es impliziert, dass Kidneybohnen dem Körper die gleiche Art von Nahrung bieten wie ein Steak. Das tun sie aber nicht. Und für diejenigen, die sich nicht aus ethischen oder religiösen Gründen vegetarisch ernähren, ist dies eine wichtige Information. Darüber hinaus müssen alle Vegetarier sicherstellen, dass sie bestimmte Lebensmittelkombinationen essen, um alle zwanzig Aminosäuren zu erhalten – und diese Lebensmittelgruppe wird hier gar nicht berücksichtigt. Außerdem liefern die Nahrungsmittel dieser Gruppe eine ganze Menge anderer Nährstoffe als Proteine, liefern diese aber nicht in gleicher Weise. Aus der Sicht der Mikronährstoffe wäre es viel sinnvoller, diese Lebensmittelgruppe in mindestens vier Gruppen zu unterteilen: Fleisch und Eier, Fisch und Schalentiere, Nüsse und Samen sowie Hülsenfrüchte. Innereien könnten möglicherweise als eine eigene Lebensmittelgruppe klassifiziert werden – sie sind eines der mikronährstoffreichsten Lebensmittel, das in der modernen Lebensmittelversorgung verfügbar ist, und haben ein ganz anderes Nährstoffprofil als andere Fleischsorten.

Getreide ist eine eigene Lebensmittelgruppe, obwohl es nicht viel mehr als Kalorien zu unserer Ernährung beiträgt. Unser Nahrungssystem ist sehr reich an Kalorien (die Vereinigten Staaten produzieren pro Person und Tag etwa sechstausend Kalorien), aber der amerikanischen Standardernährung fehlen die meisten wichtigen Vitamine und Mineralstoffe, die wir für unsere Gesundheit brauchen. Es ist genau das Gegenteil von dem, was wir von unserer Nahrung brauchen – nämlich mehr Nährstoffe und weniger Kalorien –, und ein wesentlicher Grund für dieses Missverhältnis ist die Tatsache, dass Vollkornprodukte als Grundlage einer gesunden Ernährung angepriesen werden. Tatsache ist, dass Gemüse und Obst bis zu zehnmal mehr Vitamine und Mineralstoffe enthalten als Getreide, ebenso viele Ballaststoffe und nur einen Bruchteil des Zuckergehalts sowie einen hohen Anteil an gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen. Getreide ist in einer Ernährung, die Gemüse und Obst enthält, absolut überflüssig. Viele Produkte auf Getreidebasis enthalten auch einen unverhältnismäßig hohen Anteil an zu leicht verdaulichen, einfachen Kohlenhydraten (die den Blutzucker hochtreiben, zu Übergewicht führen und zu Diabetes beitragen) sowie hohe Mengen an entzündungsfördernden Fettsäuren. Damit gehören sie im Grunde genommen in die gleiche Lebensmittelgruppe wie Süßigkeiten, Fast Food und anderer Müll.

Milchprodukte bilden die einzige Lebensmittelgruppe, die sich auf einen Mikronährstoff konzentriert: Kalzium. Zu dieser Gruppe gehören alle Lebensmittel, die aus Milch hergestellt werden, sowie mit Kalzium angereicherte Getränke, die aus Milchalternativen wie Soja hergestellt werden. Natürlich gibt es noch viele andere gute Kalziumquellen, die nicht in dieser Lebensmittelgruppe enthalten sind. Obst, Gemüse, Nüsse, Samen und Meeresfrüchte enthalten nicht nur beträchtliche Mengen an Kalzium, es gibt auch wissenschaftliche Beweise dafür, dass wir tatsächlich mehr Kalzium aus Kreuzblütlern wie Grünkohl aufnehmen als aus Milch! Tatsächlich zeigen mehrere Studien, dass die Aufnahme von Obst und Gemüse viel stärker mit der Knochengesundheit korreliert als der Verzehr von Milchprodukten – um Osteoporose vorzubeugen und Ihre Knochen gut zu versorgen, sollten Sie daher mehr Gemüse essen!

Warum sind die Ernährungsrichtlinien der Regierung so fehlgeleitet? Seit ihren frühesten Anfängen im Jahr 1894 wurden verschiedene Ernährungsrichtlinien des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) dafür kritisiert, dass sie wissenschaftliche Informationen über eine optimale Ernährung nicht korrekt wiedergeben und dass sie von der Agrarindustrie unangemessen beeinflusst werden. Die frühesten Richtlinien konzentrierten sich zu Recht auf die Vermeidung von Unterernährung und Hungerproblemen, die zu dieser Zeit in vielen Gebieten der USA weit verbreitet waren. Mit den Richtlinien von 1916 wurden dann Lebensmittelgruppen eingeführt. Und die Empfehlung, Lebensmittel aus allen fünf Gruppen – Milch und Fleisch, Getreide, Gemüse und Obst, Fette und fetthaltige Lebensmittel sowie Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel – großzügig zu konsumieren, zielte erfolgreich auf das Problem der groben Unterernährung ab.

»Unabhängig davon, ob die Ernährungsrichtlinien nun auf empfohlenen Portionen aus vier oder zwanzig Lebensmittelgruppen basieren: Eine aufgehübschte Grafik ist nicht das, was die Menschen brauchen. Was wirklich benötigt wird, sind die Hintergründe für die Empfehlung.«

1943 aktualisierte das US-Landwirtschaftsministerium seine Richtlinien mit den sogenannten »Basic 7«. Diese Richtlinie, so fehlerhaft sie auch war, stellte den besten (und vielleicht einzigen) Versuch dar, Lebensmittelgruppen auf der Basis von Mikronährstoffen zu bilden. Das wissenschaftliche Verständnis essenzieller Nährstoffe steckte Anfang der 1940er-Jahre noch in den Kinderschuhen: Die Rolle vieler Mineralstoffe im menschlichen Körper sowie die Existenz vieler der Vitamine, von denen wir heute wissen, dass sie zum Überleben notwendig sind, musste erst noch entdeckt werden. Doch die Richtlinien der Basic 7 waren ein erster richtiger Weg, mit einer teilweisen Verschiebung weg vom vorherigen Fokus auf Energie und hin zu einem Fokus auf Mikronährstoffe. Während einige der früheren Lebensmittelgruppen unverändert beibehalten wurden, gab es bei Gemüse und Obst eine neue Einteilung in drei verschiedene Kategorien, die auf den wenigen Mikronährstoffen basierten, die zu dieser Zeit bekannt waren. So bildeten z. B. Orangen, Tomaten, Grapefruits, Salat und Kohl aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts eine Lebensmittelgruppe. Butter erhielt dank ihres Vitamin-A-Gehalts eine eigene Lebensmittelgruppe. Zwar würden wir heute sicherlich mit verschiedenen, auf Mikronährstoffen basierenden Lebensmittelgruppen aufwarten, aber Basic 7 war ein guter Versuch und ein Schritt in die richtige Richtung.

Leider stieß Basic 7 in der Öffentlichkeit auf Skepsis und Verwirrung. Die politischen Entscheidungsträger beschlossen, dass die Ernährungsrichtlinien vereinfacht werden müssten, um erfolgreich zu sein. Und da die neu eingeführten Recommended Daily Allowances (empfohlener Tagesbedarf) ein Ziel für die tägliche Nahrungsaufnahme jedes benötigten Mikronährstoffs vorgaben, war es einfacher, die Lebensmittelgruppen nicht mehr länger auf Nährstoffe zu stützen. Der Höhepunkt der Einfachheit der Ernährungsrichtlinien wurde bei der nächsten Aktualisierung der USDA-Empfehlungen mit den »Basic 4« erreicht, die von 1956 bis 1992 die längste Laufzeit aller USDA-Empfehlungen hatten. Als die »Basic 4« schließlich für die nachfolgenden USDA-Ernährungsrichtlinien, einschließlich der Food Guide Pyramid, MyPyramid und zuletzt MyPlate, überarbeitet wurden, wurden Gemüse und Obst in eigene Lebensmittelgruppen eingeteilt. Die einzigen nennenswerten Unterschiede zwischen allen Ernährungsempfehlungen der letzten sechzig Jahre sind jedoch die Anzahl der vorgeschlagenen Portionen aus jeder Lebensmittelgruppe und die Art und Weise, wie die Informationen visuell dargestellt werden.

Seit der Ablehnung des Basic 7 durch die Öffentlichkeit ist die Idee, Ernährungsempfehlungen auf den Mikronährstoffgehalt zu gründen, verloren gegangen. Dennoch haben die letzten sechzig Jahre mit stetig steigenden Raten chronischer Krankheiten gezeigt, dass es keine wirksame Strategie zur Unterstützung der öffentlichen Gesundheit ist, Ernährungsempfehlungen auf ein einfaches Regelwerk umzustellen. Ein Hauptproblem besteht darin, dass diese Regeln nur sehr wenig Erklärungen beinhalten, warum ein Lebensmittel die bessere Wahl im Vergleich zu einem anderen ist. Wenn von uns erwartet wird, dass wir eine Reihe von Regeln darüber befolgen, was wir essen, dann sollten diese Regeln doch auch gut begründet sein. Unabhängig davon, ob die Ernährungsrichtlinien nun auf empfohlenen Portionen aus vier oder zwanzig Lebensmittelgruppen basieren: Eine aufgehübschte Grafik ist nicht das, was die Menschen brauchen. Was wirklich benötigt wird, sind die Hintergründe für die Empfehlung.

Eine bessere Art zu essen

Die Ernährungswissenschaft hat seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als ihr Hauptaugenmerk auf der Identifizierung von Mikronährstoffen und der Festlegung ihrer empfohlenen Tagesdosis lag, einen langen Weg zurückgelegt. Unser Verständnis darüber, wie Nährstoffe (sowohl solche, die als essenziell, als auch solche, die derzeit als nicht essenziell gelten) und andere Verbindungen in Lebensmitteln im Körper wirken und dabei die Gesundheit fördern oder untergraben, erstreckt sich heute über viele wissenschaftliche Disziplinen. Es gibt Zehntausende von wissenschaftlichen Artikeln zu diesem Thema, in denen jeweils ein kleines Stück des Puzzles der menschlichen Gesundheit in Bezug auf die Ernährung untersucht wird. Und obwohl wir immer noch nicht alle Teile haben, stellen wir beim Zusammensetzen dessen, was wir wissen, fest, dass eine optimale menschliche Ernährung sehr weit von der durchschnittlichen amerikanischen Ernährung entfernt ist.

Wir sollten also etwas anderes essen. Wir sollten uns auf Nahrungsmittel konzentrieren, die unsere Gesundheit unterstützen. Am besten fangen wir gleich jetzt an, eine bessere Lebensmittelauswahl zu treffen. Ob Sie nun an einer chronischen Krankheit leiden oder einfach nur die bestmögliche Gesundheit erleben möchten: In beiden Fällen ist eine Ernährung, die reich an Mikronährstoffen ist und gleichzeitig auf gesundheitlich problematische Lebensmittel verzichtet, die beste Wahl. Wie sieht diese Ernährung aus? Ihre Grundlage sind die am stärksten mit Mikronährstoffen angereicherten Lebensmittel, die uns zur Verfügung stehen; darunter Innereien, Meeresfrüchte und eine riesige Vielfalt und sehr große Menge an Gemüse, abgerundet durch andere hochwertige Fleisch- und Obstsorten. Gleichzeitig werden Lebensmittel weggelassen, von denen bekannt ist, dass sie entzündungsfördernd sind, die Hormone stören oder sich negativ auf die Darmgesundheit auswirken; einschließlich aller Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Nüsse, Samen und Nachtschattengewächse (siehe Seiten 23 bis 25).

Das mag überwältigend erscheinen. Die politischen Entscheidungsträger haben in der Vergangenheit beschlossen, dass Ernährungsrichtlinien mit zu vielen Regeln zu kompliziert sind, um wirksam zu sein. Wenn jedoch Ernährungsrichtlinien zu stark vereinfacht werden, verlieren sie ihre wissenschaftliche Gültigkeit, was dazu führt, dass sie ebenfalls unwirksam sind. Wir wollen Ihnen nicht einfach ein neues Regelwerk geben. Wir möchten Ihnen erklären, warum Fleisch, Meeresfrüchte, Gemüse und Obst die ideale Ernährung für optimale Gesundheit und Wohlbefinden bilden. Obwohl die detaillierte wissenschaftliche Erklärung, warum diese Nahrungsmittel die beste Wahl zur Unterstützung der Gesundheit sind, den Rahmen der Heilenden Küche sprengen würde (diese Informationen enthält Sarahs Buch Die Paläo-Therapie), ist es dennoch wichtig, einige Erklärungen zu liefern. Es ist unermesslich einfacher, eine bessere Lebensmittelauswahl zu treffen, wenn wir verstehen, warum ein Lebensmittel einem anderen überlegen ist.


Ist das die Steinzeit-Ernährung?

Wenn Ihnen diese Liste der Lebensmittel, die zu vermeiden sind, bekannt vorkommt, gibt es dafür einen guten Grund. Diese Art des Essens wird auch als Paleo-Ernährung, Ahnendiät oder Steinzeit-Ernährung bezeichnet und ist eng mit Primal Eating und der Weston-A.-Price-Foundation-Diät verwandt. Sie basiert außerdem auf den Erkenntnissen der Biologie, Physiologie, Gesundheits- und Ernährungswissenschaften, die zeigen, wodurch der menschliche Körper gedeiht. Genauer gesagt folgt dieses Buch einer Variation der Paleo-Ernährung, die als Paleo-Autoimmun-Protokoll (kurz: AIP; ausführlich beschrieben in Die Paläo-Therapie) bezeichnet wird und außergewöhnlich nährstoffreich und entzündungshemmend ist. Dies wiederum fördert die Hormon- und Darmgesundheit und ermöglicht die Regulierung des Immunsystems und eine allgemeine Heilung.

»Menschen, die die Paleo-Ernährung ausprobieren, stellen fest, dass es befriedigend und wirklich recht einfach ist, diese neue Ernährungsweise beizubehalten, sobald sie sich an sie gewöhnt haben.«

Die Paleo-Ernährung ist eine nährstoffreiche Vollwerternährung, die auf dem Verzehr einer Vielzahl von hochwertigem Fleisch und Gemüse, von Meeresfrüchten, Eiern, Obst, Nüssen und Samen basiert. Sie sorgt für eine ausgewogene und vollständige Ernährung und vermeidet gleichzeitig verarbeitete und raffinierte Lebensmittel und leere Kalorien. Sie hat in den letzten Jahren phänomenal an Zugkraft gewonnen, da die Zahl der Menschen, die sich dem Paleo-Lebensstil verschrieben haben, exponenziell zugenommen hat. Schätzungen zufolge gibt es in Amerika mehr Menschen, die eine Variante der Paleo-Ernährung befolgen – mehr als sechs Millionen Menschen im Jahr 2014 –, als Vegetarier und Veganer. Das mag daran liegen, dass Menschen, die die Paleo-Ernährung ausprobieren, feststellen, dass es befriedigend und wirklich recht einfach ist, diese neue Ernährungsweise beizubehalten, sobald sie sich an sie gewöhnt haben. Ein weiterer wahrscheinlicher Grund ist die Tatsache, dass die Paleo-Ernährung ein so breites Spektrum von Gesundheitsproblemen lindern kann, dass Paleo-Anhänger eine Verbesserung ihrer Gesundheit erfahren – und das ist ein enormer Motivationsfaktor, um weiterzumachen!

Das Autoimmun-Protokoll ist eine spezielle Version der Paleo-Ernährung mit einem noch stärkeren Fokus auf der Nährstoffdichte und noch strengeren Richtlinien, welche Lebensmittel weggelassen werden sollten. Lebensmittel enthalten zwei Arten von Bestandteilen: solche, die die Gesundheit fördern (wie Nährstoffe!), und solche, die die Gesundheit schädigen (wie entzündungsfördernde Verbindungen). (Obwohl es Bestandteile gibt, die die Gesundheit weder fördern noch schädigen, werden sie nicht zur Einschätzung der Wertigkeit eines einzelnen Lebensmittels herangezogen.) Einige Lebensmittel sind ganz offensichtlich von Vorteil für eine gesundheitsfördernde Ernährung, weil sie massenweise nützliche Bestandteile und nur sehr wenige oder gar keine gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffe enthalten – gute Beispiele für diese Supernahrungsmittel sind Innereien, Meeresfrüchte und die meisten Gemüsesorten. Für andere Lebensmittel gilt das ganz offensichtlich nicht, weil sie einen relativen Mangel an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen haben und viele problematische Verbindungen enthalten – gute Beispiele hierfür sind glutenhaltiges Getreide, Erdnüsse und die meisten Sojaprodukte. Die meisten Lebensmittel fallen jedoch in die amorphe Grauzone zwischen diesen beiden Extremen. Tomaten haben zum Beispiel einige gute Nährstoffe. Aber sie enthalten auch mehrere Verbindungen, die das Immunsystem so wirksam stimulieren, dass sie für die Verwendung in Impfstoffen als Adjuvantien (die Chemikalien in Impfstoffen, die die Immunantwort auf das, wogegen man immunisiert wird, verstärken) untersucht wurden.

»Während sich der Begriff Paleo auf das Paläolithikum, also die Altsteinzeit, bezieht, kann die Paleo-Ernährung heutzutage genauer als ein zeitgenössischer Ernährungsansatz beschrieben werden, der auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.«

Der größte Unterschied zwischen einer Standard-Paleo-Ernährung und dem Autoimmun-Protokoll besteht darin, wo wir eine Grenze zwischen »erlaubten« Lebensmitteln und »nicht erlaubten« Lebensmitteln ziehen, um mehr gesundheitsfördernde und weniger schädliche Verbindungen mit unserer Ernährung zu uns zu nehmen. Menschen, die im Allgemeinen recht gesund sind, vertragen auch weniger optimale Nahrungsmittel, was bei Menschen, die nicht gesund sind, anders ist. Man kann sich das Autoimmun-Protokoll als eine anspruchsvollere Version der Paleo-Ernährung vorstellen, denn es akzeptiert nur die Nahrungsmittel, die eindeutige Gewinner für unsere Gesundheit sind.

Daher legt das Autoimmun-Protokoll einen größeren Schwerpunkt auf die nährstoffreichsten Lebensmittel in unserer Lebensmittelversorgung, einschließlich Innereien, Meeresfrüchten und Gemüse. Und das Autoimmun-Protokoll eliminiert Lebensmittel, die in der typischen Paleo-Ernährung erlaubt sind und Verbindungen enthalten, die das Immunsystem reizen oder die Darmumgebung schädigen können, darunter Nachtschattengewächse (wie Tomaten und Paprika; siehe Seite 45), Eier, Nüsse, Samen und Alkohol. Das Ziel des Autoimmun-Protokolls ist es, den Körper mit Nährstoffen zu überschwemmen und gleichzeitig jegliche Nahrung zu vermeiden, die zu Krankheiten beitragen könnte (oder zumindest unsere Heilungsbemühungen beeinträchtigen könnte). Es handelt sich um eine Eliminierungsdiät-Strategie, bei der die Nahrungsmittel ausgesondert werden, die unsere Gesundheit am wahrscheinlichsten beeinträchtigen. Nach einer gewissen Zeit können viele der ausgeschlossenen Lebensmittel wieder eingeführt werden, insbesondere diejenigen, die ernährungsphysiologisch von Nutzen sind, obwohl sie auch einige (aber nicht zu viele) potenziell schädliche Verbindungen enthalten (siehe Seiten 34 und 35).

Obwohl die Paleo-Ernährung manchmal als Modeerscheinung bezeichnet wird, wird ihr gesundheitlicher Nutzen durch die wissenschaftliche Forschung gestützt. Die Forschungsarbeiten, die die Paleo-Ernährung mit anderen Ernährungsstrategien vergleichen, stecken noch in den Kinderschuhen, aber die durchgeführten Studien unterstützen Paleo mehrheitlich. Sie beweisen, dass die Paleo-Ernährung andere empfohlene Ernährungsweisen, sogar die Mittelmeerdiät, hinsichtlich Gewichtsabnahme, Behandlung von Diabetes, Verbesserung der Risikofaktoren von kardiovaskulären Störungen und Umkehrung des metabolischen Syndroms übertrifft. Studien haben auch gezeigt, dass die Paleo-Ernährung ein therapeutisches Potenzial für die schwächende Autoimmunerkrankung der sekundär progredienten Multiplen Sklerose hat. Natürlich können anekdotische Geschichten nicht dazu dienen, irgendeinen Ernährungsansatz zu validieren. Doch ist die Tatsache überzeugend, dass Zehntausende (und es werden immer mehr!) Menschen Varianten der Paleo-Ernährung, einschließlich des Autoimmun-Protokolls, erfolgreich eingesetzt haben, um ihre Krankheiten zu lindern und sogar vollständig umzukehren.

Also ja, man könnte diese Ernährungsform als die Steinzeit-Ernährung oder Paleo-Ernährung oder als das Paleo-Autoimmun-Protokoll bezeichnen, aber die Gründe für die Wahl genau dieser Nahrungsmittel sind viel tief greifender als der einfache Wunsch, auf den Grundlagen der Menschheitsgeschichte aufzubauen. Die ursprünglichen Grundlagen dieses Ernährungsansatzes wurden aus evolutionsbiologischen und anthropologischen Daten abgeleitet, doch diese Form der Ernährung ist zusätzlich durch das wissenschaftliche Verständnis der Rolle gerechtfertigt, die Lebensmittel und einzelne Bestandteile von Lebensmitteln für die menschliche Gesundheit spielen. Während sich der Begriff Paleo auf das Paläolithikum, also die Altsteinzeit, bezieht, kann die Paleo-Ernährung heutzutage genauer als ein zeitgenössischer Ernährungsansatz beschrieben werden, der auf Erkenntnissen beruht, die aus einer umfassenden Sammlung wissenschaftlicher Forschung gewonnen wurden.

Grundlegendes über Nährstoffe

Bei einer gesunden Ernährung sind zwei Elemente wichtig. Das erste ist die Nährstoffversorgung, was bedeutet, dass Sie eine ausreichende Menge aller Nährstoffe zu sich nehmen müssen, die Ihr Körper benötigt. Das zweite ist die Vermeidung problematischer Lebensmittel, also aller Nahrungsmittel, die die Fähigkeit haben, Ihre Gesundheit zu untergraben, sei es durch eine Verstärkung von Entzündungen, eine Schädigung des Darms, eine negative Beeinflussung der Hormone oder andere unerwünschte Wirkungen.

Eine ausreichende Nährstoffversorgung ist wohl die wichtigste Eigenschaft, die jeder Ernährungsansatz haben kann. Jede Zelle, jedes Gewebe, jedes Organ und jedes System im menschlichen Körper benötigt bestimmte Mengen spezifischer Nährstoffe, um effizient und effektiv funktionieren zu können. Nährstoffe werden nicht nur bei der Bildung der Bestandteile unseres Körpers verwendet, sondern auch bei den Millionen von chemischen Reaktionen, die in unserem Körper in jedem Augenblick ablaufen. Wir bestehen aus Nährstoffen, und unser Körper braucht sie, um selbst grundlegende Dinge wie das Atmen durchzuführen. Jedes winzige Detail jeder Funktion, jedes Teils des menschlichen Körpers benötigt Nährstoffe. Und es sind nicht nur Makronährstoffe – Proteine, Fett und Kohlenhydrate –, die die Energie liefern, welche die komplexen Funktionen des Lebens antreibt. Auch Mikronährstoffe – Vitamine, Mineralstoffe, natürliche sekundäre Pflanzenstoffe und andere Verbindungen – sind notwendige Ressourcen, die ebenfalls verbraucht werden. Zusätzlich müssen unsere Mikronährstoffspeicher kontinuierlich durch die Nahrung, die wir zu uns nehmen, aufgefüllt werden. Schon ein geringer Mangel an einem einzigen essenziellen Nährstoff kann negative Folgen für unsere Gesundheit haben.

Leider ist es leichter gesagt als getan, alle unsere benötigten Nährstoffe aus der Nahrung zu beziehen. Viele der Grundnahrungsmittel der typischen amerikanischen Ernährung haben einen sehr geringen Nährwert. Schlimmer noch: Je mehr ein Lebensmittel raffiniert und verarbeitet und hergestellt wird, desto mehr werden die in den Rohstoffen enthaltenen Nährstoffe ausgelaugt, entfernt oder abgebaut. Verarbeitete Lebensmittel, raffinierte Lebensmittel, Fast Food und Junk Food tragen so gut wie keine Nährstoffe zu unserer Ernährung bei (außerdem sind sie oft auf andere Weise problematisch für unsere Gesundheit, wie wir noch erfahren werden). Aber selbst Lebensmittel, die viele von uns für gesund halten, wie Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte, sind ziemlich schwach, wenn es um essenzielle Nährstoffe geht. Und jedes Mal, wenn ein nährstoffarmes Lebensmittel ein nährstoffreiches Kraftpaket verdrängt, leidet der Gesamtnährwert unserer Ernährung.

Im Allgemeinen konzentriert sich ein auf Nährstoffe ausgerichteter Ernährungsansatz auf Mikronährstoffe. Wenn wir alle essenziellen Aminosäuren, essenziellen Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe erhalten haben, die unser Körper zum Gedeihen benötigt, ist es fast unmöglich, dass wir nicht genügend Makronährstoffe zu uns nehmen.

Mikronährstoffe lassen sich in essenzielle und nicht essenzielle Mikronährstoffe unterteilen. Essenziell bedeutet, dass Sie ohne sie sterben werden. Nicht essenziell bedeutet, dass Sie ohne sie weiterleben werden, auch wenn Sie dann vielleicht nicht besonders gesund sind – und tatsächlich ist bekannt, dass viele Mikronährstoffe, die als nicht essenziell gelten, die Gesundheit verbessern. Oft wird ein Mikronährstoff einfach deshalb als nicht essenziell bezeichnet, weil wir nicht genau verstehen, was er in unserem Körper zur Unterstützung der Gesundheit tut – wir wissen nur, dass unser Krankheitsrisiko sinkt, wenn wir mehr davon zu uns nehmen. Dies ist bei den meisten sekundären Pflanzenstoffen und vielen vitaminähnlichen Verbindungen der Fall. Es gibt Tausende von natürlichen sekundären Pflanzenstoffen, und unser Verständnis über ihre Rolle für die Gesundheit ist so rudimentär, dass wir normalerweise über sie höchstens sagen können, dass sie eine antioxidative Wirkung haben (d. h., sie helfen, Schäden durch Oxidation an Molekülen in unserem Körper zu verhindern). Wir wissen jedoch, dass das Risiko einer chronischen Erkrankung umso geringer ist, je mehr natürliche sekundäre Pflanzenstoffe in der Ernährung enthalten sind. Wenn man es in diesem Zusammenhang betrachtet, ist leicht zu erkennen, dass auch nicht essenzielle Nährstoffe ausgesprochen wichtig sind.

Vitamine und Mineralstoffe

Wir wissen, welche Rolle alle bekannten Vitamine und viele Mineralstoffe im menschlichen Körper spielen. Diese Mikronährstoffe gelten als essenziell, und wenn wir genauer untersuchen, wie der Körper diese Chemikalien verwendet, wird schnell klar, warum wir ohne die vollständige Versorgung mit essenziellen Nährstoffen keine ausgezeichnete Gesundheit erreichen können. Einzelheiten dazu finden Sie in den Beschreibungen der Vitamine und Mineralstoffe auf den folgenden Seiten.

Essenzielle Vitamine und Mineralstoffe für die Gesundheit

VITAMIN A (RETINOL): Nicht zu verwechseln mit Beta-Carotin (das lediglich eine Vorstufe von Vitamin A ist!). Vitamin A ist von entscheidender Bedeutung für das Knochenwachstum, die Remineralisierung der Zähne, die Gesundheit der Haut, das Sehvermögen, die Fortpflanzung und die Immunfunktion. Retinol kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor, darunter Leber, Eier, Milchprodukte und Meeresfrüchte (insbesondere Garnelen, Lachs, Sardinen und Thunfisch).

VITAMIN B1 (THIAMIN): Wichtig für den Energiestoffwechsel, die Zellfunktion und eine Vielzahl von Organfunktionen. Quellen sind Innereien, Schweinefleisch, Samen, Kürbis, Fisch (insbesondere Forelle, Makrele, Lachs und Thunfisch) und Hülsenfrüchte.

VITAMIN B2 (RIBOFLAVIN): Hilft bei der Produktion von zwei weiteren B-Vitaminen (B3 und B6) und spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel. Es wirkt auch als Antioxidans. Zu den reichhaltigen Quellen gehören Innereien, Pilze, grünes Blattgemüse, Eier, Hülsenfrüchte und Kürbis.

VITAMIN B3 (NIACIN): Verbessert die Durchblutung, unterstützt den Körper bei der Herstellung verschiedener Antistress- und Sexualhormone und unterdrückt Entzündungen. Ausgezeichnete Quellen sind Innereien, Geflügel, Fisch und Schalentiere, rotes Fleisch (einschließlich Rind- und Lammfleisch), Pilze und grünes Blattgemüse.

VITAMIN B5 (PANTOTHENSÄURE): Neben der Unterstützung des Energiestoffwechsels spielt Vitamin B5 wie alle Vitamine eine Rolle bei der Herstellung von roten Blutkörperchen sowie von Sexual- und Stresshormonen. Es trägt auch zur Aufrechterhaltung eines gesunden Verdauungstrakts bei und ermöglicht dem Körper, Vitamin B2 zu verwerten. Vitamin B5 ist in Innereien, Pilzen, fettem Fisch, Avocados, rotem Fleisch (insbesondere Rind- und Lammfleisch) und Samen enthalten.

VITAMIN B6 (PYRIDOXIN): Wichtig für den Zellstoffwechsel und die Bildung von Hämoglobin, das Sauerstoff im Blut transportiert. Es ist auch wichtig für die Produktion der wichtigsten Neurotransmitter GABA, Dopamin und Serotonin. Gute Quellen sind eine Vielzahl von pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln, darunter Blatt- und Wurzelgemüse, Bananen, rotes Fleisch, Geflügel und Samen (vor allem Sonnenblumen und Kürbis).

VITAMIN B9 (FOLSÄURE): Spielt eine wichtige Rolle bei der Methylierung (dem Prozess der Hinzufügung einer Methylgruppe an verschiedene Moleküle), wodurch es eine Schlüsselrolle bei methylierungsabhängigen Prozessen wie Entgiftung und Neuronensignalisierung spielt. Folat ist auch entscheidend für die kardiovaskuläre Gesundheit, die Fortpflanzungsfunktion (insbesondere den Schutz vor Neuralrohrdefekten) und die Produktion roter Blutkörperchen. Zu den reichhaltigen Quellen gehören Innereien, grünes Gemüse (sowohl Blattgemüse als auch Nicht-Blattgemüse), Hülsenfrüchte, Rüben, Avocados und bestimmte Früchte wie Papaya, Erdbeeren und Granatäpfel.

VITAMIN B12 (KOBALAMIN): Ist wie die anderen B-Vitamine am Energiestoffwechsel beteiligt, spielt aber auch eine einzigartige Rolle bei der DNA-Produktion. Es ist lebenswichtig für die Aufrechterhaltung der Gesundheit von Herz-Kreislauf-, Gehirn- und Nervensystem. Da Vitamin B12 ausschließlich von Mikroorganismen hergestellt wird, kommt es hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln vor, die bakteriell produziertes B12 in ihren Zellen konzentrieren, wie Fisch (insbesondere Sardinen, Lachs, Thunfisch und Kabeljau), Schalentiere wie Garnelen und Jakobsmuscheln, Innereien, Rindfleisch, Eier und Geflügel. Einige fermentierte Sojaprodukte wie Tempeh enthalten ebenfalls Vitamin B12.

BIOTIN: Ein Vitamin des B-Komplexes, das an vielen Stoffwechselwegen beteiligt ist, insbesondere am Fett- und Zuckerstoffwechsel. Es trägt auch zur Erhaltung der Gesundheit von Haut und Haar bei. Zu den biotinreichen Nahrungsmitteln gehören Eier, Leber, Nüsse wie Mandeln und Walnüsse, Wurzelgemüse und Tomaten.

CHOLIN: Spielt eine essenzielle Rolle beim Aufbau von Zellmembranen. Es dient auch als Rückgrat für einen Neurotransmitter namens Acetylcholin, der an der Herzgesundheit, der Darmmotilität und der Muskelbewegung beteiligt ist. Cholin ist in Lebensmitteln wie Fisch und Schalentieren, Leber, Eiern, Geflügel und grünem Gemüse (sowohl Blatt- als auch Nicht-Blattgemüse) reichlich vorhanden.

VITAMIN C: Ein starkes Antioxidans, das für die Funktion des Immunsystems und die Funktion verschiedener Enzyme (wie einige, die bei der Bildung von Kollagen helfen, weshalb ein Vitamin-C-Mangel Skorbut verursacht) notwendig ist. Zu den Lebensmitteln, die reich an Vitamin C sind, gehören Paprika, dunkelgrünes Blattgemüse, Zitrusfrüchte und andere Früchte wie Papaya, Cantaloupe-Melone, Guave und Beeren. Auch einige Innereiensorten sind gute Vitamin-C-Quellen.

VITAMIN D: Ein fettlösliches Vitamin, das die Kalziumaufnahme, die Funktion des Immunsystems, die Knochenentwicklung, die Modulation des Zellwachstums, die neuromuskuläre Funktion und die Reduzierung von Entzündungen unterstützt. Obwohl Vitamin D produziert werden kann, wenn die UV-Strahlen der Sonne auf die Haut treffen und die Vitamin-D-Synthese auslösen, kann es auch aus Lebensmitteln gewonnen werden, darunter aus fettem Fisch (wie Lachs, Thunfisch und Makrele), Pilzen, Fischrogen, Leber und Eiern.

VITAMIN E: Eigentlich eine Gruppe von acht fettlöslichen Antioxidantien, von denen das bekannteste Alpha-Tocopherol ist. Alle Formen von Vitamin E tragen dazu bei, vor Schäden durch freie Radikale zu schützen, die schädliche Oxidation von LDL-Cholesterinpartikeln im Blutkreislauf zu verringern und die kardiovaskuläre Gesundheit zu fördern. Zu den Lebensmitteln mit hohem Vitamin-E-Gehalt gehören Nüsse, Samen, grünes Blattgemüse, fetter Fisch, Innereien und ölhaltige pflanzliche Nahrungsmittel wie Avocados und Oliven.

VITAMIN K: Von zentraler Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Knochengesundheit und entscheidend für die Bildung wichtiger Proteine im Körper, die an der Blutgerinnung und am Metabolismus beteiligt sind (das »K« kommt vom deutschen Wort für Blutgerinnung, Koagulation). Vitamin K liegt in den Formen K1, K2 und K3 vor und fördert in Form von K2 die kardiovaskuläre Gesundheit. Zu den reichhaltigsten Quellen für Vitamin K gehören Kreuzblütlergemüse (wie Brokkoli, Blumenkohl, Kohl und Rosenkohl) und dunkelgrünes Blattgemüse (wie Spinat, Kohl, Petersilie und Mangold) sowie Spargel. Vitamin K2 kommt insbesondere in Nattō (einem fermentierten Sojabohnenprodukt), Eiern, Fisch, Butter und Leber vor.

BOR: Unterstützt die Knochengesundheit und ist wichtig für die Verwertung von Vitamin D und Kalzium im Körper. Zu den Nahrungsquellen gehören Nüsse, Avocados, grüne Blattgemüsesorten, Hülsenfrüchte und eine Vielzahl anderer Gemüse- und Obstsorten wie Äpfel, Karotten, Brokkoli, Birnen und Oliven.

KALZIUM: Zusätzlich zur Knochenbildung ist Kalzium für viele Prozesse innerhalb der Zellen sowie für die Freisetzung von Neurotransmittern und die Muskelkontraktion (einschließlich des Herzschlags!) wesentlich. Zu den kalziumreichen Nahrungsmitteln gehören dunkelgrünes Gemüse, ganze Sesamkörner, Milchprodukte, ganze Sardinen (einschließlich Knochen) und Kürbisse.

CHLOR: Erforderlich für die Produktion von Salzsäure im Magen und wichtig für den Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Zu den Lebensmitteln mit hohem Chlorgehalt gehören Meeresalgen, Tomaten, Oliven, Sellerie und Salat, obwohl die meisten Lebensmittel zumindest geringe Mengen enthalten.

CHROM: Wichtig für den Zucker- und Fettstoffwechsel und besonders wichtig für die Blutzuckerkontrolle. Chrom kommt in kleinen Mengen in jeder Lebensmittelgruppe vor, ist aber am häufigsten in Lebensmitteln wie Austern, Leber, Brokkoli, grünen Bohnen, grünem Blattgemüse, Pilzen und Tomaten enthalten.

KUPFER: Ist an der Absorption, Speicherung und dem Metabolismus von Eisen und der Bildung roter Blutkörperchen beteiligt. Es ist auch wichtig für den Aufbau eines starken Gewebes und die Produktion von Zellenergie. Ausgezeichnete Quellen sind Austern und andere Schalentiere, Hülsenfrüchte, Nüsse, Innereien und Pilze.

JOD: Jod ist ein Bestandteil der Schilddrüsenhormone und hat somit verschiedene essenzielle Aufgaben im Körper. Es ist auch wichtig für die Laktation und spielt eine Rolle bei der Unterstützung des Immunsystems. Quellen sind unter anderem Meeresgemüse (insbesondere braune Sorten wie Seetang und Wakame), Fisch, Schalentiere, Eier und Milchprodukte.

EISEN: Ein Schlüsselbestandteil des Hämoglobins, des Proteins im Blut, das sich an Sauerstoff bindet und diesen durch den Körper transportiert. Es ist auch wichtig für die Unterstützung der Energieproduktion und des richtigen Stoffwechsels in Muskeln und aktiven Organen. Eisen findet sich in Lebensmitteln wie Leber, dunklem Blattgemüse, rotem Fleisch, Hülsenfrüchten und Oliven.

MAGNESIUM: Notwendig für das Zellleben. Mehr als 300 verschiedene Enzyme benötigen Magnesium für ihre Arbeit, darunter alle Enzyme, die ATP (das grundlegende Energiemolekül in einer Zelle) verwenden oder synthetisieren, sowie Enzyme, die DNA und RNA synthetisieren. Es verbessert auch die Kontrolle von Entzündungen und hält das Gleichgewicht des Nervensystems aufrecht. Zu den Lebensmitteln, die reich an Magnesium sind, gehören grünes Gemüse, Nüsse und Samen, Fisch, Hülsenfrüchte und Avocados.

MANGAN: Notwendig für Enzyme, die den Körper vor Schäden durch freie Radikale schützen und diese reparieren. Dieser Mineralstoff ist wichtig für die Knochenproduktion, die Hautintegrität und die Blutzuckerkontrolle. Zu den Lebensmitteln mit hohem Mangangehalt gehören Fisch und Schalentiere, Nüsse und Samen, Hülsenfrüchte, dunkelgrünes Blattgemüse und Kreuzblütlergemüse (wie Brokkoli, Blumenkohl, Kohl, Grünkohl, Rosenkohl und Rübstiel).

MOLYBDÄN: Notwendig für die Aktivität von Schlüsselenzymen, die Entgiftungsfunktionen in der Leber ausüben und eine wichtige Rolle im Stoffwechsel des Nervensystems spielen. Es ist in Nahrungsmitteln wie Hülsenfrüchten, Eiern, Tomaten, Salat und einer Vielzahl anderer Gemüse, darunter Sellerie, Fenchel und Gurken enthalten.

PHOSPHOR: Spielt bei jeder Stoffwechselreaktion im Körper eine Rolle und ist wichtig für den Stoffwechsel von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen. Es hat auch eine zentrale Funktion bei der Knochenunterstützung. Phosphor ist in proteinreichen Lebensmitteln wie Milchprodukten, Fisch, Schalen- und Krustentieren, Samen und Hülsenfrüchten reichlich vorhanden.

KALIUM: Entscheidend für die Funktion jeder Zelle; es ist notwendig für die Nervenfunktion, die Herzfunktion und die Muskelkontraktion. Als Elektrolyt hilft es, elektrische Ladungen im Körper zu leiten. Gute Quellen sind dunkelgrünes Blattgemüse, Kreuzblütlergemüse, einige Früchte (wie Bananen und Cantaloupe-Melonen), Hülsenfrüchte und viele orangefarbene Gemüse (wie Karotten, Kürbisse und Süßkartoffeln).

NATRIUM: Notwendig für den Elektrolythaushalt; zur Regulierung von Blutdruck, Volumen und pH-Wert; zur Steuerung der Flüssigkeitsbewegung durch die Zellmembranen und für die Neuronenfunktion. Neben allen Lebensmitteln, die in Kochsalz gegart oder in Salz gepökelt werden, wie Oliven und einige Fleischprodukte, sind natürliche Natriumquellen Meeresalgen, Sellerie, Rüben, Artischocken und einige grüne Blattgemüse wie Spinat und Kohlblätter. Zu viel Natrium ist nicht gut, daher ist es vorzuziehen, Natrium aus Vollwertnahrungsmitteln zu beziehen und unraffiniertes Meersalz sparsam zu verwenden.

SELEN: Erforderlich für die Aktivität von 25 bis 30 verschiedenen Enzymen, die das Gehirn und andere Gewebe vor oxidativen Schäden schützen. Es hilft auch, die normale Schilddrüsenfunktion zu unterstützen. Gute Quellen sind rotes Fleisch, Geflügel, Fisch und Schalentiere, Paranüsse und Pilze.

SILIZIUM: Wird für die Bildung von Bindegewebe und Knochen benötigt und unterstützt die Gesundheit von Haaren, Nägeln und Haut. Zu den Lebensmitteln, die diesen Mineralstoff enthalten, gehören Bananen, grüne Bohnen, Hülsenfrüchte, Äpfel und Kohl.

SCHWEFEL: Schwefel wird häufig in biochemischen Prozessen verwendet und ist ein struktureller Bestandteil vieler Proteine. Er ist für die Funktion vieler Enzyme und Antioxidantien notwendig. Schwefel ist reichlich vorhanden in Kreuzblütlergemüse (einschließlich Kohl, Brokkoli, Blumenkohl und Rosenkohl), Allium-Gemüse wie Zwiebeln und Knoblauch, Eiern und anderen proteinreichen tierischen Nahrungsmitteln wie Fisch, Fleisch und Geflügel.

ZINK: Wichtig für fast alle Zellfunktionen, vom Protein- und Kohlenhydratstoffwechsel bis hin zur Zellteilung und zum Zellwachstum. Es spielt auch eine Rolle für die Gesundheit der Haut und die Erhaltung der Sinnesorgane (deshalb ist Zinkmangel mit Geruchs- und Geschmacksverlust verbunden) und ist ein lebenswichtiger Nährstoff für die Funktion des Immunsystems. Die reichhaltigste Zinkquelle sind Austern, andere gute Quellen sind rotes Fleisch, Geflügel, Nüsse und Samen sowie Hülsenfrüchte.


Betrachtet man die Nahrungsmittel, die am reichsten an essenziellen Vitaminen und Mineralstoffen sind, so tauchen bestimmte Nahrungsmittel immer wieder als Kraftwerke der Ernährung auf, insbesondere Leber und andere Innereien, Meeresfrüchte (vor allem Schalentiere) und Gemüse aller Art, vor allem aber Blattgemüse und Gemüse aus der Familie der Kreuzblütler (zu der Kohl, Brokkoli und Grünkohl gehören). Eines der besten Dinge, die wir tun können, um sicherzustellen, dass unsere Ernährung reich an Mikronährstoffen ist, ist es, diese Nahrungsmittel in großen Mengen zu essen!

Aminosäuren

Vitamine und Mineralstoffe sind jedoch nicht die einzigen essenziellen Mikronährstoffe. Aminosäuren sind die Grundbausteine des Proteins, das einen wesentlichen Anteil unseres Körpers ausmacht. Neun der zwanzig Aminosäuren, die unser Körper zur Herstellung von Proteinen verwendet, sind ernährungsphysiologisch unverzichtbar, was bedeutet, dass wir sie unbedingt aus der Nahrung beziehen müssen – unser Körper kann sie nicht herstellen. Weitere sechs Aminosäuren werden als bedingt unverzichtbar eingestuft, was bedeutet, dass andere Aminosäuren zwar in diese umgewandelt werden können, der Prozess aber so ineffizient ist, dass wir sie in den meisten Fällen immer noch aus der Nahrung beziehen müssen. Die verbleibenden fünf Aminosäuren gelten als ernährungsphysiologisch verzichtbar, was bedeutet, dass unser Körper sie in ausreichender Menge herstellen kann, vorausgesetzt, unsere Nahrung enthält genügend Eiweiß. Während wir technisch gesehen nur die neun essenziellen Aminosäuren über die Nahrung aufnehmen müssen – unser Körper kann die restlichen elf herstellen – ist es aus gesundheitlicher Sicht weitaus besser, alle Aminosäuren über die Nahrung aufzunehmen. Auf diese Weise sind wir nicht auf oft ineffiziente Umwandlungsprozesse für die Aminosäuren angewiesen, die unser Körper benötigt, um all die verschiedenen Proteine in unseren Zellen und Geweben herzustellen.

Vollständige Proteine liefern ausreichende Mengen aller neun essenziellen Aminosäuren, und diese stammen zum größten Teil aus tierischen Quellen – Fleisch, Eier, Meeresfrüchte und Milchprodukte sind beispielsweise vollständige Proteine. Die meisten pflanzlichen Nahrungsmittel sind keine vollständigen Proteine, und es ist für unseren Körper in der Regel nicht leicht, pflanzliche Proteine vollständig zu verdauen und abzubauen, um die darin enthaltenen Aminosäuren aufzunehmen. Alle Proteine aus tierischen Nahrungsmitteln sind leichter verdaulich als Proteine aus pflanzlichen Nahrungsmitteln. Das am leichtesten verdauliche Protein ist in Fisch und Schalentieren enthalten, gefolgt von Fleisch und Geflügel. Obwohl pflanzliche Nahrungsmittel für die Gesundheit äußerst wichtig sind, ist es falsch, sie als eine gute Proteinquelle zu betrachten – selbst Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, die technisch gesehen weit mehr Eiweiß enthalten als Obst und Gemüse, sind nicht so proteinreich wie tierische Nahrungsmittel. Tierische Lebensmittel enthalten alle zwanzig Aminosäuren und sind auch die einzigen Quellen für einige andere wichtige Nährstoffe, darunter Vitamin B12, Kreatin (siehe Seite 22), Taurin und Carnosin (die drei Letztgenannten werden zwar nicht als essenziell angesehen, sind aber sehr wichtig und tragen zur Förderung der Gesundheit bei). Daher muss eine mikronährstoffreiche Ernährung zumindest Fisch und Schalentiere, wenn nicht sogar eine Vielzahl von Fleischsorten umfassen.

Fettsäuren

Es gibt zwei essenzielle Fettsäuren – quasi die Bausteine der Fette – die nicht nur zur Energiegewinnung, sondern auch für viele Grundstrukturen im menschlichen Körper verwendet werden, wie zum Beispiel für die äußere Membran jeder einzelnen Zelle. Die eher willkürlich zugewiesenen, aber offiziell als essenziell erachteten Fettsäuren sind Alpha-Linolensäure (ALA; die kleinste mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure) und Linolsäure (LA; die kleinste mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure). Der Begriff essenziell ist hier irreführend. Die Fettsäuren mit den wichtigsten Funktionen im menschlichen Körper sind Arachidonsäure (AA), eine mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, sowie Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), beides mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren. Unser Körper kann jede mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure in jede andere mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure umwandeln, und auf ähnliche Weise können wir jede mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure in jede andere mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure umwandeln. Dies bedeutet, dass wir EPA und DHA aus ALA und AA aus LA herstellen können. Diese Umwandlung kann jedoch äußerst ineffizient sein, deshalb ist es wichtig, diese aus der Nahrung zu gewinnen. Während ALA und LA in pflanzlichen Lebensmitteln vorhanden sind (und zwar reichlich), kommen AA, EPA und DHA in Meeresfrüchten, Fleisch und Geflügel vor.

Es ist auch erwähnenswert, dass der Körper am besten arbeitet, wenn das Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren in unserer Ernährung irgendwo im Bereich von 3:1 bis 1:1 liegt. Dies ist eine der Ausnahmen des »mehr ist immer besser«-Ansatzes in Bezug auf Mikronährstoffe. Um dieses ideale Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren zu erreichen, muss man bei der Auswahl der Lebensmittel ziemlich genau hinschauen. Omega-6-Fettsäuren sind reichlich vorhanden in Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen, verarbeiteten »pflanzlichen« Ölen (wie Distelöl oder Rapsöl), Geflügel (sogar Biogeflügel!) und Fleisch aus konventioneller Tierhaltung (solchen, bei denen auf der Verpackung nicht »bio« oder »Weidehaltung« steht). Andererseits finden sich die extrem wichtigen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA in beträchtlichen Mengen nur in Fleisch aus Grasfütterung und Meeresfrüchten (hauptsächlich Fisch und Schalentiere, aber auch Meeresgemüse und Algen enthalten etwas DHA). Um die Aufnahme dieser Fette auszugleichen, ist es erforderlich, sowohl die Menge an Omega-6-reichen Nahrungsmitteln in unserer Ernährung zu senken als auch gewissenhaft mehr Meeresfrüchte aufzunehmen.

Eine Studie nach der anderen zeigt, dass ein zunehmender Verzehr von DHA und EPA, sei es über die Ernährung oder eine kurzfristige Einnahme von Fischölpräparaten, den Schweregrad und die Symptome verschiedener Krankheiten verringert – zum Beispiel die Symptome von rheumatoider Arthritis – und das Risiko für die Entwicklung bestimmter Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, senkt.

Das Problem mit Nahrungsergänzungsmitteln

Warum ist es wichtig, Mikronährstoffe aus Lebensmitteln zu sich zu nehmen? Können wir nicht einfach ein gutes Multivitamin- und ein Fischölpräparat einnehmen, um alle unsere Grundlagen abzudecken, und dann essen, was immer wir wollen? Leider nein. Es gibt mehrere Gründe, warum man eine schlechte Ernährung nicht einfach dadurch verbessern kann, indem man sie mit Nahrungsergänzungsmitteln ergänzt.

Erstens werden die Mikronährstoffe aus Nahrungsergänzungsmitteln in der Regel schlecht absorbiert, und einige synthetische Formen von Vitaminen können von unserem Körper nicht einmal ohne weiteres verwertet werden. Im Fall von Fischöl kann der Prozess der Extraktion der Öle diese schädigen. Studien zeigen, dass sie nur für eine relativ kurze Zeit, etwa vier bis sechs Wochen, der Gesundheit zugutekommen, und dass sie danach entweder keinen Nutzen mehr bringen oder sogar schädlich sein können. Zweitens enthalten Nahrungsergänzungsmittel nur Nährstoffe, die als die wichtigsten identifiziert wurden. Sie enthalten keine anderen extrem wichtigen (wenn auch vielleicht nicht technisch essenziellen) Nährstoffe. Wenn man bedenkt, wie wenig wir wirklich darüber wissen, was jeder einzelne Nährstoff in unserem Körper bewirkt, erscheint es ein wenig verfrüht, sie in Pillenform extrahieren zu wollen.

Ein weiterer Punkt, den es zu bedenken gilt, ist, dass viele Nährstoffe synergetisch wirken: Sie müssen in bestimmten Kombinationen verzehrt werden, um die Gesundheit am wirksamsten zu verbessern. Gleichzeitig konkurrieren einige Nährstoffe miteinander, entweder bei der Absorption oder bei der Einnahme (dieser Wettbewerb ist eine wichtige Methode, wie der Körper bestimmte chemische Reaktionen reguliert). Wenn Sie diese Nährstoffe also in ein und demselben Nahrungsergänzungsmittel konsumieren, bedeutet dies, dass Sie von keinem von ihnen profitieren. Unser Verständnis dieser Beziehungen zwischen den Nährstoffen ist immer noch begrenzt, aber wir wissen, dass Vollwertnahrungsmittel in der Regel die richtigen Nährstoffkombinationen aufweisen, um am wirksamsten zu sein. Es ist immer besser, Nährstoffe aus Vollwertnahrung zu beziehen. Und es ist immer besser, die Lebensmittel zu wählen, die reich an Nährstoffen sind.

Über die Grundlagen hinausgehen

Selbst die Befolgung einer standardmäßigen Paleo-Ernährung ist keine Garantie dafür, dass Sie alle Mikronährstoffe erhalten, die Sie für Ihre Gesundheit benötigen. Und obwohl die in der Paleo-Ernährung empfohlenen Lebensmittel die nährstoffreichsten Lebensmittel in unserem Nahrungsangebot darstellen, erfordert das Erreichen einer ausreichenden Mikronährstoffversorgung immer noch ein gewisses Engagement. Tatsächlich zeigen Analysen der typischen Paleo-Lebensmittelauswahl, dass Biotin (besonders reichlich enthalten in Leber und Wurzelgemüse), Kalzium (besonders reichlich in seiner bioverfügbarsten Form in dunklem Blattgemüse wie Grünkohl sowie in ganzen Fischen wie Sardinen enthalten) und Chrom (besonders reichlich enthalten in dunklem Blattgemüse, Austern und Leber) in der Paleo-Ernährung häufig mangelhaft vorhanden sind. Die Paleo-Ernährung übertrifft zwar bei Weitem andere Ernährungsansätze in Bezug auf die Mikronährstoffversorgung, aber wenn Sie sich nur an die stereotypen Fleisch- und Gemüsesorten halten, könnten Ihnen wichtige Nährstoffe für eine optimale Gesundheit fehlen.

Ein nährstofforientierter Ansatz für die Ernährung bedeutet den Verzehr von Innereien, anderen hochwertigen Fleischsorten, Meeresfrüchten, einer Vielzahl von Gemüsesorten in großen Portionen und etwas Obst. Wenn diese Nahrungsmittel die Grundlage unserer Ernährung bilden, garantieren wir, dass wir alle Nährstoffe zu uns nehmen, die unser Körper benötigt, um zu gedeihen.

Funktionelle Lebensmittel

Funktionelle Lebensmittel bieten gesundheitliche Vorteile, die über die Basisernährung hinausgehen. In gewisser Weise ist die gesamte Paleo-Ernährung auf funktionelle Lebensmittel ausgerichtet. Sobald wir uns auf mikronährstoffreiche Lebensmittel konzentrieren, geht es um Lebensmittel, die über die Grundnahrung hinaus gesundheitliche Vorteile bieten. Zu den funktionellen Nahrungsmitteln gehören all jene, die reich an Folgendem sind:

• Natürliche sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem unterstützen und die Alterung bekämpfen

• Ballaststoffe, darunter Präbiotika und resistente Stärke, die die Verdauung verbessern, Hormone regulieren und ein gesundes Darmmikrobiom unterstützen, wodurch die Gesundheit des Immunsystems unterstützt wird

• Funktionelle Lipide wie Omega-3-Fettsäuren und konjugierte Linolsäure, die viele positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, wie z. B. die Unterstützung der Immun-, Knochen-, Gehirn- und Herz-Kreislauf-Gesundheit

• Vitamine und Mineralstoffe, die für die Gesundheit jeder Zelle und jedes Systems von entscheidender Bedeutung sind

Kommt Ihnen das bekannt vor? Ja, wir sprechen über Meeresfrüchte, Gemüse, Obst, Fleisch, Eier, Nüsse und Samen – alles Lebensmittel, die dank so vieler großartiger Mikronährstoffe und anderer gesundheitsfördernder Verbindungen eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen bieten. Wieder einmal ein Pluspunkt für Paleo!

Es gibt eine Vielzahl von Diätprogrammen, Mahlzeitenersatzprodukte wie Riegel und Getränke sowie Multivitamine, die sich darauf konzentrieren, 100 Prozent der empfohlenen Nahrungszufuhr aller essenziellen Mikronährstoffe bereitzustellen. Dies ist natürlich äußerst wichtig, aber es ist auch ein kurzsichtiger Ernährungsansatz. Wenn wir uns nur auf die Nährstoffe konzentrieren, von denen wir heute wissen, dass sie essenziell sind, entgeht uns die riesige Vielfalt an nicht essenziellen, aber erstaunlich wichtigen Nährstoffen, die wir bereits identifiziert haben, sowie alle Nährstoffe, die noch nicht entdeckt wurden.

In vielerlei Hinsicht ist die Bedeutung von funktionellen Lebensmitteln eine weitere Bestätigung für eine auf Vollwerternährung basierende Diät. Wenn wir Lebensmittel so verzehren, wie sie in der Natur vorkommen, unverarbeitet und ohne andere Manipulation außer Kochen, profitieren wir von ihrer großen Vielfalt an Nährstoffen.

Aus diesem Grund ist auch der Verzehr einer Vielzahl von Gemüsesorten, die fantastische funktionelle Lebensmittel sind, zu befürworten. Wenn wir untersuchen, welche Nährstoffe in funktionellen Lebensmitteln enthalten sind, wie sie sich auf unsere Gesundheit auswirken und welche Lebensmittel reichlich davon enthalten, erkennen wir eine starke Tendenz: Gemüse ist ein essenzieller Bestandteil jeder gesunden Ernährung. Tatsächlich zeigt eine Studie nach der anderen, dass ein höherer Gemüseverzehr (mindestens fünf Portionen pro Tag) das Krankheitsrisiko senkt – von Diabetes über Osteoporose bis hin zu Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Autoimmunerkrankungen bis hin zu Krebs. Dafür gibt es drei wahrscheinliche Gründe. Erstens ist Gemüse in der Regel reich an sehr wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, darunter die am besten absorbierbare Form von Kalzium. Zweitens enthält Gemüse reichlich Ballaststoffe zur Unterstützung einer gesunden Vielfalt von Darmmikroorganismen. Drittens ist Gemüse reich an Tausenden von verschiedenen nützlichen sekundären Pflanzenstoffen. Sekundäre Pflanzenstoffe sind in hohem Maße mit antioxidativen, entzündungshemmenden und anderen gesundheitsfördernden Eigenschaften ausgestattet, und diese riesige Klasse von Chemikalien bildet einen großen Anteil der bekannten Mikronährstoffe in funktionellen Lebensmitteln.

Die Mikronährstoffe, die funktionelle Lebensmittel zu so wichtigen Faktoren für eine bessere Gesundheit machen, werden nicht als essenziell betrachtet, dennoch zeigen zahlreiche Studien, dass sie zu einer besseren Gesundheit führen. Wir sterben vielleicht nicht, wenn wir sie nicht essen, aber wir können ohne sie sicherlich nicht gedeihen.

Auch hier gibt es einige Superstars funktioneller Lebensmittel. Kreuzblütlergemüse (wie Kohl, Brokkoli, Grünkohl, Blumenkohl und Rosenkohl) finden immer wieder Eingang in die Liste der funktionellen Lebensmittel. Andere großartige Lebensmittel sind grünes Blattgemüse; hochpigmentierte Früchte wie Beeren (also das Obst, das hässliche Flecken auf der Kleidung hinterlassen kann); Meeresfrüchte aller Art, einschließlich Fisch, Schalentieren und Meeresgemüse; und Fleisch aus Grasfütterung.

Es ist beruhigend zu wissen, dass die Konzentration auf eine mikronährstoffreiche Vollwertnahrung eine Strategie ist, die nicht nur alle essenziellen Nährstoffe, sondern auch das gesamte Spektrum anderer gesundheitsfördernder Nährstoffe liefert. Und es bestärkt zweifellos die Idee, dass eine Ernährung auf der Grundlage von Meeresfrüchten, Qualitätsfleisch, großen Mengen an Gemüse und etwas Obst der richtige Weg ist!

Was steckt in funktionellen Lebensmitteln

CAROTINOIDE: Diese starken Antioxidantien spielen eine wichtige Rolle bei der Funktion des Immunsystems. Die hier beschriebenen spezifischen Carotinoide haben unterschiedliche gesundheitliche Vorteile. Zu den Lebensmitteln, die reich an Carotinoiden sind, gehört alles, was rot, orange oder gelb ist (wie Tomaten, Karotten, Rüben, Süßkartoffeln und Paprika) oder dunkelgrün (wie Grünkohl, Spinat, Blattkohl und Brokkoli). Alle Carotinoide werden am besten absorbiert, wenn sie mit etwas Fett verzehrt werden.

Beta-Carotin: Hilft bei der Neutralisierung freier Radikale, stärkt die antioxidative Abwehr und kann vom Körper in Vitamin A umgewandelt werden. Ausgezeichnete Quellen sind orangefarbene Nahrungsmittel wie Karotten, Süßkartoffeln und Cantaloupe-Melone sowie grünes Blattgemüse wie Mangold, Spinat und Rübengrün.

Lycopin: Unterstützt die Gesundheit der Prostata, einschließlich des potenziellen Schutzes vor Prostatakrebs. Die besten Quellen sind Tomaten (besonders Tomaten, die gekocht oder zerkleinert wurden, wodurch das Lycopin bioverfügbarer wird), Wassermelone, Papaya und rote oder rosa Grapefruit.

Lutein und Zeaxanthin: Lebensnotwendig für die Gesundheit und das Sehvermögen der Augen (sie sind reichlich in der Netzhaut konzentriert). Sie können außerdem das Risiko einer altersbedingten Makuladegeneration verringern. Zu den reichhaltigen Quellen gehören dunkelgrünes Blattgemüse (insbesondere Grünkohl, Spinat und Kohl), Eier, orangefarbene Paprika, Zitrusfrüchte und Brokkoli.

DIALLYLSULFID: Eine Verbindung, die durch das Zerkleinern von Knoblauch und anderen Allium-Arten freigesetzt wird. Sie hat eine starke antimikrobielle Wirkung (einschließlich der Wirkung gegen das Magengeschwürbakterium H. pylori), reduziert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann für die Schutzwirkung von Knoblauch gegen Darmkrebs verantwortlich sein. Zu den Lebensmitteln, die Diallylsulfid enthalten, gehören Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch, Schalotten, Frühlingszwiebeln und Lauch.

DITHIOLETHIONE: Eine Klasse von krebsschützenden Verbindungen, die auch eine Entgiftung einleiten. Quellen für Dithiolethione sind unter anderem Kreuzblütler wie Brokkoli, Blattkohl, Grünkohl und Kohl.

POLYPHENOLE: Eine Klasse chemischer Verbindungen mit antioxidativen Eigenschaften, die dazu beitragen, Zellschäden durch freie Radikale zu verhindern und möglicherweise das Risiko von Herzerkrankungen und anderen chronischen Krankheiten zu verringern. Gute Quellen sind Beeren, Zitrusfrüchte, bunte Gemüsesorten, dunkle Schokolade und Pflaumen.

Lignane: Eine Art von Polyphenol, das von Darmbakterien zu Enterodiol und Enterolacton metabolisiert werden kann, die bei der Vorbeugung von Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hormonabhängigen Krebsarten (Brust-, Endometrium-, Eierstock- und Prostatakrebs) eine Rolle spielen können. Zu den lignanreichen Nahrungsmitteln gehören Leinsamen, Sesam, Hülsenfrüchte und Kreuzblütlergemüse.

PFLANZLICHE STEROLE UND STANOLE: Mit einer ähnlichen chemischen Struktur wie das tierische Cholesterin können diese Verbindungen die Absorption von Cholesterin im Dünndarm blockieren und den Spiegel des LDL-Cholesterins (»schlechtes Cholesterin«) im Blut senken, ohne den Spiegel des HDL-Cholesterins (»gutes Cholesterin«) zu verändern. Zu den Quellen für Sterole und Stanole gehören Nüsse, Hülsenfrüchte und die meisten Obst- und Gemüsesorten.

ISOTHIOCYANATE: Schwefelhaltige Pflanzenchemikalien mit starken krebsbekämpfenden Eigenschaften aufgrund ihrer Fähigkeit, die Tumorbildung zu unterdrücken und Karzinogene aus dem Körper zu eliminieren. Zu den Lebensmitteln mit Isothiocyanaten gehören Kreuzblütlergemüse wie Brokkoli, Kohl, Blumenkohl, Grünkohl und Rosenkohl, insbesondere wenn sie roh verzehrt werden.

Sulforaphan: Eine Art von Isothiocyanat, das die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers gegen oxidativen Stress, Entzündungen und DNA-Schäden stärkt. Neben starken antioxidativen und krebsbekämpfenden Eigenschaften hat es zudem das Potenzial, die kardiovaskuläre Gesundheit zu fördern, indem es den Cholesterinspiegel im Blut verbessert und den Bluthochdruck senkt. Die Hauptquellen sind Kreuzblütlergemüse, darunter Brokkoli (die reichste Quelle), Kohl, Rosenkohl und Blumenkohl.

FLAVONOIDE: Eine Klasse von mehr als 6.000 Verbindungen mit einer Reihe von gesundheitlichen Auswirkungen, darunter die Verringerung von Entzündungen, der Schutz vor rauchbedingten Krebserkrankungen und die Verringerung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie haben zudem antibakterielle Eigenschaften. Zu den Lebensmitteln, die reich an Flavonoiden sind, gehören Petersilie, Beeren (insbesondere Blaubeeren), Zitrusfrüchte, Erdnüsse mit Schale und Kakao.

Anthocyane: Eine Art von Flavonoiden, die für rote, violette und blaue Pigmente in pflanzlichen Lebensmitteln verantwortlich sind. Sie können zum Schutz vor Leberschäden beitragen, den Blutdruck senken, das Sehvermögen und die Gesundheit der Augen erhalten, Verbindungen in gekochten Lebensmitteln entgegenwirken, die DNA-Mutationen verursachen, und die Vermehrung von Krebszellen unterdrücken. Zu den Lebensmitteln, die Anthocyane enthalten, gehören Beeren (insbesondere Blaubeeren, Preiselbeeren, Brombeeren und Himbeeren), Weintrauben, Rotkohl, Kirschen und Auberginen.

Flavanole: Auch Flavan-3-ole genannt, sind eine Art von Flavonoiden, die das Risiko bestimmter chronischer Krankheiten verringern und dazu beitragen können, die Elastizität der Blutgefäße zu erhalten, wodurch der normale Blutfluss unterstützt wird. Zu den Lebensmitteln, die reich an Flavanolen sind, gehören Äpfel, Bananen, Beeren, Pfirsiche und Birnen.

Proanthocyanidine: Eine Klasse von Flavanolen, die als Antioxidantien wirken und gleichzeitig andere Antioxidantien wirksamer machen (z. B. verlängern sie die Haltbarkeit von Vitamin C). Proanthocyanidine kommen in Trauben, Preiselbeeren, schwarzen Johannisbeeren und Holunderbeeren vor.

Procyanidine: Eine Klasse von Flavanolen (und Subtyp der Proanthocyanidine), die eine potenzielle Rolle bei der Vorbeugung von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen und teilweise für die Schutzwirkung von Rotwein verantwortlich sind. Zu den Quellen gehören Trauben und andere dunkelschalige Früchte (wie schwarze Johannisbeeren und Holunderbeeren), Äpfel, Preiselbeeren und Schokolade.

Flavonole: Eine Kategorie von Flavonoiden, die aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung dazu beitragen können, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Schlaganfall zu senken. Zu den Quellen gehören Zwiebeln, Äpfel, Tomaten, Süßkartoffeln und Mandeln.

Kaempferol: Eine Art von Flavonol mit einem breiten Spektrum potenzieller gesundheitlicher Auswirkungen, darunter die Verringerung von Entzündungen, die Verringerung des Risikos für Typ-2-Diabetes, die Verringerung der Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Unterbrechung des Wachstums verschiedener Krebsarten (Brust-, Eierstock-, Blasen-, Prostata-, Darm-, Lungen-, Magen-, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Leukämie). Es weist auch antimikrobielle Aktivität auf. Zu den Lebensmitteln, die Kaempferol enthalten, gehören Kreuzblütlergemüse (wie Brokkoli, Kohl und Grünkohl), Äpfel, Trauben, Tomaten und Zwiebeln.

Myricetin: Eine Art von Flavonol mit dem Potenzial, Zellen vor karzinogenen Mutationen zu schützen, Neuronen vor oxidativem Stress zu bewahren, das Osteoporoserisiko zu verringern, Entzündungen zu reduzieren und die Aktivität einer Reihe von Viren, darunter HIV, zu hemmen. Myricetin kommt in Kreuzblütlern (wie Brokkoli, Kohl und Grünkohl), Chiasamen, Knoblauch, Paprika und Guave vor.

Quercetin: Eine Art von Flavonol, das Entzündungen im Gehirn unterdrücken, hohen Blutdruck senken und Neuronen vor oxidativem Stress schützen kann. Zu den Quellen gehören Zwiebeln, Brunnenkresse, Koriander, Kapern und Radicchio.

Flavonone: Eine der größten Untergruppen der Flavonoide, die beim Schutz vor oder bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sowie bei der Erhaltung der Knochengesundheit und der neurologischen Gesundheit eine Rolle spielen können. Zu den Lebensmitteln mit hohem Flavonongehalt gehören Orangen, Zitronen, Tomaten und Grapefruit.

UBIQUINOL: Eine reduzierte, bioverfügbarere Form der vitaminähnlichen Verbindung Coenzym Q10. Es ist ein starkes Antioxidans und kann bei der Behandlung oder Vorbeugung von Herz- und Blutgefäßerkrankungen, Diabetes, Zahnfleischerkrankungen, Muskeldystrophie, chronischem Erschöpfungssyndrom und Brustkrebs hilfreich sein. Zu den Nahrungsmitteln, die Ubiquinol enthalten, gehören Rindfleisch, Schweinefleisch, Makrele, Gelbschwanzfisch und Huhn, und in kleineren Mengen kommt es auch in Gemüse wie Brokkoli und Petersilie vor.

BALLASTSTOFFE: In pflanzlichen Zellwänden vorhandene Kohlenhydrate, die unser Körper nicht verdauen kann. Sie bieten uns eine Vielzahl von Vorteilen:

• Zufuhr nützlicher probiotischer Bakterien in unserem Verdauungstrakt

• Bindung an Toxine, Hormone, Gallensalze, Cholesterin und andere Substanzen im Darm

• Stimulierung der Freisetzung einiger Hormone (wie des Hungerhormons Ghrelin, das dem Gehirn Sättigung signalisiert) und einiger Neurotransmitter (wie Melatonin, das die Kontrolle des Schlafes unterstützt)

• Hinzufügen von Volumen zum Stuhl, was die Qualität des Stuhlgangs verbessert

Eine ballaststoffreiche Ernährung reduziert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vieler Krebsarten (insbesondere Darmkrebs, aber auch Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und andere) und verringert insgesamt Entzündungsprozesse. Tatsächlich gilt: Je höher die Ballaststoffzufuhr ist, desto geringer ist die Entzündung. Wenn Sie an einer Nierenerkrankung oder Diabetes leiden, verringert eine ballaststoffreiche Ernährung Ihr Sterblichkeitsrisiko. Eine ballaststoffreiche Ernährung kann sogar die Wahrscheinlichkeit verringern, an einer Infektion zu sterben. Ballaststoffe werden allgemein als löslich oder unlöslich kategorisiert (also ob sie sich in Wasser auflösen oder nicht), und jede Klasse von Ballaststoffen hat unterschiedliche gesundheitliche Vorteile. Im Allgemeinen sind ballaststoffreiche Nahrungsmittel: Obst (insbesondere Beeren), Gemüse (insbesondere grünes Blattgemüse, Wurzelgemüse und Kreuzblütlergemüse), Hülsenfrüchte sowie Nüsse und Samen.

Lösliche Ballaststoffe: Diese Art von Ballaststoffen bildet im Darm ein gelartiges Material und verlangsamt die Bewegung des Materials durch das Verdauungssystem. Lösliche Ballaststoffe werden typischerweise leicht von den Bakterien im Dickdarm fermentiert (obwohl nicht alle löslichen Ballaststoffe fermentierbar sind), wodurch Gase und physiologisch aktive Nebenprodukte entstehen (wie kurzkettige Fettsäuren, die eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen und Vitaminen liefern). Lösliche Ballaststoffe haben auch cholesterinsenkende Eigenschaften. Reichhaltige Quellen sind Äpfel, Beeren, Birnen, Zitrusfrüchte und Hülsenfrüchte.

Unlösliche Ballaststoffe: Diese Art von Ballaststoffen beschleunigt die Bewegung von Material durch den Verdauungstrakt. Fermentierbare unlösliche Ballaststoffe erzeugen auch Gase und physiologisch aktive Nebenprodukte (wie kurzkettige Fettsäuren und Vitamine). Nicht fermentierbare unlösliche Ballaststoffe erhöhen das Stuhlvolumen, indem sie auf ihrem Weg durch den Verdauungstrakt Wasser absorbieren, was als sehr vorteilhaft für die Regulierung des Stuhlgangs und die Bewältigung von Verstopfung angesehen wird. Unlösliche Ballaststoffe reduzieren Entzündungen. Sie binden sich auch an Giftstoffe und überschüssige Hormone im Magen-Darm-Trakt und erleichtern so deren Ausscheidung aus dem Körper. Zu den Nahrungsmitteln mit einem hohen Gehalt an unlöslichen Ballaststoffen gehören grünes Blattgemüse, Paprika, Kreuzblütlergemüse (wie Brokkoli, Pak Choi, Blumenkohl und Rosenkohl), Sellerie und Karotten.

GLYCIN: Eine bedingt unverzichtbare Aminosäure, die im Körper eine Reihe nützlicher Rollen spielt und dazu beitragen kann, die Schlafqualität zu verbessern, das Gedächtnis zu verbessern, die Gallensäuren zu regulieren und die Synthese mehrerer äußerst wichtiger Proteine zu unterstützen. Sie kann auch dazu beitragen, altersbedingte Schäden an Fibroblasten, einem Zelltyp im Bindegewebe, der Kollagen produziert, rückgängig zu machen, und kann daher möglicherweise Anti-Aging-Effekte haben. Zu den Lebensmitteln, die Glycin enthalten, gehören proteinreiche tierische Produkte (Fisch, Fleisch, Geflügel und Milchprodukte), Spinat, Hülsenfrüchte, Kürbis und Kreuzblütlergemüse.

GLUTAMIN: Eine bedingt unverzichtbare Aminosäure, die dazu beitragen kann, die Funktion der Darmbarriere zu verbessern und die Darmpermeabilität (die mit vielen chronischen Krankheiten verbunden sein kann) zu verringern, Stimmungsstörungen zu behandeln, krankheitsbedingte Gewichtsabnahme zu verhindern und das Infektionsrisiko zu senken. Zu den reichhaltigen Quellen gehören tierische Produkte mit hohem Proteingehalt (Fisch, Fleisch, Geflügel und Milchprodukte), Hülsenfrüchte, Spinat, Rüben und Petersilie.

ALANIN: Eine ernährungsphysiologisch verzichtbare Aminosäure, die am Zucker- und Säurestoffwechsel beteiligt ist und potenziell die körperliche Belastbarkeit erhöhen kann, zum Aufbau von fettfreier Muskelmasse beitragen und die Immunität verbessern kann. Zu den Lebensmitteln mit hohem Alaningehalt gehören tierische Produkte (Fisch, Fleisch, Geflügel und Milchprodukte), Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen.

ARGININ: Eine bedingt unverzichtbare Aminosäure, die eine wichtige Rolle bei der Zellteilung, Wundheilung, Hormonausschüttung und Immunfunktion spielt. Arginin kommt sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln vor, darunter Milchprodukte, Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchte, Nüsse und Hülsenfrüchte.

PROLIN: Eine bedingt unverzichtbare Aminosäure, die bei der Kollagenproduktion verwendet wird und dazu beiträgt, Haut, Gelenke, Sehnen und Herzmuskel gesund zu erhalten. Zu den Lebensmitteln mit hohem Prolingehalt gehören Milchprodukte, Fleisch, Geflügel, Eier und Meeresfrüchte sowie einige Gemüsesorten wie Brokkoli und Kohl.

KREATIN: Hilft bei der Energieversorgung der Zellen, insbesondere der Muskelzellen. Es kann helfen, die Muskelkraft zu erhöhen, die funktionelle Leistung zu steigern und die DNA-Mutation zu reduzieren. Zu den Lebensmitteln mit hohem Kreatingehalt gehören tierische Produkte wie Fleisch, Milchprodukte, Eier, Geflügel und Meeresfrüchte.

DHA (DOCOSAHEXAENSÄURE): Eine Omega-3-Fettsäure, die im Gehirn und in der Netzhaut reichlich vorhanden ist und die eine Rolle bei der Aufrechterhaltung der normalen Gehirnfunktion, der Behandlung von Stimmungsstörungen und der Verringerung des Risikos von Herzerkrankungen (oder der Verbesserung der Folgen bei Menschen, die bereits daran erkrankt sind) spielt. Die reichhaltigsten Quellen sind Schalentiere und fetter Fisch wie Lachs, Makrele, Thunfisch, Hering und Sardinen.

EPA (EICOSAPENTAENSÄURE): Eine Omega-3-Fettsäure, die bei entzündungshemmenden Prozessen und der Gesundheit der Zellmembranen eine Rolle spielt und dazu beitragen kann, die Symptome von Depressionen zu lindern. Zu den Quellen gehören fetter Fisch (wie Lachs, Makrele, Thunfisch, Hering und Sardinen), Schalentiere, Portulak und Algen.

CLA (KONJUGIERTE LINOLSÄURE): Eine Familie von Fettsäuren, die starke Antikrebseffekte aufweisen und die Knochendichte verbessern und die Muskelmasse erhöhen können. CLA kommt in Fleisch von Wiederkäuern wie Rind, Lamm, Elch und Ziege sowie in Milchprodukten von grasgefütterten Tieren vor.

EINFACH UNGESÄTTIGTE FETTSÄUREN: Eine Art von Fett, das dazu beitragen kann, das LDL-Cholesterin (»schlechtes Cholesterin«) zu senken und gleichzeitig das HDL-Cholesterin (»gutes Cholesterin«) zu erhöhen, und das zur Verbesserung der Blutzuckereinstellung beitragen kann. Zu den Lebensmitteln, die reich an einfach ungesättigten Fettsäuren sind, gehören Oliven, Baumnüsse wie Mandeln, Avocados und Samen.

Die dunkle Seite der Lebensmittel

Es gibt einige mikronährstoffreiche Lebensmittel, die weder in der Paleo-Ernährung noch im Autoimmun-Protokoll enthalten sind. Das scheint zunächst nicht verständlich zu sein, aber einige Lebensmittel, die große Mengen an nützlichen Nährstoffen enthalten, sind keine gute Wahl für Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden. Das Problem liegt normalerweise in der Unverdaulichkeit des Lebensmittels und damit in der Unfähigkeit des Körpers, auf die darin enthaltenen nützlichen Nährstoffe zuzugreifen, und/oder im Vorhandensein einiger weniger Chemikalien, die die Gesundheit tatsächlich beeinträchtigen können.

Lebensmittel können in zweierlei Hinsicht schwer verdaulich sein: Die Molekularstruktur von Verbindungen in Lebensmitteln kann unverträglich mit den Verdauungsenzymen unseres Körpers sein, oder die Lebensmittel können Verbindungen enthalten, die die Wirkung unserer Verdauungsenzyme blockieren. Verdauungsenzyme werden im Mund, im Magen und in der Bauchspeicheldrüse produziert und verrichten ihre Arbeit, indem sie im Dünndarm Kohlenhydrate in einfachen Zucker, Proteine in Aminosäuren und Fette in Fettsäuren aufspalten und dabei Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe freisetzen. Wie wir bereits gesehen haben, sind viele pflanzliche Proteine für unseren Körper schwer verdaulich, und zwar deshalb, weil ihre Aminosäurestrukturen einfach nicht mit unseren Verdauungsenzymen kompatibel sind. Dies gilt insbesondere für Hülsenfrüchte und Getreide. Wir können nicht auf die Nährstoffe in Lebensmitteln zugreifen, die wir nicht verdauen können, und darüber hinaus können unverdaute oder unvollständig verdaute Nahrungsmittel dazu führen, dass die falschen Arten oder Mengen von Bakterien in unseren Verdauungstrakten wachsen. Außerdem enthalten einige Pflanzen – wie Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse und Samen – relativ hohe Mengen an Verdauungsenzymhemmern. Das sind Verbindungen, die die Aktivität unserer Verdauungsenzyme blockieren und dadurch die Verdauung hemmen und den Darm schädigen können. Darüber hinaus sind in vielen dieser pflanzlichen Lebensmittel auch Verbindungen enthalten, die als Antinährstoffe bezeichnet werden, die die Aufnahme essenzieller Nährstoffe blockieren. Zusätzlich zur Unterstützung der Gesundheit durch eine angemessene Ernährung muss jede gesundheitsfördernde Ernährung Lebensmittel ausschließen, die für unsere Gesundheit problematisch sein können. Die meisten von uns sind es nicht gewohnt, Lebensmittel in diesem Sinne zu betrachten. Natürlich verstehen wir, dass Fast Food und Junk Food zu einer Gewichtszunahme oder einem Anstieg unseres Cholesterinspiegels führen können, aber wir denken normalerweise nicht, dass sie zu unserem diagnostizierten Gesundheitszustand beitragen. Typ-2-Diabetes ist wahrscheinlich die einzige Ausnahme: Die meisten von uns erkennen an, dass Diabetes mit der Auswahl unserer Lebensmittel zusammenhängt (wenn auch wahrscheinlich nicht in dem Maße, in dem dieser Zusammenhang wirklich besteht). Tatsache ist, dass es eine alarmierende Anzahl von Verbindungen in gewöhnlichen Nahrungsmitteln gibt, von denen bekannt ist, dass sie sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Und leider werden sie in den meisten Diäten oder Ernährungsrichtlinien nicht berücksichtigt.

»Bei einer gesunden Ernährung geht es nicht nur darum, mehr vom Guten zu essen; es geht auch darum, das Schlechte zu vermeiden.«

Dies könnte einer der größten Unterschiede zwischen der Paleo-Ernährung und anderen Ernährungsansätzen sein, die sich auf eine ausreichende Mikronährstoffzufuhr konzentrieren. Die Paleo-Ernährung stellt nicht nur sicher, dass unser Körper über die Ressourcen verfügt, die er braucht, um gesund zu sein, sondern lässt auch problematische Lebensmittel aus – also alle Nahrungsmittel, die die Fähigkeit haben, unsere Gesundheit zu beeinträchtigen, sei es durch die Verstärkung von Entzündungen, die Schädigung des Darms, negative Beeinflussung von Hormonen oder die Verursachung anderer Probleme. Bei einer gesunden Ernährung geht es nicht nur darum, mehr vom Guten zu essen; es geht auch darum, das Schlechte zu vermeiden.

Lebensmittel, die Entzündungen verursachen

Wie wir in Kapitel 2 ausführlicher erörtern werden, trägt eine Entzündung zu allen chronischen Krankheiten bei und ist manchmal sogar die eigentliche Ursache der Krankheit. Die Beseitigung der Entzündung ist der Schlüssel zur Linderung und Umkehrung dieser Zustände. Viele Dinge in unserem Leben verursachen Entzündungen, von Infektionen und der Einwirkung von Toxinen bis hin zu alltäglicheren Dingen wie langem Aufbleiben und viel Stress. Das Letzte, was wir brauchen, ist, dass die Lebensmittel, die wir essen, auch noch dieses Feuer anheizen.

Einige Lebensmittel sind von Natur aus entzündungsfördernd. Es ist eigentlich ziemlich überraschend, auf wie viele verschiedene Arten Lebensmittel Entzündungen verursachen können. Verarbeitete Lebensmittel, Fast Food, Lebensmittel aus verarbeiteten »pflanzlichen« Ölen, Getreide und Hülsenfrüchte haben alle einen hohen Gehalt an Omega-6-Fettsäuren, die die Zellsignale steuern und Entzündungen auslösen (durch die Produktion spezifischer parapriner und autokriner Zellsignalmoleküle). Das ideale Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 in unserer Ernährung haben wir auf Seite 17 besprochen. Wenn dieses Verhältnis aus dem Gleichgewicht gerät – wie es oft der Fall ist, wenn wir diese reichhaltigen Omega-6-Quellen essen – können die Omega-3-Fettsäuren der entzündungsfördernden Wirkung der Omega-6-Fettsäuren nicht effektiv entgegenwirken, indem sie verschiedene, weniger entzündungsfördernde Zellsignalmoleküle produzieren.

Darüber hinaus können sowohl hoher Blutzucker als auch hoher Insulinspiegel im Blut die Entzündung antreiben. Daher sind alle Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an raffinierten Kohlenhydraten, Zucker und Stärke, die schnell in den Blutkreislauf gelangen (aufgrund des Fehlens von Verbindungen in der Nahrung, die die Verdauung von Kohlenhydraten verlangsamen), entzündungsfördernd. Diese Nahrungsmittel wirken sich wegen all der Effekte, die Insulin im Körper auslöst, auch negativ auf viele Hormone aus. Insulin ist ein Hormon, das viele andere Hormone und Organsysteme im menschlichen Körper beeinflusst, und es ist für die Gesundheit von entscheidender Bedeutung, dass Insulin im guten Mittelbereich liegt. Ein Überschuss an raffinierten Kohlenhydraten wirkt sich auch negativ auf zwei andere wichtige Hormone aus: Leptin und Ghrelin. Diese Hormone helfen unseren Appetit, unseren Stoffwechsel und unser Immunsystem zu kontrollieren.

Verarbeitete Lebensmittel, Fast Food und Junk Food stehen schon lange auf der Schwarzen Liste, weil sie keine ernährungsphysiologisch positiven Eigenschaften besitzen. Weniger bekannt ist, dass viele Lebensmittel, die als gesund gelten, wie z. B. Mehrkornbrot und fettarme Milchprodukte, auch den Blutzucker- und Insulinspiegel in die Höhe treiben. Außerdem können mehrere Verbindungen, die in Getreide (sogar Vollkornprodukten), Hülsenfrüchten und Nachtschattengewächsen (siehe Seite 45) vorkommen, entzündungsfördernd sein. Verbindungen, die als Agglutinine bezeichnet werden (insbesondere Weizenkeim-Agglutinin, Kidneybohnen-Lektin, Sojabohnen-Lektin, Tomaten-Lektin und Erdnuss-Lektin), und Glykoalkaloide (die in Nachtschattengewächsen wie Tomaten, Kartoffeln, Auberginen und Paprika vorkommen) sind so starke Entzündungsauslöser und Stimulatoren des Immunsystems, dass mehrere dieser Verbindungen für den Einsatz in der Chemotherapie oder für den Einsatz in Impfstoffen als Adjuvantien untersucht wurden, also als Chemikalien, die Impfstoffen zugesetzt werden, um das Immunsystem anzuregen. Sie sind ein notwendiger Aspekt der Wirkungsweise von Impfstoffen, aber keine wünschenswerte Eigenschaft von Lebensmitteln!

Lebensmittel, die den Darm schädigen

Einige Lebensmittel sind von Natur aus schädlich für den Darm, weil sie entweder die nützlichen Mikroorganismen schädigen, die im Verdauungstrakt leben, oder die Zellen schädigen bzw. verändern, die die Darmbarriere bilden, deren Aufgabe es ist, Nährstoffe in den Blutkreislauf zu transportieren und gleichzeitig alles andere am Eindringen zu hindern.

Die Mikroorganismen, die in unserem Darm leben, sind für unsere Gesundheit essenziell wichtig. Sie helfen uns bei der Verdauung von Nahrung, sie produzieren Chemikalien, die die Gesundheit der Zellen, die unsere Darmbarriere bilden, verbessern (wodurch die Gesundheit der Darmbarriere gefördert wird), sie regulieren direkt unser Immunsystem, und sie können sogar die Gesundheit des Gehirns beeinflussen, indem sie neuroaktive Chemikalien produzieren, die in den Blutkreislauf aufgenommen werden und ins Gehirn gelangen. Eine gesunde Vielfalt der richtigen Arten von Mikroorganismen im Darm ist einer der grundlegendsten Aspekte einer guten Gesundheit. Neben dem Verzehr von vielen Ballaststoffen zur Unterstützung des Wachstums der Mikroorganismen ist es auch wichtig, Lebensmittel zu vermeiden, die das Wachstum der falschen Bakterienarten fördern. Getreide, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nachtschattengewächse und Alkohol enthalten bekanntlich Verbindungen, die das Wachstum nützlicher Bakterienstämme behindern und gleichzeitig das Wachstum unerwünschter Bakterienstämme wie E. coli fördern können. Wenn zu viele der falschen Bakterienarten in unserem Darm wachsen, was als Darmdysbiose bezeichnet wird, wird die Verdauung behindert, die Gesundheit und Funktion der Darmbarriere beeinträchtigt und das Immunsystem stimuliert.

Es gibt zwei grundlegende Möglichkeiten, wie Lebensmittel die Darmbarriere direkt schädigen: indem sie die Gesundheit der Zellen, die die Darmbarriere bilden, nachteilig beeinflussen oder die Bindung dieser Zellen beeinträchtigen. Beides führt dazu, dass die Barriere durchlässig oder »undicht« wird (das sogenannte Leaky-Gut-Syndrom ist der Überbegriff für die mit diesem Problem verbundenen chronischen Krankheiten). Viele Verbindungen, die im Darm verbleiben sollen (wie Toxine, Abfallprodukte und sogar anderweitig nützliche Mikroorganismen), können dann in den Körper gelangen. Dort können sie das Immunsystem stimulieren, das zu 80 Prozent in den Geweben, die den Darm umgeben, angesiedelt ist. Dessen Aufgabe ist es, fremde Eindringlinge wie die eben genannten anzugreifen. Ein Immunsystem, das chronisch stimuliert wird, kann am Ende jedoch nicht nur Eindringlinge, sondern auch Körpergewebe angreifen, was zu vielen chronischen Krankheiten beitragen und zu Autoimmunkrankheiten führen kann. (Diese Mechanismen sowie andere Möglichkeiten, wie bestimmte Nahrungsmittel Ihre Gesundheit und viele damit zusammenhängende Themen beeinträchtigen können, werden in Sarahs Buch Die Paläo-Therapie viel ausführlicher beschrieben.)

Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Nüsse, Samen und Nachtschattengewächse enthalten alle Substanzen, die die Durchlässigkeit des Darms entweder direkt erhöhen, indem sie die Zellen schädigen, die die Darmbarriere bilden, oder die Bindungen zwischen ihnen öffnen. Oder sie können sie indirekt erhöhen, indem sie die falschen Arten von Mikroorganismen im Darm ernähren. Zu diesen schädlichen Substanzen gehören Prolamine (wie Gluten) und Agglutinine, Inhibitoren von Verdauungsenzymen, Glykoalkaloide und Phytinsäure.

Wie schädlich diese Substanzen sind, ist wahrscheinlich von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Ihre Genetik, Ihre Nährstoffversorgung, wie viel Schlaf Sie bekommen, wie viel Stress Sie haben und wie aktiv Sie sind, beeinflussen sicherlich, wie stark Ihr Körper auf diese Lebensmittel reagiert und wie schnell Sie sich nach dem Verzehr erholen. Bis auf wenige Ausnahmen stehen diese Lebensmittel jedoch nicht auf der Liste der mikronährstoffreichen und funktionellen Lebensmittel. Wenn Sie an einer chronischen Krankheit leiden, kann es für Sie von großem Nutzen sein, diese Lebensmittel aus Ihrer Ernährung zu streichen. Und auch, wenn Sie einfach nur auf der Suche nach der optimalen Gesundheit sind, haben Sie nichts zu verlieren, wenn Sie diese Lebensmittel aus Ihrer Ernährung weglassen.

Das Gute gegen das Schlechte abwägen

Dies mag eine zu starke Vereinfachung sein, aber wir können alle gesundheitsfördernden Nährstoffe in Lebensmitteln als »gute Sachen« und alle gesundheitsschädlichen Verbindungen in Lebensmitteln als »schlechte Sachen« klassifizieren. Bei der Bewertung der Vorzüge eines einzelnen Lebensmittels können wir abwägen, wie viele gute Sachen in diesem Lebensmittel enthalten sind und wie viele schlechte. Einige Lebensmittel enthalten massenweise gute Sachen und gar keine schlechten – das sind die definitiv »erlaubten« Lebensmittel! Diese Lebensmittel können wir in großen Mengen ohne Schuldgefühle essen. Andere Lebensmittel enthalten jede Menge schlechter Sachen und sehr wenig gute Sachen – das sind die definitiv »nicht erlaubten« Lebensmittel. Diese sollten in den allermeisten Fällen vermieden werden.

Aber was ist mit den vielen Lebensmitteln, die irgendwo in der Mitte liegen? Wie viel Schlechtes kann um des Guten willen in einem Lebensmittel toleriert werden? Und wie viel Gutes muss in einem Lebensmittel enthalten sein, um das Vorhandensein von Schlechtem auszugleichen? Wie wirkt sich unsere Krankheitsgeschichte darauf aus, wo wir die Grenze ziehen? Ist die genetische Ausstattung ein wichtiger Faktor? Könnten einige Lebensmittel in Ordnung sein, wenn wir sie für besondere Anlässe reservieren? Und wie streng müssen wir sein, um chronische Gesundheitsprobleme zu lindern?

Verbindliche Antworten auf diese Fragen sind äußerst schwierig zu finden. Die Paleo-Ernährung konzentriert sich definitiv auf Lebensmittel, die viele guten Sachen und wenige oder gar keine schlechten Sachen enthalten. Dennoch gibt es viele Lebensmittel, die in der Paleo-Ernährung enthalten sind und in die Grauzone zwischen den erlaubten und nicht erlaubten Lebensmitteln fallen, wie z. B. Milchprodukte von Tieren aus Weidehaltung, Nüsse, Samen, Wein, Schokolade, Kaffee, unraffinierter und natürlicher Zucker, Nachtschattengewächse (inklusive Tomaten, Kartoffeln und Paprika) und Eier. Das Autoimmun-Protokoll ist strenger in Bezug auf die zu vermeidenden Lebensmittel, indem es sämtliche Lebensmittel aus dem Grauzonenbereich weglässt und gleichzeitig eine noch stärkere Konzentration auf die nährstoffreichsten Lebensmittel setzt. Wenn Sie ein sehr gesunder Mensch sind, ziehen Sie es wahrscheinlich vor, mit einer Standard-Paleo-Ernährung zu beginnen und zu sehen, wie Sie damit zurechtkommen, bevor Sie eine weitere Optimierung in Betracht ziehen. Wenn Sie mit chronischen Gesundheitsproblemen zu kämpfen haben, sollten Sie sich auf das Autoimmun-Protokoll einlassen und es für einige Monate zu 100 Prozent einhalten.

Das Autoimmun-Protokoll bietet Ihnen die besten Möglichkeiten zur Verbesserung Ihrer Gesundheit, da die überwiegende Mehrheit der Lebensmittel, die Sie zu sich nehmen, zu den gesundheitsförderndsten Lebensmitteln gehört. Aber wir sind alle Individuen. Es ist gut möglich, dass Sie mit einigen der nicht erlaubten Lebensmitteln sehr gut zurechtkommen. Es ist sogar möglich, dass Sie auf eines der erlaubten Nahrungsmittel empfindlich reagieren. Diese Ernährungsstrategie zur Verbesserung der Gesundheit und zur Linderung von Krankheiten sollte als Ausgangspunkt betrachtet werden, nicht als lebenslange Verpflichtung! Wenn Sie das Autoimmun-Protokoll mindestens einen Monat lang strikt befolgt haben, ermutigen wir Sie, mit der Wiedereinführung bestimmter Lebensmittel zu experimentieren. Der beste Weg, dies zu tun, ist auf den Seiten 34 und 35 zusammengefasst (und wird in Sarahs Buch Die Paläo-Therapie ausführlich besprochen).



KAPITEL 2
Heilung durch Nahrung


Wie können Lebensmittel Entzündungen reduzieren?

Eliminierung und Wiedereinführung

Weitere wichtige Faktoren

Die Nahrung, die wir zu uns nehmen, ist einer von vielen Faktoren, die sich auf unsere Gesundheit auswirken, aber es ist ein Faktor, der jeden Aspekt unserer Gesundheit durchdringt. Unser Körper kann ohne all die Nährstoffe, die unsere Systeme benötigen, um Gewebe zu bilden und ihre Arbeit zu verrichten, einfach nicht effizient und effektiv funktionieren. Der einzige Weg, all diese Nährstoffe zu erhalten, ist die Wahl mikronährstoffreicher, funktioneller Lebensmittel. Dies ist auch deshalb wichtig, weil wir auch nicht gesund sein können, wenn die Lebensmittel, die wir konsumieren, Entzündungen verursachen, unsere Hormone stören oder unseren Darm schädigen. Es ist absurd, dass wir Substanzen, die unsere Gesundheit in diesem Ausmaß beeinträchtigen, überhaupt als »Lebensmittel« bezeichnen. Getreide und getreideartige Samen (wie Buchweizen und Quinoa), Hülsenfrüchte, Nachtschattengewächse, Milchprodukte, raffinierter Zucker, verarbeitete »pflanzliche« Öle und verarbeitete Lebensmittel sind nicht gut für uns.

Wenn Sie Ihren Körper gut mit Mikronährstoffen versorgen und die problematischen Nahrungsmittel aus Ihrer Ernährung eliminieren, bedeutet das, dass Sie damit dann eine chronische Krankheit vollständig rückgängig machen können?

»Wir können Ihnen keine Garantie bieten, aber das bedeutet nicht, dass sich eine Ernährungsumstellung nicht lohnen würde. Tatsache ist, dass Sie erst dann wissen werden, wie weit eine gesunde Ernährung Sie bringen kann, wenn Sie sie ausgiebig ausprobieren.«

Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Erstens ist eine schlechte Ernährung nur eine Ursache für chronische Krankheiten. Die anderen Faktoren, zu denen Stress, schlechter Schlaf und Inaktivität gehören (siehe Seiten 35 bis 37), müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Die Genetik verdammt uns zwar (meistens) nicht zu chronischen Krankheiten, ist aber ebenfalls ein Faktor, den wir zudem nicht kontrollieren können. Und dann gibt es noch weitere Störfaktoren – zusätzliche Dinge, mit denen Sie möglicherweise zu tun haben und die einer Heilung im Wege stehen. Dazu kann alles gehören, von der Toxinbelastung über Infektionen und Hormonprobleme bis hin zu Medikamenten. Einige Krankheiten verursachen dauerhafte Schäden an Geweben im Körper. Und obwohl eine Umstellung der Ernährung und des Lebensstils die Krankheit aufhalten kann, gibt es eine Grenze dafür, inwieweit der Körper beschädigtes Gewebe regenerieren kann. Manche Krankheiten sind einfach unheilbar, doch diese können in der Regel zumindest noch in Remission gebracht werden, was bedeutet, dass Sie keine Krankheitssymptome mehr haben (und das fühlt sich so ziemlich wie eine Heilung an!).

Entzündungen sind ein Faktor bei allen chronischen Krankheiten, und in diesem Bereich können die Lebensmittel, die wir essen, einen großen Unterschied machen (worauf wir gleich noch ausführlich eingehen werden). In einigen Fällen ist ein Immunsystem, das sich selbst nicht richtig reguliert, die direkte Ursache der Krankheit; in anderen Fällen ist die Entzündung lediglich ein Element der Krankheit oder hat einen Beitrag zur Entstehung der Krankheit geleistet – aber sie ist immer ein Akteur und immer ein Problem. Das bedeutet, dass die Reduzierung von Entzündungen und die Bereitstellung der benötigten Ressourcen für das Immunsystem sowie die Schaffung der Möglichkeit, dass das Immunsystem sich selbst regulieren kann, bei jeder einzelnen chronischen Krankheit hilfreich sein kann. Das ist wichtig, weil Entzündungen stark davon beeinflusst werden, was wir essen, wie gut wir schlafen, wie gestresst wir sind und wie aktiv wir sind. Und das ist der Grund, warum chronische Krankheiten so positiv auf Veränderungen in der Ernährung und im Lebensstil reagieren.

Lebensmittel haben also ein therapeutisches Potenzial für jede chronische Krankheit – aber das ist nicht dasselbe, wie Lebensmittel als Heilmittel zu bezeichnen. Je nachdem, mit welcher Krankheit Sie zu kämpfen haben, wie lange Sie sie schon haben, wie aggressiv die Krankheit ist und mit welchen Störfaktoren Sie es zu tun haben, kann eine Ernährungsumstellung bis zu einer vollständigen Umkehrung Ihrer Krankheit führen, das Fortschreiten Ihrer Krankheit verlangsamen oder einfach Ihre Lebensqualität verbessern. All dies sind Erfolge, die es wert sind, gefeiert zu werden. Gutes Essen ist vielleicht nicht das Wundermittel, das Sie sich erhoffen, aber es ist trotzdem verdammt mächtig.

Es kann allerdings eine ganze Weile dauern, bis sich Verbesserungen bemerkbar machen. Während einige Menschen innerhalb weniger Tage nach einer Ernährungsumstellung eine massive Besserung ihrer Symptome feststellen, liegt ein realistischer Zeitraum dafür eher bei einigen Monaten. Das liegt daran, dass der Körper erst erheblich heilen muss, bevor man die Veränderungen wirklich sehen und fühlen kann. Störfaktoren wie eine schlechte Darmgesundheit (typisch, wenn Sie Symptome eines Reizdarmsyndroms oder eine diagnostizierte Erkrankung des Darms, wie Zöliakie oder entzündliche Darmerkrankungen, haben) können bedeuten, dass Sie nicht alle wichtigen Nährstoffe verwerten, die Sie zu sich nehmen. In diesem Fall muss Ihr Darm erst einmal vollständig heilen, bevor genügend Nährstoffe zu anderen Geweben gelangen können, damit auch diese davon profitieren können. Wenn Sie diesen Hügel erst einmal erklommen haben, kann die Verbesserung jedoch schnell und wunderbar sein! Es ist auch möglich, dass sich eine spürbare Besserung aufgrund Ihres speziellen Zustands nur langsam einstellt. So ist zum Beispiel die Haut im Allgemeinen das Organ des Körpers mit der niedrigsten Priorität. Wenn Ihre Krankheit also Ihre Haut betrifft, wird Ihr Körper zunächst eine umfassende innere Heilung vollziehen, bevor er beginnt, Ressourcen für die Heilung Ihrer Haut einzusetzen. All dies bedeutet, dass möglicherweise Geduld erforderlich ist – aber wenn Sie aufgrund schlechter Fortschritte frustriert sind, suchen Sie einen Arzt auf, der mit der Paleo-Ernährung vertraut ist und Ihnen bei der Fehlerbehebung helfen kann.

Wir können Ihnen keine Garantie bieten, aber das bedeutet nicht, dass sich eine Ernährungsumstellung nicht lohnen würde. Tatsache ist, dass Sie erst dann wissen werden, wie weit eine gesunde Ernährung Sie bringen kann, wenn Sie sie ausgiebig ausprobieren. Die Rezepte in diesem Kochbuch helfen Ihnen dabei, dass Sie sich auf das Autoimmun-Protokoll einlassen können, ohne den ganzen Tag in der Küche zu verbringen, ohne eine Bank überfallen zu müssen und, was am wichtigsten ist, ohne auf den Geschmack und die Freude am Essen zu verzichten!

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Дата выхода на Литрес:
26 мая 2021
Объем:
559 стр. 316 иллюстраций
ISBN:
9783962572075
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